Filmkritik: „Dark Glasses – Blinde Angst“ (2022)

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DARK GLASSES – BLINDE ANGST

(OCCHIALI NERI | DARK GLASSES)

Story

 
 
 
In Rom hat es ein Serienkiller auf Prostituierte abgesehen und die Sexarbeiterin Diana soll bald Bekanntschaft mit ihm machen.
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Kritik

 
 
Wenn ein Altmeister wie Dario Argento im Alter von über 80 Jahren noch mal einen neuen Film auf den Markt schmeißt, dürfte die Spannung groß sein. Erst recht, wenn sein letztes Werk (in diesem Falle „Dracula 3D“) ca. zehn Jahre zurückliegt und sowohl bei Fans, wie auch bei Kritikern nicht gerade gut ankam. Über Argento selbst muss man wohl nicht mehr viel schreiben. Er war ein prägender Schöpfer des Subgenre Giallo und gilt allgemein als sehr wegweisend, was das moderne Horrorkino betrifft. Seine großen Taten vollbrachte Argento aber eben in den 70er und 80er Jahren. Nicht, dass er danach nicht auch noch ein paar gute Filme drehte, nur an das, was den Kult um ihn erst hervorbrachte, konnte Argento kaum noch anknüpfen. Das macht die Spannung auf „Dark Glasses“ eigentlich nur noch größer, weil man hier überhaupt nicht wissen kann, was für eine Qualität einen erwartet. Und die bisherigen Kritiken unterstützen dies sogar noch. Während das Werk teilweise sehr wohlwollend aufgenommen wurde, wird es von anderen als langweilig und uninspiriert bezeichnet. Und leider liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.
 
 
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Diana verdient sich ihr Geld als Edelprostituierte in Rom. In der Stadt hat es aber gerade ein psychopathischer Serienkiller auf eben solche abgesehen. Er ermordet sie brutal mit einer Cello-Saite. Auch Diana soll ein Opfer von ihm werden, doch sie kann entkommen und es kommt zu einem Autounfall. Dabei wird die hübsche Frau blind und muss sich fortan mit dieser Behinderung durch ihr Leben schlagen. Unterstützung erhält sie von einem kleinen, chinesischen Jungen, der zufälligerweise im anderen Auto saß. Sein Vater ist bei dem Unfall gestorben und seine Mutter liegt im Koma. Deshalb kümmert sich Diana um den Jungen und er hilft ihr. Und Hilfe ist dringend erforderlich, denn der Killer will sein Werk noch vollenden. Die Story ist nicht gerade das Glanzstück von „Dark Glasses“, aber man muss so fair sein und sagen, dass im Giallo sowieso selten eine große Geschichte im Vordergrund stand. Und die Werke von Argento zeichnen sich auch eher über seine tolle Inszenierung aus, als über eine ausufernde, bestens konstruierte Handlung. Trotzdem macht es sich das Drehbuch hier teilweise zu einfach. Dass man die Identität des Killers nicht groß erraten muss, ist eigentlich okay, dass sie aber so lustlos verraten wird, stört schon eher. Außerdem besitzt „Dark Glasses“ einfach keinerlei neue Einfälle und ist teilweise schon arg unlogisch.
 
 
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Das bringt uns auch gleich zu der Figurenzeichnung, die dem Werk am ehesten ein Bein stellt. Mit der Hauptfigur Diana kann man nämlich schon mal herzlich wenig anfangen. Sie ist weder un- noch sympathisch, sondern einfach nur belanglos, ohne Facetten und ohne echtes Profil. Leider wirkt auch der chinesische Junge nicht gerade besser gezeichnet. Dabei geht hier viel Potenzial verloren, denn die großen Unterschiede der Kulturen der beiden Protagonisten werden nahezu gar nicht benutzt. Ein solch unterschiedliches Paar hätte man doch viel reizvoller verwenden können. Eine Chemie entsteht zwischen den Beiden leider ebenso kaum. Da erscheint es fast passend, dass Ilenia Pastorelli und Xinyu Zhang in diesen Rollen nicht komplett überzeugen können. Ihr Schauspiel ist manchmal etwas hölzern, wobei Pastorelli immerhin mit optischen Reizen dienen kann und Zhang etwas kindliche Naivität ausstrahlt. Das alleine reicht nur eben nicht, um mit den Charakteren mitfiebern zu können. Wie es sich für einen Argento gehört, spielt auch seine Tochter Asia mit, bekleidet jedoch nur eine kleine Nebenrolle, in der sie nicht weiter auffällt.
 
 
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Die restlichen Charaktere erscheinen dann völlig unwichtig und willkürlich. So wirkt es fast wie ein beabsichtigtes Klischee, wenn man Ermittler mit ins Spiel bringt, die jedoch überhaupt nichts erreichen und irgendwann gar nicht mehr vorkommen. Auch sonst verhalten sich manche Figuren hier ganz schön doof und das raubt dem Werk Atmosphäre. Eigentlich möchte „Dark Glasses“ nämlich vollkommen ernst und düster erscheinen. Argento hat sich von seinen etwas trashigeren Ausflügen entfernt und macht nun das, was er früher besonders gut konnte. Eigentlich ist das handwerklich auch alles noch ziemlich brauchbar ausgefallen, nur fehlen eben die besonderen Bilder. Der Anfang mit seiner Sonnenfinsternis ist da noch der cleverste und passendste Einfall, der auch für gelungene Bilder sorgt. Das letzte Drittel in der Natur kann ebenfalls noch ein paar kleine Höhepunkte setzen, doch ansonsten ist die Inszenierung vor allem eines: Durchschnittlich und austauschbar. Und das lässt sich eben leider auch von der Atmosphäre behaupten, die zu wenig Bedrohung versprüht. Selbstverständlich sind alle Markenzeichen eines Giallo vorhanden, nur ausgerechnet die Stimmung fehlt größtenteils.
 
 
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Dass man sich von „Dark Glasses“ trotzdem einigermaßen gut unterhalten lassen kann, liegt an seinem Abwechslungsreichtum. Das Geschehen strotzt zwar nicht gerade vor Tempo, tritt allerdings auch nie auf der Stelle und bietet zumindest einige Kulissenwechsel. Spannend ist das kaum und auf eine clevere Auflösung sollte niemand hoffen, aber die Laufzeit ist mit knapp 90 Minuten angemessen gehalten und ein paar starke Momente hat der Film ja schon zu bieten. Größere Gewalteskapaden gehören allerdings eher weniger dazu. Es gibt eine handvoll recht derber Szenen, die auch ganz gut ausgefahren werden, aber man kann nicht behaupten, dass diese im Vordergrund stehen würden. Selbstzweckhaft sind sie dennoch, dafür sehen die Effekte jedoch gut aus. Was „Dark Glasses“ im Endeffekt tatsächlich noch etwas aufwertet, ist sein starker Score von Arnaud Rebotini. Diesem gelingt es nämlich wunderbar auf der einen Seite altmodisch nach Goblin zu klingen und andererseits eigene Akzente zu setzen.
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Dark Glasses“ ist leider nicht die erhoffte Großtat eines Altmeisters, aber ein Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln ist schon geglückt und das Werk besitzt durchaus gute Momente. Im Endeffekt sind es nur leider zu wenige. Die Handlung kann schon mal kaum reizen, wurde schlecht konstruiert und dient mit unlogischen Aktionen von unwichtigen Charakteren. Auch die Figurenzeichnung lässt viel Potenzial liegen und leider kann der Film nicht mal aus schauspielerischer Sicht komplett punkten. An der Inszenierung hingegen kann man manchmal schon erkennen, dass Argento seine Arbeit noch versteht. Es gibt zwar kaum Szenen, die zum Staunen anregen, aber manche Ideen sind gut und die handwerkliche Arbeit ist in Ordnung. Außerdem ist der Film selten so richtig langweilig. Atmosphäre ist allerdings zu wenig vorhanden und etwas blutiger hätte das gerne auch noch ausfallen dürfen, weil die Gewalt hier sowieso zum reinen Selbstzweck verkommt. Es bleibt ein Film, der im Endeffekt eigentlich eine leicht unterdurchschnittliche Wertung verdient hätte, es mit kleinem Argento-Bonus und durch den tollen Score aber noch gerade so auf fünf Punkte schafft!
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Zensur

 
 
 
„Dark Glasses – Blinde Angst“ hat in Deutschland eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A)

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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Occhiali neri; Italien 2022

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Trailer, Videobotschaft von Regisseur Dario Argento, Behind the Scenes, Film auf DVD, Poster, Booklet

Release-Termin: Mediabooks: 29.07.2022

 

Dark Glasses [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Dark Glasses [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (1970)
 
Vier Fliegen auf grauem Samt (1971)
 
Die Säge des Teufels (1973)
 

Filmkritik: „13 Fanboy“ (2021)

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13 FANBOY

Story

 
 
 
Ein maskierter Killer hat es auf Schauspieler abgesehen, die einst eine Rolle in Horrorfilmen spielten.

 
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Kritik

 
 
Für was könnte man wohl prädestiniert sein, wenn man den Nachnamen Voorhees trägt? Nun, wenn man sich nicht gerade selbst eine Hockey-Maske aufsetzt und sich durch die Gegend meuchelt, liegt es wohl auf der Hand, dass man in einem Teil der „Freitag der 13.“ Reihe mitspielen sollte. Und genau das tat Deborah Voorhees 1985 auch, als sie im fünften Teil „Ein neuer Anfang“ eine Rolle ergatterte. Nun wollte Frau Voorhees aber wohl noch einen ganzen Schritt weitergehen. „13 Fanboy“ ist ein Meta-Slasher über eine der berühmtesten Reihen von diesem Subgenre. Doch taugt das Ganze deshalb auch etwas? Leider so gut wie gar nicht!
 
