FILMCHECKER – Die beste Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Horror

Filmkritik: “Turbo Kid” (2015)

turbo-kid-poster
 
 
 

TURBO KID

Story

 
 
 
Für die meisten von uns war 1997 das Jahr, in dem die Spice Girls Radio sowie Musiksender bevölkerten und auf erstaunlich robusten Mobiltelefonen Snake gespielt wurde. Für den jungen Comic-Fan, der nur als „The Kid“ (Munro Chambers) bekannt ist, besteht 1997 hauptsächlich aus Fahrradtouren durch eine Welt, die von nuklearem Krieg verwüstet wurde. Zusammen mit der merkwürdigen Apple (Laurence Leboeuf) und dem Cowboy Frederic (Aaron Jeffery) durchstreift er die Weiten der zerstörten Gegend auf der Suche nach Schrott, Spielzeugen, Waffen und anderem illustrem Gut. Der apokalyptische Alltag wird unterbrochen, als die Gruppe ihren Weg mit dem von Zeus (Michael Ironside) kreuzt, der als despotischer Herrscher Gladiatorenkämpfe veranstaltet und allerlei fiese Verbrechen begeht. Selbstverständlich muss Zeus gestoppt werden. Mit dem Superhelden-Kostüm, das das zukünftige „Turbo Kid“ in einem abgestürzten Flugzeug entdeckt, sollte das Duell sogar zu gewinnen sein.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Kritik

 
 
 
Schon während des Vorspanns fliegt dem geneigten Zuschauer eine große Menge an Nostalgie entgegen. Mit einem stimmigen Soundtrack aus Synthesizer-Sounds und feinstem Power-Rock flitzt Turbo Kid auf seinem BMX durch die nukleare Wüste, so dass man sich sofort in die Popkultur der 80er und 90er Jahre zurückversetzt fühlt. Natürlich dürfen auch Referenzen an beliebte Filme der Ära (beispielsweise „Armee der Finsternis“) nicht fehlen. Abgerundet wird die spaßige Hommage an vergangene Zeiten mit dem Auftritt von Michael Ironside, der durch Auftritte in „Total Recall“ oder „Starship Troopers“ zu einem der denkwürdigsten Retro-Leinwandschurken avanciert ist. In der knallbunten Ausstattung des Films spiegelt sich der nostalgische Geist von „Turbo Kid“ ebenso gut wie in der passenden musikalischen Untermalung wieder.
 
 
turbo-kid-bild-2
 
 
Angereichert wird der Ritt durch die 80er und 90er von einem Festival aus kreativem Splatter und Gore, das nicht zuletzt von Zeus Handlanger Skeletron verursacht wird. Wenn Turbo Kid mit seinem Turbo-Handschuh reihenweise Schurken zum Explodieren bringt und Heldin Apple mit ihrem Gnome-Stick (ein Waffe bestehend aus einem Stock und einem Gartenzwerg) Köpfe einschlägt, verdient sich „Turbo Kid“ herzhaftes Jubeln und lautes Gelächter. Bei einem solchem Spaß verlassen sich die Autoren des Films nicht nur auf Referenzen an vergangene Publikumshits, sondern liefern auch eigene Ideen, wie zum Beispiel das etwas andere Geheimnis, das Turbo Kids Gefährtin Apple verbirgt.
 
 
turbo-kid-bild-3
 
 
Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass der Protagonist des Films zwischen den Nebencharakteren verblasst. Die exzentrisch-freundliche Apple, der Endzeit-Cowboy Frederic und natürlich der große Bösewicht Zeus sind allesamt interessanter und passen besser in das schräge Universum des Films als der eher dröge und langweilige Junge, der das Ziel der altmodischen Rache verfolgt.
 
 
turbo-kid-bild-4
 
 


 
 
 

TURBO KID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutiges und witziges Retro-Spektakel mit abgefahrenen Ideen und deftigen Schauwerten, die das Herz jedes Horrorfans schneller schlagen lassen. „Turbo Kid“ ist eine liebevolle Hommage an die Action- und Splatterfilme der B-Kategorie, von der die 80er und 90er so zahlreiche Beispiele hervorgebracht haben. Mit kreativen, handgemachten und vor allem lustigen Splattereffekten und einem stimmigen Soundtrack sorgt der etwas andere postapokalyptische Film für jede Menge kurzweiligen Spaß und ist gleichermaßen ein Tipp für Fans von Comics als auch Splatterfreunde.
 
 


 
 
 

TURBO KID – Zensur

 
 
 
Der Film punktet mit großzügigem Einsatz von Kunstblut, Prothesen und brutalen Spitzen. Zu jeder Zeit schwingt jedoch eine Menge Humor mit, die „Turbo Kid“ mehr zu Gelächter als zu Grusel inspiriert. Eine ungeschnittene Freigabe ab 18 ist durchaus denkbar.
 
 


 
 
 

TURBO KID – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ledick Filmhandel

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathgasm (2015)
 
Army of Darkness – Armee der Finsternis (1992)
 
Bad Taste (1987)
 


Filmkritik: “Night Fare” (2015)

Night-Fare-2015
 
 
 

NIGHT FARE

Story

 
 
 
Zwei Jahre nachdem Chris (Jonathan Howard) nach London geflüchtet ist, kehrt er nach Paris zurück, um seine ehemalige Flamme Ludivine (Fanny Valette) und seinen Freund Luc (Jonathan Demurger) wiederzusehen. Die Reunion fällt jedoch ernüchternd aus, denn in der Zwischenzeit hat Luc sich an Ludivine rangemacht und Chris ist in ihrem Kreis nicht mehr willkommen. Zusammen streifen die beiden Kerle durch Paris und versuchen, ihre Differenzen auszusortieren. Ihre Nacht nimmt eine ungeahnte Kurve, als sie einen stummen Taxifahrer prellen und sich über eine kostenlose Taxifahrt freuen. Der namenlose Schrank von Taxifahrer (Jess Liaudin) ist jedoch wenig begeistert, jagt die Jungs durch Paris und zieht dabei eine Schneise aus Gewalt und Verwüstung durch die französische Hauptstadt.
 
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Kritik

 
 
 
„Night Fare“ ist ein bemerkenswerter Film. Während der Zuschauer noch versucht, sich in der Handlung zurechtzufinden, sieht man den Protagonisten Chris und Luc dabei zu, unerträgliche Idioten zu sein. Die Männer ziehen durch die nächtliche Stadt, lassen prollige Sprüche ab, suchen Streit wo es geht und geben dabei ein äußerst bedenkliches Bild ab. Als die Möchtegern-Gangster den Zorn des Taxifahrers auf sich ziehen und sich plötzlich vor Angst ins Hemd machen, ist man geneigt, dem bedrohlichen und klar gefährlichen Fahrer zuzujubeln. Was als mehr oder weniger harmloses Katz-und-Maus-Spiel beginnt und freudige Erinnerungen an Steven Spielbergs „Duell“ hervorruft, bekommt schon bald einen sehr bitteren Beigeschmack. Sobald der Taxifahrer anfängt, die kriminelle Szene von Chris und Luc mit skrupelloser, blutiger Gewalt aufzuräumen, kommt die Frage auf, ob es hier wirklich nur um nicht bezahltes Fahrgeld geht. Am Ende einer langen und schweißtreibenden Nacht müssen sich auch die höchst unsympathischen Hauptcharaktere fragen, womit sie eine solche Psychofolter verdient haben.
 
 
night-fare-201-bild-1
 
 
Der augenscheinliche Fehlgriff des Drehbuchautors, der zwei abstoßende Männer ins Zentrum seiner Story setzt, macht nach und nach Sinn und so beginnt „Night Fare“ nach einigen Anlaufschwierigkeiten, eine kurzweilige Hatz durch Paris zu werden. Der Film, der für ein sehr kleines Budget realisiert wurde, gewinnt stetig an Qualität und macht nicht nur wegen seines hohen Tempos und des schier unaufhaltbaren Taxifahrers reichlich Spaß. In seiner Auflösung bietet er dem Zuschauer außerdem einen interessanten Stilgriff in Form einer animierten Sequenz, die zwar zunächst überrascht, aber gut funktioniert. Seinen dünnen, aber ausreichenden Plot reichert der Film zum Ende um eine stilvolle Mythologie an, die den Streifen von einem stockenden Thrillerchen zu einem außergewöhnlichen Adrenalin-Schub werden lässt. Regisseur Julien Seri zeigt eindrucksvoll, dass man auch aus wenigen Mitteln viel herausholen kann.
 
