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Filmkritik: „Night of the Virgin“ (2016)

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NIGHT OF THE VIRGIN

(LA NOCHE DEL VIRGEN)

Story

 
 
 
Ein Film dessen Handlung auch ein pubertierender Teenager mit Dauererektion zu Papier hätte bringen können. Darin gerät eine männliche Jungfrau in die Fänge einer älteren Dame, die den jungen Mann nicht seiner Unschuld berauben will, sondern … ach, Ihr werdet schon sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Kritik

 
 
 
Die Spanier trauen sich was. Nach umjubelten Gruselfilmen und hektischen Zombie-Krachern wird diesmal die Ekelkeule geschwungen. Das hat man nicht kommen sehen, zeichnet sich doch das spanische Genrekino dadurch aus, stets einen gewissen Anspruch zu bewahren, um auch Feingeister ansprechen zu können. Mit folgendem Streifen werden Erwartungen gebrochen. Die Horrorkomödie NIGHT OF THE VIRGIN ist nämlich aus einem anderen Holz geschnitzt und dürfte damit jedem Fan spanischen Horrorkinos vor den Kopf stoßen. Adé die Zeiten subtilen Grauens – dieser Film setzt auf niedere Instinkte und war bisher damit erfolgreich. Die groteske Horror-Produktion aus Spanien räumte auf Festivals Preise ab und ließ selbst Regisseur ELI ROTH erstaunen. Der urteilte streng und attestierte Mut. In Interviews erklärte der amerikanische Filmemacher, dass der Regisseur hinter NIGHT OF THE VIRGIN weitaus mehr zeigt, als sich Roth selbst trauen würde. Gemeint hat er damit ROBERTO SAN SEBASTIÁN. Der hat mit seinem blutigen Kammerspiel den ersten Spielfilm gedreht und damit auch gleich ins Schwarze getroffen. Bevor jedoch Jubelstimmung aufkommt sei gesagt: NIGHT OF THE VIRGIN ist blutig – keine Frage. Trotzdem ist das Machwerk weit weg von gut. Da hat Spanien schon bessere Tage gehabt.
 
 
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Was predigt Mutti bereits den ganzen Kleinen: Geht nicht mit fremden Leuten mit. Der 20-jährige Nico (JAVIER BÓDALO aus THE DEVIL’S BACKBONE) ist im besten Alter. Während Gleichaltrige Erfahrungen sammeln und junge Frauen daten, ist der unbeholfene Spanier immer noch Jungfrau. Doch das soll sich jetzt ändern. In der Silvesternacht beschließt der junge Mann seine Unschuld zu verlieren, nimmt all seinen Mut zusammen und tanzt auf einer Party attraktive Damen an. Die fühlen sich aber von den Annäherungsversuchen des eher schmächtigen Nicos belästigt und suchen das Weite. Für den Helden unserer kleinen Geschichte eine herbe Enttäuschung. Der steht nämlich unter Druck, weil er seinen Freunden Beweise für den Verlust seiner Unschuld liefern will. Da macht er Bekanntschaft mit der reifen Medea (MIRIAM MARTÍN). Die ist zwar deutlich älter als das Objekt ihrer Begierde, nimmt den unerfahrenen Nico aber mit zu sich nach Hause. Dort ist es zwar nicht sonderlich rein und Statuen einer nackten Gottheit erwecken alles andere als Vertrauen. Dennoch begibt sich die männliche Jungfrau in die Hände der erfahrenen Gastgeberin und erlebt dabei die Hölle auf Erden. Was folgt ist ein ekliger Albtraum aus Erbrochenem, Urin, Ejakulation, