Filmkritik: „Therapie für einen Vampir“ (2014)

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THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR

Story

 
 
 
Wien in den frühen 30ern. Graf Geza von Közsnöm (Tobias Moretti) ist unzufrieden. Der betagte Vampir verbringt die meiste Zeit in seinem Palais und versucht, seiner Gattin Elsa (Jeanette Hain) aus dem Weg zu gehen. Auch das Jagen von frischem Menschenblut hat er lange aufgegeben und lässt sich seine Mahlzeiten inzwischen von seinem Chauffeur abzapfen. Neue Impulse müssen her, und wo kann man sich diese besser organisieren als bei Dr. Sigmund Freud (Karl Fischer)? Der Besuch beim berühmten Psychoanalytiker lässt die Wege des Grafen mit denen des jungen Malers Viktor (Dominic Oley) kreuzen, der seinerseits Probleme mit seinem Liebling Lucy (Cornelia Ivancan) hat. Zwischen den ungleichen Paaren entwickelt sich eine Reihe von Konflikten, die die österreichische Hauptstadt zum Beben bringen.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Kritik

 
 
 
Nachdem der neuseeländische „5 Zimmer Küche Sarg“ das Genre der Vampir-Komödie eröffnet und die Messlatte gehörig hoch gelegt hat, standen die Vorzeichen für die deutsch-österreichische Produktion „Therapie für einen Vampir“ nicht besonders gut. Immerhin griffen die Kreativköpfe der letztjährigen Komödie reichlich tief in die Mythologie der Blutsauger und lieferten ein Gag-Feuerwerk der Extraklasse ab. Für etwas Hoffnung sorgt die Tatsache, dass man sich hier nicht mit den allnächtlichen Komplikationen der Vampire auseinandersetzt, sondern mit der profunden Ennui, die ein unsterbliches Leben mit sich bringt.
 
 
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Tatsächlich geht das Rezept des Autors und Regisseurs David Rühm auf. Seine Besetzung des würdevollen Grafen mit Ex-Hundekommissar Tobias Moretti ist außerordentlich gut getroffen und Moretti versprüht die noble Aura des alteingesessenen Vampirs sehr gut. Auch die übrigen Rollen, allen voran die exzentrische Gräfin Elsa und das mehrfache Objekt der Begierde Lucy sind gut verteilt und ihre Darsteller liefern überzeugende Leistungen ab. Ungewöhnlich für eine leichte Komödie wie diese ist die Tatsache, dass in „Therapie für einen Vampir“ eine beachtliche Menge an Handlungssträngen verfolgt wird, ohne dass der Film unübersichtlich wird. Neben dem Beziehungsstress des sterblichen Paares bekommen wir die Besessenheit des Grafen mit einer Verflossenen oder die Krise einer Gräfin, die sich nicht an ihr eigenes Antlitz erinnern kann, mit.
 
 
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Die vielschichtige Handlung findet im Wien der Vergangenheit eine sehr stimmige Kulisse. In den nebligen Gassen und edel anmutenden Plätzen der Stadt entfaltet sich eine schaurig-komische Stimmung, die die Vampir-Thematik ideal und treffend unterstreicht. Auch vor dem wichtigen Einsatz von Kunstblut scheut David Rühm nicht zurück und würzt den Auftritt seiner nächtlichen Kreaturen mit einer angemessenen Menge des roten Lebenssaftes.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wer sich vor einer deutsch produzierten Vampirkomödie scheut und ein mittelmäßig produziertes Werk erwartet, ist im Unrecht. „Therapie für einen Vampir“ ist eine kurzweilige Jagd durch das nächtliche Wien, gespickt mit gut aufgelegten Schauspielern, einer einfallsreichen Handlung, schönen Bildern und muss sich vor internationalen Genrekollegen keinesfalls verstecken.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Zensur

 
 
 
Einige Szenen verfügen zwar über großzügigen Einsatz von Kunstblut, dennoch verliert der Film nie seine Identität als gutmütige Komödie. Eine Jugendfreigabe schien daher sicher. THERPIE FÜR EINEN VAMPIR hat in Deutschland eine Freigabe ab 12 erhalten und ist trotz niedriger FSK-Einstufung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Therapie für einen Vampir; Österreich / Schweiz 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Behind the scenes-Clips, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 03.11.2015

 

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THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MFA Film Distribution

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Filmreview: „Chastity Bites“ (2013)

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CHASTITY BITES

Story

 
 
 
Vampirgräfin Elizabeth Bathory hat es sich im Amerika des 21. Jahrhunderts gemütlich gemacht und sucht an einer High School keusche Jungfrauen, um sich für ewige Jugend in deren Blut zu wälzen. Leah, die Reporterin der Schülerzeitung, kommt der Brut auf die Schliche und fordert zum Duell …
 
 
 


 
 
 

CHASTITY BITES – Kritik

 
 
