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Filmkritik: „Thirst – Blutdurst“ (1979)

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THIRST – BLUTDURST

Story

 
 
 
Yuppie-Lady Kate wird eines Tages Opfer einer Entführung. Hinter dem brutalen Akt steht „Die Brüderschaft“, ein steinalter Orden von Vampiren, der es über Generationen zu Macht und Reichtum gebracht hat und ganz verschwörungstheoretisch manchen gesellschaftlichen Faden zieht. In Kate haben die Finsterlinge eine Nachfahrin der grässlichen ungarischen Blut-Gräfin Bathory erkannt, die sie jetzt mit ihrer inneren Vampirin in Einklang bringen wollen. Notfalls mit Druck und Rauschmitteln. Auf nächtliche Halsjagden muss man hier übrigens nicht mehr gehen, stattdessen hat man seine Ressourcen in das wissenschaftlich überwachte und versteckte Züchten und „Melken“ gefangener und hypnotisierter Menschen gesteckt. Innerhalb der Sekte bilden sich Fraktionen heraus, die über das Zwangsrekrutieren vampirisch vorbelasteter Menschen unterschiedlicher Meinung sind.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Kritik

 
 
 
Ende der sechziger Jahre hatte die Bewegung des New Hollywood eine großartige, neue Filmwelt arbeitswütiger Regie-Autoren geschaffen. Ursprünglich von den Franzosen der Nouvelle Vague beeinflusst, boten die Filme dieser jungen Wilden in der Traumfabrik ihrerseits auch wieder große Inspiration für die Filmwirtschaften weniger potenter Kino-Nationen. Deutschland, Italien, Japan, Skandinavien – ein Film war jetzt im Idealfall seinem Macher zuzuordnen. Das im Umsatzvergleich kleine Australien wurde Mitte der Siebziger vom wilden Autorenkäfer gebissen. Heiß geliebte Filme entstanden in bewundernswerter Häufigkeit. Tristesse dann viele Jahre später: Diese kreative Taustimmung der „Australian New Wave“ hat außerhalb von Festivals, akademischen Zirkeln und den Kinos der Heimat Down Under bis heute relativ wenig breiter gefasste Würdigung erfahren. Sicher, die noch zu Hause entstandenen Frühwerke großer Hollywood-Filmschaffender wie Peter Weir, Fred Schepisi oder Bruce Beresford, um nur drei von vielen zu nennen, sind in guten Cineasten-Kreisen für ihre Eigensinnigkeit geachtet, Mainstream aber sieht anders aus.
 
 
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Alle paar Jahre mal so scheint es, immer, wenn ein alter Aussie-Held wie George Miller zuletzt sich mal wieder ein Herz fasst und einen filmischen Treffer wie MAD MAX: FURY ROAD landet, oder wenn junge Landsmänner und -frauen sich ihrer heimisch gewachsenen Kino-Kultur erinnern, kommt die Sprache wieder auf die Neue Welle Australiens – eine Filmbewegung, in der die Grenzen zwischen Arthouse und Exploitation gerne einmal so gar nicht mehr klar auszumachen sind und in der man sich scheinbar mühelos schönster Versatzstücke unterschiedlichster Genres bedient, um sperrige und immer ganz klar australische Filmklassiker zu erschaffen. Beim leider sehr austauschbar betitelten „THIRST“ ist die Sachlage nicht anders. Man mag beim fabrikmäßigen Ausblutenlassen der Nahrungsmenschen an David Cronenberg denken. Auch an die gesellschaftlich getarnten Schlachthäuser von SOYLENT GREEN oder gar an die von Maschinen geschaffenen, furchterregenden Human-Kokon-Landschaften der MATRIX. Dann schlägt THIRST – BLUTDURST jedoch wieder einen Haken und führt sein Publikum wie den Bullen am Nasenring zurück in eine obskure Vampir-Story mit doppeltem Boden, wie sie, in dieser Modernisierung des klassischen Genrethemas des Blutsaugers, amerikanischen Horror-Serien entliehen sein könnte.
 