 
night-fare-201-bild-2
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Rasante, brutale Hetzjagd durch Paris – „Night Fare“ lässt Öl, Benzin und vor allem viel Blut auf den Asphalt spritzen. Wer die Anlaufschwierigkeiten von „Night Fare“ toleriert, wird mit einer rasanten und brutalen Hetzjagd durchs nächtliche Paris belohnt. Mit hohem Tempo zieht der skrupellose Taxifahrer eine extrem blutige Spur durch die Stadt, während die beiden Protagonisten stets auf Messers Schneide stehen. Das geringe Budget merkt man diesem stylischen, schmutzigen, brutalen Thriller nicht an. Bei der hohen Geschwindigkeit, mit der dem Zuschauer Autos, Körperteile und Kugeln um die Ohren fliegen, ist das ohnehin nicht möglich.
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Zensur

 
 
 
Wenn die Fäuste nicht mehr genügen, werden Schrotflinten, Eisenstangen und Katanas zur Hilfe genommen. „Night Fare“ ist ein ausgesprochen brutaler Film, der von einem charismatischen Bösewicht, schnellem Tempo und einem hohen Maß an Gewalt lebt. Eine ungeschnittene Freigabe ab 18 Jahren ist trotzdem im Bereich des Möglichen.
 
 


 
 
 

NIGHT FARE – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
96 Hours (2008)
 
Duell (1971)
 
The Punisher (2004)
 


Filmkritik: “The Boy” (2015)

the-boy-2015
 
 
 

THE BOY

Story

 
 
 
Ein kleiner Junge findet einen ungewöhnlichen Draht zum Sensenmann und beginnt Menschen aus Lust am Töten zu ermorden.
 
 
 


 
 
 

THE BOY – Kritik

 
 
 
Wer fleißig auf FILMCHECKER liest, dürfte wohl schon mitbekommen haben, dass sich der amerikanische TV-Sender CHILLER zu einem Garanten für brauchbaren Horror mausert. Dank des hauseigenen Produktionsstudio CHILLER FILMS gab es in letzter Zeit abwechslungsreiches Genrekino zu sehen, das sich qualitativ schon längst von üblicher TV-Gruselei abgehoben hat. Nach DEEP IN THE DARKNESS und 5 SENSES OF FEAR haben sich die Jungs von CHILLER FILM mit dem Studio SPECTREVISION zusammengetan und an einem weiteren Film gewerkelt, der bereits auf Festivals viel Lob ernten konnte. Das ist im Grunde nichts Ungewöhnliches; würde da nicht im Zusammenhang der Name ELIJAH WOOD fallen. Dem gehört nämlich die Filmwerkstatt SPECTREVISION, die bereits mit Filmen wie A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT oder COOTIES sehenswerte Genrefilme hervorgebracht hat.
 
 
the-boy-bild-2
 
 
Statt schonungslos Trash am Fließband zu fabrizieren, legt CHILLER FILMS Wert auf Klasse. Das gelingt dem Studio mit THE BOY ganz wunderbar – einem Psychothriller, der auf unbequeme Weise erläutert, wie gewissenlose Psychopathen geboren werden. Dabei scheint man auf den ersten Blick gar nicht zu vermuten, dass sich hinter dem unschuldigen Lächeln des neunjährigen Ted (hervorragend: JARED BREEZE) ein neuer NORMAN BATES verbirgt. Der lebt allein mit Vater (DAVID MORSE) und Kaninchen weit draußen in der Einöde, wo man zusammen ein marodes Motel an einem kaum befahrenen Highway betreibt. Kundschaft lässt auf sich warten, so dass sich der wortkarge Ted, völlig auf sich allein gestellt, die Zeit mit dem Aufsammeln überfahrener Tiere vertreiben muss. Doch die ewige Monotonie und die quälende Einsamkeit haben bald ein Ende. Nach einem Autounfall muss sich William Colby (RAINN WILSON) im Motel Noteinquartieren und findet schnell Draht zum minderjährigen Eigenbrötler. Zwischen den beiden entwickelt sich eine sonderbare Freundschaft, die dem Vater zum Dorn im Auge wird. Als der im Zimmer seines Sohnes Ersparnisse vorfindet und erkennt, dass der Junge schon seit längerer Zeit plant, seinen Vormund zu verlassen, nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung.
 
 
the-boy-bild-3
 
 
Psychologisches Grauen mit Anspruch – THE BOY ist keine grobe Schnetzelorgie. Der Film taucht tief ein in die Psyche eines schwerst fehlgeleiteten Jungen, der aus Einsamkeit Gefallen am (stillen) Töten entwickelt und in Momenten grenzenloser Wut Tiere quält und sogar Menschen auf dem Gewissen hat. Statt das grausame Vorgehen seines Antihelden grafisch zu unterstreichen, protokolliert CRAIG WILLIAM MACNEILL die Etappen der Verwandlung mit ruhiger Hand, nüchterner Bildsprache und langsamen Kamerafahrten. Das schwerfällige Tempo ist gewöhnungsbedürftig, zumal sich die knapp zwei Stunden lange Geschichte viel Zeit für Situation und Figuren nimmt, aber letztendlich nicht die eigentlichen Gründe der Psychopathenwerdung erforschen möchte. Denen dürfte wohl in zwei weiteren Filmen auf den Grund gegangen werden. Glaubt man den Plänen der Macher bildet THE BOY den Auftakt einer Trilogie. Die soll weitere Stadien der Kindheit eines angehenden Serienmörders beleuchten und ihren unberechenbaren Protagonisten im Alter von 9, 14 und 18 Jahren begleiten.
 
 
the-boy-bild-1
 
 
Bleibt zu erwähnen, dass die Grundlage zum Film aus dem Roman MISS CORPUS des Schriftstellers CLAY MCLEOD CHAPMAN entwendet wurde. Das darin beinhaltete Kapitel THE HENLEY ROAD MOTEL wurde von Regisseur CRAIG WILLIAM MACNEILL im Jahr 2012 schon einmal in Form eines Kurzfilms adaptiert. Weil der auf dem SUNDANCE FILMFESTIVAL gut angenommen wurde, war eine Langversion die logische Konsequenz. Dennoch; Filmfans, die gerade aufgrund der reißerischen Thematik viel Mord und Totschlag erwarten, werden enttäuscht. Die Kamera blendet stets weg, wenn es unerträglich wird und blutige Schlachterei bleibt ohnehin aus. THE BOY ist ein deprimierendes Horrordrama mit gutem Hauptdarsteller und konsequentem Ende, das aufgrund der umfangreichen Laufzeit viel Geduld und Sitzfleisch voraussetzt.
 
 


 
 
 

THE BOY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Schockierend, deprimierend und faszinierend zugleich. Klug inszenierter Psychotrip im Stile eines MANIAC, der dunkle Abgründe erforscht und den Zuschauer in den Kopf eines angehenden Killers entführt. THE BOY ist ein unbequemes und erschütterndes Horrordrama, das die Geschichte eines fehlgeleiteten Jungen erzählt, der aufgrund quälender Einsamkeit, fehlender sozialer Kontakte und der Monotonie des Alltags eine Vorliebe fürs Töten entwickelt. Der kontroverse Auftakt einer geplanten Trilogie zehrt von der Faszination des Unberechenbaren, das im Geiste eines vermeintlich gut erzogenen Jungen schlummert. Der lässt den Zuschauer wissen, dass in seiner eigenen, kleinen Welt alles etwas anders läuft, als in Köpfen gleichaltriger Buben. Viel Lob gebührt Jungdarsteller JARED BREEZE für seine herausragenden Leistungen. Viel zu erzählen hat er in seiner Rolle nicht und dennoch umgibt ihn eine allgegenwärtige Aura des Bösen. Wer eine Leidenschaft für das Reisen in Köpfe unberechenbarer Psychopathen besitzt, sollte sich THE BOY nicht entgehen lassen – auch wenn für dieses intensive, zweistündige Psychogramm viel Sitzfleisch vorausgesetzt wird.
 
