FILMCHECKER – Die beste Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Horror-Thriller

Filmkritik: “Indigenous” (2014)

indigenous-2014
 
 
 

INDIGENOUS

Story

 
 
 
Schöne Menschen finden nach einem Bad unter einem Wasserfall nicht mehr aus dem Dschungel Panamas zurück und landen auf der Speisekarte eines hungrigen Chupacabras (MARK STEGER aus MR. JONES und AT THE DEVIL’S DOOR).
 
 
 


 
 
 

INDIGENOUS – Kritik

 
 
 
Die Kreaturen aus THE DESCENT sind zurück. Statt sich in finsteren Höhlen weit unter der Erde Großbritanniens zu verschanzen, sind sie mittlerweile bis nach Panama vorgedrungen und gehen im dichten Dschungel Mittelamerikas auf Menschenjagd. Spaß beiseite – INDIGENOUS hat freilich nichts mit der gelungenen Höhlenhatz aus dem Jahr 2005 am Hut. Vielmehr scheint sich Macher ALASTAIR ORR Inspiration beim Monsterdesign des britischen Horrorspektakels geholt zu haben und verwendet zudem wesentliche Elemente des schweißtreibenden Überlebensthrillers auch für seinen Horrortrip. Das mag zwar löblich sein und vielversprechend klingen; im qualitativen Vergleich trennen die beiden Streifen jedoch Welten voneinander.
 
 
indigenous-2014-bild-2
 
 
Einige amerikanische Touristen verschlägt es für einen Woche von Kalifornien nach Panama, wo neben Strand, Sex und Party auch ein tödliches Abenteuer auf die naiven Freunde wartet. Ein besorgniserregendes Youtube-Video macht neugierig. Darin entdecken die Mittzwanziger einen wimmernden Touristen, der von einem deformierten Wesen im dichten Dschungel Panamas verfolgt wird. Trotz unheilvollen Legenden und Warnungen der Einheimischen begibt man sich zusammen mit einer Ortskundigen zu einem traumhaften Wasserfall in jenem Stück Dschungel von dem Ortsansässige berichten, dass darin ein böser Dämon sein Unwesen treiben soll. Der entpuppt sich als gefräßiger Chupacabra und beginnt mit Einbruch der Dunkelheit die unwissende Truppe zu terrorisieren, um anschließend einen nach den anderen genüsslich zu verspeisen.
 
 
indigenous-2014-bild-1
 
 
Starke Nerven werden vorausgesetzt, um INDIGENOUS ertragen zu können. Dieser Horrorfilm gehört zu jener Art von Filmen in denen dumme Protagonisten noch dümmere Dinge tun und den Zuschauer so unbeabsichtigt in den Wahnsinn treiben. Warum machen die das und weshalb verhalten die sich so – wesentliche Fragen, mit denen das Publikum des Öfteren im Film konfrontiert wird, mangelt es doch den sonst so makellosen Helden erheblich an Intelligenz. Das wird vor allem in Momenten der Panik deutlich. Denn wenn es um Leben und Tod geht, schaltet sich plötzlich der Verstand aus. So trennt sich die Gruppe während der Flucht vor einem aggressiven Chupacabra aus nicht nachvollziehbaren Gründen. Und Protagonisten schauen lieber zu, wenn Freunde zermatscht werden, statt das Böse mit kräftigen Asthieben in die Flucht zu schlagen. Das einfältige Drehbuch raubt nicht nur Nerv und Spannung; die Inszenierung wirkt unfreiwillig komisch gerade deswegen, weil sich INDIGENOUS trotz Logikbarrieren weiterhin bierernst nimmt – komme was wolle.
 
 
indigenous-2014-bild-3
 
 
INDIGENOUS wurde nach dem amerikanischen Erfolgsrezept für Horrorfilme gedreht. Einmal mehr agieren attraktive Jungdarsteller vor die Kamera, die sich mehr durch Optik und durchtrainierte Körper ins Gedächtnis brennen, statt durch schauspielerisches Können. Die nutzen die ersten dreißig Minuten, um sich nackt in Betten, Seen und an Stränden zu präsentieren. Das mag amerikanischen Kinogängern feuchte Höschen bereitet haben. Hierzulande dürfte die überflüssige Fleischbeschau schnell auf den Zünder gehen. Einerseits drosselt sie nur unnötig das Tempo, andererseits mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als haben man nach Füllmaterial gesucht, damit der Überlebens-Thriller Spielfilmlänge erreicht. Immerhin hält INDIGENOUS, was der Trailer verspricht. Neben schönen Menschen gibt es auch etwas Horror zu sehen. Der lässt lang auf sich warten und kann sein volles Gänsehautpotenzial nicht einmal ansatzweise entfalten. Die Kameraführung ist Schuld und vermasselt das Gruselvergnügen. Im letzten Drittel gerät die nämlich außer Kontrolle und macht sich durch kräftiges Schütteln bemerkbar. Nein, INDIGENOUS ist kein weiterer Found-Footage-Streifen. Vielmehr war man durch hektische Kamerabewegungen bestrebt möglichst viel Panik entstehen zu lassen. Leider sorgt das konfuse Geschüttel nicht für Adrenalin, sondern für Kopfschmerzen. Oftmals lässt sich kaum erkennen, was da auf der Mattscheibe passiert, wird das Folgen der Handlung zusätzlich durch permanente Dunkelheit erschwert. Was sich für den Zuschauer als störendes Stilmittel entpuppt, erweist sich für ALASTAIR ORR als geschickter Schachzug. Der versucht durch schlechte Sicht Defizite im Monsterdesign zu vertuschen. Leider hat Orr nicht mit der Raffinesse des Publikums gerechnet. In Zeiten multifunktionaler Abspielgeräte hat der die Möglichkeit in entscheidenden Momenten die Pause-Funktion seines Blu-ray-Players zu drücken.
 
 
indigenous-2014-bild-4
 
 


 
 
 

INDIGENOUS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
THE DESCENT im Dschungel und dennoch nichts Neues an der Horrorfront. Zwar besitzt das Filmmonster eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Kreaturen aus genanntem Horrorfilm; dennoch hat INDIGENOUS mit der genannten Höhlenkletterei nichts am Hut. INDIGENOUS ist filmischer Unsinn, der sich trotz Logiklücken bierernst nimmt. Die Charaktere verhalten sich seltsam, die Handlung ist einfallslos und bekannte Horrorklischees rauben dem Film die Spannung. In diesem Überlebensthriller wurmt es gewaltig, was zum Großteil dem unspektakulären Drehbuch zu schulden ist, das mal wieder eine Geschichte erzählt, die man viel zu oft auf dem Bildschirm hatte. Neben mangelndem Spannungsbogen stört zusätzlich das fürs Found-Footage-Genre bekannte Kameragerüttel. In den letzten zwanzig Minuten folgt eine unruhige Kamera den Protagonisten auf Schritt und Tritt durch dichten Dschungel und fängt desaströs verwackelte Bilder ein – und dass, obwohl INDIGENOUS gar kein Found-Footage-Streifen ist. Wer demzufolge keine Kopfschmerzpillen vorrätig hat, sollte sich die Sichtung von INDIGENOUS sparen.
 
 


 
 
 

INDIGENOUS – Zensur

 
 
 
Trotz amerikanischem RATED-R gibt es im Film nicht viel Gewalt zu sehen. Die hohe Freigabe dürfte auf ein paar gut abgelichtete Rundungen weiblicher Protagonisten zurückzuführen sein. Neben einem Knochenbruch, kurze Fressmomenten und einem Körper ohne Kopf gesellen sich diverse Schürf- und Kratzwunden. Zudem sind die meisten Attacken der Filmkreatur so schnell und konfus geschnitten, dass man das Monster in voller Pracht nur selten zu sehen bekommt. INDIGENOUS wird in Deutschland ungeschnitten erscheinen und das mit jugendkonformer FSK16.
 
 


 
 
 

INDIGENOUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Underneath (2013)
 
The Jungle (2013)
 
The Descent (2005)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
The Cave (2005)
 


Filmkritik: “Pernicious” (2014)

pernicious-2014
 
 
 

PERNICIOUS

Story

 
 
 
JU-ON: THE GRUDGE in Thailand. Drei amerikanische Urlauberinnen werden in Thailand von einem wütenden Kindergeist terrorisiert, der sich den Körpern der Frauen bemächtigt, um Rache zu nehmen.
 
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Kritik

 
 
 
Einmal Horror immer Horror – zumindest gibt es nicht wenige Regisseure, die am blutigen Genre Gefallen finden und plötzlich Horrorstreifen am Fließband drehen, als gebe es nichts Besseres. Das mag zwar durchaus löblich sein, wird aber spätestens dann gefährlich, wenn Quantität auf Kosten der Qualität geht. Einer derer, der in seiner Arbeitswut nicht mehr zwischen guten und schlechten Drehbüchern unterscheiden kann ist JAMES CULLEN BRESSACK. Der brachte es mit dem widerwärtigen Home-Invasion-Schund HATE CRIME zu beachtlicher Bekanntheit und das, obwohl sein kontroverses Machwerk in vielen Ländern erst gar nicht ausgewertet wurde. Dennoch sah Trash-Schmiede THE ASYLUM Potenzial. Das berüchtigte Produktionsstudio beauftragte den Filmemacher für die Umsetzung hauseigener Videoware. So entstand günstiger Schwachsinn wie 13/13/13 oder BLOOD LAKE der Bressack lehrte, wie man mit einfältigen Filmen möglichst große Gewinne erzielt! Seither produziert, schreibt und dreht der ambitionierte Horrorfan, als wäre der Teufel hinter ihm her. Zum Leidwesen des Zuschauers, der unwissend durchwachsene Film kauft, obwohl mit vielversprechenden Coverabbildungen geworben wird.
 
