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Beiträge mit Schlagwort “Horrorfilm 2017

Filmkritik: „What the Waters Left Behind“ (2017)

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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND

(LOS OLVIDADOS)

Story

 
 
 

Eine stylischer und kruder Terrorfilm im amerikanischen Stil: Ein Kamerateam gerät in einer verlassenen Stadt an eine ominöse Sippe, die abartigen Neigungen frönt. Dass die Filmleute da bald um Ihr Leben fürchten müssen, dürfte alteingesessenen Horrorfilmkennern klar sein.

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Kritik

 
 
 
Wenn junge Menschen zu heruntergekommenen Orten reisen, an denen selbst Tankstellenbesitzer nicht mehr das sind, was sie mal waren, dürfte schnell klar sein, wo der Frosch die Locken hat. Hier wird es gewalttätig und unbequem, wie uns bereits TOBE HOOPER in seinem TEXAS CHAINSAW MASSACRE zu verstehen gab. Der drehte im Jahr 1974 einen schmuddeligen Horrorfilm und sorgte damit für Kontroversen. Gleichzeitig verhalf er dem Terrorfilm zu zweifelhaftem Ruhm. Mittlerweile ist nicht mehr ausschließlich Amerika darum bestrebt die Nachfrage an harten Backwood- und Terrorfilmen zu befriedigen. Horror ist schon lange auch ein internationales Phänomen, das ebenso andere Länder dazu bewegt blutige und gewalttätige Schocker zu drehen, die nicht minder kompromisslos sind. Genau jene Reihe Filme wird nun auch um einen argentinischen Beitrag erweitert. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND schimpft sich ein weiterer Vertreter dieser Gattung Film, der von Hinterwäldlern erzählt, die Menschen fangen, quälen und anschließend verspeisen. Offenbar gibt es die nicht nur in amerikanischen Horrorfilmen. Auch in Argentinien hausen zwielichtige Gestalten.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND erzählt die Geschichte eines ambitionierten Filmteams, das eine Katastrophe näher untersuchen will. Im Jahr 1985 versankt die argentinische Stadt Epecuén nach einem Unwetter. Der Wasserspiegel stieg an und Lehmdämme konnten der Wasserflut nicht mehr standhalten. Binnen Stunden verschwand die Stadt in den Fluten und musste aufgegeben werden. Erst seit 2009 zieht sich das Wasser langsam zurück und gibt Reste der Stadt frei. Ein gefundenes Fressen für unsere Filmleute. Die machen sich mit einer Augenzeugin auf, um eine Dokumentation über das Atlantis Argentiniens zu drehen. Leider werden die Dreharbeiten schnell unnötig erschwert. Ein Teammitglied nach dem anderen verschwindet unter mysteriösen Umständen. Natürlich wird die Antwort darauf gelüftet. Die verlassene Stadt ist nämlich nicht unbewohnt. Hier leben seltsame Zeitgenossen, die es mit neugierigen Touristen gar nicht gut meinen. Statt ihnen die Stadt zu zeigen, sind die Bewohner am Fleisch der Durchreisenden interessiert. Eine Erkenntnis, die dem Filmteam leider sehr spät kommt.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist TEXAS CHAINSAW MASSACRE nur ohne Leatherface. Der Film mit dem poetischen Titel aus der Feder der Regisseure LUCIANO und NICOLÁS ONETTI ist bei genauerer Betrachtung nichts anderes, als eine dreiste Kopie genannten Kettensägenmassakers – nur ohne den Kettensägen schwingenden Bösewicht dieses Kultfilms. Die Verläufe sind identisch und auch für den düsteren Look hat man sich vor allem bei der Neuauflage besagten Terror-Hits bedient. Das bedeutet: dreckige Optik, unbequeme Terrorstimmung, kontrastreiche Bilder und makellose Hochglanzoptik. Mit diesen Erfolgszutaten konnte bereits Produzent und Regisseur MICHAEL BAY Eindruck hinterlassen. Der interpretierte 2003 das TEXAS CHAINSAW MASSACRE neu und deklarierte den kruden Horror der 1970er gleich noch zum Mainstream. Offenbar kam das bei den beiden Onetti-Gebrüdern gut an. Anders lässt sich nicht erklären, warum ihr WHAT THE WATERS LEFT BEHIND dann doch mehr nach Bay ausschaut und eine eigene Handschrift missen lässt.
 
 
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Immerhin scheinen LUCIANO und NICOLÁS ONETTI im Kopieren talentiert zu sein. Zuletzt begaben sie sich mit dem Neo-Giallo FRANCESCA auf die Spuren von einflussreichen Gerne-Filmgrößen Italiens. Ihre Antwort auf den populären Giallo der 1970er Jahre bediente sich Stilmitteln großer Meister dieses Faches. Darunter italienische Filmemacher wie DARIO ARGENTO oder SERGIO MARTINO. Was man mit FRANCESCA ganz brauchbar auf Zelluloid gebannt hat, hinterlässt im Falle von WHAT THE WATERS LEFT BEHIND einen faden Nachgeschmack. Hier hat man wirklich zu viel stibitzt. Weil die argentinischen Filmemacher bekannte Wege scheuen, sind die Verläufe vorhersehbar. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus. Zu viele Déjà-vu-Gefühle machen den Streifen zu einer faden Gewaltorgie, die erst im Finale wegen einiger Spezialeffekte etwas interessant wird. Leider bleibt aber auch hier das große Massaker aus. Für einen Film dieses Subgenres sind die Gewaltmomente überschaubar und nicht sonderlich schockierend. Von daher ist WHAT THE WATERS LEFT BEHIND zwar eine lieb gemeinte Hommage an das berüchtigte Kettensägenmassaker von TOBE HOOPER und dem gleichnamigen Remake aus der Mache des MICHAEL BAY. Die Klasse beider Filme erreicht dieser argentinische Beitrag leider zu keinem Zeitpunkt.
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die argentinische Antwort auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Frisches Setting, ansprechende Schmuddelästhetik, aber zu vertraute Abläufe. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist wie eine Lieblingsspeise, die man zu oft auf dem Teller hatte und irgendwann nicht mehr sehen kann. Die optische Aufbereitung ist ein Leckerbissen, die wenig originelle Handlung verursacht dagegen Magengrummeln. Die argentinischen Onetti-Brüder präsentieren dem Zuschauer einen Mix aus TEXTAS CHAINSAW MASSACRE und HILLS HAVES EYES, der rein gar nichts Neues bieten will. Da rollen sich bei alteingesessenen Horrorfilmkennern die Zehennägel. Die Liste an Backwood-Klischees ist lang und wird fleißig abgearbeitet. Nahezu jeder Handlungsverlauf wurde in die rudimentäre Handlung gepresst, den man aus Filmen dieses Subgenre her kennt. Eine ermüdende Prämisse, die kaum Spannung aufkommen lässt, weil Vorhersehbarkeiten nicht ausbleiben werden. Während in der ersten Stunde ausschließlich geredet und gelaufen wird, geht es zumindest in den letzten dreißig Minuten zur Sache. Da werden Beine abgesägt und die für harte Horrorfilme obligatorisch gewordene Vergewaltigung fehlt ebenso wenig. Ob das aber ausreicht, um für diesen Horrorfilm eine Empfehlung auszusprechen, möchten wir bezweifeln. Man sollte sich daher nicht vom ansprechend zusammengeschnittenen Trailer blenden lassen. Wir meinen: Nette Verpackung, lahmer Inhalt – auch wenn der Film interessanterweise an Originalschauplätzen gedreht wurde, die eine tragische Geschichte erzählen.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Zensur

 
 
 
In WHAT THE WATERS LEFT BEHIND gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Ein Bein wird mit einer Säge abgetrennt. Ein Bauch wird aufgeschlitzt und Därme fallen auf dem Boden. Eine Vergewaltigung rundet den Gewaltcocktail ab. Mit etwas Glück könnte es für den Streifen eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe geben. Man darf gespannt sein, wie sich die FSK entscheiden wird. Der Streifen soll im November 2018 in Deutschland erscheinen.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Drifter (2016)
 

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Filmkritik: „Ghostland“ (2018)

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GHOSTLAND

(INCIDENT IN A GHOSTLAND)

Story

 
 
 
Zwei Schwestern müssen ihre Angst gegen das personifizierte Böse überwinden, um überleben zu können. In einer Hölle aus Angst und Gewalt sehen sie sich mit zwei Psychopathen konfrontiert, die es nicht gut mit den beiden Mädchen meinen.

 
 
 


 
 
 

GHOSTLAND – Kritik

 
 
 
Das hatte wohl kaum jemand erwartet. PASCAL LAUGIER ist zurück und hat einen Film im Gepäck, der alle überrascht hat. Vor über zehn Jahren feierte der französische Regisseur Erfolge. Mit MARTYRS brauchte der Filmemacher den wohl wichtigsten Beitrag der französischen Terrorwelle in die Lichtspielhäuser und schockierte damit Zuschauer auf dem ganzen Erdball. Leider wurde es danach ruhig und Laugier machte sich rar. Doch das ändert sich jetzt. Ein knappes Jahrzehnt später läuft der Regisseur noch einmal zu Hochtouren auf. Mit GHOSTLAND findet der einst gefeierte Nachwuchsregisseur zu eigentlicher Größe zurück und wiederholt das, mit dem bereits der kontroverse MARTYRS das Publikum in die Magengrube trat. Unterm Strich bedeutet das: knüppelharter Terror, unangenehme Stimmung und Hochspannung pur. Frankreich at his best!
 
