Filmkritik: „Shark Attack 2“ (2000)

shark-attack-2
 
 
 

SHARK ATTACK 2

(SHARK ATTACK: THE KILLER IS BACK)

Story

 
 
 
Die Mörder-Haie aus dem ersten SHARK ATTACK sind zurück und treiben weiterhin ihr Unwesen in den Gewässern von Südafrika. Ein Meeresbiologe und eine Frau sind auf Rache aus. Letztere hat mit den Tieren noch ein Hühnchen zu rupfen, da einer der Haie die Schwester gefressen hat …
 
 
 


 
 
 

SHARK ATTACK 2 – Kritik

 
 
 
RENNY HARLIN hat mit seinem 1999 veröffentlichten Blockbuster DEEP BLUE SEA das Tier-Horror-Genre wieder groß gemacht. Bereits im gleichen Jahr labte sich die Billig-Produktionsschmiede NU IMAGE mit ihrem Film SHARK ATTACK an dem Erfolg des Kassenschlagers der weltweit fast 170 Millionen Dollar einspielen konnte. Da das Geschäft mit mörderischen Tieren reichlich Zaster in die Kinokassen schwemmen konnte, gab es zum Anfang des neuen Jahrtausends eine ganze Reihe an günstig produzierten Horrorfilmen mit Tieren – unter anderem die Fortsetzung SHARK ATTACK 2 aus dem Jahre 2000.
 
Wo Teil 1 noch nicht wusste welches Genre er bedienen wollte, ist die Fortsetzung ein Tier-Horrorfilm durch und durch. Während der günstig produzierte Erstling noch Gangster und Gen-Experimente in den Mittelpunkt rückte, liegt im Sequel der Fokus auf den gierigen Killer-Haien, die einen unersättlichen Hunger auf Menschenfleisch entwickelt haben. Somit wirkt der Film in sich stimmiger als sein Vorgänger, zumal es sich SHARK ATTACK 2 nicht nehmen ließ, ähnlich gestrickte Filmware zu zitieren. Am offensichtlichsten ist der Bezug zu DER WEISSE HAI 3 (1983), in dem ebenfalls ein Hai in Gefangenschaft eines Unterwasser-Freizeitparks gerät und dort sein mörderisches Treiben fortsetzt. Zwar hat Regisseur DAVID WORTH für einige Änderungen gesorgt damit der dreiste Ideenklau nicht zu sehr ins Gewicht fällt; dennoch dürfte sich der Zuschauer fragen, ob die Filmwelt auf ein dreistes Duplikat einer ohnehin schon miserablen Fortsetzung gewartet hat.
 
Spannend ist das hier besprochene Fischfutter leider kaum und man merkt SHARK ATTACK 2 sein geringes Budget an. Vereinzelt flimmern immer wieder Momente über den Bildschirm, die einfach nicht funktionieren wollen. So brüllen die Haie unter Wasser wie Löwen – ein Vergehen, mit dem sich bereits die Macher von DER WEISSE HAI 4 – DIE ABRECHNUNG (1987) keinen Gefallen getan haben. Zudem hat sich auch eine ähnliche Figur aus dem dritten Ausflug der Spielbergschen Hai-Reihe in die Szenarie von SHARK ATTACK 2 verirrt. So bekommt der Zuschauer hier ebenfalls einen erfahrenen aber äußerst mediengeilen Tier-Filmer/Jäger vor die Linse, dessen aufdringlich australischer Akzent schnell fremdschämen lässt. Die Grenze des guten Geschmacks lässt sich jedoch in einer Szene finden, in welcher die männliche und weibliche Hauptfigur den Tag miteinander verbringen und sich näherkommen. Unterlegt ist das Ganze mit einem ultra-cheesigen 80er-Jahre Schmacht-Song, für den man wahrlich stahlharte Nerven benötigt, um ihn überhaupt ertragen zu können. Das Gute daran ist jedoch, dass man darüber immerhin lachen kann.
 
