Filmreview: „Dark Age“ (1987)

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DARK AGE

Story

 
 
 
Als starker Regen mehrere Dschungelgebiete überflutet, gelingt es einem riesigen Krokodil den Fluss hinaufzuschwimmen, genau zu der Stelle, an der ein kleines Dorf liegt. Nachdem es bereits mehrere Todesfälle gab, muss Tierschützer Steve Harris (John Jarrat) zusammen mit seinen Kollegen ausrücken, um die von dem Dschungelvolk vergötterte Bestie zu töten….
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Kritik

 
 
 
PARAGON MOVIES / MIG haben mit DARK AGE einen ziemlich in Vergessenheit geratenen Film veröffentlicht. Die 1987 entstandene Romanverfilmung wurde von ARCH NICHOLSON inszeniert, welcher, was Tier-Horrorfilme angeht, schon bei Russell Mulcahys RAZORBACK – KAMPFKOLOSS DER HÖLLE (1984) als Regieassistent Erfahrungen sammeln konnte. Auch DARK AGE, welcher NICHOLSONS selbstständig gedrehtes Spielfilmdebüt darstellt, punktet mit recht schönen Aufnahmen des Dschungels. Es ist zu erkennen, dass für einige Szenen ein enorm großer Aufwand nötig war um sie ordentlich in den Kasten zu bekommen. Sogar QUENTIN TARANTINO ist ein Fan des Films und wohnte einer Aufführung von DARK AGE im Jahre 2009 in Sydney bei. Doch leider macht der Film dann doch nicht alles ganz so gut, wie man nun womöglich glauben mag.
 
ARCH NICHOLSON versucht in seinem Film über ein menschenfressendes Krokodil zu oft einen Spagat zwischen Tier-Horror und familienfreundlicher Abenteuerunterhaltung zu schlagen. So beginnt DARK AGE wie ein vielversprechender Tier-Horrorfilm mit flotten Erzähltempo und recht sympathischen Charakteren vor einer schönen Kulisse und endet damit, dass die Hauptcharaktere versuchen das Krokodil vor den bösen Wilderern zu retten. Die gesamte Aktion gegen Filmende erinnert in ihrer Art und Weise ziemlich an das Finale aus FREE WILLY (1993). Natürlich hat DARK AGE keinen dreisten Ideenraub betrieben, schließlich entstand FREE WILLY erst einige Jahre später; trotzdem ist die teils familienfreundliche Inszenierung für einen Tier-Horrorfilm viel zu fröhlich geraten. Derart heitere Elemente werden dann in Verbindung mit recht brutalen Szenen gesetzt, bei denen Protagonisten Körperteile abgetrennt oder Menschen erschossen werden. DARK AGE schreckt sogar nicht davor zurück, ein Kind „on screen“ vom Krokodil fressen zu lassen. Aber selbst in solchen Horror-Szenarien wird kaum Spannung aufgebaut, da die Musik eher suggeriert, dass es sich bei der gerade stattfindenden Szene um ein abenteuerliches Geschehen handelt, statt um spannend und ernst inszeniertes Horror-Kino. Im Mittelteil verschwendet der Film dann etwas zu viel Zeit mit einer Liebesgeschichte zwischen den von JOHN JARRATTS (WOLF CREEK 1+2) und NIKKI COGHILLS (WÄCHTER DER ZUKUNFT) verkörperten Charakteren. Besonders Coghills Figur hätte etwas geebneter angelegt werden können, hat ihre Rolle scheinbar unter ziemlichen Stimmungsschwankungen im Film zu leiden. Während sie ihrem Filmkollegen in einer Szene die Leviten liest und ein schlechtes Gewissen einzureden versucht, ist sie im darauffolgenden Moment schon wieder fröhlich und guter Dinge. Wirklich förderlich sind dem Kroko-Horror die Launen der Filmheldin leider nicht.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DARK AGE ist im Endeffekt kein schlechter Film. Gerade wenn man auf Tier-Horrorfilme steht, ist der Streifen definitiv einer der besseren Vertreter des Genres. Aber es gibt leider einige Aspekte, welche die Geschichte um das Mörderkrokodil immer wieder stören.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Zensur

 
 
 
Die erhältliche DVD zum Film DARK AGE ist hierzulande ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Paragon Movies / MIG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark Age; Australien 1987

Genre: Horror, Abenteuer, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Audiokommentar

Release-Termin: 09.05.2014

 
 
 
PARAGON MOVIES / MIG haben DARK AGE in seiner ungeschnittenen Fassung (FSK 16) hierzulande erstmalig auf DVD unter dem Titel CROCODILE – KILLER FROM THE DARK AGE veröffentlicht. Zuvor ist der Film in Deutschland nur ein Mal von EMBASSY 1987 auf VHS-Kassette erschienen. Die DVD selbst enthält keine Extras, dafür aber ein Wendecover ohne FSK-Logo. Dieses sieht so ähnlich (leider nicht genau) wie das alte Motiv der Kaufkassette aus.
 