 
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Mit THIRST – BLUTDURST liefert Rod Hardy Ende der Siebziger ein regelrechtes Statement von Genrefilm ab, das trotzdem schwerer zu greifen ist, als ein geöltes Ferkel. Nicht gänzlich Horror-, nicht ausreichend Sci-Fi, um klare Kante erkennen zu lassen; nicht ernst genug, um als Stück phantastischer Gesellschaftskritik durchzugehen, aber auch wieder nicht schmierig genug, um ein reiner Drive-In-Schlocker zu sein. Diese Weigerung des Films, sich festnageln zu lassen, ist vermutlich der Hauptgrund für seine relative Obskurität. Geistesverwandt, auch was die sehr eigene und eigentümliche Stimmung angeht, ist hier vielleicht noch Jean Rollin mit seinem ungewöhnlichen LA NUIT DES TRAQUÉES (1980), in dem sich Horror-Atmosphäre und Gesellschafts- /Zukunftskritik ähnlich traumartig abwechseln wie bei Hardys vergessenem Vampirfilm-Update. Die Auftritte der einstigen Mod-Ikone David Hemmings aus Antonionis BLOW UP, damals noch nicht ganz so aus dem Leim gegangen und mit Karikaturen-Augenbrauen geschlagen, und des mächtigen Henry Silva sind dann wieder ein Zugeständnis, typisch australisch, an eine bewusste Exploitationhaftigkeit.
 
 
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THIRST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Um an dieser schönen Stelle gerade mal ganz laut auf die Pauke zu hauen: THIRST – BLUTDURST ist der vielleicht unbekannteste Super-Horrorfilm der späten Siebziger. Endlich aus dem Limbo vergessener Genreperlen befreit, wartet diese einzigartige Aussie-Melange aus Sci-Fi, Späthippie-Spott und Vampirhorror auf ihre Erst- und Wiederentdeckung.
 
 


 
 
 

THIRST – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorklassiker hatte es auch der australische Vampirklassiker THIRST nicht leicht. Zu VHS-Zeiten wurde der Streifen indiziert und erst nach Ablauf der 25-Jahrefrist wieder vom Index gestrichen. Vor einigen Jahren erschien bereits eine ungeschnittene DVD. Diese kann jetzt gegen die Blu-ray aus dem Hause SCHRÖDER MEDIA ersetzt werden. Die HD-Fassung hat ein tolles Bild und ist zudem ungeschnitten. Ebenfalls erfreulich: Die Blu-ray kann man nun problemlos im Handel erstehen und muss keinen teurer Import aus dem deutschen Ausland vornehmen, um den Film sein Eigen nennen zu können. So macht das Sammeln von Horrorklassikern Spaß.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Thirst; Australien 1979

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Rod Hardy und Antony I. Ginnane (Englisch, ohne Untertitel), Trailer & TV-Spots (SD, 2:55 Min., Englisch, ohne Untertitel), Deutscher Kino-Trailer zu Stadt der Toten (SD, 1:49 Min., Deutsch, ohne Untertitel)

Release-Termin: 02.02.2017

 

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THIRST – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Begierde (1983)
 
The Lost Boys (1987)
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
Kiss of the Damned (2012)

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Kritik: „Piranha II – Die Rache der Killerfische“ (1979)

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PIRANHA 2 – DIE RACHE DER KILLERFISCHE

(KILLER FISH)

Story

 
 
 
Im undurchdringlichen Regenwald des Amazonas baut ein Firmenkomplex Diamanten ab. Angeführt von einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma plant eine amerikanische Profi-Diebesbande das große Ding. Mit geplanten Sprengungen in den Stollen will man den Konzern um das Schürfgut erleichtern. Was die Gangster nicht ahnen konnten: Die Population blutsaufender Monsterpiranhas ist in den Tümpeln um die Ausgrabung besonders unbotmäßig. Man könnte von absichtlichem Ansiedeln reden. Auch untereinander ist nicht alles im grünen Bereich. Ein schlechter Gangster, dem man blind trauen kann. Das große ins Gras (oder eher ins brasilianische Brackwasser) beißen beginnt. Grüne Hölle a-go-go.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Kritik