 
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Nach dem Tod der Tante zieht Mutter Colleen mit ihren beiden Töchtern in das Haus des verstorbenen Familienmitglieds ein. Hier ist zwar alles etwas verstaubt und auch nicht sonderlich modern eingerichtet; dennoch wollen die drei Frauen in der französischen Einöde ein neues Leben beginnen. Doch der Umzug in morsche Villa fordert bald seinen Tribut. Kaum eingezogen, bekommt man ungebetenen Besuch. Zwei skurrile Gestalten verschaffen sich Zutritt zum Haus und überwältigen die neuen Eigentümer. Was folgt, ist kein Kaffeekränzchen. Die beiden Psychopathen terrorisieren die ahnungslosen Frauen und quälen die Opfer bis aufs Blut. Doch man weiß sich zu wehren. Mit selbstlosem Mut kann Mutter Colleen die Eindringlinge zur Strecke bringen und ihre Töchter retten. Jahre später passieren seltsame Dinge. Tochter Beth hat es zur gefeierten Horrorbuchautorin gebracht. Doch das Leben gerät durch einen verstörenden Anruf aus den Fugen. Die traumatisierte Schwester ist am Telefon und wimmert um Hilfe. Ein folgenschwerer Vorall, der das Leben der drei Frauen verändern wird.
 
 
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PASCAL LAUGIER goes TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Ja richtig gelesen. GHOSTLAND ist bei genauerer Betrachtung eine Art französisches Kettensägenmassaker, das die Liebe des Regisseurs zum Horrorkino der Siebzigerjahre widerspiegelt. Darin schickt er abermals zwei Frauen durch die Filmhölle, die – wie bereits im Horror-Hit MARTYRS – seelisch gebrochen werden sollen. Keine leichte Kost, zumal es Laugier wie kein Zweiter versteht an der Terrorschraube zu drehen, dass dem Zuschauer Angst und Bange wird. So durchleben die beiden Schwestern im Film das ultimative Martyrium. Die werden von zwei Psychopathen misshandelt, geschlagen und gefoltert, was auch beim Zuschauer bleibenden Eindruck hinterlässt. Letzterer geht hier mit den Frauen durch die Hölle und dürfte des Öfteren nach Luft ringen, weil Macher PASCAL LAUGIER kaum Verschnaufpausen gönnt und Kompromisse scheut. Filmfreunde mit schwachem Nervenkostüm seien an dieser Stelle vorgewarnt, denn zimperlich geht es hier freilich nicht zu.
 
 
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Betrachtet man GHOSTLAND genauer, sind Parallelen zum wohl erfolgreichsten Film des Regisseurs nicht von der Hand zu weisen. Wie in MARTYS sind es wieder zwei Frauen, die in den Mittelpunkt gerückt und an den Rand des psychisch Ertragbaren getrieben werden. Das hat auch seinen Grund. In Interviews gab Laugier nämlich zu verstehen, dass ihm die filmische Erforschung von Männern unwichtig sei. Weitaus spannender sind ihm die Frauen, die sich ihm zugegen als große Rätsel offenbaren, welche er erkunden möchte. Demzufolge wird kaum ein Wort über die Bösewichte in GHOSTLAND vergeudet. Die sind nur Mittel zum Zweck, um tiefer in die Psyche der weiblichen Helden vordringen zu können. Das gelingt dem Filmemacher zweifelsohne. Die zwei Frauen im Film erleben den ultimativen Horror, der sich kaum in Worte fassen oder ertragen lässt. In dieser Hinsicht ist der Franzose PASCAL LAUGIER ein Meister seines Fachs. Hoch lebe das moderne, französische Horrorkino.
 
 
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GHOSTLAND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein Brett von Film und das ohne viel Blut oder Schauwerte. GHOSTLAND ist zwar kein zweiter MARTYRS, aber verflixt nahe dran. Zwei Frauen, zwei Bösewichte und jede Menge Terror. Das sind Zutaten aus denen nennenswerte Horrorfilme gemacht werden. Dabei orientierte sich der französische PASCAL LAUGIER am Terrorkino der 1970er und liefert kontroverses Filmmaterial ab, das vor allem eines kann: verstören. GHOSTLAND ist ungeschönt und düster. Es werden Kompromisse gescheut und Hoffnungen zunichtegemacht. Dabei behilflich: Wendungen und unvorhersehbaren Überraschungen. Entstanden ist ein heftiger Filmalbtraum made in Frankreich, der vor allem der amerikanischen Traumfabrik rigoros den Stinkefinger zeigt. Horrorkenner wissen nämlich, dass Laugier kein Freund Hollywoods ist. Der bekam vor einigen Jahren das Angebot ein amerikanisches Remake zu HELLRAISER zu drehen. Weil er sich mit dem Studio über seine unkonventionellen Ideen nicht einigen konnte, ging er zurück nach Frankreich, um dort Filme zu drehen, die er so machen kann, wie er es will. Das bedeutet: keine glattgebügelten Horrorfilme, die sich auch ein jüngeres Publikum anschauen kann. Für Letzteres ist GHOSTLAND keineswegs geeignet. Dieser Streifen schafft es, ohne Weiteres selbst eingefleischte Horrorfilm-Zuschauer um den Schlaf zu bringen. Das soll schon was heißen.
 
 
 


 
 
 

GHOSTLAND – Zensur

 
 
 
GHOSTLAND hatte keine Freunde bei der FSK. Bei der Erstprüfung fürs Kino wollte man den Film erst für Erwachsene freigeben. Doch Rechteinhaber CAPELIGHT PICTURES ging in Berufung und hatte Glück. Das Label erhielt für den Film eine FSK16-Freigabe. Gleiche Freigabe hat der Streifen nun auch im Heimkino erhalten. Die Fassung auf Blu-ray und DVD ist trotz Jugendfreigabe ungeschnitten. Man sollte sich aber von der niedrigen Einstufung nicht abschrecken lassen. GHOSTLAND hat es in sich!
 
 
 


 
 
 

GHOSTLAND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CAPELIGHT PICTURES (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) CAPELIGHT PICTURES (Blu-ray Steelbook-Version)

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(c) CAPELIGHT PICTURES (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ghostland; Frankreich | Kanada 2018

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook | Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Making-of | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet,

Release-Termin: 10.08.2018

 

Ghostland [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Ghostland [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Ghostland [Blu-ray im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

GHOSTLAND – Mediabook

 
 
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GHOSTLAND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Texas Chainsaw Massacre (1974)
 
Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr (1994)
 
Martyrs (2008)
 
Martyrs – Remake (2015)
 


Filmkritik: „Del Playa“ (2017)

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DEL PLAYA

Story

 
 
 

Das Tier in uns: Einem Mobbing-Opfer brennen die Sicherungen durch. Er greift zum Mordwerkzeug und begeht einen blutigen Amoklauf.

 
 
 


 
 
 

DEL PLAYA – Kritik

 
 
 
Außenseiter und Mobbing im Horrorfilm. Das ist Stoff, aus dem man gerne Horror-Slasher macht. Filmkenner wissen, dass in dieser Art von Filmen gern Rache genommen wird, und zwar von Menschen, mit denen man es nicht immer gut gemeint hat. Was bereits mit CARRIE in den 1970ern bei Zuschauern gut ankam, ist auch heute noch gängiger Horrorstoff, den man häufig ins (Heim)Kino bringt. Der Grund ist in der Brisanz dieses Themas zu suchen, das auch heute genauso aktuell ist, wie noch vor über 30 Jahren. Mobbing an Schulen und deren Folgen ist auch im Horrorthriller DEL PLAYA Programm. Doch Vorsicht. Dieser Thriller ist ein hinterlistiger Blender. Der Trailer suggeriert nämlich ein kontroverses Rachedrama, das auf tiefgründige Ursachenforschung hoffen lässt und sich auf einen tatsächlichen Kriminalfall von 2014 stützt. Hat man den Film im Player, kommt schnell die Ernüchterung. DEL PLAYA will ein kontroverser Amokbericht mit Hintergrund sein, ist aber unterm Strich ein beliebiger Slasher mit Fokus auf Langeweile. Hier hält man leider keinen Beitrag für die DVD-Reihe KINO KONTROVERS in den Händen.
 
