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Beiträge mit Schlagwort “Horrorfilm 2017

Filmkritik: „Talon Falls“ (2017)

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TALON FALLS

Story

 
 
 

Von dummen Teenagern und foltergeilen Bösewichten. In einer Geisterbahn in einem Vergnügungspark werden Menschen gefoltert, um Besucher zu schockieren. Das finden vier Jugendliche seltsam und wollen herausfinden, was wirklich dahintersteckt. Wie dämlich …

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Kritik

 
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Der folgende Schocker macht es vielen Horrorfilmen gleich, die während der 2000ern entstanden sind. Dort herrschte im Heimkino ein raues Lüftchen, was vor allem durch brutale Gewaltkicks wie SAW, HOSTEL oder der französischen Terrorwelle begünstigt wurde. Weil auch unbekannte Filmemacher bekannt werden wollten, entstanden so viele grausame Ableger mit kleinem Budget, die es erst gar nicht ins Kino schafften und gleich auf dem Videomarkt veröffentlicht wurden. Zu einem derer gehört auch TALON FALLS – einer weiterer ach so krasser Horrortrip, der auf die niederen Instinkte des Filmfans abzielt. Leider kommt TALON FALLS mit Verspätung. Mittlerweile sind Folterfilme nämlich nicht mehr sehr lukrativ, weil sich die meisten Zuschauer daran sattgesehen haben. Das kümmert aber Regisseur JUSHUA SHREVE nicht. Der ist zwar noch relativ frisch im Filmbusiness, lässt aber reißerische Torture Porn-Zeiten wieder aufleben.
 
 
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Der günstig gedrehte Nachzügler handelt von vier jungen Amerikanern, die mal wieder nicht sonderlich helle sind. Die tun Dinge, die kein normalsterbliche Menschen machen würde und entscheiden während eines Camping Trips einen Umweg zu fahren. Man erfährt von einer interessanten Attraktion, die man gesehen haben muss. Dabei handelt es sich um eines dieser legendären Spukhäuser in Amerika, die während der Halloween-Zeit im ganzen Land zum Erschrecken einladen und von Privatpersonen betrieben werden. Eine solche Geisterbahn befindet sich in einem ominösen Vergnügungspark und den wollen sich auch unsere vier Freunde nicht entgehen lassen. Doch weil man zu neugierig ist, wird man dafür bestraft. Die dort gezeigten Grausamkeiten kommen den Darstellern dieses Films nämlich spanisch vor. Deshalb schnüffelt man durch die Keller der Attraktion und findet heraus, dass es sich bei den Opferszenen nicht um Statisten handelt, sondern dass dort echte Menschen gequält werden. Leider wird die Erkenntnis zum Verhängnis. Die Macher der Geisterbahn überwältigen die neugierigen Schnüffelnasen und sperren sie in Käfige. Was kommt, kann man sich ausmalen. Unsere vier Helden werden selbst zu Statisten, die bald selbst ums Überleben winseln werden. Leider denken die Besucher der Attraktion, dass das alles nur Spaß ist. Wie makaber.
 
 
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Man kann Regisseur JUSHUA SHREVE keine Talentlosigkeit vorwerfen. TALON FALLS schaut trotz Low-Budget-Herkunft nach etwas aus und sticht daher aus der Masse an ähnlich gestrickten Billigfilmen hervor. Der Mix aus HAUS DER 1000 Leichen und HOSTEL überzeugt durch atmosphärisches Folterset, stimmungsvollen Kamerafahrten und dreckigem Videolook. Zudem verfehlen die deftigen Folterszenen – vermutlich auch wegen der einfachen Machart – ihre schmerzhafte Wirkung zu keiner Minute. Was aber gar nicht gefallen will, ist das Schauspiel. Offenbar musste man wegen kleinem Budget Abstriche machen. Viel zu sagen haben die Darsteller nicht. Trotzdem ist offensichtlich, dass keiner derer je eine Schauspielschule von innen gesehen hat. Das stößt bitter auf und verleiht TALON FALLS Amateurfilmstatus, der immerhin ab Filmmitte an der Gewalt- und Temposchraube dreht. Horrorfans mit einer Vorliebe für Ekelhandwerk dürfte das freuen. Die werden durch eine kurzweilige Folterachterbahn gejagt in der reichlich geschrien und gestorben wird. Wer Substanz erwartet, ist hier jedoch falsch. Aufgrund des schmuddeligen Trailers war das aber abzusehen. Demzufolge richtet sich TALON FALLS eher an die, die Roths Folter-Hit HOSTEL als große Filmkunst betiteln. Nur jene werden mit diesem unsinnigen Gewaltrauch ihre Freude haben und sich nicht an genannten Mankos stören. Übrigens wurde der Film in einem bekannten amerikanischen Vergnügungspark gedreht. Der schimpft sich Talon Falls Screampark und befindet sich in Melber, Kentucky. Damit geht man gleichen Schritt wie andere Filme. Darunter so Gurken wie THE BATES HAUNTING oder HOUSES OF TERROR. Bei genauerer Betrachtung waren das eigentlich Werbefilme in Spielfilmlänge für unheimliche Freizeitparks, wo man Geld zahlen kann, um sich erschrecken lassen zu können.
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Dreckig-blutiger Mix aus HOSTEL, TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HAUS DER 1000 LEICHEN. Da muss wohl jemand eine Menge Terror- und Folterfilme geguckt haben. Parallelen zu vielen bekannten Filmen dieser Subgenres sind nicht von der Hand zu weisen, denn hier wird ausführlich zitiert und kopiert. Die simple Geschichte von TALON FALLS kann man in zwei Sätzen zusammenfassen, ist hier aber nicht sonderlich wichtig. Untalentierte wurden von der Straße aufgelesen und sollen nun in einem Horrorfilm ums Überleben winseln. Das Schauspiel ist haarsträubend und als eher zweckmäßig zu betiteln. Unterm Strich keine schlimme Angelegenheit, denn der Fokus liegt in TALON FALLS eher auf das Sterben. Wer das ausklammern kann, dürfte gut unterhalten werden. Zuschauer, die aber von hastig heruntergerasselten Billigproduktionen so langsam die Nase voll haben, sollten am besten schnell die nächste Kritik lesen. TALON FALLS ist nämlich eines dieser Machwerke, die man in erster Linien für den Videomarkt dreht, um rasch etwas Geld verdienen zu können. Nachhaltig ist Gebotenes nicht und dürfte wenige Tage nach Veröffentlichung schon wieder in den Wühltischen landen, weil sich niemand mehr dafür interessiert. TALON FALLS ist kein Horrorfilm für die Ewigkeit, sondern austauschbarer Horror-Trash, der aber wegen plakativer Gewalt dennoch sein Publikum finden wird.
 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Zensur

 
 
 
TALON FALLS hat einige schmerzhafte Szenen zu bieten. Der heftigste Part reduziert sich auf eine sehr lang zelebrierte Folterszene in der Ohren abgeschnitten und Zehennägel abgeschlagen werden werden. Sollte TALON FALLS veröffentlicht werden, kann man von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen – vermutlich ungeschnitten mit rotem FSK-Flatschen.

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von der Webseite zum Film.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Darkroom – Das Folterzimmer (2013)
 
Hostel (2005)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Deadly Weekend (2013)
 
Another Deadly Weekend (2015)
 

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Filmkritik: „The Crucifixion“ (2017)

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THE CRUCIFIXION

Story

 
 
 

Eine Reporterin will den mysteriösen Tod einer Nonne untersuchen und reist dafür nach Rumänien, wo sie mit dämonischen Vorfällen konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürfte jeder Horrorfilmfan mit ausgeprägtem Interesse fürs Genre früher oder später mit den Werken des XAVIER GENS in Berührung kommen. Der Franzose hat nämlich schon einige Streifen gedreht, die fürs Genre nicht unwichtig sind. So hat Gens mit dem ultrabrutalen FRONTIER(S) einen wichtigen Beitrag zur französischen Terrorwelle beigesteuert, die während der 2000er Jahre um die ganze Welt ging und sorgte mit einem Kurzfilm in THE ABCS OF HORROR dafür, dass dem Anthologie-Horror wieder frisches Leben eingehaucht werden konnte. Frisches Leben oder gar Neuerungen sucht man dagegen in THE CRUCIFIXION vergebens. In diesem weiteren Horrorfilm aus der Mache des französischen Filmemachers wurmt es gewaltig. Hier schlägt Gens nach knallharten Ausflügen ins Horror- und Actionfach ruhigere Töne an und lässt Horrorfans an ihrem Verstand zweifeln. Zu Recht, denn der Ausflug ins Exorzisten-Genre ist eine regelrechte Schlaftablette und sorgt mit schläfriger Inszenierung für Müdigkeitserscheinungen. Was den Gens da wohl geritten hat?
 
 
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In Rumänien geht ein mysteriöser Mordfall durch die Medien. Dort soll sich in einem kleinen Dorf schreckliches ereignet haben. Offenbar haben mehrere Geistliche den Tod einer Nonne im Zuge einer Teufelsaustreibung verursacht. Für die aufstrebende Journalistin Nicole Rawlins (SOPHIE COOKSON) ein gefundenes Fressen. Die wittert eine interessante Story und reist zum Ort des Geschehens, wo sie Ermittlungen anstellt. Leider will ihr anfangs niemand Rede und Antwort stehen. Doch die Reporterin bleibt hartnäckig und beginnt zu forschen, um die wahren Gründe für das Ableben der unschuldigen Frau in Erfahrung bringen zu können. Was sie dabei entdeckt, dürfte aber keinen Horrorfan hinter dem Ofen hervorlocken. Die Nonne war von einem bösartigen Dämon besessen, der immer noch im Dorf sein Unwesen treibt. Weil Nicole zu neugierig und unachtsam schnüffelt, macht sie bald selbst mit dem Bösen Bekanntschaft. Manchmal ist es eben besser seine Nase nicht in die Angelegenheiten fremder Menschen zu stecken.
 
