Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

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Filmkritik: “Spring” (2014)

Spring-2014
 
 
 

SPRING

Story

 
 
 
Es ist Frühling und für Evan an der Zeit sein Leben neu zu ordnen. Er reist nach Italien und verfällt dort den Reizen einer schönen Einheimischen, die jedoch andere Intentionen hegt, als sich in Touristen zu verlieben …
 
 
 


 
 
 

SPRING – Kritik

 
 
 
In einer Zeit, in der das Genre unter chronischer Ideenarmut leidet ist es immer wieder schön zu erleben, wenn Filme nicht nach gewohntem Gruselkurs gedreht werden, sondern durch frische Konzepte aus der Reihe tanzen, um Fans des fantastischen Filmgenusses auf ungewohntem Wege Gänsehaut zu bescheren. SPRING macht eindrucksvoll vor, wie ein solcher Film auszusehen hat, denn dieser durchdacht inszenierte Herz-Schmerz-Grusel schert sich einen Deut darum sich dem Massengeschmack zu unterwerfen. Wer Horrorfilme anhand seines Härtegrades als empfehlenswert einstuft, macht sich mit SPRING keine Freu(n)de. Vielmehr dringen die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD (beide haben in V/H/S: VIRAL die Regie für das Segment BONESTORM übernommen) tiefgründiger in die Materie vor und sorgen sich um das, was in Horrorfilmen leider viel zu oft vernachlässigt wird: Atmosphäre, Geschichte und Charaktere. Für SPRING erweist sich Schauspieler LOU TAYLOR PUCCI als Glücksgriff. Der konnte schon im Remake zu EVIL DEAD erstmals Horrorluft schnuppern und zeigt diesmal, dass er auch das Zeug dazu hat Charakterrollen zu spielen.
 
 
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In SPRING mimt er den ruhigen Evan, dem die Sicherungen durchbrennen. Nach dem plötzlichen Krebstod der Mutter wird er auf der Arbeit in eine Schlägerei verwickelt, verliert den Job und beschließt nach Italien durchzubrennen, um dort sein Leben neu ordnen zu können. Viel Zeit für sein Vorhaben bleibt nicht. Kurz nach Ankunft verdreht ihm die temperamentvolle Louise (NADIA HILKER) denn Kopf, in die sich der stille Chaot Hals über Kopf verliebt. Zwischen den beiden entbrennt eine leidenschaftliche Liaison, die jedoch unter keinem guten Stern steht, denn Louise hat ein finsteres Geheimnis, das sie bald nicht mehr vor ihrem Liebhaber verstecken kann.
 
 
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Viel zu beanstanden gibt es in SPRING nicht. Hier passt irgendwie alles zusammen und dass, obwohl SPRING mehr übernatürlicher Liebes- statt bluttriefender Horrorfilm ist. Das Regie-Duo JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD vermischt Romantik mit Grusel auf kongeniale Weise und entführt den Zuschauer in die Welt zweier Liebenden für die die Welt scheinbar stillzustehen scheint. Da schwebt die Kamera ganz unbeschwert durch die engen Gassen eines verschlafenen Fischerdorfes und bannt melancholische Urlaubsbilder auf Zelluloid, die von einem fast schon einzigartigen Gespür fürs Visuelle zeugen. AARON MOORHEAD zeichnet nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern fängt als Kameramann die romantische Bilderwelt Italiens ein, die den Streifen so mit Leichtigkeit aus der grauen Masse an unüberlegten Billigproduktionen hervorstechen lässt. Aufgrund der visuellen Raffinesse wäre es wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass SPRING zu den wohl “schönsten” Gruselfilmen gezählt werden darf, die man bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Leider dürfte der Streifen auch nur dort seine gesamte Magie entfalten können, gehört doch SPRING zu jenen Filmen, die für die große Leinwand gemacht wurden.
 
 
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Blut, Gewalt und Gore – Fehlanzeige! SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf anderem Wege. Im späteren Verlauf der Geschichte rückt das Geheimnis der Filmheldin in den Mittelpunkt, über das der Zuschauer nur häppchenweise Informationen erhält. Mehr über die Handlung zu verraten raubt Illusionen, lebt doch SPRING von der Prämisse, dass irgendwas mit der schönen Louise nicht im Reinen ist. Immerhin: die wenigen Spezialeffekte glänzen durch Einfallsreichtum und entschädigen für fehlende Splatter-Einlagen. Trotzdem finden die im Film nicht selbstzweckhaft Verwendung, sondern sind schmückendes Beiwerk, auf die der Film auch gänzlich hätte verzichten können. Unterm Strich findet SPRING nur lobenswerte Worte, weil er Horror unkonventionell verpackt. Nach dem Regiedebüt RESOLUTION haben die Macher JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD eine sehenswerte Metapher für die Ängste und Unsicherheiten einer noch jungen Liebe fürs (Heim)Kino inszeniert an der vor allem jene Gefallen finden werden, die sonst doch immer bemängeln, dass es dem Genre an Niveau mangelt. Das sorgfältig inszenierte Gruselmär hat schöne Bilder, gute Schauspieler und sogar Sinn für Humor. Demzufolge sollte man die beiden Macher im Auge behalten, schließlich darf man nach dem gelungenen SPRING gespannt darauf sein, was die als nächstes drehen werden.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hinter dem doppeldeutigen Titel SPRING schlummert ein stimmungsvoller Mix aus übernatürlicher Romanze und unheimlichen Gruselstreifen, der in seinen düsteren Momenten an die Werke eines H. P. LOVECRAFT erinnert. Nach dem Erstlingswerk RESOLUTION haben die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD die Katze aus dem Sack gelassen und eine sehenswerte Liebesgeschichte inszeniert, die in schönen Bildern die Unsicherheiten und Ängste einer noch frischen Liebe erzählt, ohne zu sehr im Kitsch zu ertrinken. Dank guter Schauspieler und ekligen Spezialeffekten sticht SPRING aus der Masse an trivialen Horrorbrei hervor und richtet sich vor allem an jene Zuschauer, die sonst Probleme mit sinnloser Brutalität im Genre haben. Die sucht man hier vergebens, denn SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf eher subtile Weise. Empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SPRING – Zensur

 
 
 
Gorebauern oder Fans der etwas härteren Filmart werden an SPRING keinen Gefallen finden. Es gibt hier nur einen Mord zu sehen, der aber auch nur im Off vollzogen wird. SPRING ist eine Liebesgeschichte, die sich auch hauptsächlich darauf konzentriert. Dank einiger ekliger Spezialeffekte gibt’s für den Film von der FSK die blaue FSK16-Plakette.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dagon (2001)
 
Only Lovers Left Alive (2013)
 
When Animals Dream (2014)
 
Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (2008)
 


Filmkritik: “Flowers” (2015)

flowers-2015-PHIL-STEVENS
 
 
 

FLOWERS

Story

 
 
 
Ein experimenteller Bilderrausch! Sechs Frauen erwachen in sechs Räumen – miteinander durch das Schicksal verbunden. Auf der Suche nach Antworten werden sie nicht nur mit den eigenen Ängsten konfrontiert, sondern durchleben zudem Stunden voller Qualen.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS – Kritik

 
 
 
Einige Jahrzehnte sind mittlerweile ins Land verstrichen, seit Underground-Horror aus Deutschland Erwachsenenabteilungen hiesiger Videotheken unsicher gemacht und pseudokünstlerische Ekelperlen wie NEKROMANTIK oder Amateur-Schlaftabletten aus der Schmiede eines unerfahrenen OLAF ITTENBACH hervorgebracht hat. Momentan erlebt diese deutsche Filmnische mit GERMAN ANGST ein kleines Revival und auch im Ausland brodelt es im Untergrund gewaltig. FLOWERS ist eines dieser obskuren Filmchen, das nicht für den Massengeschmack gemacht wurde und aus Zeiten stammen könnte, als JÖRG BUTTGEREIT mit seiner gefeierten Leichenfledderei weit über die Landegrenzen hinaus für Brechreiz sorgte. Der Amerikaner PHIL STEVENS zeichnet für den künstlerischen Ekeltrip verantwortlich und hat mit knapp 20.000 Dollar eine surreale Bilderflut inszeniert, die er selbst lobpreisend in die Kategorie des Arthaus-Horrors einordnet. Nun ja, reichlich Phantasie wird während der Sichtung von FLOWERS vorausgesetzt, folgt doch der Film keinem linearen Handlungsfaden und lässt stattdessen mehrdeutige Bilder für sich sprechen. Jedermanns Sache ist das höchstwahrscheinlich nicht.
 
 
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Regisseur und Drehbuchautor PHIL STEVENS berichtet in seinem experimentellen Horrorstück von sechs Frauen, die eines Tages im Zimmer eines Hauses erwachen und feststellen müssen, dass sie nicht mehr unter den Lebenden weilen. Gefangen in einer Art Fegefeuer durchleben die sechs “Blumen” quälende Stunden voller Angst, krabbeln durch Innereien und verspeisen verdorbene Lebensmittel. Auf ihrer Suche nach Erlösung finden sie Hinweise aus ihren früheren Leben und erfahren die Gründe, die zu ihrem Ableben geführt haben. Weil FLOWERS nun mal im Horror angesiedelt ist dürfte klar sein, dass die Todesursachen eher drastischer Natur gewesen sein müssen, schließlich beeindruckt man mit Krebstot und Herzinfarkt keinen Horrorfan.
 
 
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Die Idee zum klaustrophobischen Experimental-Horror kam STEVENS während einer Sinnkrise vor mehreren Jahren. Nichts bereitete ihm mehr Freude und er fühlte sich uninspiriert, um neue Projekte in Angriff zu nehmen. Da kam ihm der Geistesblitz von mehreren Kurzgeschichten in den Sinn, die in irgendeiner Weise miteinander in Verbindung stehen und durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten werden sollten. Schnell entstand das Drehbuch zu FLOWERS, in dem nun mehrere Räume das Fundament bilden, in denen sich STEVENS künstlerisch austoben konnte. Schenkt man den Aussagen des Filmemachers Glauben, ist er ein Gegner des gesprochenen Wortes. Er bevorzugt es visuell und versucht in seinem Kunstwerk daher gänzlich auf Dialog zu verzichten. Demzufolge vertraute er vollends auf das Improvisationsgeschick und den schauspielerischen Fähigkeiten seiner Hauptdarstellerinnen. Die bringen Gefühle ausschließlich mit Händen, Füßen, Mimik und Gestik zum Ausdruck damit sich der Zuschauer ein mitfühlendes Bild ihrer Qualen machen kann.
 