 
 


 
 
 

SHARK ATTACK 2 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
SHARK ATTACK 2 ist stimmiger als sein Vorgänger, aber weit davon entfernt ein guter Film zu sein. Der teils unfreiwillig komisch wirkende Trash ist nur etwas für Leute, die ein Faible fürs Tier-Horror-Genre besitzen und über mangelnde Logik in Filmen hinwegsehen können. Aber auch diese sollten hier kein Meisterwerk erwarten. Regisseur DAVID WORTH hat mit SHARK ATTACK 2 eher einen Snack für Zwischendurch kreiert, der eher amüsiert statt zu Tode erschreckt. Kein Film, den man gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

SHARK ATTACK 2 – Zensur

 
 
 
Der Film wurde jüngst ungeschnitten auf DVD veröffentlicht. Zuvor gab es den Film nur auf VHS von HIGHLIGHT FILM, wo er ebenso unzensiert war. Die aktuelle Heimkino-Fassung ist frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHARK ATTACK 2 – Deutsche DVD

 
 
 
shark-attack-2-dvd

(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shark Attack 2; USA/Südafrika 2000

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine

Release-Termin: 01.08.2014

 
 
 

Shark Attack 2 (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SHARK ATTACK 2 – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shark Attack (1999)
 
Shark Attack 3: Megalodon (2002)
 
Shark Zone (2003)
 
The Beast – Unheimliche Tiefe (1995)
 
Der weiße Hai III (1983)
 

Filmreview: „Raptor Ranch“ (2013)

raptor-ranch-2013
 
 
 

RAPTOR RANCH

Story

 
 
 
Auf der RAPTOR RANCH gehen merkwürdige Dinge vor sich. Dort führt Dr. Cane (Jack Gould) ominöse Experimente durch. Er züchtet prähistorische Raptoren, die von Durchreisenden versehentlich aus ihren Käfigen befreit werden. Dass das kein gutes Ende nehmen wird, liegt auf der Hand …
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Kritik

 
 
 
Seit die Dinos aus JURASSIC PARK 3 im Jahr 2001 das letzte Mal die Lichtspielhäuser heimgesucht haben, ist der Hype um die gefräßigen Urzeitbewohner schneller abgeebbt, als erwartet. Zwar bekommt man die prähistorischen Monster ab und an im Bildungsfernsehen der Öffentlich Rechtlichen zu Gesicht, im Genre haben sie sich jedoch rar gemacht, was für die Regiedebütanten DAN BISHOP und MICHAEL BEBERASHVILI Grund genug gewesen sein dürfte, ihren RAPTOR RANCH auf die Filmfans loszulassen. Die versuchen mit ihrem Dino-Quatsch eine unterversorgte Lücke im Horrorfilm zu schließen und knüpfen nahtlos dort an, wo Streifen wie PTERODACTYL – URSCHREI DER GEWALT (2005) oder RAPTOR (2001) kläglich gescheitert sind: unterhaltsamer Dino-Murks. Trotz TRASH-Prädikat entstand diesmal nichts unter der Fuchtel der gefürchteten ASYLUM-Müllschmiede, die ja berüchtigt dafür ist, geistlosen Hirnshit in Gold zu verwandeln. Bei RAPTOR RANCH handelt es sich um eine kleine Independent-Produktion, die sich nur selten ernst nimmt und es tatsächlich schafft, ausreichend Spaß zu bereiten. Ein Teil dessen ist der arg überzogenen Situationskomik zu schulden. Die sorgt nicht selten dafür, dass man meinen könnte mit RAPTOR RANCH eine sinnentleerte Parodie auf die beliebte JURASSIC PARK-Reihe aus SPIELBERGS Dreamwork-Fabrik in den Händen zu halten. Der dürfte sich vermutlich durch derart abgefahrenen Klamauk ganz schön veräppelt fühlen, denn nach Gehalt sucht man in diesem selbstironischen Splatter-Quatsch vergebens.
 
Wie es in amerikanischen Filmen stets der Fall ist, geht natürlich Durchreisenden irgendwo mitten in der Einöde Texas entweder das Benzin aus oder das Gefährt kommt unter beißendem Motorqualm abrupt zum Erliegen. So auch einigen Protagonisten, die sich mit Panne und ohne Sprit zu einer Tankstelle retten können, an der es kurioserweise weder Hilfe noch Benzin gibt. Die gehört einem schleimigen Widerling, der nicht nur als Tankwart arbeitet, sondern auch ein Restaurant betreibt. In dem arbeitet Kellnerin Abbi Whitecloud (eine desinteressierte und gesichtslose JANA MASHONEE) die Schulden ihrer verstorbenen Mutter ab und bringt die Gestrandeten zu einer nahe liegenden Ranch, wo Dr. Cane (JACK GOULD) komische Experimente durchführt. Davon weiß aber der unwillkommene Besuch natürlich nichts und befreit unachtsamerweise einige Dinosaurier, die nun gierig lospirschen, um sich die knurrenden Mägen zu füllen.
 