 
 

Crocodile – Killer From The Dark Age – Ungeschnitten bei AMAZON auf DVD kaufen

 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Horror-Alligator (1980)
 
Alligator 2 – Die Mutation (1991)
 
Der Mörder-Alligator (1989)
 
Killer Krokodil 2 – Die Mörderbestie (1990)
 
Lake Placid (1999)
 

Filmreview: „Animal“ (2014)

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ANIMAL

Story

 
 
 
Fünf Freunde geraten auf die Speisekarte einer gefräßigen Kreatur, die in den Wäldern am Holland Creek ihr Unwesen treibt …
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Kritik

 
 
 
Der amerikanische Horror-Sender CHILLER mausert sich mit seinen eigens produzierten Horrorfilmen so langsam zum Geheimtipp unter Liebhabern finsterer Videounterhaltung. In der sendereigenen Filmwerkstatt namens CHILLER FILMS werden nämlich seit einiger Zeit Horrorstreifen produziert, die kaum erahnen lassen, ob sie nun eigentlich für eine Fernseh- oder Kinoauswertung angedacht waren. Die Macher des Grusel-Studios scheinen bestrebt darin zu sein, den Anspruch ihrer Filmkreationen konsequent steigern zu wollen, hat doch das Schaffen der aktuellen CHILLER FILMS-Staffel mittlerweile Kino-Niveau erreicht. Dem Horrorfan kann das nur recht sein. Schließlich freut dieser sich, wenn er ordentlich gemachte Horror-Ware in den Player legen kann und sich bei Schockern wie CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR (dem übrigens demnächst eine Fortsetzung folgen soll) so richtig „chillig“ gruseln kann.
 
Nachdem der Seemonster-Trash BENEATH und der Mystery-Thriller DEAD SOULS aus der CHILLER FILMS-Staffel des Jahres 2013 gut angenommen wurden, schien die Konsequenz daraus nur logisch, dass CHILLER FILMS an der Umsetzung weiterer Horrorfilme tüfteln würde. Die sind nun fertig und warten darauf im TV gezeigt oder lukrativ an den Heimkinofreund verhökert zu werden. Für einen der ersten Beiträge der neuen Season konnte noch einmal BRETT SIMMONS (HUSK) gewonnen werden, der mit THE MONKEY’S PAW ein Jahr zuvor bereits schon einmal Horrorstoff für CHILLER FILMS ins Fernsehen brachte. Statt der Verfilmung einer Kurzgeschichte hat er sich diesmal für die Umsetzung eines soliden Drehbuchs entschieden, dem aber das gewisse Etwas fehlt, um wirklich überzeugen zu können. ANIMAL heißt der Monster-Heuler, der, wie bereits der Titel und das Filmplakat vermuten lassen, dem Genre des Tier-Horrorfilms zuzuordnen ist.
 
Fünf Mittzwanziger müssen den Kampf mit einer hungrigen Bestie aufnehmen, über die man jedoch nur wenig im Film erfährt. Diese lebt in den Wäldern von Holland Creek und wird von ständigen Heißhungerattacken gequält. Damit der immer leere Magen gefüllt werden kann, werden ahnungslose Spaziergänger gejagt, die dann horrorfilmtypisch durch Wald und Flur gehetzt und anschließend in Stücke zerrissen werden. Auch den fünf stereotypen Jungdeppen in ANIMAL steht gleiches Schicksal bevor. Hätten diese jedoch einige Horrorfilme der letzten Jahre gesehen, wäre ihnen aufgefallen, dass Orte mit „Creek“ im Namen meist nichts Gutes zu bedeuten haben. Bei einer Tageswanderung durch die Wälder am Holland Creek treffen sie ganz unvorbereitet auf das mutierte Mauskopf-Predator-Wolfsmensch-Ding, dem sogleich einer der Freunde zum Opfer fällt. Der Rest flüchtet zu einer nahestehenden Hütte, in dem bereits eine andere Gruppe älteren Semesters Schutz vor den Attacken des blutgierigen Wesens gefunden hat. Kaum Zuflucht gefunden werden wie in Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD Zugänge verbarrikadiert und Fenster vernagelt. Doch das Monster lässt keine Möglichkeit aus, um irgendwie ins Innere der schützenden Behausung zu gelangen.
 
