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Filmkritik: „SiREN“ (2016)

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SIREN

Story

 
 
 
Ein Spin-Off des Found-Footage-Horrors: V/H/S – EINE TÖDLICHE SAMMLUNG. Darin wird eine singende Schönheit – auch Sirene genannt – zur tödlichen Gefahr für alle Männer im Film.
 
 
 


 
 
 

SIREN – Kritik

 
 
 
Wenn ein kurzer Kameraschwenk zum großen Leinwand-Wiedersehen führt. Das ist in der Welt der Kinofilme mittlerweile nicht ungewöhnliches mehr. So erhielten in den vergangenen Jahren immer mal wieder Figuren eigene Spielfilm-Abenteuer, die in anderen Werken nur in einer Nebenrolle zu sehen waren. Was aber sich vor allem im Marvel- und DC-Universum großer Beliebtheit erfreut, hat längst auch im Horrorfilm Einzug gehalten. Antiheld MACHETE wäre an dieser Stelle zu nennen. Der huschte in einem fiktiven Trailer der Bahnhofskino-Hommage GRINDHOUSE durch die Kamera. Weil der blutige Clip den Horror-Hunger beim Zuschauer weckte, musste der Machete schwingende Rächer zum Doppeltäter werden. Aus dem coolen Fake-Trailer wurden zwei Spielfilme und Hauptdarsteller DANNY TRJEO zur gefeierten Genre-Ikone. Ganz ähnlich passiert das jetzt wieder. Diesmal ist es kein fiktives Werbefilmchen, das zum Spielfilm gemacht wird. Für den Horrorstreifen SIREN musste eine der wohl erfolgreichsten Gruselanthologien der letzten Jahre herhalten. V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG entpuppte sich 2012 wegen seiner damals noch unverbrauchten Machart zum Überraschungs-Hit. Der Zuschauer bekam hier diverse Kurzgeschichten zu sehen, die wegen verrauschtem Videokassetten-Look den Eindruck erwecken sollten, als hätten hier ganz normale Menschen mysteriöse Ereignisse mit der Videokamera gedreht. Eine dieser Kurzgeschichten genannter Sammlung schimpfte sich AMATEUR NIGHT. Darin machten einige sexhungrige Freunde Bekanntschaft mit einer schüchternen Schönheit, die kurz darauf einen unstillbaren Hunger nach Menschenfleisch an den Tag legte. Weil die Episode gut ankam, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kam, der geheimnisvollen Kreatur einen eigenen Spielfilm zu widmen. Der ist nun fertig und soll mehr Details um das männermordende Wesen preisgeben. Ob sich die Arbeiten zum Spin-Off gelohnt haben, das übrigens – nur so am Rande – ganz auf den Found-Footage-Stil verzichtet?
 
 
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SIREN erzählt praktisch das Davor oder Danach der Episode aus dem Found-Footage-Horror V/H/S. Ganz schlüssig ist das leider nicht gelöst. Trotzdem hat sich Regisseur GREGG BISHOP um kreative Antworten bemüht, damit der Horrorfilmfan mit interessanten Facetten über das mysteriöse Fabelwesen Lily versorgt werden kann. Die permanent nackt umherlaufende Frau ist definitiv nicht von dieser Welt, durchlebt sie doch im Jagdtrieb eine merkwürdige Metamorphose. Da wachsen der singenden Jungfrau plötzlich Schwanz, Flügel und spitze Zähne, was das Interesse eines Kreaturensammlers auf den Plan ruft. Der ist immer auf der Suche nach grotesken Gestalten, die er dann in seinem Prachtbau zahlenden Gästen vorführen kann. Mit genau jenem finsteren Zeitgenossen machen auch die Freunde Jonah, Mac, Rand und Elliott Bekanntschaft. Die wollten es eigentlich auf einem Junggesellenabschied so richtig krachen lassen. Doch es kommt mal wieder alles anders. Ein Fremder spielt den Kumpels die geheime Adresse eines zwielichtigen Nachtclubs zu. Kaum angekommen geht es dort drunter und drüber. Jonah begegnet hier der eingesperrten Lily und sorgt sich um das Wohlergehen der verschreckten Gestalt. Der lässt die schüchterne Dame aus ihrem Käfig, ohne zu ahnen, dass er damit die Büchse der Pandora öffnet. Die attraktive Gefangene wird zum Monster, richtet ein Blutbad an und heftet sich dankend an die Fersen ihres Retters. Der ist über die Dankbarkeit alles andere als erfreut und flüchtet vor der todbringenden Gestalt. Leider keine gute Idee, denn die Flucht vor der nach Männern gierenden Schönheit macht alles nur noch schlimmer.
 
