Filmkritik: „Growl – Er riecht Deine Angst“ (2019)

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GROWL – ER RIECHT DEINE ANGST

(CUERDAS | PREY)

Story

 
 
 
Wie gefährlich ein tollwütiger Hund werden kann, muss die querschnittsgelähmte Elena am eigenen Leib erfahren. Kann sie sich gegen das aggressive Tier verteidigen?
 
 
 


 
 
 

GROWL – Kritik

 
 
Neben zahlreichen Insekten-Variationen, gehört der Hund wohl zum beliebtesten Geschöpf, wenn es um Tierhorror geht. Das Subgenre hat ein paar Klassiker wie „Cujo“ hervorgebracht und wird gerne variiert, aber so bodenständig, wie es in „Growl – Er riecht Deine Angst“ zur Sache geht, sieht man Hundehorror auch nicht alle Tage. Obwohl das begrüßenswert ist, stellt sich der Film damit teilweise leider selbst ein Bein.
 
 
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Seit einem Autounfall ist Elena querschnittsgelähmt und die Lust am Leben hat die junge Frau ebenfalls verloren. Ihr Vater versucht ihr so gut wie möglich zu helfen, aber die Beziehung ist schon seit langer Zeit sehr angespannt, was mit der Vergangenheit zu tun hat. Elena bekommt einen belgischen Schäferhund an ihre Seite gestellt, der sie unterstützen soll, außerdem hat ihr Vater ein Haus auf dem Land präparieren lassen. Doch als sich der Hund mit einer gefährlichen Krankheit infiziert, wird er plötzlich sehr aggressiv und schon bald ist Elena auf sich alleine gestellt.
Die Prämisse einen tollwütigen Hund gegen eine junge Frau, die im Rollstuhl sitzt, antreten zu lassen, klingt vielversprechend, aber auch schwierig. Da braucht man schon eine menge Ideen, um ein solches Szenario interessant zu halten. Genau hier liegt dann auch die größte Schwäche von „Growl“, denn diese Vielzahl an Ideen hatte man nicht. Man baut noch ein paar surreale Ebenen mit ein, aber es ist nicht schwer zu erkennen, dass diese lediglich zum Strecken dienen. Die Hintergrundgeschichte hätte man jedenfalls auch anders erzählen können. Immerhin war man hier bemüht und hat sich etwas einfallen lassen. Außerdem ist es nicht verkehrt, dass der Zuschauer nur stückchenweise Informationen erhält, denn so weiß man nach der Einleitung noch längst nicht alles über die vergangenen Geschehnisse.
 
 
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Sowieso ist der gesamte Anfang vielversprechend. Das erste Drittel baut sich langsam auf und wirkt alles andere als stumpf. Da bekommt das Drama überraschend viel Platz eingeräumt und vor allen Dingen wirken die wenigen Figuren sehr glaubwürdig. „Growl“ kommt mit nur vier Darstellern aus und lediglich Paula del Río bekleidet eine Hauptrolle. Sie macht ihre Sache doch sehr brauchbar und mimt das alles relativ glaubwürdig. Die anderen Darsteller sind ebenfalls solide, aber man sieht nicht viel von ihnen. Natürlich wäre da dann noch der belgische Schäferhund, der für den Horror sorgen soll. Es ist immer erfreulich, wenn man mit echten Tieren arbeitet und nicht irgendwelche Computeranimationen zu sehen bekommt. Der Hund wurde gut dressiert und liefert ab, allerdings erweckt der Begriff Hundehorror dann doch etwas zu hohe Erwartungen, denn der Hund steht gar nicht mal so oft im Fokus und sorgt eher nur für die bedrohliche Prämisse. Wenn der Schrecken startet, konzentriert man sich auf ihn, aber danach kann er nur noch mal im Finale einen Eindruck hinterlassen. Das ist leider etwas zu wenig.
 
 
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Sowieso fällt Regisseur und Mitschreiber am Drehbuch José Luis Montesinos nicht genug ein, um das Treiben interessant zu halten, weshalb der Unterhaltungswert nach dem ersten Drittel auch relativ schnell sinkt. Es ist nicht besonders spannend Elena minutenlang dabei zu verfolgen, wie sie mit ihrem Rollstuhl durch die Wohnung fährt. Wenn dann sogar noch eine weitere Figur auftaucht, wird diese zu schnell verpulvert. Hier hätte man für mehr Spannung sorgen können. Das Finale bekommt dann zwar zum Glück wieder die Kurve, doch der gesamte mittlere Teil ist viel zu arm an Highlights. Es geschieht nicht viel, das Tempo ist zu gering und ob man den Nebenstrang um die verstorbene Schwester nun gut findet oder nicht, stellt wohl am ehesten Geschmackssache dar.
 
 
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Die Inszenierung ist allerdings nicht verkehrt und rein qualitativ kann „Growl – Er riecht Deine Angst“ schon einen guten Eindruck hinterlassen. Dass der Film eher simpel und schlicht wirkt, stört bei dem Szenario nicht. Die Schauplätze erfüllen ihren Zweck und die Kamera fängt alles gut ein, selbst wenn sie ruhig etwas dynamischer zur Sache hätte gehen dürfen. Die Atmosphäre ist recht trocken, besitzt keine auflockernden Zutaten und besteht im Endeffekt aus mehr Drama, als gedacht. Dies wäre an sich nicht verkehrt gewesen, nur enttäuscht eben der Horror-Anteil etwas. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt und das Treiben relativ harmlos daherkommt, macht die Sache ebenfalls nicht aufregender. Der meistens recht dezent eingesetzte Score kann allerdings überzeugen.
 
 


 
 
 

GROWL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Growl – Er riecht Deine Angst“ ist wirklich gut gemeint und macht am Anfang viel richtig. So schlicht die Story auch ist, man hat einen funktionierenden Hintergrund eingeräumt, die Figurenzeichnung wirkt niemals zu banal und die Darsteller taugen ebenfalls etwas. Außerdem setzt man einen echten Hund ein, der in ein paar Szenen Eindruck hinterlässt. Nur leider eben in zu wenigen. Im gesamten mittleren Teil steht der Hund völlig im Hintergrund und daraus resultiert dann ab und zu gepflegte Langeweile. Hier hätte es neben mehr Spannung und mehr Action vor allen Dingen mehr Ideen gebraucht. Gute Einfälle waren zwar vorhanden, manche fährt man aber auch relativ konsequent an die Wand. Schade, denn obwohl „Growl“ wirklich sehenswerte Momente besitzt, kommt er so über den Durchschnitt kaum hinaus. Fans des Hundehorrors können aber dennoch einen Blick riskieren, denn gut gemacht ist der Film durchaus!
 
 


 
 
 

GROWL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Growl – Er riecht Deine Angst“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

GROWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cuerdas; Spanien 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 07.05.2021

 

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GROWL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Rottweiler (2004)
 
The Breed (2006)
 

Filmkritik: „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ (2019)

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THE MORTUARY – JEDER TOD HAT EINE GESCHICHTE

(THE MORTUARY COLLECTION)

Story

 
 
 
Als die junge Sam (Caitlin Custer) an den Pforten des örtlichen Bestattungsinstitus klopft und neugierig nach Geschichten fragt, antwortet Montgomery Dark (Clancy Brown) mit abendfüllender Horrorunterhaltung.

 
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Kritik

 
 
Gefühlt die Hälfte aller modernen Horrorfilmreleases, oder zumindest derer, die ich hier bespreche, bestehen aus Anthologien durchwachsener, bis fragwürdiger Qualität. So fällt es den individuellen Produktionen immer schwieriger, in dem Sumpf des Durchschnitts aufzufallen – und das ausgerechnet in einem Horrorsubgenre, dessen starke Einzelbeiträge ohnehin schon Probleme haben herauszustechen, sind sie doch oft selbst zwischen belanglose Füllerepisoden gebettet. Positiv hervorzuhebende Kurzfilme also, die sich in abendfüllenden sowie sehenswerten Beiträgen statt auf Youtube finden, sind selten, werte Leser:innen, und doch schafft „The Mortuary Collection“ (in Deutschland unverständlicherweise in „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ umbenannt, obwohl mehr Deutsche „Collection“ als „Mortuary“ verstehen dürften, aber gut), von Horrorkurzfilmregisseur und Langfilmdebütant Ryan Spindell, es in seinen knapp zwei Stunden direkt mehrfach, genau solche zu liefern.
 
 
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Dass jede der Episoden des Films dabei vom selben Regisseur inszeniert wurde, steht der Produktion zu jedem Moment sehr gut, da alles wie eine homogene Horrormasse, ein genrebewusster Guss wirkt, statt wie der allzu gewohnte, tonal völlig verwirrte Flickenteppich internationaler Beiträge, die durch dünne Überleitungen zusammengehalten werden sollen. Das pompöse, treibende, klassische Spukhaus-Theme im Menü stimmt bestens ein; vor schwarzem Bildschirm fällt dann das Zitat „The world is not made of atoms, it is made of stories“, bevor der Titel des Films auf einem Buch steht, welches auf den Tisch fällt, die Kamera in das Buch fährt und eine, leider eher misslungen zu nennende, ruckelnde CGI-Fahrt startet. Das Zusammenspiel der modernen, malerischen Tracking Shots und Inszenierung im Kontrast zur gemächlichen, in Nostalgie schwelgenden Musik könnte hier bestens funktionieren, hätte man sich nicht für immer wieder die Immersion zerstörende, da kaum überzeugende Computeranimationen entschieden.
 
 
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Nach diesen ersten drei Minuten Opening Credits wird uns galant inszeniert, clever und nicht ohne Schrecken der von Schauspiellegende Clancy Brown gespielte Bestatter und Erzähler Montgomery Dark vorgestellt, ein älterer Hüne mit ausdrucksstarker Stimme, die zusammen mit seiner erhabenen Gestik und Mimik gar ein wenig an Christopher Lee erinnert. Leicht slapstickhafter Humor, der sich aber in würdevollen Grenzen hält und eher schwarzhumorig-lakonisch anmutet, kommt in diesen vorstellenden Minuten auch nicht zu kurz. Die alte Villa mit den prachtvoll verzierenden Glasmalereien, der ausufernden Bibliothek, den zahlreichen prunkvollen Gemälden und der höchst atmosphärischen, spärlichen Beleuchtung weiß von der ersten Minute an zu begeistern und verzaubern, wird sie uns doch liebevoll und mit angenehmen Pacing nähergebracht, ohne dass je der Fokus des Films verloren geht.
 

