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Beiträge mit Schlagwort “Horror-Remake

Filmkritik: „Our House“ (2018)

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OUR HOUSE

Story

 
 
 

In dieser kanadisch-deutschen Coproduktion öffnen drei Geschwister mit einer selbstgebauten Maschine versehentlich das Tor zu Geisterwelt und richten damit erheblichen Schaden an.

 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Kritik

 
 
 
Und mal wieder was mit Geistern – hatten wir in diesem Jahr bisher nur gefühlt 1500 Mal. Was diesen Film aber aus der Masse hervorstechen lässt ist die Tatsache, dass man mit OUR HOUSE ein Remake in den Händen hält. Regisseur ANTHONY SCOTT BURNS (HOLIDAYS – Segment: FATHER’S DAY) hat nämlich hier einen Film neu interpretiert, den es vor einigen Jahren schon einmal gab. GHOST FROM THE MACHINE schimpfte sich der auf Filmfestivals gelobte Gruselfilm, der angeblich nur schlanke 25.000 Dollar gekostet haben soll und bei Publikum und Presse wie eine Bombe einschlug. Offenbar waren vom Resultat selbst die Studiobosse von UNIVERSAL PICTURES begeistert. Die sicherten sich die Remake-Rechte und planten einen kommerziellen Schauerangriff in den Lichtspielhäusern. Für den war eigentlich GARY SHORE als Regisseur vorgesehen. Doch der dürfte so seine Gründe gehabt haben, sich letztendlich doch umzuentscheiden und das Regiezepter dem Kollegen ANTHONY SCOTT zu übergeben. Schaut man sich den fertigen OUR HOUSE an, kann man sich schon denken, woran es gelegen haben muss. Der Film ist nämlich weit weg von dem, was sich da Macher MATT OSTERMAN mit einfachen Mitteln für GHOST FROM THE MACHINE im Jahr 2010 ausgedacht hat. In der Neuverfilmung gibt es nämlich Gruselei für die breite Masse zu sehen. Originalität? Fehlanzeige! Da werden schon die Augen nur beim Lesen der Inhaltsangabe schwer. Wo sind nur die cleveren Gruselfilme im Stile eines THE SIXTH SENSE?
 
 
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Hätte Ethan (THOMAS MANN aus AMITYVILLE: THE AWAKENING) doch noch mehr Zeit mit der Familie verbracht. Seit der nicht mehr zu Hause wohnt und auf eigenen Beinen steht, muss er sich überwinden überhaupt mal nach Hause zu fahren, um Eltern und Geschwister zu besuchen. Doch die Schelte folgt auf dem Fuß. Die Eltern sterben bei einem Autounfall und Ethan bekommt einen Denkzettel für sein ignorantes Verhalten. Der muss sich fortan um die Geschwister Becca und Matt kümmern und zieht zurück in das Haus der Eltern. Aller Anfang ist schwer, zumal der junge Mann lernen muss, die Erziehung der Geschwister und den eignen Job auf die Reihe zu bekommen. Doch Ethan strebt Großes an. Mit einer selbstgebauten Maschine will er Glühlampen auch ohne Strom oder Steckdose zum Leuchten bringen. Leider offenbart das Gerät bald andere Stärken. Ist es erst einmal eingeschaltet, öffnet es das Tor zur Geisterwelt. Mit fatalen Folgen.
 
 
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Erst Drama, dann Horror. OUR HOUSE beginnt ganz brauchbar. Wir sehen, wie drei Geschwister nach dem Tod der Eltern irgendwie versuchen über die Runden zu kommen. Der ältere und zuvor noch rebellische Ethan wird zum Vormund. Statt lockeres Gammelleben, muss der nun Struktur in den Alltag bringen, damit aus den beiden jüngeren Geschwistern was Anständiges wird. Doch die Trauer über den Verlust der Eltern muss bald für paranormalen Schabernack weichen. Schnell entwickelt sich OUR HOUSE nämlich zum überraschungsarmen Gruselgroschenroman, der Spuk mit Mystery vermischt und sich dabei nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Hier ein paar falsche Fährten, dort vorhersehbare Schockmomente. Wirklich „scary“ ist OUR HOUSE leider zu keiner Minute, zumal erfahrene Gruselkenner schnell des Pudels Kern wittern werden und den Ausgang der Geschichte vorausahnen. Mehr unkonventionelle Gruselei hätte an dieser Stelle Not getan. Doch statt innovativer Angstmacherei mit frischen Ideen, läuft die in OUR HOUSE zelebrierte Geisterbahn nach altbekannter Schauerrezeptur ab. Erschrecken, schreien, laufen und retten. Geisterfilme sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren. Angesehen und abgehakt – der nächste Gruselfilm wartet bereits.
 
 
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OUR HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Handwerklich souverän inszenierter Gruseltrip, dem es aber an Originalität mangelt. Was wie ein deprimierendes Familiendrama beginnt, entpuppt sich leider recht schnell als vorhersehbarer Mix aus Hoopers POLTERGEIST, WHITE NOISE und ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT, der zu verkrampft darum bestrebt ist, sein PG-13 zu halten. Das bedeutet unterm Strich: seichte Gruselunterhaltung für die ganze Familie, die mit billigen Taschenspielertricks versucht den Zuschauer zu erschrecken. OUR HOUSE ist ein Remake eines Streifens aus dem Jahr 2010. Leider bringt es hier mal wieder die Film-Weisheit auf den Punkt, dass Neuverfilmungen meist im Schatten ihrer Vorlagen stehen. Während GHOST FROM THE MACHINE (so der Originalfilm) auf Filmfestivals gelobt wurde, dürfte über OUR HOUSE bald niemand mehr sprechen. Der Grund hierfür ist ganz einfach: OUR HOUSE bleibt nicht im Gedächtnis, weil er genau das abspult, was man bereits unzählige Male in gleicher Form im Kino zu sehen bekommen hat. Schade.
 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Zensur

 
 
 
Wer auf Gewaltmomente hofft, wird enttäuscht werden. In OUR HOUSE gibt es keine Schauwerte. Es fließt weder Blut, noch sterben Menschen vor der Kamera. Einige unheimliche Geisterszenen könnte etwas Gänsehaut bewirken. Sonderlich gruselig ist OUR HOUSE aber nicht. In Amerika erhielt der Streifen ein niedriges PG-13. Diese Freigabe ist gerechtfertig. Hierzulande gibt es wohl eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
White Noise (2005)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 
The Darkness (2016)
 
Jessabelle (2013)
 

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Filmkritik: „Blood Feast“ (2016)

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BLOOD FEAST

(BLOOD FEAST – REMAKE)

Story

 
 
 

Ein Familienvater verfällt einer alten, ägyptischen Göttin, die ihn zu Mord und Kannibalismus anstiftet.

 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Folge: Remakes, die die Welt nicht braucht. Diesmal hat es einen Klassiker getroffen, der vor vielen Jahren wegen drastischer Gewaltszenen für Furore gesorgt hat und deswegen in vielen Ländern geschnitten werden musste. Die Rede ist vom Video Nasty BLOOD FEAST, der nun schon über 50 Jahre auf dem Buckel hat und seinerzeit etwas Neues zu bieten hatte. So gilt der Streifen als einer der ersten seiner Art, der drastische Splatter-Szenen auf die Leinwand brachte und damit seine Zuschauer schockieren wollte. Mit knapp 24.500 US-Dollar wurde in detaillierter Weise gezeigt, wie einem Menschen die Zunge herausgerissen, in Organen gewühlt oder eine Leiche zerstückelt wurde. Was heute ganz selbstverständlich in jedem Horrorfilm Verwendung findet, war im Jahr 1963 tabubrechend und machte nicht nur Regisseur und „Godfather of Gore“ HERSCHELL GORDON LEWIS über Nacht berühmt. Sein BLOOD FEAST stampfte ein neues Subgenre innerhalb des Horrorfilms aus dem Boden, das erst in den 1980ern so richtig an Fahrt gewinnen sollte und sich bis heute erfolgreich behaupten kann: der Splatter- und Gorefilm. Genau jenem wegweisenden Stück Zelluloid hat sich nun der deutsche Genre-Regisseur MARCEL WALZ angenommen. Der kennt sich mit Blut und Gewalt aus, hat der doch in der Vergangenheit viel Leid auf Blu-ray und DVD pressen lassen, das leider nur bei Fans unmenschlicher Grausamkeiten gut ankam. Umso mehr überrascht es, dass sich der Filmemacher nach so überflüssigem Bullshit wie SCHLARAFFENHAUS und LA PETITE MORT an einem wegweisenden Klassiker bedient. Ob das gut gehen kann?
 
 
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Wenn Papa seine Pillen nicht schluckt. Fuad Ramses ist mit Frau und Tochter von Frankreich nach Amerika gezogen. Doch so wirklich glücklich ist der Vater hier nicht. Er führt ein Restaurant, das aber nicht sonderlich gut läuft. Damit man über die Runden kommt, arbeitet das Familienoberhaupt in einem Museum für alte, ägyptische Kultur. Hier ist er als Nachtwächter tätig und kommt so mit der Statue der Göttin Ishtar in Berührung, die schnell in den Bann zieht und dessen Verstand vernebelt. Die Folge: Fuad Ramses handelt von Sinnen und beginnt Menschen zu ermorden, um für die ägyptische Hoheit ein rituelles Fest vorzubereiten, das zufriedenstellen soll. Dass der Familienvater seine tägliche Ration Pillen vergisst einzunehmen, kommt der Göttin geradezu Recht. So lässt sich das Opfer leichter manipulieren und für eigene Zwecke missbrauchen. Ein großes Festmahl ist somit garantiert. Guten Appetit.
 
 
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Erhält jetzt auch noch unterirdischer Trash eine Frischzellenkur? Zu aller Überraschung ist die Neuverfilmung – trotz des Regisseurs MARCEL WALZ – weitaus besser, als seine Vorlage. Erfahrene Horrorfilmkenner wundert das aber wenig. Zwar ist der Originalfilm aus filmhistorischer Sicht interessant, gilt aber dennoch als grottenschlechter Exploitationstreifen, der für heutige Verhältnisse dilettantisch und deshalb auch unfreiwillig komisch wirkt. Ganz anders die Neuverfilmung. Die wurde an die heutigen Sehgewohnheiten angepasst, besitzt hektische Schnitte, schwarzen Humor, dreckigen Look und professionell gemachte Spezialeffekte. Zudem erzählt der „neue“ BLOOD FEAST auch eine halbwegs gescheite Geschichte. Warum wir das erwähnen? Ganz einfach, weil der deutsche Indie-Regisseur MARCEL WALZ in der Vergangenheit mit eher billigem Unterground-Splatter und amateurhaften Folterunsinn von sich hören lassen hat, der es nur auf die niederen Instinkte abzielen wollte. Nun bot sich dem Regisseur die Gelegenheit endlich mal an einem richtigen Film zu arbeiten, der weitaus professioneller inszeniert werden sollte, als die bisherigen Werke des Filmemachers.
 