 


 
 
 

THE BOY – Zensur

 
 
 
Wer glaubt, dass es in THE BOY heftig zur Sache geht – der irrt. Die Gewalt passiert im Off oder wird nur angedeutet. Wenige Szenen zeigen das Ergebnis der Gewaltausbrüche des kleinen Ted. Hierzulande darf man mit einer FSK16 rechnen.
 
 


 
 
 

THE BOY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Headless (2015)
 
Discopath (2013)
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
The Harvest (2013)
 
Almost Mercy (2015)
 


Filmkritik: “The Hallow” (2015)

the-hallow-the-woods-2015
 
 
 

THE HALLOW

(THE WOODS)

Story

 
 
 
Für die Londoner Clare (Bojana Novakovic) und Adam Hitchens (Joseph Mawle) ist der Umzug in die Wälder Irlands eine willkommene Abwechslung. Dort kann Adam seiner Arbeit als Förster nachgehen, sich um die lokale Wildnis kümmern und gelegentlich ein paar Bäume zum Fällen markieren. Außerdem ist es ein ruhiger Ort für die Beiden, um weit von der schmutzigen Großstadt für das gemeinsame Baby zu sorgen. Leider sind die Anwohner von den neuen Nachbarn nicht überzeugt und versuchen sie, zunächst freundlich und später grob, vor den Gefahren der Wildnis zu warnen. Angeblich teilen sie sich ihr Grundstück mit Waldgeistern, die nachts aus ihrem Versteck kriechen und sich für die Invasion ihres Lebensraums revanchieren wollen. Die volkstümlichen Schreckensgeschichten, die anfangs wie typisches Hinterwäldler-Hokuspokus klingen, werden allmählich gruselige Realität und schon bald wird das Paar bereuen, die Eisengitter vor ihren Fenstern abgebaut zu haben.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Kritik

 
 
 
Während andere zeitgenössische Gruselfilme sich auf paranormalen Quatsch beschränken und wilde, unplausible Fantasien heraufbeschwören, geht „The Hallow“ einen erfrischend anderen Weg. Schon bei seiner ersten Exkursion entdeckt der Hobby-Biologe Adam die schreckliche entstellte Leiche eines Rehs, das von einem seltsamen Pilz befallen scheint. Die wissenschaftliche Neugier treibt Adam dazu, eine Probe des ominösen, schwarz-öligen Pilzschleims zu sichern und genauer zu überprüfen. Benebelt vom grünen Dunst hält er seiner Frau am Abend einen Monolog über einen parasitischen Pilz, der Lebensformen befallen und deren Körper und Geist übernehmen kann. Was sich anhört wie eine weitere, einfallslose Horrorgeschichte, könnte realer nicht sein. Der Parasit, der als Cordyceps bekannt ist, war die Grundlage für den gruseligen Pilz, der den Wald rund ums Haus der Hitchens bevölkert.
 
 
the-hallow-2015
 
 
Natürlich bleibt es nicht bei der Entdeckung dieses Pilzes. Nach Sonnenuntergang wird das neue Heim der jungen Familie von bizarren Kreaturen heimgesucht, die Adam, Clare und ihr Kind vertreiben wollen. Als das Paar einen genaueren Blick auf das Wald-Necronomicon wirft, das ihr Nachbar ihnen vermacht hat, wird ihnen klar, dass sie es mit genau den missgestalteten Waldfeen zu tun haben, vor denen sie gewarnt wurden. Nachdem der Film in seiner ersten Hälfte nicht über eine Handvoll Jumpscares hinausgekommen ist, dreht „The Hallow“ gewaltig auf, sobald die Hitchens beschließen, ihren neuen Wohnort zu verlassen. Der zweite Teil des Films besteht aus einer nächtlichen Hetzjagd, die ungemein spannend und gruselig gestaltet wurde. Selbstverständlich kommt im Zuge der Flucht auch die Problematik der parasitischen Gedankenkontrolle zum Tragen und spätestens wenn das Paar getrennt durch den Wald stolpert, kann der Film sein volles Potential realisieren und dabei sogar mit einigen Überraschungen aufwarten.
 
 
the-hallow-2015-bild-2
 
 
Als Hintergrund des Films wird ein modernes Europa serviert, das notgedrungen von der wirtschaftlichen Krise nach den letzten Strohhalmen greift. Dazu gehört sogar das Verkaufen der Wälder. Hieraus ergibt sich eine Story von Mensch gegen Natur. In diesem Fall, mitten in der irischen Wildnis hat die Natur eine klare Überhand. Regisseur Corin Hardy setzt die Natur in Form von rachsüchtigen Waldgeistern extrem bedrohlich um und lässt seine sympathischen Hauptcharaktere durch einen nächtlichen Spießrutenlauf marschieren. Trotz der Tatsache, dass sich ein Großteil des Films in Dunkelheit abspielt, ist er technisch gut umgesetzt und liefert auch in seinen Außenaufnahmen klar erkennbare und gut zusammengesetzte Bilder. Die fiesen Waldbewohner, die dem Film als Hallow ihren Namen geben, sind besonders gut und furchteinflößend designte Kreaturen und präsentieren als Todesengel von Mutter Natur einen denkwürdigen Gegner.
 
 
the-hallow-2015-bild-3
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eklig, düster und spannend – Waldhorror trifft auf Bodyhorror. Selten war Mann gegen Natur so gruselig. „The Hallow“ zählt zu den europäischen Juwelen der momentanen Horrorkost. Der Film gönnt sich eine lange Zeit zum Aufwärmen, eskaliert aber schließlich in einem furiosen dritten Akt, in dem typischer Waldhorror auf biologische Elemente und einen Schuss Bodyhorror trifft. Der hochaktuelle Rahmen, in dem Corin Hardy seine Story einbettet, gibt dem Film außerdem einen beunruhigenden, realistischen Hintergrund.
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Zensur

 
 
 
„The Hallow“ geizt nicht mit Gruseleinlagen und reichlich ekligen Bildern, allen voran die fürchterlichen Waldkreaturen. Sein hohes Maß an Spannung erreicht er dabei ohne nennenswerte Gewaltexzesse. Von einer Freigabe ab 16 Jahren ist auszugehen.
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MFA+ FilmDistribution

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Honeymoon (2014)
 
Wrong Turn (2003)
 
Cabin Fever (2002)
 


Filmkritik: “Lost After Dark” (2015)

Lost-after-Dark-2015
 
 
 

LOST AFTER DARK

Story

 
 
 
Teenager verirren sich in ein abgelegenes Landhaus und geraten dort an den letzten Überlebenden einer Kannibalensippe.
 
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Kritik

 
 
 
Egal wie einfallslos das Horrorgenre oft sein mag – Teenie-Slasher werden aus unerfindlichen Gründen immer gern gesehen. Seit das Teenager-in-Angst-Kino mit HALLOWEEN seinen Siegeszug antrat, in den 1980ern breitgetreten zum Kassenmagneten avancierte, ist es aus der Welt der Horrorfilme nicht mehr wegzudenken. Das hat sich auch 40 Jahre später nicht geändert. So lange gibt es dieses Subgenre bereits mindestens und trotz der ewig gleichen Handlungsverläufe sind Teenie-Slasher für Fans der derberen Filmunterhaltung unverzichtbar. Retro-Horror schimpft sich der Trend, der neuerdings im Horrorbereich Einzug hält und sich in seiner Machart vor filmischen Stilrichtungen verbeugt, die dem Horrorfilm von Heute den Weg geebnet haben. Ob Retro-Slasher, Neo-Giallo oder Oldschool-Splatter – die Rückbesinnung scheint eine gut gemeinte Geste zu sein, nimmt aber so langsam Überhand, weil immer mehr aktuelle Filme künstlich auf alt getrimmt werden.
 