„Have you any experience in the mortuary arts?“

 
Und dieser liegt, man ahnt es kaum, auf den kurzen Geschichten von Montgomery, vier an der Zahl. Nachdem die sympathische junge Sam, gespielt von Seriendarstellerin Caitlin Custer, nämlich bei Monty aufkreuzt, um sich für einen Job zu melden, fragt sie ihn äußerst neugierig nach den zahlreichen morbiden Anekdoten und Todesfällen, die sich hinter den Leichen seiner täglichen Arbeit verstecken– und so beginnt nach äußerst gekonnt einstimmenden elf Minuten Laufzeit also die erste Geschichte.
 
 
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Und diese versteht sich dabei viel mehr als Appetizer, denn als vollwertige Story – wichtiger als die relativ belanglosen, wenn auch technisch recht ansprechenden fünf Minuten Cosmic Horror light mit sehr vorhersehbarem Verlauf und Augenzwinkern am Ende (5/10), ist hier nämlich Sams Reaktion auf die Geschichte, da sie diese selbst sofort abwertet und sich etwas mit „mehr Substanz“ erhofft; genau wie auch der Zuschauer. Nun macht es den Genuss der fünf Minuten selbst natürlich nicht besser, sehr wohl aber zeigt der Film hier bereits, wie er sich seines Genres und dessen Problemen voll und ganz bewusst ist und gelobt, die üblichen Anthologiekrankheiten zu vermeiden – ob dieses Vorhaben glückt?
 
 
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Der Dialog zwischen Monty und Sam treibt in wenigen Minuten erneut die Story voran und spricht ein zu oft genutztes Klischee direkt an, weiter geht es mit sexistischen, modelhaften Ultra-Chad- Studenten, die auf dem Campus Kondome verteilen und sich wie überdrehte, anstrengende Idioten verhalten. Jake, besagter durchtrainierter Protagonist, macht das hornbrillentragende, aber nicht unattraktive Mauerblümchen Sandra an,welche bissig und unerwartet hart flirtet. Eine letzte, charakterbildende Szene vor „dem Vorfall“ offenbart die männlichen Nebendarsteller dann leider erneut als etwas schwächer; gibt dem Protagonisten über sein stereotypes, unsympathisches Abziehbild hinaus aberetwas Charakter und Selbstreflektion, dann geht es auch schon auf eine Party und, nach etwas Foreshadowing wie etwa vermissen Highschooljungs, mit Sandra zusammen ins Bett…
 
 
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Was folgt, ist ein breites Grinsen für alle Genrefans die es satt sind, halbgare „Sex und Blut haha“ Kurzfilme oder unausgereifte „One Night Stand + was Schlimmes passiert“-Prämissen in ihren Horrorfilmen zu finden, denn diese moralische cautionary tale ist ein rund 25-minütiger Bodyhorrortrip, der ein sehr reales Problem auf garstige, schwarzhumorig-feministische Weise thematisiert und dabei vor nichts zurückschreckt. Es gibt eine quälend unlogische bzw. tonal nicht passende Szene und ja, der Einstieg kann auch ein wenig auf den Zeiger gehen – doch alles andere an dieser Episode ist Gold, ein großer Spaß. „THAT was a story!“ ruft Sam begeistert, und ich gehe glatt mit – was für eine wilde, konsequente Episode doch.(8[-]/10)
 
 
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Eine Dreiviertelstunde ist vergangen und die überzeugend getrickste Leiche einer jungen Frau birgt die nächste Geschichte, „Till Death do us part“. Ein wenig erschreckender Hochzeits- Alptraum als Einleitung; danach verbringen wir Zeit mit Wendell Owen, der sich tagtäglich um seine bettlägerige, schwerkranke Frau kümmert und daran zugrunde geht. Ein befreundeter Arzt macht ihm einen unmoralischen Vorschlag, doch auch dieser geht schief – fortan sorgen verzweifelte Maßnahmen für grausige Folgen.
 
 
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Die dritte Episode im Bunde macht es dem genreaffinen Zuschauer nicht leicht, denn auch wenn die Technik erneut überzeugt und das Schauspiel in Ordnung geht, so hat man viele Szenen oder Konflikte bereits so oder so ähnlich gesehen; das Finale der ganzen Chose zudem bereits im Trailer. Zwar gibt es einen wirklich bösen und blutigen Tod sowie ansprechende Effektarbeit in den künstlerischen letzten Minuten der Erzählung, doch weder die Kreativität, noch Konsequenz, noch der schwarze Humor sind hier so präsent wie im letzten Beitrag, oder der Rahmenhandlung. Mit der Kürze des Einstiegs vermutlich eine Wohltat, auf 20+ Minuten gestreckt aber recht ermüdend und schade um die Technik. (6/10)
 
 
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Aber eins muss man dem Film auch zu diesem Zeitpunkt noch lassen – er hat Mut zur Selbstkritik und weiß um die Subjektitivät des Zuschauers. „I kinda hated that story“ kommentiert Sam und entmantelt gekonnt den Kern dieser ganzen pseudoerzieherischen Lehrgeschichten, bevor sie den ersten Twist des gewitzten Scripts – und somit auch selber eine Geschichte – liefert. „The Babysitter Murders“ ist ein 2015 von Ryan Spindell unabhängig von diesem Projekt hier entstandener Meta-Slasher-Kurzfilm mit 80s-Flair und professioneller Inszenierung, statt DTVStyle mit Brüsten und Ketchupblut. Die ersten Minuten können dabei gekonnt in die Irre führen, da hier ein billiger 80s-Slasher als Film im Film (in der Erzählung in der Rahmenhandlung des eigentlichen Films) läuft, doch schnell blitzt das fast schon arrogant wirkende Selbstbewusstsein auf, mit dem hier ganz klar zwischen dieser Produktion und dem sonstigen Retrotrash differenziert wird und schürt auf bewundernswert rotzige Weise Erwartungen. Leisten kann sich dieser Zwanzigminüter das auf jeden Fall, da Spindell hier mit gerade einmal $60,000 einen überraschend actionreichen, spannenden und clever geschriebenen Home Invasion-Horror in die Welt gesetzt hat, der den Genrelook der Zeit gekonnt widerspiegelt, ohne sich auf der reinen Ästhetik auszuruhen und zudem eine der besten Parallelmontagen bietet, die ich in letzter Zeit so gesehen habe. Ein überinszenierter, zu moderner Kampf mit Zeitraffer und -lupe sowie blinkenden Lichtern fällt zwar etwas negativ auf, das Zusammenlaufen der verschiedenen Episoden, Plotlines und Theorien im bitterbösen Finale und Ende aber, entschädigt locker dafür. Ein weiterer Kracher, ausgewogener und gelungener als die Studentenepisode gar. (8[+]/10)
 
 
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Und somit leitet dieser sehr gut verdichtete Film auch direkt aus der finalen Episode zurück ins Finale vom Hier und Jetzt, denn das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen – und in der Tat, auch wenn ich den erneuten CGI-Overkill sowie das Design an sich nicht allzu sehr begrüßen kann, so wissen die stilvolle Inszenierung der Ruhe danach, die Geschichte an sich, sowie die erneute Bösartigkeit zum breiten Grinsen animieren.
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein gut abgerundeter, postmoderner und doch wohlig-altmodisch-atmosphärischer Episodengrusel/-horror, der zu überraschen und unterhalten weiß und der nicht unter dem Gewicht seiner Länge, oder der Inkonsistenz seiner Einzelbeiträge zu Grunde geht. Endlich mal wieder! Genau zwischen der 7 und 8, für Letztere fehlt nur der letzte Hauch Eigenständigkeit: 7/10.
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Fans gruseliger Horrorstreifen können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Capelight Pictures (4K UHD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Mortuary Collection; USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 111 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: 14 spannende Hinter-den-Kulissen-Featurettes (ca. 112 Min.), Entfallene Szenen, Audiokommentar von Regisseur Ryan Spindell, Kinotrailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf 4K UHD, 24-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook + BD-KeepCase: 26.02.2021

 

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THE MORTUARY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Creepshow (1982)
 
Trick ’r Treat (2007)
 
Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)
 

Filmkritik: „The Beach House“ (2019)

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THE BEACH HOUSE

Story

 
 
 
Für Emily und Randall wird ein geplanter Urlaub im Strandhaus zum Albtraum, als eine unbekannte Seuche die Runde macht.

 
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Kritik

 
 
Dass sich die Natur am Menschen rächt, bekommt man jeden Tag mit und dass es effizientere Lebensformen als den Menschen gibt, sollte nun auch kein Geheimnis sein. Natürlich bedient sich auch der Horrorfilm manchmal an solchen Themen, wobei Öko-Horror nicht unbedingt etwas ist, was man alle Tage zu sehen bekommt. Es ist auch nicht leicht, dieses Thema in einen packenden Film zu transportieren. So ganz gelingt dies „The Beach House“ leider ebenfalls nicht, doch das Werk ist ambitioniert und wenn man nichts gegen eine sehr ruhige Herangehensweise hat, dann kann man sich hier doch solide unterhalten lassen.
 
 
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Der Vater von Randall besitzt ein Strandhaus. Momentan ist keine Saison und so plant Randall mit seiner Freundin Emily einen schönen Trip zum Strand. Die Beiden müssen sowieso an ihrer Beziehung arbeiten. Allerdings sind sie gar nicht alleine im Haus, denn alte Freunde von Randalls Vater haben sich hier ebenfalls einquartiert. Zum Glück verstehen sich Randall und Emily gut mit dem älteren Ehepaar. Zu Problemen kommt es erst, als die Natur verrückt spielt. Draußen geht etwas Merkwürdiges vor sich und es macht die Menschen krank. Das Drehbuch ist ziemlich simpel gehalten und versucht erst gar nicht die Geschehnisse zu erklären. Andeutungen werden zwar getätigt, aber was es wirklich damit auf sich hat, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Ganz klar ist aber, dass die Natur thematisiert wird. Eine Öko-Kritik steckt jedoch nicht dahinter; zumindest ist sie nicht erkennbar. Die Story ist insgesamt etwas zu dünn, funktioniert aber gerade deshalb ganz gut, weil die Aufmachung gelungen ist. So lässt man den Zuschauer eine ganze Weile im Dunkeln tappen und verrät nicht zu früh, dass hier etwas nicht stimmt.
 
 
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Das bringt anfangs weniger Längen mit sich, als man vermuten könnte. Zwar ist die Figurenzeichnung nicht das Gelbe vom Ei, aber die Charaktere sind gerade interessant genug, damit sie dem Zuschauer nicht völlig egal sind. So gelingt die erste halbe Stunde solide. Selbst wenn hier noch keine Gefahr vorhanden ist, schaut man den Personen ganz gerne zu. In der zweiten Hälfte steigert sich der Horror gekonnt und hier kombiniert man verschiedene Elemente. Ein wenig Mystery-Flair schwebt ständig mit, ein bisschen wie in Science-Fiction kommt man sich ebenfalls vor und dann wäre da auch noch eine Prise Body-Horror. Diese Kombination sorgt für Abwechslung, doch leider geht „The Beach House“ gerade zum Finale hin deutlich die Luft aus. Regisseur Jeffrey A. Brown, der auch das Drehbuch schrieb und mit diesem Werk sein Debüt ablieferte, fällt dann nur noch wenig ein, wie er das Szenario aufregend halten kann. So kommt es schon zu einigen Längen, gerade dann, wenn man eigentlich ansteigende Spannung erwartet. Sowieso muss man es ruhiger mögen, denn die Ereignisse überschlagen sich nie, das Tempo ist allgemein ziemlich gering und man sieht die Personen auch schon mal minutenlang einfach durch die Gegend schleichen.
 
