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Filmkritik: „Rave Party Massacre“ (2017)

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RAVE PARTY MASSACRE

(DEADTHIRSTY)

Story

 
 
 

Wenn die Beats enden, beginnt der Horror. Nach einer durchzechten Partynacht, geht es einigen Technojüngern an den Kragen. Ein Killer mit Tiermaske will sie töten – grausam und blutig.

 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Kritik

 
 
 
Als Horrorfilmkritiker benötigt man ein dickes Fell. Nicht, dass es schwierig wäre über Filme zu schreiben. Weitaus bedenklicher ist das, was oft als Horrorfilm bezeichnet und zugemutet wird. Da flattern häufig Filme auf den Schreibtisch, die so undenkbar einfältig sind, dass nicht selten der Spaß am Schauen von Genre-Streifen vergeht. RAVE PARTY MASSACRE ist so ein Kandidat, der sich Slasher schimpft. Da mag sicher zutreffen, denn der Streifen hat das, was einen Meuchelstreifen ausmacht. Der fade Beigeschmack ist jedoch der Film selbst, der so dilettantisch zusammengekleistert wurde, dass man ein dickes Fell benötigt, um knapp 80 Minuten Horror-Leerlauf ertragen zu können. Es gibt nun mal nichts Schlimmeres als langweilige Horrorfilme.
 
 
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Wir gehen zurück in das Jahr 1992. Der Techno hält mittlerweile nicht mehr nur in deutschen Clubs Einzug. Auch in Übersee kleiden sich Raver in bunte Fummel, um sich unter Drogeneinfluss schnellen Beats hinzugeben. Unsere Heldin Rachel treibt es zu genau einer dieser angesagten Techno-Veranstaltungen, die bevorzugt in leerstehenden Gebäuden veranstaltet werden, um feierhungrigen Partygängern lange Nächte bescheren zu können. Doch diese Party endet für Rachel und einige Gästen nicht sonderlich rosig. Nach ein paar Pillen Ecstasy und reichlich Alkohol findet man sich in einem heruntergekommenen Krankenhaus wider. Die Eingänge sind verschlossen und ein Entkommen nicht möglich. Da kommt verständlicherweise Panik auf. Die ist auch berechtigt, denn durch die Flure irrt ein maskierter Killer, der offenbar bestrafen will. Warum und weshalb? Das erfährt der Zuschauer erst im Finale. Bis es jedoch zur Auflösung kommt, bedarf es viel Geduld. RAVE PARTY MASSACRE ist leider keine Sternstunde des Slasher-Kinos. So werden knapp 80 Minuten Film zu einer gefühlten Ewigkeit.
 
 
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Krasses Poster, geiler Titel – Vorfreude pur! Doch nicht immer da wo „Massacre“ draufsteht, wird zwangsläufig auch ein Blutfest der Extraklasse zelebriert. RAVE PARTY MASSACRE ist eine ziemliche Mogelpackung, weil der Streifen verspricht, was er gar nicht halten kann. Das im Titel versprochene Massaker muss man nämlich mit der Lupe suchen. Stattdessen wird der Zuschauer mit talentlosen Schauspielern gequält, die wohl auf der Straßen aufgelesen und in ein leerstehendes Krankenhaus gebracht wurden, um dort für kleines Geld durch Gänge und Treppenhäuser zu laufen. Nein, RAVE PARTY MASSACRE ist bei Gott kein guter Slasher. Das liegt einerseits daran, dass es dem Film zu keiner Minute gelingt Spannung aufzubauen. Andererseits mangelt es an Identifikationsfiguren, die den Zuschauer an die Hand nehmen und durch den Film führen. Da fragt man sich doch glatt, ob Regisseur JASON WINN verstanden hat, auf was es beim Drehen eines Horror-Slashers ankommt. Der Blutzoll ist gering, die Handlung passt auf einen Bierdeckel und auf sympathische Figuren hat man gleich ganz verzichtet. Angesichts der ohnehin schon vorhersehbaren Abläufe für Slasher ein Debakel, was RAVE PARTY MASSACRE zu einem ziemlichen Rohrkrepierer macht. Was bleibt sind immerhin ansprechende Bilder. Filmemacher JASON WINN experimentiert mit kreativen Kamerawinkeln, Fahrspielereien und atmosphärischer Ausleuchtung. Gute Ansätze, die aber nicht verbergen können, dass es sich bei genauerer Betrachtung nur um Amateurware auf gehobenem Niveau handelt. Demzufolge sollte man sich auf das Schlimmste gefasst machen. RAVE PARTY MASSACRE ist nur für Hardcore-Slasher-Fans geeignet. Wer gute und unterhaltsame Filme sucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
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RAVE PARTY MASSACRE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein Slasher, der mit seinem reißerischen Titel in die Irre führt. Wer mit RAVE PARTY MASSACRE den Horrorklassiker TEXAS CHAINSAW MASSACRE und seine Fortsetzungen assoziiert, ist auf dem Holzweg und dürfte schnell enttäuscht werden. Statt ausufernde Gewalt- und Terrorexzesse gibt es Langeweile für Alle. Die Schauspieler agieren furchtbar und hölzern. Zudem ist der Blutzoll gering. Alles läuft nach klassischem Slasher-Muster ab. Das bedeutet, dass junge Menschen vor einem Killer mit Maske flüchten müssen und wenig überraschend nacheinander ausradiert werden. Nichts Neues also. Regisseur JASON WINN scheut beinahe zwanghaft Neuerungen. Das macht DEADTHIRSTY – so der anfängliche Titel – zu einer Schlafpille vor dem Herrn. Weil die Darsteller derart unbeholfen und unerfahren agieren, drückt sich RAVE PARTY MASSACRE beinahe freiwillig den Stempel Amateurfilm auf. Wer daher Qualität erwartet, sollte diesen Slasher meiden.
 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Zensur

 
 
 
RAVE PARTY MASSACRE (oder DEADTHIRSTY) ist nicht sonderlich brutal. Ein Hals wird aufgeschlitzt, es gibt eine Blutpfütze zu sehen und eine Machete bohrt sich durch einen Körper. Im Gegensatz zu den meisten Slasher neueren Datums, kann dieser Film wegen seiner zurückhaltenden Zeigefreudigkeit beinahe im Kinderprogramm ausgestrahlt werden. Sollte sich ein Label trauen RAVE PARTY MASSACRE hierzulande veröffentlichen zu wollen, dürfte es ohne Probleme eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Breaking Glass Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Pinup Dolls on Ice
 
Slasher House (2012)
 
All Through the House (2015)
 

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Filmkritik: „Hostile“ (2017)

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HOSTILE

Story

 
 
 

Eine junge Frau muss in einem Unfall-Auto gegen menschenfressende Kreaturen kämpfen, um überleben zu können.

 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Kritik

 
 
 
Ein Horrorfilm produziert vom Franzosen XAVIER GENS. Da stellt sich Vorfreude bei Fans härterer Filmgangart ein. Die ist nicht unbegründet, hat sich der Filmemacher vor allem durch Streifen einen Namen gemacht, die sich durch blutige Raffinessen in die Hirne brennen konnten. So entstanden unter Gens Fuchtel so fragwürdige Gewaltausbrüche wie THE DIVIDE oder FRONTIER(S). Letzterer gilt als einer der wichtigsten Beiträge zur französischen Terrorwelle, welche vor knapp zehn Jahren um den Globus ging. Umso mehr überrascht es, dass sich der französische Regisseur seit einiger Zeit den eher leiseren Tönen widmet. Die waren bereits in THE CRUCIFIXION Programm. Statt eimerweise Kunstblut auf der Leinwand zu verteilen, lag der Fokus auf atmosphärischen Bildern und subtiler Gruselstimmung. Anhänger des kontroversen Filmemachers gefiel das verständlicherweise so rein gar nicht. Genau jene Schiene folgt nun auch HOSTILE, für den Gens als Geldgeber fungierte. Statt selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen, überließ er das Regiezepter dem ambitionierten Neuling MATHIEU TURI. Der war zuletzt ausschließlich als Regieassistent für viele bekannte Hollywood-Produktionen tätig. Darunter so Filme wie R.E.D. 2, DIE SCHLÜMPFE 2 oder LUCY.
 
 
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HOSTILE verlegt seine Handlung in eine dystopische Welt. Die Menschen kämpfen in trostlosen Wüstenlandschaften ums Überleben, stets auf der Suche nach Nahrung und medizinischer Versorgung. Doch der Überlebenskampf ist nicht einfach. Neben der permanenten Suche nach Wasser und Essbarem, verbreiten furchterregende Kreaturen Angst und Schrecken. Dabei handelt es sich um ausgemergelte, menschenähnliche Wesen, die nur ein Ziel kennen: Menschenfleisch fressen. Mit genau jenen Monstern sieht sich nun auch die attraktive Juliette (BRITTANY ASHWORTH aus THE CRUCIFIXION) konfrontiert. Diese durchstreift die Gegend, um nach Vorräten zu suchen. Dabei versucht sie so viele dieser Kreaturen in die ewigen Jagdgründe zu befördern, wie nur möglich. Leider meint es das Schicksal nicht so gut mit der tapferen Einzelgängerin. Es kommt zu einem folgenschweren Autounfall, der Juliette vor unüberwindbare Probleme stellt. Das Fahrzeug überschlägt sich und bricht der taffen Kampfamazone das Bein. Nun ist guter Rat teuer, zumal es dunkel wird und es einer der Menschenfresser auf unsere verletzte Heldin abgesehen hat. Ein Kampf ums Überleben beginnt.
 