 
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Jede High School hat seine Außenseiter. So auch in jener, in der die attraktive Teenagerin Claire für die Zukunft paukt. Die kann sich vor Verehrern nicht retten und hat demzufolge die Qual der Wahl, wenn es um ihre Begleitung zum Schulball geht. Auch der introvertierte Matthew hat ein Auge auf die unnahbare Schönheit geworfen. Leider bleibt das Objekt seiner Begierde unerreicht und auch sonst hat der Einzelgänger an der Schule nichts zu lachen. Tagtäglich sieht sich der schüchterne Schüler mit den Mobbing-Attacken seiner Klassenkameraden konfrontiert. Aber auch zu Hause herrscht ein rauer Ton. Dort gibt es regelmäßig Prügel vom Stiefvater, was zur Folge hat, dass der Sonderling rot sieht und einen Mitschüler im Affekt tötet. Fünf Jahre später genießt die schöne Claire ihr Studentenleben auf dem Campus. Auch hier verdreht sie den Kommilitonen den Kopf und hat Spaß auf Partys. Doch ihre Stunden sind gezählt. Der Außenseiter aus High-School-Zeiten ist zurück und hat über die Jahre eine Obsession für unsere Filmheldin entwickelt. Er radiert Liebhaber und Freunde der taffen Claire aus, um so der Studentin besonders nahe zu sein. Da stellt sich die Frage, wie man mit so aufdringlichen Verehrern umgeht. In diesem Falle hilft nur eines: weglaufen.
 
 
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Viel Lärm um nichts. DEL PLAYA sorgte 2015 mit einem Filmtrailer für Trubel. Darin wohnte man einen skrupellosen Amoklauf bei, der nicht unwesentlich an ein tragisches Ereignis erinnerte, welches sich ein Jahr zuvor in Amerika ereignet hatte. Beim sogenannten Amoklauf von Isla Vista ermordete der damals 22-jährige Elliot Rodger sechs Menschen und verletzte dreizehn andere Personen, bevor er sich selbst tötete. Obwohl Regisseur und Drehbuchautor SHAUN HART zwar Parallelen erkannte, beteuerte der Filmemacher gleichzeitig, dass sein Horrorthriller nicht mit dem tatsächlichen Amoklauf in Verbindung steht, sondern nur davon inspiriert wurde. Das war einem erbosten UCSB-Studenten aber zu wenig. Der startete auf change.org eine Petition und forderte den Veröffentlichungsstopp von DEL PLAYA. Weil sich über 29000 Unterstützer fanden, musste die Veröffentlichung des Streifens auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Drei Jahre nach der Kontroverse kommt DEL PLAYA nun in die Heimkinos.
 
 
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Das Resultat rechtfertigt den Ärger in keiner Weise. DEL PLAYA ist nämlich ein schlechter Streifen, der sich als langweiliger Slasher von der Stange entpuppt. Da mutet es schon etwas grotesk an, wenn Macher SHAUN HART in Interviews zu verstehen gibt, dass er in seinem Horrorthriller nach einem ernsthaften „Warum“ für Amokläufe forscht. Das Ergebnis ist leider alles andere als glaubhaft und lässt sich keineswegs ernst nehmen. So wird im Film in Turbogeschwindigkeit Ursachenforschung fürs kaltblütige Morden betrieben und kurz in der Horror-Klischeekiste gewühlt. Schlechtes Elternhaus, Mobbing und unerwiderte Liebe. Das macht also einen Psychopathen aus? Damit macht es sich Hart zu einfach – ein Buch über Psychologie hätte in diesem Falle mehr Aufschluss über die Taten fehlgeleiteter Teenager gegeben. Sieht man von der oberflächlichen Suche nach Antworten ab, ist DEL PLAYA auch als Slasher kaum zu gebrauchen. Zu sehen gibt es kaum Inhalt. Die Handlung ist rudimentär. Wir sehen, wie sich Hauptprotagonistin Claire mit Männern verabredet, Beziehungsprobleme klärt, auf Partys feiern geht und immer wieder an jenen tragischen Tag vor fünf Jahren zurückdenkt, der einem rebellischen Teenager das Leben gekostet hat. Ein klar definiertes Drehbuch mit Charakterentwicklung, Geschichte oder gar Spannung gibt es nicht. Stattdessen taucht der Streifen in den Alltag eines unwichtigen Teenagers ein, der mit unwichtigen Figuren verkehrt, die ebenso unwichtige Dinge erleben. Das alles ist trotz technisch ansprechender Umsetzung vor allem wegen fehlender Spannung, kaum vorhandenem Tempo und wenig talentierter Schauspieler eine Zumutung. Knapp 100 Minuten Lebenszeit kann man auch sinnvoller investieren.
 
 
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Immerhin rütteln die für Slasher üblichen Gemeinheiten aus dem Tiefschlaf. Die sind anfangs ganz ordentlich. So muss ein Mobbing-Opfer ziemlich viel Gewalt von Mitschülern und dem Stiefvater über sich ergehen lassen. Doch mit fortlaufender Spielzeit wird auch der Gewaltpegel reduziert. So wird die Filmheldin vom gepeinigten Klassenkameraden verfolgt, der erst Claires Freunde wenig spektakulär in die Jagdgründe befördert und dann auch noch das Objekt der Begierde mit Küchenutensilien bearbeitet, als die nicht dessen Liebe erwidern möchte. Wer jetzt aber denkt, dass sich die Mattscheibe blutrot färben wird, dürfte bitterlich enttäuscht werden. Kreatives und vor allem deftiges Töten ist nicht gerade die Stärke von Drehbuchschreiber und Regisseur SHAUN HART. Somit darf man DEL PLAYA an dieser Stelle als waschechten Rohrkrepierer bezeichnen, denn weder für Slasher-Fans noch für Liebhaber kontroverser Schocker ist dieser Blödsinn zu gebrauchen. Ein gemeiner Zeiträuber.
 
 
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DEL PLAYA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Monster werden nicht geboren, sie werden erschaffen. So steht es auf dem Kinoplakat von DEL PLAYA. Das lässt auf einiges hoffen. Doch in diesem Falle ist der verheißungsvolle Spruch nur überflüssiges Marketing-Geplapper. DEL PLAYA ist ein wenig origineller Slasher, der einen gepeinigten Schüler Amok laufen lässt. Die Hintergründe sind oberflächlich und auch die Handlung ist rudimentär. Alles läuft nach dem gleichen Schema ab, wie man es von den meisten Horror-Slashern her kennt. Ein Killer meuchelt sich durch das Fleisch diverser Jungdarsteller und wird am Ende vom Final Girl zur Strecke gebraucht. Viel Originelles hat DEL PLAYA nicht zu bieten. Die Morde sind beliebig und wenig spektakulär. Aber auch den Darstellern hätte man vor den Dreharbeiten empfehlen sollen, vielleicht noch ein paar Schauspielstunden zu nehmen. Was dem Zuschauer nämlich da geboten wird, verursacht Gänsehaut. Unsere Empfehlung: Besser Finger weg von diesem viel zu lang geratenen Horrorthriller.
 
 
 


 
 
 

DEL PLAYA – Zensur

 
 
 
Der Beginn von DEL PLAYA ist schon hart anzusehen. Hier wird ein Schüler immer wieder von Mitschülern zusammengeschlagen. Was aber anfangs noch heftig in Szene gesetzt wird, dürfte Fans härterer Filme schnell enttäuschen. Die weiteren Gewaltszenen sind Slasher-Standard und kaum der Rede wert. Dennoch dürfte DEL PLAYA für die ungeschnittene Fassung eine Erwachsenenfreigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEL PLAYA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Terror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rob Zombie’s Halloween (2007)
 
The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)
 
Tormented (2009)
 


Filmkritik: „Ruin Me“ (2017)

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RUIN ME

Story

 
 
 

Eine Art Escape Room im Freien wird zum Albtraum. Sechs Leute nehmen an einer Horror-Schnitzeljagd teil und können bald nicht mehr zwischen Wirklichkeit und Spiel unterscheiden.

 
 
 


 
 
 

RUIN ME – Kritik

 
 
 
Neue Trends bedeuten neue Horrorfilmstoffe. Immer wenn gute Ideen, neue Innovationen oder raffinierte Technologien die Gesellschaft bewegen, kann man davon ausgehen, dass daraus auch Horrorfilme entstehen. Das war bei dem Siegeszug von Social Media der Fall und wurde auch zum Erfolgsgaranten als sogenannte Horror-Pranks oder Streiche in den Medien schockierten. Nicht weit davon entfernt sind Escape Rooms, die sich momentan in größeren Städten enormer Beliebtheit erfreuen. Hierbei lassen sich Freiwillige in Räume einschließen und versuchen darin Rätsel zu lösen, um wieder nach Draußen zu finden. Ein spannendes Thema, das offenbar Inspiration für den folgenden Horrorthriller geliefert hat. Der stammt von jemandem, der mit dem ersten Horrorfilm den großen Durchbruch erhofft. PRESTON DEFRANCIS zeichnet als Regisseur verantwortlich und hat auch gleich mit am Drehbuch geschrieben. Das Ergebnis ist gar nicht mal so übel, wie man es sonst von anderen Newcomer so sieht. Im Falle von RUIN ME kann man also durchaus einen Blick riskieren – vor allem deshalb, weil die zugrundeliegende Thematik noch relativ unverbraucht ist.
 