 
Pernicious-2014-Bild-5
 
 
Nach TO JENNIFER (übrigens der erste vollständig mit dem iPhone5 gedrehte Spielfilm) ist PERNICIOUS ein weiterer Streifen aus dem umfangreichen Portfolio des strebsamen Newcomers. Der nimmt den Zuschauer mit nach Thailand und begleitet drei Schönheiten durch einen blutigen Albtraum – Geist inklusive. Die suchen im Land des Lächelns nach Erholung, stoßen in der Ferienunterkunft jedoch auf die rastlose Seele eines kleinen Mädchens, die versehentlich aus einer goldenen Statue befreit wird. Rache steht auf den Plan, denn auch in PERNICIOUS ist ein furchtbares Ableben dafür verantwortlich, dass ein Geist keine Ruhe finden kann. Der bringt die drei Frauen unter seine Kontrolle und tötet so grausam all jene, die Schuld am Tod des Mädchens haben.
 
 
PERNICIOUS-2014-Bild-4
 
 
Günstige Videoproduktion – souverän inszeniert. PERNICIOUS ist Grusel-Horror, der für den amerikanischen DVD-Markt gemacht wurde. Das bedeutet einmal mehr Fast-Food-Schauer ohne Tiefgang oder Anspruch, der vor allem Feingeister übel aufstoßen lassen dürfte. Zu sehen gibt es konventionelles Grauen, das sich teils ganz frei beim japanischen JU-ON bedient und mit etwas Folterei sowie derzeit beliebter Besessenheitsthematik verfeinert wurde. Die weiblichen Darsteller fallen durch Optik nicht durch Können auf und falsche Fährten sind dann doch vorhersehbarer, als vermutlich gewollt. Trotzdem schafft BRESSACK das, was vielen Horror-Regisseuren eben nicht gelingt: sein PERNICIOUS unterhält und sorgt für Lacher, denn die Heldinnen besitzen trotz misslicher Lage genügend Humor, um den männliche Zuschauer mit naivem Wortwitz (zumindest in der Originalfassung) und knackigen Rundungen bei Laune halten zu können. PERNICIOUS kommt fast ohne Längen aus, denn Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK gibt Gas. Nach kurzem Ausflug ins Tortur-Genre muss ein mysteriöses Puzzle gelöst werden, das erst nach und nach ein Ganzes ergibt. Die unwissenden Protagonisten werden von einem Schauplatz zum nächsten getrieben und versuchen das zu entschlüsseln, was das erfahrene Publikum ohnehin schon weiß. Weitaus rätselhafter als die vorhersehbaren Ereignisse im Film ist die Tatsache, wie es den drei Mädchen nach albtraumreichen Nächten gelingt am Morgen danach perfekt geschminkt und frisch frisiert aus dem Bett zu steigen. Ein mysteriöses Phänomen, das am Ende leider nicht aufgelöst wird. Vermutlich wird das obligatorische Making-of wichtige Antworten liefern.
 
 
Pernicious-2014-Bild-6
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ungewöhnliche Mischung aus brutalem Folter-Horror und japanischem Gruselexport – kurzweilig und souverän inszeniert. Im Falle von PERNICIOUS ist dennoch nicht alles Gold was glänzt. Nicht nur, dass eine goldene Statue im Film Unglück bringt; Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK stibitzt viel aus anderen Horrorstreifen, um Interesse zu wecken. So erinnern viele Momente an die klassischen Geisterfilme aus Fernost – allen voran JU-ON: THE GRUDGE. Zudem werden Fans der HOSTEL-Reihe manch unerwartetes Déjà-vu erleben, denn auch in PERNICIOUS scheint man daran Gefallen gefunden zu haben, intensiv an heraushängenden Augäpfeln zu schnippeln. Leider lassen sich viele Zitate nur mit geschultem Auge erkennen. So bemerken wohl ausschließlich erfahrene Horrorfans Anspielungen wie die, in der sich das Geistermädchen im Film krampfhaft versucht in die Ecke der Zimmerdecke zu zwängen. Aufmerksame Zuschauer haben da vermutlich gleich das Filmplakat zum Austreibungs-Horror THE LAST EXORZISMUS mit ähnlichem Motiv vor Augen. Nichtsdestotrotz ist PERNICIOUS nicht so einfältig, wie viele der genannten Zitate. Filmemacher JAMES CULLEN BRESSACK zündet den Turbo und lässt kaum Längen entstehen. Sein Film ist zwar nicht sonderlich helle, besitzt aber genügend Unterhaltungswert und bietet mit seinen drei attraktiven Hauptdarstellerinnen auch was fürs Auge. Männliche Zuschauer sehen da vermutlich gern über Defizite im Schauspiel hinweg, ist PERNICIOUS ohnehin nichts Großes, sondern astrein gemachtes Videofutter für den kleinen Horror-Hunger zwischendurch.
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Zensur

 
 
 
Der Folter-Anteil in PERNICIOUS ist recht zeigefreudig. Da werden Zangen und Macheten geschwungen und Zähne, Fingernägel aber auch Augäpfel bearbeitet. Auch im übrigen Film finden Gore-Bauern an unangenehmen Schlitzmethoden Gefallen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass PERNICIOUS hierzulande ungeschnitten erscheinen wird: keine Jugendfreigabe!
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
An American Terror (2014)
 
The Scarhouse (2014)
 
Grave Halloween (2013)
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Hostel (2005)
 
Ju-On: The Grudge (2002)
 


Filmkritik: “The Harvest” (2013)

the-harvest-poster
 
 
 

THE HARVEST

Story

 
 
 
Die pubertierende Maryann macht auf der Suche nach neuen Freunden im Nachbarhaus eine schreckliche Entdeckung. Ihre Neugierde bringt das zermürbende Familiengeheimnis einer gutbürgerlichen Arztfamilie zutage, das bisher gut bewahrt werden konnte.
 
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Kritik

 
 
 
Nach außen hui – innen aber pfui! Das Ergründen dunkler Familiengeheimnisse ist im Horrorfilm keine Neuerung mehr. Dutzende Regisseure haben bereit in ihren Filmen versucht furchtbare Tragödien aufzudecken, die sich hinter verschlossenen Türen vermeintlich anständiger Bürger abspielen. Das Erforschen menschlicher Abgründe hat sich auch JOHN NCNAUGHTON auf die Stirn geschrieben. Der brachte es in den 80ern mit seinem kontroversen HENRY: PORTRAIT OF A SERIAL KILLER zu beachtlicher Popularität, verschwand dann aber ganz schnell wieder von der Bildoberfläche und verdiente mit semierfolgreicher TV- und Videoware Lohn und Brot. Immerhin dürfte er Thriller- und Horrorfans noch mit WILDS THINGS (1998) und der MASTERS OF HORROR-Episode HAECKEL’S TALE (2006) in Erinnerung geblieben sein – zwei der wenigen Arbeiten, die aus seiner eher erfolglosen Vita hervorstechen können. Das dürfte sich jedoch mit seinem neuen Filmalbtraum THE HARVEST ändern. Für sein unbequemes Familiendrama kehrt er ganz souverän zu seinen Filmanfängen zurück ganz so, als hätte seither nichts anderes getan, als die dunkle Seite des Menschen zu erforschen. Ganz nebenbei ist ihm damit die wohl beste Arbeit seines bisherigen Schaffens gelungen, schließlich bahnt sich in seinem THE HARVEST das Grauen schleichend aber intensiv seinen Weg durch Film und Psyche.
 
 
the-harvest-bild-4
 
 
THE HARVEST handelt von der 14-jährigen Waisen Maryann. Nach dem plötzlichen Tod der Eltern muss sie zu den Großeltern ziehen und die Freunde zurücklassen. Bei den ersten Erkundungsstreifzügen ums Haus stößt sie auf den Nachbarsjungen Andy. Der hat kein leichtes Los gezogen, ist schwer krank und ans Bett gebundent. Die beiden kommen ins Gespräch und entwickeln schnell Sympathien zueinander. Doch die Freundschaft steht unter keinem guten Stern. Andys Mutter ist nämlich über die neue und einzige Freundin ihres Jungen gar nicht erfreut. Sie beginnt ihr Kind zu isolieren und verbietet der neuen Nachbarstochter jeglichen Umgang mit ihrem Sohn. Für die einsame Maryann eine Tragödie. Die trifft sich heimlich mit dem neuen Freund und stößt ganz nebenbei im Keller des Nachbarhauses auf ein furchtbares Familiengeheimnis – mit Folgen.
 