 
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Tragische Beziehungsgeschichte trifft auf postapokalyptisches Weltuntergangsszenario im Stile eines MAD MAX. HOSTILE lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Der Film erzählt nämlich zwei unterschiedliche Handlungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der Film in der Gegenwart beginnt und die Hauptdarstellerin bei ihren Überlebensstreifzügen durch karge Kulissen bekleidet, springt die Handlung regelmäßig zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit. Letztere widmet sich der tragischen Vorgeschichte ihrer Heldin. Deren früheres Leben war nämlich nicht immer eitel Sonnenschein und von Drogen geprägt. Ein nicht minder attraktiver Retter nimmt sich der orientierungslosen Frau an und bringt sie zurück auf dem rechten Weg. Was folgt, ist das umfangreiche Protokoll einer durchwachsenen Romanze, die dann doch etwas sehr an Liebeskitsch wie PRETTY WOMAN erinnert. Doch die ausführliche Beziehungs-Analyse hat seinen Sinn. Sie dient für das Verständnis für den Ausgang der Geschichte. Im Finale fließen nämlich beide Handlungsstränge ineinander und münden in einem grimmigen wie kitschigen Twist, der dann doch etwas sehr unpassend gewählt wurde.
 
 
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Dennoch sollte man mit HOSTILE deswegen nicht zu streng ins Gericht gehen. Der Film erhielt auf einschlägigen Festivals Preise und das nicht ohne Grund. Klammert man das etwas sehr konstruierte Ende aus, auf welches Regisseur MATHIEU TURI hinausarbeitet, ist die erste eigene Regiearbeit doch sehr atmosphärischer Endzeit-Horror mit Hintergrund, in dem mal wieder das thematisiert wird, was alle Menschen über sich hinauswachsen lässt: die Liebe. Zwar bleibt weitestgehend ungeklärt, welche Ursachen dazu geführt haben, dass die Welt in Trümmern liegt. Dafür nimmt HOSTILE aber seine Figuren genauer unter die Lupe und analysiert diese sorgfältig. Entstanden ist so etwas anderer Endzeit-Horror, der sich nicht zwingend mit Mord- und Totschlag beschäftigen muss, um eine gescheite Geschichte zu erzählen.
 
 
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HOSTILE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX trifft auf PRETTY WOMAN. Der französische Regisseur MATHIEU TURI ist in Experimentierlaune und spielt in HOSTILE mit unterschiedlichen Genres. So verbindet er Endzeit- und Survival-Horror mit tragischem Beziehungsschmalz in Form unterschiedlicher Handlungsstränge. Während der eine für die Analyse seiner Protagonisten vonnöten ist, sorgt der andere für Horror mit Adrenalinkick. Ein ungewöhnlicher Mix, der nicht jedem Horrorfan zusagen dürfte. Wem das aber bewusst ist und wer sich auf HOSTILE einlässt, dürfte positiv überrascht sein.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat HOSTILE nicht zu bieten. Ein Mann verendet an einer Bauchverletzung, ein Gegenstand bohrt sich durch ein Bein, einem Protagonisten wird der Kopf eingetreten und einige der Kreaturen im Film werden mit einer Schusswaffe „bearbeitet“. Hierzulande gab es für den Endzeit-Horrorstreifen eine FSK16 in ungeschnittener Form. Wegen Bonusmaterial besitzt die erhältliche Scheibe aber einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im limitierten Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hostile; Frankreich 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Deleted Scenes, Making of

Release-Termin: 27.04.2018

 

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HOSTILE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Stains the Sands Red (2016)
 
Vampire Nation (2010)
 
Vampire Nation 2: Badlands (2017)
 
Cujo (1983)
 


Filmkritik: „Motorrad – The Last Ride“ (2017)

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MOTORRAD – THE LAST RIDE

(MOTORRAD)

Story

 
 
 

Eine Gruppe Motorrad-Liebhaber bekommt es mit gewissenlosen Killern zu tun, die sich offenbar zum Hobby gemacht haben, andere Biker auszuradieren.

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilme sind immer eine sichere Bank, egal aus welchem Land sie stammen – insofern man sich an bestimmte Regeln hält. Eine davon ist auffallen, damit man sich von der grauen Masse abheben kann. So kann die Aufmerksamkeit durch taububrechende Inhalte oder schonungslose Brutalität auf sich gelenkt werden, wie der Filmbericht zu TRAUMA beweist. Darin vereinte man reichlich kontroversen Zündstoff, der für Gesprächsstoff gesorgt hat. Ohne den hätte man genannten Exploitationer wohl erst gar nicht wahrgenommen. Nicht minder reißerisch geht es im brasilianischen MOTORRAD vonstatten. Der Film bricht zwar keine Ekelrekorde, schockiert aber mit einer unbequemen Atmosphäre und den wohl abgebrühtesten Filmbösewichten der letzten Jahre. Die hetzten ihre Opfer in einer Art Bike-Movie solange durch die Gegend, bis ihnen das Benzin ausgeht und sie sich ihrem Schicksal unterwerfen müssen. Das ist grausam und brutal. Fans härterer Gangart kommt’s gelegen.
 
 
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In MOTORRAD treffen einige befreundete Motorradfahrer auf das ultimative Böse. Die wollten mit ihren Bikes eigentlich nur etwas durch die Gegend düsen und an einem See entspannen. Doch vier düstere Zeitgenossen heften sich an deren Fersen und wollen nichts Gutes. Sie verfolgen ihre Opfer und beginnen sie nacheinander auszuradieren. Dabei kennen sie weder Gnade noch Erbarmen und gehen beim Auslöschen unmenschlich vor. Aber was treibt die schwarz bekleideten Killer zu ihren brutalen Taten? Das fragen sich auch Hugo und Ricardo. Die beiden sind Brüder und stehen ebenfalls auf der Mordliste der rastlosen Verfolger. Sie stellen sich dem skrupellosen Quartett gegenüber und riskieren dabei ihr Leben. Ein blutiger Überlebenskampf, der definitiv nichts für zartbesaitete Zuschauer ist.
 
 
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Die Horror-Version von EASY RIDER. MOTORRAD ist ein durchgestylter Slasher, der vor allem durch seine wortkarge Inszenierung und einer gewöhnungsbedürftigen Farbgebung in Erinnerung bleibt. So wurden Farben reduziert, was dem Streifen beinahe schon Schwarz-Weiß-Film-Charakter verleiht. Die Entkräftigung der Farben als Stilmittel passt wie die Faust aufs Auge. So erhält MOTORRAD durch den Entzug von Farben fast schon dystopischen Charakter, der kaum Hoffnung auf Überleben oder Rettung zulässt, weil die anonymen Verfolger offenbar immer einen Schritt voraus sind. Da entwickelt sich schnell ein permanent ungutes Gefühl beim Zuschauer, der einen ungezügelten Hass gegenüber den Bösewichten entwickelt, denen es offenbar Freude bereitet ihre Opfer zu quälen. Was demzufolge als Roadtrip beginnt, gipfelt relativ zügig in einem ausweglosen Überlebenskampf, bei dem das Negerlein-Prinzip Verwendung findet. Das bedeutet, dass beide Parteien durch abwechslungsreiche Todesarten nacheinander ihr Leben lassen müssen. Bedauerlicherweise verzichtet Regisseur VICENTE AMORIM auf zufriedenstellende Antworten. Der macht ein Geheimnis um die Identität seiner sadistischen Killer, das auch nach dem Abspann gut gehütet bleibt. Eine etwas unbefriedigende Prämisse, mit der sich MOTORRAD wohl nicht nur Freunde machen wird, da es relativ unwahrscheinlich ist, dass dieser brasilianische Slasher eine Fortsetzung erhalten wird.
 