 
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SIREN könnte man gut und gerne auch als weiteren Spielfilmableger der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie sehen. Hier gibt es nämlich allerhand groteskes Zeug zu sehen, das bereits die TV-Serie und die dazugehörigen Kinoabenteuer so erfolgreich gemacht hat. Neben genug schwarzem Humor und zynischen Sprüchen, ist es vor allem die bitterböse Pointe am Ende des Films, mit der man sich vom üblichen Horror-Nonsens abheben will. Leider ist SIREN bei genauerer Betrachtung aber auch nichts weiter als konventionelles Horrorkino, das eher auf die schnelle Mark aus ist und mit bekannter Mixtur aus Gewalt, Schocks und dämlichen Handlungsverläufen unterhalten möchte. Das macht SIREN aber immerhin souverän, damit erst gar kein Leerlauf entsteht. Zuschauer und Protagonisten werden hier rastlos durchs Drehbuch getrieben, weshalb erst gar nicht auffällt, dass die Filmhandlung dann doch so ziemlich dünn geraten ist. Die passt auf einen Bierdeckel und scheint sich des Öfteren auch nicht im Klaren darüber zu sein, welche Figur denn nun eigentlich im Film als Identifikationsfigur für den Zuschauer dienen soll. Sonderlich tiefgründig ist keiner der Charaktere ausgearbeitet, weshalb es schwerfallen dürfte überhaupt für jemanden Sympathien zu entwickeln. Im Zuge der zügigen Inszenierung ist das aber nicht weiter tragisch. SIREN ist unterhaltsamer Popcorn-Horror ohne tieferen Sinn, der von schnellen Schnitten und guten Spezialeffekten lebt. Trotzdem sollte man nicht zu viel erwarten, denn der von CHILLER FILMS mitproduzierte Fast-Food-Horror kann nicht verbergen, wo die Ursprünge des Produktionsstudios liegen. Die Genre-Schmiede ging aus der Beliebtheit des amerikanischen TV-Senders CHILLER hervor. Der zeigt seit 2007 Thriller- und Horrormaterial – oftmals sogar in Eigenproduktion. Irgendwo dort lässt sich auch SIREN einordnen, der straffen aber auch überraschend blutarmen Horror auf TV-Niveau zelebriert. Für einen kurzen Mitternachtssnack reicht Gezeigtes aber allemal.
 
 
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SIREN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kurzweiliger und rasant inszenierter Grusel-Horror mit geheimnisvollem Filmmonster aber überraschend zurückhaltendem Blutzoll. SIREN ist ein Kurzfilm, der krampfhaft auf Spielfilmlänge geblasen wurde, aber eine Geschichte erzählt, die man hätte auch in 30 Minuten abhandeln hätte können. Große Horrorfilmkunst ist SIREN keineswegs. Hier wird von einer Kreatur aus der griechischen Mythologie berichtet, die Männer mit ihrem Gesang verzaubert und damit ins Verderben stürzt. Anders als in den vielen Fabeln, wo im Meer singende Sirenen bevorzugt Seefahrer in den Tod gerissen haben, erhält die heimtückische Fabelkreatur in diesem Film ein neues, modernes Gesicht. Dank sehenswerten Make-up-Künsten ist der Horrorfilm auch über weite Strecken ganz passabel geraten, weil GREGG BISHOP zusätzlich aufs Gaspedal tritt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Der konnte für sein Spin-Off einer Episode der Kurzgeschichtensammlung V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG noch einmal die gleiche Schauspielerin gewinnen, die auch schon dort im Segment AMATEUR NIGHT als mordende Sirene triebgesteuerten Männern nach dem Leben trachtete. Ein guter Schachzug – wie wir finden – denn dank der hervorragenden Leistungen von HANNAH FIERMAN geht von dem unberechenbaren Filmmonster eine gewisse Faszination aus. Weil das griechische Fabelwesen im Vergleich zu den vielen Serienmördern, Zombies und Geistern eine wohlwollende Abwechslung darstellt, kann man davon ausgehen, dass SIREN mit Sicherheit eine Fortsetzung erhalten wird. Angesichts vieler offener Fragen, die Filmemacher GREGG BISHOP (bewußt?) unbeantwortet gelassen hat, ist ein Sequel ohnehin unvermeidlich.
 