 
lost-after-dark-bild-3
 
 
Auch Neuling IAN KESSNER bringt Jugenderinnerungen zurück auf Kinoleinwände und Fernsehschirme. Er ist mit den Horrorstreifen der 1980er aufgewachsen und will nun Zuschauer jüngeren Semesters zu verstehen geben, dass früher im Horrorfilm alles besser war. Mit seinem ersten Langfilm LOST AFTER DARK hat er eine Hommage an die legendäre Ära der Teen-Slasher auf Film gebannt, die mit ihren bewusst auf alt getrimmten Bilderflut suggerieren will, dass man soeben einen Thriller aus jener Dekade zu sehen bekommt. Hier tragen nicht nur die Protagonisten die Namen bekannter Horrorschauspieler- und Regisseure der 80er; auch Kulisse, Ausstattung und Geschichtenaufbau sind zu konzipiert, dass man meinen könnte dieser Film wäre auch in den 1980ern entstanden. Das mag zwar aufrichtig und lobenswert sein. Genauer betrachtet ist LOST AFTER DARK gerade deshalb alles andere als sehenswert, weil sich Macher IAN KESSNER zu sehr darauf konzentriert, alles genauso aussehen zu lassen, wie in den Filmen des goldenen Slasher-Zeitalters.
 
 
lost-after-dark-bild-5
 
 
LOST AFTER DARK spielt im Jahr 1984 und der Frühlingsball an einer amerikanischen High School ist in vollem Gange. Für einige Teenager nicht ausreichend. Sie wollen ihre ganz eigene Party feiern, schließen den Schulbus kurz und machen sich auf zu einer Jagdhütte in den Wäldern. Leider geht dem Schulbus unterwegs das Benzin aus und guter Rat ist teuer. Da entdeckt man im Dunkel der Nacht ein verlassenes Farmhaus. Darin soll die Party weitergehen. Doch ein Psychopath ist gar nicht darüber erfreut, dass sich unangemeldeter Besuch in seiner Bleibe eingenistet hat. Einer nach dem anderen muss für den rücksichtlosen Lärm mit dem Leben bezahlen. Da bekommt Schulleiter Mr. Cunningham (!) davon Wind, dass einige Teenager ungefragt den Schulball verlassen. Zusammen mit einem Vater der Schülerinnen folgt er der Spur der Ausreißer.
 
 
lost-after-dark-bild-1
 
 
Neuerungen haben Sendepause und das ist das eigentliche Problem dieses Regiedebüts. LOST AFTER DARK handelt genau jene Regeln und Etappen ab, die man von dieser Art von Filmen erwartet. So werden jugendliche Protagonisten von Schauspielern verkörpert, die seit Jahren keine Schule mehr besucht haben. Die schlüpfen in die Rollen von Stereotypen, die selbstverständlich nacheinander von einem herzlosen Psychopathen nach allen Regeln des Slasher-Handwerks in den Filmhimmel transferiert werden. Spannung bleibt aus, weil sich Drehbuchautor und Regisseur IAN KESSNER keinen Deut darum kümmert, vom rechten Pfad austauschbarer Meuchelstreifen abzukommen. Den Horrorfilmfans tut er damit keinen Gefallen, denn wer schon einige Teen-Slasher gesehen hat, dürfte die rudimentäre Handlung vorausahnen können, ohne überhaupt eine Inhaltsangabe gelesen zu haben. Skurrilerweise hatte Kessner bereits indirekt Kontakt mit einer der ganz großen Slasher-Legenden. Im Jahr 1998 zeichnete er für den Nachdreh einiger Szenen zum Remake des Gruselklassikers CARNIVAL OF SOULS verantwortlich. Die Neuauflage wurde von keinem Geringerem als WES CRAVEN mitproduziert – jenem Altmeister, den Kessner auch in seinem Erstling zitiert. Leider liegen zwischen den Werken des bekannten Filmemachers und dem Retro-Horror LOST AFTER DARK Welten. Während Craven mit A NIGHTMARE ON ELM STREET einer ganzen Generation den Schlaf raubte, gelingt es dem beliebigen LOST AFTER DARK das Publikum in den Schlaf zu wiegen. Wie man Retro-Horror zeitgemäß an den Filmfan bringt, bewies Craven vor 20 Jahren. Mit SCREAM – SCHREI holte er ein ganzes Subgenre aus der Versenkung und verhalf dem tot geglaubten Slasher zu neuem Leben. Vermutlich hätte Kessners Horrorprojekt Früchte getragen, wenn er sich an der selbstironischen Slasher-Persiflage orientiert hätte. So aber ist der überflüssige LOST AFTER DARK nur jenen Liebhabern zu empfehlen, die trotz immer gleicher Handlungen, Dialoge und Klischees nicht genug von Slashern bekommen können. Der Rest dürfte trotz hausgemachter Tötungsarten ziemlich schnell die Minuten bis zum erlösenden Finale zählen.
 
 
lost-after-dark-bild-4
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine visuell bemerkenswerte Verbeugung an die Slasher der 80er Jahre. Leider ist dieser nett ausgestattete Teen-Slasher der alten Schule frei von eigenen Ideen – außer vielleicht der, dass die vermeintliche Scream-Queen und Heldin als erstes getötet wird. Trotz handgemachter Spezialeffekte und schmuddeligem Vintage-Look, der hin und wieder an zu oft abgespielte Filmrollen erinnert, besitzt LOST AFTER DARK nichts, was erwähnenswert wäre. In seinem Erzählstil bleibt er der nicht mehr ganz so frischen Slasher-Formel treu und zeigt dumme Teenager, die gerade wegen dieser unerträglichen Dummheit mit dem Tod bestraft werden müssen. Weil Macher IAN KESSNER jedoch zu verkrampft nach den erfolgreichsten Slaher-Streifen der 1980er schielt ohne seinem Film etwas Neues hinzuzufügen, entpuppt sich LOST AFTER DARK als schläfriger Ausflug in das berüchtigte Schlitzer-Filmmilieu und bleibt so austauschbar, wie die meisten Slasher seiner Zeit und viele neueren Datums.
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Zensur

 
 
 
Der Film bietet zwar handgemachte Tötungsarten – sonderlich raffiniert, extravagant oder brutal sind diese jedoch nicht. In ihrer Machart orientieren sie sich an die alten Freitag der 13.-Teilen. Für heutige Verhältnisse ist das kaum der Rede wert. LOST AFTER DARK wird hierzulande ungeschnitten mit KEINE JUGENDFREIGABE in den Handel kommen.
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Headless (2015)
 
Discopath (2013)
 
Hayride 2 (2015)
 
Varsity Blood (2014)
 
Bloody Homecoming (2013)
 


Filmkritik: “The Curse of Downers Grove” (2015)

The-Curse-of-Downers-Grove-2015(1)
 
 
 

THE CURSE OF DOWNERS GROVE

Story

 
 
 
Ein tödlicher Fluch sorgt im Ort Downers Grove für Schrecken. Teenager Chrissie (Bella Heathcote) glaubt, dass sie die Nächste auf der Liste des Sensenmannes sein wird. Da wird sie in einen Strudel bedrohlicher Ereignisse gezogen.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF DOWNERS GROVE – Kritik

 
 
 
Kult-Schriftsteller BRET EASTON ELLIS meldet sich zurück. Vielen Lesern dürfte der amerikanische Romancier vor allem durch seinen Skandalschmöker AMERICAN PSYCHO in Erinnerung geblieben sein, der im Jahr 2000 mit Batman CHRISTIAN BALE in der Hauptrolle verfilmt wurde. Dass der erfolgreiche Bestellerautor nicht nur Romane schreibt, sondern auch Drehbücher verfasst, ist hingegen weniger bekannt. So steuerte er das Drehbuch für den Thriller THE CANYONS (mit Skandalnudel LINDSAY LOHAN in der Hauptrolle) bei und kümmerte sich auch um das Skript für den vorliegenden Psycho-Horror THE CURSE OF DOWNERS GROVE. Letzterer basiert auf der Novelle DOWNERS GROVE, die von MICHAEL HORNBURG veröffentlicht und 1999 in die Bücherregale gebracht wurde. Ob AMERICAN PSYCHO, DIE REGELN DES SPIELS oder THE INFORMERS; Autor BRET EASTON ELLIS weiß wie er Leser in den Bann ziehen und damit schockieren muss. So ist es der Verfall der Werte oder Themen wie Drogen und Sex mit denen er in seinen Werken stets versucht zu polarisieren. Die Verkaufszahlen seiner Romane sprechen für sich und beweisen, dass er damit genau den Nerv seiner Leserschaft trifft. Nur lässt sich die Erfolgsformel auch auf die von ihm geschriebenen Drehbücher übertragen?
 
