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Filmkritik: „Summer of 84“ (2018)

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SUMMER OF 84

Story

 
 
 

STRANGER THINGS trifft auf STAND BY ME und FRIGHT NIGHT: In einer amerikanischen Vorstadt der 1984er gehen vier Kids ungelösten Mordfällen auf den Grund, ohne zu ahnen, dass sie sich damit in Teufels Küche bringen.

 
 
 


 
 
 

SUMMER OF 84 – Kritik

 
 
 
Die 1980er sind wieder im Trend – nicht nur in der Mode- und Musikindustrie. Auch im Kino erlebt das schrille Jahrzehnt ein kleines Revival und lässt längst vergangene Zeiten noch einmal aufleben. Da kommen zu Recht Kindheitserinnerungen auf, weil viele alteingesessene Zuschauer zu jener Zeit selbst noch Kind waren, als Filmemacher wie Spielberg, Carpenter und Dante ein ganzes Kinojahrzehnt geprägt haben. Dennoch: So gut der Nostalgie-Ritt auch ist, so nervig wird er aber auch langsam. Mittlerweile finden die Eighties-Vibes nämlich kein Ende mehr. Immer mehr Filme und TV-Serien springen auf den 80er-Hype auf und drehen aktuelle Filme so, als wären sie in jener Zeit entstanden, vor der man sich verbeugen möchte. Die Folge: Retro-Übersättigung. Auch wir von FILMCHECKER haben in den letzten Jahren ziemlich viele dieser Filme besprochen, die versucht haben das Kino der 1980er zu huldigen. Darunter gab es manch Überraschung – vieles ging aber auch in die Hose. Irgendwo dazwischen: der folgende Horrorfilm. SUMMER OF 84 nennt sich ein weiterer Streifen dieser Art, der erfahrenen Horrorfilmkennern Nostalgie-Gefühle vermitteln möchte. Leider blickt der Film dann doch etwas zu zwanghaft durch die Nostalgie-Brille, statt sich mit seiner Geschichte zu beschäftigen. Unmengen Klischees, zu viel Hommage, wenig neue Ideen und mangelnder Drive. Manchmal ist es eben besser nach vorn zu schauen, als in der Vergangenheit zu schwelgen.
 
 
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Der Sommer des Jahres 1984 soll für vier Pubertierende zum Horror werden. Die haben nicht nur mit den Hormonen zu kämpfen, sondern kommen auch einem Serienmörder auf die Schliche, der offenbar Gefallen daran findet, Jungen zu entführen und anschließend zu ermorden. Als ob es der Zufall will, leben die vier Hobbydetektive genau im Revier des Killers. Hier, in der gutbürgerlichen Vorstadt verschwinden nämlich seit Monaten Jungen spurlos und die Gesetzeshüter tappen im Dunkeln. Doch Nachwuchs-Verschwörungstheoretiker Davey (GRAHAM VERCHERE) hat eine Spur. Der vermutet nämlich, dass sein Nachbar Wayne Mackey (RICH SOMMER) der gesuchte Mörder ist. Leider ist der Herr Polizist und das Gesetz auf seiner Seite. Umso schwieriger wird die Überzeugungsarbeit, denn niemand will dem Jungen Glauben schenken. Gott sei Dank halten Freunde zu ihm. Gemeinsam beschattet man den vermeintlichen Killer, bis Zweifel auftreten, ob der Verdächtige auch wirklich verdächtig ist. Weil SUMMER OF 84 immer noch im Horror-Genre beheimatet ist, darf man davon ausgehen, dass hier alles anders kommen wird. Die unerwartete Auflösung trifft nämlich knüppelhart in die Magengegend.
 
 
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Die Leute hinter dem Überraschungshit TURBO KID sind wieder da. Drei Jahre nach dem auf Festivals gefeierten Action-Adventure-Comedy-Superhelden-Film melden sich die Macher zurück. Zu aller Verwunderung haben die aber keine Fortsetzung im Gepäck, sondern kommen mit einem anderen Horror-Abenteuer in die Heimkinos. Nun ja, so vollkommen anders ist es aber dann doch nicht. Die Regisseure bleiben nämlich ihrer Leidenschaft fürs Kino der 1980er treu und verwursteln im neuen Film mit dem Titel SUMMER OF 84 alle Klischees, die man eben von Filmen her kennt, welche in den 80er Jahre entstanden sind. Ob BMX-Räder, Spielautomaten, Walkie-Talkies oder Star Wars – die Detailverliebtheit der Requisiten ist beachtlich. Das ultimative Retro-Gefühl tritt demzufolge schnell ein, zumal das Treiben auch noch von einem authentischen Synth-Soundtrack begleitet wird, der wohlige 80er-Atmosphäre entstehen lässt. Leider ist das Verbeugen vor längst vergangenen Zeiten aber auch Fluch und Segen zugleich. Im flinken Nostalgie-Rausch hat man nämlich ganz außer Acht gelassen, dass man heute Filme anders erzählt, als es noch vor über 30 Jahren der Fall war. Demzufolge ist die Geschichte von SUMMER OF 84 eine zähe Angelegenheit. Das Filmemacher-Kollektiv RKSS – bestehend aus François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell – konzentriert sich zu lang auf die Charakterisierung der vier stereotypen Kinderhelden, die vor allem durch eines negativ im Gedächtnis bleiben: ihrem pubertärer „Jungs-Humor“. Der wiederholt sich oft und besteht in erster Linie aus „Deine Mutter“-Witze. Zuschauer älteren Semesters rollen da verständlicherweise mit den Augen. Irgendwann muss auch mal gut sein.
 