 
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Nun gut, der erhoffte Kracher ist das Remake leider nicht geworden. Der Film hat zweifelsohne seine Höhepunkte, die natürlich – als hätte man es geahnt – in der zelebrierten Gewalt zu suchen sind. Überraschenderweise wird diese wohldosiert eingesetzt und ist überschaubar. Das ist dahingehend verwunderlich, weil sich der deutsche MARCEL WALZ gerade deswegen in Fankreisen einen Namen machen konnte und nun den Blutfluss drosselt. Eingefleischten Anhängern des kontroversen Regisseurs dürfte das bitter aufstoßen. Der hat aber mit BLOOD FEAST den wohl rundesten Film gemacht hat, den man bisher von ihm zu sehen bekam. Das liegt einerseits an den professionellen Schauspielern, die zur Abwechslung mal was können. So konnte man für die Hauptrollen die aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 bekannte CAROLINE WILLIAMS gewinnen. Ihr zur Seite steht ROBERT RUSLER, der auch schon in einigen Horrorfilmen zu sehen war, die nicht unbekannt sind. Darunter NIGHTMARE 2 – DIE RACHE sowie die Stephen-King-Verfilmung MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER. Die Schauspielerfahrung der genannten Darsteller macht sich bezahlt. Dank deren Können, ist BLOOD FEAST weitaus ertragbarer, als die Vorlage. Dort wurden in erste Linie untalentierte Akteure engagiert, denen man ansah, dass sie ihre Texte ablasen. Den Amateurfilmstatus lässt die Neuverfilmung demnach hinter sich.
 
 
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Dennoch sollte man sich die Neuverfilmung nicht zu schön reden. Momentan leben wir in einer Zeit, in der man regelrecht von Horrorfilmen überschüttet wird. Das ermüdet, weil die meisten Produktionen stets nach gleichem Ablauf inszeniert werden, die Überraschungen missen lassen. BLOOD FEAST bildet keine Ausnahme und daddelt seine dünne Geschichte nach gewohnter Manier ab. So werden regelmäßig Jungakteure abgeschlachtet und am Ende gibt es ein deftiges Finale zu bestaunen. Wem die Einfachheit der Verläufe ausreicht, um unterhalten zu werden, dürfte – gerade wegen einiger Blutszenen – solide unterhalten werden. Alteingesessene Filmkenner, die im Horrorfilme schauen geübt sind, werden früh gelangweilt abschalten, weil die Neuverfilmung weder Neuerungen noch Risikos wagt. Somit ist BLOOD FEAST ein Remake unter vielen. Wegen rudimentärer Dialoge, Ideenarmut und vorhersehbaren Handlungssträngen wird sich an diese Neuinterpretation wohl schnell niemand mehr erinnern können. Macht das einen guten Horrorfilm aus? Wir meinen: Nein!


 
 
 

BLOOD FEAST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düsteres Horror-Remake mit hervorragenden Splatter-Szenen. Die Neuverfilmung des Splatter-Klassikers ist ein zweischneidiges Schwert. Der Film dürfte wohl nicht einmal ansatzweise den Kultstatus erreichen, den das Original aus der Mache des HERSCHELL GORDON LEWIS mittlerweile genießt. Dazu fehlen der Neuauflage einfach Alleinstellungsmerkmale, um aus dem riesigen Pool an blutigen Filmen hervorstechen zu können. Wer BLOOD FEAST gesehen hat, dürfte verstehen, was gemeint ist. Das Remake ist beliebig und bleibt nicht einmal wegen seiner hervorragenden Spezialeffekte im Gedächtnis. Das mutet grotesk an, weil sich das Original vor über 50 Jahren gerade wegen seiner zelebrierten Schaufreudigkeit einen Namen machen konnte. Lobenswerterweise muss man aber sagen, dass Regisseur MARCEL WALZ eine positive Entwicklung an den Tag legt. Der bewegte sich mit seinen bisherigen Schmuddelfilmen eher auf gehobenem Amateurfilmstatus. Seine Interpretation zu BLOOD FEAST sieht zur Abwechslung mal aus, wie ein richtiger Spielfilm und besitzt endlich auch mal echte Schauspieler. Leider ist das Ergebnis nur ein solider Horrorfilm mit einigen Bluteinlagen. Erinnern wird sich an dieses Remake nach Sichtung niemand mehr. Dennoch Herr Walz, die Richtung stimmt schon mal. Mal schauen ob er’s in den nächsten Jahren auch noch in die Riege ernstzunehmender Horrorfilmemacher schaffen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Zensur

 
 
 
Für einen Film aus der Mache von MARCEL WALZ ist die gezeigte Brutalität ungewöhnlich zurückhaltend. Es wird etwas Fleisch von Körperteilen geschnitten. Zudem gibt es einen Kehlenschnitt zu sehen. Am Ende wird genüsslich rohes Fleisch vom lebenden Menschen gefuttert. Mit etwas Glück gibt es für BLOOD FEAST eine ungeschnittene Freigabe ab 18 Jahren. Hierzulande liegen die Rechte bei TIBERIUS FILM. Das Label hat bereits eine Filmversion von der FSK prüfen lassen und dafür den roten FSK-Flatschen erhalten. Ob es sich hierbei um die Rated-R-Fassung handelt oder um die Unrated-Fassung, welche MARCEL WALZ nach dem US-Release der kürzeren Filmversion noch einmal in Amiland ins Kino gebracht hat, ist zum momentanen Zeitpunkt ungewiss. Eine deutsche Veröffentlichung ist voraussichtlich für Sommer 2018 angedacht.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei GUNDO ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Feast (1963)
 
Blood Diner (1987)
 
American Burger (2014)
 
Hostel (2005)


Filmkritik: „Day of the Dead: Bloodline“ (2017)

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DAY OF THE DEAD: BLOODLINE

Story

 
 
 

Zombie-Apokalypse, die 1598783258te. Diesmal dreht sich alles um eine junge Ärztin, die offenbar einem Heilmittel auf die Spur kommt, das Menschen vor dem Zombie-Dasein bewahrt.

 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Kritik

 
 
 
Was wäre die Zombiewelt nur ohne den Vater dieser Kreaturen: GEORGE A. ROMERO. Der Kult-Regisseur drehte mit NIGHT OF THE LIVING DEAD nicht nur einen wegweisenden Horror-Klassiker, den man auch 50 Jahre nach Entstehung gut und gern zitiert. Ganz nebenbei legte er mit seinem kritischen Zombiestreifen den Grundstein für unzählige Zombiefilme, die beinahe täglich in Händlerregale gestellt werden und dort ihr belangloses Dasein fristen. Gleiches Schicksal dürfte auch den folgenden Zombie-Schocker ereilen, der den Zuschauer mit heimtückischer Taktik um sein schwer verdientes Geld bringen möchte. DAY OF THE DEAD: BLOODLINE erweckt nämlich den Anschein, als habe der Streifen mit den Filmen des GEORGE A. ROMEROS zu tun. Der leider 2017 verstorbener Filmemacher ließ nach seinem zeitkritischen Zombie-Hit fünf weitere Filme folgen – darunter einen mit ähnlichem Namen: DAY OF THE DEAD. Doch mit besagtem Klassiker hat der hier vorgestellte B-Actioner – bis auf Zombies – nur wenig im Hut. Statt tiefgründiger Botschaft setzt man auf Action. Das immerhin schnörkellos und sauber. Es mag Zuschauer geben, denen das ausreicht. Herje!
 
 
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Ein weiterer Zombiefilm geschustert nach bekannter Formel. Wieder einmal bricht ein Zombie-Virus aus und macht Menschen zu willenlosen Sklaven des Bösen. Die Zombie-Apokalypse breitet sich über den gesamten Erdball aus und rafft fast die gesamte Menschheit dahin. Ein paar Menschen können sich retten. So auch Wissenschaftlerin und Ärztin Zoe. Die lebt nun schon seit knapp fünf Jahren in einem militärischen Bunker, wo sie Forschungen betreibt, um ein Gegenmittel für die Krankheit zu finden. Als ein kleines Mädchen im Bunker erkrankt, muss Medizin beschafft werden. Weil sich Vorräte dem Ende neigen, beschließt man Nachschub zu holen. Zusammen mit einem Team mutiger Soldaten begibt man sich auf eine Reise voller Gefahren. Doch eine der größten Gefahren folgt dem Team auf dem Heimweg ins Camp. Ein ehemaliger Patient der mutigen Ärztin findet einen Weg in den sicheren Bunker. Der war schon zu Lebzeiten von der attraktiven Zoe besessen und besitzt – trotz Zombiedasein – immer noch Gefühle für die taffe Forscherin. Das bekommt auch das Objekt seiner Begierde zu spüren. Doch die Ärztin hat andere Pläne. Offenbar ist das Blut des infizierten Rosenkavaliers aus einem besonderen Saft. Der zeigt nämlich weitaus menschlichere Züge, als die meisten der Infizierten. Trägt dieser Zombie etwa die Lösung des Übels in sich? Genau das vermutet auch Zoe und beginnt mit ihrer Forschung nach einem Heilmittel am „lebenden“ Zombie.
 
 
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Der heimtückische Blender mit dem irreführenden Titel DAY OF THE DEAD: BLOODLINE soll angeblich ein Remake des von Romero erschaffenen dritten Teils der legendären Zombie-Saga sein. Das Original hat nun schon einige Jährchen auf dem Buckel, weshalb man dringend Bedarf gesehen hat, den angestaubten Stoff neu interpretieren zu müssen. Dass ein solches Vorhaben graue Haare wachsen lässt, dürfte verständlich sein, schließlich gilt der originale DAY OF THE DEAD als einer der besten Zombiefilme, die jemals gedreht wurden. Und als habe man es geahnt: das Quasi-Remake DAY OF THE DEAD: BLOODLINE entpuppt sich als geschlagener Verlierer. Warum? Ganz einfach: Der Film hat kaum noch etwas mit seiner Vorlage gemein und radiert all das aus dem Drehbuch, was den Film des GEORGE A. ROMERO so ausgezeichnet hat. Wo im Original einfühlsam belehrt wurde, dass Zombies – trotz niederer Instinkte – noch immer Menschen sind, verzichtet DAY OF THE DEAD: BLOODLINE auf Substanz und Kritik. Hier liegt der Fokus auf der Befriedigung niederer Instinkte – koste es, was es wolle. Der Zuschauer wird mit reichlich Action bei Laune gehalten und bekommt hin und wieder Gewalt zu sehen. Doch ist das schon alles? Aber selbstverständlich. Dem Film mangelt es – wie seinen Kreaturen – an Hirn. Das wird vor allem an den Fehlentscheidungen aller Protagonisten deutlich. Die leben zwar bereits seit fünf Jahren in täglicher Angst und haben nach einer Zombie-Epidemie gelernt mit Taktik und Köpfchen der blutgeilen Bedrohung aus dem Weg zu gehen. Von Klugheit spürt man im Film aber nichts. Dort werden die vielen Figuren plötzlich zu Freiwild und hegen offenbar den Wunsch sterben zu wollen. Da wird unvorsichtig durch Szenarien gepoltert, um Zombies aus ihren Verstecken zu locken. Die Folgen sind vorhersehbar: Nahezu alle Protagonisten müssen wegen mangelnder Vorsicht ihr Leben lassen. Alles, wie eh und je eben. Das Zombie-Genre hängt leider seit Jahren in einer Dauerschleife fest.
 