 
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Man muss schon richtig ausgeschlafen sein, um THE CRUCIFIXION wach überstehen zu können. Der Film ist um Spannung bemüht, kränkelt aber unter permanenter Ideenarmut und einer ereignisarmen Handlung, die zu keiner Minuten packen will. THE CRUCIFIXION hat nichts Neues zu bieten und schielt lieber zu den ganz großen Klassikern des Exorzisten-Genre. So bekommt man mal wieder vom Teufel besessene Protagonisten vor die Linse, die in der Luft schweben und sich vor Schmerzen winden, sobald ihnen Priester fromme Bibelverse vorlesen. Ausgelutschte Exorzismus-Klischees gibt es hier zuhauf. Die geben dem tempofreien Mysterythriller den Rest, der immerhin um die Aufmerksamkeit der Zuschauer bemüht ist. Sobald die ohnehin schon schleppende Handlung auf der Stelle verharrt, schallen laute Schreckmomente aus dem Fernsehapparat, die offenbar nur deshalb eingespielt werden, um den unaufmerksamen Zuschauer aus dem Schlaf zu reißen. Ob ein so unsanftes Wecken gut ankommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, mit THE CRUCIFIXION bekleckert sich XAVIER GENS definitiv nicht mit Ruhm, auch wenn seine gemächlich erzählte Detektivgeschichte mit stimmigen Bildern überrascht, die unbedingt Lust auf einen Rumänien-Urlaub machen.
 
 
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THE CRUCIFIXION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Generischer Exorzisten-Schnarcher von einem Filmemacher, der es eigentlich besser kann. Der französische Regisseur XAVIER GENS dreht mit THE CRUCIFIXION einen Gang runter und macht einen Abstecher ins Exorzistenfach. Wer aber nach mehr oder weniger brutalen Beiträgen auf einen Film im gleichen Schlag hofft, wird schnell enttäuscht werden. THE CRUCIFIXION ist langweilig, nicht gerade originell und dazu auch noch frei von Logik. So sprechen im Film rumänische Priester und einfache Landleute im Hinterland fließend Englisch. Als wäre das nicht schon seltsam genug, will eine ausländische Reporterin auf Biegen und Brechen einen mysteriösen Mordfall lösen. Aufgeklärte Horrorfilmfans dürften nach dem Warum forschen, zumal schnell offensichtlich wird, dass sich die unvorsichtige Detektivin mit ihrer selbstlosen Tat sprichwörtlich selbst in Teufels Küche bringt. Angeblich wurde THE CRUCIFIXION von einem wahren Fall aus dem Jahre 2004 inspiriert. Da mittlerweile jeder zweite Horrorfilm mit Echtheitszertifikat wirbt, will diese einfältige Marketingmasche leider nicht mehr so gut zünden. Der Zuschauer ist nicht auf den Kopf gefallen, dürfte aber schnell Kopfschmerzen von dem bekommen, was XAVIER GENS mit THE CRUCIFIXION zumutet. So werden Szenen bis zum Erbrechen wiederholt, damit der Streifen erst gar nicht in Gang kommt, aber seiner Laufzeit von 90 Minuten erreicht. Manch anderer Filmemacher hätte aus gleichem Stoff wohl einen Kurzfilm gemacht. THE CRUCIFIXION ist eine Gurke vor dem Herrn. Würde dieser Film nicht von einer der großen Hoffnungen modernen Horrorkinos kommen, wäre es wohl nicht so traurig.
 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Zensur

 
 
 
THE CRUCIFIXION hat außer den typischen Exorzismusmomenten, in denen Menschen mittels Bibelsprüchen der Teufel ausgetrieben wird, keine Gewaltszenen zu bieten. Demzufolge dürfte der Okkult-Horror ohne Probleme eine FSK16 erhalten.

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
 
Der Exorzist III (1989)
 
The Atticus Institute (2015)
 
The Rite – Das Ritual (2011)
 


Filmkritik: „Happy Hunting“ (2017)

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HAPPY HUNTING

Story

 
 
 

Alkoholiker (MARTIN DINGLE WALL) verirrt sich bei seiner Reise nach Mexiko in das Jagdgebiet gewissenloser Landeier, die gern mal auf Menschenhatz gehen.

 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Kritik

 
 
 
Eigentlich wollte der alkoholabhängige Warren nur nach Mexiko reisen, um dort einem ominösen Telefonanruf nachzugehen. Eine Mexikanerin hat kurz vor ihrem Tod erklärt, dass der Herumtreiber der Vater ihres Kindes sei. Deshalb will Waren die lange Reise aufnehmen, um seinen Sohn kennenzulernen. Leider entpuppt sich die Fahrt dorthin als Horrortrip. Der Alkoholiker verirrt sich in das kleine Städtchen Bedford Flats irgendwo in der Wüste an der mexikanischen Grenze, wo nach anderen Regeln gelebt wird. Hier wird alljährlich ein Fest der Superlative gefeiert bei dem unschuldige Menschen gejagt werden. Leider stolpert Warren genau während der Festvorbereitungen in den Ort und wird so zum unfreiwilligen Opfer einer Menschenjagd, die mit nichts und niemand Gnade kennt.
 
 
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HAPPY HANUTING ist kein einfach zu verdauender Horrorthriller, denn die kaltschnäuzigen Bilder sind nicht für jedermann bestimmt. Inmitten flirrender Wüstenhitze wird hier eine kompromisslose Menschenjagd veranstaltet. In ihrer derben Zurschaustellung erinnert die nicht selten an das harte Exploitationkino der 1970er, wo so Survival-Horror wie BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder der reißerische Mutanten-Schocker THE HILLS HAVE EYES für Furore gesorgt haben. Doch das Duell zwischen Mensch und Mensch ist nicht nur brutal und zeigefreudig. Im Unterschied zu vielen ähnlich gelagerten Streifen in denen Menschen gejagt, gefoltert und ermordet werden, mangelt es HAPPY HAUNTING nicht an gesellschaftspolitischer Kritik. So prangern die beiden Regisseure JOE DIETSCHS und LOUIE GIBSON nicht nur die lapidaren Waffengesetze in den Vereinigten Staaten an, wo das Recht Waffen zu besitzen, verfassungsrechtlich geschützt ist. Auch die politisch vergessenen Teile Amerikas werden kritisch beäugt, wo offenbar an eigenen Traditionen und Bräuchen festgehalten wird, weil man sich von der Politik im Stich gelassen fühlt.
 
 
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Unterm Strich also kein belangloses Gewaltspektakel, sondern Horror mit Hirn, der durchaus kurzweilig über die Leinwand flimmert und – der Titel lässt es erahnen – gern auch mal von schwarzhumorigen Untertönen Gebrauch macht. Übrigens ist LOUIE GIBSON kein Niemand. Hier handelt es sich um einen der Söhne von Schauspieler MEL GIBSION. Letzterer probiert sich seit einigen Jahren auch gern mal als Regisseur aus. Offenbar hat dessen Sohnemann auch Gefallen am Drehen von Filmen gefunden. Mit HAPPY HUNTING feiert der Nachwuchs nämlich sein Spielfilm-Regiedebüt. Angesichts der schnörkelfreien Inszenierung darf man gespannt auf das sein, was da noch kommen wird. Talent hat der Gibson-Spross definitiv.
 
 
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HAPPY HUNTING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslose Mischung aus Actionfilm, Survival-Thriller und Neo-Western, der an das harte Exploitationkino der 1970er erinnert. Der Film überzeugt mit versiertem Umgang der Kamera, atemberaubenden Bildern sowie spannender Erzählweise und beweist einmal mehr, dass visuell überzeugende Filme nicht immer nur aus Hollywood kommen müssen. Als i-Tüpfelchen gibt es neben viel Gewalt und zynischer Note auch noch jede Menge Bezüge und Seitenhiebe auf die aktuelle Politik des DONALD TRUMP. Dessen Vision einer Mauer an der Grenze zu Mexiko wird in HAPPY HUNTING Wirklichkeit. Ganz zum Leidwesen von Filmheld Warren. Der muss vor einer Meute schießwütiger Amerikaner nach Mexiko flüchten, kommt aber nicht auf die andere Seite, weil eine Mauer an der Grenze gebaut wurde. Was für ein makabres Unterfangen. HAPPY HUNTING ist intelligent, brutal und sehenswert. Demzufolge ein Fest für anspruchsvolle Horrorfans.
 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Zensur

 
 
 
HAPPY HUNTING ist ziemlich hart und die Gewaltszenen sehr zeigefreudig. Vor allem unerwartete Einschüsse in menschliche Körper lassen zusammenzucken und sind nichts für empfindsame Gemüter. Sollte HAPPY HUNTING in Deutschland erscheinen, könnte es Probleme mit der FSK geben. Dennoch gehen wir von einer ungeschnittenen Erwachsenenfreigabe mit rotem Freigabesticker aus.