 
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Dass dies nie zu langweilig wird, liegt an einer souveränen Inszenierung, der man es kaum anmerkt, dass man es hier mit einem Debüt zu tun hat. Die Bilder werden schick eingefangen und obwohl das Budget sicherlich ziemlich gering war, wirkt „The Beach House“ relativ hochwertig. Der Schauplatz ist simpel, macht optisch aber etwas her und ein paar Schauwerte sind definitiv gegeben. Besonders viele Effekte sollte man zwar nicht erwarten und es wird eigentlich nie brutal, aber dafür schielt man ab und zu auf den Ekel und in den wenigen Momenten, in denen man dies tut, funktioniert das auch ganz ordentlich. Dass man es mit handgemachten Effekten zu tun hat, verstärkt die Wirkung nur noch. Außerdem sind die Darsteller durchaus brauchbar. Liana Liberato spielt die wichtigste Rolle und macht das authentisch. Noah Le Gros kann da nicht ganz mithalten, stört jedoch nicht. Ansonsten gibt es nur noch zwei Nebenrollen und eine davon bekleidet der deutlich bekanntere Jake Weber, von dem man gerne noch etwas mehr gesehen hätte. „The Beach House“ kommt wirklich nahezu mit nur diesen vier Darstellern aus. Abgerundet wird das Ganze von einem gut eingesetzten Score, der seine Sache zweckdienlich erfüllt.
 
 
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THE BEACH HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Beach House“ ist sicher nicht der große Wurf, aber wer Interesse an Öko-Horror hat, bekommt doch ein brauchbares Exemplar geboten. Die Story ist allgemein etwas zu dünn und hätte gerne etwas mehr erklären dürfen, aber wie man das Szenario umgesetzt hat, ist doch ansprechend. Besonders die Inszenierung macht hier nicht viel verkehrt und bietet genügend Abwechslung. Dies ist auch notwendig, weil das Tempo nämlich sehr gering ist. Stört dies anfangs noch überhaupt nicht, wird es besonders im letzten Drittel etwas anstrengend, weil hier recht viel Geduld erforderlich ist. Solide Darsteller und eine angenehm düstere Atmosphäre entschädigen dafür. Auch die Figurenzeichnung ist soweit okay. Zudem gibt es ein paar hübsche Ekel-Effekte zu sehen, von denen es allerdings gerne deutlich mehr hätte geben dürfen. Somit bleibt ein nicht sonderlich spannender, aber sehenswerter Beitrag zum Thema „Natur vs. Mensch“. Nicht unbedingt ein Must-see, jedoch absolut kein Rohrkrepierer.
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Beach House“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Diese Freigabe ist auch berechtigt.
 
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Beach House; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original-Trailer (2:08 Min.), Deutscher Kinotrailer (1:45 Min.), Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 22.04.2021

 

The Beach House [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Nebel (2007)
 
Cabin Fever (2002)
 
Long Weekend (2008)
 

Filmkritik: „The Vigil – Die Totenwache“ (2019)

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THE VIGIL – DIE TOTENWACHE

(THE VIGIL)

Story

 
 
 
Ein Aussteiger aus der jüdischen Gemeinde nimmt das Angebot an, eine Totenwache zu absolvieren und muss sich dabei einem jüdischen Dämon stellen.

 
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Kritik

 
 
Ein Horrorfilm, der sich um Dämonen dreht und an einem orthodoxen Schauplatz spielt, klingt nicht gerade besonders originell. Das ist „The Vigil“ auch absolut nicht. Trotzdem holt er aus dem Setting eine ganze Menge heraus und eignet sich für Zuschauer, die auf den eher kleinen Grusel stehen, auf jeden Fall gut.
 
 
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Yavoc will aus seiner ultraorthodoxen-jüdischen Gemeinde heraus und nimmt dafür an einer Selbsthilfegruppe teil. Erst vor kurzem verlor Yavoc seinen jüngeren Bruder und das Trauma sitzt tief. Außerdem findet er sich in der „normalen“ Welt nur schwer zurecht. Weil das Geld bei ihm knapp ist, nimmt er trotzdem das Angebot an, eine Totenwache abzuhalten. Ein altes Mitglied der Gemeinde ist verstorben und Yavoc soll die Nacht mit Gebeten verbringen, um die Seele des Verstorbenen zu trösten. Allerdings bekommt er es dabei mit einem alten, jüdischen Dämon zu tun, der nun auch Yavoc plagen möchte. Die Geschichte erfindet das Rad des Dämonenhorrors nun wirklich nicht neu und bedient eigentlich nur bekannte Zutaten. Der Unterschied ist nur, dass man es mit jüdischen Dämonen in diesem Bereich nicht jeden Tag zu tun bekommt. So erfährt man auch noch etwas mehr über den orthodoxen Glauben. Das Drehbuch ist schön zurückhaltend geschrieben, verurteilt nicht und heißt nichts gut, weshalb man sich darauf auch gut einlassen kann. Größere Überraschungen sollte man nicht erwarten, dafür bekommt man aber hübsch altmodisch gestalteten Spuk geboten.
 
 
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Allerdings sollte man es ruhiger mögen, denn „The Vigil“ besitzt seine Langsamkeit. Obwohl die Prämisse schnell eingeleitet wurde, dauert es eine halbe Stunde, bis der Grusel langsam los legt. Auch danach ist nie zu viel los und die Ereignisse überschlagen sich nicht. Selbst wenn die langsame Machart für ein paar Längen sorgt, so entsteht doch eine gelungene Atmosphäre, die für wohligen Schauer sorgt. Leider konnte Regisseur-Neuling Keith Thomas nicht auf ein paar obligatorische Jump-Scares verzichten, die ihre Schockwirkung am ehesten aufgrund des lauten Sounds erreichen, aber er hält sich damit doch angenehm zurück und ein paar Schockeffekte verfehlen ihr Ziel sicher nicht. Den größten Gruselfaktor besitzt der Film dabei nicht, aber man kann trotzdem genug mitfiebern. Die handwerkliche Arbeit wirkt gekonnt und die langsamen Kamerafahrten machen etwas her. Auch der minimalistische Schauplatz wurde solide genutzt und wirkt nicht zu beengt. Mit kleineren Spielereien, wie etwa das Einblenden des Textes vom Handy, wird für genügend Abwechslung gesorgt und die Inszenierung macht allgemein nicht viel verkehrt.
 
 
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Es gibt in „The Vigil“ nur einen Hauptdarsteller und da ist es natürlich wichtig, dass dieser auch abliefern kann. Dave Davis bekommt das gut hin und spielt seine Rolle glaubwürdig. Die Figurenzeichnung von Yavoc ist dabei nicht besonders kreativ, funktioniert allerdings und ausreichend Sympathien werden gesichert. Die restliche Besetzung ist sehr marginal, doch auch hier spielt niemand schlecht. Allgemein ist der gesamte Film reichlich simpel gestaltet. Oftmals wird minutenlang gar nicht gesprochen und die Bilder sprechen für sich. Dank einer normalen Laufzeit von nur 90 Minuten, ist das niemals zu langweilig und der Spannungsaufbau ist gelungen. Trotzdem führen ein paar Szenen auch etwas zu sehr ins Leere, so dass man von keiner besonders aufregenden Unterhaltung sprechen kann. Wirklich gut gelungen ist allerdings noch der elektronische Score, der manche Szenen dominiert und sich sehr gut anhören lässt. Viele Effekte gibt es übrigens nicht, doch diese braucht es hier auch überhaupt nicht, da sich der Film überwiegend dem altmodischen Grusel hingibt.
 
 
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THE VIGIL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„The Vigil“ ist ein minimalistischer Horrorfilm mit wenig Darstellern, begrenztem Schauplatz und einer sehr langsamen Herangehensweise. Manchmal ist das etwas zu langsam und strapaziert die Geduld, aber man kann daraus immerhin eine ansprechende Atmosphäre kreieren. Super unheimlich ist das Ganze nicht, aber der Schauer verfehlt seine Wirkung nicht und ein paar Schockeffekte wissen ebenfalls zu überzeugen. Zusätzlich wird der Film gut gespielt und besitzt einen sehr effektiven Score. Die handwerkliche Arbeit kann sich sehen lassen und ein paar Bilder besitzen definitiv ihre Eigenständigkeit. Somit bietet „The Vigil“ nicht den großen Wurf im Spuk-Genre, bedient dieses aber völlig souverän und verdient von Fans solcher Filme definitiv eine Sichtung!
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Vigil – Die Totenwache“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Der Gruselfilm ist eher subtiler Natur. Großartige Gewaltmomente sind nicht zu erwarten.
 
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Vigil; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.02.2021

 

The Vigil – Die Totenwache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE VIGIL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amulet (2020)
 
Relic (2020)
 
Veronica (2017)
 
Lights Out (2016)
 

Filmkritik: „Deathcember – 24 Doors to Hell“ (2019)

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DEATHCEMBER – 24 DOORS TO HELL

(DEATHCEMBER)

Story

 
 
 
Internationale Genreküche der besinnlicheren Sorte verspricht die rahmenhandlungslose Horrorsammlung „Deathcember“, in der am laufenden Band gestorben, getrunken und frohe Weihnacht gewünscht wird…oder?

 
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Kritik

 
 
Bla bla Horroranthologien, diesdas Subgenre der Weihnachtshorroranthologie, bliblub Ghoulish Tales als Vergleich für nen schlechten Vertreter, gutes Werk der Gattung fällt mir spontan nicht ein aber viel eher erinnert das Projekt ohnehin an ABC’s of Death, ganze 146 Minuten und 26 Kurzfilme lang, keine Zeit für ein weiteres Intro, keine Rahmenhandlung auch, fangen wir an: Ein langsames Glockenspiel gepaart mit Geigen lässt mystische Hogwarts-Stimmung aufkommen, eine CGI-Kamerafahrt über den schneebedeckten Friedhof sieht professionell aus, zu oft gehört hat man nur eine solche, oder ähnliche Score. Ein Raum voll mit diversen winterlichen/weihnachtlichen oder auch ganz unzusammenhängenden Gegenständen wird präsentiert, dies waren also die knapp drei Minuten Einstimmung zu diesem Film, los geht’s direkt mit der ersten Geschichte.
 