 
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DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Einfache Unterhaltung für einfache Gemüter. Was nur hat man HÈCTOR HÉRNANDEZ VINCENS gezahlt, dass er sich so ungeniert am Romero-Klassiker DAY OF THE DEAD vergehen musste. Der spanische Regisseur hatte mit DIE LEICHE DER ANNE FRITZ einen Genre-Geheimtipp inszeniert und verkauft sich nun mit dem Remake zu DAY OF THE DEAD unter Wert. Seine Neuauflage ist weit weg von der Genialität der Vorlage, die Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO im Jahr 1985 auf die Leinwand gebracht hat. Der ging es in seinen Filmen gern mal kritisch an und ergänzte den dritten Teil seiner aus fünf Streifen bestehenden Untoten-Filmreihe um gesellschaftspessimistische Aspekte. Sozialkritik sucht man in der hier vorliegenden Neuauflage vergebens. Das Remake DAY OF THE DEAD: BLOODLINE ist bei genauerer Betrachtung ein lupenreines B-Movie, das ausschließlich auf Action und Make-up-Effekte abzielt. Zugegeben ist beides von besserer Qualität, als das, was einem mittlerweile im Zombie-Sektor zugemutet wird. Dennoch ist DAY OF THE DEAD: BLOODLINE nichts weiter, als Stangenware an welche man sich schon bald nicht mehr erinnern wird. Da kann man nur froh sein, dass Romero unlängst verschieden ist. Der hätte vermutlich nie zugelassen, dass man aus seinem Kultfilm derart hanebüchenen Edel-Trash macht. Daher Kopf ausschalten, beschallen lassen und wieder aus dem Gedächtnis radieren. Zu mehr taugt DAY OF THE DEAD: BLOODLINE leider nicht.
 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Zensur

 
 
 
DAY OF THE DEAD: BLOODLINE ist gewalttechnisch ähnlich aufgebaut, wie die meisten dieser Sorte Film. Es gibt Biss- und Fressszenen zu sehen. Diese wurden professionelle in Szenen gesetzt. Gleiches gilt für das modrige Zombie-Make-up. Hierzulande gab es ohne Probleme eine Erwachsenenfreigabe. Die erhältliche Kaufhausfassung mit dem roten FSK-Flatschen ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Day of the Dead: Bloodline; Bulgarien | USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Making-of, Interviews, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 25.01.2018

 
 

Day of the Dead: Bloodline [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Day of the Dead (2008)
 
What We Become (2015)
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Rezort (2015)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 


Filmkritik: „Inside“ (2016)

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INSIDE

(INSIDE – REMAKE)

Story

 
 
 
Ein spanisches Remake des französischen Horrorfilms INSIDE: So schnell steigt die hochschwangere Sarah Clarke (RACHEL NICHOLS) nicht wieder in ein Auto. Nach einem Autounfall verliert die nämlich nicht nur ihr Gehör. Auch der Gatte stirbt unter tragischen Umständen am Unfallort und lässt die Mutter allein mit dem ungeborenen Nachwuchs zurück. Keine leichte Situation für Sarah, die das gemeinsame Haus verkaufen und es sich trotz Kummer an Heiligabend allein Zuhause gemütlich machen möchte. Da klopft es plötzlich an der Tür. Eine Dame bittet um Einlass, weil sie eine Autopanne hat. Nun benötigt sie ein Telefon, um einen Anruf tätigen zu können. Doch die junge Mutter hat kein gutes Gefühl. Sie weist die Unbekannte ab und lenkt somit den Zorn der Hilfesuchenden auf sich. Natürlich wird schnell klar, dass der unerwartete Besuch andere Gründe hat. Die Frau will das ungeborene Kind der ahnungslosen Mutter und verschafft sich Zutritt zum Haus. Was folgt ist kein Kaffeekränzchen. Die beiden Damen liefern sich ein unerbittliches Kopf- an Kopfrennen, das nur einen Sieger kennt. Mutterglück geht eben über Grenzen hinaus. Ein hektischer Adrenalinkick! Trotz „Made in Spain“ diesmal Schrecken in englischer Sprache! Verkauft sich international besser.

 
 
 


 
 
 

INSIDE – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, die darf man einfach nicht neu drehen, weil man sonst den Zorn von Horrorfans auf sich lenkt. So stehen bestimmte Horrorklassiker auf der Liste geschützter Lieblingsfilme, deren Neuinterpretationen bereits im Vorfeld verrissen werden noch bevor überhaupt ein Drehbuchschreiber am Schreibtisch gesessen hat. Doch nicht nur alter Kult-Horror wird von Anhängern verehrt und verteidigt. Auch viele neuere Produktionen stehen mittlerweile unter Schutz und Vergehen wird nicht selten mit Hetze bestraft. So geschehen mit der amerikanisierten Neuinterpretation des französischen Extrem-Schockers MARTYRS. Die Vorlage gilt als einer der größten Errungenschaften modernen Horrorkinos und hat mittlerweile eine riesige Fanbase aufgebaut, die sich über den gesamten Globus verteilt. Deren Empörung war natürlich groß, als im Internet die Nachricht von einem Remake die Runde machte. Letzteres wurde veröffentlicht und von Zuschauern und Kritikern nicht unbedingt mit Lob überhäuft. Demzufolge verschwand es so schnell wie es gekommen war wieder in der Versenkung. Berechtigt!
 
 
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Gleiches Schicksal dürfte auch dem hier besprochenen INSIDE ereilen. Auch bei diesem Horrorthriller handelt es sich um die Neuverfilmung eines Beitrags genannten Extremkinos aus Frankreich, welches in den 2000ern aufgrund fragwürdiger Gewaltausbrüche für Furore gesorgt hat. Leider dürfte die Kontroverse nicht wiederholt werden, denn das INSIDE-Remake sieht zwar makellos aus, besitzt aber nicht einmal annähernd den Zündstoff, den einst der von JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO inszenierte Home-Invasion-Stoff unter dem Titel À L’INTÉRIEUR geliefert hat. Das mutet seltsam an, hat doch diesmal auf dem Regiestuhl jemand Platz genommen, der sich eigentlich mit Terror in den eigenen vier Wänden auskennt. Der Spanier MIGUEL ÁNGEL VIVAS drehte vor einigen Jahren mit KIDNAPPED einen nicht minder reißerischen Vertreter der Gattung Home-Invasion-Horror. Auch dort wurden alle Register klassischer Exploitation gezogen, um den Zuschauer schockieren zu können. Da fragt man sich doch glatt, was im Falle von INSIDE schiefgelaufen ist. Das Remake ist trotz Horror-Fachmann eine Enttäuschung und dürfte die Vita des talentierten Filmemachers nicht unbedingt bereichern. Shit happens manchmal!
 
 
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Vermutlich wäre der spanische INSIDE ein passabler Vertreter des Genres geworden, wenn es da nicht schon die Vorlage gegeben hätte, die letztendlich bereits alles gesagt hat, was es zu sagen gibt. Viele Neuerungen gibt es im Remake nämlich nicht zu sehen, denn der Film erzählt gleichen Stoff wie das Original und weicht dabei nur wenig vom rechten Weg ab. Das macht die Neuauflage irgendwie überflüssig, die zudem auch hinsichtlich Gewalt einen Rückzieher macht mit der sich immerhin der französische INSIDE von 2007 in die Herzen von Horrorfans schlitzen konnte. Statt Blutkeule probiert sich der spanische Regisseur MIGUEL ÁNGEL VIVAS in Sachen Suspense und Thrill aus. Demzufolge ist das Katz- und Mausspiel weitaus hektischer geraten, als anfangs vermutet – scheitert aber an Ideenarmut und den katastrophalen Entscheidungen seiner Figuren. Was dem Zuschauer hier zugemutet wird, ist jenseits von Gut und Böse. Selten hat man einen Horrorfilm zu Gesicht bekommen, in dem die Dummheit seiner Protagonisten einen ganzen Film zerstört. Rationales Denken ist hier Fehl am Platz. Egal, ob Nachbar, Angehörige oder die Polizei – niemand denkt hier über Konsequenzen für unüberlegtes Handeln nach. So fliegen alle Figuren wie Motten ins Licht und geraten somit in die Fänge einer schwarzen Witwe, die mit den naiven Opfern kurzen Prozess macht. Die Auszeichnung für den im wahrsten Sinne des Wortes „dümmsten Film“ der letzten Jahre geht somit zweifelsohne an den englischsprachigen INSIDE. Spanien 12 Punkte – Herzlichen Glückwunsch!
 
 
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Unterm Strich steigt die Neuinterpretation des Splatter-Hits INSIDE in die gleichen Fußstapfen, wie die meisten Neuverfilmungen beliebter Horrorfilme. Der Streifen macht zwar handwerklich und atmosphärisch einiges her, bestätigt aber Zweifler darin, dass lieber neue Filminhalte fürs Lichtspielhaus inszeniert werden sollten, statt kalten Kaffee immer neu aufzuwärmen. Der spanische INSIDE verdeutlicht einmal mehr, dass Neuinterpretationen nur dann Sinn machen, wenn man sie auch wirklich neu und auf eigene Weise interpretiert. Das kann passieren, wenn Klassiker einfach nicht mehr heutigen Sehgewohnheiten entsprechen und man angestaubte Botschaften in neue, moderne Zeiten transferieren möchte. Demzufolge bleibt fraglich, was Filmemacher MIGUEL ÁNGEL VIVAS denn mit seinem INSIDE bezwecken wollte? Letztendlich lag es wohl bestimmt wieder am amerikanischen Zuschauer. Bekanntermaßen bevorzugt der englischsprachige Produktionen, weil er bei internationalen Filmen zu bequem ist deren Untertitel zu lesen. Manchmal ist eben nur Original legal. Immerhin geht’s diesmal glücklich aus. Die Neuauflage von INSIDE verfügt nämlich über ein Happy End in dem sich die schwangere Filmheldin mit Hilfe einer Geburts-Metapher selbst ins Leben zurückkämpft. Das dürfte dem Mainstream-verwöhnten Allesschauer in Amerika gefallen. Wir Europäer hier brauchen die rosarote Brille nicht, denn uns genügt das grimmige, bitterböse und rohe Original aus Frankreich. Das Leben ist eben nicht immer nur Ponyhof.
 