Man nehme eine handvoll skurriler Gestalten, die so unwirklich agieren, dass man meinen könnte sie wären einem Comic entsprungen, werfe sie mit nicht mehr zeitgemäßen Monstereffekten in einen Topf und würze das Ganze mit reichlich Blut und allerhand dummen Sprüchen. Fertig ist RAPTOR RANCH, ein Film der keinen Hehl daraus macht, dass er eigentlich total bescheuert ist. Die Geschichte ist hier nur notdürftiges Flickwerk und die bescheidenen Effekte befinden sich irgendwo auf Playstation 1-Niveau. Immerhin, wird trotz großzügigen Einsatzes durchwachsener CGI auch auf altbewährte Puppenanimatronik zurückgegriffen. Die schaut teilweise sogar besser aus, als das Pixelgewitter aus dem Computer, kann aber auch nicht kaschieren, dass RAPTOR RANCH nach den ersten grandios bescheuerten 45 Minuten erheblich die Puste ausgeht. Nachdem die gefährlichen Fleischfresser aus ihren Zellen entkommen konnten, verharrt der Dino-Brüller nämlich unspektakulär auf der Stelle. Das Chaos bricht aus und die Helden sehen sich leidlich darum bemüht, um ihr Überleben zu kämpfen. Immerhin haben sie während des Überlebenskampfes nicht ihren Humor verloren, denn statt gegruselt darf gelacht werden. Es wird reichlich ge-overacted, sinnbefreit gehandelt und wirr in der Gegend umhergerannt. Wir sehen, wie verschiedengroße Raptoren den Helden nach dem Leben trachten, wild in die Kamera geifern und sich die Protagonisten in den gierigen Schlund hinabwürgen. Das mag zwar anfänglich noch durchaus unterhaltsam sein; die Rezeptur wird jedoch bis zum Erbrechen wiederholt, dass schnell der Spaßofen aus ist und das permanente Rennen, Verstecken, Schreien und Gieren ganz schön auf den Zünder geht. Am Ende bleibt eine mittelprächtige Monster-Gurke, die ihr Potenzial eindeutig verschenkt hat. Was anfänglich hervorragend funktioniert, wird ab Filmmitte mangels Ideen fast schon zwanghaft wiederholt, damit man halbwegs Filmlänge erreicht. Schade eigentlich, denn wirklich guten Urzeit-Trash hätte dem Genre durchaus mal wieder gut getan. So sei RAPTOR RANCH einzig nur den Zuschauern empfohlen, die ein Faible für schlechten Geschmack besitzen, denn die dürften mit diesem Billig-Streifen trotz qualitativer Mängel eindeutig ihren Spaß haben.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
RAPTOR RANCH punktet mit hohem Spaß-Faktor und einer herrlich selbstironischen Inszenierung, die man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Der Splatter-Quatsch gefällt durch schräge Typen, liebenswert grottige Effekte und natürlich viel Kunstblut und einer Menge Körperteile aus Plastik. Monster-Trash wie er im Buche steht, der nicht nur Liebhabern bewusst schlecht gemachter Filme gefallen dürfte. Auch Besitzer einer Heimkinoanlage geraten bei so viel “dinoströsem” Schnaufen und Stampfen vor Freude in Entzückung.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Zensur

 
 
 
RAPTOR RANCH ist eine Dino-Splatter-Komödie. Da man die übertriebenen Grausamkeiten zu keiner Zeit ernst nehmen kann und hier die Gewalt von Tieren ausgeht, dürfte RAPTOR RANCH in der ungeschnittenen Filmfassung schon für Kids ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raptor (2001)
 
Carnosaurus (1993)
 
Carnosaurus 2 – Attack of the Raptors (1995)
 
Jurassic Park (1993)