 
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Aber auch akustisch wird Freunden beklemmenden Filmgedudels einiges geboten. Die bedrohliche Soundkulisse ist allgegenwärtig und bewirkt nicht nur ein permanent flaues Gefühl in der Magengegend, sondern unterstreicht den kränklich und surreal anmutenden Filmlook dieses auf Fäulnis getrimmten Fiebertraums. Bei all den im Film gezeigten Kadaverbergen und Tierorganexzessen kann man nur froh darüber sein, dass es immer noch kein Geruchsfernsehen gibt. STEVENS treibt seine Protagonistinnen durch faulige Erde, modriges Wasser und Berge von menschlichen Plastikgliedern. Die Suche nach Antworten schaut nicht sonderlich appetitlich aus und macht aus dem surrealen Kunst-Horror eher leidlich spannendes Kotzkino mit pseudointellektuellem Anspruch. Immerhin zeigt FLOWERS mal wieder, dass man auch mit wenig Geld ungemütliche Atmosphäre bewirken kann. Hier wächst dieses eigensinnige Filmexperiment zu eigentlicher Stärke heran. Schade nur, dass viele der ungeschönten Bilder durch Leerlauf an Intensität einbüßen. Dieses Kunstmachwerk hat mit reichlich Längen zu kämpfen, die den Filmgenuss trüben. So richtet sich FLOWERS wohl ausschließlich an ein kunsterprobtes Publikum, das in Horrorfilmen – ob vorhanden oder nicht – nach Anspruch sucht. Wer stattdessen ein Gore-Fest erwartet, wird schnell enttäuscht werden. Auch wenn damit im Trailer geworben wird hält man im Film von selbstzweckhafter Gewalt Abstand.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Verstörend beklemmender Arthaus-Horror mit Ekelgarantie – für Zuschauer mit Reizmägen definitiv ungeeignet. FLOWERS setzt da an, wo Underground-Filme wie NEKROMANTIK oder SUBCONSCIOUS CRUELTY vor mehr als einem Jahrzehnt in der Horror-Szene für Furore gesorgt haben. Regisseur PHIL STEVENS macht es den genannten Filmwerken gleich und mixt Horror mit Kunst, um mit Anspruch Albträume zu bescheren. Das ist nur bedingt gelungen, denn sein FLOWERS hat das, was weit schlimmer ist, als eine Woche schlaflose Nächte: quälende Langeweile. Der Film lebt ausschließlich von seiner unheilvollen Bilderflut und lässt so reichlich Interpretationsspielraum offen. Eine richtige Handlung gibt es nicht – Dialoge ebenso wenig. Stattdessen quält sich der Zuschauer durch ein pseudointellektuelles Untergrundfilmchen, das zwar mit experimentellem Erzählstil Neues zu bieten, aber gleichzeitig unter erheblichen Längen zu leiden hat. Trotz Matsch und Ekel ist FLOWERS ein spezieller Film, der sich rein gar nicht an die Hardcore-Fraktion richtet. Die dürfte aufgrund des gemächlichen Erzähltempos ohnehin nach wenigen Minuten die Nase voll haben und abschalten. Wer nicht genug von oben genannten Filmen bekommen kann ist hier richtig, denn für ausschließlich jene ist FLOWERS gemacht.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS – Zensur

 
 
 
FLOWERS ist kein Gewaltepos. Hier werden rein gar keine Menschen vor der Kamera umgebracht. Die Protagonisten befinden sich teils allein in finsteren Räumen wieder und erkunden in langsamen Schritten die Umgebung. Dabei stoßen sie auf Skelette, wühlen in Organen oder essen Erde. Die Atmosphäre ist dennoch verstörend, trotzdem vermuten wir eine Freigabe ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Alle Grafiken dieser Review stammen von der FB-Seite zum Film.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Nekromantik (1987)
 
Nekromantik 2 (1991)
 
Subconscious Cruelty (2000)
 
The Bunny Game (2010)
 


Filmkritik: ” The Last House on Cemetery Lane” (2015)

The Last House on Cemetery Lane-2015
 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE

Story

 
 
 
Ein erfolgreicher Drehbuchautor von Horrorfilmen zieht sich in ein einsames Landhaus zurück und darf sich – was für eine Überraschung – als Geisterjäger beweisen.

 
 
 


 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE – Kritik

 
 
Liest man einen Filmtitel wie THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE hat man hohe Erwartungen, weil sofort Horrorstreifen wie Wes Cravens Rape-and-Revenge-Thriller THE LAST HOUSE ON THE LEFT oder der Fulci-Klassiker HOUSE BY THE CEMETRY ins Gedächtnis zurückkehren. Die haben vor mehr als 30 Jahren Horrorgeschichte geschrieben und gehören mittlerweile zur Grundausstattung jedes eifrigen DVD-Sammlers. Der hier vorgestellte THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE spielt – trotz ähnlicher Titelkreation – leider in einer ganz anderen Liga und ist mit den genannten Kultwerken keineswegs zu vergleichen. Anders als es der Filmtitel vermuten lässt, hält der Zuschauer einen günstig gedrehten Low-Budget-Indie in den Händen über den in wenigen Wochen keiner mehr sprechen wird. Drei Schauspieler, ein abgelegenes Häuschen und genug Langeweile – das sind die Grundzutaten für dieses unabhängige Mystery-Drama, das vermutlich mit kleiner Crew in irgendeiner Wohnung eines Mitarbeiters gedreht wurde und durch langatmige Inszenierung zum Abschalten animieren möchte. Viel gequasselt wird in THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE. Hier geben sich lange Dialoge und seichte Rätselkost die Waage. Letztere wird immer wieder künstlich heraufbeschworen damit dem Zuschauer nicht bereits schon zu Beginn die Augen zufallen. Dennoch dürfte hier paranormaler Hokuspokus allein nicht ausreichen, um den Gruselfreund am Einschlafen zu hintern. Wir wetten, dass die Mehrheit der Hobbygeisterjäger vor den Bildschirmen zu Hause das Ende dieser Indie-Produktion nicht wach erleben werden, schließlich gehört THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE zu den zähsten Genre-Werken des aktuellen Kinojahrs.
 
 
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Im Film bezieht Drehbuchautor John Davies (gespielt von LEE BANE) ein altes Anwesen auf Zeit, um wieder Energie für ein neues Horrorprojekt tanken zu können. Doch viel Freude an der neuen Bleibe hat er nicht. Im zweiten Stock wohnt eine blinde Greisin, die nie vor die Zimmertür geht und nachts spielt aus unerklärlichen Gründen ein Plattespieler alter Songs, damit Autor John aus dem Schlaf gerissen wird. Als er die Bekanntschaft mit der liebenswerten Nachbarin Cassie macht, häufen sich die mysteriösen Ereignisse. Für den genervten Mieter Grund genug, dem Geheimnis des Hauses auf den Grund zu gehen. Ist die alte Frau im zweiten Stock für den Schabernack verantwortlich oder sind hier vielleicht doch finstere Mächte am Werk?
 
 
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Einschlummern ganz ohne Pharmazeutika! Hinter dieser natürlichen Einschlafhilfe verbirgt sich ANDREW JONES. Der übernahm bereits in einigen Horrorfilmen die Regie und inszenierte günstige Werke wie THE NESTING 2, in denen er mit wenig Kapital versuchte, passable Genre-Unterhaltung für Horrorfans abzuliefern. Leider hat das bisherige Vorhaben nie Früchte getragen, denn die meisten seiner Arbeiten blieben durch semiprofessionelle Machart in Erinnerung und konnten sich nicht gegen den Strom ähnlich gestrickter Billigproduktionen behaupten, die tagtäglich in den Verkauf gebracht werden. Den Geisterfilm THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE dürfte da gleiches Schicksal ereilen, denn auch das neue Projekt aus der Mache des Regisseurs quält mit ungeschliffenem Indie-Look, der unweigerlich an Direct-To-Videofilme neueren Datums erinnert. Inhaltlich schaut es da nicht anders aus. Hier wird Mystery-Schauer von der Stange serviert, von dem man sich vor einigen Jahren bereits sattgesehen hat nachdem der damals noch kleine HALEY HOEL OSMENT in THE SIXTH SENSE (1999) dem Zuschauer einzutrichtern versuchte, dass er doch toten Menschen sehen könne.
 
 
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81 Minuten können lang sein vor allem dann, wenn eine Auflösung künstlich hinausgezögert wird, die bereits nach der Halbzeit klar sein dürfte. In THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE wird Horror auf Sparflamme gekocht und das ist auch das größte Problem dieses Gruseldramas, schließlich erwartet man von subtilen Schauergeschichten auch ein gewisses Maß an Gänsehautmomenten und Schreckeffekten. Statt mit konventionellen Mitteln zusammenzucken zu lassen, plätschert die Handlung ermüdend daher und macht aus knapp zwei Stunden belangloses Geister-Gepoltere einen quälend langen Film, der den Eindruck erweckt man habe hier eine Woche vorm Fernseher gesessen. THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE ist kein sehenswerter Film und das perfekte Geschenk für Freunde, Kollegen oder Bekannte, die man nicht sonderlich mag. Wir von FILMCHECKER raten ab und empfehlen: im Händlerregal stehen lassen!
 