 
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INSIDE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Versuch Schockwirkung auch ohne Blutkeile zu bewirken. Der englischsprachige INSIDE aus Spanien wäre vermutlich kein übles Remake geworden, wenn sich einerseits die Figuren gescheit verhalten hätten und sich Regisseur MIGUEL ÁNGEL VIVAS etwas weiter von der Vorlage entfernt hätte. Bis auf eine Verfolgungsjagd am Ende und dem guten Ausgang der Geschehnisse sind die Verläufe nahezu identisch zum französischen INSIDE von 2007. Nur bei der Gewalt wird ein Gang heruntergeschalten. Somit taugt der Film nur für jene, die sich bisher noch nicht an das französische Original herangetraut haben, weil es ihnen einfach zu brutal gewesen ist. Dennoch ist auch diese Neuverfilmung überflüssig, weil der Sinn dahinter nicht schlüssig ist. Aber in Zeiten schnell verdienten Geldes sind Gründe eher Nebensache. Vermutlich geht es ohnehin nur um Geldschneiderei. Das nächste (unnötige) Remake wartet wahrscheinlich bereits auf seine Veröffentlichung. Somit kann man den spanischen INSIDE sehen, abhaken und wieder vergessen. Wir meinen: Offensichtliche Budget- und für Horrorfans definitiv Zeitverschwendung.
 
 
 


 
 
 

INSIDE – Zensur

 
 
 
Das spanische Remake hält sich in Sachen Gewalt zurück. Einige kurze Gemeinheiten gibt es dennoch zu sehen. So kommt eine Spiegelscherbe zum Einsatz, die in einen Hals gestochen wird. Weiterhin greift man auf gutes altes Mordhandwerk zurück: dem Küchenmesser. Anders wie der Originalfilm aus Frankreich, dürfte es der spanische INSIDE bei der FSK einfacher haben. Man darf auf eine Freigabe ab 16 Jahren hoffen.
 
 
 


 
 
 

INSIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Nostromo Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
À l’intérieur (2007)
 
The Clinic (2010)
 
Das Wiegenlied vom Tod (2016)
 
Schlaraffenhaus (2011)
 


Filmkritik: „Dementia 13“ (2017)

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DEMENTIA 13

(HALORAN MANOR)

Story

 
 
 

Eine wohlhabende Familie wird beim alljährlichen Gedenken eines verstorbenen Familienmitglieds mit seltsamen (blutigen) Vorkommnissen konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA 13 – Kritik

 
 
 
Vermutlich ist der Klassiker DEMENTIA 13 nur den wenigsten Horrorfilmfans ein Begriff. Das ist auch kein Wunder, war der Streifen bereits bei seinem Erscheinen im Jahr 1963 kein sonderlich nennenswertes Gruselerlebnis, ist aber trotzdem keine Nullnummer, weil er vom damals erst 24-jährigen FRANCIS FORD COPPOLA gedreht wurde. Letzterer brachte es Jahre später mit Kultfilmen wie DER PATE oder APOCALYPSE NOW zu Weltruhm, begann die Karriere aber mit eher bescheidenen Horrorfilmen bei denen er sogar Unterstützung von B-Movie-Legende ROGER CORMAN erhielt. Weil viele amerikanischen Filmstudios keine neuen Ideen haben und immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen, hat man sich nun erwähnten DEMENTIA 13 gekrallt, durch den Zelluloid-Fleischwolf gejagt und was Kommerzielles draus gemacht. Entstanden ist mal wieder eine auf Hochglanz gebürstete Neuauflage eines (nicht grundlos) vergessenen Horrorklassikers, der immerhin das Kunststück gelingt besser zu sein, als die Vorlage. Wunder geschehen. Lobpreiset den Herrn!
 
 
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Von Axtmördern, habgierigen Kleinkriminellen und mysteriösen Stimmen. Im Remake zu DEMENTIA 13 entfacht der tragische Tod eines kleinen Mädchens eine Spirale der Gewalt. Eine wohlhabende Familie kommt jedes Jahr aufs neues zusammen, um einem furchtbaren Schicksalsschlag zu gedenken. Vor vielen Jahren ist das damals sechsjährige Familien-Nesthäkchen Kathleen im Teich ertrunken. Damit der Tod nicht in Vergessenheit gerät, hat man eine Zeremonie ins Leben gerufen, an der sich alle Familienmitglieder einmal im Jahr beteiligen müssen. Doch diesmal steht die Zusammenkunft unter keinem guten Stern. Ein Axtmörder treibt nämlich sein Unwesen und hat es auf die trauernden Gäste abgesehen. Doch nicht nur der Killer bringt den Familienfrieden ins Wanken. Auch zwei Kriminelle machen auf dem Anwesen Halt. Die möchten sich aber nicht am Trauermarsch beteiligen, sondern sind nur am Geld der Gesellschaft interessiert. Leider ist es damit nicht genug. Offenbar sieht man in diesem Horrorstreifen auch noch Geister, was eine Kette von Umständen in Gang bringt, die für viele Figuren dieser Neuauflage den Tod bedeutet. Ein Film – viele Nebenstränge. Man hat sich schon schlechter unterhalten gefühlt.
 
 
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Als FRANCIS FORD COPPOLA vor über fünfzig Jahren die Vorlage inszenierte, musste er seinem Produzenten und Gönner ROGER CORMAN versprechen so viel Sex und Gewalt in den fertigen Film zu packen, dass dem Publikum davon übel wird. Natürlich ist die Sensationsgier des gewaltgeilen Zuschauers auch heute noch ungebremst, wobei dieser in der Neuverfilmung von DEMENTIA 13 Erwartungen herunterschrauben muss. Der hübsch gefilmte Slasher hat natürlich böse Szenen zu bieten, verläuft sich dabei aber nicht im Blut- und Gewaltrausch. Doch die bebilderten Grausamkeiten im Remake sind ohnehin nur Nebensache. Vielmehr versucht Regisseur RICHARD LEMAY zu verwirren. Der ist darum bestrebt das Publikum auf falsche Fährten zu locken, um die Identität des Axtmörders möglichst lang verschleiern zu können. Deshalb treibt er den Zuschauer durch unterschiedliche Horror-Subgenres. So macht DEMENTIA 13 erst im Slasher-Genre halt, streift anschließend das Home-Invasion-Fach und schließt den Schauer-Cocktail mit Geister-Puppen-Grusel im Stile eines DOLLS ab. Wer denkt, dass zu viele Zutaten den Brei verderben, irrt gewaltig. Wenn man DEMENTIA 13 etwas nicht vorwerfen kann, dann ist es mangelnde Abwechslung und fehlende Originalität. Der Mix aus verschiedenen Subgenres fordert den Zuschauer und macht DEMENTIA 13 zu einem interessanten Verwirrspiel, das in der zweiten Filmhälfte auch noch richtig spannend wird. Was ist hier des Pudels Kern und warum müssen vermeintlich unschuldige Menschen sterben? Was hat es mit den flüsternden Stimmen auf diesem alten Landsitz auf sich? Spuken hier etwa Geister umher und wer versteckt sich hinter der Maske eines abgebrühten Axtmörders? Alle Antworten des atmosphärischen Horrorkrimis werden im Finale gelüftet und machen DEMENTIA 13 zu einem sehenswerten Horrorbeitrag, der im Gegensatz zur Vorlage auch noch andere Wege geht. Das dürfte auch jene freuen, die den Originalfilm kennen. Statt originalgetreu zu adaptieren, hat man im Remake Neuerungen und genug Überraschungen eingebaut, um das Rätselraten auch für Kenner der Vorlage zum Erlebnis zu machen. Gerade weil die Neuauflage eigene Wege geht, gehört DEMENTIA 13 zu den besseren Remakes von denen man in den letzten Jahren zweifelsohne zu viele aufgetischt bekommen hat. Leider waren die meisten einfach nur schlecht, beliebig oder überflüssig. Da ist ein Film wie DEMENTIA 13 eine regelrechte Wohltat. Gute Horrorunterhaltung – kurzweilig und schnörkellos.
 
 
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DEMENTIA 13 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Originell, spannend und im Finale auch noch herrlich schaurig. Der Slasher DEMENTIA 13 ist ein Horror-Remake, das endlich mal wieder Daseinsberechtigung besitzt und besser ist, als das Original. In dieser Neuauflage ist ziemlich viel los, denn Regisseur RICHARD LEMAY verbindet mehrere Subgenres miteinander. Was woanders wohl für Chaos gesorgt hätte, harmoniert in DEMENTIA 13 erstaunlich gut. Der Genre-Mix wirkt zu keiner Zeit störend. Ganz im Gegenteil. Durch die Kombination diverser Subgenres gelingt das Kunststück der falschen Fährten. Für einen Slasher unabdinglich, in dem vor allem die Identität des Killers möglichst lang geheim gehalten werden muss, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers gewinnen zu können. Weil sich DEMENTIA 13 nicht so schnell durchblicken lässt, ist der Horrorthriller vor allem für Slasher-Fans interessant. Die bekommen hier nicht die ewig gleiche Geschichte vor die Linse, in der ein meuchelnder Killer spannungsfrei Menschen abmeuchelt. Stattdessen hat man an Neuerungen gefeilt, um auch mal etwas Abwechslung in das etwas eingerostete Slasher-Genre zu bringen. Aufgrund dessen ist das DEMENTIA 13-Remake eine Bereicherung für diese Filmgattung. Horrorfilmfans, die schon so ziemlich viele (Schema-F-)Schocker gesehen haben und es nach Originalität dürstet, wird´s vermutlich freuen.
 
 
 


 
 
 

DEMENTIA 13 – Zensur

 
 
 
DEMENTIA 13 ist zwar ein Slasher, aber nicht unbedingt der brutalste. Die Gewalteinlagen bewegen sich auf FSK16-Niveau. So wird einer Protagonistin der Brustkorb mit einer Axt eingeschlagen. Gegen Ende werden Köpfe mit Schusswaffen bearbeitet und eine Filmfigur im See ertränkt. Sollte der Streifen hierzulande erscheinen, gibt es definitiv eine Jugendfreigabe – vermutlich mit blauem FSK16-Flatschen.

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA 13 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Chiller Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dementia 13 (1963)
 
Dislike (2016)
 
You’re Next (2011)
 


Filmkritik: „Rings“ (2016)

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RINGS

(RING 3)

Story

 
 
 
Fortsetzung und gleichzeitig Reboot zum amerikanischen Horrorfilm THE RING von 2002. Auch im dritten Film machen Menschen Bekanntschaft mit einem unheimlichen Geistermädchen, weil sie ein schauriges Videoband angesehen haben.