 
the-harvest-bild-5
 
 
Der einst gefeierte JOHN NCNAUGHTON versteht es nach wie vor den Zuschauer dort zu packen, wo es am meisten wehtut. THE HARVEST ist ein packend inszeniertes Psychodrama, das ganz unheilvoll beginnt und sich zaghaft zum ungemütlichen Thriller mausert in dem Dinge passieren, die man anfangs nicht kommen gesehen hat. Die Essenz zum Erfolg ist der herausragende Cast. Der wurde mit Schauspielern besetzt, die ihr Handwerk verstehen. Allen voran SAMANTHA MORTON. Die verkörpert im Film eine wortkarge und scheinbar besorgte Mutter, die ähnlich wie KATHY BATES in MISERY ganz unverhofft aus der Haut fährt und zur unberechenbaren Psychopathin mutiert. Ihre Leistungen sind beängstigend, facettenreich und intensiv – ihre plötzlichen Wutausbrüche schockierend und grausam. Leider hat THE HARVEST einen Schönheitsfehler. Zwar gelingt es Macher JOHN NCNAUGHTON mit subtilen Grauen zu fesseln und die Spannungsschraube konstant fester zu drehen; dennoch mangelt es dem Streifen oftmals an Glaubwürdigkeit. Den Figuren wird zwar genügend Zeit für ihre Entwicklung eingeräumt; trotzdem kommt auch ein Film wie THE HARVEST nicht ohne die genrebedingten Klischees aus. So will mal wieder niemand der taffen 14-jährigen Heldin glauben, die genügend Beweise sammelt, um die finsteren Machenschaften der im Ort geschätzten Nachbarn aufdecken zu können. Das kratzt ein wenig am positiven Gesamteindruck den der souverän inszenierte und durchaus stimmige THE HARVEST hinterlässt. Trotz kleiner Makel dennoch sehenswert!
 
 
the-harvest-2013-bild-3

 
 


 
 
 

THE HARVEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schleichend und intensiv: Herausragender und ungemütlicher Psychothriller mit böser Wendung und konstantem Spannungsbogen. THE HARVEST bringt finstere Geheimnisse zutage und erzählt von skrupellosen Eltern und desaströsen Familienverhältnissen. Hier wird subtil Grauen aufgebaut, das ganz unverhofft und erbarmungslos zuschlägt. Lang dauert es nämlich nicht, bis sich der Ton und die Richtung des Films ändert. Aus Kindern werden Gefangene, die im Haus der vermeintlich besorgten Eltern ums Überleben bangen müssen. Leider verrät der Trailer zuviel. Demzufolge sollte man sich dessen Sichtung sparen, um sich nicht den Filmgenuss verderben zu lassen. Unterm Strich erweist sich THE HARVEST trotz marginaler Logiklücken als Paradebeispiel für minimalistische Psychothriller. HENRY: PORTRAIT OF A SERIAL KILLER-Regisseur braucht nämlich nicht viel, um fesseln zu können. Statt teuer eingekaufte Superstars, Gewalt und hektische Schnitte beweist er, dass man auch mit kleinem Budget und bescheidenen Mitteln gute Filme machen kann. Alles was man dafür benötigt ist ein gutes Drehbuch und talentierte Schauspieler. Auch so schafft man herausragende Filme. Wir meinen: intensiv gespielter Geheimtipp!
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Zensur

 
 
 
THE HARVEST ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Der Film ist eher ein langsam und tiefgründig erzählter Psycho-Thriller und hält weitestgehend abstand von expliziter Gewalt. Die ist im Film vornehmlich psychischer Natur und dürfte dafür sorgen, dass THE HARVEST bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet sein wird.
 
 


 
 
 

THE HARVEST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
The Stepfather (1987)
 
The Glass House (2001)
 
The Stepfather – Remake (2009)
 


Filmkritik: “Perfide” (2014)

perfidia-2014
 
 
 

PERFIDE

Story

 
 
 
15 Jahre ist es her, dass Laura und Rubén sich im Wald außerhalb von Santiago de Chile räkelten. Als Erwachsene treffen sie sich jetzt wieder und beginnen erneut eine Beziehung. Leider bringen Beide eine ganze Reihe von Problemen mit sich. Laura (Catherine Mazoyer) hat einen Mann und zwei Kinder. Rubéns (Inigo Urrutia) Altlasten reichen weiter in die Vergangenheit und werden sich während des Wochenendes voller romantischer Zweisamkeit offenbaren.
 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Kritik

 
 
 
Ein Paar und eine einsame Hütte im Wald. Fertig ist der atmosphärische, spannende Gruselfilm. Leider ist es schlussendlich doch nicht ganz so einfach, wie es sich der chilenische Regisseur Lucio A. Rojas offenbar gedacht hat. Sein „Perfide“ (im Original “Perfidia”) krankt an einer ganzen Reihe von Inkompetenzen, die den Film nicht nur als Thriller, sondern auch als Drama untragbar machen.
 
 
Perfide-Bild-1
 
 
Angefangen mit der überaus dilettantischen Musik- und Tonuntermalung des Films. Die wenigen, holprigen Jumpscares des Films versucht Rojas mit dem plötzlichen Einsetzen eines lauten, knirschenden Geräusches zu erzielen. Das erweist sich nicht nur als ineffektiv, sondern mit der Zeit auch als extrem nervig. Bei den zahlreichen Ausflügen in den Wald ertönen permanent Schritte in den Lautsprechern. Was als bedrohendes Hintergrundgeräusch beabsichtigt wurde, rutscht in den Vordergrund und tut den nächtlichen Waldszenen eher schlecht.
 
 
Perfide-Bild-2
 
 
Auch auf einer visuellen Ebene wirkt „Perfide“ durchgehend unbeholfen. Schlecht ausgeleuchtete und noch schlechter komponierte Bilder reißen den Film weiter rein und lassen nicht einmal den Hauch einer beklemmenden Atmosphäre aufkommen. Müde Verweise auf Horrorklassiker wie „Evil Dead“ haben eher den Anschein einer Beleidigung als den einer Hommage. Zu guter Letzt bleibt die Geschichte selbst, die ähnlich amateurhaft daherkommt, wie ihre technische Umsetzung. Weder Laura noch Rubén sind interessante Figuren, ihre Hintergründe bleiben bis zum Ende des Films ungeklärt, genau wie die eigentlichen Geschehnisse, die sie umzingeln.
 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Fazit

 
 
 
1 Punkt
 
 
„Perfide“ verkauft sich als Horrorthriller, ist es aber nicht. Es ist ein ausgesprochen langweiliger und uninteressanter Film, der in keinem Bereich Pluspunkte sammeln kann. Einziger Vorteil ist die extrem kurze Laufzeit von knapp 70 Minuten.
 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Zensur

 
 
 
Eine Recherche auf der Seite der FSK hat ergeben, dass „Perfide“ eigentlich mit einer Freigabe ab 16 bedacht wurde. Selbst diese Freigabe wäre anhand des vollends blutleeren und harmlosen Films sehr rätselhaft. Noch rätselhafter ist die Tatsache, dass auf dem Cover des Films das rote FSK-18-Siegel zu finden ist.
 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
perfide-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Perfidia; Chile 2014

Genre: Drama, Fantasy, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.66:1

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: Film: FSK 16 | Blu-ray: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.05.2015

 

Perfide [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Eden Lake (2008)
 
Evil Dead (2013)
 
Honeymoon (2014)
 


Kritik: “Horsehead – Wach auf wenn du kannst” (2014)

horsehead-2014
 
 
 

HORSEHEAD

Story

 
 
 
Jessica (Lilly-Fleur Pointeaux) ist eine junge, französische Studentin, die auf den ersten Blick eine normale junge Frau zu sein scheint. Doch hinter den blonden Haaren und tiefblauen Augen versteckt sich etwas Unheimliches. Seit ihrer Kindheit leidet Jessica an schlimmen Albträumen, die ihr Schlaf und Ruhe rauben. Als sie von ihrer Mutter Catelyn (Catriona MacColl) zur Beerdigung ihrer Großmutter gerufen wird, beginnen sich die Ursachen ihrer lebenslangen Albträume abzuzeichnen. Das Verhältnis zwischen den beiden Frauen ist kühl und distanziert, nicht einmal dem Ehemann und Stiefvater Jim (Murray Head) gelingt es, die Stimmung zu heben. Getrieben von den gruseligen Symbolen ihrer Träume und bewaffnet mit der Fähigkeit des luziden Träumens begibt Jessica sich auf eine Reise in ihre familiäre Vergangenheit und stößt auf einige höchst unschöne Geheimnisse.
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Kritik

 
 
 
Die erzählerische Macht des menschlichen Unterbewusstseins ist bereits seit knapp 100 Jahren eine feste Größe in der Kinolandschaft. Surrealisten wie Luis Bunuel und David Lynch machten sich die Bildsprache und Logik der Traumwelten zu Nutzen, um beeindruckende Karrieren zu spannen. Auch das Horrorgenre entdeckte den Traum für sich, das wohl populärste Beispiel hierfür ist die „Nightmare on Elm Street“-Reihe. Beim ersten Spielfilm des Regisseurs handelt es sich allerdings nicht um einen herkömmlichen Slasher. Als Monster fungiert hier der titelgebende Horsehead, ein symbolische Kraft, die mit einer Pferdemaske die Träume der Protagonistin heimsucht. Basset springt in seinem sehr hübsch aussehenden Film zwischen zwei Traum-Modi hin und her. Ersterer dient mit seinen grotesken und schnell geschnittenen Gewaltdarstellungen zur Einstimmung in den Film. Später, nachdem Jessica die Fähigkeit des luziden Träumens gemeistert hat, begibt „Horsehead“ sich in düstere, farbstarke Traumwelten, in denen die gebeutelte Heldin des Films nach den Geheimnissen ihrer Ahnen sucht.
 