 
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Als Kind wurde die kleine Kelsie Zeugin, wie ihre Großmutter von einem maskierten Killer brutal ermordet wurde. Das Skurrile an der Sache war, dass die Großmutter einst als Schauspielerin in einem Slasher mitgespielt hatte. Seitdem sind viele Jahre vergangen und Kelsie versucht sich nun selbst als Schauspielerin. Doch plötzlich häufen sich wieder Morde. Der Killer von damals scheint zurück zu sein und er tötet am liebsten Schauspieler, die mal in einem Slasher zu sehen waren. Kelsie muss sofort Dee Wallace (als sie selbst) warnen, denn sie war damals die beste Freundin ihrer Großmutter. Die Idee der Handlung könnte man schon fast als smart bezeichnen. Es ist natürlich schon lange nicht mehr besonders originell Meta-Horrorfilme zu drehen, doch die Nachfrage scheint gegeben zu sein und wenn man es gut macht, kann das Ganze schon ordentlich funktionieren. Leider bleibt es bei „13 Fanboy“ bei der guten Grundidee, denn die Umsetzung ist alles andere als gelungen. Es mangelt dem Geschehen in der ersten Hälfte nahezu komplett an einem roten Faden. Da hangelt sich das Treiben von Szene zu Szene, wirkt gar episodenhaft und hat keine echte Hauptrolle zu bieten. Dies diente wohl vor allen Dingen möglichst viele bekannte Gesichter unterbringen zu können, nur zweckdienlich ist dies kaum ausgefallen.
 
 
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Wobei man sagen muss, dass „13 Fanboy“ hieraus seine einzige Daseinsberechtigung bezieht. Und ja, es macht zumindest für ein paar Minuten Spaß die vielen bekannten Gesichter wiedersehen zu dürfen. Da werden einem z.B. Deborah Voorhees selbst, C.J. Graham, Judie Aronson, Lar Park Lincoln, Tracie Savage, Ron Sloan und Jennifer Banko geboten, die sich alle selbst spielen und alle zumindest in einem Teil der großen „Freitag der 13.“ Reihe zu sehen waren. Nun werden sich sicher nur absolute Hardcore-Fans an alle Gesichter erinnern und deshalb reibt es einem der Film auch ordentlich unter die Nase mit wem man es zu tun hat, indem es Texteinblendungen gibt. Das wirkt dermaßen gewollt, dass der nette Effekt irgendwie schon wieder verpufft. Zum Glück gibt es aber auch noch bekanntere Namen. So darf ein Kane Hodder garantiert nicht fehlen und Corey Feldman schaut ebenfalls kurz vorbei. Scream-Queen-Ikone Dee Wallace übernimmt sogar eine Hauptrolle. „13 Fanboy“ lebt allerdings eher von seinen Namen, als von richtig gutem Schauspiel. Sucht man dieses, hat man in diesem Subgenre aber wohl sowieso nichts verloren.
 
 
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Dass der Film von seiner gewitzten Grundidee und den ganzen Darstellern aus alten „Freitag der 13.“ Filmen kaum einen Nutzen ziehen kann, liegt vor allen Dingen an der langweiligen, teilweise schon fast unstrukturierten Machart. Den Anfang kann man sich noch schmecken lassen und es wirkt kurz fast so, als könnte hier Freude aufkommen, doch dann verliert sich die erste Hälfte in Belanglosigkeiten, die schnell ermüdend wirken. Erst in den folgenden 50 Minuten kümmert man sich dann richtig um die Handlung, doch selbst hier muss man enttäuscht sein. Es ist zwar überraschend, wie ernst sich „13 Fanboy“ gibt, nur bringt das überhaupt nichts, wenn trotzdem nicht der Hauch von Spannung entsteht. Der Film versteht sich nicht als Komödie und gesellt sich somit nicht zu den spaßigeren Vertretern der Meta-Slasher. Dabei hätte ihm etwas Humor nicht geschadet und das lustlose Szenario auflockern können. Alleine der Twist um die Identität des Killers ist nämlich dermaßen vorhersehbar, dass man schon fast der Meinung sein könnte, der Film wolle es dem Zuschauer bereits vor dem Finale so offensichtlich verraten.
 
 
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Leider kann die Inszenierung nicht viel retten. Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass Regisseurin Deborah Voorhees nicht viel Budget zur Verfügung hatte. Allerdings hätte man selbst dieses Geld nutzen können, um eine lustvollere Inszenierung vorzulegen. „13 Fanboy“ ist einfach von vorne bis hinten langweilig gestaltet. Die Optik kann nicht überzeugen und vor allem der Sound wird schlecht eingesetzt. In manchen Mord-Szenen fragt man sich echt, ob einem gerade die Lautsprecher im Stich lassen. Immerhin wird es etwas blutig. Die Effekte sind reichlich simpel getrickst, kommen jedoch ohne billiges CGI-Blut aus und gehen deshalb in Ordnung. Für eine Schlachtplatte hat das geringe Budget allerdings keineswegs gereicht. Das Finale zieht sich dann unnötig in die Länge, so wie eigentlich der gesamte Film. Warum es gleich rund 100 Minuten Laufzeit sein mussten, weiß der Geier. Eine knappe halbe Stunde weniger hätte für die simple Prämisse ebenfalls ausgereicht und ein flotteres Tempo hätte so manch eine Länge dezimieren können.
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Was auf dem Papier sympathisch und kreativ klingt, erweist sich leider mal wieder als Flop, weil eine gute Idee alleine eben noch lange keinen guten Film macht. Man kann schon gestehen, dass vor allen Dingen „Freitag der 13.“ Fans hier zuweilen auf ihre Kosten kommen, denn die ganzen Original-Darsteller von früher, die man hier gewinnen konnte, machen kurzzeitig schon etwas her. Allerdings suhlt sich „13 Fanboy“ in diesem einzigen, positiven Aspekt auch so sehr, dass der Effekt schon wieder leicht zerstört wird. Ansonsten hat der günstige Film kaum etwas zu bieten. Die Handlung ist langweilig, die Laufzeit zu hoch und Splatter zu wenig präsent. Weder taugt die handwerkliche Arbeit viel, noch kann die Atmosphäre etwas erreichen. Das Werk nimmt sich viel zu ernst, was an sich nicht so negativ gewesen wäre, wenn denn wenigstens Slasher-Stimmung aufgekommen wäre. Stattdessen quält man sich durch belanglose 100 Filmminuten, von denen höchstens ein Viertel ganz solide ausgefallen ist. Beinharte Hardcore-Freitag-der-13.-Fans können ja mal ein Auge riskieren, aber insgesamt ist das hier ein Schuss in den Ofen, so sympathisch die Grundidee auch sein mag!
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Zensur

 
 
 
„13 Fanboy“ hat in Deutschland von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

13 FANBOY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 13 Fanboy; USA 2021

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD + Blu-ray im Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Booklet, Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 10.06.2022

 
 

13 Fanboy [DVD + Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

13 FANBOY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Behind the Mask (2006)
 
You Might Be the Killer (2018)
 

Filmkritik: „Hunter Hunter“ (2020)

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HUNTER HUNTER

Story

 
 
 
Nach einigen beunruhigenden Funden muss eine abgeschieden im Wald lebende Familie drastische Entscheidungen treffen.
 
 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Kritik

 
 
Auf Deutsch übersetzt hört die dritte Regiearbeit des kanadischen Regisseurs Shawn Linden auf den Namen „Jäger Jäger“, also der Jäger des Jagenden, und damit werden die später folgenden, sich wechselnden Machtverhältnisse dieses herrlich abgefuckten Streifens auch schon effektiv angedeutet – doch alles der Reihe nach.
 
 
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In der Abgeschiedenheit der bergigen, dicht bewaldeten, idyllischen kanadischen Landschaft leben Anne, Joseph und Renee ein ruhiges und toughes Leben zwischen Bärenfallen und Fellhandel, doch da die Geschäfte nicht laufen und ein Wolf vor der Tür zu wildern scheint, möchte Anne dass ihre mittlerweile 13-jährige Tochter doch in der Stadt aufwächst und zur Schule geht. Familienoberhaupt Joseph hingegen scheint gelinde gesagt von der alten Schule und vom „harten Schlag“ zu sein, was sich in wortkarger, implizit definitiv sturrsinniger, wenn nicht toxischer Maskulinität ausdrückt.
 
 

„Nothing pushes us out of our home.“

 
 
Hauptdarsteller Devon Sawa kann man dabei z.B. aus der Final Destination-Reihe oder auch dem Halloween-Kulthit „Idle Hands“ kennen, seine Frau wird von Camille Sullivan (Butterfly Effect, Sea Beast, The Traveler) gespielt, die Tochter des Paares von Summe H. Howell, die Genrefans noch aus den jüngsten beiden Filmen der Chucky-Reihe im Kopf haben dürften. Alle drei spielen sie angespannt, menschlich und realistisch genug um das Szenario zum Leben zu erwecken, was dank weniger Locations außerhalb des Walds und der Hütte sowie eines sehr überschaubaren Casts auch bitter nötig ist. Doch nicht nur aufgrund des Schauspiels, sondern auch aufgrund des schnell etablierten und nachvollziehbaren Konflikts kommt hier keine Langweile auf – natürlich will Anne ihr Zuhause auch nicht aufgeben und hat sich auch bewusst für eine isolierte Existenz entschlossen, doch sind ihre Existenzängste, nicht zuletzt aufgrund des Wolfs vor der Tür, nicht berechtigt?
 
 

„Tell momma I’m home after dark.“

 
 
Statt sich lange mit der Alltagsroutine oder den Beweggründen der Familie aufzuhalten, bricht Joseph stattdessen nach kurzer Zeit auf, den Wolf zu finden – und findet ihn tatsächlich in Rekordzeit. Doch weitere Spuren führen zu einem Fund, der höchst unerwartet ist und auf etwas deutlich Sadistischeres hindeutet, als auf einen Wolf. Und so ist also keine halbe Stunde vergangen und das Interesse des Zuschauers dürfte geweckt sein, doch als wäre das nicht genug folgt unmittelbar danach auch noch eine höchst mitreißende und unerwartet emotionale kleine Szene, in der die Beschützerinstinkte einer Mutter höchst glaubhaft und fesselnd verkörpert werden,was Sullivan mit aller Intensität zu spielen weiß.
 
 
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Abseits davon stellt sich nun langsam aber sicher der Eindruck eines zwar unterhaltsamen und teils sogar witzigen, aber eben auch recht gemütlichen Films ein, der nicht gerade vor Spannung oder Action explodiert – was kein wirklicher Kritikpunkt ist, aber einige sicher anders erwarten könnten. Nachdem Joe nämlich eine weitere Nacht alleine im Wald verbringt um weiter zu jagen, macht auch Anne unweit vom Haus eine beunruhigende Entdeckung und kontaktiert die lokalen Behörden, die sich allerdings wenig beeindruckt zeigen. Was mir an diesen Szenen besonders gefallen hat ist, dass sie nicht nur der Haupthandlung dienen und demnach schnell abgehandelt werden, sondern dass diese eigentlich unwichtigen Nebencharakter auch ihre eigenen kleinen Bögen und Motivationen haben, was für einen charakterstarken Unterhaltungsfaktor sorgt.
 
 
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Nachdem die Fallen alle ausgelegt, die Fährten angedeutet, die Stärken gezeigt und die Leitthemen grob etabliert wurden, ist es kurz nach der Hälfte des Films dann ein letzter Fund, der die Handlung relativ zügig zur Eskalation und zum Höhepunkt treibt – und meine Güte, ich kann nicht genug betonen wie wunderbar gnadenlos, bösartig, abgefuckt und charmant dieses Finale doch ist. Es kommt nicht aus dem Nichts, es ergibt Sinn, wenn man drauf achtet kann man es auch durchaus weiter deuten, problematisch oder clever finden – aber ein wenig wirkt es trotzdem so, als hätte man den Film um diese herrliche Szene drumrum geschrieben. Ohne noch irgend ein weiteres Wort über diesen solide inszenierten, gut aussehenden aber nicht sonderlich hübschen, kurzweiligen aber nicht besonders schnellen, interessanten aber nicht immer spannenden, sowie mit Genre-Elementen versehenden, aber nicht eindeutig der Horror, Thriller oder Mystery-Schiene folgenden Film zu verlieren, hier eine kleine Empfehlung für schnörkellose, wenngleich auch etwas gemächliche 90 Minuten. Wer hier bei den Credits nicht breit grinst, der hat wohl schon vorher abgeschaltet – aber es lohnt sich, wirklich.
 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Sympathischer, charmanter, technisch stimmiger Thriller/Horror/Mystery-Hybrid mit guten Performances, interessanter Thematik und ikonischem Ende.
 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Zensur

 
 
 
„Hunter Hunter“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 18 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (4K-UHD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hunter Hunter; Kanada | USA 2020

Genre: Thriller, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Minuten

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Interviews, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf UHD-Disc, Booklet

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 28.04.2022

 
 

Hunter Hunter [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Hunter Hunter [4K-UHD + Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Prey (2019)
 
Demigod – Der Herr des Waldes (2021)
 

Filmkritik: „The Boy Behind The Door“ (2020)

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THE BOY BEHIND THE DOOR

Story

 
 
 
Die Freundschaft von Bobby und Kevin wird auf eine harte Zerreißprobe gestellt, als sie an einem sonnigen Tag gekidnappt werden und nur Bobby es schafft, zu entkommen.

 
 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Kritik

 
 
Das Debüt des Regie-Gespanns David Charbonier und Justin Powell, die in der Zwischenzeit bereits den übernatürlichen Horrorfilm „The Djinn“ nachgeliefert haben, auch mit dem selben Cinematographen, Soundtrack-Komponisten und jungen Hauptdarsteller versehen übrigens, kann sich definitiv sehen lassen. Bei Filmen, in denen es jungen Jugendlichen oder gar Kindern statt sündigen Studenten oder voll ausgewachsenen Menschen an den Kragen geht, ist die Frage nach dem Mehrwert dieser Drehbuchentscheidung meiner Meinung nach immer am interessantesten – denn klar: Grundsätzlich wird das Geschehen erst einmal dadurch intensiviert und spannender gemacht, dass wir hier mit einem unschuldigen Minderjährigen mitleiden und nicht etwa mit einem Antihelden, der selber Dreck am Stecken hat. Die zu überwältigenden Antagonisten und Hürden wirken übermächtig, die Situation besonders aussichtslos – doch ob die kindliche Kreativität und Unbefangenheit, die in Einzelsituationen hilfreiche, kleinere Körpergröße oder auch die humorigen Aspekte der Konfrontation Kind vs. Erwachsener – wie bei „The Aggression Scale – Der Killer in dir“ oder „Becky“ – berücksichtigt und integriert werden, oder es sich um eine oberflächliche Ein-Satz-Prämisse als USP handelt, das gilt es durch ein genaueres Hinsehen zu ergründen….so dachte ich zumindest.
 
 
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Ähnlich wie „Don’t Breathe“ startet „The Boy Behind the Door“ mit dem Vorwegnehmen einer späteren Situation, das imo weder spannungsfördernd, noch überraschend oder für sich sonderlich motiviert wirkt. Die dröhnenden Drohnenfahrten der nebligen Wälder und knarzenden Öl-Bohranlagen sorgen zwar schnell für eine bedrohliche, rustikal ländliche Atmosphäre, doch dass hier nach wenigen Minuten geknebelte und gefesselte Kinder – unsere Hauptprotagonisten vom Cover nämlich – im Kofferraum entdeckt werden, war halt vom Erhalt der Blu-ray an bereits offensichtlich. Wie dem auch sei, eine „6 Stunden vorher“-Einblendung später werden unsere Protagonisten Kevin und Bobby vorgestellt, zwei sympathischeu und solide spielende Jungs aus ärmlichen Verhältnissen, die zusammen nach Kalifornien flüchten wollen, vorher aber zwischen idyllisch eingefangenen, im Wind wippenden Baumkronen ihren Baseball verlieren – und daraufhin ausgeknockt werden.
 
 
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Sofort befinden wir uns zurück im Kofferraum und wofür genau diese paar Minuten jetzt nötig waren, bleibt schleierhaft – so galant gefilmt einige der Einstellungen nämlich auch sind, so holprig fühlt sich die Erzählstruktur an. Dass von nun an jedoch sowohl chronologisch, als auch größtenteils dialogarm erzählt wird, gilt es dem Film hoch anzurechnen: Zwar kommt Bobby innerhalb kürzester Zeit allzu unrealistisch einfach und problemlos frei – doch da sein Freund noch immer in den Fängen ihrer Entführer steckt, entscheidet er sich zurück zu kehren. Außenaufnahmen mit extrem kleinen Schärfebereichen, knackendes und nahe gehendes Sounddesign sowie eine filmische und kühle, aber trotzdem realistisch und nie künstlich wirkende Beleuchtung lassen das behutsame, langsame Rumlaufen durchs alte Haus, das ich in diversen langweiligen Spukhaus-Pseudohorrorfilmen ja gerne kritisiere, zu vergnüglichen und spannenden Minuten werden. Statt einer unsinnigen Geister-Übermacht sicht man sich hier mit einem sehr realen und greifbaren Antagonisten konfrontiert, statt eines blassen, dämlich handelnden Erwachsenen mit einem cleveren und gerissenen Kind, das eine klare Motivation an die Hand bekommen hat, statt einfach nur sinnlos durch alte Gemäuer zu schreiten.
 
 
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Woran diese Umstände nur leider nichts ändern, das ist die Tatsache dass auch dieses Katz-und-Maus-Spiel den allzu gewöhnten Regeln folgt, was heißt dass ich nachfolgende mehrfach „Schade“ in meinen Notizen vermerken musste, da auch hier zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt bleiben, dem Schrecken schnell und effektiv ein Ende zu setzen. Ein paar coole, moderne und hübsch gefilmte Ideen für kleinere Hindernisse oder problematische Situationen, die auch oftmals mit Bobbys Alter und der unvertrauten Umgebung, nicht so viel mit klassischer Thrillerunterhaltung zu tun haben, können sich in der folgenden Stunde noch sehen lassen: So muss Bobby sich in etwa mit der Bedienung eines Autos herumschlagen, oder muss Tipps zur Bedienung eines Telefons mit Wählscheibe erhalten, um überhaupt Hilfe holen zu können – doch während der erste Akt an sich spannend und kurzweilig daherkommt und der zweite durch eben solche Ideen aufgepeppt wird, so zerfällt das Kartenhaus dann leider ein gutes Stück weit, wenn wir uns im letzten Drittel aufhalten.
 
 
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Denn so unfassbar schmerzend, explizit, heftig und unangenehm eine einzelne, etwa 3-sekündige Szene bisher schon war, die mich ungläubig auf das FSK-16 Logo starren und wirklich zusammenzucken hat lassen, so lahm, harmlos, generisch und vorhersehbar kommen dann doch leider Finale und Ende daher. Zusammen mit einigen allzu unlogischen und konstruierten Spannungsszenen, ungenutzen Möglichkeiten bezüglich der Situation und Protagonisten und zu generischen, häufig gesehenen Szenenkonstrukten reicht das leider nur noch für eine schwache Empfehlung, wenn man denn Fan schicker, tighter, schnörkelloser Thriller ist, die sich mehr für eine emotionale Resonanz und eine Unmittelbarkeit der Situation interessieren, als für Logik oder eine ausgereifte Story.
 
 
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Loben sowie warnen vor muss ich nun noch die Ernsthaftigkeit und Erwachsenheit, mit der hier Gewalt gegen Kinder inszeniert wird. Ohne dass es wie perverse Selbstgefälligkeit rüberkommt oder aber durch Ironie aufgefedert und einfacher goutierbar gemacht wird, befinden wir uns als Zuschauer größtenteils in reiner Misere, leiden mit zwei entführten Kindern mit, die in dem heruntergekommenen Haus eines skrupellosen Gewalttäters überleben müssen. Keine leichte Kost, und das sollte sie auch offensichtlich nie sein – Respekt dafür.
 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Humorfreier, hübscher, solide gespielter sowie inszenierter Thriller mit düsterer, ernster Thematik und spannender ersten halben Stunde, die nur leider mit mehr und mehr unlogischen Stellen und Klischees enttäuscht.
 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Zensur

 
 
 
„The Boy Behind The Door hat in Deutschland eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The Boy Behind The Door Blu-ray

(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

The Boy Behind The Door Mediabook

(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Boy Behind The Door; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Gag Reel, Alternatives Ende, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 25.03.2022

 
 

The Boy Behind The Door [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Boy Behind The Door [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BOY BEHIND THE DOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghostland (2018)
 
Day 13 – Das Böse lauert nebenan (2020)
 
The Aggression Scale – Der Killer in dir (2012)
 

Filmkritik: „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ (2021)

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RESIDENT EVIL: WELCOME TO RACCOON CITY

Story

 
 
 
Im Reboot „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ geht es zurück zu den Wurzeln der Umbrella Corporation und dem Unheil, welches das Unternehmen anrichten wird.