 
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Aber nicht nur die Figuren aus dem Stickeralbum für 80er-Jahre-Filme haben mit Schwächen zu kämpfen. Auch beim Erzählen seiner einfach gestrickten Handlung bekleckert sich SUMMER OF 84 nicht unbedingt mit Ruhm. Bis die ereignislose Spurensuche nämlich in die Gänge gerät, vergeht ein Großteil der Laufzeit. So hat man Horrorgeschichten in den 1980ern erzählt. Heutzutage bedarf es mehr Action und Abwechslung, damit der Zuschauer dauerhaft bei Laune gehalten werden kann. Rasante Action, hektische Schnitte und flinke Ideen vermisst man in SUMMER OF 84 hingegen schmerzlich, was zur Folge hat, das die Geschichte nur schleppend an Fahrt gewinnt und irgendwie uninteressant bleibt. Generation Netflix dürfte da schnell die Geduld verlieren und abschalten, zumal sich SUMMER OF 84 schwer damit tut, so etwas wie Spannung aufzubauen. Da werden Verschwörungstheorien wie in FRIGHT NIGHT gesponnen und etwas Coming-of-Age inklusive Teenie-Romanze darf natürlich auch nicht fehlen – STAND BY ME lässt grüßen. Zitate über Zitate – doch wo bleibt die Gewalt und der vom hiesigen Verleih beworbene Horror-Einschlag? Darauf muss man lange warten. Immerhin gelingt es mit einer falschen Fährte für Verwirrung zu stiften, bevor der Film nach 70 Minuten Eighties-Overkill endlich seinen Ton ändert und abrupt auf Horror-Pfaden wandelt. Da wird es kurzzeitig spannend, obgleich wenige Minuten später auch schon der Abspann über den Bildschirm flimmert. Zwei kurze Gore-Effektszenen schließen die cineastische Reise in die Vergangenheit ab. Ob die unbedingt hätten sein müssen, bleibt fraglich. Aufgrund des zuvor eher GOONIES-gleichen Einschlags, wirkt der plötzliche Richtungswechsel erzwungen und deplatziert. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass man aus SUMMER OF 84 hätte mehr machen können. Zwar sieht man dem Streifen zu keiner Weise an, dass er mit überschaubaren Mitteln gedreht wurde. Dennoch hätten dem Film ein temporeicheres Drehbuch mit Neuerungen, cleverer Meta-Wortwitz und vor allem Spannung weit besser gestanden, als eine weitere visuell aufgeblasene Hommage an die schrillen 1980er. Davon gab es in den letzten Jahren schon viel zu viele – zumal SUMMER OF 84 ausschließlich damit glänzen kann. Ein schick verpackter Horrorfilm ist noch lange kein Granat für großartiges Gruselkino.
 
