Filmkritik: „The Mangler“ (1995)

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THE MANGLER

Story

 
 
 
Unsympath Gartley (Robert Englund) betreibt in seinem Kaff eine herabgewirtschaftete Wäscherei. Als seine Nichte sich eines Tages schneidet und die Mangel mit Blut benetzt, erwacht ein archaischer Dämon im toten Industrieapparat zum Leben. Der schließt einen Pakt mit Grtley und den anderen Altvorderen des Orts. Sechzehnjährige Töchter gegen Reichtum. Alte Schule. Sapperlot! Da liefert die Maschinerie blütenweiße Ergebnisse und ist doch vom Leibhaftigen besprungen. Polizist Hutton (Ted Levine) und sein Schwager, der engagierte Dämonologe Jackson, machen sich auf, der Teufelsmangel den Scheitan auszutreiben. Der Exorzismus nach katholischem Ritus scheint schonmal Früchte zu tragen. Oder nicht?

 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Kritik

 
 
Tobe Hooper zählt zeitlebens zum erlauchten Kreis von Genrefilm-Regisseuren, deren Namen vor den Titeln auf den Filmplakaten stehen. Heute ist das Usus, einst muss der Name schon Romero, Carpenter oder eben Hooper lauten. All das aufgrund eines spröden Seventies-Studentenfilms mit dem klangvollen Namen THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Danach ist, außer in generell recht durchwachsenen Filmen aufflackernden kleinen Hoffnungsschimmern, nicht mehr viel Positives von den 2017 unerwartet verstorbenen Filmemacher zu berichten. Trotzdem: Unsere Kollegen der früher mal ruhmreichen deutschen Filmzeitschrift CINEMA können THE MANGLER seinerzeit so gar nicht leiden, treffen jedoch in einem Nebensatz mit der Beurteilung des Horrorgenres anno 1995 als „dauerhaft kränkelnd“ voll ins Schwarze. Die goldenen Slasher-Jahre der Achtziger sind lange passé, im Kino läuft Horror nur noch sporadisch. Hauptsächlich werden das wie geschmiert laufende Videothekengeschäft und dessen etwas blutrünstigere Kundenkreise beackert. Von der überraschend großen und kassenträchtigen, dafür eigentlich schon beleidigend uncoolen Behandlung des Horrorfilms als Opfer postmoderner Persiflage – via Wes Cravens üblem SCREAM und so weiter – sind wir bei THE MANGLER zum Glück noch befreit. Auch wenn die Ruhe nur noch ein Jahr währt.
 
 
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Auch unser Hauptdarsteller und Gewohnheitsbösewicht Robert Englund steckt 1995 noch in der misslichen Lage, aufgrund seiner berühmtesten Rolle als Fred Krueger keinen Job außerhalb des siechen Gruselkinos landen zu können. So nimmt er wohl oder übel einiges an mittelprächtig bezahlten Gigs in B-Ware an und hält sich im Geschäft. Im neuen Jahrtausend greift dann die Verliebtheit der Popkultur in ihre Vergangenheit in Form des Retro-Phänomens und Englund fühlt sich wieder wohl. Als seinen heldenhaften Gegenspieler dürfen wir Ted Levine, weg von seiner genialen Darstellung des Unholds Buffalo Bill in Ted Demmes Horror-Mainstream-Crossover-Megaerfolg DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) und noch vor der neuen Karriere als MONK-Fernsehgesicht, bewundern.
 
 
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Kantiges Trash-Monsterkino vom alten Schlag oder Parodie? Wir müssen an dieser Stelle zugeben, uns selbst nicht einig zu sein. Kann ein Film über eine von Dämonen besessene Wäschereimaschine wirklich unkomödiantisch gemeint sein? Wenn die fiese Mangel ihre menschlichen Opfer am Schlafittchen packt und sie mit Dampf zu sauber gefalteten Bettlaken verwurstet, kann man das nur schwerlich ernst nehmen. Andererseits, wieso sollte man?
 
