Filmkritik: „Reeker“ (2005)

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REEKER

Story

 
 
 
Kein 08/15 Teenie-Slasher. REEKER handelt von fünf Freunden, die sich auf dem Weg zu einer Rave-Party machen, die in einem militärischen Sperrgebiet stattfinden soll, das auch als „Area52“ bezeichnet wird. Als die Reisenden erfahren, dass einer der Kumpels Drogen mitführt, ist die gute Laune im Keller. Der Übeltäter soll aussteigen, kann aber wegen fehlendem Handyempfangs niemanden erreichen, der ihn abholen kann. Darum fährt man ein naheliegendes Diner an, um dort nach einer neuen Mitfahrmöglichkeit für den Verstoßenen zu suchen. Leider kommt alles anders als erwartet. Die Gegend ist menschenleer und auch das Auto springt plötzlich nicht mehr an. Für die gestrandeten Freunde Grund genug nach dem Rechten zu sehen. Ein fataler Fehler, wie sich schnell herausstellt. Ein mysteriöser Killer macht nämlich die Gegend unsicher und ist den jungen Leuten bald auf den Fersen.
 
 
 


 
 
 

REEKER – Kritik

 
 
 
Der Horror-Thriller REEKER dürfte für die meisten Filmfans Neuland sein. Der Gruselfilm erschien bereits 2005 mit kleinem Budget und entstand unter der Regie von Dave Payne. Letzterer wurde von Trash-Produzent Roger Corman entdeckt, der ihm offenbar beibrachte, wie man aus wenig finanziellen Mitteln brauchbare Schocker dreht. Das Ergebnis ist REEKER – ein Film, der überraschend wenig Aufmerksamkeit erhielt, obwohl er frischen Wind in das Horrorkino der 2000er brachte. Während sich das Genre zu jener Zeit mit Remakes, Folterfilmen und Found-Footage-Schnarchern über Wasser hielt, bastelte Payne an eigenen Ideen, um etwas Abwechslung in das gelangweilte Horror-Genre zu bringen.
 
 
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Das Resultat kann sich sehen lassen. Statt Folter, Blut und Gewalt liegt der Fokus auf Mystery. Ein Geheimnis gilt es zu ergründen. In REEKER passieren mysteriöse Dinge, die die Spannung vorantreiben. Hier ein paar Schatten, dort jede Menge Rätsel. Die Frage nach dem „was passiert hier eigentlich“ zieht sich durch den ganzen Film. Hinzukommt, dass die für Horrorfilme obligatorische Bedrohung sprichwörtlich „unsichtbar“ und verborgen bleibt. Das hält den Spannungspegel konstant.
 
 
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Was REEKER besonders macht, ist nicht nur seine rätselhafte Atmosphäre. Auch in puncto Auflösung geht der Streifen clevere Wege. Selbst erfahrene Filmkenner werden hier eines Besseren belehrt. Regisseur Dave Payne versteht es, seine Zuschauer an der Nase herumzuführen. In REEKER ist nichts, wie es anfänglich scheint. Das macht den Mystery-Slasher sehenswert. Demzufolge grenzt es an Unverständnis, weshalb REEKER der Erfolgskurs vorenthalten wurde. Zwar folgte drei Jahre nach Erscheinen eine Fortsetzung. Diese schien für die Macher nicht erfolgreich genug gewesen sein, weshalb REEKER nicht in Serie gehen konnte. Bedauerlich.
 
 


 
 
 

REEKER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WRONG TURN meets DEAD END. Insgesamt ist REEKER ein solider Horror-Thriller, der vor allem durch seine Atmosphäre und visuelle Gestaltung besticht. Zudem bietet der Streifen einen innovativen Killer, den man so noch nicht auf der Leinwand hatte. Obwohl es einige Schwächen gibt, ist REEKER ein Film, den Fans des Genres auf jeden Fall eine Chance geben sollten. Leider trifft das nicht auf die Fortsetzung zu. NO MAN’S LAND: THE RISE OF REEKER erschien 2008 und spulte lediglich gleiche Rezeptur ab. Immerhin konnte das Sequel mit mehr Blut punkten. Ob das ein Qualitätsmerkmal ist, sollte jeder für sich entscheiden.
 
 
 


 
 
 

REEKER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von REEKER ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

REEKER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Spirit Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Reeker; USA 2005

Genre: Horror, Thriller, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Making Of, Behind the Scenes, Cast & Crew, Original Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 27.01.2023

 

Reeker [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

REEKER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Spirit Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)
 
Dead End (2003)
 
The Sixth Sense (1999)
 
Chernobyl Diaries (2012)
 

Filmkritik: „Shepherd – Fluch der Vergangenheit“ (2021)

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SHEPHERD – FLUCH DER VERGANGENHEIT

(SHEPHERD)

Story

 
 
 
Ein trauernder Mann nimmt nach einem traumatischen Vorfall eine isolierte Stelle als Schafhirte an der schottischen Küste wahr.
 
 
 


 
 
 

SHEPHERD – Kritik

 
 
 
Der in Wales aufgewachsene, danach als Produktionsassistent, Concept- sowie Storyboardartist, Setdekorateur und Art Director arbeitende Russel Owen hat nach seinen Kurzfilmen „Anglesey Road“ und „Love In The Asylum“ bereits 2020 den Zombie/Virusausbruch-Indie-Horror „Inmate Zero“ gedreht, der in Deutschland allerding scheinbar keine Veröffentlichung fand. Ein Jahr später ging Herr Owen dafür mit dem vorliegenden Werk „Shepherd“ an den Start, welches es inzwischen auch in die heimigen Regale geschafft hat – doch handelt es sich hierbei um schnelle Geldmache mit einer billigen Lizenz, oder verbirgt sich hinter dem ominösen Titel gar ein richtig guter Film? Finden wir es heraus.
 
 

„I learned to cope the hard way. It’s time you do the same.“

 
 
Die repetitiv-einlullende Melodie aus dem minimalistischen Menü mit seinen kratzenden Geigen erinnert entfernt an das Theme von „The Turin Horse“, von Extras, einem Kapitelmenü oder auch nur Untertiteln fehlt leider jede Spur. Mit einem tragischen Zitat aus der göttlichen Komödie starten wir in den Film, innerhalb weniger Minuten wird dann auch das gesamte 1×1 moderner Horrorfilme abgespult: Ein schreiendes, grelles Orchester im Wechsel mit tosenden Chören, ein Dröhnen & Fauchen & Klagen auf der akustischen Ebene; dazu eine kunstvoll inszenierte Beerdigung mitten im Nichts, Einstellungen unseres Protagonisten unter Wasser, der erste Auftritt einer schwarz gekleideten Figur, die eine Laterne trägt. Der Sarg rüttelt, ein lauter Schrei erklingt, dann wird Eric Black, so sein Name, wach.
 
 

„How did it find you?“

 
 
Es startet also mit der schuldbeladenen Alptraumsequenz eines gemarterten Protagonisten, der von seinen inneren Dämonen gejagt wird und …………………………. sorry, kurz eingeschlafen. „Post A24-Horror“ heißt dieses ganze Genre für mich, man will unbedingt „sowas wie Hereditary“ sein, aber kann es nicht, guckt sich nur einen oberflächlichen Arthouse-Faktor, eine simple Geschichte über verdrängte Schuld ab, verfrachtet das Ganze dann in eine beliebige, isolierte Umgebung – in diesem Fall halt eine Farm auf einer einsamen Insel – und fertig sind die nächsten 100 Minuten gepflegte Langeweile.
 
 

„She’s a witch, she’s here.“

 
 
Würden wir es nicht inzwischen das Jahr 2023 schreiben, hätte ich vielleicht noch irgendwo ein Restmaß an Verständnis oder Mitleid für eine solche Produktion, schließlich hat man es ja „nur gut gemeint“ und klar, schlechter geht immer. Aber Ari Asters Genremeisterwerk ist jetzt auch schon wieder fünf Jahre alt und die Reihe an immergleichen „Traumahorror“-Streifen, die mit vagen Andeutungen, einem langsamen Aufbau, Arthouse-Anleihen und langweilig vorhersehbaren Hintergrundgeschichten versuchen, ihre Geister/Dämonen-Standardkost aufzupeppen und dabei kläglich versagen, reißt einfach nicht ab.
 
 

„Why leave me all alone?“

 
 
Freilich wird auch diese charakterbasierte Drama-Horror-Geduldsprobe durch einige hübsche Einstellungen der tollen Landschaft goutierbar gemacht, bei der soliden Cinematographie hab ich wenig zu meckern, auch der süße Hund unseres Protagonisten sorgt zeitweise für Sympathiepunkte – doch was nützt das, wenn sich Eric von Anfang an einzig durch seine anstrengend LAUT (weil laut = gruselig) abgemischten PTSD-Flashbacks oder Depressionen charakterisiert und die vermutlich beunruhigend wirkend sollende Bildsprache sich auf dem Level von „Er sieht ein dunkles Schaf“ bewegt. Der zweite, natürlich ebenfalls unverständlich, da deutlich zu leise abgemischt, nuschelnde Charakter neben Eric ist dann noch eine auf einem Auge erblindete Kapitänin, die sich natürlich aus Angst vor einer uns unbekannten Macht weigert, ab einer gewissen Stelle weiterzugehen.
 
 

„You used to be so happy before her.“

 
 
Kommt Eric nach rund 25 unspektakulären Minuten dann in der rustikalen, verlotterten, alten, kalten und staubigen Hütte an, deren Wasserhähne nicht einmal funktionieren, habe ich mir aus anfänglicher Verzweiflung bereits „Ich hoffe inständig, es passiert noch irgendwas.“ notiert, doch ich hätte mit meinem Wunsch spezifischer sein müssen – denn damit meinte ich garantiert nicht weitere Versatzstücke des Horror-Standardprogramms. Natürlich hat der Hund Angst vor dem Leuchtturm und rennt wimmernd umher, natürlich gilt es einen staubigen Dachboden zu erkunden, selbstverständlich ist bei Nacht ein Flüstern zu hören. Und nicht falsch verstehen, Tropen oder Klischees sind notwendig und von sich auch gar nicht schlimm, nur fehlt „Shepherd“ halt jede Eigenständigkeit, jede Motivation, jede Freude an solchen Szenen.
 
 
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Geistesabwesend zählt Eric die Schafe oder geht seinen nötigen Arbeiten nach und weil das alles so häufig gesehen und uninteressant ist, werde auch ich langsam geistig abwesend. Das Gruselpotential der blökenden Schafe, die in einer einzelnen, viel zu kurzen Einstellung bedrohlich in die Kamera gucken, wird leider so gar nicht genutzt – und nach gerade einmal 40 dieser überlangen 100 Minuten wird Erics Trauma bzw. Vergangenheit auch schon so ziemlich ausbuchstabiert; was nur noch denkbar wenig Platz für Twists oder andere Theorien lässt.
 
 

„Maybe, Mr. Black, maybe you are home.“

 
 
Mit dem letzten Maß Rätselspannung aus dem Weg bleibt also nur noch die Frage danach, mit welchen Visualisierungen, Alpträumen oder Genreszenen jetzt noch die restliche Stunde gefüllt werden soll. Und, well, es könnte altbekannter und beliebiger kaum sein. Seine Mutter taucht in der Küche auf, weil es natürlich um ein Familientrauma geht, laute Pseudo-Jumpscares folgen, miese Dämonenstimmen, weitere zu leise Dialoge und natürlich die schwarz verkuttete Gestalt mit der Laterne, die zwischenzeitig auch noch eine Kette trägt. (Gruselig und originell.) Weder ernsthaft beunruhigend noch unfreiwillig komisch sind diese Szenen, sodass man als jahrelanger Genrefan nur noch enttäuscht ausatmen kann – zumal das einzige Element, das wirklich ganz interessant oder ungewöhnlich anmutet, ein auffällig großes Vogelskelett nämlich, nicht weiter erklärt wird.
 
 

„Why?“

 
 
Eine recht blutige sowie unangenehm anzuschauende Stelle hat mich kurz aufmerksamer werden lassen, auch befinden wir uns auf einem technisch recht angenehmen Niveau, etwa wenn das Set eines alten Kreuzfahrtschiffs erkundet wird, der Film Nebel zu seinem Vorteil nutzt oder die Kamera kurz durch die Highlands fliegt – doch egal wie bedrohlich der Leuchtturm von außen (und später natürlich auch von innen) abgefilmt wird, dadurch, dass alle Karten so ziemlich von Anfang an auf dem Tisch liegen und wir längst wissen, dass die Pein bzw. Reise von Eric in erster Linie allegorisch zu verstehen ist, bleiben Spannung oder Atmosphäre einfach aus.
 
 

„What have you done? What have you done? What have you done?“

 
 
Kurz vorm Einschlafen, 20 Minuten vorm Ende packt Owen dann doch noch eine einzelne Sequenz mit Schock- bzw. Horrorpotential aus, doch mieses CGI im Finale macht die guten Ansätze schnell wieder zunichte. Und als sei ihm aufgefallen, dass die zehntausendste Läuterung eines beliebigen Horrorprotagonisten scripttechnisch einfach nicht reicht, würgt der Film dann doch tatsächlich noch einen unnötigen, erzwungenen und wenig logischen Twist hinterher, von dem abermals wirklich niemand profitiert hat.
 
 
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SHEPHERD – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Tausendmal gesehener, todlangweiliger Traumahorror mit den immer selben Versatzstücken der letzten paar Jahre Genrekost. Technisch solide und mit vereinzelt lobenswerten Einstellungen versehen, als Gesamtwerk jedoch gänzlich generisch und sofort wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

SHEPHERD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Shepherd – Fluch der Vergangenheit“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHEPHERD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shepherd; Großbritannien 2021

Genre: Horror, Thriller, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 25.11.2022

 

Shepherd – Fluch der Vergangenheit [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SHEPHERD – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Honeydew (2021)
 
Violation (2020)
 

Filmkritik: „Der Voodoo Fluch“ (1987)

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DER VOODOO FLUCH

(SCARED STIFF)

Story

 
 
 
Ein Psychologe und seine ehemalige Patientin ziehen zusammen mit ihrem Sohn in ein altes Haus, welches durch seinen Vorbesitzer eine düstere Vergangenheit aufweist…
 
 
 


 
 
 

DER VOODOO FLUCH – Kritik

 
 
 

„Take this, Elizabeth. It wil protect you.“

 
 
Charlesburg, 1857
 
Ein entstellter Mann eilt zum Marktplatz, um einen Sklavenhändler und General zu warnen, dass flüchtige Sklaven sich scheinbar in seinem Haus versteckt haben. Und tatsächlich: Andächtig wird etwas verbrannt, während eine Gruppe auf dem Dachboden zeremoniell singt, den Tod ihres unrechtmäßigen und grausamen „Besitzers“ zu beschwören. Im selben Jahr, an der Elfenbeinküste, wird ein sehr ähnliches Ritual von einem tanzenden Stamm ausgeführt, der eine Holzpuppe des Generals mitführt. Zurück in Charlesburg rennt Elizabeth, die Frau unseres bisherigen Antagonisten, ängstlich in das Haus und warnt die versteckte Gruppe, ein scheinbarer Schamane reicht ihr daraufhin eine Holzuppe zum Schutz. Finalement wird verschnitten, wie die Holzpuppe des Generals bei dem Stammesritual mit einer Monstermaske verdeckt, mit Blut bespritzt und scheinbar „verflucht“ wird, während der echte General seiner blutigen Rache frönt und mindestens einen der Sklaven erbarmungslos erschießt.
 
 
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Nach diesem Auftakt macht „Scarred Stiff“, so der Originaltitel der dritten Regiearbeit des in erster Linie vermutlich durch „Phantom of the Mall: Eric’s Revenge“ und „Doom Asylum“ bekannten Regisseurs Richard Friedman, einen kleinen Zeitsprung von 130 Jahren ins heutige Charlesburg, wo ein Therapeut seine ehamlige Patientin, einen Rockstar aus Los Angeles, datet, und mit dieser, sowie ihrem Sohn, in ein altes Haus zieht. Das knackscharfe Bild der Blu-ray betont die hübsch fotografierten Einstellungen der Designerwohnung, die Charakterkonstellation ist bei aller Bekanntheit der Einzugssituation immerhin recht ungewöhnlich und seien es die aufgehängten Gemälde oder erste, vage Alpträume und Visionen von immer wieder auftauchenden Tauben; optisch macht „Der Voodoo-Fluch“ vieles richtig. Weitere Infos über unsere Charaktere folgen, neue werden vorgestellt: Kates aktueller Song lautet „A beat of the heart“ und erfüllt die 80’s-Klischees – ebenso wie viele der Frisuren und Outfits des Films – in voller Hinsicht; David sieht auf seiner Arbeitsstelle in der Psychiatrie auch zum ersten Mal eine plötzlich verschwindende Taube; der freundliche Hausmeister Wally stellt sich vor und werkelt am Haus herum. Abseits der auf dem Papier vielleicht wenig spannend oder unheimlich klingenden, durch die stetig wiederholten Sounds und Omnipräsenz aber durchaus mysteriös-beunruhigenden Tauben, die ganz nebenbei auch den gesamten Dachboden bevölkern, startet der eigentliche Genre-Teil des Films dann ganz langsam und gemächlich mit einem durchaus überraschendem kleinen Alptraum – in der Realität hingegen ist die merkwürdige Indianer-Lampe von Sohnemann Jason bisher mit am gruseligsten.
 
 
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Auf dem Sofortbild einer Polaroidkamera erscheint wenig überzeugend, aber irgendwie nostalgisch getrickst die Maske aus dem Intro, gleichzeitig verhärtet sich der Verdacht, dass ein auf dem Dachboden gefundenes Stück von dem Talisman stammen könnte, der gegen das Böse schützen soll – doch welches Böse, fragt man sich als Zuschauer nach inzwischen etwa 30 Minuten durchaus zurecht. Denn so kompetent inszeniert und nett aufgebaut sich die Geschichte bisher auch interessiert, so überwiegt zugleich der Eindruck eines recht lauen Spukhaus-Films, der mit gefundenen Tagebüchern, überdeutlichen Anzeichen und einem gemächlichen Pacing zu viel Fokus auf seine Backstory; und zu wenig Fokus auf die Spannung im Hier und Jetzt setzt. Durch die folgende, erste nächtliche Geistererscheinung, bei der old George ein wenig auf dem Klavier klimpert, ändert sich das zwar auch nicht; immerhin ist hier aber lobend das Detail zu nennen, dass sein damals eigenst komponierter Song natürlich 1:1 „A beat of the heart“ gleicht, was vom „rationalen“ Ehemann David, gespielt von Actionfilmregisseur und Schauspieler Andrew Stevens aber natürlich – in bester Genremanier – nicht ernst genommen wird. Was nach diesem bisher uninteressantestem Part, den man so oder ähnlich x-mal gesehen hat und der für ein sich langsam aber sicher ziehendes Filmerlebnis sorgt, dann aber wirklich etwas am eher mediokren Gesamteindruck zu ändern vermag; das ist die Kombination aus einer unerwarteten Sequenz, in der auf einmal lauter Spielzeugautos und -figuren von alleine anfangen sich zu bewegen und ich mich wirklich an Italo-Irrsinn wie „Ghosthouse“ oder doch zumindest an „Maximum Overdrive“ erinnert gefühlt habe, und einer in der die Tauben in überraschend alptraumhafter und effektiver, non-trashiger Manier zur Tat schreiten …
 
 
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Auf dem Weg zur Halbzeit erleidet die unentschlossene Tonalität des Films, die zwischen poetisch-unerklärlichem Alptraumhorror, traditioneller Ghosthouse-Narrative und absurd-bizarrem, leicht trashigen Blödsinn nicht so ganz ihren Tritt zu finden scheint, einen weiteren schweren Schlag. Der von Jackie Davis gespielte Detective Whitcomb erscheint nämlich auf der Bildfläche und soll offensichtlich als „comic relief“ genutzt werden, mit dem Running Gag des konstanten Footballguckens. Der Mittelpunkt dieses Films ist dann auch sein größter Schwachpunkt, da die Anzeichen für eine Konfrontation mit dem Bösen sowie eine generelle Eskalation der Ereignisse gezeigt wurden, die erste Person verstorben ist und auch die Psychologen-Patienten-Dynamik unserer Protagonisten sich bereits entladen hat; sodass man quasi nur noch auf ein möglichst verrücktes oder imposantes Finale wartet – doch stattdessen wird man mit weiteren Visionen und Träumen besänftigt, welche das Warten nur sehr punktuell genießbarer machen. Hat man Skurillitäten wie die ewig nicht entdeckte Leiche oder die unfreiwillig komische Dämonenmaske jedoch genossen und die eher trägen Szenen wie weitere Geisterauftritte oder gaslightende Diskussionen ertragen, so lohnt sich der dritte Akt als Gesamtwerk jedoch durchaus, da „Der Voodoo-Fluch“ hier endlich in die Vollen geht.
 
 
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Zugegeben, die bizarre Irrsinns-Mentalität einiger italienischer Vertreter wird nicht erreicht; auch sollte man hier kein Splatterfest oder packenden Horror erwarten – doch wer einfach nur auf gut gemachte 80s-Genre-Unterhaltung aus ist, der kommt hier definitiv auf seine Kosten. Ein paar Einblicke in die letzte halbe Stunde von „Scarred Stiff“: Ein riesiger Lichttalisman aus 80’s-CGI erleuchtet die Gesichter unserer Protagonisten, argentoesk unerklärter Wind bricht ganze Äste beim Lesen jahrhundertealter Tagebücher ab, ein mit Tauben und Leichen gesäumter Brunnenboden glänzt im Mondschein, grüne Kontaktlisten implizieren teufliche Besessenheit, miese „Dämonenvision“ und ein funktionierender Jumpscare kommen zum Einsatz, Leichen zerschmettern Fenster, eine Erscheinung im Auto verängstigt den Fahrer so sehr, dass es zu einem irrsinnig witzigen da unpassenden Unfall kommt, bei dem nur noch der Clip aus dem Troma-Filmen gefehlt hat. Reicht nicht? In endlos langen, nebligen Fluren werden Kindheitsängste zu metergroßen Bedrohung, jede realistische Logik wird gänzlich ausgekoppelt, Alltagsszenen werden entfremdet, Barrieren von Raum und Zeit für mehr beunruhigende Szenarien gebrochen, Schichten überlagern sich und aus einem im ersten Moment enttäuschendem Effekt wird eine kleine Orgie des Schmelzens und Explodierens und Auseinanderreißens und blutigstem Zersplattern und da hört es immer noch nicht auf, noch einmal kommt triumphal das zeitgenössische CGI für einen glorreichen letzten Effekt zum Einsatz, hallelujah!
 