DREW BARRYMORE hat „nach Hause telefoniert“. Diesmal jedoch nicht um mit E.T. neuste Schmink- und Modetipps auszutauschen, sondern um sich an der Produktion von ANIMAL zu beteiligen. Der smarte Engel für Charlie fungierte hier als Finanzspritze und hat den Streifen quasi mitproduziert. Leider scheint die Gute noch etwas unbewandert im Horror-Bereich zu sein, denn würde sie etwas Ahnung von Horrorfilmen haben, hätte sie vermutlich ihr Geld in die Herstellung anderer, weitaus besserer Gruselstreifen investiert. Auch wenn ANIMAL trotz Trash-Note wirklich bemerkenswert gut ausschaut und zwischen ASYLUM-Billig-Nonsens und Edel-Trash-Welt liegt, mangelt es diesem Film zu sehr an neuen und unverbrauchten Ideen. Die Geschichte von dummen Kids, die nacheinander von einem Mann im Monsterkostüm zerfetzt und gefressen werden strotzt nicht gerade vor Innovationen. Da Regisseur BRETT SIMMONS jedoch ziemlich oft Blutfontänen spritzen lässt, um die Mattscheibe rot färben zu können, dürften die teils hektisch geschnittenen Blutmomente zumindest den Freunden übertriebener Gore-Einlagen reichlich Spaß bereiten.
 
Apropos hektisch: Wenn einem Horrorfilm das Tempo fehlt, kann manch eifrig zusammengeflicktes Schnittmassaker selbst aus langweiligen Schlaftabletten unterhaltsame Filme machen. Macher BRETT SIMMONS nimmt sich dieser Methodik hier nur allzu gerne an, um die minimalistische Handlung des Streifens voranzutreiben. Auch einige Defizite im Design des von GARY J. TUNNICLIFFE entworfenen Monsters konnten mit dem Hektik-Gimmick geschickt verschleiert werden. Löblicherweise sieht man in ANIMAL zudem von günstigem Einsatz schlecht umgesetzter Computereffekte ab. Alle Gore- und Creature-Effekte sind handgemacht, was vor allem Retro-Fans zusagen dürfte, schließlich lässt ANIMAL ab und an Erinnerungen an charmante Tier- und Monsterheuler der 80er wach werden und schafft es mit lautem Grunzen und Quieken der Kreatur, den Besitzern von Surround-Anlagen die Nackenhaare aufzusträuben. Somit sind achtzig solide Unterhaltungsminuten garantiert, auch wenn ANIMAL mit Sicherheit kein nennenswertes Highlight im Genre der Tier- und Monsterstreifen darstellt.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein charmanter Monster- und Tiergrusler, wie man sie in den 80ern häufiger im Video-Recorder hatte. Natürlich hat sich seit Filmen wie RAZORBACK, CUJO und DER WERWOLF VON TARKER MILLS so einiges verändert: Die Schnitte sind hektischer geworden, der Look ist tadellos auf Hochglanz poliert und die Protagonisten hören Musik mit der Mp3-Funktion ihrer Handys, anstelle ihres Walkmans. Handmade-Effekte an die Macht heißt die Devise in ANIMAL, denn trotz B-Movie-Charme hat man auf den Einsatz überflüssiger Computereffekte verzichtet, was man in Horrorfilmen neueren Datums immer seltener zu sehen bekommt. Denn seit Trash-Schmieden wie ASYLUM oder der TV-Sender SYFY miserablen Abfall am Band produzieren, ist der Einsatz von CGI im Horrorfilm zur Gewohnheit geworden. Im Gegensatz zu genannten Produktionshäusern schaut der für den Horrorsender CHILLER produzierte ANIMAL ganz passabel aus und erreicht optisch fast schon Kino-Niveau. Dennoch vermiesen die austauschbare Handlung und die für das Genre obligatorischen Klischees den positiven Gesamteindruck. Wie in Filmen dieser Art typisch sind die meist jugendlichen Stereotypen nicht gerade die hellsten Kerzen auf dem Kuchen. So finden eine farbigen Powerfrau (Hip-Hop-Sängerin KEKE PALMER), der muskelbepackte Beschützertyp, eine Sprüche klopfende Obertucke und der smarte Sunnyboy in ANIMAL wenig überraschend einen schnellen Tod. Ausgerechnet die unsympathische Filmzicke darf am Ende überleben. Dass sich das Finale die Option für eine Fortsetzung offen lässt, war auch schon in ähnlich gestrickten Schockern der 80er der Fall. Wer eine Leidenschaft für trashige Monster- und Tierheuler besitzt ist mit ANIMAL gut beraten. Denn auch wenn sich der Film ausschließlich auf das beliebte 10-kleine-Negerlein-Prinzip konzentriert, gefällt der Film durch sein nicht übel getrickstes Filmmonster und das strafe Filmtempo. Daher: Solider Horrorfilm, der vom FILMCHECKER-Team das Prädikat „Edel-Trash“ verliehen bekommt.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Zensur