 
the-curse-of-downers-grove-bild-4
 
 
Ein Fluch hält die Bewohner des Städtchens Downers Grove in Aufruhr. Der Sensenmann persönlich fordert jedes Jahr pünktlich am letzten Schultag nach den Abschlussprüfungen das Leben eines Schülers, der die High School verlassen wird. Doch wer wird es in diesem Jahr sein? Schülerin Chrissie Swanson (BELLA HEATHCOTE) befürchtet Schlimmes. Die glaubt zwar anfangs an rationale Erklärungen; als sie aber an den unberechenbaren Chuck (KEVIN ZEGERS aus THE COLONY und ENTITLED) gerät und beinahe von ihm vergewaltigt wird, revidiert sie ihre Vermutung. Der Sohn eines einst bedeutsamen Polizisten entwickelt fortan eine krankhafte Obsession für das schüchterne Mädchen, die jedoch bald in Hass umschlägt, weil Zuneigungen nicht erwidert werden. So ist sich Chrissie ihres Lebens nicht mehr sicher und schmiedet einen schrecklichen Plan, um ihrem kranken Verehrer einen Denkzettel zu verpassen. Im smarten Bobby (LUCAS TILL aus WOLVES und KRISTY) findet sie einen Verbündeten.
 
 
the-curse-of-downers-grove-bild-1
 
 
Keine Frage, der für Ellis Bücher berüchtigte unbequeme Schreibstil kommt auch im Drehbuch zu THE CURSE OF DOWNERS GROVE zum Tragen. Abermals macht der Autor von seinen Lieblingsthemen Gebrach und vermischt bildlich dargestellte Gewalt mit der moralischen Verkommenheit seiner jugendlichen Charaktere. Die prügeln und vergewaltigen zum Spaß, wähnen sich in Sicherheit, weil die Eltern in wichtigen Ämtern der Stadt tätig sind. Regisseur DERICK MARTINI versteht es in radikalen Bildern die brutalen und abgründigen Phantasien seines Drehbuchautors auf Film zu bannen. Dennoch; trotz ausgestochenem Auge, gebrochenen Handgelenken und zerfetzten Köpfen bleibt die Glaubwürdigkeit auf der Strecke. Die meisten Figuren in THE CURSE OF DOWNERS GROVE verhalten sich sonderbar und handeln wie von Sinnen. Da wird gemordet, geprügelt und gerächt – selbstverständlich ohne Konsequenzen. Feingeister und Logikfanatiker werden da wohl schnell die Nase rümpfen, schließlich passiert es nicht alle Tage, dass Polizeisöhne zu Stalkern mutieren und Mauerblümchen mit Schrotgewehren hantieren.
 
 
the-curse-of-downers-grove-bild-2
 
 
Im Örtchen Downers Grove ist nichts wie es auf den ersten Blick scheint, denn Regisseur DERICK MARTINI gelingt es mit Leichtigkeit das Publikum zu manipulieren. Das erwartet eigentlich rätselhaften Mystery. Doch statt einem geheimnisvollen Fluch auf die Schliche zu kommen, wendet sich THE CURSE OF DOWNERS GROVE dann doch eher dem Stalker-Genre zu. Der überraschende Wechsel kommt unverhofft und stellt vor allem die Horrorfans zufrieden – vor allem gerade deshalb, weil THE CURSE OF DOWNERS GROVE mit seinen stereotypen Figuren, haarsträubenden Ungereimtheiten und den grafischen Gewaltmomenten dann doch eher auf Horrorpfaden wandelt, als sich ernsthaft mit seinen Helden und deren Ängsten zu beschäftigen. Wer blutigen Nervenkitzel sucht, ist hier genau richtig – auch wenn man von Skandalautor BRET EASTON ELLIS dann doch etwas weitaus Geistreicheres erwartet hätte. Immerhin: auch mit THE CURSE OF DOWNERS GROVE dürfte es Dank seiner Hilfe gelingen zu polarisieren, auch wenn der Film wohl eher unter Horrorfans Beachtung finden wird.
 
 
the-curse-of-downers-grove-bild-3
 
 


 
 
 

THE CURSE OF DOWNERS GROVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wendungsreicher Mysterystreifen, der eigentlich gar kein Mysteryfilm ist. Vielmehr verbirgt sich hinter dem doppeldeutigen THE CURSE OF DOWNERS GROVE ein ruppiger und nicht unblutiger Stalker-Thriller, der sich mit Themen beschäftigt, die typisch für die Bücher des Beststellerautors BRET EASTON ELLIS sind. Der hat diesmal kein Roman geschrieben, sondern ein Drehbuch verfasst und erzählt darin von gewissenlosen und verrohten Jugendlichen, denen Gesetze oder menschliche Befindlichkeiten fremd sind. Wer Geld hat und von besserem Stand ist, kann sich im Leben alles erlauben – auch wider das Gesetz zu handeln. Die kritische Botschaft bleibt nicht unerhört. Trotzdem kommt sie nicht an, weil THE CURSE OF DOWNERS GROVE dann doch mehr auf Horrorpfaden wandelt und so seine Probleme mit der Glaubwürdigkeit besitzt. Als Teen-Horrorthriller ganz passabel. Um der Gesellschaft mit dieser Kritik den Spiegel vorzuzeigen zu können, mangelt es dem Streifen jedoch an Ernsthaftigkeit.
 
 


 
 
 

THE CURSE OF DOWNERS GROVE – Zensur

 
 
 
Man hätte wohl nach dem eher jugendkonformen Trailer auch jugendkonforme Unterhaltung erwartet. Erstaunlicherweise geht es alles andere als zurückhaltend zur Sache. Gerade weil in THE CURSE OF DOWNERS GROVE einige recht böse Gewaltmomente in Verbindung mit Selbstjustiz gezeigt werden, dürfte der Film hierzulande erst für Erwachsene freigegeben werden.
 
 


 
 
 

THE CURSE OF DOWNERS GROVE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Girls against Boys (2012)
 
Bound to Vengeance (2015)
 


Filmkritik: “Howl” (2015)

howl-2015
 
 
 

HOWL

Story

 
 
 
Nach einem langen Tag auf den Schienen freut sich Schaffner Joe (Ed Speleers) auf den verdienten Feierabend. Zu allem Überfluss muss er für einen verhinderten Kollegen einspringen und den letzten Zug des Tages begleiten. Ebenfalls an Bord ist Kollegin Ellen (Holly Weston), die der schüchterne Joe gern auf ein Date einladen würde. Irgendwo im nirgendwo der britischen Wildnis nimmt das Schicksal seinen Lauf, kreuzt sich mit einem wilden Hirsch und eine abrupte Notbremsung später steht der Zug still. Wenig später ertönt ein bedrohliches Knurren und die Insassen merken, dass hinter den dünnen Scheiben des Zuges nicht nur eine regnerische Nacht und schier unendliches Niemandsland wartet. Im Angesicht geringer Überlebenschancen muss Joe die Initiative ergreifen, um seine Schäflein heil ins Trockene zu bringen.
 