 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Selective Collective | Waterstone Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Reach – In der Schusslinie (2014)
 
Desierto – Tödliche Hetzjagd (2015)
 
King of the Hill (2007)
 


Filmkritik: „Amityville: The Awakening“ (2017)

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AMITYVILLE: THE AWAKENING

(AMITYVILLE: THE LOST TAPES)

Story

 
 
 

Vierzig Jahre nach dem grausamen Massaker an einer Familie im berüchtigten Amityville-Spukhaus zieht dort eine neue Familie ein und bekommt es bald mit dunklen Mächten zu tun.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Kritik

 
 
 
Es gibt wohl keinen anderen Horrorfilm, der mittlerweile so viele Fortsetzungen spendiert bekommen hat, dass wohl die meisten Gruselfans so langsam den Überblick verloren haben dürften. Mit 19 Verfilmungen gehört die Geschichte um das Spukhaus im amerikanischen Amityville zu einem der meistverfilmtesten Horrorfilmthemen aller Zeiten und das, obwohl sich die Filmserie bisher nicht sonderlich weiterentwickelt hat. Auch Verfilmung Nummer 19 macht da keine Ausnahme. Die schimpft sich AMITYVILLE: THE AWAKENING und schaut nach vielen Billigproduktionen der Horrorhaus-Reihe immerhin mal wieder nach etwas aus. Der Grund: Hollywoodproduzent JASON BLUM und die BRÜDER WEINSTEIN haben Geld lockergemacht. Leider schien man mit dem fertigen Ergebnis nicht sonderlich zufrieden gewesen zu sein. AMITYVILLE: THE AWAKENING hat nämlich eine beinahe schon lächerliche Veröffentlichungsodyssee hinter sich und wurde mehrfach verschoben, so dass kaum noch jemand an eine Veröffentlichung glaubte hat.
 
 
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So wurde der Spuk-Horror bereits 2014 fertiggestellt und sollte im darauf folgenden Jahr in die Kinos kommen. Daraus wurde aber nichts. Offenbar hatte man wenig bis überhaupt kein Vertrauen in die Qualitäten der genannten Fortsetzung. Deshalb ordnete man Nachdrehs an, überarbeitete den kompletten Film und schnitt ihn auf eine jugendkonforme PG13-Fassung herunter, um so möglichst viel Umsatz generieren zu können. Nach etlichen Verschiebungen kam er dann drei Jahre nach Fertigstellung endlich in die amerikanischen Kinos – wenn auch nur in limitierter Form. Das Resultat ist angesichts des großen Trubels um den Film nicht der Rede wert. AMITYVILLE: THE AWAKENING ist ein beliebiger Spukhausfilm von der Stange, der kaum Originalität besitzt. Da fragt man sich doch glatt, was die Produzenten an der ersten Filmversion zu bemängeln hatten. Angesichts der Umstände wäre interessant zu erfahren, wie die ursprüngliche Fassung zusammengeschnippelt wurde. Vielleicht wird diese irgendwann kommen. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, wenn Regisseure Jahre nach der Kinofassung den obligatorischen Director’s Cut nachschieben. In den meisten Fallen war der besser, als die von Studio oder Produzenten geforderte Filmversion. Man darf doch wohl noch träumen dürfen.
 
 
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AMITYVILLE: THE AWAKENING oder AMITYVILLE: THE LOST TAPES – so wie der Film eigentlich heißen sollte – war wegen der Erfolge von PARANORMAL ACTIVITY anfangs als Found-Footage-Grusler angedacht. Weil ab 2011 langsam keiner mehr Wackelcam-Filme sehen wollte, wurde das Drehbuch kurzerhand umgeschrieben und die Found-Footage-Zutat gestrichen. Nun erzählt der 19. Ableger der Gruselhaus-Serie von einer vom Schicksal gebeutelten Familie, die einen Neustart wagt. Sie zieht in die berüchtigte Horrorbude ein, in der vor vierzig Jahren ein 23-jähriger die gesamte Familie ermordete, weil es ihm dämonische Stimmen befohlen haben. Der Grund: nach einem Sturz aus dem Fenster liegt der Teenager James im Koma. Damit Mutter Joan mehr Geld übrig hat für die Pflege des Jungen hat man sich für den Umzug in das Gruselgemäuer entschieden, weil es günstig zu haben war. Natürlich passieren bald seltsame Dinge. Der Patient wacht aus seinem Koma auf und erfreut sich bald bester Gesundheit. Horrorfilmkenner wissen, dass dieser Zustand nicht von Ungefähr kommt. Das Haus und seine dämonischen Bewohner stecken dahinter und wollen für Unheil sorgen. Gott sei Dank ist die heranwachsende Belle nicht auf den Kopf gefallen. Die riecht den Braten und versucht schlimmstes zu verhindern. Klingt konventionell und ist es natürlich auch.
 
 
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Visuell macht es AMITYVILLE: THE AWAKENING der Neuverfilmung von THE AMITYVILLE HORROR aus dem Jahre 2005 gleich. Die Filme sind von der Optik her aus einem Guss und überzeugen durch finstere Bilder und jede Menge plakative Schreckmomente. Interessant ist aber, dass der hier vorgestellte Film alle bisherigen Verfilmungen über das Amityville-Horrorhaus leugnet. Regisseur FRANCH KHALFOUN knüpft mit AMITYVILLE: THE AWAKENING vierzig Jahre nach den wahren Begebenheiten im amerikanischen Amityville an und ließ sich den Spaß nicht nehmen, den Originalfilm von 1979 zu erwähnen. Den schauen sich die Protagonisten im Film an und ziehen danach Parallelen zu Vorfällen, die ihnen nun so ähnlich im Haus widerfahren. So wird der komatöse James aus unerklärlichen Gründen wieder gesund, um anschließend von Dämonen getrieben die eigene Familie auszulöschen. Dessen Mordversuch ist auch schon die eigentliche Quintessenz genannten Horrorstreifens. Während die erste Filmhälfte mit viel Leerlauf und konventionellem Einheitsbrei zu kämpfen hat, wird in den letzten dreißig Minuten an der Spannungsschraube gedreht. Offenbar dürfte es sich hier noch um fast unangetastete Fragmente der ersten Filmversion handeln, denn das schaurige Finale tritt weit weniger holprig in Erscheinung, als der traurige Rest von AMITYVILLE: THE AWAKENING. Leider sieht man dem Streifen nachträgliche Gewaltkürzungen an, um ein PG-13 erreichen zu können. Gerade im Schlusskampf wird krampfhaft weggeblendet, wenn der besessene James mit dem Schrotgewehr durchs Haus saust, um die Liebsten zu töten. Das stößt bei jenen bitter auf, die schon seit über drei Jahren vergebens auf die Veröffentlichung des Gruselfilms gewartet haben. Zwar ist AMITYVILLE: THE AWAKENING immer noch besser, als all die minderwertigen Low-Budget-Ableger der letzten Jahre. Angesichts der Tatsache, was machbar gewesen wäre, ist der 19. Film der Reihe dann doch eine Enttäuschung. Der wenig geübte Mainstram-Zuschauer kommt auf seine Kosten. Wer schon ein paar Horrorfilme über Spukhäuser gesehen hat, winkt dankend ab. Zu Recht!
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell ansprechender Gruselfilm mit spannendem Finale und einigen gut sitzenden Schockmomenten. Dennoch: Was 2011 als unheimliche Erforschung des Amityville-Mythos angedacht war, ist weit konventioneller als erwartet. AMITYVILLE: THE AWAKENING ist ziemlich holprig, was wohl auf die desaströse Entstehungsgeschichte des Films zurückzuführen sein dürfte. Ansonsten ist der mittlerweile schon 19. Film der Amityville-Reihe kaum der Rede wert. Er spult im Grunde genommen das ab, was man schon so ähnlich im Originalfilm und dem Remake von 2005 gesehen hat. Höhepunkt ist dabei das düstere Finale in dem endlich auch einmal Horror zelebriert wird. Davor gibt es nur zähen Budenzauber und viele unnötige Szenen zu sehen, die dem Horrorfan schon im Trailer gezeigt wurden. Regisseur FRANCH KHALFOUN dürfte genauso enttäuscht über das Resultat gewesen sein, wie der Zuschauer. Der Filmemacher hat nämlich ein talentiertes Händchen fürs Angstmachen und schon deftiges Zeug fürs Kino gemacht. Darunter das gelungene Remake zum Kulthorror MANIAC und den Parkhaus-Thriller P2 – SCHREIE IM PARKHAUS. Weil JASON BLUM und DIMENSION FILM nicht mit dem fertigen Amityville-Film zufrieden waren, musste der Regisseur seine Visionen verwerfen und nach den Wünschen der Auftraggeber neudrehen und umschneiden. Das Resultat entspricht demzufolge nicht mehr dem, was FRANCH KHALFOUN eigentlich verfilmt hat. Der Albtraum eines jeden Filmemachers.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Zensur

 
 
 
In AMITYVILLE: THE AWAKENING werden zwei Protagonisten am Ende erschossen. Leider passiert das im Off – vermutlich auch deshalb, weil man in Amerika bereits geschnitten hat, um eine jugendkonforme Fassung fürs Kino zu erhalten. Blut sucht man – mal abgesehen von einer Kopfwunde – demnach vergebens. Das dürfte auch hierzulande eine FSK16 sicher machen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Dimension Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 


Filmkritik: „Veronica – Spiel mit dem Teufel“ (2017)

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VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL

VERÓNICA

Story

 
 
 
Eine Heranwachsende nimmt Kontakt mit dem Jenseits auf und ruft damit das Interesse böser Mächte auf den Plan.