 
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SUMMER OF 84 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Genialer Soundtrack aus der Feder von LE MATOS, eine liebevolle Ausstattung, die jeden Nostalgiker in Verzücken versetzen wird – beim vorhersehbaren Inhalt jedoch scheiden sich die Geister. Dieser von François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell inszenierte Film ist definitiv nur für jene gemacht, die ein Faible für die 1980er haben. SUMMER OF 84 wurde auf Festivals gelobt und mit viel Applaus ausgezeichnet. Sicher wird der Streifen seine Fans finden, aber auch jene, die den Hype um diesen Mystery-Horror-Thriller-Mix nicht verstehen können. Dem schließen wir uns an, denn klammert man den Retro-Bonus aus, bleibt nicht unbedingt viel, was Erwähnung finden könnte. SUMMER OF 84 lebt von seiner Atmosphäre, die sich ganz auf die 1980er verschrieben hat. Schnell fühlt man sich so, als wäre man mitten drin in diesem Jahrzehnt. Das wirkt mancherorts kitschig, künstlich und vollkommen übertrieben. Dennoch muss man den Machern zugestehen, dass die viel Liebe zum Detail betrieben haben, damit alles so aussieht, als wäre der Film zu jener Zeit entstanden in der der Streifen spielt. Fernseheulen werden da zu Recht argwöhnisch, erinnert doch SUMMER OF 84 mit seinen Jungdarstellern und dem Retro-Setting an die Netflix’sche Erfolgsserie STRANGER THINGS. Schimpftiraden sind hier aber fehl am Platz, beteuern die Regisseure dieses Gruselkrimis vehement in Interviews, dass sie die Idee zum Retro-Horrortrip bereits vor der ersten Staffel genannter Mystery-Reihe zu Papier gebracht haben. Ob das stimmt, wissen wohl nur François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell. Die hatten weitestgehend Erfolg mit ihrem zweiten Spielfilm und dürften sich darin bestätigt fühlen, dass die Nachfrage an Horrorfilmen im Gewand der 1980er immer noch enorm ist. TURBO KID 2 und SUMMER OF 84 – TEIL 2 ick hör dir trapsen.
 
 


 
 
 

SUMMER OF 84 – Zensur

 
 
 
SUMMER OF 84 hat in Deutschland in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten. Diese ist auch gerechtfertigt, denn bis auf kurze Gewaltszenen am Ende (u.a. einen Kehlenschnitt) gibt es hier kaum Schauwerte zu bewundern.
 
 
 


 
 
 

SUMMER OF 84 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pandastorm Pictures (KeepCase-Version)

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(c) Pandastorm Pictures (Sammlerauflage im VHS-Design – limitiert auf 1984 Exemplare)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Summer of 84; Kanada | USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.20:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Collectors Edition in Sonderverpackung

Extras: Audiokommentar von RKSS (Englisch ohne Untertitel), Einführung/Grußwort von RKSS (0:28), Originaltrailer (1:17), Original Kinotrailer (1:51), Trailershow, Outtakes (4:23), Faketrailer: Demonitron: The 6th Dimension (4:29) | zusätzlich in der Sammler-Box: Booklet, Soundtrack, Poster, Anstecker, Aushangfotos, Film auf DVD

Veröffentlichung: Collectors Edition: 05.10.2018 | KeepCase Blu-ray: 26.10.2018

 
 
 

Summer of 84 [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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SUMMER OF 84 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pandastrom Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Super Dark Times (2017)
 
Die rabenschwarze Nacht – Fright Night (1985)
 
Die Goonies (1985)
 
Stephen Kings Es (1990)
 

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Filmkritik: „First House on the Hill“ (2017)

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FIRST HOUSE ON THE HILL

(1ST HOUSE ON THE HILL)

Story

 
 
 

Wenn Tarotkarten den Tod bringen: Vier Freunde mieten ein Anwesen, um dort das Wochenende verbringen zu können. Was sie dort aber erwartet, werden sie ihr Lebtag nicht wieder vergessen. Nachdem man ein mysteriöses Tarotkartenspiel findet, geht das Sterben los.

 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Kritik

 
 
 
Es gehört im Horror-Genre seit Jahren zum guten Ton, dass man sich vor Zeiten verbeugt, die das Genre maßgeblich geprägt und es zu dem gemacht haben, was es heute ist. Da werden gern mal bekannte Rezepturen aus Klassikern stibitzt und namhafte Regie-Legenden zitiert, mit denen man aufgewachsen ist und die man lieben gelernt hat. Der Horror-Thriller FIRST HOUSE ON THE HILL ist so ein Herzensprojekt eines Filmemachers, der das huldigt, was er am liebsten mag: den Giallo. Regisseur MATTEO SARADINI macht keinen Hehl daraus, dass er ein großer Verfechter genannter Filmgattung ist, die in den 1960ern durch MARIO BAVA begründet wurde und in den 1970ern ihren Höhepunkt hatte. In einem exklusiven Interview mit FILMCHECKER erklärte Regisseur MATTEO SARADINI, dass dieser in FIRST HOUSE ON THE HILL versucht zeitgenössischen Teenie-Slasher mit dem italienischen Giallo der 1970er zu verschmelzen. Dafür holte er sich bei bekannten Altmeistern kreativen Input. So standen für seinen interessanten Genre-Mix bekannte Kult-Gialli wie Bavas BLUTIGE SEIDE und IM BLUTRAUSCH DES SATANS Pate. Aber auch Argentos PROFONDO ROSSO oder Ercolis FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT haben den Filmemacher maßgeblich beeinflusst. Angesichts der vielen Vorbilder macht das Resultat neugierig. Leider bleibt das ambitionierte Projekt hinter den Erwartungen zurück. Sein FIRST HOUSE ON THE HILL hat nämlich ein großes Spannungsproblem. Das ist dahingehend enttäuschend, weil der Filmemacher schon an diversen Horror-Produktionen aus dem Hause BLUMHOUSE beteiligt gewesen ist und vermutlich auch weiß, was Horrorfans wollen. So arbeitete er bereits an erfolgreichen Filmen wie GET OUT, VIRAL oder DER KULT. Spannende Hochglanzware, die kurzweilige Unterhaltung bot. Von der ist FIRST HOUSE ON THE HILL – man muss es leider sagen – weit entfernt. Bedauerlich.
 