 
 


 
 
 

HOWL – Kritik

 
 
 
Nach einem starken Anfang stehen die Vorzeichen für „Howl“ sehr gut. Ein feiger Protagonist, der über sich selbst hinauswachsen muss, eine Meute ängstlicher Fahrgäste und eine scheinbar unbesiegbare Bedrohung. All das im engen Raum eines Regionalzuges, den Regisseur Paul Hyett passend als klaustrophobische Todesfalle inszeniert. Es ist bedauernswert, dass „Howl“ diesen vielversprechenden Pegel nicht lang halten kann. Der sympathische Hauptcharakter Joe gerät im Verlauf des Films immer mehr in den Hintergrund und muss weitaus weniger interessanteren Nebencharakteren Platz machen. In der Folge verliert der Werwolf-Schocker immer mehr den Faden und nimmt dem Zuschauer den Spaß am Film.
 
 
howl-bild-1
 
 
Erschwerend kommt hinzu, dass „Howl“ seine halbwegs originelle Prämisse immer mehr links liegen lässt und sich in den ältesten Klischees des Genres verliert. Dazu gehören selbstverständlich die infizierte Passagierin und ihr treuer Ehemann, der sehenden Auges eine Katastrophe heraufbeschwört. Diese Zeitbombe im Plot lässt Hyett so lange ticken, bis jegliche Spannung verflogen ist und man ungeduldig auf das Unvermeidliche wartet. Das anfangs solide Drehbuch degeneriert zusehends und mündet in zahlreichen Situationen, die jegliche Logik vermissen lassen und beim Publikum mehrfach heftiges Kopfschütteln auslösen.
 
 
howl-bild-2
 
 
Als Spezialist für Effekte, Kreaturen und Make-Up kann Peter Hyett schlussendlich eine seiner Stärken voll ausspielen. Die Bisswunden, die leider viel zu selten in Erscheinung treten, sind erstklassig gemacht und sorgen dafür, dass dem Zuschauer genug Ekelschauer den Rücken hinablaufen. Auch das Design der Werwölfe, auf die man zu lange warten muss, ist furchteinflößend, effektiv und vor allem handgemacht. Daher ist es ein besonders großes Ärgernis, das sich viele blutige Schlüsselszenen des Films im stetig flackernden Licht eines Zugabteils abspielen und statt Aufregung mehr Kopfschmerz auslösen.
 
 
howl-bild-3
 
 


 
 
 

HOWL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Paul Hyetts zweiter Film nach „The Seasoning House“ verfügt über viele gute Zutaten, wie zum Beispiel ordentliches Kreaturendesign, gute Kameraarbeit und herausragende Make-Up-Effekte. Das Drehbuch des Films, das im Verlauf der Story steil abwärts in Richtung Dummheit purzelt, ist wiederum ein großer Frustfaktor und macht vor allem die zweite Hälfte des Films zu einem anstrengenden Geduldsspiel.
 
 


 
 
 

HOWL – Zensur

 
 
 
Die Konflikte mit den pelzigen Gegnern lassen zwar auf sich warten, hauen aber gut rein und geizen nicht mit Gedärm-Prothesen und Kunstblut. Je nachdem wie die Prüfungskommission aufgelegt ist, bewegt „Howl“ sich zwischen Freigaben ab 16 und 18.
 
 


 
 
 

HOWL – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Capelight Pictures

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Late Phases (2014)
 
Wolves (2014)
 
Wer – Das Biest in Dir (2013)
 
The Seasoning House (2012)
 
WolfCop (2014)
 


Filmkritik: “Deathgasm” (2015)

deathgasm-2015
 
 
 

DEATHGASM

Story

 
 
 
Die Möglichkeiten für den jungen Metalhead Brodie (Milo Cawthorne) sind begrenzt. Der nerdige, ruhige Außenseiter lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter im abgelegenen Neuseeland und durchläuft die üblichen Prüfungen und Strafen der Jugend. Als seine Mutter nach einem unrühmlichen Zwischenfall in die Geschlossene eingewiesen wird, kommt es noch dicker. Er muss mit seinem strikt religiösen Onkel Albert, dessen Frau Mary und deren unsäglich prolligem Sohn zusammenleben. Als ob das nicht schlimm genug wäre, buhlt dieser um die Gunst der blonden Schönheit Medina (Kimberley Crossman), auf die Brodie ebenfalls ein Auge geworfen hat. Erst das Zusammentreffen mit dem Rebellen Zakk (James Blake) lässt Hoffnung aufkommen. Mit zwei strebsamen Schulkollegen bilden sie die Metalband DEATHGASM und hauen in ihrer Freizeit brutale Riffs raus. Die Situation im ruhigen Städtchen gerät endgültig aus den Fugen, als Brodie und Zakk auf einen Satz mysteriöser Notenblätter stoßen und die sogenannte „Schwarze Hymne“ spielen. Dass sie damit ihre Nachbarn in blutrünstige Dämonen verwandeln ist nur eine der vielen Nebenwirkungen gespielter Noten. Ganz nebenbei öffnen sie ein Höllenportal und müssen sich binnen weniger Stunden auf die Ankunft des Chef-Dämons Aloth vorbereiten.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Kritik

 
 
 
Nach „Housebound“ aus dem Jahr 2014 ist „Deathgasm“ der neueste Splatter-Export vom anderen Ende der Welt. Darin tobt der offensichtliche Metal-Fan und Effekt-Spezialist Jason Lei Howden (der unter Anderem an der „Hobbit“-Trilogie oder den „Avengers“ mitwirkte) sich gehörig aus und zelebriert eine bis dato ungesehene Variante der filmischen Auseinandersetzung mit schwermetallener Musik. Mit sehr deutlichen Anleihen an die Kultklassiker der „Evil Dead“-Reihe („Tanz der Teufel“) gibt er die Jagd auf besessene Nachbarn frei und beschert seinem Publikum ein amüsantes, blutiges Splatter-Fest.
 
 
deathgasm-bild-1
 
 
Sam Raimis beliebte und großartige Horror-Saga um den tollpatschigen Jedermann Ashley Williams hat in den letzten drei Jahrzehnten unzählige Horror-Regisseure inspiriert und gilt bis heute als eine der ikonischen Filmreihen, die vor allem in späteren Kapiteln gekonnt Humor mit jeder Menge Gematsche kombiniert. Als jüngster gedanklicher Nachfolger muss „Deathgasm“ sich dem Vergleich mit seinem offensichtlichen Vorbild „Evil Dead“ stellen. Leider entkommt der neuseeländische Debütfilm von Jason Lei Howden diesem Vergleich nicht ohne Blessuren. Howden verkompliziert seinen Film unnötig und reichert ihn mit einigen Subplots an, die vom eigentlichen Fokus des Splatter-Festes ablenken und obendrein ein leichtes Ziel für Logiklöcher und Ungereimtheiten aller Art bilden. Der romantische Plot beispielsweise, der sich zwischen Brodie und Medina entwickelt, basiert auf einem sehr dürftig geschriebenen weiblichen Charakter und bremst den Film eher aus, als dass er ihn bereichert.
 
 
deathgasm-bild-3
 
 
Der Stil des Films, der zum Anfang mit vielfältigen visuellen Reizen, schnellen Schnitten, Schwenks und sonstigem Kamera-Gespiele überzeugt, ist im weiteren Verlauf leider sehr inkonsistent. Dies führt dazu, dass zwischen der flinken Einleitung des Films und dem eigentlichen Beginn der blutigen Action eine Leere entstehen lässt, die man beinahe als langweilig bezeichnen könnte. Was das Design der Dämonen angeht, kann „Deathgasm“ einige Punkte sammeln, hier macht sich die vorherige Erfahrung des Regisseurs deutlich bemerkbar, auch wenn das Axtfutter und ihre Inszenierung gelegentlich etwas zu stark an die Vorbilder aus „Evil Dead“ erinnern. Auch die Make-Up-Effekte sind gut gelungen und schmeicheln dem Auge durch eine fast ausschließlich handgemachte Qualität. Endlich gibt es wieder einen Film zu sehen, in dem das Kunstblut buchstäblich an der Kameralinse herunterläuft.
 
 
deathgasm-bild-2
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Halsbrecherische Dämonenjagd mit viel (Herz)Blut und Metal. Jason Lei Howdens Debüt „Deathgasm“ ist ein unbeschreiblich amüsanter Splatterfilm von Metalheads für Metalheads, durchsetzt mit donnernden Riffs, einem derben Soundtrack und großzügigen Portionen Monster-Schnetzelei. Den gleichen Kultstatus wie sein Vorbild „Evil Dead“ wird der Film wegen einem dünnen, unnötig komplizierten Drehbuch und fehlendem Charme vermutlich nicht erreichen, trotzdem ist es ein gelungener Einstand eines sympathischen Regisseurs und ein ordentlicher Beitrag zum modernen Splatter-Genre.
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Zensur

 
 
 
Kettensägen, Äxte und natürlich Dildos kommen beim Nahkampf mit der dämonischen Brut zum Einsatz und verursachen einen gesunden Blutfluss. Da sich die Gewalt gegen (nichtbesessene) Menschen in Grenzen hält und der Film durchgängig von einem leicht, humoristischen Ton dominiert wird, ist eine Jugendgefährdung hier nicht wirklich gegeben. Eine ungeschnittene Freigabe ab 18 dürfte möglich sein.
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Housebound (2014)
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Evil Dead (2013)
 
Demons (1985)
 


Filmkritik: “Attack on Titan” (2015)

attack-on-titan-film-2015
 
 
 

ATTACK ON TITAN

(SHINGEKI NO KYOJIN)

Story

 
 
 
Kleine Menschen gegen vermeintlich unkaputtbare Riesen: In ATTACK ON TITAN kämpfen Menschen gegen kolossale Kreaturen, die nur eines im Sinn haben: Menschenfleisch fressen.
 