 
 
 


 
 
 

VERONICA – Kritik

 
 
 
Wenn gekaufte Horrorfilme aus Spanien stammen, kann man mittlerweile davon ausgehen, dass man Qualitätsarbeit in den Händen hält. Seit Jahren ist das Land im Westen Europas in Sachen Angstmacherei das bessere Hollywood, denn hier geht man auf Wünsche schauererprobter Zuschauer ein, die von Gruselfilmen auch erwarten, dass man sich vor Angst in die Hose macht. Auch im Falle von VERONICA geht einmal mehr die Rechnung auf. Der Streifen hat nämlich das, was man in vielen Genre-Streifen neueren Datums mit der Lupe suchen muss. Hier wird Gänsehaut bereitet und das nicht gerade wenig. Ein nicht unwesentlicher Grund, weshalb der spanische Horrorfilm auf einschlägigen Festivals mit Lob überschüttet wurde und von vielen Filmseiten Bestnoten erhielt. Da können sich Gruselfans freuen.
 
 
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VERONICA wurde von einem wahren Fall inspiriert. Der Film handelt von einem verantwortungsbewussten Teenager, der sich um die jüngeren Geschwister kümmern und deshalb zurückstecken muss. Der Vater ist früh verstorben. Deshalb muss die Mutter das Geld allein heranschaffen, um über die Runden zu kommen. Für die heranwachsende Verónica ein großes Problem. Die flüchtet sich in die Welt des Okkulten und will mit zwei Freundinnen während einer Séance Kontakt mit dem verstorbenen Familienoberhaupt aufnehmen. Selbstverständlich geht einiges schief. Zwar meldet sich jemand von der anderen Seite. Aber es ist nicht wie erhofft der Vater des Mädchens. Es ist eine bösartige Kreatur, die offenbar die Gelegenheit nutzt, um in der Welt der Menschen Schrecken zu verbreiten. Sie heftet sich an den ahnungslosen Teenager und beginnt die Schülerin und deren Geschwister zu terrorisieren. Nun ist guter Rat teuer, denn so leicht lässt sich der ungebetene Besucher nicht wieder abwimmeln. Mit Hilfe einer blinden Nonne versucht Verónica dem Spuk ein Ende zu bereiten. Leider kommt bald alles anders.
 
 
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Was sich liest wie ein weiterer Geisterthriller von der Stange ist alles andere als das. Natürlich folgt auch VERONICA den gängigen Konventionen besagten Subgenres, macht aber alles richtig, denn der düster inszenierte Horrorstreifen ist verdammt unheimlich und gruselig. Regisseur PACO PLAZA baut langsam ungemütliche Stimmung auf, die sich konsequent steigert und im Finale für Chaos sorgt. Dort fährt man alle Register moderner Spukware auf und zelebriert lauten Geisterradau, wie man ihn eigentlich eher aus amerikanischen Hochglanz-Gruslern wie CONJURING, ANNABELLE und Konsorten kennt. Trotz effektreichem und lautem Höhepunkt ist VERONICA aber herrlich Old School. Das macht den spanischen Geisterstreifen charmant, wobei aber auch die sympathischen Jungdarsteller einen großen Teil dessen beitragen dürften. Die wachsen schnell ans Herz und ernten Sympathiepunkte. Deshalb bleibt deren Schicksal nicht egal – auch wenn am Ende dann doch nicht alles so rosig ausgeht, wie man es sich wohl gewünscht hätte. Dass VERONICA kein Schnellschuss werden würde, war abzusehen. Der spanische Filmemacher PACO PLAZA kennt sich nämlich im Horrorgenre aus und hat zuletzt einige Teile der erfolgreichen [Rec]-Reihe inszeniert, die sogar bei der Traumfabrik Eindruck hinterlassen haben. Weil Hollywood seit Jahren keine eigenen Ideen besitzt, musste kopiert werden. Das Ergebnis: Eine Neuverfilmung des ersten [Rec] unter dem Titel QUARANTÄNE. Angesichts der Remake-Sucht in Übersee kann man nur hoffen, dass der spanische VERONICA unangetastet bleibt. Wundern würde es aber nicht, wenn im Zuge des erfolgreichen CONJURING-Universums auch dieser spanische Grusel-Horror noch einmal für den amerikanischen Filmmarkt auf Zelluloid gebannt ins Kino kommen würde.
 
 
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VERONICA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Gruseldrama mit effektreichem Finale. Wer es Old School mag, dürfte sich ganz besonders über den spanischen VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL freuen. Fast alle Effekte sind handgemacht und auch sonst wird hier – bis auf das Finale – Gruselhandwerk der alten Schule zelebriert. VERONICA glänzt durch düstere Stimmung, 90er Retro-Charme und sympathischen Jungdarstellern bei denen man das Gefühl nicht loswerden möchte, als würde man sie schon jahrelang kennen. Auch wenn die Geschichte von einem Geist, der eine kleine Familie terrorisiert nicht neu ist, sei VERONICA an dieser Stelle all jenen ans Herz gelegt, die sich gern den Schlaf verderben lassen möchten. Der von PACO PLAZA inszenierte Horrorstreifen ist nämlich – trotz vertrautem Ablauf – wirklich gruselig geraten, so dass sich Hobbygeisterjäger hier mit Sicherheit gut aufgehoben fühlen werden. Angesichts des überrannten Videomarkts, der mittlerweile fast nur noch aus B-Horror besteht, ist VERONICA eine Wohltat. Hier wird noch auf Qualität geachtet – etwas, das den meisten Horrorfilmen neueren Datums fehlt.
 
 
 


 
 
 

VERONICA – Zensur

 
 
 
VERONICA – SPIEL MIT DEM TEUFEL ist kein Gewaltfilm. Der Streifen baut eher subtiles Grauen auf und hat eigentlich keine Gewaltmomente zu bieten. Wer eine Vorliebe für Gänsehautfilme besitzt, ist hier genau richtig. Demzufolge fällt auch die FSK-Freigabe nicht überraschend aus. Der Film ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahre geeignet. Die deutsche Fassung ist dazu noch ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

VERÓNICA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Verónica; Spanien 2017

Genre: Horror, Grusel, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Trailer

Release-Termin: 26.10.2017

 

Veronica – Spiel mit dem Teufel [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

VERONICA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Media Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Entity (1982)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 


Filmkritik: „Leatherface“ (2017)

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LEATHERFACE

Story

 
 
 

LEATHERFACE erweitert die Vorgeschichte des kultigen Horrorfilms TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Darin wird dem Zuschauer erklärt, wie sich der kleine Jed Sawyer in das bestialische Monster Leatherface verwandelt.

 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Kritik

 
 
 
Und wieder wird eine Ikone des modernen Horrorfilms entmystifiziert. Was bereits mit dem unaufhaltsamen Monstrum MICHAEL MEYERS aus HALLOWEEN und der heimtückischen Kreatur aus ALIEN wenig eindrucksvoll fürs Kino aufbereitet wurde, muss nun auch Filmkiller LEATHERFACE aus dem berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE über sich ergehen lassen. Dessen Jugendjahre werden nun ausführlich von den französischen Regisseuren JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO unter die Lupe genommen, die sich seit dem kontroversen Terrorhit INSIDE mit deftigem Gewalthorror gut auskennen. Leider zeigt sich im Falle von LEATHERFACE mal wieder, dass die Qualität von Horrorfilmen durch möglichst lang und häufig zelebrierte Gewalt nicht unbedingt gesteigert wird. LEATHERFACE hat davon zwar reichlich; blickt man aber tiefer bekommt man das kalte Grausen. Da fragt man sich doch glatt, was die beiden Filmemacher für ein Drehbuch gelesen haben. Schenkt man nämlich Interviews Glauben, war das französische Regie-Duo so angetan von der Vorgeschichte, dass sie es kaum erwarten konnten den Film zu drehen. Offenbar hat man da wohl ein anderes Drehbuch in den Händen gehabt. Was man nämlich mit LEATHERFACE auf Zelluloid gebannt hat, ist weit weg von gut. Ob da wohl das Produktionsstudio Einfluss gehabt und die Visionen der Filmemacher zunichte gemacht hat? Angesichts der verspäteten Veröffentlichung und einem gestrichenen Kino-Release kann man davon ausgehen, dass man vom fertigen Produkt nicht sonderlich überzeugt gewesen ist.
 
 
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LEATHERFACE entführt den Zuschauer nach Texas. Im Jahr 1955 feiert dort der kleine Jed Sawyer seinen Geburtstag und wird von der Familie zum ersten Mord mit einer Kettensäge angestiftet. Weil der Junge noch unbeholfen agiert, muss Opa nachhelfen. Doch es kommt noch schlimmer. Wochen später kommt es in einer Scheune zu einem folgenschweren Vorfall. Die Tochter von Texas Ranger Hal Hartman (STEPHEN DORFF) wird dort vom gewissenlosen Nachwuchs der Kannibalenfamilie bestialisch ermordet, so dass der Vater des Opfers Rache schwört. Was folgt, ist für die heranwachsenden Jed Sawyer kein Zuckerschlecken. Weil Mutter Verna in ihrer Erziehung versagt hat, wird ihr der Sohn weggenommen und in ein Sanatorium für Problemkinder gesteckt. Zehn Jahre später ist Jed Sawyer zu einem attraktiven Mann herangewachsen. Nun fordert Mutter Verna mit Hilfe eines Anwalts Besuchsrecht ein. Dies wird ihr verständlicherweise verwehrt, was das Familienoberhaupt aber nicht davon abhält den Sohn auf eigene Faust in der Anlage zu suchen. Kein guter Tag für die Angestellten der Einrichtung. Weil die Mutter des berüchtigten Sawyer-Clans bei Ihrer Suche nach dem Sohnemann gegen jegliche Sicherheitsauflagen verstößt, bricht in der Klinik das Chaos aus. Es kommt zu einer Revolte der inhaftierten Jugendlichen, die letztendlich fliehen können. Darunter auch: Jed Sawyer.
 