 
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THE MANGLER entspringt den Seiten von Stephen Kings erster Kurzgeschichtensammlung NACHTSCHICHT. Diese im amerikanischen Original 1978 und auf Deutsch 1984 erschienene Anthologie zuvor in Literaturmagazinen veröffentlichter Short Stories des Horror-Großschriftstellers aus Maine kann mit Fug und Recht als eine Petrischale seines Schaffens bezeichnet werden. So finden sich in NACHTSCHICHT die aus Platzgründen sehr kondensierten Urversionen von BRENNEN MUSS SALEM und THE STAND – DAS LETZTE GEFECHT. Dazu einige Geschichten, die ungleich später zu Kino-Ehren kommen. Natürlich die (beinahe) titelgebende SPÄTSCHICHT, KINDER DES ZORNS, QUITTERS INC., MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER, RHEA M. – ES BEGANN OHNE WARNUNG und eben THE MANGLER. Der Film zum hier ebenfalls enthaltenen RASENMÄHERMANN hat bis auf den Titel ja leider nüscht mit der Vorlage zu tun.
 
 
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THE MANGLER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Angenehm unaufgeregter Horror-Trash aus jenen verlorenen Jahren, in denen Horror nur für sein damals kleines Stammpublikum und nicht das gezüchtete Multiplex-Publikum produziert wird. Robert Englund macht, was er am besten kann, nämlich böse und hinterhältig spielen und durch die ausnehmend gut gestalteten Kulissen huschen. THE MANGLER hätte auch gut in den Rahmen von sowas wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT gepasst. Das ist als Kompliment gemeint.
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Zensur

 
 
 
THE MANGLER erschien in Deutschland auf VHS in seiner ungekürzten R-Rated-Fassung mit einer FSK 18-Freigabe. Auch im TV wurde häufig genau diese ungeschnittene R-Rated-Fassung ausgestrahlt. Leider wurde uns in Deutschland die blutigere Unrated-Fassung stets vorenthalten. Dank dem Label NSM Records ändert sich das jetzt. Im Zuge diverse Blu-ray-Veröffentlichungen kommen nun auch deutsche Fans in den Genuss der Unrated-Filmfassung. Diese ist auf allein deutschen Blu-rays enthalten. Das zuvor fehlende Filmmaterial wurde mit deutschen Untertiteln versehen. NSM Records ließ THE MANGLER übrigens neu von der FSK prüfen. Kurioserweise attestierte das Prüfkremium für die Unrated-Fassung eine Jugendfreigabe. Diese ist jetzt ungeschnitten frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E (Remastered Auflage))

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

The Mangler; USA 1995

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: R-Rated Version (Open Matte), Original-Trailer, Deutscher Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD und 16-seitiges Booklet mit Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabook (Cover A-D): 25.08.2017 | Remastered Mediabook (Cover E) 11.09.2020 | BD-KeepCase: 30.10.2020

 

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THE MANGLER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mangler 2 (2002)
 
Scream of the Banshee (2011)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 

Filmkritik: „Mosquito“ (1995)

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MOSQUITO

Story

 
 
 
Nachdem ein Raumschiff abstützt und in einem Sumpf landet, beginnen sich Mosquitos am Blut der Außerirdischen zu laben und verwandeln sich in riesige Monster. Als die mutierten Kreaturen damit beginnen die Bewohner eines naheliegenden Ortes zu terrorisieren , sammelt sich eine kleine Gruppe Überlebender um den Rieseninsekten den Garaus zu machen…
 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Kritik

 
 
 
MOSQUITO ist der Debütfilm von Low-Buget-Filmer GARY JONES, der nach dieser 200.000 Dollar B-Movie Produktion dem Genre weiterhin treu bleiben sollte. Fünf Jahre später inszenierte er den sehr unterhaltsamen Streifen SPIDER ATTACK – ACHTBEINIGE MONSTER (2000). Danach folgte mit CROCODILE II (2002) eine eher laue Fortzsetzung des von TOBE HOOPER im Jahr 2000 inszenierten Tier-Trashs unter gleichem Namen.
 