 


 
 
 

SIREN – Zensur

 
 
 
Was im Trailer reißerisch beworben wird, ist im Film nur ein laues Lüftchen. Wer hier meint, dass es so richtig ans Eingemachte geht und die Gewaltkeule geschwungen wird, dürfte so ziemlich schnell dumm aus der Wäsche schauen. Die meisten Morde der singenden Lily passieren im Off. Das bedeutet, dass man meist nur ein Schmatzen aus der Ferne hört oder entsetzte Gesichter sieht, die die Überfälle der mordenden Kreatur stumm beiwohnen. Ansonsten gibt es einen Kehlenschnitt, ein übel zugerichtetes Gesicht und eine abgeschlagene Kniescheibe zu sehen. Sonderlich brutal ist der Film nicht. SIREN ist ein todsicherer FSK16-Kandidat.

 
 
 


 
 
 

SIREN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(echte für Abbildungen und Trailer liegen bei CHILLER FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Siren – Verführung ist mörderisch (2010)
 
Der Todesengel aus der Tiefe (2001)
 
Nymph (2014)
 

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Filmkritik: „Pet“ (2016)

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PET – WENN DU ETWAS LIEBST LASS ES NICHT LOS

(PET)

Story

 
 
 
Holly (KSENIA SOLO) ist jung, attraktiv und begehrt. Nicht nur der Ex, kann scheinbar nicht von ihr loskommen. Auch Tierheimmitarbeiter Seth (DOMINIC MONOGHAN aus den HERR DER RINGE-Filmen) kann den Reizen der schönen Blonden nicht widerstehen, mit der er zu Schulzeiten die gleiche High School besucht hat. Nachdem er der blonden Schönheit im Bus begegnet ist, entwickelt er eine Obsession attraktive Mittdreißigerin und stellt der jungen Frau nach. Da werden in sozialen Netzwerken Recherchen über Vorlieben angestellt, um die Angebetete auf der Arbeit mit Präsenten zu überraschen. Doch Holly ist über die aufdringliche Art ihres Verehrers alles andere als erfreut. In einer Bar kommt es zur Eskalation und die ungewünschten Annäherungsversuche führen zu einer Schlägerei. Da reicht es dem verschmähten Liebhaber. Der schmiedet einen teuflischen Plan und entführt die unnahbare Schönheit. Als die wieder zu sich kommt, traut sie ihren Augen nicht. Der Entführer hat Holly in einen Käfig gesperrt und redet wirres Zeug. Leider sind die Wände dick und aus Stein, weshalb niemand die Hilfeschreie hören kann. Ob am Ende doch noch alles gut ausgehen wird?
 
 
 


 
 
 

PET – Kritik

 
 
 
Was sich in der Inhaltsangabe liest, wie ein Film der während der französischen Terror-Welle in den 2000ern entstanden sein könnte, ist alles andere als das. Liebhaber deftiger Hausmannskost und unerträglicher Menschenquälerei werden so ziemlich enttäuscht aus der Wäsche schauen. Hinter PET verbirgt sich nämlicher kein weiterer Horror-Sicky mit deftigen Schauwerten. PET ist ein Psychothriller, der vor allem wegen seiner perfiden Wendung überrascht. Was Drehbuchautor JEREMY SLATER hier zu Papier gebracht hat, ist gut überlegt und distanziert sich weit von den üblichen Genre-Klischees, mit denen sich die meisten Horrorfilme versuchen über Wasser halten. So werden für PET mal wieder beliebte Taschenspielertricks aus der Ideenkiste gekramt, die aber immerhin klug angewandt werden. Eigenbrödler Seth ist nämlich gar nicht so krank, wie er noch zu Beginn des Films dargestellt wird. Der ist nur schwer verliebt und will erleuchten, nachdem er herausgefunden hat, wer die Angebetete wirklich ist. Die besitzt eine dunkle Vergangenheit und hält grausame Geheimnisse im Verborgenden, die im Verlauf des Streifens gelüftet werden.
 
 
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Nach dem Found-Footage-Spuk APARTMENT 143 meldet sich CARLES TORRENS mit einem makabren Schlagabtausch zurück, der von den Abgründen seiner hervorragend besetzten Protagonisten lebt. Da wird in der verletzten Seele einer hilflosen Frau geforscht, die aber gar nicht so wehrlos ist, wie sie auf den ersten Blick scheint. PET verteilt schon bald die Rollen neu. Hier werden Opfer zu Tätern und Täter zu Opfer. Dabei entpuppt sich die entführte Holly als gerissene Psychopathin, die nicht vor Manipulation zurückschreckt, um in die Freiheit zu kommen. Identifikationsfigur Seth hat da den Nachteil. Der wird des Herzens wegen in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem es bald kein Entkommen mehr gibt. Was folgt ist für den Einzelgänger eine Lektion in Sachen Liebe, die für Fans makabrer Horrorgeschichten zum Fest werden dürfte. Die Mechanismen, die wegen einer Entführung in Gang gesetzt werden, sind schon reichlich zynisch, heben sich aber gerade wegen ihrer Boshaftigkeit vom üblichen Horrorbrei der letzten Monate ab. Von uns gibt es für diese bitterböse Stalker-Romanze eine Empfehlung, weil Regisseur CARLES TORRENS das Sprichtwort „Blind vor Liebe“ mit fiesen Einfällen auf die Spitze treibt.
 
 
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PET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterbös hoch zehn – PET ist der etwas andere Liebesfilm, fernab von Kitsch und Romantik. Hier schlägt eine Entführung sonderbare Wendungen ein und das ist auch die eigentliche Quintessenz dieses gemeinen Psychothrillers. Wenn Menschen in Käfigen wie Haustieren gehalten werden. Das klingt zwar nach kontroversem Zündstoff mit mehrdeutiger Botschaft; PET ist aber alles andere – nur nicht das. Der Film will nicht schockieren oder polarisieren. Stattdessen wird 90-minütiges Psychokino mit Überraschungsmomenten geboten, das vom hinterlistigen Schlagabtausch seiner Protagonisten lebt. Hier ist nichts wie es zu Beginn scheint und endet so, wie man es wohl nicht vermutet hätte. Das macht PET zum interessanten Sonderfall innerhalb des Horror-Genres. Wer mal wieder einen cleverer geschriebenen Horrorfilm sehen mag, der nicht immer nur die gleiche Leier von schlürfenden Zombies, kaltblütigen Schlitzern und übel inszenierten Horror-Trash sehen mag, ist mit diesem Psychothriller gut bedient. Da sieht man doch gern darüber weg, dass sich der Film – trotz Erwachsenenunterhaltung – hinsichtlich zelebrierter Gewalt enttäuschend zurückhält. Aber: Für die Hardcore-Fraktion gibt es trotzdem einige Gemeinheiten zu sehen und die haben es in sich. Wir meinen: PET ist in makabrer Geheimtipp für Fans morbider Horrorfilme. Definitiv sehenswert!
 
 


 
 
 

PET – Zensur

 
 
 
Auch wenn es sich bei PET eher um einen Psychothriller handelt, werden einige Schauwerte geboten. Ein Kopf wird eingeschlagen und zermatscht. Eine Leiche wird zerstückelt und eine Kehle wird mit einem kleinen Messer durchgeschnitten. Zudem wird im Off ein Finger abgetrennt. Eigentlich ist das alles FSK16-tauglich. Dennoch hat PET hiezulande eine Freigabe für Erwachsene erhalten (keine jugendfreigabe).
 