 
 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Kritik

 
 
Von 2002 bis 2016 brachte es die Videospielverfilmungsreihe „Resident Evil“ auf stolze sechs Teile. Was man von dieser auch halten mag, der Erfolg sprach für sich und die Einnahmen waren sehr lukrativ. Als 2016 der letzte Teil mit seinem Zusatztitel „The Final Chapter“ klar machte, dass danach Schluss sein wird, konnte man sich bereits denken, dass die Kuh irgendwie weiter gemolken werden will. Im Falle von „Resident Evil“ macht ein Reboot jedoch ausnahmsweise mal Sinn; sind die Werke von Paul W. S. Anderson doch nicht gerade originalgetreu und haben mit den Spielen allgemein nicht viel gemeinsam. Das Versprechen, dass „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ sich eher an die Fans der Spiele richten wird, war auf jeden Fall vielversprechend. Doch was ist daraus geworden? Ein Highlight sicher nicht, aber es hätte durchaus schlechter kommen können.
 
 
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Claire und ihr Bruder Chris wachsen in einem Waisenhaus in Raccoon City auf, eine Stadt, die eigentlich nur wegen der Umbrella Corporation existiert, die fleißig ihren illegalen Experimenten nachgeht. Doch als es mit der Corporation den Bach runtergeht, wird aus Raccoon City eher eine Geisterstadt. Nur noch wenige wollen dort leben. Chris gehört zu diesen wenigen. Claire hingegen ist ihrer Heimat längst entkommen, doch als sich dort merkwürdige Dinge abspielen, kehrt sie doch zurück. Etwas stimmt nicht in Raccoon City und die geheimen Forschungen der Umbrella Corporation sollen ihre Konsequenzen haben. Die Geschichte basiert auf den ersten beiden Spielen, also gerade denen, die den Kult um „Resident Evil“ erst ermöglich haben. Leider lässt sich die Handlung nicht unbedingt als Glanzstück bezeichnen, denn viel Substanz wird dem Zuschauer hier nicht geboten. Jegliche Hintergründe werden nur ganz vage angedeutet und für Tiefe ist da einfach kein Platz. Aufgeklärt wird eigentlich auch nichts und somit muss man sich damit anfreunden können, dass Logik eher weniger zu finden ist. Das kommt einem alles sehr bruchstückhaft vor und lässt manchmal den roten Faden vermissen. Doch wo das Drehbuch im Bezug auf Storytelling versagt, funktioniert es hingegen wunderbar wenn es um einzelne Passagen geht.
 
 
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Besonders die Kulissen können hier überzeugen. Wenn es ab nach Spencer Mansion geht oder sich das Geschehen auf dem Polizeirevier abspielt, dann dürfte sich jeder Fan der Videospielreihe an die Vorlage erinnert fühlen. Da gibt es einige nette Anspielungen und allgemein kommt man der Atmosphäre der Vorlage teilweise doch erfreulich nahe. Das ist sowieso der große Pluspunkt von „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“. Anders, als die Reihe von Anderson, hat man es hier nämlich nicht mit einem stumpfen Actionfilm zu tun. Dieses Werk möchte schon als ernster Horrorfilm durchgehen und das gelingt ihm teilweise ganz ordentlich. Regisseur Johannes Roberts, der auch das Drehbuch schrieb und sich im Horrorbereich allgemein ganz gut auskennt, erledigt seinen Job jedenfalls durchweg solide. Zwar kommt auch er nicht ohne die beliebten Jumpscares aus, aber das ist im modernen Kino nun mal leider so und richtig übel nehmen, kann man das dem Resultat nicht. Dafür ist die Stimmung teilweise einfach zu gelungen, so dass sogar etwas Grusel aufkommt. Dazu gibt es die wirklich starken Kulissen zu betrachten, die ordentlich an die Vorlage erinnern. Ja, selbst die Zombies hat man relativ originalgetreu übernommen.
 
 
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Wobei man von den Effekten nie zu viel erwarten sollte. Allgemein sehen diese ganz gut aus, aber ihre Herkunft aus dem Computer können sie selten verschleiern. Gerade wenn es um die richtigen Monster oder um Zombie-Vögel geht, bemerkt man, dass das Budget nicht riesig war. Bleibt es etwas dezenter, kann sich das allerdings sehen lassen und die wenigen, dafür effektiv gestalteten Splatter-Szenen sind ebenfalls ordentlich. An der handwerklichen Arbeit lässt sich also wenig bemängeln und am Unterhaltungswert eigentlich auch. „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ ist ständig in Bewegung und spielt sich stets an verschiedenen Schauplätzen ab. Das Tempo ist hoch und es gibt keine besonders lange Einleitung. Zwar dauert es eine Zeit, bis die Gefahr so richtig präsent ist, aber bis dahin gibt es immer wieder kleine Zwischenspiele, die für etwas Horror sorgen. Ein bisschen Action ist natürlich vorhanden, selbst wenn es mehr in Richtung Horrorfilm geht und es kommt sogar ein bisschen Spannung auf. Nur das Finale enttäuscht dann etwas, weil es doch zu schnell abgehandelt wird. Hier wäre durchaus noch mehr drin gewesen.
 
 
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Das lässt sich allerdings auch wunderbar von der Figurenzeichnung behaupten, denn diese ist, welch Wunder, ein weiterer Schwachpunkt des Filmes. Aber nicht, weil die Charaktere nicht brauchbar wären, sondern weil sich „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ nicht so richtig entscheiden kann, wer denn die Hauptfigur spielen soll. So spielt am Ende niemand eine solche und das Geschehen wechselt ständig von einem Charakter zum nächsten. Dass so keine Zeit entsteht, um manchen Figuren etwas mehr Hintergrund zu verleihen, ist nicht weiter verblüffend. Es wirkt ein wenig so, als wollte man unbedingt die ein oder andere Figur aus der Vorlage mit dabei haben, hatte dann aber nicht so viel Platz für diese. Die Darsteller können darunter nur leiden. So hätte man sicherlich gerne mehr von Kaya Scodelario gesehen, die ja schon in „Crawl“ ihr Talent unter Beweis stellen konnte. Sie wirkt anfangs auch wie die Hauptfigur, gerät dann jedoch schnell oftmals in den Hintergrund. Allgemein sind die Schauspieler aber dennoch brauchbar und es ist schön, dass bekannte Gesichter wie Donal Logue und Neal McDonough in überzeugenden Nebenrollen mit dabei sind.
 
 
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Wirklich stark ist übrigens noch der Ton geraten. So sind die Soundeffekte brachial, der Score klingt atmosphärisch und besitzt ein paar Melodien aus dem Spiel und der Soundtrack ist herrlich 90er, was einfach Spaß macht.
 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Resident Evil – Welcome to Raccoon City“ ist gut, hätte jedoch das Potenzial gehabt noch weitaus besser zu sein. Besonders die stumpfe, wenig originelle Story holt 2021 bzw. 2022 nun wirklich keinen mehr ab. Außerdem hätte man sich vielleicht nur auf den ersten Teil der Vorlage fokussieren sollen, anstatt gleich zu mischen. So konnte man sich nämlich für keine echte Hauptfigur entscheiden und darunter leidet die Figurenzeichnung. Die wirklich tollen Kulissen entschädigen dafür aber. Aus handwerklicher Sicht ist der Film gut gemacht und auch die Atmosphäre versprüht deutlich mehr Horror, als die Werke von Anderson. Das Finale ist zwar viel zu kurz, aber der Unterhaltungswert ist solide und die Darsteller agieren ebenfalls passabel bis ordentlich. Nicht alle Effekte sehen richtig gut aus, aber die Stimmung funktioniert einfach und man fühlt sich teilweise schön an die alten Spiele erinnert. Von daher stimmt die Richtung durchaus und der gesamte Ton macht richtig etwas her. Natürlich kündigt eine Post-Credit-Szene bereits eine Fortsetzung an. Ob die neue Reihe auch wieder so langlebig sein wird, kann man noch nicht sagen, aber wenn man an ein paar Feinheiten arbeitet, hat sie definitiv das Zeug dazu besser zu werden, als die von Anderson!
 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Zensur

 
 
 
„Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ hat in Deutschland eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Resident Evil: Welcome to Raccoon City; USA | Deutschland | Kanada 2021

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 108 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Replicating the DNA (ca. 11 Min.), Cops, Corpses and Chaos (ca. 8 Min.), Zombies, Lickers and the Horrors of Resident Evil (ca. 5 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 24.03.2022

 
 

Resident Evil: Welcome to Raccoon City [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Resident Evil (2002)
 
Resident Evil: Apocalypse (2004)
 
Silent Hill (2006)
 

Filmkritik: „Scream“ (2022)

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SCREAM

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Story

 
 
 
25 Jahre nach den ersten Morden in Woodsboro kehrt Ghostface abermals zurück, um die Regeln des Slashers auf Herz und Nieren zu prüfen.

 
 
 


 
 
 

SCREAM – Kritik

 
 
Manche Reihen sind einfach nicht totzukriegen und die Nostalgie-Welle scheint auch nicht mehr abzuebben. Viele große Filmreihen ziehen ihr eigenes Ding durch, locken den Zuschauer von damals aber mit dem originalen Cast. Das kann durchaus gut ausgehen, wie zuletzt „Ghostbusters: Legacy“ bewies. Es kann aber auch redundant werden, wie es der neue „Scream“ beweist. Dass dabei auf eine Fünf im Titel verzichtet wurde, macht schon mal deutlich, dass man sich hier nicht nur als verspätete Fortsetzung, sondern auch als Remake/Hommage versteht. Dabei war die Reihe bisher wirklich gut. Wes Craven schuf mit dem ersten Teil 1996 einen Kultfilm, der clever mit Genre-Regeln spielte und eine Meta-Ebene besaß, die man so zuvor in einem Slasher noch nicht gesehen hatte. Mit dem zweiten Teil wurde das sehr gut und mit dem dritten Teil immerhin noch solide fortgesetzt, bis es still wurde um „Scream“. 2011 kehrte Craven mit einem moderneren, vierten Teil jedoch noch mal zurück. Es war sein letzter Film und Craven verstarb 2015 leider. Die Modernisierung war allerdings geglückt, nur floppte das Werk an den Kinokassen und eine neue Trilogie schien sich somit erledigt zu haben. Da momentan so gut wie alles, was jemals auch nur halbwegs erfolgreich war, eine Fortsetzung, ein Remake, ein Reboot, eine Hommage oder auch ein „Requel“ erhält, muss selbstverständlich auch „Scream“ 2022 noch mal ordentlich die Nostalgie-Keule schwingen. Und die ersten Kritiken klangen enorm vielversprechend. Allgemein kommt der fünfte Teil bisher überraschend gut an. Überraschend ist das deshalb, weil er eigentlich überhaupt nichts Neues zu bieten hat und teilweise fast schon nervig geraten ist.
 