 
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Wer LEATHERFACE folgen möchte, muss zwingend den Verstand ausschalten. Was Drehbuchautor SETH M. SHERWOOD nämlich hier zu Papier gebracht hat, ist jenseits von Gut und Böse. Entweder hat der gute Mann nicht legale Substanzen geraucht oder sich den Verstand mit Alkohol benebelt. Anders lässt sich der intelligenzhemmende Blödsinn nicht erklären, der dem Zuschauer nun mit LEATHERFACE zugemutet wird. Hier wird auf Biegen und Brechen nach Erklärungen gesucht, die erläutern sollen wie es dazu kam, dass der mit Menschenhaut maskierte Killer aus dem von TOBE HOOPER geschaffenen TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Universum zur unberechenbaren Bestie wurde. Das Resultat ist haarsträubend. Wohl auch deshalb, weil es reichlich konstruiert und unglaubwürdig ist – Logiklöcher und Plotungereimtheiten gibt es inklusive. Statt das Hauptaugenmerk auf den Filmhelden und dessen Verwandlung zu richten, stehen Nebenfiguren im Mittelpunkt. Die sind dafür da, um die Geschehnisse im Blut zu ersäufen. Generell ist Gewalt hier – wer hätte auch etwas anderes erwartet – der eigentliche Star des Films. Bereits in der Neuverfilmung zum Terrorklassiker von 2003 wurden dazu erste Weichen gestellt. So bekam das Kettensägen-Franchise durch Regisseur MARCUS NISPEL nicht nur einen neuen, düsteren Anstrich, auch hinsichtlich Gewalt wurde groß aufgefahren, was Zensurwächter schlaflose Nächte bereitete. Die hatten auch mit dem neusten Ableger der Reihe so gar keinen Spaß. In Deutschland musste daher zur Schere gegriffen werden und das nicht ohne Grund, denn LEATHERFACE strotzt nur vor zwanghaft eingestreuter Gewaltausbrüche, die generell den Anschein machen, als müsste man der nach Blut lechzenden Fangemeinde irgendwie gerecht werden. So bietet jede noch so banale Situation kontroversen Zündstoff. Da fliehen gewaltbereite Jugendliche aus einer psychiatrischen Anstalt und verstecken sich in einem leerstehenden Wohnwagen. Dort finden sie die verweste Überreste des Besitzers jener Unterkunft. Weil das allein nicht ausreicht, um zu schockieren, musste nachgeholfen werden. Deshalb müssen zwei der Teenager die modernden Knochen der Leiche in ihre Sexspiele mit einbeziehen. Ein Sinn dahinter bleibt verborgen. Freunde fragwürdiger Exploitation und Gewaltfans wird’s dennoch freuen.
 
 
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Unterm Strich ist LEATHERFACE nichts, das Nachdruck verleiht. Der Film ist grob und hart. Darüber hinaus bleibt aber nichts im Gedächtnis hängen, das sich von ähnlichen Streifen dieser Art abheben könnte. Weil der eigentliche Antiheld des Films im Zuge dummer Gewaltausbrüche verblasst ist dieser Brutalo-Blödsinn eine herbe Enttäuschung für jene, die mit den mehr oder weniger gelungenen Fortsetzungen des TEXAS CHAINSAW MASSACRE aufgewachsen sind. Dennoch wird das vermutlich kein Grund sein, weitere Ableger folgen zu lassen. Die werden mit Sicherheit kommen – ob man es will oder nicht.
 
 
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LEATHERFACE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Haarsträubendes Blut-Chaos wirr erzählt. Mit LEATHERACE bekleckern sich die Franzosen JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO nicht gerade mit Ruhm. Der Film beginnt als Psychiatriethriller, verwandelt sich anschließend zum blutigen Roadmovie und findet erst in den letzten Minuten zu eigentlicher Stärke zurück, durch die das TEXAS CHAINSAW MASSACRE bekannt geworden ist. Die Verwandlung von LEATHERFACE zum unberechenbaren Monster ist unglaubhaft und auch nicht gerade ausführlich. Der Grund: hier stehen andere Figuren im Mittelpunkt und der eigentliche Filmheld kommt zu kurz. Statt sich von bekannten Pfaden zu distanzieren und wirklich mal die Jugendjahre des Serienkillers und dessen moralischen Abstieg zu beleuchten, setzt der Film erst mit der Volljährigkeit des Kettensägenmörders ein und überschlägt sich mit sinnloser Gewalt. Was bleibt ist ein unnötiges Sequel, das eigentlich niemand braucht und Fans der Reihe vor den Kopf stößt. Letztere werden gerade wegen unglaubhafter Erklärungsversuche so ziemlich enttäuscht über das sein, was Drehbuchautor SETH M. SHERWOOD mit der geliebten „Lederfresse“ angestellt hat. Manchmal ist es eben besser, wenn man das Analysieren von Filmmonster unterlässt damit ihnen nicht der Schrecken geraubt wird.
 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Zensur

 
 
 
Die Bildsprache in LEATHERFACE ist hart. Das sahen auch die Prüfer der FSK so. LEATHERFACE musste vom Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN geschnitten werden. Die bald erhältliche deutsche Kaufhausfassung ist demnach geschnitten. Aber Liebhaber filmischer Grausamkeiten dürfen sich freuen. TURBINE MEDIEN wird die ungeschnittene Fassung vertreiben.

 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
 
Texas Chainsaw 3D (2013)
 
Drifter (2016)
 
Wolf Creek 2 (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 


Filmkritik: „Cult of Chucky“ (2017)

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CULT OF CHUCKY

Story

 
 
 
Die Killerpuppe Chucky ist wieder da. Die treibt nun in einer psychiatrischen Anstalt ihr Unwesen und hat es auf Patientin Nica Pierce (FIONA DOURIF) abgesehen, die dem fiesen Bösewicht vor einiger Zeit schon einmal das Handwerk gelegt hat.

 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Kritik

 
 
 
Was waren die 1980er kreativ und abwechslungsreich. Da hat man sich was getraut und mit einfallsreichen Spezialeffekten Horrorfans Freudentränen beschert. Zu einer dieser Trick-Meisterleistungen gehört zweifelsohne die Auferstehung der Mörderpuppe Chucky, die sich vermutlich gerade wegen ausgeklügelter Tricktechnik über die Jahrzehnte zum Lieblingskiller unter Horrorfans gemausert hat. Knapp 30 Jahre nach dem ersten Leinwandauftritt ist der Plastikkiller immer noch in aller Munde und auch immer noch nicht totzukriegen. So wurde der Antiheld über die Jahre verbrannt, erschossen, in Stücke zerteilt und sogar eingeschmolzen. Dennoch kam der Mörderwicht immer wieder zurück, was vermutlich auch auf die Beliebtheit der Horror-Kreatur zurückzuführen sein dürfte. Mittlerweile gehen die Geschichten rund um Chucky und seine mehr oder weniger zähen Opfer bereits in die siebte Runde. Darin mutet man dem Zuschauer Neuerungen zu, die das langlebige Franchise dringend nötig hat.
 
 
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Um dem nunmehr siebten Abenteuer des Plastikkillers folgen zu können, sollte man den Vorgänger gesehen haben. CULT OF CHUCKY knüpft nämlich genau da an, wo CURSE OF CHUCKY geendet hat und zeigt, wie sich die im Rollstuhl sitzende Nica Pierce (FIONA DOURIF aus ARBOR DEMON) ihren Ängsten stellen muss. Die wurde in eine psychiatrische Anstalt für geisteskranke Straftäter eingeliefert, weil ihr niemand Glauben schenken möchte, dass eine Puppe viele Menschen im Teil zuvor getötet hat. Nach vier Jahren Aufenthalt ist die Patientin aber zum Entschluss gekommen, dass sie wohl selbst das Massaker an der eigenen Familien begangen hat und nicht die von einem Serienkiller besessene Puppe Chucky. Leider passieren – als habe man es geahnt – plötzlich wieder seltsame Dinge. Alles beginnt mit einer neuen Therapiemethode bei der die traumatisierte Nica mit der Vergangenheit konfrontiert werden soll. Doch der neue Heilungsansatz nimmt schnell blutige Ausmaße an. Die bösartige Horrorpuppe hat nämlich einen Weg gefunden, wie sie der ohnehin schon verstörten Heldin das Leben zur Hölle machen kann und hinterlässt dabei eine grausame Spur der Verwüstung. Gott sei Dank ist Andy Barclay (ALEX VINCENT) zur Stelle. Der bekam die finsteren Machenschaften des Mörderwichts bereits in Kindertagen zu spüren und will nun der inhaftierten Nica helfen. Hoffentlich kommt er da nicht zu spät, denn wer die Chucky-Filme gesehen hat weiß, dass die Killerpuppe zäh, hartnäckig und einfallsreich ist.
 