 
 


 
 
 

ATTACK ON TITAN – Kritik

 
 
 
In Japan sind die Monster los. Das ist im Grunde nichts ungewöhnliches mehr, wurde dort mit Godzilla eine der populärsten Filmkreaturen geboren, die es nach dutzenden Verfilmungen sogar mehrfach bis nach Hollywood brachte. Der Streifen, der aber nun mit genügend Yen im Land der aufgehenden Sonne gedreht wurde, dürfte den kultigen und nostalgischen Charme der in die Jahre gekommenen Riesenechse verblassen lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes monströs ist nämlich das, was in Japan gedreht und unter dem Titel ATTACK ON TITAN sogar über Landesgrenzen hinaus Aufsehen erregt hat. Riesige humanoide Wesen treiben in diesem Fantasyspektakel ein furcherregendes Spiel mit der ahnungslosen Menschheit und sorgen dank beeindruckender Spezialeffekte für weit aufgesperrte Münder – nicht nur bei den Protagonisten im Film. Dabei ist die Idee zur Realverfilmung des japanischen Mangas SHINGEKI NO KYOJIN nicht sonderlich einfallsreich. Weil die Handlung des Streifens trotz oder gerade wegen ihrer Trivialität weitaus unverbrauchter ist, als das, was man dem Zuschauer sonst im Horrorbereich zumutet, dürfte es nicht wundern, wenn die amerikanische Traumfabrik in absehbarer Zukunft an einer eigenen Version der blutigen Schlachtspiele arbeiten wird. Sollte es soweit sein, ist GUILLERMO DEL TORO wohl der richtige Mann auf dem Regiestuhl. Der kennt sich seit PACIFIC RIM bestens aus auf dem Gebiet der kolossalen Filmmonster und könnte einer möglichen Neuverfilmung die nötige Tiefe geben, nach der man in diesem japanischen Live-Action-Abenteuers vergebens sucht.
 
 
attack-on-titan-film-2015-bild-1
 
 
Von Titanen und Menschen: In ATTACK ON TITAN wird einmal mehr der Kampf zwischen Gut und Böse in den Mittelpunkt gerückt, bei dem es nur einen Gewinner geben kann. So hat sich die Menschheit nach hungrigen Übergriffen kolossaler Riesen zurückgezogen und eine Mauer gebaut, die eine Stadt vor den Attacken der übermenschlichen Kreaturen schützen soll. Doch die Barrikade ist nicht unzerstörbar. Einer der Titanen durchbricht den Schutzwall und bietet den übrigen Riesen Zutritt in die Welt der Menschen. Was folgt ist ein Blutbad, denn die gesamten Bewohner der Stadt landen im Magen überdimensionaler Höhlenmenschen. Auch Teenager Eren Jäger hat Opfer zu beklagen. Ein Grund mehr zusammen mit Freunden in der Armee einzutreten, um jeden Titan in die ewigen Jagdgründe zu befördern.
 
 
attack-on-titan-film-2015-bild-3
 
 
Japanisches Popcornkino, wie es im Buche steht. Tiefgang sollte man im Falle von ATTACK ON TITAN nicht erwarten, denn diese kurzweilige Monsterhatz ist dazu gemacht, für knapp 100 Minuten in eine phantastische Welt einzutauchen, in der das Hirn nicht sonderlich beansprucht wird. Das Drehbuch ist simpel gestrickt, auf der Tagesordnung steht ausschließlich Kämpfen und Überleben, wobei die Geschichte absichtlich rudimentär gehalten wurde, um möglichst viele spektakuläre F/X zeigen zu können. Die sind nahezu alle am Computer entstanden und zeigen primitive Riesen, die sich durch Horden menschlicher Kämpfer fressen, bis auch der Letzte das Zeitliche gesegnet hat. So kommen vor allem Freunde blutiger Schlachten auf ihre Kosten, die sich an hektisch geschnitten und detailfreudig eingefangenen Kampfszenen nicht sattsehen können und sichtlich Spaß daran finden, wenn bösen Kreaturen unter tobendem Krawall in den Allerwertesten getreten wird. Letztere müssen – wie es der Titel zu ATTACK ON TITAN passend beschreibt – aufgelauert und bekämpft werden. Für die Helden des Films kein leichtes Unterfangen, stellt gerade die Größe der Gegner ein enormes Problem dar. Mit raffiniertem Equipment gilt es die Riesen zu besteigen, um ihre einzige Schwachstelle zu erreichen: der Nacken.
 
 
attack-on-titan-film-2015-bild-2
 
 
Wie beliebt der unerbittliche Kampf gegen fressgeile Titanen in Fernost ist, zeigt die fleißige Vermarktungsstrategie der erfolgreichen Comicvorlage des japanischen Zeichners HAJIME ISAYAMA. Der folgten nicht nur diverse Manga-Spin-offs und eine Mini-Realserie; auch eine Zeichentrickreihe wurde ins Leben gerufen, um möglichst viel Reibach mit dem noch jungen Franchise machen zu können. Weil Comic und Anime reißenden Absatz brachten, war es nur die logische Konsequenz, nun mit einer Realverfilmung schnelle Kasse zu machen. Die wurde am Stück gedreht, jedoch in zwei Einzelfilme geteilt und getrennt voneinander ins Kino gebracht. Eine geschickte Vermarktungsmethode, die bereits bei Filmreihen wie DER HERR DER RINGE, TWILIGHT oder HARRY POTTER angewandt wurde, um möglichst viel Geld einnehmen zu können.
 
 
attack-on-titan-film-2015-bild-4
 
 
Letztendlich ist Teil eins der Realverfilmung zu ATTACK ON TITAN nichts Nachhaltiges. Trotz überdimensionaler Bösewichte ist Regisseur SHINJI HIGUCHI kein imposantes Meisterwerk gelungen, wie man es in Anbetracht der doch umfangreichen Comicvorlage erwartet hätte. ATTACK ON TITAN ist laut, brachial und actionreich – mehr aber auch nicht. Die Kenner der Comicvorlage dürften die Entscheidung des ersten Regisseurs TETSUYA NAKASHIMAS demnach verstehen. Der sollte anfangs die Regie zum Film übernehmen, verließ das Projekt aber schnell wieder, weil es zwischen ihm und dem Studio zu kreativen Differenzen kam. Vergleicht man Manga und Vorlage ist das auch kein Wunder. Handlungstechnisch geht die Realverfilmung teils andere Wege und orientiert sich zu verkrampft am westlichen Filmmarkt.
 