 
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Eigentlich sollte es nur ein unterhaltsamer Campingausflug mit Gruseleinlagen werden. Doch für Nathan (MATT DELLAPIANA) und Alex (MARCIENNE DWYER) wird dieser Trip in die Natur zum blanken Horror. Die nehmen an der ultimativen Horrorerfahrung namens „Slasher Sleepout“ teil und erhalten die Lektion ihres Lebens. Dabei handelt es sich um eine Art fiktive Slasher-Schnitzeljagd während der zahlungswillige Gäste zu Tode geängstigt werden und makabre Rätsel lösen müssen. Doch die Mutprobe wird nicht allein absolviert. Vier andere Teilnehmer sind mit an Bord, die sich ebenso fürchten lassen wollen und dafür Geld zahlen. Eine Mordsgaudi, die aber irgendwann aus dem Ruder läuft. So werden die Horrorfans plötzlich von einem Psychopathen verfolgt, der es nicht gut mit den Teilnehmern meint. Passiert das alles wirklich oder ist das nur Teil des Spiels? Die Frage ist berechtigt, denn einer nach dem anderen stirbt. Nun ist guter Rat teuer, zumal sich der Gruselspaß durch ein erlösendes „Aloha, willkommen auf Hawaii“ nicht mehr beenden lässt. Ein Grund mehr warum Heldin Alex die Zähne zusammenbeißen und den Albtraum über sich ergehen lassen muss. Ein vorbildliches Final Girl eben!
 
 
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Der Film mit dem komischen Namen ist verwirrende Gruselunterhaltung, welche an ähnliche Horrorfilme erinnert, die wir vor einiger Zeit besprochen haben. Bei genauerer Betrachtung ist RUIN ME nämlich aus ähnlichem Holz geschnitzt, wie die Streifen SCARE CAMPAIGN, THE BLACKOUT EXPERIMENTS oder FEAR INC. Auch in diesen Horrorfilmen wurden ahnungslose Menschen Teil gruseliger Streiche und makabrer Spiele, die die unfreiwilligen Teilnehmer beinahe in den Wahnsinn getrieben haben. Dem steht auch die Heldin Alex im hier besprochenen Horrorthriller nahe, denn die wird – wie auch der Zuschauer selbst – ziemlich oft an der Nase herumgeführt. Ist hier wirklich ein maskierter Mörder unterwegs oder hat die Hauptdarstellerin nur einen an der Klatsche? Die zuletzt genannte Vermutung kommt nicht von ungefähr. Mehrmals wird Figur Alex im Film darauf hingewiesen, dass die ihre Pillen schlucken soll. Offenbar ist in der Vergangenheit Tragisches passiert, dass ein Trauma hinterlassen hat. Wie das aber in Verbindung mit den Ereignissen in RUIN ME steht, bleibt bis zum Finale ein gut gehütetes Geheimnis. RUIN ME ist kein Horror-Highlight, aber immerhin spannend genug, um zumindest etwas Kurzweil zu versprühen. Regisseur PRESTON DEFRANCIS hat an falsche Fährten, brauchbare Schauspieler und den obligatorischen Twist gedacht. Auf Letzteren kann man im Horrorfilm mittlerweile gar nicht mehr verzichten. Der kommt im Falle von RUIN ME zwar nicht mehr ganz so überraschend daher, macht aber diesen Indie-Horror zu einer runden Angelegenheit. Da verschmerzt man doch gern einige Schnitzer im Drehbuch. So verlässt der Filmemacher kurz das Slasher-Fach, um sich etwas im SAW-Milieu auszutoben, nur um anschließend zur Slasher-Tagesordnung zurückzukehren. Irgendwie passt dieser abrupte Richtungswechsel gar nicht zum eigentlichen Film. Wir von FILMCHECKER drücken diesmal noch ein Auge zu, denn gute Horrorfilme sind leider ziemlich rar geworden.
 
 
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RUIN ME – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Horror-Version von ICH BIN EIN STAR, HOLT MICH HIER RAUS. Der Indie-Horror RUIN ME ist kein Horror-Highlight, aber wegen seiner noch unverbrauchten Thematik und einiger falscher Fährten immer noch besser, als das, was einem sonst mittlerweile im Horror-Genre zugemutet wird. Im Grunde genommen besitzt der Streifen all das, was man von Horrorfilmen neueren Datums erwartet. Es gibt einige Morde zu sehen, falsche Fährten und den wichtigen Twist. Leider ist die Auflösung schnell vorhersehbar, auch wenn Macher PRESTON DEFRANCIS vehement darum bemüht ist, das Geheimnis rund um Filmheldin Alex gut zu bewahren. Immerhin wird der belohnt, der sich über den seltsamen Filmtitel Köpfchen macht. Was zu Beginn Fragen aufwirft, ergibt am Ende einen Sinn. Dann erst passt die Titelkreation wie die Faust aufs Auge. RUIN ME ist nichts, was das Horror-Genre maßgeblich verändern wird. Als kleiner Lückenfüller für einen verregneten Sonntag reicht er aber aus.
 
 
 


 
 
 

RUIN ME – Zensur

 
 
 
RUIN ME ist kein Splatter-Hit. Die Gewaltmomente sind überschaubar. Ein Mann ertrinkt, es gibt eine Schussverletzung und eine durchgeschnittene Kehle. Sollte der Film hierzulande veröffentlicht werden, winkt vermutlich eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

RUIN ME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Terror Weekend Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scare Campaign (2016)
 
Fear Inc. (2015)
 
April Fool’s Day (1986)
 
Happy Birthday (2016)
 


Filmkritik: „Stephanie – Das Böse in ihr“ (2017)

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STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR

(STEPHANIE)

Story

 
 
 
Ein kleines Mädchen muss sich im eigenen Heim mit bösen Mächten auseinandersetzen.

 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streifen aus der Hochglanz-Gruselschmiede von Produzent JASON BLUM. Der dürfte vermutlich nicht jedem Horrorfan ein Begriff sein. Weitaus bekannter sind aber die Filme, die in seiner Film- und Fernsehproduktionsfirma BLUMHOUSE PRODUCTIONS entstanden sind. Darunter viele namhafte Horror-Schocker, die vor allem an den Kinokassen satte Gewinne erzielen konnte. So bewies man bei der Filmauswahl schon in den Anfangsjahren ein goldenes Händchen und rief mit PARANORMAL ACTIVITY ein günstig produziertes Franchise ins Leben, das sich zu einem lukrativen Welterfolg mausern konnte. Was danach folgte, hat schon längst Genre-Geschichte geschrieben. BLUMHOUSE PRODUCTIONS lies Filme wie THE PURGE, GET OUT, INSIDIOUS oder SPLIT auf den Zuschauer los und verdiente sich mit konventionell gestrickter Hochglanzware ein goldenes Näschen. Ein Erfolgsmodell, das es ermöglicht auch ab und an Filme zu produzieren, die nicht unbedingt den Massengeschmack bedienen. Darunter fällt auch STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR, der sich dann doch etwas in der Machart von den üblichen Blumhouse-Filmen unterscheidet.
 
 
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STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR rückt das kleine Adoptivkind Stephanie in den Mittelpunkt, das eines Morgens aufwacht und allein durch das Zuhause schlendert. Mit dem Kuscheltier unter dem Arm bereitet sich Stephanie Mahlzeiten zu, schaut Fernsehen oder flüchtet in ihre kindliche Traumwelt. Doch wo sind Mutter und Vater? Offenbar stimmt da etwas nicht, zumal im Fernsehprogramm regelmäßig von seltsame Wesen und schlimmen Katastrophen berichtet wird, was auf drohendes Unheil schließen lässt. Auf das hat sich Stephanie aber vorbereitet, denn immer öfter bekommt das Mädchen Besuch von bösen Monstern, die ihr nichts Gutes wollen. Doch das Kind weiß damit umzugehen. Es verkriecht sich ganz einfach in kleinen Verstecken und wartet, bis sich das Böse wieder verzogen hat. Ein cleveres Mädchen – oder etwa nicht?
 
 
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Stephanie allein zu Haus. Was sich hier liest, wie eine Horror-Version der Kultkomödie KEVIN ALLEIN ZU HAUS ist alles andere als das. Der Film schlägt ein weitaus ernsteres Kaliber an und verstrickt sich dabei tief im Horror-Genre. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint, denn Regisseur AKIVA GOLDSMAN weiß, wie man den Zuschauer heimtückisch an der Nase herumführt. So entpuppt sich STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR als taktisch gut durchdachtes Verwirrspiel, das erst in der Halbzeit seine wahren Intensionen lüftet. Während man dem Zuschauer zu Beginn noch ein dystopisches Endzeitszenario vorgaukelt, wendet sich ab Filmmitte das Blatt. Da tauchen plötzlich die Eltern der kleinen Filmheldin auf und meinen es alles andere als gut mit der eigenen Tochter. Warum das so ist, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten, obwohl man hierbei auch einmal mit dem Rechteinhaber UNIVERSAL PICTURES kritisch ins Gericht gehen muss. Das Label versaubeutelt mit unnötigem Titel-Anhang den eigentlichen Überraschungseffekt dieses kleinen Gruselfilms. Spoiler-Gegner werden da berechtigterweise verärgert über das Vorgehen des Unternehmens sein, denn mit voreiligen Filmauflösungen macht man sich keine Freunde.
 