 
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Kleiner Mann ganz groß. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet mit CULT OF CHUCKY ein neues Kapitel in der langlebigen Chucky-Saga aufgeschlagen wird. Der mittlerweile siebte Teil geht andre Pfade und lenkt die Reihe damit in eine neue Richtung. Die Mörderpuppe hat endlich einen Weg gefunden in andere Körper zu schlüpfen und muss nun nicht mehr zwangsläufig im alten Puppenkadaver das Killer-Dasein fristen. Das öffnet dem beliebten Puppenfranchise neue Türen und bringt frischen Wind in die allmählich nicht mehr ganz so frische Horror-Serie, die im Jahr 1988 mit für damalige Verhältnisse ausgefeilter Puppenmechanik Millionen Kinofans das Fürchten lehrte. Doch damit nicht genug. CULT OF CHUCKY bleibt seiner Gruselrichtung treu. Die wurde bereits im Vorgänger CURSE OF CHUCKY eingeschlagen, weil es Horrorfans nach eher komödiantischen Ablegern der Horror-Serie so wollten. Zu sehen gibt es sterile Psychiatrie-Atmosphäre, gorige Splatter-Momente und jede Menge Schocks. Überhaupt nimmt Regisseur DON MANCINI die Meinungen und Wünsche seiner Fans ernst und hat abermals einen Fanfilm inszeniert. So scharrte er für CULT OF CHUCKY nicht nur bekannte Gesichter aus früheren Teilen vor die Kamera (unbedingt bis nach dem Abspann warten!). Auch Anspielungen und Querverweise zu den bisherigen Filmen werden endlich beantwortet und machen das Chucky-Universum zu einer runden Angelegenheit. Dennoch muss man wieder Abstriche machen. CULT OF CHUCKY ist nämlich eine Videofortsetzung, die es erst gar nichts ins Kino geschafft hat. Das sieht man der Produktion an, die trotz frostigem Klinik-Look dann doch ihre Video-Herkunft nicht verbergen kann. Dem Plastik-Killer fehlt der Detailreichtum aus den Anfangsjahren. Dort war man besonders darum bemüht Mimik und Gestik der Puppe so menschlich wie möglich zu gestalten. Wegen Budgetgründen musste darauf verzichtet werden. Chucky sieht daher nicht mehr wie ein Kino-Chucky aus, sondern eben wie eine Killerpuppe für den Videomarkt – günstig aber zweckerfüllend. Nichtsdestotrotz dürfte das eingefleischte Fans nicht weiter stören. Die bekommen das zu sehen, was man eben von einem Chucky-Film erwartet. Die Mörderpuppe tötet abwechslungsreich und hat wie eh und je einen zynischen Spruch auf den Lippen. Dass aufgrund der Beliebtheit des Killer-Spielzeugs ein offenes Ende obligatorisch ist, dürfte wohl niemanden wundern. Wegen der neuen Richtung darf man gespannt sein, was da noch kommen wird – vielleicht auch mal wieder was auf der großen Leinwand. Verdient hätte es der Freddy Krueger aus Plastik allemal.
 
 
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CULT OF CHUCKY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Alles wie eh und je und doch irgendwie neu. Nach Schauer im Herrenhaus, einem Abstecher nach Las Vegas und blutigem Treiben beim Militär, verschlägt es die zynische Mörderpuppe nun in die Klapse. Chucky-Schöpfer und Regisseur DON MANCINI verlegt das Geschehen von CULT OF CHUCKY (vermutlich aus Budgetgründen) in eine Psychiatrie und profitiert von der Atmosphäre kühl-karger Klinikoptik. Somit werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Weil man für triste Irrenhauskulisse nicht sonderlich viel Ausstattung benötigt, um Schauer einjagen zu können, war mehr Geld für Puppenmechanik und Splatter-Einlagen verfügbar. Leider kann CULT OF CHUCKY seine Videoherkunft nicht verleugnen und auch sonst vermisst man den abwechslungsreich gestalteten Kinolook vergangener Streifen der beliebten Puppen-Reihe. CULT OF CHUCKY benötigt ein wenig bis er an Fahrt gewinnt. Abermals wird zu Beginn verschleiert, wer hier Schabernack treibt. Weil jeder Zuschauer weiß, wer fürs Morden verantwortlich zeichnet, ist die künstlich aufgebaute Spannung fehl am Platz. Trotzdem ist der siebte Ableger besser, als er sich hier vermutlich liest. Ein Großteil dessen ist auf Neuerungen zurückzuführen, denn CULT OF CHUCKY geht überraschend innovative Wege und haucht so dem angestaubten Horror-Franchise frischen Wind ein. Den hat die Gruselserie auch dringend nötig, entwickelten sich die letzten Teile der Reihe nicht sonderlich weiter. Trotzdem gilt auch bei CULT OF CHUCKY bekannte Faustregel: Entweder man liebt die kultige Mörderpuppe oder man mag sie eben nicht. Da man für den siebten Aufguss die bisherigen Fortsetzungen der Horror-Serie gesehen haben muss, um auch alle Anspielungen auf die Vorgänger verstehen zu können, richtet sich CULT OF CHUCKY ohnehin an eingefleischte Fans des etwas anderen Serienkillers. Wir zumindest haben uns gut unterhalten gefühlt und sind froh Chucky wieder in blutiger Aktion gesehen zu haben. Das rabenschwarze Töten hat der Antiheld freilich nicht verlernt und ist auch im siebten Teil Programm. Der ist im Übrigen reichlich splattrig ausgefallen. CHUCKY 7 gehört demnach zum blutigsten Film der Reihe.
 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Zensur

 
 
 
CULT OF CHUCKY hat einige sehr blutige Szenen zu bieten. Die sind zwar überschaubar, aber dennoch sehr deftig. Dabei dürfte der blutigste Moment jener sein, in dem eine Protagonistin von herabfallenden Glasscherben zerstückelt wird. Hierzulande gab es für CHUCKY 7 eine Erwachsenenfreigabe – keine Jugendfreigabe. Geschnitten musste nichts werden.
 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cult of Chucky; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Türkisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch, Arabisch, Hindi

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Unveröffentlichte Szenen (05:43), Im Wahnsinn von Cult of Chucky (06:42), Good Guy Gone Bad: Die Inkarnation Chuckys (05:01), Das Puppenhaus (07:36)

Release-Termin: 09.11.2017

 

Cult of Chucky [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Robert the Doll (2015)
 
Annabelle 2 (2017)
 
Dolly Dearest (1991)
 
Chucky – Die Mörderpuppe (1988)
 


Filmkritik: „Clowntergeist“ (2017)

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CLOWNTERGEIST

Story

 
 
 

Eine Studentin wird von einem heimtückischen Killer-Clown namens Ribcage terrorisiert. Doch die weiß sich zu wehren – was anderes hätte man von dieser Gattung Film auch nicht erwartet.

 
 
 


 
 
 

CLOWNTERGEIST – Kritik

 
 
 
Solche Heuler wie CLOWNTERGEIST werden nicht einfach zufällig gedreht. Dahinter steckt Kalkül – vor allem dann, wenn Filme mit ähnlichem Thema Kinokassen klingeln lassen. Die Neuverfilmung des Stephen King-Klassikers ES dürfte ausschlaggebender Punkt gewesen sein, warum dieser Streifen überhaupt das Licht der Welt erblicken durfte. In Fachkreisen bezeichnet man daher solche Filme wie CLOWNTERGEIST als Mockbuster, die nur deshalb entstehen, um im Fahrwasser anderer erfolgreicher Machwerke schnelles Geld verdienen zu können. Keine unkluge Entscheidung von Regisseur AARON MIRTES. Der will mit der Angst vor gemein grinsenden Spaßmachern Kasse machen und springt auf dem Clown-Horror-Trend auf, der seit dem Herbst 2017 wieder in aller Munde ist. Trotz Marketingmasche ist interessant, wie es überhaupt zum Film kam. Die Idee wurde bereits 2012 geboren. Da war der Filmemacher noch in der High School und sollte für die Theaterklasse eine Geschichte vor Publikum erzählen, die ihn bereits das ganze Leben beunruhigt. So berichtete der phantasiebegabte Schüler von einer schaurigen Legende über eine mysteriöse Clown-Statue, die ihn seit Kindertagen keine Ruhe ließ. Die Geschichte kam gut an und man sprach Mirtes Mut zu, doch den Stoff als Film auf die Leinwand zu bringen. Gesagt getan. Im selben Jahr entstand unter dem Titel THE CLOWN STATUE ein Kurzfilm des Regisseurs. Weil der Fünfminüter Lob erhielt, griff der Filmemacher die Idee mehrere Jahre später erneut auf und machte daraus einen abendfüllenden Spielfilm, denn er pünktlich zum Kinostart des Stephen King-Horror ES unter dem Titel CLOWNTERGEIST in die Händlerregale brachte. Wenn das mal kein Zufall ist.
 
 
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Von Ballons, die den Tod voraussagen und Killer-Clowns, die ganz schön nerven können. In CLOWNTERGEIST wird die taffe Emma (BRITTANY BELLAND) mit Ängsten konfrontiert. Die leidet an Coulrophobie und hat eine panische Angst vor Clowns. Nicht unbegründet, wie der Film beweist, in dem sie die erste Geige spielt. Die Studentin wird nämlich in Träumen von einem bösartigen Killer verfolgt, der auch bald im richtigen Leben alle Regeln des Terrorisierens beherrscht. So entdeckt die Heldin Ballons auf denen ihr Todesdatum vermerkt ist. Zwei Tage hat sich nun Zeit ihrem tödlichen Schicksal zu entkommen, denn die fiese Kreatur aus ihren Träumen macht nun auch im richtigen Leben jagt auf die Studierende. Gut, dass sie einige Freunde hat, die sich um das Wohl der Verfolgten sorgen machen. Die lernen auch bald den bösartigen Verfolger kennen und müssen um ihr Leben bangen. Wie sich herausstellt ist der Killer von dämonischen Kräften besessen und hat große Ziele. Von denen erfährt der Zuschauer erst am Ende von CLOWNTERGEIST. Sonderlich erbaulich sind die aber nicht, denn die Geschichte dieses seltsamen Streifens macht nicht viel Sinn.  
 