 
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Die Geschichte von FIRST HOUSE ON THE HILL ist nicht sonderlich umfangreich. Es geht um vier junge Leute, die in einer prunkvollen Villa im amerikanischen Malibu das Wochenende verbringen wollen. Die Hauseigentümerin verhält sich zwar etwas seltsam bei der Übergabe der Schlüssel, aber das beunruhigt die Freunde nicht. Man will baggern und flirten, was bei der schüchternen Valerie nicht so gut ankommen will. Die wurde religiös erzogen und hat andere Dinge im Kopf, als Männer und Sex. Doch die Lust am anderen Geschlecht schwindet, als man im oberen Stockwerk eine übel zugerichtete Leiche findet. Was ist hier passiert? War es Selbstmord? Der Fund beunruhigt, doch Telefone funktionieren nicht, weil jemand die Handys unbrauchbar gemacht hat. Somit kann keine Hilfe gerufen werden, was die Freunde dazu veranlasst Ruhe zu bewahren und auf den Morgen zu warten. Währenddessen findet man mysteriöse Tarotkarten, die ausprobiert werden müssen. Ein fataler Fehler, denn kaum hat man Kontakt mit dunklen Mächten aufgenommen, geht es in der Villa drunter und drüber. Was folgt, ist ein Kampf um Leben und Tod, denn offenbar meint es das Schicksal nicht gut mit unseren Freunden. Ob man die Nacht heil überstehen wird?
 
 
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Was für ein Augenschmaus. FIRST HOUSE ON THE HILL schaut verdammt gut aus. Ausgefallene Kamerawinkel, schnelle Zooms, atmosphärische Kamerafahrten und jede Menge Farbspielereien sorgen für Stimmung. Hier hat jemand seine Hausaufgaben gemacht und italienische Giallis studiert, um deren Erfolgsrezeptur auch auf seinen Film übertragen zu können. Der Giallo FIRST HOUSE ON THE HILL macht den Vertretern dieser Gattung Film alle Ehre. Fast schon möge man meinen, dass Amerika den Giallo für sich wiederentdeckt hat und ihm ein kleines Revival spendiert. Doch so schnell wie die Euphorie gekommen ist, verschwindet sie auch schon wieder. Hinter schönen Bildern schlummert nämlich gähnende Leere. FIRST HOUSE ON THE HILL hat außer der atmosphärischen Bilderflut kaum etwas zu bieten, was wohl daran liegt, dass man sich beinahe krampfhaft am Zitieren festklammert. Das hat zur Folge, dass die Geschichte auf der Strecke bleibt. Die kommt hier kaum in Fahrt, was das Folgen der Handlung erschwert. Da werden Augenlider schnell schwer, weil Regisseur MATTEO SARADINI zu lange damit beschäftigt ist, seine Figuren und die rudimentäre Handlung einzuführen. Demzufolge dauert es lang, bis endlich etwas passiert und die ersten Morde geschehen. Die sind immerhin handgemacht und lassen in ihrer für heutige Verhältnisse bewusst dilettantischen Inszenierung kurz das italienische Horror-Kino der 1970er Revue passieren. Dennoch, bei soviel Herzblut tut es in der Seele weh FIRST HOUSE ON THE HILL als durchschnittlich bewerten zu müssen. Irgendwie ist dieser Neo-Giallo weder Fisch noch Fleisch, denn Gebotenes wirkt leider nur halbgar. Die Darsteller sind unsympathisch und deren Ableben macht gleichgültig. Kein gutes Aushängeschild für einen Horrorfilm. Allen Giallo-Fans wird das aber egal sein. Die werden vermutlich rasch in Erinnerungen schwelgen und FIRST HOUSE ON THE HILL zum neuen Kult-Giallo deklarieren. Demzufolge ist dieser Ausflug ins italienische Horror-Kino der 1970er nur jenen zu empfehlen, die mit so Namen wie DARIO ARGENTO, SERGIO MARTINO oder DUCCIO TESSARI etwas anfangen können. Fürs hochglanzverliebte Mainstream-Publikum hingegen ist FIRST HOUSE ON THE HILL vermutlich eher eine Fehlinvestition und Zeitverschwendung. Aber wie sagt man so schön: Jeder Film findet irgendwann schon seine Fans.
 