 
Horsehead-Bild1
 
 
Die gut ausgeleuchteten Bilder, die sich auch der Kraft eines gut gesetzten Schattens bedienen, zeugen von einem feinen Auge des Filmemachers. Leider sind nicht alle Sensibilitäten des Regisseurs so ausgeprägt wie die Visuelle. Teilweise unterlegt Basset Sequenzen der ruhelosen Jessica mit wummernder, elektronischer Musik, die sich weder in die ländliche, französische Kulisse, noch in die Handlung des Films einfügen will. Eine etwas befremdliche Entscheidung ist es auch, einen in Frankreich spielenden Film mit lokalen Schauspielern auf Englisch zu drehen. Es hätte dem Film sicherlich mehr Authentizität verliehen, wenn er sich der französischen Sprache verschrieben hätte. Neben diesen stilistischen Schwachpunkten machen sich vor allem im letzten Drittel des Films einige Patzer im Drehbuch breit, die es dem Zuschauer zunehmend schwer machen, den Geschehnissen zu folgen und sie zu verstehen. Dies wird vor allem dadurch verursacht, dass die Grenzen zwischen Traum und Realität immer mehr verschwimmen, ohne dass der Filmemacher die narrativen Zügel in der Hand behalten kann.
 
 
Horsehead-bild2
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Der französische „Horsehead“ ist ein solides Langfilmdebüt des französischen Regisseurs Romain Basset, in dem er vor allem visuelle Stärken unter Beweis stellen kann. Leider läuft ihm sein eigener Handlungsverlauf zum Ende des Films davon. Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer, schön anzusehender und ordentlich gespielter Film, der von einem etwas fokussierterem Drehbuch klar profitiert hätte.
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Zensur

 
 
 
„Horsehead“ erscheint in Deutschand mit einer Freigabe ab 18, die anhand der blutigen, verstörenden Bilder und der Thematik vor allem im späteren Verlauf des Films absolut gerechtfertigt ist – ungeschnitten, keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
horsehead-bluray

(c) Donau Film (Amaray Blu-ray)

horsehead-mediabook

(c) Donau Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Horsehead; Frankreich 2014

Genre: Drama, Fantasy, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover, ebenso Auflage im Mediabook

Extras: Featurette „Der Pferdekopf“ (14:41 Min.), Teaser (1:01 Min.), Deutscher Trailer (2:14 Min.), Original Kinotrailer in Englisch (2:13 Min.), Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiger Buchteil, Poster, Inside Horsehead – Das Making Of (ca. 60 Min.), Die Effekte (ca. 15 Minuten), Das Casting (ca. 20 Minuten), Vier Kurzfilme von Regisseur Romain Basset (ca. 60 Minuten)

Release-Termin: 29.05.2015

 

Horsehead – Wach auf, wenn du kannst… [Blu-Ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Horsehead – Wach auf, wenn du kannst… – Limited 3-Disc Mediabook Edition ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei DONAU FILM

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Nightmare on Elm Street (1984)
 
Inside (2007)
 
Martyrs (2008)
 


Filmkritik: “The Stranger” (2014)

the-stranger-2014-poster
 
 
 

THE STRANGER

Story

 
 
 
Als der mysteriöse Martin in ein kleines Städtchen einkehrt, entfacht er mit seiner Anwesenheit eine grausame Kette furchtbarer Gewalt.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Kritik

 
 
 
Wenn HOSTEL- und CABIN FEVER-Macher ELI ROTH Filme dreht, dann sind viele Horrorfans nicht sonderlich darüber erfreut. Seit jeher gelingt es dem amerikanischen Regisseur mit seinen Werken zu polarisieren und die Fangemeinde in zwei Lager zu spalten. Das ist auch kein Wunder, denn Roths Filme fallen immer wieder durch trivialen Humor in Kombination mit plakativer Gewalt und hanebüchenen Geschichten negativ auf. Trotz viel Kritik an seinem bisherigen Schaffen muss man ELI ROTH an dieser Stelle auch einmal Lob aussprechen. Statt immer nur Schlamassel zu drehen ist er stets daran interessiert noch unbekannte und junge Regisseure zu unterstützen, damit die ihre filmischen Visionen auf Zelluloid bannen können, um sie einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Auch im Falle des chilenischen Horrordramas THE STRANGER hatte der gewalterprobte und kontroverse Regisseur seine Finger im Spiel. Diesmal fungierte er jedoch ausschließlich als Produzent und überlies dem uruguayischen Newcomer GUILLERMO AMOEDO das Regiezepter, der bereits schon an Drehbüchern zu Roth-Streifen wie KNOCK KNOCK (2015), THE GREEN INFERNO (2013) und dem miserablen AFTERSHOCK (2012) tüftelte. Auch für THE STRANGER schrieb er das Drehbuch, konnte es letztendlich mit kleinem Budget endlich auch einmal selbst für die Leinwand adaptieren. Ganz nebenbei ist im dabei das Kunststück gelungen seinen spendablen Geldgeber in den Schatten zu stellen, kann THE STRANGER nämlich als wohl bester Horrorfilm bezeichnet werden, an dem Roth bisher in irgendeiner Weise beteiligt gewesen ist.
 
 
the-stranger-2014-bild-1
 
 
Die Idee zum Film kam Amoedo, als er sich selbst ein Urteil über das hochgelobte Vampirdrama LET THE RIGHT ONE IN machen wollte. Der Regisseur erklärte in einem Interview, dass er kein großer Fan des klassischen Blutsauger-Genres ist. Dennoch gefiel ihm jene charakterstarke Richtung, die der Film einschlug und entschied kurzerhand selbst an einer tiefgründigen Vampirgeschichte zu schreiben, in der das Zwischenmenschliche ausführlich untersucht werden sollte.
 
 
the-stranger-2014-bild-2
 
 
THE STRANGER erzählt die Geschichte des mysteriösen Martin (CRISTÓBAL TAPIA MONTT), der auf seiner Suche nach Frau Ana in ein kleines Städtchen einkehrt und in eine Begegnung mit Folgen involviert wird. Im Ort herrscht ein rauher Ton und die Bewohner der Stadt leiden unter der harten Hand des korrupten Polizisten De Luca (LUIS GNECCO). Dessen Sohn ist über die Ankunft des Fremden nicht sonderlich erfreut und lässt Fäuste sprechen. Was folgt ist nicht sonderlich gastfreundlich: Martin wird brutal zusammengeschlagen und eigenhändig vom Polizist De Luca im Wald verscharrt. Leider wird die grausame Tat vom pubertierenden Graffiti-Künstler Peter (NICOLÁS DURÁN) beobachtet. Der gräbt den Fremden aus und pflegt ihn zuhause gesund. Eine Rettung mit Folgen, denn die Täter sind über die Hilfsaktion nicht sonderlich erfreut. Um die Tat zu vertuschen und den guten Ruf zu bewahren, veranstalten sie eine Hetzjagd auf ihr Opfer unwissend, dass sie dadurch eine Kette der Gewalt in Gang setzen. Was niemand ahnt: Martin ist etwas anders und besitzt eine außergewöhnliche Gabe. Die gerät jedoch bald außer Kontrolle und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung.
 
 
the-stranger-2014-bild-4
 
 
ELI ROTH scheint in Chile ein neues Zuhause gefunden zu haben, denn hier hat er viele der letzten Genre-Filme produzieren lassen. Nach Folterei, Kannibalen und Todesviren hetzt er diesmal Blutsauger auf den Zuschauer und lässt den Vampirmythos durch Regisseur GUILLERMO AMOEDO quasi rundum erneuern. THE STRANGER nimmt Abstand von klassischen Vampirfilmen in denen Fledermäuse, Knoblauch und spitze Eckzähne Gänsehaut bescheren. Vielmehr konzentriert sich Filmemacher GUILLERMO AMOEDO auf zwischenmenschliche Konflikte und berichtet in seiner emotionalen Geschichte von Liebe und Verlust, Familie und Zugehörigkeit sowie Gewalt und Erlösung. Die für dieses Subgenre bekannten Klischees kommen nur selten zum Tragen. Stattdessen betrachtet Amoedo die Blutsauger-Thematik aus einem ganz anderen Blickwinkel und macht sie nur zum Beiwerk. Eine gute Entscheidung, lebt THE STRANGER von der Prämisse, dass der Zuschauer lang darüber im Unklaren gelassen wird, welch finsteres Geheimnis Außenseiter Martin verbirgt und was ihn dazu veranlasst hat in einem kleinen Städtchen nach der Gattin zu suchen. Die andere Vorgehensweise ist löblich und macht THE STRANGER zum Geheimtipp für all jene, die einfach nicht mehr die immer gleichen Horrorgeschichten sehen können und wollen.
 