 
 
 


 
 
 

RINGS – Kritik

 
 
 
Die 2000er Jahre waren ein wichtiges Jahrzehnt – vor allem für das Horror-Genre. Profitorientierte Filmstudios und Filmproduzenten aus Amerika kamen nämlich auf die glorreiche Idee mit Neuverfilmungen beliebter Horrorstreifen Geld zu verdienen. Das stieß zwar nicht bei jeden Fans auf Zustimmung, ließ aber Kassen klingeln. Weil beinahe jedes Horror-Remake ein Hit wurde, entwickelte sich bald eine regelrechte Flut an Neuverfilmungen, die vor keinem Horrorklassiker Halt machte. So entstanden Neuinterpretationen reißerischer Streifen, die in den 1970er und 1980er für Furore gesorgt haben. Darunter: THE HILLS HAVE EYES, DAWN OF THE DEAD oder das berüchtigte TEXTAS CHAINSAW MASSACRE. Aber nicht nur Altbewährtes wurde für Geld noch einmal durch den Fleischwolf gejagt. Auch beliebte Hits aus Fernost mussten herhalten und wurden von amerikanischen Filmemachern ansprechend neu verfilmt, damit möglichst viel Reibach gemacht werden kann. So entstanden Remakes von Filmen wie A TALE OF TWO SISTERS, INTO THE MIRROR oder auch RING. Letzterer mauserte sich 2002 zum Überraschungserfolg und zog drei Jahre später eine Fortsetzung nach sich, die aber nicht mehr an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen konnte. Mittlerweile ist über ein Jahrzehnt vergangen. Dennoch zog man das zornige Geistermädchen Samara noch einmal aus ihrem Brunnen, um es ein weiteres Mal auf den Kinogänger loszulassen. Entstanden ist RINGS – Teil drei der amerikanischen RING-Serie, der sich zumindest visuell an den Vorgängern orientiert.
 
 
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Das Geistergör Samara ist wieder da und verbreitet erneut Angst und Schrecken. Diesmal steht Biologieprofessor Gabriel (JOHNNY GALECKI aus dem 90er TV-Quotenhit ROSEANNE) im Mittelpunkt, der auf einem Trödelmarkt einen alten VHS-Rekorder kauft und darin ein ominöses Videoband entdeckt. Natürlich wird es abgespielt. Darauf entdeckt er verstörende Bilder, die nichts Gutes verheißen. Wenig später klingelt das Telefon. Geistermädchen Samara teilt dem Professor mit, dass er noch sieben Tage zu leben hat. Doch der findet eine Lösung um den vorausgesagten Tod zu entkommen. Weniger Glück hat dagegen Studentin Julia (MATILDA ANNA INGRID LUTZ). Die kommt bei ihrer Suche nach Freund Holt (ALEX ROE) auch in Kontakt mit dem schaurigen Video und bangt um ihr Leben. Doch offenbar ist sie auserwählt. Geistermädchen Samara scheint ein besonderes Interesse an der jungen Frau zu haben. Letztere wird auf eine mysteriöse Reise geschickt, während der es gilt weitere Details über das unfreiwillige Ableben des wütenden Waisenkinds in Erfahrung zu bringen.
 
 
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Die permanente Ideenarmut großer Studios nervt. Offenbar versucht man den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und kramt Filmrezepturen aus der Schublade, die vor vielen Jahren schon mal Kinosäle füllen konnten. Die PARAMOUNT STUDIOS brauchen wohl dringend Geld. Anders lässt sich nicht erklären, warum man ein Desaster wie RINGS in Produktion gegeben hat, das wohl zu den erzwungendsten Fortsetzungen gehört, die man in den letzten zwanzig Jahren zu sehen bekommen hat. Die Lieblosigkeit spürt man an allen Ecken und Kanten. Spannung fehlt, für Gruselmomente hatte man keine Zeit und an die für Horrorfilme obligatorischen Schreckmomente hat man erst gar nicht gedacht. RINGS erweckt den Eindruck, als habe man hier hastig was ins Kino bringen wollen, was normalerweise für den Videomarkt produziert wird. Der Film ist mehr Mystery-Schnitzeljagd als Horrorfilm und versucht krampfhaft weiterzuführen, was man mit RING im Jahr 2002 begonnen hat. Eigentlich wurde dort alles gesagt. Auch die Fortsetzung RING 2 von 2005 gab Antworten auf Fragen, die noch unbeantwortet waren. Demzufolge mutet RINGS überflüssig an, der künstlich Handlungsstränge spinnt, um das RING-Universum zwölf Jahre nach dem letzten Ableger ein weiteres Mal aufleben zu lassen. Leider ging die Rechnung nicht auf. RINGS blieb weit hinter den Erwartungen zurück und konnte international gerade einmal 88 Millionen Dollar (Stand Juni 2017) einspielen. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was noch RING 2 an den Kinokassen einbringen konnte. Letztendlich ist das auch kein Wunder. Das Böse im Film kommt nämlich reichlich zu kurz. Geistermädchen Samara darf nur wenige Male aus Fernsehgeräten grabbeln. Das langweilt den Zuschauer, der außer ästhetischen Hochglanzbildern nur wenig Horror zu sehen bekommt. Vielleicht sollte man es dabei belassen. Die Ring-Akten wurden bereits 2005 geschlossen. Demzufolge wäre jedes weitere Sequel vergeudete Zeit.
 
 
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RINGS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine der wohl überflüssigsten Fortsetzungen, die man von einem erfolgreichen Horrorfilm zu sehen bekommen hat. RINGS ist Fortsetzung und Reboot zugleich und knüpft da an, wo die Reihe mit RING 2 im Jahr 2005 abgeschlossen wurde. Samaras Rückkehr ist eine Rückkehr mit Hindernissen. Das Sequel mit dem Titel RINGS sollte eigentlich schon im Mai 2015 in die Kinos kommen. Der Start wurde aber mehrfach verschoben. Offenbar war man nicht sonderlich überzeugt vom Resultat und ordnete Nachdrehs an. Die konnten aber auch nichts mehr retten, denn RINGS ist derart geist- und lieblos, dass Fans der Gruselreihe wohl bitter enttäuscht sein werden. RINGS ist nicht sonderlich spannend und befindet sich dramaturgisch auf TV-Niveau. Dabei wird weiter in der Vergangenheit von Geistermädchen Samara gegraben, die sich im neuen Ableger übrigens verdächtig wenig auf der Mattscheibe zeigt. RINGS ist eine Schlafpille vor dem Herrn. Besser man meidet diesen Zeiträuber aus der Traumfabrik und schaut sich noch einmal das japanische Original von 1998 an. Darauf basieren nämlich die amerikanischen RING-Teile.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Zensur

 
 
 
RINGS hat kaum brutale Momente oder gar Schauwerte zu bieten. Es gibt einige Leichen mit schmerzverzerrten Gesichter zu sehen. Zudem fällt ein Mann die Treppe hinunter. Hierzulande hat RINGS eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rings; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Der Kreis des Schreckens schließt sich, Wiederbelebung der Toten: Die Rückkehr von Samara, Unheimliche Szenen, Entfallene / Erweiterte / Alternative Szenen

Release-Termin: 15.06.2017

 

Rings [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RINGS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
The Tag-Along (2015)
 
Grave Halloween (2013)
 
Ring: Kanzen-ban (1995)
 
Ring – Das Original (1998)
 
Ring 2 (1999)
 
Ring: Spiral (1998)
 
Ring Ø (2000)
 
Rasen (1999)
 
The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)
 
Ring – Amerikanisches Remake (2002)
 
Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)
 
Ju-on: The Grudge (2002)
 


Filmkritik: „Stephen Kings Kinder des Zorns“ (2009)

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STEPHEN KINGS KINDER DES ZORNS

(CHILDREN OF THE CORN | KINDER DES ZORNS REMAKE)

Story

 
 
 

Zwei Durchreisende erleben im amerikanischen „Heartland“ – also eigentlich Hinterland – den puren Terror. In einer kleinen Gemeinde umrahmt von Kornfeldern, führen religiös-fanatische Kinder nichts Gutes im Schilde.


 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS KINDER DES ZORNS – Kritik

 
 
 
Es gibt im Horror-Bereich Filmreihen, die einfach nicht enden wollen. Das nervt und frustriert spätestens am Punkt, wenn eigentlich alles gesagt wurde und trotzdem nach haarsträubenden Handlungsmöglichkeiten gesucht wird, um ein längst zehn Tode gestorbenes Franchise künstlich am Leben zu erhalten. So geschehen mit Filmreihen wie A NIGHTMARE ON ELM STREET, FREITAG DER 13. und aktueller: SAW. Die Startschüsse wurden mit kleinem Kapital gedreht und spielten das mindestens Zehnfache ihrer jeweiligen Herstellungskosten ein. Für profitgeile Filmbosse ein gefundenes Fressen. Die ließen gnadenlos Fortsetzungen am laufenden Band drehen, um mit der Beliebtheit von Bösewichtern wie FREDDY KRUEGER, JASON VORHEES und dem JIGSAW-KILLER möglichst dicken Reibach machen zu können. Leider sind während des Horror-Hypes der 1980er auch Genre-Reihen entstanden, bei denen dem Rezensenten bis heute nicht einleuchten möchte, warum die eigentlich weitergeführt wurden. Zu einer dieser irgendwie einfach nicht enden wollenden Serien gehört KINDER DES ZORNS. Der erste Horror-Bestsellerautor STEPHEN KING selbst dürfte beim Schreiben seiner Kurzgeschichte nie im Leben damit gerechnet haben, welche Kreise er bis heute damit ziehen würde. Kornkreise, Entschuldigung. Seine KINDER DES MAIS wurden im Jahr 1977 erstmals im Hochglanz-Schmuddelmagazin PENTHOUSE abgedruckt und sieben Jahre später verfilmt, weil sich während der 1980er alles verkaufen ließ, was dem Hirn des erfolgreichen Autors und damals Profitrinkers entsprungen war. Leider blieb es nicht nur bei der einen Verfilmung. Aus irgendeinem Grund musste man den in die Videotheken verbannten Sekten-Horror reanimieren und fürs Kino fortsetzen. Dabei entstand mit knapp zehnjähriger Verspätung KINDER DES ZORNS – TÖDLICHE ERNTE, der leider nicht einmal annähernd die Qualitäten des temporeichen Erstlingsfilms erreichen konnte, sondern allein durch Spezialeffekte in Erinnerung blieb. Mittlerweile sind derart absurd viele Fortsetzungen erschienen, dass man sich kaum noch daran erinnern kann, um was es eigentlich überhaupt in jedem dieser Ableger ging. Das sah man wohl auch beim amerikanischen Fernsehsender SYFY so. Im Wahn unnötiger Neuinterpretationen lieb gewonnener Horrorklassiker musste auch Meister Kings KINDER DES ZORNS dran glauben. Der Horrorstreifen von 1984 musste sich einer, naja, Frischzellenkur unterziehen, um ein neues, junges Publikum ansprechen zu können. Leider hat’s nicht für die Leinwand gereicht. Die 2009 gedrehte Neuverfilmung wurde mit einem stolzen Budget von mehreren Millionen US-Dollar ausschließlich fürs Fernsehen gedreht. Hat man das Remake letztendlich gesehen, dürfte man vermutlich ungeduldig wissen wollen, was denn am Ende das meiste Geld verschlungen hat. Was da über die Mattscheibe flimmert wird dem stattlichen Produktionsgeld in keinster Weise gerecht. Manch anderer Indie-Regisseur hätte wohl mit dem gleichen Kapital vier Filme gedreht – bessere versteht sich.
 