 
 
 
Was für eine Besetzung! Die klassische Weltstar-Lüge des europäischen Genrefilms mal wieder. James Franciscus ist dabei. Einst auf der Warteliste zum A-Star, dann doch nur noch Bahnhofskino. Die bald zwei Jahrzehnte nach ihrem Selbstmord noch immer bemitleidenswerte Margaux Hemingway und Karen Black, deren Nimbus als eine der Größten des Seventies-Genrefilms nicht zuletzt von solchen Filmen wie dem hier zehrt. Und Colt Fucking Seavers in der Hauptrolle. Gewohnt braungebrannt, fleischig und schauspielerisch nuanciert wie ein Roggenbrot. Ähnlich wie der verstorbene Larry Hagman für seine Rolle des DALLAS-Drecksacks J.R. Ewing genießt Lee Majors in der Bundesrepublik den Status eines Fernseh-Säulenheiligen. Der entstammt Zeiten, da ein Großteil unserer Mitbürger mit maximal drei Programmen auskommen musste. Viele können auch heute, dreißig Jahre und viele kosmetische Operationen später gar nicht fassen, dass der COLT FÜR ALLE FÄLLE noch mehr gedreht hat, nein überhaupt drehen musste. Die Einverleibung als germanisches Trivial-Kulturgut ist am End´ dann doch nur eine Obskurität am Rande der Gesamtkarriere und so ist Majors in seiner amerikanischen Heimat einer anderen Wahrnehmung ausgesetzt. Der des gnadenlosen Ex-Serienstars nämlich, der kein Profitchen verschmäht und für bezahlte Kino- und Fernsehfilmauftritte jede noch so bittere Drehbuchgurke zu seinem Kampfgebiet erklärt. So konnten ihn seine Bewunderer in räudigen Flugzeugabsturz-Reißern anschmachten, wie sie in den Siebzigern bis frühen Achtzigern in Hollywood Trend waren und eben auch im vorliegenden PIRANHAS II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE. Von dem war der klobige Starschauspieler so überzeugt, dass er gar Produktionskohle in diese unter verschiedenen Geldgeberländern aufgeteilte Quasi-Tierhorror-Sauerei fließen ließ. Um das gleich mal zu beantworten: Mit Joe Dantes zu Recht zum Genreklassiker avancierten PIRANHAS (1978) hat der Film nix zu tun. Diese Augenwischerei wollte mal wieder nur der deutsche Verleih – unter Verwendung eines der ältesten Exploitation-Tricks – seinem Publikum angedeihen lassen. Tatsächlich wurde Dantes Fischfilm erst kurz darauf, 1981, mit PIRANHA II – FLIEGENDE KILLER zur Fortsetzung gebracht. Regie bei diesem recht unterhaltsamen Rohrkrepierer führte das hier namentlich nicht erwähnte, vielleicht größte Arschloch der Hollywood-Gegenwart.
 