 
the-stranger-2014-bild-3
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mysteriös, geheimnisvoll und vollkommen anders: THE STRANGER ist einer der nennenswertesten Vampirfilme der letzten Jahre und der wohl beste Streifen, an dem HOSTEL-Regisseur ELI ROTH bisher beteiligt gewesen ist. Der Zuschauer bekommt hier eine ungewöhnliche Vampir-Rachegeschichte zu sehen, die den Blutsauger-Mythos aus einer ganz anderen Sicht betrachtet. Umso besser ist es, wenn man vorab nicht allzu viel über den gelungenen Horrorfilm in Erfahrung bringt, um sich die Spannung nicht nehmen zu lassen. Weit entfernt von traditionellem Vampir-Gruslern verteilt Regisseur GUILLERMO AMOEDO die klassischen Rollen von Gut und Böse neu und bringt in seinem selbst geschriebenen THE STRANGER einmal mehr zum Ausdruck, dass der Mensch selbst grausamer und unberechenbarer ist als jeder blutdurstige Vampir. Letzterer kann im Film ebenso als Metapher gesehen werden, um die abwertende und distanzierte Haltung des Menschen vor dem Unbekannten zu symbolisieren. Wer händeringend nach interessanten Horrorgeschichten sucht, sollte sich THE STRANGER nicht entgehen lassen. Auch wenn mit ELI ROTH als Produzenten auf dem Kinoplakat geworben wird – die blutige Handschrift des polarisierenden Foltermeisters sucht man in diesem Film vergebens. Wir meinen: Pflichtprogramm für Fans mutiger Indie-Horrorfilme fernab des Mainstreams.
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Zensur

 
 
 
Es ist schwierig für THE STRANGER eine FSK-Prognose zu stellen. Die gezeigte Gewalt hält sich in Grenzen. Dennoch gibt es etwas Blut zu sehen. Neben angefressenen Hälsen und Tierkörpern, werden im Off Protagonisten bei lebendigem Leibe verbrannt. Wir meinen dennoch, dass der Film ungeschnitten eine FSK16 erhalten wird.
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 
Near Dark (1987)
 


Filmkritik: “Demon Baby” (2014)

demon-baby-wandering-rose-2014
 
 
 

DEMON BABY

(WANDERING ROSE)

Story

 
 
 
Rose (Carina Birrell) und Theo (David Wayman) wollen die kränkelnde Beziehung in den Bergen Schottlands auffrischen. Bis Rose ällmählich dem Wahnsinn verfällt und sich der friedliche Campingausflug zum Albtraum entwickelt.
 
 
 


 
 
 

DEMON BABY – Kritik

 
 
 
Achtung Mogelpackung im Anmarsch, denn im Falle von DEMON BABY wird der Zuschauer mal wieder äußerst geschickt hinters Licht geführt. Die Filmtitel suggeriert nämlich das, was der Streifen gar nicht ist: teuflischer Okkult-Horror in dem der Leibhaftige wiedergeboren wird. Warum der anfänglich betitelte WANDERING ROSE eine reißerische Umbenennung erhalten musste, wirft Fragen auf. Man darf aber davon ausgehen, dass die Marketingabteilung des Produktionsstudios eine wesentliche Rolle bei der Neukreation des Titels gespielt haben dürfte, um den Film international besser vermarkten zu können.
 
 
demon-baby-bild-1
 
 
Statt einem teuflischen Kinovergnügen steht psychologischer Horror auf der Tagesordnung. Für den zeichnet einmal mehr jemand Unbekanntes verantwortlich, der erste Erfahrungen auf dem Gebiet des Filmemachens beginnt zu sammeln. Das ist bei Indie-Horrorfilmen mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr und hat bisher manch unentdecktes Talent zum Vorschein gebracht, das nun für große Studios in Hollywood Kinoerfolge am Fließband fabriziert. Doch kann CORRIE GREENOP legendären Regiegrößen wie SAM RAIMI oder PETER JACKSON das Wasser reichen, denen ebenso kleine Indie-Produktionen die Tür zur Traumwerkstatt geöffnet haben?
 
 
demon-baby-bild-2
 
 
In seinem ersten Film sind Rose (CARINA BIRRELL) und Theo (DAVID WAYMAN aus NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND) ein unverheiratetes Paar, das im Nordosten Schottland versucht zueinander zu finden. Die Beziehung liegt im Argen und Rose ist im dritten Monat schwanger, so dass die angeschlagene Bindung bei einem gemeinsamen Campingausflug etwas aufgefrischt werden soll. Leider wird das Liebesglück vor unerwartete Herausforderungen gestellt, denn inmitten der Wildnis fühlt sich Rose furchterregenden Bedrohungen ausgesetzt. Ein geisterhaftes Wesen scheint der verunsicherten Frau auf Schritt und Tritt zu folgen und die Begegnung mit einem Polizisten schürt Misstrauen. Als die werdende Mutter beginnt eine seltsame Paranoia gegenüber der eigenen Schwangerschaft zu entwickeln, kommt es zur Katastrophe.
 
 
demon-baby-bild-3
 
 
DEMON BABY ist erschütterndes Kopfkino, bei dem sich das Grauen im Kopf des Zuschauers manifestiert. Die mitleiderregende Figur der Rose erlebt im Film eine tragische Verwandlung, die Schuldgefühlen und Ängsten den Weg weist. Regisseur CORRIE GREENOP arbeitet mit Metaphern und Mehrdeutigkeiten – schlüssige Erklärungen werden nicht geliefert und die Vergangenheit der traumatisierten Filmheldin nur spartanisch beleuchtet. Wie sich im Verlauf des Streifens herausstellen wird, hat sich Rose für eine Abtreibung des Kindes entschieden und ist umso überraschter als der nichtsahnende Liebste beim Kuscheln von kleinen Schlägen unter der Bauchdecke seiner Freundin berichtet. Das lässt die Kindsmutter zweifeln, die plötzlich nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann und dem Wahnsinn verfällt.
 
 
demon-baby-bild-4
 
 
Mit Horror im herkömmlichen Sinne hat DEMON BABY nichts am Hut. Vielmehr verfolgt der Filmfreund den mentalen Abstieg einer jungen Frau, die in der Vergangenheit Schlimmes erlebt haben muss und alles dafür tut, dass der Partner nichts davon erfährt. Rose scheint ein unnatürliches Misstrauen gegenüber dem männlichen Geschlecht aufgebaut zu haben. Hier ist wohl auch der Grund des plötzlichen Schwangerschaftsabbruchs zu suchen. Hat Rose die Treue in ihrer Beziehung nicht ernst genommen oder wurde sie Opfer eines sexuellen Missbrauchs? Eine plausible Erklärung gibt CORRIE GREENOP nicht. Stattdessen spielt er mit Rückblenden und räumt dennoch genug Interpretationsspielraum ein, damit sich der Zuschauer am Ende – trotz überraschendem Twist – ein eigenes Urteil bilden kann.
 
 
demon-baby-bild-5
 
 
Dass DEMON BABY dann doch tiefgründiger ist, als der reißerische Titel vermuten lässt kommt nicht von Ungefähr. In einem Interview erklärte der Regisseur, dass er ein großer Fan südkoreanischer und japanischen Horrorfilmen ist, die nicht durch Splatter auffallen sondern durch psychologisches Grauen bewegen wollen. Ungewöhnlicherweise zählt er neben asiatischen Genre-Perlen wie THE EYE oder TALE OF TWO SISTERS auch den australischen THE BABADOOK zu seinen Favoriten. Letzterer ist dem Aufbau von DEMON BABY nicht unähnlich, erreicht aber nicht einmal ansatzweise dessen zermürbende Intensität. Wer sich trotzdem mit diesem psychologischen Horrordrama auseinandersetzen möchte, sollte sich nicht von dem auf Horror getrimmten Trailer und dem irreführenden Filmplakat verwirren lassen. Wie schon bei genanntem THE BABADOOK aus dem Jahre 2014 wurde auch das Marketing für DEMON BABY unglücklich geplant, das unheimlichen Geisterhorror verspricht. Leider sucht man Spuk und Gänsehaut im Film vergebens!
 
 


 
 
 

DEMON BABY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Genrefilm, der sprichwörtlich unter die Haut geht. DEMON BABY ist verstörendes Kopfkino mit tragischem Ausgang vor traumhafter Naturkulisse. Anders als der Titel und das Filmplakat vermuten lassen ist DEMON BABY jedoch kein Film in der Machart des Polanski-Klassikers ROSEMARIES BABY. Vielmehr protokolliert dieses Debütwerk den mentalen Abstieg einer von Schuldgefühlen zerfressenen Frau, die von den Dämonen ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Dabei verwendet Regisseur CORRIE GREENOP immer wieder Elemente aus asiatischen Geisterfilmen und legt so falsche Fährten. Die versuchen nicht nur den Zuschauer zu verwirren, sondern auch die scheinschwangere Protagonistin, die bald nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann. Demzufolge sollte man DEMON BABY (der mit WANDERING ROSE anfänglich einen anderen und weitaus plausibleren Titel besaß) mit dem Wissen sehen, dass es sich hier um keinen waschechten Horrorfilm handelt. Nur mit dieser Erwartungshaltung wird man nicht enttäuscht werden.
 