 
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Wie in der Kurzgeschichte und der Erstverfilmung von KINDER DES ZORNS geraten zwei Durchreisende ins Visier einer grotesken Sekte dämonischer Kinder. Im Remake sind es Burt (David Anders) and seine Frau Vicky (Kandyse McClure), die nach der Hochzeit schnell merken, dass sie eigentlich doch nicht zusammenpassen. Da ist Streit vorprogrammiert. Auf einer Landstraße überfahren die beiden Streithähne einen kleinen Jungen, der panisch aus dem Maisfeld läuft. Der erste Schock sitzt tief, doch der zweite folgt sogleich. Offenbar starb der Bursche nicht an den Folgen des Unfalls. Irgendjemand muss ihm zuvor die Kehle durchschnitten haben, was bei den Städtern dann doch ein mulmiges Gefühl hervorruft. Die Polizei soll den Sachverhalt genauer prüfen, weshalb man den leblosen Körper im Kofferraum verstaut und in den nächsten Ort fährt. Gatlin heißt das triste Kaff, in dem von Menschen weit und breit nichts zu sehen ist. Alteingesessene Horrorzuschauer wissen, dass dem natürlich nicht so ist. Hier herrscht das Böse, denn von der Außenwelt weitgehend abgeschirmt hausen im Ort religiös fanatisierte Kinder, die eine Natur-Gottheit verehren, die zum Mord anstiftet. Die Erwachsenen wurden bereits vor Jahren mit Stumpf und Stiel ausgerottet. Dieser nette Brauch wird so auch beibehalten. Wer die Schwelle zur Volljährigkeit betritt, muss geopfert werden. Leider finden das die Gestrandeten alles andere als erfreulich. Die heben mahnend den Zeigefinger und wenden Erziehungsmethoden an, um die Kinder wieder auf den rechten Pfad zu bringen. Sektenprediger Isaac machen sie damit keine Freude. Der ist zwar erst neun, aber mit allen unheiligen Wassern gewaschen.
 
 
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Dass das TV-Remake der KINDER DES ZORNS keine lohnende Neuinterpretation ist, muss wohl Bestsellerautor STEPHEN KING früh erkannt haben. Der sollte eigentlich Teil dieses Reboots werden, lehnte jedoch ab. Geld hat er ohnehin mehrere Kornsilos voll. Produzent, Drehbuchautor und Regisseur DONALD P. BORCHERS (der übrigens auch schon beim Original als Geldgeber fungiert hat) schickte dem erfolgreichen Schriftsteller das Skript zum Film, bekam aber eine klare Abfuhr erteilt. King war nicht interessiert und wollte keineswegs in die Produktion involviert werden. Hat man das Remake gesehen, weiß man auch warum. Sonderlich einfallsreich ist hier nichts. BORCHERS wärmt ausschließlich auf und tauscht bloß Kleinigkeiten aus. Das macht die Angelegenheit nicht gerade interessant für all jene, die das Original und die gefühlten hundert Fortsetzungen gesehen haben. Vielmehr wird sich an bekannte Szenenabläufe gehalten. Das bedeutet: Nichtgläubige müssen gefangen, überwältigt und ausgeschaltet werden – möglichst grausam und brutal. In Deutschland hatten Zensurbehörden nicht immer Spaß daran. Schnitte mussten her, damit auch hiesige Zuschauer das Treiben der zornigen Kinder sehen durften. Etwas, dass der Neuverfilmung erspart bleiben wird, denn in puncto Gewalt wird sich an (deutschen) TV-Standard gehalten. Sprich: sonderlich blutig wird es nicht. Ob die angesprochene Zurückhaltung in Sachen Gewalt Horrorfans zufrieden stimmen kann? Gerade wenn man an die zahlreichen harten Effekte aktueller US-Serienerfolge denkt, zieht das TV-Remake den Kürzeren.
 
 
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Das größte Problem an der recycelten Romanverfilmung ist jedoch nicht dieser nahezu kaum vorhandene Härtegrad. Weitaus größere Magenschmerzen bereitet einem der Mangel an sympathischen Figuren. Die wurden gleich mal aus dem Drehbuch radiert. Die Rolle der von LINDA HAMILTON verkörperten Heldin aus dem Original hat jetzt eine Afroamerikanerin übernommen, die als weinerliches und kaum zu ertragenes Frauenbündel unnötig Konflikte schürt und damit die Nerven des Zuschauers ganz gewaltig überstrapaziert. Gott sei Dank muss der Störenfried einen zeitigen Filmtod sterben und den verhassten Gatten gegen Horden aggressiver Minderjähriger kämpfen lassen, die von einem unscheinbaren Anführer geleitet werden, der mit seinen neun Lenzen Bibelverse abfeuert wie ein Großer. Fatal: der gewählte Kinderdarsteller ist alles andere als furchteinflössend. Erscheint er auf der Mattscheibe schwindet die Glaubwürdigkeit. Vergleicht man den charismatischen Bösewicht aus dem Original mit der unschuldig dreinschauenden Lachnummer der Neuverfilmung liegen dazwischen Welten. Spätestens jetzt hat das Remake verloren.
 
 
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STEPHEN KINGS KINDER DES ZORNS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Auch wenn sich das TV-Remake zu KINDER DES ZORNS (Originaltitel: CHILDREN OF THE CORN) weitaus näher an der eigentlichen Kurzgeschichte von STEPHEN KING orientiert als alle bisherigen veröffentlichten Filme und Sequels, ist die Neuinterpretation im Fernsehformat (die übrigens für den Sender SYFY produziert wurde) ziemlich überflüssig. Der Film kann seine TV-Herkunft nicht verbergen und schaut trotz einiger atmosphärischer Momente günstig aus – und das, obwohl der Film angeblich zwei bis vier Millionen US-Dollar gekostet haben soll. Bei kaum vorhandenen Spezialeffekten und nicht sonderlich begabten (unbekannten) Schauspielern fragt man sich, wo das ganze Geld denn geblieben sein soll. Die Neuverfilmung klappert stur ab, was King sich in den 1970ern ausgedacht hat. Auf Spannung oder gar Einfälle jenseits der bekannten Wege hat man keinen Wert gelegt. Weitaus schlimmer aber sind die Figuren. Die wirken unsympathisch und schon fast störend. Eine Identifikationsfigur gibt es nicht. Das hat zur Folge, dass das Interesse am Fort- und Ausgang der Geschichte so ziemlich verloren geht. Wer mindestens einen KINDER DES ZORNS-Film gesehen hat, kann sich das Remake sparen. Sieht man mal vom nicht ganz so rosarot schimmernden Ende ab, wird nicht Neues geboten, was nicht bereits in den vielen Filmen der Reihe thematisiert wurde. Fazit: Überflüssig!
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS KINDER DES ZORNS – Zensur

 
 
 
Zwar geht es weitaus zeigefreudiger zur Sache als noch im Original von 1984. Eine Schlachtplatte wird jedoch nicht serviert. Gleich zu Beginn findet man ein Kind auf der Straße, dessen Kerle durchgeschnitten wurde. Im Verlauf der Handlung werden Protagonisten von Kugeln durchsiebt oder von Stichwaffen verletzt. Vieles wird im Off zelebriert und bekommt der Zuschauer nicht zu sehen. Die FSK wollte STEPHEN KINGS KINDER DES ZORNS im ersten Anlauf ungeschnitten nicht passieren lassen. Demzufolge reichte Anbieter CAPELIGHT den Streifen ein zweites Mal ein und bekam überraschenderweise grünes Licht für die unangetastete Fassung. Das sogar mit einer FSK16.
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS KINDER DES ZORNS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (BD KeepCase)

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(c) Capelight Pictures (Limitieres BD-Steelbook mit den Teilen 1 bis 3 inklusive dem Remake)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Children of the Corn; USA 2009

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: KeepCase: Deutsche TV-Fassung (HD, ca. 88 Min.), Unrated Cut (HD, ca. 96 Min.), Featurette: Rough Cuts – Remaking Children of the Corn, Featurette: Neue Richtungen, Featurette: Die Darsteller, Featurette: Leben und Sterben in Gatlin, Featurette: Fliege an der Wand | Steelbook: gleichen Extras wie in der KeepCase-Fassung, zusätzlich die Teile 1-3 mit umfangreichen Bonusmaterial.

Release-Termin: KeepCase + Steelbook: 27.12.2017

 

Stephen Kings Kinder des Zorns – Remake [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Kinder des Zorns I-III + Remake [limitiertes Blu-ray Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS KINDER DES ZORNS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kinder des Zorns (1984)
 
Tödliche Ernte – Kinder des Zorns II (1992)
 
Kinder des Zorns III – Das Chicago-Massaker (1995)
 
Kinder des Zorns 4 – Mörderischer Kult (1996)
 
Kinder des Zorns 5 – Feld des Terrors (1998)
 
Kinder des Zorns 6 – Isaacs Rückkehr (1999)
 
Kinder des Zorns 7 – Revelation (2001)
 
Kinder des Zorns: Genesis – Der Anfang (2011)
 
Come Out and Play (2013)
 
The Children (2009)
 
Das Dorf der Verdammten (1995)
 


Filmkritik: „Hidden in the Woods“ – Remake (2014)

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HIDDEN IN THE WOODS (REMAKE)

Story

 
 
 

Zwei Mädchen können sich zusammen mit ihrem kleinen Bruder aus den Fängen des tyrannischen Vaters befreien und begeben sich auf eine Reise voller Gefahren.

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
Nicht ein einziges Jahr vergeht, in dem mindestens ein Horrorfilm gedreht wird, der die Geister in zwei Lager teilt. Das passiert vor allem immer dann, wenn Filme entstehen, die einzig darauf abzielen, mit möglichst viel Gewalt und polarisierendem Inhalt maximalen Reibach zu machen. So geschehen auch im Falle des chilenischen EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (internationaler Titel: HIDDEN IN THE WOODS), der 2012 aufgrund seiner recht kontroversen Thematik die Horrorfans gegeneinander aufbrachte. Sein Regisseur, PATRICIO VALLADARES, nutzte geschickt Stilmittel des Exploitationfilms der 1970er und eckte damit vor allem bei den Zensurbehörden an. Auch die deutsche FSK verstand angesichts der Erniedrigung, Demütigung und Vergewaltigung wehrloser Frauen keinen Spaß, was dazu führte, dass der krude Genre-Mix aus Kannibalismus, Rape-and-Revenge und Überlebens-Thriller hierzulande kräftig Federn lassen musste. Trotz der semi-professionellen Machart fand der chilenische Exploitationer trotzdem viele Fans. Zu denen rechnet sich wohl auch der amerikanische Schauspieler MICHAEL BIEHN, der laut der Filmzeitschrift FANGORIA bis dato noch nie einen so heftigen Film gesehen hatte. Wegen seines realen Hintergrunds (das Original beruht angeblich auf wahren Begebenheiten) nahm ihn Biehn nicht einmal als unnötig brutal oder sonst ausbeuterisch wahr. Die weltweit stattfindende Gewalt gegenüber Frauen und deren (sexuelle) Ausbeutung muss gestoppt werden, forderte er in Interviews. Noch immer sei es an der Tagesordnung, dass Frauen sexuell missbraucht würden.
 