 
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MOTORRAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ungemütliche Motorrad-Hatz mit einigen Kills, die es in sich haben. MOTORRAD ist Horror made in Brazil, der die lange Reihe an Slasher-Filmen um einen weiteren Beitrag erweitert. Diesmal meuchelt nicht ein maskierter Irrer ahnungslose Teenager ab. In MOTTORRAD läuft das perfide Katz-und-Mausspiel auf heißen Rädern und unter brummenden Motorgeräuschen ab. Viel geredet wird nicht. Dafür eiskalt getötet. Eigentlich eine gute Sache, die Horrorfilmfans zufriedenstellen dürfte. Wäre da nicht das rätselhafte Ende, welches mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu liefern. Wer darüber hinwegsehen kann, wird aber nicht enttäuscht. Der Bike-Horror MOTORRAD besitzt gut gefilmte Verfolgungsjagden, hektische Schnitte und eine ungewöhnliche Optik, die in Erinnerung bleibt. Zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack darf man Regisseur VICENTE AMORIM für den etwas anderen Slasher beglückwünschen, der gern mal die krude Schlitzer-Atmosphäre einfängt, welche an die Slasher der späten 1970er und frühen 1980er erinnert. So bewegt sich der Filmemacher mit MOTORRAD Lichtjahre von dem weg, was er bisher inszeniert hat. Darunter anspruchsvolle Dramen mit Tiefgang. Manchmal muss man eben Veränderungen wagen. Anhand von MOTORRAD kann man erkennen, dass Mut Neues zu wagen durchaus Früchte tragen kann.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Zensur

 
 
 
MOTORRAD – THE LAST RIDE (so der deutsche Titel) hat einige boshafte Morde zu bieten. Eine Frau wird bei lebendigem Leibe verbrannt, ein Mann ertrinkt, ein anderer enthauptet und eine Machete kommt ebenfalls mehrfach zum Einsatz. Hierzulande hat der brasilianische Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Motorrad; Brasilien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Motorrad – The Last Ride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turbo Kid (2015)
 
Von der bösen Art (2010)
 
The Mad Foxes: Feuer auf Rädern (1981)
 
Der Frosch (1973)
 


Filmkritik: „Scarecrows“ (2017)

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SCARECROWS

Story

 
 
 

Vier Freunde laufen beim Badeausflug dem personifizierten Bösen in die Arme.

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Kritik

 
 
 
Was erwartet man eigentlich von einem Film mit dem Titel SCARECROWS? Vermutlich in erste Linie ein Creature-Feature, in denen boshafte Vogelscheuchen nach dem Leben ahnungsloser Menschen trachten. Manchmal kann aber so ein vielversprechender Titel auch ein gemeiner Blender sein, wie der vorliegende Film beweist. Der von STUART STONE inszenierte Streifen hat nämlich mit garstigen Strohpuppen, die im Horrorfilm meist nach Blut lechzend durch Maisfelder streifen, so rein gar nichts am Hut. Stattdessen verbirgt sich hinter dieser Produktion ein beliebiger Backwood-Slasher mit Folterelementen, der – zumindest in der deutschen Fassung – wegen seiner semiprofessionellen Synchronisation schwer zu ertragen ist. Fans von so echtem Vogelscheuchen-Horror wie DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE oder SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE dürften da enttäuscht aus der Wäsche schauen. Denen sei aber versichert, dass genannte Filme weitaus besser sind, als dieser schnell für den Videomarkt produzierte aus Kanada.
 
 
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Alles fängt wie immer an und endet auch wie gehabt: Vier junge Leute, die nicht sonderlich helle sind, wollen an einem See knutschen und fummeln. Doch so einfach ist das Gewässer nicht zu finden. Ein Maisfeld versperrt den Weg. Darin befinden sich unheimliche Vogelscheuchen, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Beinahe will man da meinen, die Puppen wären lebendig. Ganz Unrecht hat man da nicht. Unter den Sackmasken der Strohmänner verbergen sich ahnungslose Durchreisende, die vom Besitzer des Maisfelds entführt, gefoltert und anschließend als Vogelscheuche verkleidet ans Kreuz genagelt wurden. Genau jenes Schicksal ereilt nun auch unseren vier intelligenzfreien Hauptdarstellern. Die werden nacheinander in Vogelscheuchen umfunktioniert und machen in ihrer neuen Verkleidung gar keine so üble Figur.
 
 
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Technisch okay, aber das wars dann auch. SCARECROWS ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Die Figuren sind nervig und verhalten sich unklug, die Geschichte verläuft nach Schema F und auch hinsichtlich gezeigter Brutalität ist SCARECROWS nicht gerade das Gelbe vom Ei. Gewalt wird nämlich kaum eingesetzt, was angesichts der Tatsache unbefriedigend ist, weil SCARECROWS dem Backwood-Horror-Fach zuzuordnen ist. Das hat sich vor allem wegen zeigefreudiger Boshaftigkeiten in den letzten Jahrzehnten einen Namen machen können und mit so Filmen wie WRONG TURN, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder WOLF CREEK Erfolge gefeiert. Genannten Filmen kann diese kanadische Produktion freilich nicht das Wasser reichen. Dem Film fehlt das gewisse Etwas, um im Gedächtnis bleiben zu können. Regisseur STUART STONE spult seinen zweiten Spielfilm nach konventionellem Ablauf ab und lässt so kaum Überraschungen zu. Da macht sich bei erfahrenen Zuschauern schnell Langeweile breit, weil SCARECROWS so vorhersehbar ist, dass man bereits zu Beginn weiß, wie es ausgehen wird. Filmemacher STUART STONE liefert mit diesem Horrorthriller sein Zweitwerk ab. Der ist eigentlich erfahrener Schauspieler und tingelt seit knapp 40 Jahren als Darsteller durch die TV-Landschaft. Offenbar wollte er mal die Seiten wechseln. Die ersten Gehversuche als Regisseur waren – man muss es wirklich mal sagen – bisher eher bescheiden.
 
 
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SCARECROWS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beliebiger 08/15-Teen-Horror ohne Überraschungen. Ein paar Anleihen an TEXAS CHAINSAW MASSACRE hier, etwas dreckiger HOSTEL-Look da. SCARECROWS besteht aus Versatzstücken diverser Horrorfilme und entpuppt sich als beliebiger Backwood-Horrorfilm, der mit seinem Titel in der Irre führt. Hier gibt es keine mordenden Vogelscheuchen zu bestaunen. Der Killer im Film ist menschlicher Natur und hat es mal wieder auf Teenager abgesehen. Slasher-Fans kommen da auf ihre Kosten, sollten aber kein kaltschnäuziges Gewaltfeuerwerk erwarten. Wer sich von den rauen Szenenbildern blenden lässt, wird enttäuscht werden. SCARECROWS hat – bis auf ein paar zugenähte Münder – kaum Gewalt zu bieten. Ein fataler Fehler, hätte dieser Film zumindest mit derben Schauwerten aus der Masse hervorstechen können. Weil die Geschichte mit ihren mehr als dämlichen Figuren vollkommen austauschbar und vorhersehbar ist, werden die meisten Zuschauer schnell abgeschalten haben. Die semiprofessionelle Synchronisation tut da ihr Übriges.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Zensur

 
 
 
Die gute Nachricht: SCARECROWS ist ungeschnitten. Das ist aber auch kein Kunststück, denn im Film wird kaum Gewalt gezeigt. Es gibt einige zugenähte Münder zu sehen. Weiterhin werden als Vogelscheuche missbrauchte Menschen von Raben angeknabbert. Zudem schockieren abgeschnittene Finger und ein Protagonist reißt sich das Bein an einem Stacheldraht auf. Da fragt man sich doch glatt, was die FSK geritten und diesen Backwood-Slasher erst für Erwachsene freigegeben hat. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scarecrows; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Scarecrows [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Inner Demon (2014)
 
Scathing (2016)
 
Killbillies (2015)
 


Filmkritik: „Redwood“ (2017)

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REDWOOD

Story

 
 
 

Der Rückzug in die Natur entwickelt sich für ein Paar zum Horrortrip. Sie kommen vom Weg ab und machen Bekanntschaft mit boshaften Kreaturen.

 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Kritik

 
 
 
Mensch, warum machen Protagonisten in Horrorfilmen immer nur Dummheiten? Ein Ausflug in die Natur wird hier meist zum Albtraum. Der Grund ist oft in der Naivität aller Beteiligten zu suchen. So kommt es nicht selten vor, dass sich Figuren unlogisch verhalten und plötzlich Waldwege entlang schlendern, die sie eigentlich gar nicht betreten sollen. Auch im Indie-Horror REDWOOD wird Unbelehrbarkeit für zwei Wanderer zum Verhängnis. So macht sich ein Paar auf in die amerikanischen Redwood-Wälder, um dort die Natur genießen zu können. Musiker Josh hat vor einiger Zeit die Diagnose Leukämie erhalten. Das hat ihn aus der Bahn geworfen. Dennoch hat er den Lebensmut nicht verloren und möchte nun möglichst viel von der Welt sehen. Ein Grund mehr mit Freundin Beth auf Reisen zu gehen. Die kommt mit dem Schicksal des Partners nicht sonderlich gut klar. Steht ihm aber bei. Doch der Wanderausflug stellt die Beziehung der jungen Leute auf eine harte Probe. Immer wieder wird die Krankheit Thema, sodass Erholung unmöglich gemacht wird. Wer jetzt aber denkt, dass in REDWOOD nur Beziehungsprobleme dominieren, irrt gewaltig. Natürlich gibt es im Film auch einen Horrorpart zu bestaunen. So entfernen sich unsere Helden trotz Warnungen vom rechten Weg und verirren sich in das Jagdgebiet seltsamer Kreaturen, die den Wesen aus dem Horrorthriller THE DESCENT nicht unähnlich sind. Nur, was wollen die Kreaturen? Nach viel Lauferei und reichlich Geschrei ist man schlauer.
 