 


 
 
 

DEMON BABY – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt gibt es in DEMON BABY nicht zu sehen. Kein Wunder, handelt es sich hier eher um psychologischen Horror der nicht viel Blut zum Verstören benötigt. Die Protagonistin verletzt sich in der Dusche selbst und am Ende gibt es einen unerwarteten Mord zu sehen. Der wird aber nicht explizit gezeigt, denn die Kamera blendet weg. Sollte DEMON BABY hierzulande veröffentlicht werden erhalt er ohne Probleme eine FSK16.
 
 


 
 
 

DEMON BABY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Babadook (2014)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
The Devil Incarnate (2013)
 


Filmkritik: “We Are Still Here” (2015)

we-are-still-here-2015
 
 
 

WE ARE STILL HERE

Story

 
 
 
Das ländliche New England in den 1950ern: Ihr neues Eigenheim entwickelt sich für ein älteres Paar zum Albtraum, hat sich dort schließlich vor vielen Jahren Tragisches ereignet, das das Haus nicht zu Ruhe kommen lässt.
 
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Kritik

 
 
 
Seit jeher üben Spukhäuser eine unbeschreibliche Faszination auf den Menschen aus. Vor allem im Horrorfilm werden die Gemäuer bevorzugt zum Thema erklärt, um den Zuseher effektiv mit seinen Urängsten zu konfrontieren. Mittlerweile hat das Spiel mit der Angst einige nennenswerte Vertreter des Spuk- und Geistergenres hervorgebracht, die aus der Welt des Horrorfilms nicht mehr wegzudenken sind. So gehören THE AMITYVILLE HORROR, BIS DAS BLUT GEFRIERT, DAS GRAUEN oder – um auch einen aktuellen Schauerstreifen zu nennen – THE CONJURING zu jenen raren Filmen, denen es mit Leichtigkeit gelingt, Gänsehaut zu bescheren. Nach Letzterer sucht man in Spukfilmen neueren Datums immer häufiger. Viele Filmschaffende von Heute scheinen das klassische Gruselhandwerk nicht ausreichend studiert zu haben. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn die Mehrheit aktueller Spuk- und Geisterware wirbt zwar mit Gänsehaut, ist aber alles andere als gruselig.
 
 
WE-ARE-STILL-HERE-Bild-2
 
 
Einer der das ändern möchte ist TED GEOGHEGAN. Der feilte bereits mit an Drehbüchern zu deutschem Underground-Quatsch aus der Werkstatt eines gewissen ANDREAS SCHNAAS (VIOLENT SHIT 1-4) und schrieb zudem das Drehbuch zum sehenswerten Mystery-Thriller BARRICADE. Mit WE ARE STILL HERE hat er nun endlich etwas Eigenes gemacht und landete mit seinem ersten Langfilm auch gleich einen Hit auf einschlägigen Filmfestivals, weil er ähnlich wie TI WEST in HOUSE OF THE DEVIL auf altmodische Weise versucht das Fürchten zu lehren.
 
 
WE-ARE-STILL-HERE-Bild-1
 
 
Im Mittelpunkt stehen Anne Sacchetti (BARBARA CRAMPTON) and Paul Sacchetti (ANDREW SENSENIG). Das Paar versucht den plötzlich Unfalltod von Sohnemann Bobby zu verarbeiten und zieht aus der Stadt ins ländliche New England. Ein gemütliches Landhaus soll das tragische Ereignis vergessen lassen, stellt aber die neuen Besitzer schon bald vor große Herausforderungen. Im Haus riecht es aus unerklärlichen Gründen nach Rauch und Anne glaubt die vertraute Gegenwart des verstorbenen Sohnes zu spüren. Als die neuen Nachbarn zu Besuch kommen und von der bewegten Geschichte des Hauses berichten, vergeht den stolzen Eigentümern die Freunde am neuen Heim. Doch Hoffnung ist in Sicht. Die Freunde May Lewis (LISA MARIE) and Jacob Lewis (LARRY FESSENDEN) wollen mit Hilfe einer Seance Klarheit schaffen ohne zu ahnen, dass sie damit ein gut behütetes Geheimnis zutage bringen, dass die Einheimischen seit Generationen versuchen zu bewahren.
 
 
WE-ARE-STILL-HERE-Bild-3
 
 
Regisseur und Drehbuchautor TED GEOGHEGAN bringt klassischen Spuk zurück in die Wohnzimmer. Das bedeutet langsame Kamerafahrten, (un)wohlige Schaueratmosphäre, dezent platzierte Gänsehautmomente und gedrosseltes Erzähltempo. WE ARE STILL HERE ist nichts für Fans hektisch geschnittener Horrorstreifen – ganz im Gegenteil. Macher TED GEOGHEGAN nimmt sich viel Zeit beim Erzählen seiner Geschichte und gibt immer nur bedingt Informationen preis, um den Zuschauer möglichst lang über die Hintergründe der merkwürdigen Gegebenheiten im Unklaren zu lassen. Stück für Stück werden Puzzleteile zu einem logischen Ganzen zusammengefügt und decken ein tragisches Ereignis auf, dass den Film am Ende in eine ganz andere Richtung drängen wird. So ändert sich in der Halbzeit ganz unerwartet der Ton. Subtiler Schrecken verwandelt sich zum blutigen Albtraum, in dem Schädel zerquetscht werden und Menschenfleisch geschmort wird.
 
 
WE-ARE-STILL-HERE-Bild-4
 
 
Man muss kein großer Filmkenner sein, um Geoghegans unbeschreibliche Leidenschaft zum Horror der alten Schule zu erkennen. WE ARE STILL HERE ist ein Spiel mit den verschiedenen Stilrichtungen des Old School Horrors. So wird Spukhorror mit Okkultismus-Elementen der 1970er kombiniert und um wilde Splatter-Exzesse der 1980er erweitert. Der außergewöhnliche Genre-Mix wirkt wie aus einem Guss und rechtfertigt die vielen positiven Kritiken, die bereits vor dem internationalen Filmstart sprichwörtlich durch das Internet geisterten. Aufgrund der gelungenen Umsetzung seines ersten abendfüllenden Spielfilms kann man sich nur wünschen, dass TED GEOGHEGAN demnächst öfters mal auf dem Regisseursstuhl Platz nimmt und nicht ausschließlich Drehbücher für andere schreibt oder Horrorware produziert. Dass hat er nämlich bisher getan – leider!
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Unheimlicher und blutgefüllter Gruselcocktail der alten Schule. WE ARE STILL HERE ist eine grandiose Hommage an die subtilen Spukhaus-Streifen der 70er Jahre mit Verweisen zu Werken von LUCIO FULCI und H.P.LOVECRAFT. Zu denen hegt Regisseur TED GEOGHEGAN nämlich eine ganz besondere Beziehung, haben die mit ihrem Schaffen die Kindheit des Regieneulings geprägt. Die Liebe zum Old School Horror kommt im ersten Spielfilm des Horrorfans zum Tragen. Statt übertriebene CGI-Effektorgien auf der Mattscheibe zu zelebrieren, lässt Goghegan seinen WE ARE STILL HERE mittels hervorragender Kameraarbeit so aussehen, wie jene Filme, mit denen der Macher aufgewachsen ist. Darunter auch der meisterhafte DAS GRAUEN (The Changeling) aus dem Jahr 1980, in dem zur Abwechslung nicht quirlige Jugendliche in ein Spukhaus geschickt werden, sondern ein Schriftsteller in den besten Jahren mit einer rastlosen Seele konfrontiert wird. Ähnliches Konzept verfolgt auch Geoghegan in seinem Erstling und schickt ein älteres Ehepaar in die Höhle des Löwen. Trotz in die Jahre gekommene Protagonisten gehört WE ARE STILL HERE jedoch nicht zum alten Eisen. Der Film besitzt nämlich einen ungewöhnlich hohen Splatter-Anteil und dürfte Fans der etwas gröberen Unterhaltung mit der unerwarteten Wendung Freudentränen in die Augen treiben. WE ARE STILL HERE gehört übrigens zu jener Art von Filmen, die man nicht unbedingt abschalten sollte, wenn der Abspann über den Bildschirm flimmert. Viele Geheimnisse der Geschichte werden nämlich erst hier durch Fotomontagen entschlüsselt. Geduld zahlt sich in diesem Fall aus!
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Zensur

 
 
 
Für Spukhorror geht es in der letzten halben Stunde außergewöhnlich blutig zu. Es werden Köpfe zerschössen und Körper durchbohrt. Menschen werden unter Treppen oder unter Tische gezerrt, wo sie dann mit Hilfe von viel Kunstblut zerfetzt werden. Zudem werden Küchenmesser in den Hals einer Protagonistin geschlagen. Hierzulande wird es dafür einen roten FSK-Stempel geben. Keine Jugendfreigabe, dafür aber ungeschnitten.
 