 
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Deutlich angenehmer ist das Personal hier. Auf dem Regiestuhl für die bösen Schuppenbiester saß echter Euro-Trash-Adel: Antonio Margheriti (1930-2002), vielen Mainstream-Fans bei Tarantinos INGLORIOUS BASTERDS erstmals vorgestellt und Freunden ruppiger VHS-Unterhaltung vergangener Großtage als Anthony M. Dawson wohl bekannt und wohlig geschätzt. Der Mann hat in so ziemlich jedem Genre der italienischen Ausbeutungs-Industrie nicht nur gearbeitet, nein sogar kleine Ferkel-Klassiker geschaffen. Ob Vietnam-Baller-Kopien wie JÄGER DER APOKALYPSE (1980) oder CONAN-Rip-Offs wie der herrliche EINER GEGEN DAS IMPERIUM (1983), ob klapprige Science-Fiction wie ORION 3000 – RAUMFAHRT DES GRAUENS (1965) oder zahlreiche Italo-Western unterschiedlicher Güteklassen, reaktionäre Söldnerfilme, sogar landestypischer Gore gehört mit ASPHALTKANNIBALEN (1980) in die herzerwärmende Vita dieses wunderbaren italienischen Entertainment-Fürsten. Auch PIRANHA II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE weiß prächtig zu unterhalten. Dabei ist der Film nur sekundär ein „echter“ Tierhorror-Klopper. Maßgeblich haben wir es hier mit einem Abenteuerfilm zu tun. Eher sogar noch mit einem „Heist“-Movie, das sich nach dem genre-gewohnt orchestrierten Diamantenraub des Anfangs in eine Euro-typische Intrigen-Story verheddert, die es in ihre Hanebüchnerei manches Mal mit dem plakativ-verwurschtelsten Subgenre unseres Kontinents, dem Giallo höchstselbst, aufnehmen könnte. Störend wirkt das nicht. Ganz im Gegentum. Wer diese Machart von Film kennt und vermutlich auch schätzt, gibt nach einer Viertelstunde mit verschwitzten Khaki-Hemden, Einblicken in Karen Blacks schielende Erotik und den alles massakrierenden Meeresbewohnern ohnehin nix mehr auf Nickligkeiten wie Logik. Wer natürlich nur Filme schaut, in denen wahlweise ein Haus CGI-bespukt wird oder eine taffe Büchse von Perversen im Keller in Schleifen geschnitten wird, der wird nüscht mit der Scheibe hier anfangen können. Hoffentlich ist das bekannt. Hoffentlich. Wenn nicht: Hallo, zufällig Leser. PIRANHAS II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE ist großer Spaß, jedoch weder Home-Invasion, noch Rape & Revenge, da niemand zu Hause ist im Dschungel und Fische nur selten menschliche Weibchen sexuell belästigen.
 
 
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PIRANHA 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wilder Videoabend-Hybrid aus europäisch wirkendem Gangster-Thriller, exotischem Abenteuerfilm und Tierhorror. Mit einer ganzen Galerie einstmals größerer Schauspieler besetzt und von einem Meister inszeniert, dessen IMDB-Seite auch den härtesten Hund in die Knie zwingen kann. Das Ganze macht leicht antiquierten Spaß.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Zensur

 
 
 
Im Kino, auf VHS und im TV noch zensiert, wurde der Film im DVD-Zeitalter endlich ungeschnitten veröffentlicht. PIRANHA II ist nun ungeschnitten frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Edel Germany (Capitol Film)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Killer Fish; Brasilien | Großbritannien | Italien | USA 1979

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DD 1.0, Englisch DD 1.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1 (4:3)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: Erstauflage: 08.03.2013 (Savoy Film, Intergroove) | Zweitauflage: 23.10.2015 (Edel Germany, Capitol Film)

 

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PIRANHA 2 – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Edel Germany (Capitol Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranhaconda (2012)
 
Piranha 3D (2010)
 
Piranha 3D 2 (2012)
 
Piranha II – Fliegende Killer (1981)
 
Piranha Sharks (2014)
 
Piranhas (1978)
 


Filmreview: „Der Tag nach Halloween“ (1979)