 
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Nee, so bekommt man den Zuschauer nicht. REDWOOD ist einer dieser Filme, der mit einem mysteriösen Prolog neugierig macht. Darin sieht man, wie sich zwei Protagonisten mit letzter Kraft vor einen seltsamen Altar schleifen. Was beide dort wollen, ist vorerst unklar. Doch dabei bleibt es nicht. So wird der eine vom anderen ermordet. Danach widmet sich der Streifen seinem eigentlichen Handlungsstrang. Der löchrige Beginn wirft Fragen auf, die aber erst in den letzten Minuten beantwortet werden. Bis dahin wird es ein sprichwörtlicher Marsch, denn REDWOOD nimmt sich viel Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Das ist dahingehend problematisch, weil sich Regisseur TOM PATON zu detailliert mit den Problemen seiner Filmhelden auseinandersetzt. Die laufen durch Wälder und klären dabei zwischenmenschliche Konflikte, welche die Beziehung belasten. Ungeduldige Zuschauer fragen sich da zu Recht, wann der Film endlich zum Horror übertritt. Im Falle von REDWOOD wird Sitzfleisch und Geduld vorausgesetzt. Erst nach knapp 45 Minuten geht der Streifen in die nächste Runde. Dann nämlich werden unsere Helden von mysteriösen Kreaturen terrorisiert, die die verschreckten Wanderer durch die Dunkelheit hetzen. Spätestens hier erlebt REDWOOD seinen Höhepunkt. Wenn man eine Sache lobend hervorheben sollte, dann ist es das geschickte Spiel mit der Angst vor dem Unbekannten. Regisseur TOM PATON lässt immer nur einen kurzen Blick auf seine unheimlichen Verfolger zu. Da ein Schatten, dort eine Hand und jede Menge grauenerregendes Gegeifer. Da springt sofort das Kopfkino an, Gruselstimmung ist somit garantiert.
 
 
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Unterm Strich ist REDWOOD in technischer Hinsicht ganz brauchbar. Klammert man die Startschwierigkeiten aus, gelingt Regisseur TOM PATON passable Gruselunterhaltung, die vor allem wegen seiner ausweglosen Stimmung in der zweiten Hälfte für Spannung sorgt. Hinzukommt, dass ein Twist im Finale kalt erwischt. Filmemacher TOM PATON – der sich übrigens selbst als Autodidakt bezeichnet – ist recht neu im Horrorgeschäft. Mit REDWOOD liefert der seine zweite Regie-Arbeit ab. Das Resultat geht in Ordnung. Da hat man schon weitaus Schlechteres vorgesetzt bekommen. Übrigens gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Für REDWOOD konnte Paton als eingefleischter BUFFY-Fan niemand geringeren als NICHOLAS BRENDON für eine Nebenrolle im Film gewinnen. Das dürfte all jene freuen, die in den 1990ern mit dem Teenie-Horror-Serienformat BUFFY – IM BANN DER DÄMONEN aufgewachsen sind. Es mutet seltsam an, wo man verschollen gemeinte Schauspieler plötzlich wieder trifft.
 
 
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REDWOOD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Kreaturen-Horror mit grimmigen Ende. REDWOOD ist nichts Großes. Der Film braucht lange, bis er endlich mal zum Punkt kommt. Hat er dann die richtige Richtung angesteuert, ist die Gruselhatz durch dunkle Wälder ganz brauchbar. Quintessenz dieses Horrorstreifens sind seine mysteriösen Bösewichte. Die bekommt man leider nur selten vor die Linse, was aber nur den Gruselfaktor erhöht. Regisseur TOM PATON hat verstanden, dass Kopfkino weitaus effektiver ist, als das Böse in voller Pracht vor der Linse zu zeigen. Hier ein Schatten, dort Gegeifer – zugegeben, ab und an entsteht da Gänsehaut. Wohl auch deshalb, weil man die Kreaturen in erste Linie hört, statt sie zu sehen. Da werden Urängste aktiviert, schließlich ist nichts unbequemer als vor dem Unbekannten in der Dunkelheit ausgeliefert zu sein. REDWOOD entpuppt sich – zumindest in den letzten dreißig Minuten – als solide Regie-Arbeit mit einigen gut platzierten Schocks. Viel erwarten sollte man dennoch nicht. Für den kurzen Horror-Snack zwischendurch aber allemal brauchbar.
 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Zensur

 
 
 
In REDWOOD gibt es kaum Gewalt zu sehen. Der Film setzt in erster Linie auf Terror und Gänsehaut. Es gibt zwei Kehlenschnitte zu sehen, die aber nicht detailliert gezeigt werden. Dafür ist eine ungeschnittene FSK-Freigabe denkbar.
 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Wistech Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Temple (2016)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
Arbor Demon (2016)
 
Beacon Point (2016)
 


Filmkritik: „Caught“ (2017)

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CAUGHT

Story

 
 
 

England im Jahr 1972: Eine Familie bekommt es mit der Angst zu tun. Die erhält Besuch von zwei Fremden, die sich im Haus einnisten und offenbar nicht wieder gehen wollen. Was wollen die, warum sind sie gekommen und weshalb verschlechtert sich deren Gesundheitszustand beinahe minütlich? Sind das Außerirdische oder Kreaturen, die von einer höheren Macht gesteuert werden? CAUGHT ist voll mit Rätseln, die es zu ergründen gilt.

 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Kritik

 
 
 
Es müssen nicht immer die Horrorfilme mit ausufernden Effekten, reißerischen Todesszenen und hektischen Schnitten sein. Manchmal ist weniger mehr, wie der folgende Film beweist. CAUGHT nennt sich ein etwas anderer Home-Invasion-Thriller, der versucht andere Wege zu gehen und sich so von der grauen Masse an Filmen abheben will, in denen Hausbewohner von boshaften Einbrechern erniedrigt, misshandelt und getötet werden. Frischer Wind ist somit garantiert, denn der Brite JAMIE PATTERSON hat sich für die erste Regie-Arbeit eine kleine Geschichte ausgesucht, die ohne viel Tamtam Horror entstehen lässt und schnell eine Aura permanenter Bedrohung heraufbeschwört. Dabei macht er von alter Schule Gebrauch und konzentriert sich ausschließlich auf das Zusammenspiel seiner wenigen Figuren, die den Zuschauer zurück in eine Zeit schicken, in der Horror noch Kopfarbeit war und auch vornehmlich darin stattfand.
 
 
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Ein verheiratetes Journalisten-Paar bekommt Besuch der etwas anderen Art. Julie und Andrew leben in einem netten Häuschen irgendwo im britischen Hinterland. Hier ist es friedlich, hier lebt man gern. Doch die beiden Journalisten entdecken eines Tages seltsame militärische Aktionen in der Gegend und wittern darin die Story ihres Lebens. Leider kommt bald alles anders. Zwei Fremde stehen plötzlich vor der Tür und haben einen Fragenkatalog im Gepäck. Sind das etwa religiöse Missionare, die den Journalisten von ihrem Glauben berichten wollen? Natürlich nicht, denn die altbacken gekleideten Besucher zeigen bald ihres wahres Gesicht. Das scheint nicht von dieser Welt zu sein, denn die Fremden quasseln wirres Zeug und benehmen sich alles andere als normal. Hat man es hier etwa mit gehirngewaschenen Psychopathen zu tun, die den Hauseigentümern das Leben zu Hölle machen wollen? Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, denn CAUGHT ist so rätselhaft, wie die allmählich selbst zerfallenden Bösewichte dieses doch sehr skurrilen Horrorerlebnisses.
 
 
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Seelenlose Roboter in Menschengestalt, Aliens oder Naturgeister? Die Idee dieses Home-Invasion-Horrors ist nicht übel. Zwei Fremde verschaffen sich zum Haus einer jungen Familie Zutritt und haben Forderungen. Diese gilt es zu ergründen, was im Falle von CAUGHT zu einem spannenden Gruseltrip avanciert, weil mit einfachen Mitteln versucht wird, Absichten zu verschleiern. Regisseur JAMIE PATTERSON – der sich laut Interviews für den ersten Spielfilm von Horrorfilmen der 1970er inspirieren ließ – webt nämlich ein Geheimnis um den mysteriösen Besuch der beiden Fremden, die in Rätseln faseln und keine Antworten geben wollen. Hinzukommt seltsames Verhalten, was die Frage aufwirft, ob die Besucher überhaupt menschlicher Natur sind oder doch nur fremdgesteuerte Marionetten einer höheren Macht. Leider nimmt man es mit fortschreitender Laufzeit zu genau mit der Geheimniskrämerei. Statt Geschehnisse am Ende aufzulösen, ist man eher darum bestrebt weiter des Zuschauers Kopfkino zu strapazieren. Offenbar will man die Interpretationsfähigkeit des Publikums herausfordern und hält sich auch nach dem Abspann mit Antworten bedeckt. Das verursacht ein unbefriedigendes Gefühl, weil man dann doch gern gewusst hätte, was die Fremden mit ihrem Besuch bezwecken wollten und woher sie tatsächlich stammen. Demzufolge ist dieses doch sehr rätselhaft Kammerspiel nur jenen zu empfehlen, die genügend Fantasie besitzen, um sich Antworten selbst zusammenzureimen. Wer diese auf dem Silbertablett serviert haben möchte, dürfte diesen doch beinahe schon surrealen Horrorfilm als Unsinn abstempeln. Wir von FILMCHECKER zumindest sind hin- und hergerissen, sprechen aber dennoch eine Empfehlung aus, denn so ungewöhnliche Filme wie CAUGHT hat man zweifelsohne nicht jeden Tag vor der Linse.
 