 


 
 
 

WE ARE STILL HERE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen (1980)
 
The Conjuring (2013)
 
Amityville Horror (1979)
 
Das Haus an der Friedhofsmauer (1981)
 


Filmkritik: “Shrew’s Nest” (2014)

shrews-nest-2014-poster
 
 
 

SHREW’S NEST

(Musarañas)

Story

 
 
 
Als sich der attraktive Carlos bei einem Treppensturz das Bein bricht und von einem benachbarten Geschwisterpaar gepflegt wird, bringt er ein schockierendes Familiengeheimnis zutage, was lange Zeit im Verborgenen gehalten wurde.
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Kritik

 
 
 
Egal was ALEX DE IGLESIAS anfasst, es wird zu Gold. Seit der spanische Regisseur mit der Science-Fiction-Komödie AKTION MUTANTE seinen ersten Langfilm inszenierte, wird der Meister des schwarzhumorigen, spanischen Horrorkinos für sein unkonventionelles Schaffen auf einschlägigen Filmfestivals gelobt und ausgezeichnet. Mittlerweile dreht der Spanier aber nicht mehr nur ausschließlich schräge Filme, sondern produziert Vielversprechendes für die große Leinwand. SHREW’S NEST ist eine dieser Arbeiten, die von DE IGLESIAS finanziell unterstützt wurden und dem jungen Regieduo ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS den Weg ins internationale Filmgeschäft ebnen dürfte.
 
 
shrews-nest-2014-bild-2
 
 
In MUSARANAS – so der Originaltitel – geht es absolut spaßfrei zu, denn nach dem speziellen Humor mit welchem ALEX DE IGLESIAS bekannt geworden ist, sucht man in diesem tiefgründigen und deprimierenden Stück Zelluloid vergebens. Statt einem absurd-humoristischen Bilderrausch zu zelebrieren, wenden sich die beiden Jungregisseure dem psychologischen Horror zu und bringen mit Hilfe beklemmender Bildsprache eine erschütternde Familientragödie zutage, die sich aufgrund herausragender schauspielerischer Leistungen positiv vom üblichen Horrorquatsch abhebt. Dass tut Not, denn in einer Zeit in der sich der Horrorfilm hauptsächlich durch einfältige Grausamkeiten definiert und damit Zuspruch erntet, sind es gerade jene psychologischen Geschichten die verinnerlichen, dass man auch mit etwas Anspruch und Hirn Furcht bescheren kann.
 
 
shrews-nest-2014-bild-4.jpg
 
 
Madrid in den 1950ern: die fromme Schneiderin Montse (MACARENA GOMEZ) leidet an Agoraphobie und schafft es nicht ihre Wohnung zu verlassen. Seit Mutter und Vater gestorben sind, kümmert sie sich um die jüngere Schwester und ist ihr Ersatz für die verschiedenen Eltern. Als Nachbar Carlos aus dem oberen Stockwerk die Treppe herunterfällt und sich beim Sturz das Bein bricht, wird eine Kette von Umständen in Gang gesetzt, die die Geschwister vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Montse nimmt den Verletzten heimlich bei sich auf und beginnt ihn zu pflegen. Von der streng autoritären Erziehung des sadistischen Vaters zerfressen, entwickelt die hilfsbereite Hausbewohnerin eine sonderbare Obsession zu ihrem Nachbarn und tut alles daran, dass der die Wohnung nicht mehr verlassen kann. Als die jüngere La Niña (NADIA DE SANTIAGO) erkennt, dass die große Schwester abnormales Verhalten an den Tag legt und nach Wegen sucht, um den eingesperrten Carlos aus seinem Gefängnis zu befreien, wird eine Spirale der Gewalt in Bewegung gesetzt, die nur im Chaos enden kann.
 
 
shrews-nest-2014-bild-5
 
 
SHREW’S NEST ist eine außergewöhnliche aber auch schockierende Psychoanalyse einer fehlgeleiteten Frau, die in der Kindheit Furchtbares erdulden musste. Die beiden Regisseure decken in ihrem sorgfältig gespielten Kammerspiel auf, was lang verborgen gehalten wurde. Zwei Schwestern, wie sich nicht unterschiedlicher sein könnten, durchleben in diesem beunruhigenden Melodrama eine Gradwanderung der Gefühle und entdecken zwischen Hass und Liebe, dass sie sich einander näher sind, als immer gedacht. MACARENA GOMEZ spielt hier mit viel Facettenreichtum eine bemitleidenswerte, psychisch gestörte Frau mit einem sonderbaren Verhältnis zur Liebe und lässt so selbst Oscar-Preisträgerin KATHY BATES aus der gelungenen King-Verfilmung MISERY weit hinter sich. Beide Filme sind thematisch ähnlich; SHREW’S NEST erforscht jedoch detaillierter die Umstände des Handelns und schockiert am Ende mit tragischen Familienkonstellationen, die den Zuschauer mit flauen Magen vor den heimischen TV-Apparaten zurücklassen.
 
 
shrews-nest-2014-bild-1
 
 
Visuell ist SHREW’S NEST für ein Debütstück ganz ordentlich. Die Macher ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS ernteten mit ihrem vierminütigen Kurzfilm „036“ bereits auf Youtube und Filmfestivals viel Lob und bleiben für SHREW’S NEST dem typisch spanischen Horrorlook treu. Das bedeutet bildgewaltiges Unbehagen in modern gotischer Gruselästhetik, die bereits inländischen Schauerproduktionen wie DAS WAISENHAUS, PARA ELISA oder JULIAS EYES zum Erfolg an den Kinokassen verholfen haben. Das Gänsehautkonzept geht auch diesmal auf. Dank einem außerordentlichen Gespür fürs Visuelle, guten Darstellern und einem gründlichen Drehbuch, in dem sich ganz langsam zermürbender Terror seinen Weg durch die klaustrophobische Geschichte bahnt, gehört SHREW’S NEST zur Königsklasse des spanischen Horrorkinos. Da kann man nur hoffen, dass Hollywood nicht auf den Trichter kommt, diesen Film neu interpretieren zu müssen. Sollte das irgendwann doch mal der Fall sein, kann man davon ausgehen, dass man die Neuverfilmung zu recht gnadenlos in der Luft zerreißen wird.
 
 
shrews-nest-2014-bild-3
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spanien übertrumpft sich mal wieder selbst in Sachen Horror! SHREW’S NEST ist spanisches Horror-Kino par excellence und die weitaus bessere, spanische Antwort auf eine der wenigen, gelungenen King-Verfilmungen: MISERY. Dass sich der neue Genre-Beitrag aus dem Land der Stierkämpfe sehen lassen kann ist auch kein Wunder. Kein geringerer als Urgestein ALEX DE IGLESIAS zeichnet als Produzent verantwortlich und beweist mal wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl interessanter Filmstoffe. Sein abgedrehter Humor und die schwarzhumorigen Gewaltausbrüche haben diesmal Sendepause. Stattdessen bewegen sich die beiden Regieneulinge ESTEBAN ROEL und JUANFER ADRÉS im Psycho-Sektor und machen alles richtig. SHREW’S NEST ist ein ungemütliches, klaustrophobisches Horror-Drama, das sich einmal mehr jener gotischen Gruselatmosphäre bedient, die viele spanische Horror-Produktionen seit einigen Jahren auszeichnet. Der kränkelnd-depressive Look des Streifens untermauert aber nur die morbide Stimmung des Films, der am Ende mehr Drama ist als Horror. Wer hier viele böse Szenen erwartet liegt falsch. Auch wenn gegen Ende etwas Rot über die Mattscheibe fließt, beunruhigt SHREW’S NEST vornehmlich auf psychologischer Ebene. Das zeichnet den Film aus und macht ihn zum Geheimtipp – vor allem wegen den außergewöhnlichen Darstellern, von denen manch Schauspieler in Hollywood noch etwas lernen kann. SHREW’S NEST gehört zur Königsklasse des spanischen Horrorkinos. Absolut empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Zensur

 
 
 
Auch wenn SHREW’S NEST im Psycho-Genre beheimatet ist, gibt es etwas Gewalt zu sehen. Eine Protagonistin wird geköpft, der Körper zersägt und der Torso als Kleiderständer verwendet. Andere Figuren werden mit einer Stricknadel in die ewigen Jagdgründe befördert. Zudem wird ein Bein ans Bett genäht und Köpfe auf Boden und Wände geschlagen. Aufgrund der kurzen Gewaltmomente und der verstörenden Auflösung am Ende des Films vermuten wir, dass Rechteinhaber OFDB Filmworks für SHREW’S NEST einen roten FSK-Flatschen erhalten wird: Keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

SHREW’S NEST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller Grafiken liegen bei OFDB Filmworks

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
House at the End of the Street (2012)
 
One Hour Photo (2002)
 
Sleep Tight (2011)