 
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Über die Story braucht man kaum Worte zu verlieren. Alles beginnt mit der berühmten Telefon-Szene am Anfang. Dieses Mal soll Tara das Opfer sein, aber sie überlebt den Angriff von Ghostface schwer verletzt und befindet sich danach im Krankenhaus. Ihre ältere Schwester kommt zurück nach Woodsboro, obwohl sie den Ort eigentlich nie wieder sehen wollte. Gemeinsam gilt es nun, herauszufinden, wer der Täter sein könnte. Man kommt sich wirklich mehr wie in einem Remake, als in einer Fortsetzung vor, weil die Story der aus dem ersten Teil (an dem sich „Scream 2022“ auch am meisten orientiert) doch sehr ähnlich ist. Teilweise kann man schon von einer Kopie sprechen. Kreativ ist das nicht und man bemerkt deutlich, dass Kevin Williamson und Ehren Kruger als Drehbuchautoren fehlen. Dabei versucht der Film enorm clever zu sein. Er legt es so sehr darauf an, dass er damit scheitert. Die ganzen Gags auf Meta-Ebene gehören sicherlich zu „Scream“ dazu, aber dieses Szenario wurde nun bereits vier Male zuvor bedient und dem neuen Werk fällt da einfach nichts Neues ein. Außerdem heuchelt sich „Scream“ anno 2022 selbst etwas vor. Er macht nämlich genau das, was er eigentlich die ganze Zeit kritisiert: Eine lustlose, uninspirierte Hommage bieten, die kein neues Material besitzt.
 
 
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Das Drehbuch könnte man theoretisch seitenlang verreißen, denn die guten Elemente kann man an einer Hand abzählen. Dabei ist die Herangehensweise, sich selbst nicht ernst zu nehmen, garantiert nicht verkehrt, aber etwas ernster hätte sich der neue Film dann doch nehmen dürfen. Am Ende weiß man nämlich gar nicht mehr so recht, ob man sich noch „Scream“ anschaut oder doch schon beim nächsten „Scary Movie“ angelangt ist. Das Motiv der Taten ist nämlich arg weit hergeholt. Sicherlich steckt hier etwas Satire versteckt, aber diese wird leider überhaupt nicht bissig, sondern eher unsinnig dargeboten. Das große Rätselraten bleibt ebenfalls aus. Man kann vielleicht vorher schon erahnen, wer hinter den Taten steckt, aber die Auflösung wird allgemein ziemlich schlecht vorbereitet und da die neuen Täter kaum ein Profil erhalten, ist es auch nicht sonderlich interessant, warum sie überhaupt morden.
 
 
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„Scream“ setzt 2022 das große Problem der Figurenzeichnung in modernen Film fort. Erst vor kurzem scheiterte die Neuauflage von „Texas Chainsaw Massacre“ daran und nun diese Fortsetzung. Die Charaktere bilden sich einfach aus irgendwelchen jungen 08/15-Leuten, denen es an Persönlichkeit fehlt. Man wird sich an diese Figuren nicht lange erinnern können. Im Gegenzug dazu kann man den originalen Film selbst seit der Entstehung nicht mehr gesehen haben und erinnert sich trotzdem noch an die markanten Charaktere von damals. Es fehlt allerdings auch an einprägsamen Leistungen bei den Darstellern. Jenna Ortega spielt als einzige der vielen neuen Personen einigermaßen gut und hinterlässt einen kleinen, aber bleibenden Eindruck. Die restlichen neuen Darsteller sind zwar okay, aber völlig nichtssagend. Also müssen es mal wieder die bekannten Charaktere richten, wobei selbst diese Rechnung nicht aufgeht. Neve Campbell und Courteney Cox hätte man sich nämlich sparen können. Sie schauen sowieso nur ein paar Male kurz vorbei und ihre Rollen wirken hier doch reichlich erzwungen. Nur mit David Arquette hat man alles richtig gemacht. Seine Rolle ergibt durchaus einen Sinn und Arquette spielt das sehr sympathisch. Die Szenen mit ihm gehören zu den besten, die „Scream“ zu bieten hat.
 
 
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Leider sind das nicht sonderlich viele, obwohl nicht alles an diesem Werk schlecht ist. Ist der lustlose Start erst mal überwunden, gibt es hin und wieder ein paar Szenen, die ganz geschickt mit den Konventionen spielen. Diese Herangehensweise ist zwar ebenso wenig neu, wie sich quer durch das Horrorgenre zu zitieren, macht aber in manchen Momenten noch etwas Laune. Ansonsten mangelt es dem Film eindeutig an Atmosphäre. Ghostface wirkt nicht mehr wie ein bedrohlicher Killer, sondern taucht einfach immer mal wieder kurz auf und verschwindet dann wieder. Seine Präsenz war in keinem Film der Reihe jemals so bedeutungslos. Horror kommt also schon mal kaum auf. Die Komödien-Aspekte machen das allerdings nicht gerade wieder gut. Dass sich „Scream“ 2022 nicht ernst nimmt, wurde ja bereits erwähnt, dass er gerne eine Persiflage wäre, kann man wohl deutlich herauslesen und dass er meint, besonders clever zu sein, ist der größte Irrglaube. Die Gags zünden einfach nicht und es gibt nur wenige Pointen, die mal etwas besser sitzen.
 
 
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Dass das Gesamtpaket nicht gerade unterhaltsam ausfallen kann, sollte einem bei all der negativen Kritik nicht wirklich wundern. Was muss also her? Genau! Man kompensiert alle Schwächen einfach mit viel Gewalt. So brutal, wie hier, ging es in dieser Reihe jedenfalls noch nicht zur Sache und ein paar Szenen sind schon reichlich brachial. Dass die Effekte überwiegend von Hand stammen, ist eine schöne Sache. Nur bringt das dem Werk im Endeffekt eben auch nicht gerade viel, weil dem Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett einfach zu wenig einfällt, um ihrem neuen „Scream“ eine eigene Handschrift zu verpassen. Zu sehr suhlt man sich im Erfolg des Originals, aber Craven hatte inszenatorisch eben deutlich mehr auf dem Kasten. Das soll nicht heißen, dass der Film handwerklich schlecht gemacht wurde. Er sieht optisch passabel aus und die Inszenierung ist sauber. Das ändert jedoch nichts daran, dass die knapp zwei Stunden Laufzeit keinerlei Spannung aufkommen lassen und jede menge Füllmaterial besitzen. Das mehr als übertriebene Ende ist immerhin noch halbwegs amüsant, aber der langweilige Score klingt wirklich sehr ideenarm.
 
 


 
 
 

SCREAM – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Gäbe es „Scream 1“ bis „Scream 4“ noch nicht, dann wäre „Scream“ von 2022 ein guter, selbstironischer Slasher. Als fünfter Teil ist er jedoch überflüssig. Weder ist die Hommage besonders gut gelungen (weil Hommage nicht einfach nur kopieren heißt), noch macht das als Fortsetzung großartig Sinn. Das Drehbuch ist eine echte Schwäche, selbst wenn manche das bescheuerte Ende sicherlich abfeiern werden. Negativ sind auch die meisten, nichtssagenden Darsteller, die eine völlig belanglose Figurenzeichnung erhalten haben. Das Spiel mit der Meta-Ebene ist ausgelutscht, frische Ideen gibt es keine. Außerdem besitzt der Film einfach keine eigene Handschrift. Ein paar Szenen sind gut, der Gewaltpegel ist ziemlich hoch, die Effekte sehen ordentlich aus und David Arquette lässt immerhin kurz Freude aufkommen. Ansonsten stellt „Scream“ anno 2022 eine ziemliche Nullnummer dar, die man sich echt hätte sparen können. Das hat die Reihe wirklich nicht verdient!
 
 


 
 
 

SCREAM – Zensur

 
 
 
„Scream 5“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben. Die Altersfreigabe mutet etwas niedrig an, bedenkt man, wie zeigefreudig der neue Film der Reihe in Sachen Gewalt doch ist.
 
 
 


 
 
 

SCREAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scream; USA 2022

Genre: Horror, Komödie, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Japanisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Chinesisch (traditionell), Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Thailändisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 114 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen (ca. 3 Min.), Trailer von Scream – Schrei! (1996), Featurettes: Neues Blut (ca. 7 Min.), Blutlinien ca. 8 Min.), Im Schatten des Meisters (ca. 7 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 28.04.2022

 
 

Scream [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SCREAM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Düstere Legenden (1998)
 

Filmkritik: „Slaxx“ (2020)

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SLAXX

Story

 
 
 
Wem die Liste der mordenden Gegenstände noch nicht lang genug ist, für den wurde wohl „Slaxx“ gemacht, denn genmanipulierte Baumwolle sorgt plötzlich dafür, dass eine Jeans mächtig viel Lust verspürt zu morden.

 
 
 


 
 
 

SLAXX – Kritik

 
 
Nachdem nahezu alle Tiere bis hin zum Hamster sich mal durch die trashige Horrorlandschaft morden durften, bekamen auch die an sich leblosen Gegenstände vermehrt Aufmerksamkeit. Egal ob ein Rucksack, Donuts, Tomaten, Tische, Kondome oder auch Reifen – Die Liste an Killer-Gegenständen ist erstaunlich lang. Zu dieser gesellt sich nun „Slaxx“ hinzu, der sich zwar enorm trashig anhört, eigentlich aber ein sehr ernstes Anliegen besitzt. Dieser Ansatz ist löblich, nur leider wurde nebenbei vergessen, einen unterhaltsamen Film zu drehen.
 