 
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Während wir inhaltlich also größtenteils den vorher aufgewiesenen Pfaden folgen, die generelle Welt des Films nie verlassen haben und auch nicht von einem Kleinod zu sprechen ist, so weiß Friedmans interessant vermischter Genrefilm doch durch sein Pacing den Zuschauer derart zu manipulieren, dass die zweifelsohne exzellenten bis käsigen, immer aber unterhaltsamen Effekte, Visionen und Kämpfe umso effektiver wirken, da man sie sich in zunehmend träger und zäher werdenden ersten zwei Akten so sehr ersehnt hat. Spätestens die letzten paar Einstellungen sowie deren Implikationen dürften dem Genrefan nach diesem Finale ein zumindest zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubern, auch wenn sich 81 Minuten eindeutig schon einmal kürzer angefühlt haben.
 
 


 
 
 

DER VOODOO FLUCH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kompetent inszenierter und vorhersehbar geschriebener Ghosthouse-Horror, der sich zwar sehr lange zurückhält, dafür im Finale aber auch wirklich kurz in die Vollen geht.
 
 
 


 
 
 

DER VOODOO FLUCH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Der Voodoo Fluch“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DER VOODOO FLUCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (Blu-ray im KeepCase)

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(c) White Pearl Classics (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scared Stiff; USA 1987

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase | Mediabook

Extras: Durch Arrow Video von einem brandneuen 2K-Master abgetastet und restauriert vom Original-Kameranegativ, Audiokommentar des Regisseurs und Produzenten, Making of (ca. 34 Min.), Interview mit Komponist Billy Barber | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, umfangreiches Booklet

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 28.10.2022

 

Der Voodoo Fluch [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Der Voodoo Fluch [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DER VOODOO FLUCH – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Landhaus der toten Seelen (1976)
 
Die Schlange im Regenbogen (1988)
 

Filmkritik: „Christmas Bloody Christmas“ (2022)

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CHRISTMAS BLOODY CHRISTMAS

Story

 
 
 
An Heiligabend wollen Tori und Robbie sich eigentlich nur betrinken und feiern, aber als ein Roboter-Weihnachtsmann in einem nahe gelegenen Spielzeugladen durchdreht und einen wilden Amoklauf durch die Kleinstadt beginnt, wird sie in einen Kampf ums Überleben gezwungen.
 
 
 


 
 
 

CHRISTMAS BLOODY CHRISTMAS – Kritik

 
 
 
Als Joe Begos vor mittlerweile elf Jahren mit dem Werwolf-Horror-Kurzfilm „Bad Moon Rising“ sein Debüt gab, war die Resonanz noch recht überschaubar; auch sein zwei Jahre später inszenierter Langfilm „Almost Human“ hat zwar für internationale Veröffentlichungen und einige wohlwollende Kritiken auf Festivals und innerhalb der Indie-Horror-Nische gesorgt, dürfte den „mainstreamigeren“ Horrorfan allerdings kaum erreicht haben. Auf dem Weg zur Professionalität und größeren Bekanntheit folgte 2015 noch der allem Anschein nach actionhaltige Sci-Fi-Horrorfilm „The Mind’s Eye“, 2019 gelang dann der internationale Durchbruch mit „Bliss“, einer rotzig-punkigen L.A.-Horrormär über harte Drogen und den grausamen Preis für künstlerische Inspiration; sowie das blutige Genreveteranentreffen „VFW“, die beide größtenteils begeistert von der Genrecommunity aufgenommen wurden und viele Fans, so auch mich, vorfreudig auf sein nächstes Werk haben warten lassen. Dass es sich tatsächlich um einen Weihnachtshorrorfilm – einen Vertreter meines Lieblingssubgenres also – handelt, ließ mich natürlich umso vorfreudiger lechzend den Release herbei ersehnen; ein O-Ton Online-Screener vor offiziellem VÖ-Termin war dann noch der leuchtende Weihnachtsstern obendrauf. Mit durchaus überdurchschnittlicher Erwartungshaltung, ordentlich Bock auf Weihnachtsstimmung, eine nicht enden wollende Verkettung verschiedener Variationen des Wortes „fuck“ und blutige Kills, sowie einem Glas Glühwein also hingesetzt und in den folgenden 84 Minuten ganze sieben Seiten Notizen verfasst, die es nun zu verschriftlichen und kontextualisieren gilt: Fröhlichen Adventswünsche gehen raus, legen wir los.
 
 
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Wie selbstbewusst, ironisch, humorvoll zu verstehen und verspielt dieser, von jetzt an als „CBC“ abgekürzte, Spielfilm zu verstehen ist, zeigt er dem Zuschauer direkt zu Beginn auf: Im veralteten Bildformat werden nach dem mittlerweile kultigen „Channel 83“-Logo mehrere, leicht trashige Achtziger Jahre-Werbespots gezeigt, u.a. für Whiskey, der auch an Kinder ausgeschenkt wird, einen käsigen Slasher, ein Rockkonzerts von Santa Claus himself, Kekse für Stoner uuuunndd natürlich dem eigentlichen Highlight: Dem Robosanta+, ehemalige Militärtechnik die nun, in abgerüsteter und umprogrammierter Version, als Mall-Santa verkauft werden soll. Ho ho ho, was könnte da schon schiefgehen? Noch bevor launige Post-Wave läuft und wir im Vollbildformat die Opening Credits zu einer dick verschneiten Straße als Establishing-Shot serviert bekommen, hat „CBC“ also in Rekordzeit die gesamte Story bzw. Bedrohung etabliert: Ein Militärroboter in Santakleidung wird vermutlich durchdrehen. Das erinnert spontan an „Chopping Mall“, macht Lust auf mehr und könnte mit einer originellen Inszenierung und ordentlich Weihnachtsfaktor doch glatt eine Punktlandung werden…
 
 

„I’m the fucking gal with fucking strong opinions!“

 
 
Die Story ist dabei sehr straight-forward, simpel und schnell erzählt: Die weihnachtshassende, immer wieder empathielose Plattenladenbesitzerin Tori redet nach Feierabend an Christmas Eve noch etwas mit ihrem Mitarbeiter Robbie über den Weihnachtsbonus und die Pläne für die Nacht. Tori hat eigentlich schon ein Tinder-Date ausstehend und will einfach nur Sex und ihre Ruhe, doch im stylischen Schwarzlicht des Vinylshops holt Robbie dann eine Whiskeyflasche raus und die beiden nehmen einen Shot. Schnell fragt Robbie sie über ihr Date aus und macht sich über den anderen Typen lustig, redet ihn schlecht, grabt ein peinlich bemühtes Gitarrenvideo des Familienvaters heraus und macht sich stattdessen selbst als Option für die Nacht interessant. Innerhalb von Minuten entwickelt sich somit ein realistisches, lässig geschriebenes und amüsant gespieltes Portrait von unseren Protagonisten: Der langsam genervten, aber nicht uninteressierten Tori und dem teils aufdringlichen, dann aber wieder sehr charmanten und witzigen Robbie. Beide Metal- und Horrorfilmnerds durch und durch, trotzdem anfänglich noch unsympathisch oder zu einseitig präsentiert.
 
 

„I’m weirdly turned on by this, but I need you to stop.“

 
 
Von den hervorragenden Performances und authentischen Darbietungen von Riley Dandy und Sam Delich lebt der Mumblecore-Approach der ersten Hälfte des Scripts dann auch, denn vom versprochenden Santa gibt es relativ wenig zu sehen und stattdessen wird sich viel Zeit für die Charaktere und ihre Dynamik, die großartige Chemie, den Aufbau einer versierten Weihnachtscinematographie genommen. Das erste ausführliche Nerdgespräch über Musik & Film startet noch in Toris eigenem Shop, nach bereits zwölf Minuten wird die Location dann für ein Spielzeugwarengeschäft gewechselt, in dem neben einer Schneemaschine noch ein weihnachtssprücheklopfender „Robosanta+“ stationiert ist. Toris angedachtes Tinder-Date wird schnell zum Gespött der Gruppe, im Gelächter, Umtrunk und auch härteren Drogenkonsum ebenjener geht der Nachrichtenbericht über einen internationalen Rückruf der juvenilen Ex-Militärtechnik natürlich unter…
 
 

„I didn’t know you two were a thing.“ – „We’re not.“ – „Yet.“ – „Get fucked!“

 
 
Spätestens wenn unsere inzwischen gut angetrunkenen, lautstark diskutierenden und losprustenden Protagonisten von hier aus weiterziehen, die verschneite nächtliche Straße passieren, um in einer Bar anzukommen, ihre liebsten Weihnachtslieder gegenseitig verarschen, habe ich aktiv gemerkt, dass ich mit den anfangs noch teils so respektlosen Charakteren warm werde, der Film seinen Job bereits bestens macht. Derweil stapft der mechanische Santa schweren Schrittes in einer POV-Einstellung durch den Spielzeugladen und zweiteilt mit einem Axthieb einfach den verkoksten Boyfriend, – den wir durch eine erste Eingangssequenz im Record Shop auch schon kennengelernt haben – während er gerade seine Freundin verwöhnen wollte. Die Mischung aus Nebel im Raum und den neonfarbenden Lichterketten sorgt für eine prächtige Atmosphäre und Optik, dann kriegt die flüchtende Freundin noch mehrfach brutalst ihren Kopf in eine Vitrine geschmettert.
 
 
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Wo Santa wütet, da wächst also kein Gras mehr und es bedarf sicherlich einiges an Taktik, Kraft und geistiger Klarheit, diese Tötungsmaschine aufzuhalten. Schnitt zu Robin und Tori, die inzwischen völlig besoffen in einer Bar herumalbern und flirten, während Jeff Daniel Phillips sich in einer großartigen Rolle als Sheriff über seine Frau und seinen Hund aufregt. Nachdem auch diese kleine Station verlassen wurde, bermerke ich zu herrlich verträumt hallenden E-Gitarren, dass ich das quasi-Paar Tori & Robbie endgültig schätzen und lieben gelernt habe, als Tori den originalen Black Christmas als Beispiel für einen guten Weihnachtsfilm anführt, das Blumhouse-Remake aber hasst. Weitere Filmtitel und -entscheidungen für Lieblingsfilme innerhalb von Franchises haben bei mir für ein anerkennendes Fan-Nicken oder höchst amüsiertes Gelächter gesorgt, so findet Tori z.B. alles an „Pet Sematary 2“ besser als den Vorgänger und auch wenn ich nicht zustimme, so weiß ich schon was sie meint. Auf der sturzbesoffenen Autofahrt von der Bar zu ihrem Haus folgt Santa durch das Schneegestöber und wird vor Ort nur Gott sei Dank von dem irrsinnig überdekorierten Nachbarhaus abgelenkt; Zeit für hemmungslosen, betrunkenen und absolut verdienten Sex, der sich nicht nur kathartisch anfühlt und glaubhaft inszeniert wurde, sondern durch ein großartig schredderndes 80s-Metal-E-Gitarrensolo, Neonbeleuchtung und einen Deckenspiegel gar zur religiösen Erfahrung mutiert.
 
 

„He wiped everybody out, he’s gonna wipe you out!“

 
 
Dass der Antagonist ernst zu nehmen ist, das war zwar bereits klar, die einsetzende, traumhafte Montage von Sex, Gewalt und Weihnachten unterstreicht diesen Punkt allerdings noch einmal deutlich. Denn während Tori ausgezogen wird, kriegt der Sheriff eine Axt in den Rücken geworfen, während sie geleckt wird, würgt der Gesetzeshüter und die blutige Wunde wird gezeigt, beim Orgasmus dürfen wir einen erstklassig gorigen Effekt bewundern, in dem der Kopf blutigste zertritten wird. Beim Joint nach dem Koitus, glücklich und verschwitzt, beobachten Torie und Robbie daraufhin, wie ein blutig verschmierter, roter Santa inmitten der festlich grünen Beleuchtung gnadenlos das Nachbarskind tötet, und auf einmal spuckt der Soundtrack bedrohlich raue und trotzdem nicht nervige oder dröhnende Industrial-Töne und die Panik wird von jetzt auf gleich wieder auf 110 gedreht.
 
 
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Was für ein gelungener Aufbau doch! Natürlich dauert es in diesem „Killersanta-Film“ etwas, bis der Santa auch killt oder allgemein zum Fokus wird – doch wer den Regisseur kennt, der dürfte seinen Modus Operandi inzwischen kennen sowie hoffentlich schätzen gelernt haben. Und wenn ein Streifen so derart besessen von Weihnachtsbeleuchtung ist, so authentisch ausgebrannt grindhousey aussieht ohne zu nerven, und so versiert seine Charaktere glaubhaft und schmackhaft macht – dann muss sowas doch gar kein Kritikpunkt sein! Da es an rabiaten und schonungslosen Kills im weiteren Verlauf nicht mangelt, herrlich überzogene, machohaft überzeichnete, laute 80’s-Cops (von u.a. Jeremy Gardner verkörpert,) noch einen Auftritt bekommen und mit einer kleinen Ausnahme alle folgenden Effekt- & Actionsequenzen überzeugen können, dürften auch Gegner der ersten Hälfte folglich noch absolut auf ihre Kosten kommen.
 
 
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Voller Verbeugungen vor den Achtzigern, mit klaren „Terminator“ oder „Chopping Mall“ etc.-Anleihen, einem starken und nur später etwas zu häufig benutztem Soundtrack und einer farbenfrohen, übersättigten, aber doch irgendwie ausgebrannt wirkenden, prägnanten Cinematographie versehen, waren die ersten 50 Minuten bereits ein Genuss für mich. Doch was dann folgt, stellt in Sachen Aufwand, Liebe zum Detail und einem Ausnutzen des aufgebauten Stils imo alles in den Schatten, da wir zwischen Sirenen-Blitzgewittern, trippigen E-Gitarrensoli, einer John-Carpenter-mäßiger Synthiescore, einer sehr „Bliss“-artigen Einstellung im flackernden Licht vor einem blutigen Spiegel und weiteren Stil-Zitaten wie einem Vertigo-Zoom die volle Ladung überbordend verzweifelter Endschlacht kriegen, Mensch vs. Maschine, punkige „Fuck off“-Attitüde vs. Weihnachsmann, Explosionen, Taser, Schwerter und aufwendige Stunts vs. einen metallenen Körper, eine Axt und….Laser?! Rauch und Wasser, ein Slow-Motion Funkenfest, Blut und herausstehende Knochen, schwere Akkorde und ein gepeinigtes Kreischen – was für ein liebevolles, endloses, zermürbendes und mitreißendes Finale doch. Natürlich inhaltlich wenig neu; natürlich mit etwas Plot-Armor ausgestattet und einer wenigen spannenden Versteckszene; natürlich zu Beginn vielleicht etwas behäbig als „Horrorfilm“ – doch wen juckt das schon noch, fangen die Credits an?

 
 


 
 
 

CHRISTMAS BLOODY CHRISTMAS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Simpler und geradliniger Mumblecore-Slasher mit grandiosen Performances, authentischen und höchst spaßigen Dialogen, einem Bollwerk von Antagonisten und wunderschöner, einmaliger Cinematograhie, welche die durch und durch verschneit-weihnachtliche Stimmung versiert einzufangen weiß. Starke 7/10 & 3.5/5 Zuckerstangen*
 
*Die Zuckerstangenskala zeigt auch in diesem Jahr wieder auf, wie weihnachtlich das Gefühl ist, das eine jeweilige Produktion, mit dem Anspruch, durch die Musik, Story, Dekoration, und Atmosphäre im Raum verbreitet.

 
 
 


 
 
 

CHRISTMAS BLOODY CHRISTMAS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Christmas Bloody Christmas“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

CHRISTMAS BLOODY CHRISTMAS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Capelight Pictures (Blu-ray + 4k UHD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Christmas Bloody Christmas; USA 2022

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase | Mediabook

Extras: Kinotrailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf 4K-UHD, umfangreiches Booklet

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 16.12.2022

 

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Christmas Bloody Christmas [Blu-ray + 4K-UHD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

CHRISTMAS BLOODY CHRISTMAS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Xmas Tale (2005)
 
Silent Night, Deadly Night (1984)
 
Bliss (2019)
 
VFW (2019)
 

Filmkritik: „Deadly Games – Tödliche Spiele“ (1982)

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DEADLY GAMES – TÖDLICHE SPIELE

(DEADLY GAMES)

Story

 
 
 
Nach dem mysteriösen Selbstmord ihrer Schwester trifft die Journalistin Keegan auf Freundinnen von früher und macht sich mit einem freundlichen Cop und seinem undurchschaubaren Kollegen auf die Suche nach der Wahrheit, während ein vermummter Killer auf freiem Fuß ist…
 
 
 


 
 
 

DEADLY GAMES – Kritik

 
 
 
Der wohl bekannteste Film des Regisseurs Scott Mansfield ist ein unterdurchschnittlich bewerteter, charakterbasierter und langsamer Slasher aus dem Jahr 1982, der spätestens durch seinen hochpolierten Arrow Video-Release in Großbritannien eine neue Generation an Genrefans erreicht hat. Nachdem der Titel in Deutschland bisher nur auf Videokassette oder im TV zu sehen war, erfolgte nun auch die hiesige Blu-ray- und DVD-Auswertung – hat sich das Warten gelohnt? Das Menü strahlt durch die Frisuren, Farben und Outfits der drei Personen, die rings um ein Brettspiel herum sitzen und dabei von der Kamera umkreist werden, direkt vollen 80’s Flair aus und wurde mit einem Pop/Rock-Song der Zeit untermalt, beherbergt trotz zweier Interviews und Bildergalerien nur leider keine Untertitel. Zu spärlicher, leicht okkulter Musik zünden schwarze Lederhandschuhe Zigaretten an und drücken diese aus, auf dem Brettspielboard aus dem Menü steht ein Aschenbecher.
 
 

„I had this starnge feeling that I was being watched.“

 
 
Schnitt und eine pelztragende Frau kommt nachts mit ihrem laut Popmusik spielendem Auto daheim an, steht daraufhin verträumt im Türrahmen und lässt sich vom Mondlicht bescheinen, zieht sich langsam aus und fängt an, ihre Brüste zu streicheln. Statt mit peinlicher Musik unterlegt, in die Länge gezogen und konsequenzlos wie in einem Softporno, wird die Szene – sowie ein Großteil des Films – stattdessen äußerst gekonnt, behutsam und mit längeren, versierten Kamerabewegungen ästhetisch von Kameramann R. Michael Stringer, der unter anderem auch „Double Exposure“ oder David Carradines Regiedebüt „Americana“ gedreht hat, eingefangen. So unüblich dieser Filmanfang bisher auch scheint, in einer so künstlerischen wie alptraumhaft-leeren Einstellung sieht man nun, wie eine Gestalt in einer einzelnen Telefonzelle an der Landstraße vor dem Haus der Frau steht und sie bedrohliche Anrufe erhält, bevor er zur Tat schreitet. In einer POV-Einstellung stalken wir unser Opfer, nachdem sie noch einige Zeit halbnackt bleibt, zieht sie dann doch ein Hemd an. Zu dunklen Glocken im Soundtrack bricht der schwer atmende, komplett in Schwarz gekleidete, vermummte Killer in das Haus ein, ohne weiteres Zutun stürzt die Frau auf ihrer Flucht aus dem Fenster und landet in einer weiteren durchaus poetischen Einstellung vor ihrem Haus. Inszenatorisch die beste Szene des Films, auch wenn inhaltlich natürlich wieder den typisch misogynen Strukturen gefolgt wird, laut denen eine unkeusche Frau, die sich zur eigenen Unterhaltung auszieht und an ihrem nackten Körper ergötzt, vom männlichen Täter direkt daraufhin bestraft wird.
 
 

„You have a great smile!“

 
 
Keegan Lawrence, die Schwester des Opfers, eine Reporterin und leider auch unsere Protagonistin, trampelt ohne jede Rücksicht auf dem Tatort rum, an dem sie auf Cop Roger Lane trifft, der ihr in Rekordzeit Komplimente macht. Im Dialog offenbart sich, dass Keegan kein gutes Verhältnis zu ihrer Schwester hatte, auch wurden Zigarettenstummel am Tatort gefunden – der Killer aus dem Intro wird es also sein. Wäre das Schauspiel nicht so hölzern und die Interaktion so unglaubwürdig, man könnte gar von einer weitere gelungenen Szene reden. In „Big Joe’s Coffee Shop“ trifft Keegan auf ein paar Klassenkameradinnen und hält etwas smalltalk, aufgrund des unzusammenhängend wirkenden Editings und der ungelenken Dialoge fiel es mir aber schwer, hier zu folgen oder wirklich relevante Informationen zu entnehmen.
 