1 – A Door Too Far by Dominic Saxl
 
Ein junger Mann wacht auf, verschlingt seinen ganzen Adventskalender sowie den seiner Schwester auf dem Schulweg, wobei sich der Film als deutsche Produktion mit unauffälligem Look offenbart. In einem Laden trifft der Junge auf einen älteren Herren mit Pentagrammanhänger, der irgendwas vom „Calendarum Maleficarum“ redet, bevor der Effekt des Films auf klebrig-eklige, wenn auch durchwachsen getrickste Manier einsetzt – eine nette Idee mit mäßiger Ausführung und leicht überdurchschnittlichem Weihnachtsfaktor – 4/10 & 3/5 Zuckerstangen*
 
2 – All Sales Fatal by Michael Varrati
 
Mit besserem, fast hyperrealem Colourgrading und hartem Licht fällt diese Episode schnell auf, in welcher aus einer alltäglichen Kaufhaussituation eine blutige Prügelei eskaliert. Aus lahmer Comedy entwickelt sich eine recht rabiate, aber nicht explizite Episode die zwar pointiert endet, aber mich im Endeffekt nur an den um Welten besseren „Catfight“ hat denken lassen. – 5/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
3 – Aurora by Lazar Bodroža
 
Der dritte Kurzfilm im Bunde gehört mit zu den qualitativ hochwertigsten, optisch ansprechendsten und besten Momenten der gesamten 2,5 Stunden „Deathcember“, könnte dafür inhaltlich aber kaum weniger mit Weihnachten zu tun haben, bzw. ist wenn, dann bis zur Unverständlichkeit symbolisch aufgeladen und chiffriert. Wir schreiben es Dezember 2389 auf einer der zahlreichen schwebenden Strukturen in Promixa Centauri und diese bildgewaltige Sci-Fi-Utopie ist aufwendig sowie ansprechend animiert, getrickst, gefilmt, vertont und eingefangen. Mit Ambient Soundtrack, Cyberpunk Eyecandy, innerer Rahmung, ausbleibendem Dialog und überzeugenden Glitch-Effekten z.B. kann man hier schnell eingesogen und erst in der perfekt gewählten, letzten Einstellung wieder ausgespuckt werden und gerade als Kurzfilm klappt diese merkwürdig emotionale, postapokalyptisch-futuristisch anmutende Weltraumvision bestens, nur was hat der Film in dieser Anthologie zu suchen? Dass der fehlende Weihnachtsfaktor dabei allerdings der größte Kritikpunkt ist und ich mir nicht sicher bin, ob die Darstellerin echt oder auch animiert war, spricht für sich. – 8/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
 
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4 – X-mas On Fire by Florian Frerichs
 
In einer einem Renaissance-Gemälde nicht unähnlichen, bildschönen Eingangssequenz sehen wir zahlreiche tote Polizisten und Weihnachtsmänner auf dem Boden liegen, eine Spieluhr spielt „Silent Night“, Neonfarben scheinen, welch besinnliche Einstimmung. Cut und ein deutlich an Reservoir Dogs angelehntes Flashback erzählt wie es zu dem Fall kam, mit fortgängig gewitzt- achronologischer Erzählweise, gutem Editing und blutigen Erschiessungen. Kein Action-Highlight,
aber twistreich, kurzweilig und ziemlich aufwendig für das Niveau des Films – da sogar der Weihnachtsfaktor durchgängig erkennbar bleibt, gibt es hier kaum was zu meckern. – 7.5/10 & 4/5 Zuckerstangen*
 
5 – Villancicos by Issac Ezban
 
Und hier ist es dann also, das absolute Highlight des Films, besser wird es meiner bescheidenen Meinung nach nicht mehr: Der mexikanische Regisseur, der sich u.a. schon mit dem sehr guten Twilight-Zone-Horror „The Similars“ behaupten konnte, beweist sich in dieser schwarzhumorigen Episode vollends als Bildästhet und Arthouse-Regisseur, da hier das sich mehrfach in buntesten Farben wechselnde Setting, die zahlreichen liebevoll agierenden Statisten und die Skurrilität der Situation an sich deutlich wichtiger sind, als eine Geschichte oder ein traditioneller Spannungsbogen. Eine Familie, deren Sohn an Weihnachten im Kinderbett verstirbt, bemerkt, dass dieser durch Gesang scheinbar am Leben erhalten werden kann. Was folgt, sind technisch eindrucksvolle Tracking Shots und Plansequenzen, gialloesque Einstellungen und schwarzer Humor, Familienfeten und langsam einsetzender Wahnsinn. Ein originelles und lebendiges Werk, das durch seine stringente Vision überzeugt und absolut sehenswert ist. – 8,5/10 & 3/5 Zuckerstangen*
 
6 – Joy To The Girls by Sonia Escolano
 
Ein Mann erhält eine Einladung zur Weihnachtsfeier im Hotel Chevalier, dort angekommen gibt es neben verzierten, hohen Wänden, Wein und tanzenden Frauen aber alsbald noch eine Wanne voll Blut zu bestaunen. Zum ersten Mal fühlte ich mich hier, als habe ich irgendwas nicht verstanden oder übersehen. Die Pointe am Ende ist bestenfalls ein Höflichkeitslacher, der Weg dahin vorhersehbar und unspektakulär inszeniert. Das Schauspiel lässt zu wünschen übrig, Weihnachtsflair gibt es so gar keinen bis auf die Prämisse an sich, auf dem Papier – 4/10 & 0,5/5 Zuckerstangen*
 
 
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7 – The Hunchback Of Burg Hayn by Bob Pipe
 
Mit Klaviermusik und schwarz-weißem Projektorfilter versucht sich dieser Beitrag an wohligem Frankenstein-Retrolook, was in einigen Einstellungen dank zahlreicher Statisten und cleverer Winkel auch gelingt, zu oft wird die Illusion aber durch zu neuzeitliche Frisuren und Gesichter zerstört. Inhaltlich geht es um eine Begnadigung zu Weihnachten, doch weil die Geschichte so minimalistisch ist, die Witze und Kostüme bestenfalls mittelmäßig und der Weihnachtsbezug erneut allenfalls konzeptionell vorhanden, weiß auch dieser Kurzfilm nicht wirklich zu überzeugen. – 6/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
8 – Family Matters by Steve de Roover
 
Der erste Bodyhorror-Beitrag kann sich durchaus sehen lassen, denn auch wenn der Weihnachtsfaktor, man ist es inzwischen schon gewohnt, sich ein weiteres Mal hinten anstellen muss, so kann die simple Geschichte dank leicht schleimig-ekliger Effektarbeit und sich schnell einstellender Rätselspannung doch überzeugen. Fehlende Musik und die recht leere Designerwohnung wirkten dabei zuerst wie Makel, tragen aber durchaus zur unbehaglichen Anspannung bei. – 6/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
9 – Crappy Christmas: Operation Christmas Child by Jürgen Klings
 
Wenn eine Episode dieses gesamten Mammutunterfangens hier auf Skandal aus ist, oder sein könnte, dann wohl diese hier. Denn wäre „Operation Christmas Child“ nicht im „putzigen“ Stop-Motion/Claymation-Stil animiert worden, sondern mit ähnlicher Drastik und Erbarmungslosigkeit und echten Darstellern, die Geschichte wäre den deutschen Zuschauern vermutlich entgangen. Ein kranker, bösartig überspitzter und doch immer noch viel zu echter Exploitationfilm mit deutlicher Religionskritik, gelungenen Animationen und hammerhartem, spaßigen Gore. – 7.5/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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10 – Five Deaths In Blood Red by Ama Lea
 
Eine halbnackte Frau gefesselt auf dem Bett, da dürfen bei so einem Titel die messertragenden Lederhandschuhe natürlich nicht lange auf sich warten lassen, auch wenn der Kehlenschnitt selber eher mäßig getrickst ausfällt. Was folgt, ist eine mit selbst eingespielter Score unterlegte Giallo- Reminiszenz inklusiv expliziter Fulci- und Argento-Verweise, die natürlich mit stereotypen Charakteren und Overacting spielt, nur um sich herrlich blöd zu twisten und weihnachtlich aufzulösen – eine nette Stilübung, die man aber auch schon besser gesehen hat. – 6/10 & 3,5/5 Zuckerstangen*
 
11 – Kill Santa by Sandrac González-Perellón
 
Prinzipiell eine versierte und stilvoll präsentierte Geschichte mit garstiger Auflösung und schnell aufkommender Spannung, auf dem Bildschirm nur leider eine unterwältigende Angelegenheit, da die arthousige Einstellung mit einem schlechten Effekt versaut wird und zu schnell klar ist, was hier gespielt wird. – 5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
12 – Bad Santa by Julian Richards
 
Erste, leichte Ermüdungserscheinungen sind bei der nächsten allzu durchschnittlichen Episode auszumachen, in der nach einem fiesen Aufbau mit Vater. vs. Nachwuchs-Prämisse und weihnachtlichem Setting ziemlich unerklärt und gefühlt ohne Punkt auch schon das Ende daherkommt. Schlechte Zeitlupeneffekte/-aufnahmen und Verwirrung bleiben da noch am ehesten hängen. 5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
 
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13 – Santa Is Coming by Lee Sang-Woo
 
Der erste südkoreanische Kurzfilm der Selektion startet mit einer Vogelperspektive und kann auch nachfolgend durch gekonnte Winkel und Schärfensetzung technisch überzeugen, doch so gekonnt die betrübte Atmosphäre mit hallenden Gesprächen, dem Fernseher im Hintergrund, Geigen- und Pianotönen auch erzeugt wird, so wenig nahegehend, kalt und distanziert bleibt das tragische Geschehen für den Zuschauer. Die später spielende Weihnachtsmusik möche nicht so recht passen, auch der Titel wirkt recht zufällig gewählt, doch spätestens durch das gruselige, lynchesque letzte Tableau ist dieser Beitrag definitiv einen Blick wert. – 6,5/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
14 – A Christmas Miracle by Vivienne Vaughn
 
Ein Beitrag, der spontan zum verwunderten Kopfkratzen motiviert hat, folgt dann mit diesem amerikanischen Vertreter in dem u.a. Barbara Crampton im 4:3 (oder 1:1,33?) Retro-Bildformat und optisch wohl mit ansprechendstem Kurzfilm der gesamten Chose schauspielern darf. Die Story um Eva, die flüsternd ein faustisches Angebot kriegt, startet romantisch, gothisch, atmosphärisch und verträumt gedreht, doch sobald die Katze aus dem Sack ist, ersehnt man sich nur noch dass es endet, um dann ein wenig zufriedenstellendes Ende serviert zu bekommen. – 4/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
15 – Cosetta Sperduta In Campagna by Ruggero Deodato
 