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Übel, was mittlerweile alles unter dem Begriff Horror verkauft wird. Hier stimmt einfach gar nichts. CLOWNTERGEIST ist ein Schnarcher vor dem Herrn und hat weder roten Faden noch Spannung zu bieten. In diesem Fall haben einschlägige Filmportale recht. Liest man nämlich Bewertungen auf der internationalen Filmdatenbank IMDB zum Streifen, dürfte sich manch flaues Gefühl im Bauch bewahrheiten. Das Poster zu CLOWNTERGEIST wurde nämlich verdächtig reißerisch in Szene gesetzt. Erfahrene Horror-Gucker wissen, dass das in der Regel nichts Gutes verheißt, denn sehenswerte Horrorfilm müssen nicht mit plakativen Werbebildchen um die Gunst der Horrorgemeinde buhlen. CLOWNTERGEIST ist Horror im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht, weil der Film so unvorstellbar gruselig oder brutal ist. Vielmehr ist CLOWNTERGEIST Horror pur, weil er den Zuschauer vor Langeweile lähmt und sich damit auch noch unverschämt viel Zeit lässt. Der Streifen entpuppt sich als unstimmige Abfolge von Szenen, die so gar keine Spannung aufkommen lassen wollen. Immer wieder werden hier Menschen von einem dämonisch besessenen Clown terrorisiert, der im späteren Verlauf allmählich zu nerven beginnt. Die Kreatur taucht plötzlich in allen erdenklichen Situationen verschiedener Protagonisten auf und erschreckt mit roten Luftballons und komischen Visionen. Das mag sich beim Lesen vermutlich schaurig anhören, ist aber weder gruselig noch furchteinflößend. Stattdessen pendelt CLOWNTERGEIST unentschlossen zwischen Geister-Horror und Serienkiller-Genre und lässt den Zuschauer fordernd vor der Glotze zurück. Letzter verlangt nach Erklärungen, muss sich dazu aber bis zum Finale quälen in dem dann eine haarsträubende Auflösung über die Mattscheibe flimmert. Oh man, als Horrorfan muss man schon eine dicke Haut haben, um das ertragen zu können, was unerfahrene Filmemacher einem regelmäßig zumuten.
 
 
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CLOWNTERGEIST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 
CLOWNTERGEIST ist undurchdachtes Horrorkino, das man am liebsten wieder aus dem Gedächtnis streichen möchte. Dabei ist das Hauptproblem dieses Clown-Horrors die Geschichte selbst, der es zu keiner Minute gelingt das Interesse des Zuschauers für sich zu beanspruchen. Der Film plätschert behäbig vor sich hin und versucht Schrecken mit plakativen Schreckmomenten zu erzeugen. Leider scheitert das Vorhaben, weil der Film einfach nicht spannend werden will und das obwohl Regisseur AARON MIRTES vehement versucht Gruselstimmung mit Neonlichtern, Synthesizer-Klängen und gelegentlichem Nebeleinsatz zu bewirken. Unterm Strich werden ausgelutschte Horrorklischees und bald nicht mehr ertragbare Wiederholungen geboten. Trotz kurzer Laufzeit von gerade einmal 80 Minuten war man schon nach eine halben Stunde ratlos, wie man die Geschichte fortführen soll. Daher werden immer gleiche Szeneverläufe nacheinander abgespult, um auf Spielfilmlänge zu kommen. So gewinnt man den Zuschauer leider nicht für sich. Die haarsträubende Auflösung tut da ihr Übriges. Finger weg von diesem Unsinn.
 
 
 


 
 
 

CLOWNTERGEIST – Zensur

 
 
 
Nicht nur der Film ist ein Schnarcher – CLOWNTERGEIST ist auch hinsichtlich gezeigter Gewalt ein Gähner. Viel gibt es davon nicht zu sehen. Die härteste Szene reduziert sich auf einen Luftballon in dem die pürierten Überreste eines Hundes gefüllt wurden. Diese soll die Filmheldin unter Zwang essen. Parallelen zu einer Szene aus NIGHTMARE ON ELM STREET 5 sind da vermutlich nur rein zufällig. Hierzulande dürfte CLOWNTERGEIST ohne Probleme eine FSK16 erhalten.

 
 
 


 
 
 

CLOWNTERGEIST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stitches – Böser Clown! ( 2012)
 
Killer Holiday (2013)
 
A Nightmare in Elm Street (1984)
 
ClownTown (2016)
 
Play: Tödliches Spiel (2014)
 
Traumdämon – Dream Demon (1988)
 
The Drownsman (2014)
 


Filmkritik: „Circus Kane“ (2017)

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CIRCUS KANE

Story

 
 
 

Ein Spiel mit Todesfolge: Einige Social Media Stars werden in ein gruseliges Anwesen geladen, wo sie schnelles Geld verdienen können. Leider wird den Gästen schnell klar, dass man schon mal sprichwörtlich über Leichen steigen muss, wenn man 250.000 Dollar gewinnen will.

 
 
 


 
 
 

CIRCUS KANE – Kritik

 
 
 
Das Filmjahr 2017 dürfte zweifelsohne in die Annalen des Horror-Genres eingehen. Horrorfilmkenner wissen auch wieso, denn jenes Jahr ist das Jahr fies grinsender Clown-Fratzen, die nicht lustig sein wollen, sondern töten möchten. Ganz weit vorn: die Neuverfilmung des Stephen King-Bestsellers ES. Die brach bereits vor dem offiziellen Kinostart diverse Rekorde und bescherte Rechteinhaber WARNER ein goldenes Näschen. Der Trailer wurde am Erstveröffentlichungstag so oft angeklickt, wie kein anderer Trailer bei Erscheinen zuvor. Doch dazu nicht genug. Die ES-Neuverfilmung entwickelte sich zum regelrechten Vorverkaufsrenner und wurde auf so mancher Kinoplattform zum Streifen mit den meisten vor dem Kinostart verkauften Eintrittskarten. Dass im Zuge des wiederauflebenden Clown-Hypes natürlich auch andere mitverdienen wollen, dürfte auf der Hand liegen. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Doch man sollte sich nicht vor lauter Clown-Euphorie in die Irre führen lassen. Nicht überall wo schelmisch grinsende Spaßmacher aufs Cover gedruckt wurden, ist Horror im Stile eines ES enthalten. Wer sich zu leichtfertig blenden lässt gerät nämlich an Film wie CIRCUS KANE – ungenießbarer Billigmüll, den man nicht mal Menschen schenkt, die man nicht mag.
 
 
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Eine leicht abgeänderte Version des HOUSE ON HAUNTED HILL-Themas. In diesem unverschämt schlechten C-Movie geraten austauschbare Protagonisten (darunter ein nerviger TED MONTE, der Schauspieler Robert Downey Jr. wie aus dem Gesicht geschnitten ist) in die Fänge eines hinterlistigen Herren. Der tarnt sich als Clown und lädt seine Opfer in ein Haus des Schreckens ein. Dort können die naiven Social Media Stars eine Menge Geld verdienen – insofern sie die Nacht heil überstehen. 250.000 Dollar werden dem versprochen, der die nächsten Stunden furchtlos bleibt. Doch was sich anfangs als leichte Aufgabe herausstellt, wird bald zum Kraftakt. Im Gruselhaus wurden nämlich gefährliche Fallen platziert, die den Tod der Teilnehmer verursachen sollen. Doch die Todesfallen sind noch das kleinere Übel. Weitaus mehr Sorgen verursachen Mörder im Clown-Kostüm. Die schleichen leise durchs Gemäuer und tauchen just in Momenten auf, in denen die ahnungslosen Spielteilnehmer es nicht erwartet hätten und töten. So muss einer nach dem anderen sein Leben lassen, bis der letzte am Ende übrig bleibt – nur um dem Zuschauer den Sinn dieses blutigen Theaters zu erklären. Klingt irgendwie beliebig. Ist es auch.
 
 
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Genug über Inhalt und Spaßbremsen gesprochen – kommen wir zum eigentlichen Kern dieses günstig zusammengeschusterten Clown-Horrors. Anders als im Film verursacht der Streifen beim Zuschauer leider keine Gänsehaut. Vielmehr liegt der Fokus auf dem Zelebrieren blutiger Gewaltmomente, die in CIRCUS KANE jedenfalls so ziemlich oft zu sehen sind. Da wird ein Held während einer Zaubervorstellung – wie in WIZARD OF GORE – zersägt und erliegt seinen Verletzungen. Andere Protagonisten verfangen sich in Stacheldraht und sterben einen grausamen Tod – Argentos SUSPIRIA lässt grüßen. Überhaupt zitiert und kopiert dieser Film überraschend freizügig namhafte Horrorstreifen und ist darin nicht einmal gut. Ob trashige Splatter-Szenarien des kongenialen HERSCHELL GORDON LEWIS oder hinterhältige Folterfallen, die an den von JAMES WAN inszenierten SAW erinnern – CIRCUS KANE ist ein dreistes Hommage-Flickwerk, das sich lieber mit fremden Federn schmückt, statt Neuerungen zu bieten. Doch dreister Ideenklau ist nicht das einzige Problem dieses schnell für den Videomarkt gedrehten Horror-Blödsinns. Weitaus schlimmer wiegt da der Look von CIRCUS KANE, der sein überschaubares Budget nicht verbergen kann. Der Film schaut billig aus und lässt dabei jeglichen Hauch von Atmosphäre missen. Weil Darsteller kaum was können und hier mehr unbeholfen statt talentiert in Panik geraten entwickelt sich CIRCUS KANE schnell zur unfreiwilligen Parodie, die selbst Streifen aus den legendären ASYLUM STUDIOS wie intellektuelle Filmkunst aussehen lassen. Apropos THE ASYLUM: Regisseur CHRISTOPHER RAY kennt sich mit Zelluloidabfall aus. Der hat nämlich schon reichlich Stoff für genannte Filmschmiede verbrochen. Darunter Trash-Sternstunden wie 2-HEADED SHARK ATTACK oder BLOOD LAKE. Allein jene Tatsache dürfte für viele Horrorfans bereits Warnung genug sein, denn CIRCUS KANE bekleckert sich beim Unterhalten nicht gerade mit Ruhm.
 