 


 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Wenn der Sandmann dreimal klingelt, war vermutlich THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE im Blu-ray-Player. Dieser Streifen ist kein Film für Freunde von “LAST HOUSE”-Werken, bei denen schon der Titel Programm ist. THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE ist Einschlafkino der üblen Sorte, für das man zwar gute Schauspieler gewinnen konnte, deren Talent hier sprichwörtlich für nichts verbraten wird. Die Geschichte ist wenig überraschend und orientiert sich in ihrer Machart an so erfolgreiches Kultkino wie THE SIXTH SENSE, wo subtil erschreckt und mit wendungsreichem Finale verblüfft wird. Originell ist hier gelinde gesagt nichts. Außer vielleicht die Idee, unbeliebten Freunden oder Kollegen zur Abwechslung Filme zu schenken, die man nicht mal mit der Kneifzange aus dem Müllcontainer fischen würde. Finger weg, denn nach dem Kauf dieses Films ist Frust vorprogrammiert.
 
 


 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE – Zensur

 
 
 
THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE ist ein Geisterdrama mit viel Geschwafel, Liebesgezwitscher und seichtem Grusel. Am Ende gibt es eine Tote zu beklagen – das war’s. Eigentlich könnte man den Film ab 12 Jahren freigeben. Aufgrund der Axtszene am Ende wird’s wohl eine FSK 16 draus.
 
 
 


 
 
 

THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Others (2001)
 


Filmkritik: “Buddy Hutchins” (2015)

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BUDDY HUTCHINS

Story

 
 
 
Ein Familienvater versteht die Welt nicht mehr. Da brennen ihm die Sicherungen durch und er nimmt mit einer Kettensäge blutige Rache an jedem, der ihm zuvor nur Böses wollte.

 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Kritik

 
 
Vermutlich dürften sich viele Horrorfans noch an Schauspieler JAMIE KENNEDY zurückerinnern können. Der spielte in der beliebten SCREAM-Reihe einen sympathischen Film-Nerd namens Randy, der in der Slasher-Serie viel zu früh das Zeitliche segnen musste. Mittlerweile sind viele Jahre vergangen und der smarte Witzbold von einst lässt sich mal wieder im Genre blicken. Für seinen aktuellen Streifen namens BUDDY HUTCHINS hat er sich reichlich Winterspeck angefuttert und absichtlich verunstalten lassen. Als ungepflegte Alkoholiker scheint er vom Pech verfolgt und wird unter tragischen Umständen zur tickenden Zeitbombe. FALLING DOWN lässt grüßen, denn es lassen sich allerhand Parallelen zum Thriller aus der Mache von JOEL SCHUMACHER erkennen. Der brachte im Jahr 1993 einen wütenden MICHAEL DOUGLAS ins Kino, dem in Los Angeles die Sicherungen durchbrannten. Natürlich ist hier alles eine Nummer kleiner. BUDDY HUTCHINS ist eine günstige Low-Budget-Produktion ohne Staraufgebot, die zum großen Teil in den vier Wänden von Regisseur JARED COHN (Macher der ASYLUM-Gurken: 12/12/12 oder BORN BAD) umgesetzt wurde. Dank gutem Hauptdarsteller fällt der rigorose Sparkurs dieses unabhängigen Horror-Thrillers nicht negativ ins Gewicht, denn BUDDY HUTCHINS gehört zu jener Art von Indie-Filmen, in denen gutes Schauspiel manch fehlenden Dollar im Budget verschmerzen lässt.
 
 
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Im Film hat Figur Buddy Hutchins kein einfaches Los gezogen. Geldsorgen plagen den unglücklichen Familienvater, der es aber immerhin von einem Jahr geschafft hat sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen und den sarkastischen Humor nicht verlernt hat. Doch die Bemühungen scheinen nicht viel Eindruck bei den Angehörigen hinterlassen zu haben. Die Ehefrau treibt es heimlich hinter dem Rücken mit dem besten Freund und auch der pubertierende Sohnemann hat schon längst den Respekt vor dem Vater verloren. Als dem mürrischen Pechvogel die Kinder weggenommen werden sollen, seine geliebte Mutter an Herzversagen stirbt und es beruflich bergab geht, ist es für Buddy Hutchins an der Zeit all jene zu bestrafen, die ihm bisher nichts Gutes wollten. Er wirft eine Motorsäge an und startet einen grausamen Rachefeldzug ohne Erbarmen.
 
 
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Regisseur JARED COHN bevorzugt es schwarzhumorig, denn BUDDY HUTCHINS geizt nicht mit zynischen Sprüchen und makabren Späßen. Dennoch bleibt im Unklaren was sein Kettensägenmassaker eigentlich sein soll. Für eine schwarze Komödie ist BUDDY HUTCHINS schlichtweg zu tragisch und für ein Drama dann doch wieder etwas sehr sarkastisch. Zudem finden am Ende drastische Horror-Elemente den Weg in die Handlung, so dass unschlüssig bleibt, ob man das Gezeigte ernst zu nehmen hat oder darüber schmunzeln soll. Als überhaupt nicht erheiternd kann die Gesellschaftskritik im Film gewertet werden, denn einmal mehr wird ein Genrefilm dazu verwendet, um sich kritisch über Missstände äußern zu können. Das liebe Geld gerät ins Visier des kontroversen Angriffs, denn das steuert in BUDDY HUTCHINS alle Bereiche des täglichen Miteinanders. Es treibt Familien auseinander, macht aus Freunden unerbittliche Feinde und entscheidet sogar über Leben und Tot. Für die Titelfigur ein Teufelskreislauf, der wieder nur mit Gewalt durchbrochen werden kann. Der Antiheld schnappt sich eine Kettensäge und versucht Aggressionen abzubauen, in dem er Köpfe spaltet und so Problem aus der Welt schafft. Die hierfür zum Einsatz kommenden Spezialeffekte sind Marke “Eigenbau”, simpel gestrickt aber nicht immer gleich zu durchschauen. Zur Freude der Gorehounds fließt reichlich Lebenssaft, was Zensurwächter hierzulande wenig Gefallen bereiten dürfte, kommt doch abgebrühte Gewalt zum Einsatz, damit Konflikte beseitigen werden können.
 
 
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Drehbuchautor und Filmemacher JARED COHN verarbeitet in BUDDY HUTCHINS eigene Schicksalsschläge. Die Idee zur bissigen Familientragödie kam ihm, als er sich selbst an einem Punkt in seinem Leben befand, an dem er nicht weiterwusste. Seine Gefühle und Gedanken verarbeitete er, in dem er die mutige Figur des Buddy Hutchins schuf und sie Dinge tun lies, über die vermutlich jeder schon einmal in ähnlicher Situation nachgedacht hat: Tritt Feinde nicht mit den Füßen, wenn sie bereits am Boden liegen, sie könnten grausame Rache nehmen.
 
 
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Letztendlich kann sich die filmische Umsetzung der zu Papier gebrachten Rachephantasie durchaus sehen lassen. Zwar litt die Produktion unter dem knappen Kapital, das keine Experimente zuließ. Dank zermürbender Atmosphäre und facettenreichem Schauspiel eines ambitionierten sowie talentiertem JAMIE KENNEDY, sticht BUDDY HUTCHINS unter der Vielzahl ähnlicher Rachestreifen positiv hervor. Ganz nebenbei hat COHN hier übrigens den besten Spielfilm seiner bisherigen Karriere abgeliefert. Nachdem er zuvor Miserables für Trash-Mache THE ASYLUM inszeniert hatte überrascht, dass der Regisseur weit mehr kann, als Filme für die Schrottpresse zu inszenieren. Letztendlich wäre zu erwähnen, dass BUDDY HUTCHINS im Gedächtnis bleibt – ein Kunststück, das unabhängigen Filmen neueren Datums nur selten gelingt. Bemerkenswert!
 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Familienvater sieht rot. Grimmiger Rachestreifen – grandios gespielt! Das hauptsächlich für seichte Komödien bekannte SCREAM-Sternchen JAMIE KENNEDY gibt im depressiven BUDDY HUTCHINS sein Bestes und macht aus dem kostengünstigen Rache-Thriller wirklich sehenswertes Indie-Kino in dem schwarzer Humor nicht zu kurz kommt. Zwar bekommt der Zuschauer hier eine wirklich seltsame Kombination aus Drama, Komödie und Horrorfilm zu Gesicht; irgendwie scheint der sonderbare Genre-Mix trotzdem zu funktionieren, weil KENNEDY den wohl bemitleidenswertesten aber gleichzeitig sympathischsten Antihelden verkörpert, den man bis dato in einem Rachefilm zu sehen bekommen hat. Dass Geld knapp gewesen ist, kann auch diese unabhängige Produktion nicht verbergen. Dennoch war Macher JARED COHN darum bestrebt seinen Film teurer aussehen zu lassen, als er letztendlich gewesen ist. Mit blutigen Taschenspielertricks macht er zudem Gorehounds glücklich, die am Ende überrascht sein dürften, wie zeigefreudig die Gewalt im Film zelebriert wird. Wem kostengünstiger Look in Indie-Thrillern nichts ausmacht wird BUDDY HUTCHINS schnell ins Herz schließen. Fans des “schönen” Mainstream-Horror bereitet das hier Gebotene jedoch kaum Freude.
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Zensur

 
 
 
Schwer zu sagen, ob BUDDY HUTCHINS ungeschnitten durch die FSK kommen wird. Hier werden Köpfe mit Baseballschläger eingeschlagen. Zudem bohrt sich eine Kettensäge durch Körper und Schädel. Dennoch blendet die Kamera immer dann weg, wenn es für den Zuschauer unerträglich wird. Oftmals hat das den Anschein, als ob bereits vor der amerikanischen Veröffentlichung die Schere angesetzt wurde. Viele Schnitten wirken hart und unprofessionell, was den Eindruck erweckt, dass bereits vorab gekürzt wurde. Aufgrund der kontroversen Rache-Thematik dürfte es BUDDY HUTCHIN in Deutschland nicht leicht haben. Wir tippen trotzdem auf eine ungeschnittene KJ-Fassung mit rotem Flatschen auf dem Cover.
 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Falling Down – Ein ganz normaler Tag (1993)
 
Rampage (2009)
 
Axed (2012)
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 


Filmkritik: “Enter the Dangerous Mind” (2013)

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ENTER THE DANGEROUS MIND

Story

 
 