 
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STEPHANIE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR ist ein kleiner Geheimtipp, welcher von JASON BLUM produziert wurde, der bekanntermaßen ein gutes Gespür für lukrative Horrorstoffe besitzt. Überraschenderweise geht der Film aber andere, unkonventionelle Wege wie die meisten Schocker aus der Produzenten-Mache genannten Geldgebers und verblüfft mit einem unerwarteten Twist, den man so vermutlich nicht kommen sehen wird. Offenbar einer der Gründe warum STEPHANIE (so der Originaltitel) hierzulande ohne Kino-Umwege direkt für den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Die Handlung ist nämlich anfangs ziemlich verworren, um den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken. Ein geschickter Schachzug und die eigentliche Quintessenz dieses Gruselfilms, der übrigens von einer talentierten Jungdarstellerin getragen wird. Mit ihren gerade einmal 13 Jahren führt die 2005 geborene SHREE CROOKS den Zuschauer teils allein durch den gesamten Film. Das gelingt oft nicht einmal alteingesessenen Schauspielern. Das muss man an dieser Stelle lobend erwähnen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Zensur

 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN DIR ist nicht sehr brutal. Einige Protagonisten werden durch die Luft gewirbelt und deren Knochen durch geheimnisvolle Kräfte gebrochen. Weiterhin tritt die kleine Hauptdarstellerin in eine Glasscherbe und ein Rücken wird auf schmerzhafte Weise aufgeschnitten. Der Film hat hierzulande eine FSK16 erhalten. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stephanie; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 23.08.2018

 

Stephanie – Das Böse in ihr [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STEPHANIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Some Kind of Hate (2015)
 


Filmkritik: „Pyewacket – Tödlicher Fluch“ (2017)

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PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH

(PYEWACKET)

Story

 
 
 
In PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH wünscht sich eine Teenagerin den Tod der eigenen Mutter. Dabei holt sie sich bei dunklen Mächten Unterstützung.

 
 
 


 
 
 

PYEWACKET – Kritik

 
 
 
Sei vorsichtig vor dem, was Du Dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen. Genau jene weisen Worte gab bereits ein boshafter Dschinn in WISHMASTER (1997) dem Zuschauer mit auf dem Weg. Der machte sich die Habgier wunschgeiler Menschen zu eigen und beförderte sie damit gleich mal in den Tod. Drei Fortsetzungen folgten und machten unbedachtes Wünschen für das Publikum zu blutroter Unterhaltung mit sarkastischer Note. Offenbar lieferte die Reihe für einige Filmemacher genug Inspiration. Ähnliches Prinzip wurde nämlich auch in WISH UPON von 2017 angewandt, wo man nicht minder zynisch zur Sache ging, um Kurzweil zu bieten. Auch hier konnte eine alte Spieluhr zwar ebenso Wünsche erfüllen, fordert aber als Gegenleistung für das Erfüllen einen Blutzoll, der die Protagonisten des Films vor unüberwindbare Herausforderungen stellte. Mit denen hat nun auch die Heldin des hier vorgestellten Okkult-Horrors zu kämpfen. PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH rückt nämlich ebenso das unüberlegte Wünschen in den Mittelpunkt und schlägt mit gemeinem Ende vor den Kopf. Gruselstimmung, Drama und grimmige Pointe: Indie-Horror at his best.
 
 
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In PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH hat Leah (NICOLE MUÑOZ aus SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE) unter dem plötzlichen Tod des Vaters zu leiden. Der Schicksalsschlag hat dafür gesorgt, dass sich Mutter (LAURIE HOLDEN) und Tochter immer weiter voneinander entfernen haben und sich Trauer regelmäßig in Frust entlädt. Einer der Gründe, weshalb die Jugendliche immer öfter mit Okkultismus experimentiert, um sich so dem Kummer zu entledigen. Doch schwarze Magie wird der Teenagerin bald zum Verhängnis. Als mal wieder ein Streit mit der Mutter entfacht, flüchtet das Mädchen in die Wälder und beschwört einen Dämon, der das Familienoberhaupt töten soll. Alles nur Hokuspokus? Schön wär’s, denn plötzlich passieren Dinge, die sich Leah nicht erklären kann. Da poltert es im Dachgeschoss und unheimliche Ereignisse lassen nichts Gutes erahnen. So wird aus Spaß plötzlich Ernst und die rebellische Teenagerin muss feststellen, dass man besser erst die Folgen mysteriöser Rituale bedenkt, bevor man sie unachtsam durchführt.
 
 
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Teenager und Okkultismus – das sind zwei Dinge, die sich eigentlich nur selten vertragen. Schaut man sich nämlich ähnlich gestrickte Filme über Jugendliche an, die sich dunklen Mächten anschließen, kann man davon ausgehen, dass auch in PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH geheime Rituale für Chaos sorgen werden. Drehbuchautor und Regisseur ADAM MACDONALD hat hier saubere Arbeit geleistet und solide Gruselunterhaltung abgeliefert, die sich vor allem durch exzellentes Schauspiel auszeichnet. Hier wird Wert auf Figuren und Spannungsaufbau gelegt. Die Effektkeule wird in der Klischee-Mottenkiste gelassen. Das bedeutet, dass sich Macher ADAM MACDONALD im Aufbau seines Filmes an alten Gruselmeistern orientiert und das Grauen gemächlich auf subtilen und psychologischen Wege heraufbeschwört. Demzufolge dauert es auch sehr lang, bis PYEWACKET überhaupt zum Punkt kommt, was aber keineswegs als etwas Schlechtes gewertet werden sollte. Ganz im Gegenteil. Durch langsamen Aufbau kann sich der Zuschauer besser auf die Figuren und ihre Schicksale einlassen, wobei an dieser Stelle vor allem Schauspielerin NICOLE MUÑOZ hervorsticht, die als rebellische wie auch verängstigte Teenagerin Leah eine überzeugende Arbeit abliefert. Die merkt in ihrem jugendlichen Leichtsinn schnell, dass in Wut getätigte Rituale so ziemlicher Blödsinn sind und wird die Geister nicht mehr los, die sie gerufen hat. Eine bittere Erleuchtung, die im Finale schmerzhaft in der Magengrube trifft. Gott sei Dank kann man im Heimkino vorspulen. Nicht jedes Filmende lässt sich nämlich leicht verdauen.
 
 
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PYEWACKET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mehr subtiles Drama statt schauriger Horrorfilm. PYEWACKET ist durchdachter Okkult-Grusel von Jemanden, der sich mit Horror auskennt. Regisseur ADAM MACDONALD ist kein unbeschriebenes Blatt im Horror-Genre. Der hatte zuletzt mit BACKCOUNTRY einen deftigen Natur-Survival-Thriller abgeliefert und war bereits selbst in Horrorfilmen als Schauspieler unterwegs. So sah man ihn im Werwolf-Grusel WOLVES und dem Home-Invasion-Horror HOME SWEET HOME. Die Liebe zum düsteren Fach kommt auch dem neusten Werk des Filmemachers gelegen. PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH ist ein Gruselfilm alter Schule, der sich in erster Linie auf Figuren und Stimmung konzentriert, statt das Publikum mit schnellen Schnitten und ausgelutschten Schockmomenten zu belästigen. So beleuchtet der Film mehr das problematische Seelenleben seiner desorientierten Jungdarstellerin und hat erst am Ende etwas Gruselei zu bieten. Das hat zur Folge, dass nicht direkt klar wird, was hier eigentlich passiert. Zeichnen sich die mysteriösen Ereignisse nur im Kopf der traumatisierten Heldin ab oder ist hier wirklich ein Dämon am Werk? Die Antwort darauf überlässt Regisseur ADAM MACDONALD dem Zuschauer. Ein geschickter Schachzug und zugleich gelungenes Verwirrspiel. Für Fans schockintensiver und lauter Mainstream-Ware wie COUNJURING ist PYEWACKET aber nicht unbedingt geeignet. Die dürften sich der gemächlichen und eher stillen Inszenierung wegen schnell langweilen. Skandal!
 
 
 


 
 
 

PYEWACKET – Zensur

 
 
 
PYEWACKET – TÖDLICHER FLUCH ist eher ein subtiles Gruseldrama. Es gibt eine Armwunde zu sehen und eine Person, die bei lebendigem Leibe verbrennt. Hierzulande gab es für die überschaubaren Schauwerte eine FSK16 in ungeschnittener Form.
 
 
 


 
 
 

PYEWACKET – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pyewacket; Kanada 2017

Genre: Drama, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Behind the Scenes inklusive Interviews mit dem Regisseur und den Hauptdarstellern,
Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet, Plakat

Release-Termin: 13.07.2018

 

Pyewacket [Limitiertes Mediabook mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Pyewacket [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PYWACKET – Mediabook

 
 
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PYEWACKET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Eindringlinge (2015)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 
Veronica – Spiel mit dem Teufel (2017)
 


Filmkritik: „Out of the Shadows“ (2017)

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OUT OF THE SHADOWS

Story

 
 
 

Sowas hatten wir definitiv noch nie vor der Linse: Ein Paar bezieht ein neues Haus und wird darin vom Bösen heimgesucht.