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DER TAG NACH HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die hübsche und schüchterne Hairstylistin Angela wird von ihrer Freundin überredet ihren Beruf aufzugeben und es als Fotomodel zu versuchen. Doch Angela ist nicht wohl bei der Sache, da sie seit einiger Zeit von ihrem Ex-Freund verfolgt wird, der ihr überall hin zu folgen scheint. Jedoch muss sie erkennen, dass auch das Leben als erfolgreiches Model einige sehr unangenehme Schattenseiten birgt …
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
DER TAG NACH HALLOWEEN ist ein 1979 veröffentlichter Horror-Thriller aus Australien von Simon Wincer. Wincer, der später in den 90er Jahren wesentlich familienfreundlichere Filme ablieferte wie FREE WILLY (1993) oder DAS PHANTOM (1996) mit Billy Zane, war in den 70ern hauptsächlich als Fernsehregisseur tätig. DER TAG NACH HALLOWEEN stellte sein Spielfilmdebüt dar. Produzent des Films war Anthony I. Ginnane, welcher unter anderem Richard Franklins PATRICK (1978) und DARK AGE von Arch Nicholson (1987) produzierte. Das Budget lag bei 100.000 Dollar.
 
Was einem zunächst auffallen mag ist der Titel. Natürlich hat der Film weder etwas mit dem schaurigen Festtag zu tun, noch findet die Handlung am 1. November statt. In diesem Fall ist es der Titelschmiede des hiesigen Rechteinhabers zu verdanken, dass der im Original betitelte SNAPSHOT nun einen solch irreführenden Namen trägt. Orientiert hat man sich dabei an dem Titel, den der Streifen damals in den USA bekommen hat: THE DAY AFTER HALLOWEEN. Schaut man sich das Jahr der Veröffentlichung an, so dürfte einem ein Licht aufgehen. SNAPSHOT wurde nur ein Jahr nach John Carpenters Kinohit HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978) veröffentlicht…
 
Wenn man auf kleinere Thriller der 70er Jahre steht, dann ist man mit SNAPSHOT bestens bedient. Zum einen lebt und atmet der Streifen das Jahrzehnt in dem er entstanden ist, und zum anderen punktet er mit überraschend guten Schauspielern und sympathischen Charakteren. Ganz besonders Sigrid Thornton, welche man womöglich aus George Millers SNOWY RIVER (1982) kennt, spielt ihre Rolle sehr natürlich und gewinnt einige Sympathien beim Zuschauer. Man fiebert mit ihr mit und möchte nicht, dass ihr in unangenehmen Situationen die sie im Film durchlebt, etwas zustößt. Eine wirklich gute Leistung wenn man bedenkt, dass Thornton erst zwei Tage vor Drehstart gecastet wurde.
 
Das Ende von SNAPSHOT lädt im Übrigen zum Schmunzeln ein. Nicht etwa, weil es sonderlich schlecht ist, sondern weil gefühlte drei Twists hintereinander derart überspitzt sind, dass man nicht anders kann als mit einem Grinsen vor seinem Fernseher zu sitzen.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SNAPSHOT, oder, DER TAG NACH HALLOWEEN ist kein Meisterwerk, aber ein durchaus unterhaltsamer Film der nie wirklich langweilig wird. Wenn man auf kleine produzierte Filme aus den 70ern steht und Thriller mag, dann sollte man dem Streifen auf jeden Fall eine Chance geben.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
In seiner ungekürzten Fassung läuft SNAPSHOT ziemlich genau 101 Minuten. Für sein Release in den USA wurde der Film jedoch auf 92 Minuten heruntergekürzt. Auch auf der Rückseite der alten deutschen VHS-Kassette von Screentime ist lediglich eine Laufzeit von 90 Minuten vermerkt. Diese Fassung befindet sich auch auf der DVD-Veröffentlichung von Maritim Pictures. Die komplett ungekürzte Fassung ist in englischer Sprache als Bonusmaterial enthalten. Der Film trägt damals wie heute eine FSK 18-Freigabe. Bei einer Neuprüfung dürfte jedoch eine Freigabe ab 16 Jahren drin sein.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures / Alive

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Snapshot; USA 1979

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Wendecover, alternative Credits, internationale Fassung (100:24 Min.), Audiokommentar

Release-Termin: 30.05.2014

 
 
 

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DER TAG NACH HALLOWEEN – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Augen der Laura Mars (1978)
 
Rosso – Die Farbe des Todes (1975)