 
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Um welche Kritik es „Slaxx“ geht, ist dabei nicht schwer herauszufinden. Man braucht eigentlich nur zu erwähnen, dass es um eine Modekette geht, die Nachhaltigkeit und Fair-Trade anpreist, ihre Ware aber aus genmanipulierter Baumwolle herstellt, die zusätzlich auch noch in Indien durch Kinderarbeit gewonnen wurde. Dabei kommt eine ganz tolle, neue Hose auf den Markt, die sich optimal an jede Figur anpassen soll. Ein paar Mitarbeiter des Geschäfts sollen für den kommenden Montag alles vorbereiten, wenn die Hose ihr Verkaufsdebüt feiert. Dafür werden sie extra eingeschlossen, um auch alles ganz geheim zu halten. Und schon geht es bereits einem nach dem anderen an den Kragen.
Die weitere Kritik richtet sich natürlich an den Verbraucher selbst, der oftmals möglichst billige Ware haben möchte und damit solch Dinge wie Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen erst ermöglicht. Nebenbei bekommt noch die Generation „Influencer“ ihr Fett weg. Die Idee hinter „Slaxx“ ist wirklich nicht verkehrt und die Themen, welche man hier anspricht, verdienen es angesprochen zu werden. Auf offene Ohren stößt man bei der breiten Masse nicht ungern mal mit einem Film, der dann auch ruhig als Horrorkomödie durchgehen darf. Die problematische Thematik verliert dadurch ja nicht an Gewicht. Wenn das Resultat jedoch ziemlich langweilig ist, darf bezweifelt werden, ob sich jemand danach noch an den Film erinnert und somit auch an die Problematik, die er anspricht.
 
 
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Dabei lässt sich aus handwerklicher Sicht eigentlich gar nicht so viel bemängeln. Selbstverständlich hat „Slaxx“ nicht das große Geld gekostet, denn dafür ist sein Nischendasein einfach zu offensichtlich. So muss man sich mit doch recht einfallslosen Schauplätzen zufriedengeben, die optisch nicht gerade als Highlight zu verbuchen sind. Ansonsten ist die Inszenierung aber sauber und seine Qualitäten besitzt der Streifen durchaus. Für die Regisseurin Elza Kephart, die auch mit am Drehbuch schrieb, war „Slaxx“ wohl eine Herzensangelegenheit. Sie hat innerhalb der letzten 20 Jahre ein paar wenige Male Regie geführt, war ansonsten jedoch nicht sehr fleißig in diesem Bereich. Dafür kann sich die Inszenierung dann doch sehen lassen und vor allen Dingen die mordende Hose wurde gut umgesetzt. Es ist sicherlich nicht so leicht einer Hose einen Charakter zu verleihen und sie als Mörder dazustellen. Diesem Film ist dies überraschend gut gelungen und da viele Szenen per Greenscreen realisiert wurden, gibt es nicht mal so viele billige CGI-Effekte zu betrachten.
 
 
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Allerdings besitzt „Slaxx“ ein großes Problem. Er versteift sich so sehr darauf mit erhobenem Zeigefinger und der Moral daher zu kommen, dass der Spaß scheinbar komplett vergessen wurde. Als Komödie scheitert das Werk nämlich leider nahezu komplett. Rassen-Gags über Vorurteile etc. wurden jedenfalls vor 20 Jahren schon ansprechender und witziger präsentiert. Ob man eine Tanz-Einlage der Hose nun zwangsläufig gebraucht hätte, ist fragwürdig, aber immerhin ist dies eine der wenigen Szenen, die wohl länger in Erinnerung verweilen dürfte. Das Ableben der überwiegend unsympathischen Protagonisten ist nämlich nicht viel reizvoller ausgefallen. Hier hätte man es echt krachen lassen können. Wenn schon eine Hose für die Morde höchstpersönlich zuständig ist, hätte man abgefahrene Kills spendieren können. Es wird aber sicherlich auch dem geringen Budget zu verschulden sein, dass man meist nur rote Farbe an die Wand spritzen sieht und vieles im Off stattfindet. Es gibt zwei, drei Szenen, die schön splatterig sind und gute, von Hand gemachte Effekte besitzen. Nur ist das im Endeffekt zu wenig.
 
 
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Obwohl „Slaxx“ eine Laufzeit von gerade mal 76 Minuten (mit Abspann) besitzt, zieht er sich nämlich ganz schön in die Länge. Dabei ist die Einleitung schnell abgehandelt und bis die Hose zum Einsatz kommt, vergeht echt nicht viel Zeit, aber es mag einfach keinerlei Spannung aufkommen. Somit versagt das Werk auch als Horrorfilm. Dass die Figurenzeichnung nebenbei ziemlich unsympathisch geraten ist, war sicherlich beabsichtigt, ist aber nicht gerade förderlich für die Spannung. Romane Denis, Brett Donahue und Sehar Bhojani spielen die einzigen drei größeren Rollen zwar ganz passabel, können jedoch wenig reißen. Sowohl ihre Darstellung, wie auch ihre Charaktere hat man nach dem Film fast schon wieder vergessen. Das ist schade, weil es auch immer mal wieder ein paar gelungene Momente zu betrachten gibt. So ist gerade die Szene, in welcher man verblüffend glaubwürdig die Motive der Killer-Hose erfährt, in ihrer Schlichtheit erstaunlich gut geraten. Im Endeffekt reicht das allerdings nicht, wenn der Rest nach einem völlig bekannten Schema abläuft, welches definitiv eine Frischzellenkur vertragen hätte können.
 
 
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SLAXX – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Slaxx“ klingt auf dem Papier nach einem total abgefahrenen Trash-Fest, bietet dann im Endeffekt aber eher gepflegte Langeweile. Die Moral dahinter ist sehr ernst und es ist löblich, dass dieses Thema angesprochen wird, aber es bringt auch niemandem etwas, wenn eine Horrorkomödie einfach keinen Spaß machen will. Von daher war die Idee gut, aber die Umsetzung schlecht. Es wird leider wirklich nicht lustig und mit Horror hat das ebenfalls nichts zu tun. Lediglich die handwerklich simple, aber passende Arbeit, drei passable Hauptdarsteller, zwei, drei schöne Splatter-Effekte und ein paar gelungene Einfälle retten hier vor der Totalkatastrophe. Ansonsten wird man nämlich enttäuscht. Der Unterhaltungswert ist überwiegend schlecht. Da ist kein Witz, keine Spannung, zu wenig Action, zu wenig Gore. Außerdem ist die Figurenzeichnung doof und man hätte es hier einfach viel, viel mehr krachen lassen müssen, um dem Zuschauer ein unvergessliches Vergnügen zu bieten. Dann doch lieber noch mal die Killertomaten; der war zwar doof, dafür aber unterhaltsam!
 
 


 
 
 

SLAXX – Zensur

 
 
 
„Slaxx“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

SLAXX – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Slaxx; Kanada 2020

Genre: Horror, Komödie, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 76 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.03.2022

 

Slaxx [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SLAXX – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das blutrote Kleid (2018)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 
Bed of the Dead (2016)
 
Überfall der Mörderrucksäcke (2006)
 
Monsieur Killerstyle (2019)
 

Filmkritik: „Es geschah am 3. Tag“ (2021)

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ES GESCHAH AM 3. TAG

(AL TERCER DIA | ON THE 3RD DAY)

Story

 
 
 
Nach einem nächtlichen Autounfall mit dem mysteriösen, schweigsamen Enrique, verliert die junge Cecilia zuerst ihr Bewusstsein und dann ihren Sohn…

 
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Kritik

 
 
Nachdem die letzten drei knackig-kurzen Horrorfilme des argentinischen Regisseurs Daniel De La Vega es scheinbar nicht in die deutschen Kaufhäuser geschafft haben, meldet sich UCM.One mit diesem Release seines mittlerweile siebten Films zurück und auch wenn ich nach der Sichtung verstehen kann, wieso der Titel als massenkompatibel oder gewinnbringend genug erachtet wurde, so verstehe ich dafür dieses Mal nicht die Untertitelsituation: So gibt es laut Blu-ray-Backcover zwar spanischen O-Ton sowie eine englische Synchronisation zur deutschen dazu (?), dafür aber gar keine Untertitel. Nur dass auf der Blu-ray selber eben sehr wohl zwei Untertitelspuren angezeigt werden, die mir kurz Hoffnung gemacht haben, nur damit diese sich dann aber beide als leer entpuppen (?). Acht unbenannte Kapitel und keine Extras bis auf sehr kurze Galerien und Trailer runden diesen Release noch ab.
 
 
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Wie dem auch sei, langsam wird auf Englisch ein „Lullaby“, also Einschlaflied gesungen, dazu präsentiert das Menü der Disc das Standbild einer Mutter, die schützend ihren Sohn in den Armen hält. „On the 3rd Day“ bzw. „Es geschah am 3. Tag“ selber startet nun mit einem alten Spiegel und dem altbekannten Horrorfilm-Orchester, besonders deutlich hört man natürlich die unruhig zitternden Geigen heraus. Ein älterer Mann, Enrique, hebt sein noch älteres Wahlscheibentelefon ab und kriegt den Auftrag, eine Ladung zu transportieren, danach geht er in ein hübsch beleuchtetes Kellerset zu einem verschlossenen, zugeketteten Schrank.
 
 
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Der zweite Erzählstrang beginnt mit Cecilia, die ihren achtjährigen Sohn Martin anzieht und fertig für eine Autofahrt macht – so weit, so unschuldig, doch jeder Szenenübergang wird mit einem sehr A24-mäßigem Trommelschlag untermalt, als wäre das Böse bereits in Lauerstellung. Als Enrique dann noch mit seinem Pick-Up-Truck durch die Dunkelheit heizt und Cecilia durch eine Anhalterin am Straßenrand kurz abgelenkt ist, geschicht nach wenigen Minuten bereits das Unvermeidliche und nach einem herausziehend peinlichem, käsigen freeze Frame samt Zoom starten auch schon die Opening Credits und Cecilia rennt in einem gelben Cardigan durch verlassene Umgebungen.
 