 
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FIRST HOUSE ON THE HILL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell beeindruckende Hommage an die Spaghetti-Slashers der 1970er. Der gerade einmal in zehn Tagen und mit kaum Budget gedrehte Neo-Giallo entpuppt sich als ambitioniertes Projekt eines Italieners, der zweifelsohne ein großes Herz fürs Giallo-Kino besitzt. Alles sieht tatsächlich so aus, als wäre es in den 1970ern aus Italien exportiert worden. Das freut einerseits, doch FIRST HOUSE ON THE HILL ist ein sehr zähes Giallo-Erlebnis, weil er einfach zu lange benötigt, um endlich mal zum Punkt zu kommen. Einen richtigen Spannungsbogen gibt es nicht. Stattdessen hält sich der Streifen ausschließlich mit Zitaten und kunstvoll inszenierten Bildern über Wasser. Im Interview erklärte uns Regisseur MATTEO SARADINI, dass er die Geschichte zum Film zusammen mit Hauptdarsteller KRISTIAN MESSERE schrieb und sich für seine Thriller von so Größen wie BAVA, ERCOLI und ARGENTO inspirieren ließ. Zudem wurde das Projekt maßgeblich vom tschechischen New-Wave-Kino der späten 60er Jahre geprägt und Meister der Vintage-Music CARLO PODDIGHE hat mit alten Keyboards aus den 70ern und 80ern komponiert, um die Atmosphäre jener Zeit einfangen zu können. Das sind Zutaten, die jedem Giallo-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Auf visueller Ebene gelingt das dem Neo-Giallo zweifelsohne. Mit dem Drehbuch und den unsympathischen Darsteller tut sich FIRST HOUSE ON THE HILL aber keinen Gefallen. Die sind leider nicht das Gelbe vom Ei und schmälern den Sehgenuss. Schade!
 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Zensur

 
 
 
FIRST HOUSE ON THE HILL ist nicht sonderlich brutal. Die Morde werden sehr übertrieben und künstlich zelebriert. Das ist aber so gewollt, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich hier um einen Giallo aus den Spätsiebzigern handelt. Sollte der Streifen eine deutsche Auswertung erhalten, dürfte problemlos eine FSK16 möglich sein. Wer den Film auf der großen Leinwand sehen möchte, kann ihn im April 2018 auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL sehen. Dort wird er in einer vom Regisseur überarbeiteten Fassung aufgeführt werden. Inwieweit diese sich von jener Filmversion unterscheidet, die uns zur Besprechung vorlag, können wir leider nicht sagen.
 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Nocturnal Eye Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
Tulpa – Dämonen der Begierde (2012)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Amer (2009)
 


Filmkritik: „Dead Body“ (2017)

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DEAD BODY

Story

 
 
 

Neun Teenager feiern im Wald, wobei es für die meisten derer die wohl letzte Party werden wird, weil ein Killer ihnen nach dem Leben trachtet.

 
 
 


 
 
 

DEAD BODY – Kritik

 
 
 
Neues Horrorfutter für Slasher-Fans. Das Schlitzer-Genre hat sich in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert und ließ eher durch möglichst harte Tötungsmomente (LAID TO REST oder WOLF CREEK) von sich hören. Neuerungen? Fehlanzeige! Stattdessen fuhr man sich fest und zeigte Horror-Regisseur WES CRAVEN den Stinkefinger, der in den 1990ern mit dem Meta-Horror SCREAM – SCHREI! dem allmählich in die Jahre gekommenen Slasher-Genre neues Leben einhauchte und genanntem Filmgattung so ein Comeback ermöglichte. Leider sind seither auch schon wieder einige Jährchen ins Land verstrichen, ohne dass es aus der Slasher-Ecke nennenswerte Filme ins Kino geschafft haben, die sich in die Hirne der Zuschauer einbrennen konnten. Der folgende DEAD BODY macht da freilich keine Ausnahme, entpuppt sich aber als solide Regiearbeit, mit der Horrorfilm-Nerds durchaus zufrieden sein können. Regisseurin BOBBIN RAMSEY erfindet das Rad nicht neu. Dennoch hält die Newcomerin den Zuschauer mit verwirrenden Wendungen in Schach, damit möglichst lang die Identität des Filmkillers verborgen werden kann, der in solchen Filmen meist maskiert ahnungslose Menschen abschlachtet. Alles wie immer eben – aber immerhin besser als die üblichen Verdächtigen.
 
 
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In DEAD BODY geht es neun High-School-Absolventen an die Gedärme. Die treffen sich alle in einer idyllischen Waldhütte, um den Schulabschluss zu feiern. Für einige derer ist es nicht mehr lang, bis das Uni-Leben startet. Deswegen soll noch einmal die Sau herausgelassen werden, bevor der Ernst des Lebens beginnt. Damit die Party so richtig in Gang kommen kann, will man ein Spiel spielen. Das lautet DEAD BODY und stellt die Weichen für ein tödliches Katz-und-Mausspiel, das am Ende nur wenige überleben werden. Der Grund ist ganz einfach. Unter den Freunden befindet sich auch jemand, der es so gar nicht gut mit dem Rest der Bande meint. Er maskiert sein Gesicht und lebt Mordgelüste aus. Die bekommen auch bald die übrigen Teenager zu spüren, die bald ums Überleben bangen müssen. Einer nach dem anderen verliert auf grausame Weise sein Leben. Doch, wer unter den Freunden ist der Killer? Die Antwort darauf gibt es erst am Ende. Ansonsten hält sich DEAD BODY mit dem Erzählen seiner Geschichte am gängigen Aufbau von Slasher-Filmen.
 
 
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Blutige Morde: Check. Falsche Fährten und voreilige Verdächtigungen: Check. Ein Final-Girl, das den Killer am Ende in die Schranken weist: Check. Nein, DEAD BODY ist keinesfalls originell und will es offensichtlich auch gar nicht sein. Dennoch besitzt der Streifen Unterhaltungswert, weil es Regisseurin BOBBIN RAMSEY in der zweiten Filmhälfte gelingt so etwas wie Spannung aufzubauen. Dabei ganz förderlich: die lichtarme Kulisse in der erstaunlich professionell geschlachtet und geschrien wird. DEAD BODY schaut für Indie-Verhältnisse ganz ordentlich aus und macht Lust auf mehr, wobei zur Abwechslung auch die Schauspieler was können. Die verkörpern zwar auch hier austauschbare Stereotypen, haben aber offensichtlich schon einmal eine Schauspielschule von Innen gesehen. Das soll viel heißen, sieht man doch in solcher Art von Filmen nicht selten Statisten von der Straße, die sich für geringe Gagen mehr schlecht als recht um Kopf und Kragen kreischen. Dass für DEAD BODY ausgebildete Darsteller vor der Kamera standen, scheint übrigens kein Zufall zu sein. Filmemacherin BOBBIN RAMSEY ist nämlich Theater-Regisseurin und hat die Rollen ihres ersten Spielfilms mit Theaterschauspielern besetzt. Eine lobenswerte Geste, die mal wieder eindrucksvoll zeigt, dass selbst austauschbare Horrorfilme mit professionellen Darstellern manch sinnfreies Drehbuch vergessen lassen. Letzteres hat übrigens reichlich bei SCREAM kopiert. Das umfangreiche und nicht ungeschickte Verwirrspiel um die Identität des Killers gleicht in seiner Machart dem besagten Kult-Slasher aus der Feder des in den 1990ern viel gelobten KEVIN WILLIAMS. Demzufolge ein gefundenes Fressen für Slasher-Fans. Kann man mal gucken.
 
 


 
 
 

DEAD BODY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Keine Slasher-Granate, dafür aber solide Horrorunterhaltung für Leute, deren Herz für diese Art von Filmen schlägt. Man macht nichts falsch, wenn man sich DEAD BODY anschaut. Der Film kann nämlich deutlich mehr, als die üblichen Low-Budget-Gurken ähnlicher Machart. Was hier passiert und wie es ausgehen wird, ist im Grunde genommen bekannt. Wie Filmemacherin BOBBIN RAMSEY aber den bekannten Ablauf inszeniert hat, kann sich sehen lassen. Die verwirrt nämlich den Zuschauer mit immer neuen Verdächtigungen und lässt immer dann Protagonisten über die Klinge springen, wenn man sich doch sicher war, dass es sich bei jenen um den Killer handeln muss. Die Suche nach dem Bösewicht wird so zum nicht uninteressanten Horror-Krimi, der im Übrigen ein paar ziemlich zeigefreudige Morde besitzt. Genau das Passende für hungrige Slasher-Fans, die nicht genug von 1990er Teen-Horror bekommen können, der in jenem Jahrzehnt ein kleines Revival erlebt hat.
 
 
 


 
 
 

DEAD BODY – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher üblich, gibt es auch in DEAD BODY einige Gewaltmomente zu sehen. Köpfe werden abgetrennt, mehrmals auf Körper eingeschlagen und ein Protagonist wird erdrosselt. Nicht immer hält die Kamera drauf. Dennoch werden viele Morde ziemlich lang im Off zelebriert, weshalb sie dann doch sehr hart anzuschauen sind. Hierzulande könnte DEAD BODY einen FSK16 erhalten. Dennoch sind die Entscheidungen der Zensurbehörde nicht immer leicht zu durchschauen. Es könnte mit etwas Pech auch eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Flatschen werden.