 
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CAUGHT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Rätselhafter Gruseltrip mit den wohl unheimlichsten Besuchern, die man je in einem Horrorfilm zu sehen bekommen hat. CAUGHT ist nichts für Zuschauer, die alles plausibel erklärt haben wollen. Der Film ist nämlich ein einziges Rätsel und will offenbar die grauen Zellen seines Publikums aktivieren. Fragen über Fragen, aber kaum Antworten. Das ist so gewollt und ermöglicht viele Interpretationsansätze. Handwerklich ist CAUGHT über jeden Zweifel erhaben. Trotz minimalistischer Kulisse und wenigen Figuren entwickelt man schnell ein ungutes Bauchgefühl, was wohl daran liegt, dass der ungewöhnliche Besuch unberechenbar scheint und Verhalten an den Tag legt, welches alles andere als menschlich ist. Da ist schnell eine rätselhafte und zugleich beunruhigende Atmosphäre aufgebaut, die den Zuschauer in ihren Bann zieht und erst mit Einblendung des Abspanns wieder loslässt. CAUGHT ist ein kleiner Indie-Geheimtipp und richtet sich mit seiner ungewöhnlichen Machart an Leute, denen es nach Neuerungen im Genre dürstet. Wer daher ein Herz für subtilen Schauer besitzt und eine Leidenschaft für Horrorfilme hegt, die aus der Reihe tanzen, sollte unbedingt einen Blick riskieren. CAUGHT macht nämlich Horror mit Hirn und nicht mit der Blutkeule. Das ist in Zeiten, in denen alles rasanter, hektischer und brutaler sein muss, mittlerweile eine Seltenheit geworden. Übrigens sollte man den Trailer nicht für bare Münze nehmen. Der weckt falsche Erwartungen und lässt einen Zombiestreifen vermuten. Mit Zombies hat CAUGHT aber – Gott sei Dank – nur wenig am Hut.
 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Zensur

 
 
 
CAUGHT hat kaum Gewalteffekte zu bieten. Einem Postmann wird mit einem Stein der Schädel eingeschlagen. Ansonsten spucken die unheimlichen Bewohner seltsamen Schleim, was vermutlich eine FSK16 rechtfertigen dürfte.
 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Körperfresser kommen (1978)
 
Das Dorf der Verdammten (1995)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1933)
 


Filmkritik: „Apartment 212“ (2017)

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APARTMENT 212

(GNAW)

Story

 
 
 

Eine traumatisierte Mieterin erlebt in der neuen Wohnung den ultimativen Horror.

 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man bezieht eine neue Wohnung und plötzlich geht es darin nicht mit rechten Dingen zu. Eigentlich ein Grund wieder auszuziehen. So nicht in den meisten Horrorfilmen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen ergeben sich Protagonisten ihrem Schicksal und versuchen lieber das Böse zu bekämpfen, statt nach einer neuen Bleibe zu suchen. Im Horrorthriller APARTMENT 212 ist das nicht anderes. Auch hier passieren in einer Wohnung seltsame Ereignisse, aber niemand nimmt die Situation ernst. Was des einen Leid, ist des Zuschauers Freud. Der bekommt hier kurzweiligen Horror-Spaß geboten, der vor allem durch seine skurrile Auflösung im Gedächtnis bleibt. Die drängt APARTMENT 212 ein wenig in die Trash-Ecke, macht ihn aber vor allem gerade deswegen irgendwie sympathisch. Für Regisseur HAYLAR GARCIA ein Glücksgriff. Von dem hatte man eigentlich nichts Gescheites mehr erwartet. Zuletzt langweilte dieser mit seinem kruden Gewalt-Quatsch AN AMERICAN TERROR, wo er noch kurz auf den langsam abfahrenden Folter-Zug aufsprang und beliebigen Videoblödsinn fabrizierte, der zu Recht in der Versenkung verschwand. Umso mehr überrascht das Zweitwerk. Beinahe möge man meinen hier zwei Filme von unterschiedlichen Filmemachern zu sehen. Aber in der Tat wurden die von ein und demselben Regisseur inszeniert. Da sage noch einer, untalentierte Filmemacher sind unbelehrbar. Manchmal geschehen doch noch Wunder.
 
 
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Wenn das neue Leben zum Albtraum wird. Eigentlich wollte sich die attraktive Jennifer Conrad (PENELOPE MITCHELL aus DER FLUCH VON DOWNERS GROVE) nur aus den Ketten ihrer quälenden Beziehung befreien. Deren Ex-Freund regelte nämlich Probleme innerhalb der Beziehung gern mal mit Prügel. Grund genug zu flüchten, ein eigenes Apartment zu mieten und auf das Beste zu hoffen. Doch die Hoffnung auf Besserung schlägt bald in Horror um, denn Jennifer kommt nicht mehr zum Schlafen, weil die Nachbarin ganze Nächte durchweint. Leider weiß niemand Rat. Bis sich die verzweifelte Mieterin den Kopf wegschießt und die übrigen Bewohner mit Fragen zurücklässt. Was hat zu dieser Katastrophe geführt? Genau das will auch unsere Filmheldin wissen, die bald mit seltsamen Wundmalen zu kämpfen hat, die ihr das Leben zur Hölle machen. Schnell sind Schlüsse zur Nachbarin gezogen, die offenbar mit ähnlichem Leiden zu kämpfen hatte. Hat hier etwa Ungeziefer in den Wahnsinn getrieben? Erste Theorien führen ins Leere, denn weder Kammerjäger noch Hausarzt können Insektenbefall bestätigen. Nun ist guter Rat teuer, denn der Gesundheitszustand der von Wundmalen übersäten Jennifer verschlechtert sich beinahe täglich. Ein Grund mehr dem Übel auf die Spur zu gehen. Was man aber entdeckt, lässt das Blut in den Adern gefrieren.
 
 
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Kennst Du noch die TV-Horror-Serie TALES FROM THE CRYPT? Die lief von 1989 bis 1996 im amerikanischen TV und zeichnete sich durch makabre Kurzgeschichten aus, die es mit bitterbösem Abschluss oft nicht gut mit Ihren Helden meinte. Nimmt man APARTMENT 212 genauer unter die Lupe, hätte dieser Low-Budget-Horror auch genauso innerhalb dieser Kult-Reihe laufen können. APARTMENT 212 fühlt sich nämlich an, wie die Spielfilmversion einer dieser Episoden genannter Fernsehserie. Hier wird eine kleine Geschichte ins Absurdum getrieben, die ganz harmlos beginnt und am Ende vollkommen aus dem Ruder gerät. Dabei ist natürlich die Auflösung mysteriöser Wundmale des Pudels Kern, die der einfältig geschnittene Filmtrailer ganz unverfroren verrät. Dort nimmt man es mit Geheimniskrämerei nicht ganz so genau. Statt den Zuschauer neugierig zu machen, fällt man gleich mit der Tür ins Haus und nimmt dem charmant trashig wirkenden APARTMENT 212 die Spannung. Wer sich daher den Spaß nicht verderben lassen möchte, sollte möglichst wenig wie möglich über den Film lesen. Der glänzt mit charmanten Figuren, simplen Spezialeffekten und erinnert in seiner beinahe schon naiven Machart an die vielen für den Videomarkt produzierten B-Movies der 1980er und 1990er, wo Handgemachtes bevorzugt Verwendung fand, um Budget einsparen zu können. Wer demnach Fan frecher Low-Budget-Horrorfilme ohne Schnörkel ist, sollte unbedingt einen Blick wagen. APARTMENT 212 macht nämlich zweifelsohne Spaß und Lust auf mehr Horrorfilme, deren Macher noch die Kunst des Geschichtenerzählens fernab einfältiger Computereffekte, plakativer Schocks und hektischer Schnitte beherrschen.
 