 
 


 
 
 

PET – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pandastorm Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pet; Spanien | USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | 24 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailer

Veröffentlichung: 23.06.2017

 
 
 

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PET – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hard Candy (2005)
 
Chained (2012)
 
Sleep Tight (2011)
 
The Resident (2011)
 
Territories (2010)
 


Filmkritik: „Spring – Love is a Monster“ (2014)

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SPRING – LOVE IS A MONSTER

Story

 
 
 
Es ist Frühling und für Evan an der Zeit sein Leben neu zu ordnen. Er reist nach Italien und verfällt dort den Reizen einer schönen Einheimischen, die jedoch andere Intentionen hegt, als sich in Touristen zu verlieben …
 
 
 


 
 
 

SPRING – Kritik

 
 
 
In einer Zeit, in der das Genre unter chronischer Ideenarmut leidet ist es immer wieder schön zu erleben, wenn Filme nicht nach gewohntem Gruselkurs gedreht werden, sondern durch frische Konzepte aus der Reihe tanzen, um Fans des fantastischen Filmgenusses auf ungewohntem Wege Gänsehaut zu bescheren. SPRING macht eindrucksvoll vor, wie ein solcher Film auszusehen hat, denn dieser durchdacht inszenierte Herz-Schmerz-Grusel schert sich einen Deut darum sich dem Massengeschmack zu unterwerfen. Wer Horrorfilme anhand seines Härtegrades als empfehlenswert einstuft, macht sich mit SPRING keine Freu(n)de. Vielmehr dringen die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD (beide haben in V/H/S: VIRAL die Regie für das Segment BONESTORM übernommen) tiefgründiger in die Materie vor und sorgen sich um das, was in Horrorfilmen leider viel zu oft vernachlässigt wird: Atmosphäre, Geschichte und Charaktere. Für SPRING erweist sich Schauspieler LOU TAYLOR PUCCI als Glücksgriff. Der konnte schon im Remake zu EVIL DEAD erstmals Horrorluft schnuppern und zeigt diesmal, dass er auch das Zeug dazu hat Charakterrollen zu spielen.
 
 
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In SPRING mimt er den ruhigen Evan, dem die Sicherungen durchbrennen. Nach dem plötzlichen Krebstod der Mutter wird er auf der Arbeit in eine Schlägerei verwickelt, verliert den Job und beschließt nach Italien durchzubrennen, um dort sein Leben neu ordnen zu können. Viel Zeit für sein Vorhaben bleibt nicht. Kurz nach Ankunft verdreht ihm die temperamentvolle Louise (NADIA HILKER) denn Kopf, in die sich der stille Chaot Hals über Kopf verliebt. Zwischen den beiden entbrennt eine leidenschaftliche Liaison, die jedoch unter keinem guten Stern steht, denn Louise hat ein finsteres Geheimnis, das sie bald nicht mehr vor ihrem Liebhaber verstecken kann.
 
 
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Viel zu beanstanden gibt es in SPRING nicht. Hier passt irgendwie alles zusammen und dass, obwohl SPRING mehr übernatürlicher Liebes- statt bluttriefender Horrorfilm ist. Das Regie-Duo JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD vermischt Romantik mit Grusel auf kongeniale Weise und entführt den Zuschauer in die Welt zweier Liebenden für die die Welt scheinbar stillzustehen scheint. Da schwebt die Kamera ganz unbeschwert durch die engen Gassen eines verschlafenen Fischerdorfes und bannt melancholische Urlaubsbilder auf Zelluloid, die von einem fast schon einzigartigen Gespür fürs Visuelle zeugen. AARON MOORHEAD zeichnet nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern fängt als Kameramann die romantische Bilderwelt Italiens ein, die den Streifen so mit Leichtigkeit aus der grauen Masse an unüberlegten Billigproduktionen hervorstechen lässt. Aufgrund der visuellen Raffinesse wäre es wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass SPRING zu den wohl „schönsten“ Gruselfilmen gezählt werden darf, die man bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Leider dürfte der Streifen auch nur dort seine gesamte Magie entfalten können, gehört doch SPRING zu jenen Filmen, die für die große Leinwand gemacht wurden.
 