 
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Die nächste der stimmungsvoll beleuchteten und behutsam gefilmten Locations ist ein altes Kino mit Empore und rotem Samt, in dem zwei Typen namens Billy und Joel hocken und ohne Musik ein großformatiges Brettspiel spielen, während alte Horrorfilme laufen oder besprochen werden; oder auch die Frage nach einhändiger Strangulation. Billy, von jungen Katzen umringt und mit einer verspiegelten Sonnenbrille im Gesicht, sitzt im roten Licht und raucht, erneut macht sich die Optik des Films positiv bemerkbar. Wenig später sollen diese beiden Charaktere allerdings für leichte „The Room“-Vibes sorgen, wenn sie reichlich unpointiert in kuriosen Outfits im Park stehen und einen Football werfen, wie es im „Citizen Kane of Bad Movies“ von Tommy Wiseau auch geschieht. Fast schon beiläufig offenbart uns der Film nach kurzer Zeit nun den Killer, was sich zwar in einem schicken Unterwasser-Kill entlädt, gleichzeitig aber auch die wenige Spannung tötet, die noch vorhanden war. So ist es Rogers Frau, die ertrinkt, kurz nachdem sie ihm eine Affäre gestanden hat – hmmm…
 
 
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„Sport im Park“ wäre eine ganz gute Überschnitt für den nächsten Abschnitt auf dem Weg zur Halbzeit, denn wenn unsere Protagonistin mit vier weiteren Frauen am Spielrand sitzt und den Männern beim Spielen zuguckt, bleibt sich unterhaltungstechnisch leider nur noch an die Betonungen und Dialogzeilen zu klammern, die dermaßen schlecht oder bekloppt performt sind, dass sie wieder Spaß machen. Andere Kuriositäten am Rande, wie die Stellen, an denen sich Roger Lane wie ein Teenager mit angewinkelten Beinen auf die Küchentheke setzt, gibt es zwar auch – doch hauptsächlich wird „Deadly Games“ zu einer ziemlich trockenen und unspannenden Angelegenheit, in der die gefühlt geistig abwesendste und schlechteste Schauspielerin den meisten Dialog bekommen hat, da es sich um unsere Protagonistin handelt. Jo Ann Harris` überschaubare Filmographie mag einige Highlights beinhalten, ihre Performance in diesem Streifen wirkt jedoch gänzlich unbedarft. Billy, der Kinomitarbeiter mit der verspiegelten Brille, immerhin das erfahren wir, ist wohl dicke mit Roger befreundet, seitdem beide in Vietnam waren, dort wurde Ersterer auch verwundet. Nun sitzt Billy am Spielfeldrand da er keinen Sport ausüben kann, aber ist das gleich ein Grund zur Verunsicherung?
 
 
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Die erste Hälfte des Films und das langsame Pacing überstanden, folgt eine kurios editierte Szene, in der unser stalkender Killer sein Opfer quasi in seinem Auge abgespielt sieht. Das mutet merkwürdig futuristisch und technologisch an, hat für sich genommen aber durchaus einen gewissen Charme. Diesen gilt es nun auch im Kopf zu behalten, da langgezogene sowie langweilige, romantische Szenen folgen, die offenbaren, dass man sich hier wirklich um die Protagonistin, Roger und deren Schicksale kümmern soll. Was klappen könnte, wäre der Plot spannender oder motivierter, das Schauspiel besser, die Charakterentwicklung tiefergehender. So aber quält man sich durch langweilige Blödel/Dating-Montagen mit deutlich zu ernster und gewollt emotionaler Musik, die das Tempo völlig herausnehmen – verschnitten allenfalls damit, wie unser skimaskentragender Antagonist alleine sein Brettspiel spielt.
 
 
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Eine recht ikonische Aufnahme, die auch für diverse Releases benutzt wurde, folgt, wenn der Killer einer der Frauen aus dem Café in der Parkgarage auflauert, dort aber von den Security Guards erwischt wird. Der Schein der Taschenlampe auf der schwarz vermummten Gestalt, den Arm bedrohlich um den Hals ihres Opfers gelegt – das hat schon was. Und nach über einer Stunde Laufzeit tut sich für die letzten 23 Minuten auch in Sachen Story oder „Spannung“ langsam mal wieder was: Nachdem Roger, der alte Casanova, für die mittlerweile dritte halbnackte Frau in dem Film sorgt, was bei einem so ernsten und ruhigen Genrevertreter fernab der „Blood ’n Boobs“-Partyslasher durchaus ungewöhnlich ist, erfährt Keegan von dem Opfer aus der Parkgarage von dem Vorfall und der offensichtlichste Plottwist überhaupt wird endlich ausbuchstabiert.
 
 
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Eine Einstellung der kerzenbeschienenen Bar hat sich positiv eingeprägt, auch sehr cool wie während einer Autofahrt die Hand im schwarzen Lederhandschuh auf der Rückbank auftaucht, leider wird folgend aber das absolute Standardprogramm abgespult: Eine einsame Frau, die weinend und schreiend durch die Nacht rennt, dabei stürzt, in einer gruseligen Location endet und dort eingeholt wird, schnelles Atmen, POV-Shots, das kleine Einmaleins wirklich – nur, dass sich die Opfer üblicherweise nicht freiwillig lebendig begraben lassen (?). Visuelle Schmankerl wie das ausgehende Licht, der Backstagebereich voller Schaufensterpuppen oder die lange Kamerafahrt durch den Kellerraum des Kinos können sich zwar sehen lassen, kommen aber zu spät und kurz: „Deadly Games“ hätte mit einem besseren Cast und Script, deutlicher Straffung und einem weniger offensichtlichen Twist funktionieren können, ist für einen Slasher aber zu spannungsarm und blutleer, für ein Charakterdrama dafür zu oberflächlich – als Subgenre-Fan aus Komplettierungsgründen, für die Cinematografie oder einzelne, spaßig-dumme Szenen vielleicht einen Blick wert, aber wahrlich keine Empfehlung.
 
 


 
 
 

DEADLY GAMES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Größtenteils vorhersehbarer, sehr langsamer und charakterbasierter, dafür aber zu durchschnittlich geschriebener sowie schlecht gespielter Killerthriller mit einem guten Schuss Romanze und einem Set- sowie Bilddesign, das Welten über dem restlichen Niveau des Films schwebt.
 
 
 


 
 
 

DEADLY GAMES – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Deadly Games – Tödliche Spiele“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Der Film schaffte es bisher nur auf Video oder ins TV. Dort war er jedoch immer ungeschnitten und FSK16. Das hat sich auch bei der ersten deutschen Auswertung auf Disc nicht geändert. Die darauf enthaltene Fassung ist ebenso komplett und bereits für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

DEADLY GAMES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (Blu-ray im KeepCase)

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(c) White Pearl Classics (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deadly Games; USA 1982

Genre: Horror, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase | Mediabook

Extras: Interview mit Schauspielerin Jere Rae Mansfield, Interview mit Spezialeffekt- und Stuntkoordinator John Eggett | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, umfangreiches Booklet

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 21.10.2022

 

Deadly Games – Tödliche Spiele [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Deadly Games – Tödliche Spiele [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DEADLY GAMES – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dangerous Game – Tödliche Spiele (1988)
 
Hotline – Die Stimme des Todes (1982)
 
Höllenfeuer (1972)
 

Filmkritik: „Piercing“ (2018)

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PIERCING

Story

 
 
 
Ein junger Familienvater plant akribisch den perfekten Mord an einer Prostituierten, hat sich aber kein widerstandsloses Opfer ausgesucht.
 
 
 


 
 
 

PIERCING – Kritik

 
 
 
Egal in welcher Reihenfolge man sich den Filmen von Nicholas Pesce annimmt, man dürfte so oder so überrascht werden: Sein wohl bekanntestes Werk ist wohl das unnötige, mittlerweile dritte US-“Ju-On“-Remake von 2020, einem gnadenlos gebombten Projekt ohne jede Existenzberechtigung, das so gar keine Hoffnung auf frühere Perlen macht. Doch eine solche gibt es, denn 2016 gab Pesce mit dem betörend-verstörendem Arthouse-Horrordrama „The Eyes of My Mother“ sein Debüt, einem bemerkenswerten und formvollendeten Film, der allenfalls an seinem Ende schwächelt. Und genau zwischen diesen beiden Filmen, die inszenatorisch sowie qualitativ beeindruckend weit auseinander liegen, der vorliegende Titel: „Piercing“.
 
 

„You know what you have to do, right?“

 
 
Kurzkritiken des Films reden gerne von einem „Neo-Giallo“, dass der Regisseur hübsche Bilder komponieren kann, ist bekannt. Wenn dann noch im Menü der deutschen Blu-ray das Original-Theme von Argento’s Tenebrae läuft, Goblins Score zu Einstellungen roter Wände und langer Hotelflure durchs Wohnzimmer grooven darf, dürften die Opening Signals den Zuschauer noch vor Beginn des Films erreicht haben. Die eigentlichen 75 Minuten beginnen nun mit einem Baby, das in einem (selbstverständlich) rot-grün beleuchteten Raum vor Vater Reed liegt, welcher nur beunruhigender Weise ein Messer in seiner Hand hält. Eine Szene später wird es einmalig recht ungeahnt trashig-witzig, wenn besagter Nachwuchs für einen Moment lang dämonisch schwarze Augen bekommt und direkt zu Reed spricht – eine Stelle, die in der Romanvorlage von Ryu Murakami (u. a. Audition) vermutlich deutlich besser funktioniert, hier aber auch nicht weiter schlimm ist, zumal der Inhalt rüberkommt: Reed ist getrieben.
 
 
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Reed, unser Protagonist, wird dabei von Christopher Abbott gespielt, der in den letzten Jahren durch Highlights wie „First Man“, „A Most Violent Year“, „Black Bear“ oder „Possessor“ verdientermaßen endlich durchstartet. Und getrieben, so informiert uns der Film noch vor den Opening Credits samt stimmiger 70’s Lounge-Score, ist er von der Idee jemanden umzubringen. Eine Prostituierte, die niemand vermisst, ohne dass es auffliegt, ohne dass es sonderlich sadistisch oder brutal stattfinden muss, einfach um es getan zu haben. Mit Übersicht, mit geplanten Zeitabläufen, mit einer höchstmöglichen Professionalität. Und so checkt Reed also in das Hotel seines Vertrauens ein, geht pedantisch den ganzen Plan durch, inszeniert sorgfältig mehrere Durchläufe, erinnert den Zuschauer an einen etwas hübscheren „Scherzo Diabolico“.
 
 

„You could still kill her.“

 
 
Doch da wäre ja noch die zweite Komponente, das Opfer-to-be. Eine junge Frau, optisch ähnlich der Sängerin Alli Neumann, verkörpert von der mittlerweile durch zahlreiche publikumswirksame Hollywood-Produktionen („Crimson Peak“, „Alice in Wonderland“, „Stoker“, „The Devil All the Time“) international bekannten Mia Wasikowska, wacht übernächtigt und genervt auf, während ihr wütender Boss sie voll motzt. Das Profondo Rosso Theme läuft, im Splitscreen folgen wir unseren beiden Charakteren, bis sie überraschend früh bereits aufeinander treffen. Und jetzt? Ist sie furcht- und er sprachlos.
 
 
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Wer ein sonderlich raffiniertes, unvorhersehbares, einzigartiges oder durch seine Twists überzeugendes Katz-und-Maus-Spiel erhofft, der wird von nun an ebenso enttäuscht sein wie diejenigen, die wirklich auf einen Neo-Giallo hoffen. Trotz der nicht angelehnten, sondern schlichtweg übernommenen Argento-Scores und anderer Stilzitate wird es weder eine Mordreihe, noch absurde Nebencharaktere oder aufwendige Set-Pieces in diesem schwarzhumorigen Thriller geben, auch ist die Situation „tatsächlich“ so überschaubar, wie man zu Beginn meint. Die eigentliche Frage ist viel eher: Wer hat hier die Hosen an?
 
 

„I think she knows.“

 
 
Nicht unähnlich des Reb Braddock Films „Curdled“ (1996), nur meiner Meinung nach kurzweiliger, besser, spannender und überzeugender, ist die Frage nach der Dynamik zwischen unseren Protagonisten, das Umdrehen des Spießes und das Antizipieren der gegenseitigen Rollenerwartungen hier nämlich der eigentliche Fokus, während jegliche Giallo-Anleihen kaum mehr als oberflächliche Stilimitation bieten. Durch die Powerhouse-Performance von Wasikowska und den glaubhaft verlegenen Abbott trägt sich ein derart simples Konzept natürlich trotzdem noch, gerade im ersten Akt ist von Langeweile keine Spur zu finden und die Charaktere sowie das Konzept sind noch rätselhaft und unverbraucht genug, über die volle Lauflänge kann das nur leider nicht behauptet werden.
 
 
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In einem schwarzhumorigen Telefonat zwischen Reed und seinem eingeweihten Partner werden mögliche Theorien für den weiteren Verlauf der Nacht durchgegangen und hier kann das Writing wirklich glänzen, auch kann das spätere Setting, eine 70’s-Designerwohnung mit roten Wänden und Seidenlaken ebenso überzeugen wie die blauen Lichtreflexionen auf der Taxifahrt dorthin. Überraschend ruppig-explizite Visionen haben mich überrascht, einige Dialoge können in ihrer Gestörtheit zum Schmunzeln animieren und ein einzelnes Stück Story gibt es noch, dessen Inszenierung als unerwartet und absolut gelungen zu loben ist. Doch so positiv und sehenswert sich das alles liest, so wenig Spielzeit machen diese Sequenzen im Endeffekt aus, während ein Großteil des Films äußerst geerdet, simpel und vorhersehbar verläuft. Nun liegt die Ähnlichkeit zu „Audition“ natürlich auf der Hand, und genau diese wird dem Film auch noch zum Verhängnis: Hat man Miikes Murakami-Adaption nämlich noch nicht gesehen, so sollte man dies meiner Meinung nach unbedingt vor dem Genuss von „Piercing“ tun, da die entsprechenden Szenen deutlich unangenehmer und gekonnter sind. Und hat man Audition bereits gesehen, so wird man diesen Film zwangsläufig als kurzweiligere, kürzere und natürlich schnellere, aber eben auch weniger effektive Variation einer sehr ähnlichen Geschichte sehen. Dank der kurzen Laufzeit, gut aufgelegten Performances und rundum gelungenen Inszenierung kann man „Piercing“ als Fan schwarzhumoriger, leicht grotesker Thriller also sicherlich mal einlegen, er tut nicht weh – doch sobald nach dem ersten Akt das Tempo gedrosselt wurde, hat mein Interesse auf Dauer doch rapide abgenommen.
 
 
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PIERCING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schicker, kleiner, manchmal recht fieser Thriller mit guten Performances und ein paar bösen Spitzen, der sich trotz seiner Kürze zunehmend zieht.
 
 
 


 
 
 

PIERCING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Piercing“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

PIERCING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Piercing; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.06.2019

 

Piercing [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

PIERCING – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scherzo Diabolico (2015)
 
Cocktail für eine Leiche (1948)
 

Filmkritik: „Dich kriegen wir auch noch!“ (1998)

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DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH!

(DISTURBING BEHAVIOR)

Story

 
 
 
Wenn Schüler durchdrehen, muss nicht zwangsläufig die Pubertät dafür verantwortlich sein, wie uns „Dich kriegen wir auch noch!“ eindrucksvoll beweist.
 
 
 


 
 
 

DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH! – Kritik

 
 
 
Ende der 90er schien es kurz in Mode zu kommen, Horrorfilme mit einer Schüler-Thematik zu produzieren. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass 1998 gleich zwei Werke entstanden, die mit ihrer Grundthematik doch recht ähnlich erscheinen. Doch während „The Faculty“ einen abgehobenen Weg wählte, wirkt „Dich kriegen wir auch noch!“ schon fast bodenständig. Teilweise vielleicht etwas zu bodenständig, was ihn im Endeffekt aber nicht weniger sehenswert machen soll.
 
 
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Der Teenager Steve zieht mit seiner Familie auf die Insel Cradle Bay. Nach einer tragischen Vergangenheit soll hier ein neuer Start ermöglicht werden. Dazu gehört natürlich auch sich auf der neuen Schule neue Freunde zu suchen. Doch von den hochnäsigen Sportfreaks will Steve lieber nichts wissen. Stattdessen lässt er sich auf die Nerds und Underdogs ein. Besonders Gavin erzählt gerne mal seltsame Geschichten darüber, dass manche Schüler einfach morden dürfen und nicht mal die Polizei dagegen etwas unternimmt. Natürlich hält Steve das für Humbug, doch schon bald soll er erfahren, dass an der Schule etwas Merkwürdiges geschieht.
Menschen, die fremdgesteuert werden, Gedankenkontrolle – Das sind wahrlich keine neuen Ideen. Das lässt sich selbst für 1998 eindeutig behaupten. Die Grundidee ist jedoch eine, die sich schon immer hervorragend für das Horrorgenre angeboten hat. Scott Rosenberg hat aus dem Szenario ein simples, aber dennoch recht effektives Drehbuch geschrieben, welches gelungen mit gewissen Ängsten spielt. Was die Geschichte jedoch am ehesten so interessant macht, ist das amüsante Spiel mit vielen Klischees. Außerdem kann man hier doch ein wenig Gesellschaftssatire entdecken. Wirklich dumm ist „Dich kriegen wir auch noch“ für einen Horrorfilm ganz sicher nicht. Komplett ausgeschöpft wird das Potenzial allerdings ebenfalls nicht, denn dafür wird hier zu viel an der Oberfläche gekratzt, ohne jemals den Kern zu erreichen.
 
 
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Es ist sowieso etwas schade, dass „Dich kriegen wir auch noch“ eigentlich fast ohne Spannungs-Elemente auskommen muss. So richtig packend will das alles niemals werden, denn dafür ist das Geschehen dann doch zu entspannt. Zum Glück wird es trotzdem niemals langweilig, aber hier wäre durchaus mehr drin gewesen. Stattdessen macht es sich der Film relativ gemütlich, gibt sich zwar düster, ist aber dennoch niemals so richtig ernst und animiert eher zu einem Grinsen. Als Horrorfilm funktioniert das deshalb weniger, als kleine Satire dafür umso besser. Obwohl die Laufzeit mit 82 Minuten recht kurz ist, überschlägt sich das Tempo niemals. Es geht alles ziemlich gemächlich zur Sache und das könnte bei dem einen oder anderen Zuschauer schon für ein paar Längen sorgen. Aufgrund einiger netter Einfälle bleibt es jedoch meist unterhaltsam und zum Finale hin herrscht dann auch noch etwas mehr Action. Warum der an sich schon ziemlich harmlose Streifen jedoch ehemals mit einer Freigabe ab 18 Jahren bedacht wurde und diese auch heute noch besitzt, ist allerdings mehr als fragwürdig. Es gibt nur wenig Effekte zu betrachten und blutig wird es wirklich nur selten.
 
 
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Ein ganz klarer Pluspunkt ist dann noch die Besetzung und hier tummeln sich einige bekannte Namen herum. James Marsden ist als Held zwar teilweise ein wenig farblos, kann die Identifikationsfigur aber dennoch solide verkörpern. Die junge Katie Holmes strahlt schon hier ein gewisses Charisma aus und besonders Nick Stahl kann völlig überzeugen. Ebenfalls schön ist die wichtige Nebenrolle von William Sadler, doch auch Bruce Greenwood macht als Bösewicht etwas her. Die Figurenzeichnung gibt sich schlicht und kann nicht viel reißen. Hier eine kleine, tragische Hintergrundgeschichte und dort ein schweres Schicksal – Schon sind die Charaktere fertig. Für viel Tiefgrund reicht das nicht aus und lange werden einem diese Figuren sicher nicht in Erinnerung bleiben, aber trotzdem ist hier alles einigermaßen im grünen Bereich. Das liegt daran, dass die Zeichnung doch irgendwie ganz smart und sympathisch ist.
 
 
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Regisseur David Nutter, der eher für seine Arbeit fürs Fernsehen bekannt ist, legt eine solide Arbeit ab, wobei es an echten Schauwerten eher mängelt und „Dich kriegen wir auch noch“ auch als TV-Film durchgehen würde. So richtig aufwendig wurde er nämlich nicht gestaltet. Das muss natürlich nicht schlecht sein und sauber inszeniert wurde das Treiben definitiv. Es mangelt nur eben ab und zu an gewissen Highlights. Dafür bekommt man eine angenehme Atmosphäre geboten, die ganz geschickt verschiedene Stimmungen miteinander kombiniert. So bekommt man einen typischen Teenie-Horrorfilm mit all seinen Klischees geboten, aber auch etwas Mysterythriller gepaart mit Paranoia. Das Ergebnis ist auf unspektakuläre Art und Weise sympathisch, aber leider zu wenig bedrohlich. Der Score ist solide und vor allen Dingen der Soundtrack ist wunderbar passend.
 
 


 
 
 

DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH! – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Dich kriegen wir auch noch“ ist ein solider Teenie-Horrorthriller aus den späten 90ern, bei dem man nur nicht unbedingt ein Highlight erwarten sollte. Das Drehbuch besitzt gelungene Ideen und wurde gut geschrieben, macht im Endeffekt nur etwas zu wenig aus dem vorhandenen Potenzial. Die handwerkliche Arbeit ist sauber, die Darsteller überzeugen und die magere Figurenzeichnung wird durch genügend Sympathien ausgeglichen. Das wurde alles mit relativ wenig Aufwand realisiert, langweilt aber (auch dank der kurzen Laufzeit) so gut wie nie. Etwas mehr Spannung hätte sicherlich nicht geschadet, aber die fast schon locker-amüsante Atmosphäre macht schon irgendwie Spaß. Sicher kein großer Wurf, aber sicher auch kein dummer Film und eigentlich perfekt für einen regnerischen Sonntag-Nachmittag geeignet. Gemütlich und nicht anstrengend!
 
 
 


 
 
 

DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH! – Zensur

 
 
 
„Dich kriegen wir auch noch!“ lief im Kino nur gekürzt, damit er einem jugendlichen Publikum gezeigt werden konnte. Die spätere DVD-Auswertung war aber komplett und frei ab 18 Jahren. Das hat sich bisher nicht geändert. Die erste Blu-ray von „Dich kriegen wir auch noch!“ wurde in ungeprüften Mediabooks von CINESTRANGE EXTREME veröffentlicht. Das Label schob im Dezember 2022 eine KeepCase-Auflage nach. Diese besitzt den roten FSK-Sticker und ist ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH! – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Cinestrange Extreme (Mediabook Cover A – C | jeweils mit Blu-ray + DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Disturbing Behavior; USA 1998

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase + Mediabook

Extras: Bildergalerie, Making of, Deleted Scenes, Musikvideo The Flys „Got You Where I Want You“, Alternatives Ende, Trailer Featurette: Hintergründe zum Film und Einordnung in das Teen-Horror-Genre, Die Schnitte der FSK 16-Fassung | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet von Christoph N. Kellerbach, Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 31.08.2022 | KeepCase: 18.11.2022

 

Dich kriegen wir auch noch ungeschnitten im CINESTRANGE SHOP bestellen

 
 


 
 
 

DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH! – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme | Constantin / Highlight Communications)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Faculty (1998)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
The Source (2002)
 

Filmkritik: „The Fog – Nebel des Grauens“ (1980)

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THE FOG – NEBEL DES GRAUENS

(THE FOG)

Story

 
 
 
Im Klassiker von John Carpenter wartet das Grauen im dichten Nebel und eine schreckliche Vergangenheit ist dafür verantwortlich.
 