 
 
 


 
 
 

OUT OF THE SHADOWS – Kritik

 
 
 
Eigentlich hat sich Australiens Genre-Schmiede in den letzten Jahren nur von der besten Seite gezeigt. So wurden dort Filme wie THE BABADOOK, WOLF CREEK oder BETTER WATCH OUT gedreht, die von Kritikern und Presse viel Lob erhalten haben. Leider entstehen im Land der Kängurus aber auch jene Filme, die man nicht einmal mit der Kneifzange anfassen möchte. Zu einem derer gehört OUT OF THE SHADOWS. Hierbei handelt es sich um 08/15-Gruselware, die nicht grundlos auf den Wühltischen bekannter Elektronikfachmärkte ihr jämmerliches Dasein fristen wird. Regisseur DEE MCLACHLAN hat mit seinem Okkult-Blödsinn eine belanglose Gruselschlaftablette inszeniert, die wegen fehlender Ideen Müdigkeit verursacht. Der Filmemacher hat für seinen Film die wohl schlechtesten Low-Budget-Gurken der letzten Jahre abgegrast und deren gestohlene Ideen noch einmal für seinen OUT OF THE SHADOWS verwendet. Entstanden ist eine Kopie von der Kopie. Was für ein fades Gruselerlebnis.
 
 
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Elternglück mit Hindernissen. Eric (BLAKE NORTHFIELD) und Katrina (KENDAL RAE) erwarten Nachwuchs. Grund genug ein neues Heim zu beziehen und es sich darin gemütlich zu machen. Leider geht es dort bald drunter und drüber. Die Schwangere beginnt nämlich seltsame Stimmen zu hören, die das Ungeborene fordern. Das ängstigt die werdende Mutter zu Tode, zumal eine tote Krankenschwester durch die Wohnung wandelt, mit der offenbar nicht gut Kirschen essen ist. Was soll das alles? Genau jene Frage stellt sich bald auch die verzweifelten Katrina, die mit eigenen Forschungen beginnt, weil ihr niemand Glauben schenken will. Währenddessen untersucht Gatte und Gesetzeshüter Eric seltsame Mordfälle. Darin verwickelt: schwangere Frauen. Ob es hier Parallelen zum Privatleben des Detectives gibt? Man muss OUT OF THE SHADOWS nicht gesehen haben, um eins und eins zusammenzählen zu können.
 
 
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Von Dämonen, Geistern und schwangeren Frauen. OUT OF THE SHADOWS ist kein guter Gruselstreifen, weil er einfach unoriginell das abspult, was zuvor schon so viele Filme thematisiert haben. Ein Dämon will Unheil stiften und muss deshalb in seine Schranken gewiesen werden. Ein paar paranormale Ereignisse hier, ein paar falsche Fährten da und am Ende muss mit kirchlichem Beistand das Böse vernichtet werden. Ja, das klingt nach Stoff, den man so noch nie zu sehen bekommen hat. OUT OF THE SHADOWS bekleckert sich beim Erzählen nicht unbedingt mit Einfallsreichtum, sondern macht von der faden Zutatenliste für Geister- und Dämonen-Horror Gebrauch, mit der sich die Mehrheit der Filme über Wasser hält, die in diesen Subgenres beheimatet sind. Demzufolge sind Verläufe vorhersehbar und Schockmomente verfehlen ihre Wirkung. Ob das Regisseur DEE MCLACHLAN so bewusst gewesen ist? Der hat hier einen simplen, vorhersehbaren und vor allem langweiligen Dämonenschnarcher auf Zelluloid gebannt, dem es nicht einmal gelingt gruselig zu sein. Das sind keine guten Voraussetzungen für einen Streifen, der eigentlich darum bestrebt sein sollte dem Zuschauer Gänsehaut zu bereiten. Daher legen wir jedem ans Herz, diesen cineastischen Schnellschuss besser zu meiden. Die kostbare Lebenszeit kann man auch in bessere Filme investieren. Eine Folge GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN ist spannender und weitaus gruseliger.
 
 
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OUT OF THE SHADOWS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Austauschbarer Gruselfilm auf NETFLIX-Niveau! Eine schwangere Frau, die durch unheimliche Geschehnisse den Verstand verliert. Erfahrene Filmkenner haben da gleich so Filme wie ROSEMARIES BABY, DELIVERY oder DARK CIRCLES vor Augen, in denen die Schwangerschaft zum Horror gemacht wird. Leider ist der hier vorgestellte OUT OF THE SHADOWS kein Psychothriller über eine überforderte Schwangere, die Angst davor hat Mutter zu werden. Vielmehr entpuppt sich dieser australische Gruselstreifen als langweiliger Okkult-Schnarcher, der nach Schema F gezimmert wurde und kaum eigene Ideen besitzt. Geister spuken umher und wollen Botschaften vermitteln. Dämonen hingegen treiben ihr Unwesen und sorgen für Chaos. Ein Priester will dem Treiben ein Ende setzen und lockt das Böse aus der Reserve. Alteingesessene Genre-Anhänger rollen da zu Recht mit den Augen. OUT OF THE SHADOWS ist ein typischer Vertreter der Gattung: „Günstig gedreht und schnell abkassiert“. Neuerungen sucht man vergebens und Spannung ebenfalls. Immerhin macht der Streifen technisch einiges her. Der Film schaut gut aus und auch die Schauspieler können was. Doch was nützt die schöne Hülle, wenn das Fundament wackelig ist. In diesem Falle hätte man sich fürs Schreiben des Drehbuchs ein paar Tage mehr Zeit lassen sollen.
 
 
 


 
 
 

OUT OF THE SHADOWS – Zensur

 
 
 
In OUT OF THE SHADOWS liegt eher das Gruseln im Mittelpunkt. Viel Blut oder Gewalt gibt es demnach nicht zu sehen. Sollte der Streifen in Deutschland ausgewertet werden, dürfte eine FSK16 denkbar sein.
 
 
 


 
 
 

OUT OF THE SHADOWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Bronte Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Still/Born (2017)
 
The House on Pine Street (2015)
 


Filmkritik: „The Hollow Child“ (2017)

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THE HOLLOW CHILD

Story

 
 
 

Eine boshafte Kreatur schlüpft in den Körper eines kleinen Mädchens und stiftet so Unruhe.

 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Kritik

 
 
 
Dämonen sind schon heimtückische Kreaturen. Die lassen nichts unversucht, um der Menschheit das Leben schwer zu machen. So schlüpfen sie nicht selten in die Körper ahnungsloser Opfer, um so unbemerkt Schrecken und Leid zu verursachen. Dabei ganz besonders beliebt als Versteck: unschuldig dreinschauende Kinder, denen man nichts Böses möchte. Die werden im Genrekino gern mal als willenlose Marionetten umfunktioniert, weil niemand vermuten würde, dass in ihnen der Teufel hausen könnte. Eine heimtückische Gruselrezeptur, die auch im Horrorfilm THE HOLLOW CHILD angewandt wird. Ähnlich wie im Okkult-Klassiker DAS OMEN verbirgt sich hier ebenso das Böse hinter vermeintlich unschuldigen Kinderaugen mit dem Ziel, möglichst viel Chaos entstehen zu lassen. Überraschenderweise ist dieser Versuch geglückt. Trotz Erstlingswerk hat der noch unbekannte Nachwuchsregisseur JEREMY LUTTER einen durchweg gelungenen Film hervorgebracht, der vor allem von seiner sympathischen Hauptdarstellerin getragen wird. Letztere wird von JESSICA MCLEOD verkörpert, welche sich mit einer Außenseiterrolle vom üblichen Helden-Klischee abhebt. Gute Voraussetzungen also um Mitfiebern zu können.
 
 
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Olivia (HANNAH CHERAMY) und Samantha (JESSICA MCLEOD) sind zwei Waisenkinder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Beiden werden von einem gutbürgerlichen Pärchen aufgenommen und erhalten so die Möglichkeit ein ganz normales Leben zu beginnen. Während die jüngere Olivia schnell einen Draht zu den neuen Eltern findet, fällt es der rebellischen Teenagerin Samantha schwerer sich in die neue Familie zu integrieren. Doch das Schicksal meint es mit beiden Mädchen nicht sonderlich gut. Die jüngere Olivia verschwindet plötzlich im Wald, weil ihre Adoptivschwester nicht auf sie aufgepasst hat. Trotz Suche bleibt das neue Familienmitglied verschwunden. Das lenkt die Enttäuschung der verzweifelten Eltern auf sich, die sich plötzlich gar nicht mehr so sicher sind, ob es eine gute Idee gewesen ist, eine pubertierende Teenagerin zu adoptieren. Nach drei Tagen voller Kummer taucht das verschollene Mädchen plötzlich wieder auf. Zwar scheint dem Kind nichts passiert zu sein, trotzdem ist Olivia nicht mehr dieselbe. Die reißt ihren Stofftieren die Augen aus und hat offenbar ihre guten Manieren verloren. Ist das Mädchen etwa vom Teufel besessen? Genau jenen Verdacht hegt Adoptivschwester Samantha, die mit Recherchen beginnt, weil ihr niemand Glauben schenken möchte.
 