 
 
 


 
 
 

DEAD BODY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Terror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
And Then There Were None (2015)
 
Chill: The Killing Games (2013)
 
Alle Mörder sind schon da (1985)
 
Ab in die Ewigkeit (1981)
 
Die Horror-Party (1986)
 


Filmkritik: „Poker Night“ (2014)

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POKER NIGHT

Story

 
 
 
Polizist Jeter (Beau Mirchoff) erlebt im Keller eines Hauses das pure Grauen. Er wurde von einem Psychopathen entführt und muss nun allerhand Grausamkeiten über sich ergehen lassen. Wenige Stunden zuvor saß er noch zusammen mit einigen Arbeitskollegen an einem Kartentisch, die dem Neuling in geselliger Runde von den spektakulären Fällen ihrer Karriere erzählten.

 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Kritik

 
 
 
Jahre nach dem Boom der sogenannten Torture-Porn-Welle finden immer wieder überflüssige Nachzügler ihren Weg in die Heimkinos, die dem unbewanderten Filmfan da draußen zeigen wollen, dass es im Kino auch mal eine Zeit gab in der es im Film etwas härter zugange ging. Der Trend scheint nach dutzenden Found-Footage-Gähnern und Geister-Schnachern in Vergessenheit geraten zu sein, was aber eifrige Regisseure nicht davon abhält in bescheidener Regelmäßigkeit stets etwas Folterei auf die Mattscheibe zu bringen – wenn auch ausschließlich für den Videomarkt produziert.
 
POKER NIGHT ist so ein reichlich verspäteter Ableger der einst kassenträchtigen Folter-Welle und folgt dem noch grünschnäbeligen Polizisten Jeter (BEAU MIRCHOFF), der gerade seinen ersten größeren Auftrag erfolgreich abgeschlossen hat. Ihm gelang die Festnahme eines gesuchten Psychopathen, was ihm nicht nur die Anerkennung seiner Kollegen einbrachte, sondern auch die Teilnahme zu einem dieser Pokerabende, an denen sich erfahrene Polizisten versammeln, um mit spektakulären Geschichten aus ihrem Berufsleben prahlen zu können. Leider hat das erste Poker-Duell für Jeter ein unerwartetes Ende zur Folge. Auf dem Heimweg wird er von einem Fremden überwältigt und in einen Keller verschleppt. Dort muss der Jungpolizist zusammen mit seiner Freundin schlimmste Quälerei erdulden und erinnert sich in Gefangenschaft an jene Weisheiten und Erzählungen zurück, von denen seine Cop-Kollegen noch wenige Stunden zuvor am Pokertisch berichtet hatten.
 
Nach Arbeiten an dutzenden TV-Produktionen tischt Drehbuchautor und Regisseur GREG FRANCIS mit POKER NIGHT sein Spielfilmdebüt auf und orientiert sich mit dem ansprechenden Filmlook seines Erstlings an die finstere Bildsprache eines JAMES WAN, der vor knapp zehn Jahren mit der beliebten Folter-Schnitzeljagd SAW (2004) internationale Erfolge verbuchen konnte. Der Zuschauer wird Zeuge dreckiger Bildkompositionen, die der Regisseur vermehrt in Grün- und Rottöne taucht und gar an Tortur-Heuler wie besagtem SAW und THE COLLECTOR (2009) erinnern. Neben reichlich Gewalt, Schussgefechten und makabren Folterideen (so wird Filmheld Jeter mit Hilfe von Spezialkleber an die Wand gekleistert) scheint zuletzt erwähnter Horror-Thriller vor allem beim Masken-Design Eindruck hinterlassen zu haben. Der Fiesling in POKER NIGHT trägt ähnliche Maskierung wie einst der legendäre Sammler im perfiden Katz-und-Maus-Spiel, dem man 2012 mit THE COLLECTION sogar eine Fortsetzung folgen lies.
 