 
 


 
 
 

THE FOG – Kritik

 
 
 
Nebel ist aus atmosphärischen Horrorfilme nicht wegzudenken und kann, richtig eingesetzt, für eine optimale Stimmung sorgen. Er passt aber auch perfekt zu diesem Genre, denn Nebel schränkt unsere Sicht ein. Die Angst vor dem, was man nicht sehen kann, ist immer groß und John Carpenter kam dann auf die simple, aber höchst effektive Idee den Nebel gleich zu seinem Hauptstar in einem Film zu machen. „The Fog – Nebel des Grauens“ wirkt auf wunderbare Art angestaubt und altmodisch, funktioniert aber selbst heute über 40 Jahre nach seinem Erscheinen noch richtig gut. Dafür ist am ehesten Carpenter selbst verantwortlich, denn der zaubert hier einfach eine ganz tolle Inszenierung hervor.
 
 
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Antonio Bay ist eine ruhige Kleinstadt in Kalifornien an der Küste, mit einem Leuchtturm und sympathischen Einwohnern. Doch am 100. Jahrestag der Stadtgründung soll etwas Schreckliches geschehen. Ein dichter Nebel macht sich vom Meer auf in die Kleinstadt und in diesem Nebel wartet das Grauen. Was hat dies mit dem Tagebuch auf sich, welches Pater Malone einen Abend zuvor gefunden hat? Und was ist in der Vergangenheit geschehen, dass sich scheinbar unheimliche Gestalten im Nebel befinden, um sich zu rächen? Man kann ganz klar sagen, dass die Handlung dünn ist und nicht zu den Highlights von „The Fog – Nebel des Grauens“ gehört. Das ist aber gar nicht schlimm, denn bei Carpenter waren es meist die simplen Ideen, die dann mit ihrer Umsetzung zu überzeugen wussten. Die Hintergrundgeschichte um Schuld und Sühne funktioniert dann aber ganz solide und sorgt noch für etwas Spannung, wenn man den Verlauf der Geschichte noch nicht kennt. Insgesamt wurde das einfache Drehbuch souverän geschrieben, es ist aber trotzdem viel mehr die Umsetzung, die aus dem Werk einen so tollen Horrorfilm macht.
 
 
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Wie John Carpenter den Nebel einsetzt, ist nämlich einfach klasse. Er ist wirklich sehr dicht, leuchtet zudem noch und sorgt für einen wohligen Grusel. Wenn dann noch die Kreaturen zu sehen sind, Augen ganz einfach rot leuchten, dann könnte das zwar kaum viel simpler gestaltet sein, aber es funktioniert ganz prächtig. Das liegt auch mit an einem optimalen Spannungsaufbau. Carpenter lässt sich viel Zeit und steigert den Schrecken zum Finale hin immer mehr. Nebenbei baut er eine wunderbar sympathische Kleinstadt-Atmosphäre auf und auch der Einsatz vom Leuchtturm ist toll. Selbstverständlich ist bei Carpenter auch der Score von Bedeutung, den er natürlich selbst komponiert hat. Wenn sich seine eingängigen Melodien mit den Bildern kombinieren, ist das einfach großartig. „The Fog – Nebel des Grauens“ bietet so richtig schön altmodischen Grusel, der auch wirklich unheimlich ist und eine echt starke Atmosphäre besitzt.
 
 
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Der Unterhaltungswert funktioniert aufgrund der klasse Inszenierung ebenfalls sehr gut, obwohl sich die Ereignisse in „The Fog – Nebel des Grauens“ niemals überschlagen. Der Horror bleibt fast immer subtil und wird fast nie reißerisch. Ein paar kleine Gewalteskapaden dürfen natürlich nicht fehlen, aber sie stehen absolut nicht im Vordergrund. Viel mehr geht es darum ein Geheimnis zu lüften und wenn es dann abends wird, bereitet Carpenter sein Finale mit viel Gefühl vor. Obwohl das Tempo eher gemächlich ist, baut sich da eine angenehme Spannung auf. Genügend Standortwechsel gibt es ebenfalls und allgemein wirken die Kulissen fantastisch. Mit seiner Laufzeit von genau 90 Minuten besitzt das die ideale Laufzeit und so kommt es zu keinerlei Längen. Nebenbei darf man noch ein paar sehr schöne Effekte betrachten. Alleine die Kreaturen aus dem Nebel wurden toll dargestellt und wirken richtig unheimlich.
 
 
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Dass die Figurenzeichnung bei einem Werk wie „The Fog – Nebel des Grauens“ nun nicht so wichtig sein wird, kann man sich mit Sicherheit denken. Tatsächlich ist sie sogar ganz schön schwach, weil man nur sehr wenig über die Charaktere erfährt und sie im Endeffekt allesamt belanglos bleiben. Das stellt dem Werk allerdings überhaupt kein Bein, denn die Figuren sind alle sympathisch und deshalb fällt es kaum auf, dass sie nicht besonders markant gestaltet wurden. Außerdem gibt es da ja dann auch noch solide Darsteller, die ihren Job angenehm machen. Carpenter arbeitete erneut mit Jamie Lee Curtis zusammen, die hier einfach nur sympathisch wirkt. Mit Tom Atkins hat man damals natürlich auch nie etwas falsch gemacht. Hal Holbrook ist passend besetzt und Janet Leigh schaut auch ein paar Male vorbei. Adrienne Barbeau ist charismatisch. Von den Schauspielern werden ganz sicher keine großen Leistungen erwartet, aber trotzdem gibt es in diesem Punkt keinen Grund zu meckern.
 
 
 


 
 
 

THE FOG – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Damals von den Kritikern eher verrissen, heute längst Kult, ist „The Fog – Nebel des Grauens“ ein Werk, welches von seiner tollen Inszenierung lebt. Das Drehbuch ist sehr einfach gehalten, besitzt aber immerhin eine funktionierende Hintergrundgeschichte, die Figurenzeichnung könnte ebenfalls kaum simpler sein, ist aber wenigstens absolut sympathisch. Am ehesten sollte man sich diesen Film wegen seinen großartigen Bildern anschauen. Carpenter baut mit diesen nämlich eine wunderbare Atmosphäre auf, die auf altmodische Art und Weise richtig viel Grusel entstehen lässt. Das ist so richtig schön subtil gestaltet und macht mit seiner unheimlichen Stimmung auch heute noch sehr viel Spaß. Die gesamte handwerkliche Arbeit ist zudem ordentlich und die Darsteller wissen ebenfalls zu gefallen. Außerdem macht der Score wie immer Freude. Vielleicht ist „The Fog – Nebel des Grauens“ nicht der beste Film von Carpenter, aber er gehört auf jeden Fall zu seinen Top-Werken und beweist, wie viel man aus einer simplen Idee herausholen kann!
 
 
 


 
 
 

THE FOG – Zensur

 
 
 
Carpenters „The Fog – Nebel des Grauens“ war schon im Kino, auf VHS und DVD frei ab 16 Jahren und ungeschnitten. Auch die aktuellen 4K/HD-veröffentlichungen sind ebenfalls FSK16 und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE FOG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Kinowelt – KeepCase Blu-ray

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fog; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

Medium Blu-ray im Keepcase mit Wendecover

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer

Release: 10.10.2008

 

The Fog – Nebel des Grauens [Blu-ray – Erstauflage] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE FOG – Deutsche Blu-ray Neuauflage (2018)

 
 
 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray (2 Blu-rays)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fog; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch PCM 2.0, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

Medium Blu-ray im KeepCase

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Extras: Audiokommentar mit John Carpenter und Debra Hill (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Französischen Untertitel), Audiokommentar mit Adrienne Barbeau, Tom Atkins und Tommy Lee Wallace (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Französischen Untertitel), Retro-Dokumentation: „Vergeltung: John Carpenters ‚The Fog'“ (44:15 Min.), Featurette: „The Shape of the Things to come: John Carpenter Un-Filmed“ (8:44 Min.), Featurette: „Horrors Hallowed Ground mit Sean Clark“ (20:22 Min.), Einführung von John Carpenter (SD, 8:17 Min.), Geschnittene Szenen (4:10 Min.), Das Storyboard (1:26 Min.), Szenenanalyse von John Carpenter (SD, 3:30 Min.), Die Angst im Film (7:42 Min.), TV-Spots (1:36 Min.), Kinotrailer (2:50 Min.),, Bildergalerie inklusive Hinter den Kulissen (8:02 Min.)

Release 08.11.2018

 

The Fog – Nebel des Grauens [Blu-ray – 2 Disc-Neuauflage] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE FOG – Deutsche 4K-UHD-Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – KeepCase UHD (1 Blu-ray + 1 UHD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fog; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch PCM 2.0, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch

Bild: 3840x2160p UHD (2.35:1) | @24 Hz 4K native, Dolby Vision, HDR10

Laufzeit: ca. 90 Min.

Medium 4K-UHD-Blu-ray im KeepCase

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Extras: Audiokommentar mit John Carpenter und Debra Hill (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Französischen Untertitel), Audiokommentar mit Adrienne Barbeau, Tom Atkins und Tommy Lee Wallace (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Französischen Untertitel)

Release 14.02.2019

 

The Fog – Nebel des Grauens [4K-UHD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE FOG – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Das Copyright der für diese Review genutzten Grafiken liegen bei Studiocanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Fog – Nebel des Grauens (2005)
 
Die Rückkehr der reitenden Leichen (1973)
 
Der Nebel (2007)
 

Filmkritik: „The Passenger“ (2021)

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THE PASSENGER

(LA PASAJERA)

Story

 
 
 
Eine anstrengende Tour mit dem Bulli verwandelt sich in eine tödliche Alieninvasion. Oder: Was nutzt das politische Argument, wenn ich von einer zwei Meter langen Zunge erdrosselt werde?
 
 
 


 
 
 

THE PASSENGER – Kritik

 
 
 
Der spanische Independent Film, wieviel Freude hat er uns bereitet? Von Aktion Mutante über Perdita Durango bis zum Mad Circus präsentiert das spanische Kino immer wieder einen wilden Expressionismus, der nirgendswo anders zu finden ist. Es scheint noch das Blut der spanischen Anarchisten in diesen Filmen zu schlummern. Da, wo andere westeuropäische Produktionen in Tugenden wie dem Subtilen und Untergründigen glänzen, hat es sich der spanische Film zum Ziel gesetzt, eben diese Tugenden durch hemmungslose Übertreibung ad absurdum zu führen.
 