 
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Vom Bösen besessene Kinder. Das ist ein Thema, dass gern im Horrorkino Verwendung findet. So denke man an den ganz großen Film dieser Gattung: DER EXORZIST. Der verstörte in den 1970ern gerade deswegen, weil sich das Böse in einem Kind formierte, dem man kein Leid zufügen wollte, um den Teufel wieder vertreiben zu können. Was aber vor über 40 Jahren im Kino zu Tode ängstigte, ist natürlich mittlerweile Horror-Alltag geworden und schockiert kaum noch jemanden, der regelmäßig Horrorfilme sieht. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Tricktechniker makabere Spezialeffekte einfallen lassen und so alteingesessene Horrorfilmkenner in Entzückung versetzen. Der Videomarkt ist groß und demzufolge auch die Anzahl sich ständig wiederholender Geschichten und totgefilmter Klischees, die dem Horrorgenre allmählich die Puste rauben, weil mehr auf Quantität Wert gelegt wird, statt Qualität walten zu lassen. Da verblüfft es dennoch, dass ein Film wie THE HOLLOW CHILD eines Besseren belehren kann. Der Streifen ist mutiges Indie-Kino und kommt auch ohne Ekel-Metamorphosen oder schnellem CGI-Overkill aus. Stattdessen beruft sich Filmemacher JEREMY LUTTER auf die klassische Kunst des Erzählens und vermeidet hektische Schnitte oder übertriebene Blut-Sauereien. Das stellt sich glatt die Frage, ob altes Gruselhandwerk in einer Zeit überhaupt noch funktioniert, in welcher Streaming-Portale wie NETFLIX & Konsorten immer trivialeren Fast-Food-Horror auf den zahlungswilligen Zuschauer loslassen. Wir meinen ja. THE HOLLOW CHILD nimmt sich nämlich noch Zeit für seine Protagonisten und hakt deren Charakterisierung nicht im Eiltempo ab. So kann sich der Zuschauer auf die Figuren einlassen und leidet mit ihnen mit.
 
 
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Mehr Drama statt Horror lautet im Falle von THE HOLLOW CHILD die Devise. Der Film besitzt natürlich Horror-Elemente und webt ein Mysterium um Filmfigur Olivia. Die Antworten auf plötzlich seltsames Verhalten des kleinen Mädchens besitzen aber wenig Gewichtung. Stattdessen fokussiert sich der Film weitestgehend auf seine rebellische Hauptdarstellerin, die in THE HOLLOW CHILD eine regelrechte Verwandlung durchlebt. Während die sonst so brave Olivia zum garstigen Teufel mutiert, wird deren Adoptivschwester und Teenagerin Samantha plötzlich vom pubertierenden Problemfall zur einsichtigen Mutter Theresa. Auf ihrem Weg der Erleuchtung muss sie erkennen, was wahre Freundschaft bedeutet und dass Familie etwas ist, was auch in schlechten Zeiten stützt. Somit ist THE HOLLOW CHILD trotz Gruselelementen mehr Drama über Selbstfindung und Erwachsenwerden, das letztendlich hätte auch ganz auf den Horror-Part verzichten können. Der mutet mancherorts störend an, musste aber wohl sein, um das Interesse von Horrorfans gewinnen zu können. Manchmal sind die subtileren Wege die besseren.
 
 
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THE HOLLOW CHILD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mix aus Coming-of-Age-Drama und Dämonen-Horror, der vor allem wegen seiner sympathischen Filmheldin in Erinnerung bleibt. Wer hier den ultimativen Okkult-Schocker mit Infarktrisiko erwartet, wird schnell enttäuscht werden. In THE HOLLOW CHILD regieren die leisen Töne und ja, es wird ziemlich viel geredet. Das dürfte schnell jene abschrecken, die sonst eher schnell abgedrehten Hochglanz-Horror aus dem Hause BLUMHOUSE bevorzugen. THE HOLLOW CHILD ist – trotz Dämonenthematik – eher ein Gruseldrama über einen Teenager, der nach Zugehörigkeit sucht und diese natürlich auch findet. Dass das alles unter dem Deckmantel eines Horrorfilms passieren muss, ist etwas unglücklich entschieden, aber dennoch ganz passabel. Wer demzufolge gern Horrorfilme schaut, in denen die Figuren der Star sind und nicht die Spezialeffekte, dürfte durchaus positiv überrascht sein – auch wenn im Finale etwas zu sehr in der angestaubten Horror-Mottenkisten nach Dämonen-Klischees gekramt wird.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist THE HOLLOW CHILD nicht. Erst gegen Ende gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Die werden aber eher zurückhaltend eingesetzt, weshalb der Streifen hierzulande problemlos eine FSK16 erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Broken Mirror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Omen (1976)
 
Orphan – Das Waisenkind (2009)
 
Mickey (1992)
 


Kritik: „The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen.“ (2017)

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THE CURED – INFIZIERT. GEHEILT, VERSTOSSEN.

(THE CURED)

Story

 
 
 

Von einem Zombie-Virus geheilte Menschen müssen in Angst leben. Nicht, dass sie fürchten müssten sich wieder in Untote zu verwandeln. Nein, diesmal sind es hasserfüllte Mitmenschen, die Zombies und Geheilte am liebsten ganz von der Oberfläche verschwinden lassen wollen.

 
 
 


 
 
 

THE CURED – Kritik

 
 
 
Endlich (fast) alles wieder unter Kontrolle. Über Jahre hat sich der aggressive Maze-Virus innerhalb Europas verbreitet und Menschen in unaufhaltsame Killermaschine verwandelt, die nur ein Ziel kannten: töten. Doch man hat einen Weg gefunden, Infizierte von der Krankheit zu heilen und sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Leider verläuft der Eingliederungsprozess alles andere als einfach. Die Menschen haben Angst vor den Geheilten, weil diese trotz Genesung immer noch den Virenstamm in sich tragen. Die Furcht vor einer neuen Virusepidemie führt daher zu regelmäßigen Revolten, in welchen sich der Unmut der Bevölkerung entlädt, die eine sofortige Auslöschung all jener fordert, die den Maze-Virus in sich tragen. Auch Senan (SAM KEELEY aus AFTERDEATH) zählt bald zu den Geächteten. Der muss trotz Rehabilitation eine Menge Schikanen über sich ergehen lassen muss. Er gehörte einst selbst zu den Infizierten und tötete im Blutrausch unschuldige Menschen. Nun soll er bei der verwitweten Schwägerin Ebby (ELLEN PAGE) ein neues Leben beginnen und die grausame Vergangenheit hinter sich lassen. Doch der Neustart ist schwer und steinig. Nicht nur, dass verstörende Bilder immer wieder an Zeit der Infizierung erinnern. Auch das Umfeld steht dem desorientierten Mittdreißiger feindselig und verurteilend gegenüber. Keine guten Voraussetzungen für einen Neubeginn. Doch im Untergrund brodelt es. Eine Allianz ehemals Infizierter hat sich zusammengetan, um der Gesellschaft den Kampf anzusagen. Man schmiedet einen teuflischen Plan, um Hass zu vertreiben und endlich von der Bevölkerung akzeptiert zu werden. Weil THE CURED immer noch im Horror-Genre beheimatet ist, dürfte klar sein, dass Pläne aus dem Ruder laufen werden.
 
 
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THE CURED stellt innerhalb des totgefilmten Zombie-Genres eine Ausnahmeerscheinung dar. Der Film erzählt nämlich nicht die längst bekannten Geschichte von Menschen, welche unfreiwillig von einem Virus befallen werden, der sie zu Zombies macht. Regisseur DAVID FREYNE traut sich mit seinem Spielfilmdebüt neue Wege zu gehen und wurde deswegen von Kritikern gefeiert. Ja, die vielen Lobgesänge auf dem Blu-ray-Cover ergeben zur Abwechslung mal Sinn, denn der Newcomer bringt frischen Wind in ein Sub-Genre, das sich mit zu günstig gedrehten Billig-Trash und stets wiederkehrenden Geschichten selbst ins Aus geschossen hat. Diesmal ist aber alles anders. THE CURED beleuchtet das Danach und versucht dabei Erklärungen zu finden, wie es nach einem Virusausbruch mit der Menschheit weitergehen könnte. Keine dummen Teenager, keine dämlichen Entscheidungen – alles durchdacht, ziemlich spannend und hochaktuell.
 