 
Die Stimmen in seinem Kopf wird er nicht mehr los: Jim Whitman ist musikbegeistert, schüchtern und leidet dazu auch noch unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Als eine Frau in sein Leben tritt, geraten die Stimmen in seinem Kopf aus dem Gleichgewicht.
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Kritik

 
 
 
Wenn psychisch gestörte Persönlichkeiten zu kaltblütigen Killermaschinen werden. Filmstoff, der im Horrorfilm immer wieder gern Verwendung findet, aber meist nicht gründlich und ernstzunehmend ausgearbeitet wird. Leider dienen immer wieder psychische Krankheiten im Horrorkino nur als Vorwand, um viele grausame Bilder aneinanderschnippeln zu können, denn scheinbar gewinnt man nur so das Interesse der Zuschauer. Das Regie-Duo YOUSSEF DELERA und VICTOR TERAN macht es unzähligen Filmemachern gleich und hat sich dem psychologischen Horror angenommen. Mit ihrem ENTER THE DANGEROUS MIND versuchen sie Werke wie dem erschütternden CLEAN, HAVEN (1993) nachzueifern. Leider scheitern die beiden aber kläglich an der Unentschlossenheit ihres Machwerks, denn in welche Sparte sie es letztendlich stecken wollten, scheint ihnen doch nicht ganz so einleuchtend gewesen zu sein. Erfahrene Leser ahnen vermutlich schon was damit gemeint ist, denn was bei FILMCHECKER besprochen wird, ist garantiert kein Kinderkino. SNAP (so der ursprüngliche Titel des Filmprojekts) ist knüppelharter Psycho-Thrill, der anfänglich zwar vortäuscht ein Drama zu sein, am Ende jedoch sehr ins Horrorfach abgleitet und mal wieder viele unangenehme Momente im Heimkino zelebriert, die Zartbesaitete mit Sicherheit verstören werden.
 
 
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Jim Whitman (JAKE HOFFMAN) ist ein Einzelgänger, hat kaum Freunde und flüchtet bevorzugt in die Welt der Musik, um dem monotonen Alltag entfliehen zu können. Er besitzt eine Leidenschaft für selbstgemachte Dubstep-Tracks und versucht als PC-Spezialist seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Eigentlich ein normaler Mittzwanziger, wäre da nicht jenes schreckliche Erlebnis zu Kindstagen gewesen, das seither jeden Tag zum Albtraum werden lässt. Das böse Alter Ego Jake (THOMAS DEKKER aus LAID TO REST 2) hat es sich in Jims Leben bequem gemacht und ist als Person oder Stimme im Kopf allgegenwärtig. Ob in den eigenen vier Wänden, im Job oder auf der Straße – der böse Mann im Ohr gibt zwar Nachhilfe in Sachen „Frauen“, macht dem unerfahrenen Eigenbrödler jedoch das Leben zur Qual. Als Jim durch einen Nebenjob zufällig Bekanntschaft mit der attraktiven Wendy (NIKKI REED) macht und in ihr einen verständnisvollen Seelenverwandten sieht, scheint nach jahrelanger Finsternis endlich wieder die Sonne aufzugehen. Doch ENTER THE DANGEROUS MIND wäre kein Horror-Thriller, würde nicht doch etwas Unerfreuliches passieren.
 
 
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Musik spielt in ENTER THE DANGEROUS MIND eine tragende Rolle. Immer wieder werden ausweglose Schreie, unkontrollierbare Störgeräusche und pulsierende Schläge aus der selbstgemachten Musik der psychisch labilen Filmfigur eingespielt, die quasi den psychischen Zusammenbruch des Antihelden einläuten und dessen Durcheinander im Kopf widerspiegeln sollen. Der Zuschauer wird hierbei ganz nebenbei zum Mitleidenden, denn nicht selten verursachen die Elektronikklänge auch bei ihm Kopfschmerzen und versinnbildlichen, was da eigentlich im Kopf des Hauptprotagonisten vorgeht. ENTER THE DANGEROUS MIND protokolliert in ungemütlichen Bildern den psychischen Verfall eines Mannes, der allmählich die Kontrolle über sich selbst verliert und von seinem zweiten bösen Ich gesteuert wird. Das manipuliert den Filmhelden auf heimtückische Weise, damit der am Ende an unschuldigen Menschen ein Exempel statuieren darf. Den Fan kontroverse Gewaltakte dürfte das vermutlich freuen, bekommt der doch ziemlich gemeine Szenen zu sehen, in dem ein Luftgewehr auf Menschen gerichtet wird. In einem Finale, das an abgebrühtem Home-Invasion-Terror erinnert, läuft ENTER THE DANGEROUS MIND dann zu Hochform auf. Da wird ausradiert und gewimmert, als gebe es keinen Morgen mehr. Für Horrorfans durchaus interessant – wer es stattdessen plausibel und tiefgründig bevorzugt wird enttäuscht, denn ein glaubhaft inszeniertes Psychogramm eines traumatisierten Menschen, der für sich und andere zur Gefahr wird, ist ENTER THE DANGEROUS MIND leider keineswegs. Der Film verläuft sich zu sehr im Genre und ist am Ende lediglich FSK18-Gematsche mit “Hab-ich-morgen-wieder-vergessen”-Garantie. Die Protagonisten bleiben blass und wirken unzugänglich. Sympathien werden im Keim erstickt, noch bevor sie aufgebaut werden können und die Krankheitsproblematik wird nur oberflächlich umrissen, damit sich die Verwandlung vom Niemand zum Serienkiller rechtfertigen lässt. So wird aus einem anfänglichen Psycho-Drama lediglich Dutzendware für Leute, die beim Schauen von Filmen nicht sonderlich gefördert werden wollen.
 
 
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ENTER THE DANGEROUS MIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Kontroverser Psycho-Schocker, der dem Zuschauer am Ende in die Magengegend tritt. Im Falle von ENTER THE DANGEROUS MIND sollte jedoch kontrovers nicht zwangsläufig mit anspruchsvoll gleichgesetzt werden, denn sonderlich diskussionswürdig ist ENTER THE DANGEROUS MIND nicht. Das liegt vor allem daran, dass die brisante Thematik von Schizophrenie im Film nur als Indikator dient, um ein blutiges und unangenehmes Finale im Heimkino zelebrieren zu können. Die beiden Regisseure YOUSSEF DELERA und VICTOR TERAN schienen kein Interesse an einem glaubhaften und durchdachten Psycho-Drama gehabt zu haben. Statt sich ernsthaft mit dem Krankheitsverlauf des Antihelden zu beschäftigen, muss mal wieder alles aus dem Ruder laufen und die Mattscheibe rot gefärbt werden. In diesem Film dient Gewalt als einziges Mittel zur Problemlösung. Warum das so sein musste, scheint unklar. Vermutlich haben die vielen Stimmen im Kopf der Macher über den unpassenden Ausgang der halbherzigen Geschichte entschieden. Starker Beginn, schwache Wendung – deshalb: mittelprächtig!
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Zensur

 
 
 
Weil am Ende mit einem Luftgewehr wahllos und grafisch in Gesichter ahnungsloser Menschen geschossen wird, dürfte ENTER THE DANGEROUS MIND definitiv erst für Volljährige geeignet sein: keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

Die in der Kritik hinterlegten Grafiken stammen von der offiziellen Seite zum Film

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
A beautiful Mind (2001)
 
Fight Club (1999)
 


Filmkritik: “Eat” (2013)

eat-2013-jimmy-weber
 
 
 

EAT

ICH HAB MICH ZUM FRESSEN GERN

Story

 
 
 
Der Misserfolg im Job macht eine junge Frau krank und fördert einen unstillbaren Hunger auf das eigene Fleisch …

 
 
 


 
 
 

EAT – Kritik

 
 
 
Einfach nur Zufall, kreativer Gedankenschub oder pure Absicht? Mit EAT erscheint nun schon der zweite Horrorfilm in Folge, in dem die zweifelhaften Machenschaften der Hollywood-Maschinerie an den Pranger gestellt werden. Hollywood ist nicht nur Glitzer und Glamour – dort hat sich das Filmemachen zum knallharten Business entwickelt, wo schon lange nicht mehr menschliche Befindlichkeiten zählen, sondern Geld, Gier, Macht und Erfolg eine erhebliche Rolle spielen. Nirgendwo scheinen Ruhm und Bedeutungslosigkeit, Armut und Reichtum, Illusion und Wirklichkeit so dicht beieinander zu liegen wie hier, was bereits schon unzählige Filmemacher dazu veranlasst hat, das wahre Hollywood zum Thema ihrer Filme zu machen. Zuletzt gelang das KEVIN KOLCH und DENNIS WIDMEYER ganz souverän. Mit ihrem STARRY EYES zeigten sie in beunruhigenden Bildern die andere Seite der schillernden Filmmetropole, wo der tägliche Kampf ums Überleben zur Tagesordnung gehört und strebsame Schauspieler auf vernünftig bezahlte Aufträge hoffen, damit die Miete gezahlt werden kann.
 
Knapp 300.000 Schauspieler leben in Los Angeles, von denen gerade einmal fünf Prozent in der Filmindustrie arbeiten. Die meisten von ihnen verdienen sich anderweitig ihr Geld, um überhaupt über die Runden kommen zu können. Zu einer dieser erfolglosen Filmdarstellerinnen gehört auch Novella McClure (MEGGIE MADDOCK), die sich im Horrordrama EAT mehr schlecht als recht von Casting zu Casting hangelt, um ausschließlich Absagen zu ernten. Die Miete ist bereits seit drei Monaten im Rückstand und im Kühlschrank herrscht gähnende Leere, was die Mittdreißigerin immer wieder dazu veranlasst in Stresssituationen an den eigenen Knochen zu nagen. Erst ist es ein blutiger Finger, der zum Lutschen einlädt. Später sind es die eignen Füße, die der arbeitslosen Schauspielerin Gaumenfreuden bereiten. Leider bleiben die selbst zugefügten Verstümmelungen nicht unbemerkt und die verzweifelte Novella muss sich in psychiatrische Behandlung begeben. Dort lernt sie Dr. Simon (JEREMY MAKE) kennen, der sich jedoch Hals über Kopf in die adrette Blondine verliebt. Ein fataler Fehler wie sich bald herausstellen wird, denn die zwanghafte Selbstzerstörung seiner Patienten nimmt bald sonderbare Züge an.
 