 
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Das Scifi-Horror-Roadmovie The Passenger hat eigentlich alle Zutaten, die eben solch ein Filmvergnügen gewährleisten können: Vier Personen mit unterschiedlichsten Motiven fahren in einem VAN durch eine menschenkarge naturbelassene Einöde, um eine abgestürzte außerirdische Sonde zu finden. Deren glibberiger Inhalt infiziert gleich die jüngste Protagonistin des Teams, um zusammen mit einem folgenschweren Unfall für eine wilde Menschenjagd der Körperfresser zu sorgen. Dabei sind es besonders die gut durchdachten Dialoge der ersten halben Stunde, die für Erheiterung sorgen: der Fahrer des Van kämpft mit machistischer Attitüde gegen Vertreter der Moderne. Er muss sich in seinem uralten Van mit differenzierten Argumenten des neuen Feminismus herumschlagen und kann als Antwort lediglich seinen vorzeitlichen Kassettenrekorder laut aufdrehen.
 
 
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Alles deutet auf einen grundsätzlichen Konflikt hin: antagonistische Weltauslegungen kämpfen gegeneinander an und eskalieren über den spontanen Einsatz des Horrors: auch wenn der spanische Macho mit Argumenten nicht punkten kann, beim Töten von außerirdischen Parasiten ist er in den späteren Szenen des Films ganz in seinem Element.
Dabei sind gerade zum Ende des Werks zahlreiche Drehbuchentscheidungen an Schwachsinnigkeit kaum zu überbieten: während die genre-typische meist einvernehmliche Isolation der Hauptdarsteller zwecks Zurschaustellung blutiger Metzel-Effekte den Fans des Horror-Genres heute nur noch ein müdes Lächeln auf die Lippen zaubert, kitzeln hier die gezielten Autounfälle zur Bekämpfung außerirdischer Passagiere schon ein arges Stirnrunzeln beim Betrachter hervor.
 
 
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THE PASSENGER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ob nun die zahlreichen Ungereimtheiten als Hommage an das Genre interpretiert werden sollen, bleibt dahingestellt. Fakt ist: sie funktionieren nicht und das ist wohl die größte Schwäche des Films: die wüste Aneinanderreihung irrationaler Entscheidungen schließt letztendlich eine Anteilnahme des Betrachters aus.
 
 
 


 
 
 

THE PASSENGER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Passenger“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE PASSENGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La Pasajera; Spanien 2021

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.10:1 | @24 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Making-Of, Kurzfilme der Regisseure Fernando González Gómez und Raúl Cerezo, Trailer, 24-seitiges Booklet inklusive Interview, Poster, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 30.09.2022

 

The Passenger [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE PASSENGER – Trailer

 
 


 
 
 

Oleg Katschingski

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)
 
Get Out (2017)
 

Filmkritik: „Paranormal Activity: Next of Kin“ (2021)

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PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN

(PARANORMAL ACTIVITY 7)

Story

 
 
 
Margot hat ihre Mutter nie kennengelernt, da sie zur Adoption freigegeben wurde. Als junge Erwachsene möchte sie mehr über die Hintergründe ihrer Familie erfahren. Die Suche nach ihrer Vergangenheit wird aufgenommen und soll zur ganz persönlichen Dokumentation werden. Es dauert auch nicht lange, bis Margot herausfindet, dass ihre Mutter scheinbar aus einer Amisch-Glaubensgemeinschaft stammte. Dort wird Magot mit ihrem Freund sogar recht herzlich aufgenommen. Es dauert allerdings ebenfalls nicht lange, bis sich herausstellt, dass mit der Gemeinschaft etwas nicht stimmt. Scheinbar hatte Margots Mutter damals gute Gründe ihr Baby wegzugeben.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Kritik

 
 
 
„Paranormal Activity“ schlug 2007 ein wie eine Bombe. Der Film war höchst simpel gestaltet, kostete dementsprechend wenig, war nebenbei jedoch dermaßen effektiv inszeniert, dass er zum echten Hit wurde. Da ließen mehrere Fortsetzungen natürlich nicht lange auf sich warten und selbst zu zwei Spin-offs kam es. 2015 sollte mit „Ghost Dimension“ dann jedoch Schluss sein und das war auch gut so. Es kann sich eben nicht jedes Konzept ewig halten. Doch genauso, wie man „Saw“ nicht ruhen lassen kann, gelingt es den Studios auch nicht die Finger vom Namen „Paranormal Activity“ zu lassen. Die Marke war einfach mal zu lukrativ. Und so gibt es mit „Next of Kin“ den nächsten Eintrag in diese Reihe, der sich jedoch recht losgelöst von den restlichen Teilen betrachtet. Gerade weil man hier zusätzlich eigenständige Wege geht, wirkt der Titel fast eher wie eine Mogelpackung. Nur hätte das Ergebnis unter selbstständigem Namen sicherlich deutlich weniger Leute angelockt. Alles halb so wild, wenn denn wenigstens der Film gut geworden ist. Aber ist er das? Leider nur bedingt. Während Genre-Fans durchaus mal einen Blick riskieren dürfen, sollten vor allen Dingen Fans des Originals hier eher vorsichtig sein.
 
 
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Abgesehen von den Spin-offs waren alle Teile der „Paranormal Activity“ Reihe gewissermaßen miteinander verknüpft. Man hätte also eigentlich schon erwarten dürfen, dass es so weitergeht, wenn man es mit einer offziellen Fortsetzung zu tun bekommt. „Next of Kin“ erzählt allerdings seine eigene Geschichte und hätte den Titel „Paranormal Activity“ rein inhaltlich nun wirklich nicht gebraucht. Was hier erzählt wird, ist vom Aufbau her zwar solide gestaltet, aber auch schrecklich durchschnittlich, weil solche Zutaten einfach schon zu oft vorhanden waren. Über eine richtige Auflösung hat man sich ebenfalls keine Gedanken gemacht. Das ist doch sehr schlicht geschrieben und holt im Jahre 2022 wohl keinen mehr so richtig ab.
 
 
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Dafür rettet Regisseur William Eubank mit seiner Inszenierung das, was zu retten ist. Besonders der mittlere Teil ist wirklich effektiv gestaltet und allgemein kann man über die Inszenierung nicht meckern. Das bleibt oftmals subtil genug, verzichtet auf große Effekthascherei und so kann das Geschehen seine Wirkung manchmal schon ganz ordentlich entfalten. Leider hat es Herr Eubank nur mit dem Fake-Doku-Stil nicht so ganz ernst genommen. Da gibt es nämlich einige Szenen, die doch schon eher wie aus einem richtigen Film wirken. Künstlerische Freiheiten mögen zwar erlaubt sein, aber bisher hatte diese Reihe vor allen Dingen ihre Authentizität ausgemacht. An der handwerklich soliden Arbeit ändert dies trotzdem nichts. Die simplen Schauplätze erfüllen ihren Zweck und wie bereits erwähnt, gibt es schon ein paar ziemlich starke Szenen zu betrachten.
 
 
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In diesen kommt dann sogar eine ansprechende Atmosphäre auf, wobei man den größten Horrorschocker eher woanders suchen sollte. „Next of Kin“ besitzt seine unheimlichen Momente, gruselt insgesamt aber trotzdem etwas zu wenig. Vor allen Dingen sitzen die Jumpscares eigentlich kaum. Dass man gewissen Markenzeichen treu geblieben ist, ist natürlich gerade für Fans eine feine Sache und dennoch muss man sagen, dass die Originalreihe das alles stimmungsvoller hinbekommen hat. Das mag jedoch auch am erweiterten Schauplatz liegen. Dieser wurde ja schon in den früheren Filmen immer weiter ausgedehnt und betrifft nun dieses Mal eben ein ganzes Dorf. Die Idee muss nicht schlecht sein, aber es fehlt etwas die ausweglose Isolation. Sowieso wird man das Gefühl nicht los, dass es hier ruhig noch böser und düsterer zur Sache hätte gehen dürfen. Manche Szenen hätten definitiv das Zeug für noch mehr Terror gehabt.
 
 
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Von großer Langeweile kann man insgesamt nicht sprechen, aber eine Unterhaltungsbombe sollte man ebenfalls nicht erwarten. Das erste Drittel lässt sich Zeit, ist unspektakulär, als Anfang jedoch okay. Danach wird ganz solide Spannung aufgebaut und das Finale muss es dann doch etwas zu sehr übertreiben. Spätestens hier ist Schluss mit subtilem Grusel. Die knapp 100 Minuten Laufzeit besitzen im Endeffekt zwar kaum Längen, hätten aber durchaus fesselnder sein können, wenn z.B. die Figurenzeichnung sympathischer ausgefallen wäre. Die drei Hauptfiguren sind halt einfach da. Sie stören dabei nicht, wachsen dem Zuschauer aber auch kaum ans Herz. Aus schauspielerischer Sicht bekommt da niemand viel zu tun, wobei alle Leistungen passabel sind. Es fehlt hier trotzdem insgesamt an einprägsamen Charakteren und das raubt dann leider doch wieder Spannung. Dafür gibt es sogar fast eine Art Score zu hören, was ebenfalls beweist, dass man es mit der Mockumentary nicht ganz so eng sah.
 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Paranormal Activity: Next of Kin“ hätte es weder unter diesem Markentitel, noch sonst irgendwie gebraucht. Wer auf Mysteryhorror abfährt, bekommt aber dennoch ein ganz passables Exemplar geboten. Zwar hat der Film nichts mit der Originalreihe zu tun und die Story könnte viel simpler auch kaum sein, aber wenigstens funktioniert der filmische Aufbau. Hier macht Regisseur Eubank seine Sache zum Glück brauchbar und bietet ein paar echt gut gemachte Szenen. Der gesamte Stil ist etwas unentschlossen und als Mockumentary geht „Next of Kin“ nur bedingt durch. Außerdem bedient man die Markenzeichen der Reihe dann doch eher beliebig. Trotzdem ist der Film handwerklich gut gemacht und die Atmosphäre lässt teilweise einen netten Grusel entstehen. Das ist besonders im mittleren Teil sogar mal recht spannend, vergeht einigermaßen kurzweilig, besitzt aber auch ein zu übertriebenes Finale und zu nichtssagende Figuren. Abgeschlossen wirkt der Film nicht und man darf gespannt sein, ob die Marke „Paranormal Activity“ demnächst weiter gemolken wird. „Next of Kin“ tut jedenfalls nicht weh, ist aber fernab von originell zu verbuchen!
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Paranormal Activity: Next of Kin“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Paranormal Activity: Next of Kin; USA 2021

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Japanisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Lateinamerikanisches Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch, Lateinamerikanisches Spanisch

Bild: 2.39:1 | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Entfernte Szenen (ca. 26 Min.), Alternatives Ende, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 13.10.2022

 

Paranormal Activity: Next of Kin [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

PARANORMAL ACTIVITY: NEXT TO KIN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Paranormal Activity (2007)
 
Paranormal Activity 2 (2010)
 
Paranormal Activity 3 (2011)
 
Paranormal Activity 4 (2012)
 
Paranormal Activity: Die Gezeichneten (2014)
 
Paranormal Activity: Ghost Dimension (2015)