Was für ein Trauerspiel sich inmitten des gähnenden Durchschnitts doch noch finden lässt: Der einstige Kannibalenfilmmeister entblößt sich mit diesen wenigen Minuten als verspielter bis debiler Stümper, dessen Zenit lange überschritten ist und präsentiert in seiner billig aussehenden, schlecht gespielten und einfältigen Episode eine overactende Familie, bei deren Betonungen und allgemeiner Inszenierung man sich nie sicher ist, ob überhaupt irgendwas davon ernst gemeint ist und wenn nicht, was es dann soll. Weder weihnachtlich, noch witzig, noch blutig, noch originell, sexy, besinnlich, oder auch nur kurzweilig. – 2/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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16 – Milk And Cookies by Sam Wineman
 
Wer von schlichtweg „bösen“, aber nicht sonderlich cleveren oder neuen Prämissen leicht unterhalten wird, der dürfte mit dieser Rachegeschichte hier seinen Spaß haben, die bei mir nur für ein halbherziges Augenzucken gereicht hat. Ein Kind mit brutalem Stiefvater wünscht sich bei Santa Spielzeug und bekommt es, wird dafür aber bestraft. Was folgt, kann man sich vermutlich nach diesem Satz bereits denken und ist zwar relativ weihnachtlich inszeniert, aber weder originell noch allzu blutig. – 5,5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
17 – PIG by Andreas Marschall
 
Technomusik und bunte Lichter, junge, feiernde Menschen und eine nett erzählte Rape & Revenge- Geschichte – Marschall versteht sein Handwerk auch im kleinen Rahmen und die Episode ist sowohl produktionstechnisch auf einem hohen Niveau als auch ordentlich gespielt und dem Zuschauer ggf. nahegehend, doch das sozialkritische, zum Denken anstoßende Ende, das Setting und auch der Soundtrack haben alle so absolut gar nichts mit Weihnachten zu tun und wirklich etwas Neues oder Interessantes wurde auch nicht ergründet. – 6/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
18 – They Once Had Horses by Lucky McKee
 
Ein schwarz-weißer, bittersüßer Weihnachtsabend, den man gerne mit zwei sich gegenseitig beleidigenden und liebevoll Sprüche um die Ohren werfenden, verwundeten Cowboys am Lagerfeuer verbringt. Milde amüsant und schwarzhumorig bis zum kunstvollen Ende, das sich einzig auf der Audioebene und im Kopf des Zuschauers abspielt – kein Meisterwerk, aber eine stimmige Fingerübung. – 6/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
 
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19 – December the 19th by Milan Todorovic
 
Ein Highlight auf seine ganz eigene Art ist diese Schlittschuh-Angelegenheit, die mich spontan an Happy Tree Friends erinnert hat – nicht etwa formal oder stilistisch, sondern weil ich mir nach zweimaligem Anschauen die Ereignisse nicht anders erklären kann, als dass es sich um äußerst unüblich inszenierte Unfälle handelt. Am letzten Abend der Hanukkah-Feierlichkeiten, realistisch dargestellt durch viele Statisten und unterstützt von einer professionellen Optik und Synthesizern im Soundtrack, verlassen zwei junge, hübsche, angetrunkene, osteuropäische Frauen das Gebäude um beschwipst herumzualbern und einen Eislaufplatz zu besuchen. Dort angekommen wird es kurz erotisch und verdächtig lesbisch, nur um im Sekundentakt die Verletzungen und unerklärten, handgemachen Effekte folgen zu lassen. Wild, unerklärt, irgendwo billig und schlecht, irgendwo genial. – 5,5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
20 – Getting Away From It All by Pollyanna McIntosh
 
Nachdem die schottische Darstellerin anno 2011 bereits die Regie zu einem direkten Sequel zu Jack Ketchum’s „The Woman“ übernahm und in dem Vorgänger natürlich die Hauptrolle innehatte, drehte sie als zweite Regiearbeit diesen wahnsinnigen Weihnachtshorrortrip, dessen unerklärte,
bösartige, sinnlose und doch schwarzhumorig-überzeichnete Gewalt gut zu dem passt, was man sich bei der Mischung vielleicht vorstellt. Die Eskalationskurve greift schnell und wird konsequent höher geschraubt, das böse Ende bleibt im Kopf, die Weihnachtsdeko ist hübsch und üppig ausgefallen, eine wichtige Moral, hinter der ich absolut stehe, ist auch noch versteckt. „Greedy fucking bullshit fucking christmas crap.“, hachja. – 7/10 & 3,5/5 Zuckerstangen*
 
21 – Family Feast by Rémi Fréchette
 
In diesem französischen Beitrag begleiten wir eine junge, genervt wirkende Frau dabei, wie sie auf der Weihnachtsfeier mit der Familie ihre Zeit verbringt. Schnell macht sich eine unangenehme Stimmung breit, inklusive blauem Licht im Flur und verwirrender Andeutungen am Esstisch. Teils sind die folgenden Schreckensbilder unfreiwillig komisch, teils so unerwartet und unüblich dass es tatsächlich gruselig wird und funktioniert, dazu rot flackernde Argento-Einflüsse und blutige Einstiche, fertig sind ein paar Minuten sehr weihnachtlicher Paranoia. – 6,5/10 & 4/5 Zuckerstangen*
 
 
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22 – Before Sundown by Jason A. Rostovsky
 
In amateuriger Indiefilm/YT-Optik gedreht und mit jungen Darstellern sowie Elektromusik versehen, macht diese unweihnachtliche Filmeinreichung spontan nicht den vielversprechendsten Eindruck, doch durch den Sonnenuntergang und das sphärische Piano, die Dialoge innerhalb der Gruppe und natürlich Fahrrad fahren durch den amerikanischen Vorort kommt schnell wohlige sowie sympathische Stranger Things-Atmosphäre auf und einzig das unspektakuläre Ende steht dem leider im Weg. – 6/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
23 – Cracker by John Cook Lynch
 
Der vorletzte Abstecher führt uns in eine großartig überzeichnete, bunte, künstlich hochgedrehte 50s-Werbewelt mit übersättigten, gelben Kleidern, perfekt ausgewählten Möbeln, Frisuren etc. und einer Prämisse, die sich durch cleveres Writing Stück für Stück auffächert und erklärt, statt direkt in Erklärungsnot zu geraten. Durch die titelgebenden Christmas Cracker gibt es zwei schlechte Witze, das Schauspiel ist genauso merkwürdig und off wie es sein soll, der Gore kommt überraschend und handgemacht, die Pointe am Ende ist zynisch, böse und erinnerungswürdig. Einer der stilistisch eigensten und ausgereiftesten Filme. – 7/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
24 – Operation Dolph by Trent Haaga
 
Trent Haaga, den man von „Chop“, „Cheap Thrills“ oder „68 Kills“ kennen kann, durfte die 24. und somit eigentlich ja finale Episode beisteuern, die Nummer des heiligen Abends wurde ihm zugesprochen – und meiner Meinung nach hat er es ziemlich versemmelt. Am schmeichelndsten könnte man diese belanglosen paar Minuten Wüstentrash wohl als „an Troma erinnernden Drogentrip mit Killersanta im Drogenlabor“ bezeichnen, doch das würde schon nach zu viel Unterhaltungsfaktor klingen. Die Auflösung wirkt, wie so oft, als würde etwas fehlen, der Weg dahin ist rotzig-frech und indie, ja, aber eben auch billig und egal, zudem mit deutlich zu wenig gezeigten Splattereinlagen versehen. – 3/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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Den öfter getätigten Aussagen, dass sich in den nun, nach zwei Stunden Spielzeit folgenden Ending Credits noch zwei Episoden „verstecken“ würden, kann ich absolut nicht zustimmen, denn auch bei einer solchen Mammutanthologie waren keine 21 ganzen Minuten an Credits zu erwarten – demnach also den Block nie weggelegt, um die letzten zwei Weihnachtshorrorversuche zu notieren:
 
25 – Christmas Corp.se by Annika Marx
 
Ein weiterer deutscher Beitrag, diesmal in professioneller, unterkühlter Corporate-Büro-Optik. Anzugträger auf der Weihnachtsfeier im modernen Komplex, rassistische und sexistische Arschlöcher, die Untergeordnete auch jetzt noch zu Extraaufgaben verdonnern. Die genaue Auflösung der folgenden Minuten ist nicht unbedingt erklärt oder sinnvoll und erahnen kann man sie so oder so ähnlich auch, doch das ist absolut nicht von Priorität, wenn die Atmosphäre stimmt – und das tut sie hier definitiv. Mysthisches rotes Licht im Flur, kaputte Radios, stillstehende, aus dem Mund tropfende Menschen im Dunkeln und weiße Augen kommen zum gekonnten Einsatz und weben eine düstere Genrewelt, die nur abermals nicht allzu weihnachtlich daherkommt. – 7/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
26 – They Used To Laugh And Call Him Names by BJ Colangelo & Zach Schildwachter
 
Der endgültig letzte Kurzfilm dieser nicht enden wollenden Reihung größtenteils durchschnittlicher Kost ist eine eklige, billige, trashige und brutale Angelegenheit, in der mit simplen Methoden wie untersichtigen POV-Shots, rot gefärbtem Bildschirm und Wäldern als Kulisse gearbeitet wird. Weder die oft gesehene Standard-Creaturefeature-Story noch der Weihnachtsfaktor wissen hier zu überzeugen, doch die Machart und derben Effekte wissen zumindest ein kurzes Grinsen ins Gesicht zu zaubern. – 6/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
Und das war es dann also, nach 146 Minuten Spielzeit, hallelujah. Was für mich als jahrelangen Weihnachtshorrorultrafan eigentlich die ultimative Offenbarung hätte sein sollen, offenbarte sich trotz zweigeteilter Sichtung in zwei Stzungen immer noch als überlanger, zu beliebiger, zu unausgereifter Krampf von einem Film, in dem sich die meisten Episoden leider nicht in den Extremen der Skala aufhalten, sondern fast durchgängig zwischen 4 und 6 Punkten verweilen, also schlichtweg nicht zu beeindrucken wissen. Ich bin nie wütend geworden und war nie zu Tode genervt, doch konsistent gute Unterhaltung sieht leider auch wirklich anders aus. Die mittelmäßige und oftmals ebenfalls zufällig wirkende CGI-Präsentation versprüht wenig Charme, die „großen Namen“ des Projektes gehen fast alle in der Kürze oder Belanglosigkeit ihrer jeweiligen Rollen oder Beiträge unter und einen hohen Weihnachtsfaktor kann man gerade einmal bei etwa drei bis vier der 26 Kurzfilme ausmachen. Lobend erwähnen und im Hinterkopf behalten möchte ich definitiv das Sci-Fi-Eyecandy „Aurora“ von Lazar Bodroža, den exzellenten mexikanischen Vertreter „Villancicos“, die derbe Werbewelt-Dystopie „Cracker“ und natürlich den garstigen, weihnachtlichen und sehr ABC’s of Death-mäßigen Beitrag „Getting away from it all“, doch abseits davon wirkt leider kein Film wirklich ausgereift oder durchkonzeptioniert, da in erster Linie die Landung, das Ende, die Schlusspointe öfter fehlt, als nicht. Ein ehrenhafter Versuch und ja, mit Freunden und Alkohol und gerichteter Erwartungshaltung sicherlich mal ein netter Filmabend – aber mehr eben auch nicht.
 