 
 
 
ANIMAL ist ein waschechter Vertreter des Tier-Horrorgenres. Bei solcher Art Filmen passiert es nicht selten, dass die FSK milder einstuft. Meist sind derart Streifen bereits für Jugendliche geeignet. ANIMAL macht da keine Ausnahme. Bis auf einige Blutfontänen gibt es nicht viel Gewalt zu sehen. In wenigen Szenen bekommt der Zuschauer zudem nur die Ergebnisse der Attacken der Kreatur zu sehen. Sonderlich hart ist ANIMAL demnach nicht anzuschauen und dürfte mit FSK16 in die Kaufhäuser kommen.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranhaconda (2012)
 
Primal (2010)
 
The Cave (2005)
 
Mosquito Man (2004)
 
They Nest – Tödliche Brut (2000)
 

Filmreview: „Raptor Ranch“ (2013)

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RAPTOR RANCH

Story

 
 
 
Auf der RAPTOR RANCH gehen merkwürdige Dinge vor sich. Dort führt Dr. Cane (Jack Gould) ominöse Experimente durch. Er züchtet prähistorische Raptoren, die von Durchreisenden versehentlich aus ihren Käfigen befreit werden. Dass das kein gutes Ende nehmen wird, liegt auf der Hand …
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Kritik

 
 
 
Seit die Dinos aus JURASSIC PARK 3 im Jahr 2001 das letzte Mal die Lichtspielhäuser heimgesucht haben, ist der Hype um die gefräßigen Urzeitbewohner schneller abgeebbt, als erwartet. Zwar bekommt man die prähistorischen Monster ab und an im Bildungsfernsehen der Öffentlich Rechtlichen zu Gesicht, im Genre haben sie sich jedoch rar gemacht, was für die Regiedebütanten DAN BISHOP und MICHAEL BEBERASHVILI Grund genug gewesen sein dürfte, ihren RAPTOR RANCH auf die Filmfans loszulassen. Die versuchen mit ihrem Dino-Quatsch eine unterversorgte Lücke im Horrorfilm zu schließen und knüpfen nahtlos dort an, wo Streifen wie PTERODACTYL – URSCHREI DER GEWALT (2005) oder RAPTOR (2001) kläglich gescheitert sind: unterhaltsamer Dino-Murks. Trotz TRASH-Prädikat entstand diesmal nichts unter der Fuchtel der gefürchteten ASYLUM-Müllschmiede, die ja berüchtigt dafür ist, geistlosen Hirnshit in Gold zu verwandeln. Bei RAPTOR RANCH handelt es sich um eine kleine Independent-Produktion, die sich nur selten ernst nimmt und es tatsächlich schafft, ausreichend Spaß zu bereiten. Ein Teil dessen ist der arg überzogenen Situationskomik zu schulden. Die sorgt nicht selten dafür, dass man meinen könnte mit RAPTOR RANCH eine sinnentleerte Parodie auf die beliebte JURASSIC PARK-Reihe aus SPIELBERGS Dreamwork-Fabrik in den Händen zu halten. Der dürfte sich vermutlich durch derart abgefahrenen Klamauk ganz schön veräppelt fühlen, denn nach Gehalt sucht man in diesem selbstironischen Splatter-Quatsch vergebens.
 