 
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APARTMENT 212 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen zu einer Zeit in der man den Zuschauer noch mit einfachen Ideen und trashigen Effekten Freudentränen bescheren konnte. Nein, wir meinen damit nicht die Schundfilme aus dem zweifelhaften THE ASYLUM-Studio, das seit Jahren mit so pseudowitzigem Müll wie SHARKNADO um Zuschauer buhlt. APARTMENT 212 – der anfangs übrigens noch als GNAW betitelt wurde – ist zwar auch irgendwie trashig, aber intellektuell weit weg von dem, was genannte Abfallproduktionsstätte regelmäßig fabriziert. Der Film erinnert an das, was man oft von so Produzenten wie CHARLES BAND in den 80ern und 90ern serviert bekommen hat. Das bedeutet: netter Zeitvertreib, trashige Ideen, handgemachte Effekte inklusive. Im Falle von APARTMENT 212 können zur Abwechslung auch noch die Schauspieler was. Die Besetzung ist für Low-Budget-Horror geradezu als professionell zu betiteln und lassen den Streifen nach mehr aussehen, als er wohl letztendlich gekostet hat. Zudem gibt es ein actiongeladenes Finale und ein im wahrsten Sinnes des Wortes bissigen Schlussgag. Wer demnach gern in den guten alten Videozeiten schwelgen möchte, sollte APARTMENT 212 nicht verpassen. Dieser Film ist ein Indie-Geheimtipp für Horror-Fans, die die Videoära noch miterlebt haben! Witzig und einfallsreich.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Zensur

 
 
 
APARTMENT 212 – der zu Beginn noch GNAW hieß – hat grundsätzlich keine Gewaltszenen zu bieten. Es gibt nur eine Szene, in der eine Nachbarin aus einem Fenster fällt, weil sie sich selbst erschossen hat. Das wars. Ansonsten bekommt man noch einige Wunden auf dem Körper der Heldin zu sehen. Hierzulande reicht das alles für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deep Dark (2015)
 
Curtain (2015)
 
Bats – Fliegende Teufel (1999)
 


Filmkritik: „The Executioners“ (2017)

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THE EXECUTIONERS

Story

 
 
 

Männer gegen Frauen und umgekehrt. In diesem Mix aus Home-Invasion und Rape-and-Revenge-Thriller zeigen mutige Damen einmal mehr, dass mit ihnen nicht gut Kirschen essen ist, wenn man sie schlecht behandelt.

 
 
 


 
 
 

THE EXECUTIONERS – Kritik

 
 
 
Wenn vier Frauen allein das Wochenende in einem abgelegenen Häuschen verbringen möchten, weiß man mittlerweile, dass das nicht gutgehen wird. So auch in THE EXECUTIONERS, wo sich vier Freundinnen noch einmal zusammentun, um das letzte Mal gemeinsam Zeit verbringen zu können. Die jungen Frauen haben erst kürzlich die Uni abgeschlossen und werden demnächst eigene Wege gehen. Um das Ereignis gebührend zu feiern, zieht man sich in das Haus zurück, in dem man stets die Ferien gemeinsam verbracht hat. Doch das gemütliche Beisamensein, schlägt bald in Terror um. Drei Männer haben nämlich Spaß am Terrorisieren. Die tauchen ihre Köpfe in Farbe und überfallen die wehrlosen Damen. Doch Belle (JEMMA DALLENDER) kann entkommen. Während die Freundinnen Grausames über sich ergehen lassen müssen, wächst die attraktive Brünette über sich hinaus. Das wird ein blutiger Denkzettel.
 
 
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Willkommen zu Home-Invasion mit Quälerei. THE EXECUTIONERS ist Futter für jene, die sich daran ergötzen können, wenn sich Menschen gegenseitig quälen und anschließend ausradieren. Der Film will niedere Instinkte befriedigen und damit polarisieren. Das gelingt ohne Probleme, denn wieder mal wird sich der Kampf zwischen den Geschlechtern zunutze gemacht, um Gewalt rechtfertigen zu können. So darf natürlich der Missbrauch von wehrlosen Frauen nicht fehlen, mit denen hier möglichst perverses Zeug veranstaltet wird, damit Hobby-Sadisten feuchte Hosen bekommen. Doch denen platzt schnell der Kragen. Die starten einen Rachefeldzug gegen ihre Peiniger und verwandeln sich plötzlich von traumatisierten Opfern in kompromisslose Kampfamazonen. Dass es da kleinlaute Ganoven plötzlich mit der Angst zu tun bekommen, leuchtet ein. Erfahrene Filmkenner erleben vermutlich ein Déjà-vu.
 
 
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Das ist auch kein Wunder. Die Handlung von THE EXECUTIONERS ist nämlich nicht neu und wurde bereits in den 1970ern zu Genüge abgespult. So brachte es das Rape-and-Revenge-Genre mit Vertretern wie ICH SPUCK AUF DEIN GRAB, EINE FRAU SIEHT ROT oder DIE FRAU MIT DER 45ER MAGNUM zu zweifelhaftem Ruhm – vor allem bei Sittenwächtern und Zensurbehörden. Letztere dürften auch mit THE EXECUTIONERS keinen Spaß verstehen, weil sich der Film weniger um Handlung schert und stattdessen das Foltern, Quälen und Rächen fokussiert. Ein ungutes Bauchgefühl ist da bei vielen Zuschauern vorprogrammiert, denn einige der Demütigungen im Film sind nicht ohne. Dennoch erreicht dieser Exploitation-Schocker zu keiner Zeit die Härte von nicht minder kontroversen Thrillern wie HATE CRIME oder I SPIT ON YOUR GRAVE 2. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Die Schauspieler in THE EXECUTIONERS verhalten sich oft unplausibel. Zudem happerts an der Glaubwürdigkeit, was vor allem an der hölzernen Darbietung der Darsteller liegt. Für einige derer dürfte es hier wohl der erste Ausflug ins Schauspielfach gewesen sein und das merkt man auch. Das mildert den Härtegrad und lässt enttäuschte Quälfans zurück. Letztere werden ohnehin verärgert über stümperhafte Schnitte sein. Offenbar wurde hier die Schere angesetzt, um Gewaltszenen abzumildern. Zumindest erwecken abrupte Szenenwechsel den Eindruck, als musste geschnippelt werden. Harte Schnitte setzen nämlich immer dann ein, wenn es gerade auf dem Bildschirm zur Sache geht.
 
 
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Ob gewollte Zensurschnitte oder unprofessionelles Handwerk ist letztendlich egal. THE EXECUTIONERS ist nämlich kein großer Wurf und wird auch Fans dieser Film-Gattung nicht begeistern können. Auch die werden sich langsam eingestehen müssen, dass es klassischen Rape-and-Revenge-Thrillern mit allseits bekannten Abläufen mittlerweile immer schwerer gelingt, Zuschauer vorm Ofen hervorzulocken. Das Subgenre hat nämlich das gleiche Problem, wie viele andere Subgenres auch. Es mangelt an Ideen und die stets gleichen Handlungsverläufe nutzen sich irgendwann ab. Da reicht es letztendlich nicht mehr aus, wenn man offensichtliche Ideenarmut mit möglichst menschenverachtender Gewalt verschleiert. Exploitation allein ist nicht alles.
 
 
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THE EXECUTIONERS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Professionell produziert, aber dennoch beliebig. Kompromissloser Quälfilm, der es nicht gut mit allen Beteiligten meint. Man nehme verschreckte Hühner, die von Alpha-Hähnen gedemütigt und gegen ihren Willen begattet werden und drehe den Spieß irgendwann um. Fertig ist Rape-and-Revenge-Dutzenware, die man vermutlich vor 30 Jahren als hartes Brett bezeichnet hätte. Heute schockt so ein austauschbarer Film wie THE EXECUTIONERS wohl kaum noch einen Liebhaber der härteren Gangart. Regisseur GIORGIO SERAFINI klammert sich zu engstirnig an den bekannten Abläufen des Rape-and-Revenge-Genres und fügt der vorhersehbaren Handlung kaum eigene Ideen hinzu. So bleibt am Ende nichts in Erinnerung. Das ist dahingehend für einen Filmschaffenden enttäuschend, der mit seinem Schaffen eigentlich polarisieren will, aber letztendlich in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. In Zeiten eines übersättigen Filmmarktes, muss man sich eben mehr Gedanken darüber machen, wie man mit Filmen im Gespräch bleiben kann. Im Falle von THE EXECUTIONERS bleibt die gewünschte Schockwirkung zumindest aus – trotz Gewalt und Geschrei.
 
 
 


 
 
 

THE EXECUTIONERS – Zensur

 
 
 
THE EXECUTIONERS ist schon ein sehr einfältiges Filmchen, das sich auf Quälen und Rächen konzentriert. Einige der menschenverachtenden Szenen sind sehr unschön anzusehen – vor allem dann, wenn weibliche Protagonisten erst gedemütigt und anschließend vergewaltigt werden. Aber natürlich bekommen auch die Herren im Film ihr Fett weg. Die werden mit einem Dildo vergewaltigt und nacheinander in den Filmhimmel befördert. Zwar ist THE EXECUTIONERS kein Film, der einkassiert werden müsste. Dennoch gehen wir davon aus, dass er mit rotem FSK-Sticker in den Handel kommen wird – insofern sich überhaupt ein Label die Auswertungsrechte für Deutschland sichert. Übrigens lag uns für die Besprechung die amerikanische Heimkinofassung vor. Aufgrund abrupter Schnitte gehen wir davon aus, dass die geschnitten war. Leider haben wir keine Info erhalten, ob wir mit unserer Vermutung richtig lagen.
 