Von den Qualitäten der genannten Splatter-Granaten ist POKER NIGHT jedoch um Längen entfernt. Viel zu oft wird der Zuschauer ungeschickt aus der Haupthandlung gerissen und gleichzeitig durch unnötige Rückblenden verwirrt, die zurück an den Kartentisch führen, wo der Spannungsbogen immer wieder durch schlecht platzierte Erzählungen anwesender Polizisten unterbrochen wird. Die blicken auf ihre Karriere zurück, brüsten sich mit den spektakulären Einsätzen ihrer bisherigen Polizistenlaufbahn und quasseln von hinterlistigen Serienmördern, die von einer krankhaften Sucht des Tötens getrieben werden. Für eine Anthologie durchaus interessanter Kurzgeschichtenstoff, weil POKER NIGHT Material für mindesten fünf weitere Filme bereithält. Im Falle von POKER NIGHT ein nerviges Übel, das dem Filmfreund schnell die Lust am Filmeschauen vermasselt, weil das Folgen der eigentlichen Handlung durch unzählige Flashbacks und Storyabzweigungen nahezu unmöglich gemacht wird.
 
Eigentlich hätte alles so schön werden können, denn POKER NIGHT macht in Sachen Folter alles richtig. Macher GREG FRANCIS zeigt nicht viel, aber auch nicht zu wenig, lässt Opfer flüchten, um sie in darauffolgender Szene vom Killer erneut einfangen zu lassen. POKER NIGHT wächst vor allem während der Quälmomente zu eigentlicher Größe heran, weil es dem Film trotz trivialer Gewaltszenen und allerhand Vorhersehbarkeiten gelingt, immer noch genügend Nervenkitzel zu verursachen, so dass der Zuschauer gebannt in seinem Filmsessel verharrt. Viel Spaß an den wenigen Folterakten bleibt jedoch nicht, denn FRANCIS widmet sich ausgerechnet dann seinen unzähligen Nebenhandlungen, wenn es zur Sache geht und für Gewaltfans interessant wird. Dass der Überraschungstwist am Ende nicht fehlen darf, ist mal wieder so eine nervende Horror-Zutat, die seit einigen Jahren sichtlich in Mode gekommen ist. Hier werden die Ambitionen des Killers gelüftet, die reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt nachvollziehen zu können. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass GREG FRANCIS viel Potenzial verschenkt hat und etwas zu eifrig und unbeholfen namhaften Filmschaffenden wie DARREN LYNN BOUSMAN oder MARCUS DUNSTAN hinterhereifert, so dass er ganz nebenbei seine eigene Geschichte aus den Augen verliert. Die ist mit unnötigen Informationen überladen, undurchsichtig, reichlich sprunghaft und absolut unglaubwürdig, was POKER NIGHT zu einem zwar handwerklich soliden, aber nicht sonderlich sehenswerten Filmerlebnis macht.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchgestylter Folter-Thriller, der sich vor der legendären SAW-Serie verbeugt. Auch wenn auf dem Filmposter zum Thriller POKER NIGHT ein Angst einflößender Killer grinst, dessen Maske etwas zu offensichtlich an THE COLLECTOR erinnert, hat der Film natürlich nichts mit dem harten Horror-Kracher aus dem Jahre 2009 am Hut. Vielmehr scheint Macher GREG FRANCIS von harter Mainstream-Folterei der letzten Jahre derart fasziniert gewesen sein, dass er kurzum an seinem eigenen Tortur-Flick gewerkelt hat. Der kann sich in punkto Optik durchaus sehen lassen; inhaltlich ist das Machwerk jedoch derart unsinnig, dass dem Zuschauer die Freunde schnell vergehen wird. POKER NIGHT ist überladen, wirr, undurchsichtig und dazu auch noch vollkommen unglaubwürdig. Der Grund hierfür dürfte in der stattlichen Anzahl an verschiedenen Nebenplots zu suchen sein, die es dem Zuschauer ziemlich schwer machen, der eigentlichen Handlung folgen zu können. Zudem entpuppt sich Regisseur GREG FRANCIS als Spaßbremse. Immer wenn der Filmbösewicht zum Folterutensil greift und POKER NIGHT an Fahrt gewinnt, wird zu einer der unzähligen Nebenhandlungen übergewechselt. So macht man sich unter Fans härterer Filmware keine Freunde. Was im Übrigen HELLBOY-Star RON PERLMAN dazu getrieben hat, in einem so unausgereiften Horror-Thriller mitzuwirken, dürfte mal wieder eines dieser vielen Hollywood-Mysterien sein, deren Antwort wir nie erfahren werden.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Zensur

 
 
 
Ziemlich viel geschossen wird in POKER NIGHT, weil nicht lang gefakelt wird. Ein wenig Folterei gibt es ebenso zu sehen, obwohl sich der Streifen hinsichtlich der obligatorischen Grausamkeiten in Genrefilmen überraschend zurückhält. Daher kann man davon ausgehen, dass POKER NIGHT hierzulande mit rotem „keine Jugendfreigabe“-Sticker erscheinen wird. Natürlich vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Love of my Life (2013)
 
Pig (2010)
 
Hate Crime (2013)
 
Saaw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)