 
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Zeitgleich scheint Enrique mit der Anhalterin vom Straßenrand kollidiert zu sein, nur um jetzt aber ihren Körper zu packen mit den Worten „Das ist nicht ihr Blut…“, what?! Cecilia kommt bei der Raststätte eines alten Pärchens an und der miese, offensichtliche sowie unnötige Greenscreen fällt leider sofort negativ auf. Unsere verletzte Protagonistin wird ins Krankenhaus gebracht, zehn Minuten Film und somit das Intro sind geschafft. Als nächstes wird die trauernde Mutter von Visionen ihres Sohnes in einer roten Regenjacke geplagt, doch für mehr als miese Pseudo Jumpscares oder gähnend langweilige Geister-Andeutungen wird diesese Element leider nicht genutzt, auch wenn es immerhin nie Überhand nimmt. Last but not wird offenbart, dass Cecilia ganze drei Tage weg war, sowie dass sowohl die Anhalterin, als auch Martin allem Anschein nach vom mysteriösen Enrique gekidnappt wurden – schnell also noch eine Patientin erdrosseln (!?) und zu ambitionierten Kamerafahrten, vorbei an Spiegeln und mehreren Bildebenen, mit quietschenden Geigen flüchten, Sohnemann zu retten.
 
 
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Die letzten wichtigen Figuren des Films sind nun Cecilias wütender und sie misshandelnder Ex Mann, ein gutwilliger Doktor namens Herman, der sich auf ihre Seite schlägt, sowie ein Polizist, der der Spur aus Leichen folgt, die unsere Pro- und Antagonisten hinterlassen. Während sowohl die mysteriösen Genreelemente mit ihrer Rätselspannung, als auch die Sets und Sounds mit ihren Beleuchtungen und Atmosphäre, als auch die unterschiedlichen Charaktere mit ihren jeweiligen Motivationen für Spannung, Kurzweil und Konflikt am laufenden Band sorgen könnten, hapert es dann aber leider deutlich an der Ausführung: So soll Herman immer wieder für Comedymomente sorgen, die aber deplatiert und ungekonnt wirken, so bleibt der wütende Ex-Mann das eindimensionale Abziehbild des Schläger-Stereotyps, so überrascht ein Charakter den Fahrer während der Autofahrt (!), nur um für den Zuschauer einen billigen Pseudo-Jumpscare zu inszenieren.
 
 
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Die Visionen ihres Sohnes, die Cecilia plagen, bleiben weiterhin wenig motiviert oder gruselig, spannender wird es nach dem ersten Drittel des Films nun aber bei Einrique, da dieser die Anhalterin vom Unfall, Lucia, würgt und fesselt und diese Szenen durch Blut, Schweiß, Öl und Tränen im gepeinigten Gesicht des Opfers ihre Wirkung nicht verfehlen. Nachdem Lucia ihm dann endlich erzählt hat, dass Cecilia und ihr Sohn sich nach dem Unfall Richtung Westen zu einer Raststätte aufgemacht haben, knockt er sie höchst merkwürdig geschnitten aus, lässt sie in einen metallenen Sarg fallen (?) und zerkocht/verätzt sie. Ähm, what? Weniger kurios, technisch dafür aber ebenfalls durchaus stimmig und gelungen zu nennen sind auch die folgenden Szenen, in denen Cecilia sich per Hypnose an die Ereignisse vor dem Unfall erinnert – auch wenn man hier kein „Luz“ erwarten sollte, Überblenden, das Nutzen von Licht und die Atmosphäre dieser Sequenzen können sich sehen lassen. Und genau hier, nach knapp zwei Dritteln der Laufzeit, spielt „Es geschah am dritten Tag“ dann auch sein eines Ass aus, seine eine coole Idee und Auflösung – denn was sich vorher relativ subtil angekündigt hat, wird nun zufrieden stellend ausgeführt.
 
 
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Die finale halbe Stunde des Films kann durch ein altes, verlassenes Hotel mit seinen ewigen Gängen und hübschen Bildkompositionen punkten, durch mehrere passend benutzte Vertigo-Zooms und eine punktuell sehr verträumte Atmosphäre – doch der Genreeinschlag, der „Horror“-Aspekt der hier zu spät und zu sparsam nachgeliefert wird, enttäuscht durch allzu offensichtliche Maskenarbeit und klischeehafte Inszenierung dann doch sehr. Selbst in seinen schwächsten Szenen kann ich „Es geschah am 3. Tag“ meistens noch etwas abgewinnen, doch eine überzeugende, originelle Genreerfahrung sieht leider anders aus. Die lang gehaltene, letzte Einstellung für Credits zu nutzen ist auch eine prinzipiell poetische Entscheidung, die den leicht gothisch-romantischen Touch des Films unterstreicht, dafür macht die unnötige, klamaukige After-Credit-Scene wieder einiges kaputt.
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Gut gemeinter, technisch hochwertiger Gruselfilm mit klassischen Motiven und Storyversatzstücken, der seinen Plot um genau eine gute Idee herum geschrieben hat und abseits davon größtenteils unterwältigt
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Zensur

 
 
 
„Es geschah am 3. Tag“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben. Wegen einigen Trailern anderer Filme auf der Blu-ray / DVD ist selbige aber erst für Erwachsene geeignet und besitzt den roten FSK-Stempel.
 
 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UCM One (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Al Tercer Día; Argentinien 2021

Genre: Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Kinotrailer

Release-Termin: KeepCase: 04.03.2022

 

Es geschah am 3. Tag [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ES GESCHAH AM 3. TAG – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei UCM One)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Are What We Are (2013)
 
La Abuela – Sie wartet auf dich (2021)
 
Malasaña 32 – Haus des Bösen (2020)
 

Filmkritik: „La Abuela – Sie wartet auf dich“ (2021)

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LA ABUELA – SIE WARTET AUF DICH

(LA ABUELA)

Story

 
 
 
Als Susana sich um ihre Großmutter kümmert, die einen Schlaganfall erlitten hat, kann das junge Model noch nicht ahnen, dass nach ihrer Jugend getrachtet wird.

 
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Kritik

 
 
Horrorfilme lassen sich ganz grob in zwei Kategorien unterteilen. Da gibt es die, welche den Zuschauer einfach nur unterhalten wollen und jene, die ein wichtiges Thema ansprechen. Der spanische Horrorfilm „La Abuela – Sie wartet auf dich“ versucht sich an einem ernsten, alltäglichen Thema und wirkt damit reichlich ambitioniert, erfindet das Rad jedoch keineswegs neu und kommt zuweilen etwas zu langatmig daher.
 
 
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Susana arbeitet in Paris als Model, pflegt aber dennoch ein gutes Verhältnis zu ihrer Großmutter Pilar, die in Madrid lebt. Als diese eines Tages einen Schlaganfall erleidet, ist für Susana klar, dass der Job warten muss. So reist sie nach Madrid, um sich um ihre Großmutter zu kümmern. Doch es dauert nicht lange, bis Susana bemerkt, dass mit Pilar etwas nicht stimmt. Abgesehen davon, dass sie durch den Schlaganfall nicht mehr spricht und geistesabwesend zu sein scheint, ist da noch etwas. Scheinbar hat es Pilar auf die Jugend ihrer Enkelin abgesehen. Sofern man durch irgendwelche Umstände nicht schon früher das Zeitliche segnet, ist das Thema Altern eines, was uns alle betrifft. Zusätzlich ist es ein Thema, mit dem sich die meisten eher ungern beschäftigen, weil es natürlich keine schöne Vorstellung ist, dass man vielleicht irgendwann selbst mal auf Hilfe angewiesen ist und alltägliche Dinge nicht mehr alleine bewerkstelligen kann. Ein Horrorfilm darüber zu drehen, ist keine schlechte Idee. Das Thema des Alterns zieht sich durch das gesamte Werk und zumindest ein bisschen Anspruch lässt sich hier erkennen. Darüber hinaus ist das Drehbuch von „La Abuela – Sie wartet auf dich“ allerdings auch recht simpel und bedient den Grusel-Standard. Viele neue Ideen sollte man nicht erwarten und dennoch funktioniert die Handlung ganz ordentlich.
 
 
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Um an dem Werk Gefallen zu finden, sollte man jedoch die ruhige Machart bevorzugen, denn „La Abuela – Sie wartet auf dich“ lässt sich ungemein viel Zeit. Die Einleitung ist langsam und bis es überhaupt mal zu gruseligen Aspekten kommt, vergeht schon gut und gerne über ein Drittel der Laufzeit. Selbst hinterher lebt das niemals vom großen Tempo. Alle Szenen werden langsam aufgebaut. Die subtile Herangehensweise steht dem Film gut und lässt teilweise eine starke Atmosphäre entstehen, es wäre aber dennoch nicht verkehrt gewesen, wenigstens ab und zu mal aus dem Schema auszubrechen. Das hätte das Treiben doch abwechslungsreicher gemacht. Die gut 90 Minuten Laufzeit können ein paar Längen deshalb nicht verstecken. Das ist manchmal doch etwas zu unspektakulär. Auch der Grusel hält sich dabei in Grenzen. Man arbeitet mit ganz simplen Tricks. So kommen wahrscheinlich Türen, die sich von alleine öffnen und schließen niemals so richtig aus der Mode in diesem Genre. Effekte spielen fast gar keine Rolle und selbst wenn man diese Art und Weise wertschätzt, so hätte „La Abuela – Sie wartet auf dich“ doch etwas mehr Horror und etwas mehr Nervenkitzel vertragen können. Lobenswert ist hingegen der Verzicht auf billige Jumpscares.
 
 
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Regisseur Paco Plaza konnte sich vor allen Dingen durch die Filmreihe „[Rec]“ einen Namen bei Horrorfans machen, hat darüber hinaus aber auch schon andere gute Genre-Filme gedreht. Die Inszenierung ist ihm durchaus gut gelungen. „La Abuela – Sie wartet auf dich“ bleibt seinem simplen Prinzip auch bei den Kulissen treu. Vieles spielt sich in der Wohnung ab, nur selten geht es mal nach draußen. Es gibt allgemein kaum Dialoge und so wirkt das Geschehen teilweise schon etwas zu monoton. Starke Kamerafahrten und geschickt in Szene gesetzte Grusel-Momente entschädigen dafür allerdings. Das Finale darf dann noch etwas lauter werden und dient zusätzlich mit einem kleinen Twist, der jedoch ziemlich vorhersehbar ist. Der versprochene Body-Horror bleibt übrigens größtenteils aus. Mehr oder weniger hat man es schon mit einem üblichen Gruselfilm zu tun, der aber immerhin ein schön böses Ende besitzt und von einem recht stimmungsvollen Score begleitet wird.
 