* Die Anzahl der Zuckerstangen gibt den Weihnachtsfaktor der jeweiligen Episoden wieder. Je mehr Weihnachtsdeko, Christmas-Musik, Santas, X-Mas-Stimmung und weihnachtsliche Kills auf der Mattscheibe gezeigt werden, umso höher fällt die Zuckerstangen-Punktzahl aus.
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Unausgegorene, überlange Kurzfilmanthologie, die ihrem Weihnachtsthema nur selten treu bleibt und qualitativ maximal leicht überdurchschnittlich daherkommt. Knaaaappe 6/10 und 2/5 Zuckerstangen*.
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Deathcember – 24 Doors to Hell“ ist ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen. Horrorfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathcember; Deutschland 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 145 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 04.12.2020

 

Deathcember – 24 Doors to Hell [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Filmkritik: „Invasion Planet Earth – Sie kommen!“ (2019)

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INVASION PLANET EARTH – SIE KOMMEN!

(INVASION PLANET EARTH)

Story

 
 
 
Die Aliens sind wieder da und machen es der Menschheit schwer. Aber was steckt hinter ihren Plänen?

 
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Kritik

 
 
Wenn nicht gerade Zombies, Werwölfe, maskierte Killer, Vampire, Tiere oder Mumien den Menschen nach dem Leben trachten, sind es höchstwahrscheinlich mal wieder die Außerirdischen. Wenn sich dann noch billige Effekte hinzu gesellen, ist die nächste Totalkatastrophe nicht weit. Im Falle von „Invasion Planet Earth“ wäre das jedoch etwas gemein, denn Regisseur Simon Cox hatte es wirklich nicht leicht. Bereits 1999 fingen seine Pläne für diesen Film an. Vier Jahre später war das Skript fertig, doch da niemand das Projekt finanzieren wollte, musste Cox per Crowdfunding Geld aufbringen. Dieses reichte aber nicht aus und erst viele Jahre später kam es doch noch dazu, dass Cox seinen Film beenden konnte. So gesehen stecken also knapp zwei Jahrzehnte Zeit in diesem Projekt und das bedeutet zwangsläufig viel Herzblut. Wirklich verreißen, mag man ein solches Werk kaum, aber man muss halt auch ehrlich sein. Und die Wahrheit ist: Selbst wenn man „Invasion Planet Earth“ das Herzblut von Cox anmerkt, besitzt der Film zu viele Fehler, um als gut zu gelten.
 
 
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Der Arzt Tom hat eine schreckliche Vergangenheit, denn seine kleine Tochter ist gestorben. Nun ist seine Frau allerdings wieder schwanger und so scheint es voran zu gehen. Bis Tom eines Tages von einem Lichtstrahl getroffen wird und sich in einem Ufo befindet. Die Außerirdischen kommen und sie greifen die Welt an, aber sind sie wirklich nur auf Zerstörung aus oder steckt vielleicht doch mehr dahinter? Die Story ist ambitioniert und im Kern nicht schlecht, wird aber leider ziemlich schlecht vorgetragen. Vielleicht war es Absicht, die Geschichte so wirr und konfus aufzubauen, doch wirklich profitieren kann der Film davon nicht. Die Grundidee ist nun auch nicht unbedingt völlig neu, aber Cox lenkt den Zuschauer schön auf die falsche Fährte und am Ende ist dieses Drehbuch nicht verkehrt, nur wird es eben verkehrt präsentiert.
 
 
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Das fängt schon bei den ganzen seltsamen Traumsequenzen an. Sobald Tom von den Aliens entführt wurde (was übrigens auch etwas zu lange dauert), entsteht ein mittlerer Teil, der fast nur aus verschiedenen Visionen besteht. Als Zuschauer verliert man da gerne mal den Überblick. Viel schlimmer ist aber noch, dass dies scheinbar nur die Laufzeit strecken soll, denn wirklich von Belang ist dieser Mittelteil nicht. Man kann ihn skippen, ohne etwas verpasst zu haben. Der Unterhaltungswert macht es einem da auch nicht gerade leicht. Eigentlich wird erst das letzte Drittel solide. Da kommt es nämlich endlich mal zu etwas Action und das lange, ziemlich ruhige Ende enttäuscht dann wenigstens nicht, weil die Wendung ganz gut platziert wurde.
 
 
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Wenn man überlegt mit welch bescheidenen Mitteln Simon Cox seinen Film realisieren musste, kann sich „Invasion Planet Earth“ aber sogar halbwegs sehen lassen. Einen Science-Fiction-Film mit nahezu keinem Budget umzusetzen, ist ein mutiges Projekt. Deshalb darf man sich über billige Computer-Effekte nun auch nicht wundern. Diese bekommt man allerdings auch in Streifen geboten, die deutlich mehr Budget zur Verfügung haben und in Anbetracht dessen, sieht das hier sogar noch halbwegs akzeptabel aus. Selbstbewusstsein besitzt Cox jedenfalls, wenn er trotzdem eine Schlacht präsentiert. Aus handwerklicher Sicht ist das definitiv unterdurchschnittlich, aber man durfte im billigen Bereich sicher schon Schlimmeres betrachten.
 
 
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Zu den Darstellern kann man kaum lobende Worte verlieren, was nun aber auch kaum verblüffen dürfte. Simon Haycock ist als Hauptdarsteller mit einem zugekniffenen Auge gerade noch so okay. Es gibt tatsächlich ziemlich viele Darsteller zu sehen. Ein paar fallen kaum auf, manche spielen aber auch auffällig mies. Die Figurenzeichnung funktioniert lediglich bei Hauptfigur Tom ein wenig. Sein Hintergrund ist zwar alles andere als originell, passt soweit aber gut zur Geschichte. Alle anderen wirken belanglos und Sympathien kommen hier keine auf. Sowieso mangelt es an Spannung und es ist zu lange zu wenig los.
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Invasion Planet Earth“ wirkt auf jeden Fall wie der nächste, billig und schnell heruntergedrehte Sci-Fi-Klopper, der für den Sender TELE 5 konzipiert zu sein scheint, aber wenn man die Entstehungsgeschichte kennt, wird man dem Werk damit nicht ganz gerecht. Besser wird der Film dadurch zwar nicht unbedingt, aber man kann ein paar Punkte weniger streng beurteilen. Auf jeden Fall besitzt die Handlung gute Ideen, die nur nicht sonderlich gut verpackt wurden. Die Inszenierung ist sogar noch passabel, wobei die handwerkliche Arbeit eher schlecht ist. Trotzdem kann man mit den Effekten leben, wenn man eben weiß, dass hier so gut wie kein Budget zur Verfügung stand. Unter diesen Umständen sind auch die Darsteller noch fast erträglich und das letzte Drittel ist dann gar nicht so verkehrt. Nur zuvor herrscht überwiegend gähnende Langeweile. Eine Empfehlung gibt es dafür nicht, aber einen kompletten Verriss ebenfalls nicht.
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Invasion Planet Earth“ ist mit ihrer FSK12-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Invasion Planet Earth; Frankreich | Großbritannien 2019

Genre: Mystery, Abenteuer, Action, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 20.11.2020

 

Invasion Planet Earth – Sie kommen! [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Arrival – Die Ankunft (1996)
 
Krieg der Welten (2005)
 
Independence Day (1996)
 
Krieg der Welten 2 – Die nächste Angriffswelle (2008)
 

Filmkritik: „Grand Isle – Mörderische Falle“ (2019)

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GRAND ISLE – MÖRDERISCHE FALLE

(GRAND ISLE)

Story

 
 
 
Während ein Hurrikan wütet, entsteht für den jungen Vater Buddy besonders im Haus von Walter eine große Gefahr, denn der Mann ist wahnsinnig und niemand kann ahnen, was für ein Spiel in „Grand Isle“ eigentlich gespielt wird.

 
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Kritik

 
 
Nicolas Cage dreht auch weiterhin fleißig Filme, um seine Schulden abzubezahlen. Die Qualität der Streifen ist dabei nicht wichtig, aber unter all den Gurken befindet sich manchmal ja auch eine echte Perle. „Grand Isle – Mörderische Falle“ gehört leider nicht dazu. Cage darf sich noch als kleines Highlight bezeichnen lassen, der Rest plätschert belanglos vor sich hin.
 
 
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Im Jahr 1988 muss der gerade erst Vater gewordene Buddy sehen, wie er an Geld kommt, um seine Familie zu versorgen. Erschwerend kommt hinzu, dass sein Baby gerade ernsthaft krank geworden ist. Da bietet sich eine gute Gelegenheit beim ominösen Walter, der gerne seinen Zaun repariert haben möchte. Doch der Zeitdruck ist groß, weil ein Hurrikan angesagt wurde. Buddy schafft es nicht rechtzeitig und muss dann bei Walter und seiner Frau Fancy übernachten. Während sie sich scheinbar in den jungen Burschen verguckt, dreht Walter mehr und mehr durch und im Keller lauert ein düsteres Geheimnis. Das Drehbuch hätte gut sein können, wenn es nicht so lustlos wirken würde. Es gelingt „Grand Isle“ einfach nicht, den Zuschauer für die Geschichte zu interessieren. Da man so ein großes Geheimnis um die Auflösung macht, ist das allerdings überhaupt nicht förderlich. Lange Zeit kann man nicht wissen, was sich dort abspielt, bis sich hinterher Indizien vermehren. Der Twist haut dann sicher nicht vom Hocker, ist aber noch ganz okay. Nur wirken die zahlreichen Elemente hier allgemein sehr ungenutzt. Dass es nebenbei noch etwas Kriegs-Kritik gibt, geht völlig unter und so kann man wohl behaupten, dass hier Potenzial verschenkt wurde.
 