Body-Horror extrem, denn das in EAT gezeigte Spezial-Menü ist garantiert nicht jeden Filmzuschauer zu empfehlen. Man muss schon ein Faible für blutige Raffinessen besitzen, um das hier Gezeigte verdauen zu können, denn Nachwuchsregisseur JIMMY WEBER macht ziemlich oft Gebrauch von blutigen Fressszenen, die dazu noch in Nahaufnahme zelebriert werden. In diesem Film wird aus purer Verzweiflung das eigene Fleisch gegessen, was trotz ekliger Gore-Momente auch noch Hintergrund besitzt, schließlich sind psychische Erkrankungen in Zeiten von Leistungsdruck, Mobbing und Burnout keine Seltenheit mehr und werden auch bei Erwerbslosen immer häufiger diagnostiziert, die am sozialen Abstieg zu zerbrechen drohen. Stress macht krank – eine medizinische Diagnose, die in EAT horrorfilmtypisch auf die Spitze getrieben wird, jedoch nach wie vor brisant bleibt, weil der Film die bittere Realität vor Augen hält. Auch wenn die grafischen Kannibalismusmomente ziemlich selbstzweckhaft zum Einsatz kommen und EAT mit einigen Längen zu kämpfen hat, bekommt der Zuschauer hier außergewöhnlich mutiges Indie-Kino geboten, das sich sogar mit ernsthafter Gesellschaftskritik auseinandersetzt, statt ausschließlich sinnlose Gewalt der Gewalt wegen zu zeigen. Bitte mehr davon!
 
 
 


 
 
 

EAT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EAT ist schockierend, eklig und dennoch faszinierend, quasi ein Drei-Gänge-Menü für anspruchsvolle Horror-Gourmets. EAT zeigt eindrucksvoll, dass kleine Indie-Produktionen meist die besseren Ideen haben, als manch teurer Film aus Hollywood – auch wenn studiounabhängige Streifen nicht unbedingt für jeden Filmgeschmack geeignet sind. EAT ist knüppelharter Body-Horror mit sonderbarer Thematik, die jedoch nicht sonderlich weit hergeholt ist und jeden treffen kann. Wenn Erfolg oder Misserfolg krank macht: hier werden psychische Erkrankungen in Folge von Stress unter die Lupe genommen, die in EAT natürlich etwas sehr drastisch untersucht werden, damit der Horrorfan auch kräftiges Rot zu sehen bekomme. Regieneuling JIMMY WEBER erzählt in seinem Debüt vom psychischen und körperlichen Zerfall einer verzweifelten Jobsuchenden, die sich von Ängsten getrieben selbst verstümmelt, um mit sich ins Reine zu kommen. Das beginnt ganz harmlos mit Nägelknabbern und endet im Verzehr der eigenen Gliedmaßen, wobei man den Effekte-Machern an dieser Stelle Lob für die abartigen Kannibalismusmomente aussprechen muss, die dann doch ziemlich grenzwertig bebildert werden. Wer kontroverse Filme mit Botschaft sucht, ist mit EAT gut beraten. Horrorfans, die nur des Härtegrades wegen Filme schauen, dürften schnell enttäuscht werden, denn die weniger Splatter-Momente lassen auf sich warten, weil in EAT viel gequasselt wird.
 
 
 


 
 
 

EAT – Zensur

 
 
 
EAT ist schon sehr speziell und vermutlich nicht für jeden Zuschauer geeignet. Die Heldin zieht sich genüsslich das Fleisch von den Knochen und verspeist es in aller Ruhe. Die Kamera hält drauf und die recht gut umgesetzten Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung keineswegs. Die FSK war gnädig und hat EAT bereits für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben. Aufgrund des Bonusmaterials auf der erhältlichen Heimkinoscheibe ist EAT aber erst für Volljährige geeignet: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

EAT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
eat-bluray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Eat; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Film: FSK16 – Aufgrund der Extras auf der BD: Keine Jugendfreigabe (ungeschnitten)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 21.03.2015

 

EAT [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

EAT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Naked Blood (1995)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Starry Eyes (2014)
 
In My Skin


Filmkritik: “Starry Eyes” (2014)

starry-eyes-2014
 
 
 

STARRY EYES

Story

 
 
 
Ein Anruf aus der Hölle verändert das Leben der erfolglosen Schauspielerin Sarah maßgeblich. Sie wird zu einem Vorsprechen eingeladen, das ihr zwar alles abverlangt, jedoch die Möglichkeiten eröffnet in der schillernden Welt Hollywoods Fuß fassen zu können …
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es da draußen immer noch Filme gibt, von denen man sich nicht viel verspricht und die letztendlich überraschen, weil sie eine unerwartete Richtung einschlagen. STARRY EYES ist so ein unentdeckter Diamant, der mit zwei gegensätzlichen Filmhälften die Gunst der Horrorgemeinde für sich gewinnen möchte und sich aber damit nicht nur Freunde macht. Hier wird Gewalt ganz groß geschrieben, was vor allem zartbesaitete Angsthasen tief in den Filmsessel rutsch lassen dürfte, schließlich werden für STARRY EYES harte Nerven und eine Vorliebe fürs Grobe vorausgesetzt. Die beiden Drehbuchautoren und Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER machen seit geraumer Zeit gemeinsame Sache und haben in den letzten Jahren schon so einige Filmprojekte zusammen auf die Beine gestellt. Leider haben sie damit nicht den Erfolg ernten können, den sich das Duo vermutlich gewünscht hätte. Grund genug mal Tacheles zu reden und im Horrorfilm STARRY EYES mit der rücksichtslosen Geldmaschinerie Hollywoods abzurechnen, wo kreative Filmemacher und Schauspieler ihre Seele an profitgeile Produzenten verkaufen müssen, um überhaupt einen Fuß in der Traumfabrik bekommen zu können. So ähnlich ergeht es Protagonistin Sarah im Film. Sie durchlebt Dank hervorragender Spezialeffekte und einer Menge Ekel-Make-up eine groteske Metamorphose vom ehrgeizigen Traumtänzer hin zur gewissenlosen Karrierefrau, die am Ende sogar die besten Freunde für ihr Ziel unter die Erde bringt.
 
Sarah lebt in L.A., verdient sich mit einem schlecht bezahlten Kellnerjob ein paar Dollar, damit sie die Miete für eine kleine Wohnung bezahlen kann, die sie sich mit der besten Freundin teilt. Doch zufriedengeben will sie sich damit nicht. Sie bewirbt sich wahllos für Vorsprechen in unbedeutenden Filmen und hofft, irgendwie Fuß in die schillernde Traumwelt Hollywoods bekommen zu können. Für eine Rolle im Film “Silver Scream” setzt sie alles auf eine Karte und spricht bei einem Casting vor, das ihr bisher erfolgloses Leben auf den Kopf stellen wird. Der Produzent ist von Sarahs Talent begeistert, fordert jedoch Opfer, die die ehrgeizige Frau in Kauf nimmt, um endlich auch im Rampenlicht stehen zu können.
 
HOUSE OF THE DEVIL lässt grüßen, denn STARRY EYES orientiert sich in seiner Machart an die großen B-Klassiker der 1970er- und 1980er, die bereits 2009 von TI WESTS (THE SACRAMENT) im genannten Okkult-Horror eindrucksvoll gehuldigt wurden. Ob nun preisgekröntes Poster, eingängiger Synthesizer-Soundtrack oder handgemachtes Splatter-Gematsche; STARRY EYES hat all das, was klassisches Horrorkino aus jenen Dekaden zu bieten hatte und dürfte vor allem jene Nostalgiker begeistern, deren Herz am Old-School-Horror hängt. Das Massenphänomen Crowdfunding hat dazu beigetragen, dass das Projekt überhaupt verwirklicht werden konnte. Wie bei so einigen Indie-Produktionen (u.a. AMERICAN BURGER) aus letzter Zeit musste auch STARRY EYES durch Spendengelder teilfinanziert werden, damit der Streifen überhaupt fertiggestellt werden konnte. Dass wenig Geld zur Verfügung gestanden hat, ist dem Film aber nicht anzusehen – ganz im Gegenteil, die Produktion befindet im Gegensatz zu den meisten B-Movies auf technisch beachtlichem Standard und hat sogar noch gute Schauspieler zu bieten, die zur Abwechslung auch noch Ahnung vom Schauspielen haben. Allen voran ALEX ESSOE, die mit beängstigender Intensität eine verzweifelte Jungaktrice verkörpert, die alles tut, um ihrem Traum ein Stück näher kommen zu können.
 