 
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Viele Darsteller braucht „La Abuela – Sie wartet auf dich“ nicht. Hauptrollen gibt es nur zwei zu sehen, diese liefern dafür jedoch ordentlich ab. Almudena Amor passt gut in ihre Rolle. Man nimmt ihr das herzensgute Mädchen, welches sich um die Großmutter kümmern möchte, ab. Ziemlich beeindruckend ist die Leistung von Vera Valdez, welche nicht nur im Film 85 Jahre, sondern auch im echten Leben so alt ist. Das verleiht dem Werk Authentizität. Valdez spricht quasi kein einziges Wort und vermag es dennoch den Zuschauer zu fesseln. Ihre Ausstrahlung ist schon stark. Deutlich weniger stark ist leider die Figurenzeichnung. Man erfährt so gut wie nichts über Susana und Pilar. Weder über die Personen einzeln, noch über ihre scheinbar enge Beziehung. Gewisse Dinge, wie eben die Tatsache, dass Pilar ihrer Enkelin so etwas Schlimmes antun will, wirken deshalb nicht gerade fein herausgearbeitet. Gerade weil sich der Film teilweise doch etwas wie ein Drama anfühlt, hätte man hier gerne mehr Tiefgrund in die Charakterisierung stecken dürfen.
 
 
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LA ABUELA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„La Abuela – Sie wartet auf dich“ nimmt sich ein ernstes, unangenehmes Thema und transportiert dieses in einen Horrorfilm, der am ehesten Fans vom subtilen Grusel ansprechen dürfte. Die Handlung ist zwar simpel und besitzt kaum neue Ideen, wirkt mit ihrer Prämisse aber durchdacht und ambitioniert. Leider verliert die Figurenzeichnung dagegen schon deutlich an Boden, denn hier hat man es sich etwas zu leicht gemacht. Optisch, sowie auch akustisch, ist das Ganze etwas zu monoton geraten und manche Szenen sorgen mit ihrer Langsamkeit für Längen, aber die Inszenierung kommt dennoch routiniert daher und weiß zu gefallen. Die enorm ruhige, aber irgendwie auch bedrohliche Atmosphäre lässt selten Nervenkitzel aufkommen und hätte noch mehr Grusel vertragen können, wirkt ansonsten jedoch dicht und rund. Die ordentlichen Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen runden den kleinen, unspektakulären Film solide ab. „La Abuela – Sie wartet auf dich“ ist nicht der große Wurf, macht es sich in seiner Ruhe teilweise zu gemütlich, weiß im Endeffekt aber dennoch souverän zu unterhalten!
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Zensur

 
 
 
„La Abuela – Sie wartet auf dich“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray + DVD im Mediabook)

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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La abuela; Frankreich | Spanien 2021

Genre: Horror, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Bildergalerie { zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 24.03.2022

 

La Abuela – Sie wartet auf dich [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

La Abuela – Sie wartet auf dich [DVD + Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LA ABUELA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Relic (2020)
 
The Taking of Deborah Logan (2014)
 

Filmkritik: „See for Me“ (2021)

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SEE FOR ME

Story

 
 
 
Für eine junge, blinde Frau wird der Job als Haushüterin zum Albtraum, als plötzlich ein paar Diebe im großen Anwesen einbrechen.

 
 
 


 
 
 

SEE FOR ME – Kritik

 
 
Es ist momentan ein Trend, Blindheit in Horrorfilme oder Thriller einzubauen. Eine solche Prämisse ist natürlich sehr reizvoll, weil eine blinde Person sich schlechter wehren kann, als jemand, der die Bedrohung sieht. Allerdings braucht es bei einem solchen Szenario auch gute Einfälle im Drehbuch, weil man doch schon recht limitiert ist. „See for me“ besitzt von diesen zum Glück ein paar, scheitert im Endeffekt aber daran, dass er einfach nicht aufregend genug ist.
 
 
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Sophie hatte eine große Zukunft im Ski-Sport vor sich, bis sie plötzlich erblindete. Die junge Frau ist seitdem ziemlich geknickt und verdient sich etwas dazu, indem sie als Housesitterin arbeitet. Dabei bestiehlt sie ihre Arbeitgeber auch ganz gerne mal. Für einen neuen Job reist Sophie weit von ihrer Heimat weg. Ein Anwesen in einer ruhigen, abgeschiedenen Gegend soll gehütet werden, was für Sophie sehr reizvoll ist, da ihre Auftraggeberin sehr reich zu sein scheint. Doch dies birgt auch eine Gefahr: Als eines nachts plötzlich ein paar Einbrecher ins Haus eindringen, bekommt Sophie nur Hilfe über eine App namens „See for me“. Die Idee mit dieser App ist schon mal gut gelungen und sowieso wirkt das gesamte Drehbuch relativ bodenständig. Die Prämisse ist nahezu glaubwürdig, kommt früh auf den Punkt und besitzt keinen unnötigen Ballast. Der weitere Verlauf hält ein paar Überraschungen parat, die nicht so konventionell erscheinen und dem Film etwas frischen Wind verleihen, aber trotzdem kann diese Geschichte nicht über die gesamte Laufzeit packen. Dafür ist nämlich manchmal einfach zu wenig los.
 
 
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Den ruhigen Start lässt man sich dabei noch gerne gefallen und die erste halbe Stunde ist ziemlich sympathisch. Danach geht es mit Tempo weiter und schon sind die Einbrecher da. Nur leider wirken sie nicht besonders bedrohlich und stellen gar nicht mal die größte Gefahr dar. Regisseur Randall Okita, der zuvor überwiegend Kurzfilme drehte, gibt sich zwar sichtbar Mühe, aus dem Szenario die maximale Spannung herauszuholen, aber es gelingt ihm zu selten. Da werden manche Szenen ganz schön in die Länge gezogen und wirken so doch eher künstlich. Obwohl die Geschichte nach der Einleitung rasch voranschreitet, mangelt es also trotzdem ein wenig an Tempo. Dabei ist die Inszenierung keineswegs schlecht ausgefallen und das Thema der Erblindung hat man ganz authentisch dargestellt. So wirken gerade die Szenen, die sich auf Geräusche in der Umgebung konzentrieren, glaubwürdig und ein wenig Spannung kommt da teilweise schon auf. Für echten Nervenkitzel hingegen hat es selten gereicht. Man kann „See for me“ mit seinen rund 90 Minuten Laufzeit so zwar nicht unbedingt Langeweile unterstellen, aber so richtig unterhaltsam will es leider kaum werden.
 
 
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Die soliden Darsteller können da noch ein wenig retten. Skyler Davenport spielt die Hauptrolle sehr authentisch, was kein Wunder ist, da sie wirklich sehbehindert ist. Sie war zuvor eher im Bereich des Voiceover tätig und bietet sich als Schauspielerin für einen solchen Film natürlich bestens an. Wo andere Darsteller ihre Sehbehinderung nur spielen können, musste Davenport dies nicht tun und davon kann ein Film wie „See for me“ nur profitieren. Leider ist die Figurenzeichnung jedoch nur bedingt sympathisch. Es ist eigentlich löblich, dass man der Figur Sophie ein paar Ecken und Kanten verleihen wollte und sie nicht als die strahlende Heldin darstellt. Die Sympathien leiden darunter allerdings ein wenig und nicht jede Entscheidung wirkt völlig glaubwürdig. Jessica Parker Kennedy ist ziemlich limitiert, weil sich ihre Rolle nur am Schreibtisch abspielt, aber immerhin macht sie ihre Sache reichlich sympathisch. Hier wäre sicherlich noch etwas mehr Platz für Tiefe in der Charakterisierung gewesen, doch darauf kommt es „See for me“ dann doch nicht so sehr an.
 
 
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Das bemerkt man auch an den Bösewichten, die konventioneller nicht hätten sein können. Da gibt es den Bösen, der sofort zum Töten bereit ist, den Bösen, der ja eigentlich doch gar nicht so böse ist und den Boss, der am Ende noch kurz vorbeischaut. Immerhin gibt es hier noch Kim Coates zu sehen, der allerdings ziemlich unterfordert ist. Allgemein hätte man die Einbrecher deutlich markanter zeichnen müssen, denn sie strahlen einfach nichts aus. Weder sind sie beängstigend, noch charismatisch. Dass es ihnen so flott an den Kragen geht, ist deshalb nicht schlimm, wobei hierunter natürlich auch noch mal die Spannung leidet. Für ein wenig Blutvergießen ist so aber wenigstens gesorgt. Zu brutal wird das nicht und die Freigabe ab 16 Jahren hätte man auch herunterstufen können, wenn man nur ein, zwei Szenen etwas harmloser gestaltet hätte. Der elektronische Score wird sehr dezent eingesetzt, ist nichts Besonderes, aber passend.
 
 
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SEE FOR ME – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„See for me“ ist ein ambitionierter Versuch eines Home-Invasion-Thrillers mit einer blinden Hauptfigur. Optisch ist der bodenständige Film völlig in Ordnung, die handwerkliche Arbeit ist sauber, die Inszenierung bemüht sich um Spannung. Leider kommt diese zu selten auf und es mangelt dem Werk etwas an Atmosphäre. Da kommt kein Nervenkitzel auf, die Bedrohung wirkt zu harmlos und so ist das doch eher ein gemütliches Werk für einen regnerischen Sonntag-Nachmittag. Die Darsteller sind allerdings solide und die Kulissen überzeugen. Auch die Handlung funktioniert soweit ganz ordentlich. Die Figurenzeichnung hätte jedoch besser ausfallen dürfen und ist im Endeffekt zu nichtssagend. Somit ist „See for me“ sicher kein Must-See, aber wer nicht genug vom Thema Home-Invasion bekommt und allgemein damit leben kann, wenn es nicht zu spannend zur Sache geht, der kann trotzdem mal einen Blick darauf werfen!
 
 


 
 
 

SEE FOR ME – Zensur

 
 
 
„See for Me“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

SEE FOR ME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Atlas Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: See for Me; Kanada 2021

Genre: Horror, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch (Hörfilmfassung) DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 93 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow, Audiodeskription

Release-Termin: KeepCase: 20.05.2022

 

See for Me [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SEE FOR ME – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Atlas Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blind – Du bist niemals allein (2019)
 
Don’t Breathe (2016)
 
Jennifer 8 (1992)