 
Seit im Jahr 2000 der Spoof-Erfolg SCARY MOVIE in die Kinos kam und das Niveau in Horrorkomödien sprichwörtlich neu definiert wurde, kann man die wahrlich cleveren unter ihnen an einer Hand abzählen. Platte Sexwitzchen in Kombination mit pubertärem Fäkalhumor scheinen selbst im Jahr 2013 immer noch als Grundlage für Horror-Comedy zu dienen, damit man an den Kinokassen Gewinne erzielen kann. Immerhin hat man in den letzten Jahren auch mal Gutes auf der Leinwand gehabt. Die spaßige Hommage an berüchtigte Hinterwäldlerstreifen TUCKER & TALE VS EVIL (2010) oder die gelungene Verbeugung vorm Grindhouse-Kino der 70er und 80er Jahre in CHILLERAMA (2011) dürften vermutlich zu den wenigen sehenswerten Genrelachern gehören. Es muss jedoch nicht immer der Horror-Mainstream sein. Von der Masse vollkommen unbemerkt und ohne werbewirksames Brimborium erscheinen in Amiland ab und an auch mal kleine Horrorkomödien aus dem Indie-Sektor, die den ganz großen unter den Spoof-Komödien vollkommen souverän den Stinkefinger zeigen. CHASTITY BITES ist so ein unabhängiger Beitrag, der von einem absolut unbekannten Neuling auf dem Gebiet des Regieführens inszeniert wurde und dem Horrorfan Freudentränen bescheren dürfte. Regisseur und kreatives Genie hinter dem Spaß ist JOHN V. KNOWLES, den vermutlich ohnehin (noch) niemand kennen dürfte. Bisher hat der Regiedebütant zwar in diversen Bereichen des Filmemachens hineinschnuppern können; die große Karriere ist ihm jedoch verwehrt geblieben. Immerhin hat es für ein paar unbedeutende Kurzfilme und einen glanzvollen Schauspielauftritt in SHOWGIRLS 2 (ja, davon scheint es eine Fortsetzung zu geben) gereicht, für den sich KNOWLES mit Sicherheit bis ans Karriereende schämen dürfte. CHASTITY BITES ist auf dem Mist von KNOWLES Ehefrau gewachsen. Die ist selbst bekennende Anhängerin des düsteren Genres, hat kurzum das Drehbuch zum Film geschrieben und auch gleich produziert. Geschadet hat es dem Familienprojekt nicht, denn CHASTITY BITES erweist sich als unterhaltsamer Mix aus DIE FRAUEN VON STEPFORD (1975), GIRLS CLUB (2004) und FRIGHT NIGHT 2 (die miserable Fortsetzung des Remakes aus dem Jahre 2013 ist gemeint).
 
Liz Batho (LOUISE GRIFFITHS), eine geheimnisvolle, dominante und wunderschöne Frau ist neu in San Griento, USA. Sie kommt aus Europa und ist um die Jungfräulichkeit der heutigen Teenager besorgt. An der städtischen High School ruft sie ein Programm ins Leben, dem sich die Schülerinnen anschließen und auf Abstinenz bis vor dem Ehegelübde schwören sollen. Unterstützt wird ihr Vorhaben von einigen besorgten Eltern, denen die charismatische Fremde aus dem Herzen spricht. Schnell sind einige ahnungslose Mitglieder für jene Gruppe gefunden, welche die frohe Botschaft in der gesamten Schule verbreiten. Auch die von Akne geplagte Außenseiterin Katharine (FRANCIA RAISA) schließt sich dem Club der Jungfrauen an, fühlt sie sich doch von Gruppengründerin Liz auf mysteriöse Weise angezogen. Ihrer besten Freundin Leah (ALLISON SCAGLIOTTI) gefällt das aber alles gar nicht. Die findet nach einiger Recherche heraus, dass es sich bei der seltsamen Neuen um Gräfin Elizabeth Bathory handelt, einer Adligen die vor über 450 Jahren in Ungarn gehaust haben und zugunsten ewiger Jugend im Blut von Jungfrauen gebadet und es sogar getrunken haben soll. Für die angehende Journalistin und Hobby-Detektivin Grund genug, ihre fundierten Vampirjäger-Kenntnisse aufzufrischen und die BUFFY in sich zu entfachen.
 