Man nehme 70er-Okkult-Horror, kopiere etwas Cronenbergschen Body-Horror und füge die Brutalität des neuen französischen Terrorkinos dazu. Fertig ist STARRY EYES, ein Film der gemächlich beginnt und am Ende mit reichlich Gewalt wachrüttelt. Auch wenn die eigentliche Botschaft des Streifens am Ende zugunsten blutrotem Todesreigen an Wichtigkeit verliert, dürften KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER das erreicht haben, was sie wohl erreichen wollten: über STARRY EYES wird gesprochen. Wer offen für Filmexperimente ist sollte einen Blick riskieren – aber vorsichtig: dieses Horror-Drama hat es in sich!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Schockierend, ekelerregend und kontrovers: STARRY EYES ist kein Film den man sich auf nüchternen Magen anschauen sollte. Die beiden Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER haben einen haarsträubenden Genre-Mix auf Zelluloid verewigt, der ganz souverän mit der amerikanischen Filmindustrie abrechnet. Zwischen düsterer Okkult-Thematik, harten Slasher-Praktiken und widerlichem Body-Horror kritisieren die Macher das knallharte Business der schillernden Traumfabrik und decken auf, was Arbeitnehmern fernab Hollywoods nicht sonderlich neu sein dürfte. Trotzdem, STARRY EYES lebt von der Prämisse, dass er ab Filmmitte unerwartet das Genre ändert, was sich vor allem bei unvorbereitete Zuschauern zu einer nervenaufreibenden Prozedur entwickeln kann. Aus einem anfänglich deprimierenden Drama wird knüppelharter Brutalo-Horror, der nicht selten an die Gewalt-Eskapaden des neuen französischen Terrorkinos erinnert. Wer damit leben kann, dürfte mit der abgrundtief bösen Abrechnung gut unterhalten werden, schließlich sorgt der unerwartete Wechsel vom Drama zum Horror dafür, dass STARRY EYES in Erinnerung bleibt – etwas, dass kaum noch neueren Horrorfilmen heutzutage gelingen will.
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber TURBINE MEDIEN konnte eine ungeschnittene Freigabe bewirken. Ab Filmmitte ist STARRY EYES vollgepackt mit grafischen Gewaltmomenten, die nicht ohne sind. Da wird mit einer Hantel das Gesicht einer Protagonistin eingeschlagen. Außerdem werden Körper mit einem Küchenmesser bearbeitet, was schon ziemlich grenzwertig bebildert wurde. Zudem schaut der körperliche Zersetzungsprozess von Heldin Sarah reichlich unappetitlich aus, so dass es doch ein wenig verwundert, warum STARRY EYES hierzulande von der FSK in kompletter Form freigegeben wurde. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Turbine Medien (Limitiertes Digipack mit DVD, Blu-ray und Soundtrack-CD)

 
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(c) Turbine Medien (Kaufhaus-Blu-ray)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Starry Eyes; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1., Deutsch DTS 5.1., Englisch DTS-HD MA 7.1., Englisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Einfache Auflage: KeepCase mit Wendecover / Luxus-Auflage: Limitiertes Digipack

Extras: Audiokommentar mit den Regisseuren Kevin Kölsch & Dennis Widmyer und demProduzenten Travis Stevens, 10 unveröffentlichte Szenen mit deutschen Untertitel, Making of: Soundtracks, Casting-Video: Alex Essoe, Fotoshow: Hinter den Kulissen, Teaser, Trailer (USA) & (D) / Limitiertes Digipack zusätzlich mit Soundtrack-CD

Release-Termin: Kaufhaus-Fassung: 03.04.2015 / Limitiertes Digipack: 13.03.2015

 

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STARRY EYES – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Black Swan (2010)
 
Irreversible (2002)
 
Suspiria (1977)
 
House of the Devil (2009)
 


Filmkritik: “Big Driver” (2014)

big-driver-2014
 
 
 

BIG DRIVER

Story

 
 
 
Eine vergewaltigte Schriftstellerin (Maria Bello) plant die Rache an ihrem Peiniger und deckt ganz nebenbei ein gut verborgenes Familiengeheimnis auf …

 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Kritik

 
 
 
Das Verfilmen von Novellen, Romanen und Kurzgeschichten aus der Feder von STEPHEN KING scheint mal wieder schwer im Trend zu liegen, denn nachdem im Herbst 2014 bereits mit MERCY und A GOOD MARRIAGE zwei Filmumsetzungen bekannter King-Geschichten in die Heimkinos gebracht wurden, fand nun auch die Novelle BIG DRIVER ihren Weg ins US-TV. Der amerikanische Kabelsender LIFETIME ließ es sich nicht nehmen eine der vier Geschichten aus der Novellen-Sammlung ZWISCHEN NACHT UND DUNKEL fürs Fernsehen zu verfilmen und erntete von King persönlich viel Lob, der den Film als eine Offenbahrung für King-Fans und Suspense-Liebhaber bezeichnete. Ganz Unrecht hat er mit seiner überschwänglichen Wertung nicht, denn im Falle von BIG DRIVER fällt mal wieder auf, dass Fernsehfilme oft viel unterhaltsamer inszeniert werden, als viele Blockbuster und Indie-Produktionen, die tagtäglich in die Händlerregal gebracht werden.
 
STEPHEN KING goes I SPIT ON YOUR GRAVE und ließ sich beim Schreiben der Geschichte vom Rache-Thriller DEATH WISH (1974) inspirieren, in dem CHARLES BRONSON das Gesetz in die Hand nimmt und die Mörder seiner Ehefrau jagt. Seinerzeit entfachte der Streifen eine Kontroverse über das Thema Selbstjustiz und sorgte vor allem bei Jugendschützern für schlaflose Nächte. Ganz so rabiat wie besagter Selbstjustiz-Schocker oder Rape’n Revenge-Movies neueren Datums ist BIG DRIVER natürlich nicht, schließlich handelt es sich hier um Thriller-Ware, die fürs Fernsehen gedreht wurde und den Zuschauer nicht verschrecken soll. Trotzdem, dem Horrorfan dürfte es überraschen, wie zeigefreudig man mittlerweile auch in TV-Produktionen mit dem Thema Gewalt umgeht, denn gänzlich ohne Mord und Totschlag kommt auch BIG DRIVER nicht aus.
 
Im Film wird Schriftstellerin Tess Thorne (MARIA BELLO) durch die Hölle gejagt. Sie schreibt Kriminalromane und reist von Stadt zu Stadt, um dort Vorträge in Buchclubs zu halten. Für einen dieser Vorträge reist sie etwas weiter weg als sonst und hat auf dem Heimweg eine Panne, weil sie über mit Nägeln bespickte Bretter gefahren ist, die Tess wenig später auf der Fahrbahn vorfindet. Hilfe kommt schnell, denn ein Fremder (WILL HARRIS) erklärt sich bereit der in Not geratenen Autorin zu helfen. Doch die Hilfsaktion entpuppt sich als Falle, denn der hilfsbereite Riese hat Böses im Sinn. Er schlägt die Schriftstellerin nieder, vergewaltigt sie und versteckt ihren leblosen Körper in einem Bach. Doch Tess hat überlebt und hat nur noch eines im Sinn: Rache.
 
Der vorwiegend für TV-Ware bekannte Regisseur MIKAEL SALOMO wurde die Ehre zuteil sich dem Rachestoff anzunehmen, denn immerhin konnte er bereits erste Erfahrungen mit Filmadaptionen bekannter King-Geschichten sammeln. Auf sein Konto gehen das TV-Remake zu BRENNEN MUSS SALEM (2004) sowie die Folge DAS ENDE VOM ENDE aus der Mini-Serie NIGHTMARES AND DREAMSCAPES (2006). Seine routinierte Fernseh-Erfahrung kommt BIG DRIVER zugute, denn Kings Horrorstoff wurde ansprechend umgesetzt, was man von vielen King-Filmadaptionen nicht behaupten kann. Überraschend hektisch geht es in BIG DRIVER zu. Schnell sind die fürs Rape-and-Revenge-Genre bekannten Etappen abgehakt und der Abspann flimmert über den Bildschirm. SALOMO hat sich für das schnelle Erzählen entschieden, denn üblicherweise sind King-Werke dafür bekannt, dass sich das Grauen langsam den Weg durch die Geschichte bahnt. In BIG DRIVER fällt er schon nach wenigen Minuten mit der Tür ins Haus und lässt seine Hauptdarstellerin für TV-Verhältnisse recht grafisch von ihrem Peiniger quälen. Schauspielerin MARIA BELLO ist bestrebt die zugeteilte Rolle glaubhaft zu verkörpern und entwickelt sich im Verlauf der Handlung zur unberechenbaren Killerin, die erst dann Befriedigung findet, wenn der Täter für sein Vergehen bestraft wurde. Dass mal wieder nicht der fürs Horror-Genre typische Überraschungs-Twist fehlen darf, ist zu verschmerzen und macht BIG DRIVER nicht schlechter. Ganz im Gegenteil; Dank souveräner Inszenierung, guten Darstellern und flottem Tempo gehört BIG DRIVER sogar zu den bisher besten King-Verfilmungen, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat. Dass es sich hier um eine für den Massenmarkt erstellte TV-Produktion handelt fällt gar nicht auf, weil sich der Streifen aufgrund des technisch hohen Standards und der kurzweilig-packenden Machart kaum von üblicher Indie-Ware unterscheidet. Wem daher all die ziemlich harten Vergewaltigungsfilme der letzten Jahre zu deftig waren, wird mit dem in Sachen Gewalt eher zurückhaltenden aber dennoch sehr spannenden BIG DRIVER angenehmes Thriller-Kino erleben.
 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STEPHEN KING macht auf I SPIT ON YOUR GRAVE und schockiert zartbesaitete Zuschauer. Ähnlich wie genannter Rape-and-Revenge-Thriller befasst sich auch die TV-Verfilmung zur Novelle BIG DRIVER mit dem Thema Vergewaltigung und zeigt, welche Auswirkungen ein solches Verbrechen auf die Gefühlswelt und Psyche des Opfers haben kann. Schauspielerin MARIA BELLO verkörpert hier die Missbrauchte erschreckend glaubhaft und nimmt den Zuschauer mit auf einen Rachefeldzug, bei dem die Filmheldin das Gesetzt selbst in die Hand nimmt. Dass da die für King-Werke typischen Familiengeheimnisse gelüftet werden müssen, dürfte verständlich sein, denn auch in BIG DRIVER wird mal wieder hinter den Türen scheinbar friedliebender Familien geschnüffelt und Schockierendes zu Tage gebracht. Für TV-Verhältnisse ist das Gebotene ganz ansprechend inszeniert, denn anders als die vielen King-Verfilmungen zuvor hakt Regisseur MIKAEL SALOMO alle Etappen gängiger Rachefilme im Eiltempo ab und macht aus BIG DRIVER einen hektischen Suspense-Thriller, der trotz bekanntem Ablauf so ziemlich packend umgesetzt wurde. Trotz Fernsehproduktion aus der Mache des Kabelsenders LIFETIME (FLOWERS IN THE ATTIC und LIZZI BORDEN) bleibt der bittere TV-Beigeschmack aus, den man vermutlich von Filmen erwartet, die für die Glotze gemacht wurden, schließlich ist BIG DRIVER von üblichen Indie-Streifen nicht zu unterscheiden. Demzufolge sollten nicht nur Fans des Schriftstellers einen Blick wagen. Auch alle übrigen Horrorfilm-Liebhaber dürften mit diesem ungemütlichen Thriller nichts falsch machen.
 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Zensur