 
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Blut, Gewalt und Gore – Fehlanzeige! SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf anderem Wege. Im späteren Verlauf der Geschichte rückt das Geheimnis der Filmheldin in den Mittelpunkt, über das der Zuschauer nur häppchenweise Informationen erhält. Mehr über die Handlung zu verraten raubt Illusionen, lebt doch SPRING von der Prämisse, dass irgendwas mit der schönen Louise nicht im Reinen ist. Immerhin: die wenigen Spezialeffekte glänzen durch Einfallsreichtum und entschädigen für fehlende Splatter-Einlagen. Trotzdem finden die im Film nicht selbstzweckhaft Verwendung, sondern sind schmückendes Beiwerk, auf die der Film auch gänzlich hätte verzichten können. Unterm Strich findet SPRING nur lobenswerte Worte, weil er Horror unkonventionell verpackt. Nach dem Regiedebüt RESOLUTION haben die Macher JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD eine sehenswerte Metapher für die Ängste und Unsicherheiten einer noch jungen Liebe fürs (Heim)Kino inszeniert an der vor allem jene Gefallen finden werden, die sonst doch immer bemängeln, dass es dem Genre an Niveau mangelt. Das sorgfältig inszenierte Gruselmär hat schöne Bilder, gute Schauspieler und sogar Sinn für Humor. Demzufolge sollte man die beiden Macher im Auge behalten, schließlich darf man nach dem gelungenen SPRING gespannt darauf sein, was die als nächstes drehen werden.
 
 
 


 
 
 

SPRING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hinter dem doppeldeutigen Titel SPRING schlummert ein stimmungsvoller Mix aus übernatürlicher Romanze und unheimlichen Gruselstreifen, der in seinen düsteren Momenten an die Werke eines H. P. LOVECRAFT erinnert. Nach dem Erstlingswerk RESOLUTION haben die Regisseure JUSTIN BENSON und AARON MOORHEAD die Katze aus dem Sack gelassen und eine sehenswerte Liebesgeschichte inszeniert, die in schönen Bildern die Unsicherheiten und Ängste einer noch frischen Liebe erzählt, ohne zu sehr im Kitsch zu ertrinken. Dank guter Schauspieler und ekligen Spezialeffekten sticht SPRING aus der Masse an trivialen Horrorbrei hervor und richtet sich vor allem an jene Zuschauer, die sonst Probleme mit sinnloser Brutalität im Genre haben. Die sucht man hier vergebens, denn SPRING entfaltet sein Gruselpotenzial auf eher subtile Weise. Empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SPRING – Zensur

 
 
 
Gorebauern oder Fans der etwas härteren Filmart werden an SPRING keinen Gefallen finden. Es gibt hier nur einen Mord zu sehen, der aber auch nur im Off vollzogen wird. SPRING ist eine Liebesgeschichte, die sich auch hauptsächlich darauf konzentriert. Dank einiger ekliger Spezialeffekte gab’s für den Film von der FSK die blaue FSK16-Plakette.
 
 
 


 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (KeepCase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spring; USA 2014

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Trailershow, Pressematerial (67:16 min.), Alternatives Ende (3:33 min.), Evan, ich hasse dich! (3:57 mmin.), Deleted Scenes (3:30 min.), Schreib mir einen Brief (1:48 min.), Konzeptgestaltung (2:08 min.), Der talentierte Mr. Evans (1:27 min.), Visuelle Effekte (1:16 min.), Pseudogangster und seine Freundin (2:02 min.), Der schlechte Farmer (1:57 min.), Originaltrailer in Deutsch und Englisch

Release-Termin: KeepCase & Steelbook: 08.10.2015

 

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SPRING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dagon (2001)
 
Only Lovers Left Alive (2013)
 
When Animals Dream (2014)
 
Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (2008)