Subtile Gesellschaftskritik ist zwischen all den punktgenauen Lachern Programm. Denn trotz grandios bescheuertem Nonsens wird in CHASTITY BITE auch hin und wieder der Zeigefinger erhoben. Vor allem der, in unserer Gesellschaft vordiktierte Schönheits- und Jugendwahn bekommt hier auf bissige Weise seinen Dreck weg. Wie weit würde man für ein adrettes Aussehen gehen? Eine Frage, die vor allem für die erwachsenen Protagonisten in CHASTITY BITE leicht zu beantworten ist. Denn während sich einige egozentrisch veranlagte Hilton-Prinzessinnen an der Schule eine mehr als zweifelhaften Ruf erzickt haben, sind es deren spießbürgerliche Eltern, die für ewige Schönheit die Seelen ihrer Kinder dem Teufel überlassen haben. Die Erkenntnis ist zwar für den Zuschauer bitter, wie sie jedoch über den Bildschirm flimmert dafür umso erheiternder. In CHASTITY BITE werden die gängigen Stereotypen des Horrorfilms in eine Box geworfen, durchgeschüttelt und wunderbar schräg persifliert. Familie KNOWLES scheint zu wissen, wie man an durchgeknallter Horror-Comedys werkelt, ohne dass sich der Zuschauer peinlich berührt fühlen muss. Die selbstironische Kombination aus Vampir-Horror und diversen amerikanischen Teenager-Komödien nimmt sich zu keiner Zeit ernst und witzelt sich ungekünstelt und ungezwungen durch den gesamten Film. Platte Dummheiten oder Scherze jenseits der Gürtellinie bleiben dem Filmliebhaber erspart. Der Zuschauer spürt förmlich, welchen Spaß das gesamte Team am Set gehabt haben muss, denn CHASTITY BITE wirkt derart sympathisch, dass man dann doch schon etwas erstaunt ist, wie schnell der Abspann über den Schirm flimmert. Großer Pluspunkt geht an ALLISON SCAGLIOTTI, die sich als taff durchschlagende Leah die Hauptrolle ergattern konnte und glatt als jüngere Zwillingsschwester von Horrorliebling DANIELLE HARRIS durchgehen könnte. Die hat immer einen trockenen Spruch auf den Lippen und entpuppt sich am Ende sogar noch als schmucker Hingucker für den männlichen Horrorfan. Bei soviel filmischem Ehrgeiz und Spaß am Drehen sollte an dieser Stelle der Gastauftritt von Regielegende STUART GORDON nicht unerwähnt bleiben. Der war sich nicht für einen kurzen Cameo als Schulleiter zu schade und dürfte bei einigen Filmfreunden noch einmal Filme wie DOLLS (1987), RE-ANIMATOR (1985) und FROM BEYOND (1986) Revue passieren lassen.
 
Am Ende bleibt ein schwer unterhaltsamer Horrorquatsch, dem man nur wünschen kann, das er ganz schnell nach Deutschland kommt, um die hiesige Horrorgemeinde zum Schmunzeln zu bringen. Das in Sachen Sex streng konservative Amerika (als Beispiel hierfür, wäre die oftmals strenge Altersfreigabe der MPAA bei „Sexangelegenheiten“ zu nennen) wird hier herrlich selbstironisch auf die Schippe genommen und der vollkommen übertriebenen Schönheitswahn der heutigen Gesellschaft gleich nebenbei mit angeprangert. In einem Interview verriet Drehbuchschreiberin LOTTI PHARRISS KNOWLES, dass das Script des Films noch während der Amtszeit GEORGE W. BUSHS entstanden ist und dessen Konservatismus zur Inspiration gedient haben soll. Umso zynischer, dass Bösewicht Liz Batho im Film immer wieder bemängelt, dass es im Amerika des 21. Jahrhundert immer schwerer wird an Jungfrauen zu kommen und sich Heldin Leah kurzfristig in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschließt, sich ihre Unschuld nehmen zu lassen, damit die Vampirgräfin sie von ihrer Beuteliste streichen kann.
 
 
 


 
 
 

CHASTITY BITES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„…Der einzig wirklich sichere Sex ist, gar keinen Sex zu haben …“. Trotz, dass in CHASTITY BITE viel über Sex gesprochen wird, gibt es erstaunlich wenige Schlüpfrigkeiten zu sehen. Dafür eine Menge Jokes, die sich Gott sei Dank nicht an den gängigen Konventionen derzeit beliebter Spoof-Komödien orientieren. CHASTITY BITE ist eine herrlich abgedrehte Mischung aus GIRLS CLUB, FRIGHT NIGHT und DIE FRAUEN VON STEPORD, die jeder Horrorfan unbedingt sehen sollte gerade weil sie eine Menge Laune verbreitet.
 
 
 


 
 
 

CHASTITY BITES – Zensur

 
 
 
CHASTITY BITES ist so ein Film, bei dem man nicht einschätzen kann, für welches Alter der Film geeignet ist. Für eine FSK16 sind die diversen Kehlenschnitte etwas sehr hart anzusehen. Für eine KJ-Freigabe ist das Geschehen zu überdreht und selten ernstzunehmen, was die Kills schon wieder milder erscheinen lässt. Man darf sich überraschen lassen – ungeschnitten kommt CHASTITY BITES auf jeden Fall nach Deutschland.
 
 
 
 


 
 
 

CHASTITY BITES – Trailer

 
 
 


 
 

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