 
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Filmemacher DAVID FREYNE versucht wachzurütteln. In seinem Erstling hält er nämlich der heutigen Gesellschaft den Spiegel vor Augen. Der Zombie-Virus ist hier nur Metapher und die einst Infizierten werden zu Ausgestoßenen, die man am liebsten ganz Ausradieren möchte, weil sie nicht in die Gesellschaft passen. Bewusst gestreute Falschinformationen und Populismus verstärken das Misstrauen gegenüber den Sonderlingen. Das lässt Wut bei jenen entstehen, die sich leicht vernebeln lassen. Die Folge: Hass, Gewalt und Anarchie. Das Endresultat ist Chaos. Aufmerksame Zuschauer finden da schnell Brücken zu aktuellen Themen, die täglich durch die Medien geistern. So könnte man die Infizierten auch gut und gerne gegen Menschen ersetzen, die aus Kriegsländern flüchten und in Deutschland nach Sicherheit suchen. Mittlerweile fühlen die sich hier alles andere als Willkommen. Schuld daran sind Missgönner, die das eigene Wohl in Gefahr sehen. Da wird der Mensch zum Einzelkämpfer. THE CURED bringt genau jene Tatsachen auf den Punkt. Allein dessen, lohnt dieser Indie-Streifen gesehen zu werden, an dem vermutlich der 2017 verstorbene Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO besondere Freude gehabt hätte. Der war dafür bekannt, dass er hin und wieder in seinen Filmen soziale und politische Missstände kritisiert hat. In genau jene Fußstapfen tritt auch DAVID FREYNE, der mit THE CURED beweist, dass Zombiefilme nicht zwangsläufig so dumm sein müssen, wie seine nach Menschenfleisch lechzenden Filmbösewichte.
 
 
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THE CURED – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine Gesellschaft der Manipulierten. Dieser Film hält der Gesellschaft dreist den Spiegel vor Augen. THE CURED zeigt eine Welt ohne Mitgefühl, Verständnis und Selbstsucht. So wie im wahren Leben. Das macht dieses Indie-Drama besonders, das von hervorragenden Darstellern getragen wird, deren Figuren ausführlich beleuchtet werden. Der Zombie-Virus dient in diesem Streifen nur als Metapher. Gleichwohl könnte man die von einem Zombie-Virus geheilten Menschen im Films auch gegen jede andere Minderheit unserer Gesellschaft austauschen – die Grundaussage des Films bliebe die gleiche. Das macht THE CURED zu einem aktuellen und gleichzeitig kontroversen Kinobeitrag, der vor allem bei jenen gut ankommen dürfte, die dringend im Horrorfilm nach Substanz suchen. Die hat THE CURED zweifelsohne, der ganz nebenbei zu den besten Zombiefilmen der letzten Jahre gehört. Pflichtprogramm für anspruchsvolle Horrorfilmfans.
 
 
 


 
 
 

THE CURED – Zensur

 
 
 
THE CURED – INFIZIERT. GEHEILT, VERSTOSSEN. (so der deutsche Titel) ist nicht sehr brutal. Erst gegen Ende gibt es einige Zombie-Attacken zu sehen, die aber jetzt nicht sehr zeigefreudig zelebriert werden. Hierzulande hat der Zombiefilm eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE CURED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Cured; Irland 2017

Genre: Horror, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen. [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE CURED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 
Zombie 2 (1985)
 
Land of the Dead (2005)
 


Kritik: „Downrange – Die Zielscheibe bist du!“ (2017)

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DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU!

(DOWNRANGE)

Story

 
 
 

Dümmlicher Pseudo-Terror von der Stange. Eine Gruppe Freunde gerät im Hinterland an einen Sniper, der die Jugendlichen nacheinander mit seinem Gewehr in die ewigen Jagdgründe befördert.

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Kritik

 
 
 
Dumme Teenager müssen im Horrorfilm sterben. Eine Formel, die vor allem im Slasher-Genre zum guten Ton gehört. Doch nicht immer müssen es unkaputtbare Killer sein, die sich scheinbar rastlos an die Fersen ihrer aufgescheuchten Opfer heften und sie so lange verfolgen, bis sie sich ihrem Schicksal ergeben. Es geht auch anders und das sogar ohne sich die Finger schmutzig zu machen oder gar Kalorien verbrennen müssen, wie der Splatterfilm DOWNRANGE beweist. Darin hat es sich ein Scharfschütze in einem Baum gemütlich gemacht und wartet in Seelenruhe auf seine Opfer. Die kommen schon bald. Eine Gruppe Freunde düst durch das Jagdgebiet des Fremden und muss bald ums Überleben bangen. So schießt der Killer in die Räder des Fahrzeugs und zwingt die Jugendlichen zum Stranden. Nun ist guter Rat teuer, denn weder der Wagen lässt sich fortbewegen noch haben die Handys Empfang. Da stellt sich die Frage, wie man dem Schicksal entkommen kann. Den Teenagern zumindest scheint’s egal zu sein. Die scheißen auf Pläne und laufen lieber unüberlegt durch die Szenerie. Dass sie dafür mit dem Tod bestraft werden müssen, ist so klar wie Kloßbrühe. Für den Spannungsaufbau ist ein so trivialer Ablauf leider nicht sonderlich förderlich.
 
 
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Was nur hat Filmemacher RYUHEI KITAMURA dazu getrieben, einen Film wie DOWNRANGE zu inszenieren? Der Regisseur ist fürs blutige Horrorfach bekannt und konnte sich in der Vergangenheit mit einigen sehr gelungenen Horrorstreifen einen Namen machen. So gehen auf dessen Konto der Asia-Splatter-Hit VERSUS, sowie die nicht minder deftige Schlachtplatten MIDNIGHT MEAT TRAIN und NO ONE LIVES. Das blutige Chaos wird auch im Sniper-Schocker DOWNRANGE beibehalten, der leider gar nicht mehr so unterhaltsam ist, wie die bisherigen Streifen des Filmemachers. Irgendwie steckt in diesem Film der Wurm, was in erster Linie daran liegt, dass die Charakterzeichnung unter aller Kanone ist. Nun gut, möchte man meinen, Charakterzeichnung ist im Horrorfach meist Nebensache. Wenn aber Protagonisten wie dumme Schafe vor dem Visier eines Schafschützen tanzen und dabei nicht einen klugen Gedanken fassen wollen, ist Schluss mit lustig. DOWNRANGE meint es nicht gut mit seinen Protagonisten, denn die handeln von Sinnen und befriedigen damit zumindest die Blutsucht des Zuschauers. Der bekommt in DOWNRANGE anständig gefilmte Morde zu sehen, die so zeigefreudig sind, dass der Streifen Probleme mit der FSK bekam. Der Sniper-Splatter erhielt nämlich anfangs von der Prüfbehörde keine Freigabe. Doch der Rechteinhaber ging gegen das Urteil in Berufung und hatte Erfolg. Ob dieser (finanzielle) Aufwand gerechtfertigt gewesen war, sollte an dieser Stelle jeder selbst entscheiden. DOWNRANGE ist nicht sonderlich helle und spult seine vorhersehbare und unspannende Geschichte nach Schema F ab. Das bedeutet: kreischen, winseln und sterben bis am Ende niemand mehr übrig ist. Die Charakterentwicklung ist oberflächlich, die Protagonisten sind unsympathisch und die zweckmäßigen Dialoge sind sogar noch dümmer, als die jeder gescripteten RTL2-Nachmittagssendung. Demzufolge raten wir, besser andere und gelungenere Sniper-Thriller in den Player schieben, denen es auch tatsächlich gelingt, den Puls des Publikums in die Höhe zu treiben. So schockierten zuletzt Filme wie KING OF THE HILL oder TOWER BLOCK. Zwei heftige Streifen, die das Nervenkostüm beanspruchen und dabei auch noch Kompromisse scheuen. Zartbesaitete Zuschauer sollten die aber besser meiden.
 
 
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DOWNRANGE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Intellektueller Total-Reinfall! Dafür aber professioneller Splatter im Überfluss. Den bekommt man im Falle von DOWNRANGE ziemlich oft vor die Linse und das auch noch in technisch tadelloser Umsetzung. Brutalität steht hier vor Plausibilität, denn bis auf den Filmbösewicht handelt nahezu jede Figur dieses deftigen Splatterstreifens dämlich und unüberlegt. Feingeister werden daher an dieser Stelle vorgewarnt. Die selten dummen Handlungen aller Protagonisten gehen an die Substanz und machen wütend. Wer demzufolge leicht cholerisch veranlagt ist, sollte DOWNRANGE besser meiden. Das ist besser fürs Herz.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Zensur

 
 
 
In DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU (so der deutsche Titel) geht es nicht zimperlich zu. Köpfe werden überfahren, Augen ausgeschossen und Körper mit Kugeln durchsiebt. Die Gewaltexzesse sind so deftig, dass selbst die FSK keinen Spaß verstand und DOWNRANGE eigentlich ungeschnitten nicht freigeben wollte. Wer aber denkt, dass dieses Horrorthriller Federn lassen musste, wird überrascht sein. Offenbar hatte das Label SPLENDID FILM mehr Glück als gedacht. Nach einer Berufung, gabs von der FSK dann doch den Segen. DOWNRANGE steht ab sofort ungeschnitten mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Downrange; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

Downrange – Die Zielscheibe bist du! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
El rey de la montaña – Unsichtbare Gefahr (2007)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Happy Hunting (2017)
 
Carnage Park (2016)