 
 


 
 
 

THE EXECUTIONERS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave (2010)
 
I Spit on Your Grave 2 (2013)
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Even Lambs have Teeth (2015)
 
Rache – Bound to Vengeance (2015)
 
Savaged (2013)
 
Black Rock (2012)
 
Pig (2010)
 


Filmkritik: „First House on the Hill“ (2017)

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FIRST HOUSE ON THE HILL

(1ST HOUSE ON THE HILL)

Story

 
 
 

Wenn Tarotkarten den Tod bringen: Vier Freunde mieten ein Anwesen, um dort das Wochenende verbringen zu können. Was sie dort aber erwartet, werden sie ihr Lebtag nicht wieder vergessen. Nachdem man ein mysteriöses Tarotkartenspiel findet, geht das Sterben los.

 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Kritik

 
 
 
Es gehört im Horror-Genre seit Jahren zum guten Ton, dass man sich vor Zeiten verbeugt, die das Genre maßgeblich geprägt und es zu dem gemacht haben, was es heute ist. Da werden gern mal bekannte Rezepturen aus Klassikern stibitzt und namhafte Regie-Legenden zitiert, mit denen man aufgewachsen ist und die man lieben gelernt hat. Der Horror-Thriller FIRST HOUSE ON THE HILL ist so ein Herzensprojekt eines Filmemachers, der das huldigt, was er am liebsten mag: den Giallo. Regisseur MATTEO SARADINI macht keinen Hehl daraus, dass er ein großer Verfechter genannter Filmgattung ist, die in den 1960ern durch MARIO BAVA begründet wurde und in den 1970ern ihren Höhepunkt hatte. In einem exklusiven Interview mit FILMCHECKER erklärte Regisseur MATTEO SARADINI, dass dieser in FIRST HOUSE ON THE HILL versucht zeitgenössischen Teenie-Slasher mit dem italienischen Giallo der 1970er zu verschmelzen. Dafür holte er sich bei bekannten Altmeistern kreativen Input. So standen für seinen interessanten Genre-Mix bekannte Kult-Gialli wie Bavas BLUTIGE SEIDE und IM BLUTRAUSCH DES SATANS Pate. Aber auch Argentos PROFONDO ROSSO oder Ercolis FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT haben den Filmemacher maßgeblich beeinflusst. Angesichts der vielen Vorbilder macht das Resultat neugierig. Leider bleibt das ambitionierte Projekt hinter den Erwartungen zurück. Sein FIRST HOUSE ON THE HILL hat nämlich ein großes Spannungsproblem. Das ist dahingehend enttäuschend, weil der Filmemacher schon an diversen Horror-Produktionen aus dem Hause BLUMHOUSE beteiligt gewesen ist und vermutlich auch weiß, was Horrorfans wollen. So arbeitete er bereits an erfolgreichen Filmen wie GET OUT, VIRAL oder DER KULT. Spannende Hochglanzware, die kurzweilige Unterhaltung bot. Von der ist FIRST HOUSE ON THE HILL – man muss es leider sagen – weit entfernt. Bedauerlich.
 
 
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Die Geschichte von FIRST HOUSE ON THE HILL ist nicht sonderlich umfangreich. Es geht um vier junge Leute, die in einer prunkvollen Villa im amerikanischen Malibu das Wochenende verbringen wollen. Die Hauseigentümerin verhält sich zwar etwas seltsam bei der Übergabe der Schlüssel, aber das beunruhigt die Freunde nicht. Man will baggern und flirten, was bei der schüchternen Valerie nicht so gut ankommen will. Die wurde religiös erzogen und hat andere Dinge im Kopf, als Männer und Sex. Doch die Lust am anderen Geschlecht schwindet, als man im oberen Stockwerk eine übel zugerichtete Leiche findet. Was ist hier passiert? War es Selbstmord? Der Fund beunruhigt, doch Telefone funktionieren nicht, weil jemand die Handys unbrauchbar gemacht hat. Somit kann keine Hilfe gerufen werden, was die Freunde dazu veranlasst Ruhe zu bewahren und auf den Morgen zu warten. Währenddessen findet man mysteriöse Tarotkarten, die ausprobiert werden müssen. Ein fataler Fehler, denn kaum hat man Kontakt mit dunklen Mächten aufgenommen, geht es in der Villa drunter und drüber. Was folgt, ist ein Kampf um Leben und Tod, denn offenbar meint es das Schicksal nicht gut mit unseren Freunden. Ob man die Nacht heil überstehen wird?
 
 
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Was für ein Augenschmaus. FIRST HOUSE ON THE HILL schaut verdammt gut aus. Ausgefallene Kamerawinkel, schnelle Zooms, atmosphärische Kamerafahrten und jede Menge Farbspielereien sorgen für Stimmung. Hier hat jemand seine Hausaufgaben gemacht und italienische Giallis studiert, um deren Erfolgsrezeptur auch auf seinen Film übertragen zu können. Der Giallo FIRST HOUSE ON THE HILL macht den Vertretern dieser Gattung Film alle Ehre. Fast schon möge man meinen, dass Amerika den Giallo für sich wiederentdeckt hat und ihm ein kleines Revival spendiert. Doch so schnell wie die Euphorie gekommen ist, verschwindet sie auch schon wieder. Hinter schönen Bildern schlummert nämlich gähnende Leere. FIRST HOUSE ON THE HILL hat außer der atmosphärischen Bilderflut kaum etwas zu bieten, was wohl daran liegt, dass man sich beinahe krampfhaft am Zitieren festklammert. Das hat zur Folge, dass die Geschichte auf der Strecke bleibt. Die kommt hier kaum in Fahrt, was das Folgen der Handlung erschwert. Da werden Augenlider schnell schwer, weil Regisseur MATTEO SARADINI zu lange damit beschäftigt ist, seine Figuren und die rudimentäre Handlung einzuführen. Demzufolge dauert es lang, bis endlich etwas passiert und die ersten Morde geschehen. Die sind immerhin handgemacht und lassen in ihrer für heutige Verhältnisse bewusst dilettantischen Inszenierung kurz das italienische Horror-Kino der 1970er Revue passieren. Dennoch, bei soviel Herzblut tut es in der Seele weh FIRST HOUSE ON THE HILL als durchschnittlich bewerten zu müssen. Irgendwie ist dieser Neo-Giallo weder Fisch noch Fleisch, denn Gebotenes wirkt leider nur halbgar. Die Darsteller sind unsympathisch und deren Ableben macht gleichgültig. Kein gutes Aushängeschild für einen Horrorfilm. Allen Giallo-Fans wird das aber egal sein. Die werden vermutlich rasch in Erinnerungen schwelgen und FIRST HOUSE ON THE HILL zum neuen Kult-Giallo deklarieren. Demzufolge ist dieser Ausflug ins italienische Horror-Kino der 1970er nur jenen zu empfehlen, die mit so Namen wie DARIO ARGENTO, SERGIO MARTINO oder DUCCIO TESSARI etwas anfangen können. Fürs hochglanzverliebte Mainstream-Publikum hingegen ist FIRST HOUSE ON THE HILL vermutlich eher eine Fehlinvestition und Zeitverschwendung. Aber wie sagt man so schön: Jeder Film findet irgendwann schon seine Fans.
 
 
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FIRST HOUSE ON THE HILL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell beeindruckende Hommage an die Spaghetti-Slashers der 1970er. Der gerade einmal in zehn Tagen und mit kaum Budget gedrehte Neo-Giallo entpuppt sich als ambitioniertes Projekt eines Italieners, der zweifelsohne ein großes Herz fürs Giallo-Kino besitzt. Alles sieht tatsächlich so aus, als wäre es in den 1970ern aus Italien exportiert worden. Das freut einerseits, doch FIRST HOUSE ON THE HILL ist ein sehr zähes Giallo-Erlebnis, weil er einfach zu lange benötigt, um endlich mal zum Punkt zu kommen. Einen richtigen Spannungsbogen gibt es nicht. Stattdessen hält sich der Streifen ausschließlich mit Zitaten und kunstvoll inszenierten Bildern über Wasser. Im Interview erklärte uns Regisseur MATTEO SARADINI, dass er die Geschichte zum Film zusammen mit Hauptdarsteller KRISTIAN MESSERE schrieb und sich für seine Thriller von so Größen wie BAVA, ERCOLI und ARGENTO inspirieren ließ. Zudem wurde das Projekt maßgeblich vom tschechischen New-Wave-Kino der späten 60er Jahre geprägt und Meister der Vintage-Music CARLO PODDIGHE hat mit alten Keyboards aus den 70ern und 80ern komponiert, um die Atmosphäre jener Zeit einfangen zu können. Das sind Zutaten, die jedem Giallo-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Auf visueller Ebene gelingt das dem Neo-Giallo zweifelsohne. Mit dem Drehbuch und den unsympathischen Darsteller tut sich FIRST HOUSE ON THE HILL aber keinen Gefallen. Die sind leider nicht das Gelbe vom Ei und schmälern den Sehgenuss. Schade!
 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Zensur

 
 