Wie es in amerikanischen Filmen stets der Fall ist, geht natürlich Durchreisenden irgendwo mitten in der Einöde Texas entweder das Benzin aus oder das Gefährt kommt unter beißendem Motorqualm abrupt zum Erliegen. So auch einigen Protagonisten, die sich mit Panne und ohne Sprit zu einer Tankstelle retten können, an der es kurioserweise weder Hilfe noch Benzin gibt. Die gehört einem schleimigen Widerling, der nicht nur als Tankwart arbeitet, sondern auch ein Restaurant betreibt. In dem arbeitet Kellnerin Abbi Whitecloud (eine desinteressierte und gesichtslose JANA MASHONEE) die Schulden ihrer verstorbenen Mutter ab und bringt die Gestrandeten zu einer nahe liegenden Ranch, wo Dr. Cane (JACK GOULD) komische Experimente durchführt. Davon weiß aber der unwillkommene Besuch natürlich nichts und befreit unachtsamerweise einige Dinosaurier, die nun gierig lospirschen, um sich die knurrenden Mägen zu füllen.
 
Man nehme eine handvoll skurriler Gestalten, die so unwirklich agieren, dass man meinen könnte sie wären einem Comic entsprungen, werfe sie mit nicht mehr zeitgemäßen Monstereffekten in einen Topf und würze das Ganze mit reichlich Blut und allerhand dummen Sprüchen. Fertig ist RAPTOR RANCH, ein Film der keinen Hehl daraus macht, dass er eigentlich total bescheuert ist. Die Geschichte ist hier nur notdürftiges Flickwerk und die bescheidenen Effekte befinden sich irgendwo auf Playstation 1-Niveau. Immerhin, wird trotz großzügigen Einsatzes durchwachsener CGI auch auf altbewährte Puppenanimatronik zurückgegriffen. Die schaut teilweise sogar besser aus, als das Pixelgewitter aus dem Computer, kann aber auch nicht kaschieren, dass RAPTOR RANCH nach den ersten grandios bescheuerten 45 Minuten erheblich die Puste ausgeht. Nachdem die gefährlichen Fleischfresser aus ihren Zellen entkommen konnten, verharrt der Dino-Brüller nämlich unspektakulär auf der Stelle. Das Chaos bricht aus und die Helden sehen sich leidlich darum bemüht, um ihr Überleben zu kämpfen. Immerhin haben sie während des Überlebenskampfes nicht ihren Humor verloren, denn statt gegruselt darf gelacht werden. Es wird reichlich ge-overacted, sinnbefreit gehandelt und wirr in der Gegend umhergerannt. Wir sehen, wie verschiedengroße Raptoren den Helden nach dem Leben trachten, wild in die Kamera geifern und sich die Protagonisten in den gierigen Schlund hinabwürgen. Das mag zwar anfänglich noch durchaus unterhaltsam sein; die Rezeptur wird jedoch bis zum Erbrechen wiederholt, dass schnell der Spaßofen aus ist und das permanente Rennen, Verstecken, Schreien und Gieren ganz schön auf den Zünder geht. Am Ende bleibt eine mittelprächtige Monster-Gurke, die ihr Potenzial eindeutig verschenkt hat. Was anfänglich hervorragend funktioniert, wird ab Filmmitte mangels Ideen fast schon zwanghaft wiederholt, damit man halbwegs Filmlänge erreicht. Schade eigentlich, denn wirklich guten Urzeit-Trash hätte dem Genre durchaus mal wieder gut getan. So sei RAPTOR RANCH einzig nur den Zuschauern empfohlen, die ein Faible für schlechten Geschmack besitzen, denn die dürften mit diesem Billig-Streifen trotz qualitativer Mängel eindeutig ihren Spaß haben.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
RAPTOR RANCH punktet mit hohem Spaß-Faktor und einer herrlich selbstironischen Inszenierung, die man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Der Splatter-Quatsch gefällt durch schräge Typen, liebenswert grottige Effekte und natürlich viel Kunstblut und einer Menge Körperteile aus Plastik. Monster-Trash wie er im Buche steht, der nicht nur Liebhabern bewusst schlecht gemachter Filme gefallen dürfte. Auch Besitzer einer Heimkinoanlage geraten bei so viel “dinoströsem” Schnaufen und Stampfen vor Freude in Entzückung.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Zensur

 
 
 
RAPTOR RANCH ist eine Dino-Splatter-Komödie. Da man die übertriebenen Grausamkeiten zu keiner Zeit ernst nehmen kann und hier die Gewalt von Tieren ausgeht, dürfte RAPTOR RANCH in der ungeschnittenen Filmfassung schon für Kids ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raptor (2001)
 
Carnosaurus (1993)
 
Carnosaurus 2 – Attack of the Raptors (1995)
 
Jurassic Park (1993)