 
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Warum er sich mit dieser Kontroverse anschließend nicht tiefgründig in Form eines glaubhaften Dramas beschäftigt hat, weiß wohl nur Biehn selbst. Stattdessen beauftragte er den chilenischen Regisseur PATRICIO VALLADARES, seinen EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD für den amerikanischen Filmmarkt neu zu interpretieren. Die Finanzierung des Streifens kam zwar vom hauseigenen Produktionsstudio, doch das perverse Endprodukt spottet jeglicher Beschreibung. Dem chilenischen Filmemacher PATRICIO VALLADARES gelang das Kunststück aus der ohnehin schon missratenen Vorlage ein noch schlechteres Remake zu inszenieren, das obendrein nur aus einer Aneinanderreihung fragwürdiger Szenen besteht. Das muss ihm erst mal jemand nachmachen.
 
 
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Die Neuverfilmung mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS beginnt für zwei heranwachsende Schwestern nebst kleinem Bruder nicht gerade rosig. Die Mutter ist früh gestorben, weshalb der Vater (MICHAEL BIEHN aus THE VICTIM, ALIENS – DIE RÜCKKEHR oder PSYCH: 9) die Kinder großzieht und sich regelmäßig an ihnen vergeht. Jahre nach den täglichen psychischen und physischen Attacken des Familienoberhaupts soll damit Schluss sein. Die Geschwister wollen sich der Polizei anvertrauen und die Behörden von den gesetzesfernen Machenschaften des Vaters unterrichten. Der missbraucht seine Kinder nicht nur regelmäßig, sondern handelt zudem mit größeren Mengen an Drogen. So wandert der Vormund nach einem blutigen Amoklauf sogar ins Gefängnis, ruft aber das Interesse seines Bruders auf den Plan. Der hat nun Sorge um seine Drogen, die der Inhaftierte bei sich zu Hause verstecken sollte. Ein fleißiges Familienunternehmen. Was folgt wird für die fliehenden Kinder kein Zuckerschlecken. Die sind nun nicht mehr nur auf der Flucht vor dem tyrannischen Vater, sondern müssen sich auch noch vor den Launen des psychopathischen Onkels in Sicherheit bringen, der seine Drogen zurückhaben möchte – koste es was es wolle.
 
 
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Von häuslicher Gewalt, gesetzesfremden Bürgern und einem ernstlich verschobenen Frauenbild. Das Remake zu HIDDEN IN THE WOODS bietet im Grunde viel Zündstoff, der aber durch die exploitationhafte Inszenierung an Schlagkraft verliert. Neben verrohter Sprache und ebensolcher Gewalt hat der Film eines der haarsträubendsten Drehbücher zu bieten, die man in den letzten Jahren zu sehen genötigt wurde. Darin passiert reichlich Willkürliches und Unglaubhaftes. Man schüttelt den Kopf in Fassungslosigkeit. Weil jeder Handlungsstrang ins Extreme abdriften muss, ist das was in HIDDEN IN THE WOODS geboten wird Gewalt-Fetischisierung pur. Der Film schert sich keinen Deut, tiefgründiger in die Seelen von Täter und Opfer zu blicken. Stattdessen zelebriert er Gewalt der Gewalt wegen und um Fans derberer Unterhaltung glücklich zu stimmen. Sonderlich glaubwürdig ist hier gar nichts. Quälend dumme Dialoge gesellen sich zu hündisch schlechten Schauspielleistungen, die aber zumindest das kaum vorhandene Niveau des Streifens noch einmal ganz trefflich unterstreichen. Damit bleibt die amerikanische Version zu HIDDEN IN THE WOODS weit hinter den Erwartungen jener Filmfans zurück, die daran geglaubt haben, dass mit größerem Budget mehr heftige und professionell inszenierte Gewalteffekte umgesetzt würden. Sicher, die Neuauflage bietet genaug brutales Material – zu genüge sogar. Leider verfehlen all die roh zelebrierten Abartigkeiten im Film die nötige Intensität, weil ihnen dieser gewisse semi-professionelle Schmuddel-Charakter fehlt, der manchen Brutalo-Moment im spanisch-sprachigen Original noch unangenehmer zur Geltung kommen ließ. Was bleibt ist ein leidlich spannender True-Crime-Thriller mit Hang zum Extremen, der zwar zahlreiche Gewaltakte abspult, aber den Fan des Groben doch unbeeindruckt vor der Glotze zurücklässt. Alles schon mal gesehen – und das sogar weitaus besser. Wir empfehlen: Abschalten.
 
 
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HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ein Brutalo-Werk sondergleichen. HIDDEN IN THE WOODS ist die Neuverfilmung eines auch schon missratenen Films von 2012, dem das zweifelhafte Kunststück gelingt die miserablen Minus-Qualitäten der Vorlage noch in den Schatten zu stellen. Das Drehbuch ist eine lupenreine Schande, die Dialoge unter aller Kanone und die Schauspielleistungen mit viel gutem Willen als zweckmäßig zu betiteln. HIDDEN IN THE WOODS zielt ausschließlich darauf ab, einem bestimmten Publikum seinen Kick zu liefern. Zuschauer, denen im Genre gar nicht genug Frauen gequält, missbraucht und gefoltert werden können, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Weil man aber mittlerweile so viele ähnlich gestrickte Streifen gesehen hat, berührt das Gezeigte keineswegs. Vor allem auch deswegen, weil sich die Figuren so unsinnig verhalten, dass man sich kaum mit ihnen identifizieren kann oder auch nur möchte. So wird Gewaltexzess an Gewaltexzess geklebt und mit reichlich milieugeschädigter Sprache unterstrichen. Betrachtet man die Liste aller inszenierten Remakes der letzten zehn Jahre, ist die Neuverfilmung von EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD die wohl erbärmlichste Neuinterpretation, die überhaupt das Licht der Zelluloid-Welt erblickt hat. Gott sei Dank hat die deutsche FSK wegen der vielen fragwürdigen Szenen einige Schnitte gefordert, so dass dem Zuschauer mehr Lebenszeit bleibt. In solchen Momenten zahlt sich die Arbeit der sonst so oft kritisierten Zensurbehörde endlich mal aus.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Es werden Frauen missbraucht und wild um sich geschossen. Zudem kommt eine Kettensäge zum Einsatz. Was im Film gezeigt wird ist keineswegs für Kinder und Jugendliche geeignet. Das sah auch die FSK so. Die deutsche Fassung wurde zwar erst für Erwachsene freigegeben, ist aber um knapp drei Minuten geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hidden in the Woods; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1080p) | 24 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer

Veröffentlichung: 02.06.2016

 
 
 

Hidden in the Woods [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hidden in the Woods (2012)
 
I Spit on your Grave 2 (2013)
 
I’ll never die alone (2008)
 


Filmkritik: „Martyrs“ (2015)

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Achtung: Diese Kritik verrät viel über das Original. Wer MARTYRS aus dem Jahre 2008 noch nicht gesehen hat, sollte besser erst den Vorgängerfilm sehen. Zudem beinhaltet die Kritik viele Spoiler zum Remake.
 
 
 

MARTYRS

Story

 
 
 
Eine sektenartige Organisation quält Menschen, bis sie nach verlorenen Todeskampf die Schwelle zum Jenseits betreten und berichten können, was sie dort sehen. Eines ihrer Opfer kann entkommen und fordert Jahre nach der Tat Vergeltung.

 
 
 


 
 
 

MARTYRS – Kritik

 
 
 
Niemand mag Neuverfilmungen – zumindest niemand, der eine Vorliebe für Horrorfilme besitzt. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass man sich mit Neuinterpretationen liebgewonnener Genre-Klassiker kaum Freunde macht. Ob A NIGHTMARE ON ELM STREET, IT’S ALIVE oder DAS OMEN – kaum ein erfolgreicher Horrorfilm aus den experimentierfreudigen 70er und schrillen 80er Jahren kam nicht in den zweifelhaften Genuss eines glattpolierten Remakes. Ihren Originalen das Wasser reichen konnten die wenigsten. Weil mittlerweile die wichtigsten Horrorfilme neu gedreht wurden, gehen profitgierigen Produzenten aus Amerika die Vorlagen aus. Die haben aber gemerkt, dass der Horrormarkt in Europa brodelt und dort viel Material in die Kinos gebracht wird, das unbedingt recycelt werden muss. So geschehen mit dem skandinavischen LET THE RIGHT ONE IN. Weil das Vampirdrama viel internationales Lob erhielt, musste eine amerikanische Fassung her. Die erschien unter dem Titel LET ME IN und hatte nur mäßigen Erfolg. Hierzulande dürften vermutlich nur die Wenigsten wissen, dass es diesen Aufguss überhaupt gibt.
 
 
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Weitaus populärer ist da schon der nächste Kandidat – ein kontroverser Psychoschocker, der während der Terrorfilm-Welle veröffentlicht wurde, die zwischen 2003 und 2008 in Frankreich wütete. Unter dem Namen MARTYRS bekannt, bekam der Zuschauer eine psychologische Studie über Gewalt und ihre erschütternden Folgen zu sehen, die aufgrund schroffer Spezialeffekte für viele Horrorfans als das wohl Härteste gilt, das man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat. Umso verständlicher die kritischen Stimmen, die sich häuften, als 2011 Informationen über eine Neuverfilmung aufkamen. Die sollte eigentlich der Deutsche DANIEL STAMM inszenieren, der mit THE LAST EXORCISM einen Großerfolg feierte, dieses Projekt aber verließ, weil ihm das Budget zu knapp war. Demzufolge ging das Regiezepter an die Brüder KEVIN und MICHAEL GOETZ, die aus dem bekannten Stoff einen deftigen Horrorstreifen gemacht haben, der aber keineswegs die zermürbende und nervenzehrenden Atmosphäre der Vorlage erreicht.
 