 
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Sowieso wirkt der Film erstaunlich unentschlossen und macht einfach nichts aus seiner Prämisse. Dass sich das Geschehen in den Südstaaten im Jahre 1988 abspielen soll, bemerkt man als Zuschauer schon mal überhaupt nicht. Und dass man hier eigentlich ein recht breites Spektrum an Atmosphäre bedient, leider ebenfalls nicht. So ist „Grand Isle“ am ehesten ein Thriller, der aber auch das Horror-Genre ein wenig bedient und ab und zu etwas an Mystery erinnert. Letztendlich gibt es auch eine gute Portion Drama mit dazu, nur gehen diese ganzen Elemente ziemlich unter. Das liegt allerdings am ehesten an der Langsamkeit. Fast die gesamte erste Hälfte über geschieht fast nichts, was die Story irgendwie vorantreiben würde. Obwohl viel gesagt wird, wird eben doch nichts gesagt und selbst wenn das mit seiner lockeren Art und Weise manchmal sympathisch wirkt, beginnt man sich alsbald etwas zu langweilen. Wenn hinterher das Tempo angezogen wird und es mehrere Wendungen gibt, entsteht leider auch kaum Spannung, aber wenigstens ist dann etwas mehr los. Trotzdem sind die knapp 100 Minuten Laufzeit zu ereignislos und somit kann man hier von keinem guten Unterhaltungswert sprechen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht mag das passabel gestaltet sein, aber die Inszenierung wirkt zu beliebig. Große Ambitionen scheinen nicht hinter „Grand Isle“ gesteckt zu haben, denn das Ergebnis ist dafür einfach zu lustlos. Wenigstens sind die Darsteller aber noch ganz brauchbar. Nicolas Cage wirkt anfangs ebenfalls etwas lustlos, darf hinterher aber gewohnt souverän den Psychopathen mimen und seine obligatorischen Ausraster fehlen zum Glück ebenfalls nicht. KaDee Strickland ist nicht schlecht und bringt ein wenig Sexappeal mit ins Geschehen. Nur Luke Benward geht als reiner Milchbubi etwas unter. Die Figurenzeichnung hätte, so wie die Geschichte selbst, Potenzial gehabt und manchmal möchte man wirklich gerne etwas mehr über die seltsamen Charaktere erfahren. Leider jedoch zu selten. Die Dreiecks-Beziehung wirkt zu selten markant und am Ende bedient man auch nur wieder Klischees, die nicht sonderlich sympathisch erscheinen.

 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Grand Isle – Mörderische Falle“ hätte auf jeden Fall das Zeug zu einem besseren Film gehabt, denn die Zutaten sind gut, nur hat man aus diesen einfach viel zu wenig gemacht. So wirkt die mysteriöse Geschichte von Anfang an zu uninteressant, die Figuren bleiben im Endeffekt zu nichtssagend und die Inszenierung wirkt doch ziemlich gelangweilt. Das ist handwerklich zwar okay gemacht und besitzt brauchbare Darsteller, hat aber so gut wie keinerlei Highlights zu bieten. Nicht alles daran ist völlig langweilig, aber Spannung sieht definitiv anders aus und die eigentlich vielseitige Atmosphäre wird auch ziemlich verschenkt. Das Resultat ist nicht ärgerlich, aber nicht empfehlenswert!
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Grand Isle – Mörderische Falle“ ist mit ihrer FSK16 vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Grand Isle; USA 2019

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 15.10.2020

 

Grand Isle – Mörderische Falle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Burning Speed (2019)
 
A Score to Settle (2019)
 

Filmkritik: „Happy Times – Ein blutiges Fest“ (2019)

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HAPPY TIMES – EIN BLUTIGES FEST

(HAPPY TIMES)

Story

 
 
 
In „Happy Times“ wird ein eigentlich als freudiger Anlass geplantes Familienfest zu einem blutrünstigen Massaker, bei dem niemand so richtig unschuldig ist.

 
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Kritik

 
 
Dass Familienfeiern oftmals gnadenlos nach hinten losgehen und sich verschiedene Parteien an die Haare wollen, ist nicht nur ein Filmklischee, sondern kann auch in der Realität durchaus mal vorkommen. Dass es hinterher allerdings mit Leichen endet und jede menge Blut fließt, kommt im realen Leben wohl zum Glück seltener vor. „Happy Times“ zeigt ein solches Szenario und kommt dermaßen überzogen daher, dass er durchaus Spaß macht.
 
 
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Yossi und Sigal besitzen ein luxuriöses Haus in Hollywood und laden die Familie zu einem Festmahl ein. Darunter befindet sich z.B. der Cousin von Sigal, der mit dem israelischen Gehabe überhaupt nichts anfangen kann und eine Karriere als Schauspieler anstrebt. Er ist dann auch für so manch einen Streit am Essenstisch verantwortlich, doch nach für nach stellt sich heraus, dass hier eigentlich jeder mit jedem ein Hühnchen zu rupfen hat und als dann, mehr oder weniger, versehentlich jemand erschossen wird, ist dem Ansteigen der Leichen kein Einhalt mehr zu gebieten. Eine Familienfeier auf diese Art und Weise durfte man bestimmt noch nicht oft sehen und das Drehbuch kommt erfreulich abwechslungsreich daher. Alleine die politisch unkorrekten Gags und die Rassenwitze im ersten Drittel wirken schon mal erfrischend und könnten so auch direkt aus „South Park“ stammen. Allerdings bleibt es nicht bei diesem satirischen Unterton, sondern die Story macht dann mit Mord- und Totschlag weiter. Auch hier hat man sich kreativ ausgetobt, lässt manche durch einen Unfall, andere durch echte Morde sterben. Das Ganze ist niemals zu vorhersehbar, maßlos übertrieben und einfallsreich, weshalb man der Handlung stets gerne folgt.
 
 
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Dabei lässt sich „Happy Times“ eine gewisse Zeit, was jedoch positiv zu verstehen ist. Es geht zwar gleich mit reichlich Chaos und Streit los, aber mehr als ein Drittel der Laufzeit verläuft alles unblutig. Hier gibt man den Figuren erst mal genügend Stoff, weshalb sie hinterher auf sich losgehen dürfen. Ein Vorteil ist auf jeden Fall die Figurenzeichnung, denn diese kommt äußerst markant daher und ist höchst vielseitig ausgefallen. Jeder Charakter bekommt irgendwann seine Zeit, egal ob er früher oder später stirbt. Deshalb wirkt auch niemand belanglos oder austauschbar. Die vielen Darsteller nehmen das dankend an und erhalten alle irgendwann ihren Höhepunkt. Selbst wer zuvor noch unscheinbar war, darf seine fünf Minuten Ruhm kassieren. Das wird zwar teilweise maßlos übertrieben gespielt, aber das Overacting passt hier einfach und wirkt dadurch niemals nervig. Ein weiterer Punkt, der für Abwechslung sorgt, ist die Tatsache, dass keine Figur so einfach zu durchschauen wäre. Wie hier wer handeln mag, lässt sich zwar erahnen, aber manchmal wird man durchaus überrascht und so entfernt man sich angenehm von Klischee-Rollen.
 
 
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Bis das Ganze an Fahrt gewinnt, vergeht zwar einige Zeit, aber das ist nicht schlimm, weil hier schon für genügend Gags gesorgt wird. Sowieso hat man es bei „Happy Times“ am ehesten mit einer rabenschwarzen Komödie zu tun. Hinterher gesellen sich zwar noch ein paar Motive vom Horrorfilm und vom Thriller mit hinzu, aber das Treiben ist niemals ernst zu nehmen, schon nahezu grotesk und bietet stets bösen Humor. Manchmal übertreibt man es zwar auch etwas zu sehr, so z.B. im nochmals völlig überzogenen Finale, aber überwiegend macht diese Herangehensweise viel Spaß. Dass es nebenbei auch ganz gut blutig zur Sache geht, ist eine schöne Randnotiz. Das artet nie in Splatter-Gefilde aus, besitzt aber einige derbe Momente. Die Effekte sind gut gelungen und sowieso ist die gesamte handwerkliche Arbeit positiv zu vermerken. Das große Haus hat man als Schauplatz bestens genutzt und die Inszenierung gestaltet sich als clever. Nur Spannung kann dabei eigentlich keine aufkommen, denn dafür kann man das Geschehen einfach nicht ernst genug nehmen.

 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Happy Times“ ist eine sehr spaßige und richtig schön böse, schwarze Komödie geworden, die das Familienfest mal auf andere Art und Weise zelebriert. Der Humor wechselt von nahezu satirischen Spitzen hin zum fast schon slapstickartigem Blutvergießen und bietet so genügend Abwechslung. Zwar ist das manchmal schon zu viel Übertreibung und Geschmackssache stellt dieser Humor ganz sicher auch dar, aber meistens wird das treffsicher aufbereitet. Bis es zur Action kommt, vergeht einige Zeit, doch es ist immer etwas los und zu vorhersehbar ist das Szenario dabei niemals. Die handwerklich souveräne Arbeit und die guten Darsteller runden diesen blutigen Spaß ideal ab. Wenn’s mal wieder schwarzer Humor sein darf, dann ist „Happy Times“ absolut empfehlenswert!
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Happy Times – Ein blutiges Fest“ ist mit ihrer FSK16 vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Happy Times; Israel | Italien | USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, O-Ton DTS-HD MA 5.1 (O-Ton = Englisch / Hebräisch)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Entfallene Szenen, Outtakes, Alternative Szene, Originaltrailer, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 09.10.2020

 

Happy Times – Ein blutiges Fest [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HAPPY TIMES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You’re Next (2011)
 
Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot (2019)
 
Secret Santa (2017)
 

Filmkritik: „Yummy“ (2019)

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YUMMY

Story

 
 
 
Der Besuch in einem osteuropäischen Krankenhaus für Schönheitsoperationen endet in einem blutigen Gemetzel, als sich Zombies dazu gesellen.

 
 
 


 
 
 

YUMMY – Kritik

 
 
Irgendwann kommt jedes Land mal mit seinem eigenen Zombiefilm. Also warum nicht auch mal Belgien? Außer Mode scheinen diese Streifen sowieso nicht mehr zu geraten, also kann man gar nicht viel falsch machen, wenn man nur genügend Splatter bietet. In Zeiten, in denen aber gefühlt jeder zweite Vertreter des Zombiefilms als augenzwinkernde Komödie erscheint, tut es gut, dass „Yummy“ mal wieder den altmodischen Funsplatter bedient und das macht er sogar richtig ordentlich.
 
 
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Alison ist von einem zu großen Vorderbau geplagt, aber da Schönheitsoperationen so teuer sind, fährt sie mit ihrem Freund Michael nach Osteuropa, um sich dort die Brust verkleinern zu lassen. Was niemand ahnt: Die Klinik nimmt kostenlose Abtreibungen vor, um mit den Föten Experimente durchzuführen. Als Michael versehentlich eine festgeschnallte Frau los macht, die mit einem Virus infiziert ist, wimmelt es schon bald in der gesamten Klinik nur so vor Zombies.
Obwohl einem hier am ehesten eine weitere von zig Zombie-Varianten geboten wird, ist das Drehbuch im Falle von „Yummy“ sogar halbwegs originell, denn der Schauplatz passt einfach wie die Faust aufs Auge. Da sind sogar anfangs ein paar Seitenhiebe gegen den Schönheitswahn mit drin, bevor es dann zum splatterigen Spaß übergeht. Aus dem Schauplatz und der Prämisse hat man jedenfalls eine ganze Menge gemacht und man hatte durchaus amüsante Ideen, weshalb jeder Zombiefan mit dieser Story gut leben können wird.
 