 


 
 
 

ATTACK ON TITAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Laut, brachial, actionreich und blutig. ATTACK ON TITAN ist ein tricktechnisch bemerkenswertes Monsterspektakel, das Seinesgleichen suchen dürfte. Hier gibt es epische David-gegen-Goliath-Kämpfe im Stile eines SHADOW OF COLOSSUS und schwindelerregende Kamerafahrten in bester Spider-Man-Manier zu sehen, die das Herz jedes Japan-Filmfans schneller schlagen lassen. Dennoch versuchen die wirklich grandios umgesetzten Spezialeffekte nur zu verschleiern, was nicht lang unentdeckt bleibt. Die Geschichte der Realverfilmung eines in Japan sehr erfolgreichen Mangas wurde zugunsten von Action und CGI erheblich gestrafft, so dass nur noch ein rudimentäres Handlungsgerüst übrig geblieben ist, in dem vornehmlich die Computereffekte der eigentliche Star des Streifens sind. Die sorgen zwar ab und an für Kurzweil, hinterlassen aber am Ende ein etwas unbefriedigendes Gefühl. Da kann man nur hoffen, dass der im Abspann angedeutete zweite Teil ATTACK ON TITAN: END OF THE WORLD mehr Substanz bieten wird. Der wurde zusammen mit dem Erstling am Stück gedreht und knüpft nahtlos an den Vorgänger an.
 
 


 
 
 

ATTACK ON TITAN – Zensur

 
 
 
ATTACK ON TITAN geizt nicht mit roten Lebenssaft, der hier übrigens ebenso wie die hungrigen Riesen aus dem Compter kommt. Die CGI-Suppe fließt reichlich. Aufgrund des dennoch sehr fantasyartigen Einschlags kann man davon ausgehen, dass der deutsche Rechteinhaber EYE SEE MOVIES für ATTACK ON TITAN eine Jugendfreigabe erhalten wird: FSK16.
 
 


 
 
 

ATTACK ON TITAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Grafiken liegen bei Eye See Movies

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Große Japaner – Dainipponjin (2007)
 
Shadow Of The Colossus (Computerspiel – 2006)
 
Pazific Rim (2013)
 
Godzilla (2014)
 
Trollhunter (2010)
 
Sindbads siebente Reise (1958)
 


Filmkritik: “The Circle” (2015)

cirkeln-the-circle
 
 
 

THE CIRCLE

(CIRKELN)

Story

 
 
 
In einer kleinen Stadt im Süden Schwedens passieren seltsame Dinge. Das Böse zieht seine Kreise und ist für den Tod eines Teenagers verantwortlich. Sechs Schülerinnen des Engelsfors Gymnasiums gehen der Sache auf den Grund und lüften ein gruseliges Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Kritik

 
 
 
Jetzt wird es episch, denn wer glaubt, dass nur Hollywood mehrteilige Fantasy-Romane verfilmen kann, der irrt. Schweden mischt jetzt auch mit auf dem internationalen Fantasy-Markt und hat sich der dort äußerst populären ENGELSFORS-TRILOGIE angenommen, die von MAT STRANDBERG und SARA BERGMARK ELFGREN geschrieben und sich im Land des Knäckebrots vor allem unter Teenagern großer Beliebtheit erfreut. Mit dem ersten Band CIRKELN hat man nun den Sprung auf die Leinwand gewagt, der mit einer Gesamtlänge von knapp 144 Minuten doch umfangreicher ausgefallen ist, als anfänglich geplant. Damit der erste Leinwandausflug auch ein Erfolg wird, konnte man mit Ex-Abba-Mitglied BENNY ANDERSSON einen weltweit bekannten Geldgeber finden, der die erste Verfilmung THE CIRCLE (so der internationale Titel) nicht nur mitfinanziert hat, sondern auch mit der selbst geschriebenen Filmmusik für Aufmerksamkeit sorgen soll.
 
 
the-circle-cirkeln-2015-bild-3
 
 
Das Böse kennt keinen Urlaub. Was bereits in HARRY POTTER, TWILIGHT und HERR DER RINGE Kernthema war, bildet auch in THE CIRCLE das Fundament für ein packendes Abenteuer voller Gefahren. Ein mysteriöser Selbstmord sorgt an der Schule des schwedischen Städtchens Engelsfors für ein heilloses Durcheinander. Sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickeln plötzlich geheimnisvolle Kräfte und fühlen sich von einer bösartigen Macht bedroht, die ihnen nach dem Leben trachtet. Die Schuldirektorin klärt auf. Die Mädchen sind Hexen und seit ihrer Geburt dazu bestimmt, die Menschheit vor bösen Dämonen zu beschützen. Mit vereinten Kräften und mit Hilfe der magischen Fähigkeiten schreitet man zur Tat. Doch der Kampf gegen das Böse stellt die Teenager nicht nur vor große Herausforderungen; er konfrontiert sie auch mit ihren größten Ängsten.
 
 
the-circle-cirkeln-2015-bild-1
 
 
Willkommen zur schwedischen Kinoversion der beliebten US-Fernsehserie CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. So zumindest lässt sich beschreiben, was das Publikum von THE CIRCLE zu erwarten hat. Vorerst sehr wenig, denn die Filmadaption des ersten Buches CIRKELN konzentriert sich dann doch vorrangig auf seine sechs Heldinnen, die in erster Linie mit irdischen Problemen zu kämpfen haben. Statt sich in Magie auszuprobieren, sehen sich die Figuren im Film mit Problemen konfrontiert, mit denen wohl die meisten Pubertierenden gleichen Alters zu kämpfen haben. Da wird Mobbing an der Schule betrieben, aber auch das hoffnungslose Verliebtsein zum Thema gemacht. THE CIRCLE ist mehr Coming-of-Age-Drama statt Mysterystreifen, der Themen aufgreift, mit denen sich wohl hauptsächlich heranwachsende Zuschauerinnen identifizieren können – auch wenn die Protagonisten im Film wenig glaubhaft von Schauspielern verkörpert werden, die längst dem Teenageralter entsprungen sind.
 
 
the-circle-cirkeln-2015-bild-2
 
 
THE CIRCLE ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mädchenfilm, dem es ein wenig an Drive mangelt. Sechs unerfahrene Schülerinnen sollen zu Nachwuchshexen ausgebildet werden, um den Wesen der Finsternis in die Allerwertesten zu treten. Das entpuppt sich in Anbetracht der viel zu langen Laufzeit als reichlicher zäher und klischeebehafteter Kinotrip in dem erhofftes Fantasy doch etwas zu kurz kommt, schließlich muss sich das Böse der Teenagerprobleme wegen zurückhalten. Da kann man nur hoffen, dass die Verfilmungen der anderen Bücher FIRE und THE KEY etwas straffer inszeniert werden, denn im direkten Vergleich zur Fantasy-Referenz zieht diese durchwachsene Romanadaption aus Schweden den Kürzeren.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die schwedische Antwort auf DER HEXENCLUB und CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. Mit ähnlich trist-unterkühlter Bildsprache wie sie auch im schwedischen Ausnahmedrama SO FINSTER DIE NACHT verwendet wurde, hat der Schwede LEVAN AKIN das erste Buch der ENGELSFORS-TRILOGIE mit dem Titel THE CIRCLE verfilmt und liefert eine solide Leistung ab. Leider fehlt dem souverän gedrehten Streifen Tempo, denn THE CIRCLE tut sich zwischen anstrengenden Teenager- und Alltagsproblemen schwer mit dem Erzählen einer interessanten Fantasygeschichte. So gibt es statt Magie, Fantasy und Dämonen doch eher ein Coming-of-Age-Drama mit Längen zu sehen, das von der Suche nach sich selbst erzählt und Mädchen auf Ihren Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Insofern CIRKELN (so der Originaltitel) genug Geld einspielt, sollen Verfilmungen der übrigen Bücher folgen. Bis dahin darf man davon ausgehen, dass auch Hollywood eine eigene Filmversion der ENGELSFORS-Bücher ins Rennen schicken wird. Schließlich ist die Traumfabrik nicht weit, wenn schnell Geld verdient werden kann.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Zensur

 
 
 
Nein, THE CIRCLE ist kein Film für Fans des derben Gewaltkinos. Blut oder Hinrichtungen gibt es gar nicht zu sehen. Einzig die bedrohliche und düstere Stimmung des Streifens, sowie einige verstörende Spezialeffekte dürften dafür sorgen, dass CIRKELN (so wie der Film im Schweden betitelt wird) mit FSK16 nach Deutschland kommen wird.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
Die Hexen von Eastwick (1987)
 
Practical Magic – Zauberhafte Schwestern (1998)
 
Der Hexenclub (1996)
 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 92 Followern an