 
FIRST HOUSE ON THE HILL ist nicht sonderlich brutal. Die Morde werden sehr übertrieben und künstlich zelebriert. Das ist aber so gewollt, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich hier um einen Giallo aus den Spätsiebzigern handelt. Sollte der Streifen eine deutsche Auswertung erhalten, dürfte problemlos eine FSK16 möglich sein. Wer den Film auf der großen Leinwand sehen möchte, kann ihn im April 2018 auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL sehen. Dort wird er in einer vom Regisseur überarbeiteten Fassung aufgeführt werden. Inwieweit diese sich von jener Filmversion unterscheidet, die uns zur Besprechung vorlag, können wir leider nicht sagen.
 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Nocturnal Eye Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
Tulpa – Dämonen der Begierde (2012)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Amer (2009)
 


Filmkritik: „Muse“ (2017)

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MUSE

(MUSA)

Story

 
 
 

Dante verfiel Beatrice, Petrarca schmachtete nach Laura und Shakespeare verging nach seiner Dark Lady. Seit jeher inspirieren Musen das Schaffen von Künstlern und Dichtern. Doch was wäre, wenn sich hinter unbeschreiblichen Schönheiten mörderische Kreaturen verstecken würden, die durch die Macht der Poesie töten? Im Film MUSE haben einige Musen berühmter Dichter einen geheimen Hexenbund geschlossen. Sie binden Menschen mit der Macht des Wortes und benutzen zu Reim und Papier gebrachte Emotionen als tödliche Waffen. Ein traumatisierter Literaturprofessor kommt dem mysteriösen Zirkel auf die Schliche und fordert das Böse heraus.

 
 
 


 
 
 

MUSE – Kritik

 
 
 
Filmemacher JAUME BALAGUERÓ ist wieder da. Der hat sich in letzter Zeit rar gemacht und musste offenbar nach den letzten größeren Produktionen etwas Kraft tanken. Ganz unbegründet ist der kleine Boxenstopp jedoch nicht. Der spanische Regisseur war nämlich an den wichtigsten größeren Horror-Produktionen der letzten zehn Jahre beteiligt, die im Land des Stierkampfs und der Paella entstanden sind. So gehen auf sein Regie-Konto nicht nur die Filme [REC], [REC]² und [REC] – Teil 4. Auch am Evil-Dead-Klon CAMP – TÖDLICHE FERIEN sowie dem Remake zum Home-Invasion-Horror INSIDE war der Spanier beteiligt. Letzterer kam leider bei Kritikern und Fans gar nicht gut an – zu Recht! Mit MUSE kehrt der Regisseur zu den Anfängen zurück. Statt Gore und Splatter, knüpft er mit MUSE da an, wo er mit den Filmen DARKNESS und FRAGILE einst den Fuß ins Horror-Business bekommen hat. Das bedeutet: subtiles Grauen – weit weg von plakativer Gewalt. Ob er damit erfolgreich sein wird?
 
 
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Was für ein Schock für den erfolgreichen Literaturprofessor Samuel Solomon. Gerade eben lag der noch mit Freundin Beatriz glücklich im Bett und gestand ihr seine unerbittliche Liebe. Im Moment darauf ist sie tot. Todesursache: Selbstmord. Die Gründe bleiben schleierhaft. Bis plötzlich seltsame Dinge geschehen. Samuel wird nämlich von Albträumen geplagt, die den Tod einer mysteriösen Frau vorhersagen. Als diese dann tatsächliche tot aufgefunden wird, zweifelt der Gelehrte an seinem Verstand. Da geht doch etwas nicht mit rechten Dingen zu. Ein Grund mehr den Tatort ausfindig zu machen und nach Antworten zu suchen. Ein Fehler, denn statt Erleuchtung zu erlangen, werfen Nachforschungen weitere Fragen auf. So begegnet Samuel am Ort des Geschehens der attraktiven Rachel, die von den gleichen geplagt wird und nun ebenfalls nach Antworten sucht. Sie tut sich mit dem Literaturprofessor zusammen und entfacht dabei einen Strudel von Umständen, der das Leben beider maßgeblich verändern wird.
 
 
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FRANKA POTENTE in einer spanischen Genre-Produktion aus dem Hause FILMAX? Ja, man hat richtig gelesen. Die, durch LOLA RENNT auch international bekannte Deutsche, ist mit von der Partie und hat sich eine Nebenrolle ergattert, in der sie auf relativ skurrile Weise ihr Leben lassen muss. Aber nicht nur die Potente verblüfft durch ihr Erscheinen. Auch Altstar CHRISTOPHER LLOYD lässt sich kurz blicken und scheint offenbar Gefallen an Auftritten in Produktionen gefunden zu haben, die weit weg von Hollywood entstehen. So sah man den Schauspieler zuletzt im Indie-Horror I AM NOT A SERIAL KILLER, der Eindruck hinterließ, weil der ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT-Star darin bewies, dass er weit mehr kann als lustig. Gleiches trifft auch im übernatürlichen Thriller MUSE zu, der den in die Jahre gekommenen Schauspieler von einer ganzen anderen, verstörten Seite zeigt, die ihm aber ziemlich gut steht. Dass beide Schauspielgrößen hier mitwirken, ist aber wohl nicht zufällig. MUSE (im Original MUSA) ist nämlich die Kinoadaption eines erfolgreichen Romans aus der Feder des ehemaligen Psychiaters JOSÉ CARLOS SOMOZA, der sich in Literaturkreisen durch ungewöhnliche Kriminalromane einen Namen machen und damit auch einige Preise abräumen konnte. Seine Geheimrezeptur: provokante Szenen in Kombination mit philosophischen Elementen. Gleiches trifft auch auf den Mystery-Thriller DIE DREIZEHNTE DAME zu, der hier quasi als Grundlage diente und bereits Leseratten schlaflose Nächte bereiten konnte.
 
 
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Ganz so spannungsgeladen wie der Roman kommt die filmische Adaption leider nicht daher. MUSE beginnt stark, ebbt aber ab Filmmitte ziemlich schnell ab. Irgendwie schafft es Regisseur JAUME BALAGUERÓ nicht das Spannungslevel bis zum Schluss konstant zu halten. Das ist schade, weil MUSE mit seiner düsteren Bildsprache durchaus Gänsehautpotenzial besitzt und auch hinsichtlich Atmosphäre groß auffährt. Offenbar scheint Filmemacher JAUME BALAGUERÓ während der Dreharbeiten die Lust verloren zu haben. Was nämlich ambitioniert und spannend beginnt, verwandelt sich nach der Halbzeit in einen konfusen und beliebigen Mystery-Krimi, der nur noch ein Ziel hat: irgendwie zum Ende zu kommen. Da wird plötzlich die zuvor bedachte Entwicklung der Figuren vernachlässigt, die nun von Ort zu Ort getrieben werden, um ein unheimliches Rätsel zu lösen. Das hat zur Folge, dass deren Schicksal gleichgültig macht und die überraschende Auflösung des Spuks gar nicht mehr so vor den Kopf stößt, wie es zuvor noch dem Roman gelang. MUSE ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jedes Buch auch unbedingt auf die Leinwand muss. Manchmal ist es doch besser das Kopfkino beim Lesen von Büchern anzuknipsen. Das beschert nicht selten mehr Gänsehaut, als auf Zwang festgehaltenes Grauen auf Zelluloid.
 
 
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MUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell ansprechender Mystery-Thriller mit hervorragender Besetzung. Der spanische Film MUSE hätte großartiges Gruselkino werden können, wenn man sich mehr Gedanken darüber gemacht hätte, wie man den spannenden Buchstoff gleichwertig auf die Leinwand transportieren könnte. Die Kinoadaption des Romans DIE DREIZEHNTE DAME hat nämlich so seine Probleme mit dem Spannungsaufbau. Was spannend beginnt, wird ab Filmmitte irgendwie beliebig und vor allem konfus. Erklärungen und Hintergrundinformationen? Fehlanzeige! Stattdessen werden hier ahnungslose Figuren von Anhaltspunkt zu Anhaltspunkt getrieben, um ein unausgereiftes Puzzle zu lösen, dem das Folgen schwergemacht wird. Zwar sieht alles atmosphärisch aus, aber unter der schönen Hülle wird schnell klar, dass MUSE auch nur ein weiterer unheimlicher Thriller ist, der dem Zuschauer mit leicht durchschaubaren Taschenspielertricks das Geld aus der Brieftasche ziehen möchte. Besser das Buch lesen. Das hat mehr Substanz
 
 
 


 
 
 

MUSE – Zensur

 
 
 
MUSE ist mehr subtiler Gruselfilm mit unheimlichen Bildern statt Schlachtplatte. Die meisten Morde passieren im Off. Was man zu sehen bekommt: aufgeschnittene Pulsadern und eine zerfleischt Katze. Zudem knabbert sich eine Filmfigur die Hände blutig. Der Körper einer anderen Filmfigur wird mit Sprüchen verstümmelt. Hierzulande dürfte MUSE problemlos die FSK16 passieren.
 
 
 


 
 
 

MUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Filmax International)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Hexenclub (1996)
 
Der Pakt (2006)
 
Wir sind die Nacht (2010)
 
Suspiria (1977)
 
Mother of Tears (2007)