 
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Erfreulich ist allerdings auch, dass „Yummy“ nicht als reine Komödie daherkommt. Es gibt immer mal wieder Gags, die zum Schmunzeln einladen und auch etwas alberner Natur sind, aber ansonsten sind es vor allen Dingen die bizarren Ideen, die hier für Spaß sorgen. Etwa wenn da eine Penis-Prothese zum Einsatz kommt oder aber auch der Gebrauch von Körperfett (Yummy eben) den Bildschirm ziert. Das, was wohl alle Zombiefans sehen wollen, nämlich reichlich Splatter, ist hier auf jeden Fall gegeben und die Effekte sind dabei herrlich altmodisch von Hand gemacht. Nur ganz wenig stammt aus dem Computer und so macht das Gemetzel gleich noch mal deutlich mehr Spaß. Übrigens ist auch der Bodycount erfreulich hoch und hält sich keineswegs zurück. So kann man sich hier über die 90 Minuten Laufzeit ordentlich unterhalten lassen. „Yummy“ begeht nicht den Fehler einer zu langen Einleitung und kommt nach dem sympathischen Start schnell in die Gänge. Gerade weil die beiden Hauptcharaktere einigermaßen charismatisch erscheinen, ergibt sich im weiteren Verlauf sogar eine gewisse Spannung. Man nimmt sich nie zu ernst, geht aber auch nicht konsequent lächerlich zur Sache und diese Mischung sorgt für Abwechslung.
 
 
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Dass das nicht perfekt ist, liegt am ehesten daran, dass man solche Szenarien einfach schon zu oft geboten bekam und auch die Figurenzeichnung macht es sich hier relativ einfach. Nicht jeder wirkt da besonders markant und auch nicht alles erscheint besonders logisch. Wenigstens kann man sich aber nicht über die Darsteller beklagen. Maaike Neuville und Bart Hollanders funktionieren als Sympathieträger ganz gut und auch alle anderen agieren zweckdienlich, mal mehr, mal weniger übertrieben. Aus handwerklicher Sicht ist ebenfalls alles im grünen Bereich. Dass kein riesiges Budget zur Verfügung stand, erkennt man aufgrund der etwas monotonen Kulissen schon, aber Regisseur und Drehbuchautor Lars Damoiseaux gelingt es meist dies mit genügend Blutvergießen zu kaschieren. Und das Ende kommt dann auch noch mal mit einer geballten Portion schwarzem Humor daher, so dass man hier nicht den kompletten Standard bedient.
 
 


 
 
 

YUMMY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Yummy“ ist ein brauchbarer Vertreter des Funsplatters, der sich nicht als reine Komödie versteht und deshalb ab und zu auch mal etwas Spannung aufkommen lässt. Vor allen Dingen sind es aber die schön abgefahrenen Ideen, welche es immer wieder zu reichlich Splatter kommen lassen, die hier zu gefallen wissen. Und natürlich die hübschen Effekte. Die Grundprämisse ist erfrischend und selbst wenn das hinterher wieder nur einen gewissen Standard bedient, gab es genügend eigenständige Ideen. Aus handwerklicher Sicht ist alles in Ordnung, die Darsteller sind gut und über die etwas magere Figurenzeichnung kann man hinweg sehen. Wer mal wieder ein amüsantes, blutiges und etwas geschmackloses Zombie-Spektakel braucht, ist bei „Yummy“ jedenfalls an der richtigen Adresse.
 
 


 
 
 

YUMMY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Yummy“ ist zwar ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Dennoch hatte es der Film bei seiner ersten FSK-Prüfung nicht leicht. Das Label Busch Media reichte den Streifen für die Heimkinoauswertung bei der FSK zur Prüfung ein und kassierte zunächst statt der erhofften Altersfreigabe eine Ablehnung – die Gewalt war den Prüfern zu zeigefreudig. Ein groteskes Unterfangen, zumal der Trailer bereits erkennbar darlegte, dass der Film die Zombiethematik auf deutlich humorige Weise verarbeitete. Doch das Label ließ sich nicht beirren und ging in Berufung. Mit tatkräftigen Argumenten konnte man die FSK überzeugen und erhielt für die Heimkinofassung in der ungeschnittenen Fassung die Kennzeichnung: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

YUMMY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase Blu-ray)

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(c) Busch Media Group (Mediabook DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Yummy; Belgien 2020

Genre: Horror, Thriller, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, O-Ton DTS-HD MA 5.1 (O-Ton = Flämisch, Englisch)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 2 exklusive Kurzfilme von Regisseur Lars Damoiseaux, Director’s Diary, Promo Videos, Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 23.10.2020

 

Yummy [Bluray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Yummy [2 Blurays im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

YUMMY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Braindead (1992)
 
Planet Terror (2007)
 
Dead Snow: Red vs. Dead (2014)
 

Filmkritik: „Sind wir schon tot? – Death is in da House!“ (2019)

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SIND WIR SCHON TOT? – DEATH IS IN DA HOUSE!

(ARE WE DEAD YET)

Story

 
 
 
Für fünf Freunde endet ein Diebstahl in einem alten Schloss, in dem es zusätzlich auch noch spukt.

 
 
 


 
 
 

SIND WIR SCHON TOT – Kritik

 
 
Horrorkomödien stellen tatsächlich eine hohe Kunst dar, denn besonders die Aufgabe beide Komponenten gleichwertig einzubauen, ist alles andere als leicht. Deshalb gibt es auch gar nicht so viele richtig gute Horrorkomödien. „Sind wir schon tot?“ versucht sich daran und scheitert auf ganzer Linie. Um die positiven Aspekte aufzuzählen, braucht man nicht mal eine komplette Hand, für die negativen reichen hingegen beide nicht aus.
 
 
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Fünf Freunde, die nebenbei als Diebe tätig sind, nehmen einen letzten Job an, aber danach soll endgültig Schluss sein. Leider geht alles ziemlich schief und dann geht den Einbrechern auch noch der Sprit aus. Man flüchtet in die Wälder und findet zum Glück ein altes Schloss, in welchem man nächtigen möchte. Doch hier tummeln sich viele Geister herum. Es geht um einen Fluch und um weitere Irrungen und Wirrungen. Wenn man an der Story etwas Positives finden möchte, dann ist das am ehesten die Tatsache, dass es nicht zu vorhersehbar zur Sache geht. Man hat hinterher einige Wendungen eingebaut und so simpel die Prämisse eigentlich ist, sie wird verschachtelter erzählt, als man anfangs denken könnte. Nur leider bringt das der Handlung so gut wie gar nichts, weil sie trotzdem schlecht aufbereitet wurde. Es gelingt dem Drehbuch niemals ein Interesse für das Geschehen aufzubauen und die meisten Ideen wirken sehr lustlos.
 
 
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Regisseur Fredi Nwaka, mit dem lustigen Zusatznamen „Kruga“, hat mit „Sind wir schon tot?“ seinen ersten Langfilm realisiert und dass die Mittel bescheiden waren, ist nicht zu verschleiern. Schon optisch macht das Ganze kaum Spaß. Die Beleuchtung ist manchmal zu schlecht, die Bilder allgemein zu dunkel und die Schauplätze wirken reichlich langweilig. Auch die Effekte können nicht überzeugen. Das gesamte Make-up der Geister sieht aus, als würde es von einer privaten Halloween-Party stammen. Blut und Splatter braucht man erst gar nicht zu erwarten. Hinzu gesellen sich Darsteller, die echt nicht gut sind. Zum Glück wird hier niemand besonders gefordert, denn so fallen die schlechten Leistungen weniger auf. Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, dass die Charaktere reichlich nervig geraten sind. Die deutsche Synchronisation gibt sich erst gar keine große Mühe und macht die doofen Figuren dadurch nicht gerade sympathischer. Wo die vielen bekannten Gesichter sind, die einem ein Spruch auf der Bluray verspricht, ist übrigens auch ein Rätsel, da hier einfach keine großen Namen vorhanden sind.
 
 
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Leider läuft „Sind wir schon tot?“ mit seinen 98 Minuten dann auch noch etwas zu lang. Das fällt natürlich deutlich schwerwiegender ins Gewicht, weil der Streifen von Anfang an langweilig ist. Dass dem so ist, ist aber auch kein Wunder. Die Atmosphäre hätte wunderbar vielseitig sein können, aber jedes Genre wird hier schlecht bedient. So hat man es mit einem Horrorfilm zu tun, der aber keinen Horror entstehen lässt. Über die Geister hier würde sich nicht mal ein 12-jähriger erschrecken. Mit der Komödie wird es aber ebenfalls nichts, weil es einfach keine guten Gags gibt. Selbst wenn Humor Geschmackssache bleibt, so kommt man über ein Schenkel-Klopfer-Niveau nicht hinaus. Am amüsantesten sind da noch die Geister, wenn sie zusammen quatschen. Letztendlich ist eigentlich auch eine gar nicht so kleine Krimi-Komponente vorhanden, doch hier wird ebenfalls jegliches Potenzial verschenkt. Nimmt man alle drei Versuche zusammen bleibt am Ende nur eines übrig: Langeweile!
 
 
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SIND WIR SCHON TOT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Abgesehen von einem guten Versuch und ein paar Zutaten, aus denen man etwas machen hätte können, bietet „Sind wir schon tot?“ nichts, was ihn irgendwie sehenswert machen würde. Die wendungsreiche Story wird zu uninteressant erzählt, die Darsteller können nicht viel und die Charaktere sind schrecklich nervig. Wenn Humor nur aus diesen doofen Figuren entstehen soll, wird man vielleicht lachen können, aber richtige Gags gibt es hingegen kaum. Da aber auch keinerlei echter Horror entsteht, hat der Film sein Ziel deutlich verfehlt. Die Effekte bestätigen nur, wie wenig Geld man scheinbar zur Verfügung hatte, aber mit Charme und Herzblut konnte man das hier nicht ausgleichen. Leider ein langweiliger, nicht empfehlenswerter Film!
 
 


 
 
 

SIND WIR SCHON TOT – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Sind wir schon tot? – Death is in da House!“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten.
 
 
 


 
 
 

SIND WIR SCHON TOT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Best Entertainment (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Are We Dead Yet; Großbritannien 2019

Genre: Thriller, Horror, History, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.09.2020

 

Sind wir schon tot? – Death is in da House! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SIND WIR SCHON TOT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Best Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scary Movie 2 (2001)
 
Beetlejuice (1988)
 
Housebound (2014)