 
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Natürlich greift das Remake eine ähnliche Geschichte auf, wie sie auch der Franzose PASCAL LAUGIER zu Papier und auf Zelluloid gebracht hat. So kann sich die kleine Lucie aus den Fängen einer geheimnisvollen Organisation befreien, die den Menschen Furchtbares antut. Das Mädchen kommt in ein katholisches Waisenhaus und lernt dort Anna kennen, von der sie sich verstanden fühlt. Doch Lucie wird von schrecklichen Dämonen verfolgt, die sich in ihrem Unterbewusstsein manifestiert haben, als sie in ihrem Gefängnis gefoltert wurde. Zehn Jahre später findet die Gepeinigte (jetzt verkörpert von TROIAN BELLISARIO) die Täter und ermordet sie im Vergeltungsrausch. Mit dabei die langjährige Freundin Anna (BAILEY NOBLE aus der Serie TRUE BLOOD), die im Haus der Beschuldigten einen geheimen Gang entdeckt, der in ein unterirdisches Kellergefängnis führt. Dort stößt man auf die kleine Samantha, die hier ebenfalls für mysteriöse Versuche festgehalten wird. Doch ein Ende der Qualen ist nicht in Sicht. Die übrigen Organisationsmitglieder erfahren von der Bluttat, fangen die Mädchen ein und halten sie fest. Für die ohnehin labile Lucie beginnt der Albtraum von Neuem.
 
 
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Typisch amerikanisch, aber ganz okay. Wer mit vorurteilsbehafteter Meinung diese Neuverfilmung sieht, wird eines Besseren belehrt, denn der MARTYS-Aufguss ist nicht so schlecht, wie anfangs befürchtet. Während sich die erste Hälfte so nah wie möglich am Original orientiert, gehen die Goetz-Brüder in den übrigen 45 Minuten eigene Wege. So liegt hier weniger Terror, Angst und Folter im Mittelpunkt, sondern Rache, Adrenalin und Tempo. Der amerikanische MARTYRS ist vornehmlich um aussagekräftige Bilder und plausible Erklärungen bemüht. Das ist dahingegen nicht ungewöhnlich, weil man Zuschauern in Übersee vornehmlich Antworten auf dem Silbertablett servieren muss – vermutlich, um ihre Hirne nicht zu überfordern. Demzufolge werden Beweggründe der Filmsekte genauer studiert und das psychische Martyrium der Filmfiguren in den Hintergrund gerückt. Die schießen sich am Ende mit scharfem Gerät durch eine stattliche Anzahl an Bösewichten und wollen nur eins: in die Freiheit. Leider wirkt die neue Verfilmung nicht lange nach, wohl auch deswegen, weil die psychische Qual von Heldin Lucie nicht sonderlich viel Spielraum erhält. Die darf zwar bis kurz vor dem Abspann überleben, muss aber bis dahin seltsame Versuche über sich ergehen lassen, während Komplizin Anna Forschungsräume mit Lebenssaft der Täter besudelt. Trotz weitaus blutigeren Bildern, bleiben Schockwirkung und unwohliges Magengefühl aus. Stattdessen fiebert der Film zu überhastet seinem Finale entgegen und verliert die Angst und das psychische Ungleichgewicht seiner Hauptdarstellerinnen aus dem Auge. Immerhin: Das alles erreicht zwar nie die psychologische Härte des französischen Originals; kurzweilig ist das Reboot aber erstaunlicherweise allemal. Wer sich bisher nicht an die Vorlage herangewagt hat, weil er schlaflose Nächte befürchtet, sei der Griff zum Remake empfohlen. Das ist nicht perfekt und hinkt dem von PASCAL LAUGIER inszenierten Angstmacher hinterher. Dafür ist es nicht ganz so unerträglich und über weite Strecke spannend – trotz konventionellerer Machart.
 
 
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MARTYRS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Konventionell und nicht so hart, wie der Vorgänger – aber spannend. Vergleicht man den amerikanischen MARTYRS mit der französischen Vorlage, zieht die von den Goetz-Brüdern inszenierte Neuauflage definitiv den Kürzeren. Das überrascht wenig, gehört das französische Terrorstück zum Besten, was das moderne Horrorgenre hervorgebracht hat. Trotzdem, nach vielen missratenen Remakes in den letzten Jahren, sollte man nicht zu vorurteilsbehaftet mit dem 2015er MARTYRS ins Gericht gehen. Zu aller Überraschung kann der neue Film was – nämlich unterhalten. Statt Angst, Terror und Psychoqual stehen im Neuaufguss Tempo, Hektik und Rache auf dem Umsetzungsplan. Das ist zwar nicht gerade das, mit dem die Vorlage ihren Siegeszug angetreten hat. Dennoch, der neue MARTYRS überzeugt als kurzweiliger und packend Inszenierter Überlebens- und Rachethriller in allen Belangen. Leider mangelt es dem Streifen in der zweiten Hälfte an Logik, denn die Figuren verhalten sich auf ihrer Flucht vor bösen Sektenmitgliedern etwas hanebüchen. Zudem fehlen dem neuen MARTYRS psychischen Strapazen, die das Original auszeichneten und unwohliges Baugefühl verursacht haben. Das ist bedauerlich, weil das MARTYRS-Remake trotz souveräner Machart zwar kurzweilige 90 Minuten verspricht; aufgrund fehlender Terror-, Holzhammer- oder Schockmethoden leider nur ein weiterer Rache- und Überlebensthriller unter so vielen bleiben dürfte.
 
 


 
 
 

MARTYRS – Zensur

 
 
 
Während das Original hauptsächlich mit psychischem Terror überzeugen konnte, fehlt der im Remake fast gänzlich. Hier zählen hauptsächlich blutige Schauwerte, die zum größten Teil aus Schussverletzungen mit einer Schrotflinte bestehen. Außerdem gibt es Elektro-Folterung und Menschenverbrennung zu sehen, sowie eine kurze Häutungsszene. Weil es in der zweiten Hälfte sehr hektisch zugeht, verpuffen jedoch die Gewaltdarstellungen im Eifer des Gefechts. Dennoch musste das MARTYRS-Remake geschnitten werden, um eine FSK-Freigabe erhalten zu können. Diese zensierte Fassung besitzt den roten FSK-Flatschen. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

MARTYRS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (Mediabook mit dem Original von 2008 und Remake)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Martyrs; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Inside the Creature – Featurette | zusätzlich im Mediabook: Booklet, der Originalfilm Martyrs von 2008

Release-Termin: 03.11.2016 (BD KeepCase und Mediabook)

 

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MARTYRS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Martyrs (2008)

Eden Lake (2008)

Funny Games (1997)

Menschenfeind (1998)

Inside (2007)

Undocumented (2010)


Filmkritik: „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ (2015)

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WILDE HUNDE – RABID DOGS

(ENRAGÉS)

Story

 
 
 
Es sollte der große Coup werden. Leider lassen die Bankräuber auf ihrer Flucht mit zwei Millionen Dollar einige Leichen zurück und müssen sich mit drei Geiseln, darunter eine Touristin (Virgine Ledoyen) und ein Vater (Lambert Wilson) mitsamt schwerkranker Tochter, auf einen steinigen Fluchtweg machen. Auf dem langen Weg Richtung Grenze sorgen nicht nur die Geiseln für Ärger. Zwischen dem Anführer Sabri (Guillaume Gouix), dem brutalen Psychopathen Vincent (Francois Arnaud) und dem eher sanftmütigen Manu (Franck Gastambide) tun sich langsam aber sicher Abgründe auf, die für dicke Luft im Fluchtauto sorgen.
 
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Kritik

 
 
 
Der in Kanada gedrehte Thriller verlegt die Handlung des Klassikers „Cani arrabbiati“ von Horroraltmeister Mario Bava ins 21. Jahrhundert und in ein modernes Setting. Seine Qualität erreicht er dabei nicht über eine besonders ausgeklügelte Handlung, sondern über die instabilen, chaotischen Verhältnisse zwischen seinen Charakteren. Und nicht zuletzt über eine stilsichere, rasante Umsetzung. In seinem ersten Spielfilm beweist Regisseur Éric Hannezo ein überaus feines Gespür für die Führung und den kreativen Einsatz seiner Kamera. Wohlwissend, dass die Story der flüchtigen Bankräuber nicht besonders viel hergibt, inszeniert er „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ als knallharten, furiosen Thriller, der sich die Aufmerksamkeit seines Publikums mit Gewalt schnappt und nicht aus der Hand gibt. Über eventuelle Logiklöcher, die in Form von geplatzten Reifen, leeren Tanks oder anderen sehr zufälligen Umständen daherkommt, kann der Zuschauer sich während der 100 Minuten kaum Gedanken machen. Der letzte Akt, in dem die unfreiwillige Bande in eine sehr unplausible Falle gerät, bremst das Tempo des Films leicht aus. Eine weitere Wendung zum Ende des Films ist, wenn auch ziemlich cool, arg unglaubwürdig und lässt mehr Fragen offen, als es sich für einen Film dieser Art gehört.
 
 
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Insgesamt wühlt „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ in zu vielen Klischees des Bankraub-Genres, um die Neuauflage des Bava-Klassikers zu einem notwendigen Beitrag des französischen Thriller-Kinos zu machen. Da wäre die typische Konstellation der drei Bankräuber, die vor allem zwischen Manu und Vincent vorhersehbare Konflikte auslöst. Auch die unfreiwilligen Beifahrer, die in Form einer Touristin und einem besorgten Vater samt kranker Tochter in die rudimentäre Handlung stolpern, kommen nicht besonders frisch daher. Immerhin schafft Hannezo es, die beiden Nebencharaktere äußerst elegant in die vordergründige Handlung einzubauen. So hat der ehemalige Produzent mit seinem Sinn für Geschwindigkeit und Timing ein bemerkenswertes und hochwertig produziertes Erstlingswerk geschaffen, das in Erinnerung bleibt. Wer sich an den teils unplausiblen Wendungen der Handlung nicht stört, kann bedenkenlos im Fluchtauto Platz nehmen und einen unterhaltsamen, rauen Thriller genießen. Wir meinen: „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ ist so tollwütig wie sein Titel – hochdramatisch, atemberaubend schnell und blutig ohne Ende.
 
 
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WILDE HUNDE: RABID DOGS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bava im 21. Jahrhundert: Schnell, brutal, schmutzig. Das Debüt des Produzenten Éric Hannezo nimmt sich dem Bava-Vorbild „Cani arrabbiati“ an und überzieht es mit einer stilvoll gefilmten und actionreichen Politur. Für den Kopf gibt es in diesen furiosen 100 Minuten nicht viel zu tun, die Augen werden jedoch mit kreativen Bildern und einer hochwertigen Inszenierung verwöhnt. „Wilde Hunde – Rabid Dogs“ mag keine essentielle Bereicherung des Kinos sein, aber das muss ein unterhaltsamer, grober Thriller auch nicht.
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Zensur

 
 
 
„Wilde Hunde – Rabid Dogs“ spart nicht an Blut, Gewalt und unnötigen Übergriffen auf die weibliche Geisel. Zwar ist kein konstanter Blutfluss zu verzeichnen; dennoch besteht die Gewalt des Films aus kleinen Spitzen, die ihn angemessen würzen und dabei nicht all zu extrem daherkommen. In Deutschland hat der Film ungeschnitten eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

WILDE HUNDE: RABID DOGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) TIBERIUS FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Enragés; Frankreich | Kanada 2015

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 04.05.2016

 

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WILDE HUNDE: RABID DOGS – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cani arrabbiati (1998)
 
Heat (1995)