Filmkritik: “Demonic” (2015)

demonic-2015
 
 
 

DEMONIC

(HOUSE OF HORROR)

Story

 
 
 
Sechs Studenten (darunter SCOTT MECHLOWICZ aus UNDOCUMENTED) wollen in einem leerstehenden Haus mit Geistern Kontakt aufnehmen und lenken die Aufmerksamkeit einer bösen Macht auf sich, die nicht zu Scherzen aufgelegt ist..
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Kritik

 
 
 
JAMES WAN lässt mal wieder gruseln. Seit der Regisseur dem todgeweihten Geister-Genre mit INSIDIOUS und THE CONJURING neues Leben einverleibt hat, birgt der Name Wan für Qualität und wohldosierte Gänsehautschauer im Horror-Kino. Dass sich der Australier vor Aufträgen kaum noch retten kann, ist nach den Erfolgen genannter Horrortitel nicht verwunderlich. Umso logischer die Konsequenz mit seinem bekannten Namen zusätzlich Kasse zu machen. Seit dem Folter-Hit SAW produziert Wan nämlich auch Horrorfilme und fungierte neben ANNABELLE auch als Geldgeber für den vorliegenden DEMONIC der – wie hätte es auch anders sein sollen – ebenso im Geister-Genre beheimatet ist. Leider sollte man dieses cineastische Schauerwerk mit Vorsicht genießen, denn mittlerweile ist nicht mehr jeder Film auch gleichzeitig sehenswert, der mit WAN auf dem Cover wirbt oder von ihm produziert wird.
 
 
Demonic-2015-bild-2
 
 
Willkommen zur Light-Version von THE CONJURING. Zumindest versucht Regisseur WILL CANON in die großen Fußstapfen seines Produzenten zu treten, ohne jedoch nur ansatzweise dessen Sinn für atmosphärische Dichte zu erreichen. Für DEMONIC versucht Canon Geistergrusel, Found-Footage-Gewackel, Besessenheits-Schocker und Verhör-Thriller miteinander zu kombinieren. Zwar ist das technisch gut gelöst (mit Wan im Hintergrund hätte man auch nichts anderes erwartet); dem Film mangelt es jedoch an neuen Ideen, um aus der Masse hervorzustechen zu können. Was hier geboten wird strotzt nicht gerade vor Einfallsreichtum, auch wenn DEMONIC zweifelsohne die visuelle Handschrift Wans ziert.
 
 
Demonic-2015-bild-4
 
 
Es sind mal wieder neugierige Studenten, die in ein leerstehendes Haus in Louisiana einsteigen, um paranormale Ereignisse zu untersuchen. Vor 25 Jahren starben hier fünf Menschen auf grausame und rätselhafte Weise nachdem sie Kontakt mit der Welt der Toten aufgenommen hatten. Ein tragischer Vorfall, den die jungen Geisterjäger mit neumodischer Technik untersuchen wollen. Das Haus wird mit Kameras gepickt und eine Seance soll anwesende Geister zum Plaudern anregen. Doch alles kommt anders. Eine böse Macht schlüpft in einen der Freunde und befördert die unwillkommenen Gäste ins Jenseits. Stunden später entdeckt die Polizei das Blutbad und findet auf der Suche nach Anhaltspunkte einen Überlebenden (DUSTIN MILLIGAN aus SHARK NIGHT 3D). Der wird in die Obhut von Polizeipsychologin Dr. Elizabeth Klein (MARIA BELLO aus A HISTORY OF VIOLENCE) gegeben und soll berichten, was sich Schreckliches im Haus zugetragen hat.
 
 
Demonic-2015-bild-1
 
 
Eigentlich sollte der französische Terror-Macher XAVIER GENS (FRONTIER(S) und THE DEVIDE) die Regie übernehmen. Der verlies die Produktion aber noch in der Planungsphase – vermutlich weil ihm das Drehbuch zu trivial gewesen ist. Gut für den bis dato noch unbekannten Canon, der mit HOUSE OF HORROR (so der anfängliche Arbeitstitel von DEMONIC) den großen Durchbruch witterte. Dass DEMONIC eigentlich bereits 2014 in die amerikanischen Kinos kommen sollte und dann aber auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, dürfte erfahrene Zuschauer aufschrecken lassen, schließlich bedeuten verschobene Filmstarts in den meisten Fällen nichts Gutes. Und in der Tat, DEMONIC ist weniger dämonisch als der Titel reißerisch verspricht. Regisseur WILL CANON hakt die Geschehnisse lustlos nach dem für Geister- und Spukfilme bekannten Schreckkatalog ab und macht sich damit keine Freunde. Lang braucht DEMONIC bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Fast eine Stunde vergeudet der Film mit langen Verhören und tempofreien Rückblenden, in denen das rekonstruiert wird, was sich Stunden zuvor zugetragen hat. Sonderlich aufregend ist das nicht, denn neben plötzlich vorbeihuschenden Schatten und laut zuschlagenden Türen darf selbstverständlich auch eine missglückte Kontaktaufnahme mit dem Jenseits nicht fehlen, die immerhin einer unerwarteten Filmwendung den Weg ebnet.
 
 
Demonic-2015-bild-3
 
 
Vorhersehbarer Klischeebrei mit Found-Footage verfeinert: Zwar wird DEMONIC aus der gewohnten Filmsicht erzählt; hin und wieder werden aber gefundenen Aufzeichnungen aus den Videokameras der ermordeten Studenten in die Handlung eingebaut, die von der Polizei am Tatort gefunden wurden. Wie in den meisten Found-Footage-Filmen gerät die ruhige Kameraführung in diesen Momenten sprichwörtlich aus dem Ruder, so dass sich vor Wackelei oft gar nichts erkennen lässt, was den Geisterjägern vor die Linse saust. Gott sei Dank kommt das kontroverse Stilmittel nur sehr selten zum Einsatz, so dass sich Gegner dieser Gattung Kino beruhigt in ihren Filmsessel lehnen und von den wenigen Schockmomenten erschrecken lassen können. Letztendlich klärt ein Film wie DEMONIC auf, dass zwei Arten Horrorfilme in der Schmiede des erfolgreichen JAMES WAN entstehen: die, die der Angstmacher selbst dreht und jene, die der Regisseur nur produziert. Bei Letzteren scheint wohl weniger Herzblut investiert zu werden. Untersucht man nämlich die ausschließlich von Wan produzierten Filme genauer fällt auf, dass für diese Horrorstreifen das recycelt wurde, was in Wans selbstgedrehten Streifen zu recht keinen Platz gefunden hat. Daher sollte man für die Sichtung von DEMONIC die Erwartungen weit herabschrauben, denn sonderlich gelungen ist dieser geistlose Spukquatsch nämlich nicht.
 
 


 
 
 

DEMONIC – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düsterer und wendungsreicher Dämonen-Thriller aus der Angstschmiede von JAMES WAN. DEMONIC ist ein weiterer, beliebiger Geisterfilm der Sorte “schon tausendmal gesehen”. Hier wird versucht mit dem immer noch sehr lukrativen Spuk- und Geistertrend zügig Kasse zu machen. Dass da mit THE COUNJURING und INSIDIOUS-Macher JAMES WAN auf dem Cover geworben wird, ist einfältiges Marketinggequassel, das im Falle von DEMONIC auch dringend benötigt wird, damit sich der Film überhaupt verkaufen lässt. Auch wenn Wan selbst als Geldgeber fungiert hat; qualitativ schwimmt der übernatürliche Mix aus Found-Footage-Gewackel, Besessenheits-Schocker, Geisterfilm und Verhör-Thriller auf einer ganz anderen Welle. Gute und neue Ideen sind hier Mangelware. Erfahrene Zuschauer dürften sich demnach schnell gelangweilt fühlen, weil man die meisten der Schlüsselszenen bereits in weitaus besseren Spukstreifen zu sehen bekommen hat. Dass sich bei der immerhin visuell soliden Aneinanderreihung austauschbarer Geisterklischees Langeweile breit macht, dürfte verständlich sein. DEMONIC vergeudet zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten. Nach sechzig ereignislosen Minuten kommt der Film endlich auf den Punkt. Viel Zeit für ausufernden Spuk bleibt jedoch nicht, denn kaum mit dem Erschrecken begonnen, ist der Film auch schon wieder zu Ende. Immerhin überzeugt ein überraschender Twist. Weil aber unerwartende Wendungen im Horrorfilm mittlerweile keine Seltenheit mehr sind, reißt der Aha-Moment in DEMONIC leider auch nicht vom Hocker. DEMONIC ist handwerklich solider Spuk ohne nennenswerte Höhepunkte. Ein Film zum Einlegen, Ansehen und wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Zensur

 
 
 
DEMONIC ist ein eher harmloser Vertreter des Geister-Genres. Bis auf einen Selbstmord durch erhängen werden die meisten Grausamkeiten nur angedeutet oder im Off zelebriert. Demzufolge wird es aller Voraussicht für eine ungeschnittene FSK16 reichen.
 
 


 
 
 

DEMONIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hill (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Dark Summer (2015)
 
The Midnight Game (2013)
 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 83 Followern an