 
 
 
In Amerika wurde der Streifen im TV bereits ab 14 Jahren freigegeben. So locker dürfte die hiesige FSK das Treiben im Film nicht sehen. Hierzulande darf man aufgrund der heiklen Thematik von Selbstjustiz nach einer Vergewaltigung mit eine KJ-Freigabe rechnen. Auch wenn der Film nicht sonderlich brutal ist und man mit Gewalt eher zaghaft umgeht, dürften die deutschen Zensurbehörden auch mit BIG DRIVER keinen Spaß verstehen. Immerhin bekommt der Gewaltfan etwas geboten. So gibt es eine Kastration mittels Gewehreinschuss zu sehen, verweste Leichen und ein vernageltes Brett bohrt sich in den Schädel eines Protagonisten. Außerdem bleibt da noch der unangenehme Vergewaltigungspart, der aber in Sachen Sadismus nicht die Härte eines I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erreicht.
 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hidden in the Woods (2012)
 
Savaged (2013)
 
Black Rock (2012)
 
Die Fremde in Dir (2007)
 
Death Wish (1974)
 
I Spit on your Grave (1978)
 
I Spit on your Grave – Remake (2010)
 


Filmkritik: “A Good Marriage” (2014)

A-Good-Marriage-2014
 
 
 

A GOOD MARRIAGE

Story

 
 
 
Die glückliche Ehe zwischen Darcy und Bob Anderson geht in die Brüche, als die Gattin in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht und vom Doppelleben ihres Mannes erfährt, das er 25 Jahre geheim halten konnte …

 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Kritik

 
 
 
Mittlerweile ist die Umsetzung von Kings Kurzgeschichten für Filmemacher weitaus interessanter und vor allem lukrativer geworden, als Filmadaptionen ganzer Romane, die meist nur selten die Qualität der Buchvorlage erreichen und aufwändiger zu verfilmen sind. Lässt man einmal das missglückte CARRIE-Remake (2014) außen vor, ist es nun schon fast ein Jahrzehnt her, seit der letzte King-Beststeller erfolgreich verfilmt werden und sich im Kino zum Kassenschlager mausern konnte. Statt King’schen Roman-Horror wird bevorzugt der Kurzgeschichten-Schrecken des Autors fürs Kino oder TV aufbereitet, was den beliebten Schriftsteller dazu veranlasst hat die Verfilmung seiner Kurzgeschichten voranzutreiben. Nachdem wir bereits vor einiger Zeit von der Kinoaufbereitung des Kurzwerks GRAMMA (Titel des fertigen Films: MERCY) berichteten, geht der King-Horror mit A GOOD MARRIAGE in die nächste Runde – eine knappe Erzählung, die in der Novellensammlung ZWISCHEN NACHT UND DUNKEL veröffentlicht wurde. King zeichnete für das Drehbuch zur Filmumsetzung verantwortlich, das er selbst geschrieben hat, um anschließend Filmemacher finden zu können, die sich der Kinoadaption annehmen wollten. Lang suchen musste er nicht, denn PETER ASKIN und WILL BATTERSBY rissen sich den Stoff unter den Nagel und machten daraus typischen King-Horror, dem mal wieder das gewisse Fünkchen Originalität fehlt.
 
Die filmische Interpretation von A GOOD MARRIAGE hält sich ziemlich genau an Kings Vorlage und berichtet von “Geheimnissen”, die vermutlich jede gut funktionierende Ehe vor den neugierigen Nachbarn versteckt hält. Im Film sind es Darcy (JOAN ALLEN) und Bob Anderson (ANTHONY LAPAGLIA), die seit 25 Jahren zusammen ein glückliches Leben leben, einander lieben und vertrauen. Zumindest glaubt man einander zu kennen, bis Gattin Darcy in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht, die die Ehe vor ungeahnte Schwierigkeiten stellt. Ehemann Bob entpuppt sich als gesuchter Frauenmörder, der seine Leidenschaft bisher gut zu vertuschen verstand. Für beide eine verzwickte Situation, die alles auf den Kopf stellt, woran das Paar geglaubt und für selbstverständlich erachtet hat. Laut eigenen Aussagen hat sich Stephen King für seine Novelle von den Kriminalfällen des BTK KILLERS inspirieren lassen – einem Serienmörder namens DENNIS RADER, der im US-Bundesstaat Kansas hauste und für die Morde an mehreren Frauen verantwortlich gemacht wird. Viele Einzelheiten über den ursprünglichen Fall und dem unmenschlichen Vorgehen des tatsächlich lebenden Frauenmörders haben es jedoch nicht in dem Film geschafft – reißerische Fakten, die der geradlinigen Geschichte vermutlich weitaus förderlicher gewesen wäre. Stattdessen wühlt King mal wieder im Privatleben amerikanischer Bürger und deckt auf, was heutzutage irgendwie niemanden mehr vom Hocker reißen will.
 
King scheint wie die meisten Alt-Regisseure so langsam in die Jahre zu kommen, denn wie auch schon bei ARGENTO, DANTE und Konsorten festgestellt, gehören die kreativsten Jahren bekannter Horror-Berühmtheiten längst zur Vergangenheit. A GOOD MARRIAGE ist unspektakulär; der Aufbau der überschaubaren Handlung derart langsam, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, wenn sie diesem behäbigen Rosenkrieg wach folgen wollen. Wie auch schon bei anderen Filmen, die auf den Kurzgeschichten des Autors beruhen, gehört auch A GOOD MARRIAGE zu jenen Werken, die einfach nicht dafür gemacht wurden, als Spielfilm über Kinoleinwände zu flimmern. King hat sein Drehbuch um unnötige Längen bereichert, damit der Streifen auf seine Laufzeit kommen kann. Das macht sich beim Spannungspegel bemerkbar, der nahezu nicht vorhanden ist, zumal der Film kaum nennenswerte Überraschungen parat hält. King-Fans dürften sich daran jedoch mittlerweile gewöhnt haben, denn A GOOD MARRIAGE ist nicht die erste Kurzgeschichten-Adaption des weltbekannten Schriftstellers, deren Stoff man unnötig auf Spielfilm-Niveau aufgeblasen hat, um daraus ein abendfüllendes Gesamtwerk machen zu können. Auch Geschichten zu Leinwandadaptionen wie ZIMMER 1408, MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER und KINDER DES ZORNS boten wenig Text, wurden aber immerhin um genug Neuerungen bereichert, die nicht in der Originalvorlage zu finden waren, damit aus 90 Minuten Film keine gefühlte Ewigkeit wird. Das hat sich zumindest bei früheren King-Adaptionen bezahlt gemacht, wie die erfolgreiche KINDER DES ZORNS-Reihe beweist. Die hat es bereits auf neun Verfilmungen gebracht und ist aus der Horrorlandschaft nicht mehr wegzudenken. Leider gehört A GOOD MARRIAGE zu den vermutlich schlechtesten Umsetzungen bekannter King-Stoffe und zeigt mehr als deutlich, dass nicht alles gesehen werden muss, wo auch “Stephen King” draufsteht. Dass King auch noch das Drehbuch zum Ehe-Thriller gekritzelt hat, stößt bitter auf. Denn angesichts einer so misslungenen Filmumsetzung stellt sich die Frage, ob man sich darüber Gedanken machen muss, was da in Zukunft von King zu Papier gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Albtraumhafter Gruselnachschub für alle Stephen-King-Fans. Die dürften sich jedoch nach Sichtung von A GOOD MARRIAGE wehmütig an die früheren Jahre des erfolgreichen Horror-Schriftstellers zurückerinnern, wo King noch genug gruselige Ideen hatte, um Freunde gepflegter Horrorunterhaltung das Fürchten lehren zu können. Auch wenn schon lange nicht mehr keine ganzen Romane des Autors für die Leinwand aufbereitet wurden, finden sich immer noch genug interessierte Regisseure, die sich zumindest an Kings Kurzgeschichten ausprobieren wollen. Die Kinoadaption zur Novelle A GOOD MARRIAGE entpuppt sich da jedoch als waschechter Rohrkrepierer und das, obwohl King das Drehbuch zur Filmumsetzung eigenhändig verfasst hat. Für Liebhaber seiner Schriften und Filme ein Schlag ins Gesicht, denn irgendwie mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als käme King langsam in die Jahre. A GOOD MARRIAGE ist in Anbetracht des knappen Umfangs der Kurzgeschichte einfach viel zu lang geraten und quält mit einem derart langsamen Erzählfluss, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, um der überraschungsarmen Handlung folgen zu können. Der Film selbst protokolliert in nicht sonderlich bedrohlichen Bildern die Abwärtsspirale einer glücklichen Ehe und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise gähnender Langeweile. Da kann man nur hoffen, dass King demnächst mal wieder Horrorfilme schaut und aktuelle Horror-Trends wittert, denn mit Geschichten wie A GOOD MARRIAGE bereitet man heutzutage Gruselfans keine Freude mehr. Wir meinen: A GOOD MARRIAGE ist keine Geschichte, der hätte unbedingt verfilmt werden müssen. Demzufolge kann man sich die Sichtung getrost sparen.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Zensur

 
 
 
Wie die meisten Stephen-King-Verfilmungen hält sich auch A GOOD MARRIAGE kaum mit der Zurschaustellung harter Horrorszenen auf. Im Film selbst gibt es bis auf einen Stoß von der Treppenbrüstung nichts Grausames zu sehen, was dem Streifen in Deutschland eine FSK16 beschert hat. Splatter-Fans dürfte das zu wenig sein.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
a-good-marriage-bluray

(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Good Marriage; USA 2014

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Entfallene und verpatzte Szenen

Release-Termin: 09.04.2015

 