 
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CIRCUS KANE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 

Uncharmantes C-Horror-Movie, das permanent Déjà-vu-Gefühle auslöst. Man muss schon eine große Leidenschaft für Trash und schlechte Filme besitzen, um CIRCUS KANE ertragen zu können. Klar gibt es hier viel Splatter zu sehen. Aber was nützen blutige Gewaltakte, wenn das Drumherum nicht stimmt. Der Clown-Horror schaut billig aus, ist spannungsarm und kann seine Videoherkunft nicht verbergen. Aber auch nervige Laiendarsteller und ein geistloses Drehbuch lassen Nackenhaare zu Berge stehen. Letzteres entpuppt sich als spannungsarmes Flickwerk, das die besten Ideen aus anderen Horrorfilmen stibitzt hat. Ist das Horror oder kann das weg? In diesem Falle gehört der genannte Zeiträuber eindeutig in die Tonne, denn das Leben ist einfach zu kurz für ungenießbare Filme.
 
 
 


 
 
 

CIRCUS KANE – Zensur

 
 
 
CIRCUS KANE ist billiger Videomüll, der schon sehr trashig in Szene gesetzt wurde. Zimperlich geht es hier nicht zu. Blut fließt reichlich – Gezeigtes wirkt aber zu keiner Zeit übertrieben hart, weil man der unprofessionellen Produktion das mangelnde Budget anzieht. Hierzulande dürfte der Clown-Horror eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form erhalten.

 
 
 


 
 
 

CIRCUS KANE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Saw (2004)
 
Stitches – Böser Clown! ( 2012)
 
Killer Holiday (2013)
 
House on Haunted Hill (1999)
 
ClownTown (2016)
 
Play: Tödliches Spiel (2014)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 


Filmkritik: „The Hatred“ (2017)

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THE HATRED

(ALICE – THE HATRED)

Story

 
 
 

Einmal mehr: Ein idyllisches Landhaus in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vier Frauen und ein kleines Mädchen machen darin Bekanntschaft mit bösen Mächten, die von einem okkulten Relikt ausgehen, das vom ehemaligen Besitzer im Haus gut versteckt wurde. Leider machen attraktive Darstellerinnen und etwas CGI-Spuk im Finale aus beliebigem Budenzauber noch lange keinen Horror-Hit.

 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Kritik

 
 
 
Wie viele Filme über Gruselhäuser haben wir hier auf FILMCHECKER eigentlich schon besprochen? Vermutlich werden es so viele Schlechte gewesen sein, dass wir uns an die meisten davon schon gar nicht mehr erinnern können. Viel Positives gibt es auch vom nächsten Streifen dieser Art nicht zu berichten. THE HATRED (Arbeitstitel: ALICE – THE HATRED) gehört nämlich zu diesen Videoproduktionen, die kaum Alleinstellungsmerkmale besitzen und es lieber so handhaben, wie unzählige Filmemacher zuvor. Da ist Langeweile vorprogrammiert, denn in Zeiten in denen es Horror im Überfluss gibt, muss man sich schon ins Zeug legen, um Horrorfans beeindrucken zu können. Was Fans wirklich wollen, war den Machern von THE HATRED aber egal. Die spulen Grusel nach Schema F ab und wollen offenbar schnell damit Geld verdienen. THE HATRED schaut zwar – wie seine Darstellerinnen – makellos aus, ist aber lieblos und spannungsarm. Eben ein typischer Vertreter jener Gattung Film, die man in den 1980ern schnell in die Wühlboxen der Videotheken geworfen hat, weil keiner sie leihen wollte. Da hilft auch ein reißerisches Cover nicht. Das verursacht nämlich Zorn, weil es falsche Erwartungen schürt. Was nämlich Slasher, Epidemie- oder Folter-Blödsinn suggeriert, ist zäher Geisterspuk, der erst kurz vor der Zielgeraden in die Puschen kommt. Für so hinterlistige Irreführung müsste man allen Beteiligten gehörig den Hintern versohlen.
 
 
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Die Geschichte von THE HATRED ist schnell erzählt. Der Film berichtet von einem Gemäuer, das eine schlimme Vergangenheit besitzt. Ein Nazi-Offizier mit einer Vorliebe fürs Okkulte hat hier in den 1960ern seine Tochter umgebracht. Der Grund: Ein altes Relikt. Das entpuppt sich als Herd des Hasses und bringt Unheil über seinen Besitzer und dessen Familie. Jahre nach dem Verbrechen machen es sich vier perfekt geschminkte Weiber im alten Landhaus gemütlich. Es wird über Jungs geredet und auf ein kleines Mädchen aufgepasst. Natürlich meint man es mit den Schönheiten nicht gut. Erst faselt die kleine Irene in Rätseln und macht damit ihren Sitterinnen Angst. Später stoßen die Damen selbst auf erwähntes Nazi-Relikt und entfesseln damit eine Spirale des Bösen, die natürlich für einige den Tod bedeutet. Weil die Frauen gesichtslos bleiben, ist deren Ableben ohnehin egal, denn im Falle von THE HATRED hat man sich nicht einmal Gedanken über Charakterentwicklung gemacht. Da muss Drehbuchschreiber und Filmemacher MICHAEL G. KOEHOE noch einiges lernen. Mit so ausgelutschten Geschichten wie die von THE HATRED gewinnt man heutzutage nicht mal mehr einen Blumentopf.
 
 
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Nur weil mit großen Namen geworben wird, muss nicht immer Gutes dahinter stecken. Was eigentlich hat Produzent MALEK AKKAD geritten, für diesen Quatsch Geld zu investieren? Den alteingesessenen Horrorfans dürfte der Herr kein Unbekannter sein. Akkad ist nämlich Produzent diverser HALLOWEEN-Filme und fungierte ab HALLOWEEN 6 bei allen Streifen der Reihe als Geldgeber. Warum er ausgerechnet Kohle für THE HATRED locker gemacht hat, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben, denn hinter dem Gruselfilm steckt ein ermüdender Spuk-Schnarcher von der Stange auf den niemand gewartet hat. Zu sehen gibt es unverschämt attraktive Mädels, die in amerikanischen Horrorfilmen ohnehin zum Grundinventar gehören, vorhersehbare Geister-Klischees und jede Menge Langeweile. Die Höhepunkte reduzieren sich auf einen überlangen Prolog. Darin zu sehen: „Wishmaster“ ANDREW DIVOFF, der hier einen ehemaligen Nazi-Offizier verkörpert, welcher unentdeckt ins amerikanische Hinterland flüchten konnte und dort als Landwirt getarnt okkulte Artefakte sammelt. Sonderlich viel Spaß scheint ihm die Arbeit an THE HATRED auch nicht zu machen. Divoff quasselt seinen Text lustlos herunter und agiert zudem übertrieben steif. Vermutlich war ihm schon beim Lesen des Drehbuchs bewusst, dass diese glattgebügelte Gruselgurke ohnehin ein Flop werden wird. Durchstöbert man die bisherige Vita von Regisseur und Drehbuchautor MICHAEL G. KOEHOE ist das kein Wunder. Der war zwar bei vielen bekannten Hollywood-Produktionen – darunter TEXAS CHAINSAW 3D oder SINISTER 2 – Mädchen für Alles. Was er aber bisher selbst auf die Beine gestellt hat, ist eher mau statt wow. THE HATRED basiert auf den Kurzfilm HUSH, den der Filmemacher bereits 2015 gedreht hat. Warum der jedoch noch einmal auf Spielfilmversion aufgeblasen werden musste, entschließt sich jeglicher Logik. Was man hier zu sehen bekommt, wurde bereits in vielen schlechten Streifen gleichen Formats bis zum Erbrechen auf die Mattscheibe gebracht. Warum dann gleichen Käse noch einmal verfilmen? Wir werden und wollen es eigentlich auch gar nicht erfahren.
 
 
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THE HATRED – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 

Ermüdender Spuk-Albtraum nur für besonders Ausgeschlafene geeignet. Ein Spukhaus, vier dumme Weiber und ein kleines Mädchen, das permanent in Rätseln quasselt. THE HATRED ist eine Nullnummer und langweilig obendrein. Nach Originalität sucht man hier vergebens, denn der Streifen läuft nach gleichem Schema ab, wie unzählige Geisterfilme zuvor. Einziger Lichtblick ist ein Wiedersehen mit ANDREW DIVOFF. Der dürfte vielen Horrorfans als diabolischer WISHMASTER in Erinnerung geblieben sein. In THE HATRED zeigt er sich ganz ohne Maske und Verkleidung vor der Kamera – ist aber böse, wie eh und je. Leider ist das Wiedersehen nicht von langer Dauer. Der bekannte Schauspieler muss bereits nach wenigen Minuten sein Leben lassen. Verflixt und zugenäht, warum müssen Filmemacher immer so dreist den Spaß nehmen.
 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Zensur

 
 
 
Sonderlich viel Gewalt hat THE HATRED nicht zu bieten. Im Prolog wird ein Mädchen vom eigenen Vater in einem Trog ertränkt. Der wiederum wird von seiner Frau ermordet, die ihn mit Pestizid vergiftet. Die restlichen Gewaltakte werden im Finale gezeigt. Dennoch ist THE HATRED eher ein Gruselfilm, der von subtiler Angstmacherei lebt – wenngleich die zum großen Teil ihr Ziel verfehlt. Hierzulande dürfte der Filme ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Demonic (2015)
 
Annabelle 2 (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 
We Are Still Here – Haus des Grauens (2015)