Mit MOSQUITO hat JONES wohl einen seiner besten Filme abgeliefert. Hier werden all jene Fans zufriedengestellt, die eine Vorliebe für trashige oder campige Filme hegen, welche sich selbst nur selten ernst nehmen. In MOSQUITO musste improvisiert werden, denn das Budget war knapp. Das magere Startkapital sieht man dem Film zwar deutlich an, jedoch gibt es für Freunde von handgemachten Effekten eine ganze Reihe an Schauwerten zu bestaunen. So wurden die riesigen Mosquitos beispielsweise nicht mit Computer-Effekten erzeugt (die zum damaligen Zeitpunkt auch sehr teuer gewesen sein dürften). Stattdessen kommen große Gummipuppen zum Einsatz, die ihren Zweck nicht verfehlen, auch wenn sie in einigen Szenen ein wenig unbeholfen wirken. Das ist die gesunde Portion B-Movie-Charme, die Streifen aus der Mache eines GARY JONES auszeichnen. Einige Effekt-Aufnahmen von kleinen Mosquitos, wie sie jemanden auf der Haut krabbeln und Blut saugen wurden sogar mit Hilfe der guten alten Stop-Motion Technik erzeugt. Andere Aufnahmen, in denen die großen Blutsauger einfach ins Bild geschnitten wurden funktionieren dafür weniger gut.
 
Was den Cast angeht, so gibt es für Horrorfilm-Fans in MOSQUITO ein kleines Highlight zu bestaunen. Gerne-Legende GUNNAR HANSEN übernimmt hier eine größere Rolle und konnte sich einst als Kettensägenkiller Leatherface im Original TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) ein Denkmal setzen. Für die MOSQUITO-Macher Grund genug im Film einen Gag zu platzieren, der auf genau jene Rolle in BLUTGERICHT IN TEXAS anspielt. So betritt HANSENS Figur im Film mit einer riesigen Kettensäge den Raum und spricht: „Hab ich im Keller gefunden. So ein Ding hab‘ ich schon seit mehr 20 Jahren nicht mehr in den Händen gehalten“. Bei soviel Mut zur Selbstironie bleibt bei Horrorfans wahrlich kein Auge trocken.
 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MOSQUITO ist ein durchaus unterhaltsamer Film geworden den man sich allerdings nur ansehen sollte, wenn man etwas mit Trashfilmen oder campigen B-Movies anfangen kann. Die handgemachten Effekte sind nett anzusehen und der Streifen nimmt sich selbst kein Stück ernst, was bei der Thematik auch gut so ist. Für einen Film dieser Art spielen die Schauspieler durch die Bank weg angemessen. GARY JONES kündigte nach dem Verkaufsstart von MOSQUITO eine Fortsetzung an welche 1998 erscheinen sollte. Diese kam jedoch aufgrund der schlechten Kritiken des ersten Teils nie zustande. Vielleicht hätte JONES heutzutage mit seinem Vorhaben mehr Glück gehabt, wenn man bedenkt was Produktionsschmieden wie THE ASYLUM mittlerweile an Schund auf den Zuschauer loslassen. Im Gegensatz dazu kann man MOSQUITO fast schon als oscarreifes Kino betiteln.
 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Zensur

 
 
 
MOSQUITO erschien damals in Deutschland sowohl gekürzt (von New Vision) als auch ungekürzt (von Screen Power) auf VHS. Paragon Movies haben den Film hierzulande am 11. Juli 2014 in seiner unzensierten Fassung mit einer 18er-Freigabe auf DVD veröffentlicht. Den Film veröffentlichten bereits Labels wie Laser Paradise in der DVD-Red-Edition-Reihe uncut.
 
 
 


 
 
 

MOSQUITO – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Paragon Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mosquito; USA 1995

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.33:1

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, das dem Cover der alten RED EDITION ähnelt

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: 11.07.2014

 
 
 

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MOSQUITO – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shark Attack 2 (2000)

Rottweiler – Zum Killen dressiert (1982)

 
Big ass Spider (2013)
 
King Cobra (1999)
 
Blood Lake (2014)
 
Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster (2002)
 
Spiders (2000)
 
Spiders 2 (2001)
 
Camel Spiders – Angriff der Monsterspinnen (2011)
 
Arachnophobia (1990)