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A GOOD MARRIAGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Der Feind in meinem Bett (1991)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather – Remake (2009)
 


Filmkritik: “The Taking of Deborah Logan” (2014)

The-Taking-of-Deborah-Logan-2014
 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN

Story

 
 
 
Einige Studenten wollen eine Dokumentation über Alzheimer drehen und begleiten die daran erkrankte Deborah Logan. Leider ist die betagte Frau keine gewöhnliche Alzheimer-Patientin, wie sich bald herausstellen wird. Ihr Krankheitsverlauf scheint reichlich ungewöhnlich und den Ärzten völlig fremd zu sein …

 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer noch Horrorfans geben, die mit dem Begriff “Found-Footage” (auf Deutsch: gefundenes Filmmaterial) nichts anzufangen wissen. Dabei findet jene Filmmethodik seit einigen Jahren verstärkt im Horrorfilm Verwendung und hat mittlerweile vielen Fans den Spaß am Schauen von Genre-Filmen genommen, weil nahezu jede zweite Horror-Produktion im kostengünstigen Wackel-Look gedreht wird. Alles soll so authentisch wie möglich über Leinwand und Bildschirm flimmern, denn vorgeheuchelte Echtheit scheint viele Zuschauer immer noch mehr zu beunruhigen, als unkonventionelle und fantasiereiche Gruselgeschichten. Das haben auch große Filmstudios gewittert, die nach dem kommerziell erfolgreichen THE BLAIR WITCH PROJECT (1999) ähnliche Filme am Fließband produzierten, in denen Protagonisten nur mit einer Handkamera ausgerüstet auf Geister, Alien- und Monsterjagd gehen mussten. Unzählige dieser pseudo-authentischen Videodokumente sind so in den letzten 15 Jahren entstanden, von denen jedoch nur ganz wenige überhaupt dem Medium “Film” gerecht werden konnten, weil die meisten von ihnen einfach nur billig abgedrehte Zeiträuber gewesen waren.
 
Viel Geld verdienen mit wenig Aufwand – eine wirtschaftliche Formel, die bei ausgefuchsten Produzenten auf Interesse stößt. Seit jeher ist das Wackelfilm-Genre für schnellen Geldsegen berüchtigt, lässt sich doch mit nur wenig Budget maximaler Umsatz generieren. So entstanden bereits Filme dieser Art, die allein mittels Handy gedreht wurden (HOOKED UP aus dem Jahr 2013) und trotzdem zahlungswillige Kunden zum Kauf anregen konnten. Eine groteske und beunruhigende Tatsache, verursachen doch viele dieser Werke durch hektische Schüttel-Attacken Schwindelgefühl und Augenkrebs statt Gänsehaut. Regieneuling ADAM ROBITEL mischt jetzt auch mit auf dem Wackelfilm-Markt und sorgt mit THE TAKING OF DEBORAH LOGAN für Nachschub in jenem Sub-Genre, das sich wie ein Virus durch die gesamte Filmlandschaft frisst. Vorab sollte man jedoch wissen, dass sein Debüt zu den wenigen positiven Randerscheinungen gehört, die der Found-Footage-Markt seit Bestehen hervorgebracht hat. THE TAKING OF DEBORAH LOGAN gehört nämlich zu dieser Art Schüttelfilme, in denen das Stilmittel mit Bedacht eingesetzt und für den Zuschauer somit weniger als störend empfunden wird.
 
Der unheimliche Schauerflick erzählt von einer Gruppe Medizinstudenten, die sich für ihre Diplomarbeit etwas ganz besonderes haben einfallen lassen. Sie wollen die Auswirkung von Alzheimer in Form einer Dokumentation untersuchen und haben in der betagten Deborah Logan eine Teilnehmerin gefunden, die zusammen mit der fürsorgenden Tochter in einem rustikalen Anwesen auf dem Land lebt. Weil das Mutter-Tochter-Gespann dringend Geld benötigt, um das Gebäude unterhalten zu können, folgt ihnen fortan die Kamera auf Schritt und Tritt, um die Stadien der Krankheit auf Film festhalten zu können. Doch der Verlauf führt zu ungeahnten Komplikationen, denn die Symptome weichen deutlich vom üblichen Krankheitsverlauf ab. Alles hat den Anschein, als wäre die Rentnerin von etwas Bösem besessen, das den Körper der Greisin benutzt, um dunkle Machenschaften in die Tat umsetzen zu können. Was folgt ist nichts für schwache Nerven, den Deborah handelt plötzlich wie von Sinnen und lässt sich bei ihrem dämonischen Amoklauf von Nichts und Niemanden aufhalten.
 
Selbstverständlich wird die Alzheimer-Thematik in diesem Gänsehaut-Kino nur als Vorwand benutzt, um ein unheimliches Gruselsüppchen für Horrorfans kochen zu können, das von den gängigen Regeln der Found-Footage-Filmgattung Gebrauch macht. Schnell rückt die eigentliche Krankheit der Protagonistin in den Hintergrund und aus dem körperlichen und geistigen Verfall der Titelfigur wird ein gar gruseliges Schreckensszenario, wie man es leider viel zu selten auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Plötzlichen Erinnerungslücken folgen schmerzliche Selbstverstümmelungsversuche und telepathische Fähigkeiten lassen natürlich erahnen, dass Deborah Logan keine gewöhnliche Alzheimer-Betroffene ist. Die quasselt plötzlich in Sprachen, die sie nie erlernt hat und entführt eine minderjährige Krebspatientin aus dem Krankenhaus, um mit ihr durch dunkle Wälder zu hetzen und in ihrer Gegenwart seltsame Rituale durchführen zu können. Regisseur ADAM ROBITEL hält sich an die Wackelcam-Erfolgsformel und erzählt das Geschehen aus der bekannten Sicht von Hand, Überwachungs- und Handykameras. Eigentlich nicht der Rede Wert, würde nicht ein merkliches Gefühl von Unbehagen durch den gesamten Film schleichen, das aus 08/15-Found-Footage-Terror ziemlich angsteinflößenden Horrorstoff macht. Einen Großteil dessen ist der fragilen Hauptdarstellerin JILL LARSON zu verdanken, die für ihre Rolle als besessene Alzheimererkrankte an ihre Grenzen geht und dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die schreit, windet und lechzt sich prächtig durch das Szenario und durchlebt im Verlauf des Streifens eine erschreckende Metamorphose von der gesitteten Rentnerin hin zur Marionette des Bösen.
 
Apropos Metamorphose: Macher ROBITEL dürfte von der schauspielerischen Wandlungsfähigkeit seiner Hauptdarstellerin derart fasziniert gewesen sein, dass er hin und wieder vergisst von billigen Kamera-Spielereien Gebrauch zu machen, für die das Found-Footage-Genre berüchtigt ist. Sein Spielfilmdebüt kommt fast gänzlich ohne nervende Bildstörungen, verzehrtem Kamerabild und plötzlichem Totalausfall des Filmausrüstung aus, was dem Erzählfluss durchaus förderlich ist und den Streifen mehr nach Film aussehen lässt. Das macht THE TAKING OF DEBORAH LOGAN vermutlich auch bei Gegnern jener Filmgattung interessant, die hier eine in finstere Bilder getauchte Wandlung einer hilflosen Mittsiebzigerin zu sehen bekommen, deren körperliche Veränderung von sehenswerten Make-up-Künsten begleitet wird.
 
Leider vermasselt das etwas wirre und hastig gedrehte Finale den positiven Gesamteindruck. Das verliert sich nämlich mal wieder im regelrechten Schüttelrausch, was ein Folgen des Geschehen unmöglich macht. Da wird planlos durch die Dunkelheit geflitzt und der Zuschauer bekommt eine Aneinanderreihung plumper Schreckeffekte geboten, die den zuvor stetig steigenden Gruselfaktor im Nu zunichte machen – absolut bedauerlich.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kein Film, den man sich allein im Dunkeln anschauen sollte. Auch unter Found-Footage-Streifen mag es hin und wieder Filme geben, denen es trotz der bekannten Wackel-Klischees gelingt Angst einzujagen. Mit seinem Spielfilmdebüt hat ADAM ROBITEL einen sehenswerten Beitrag der Gattung “pseudodokumentarisches Found-Footage” abgeliefert, der bei Weitem besser ist, als der Ruf des allmählich nicht mehr ganz so beliebten Schüttel-Genres. Atmosphäre und wohldosierter Schauer sind die Geheimzutaten dieses Horrorfilms, denn ROBITEL gelingt es eine merklich unangenehme Stimmung entstehen zu lassen, die sich fast bis zum Ende durch den Film zieht. THE TAKING OF DEBORAH LOGAN ist einer jener Streifen, der nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer lange im Unklaren darüber lässt, welche Richtung er letztendlich einschlagen wird. Das Unheil wird langsam heraufbeschworen, was vor allem durch die erwähnenswerte Schauspieldarbietung von JILL LARSON gelingt, die im Film eine alte Dame verkörpert und eine beunruhigende Wandlung durchlebt. Die kommt schleichend und treiben die Spannung voran, schließlich will der Zuschauer wissen, was es mit dem merkwürdigen Verhalten der fragilen Alten auf sich hat. Dass Macher ROBITEL vom berüchtigten Wackel-Chaos fast gänzlich die Finger lässt und die Handlung mit “ruhiger” Kamera einfängt, erntet Pluspunkte. So kann sich der Zuschauer auf ein stimmiges, verstörendes und beunruhigendes Gänsehaut-Erlebnis freuen, das wieder Lust auf mehr Found-Footage-Horror macht.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Zensur

 
 
 
THE TAKING OF DEBORAH LOGAN ist eher subtiler Found-Footage, der sich in Sachen Gewalt an der beliebten PARANORMAL ACTIVITY-Reihe orientiert. Viel Gemetzel gibt es demnach nicht zu sehen, wobei der körperliche Verfall der Hauptdarstellerin wohl immer noch das Härteste ist, was der Film zu bieten hat. Demzufolge wird THE TAKING OF DEBORAH LOGAN in Deutschland bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raised by Wolves (2014)
 

The Possession of Michael King (2014)

 


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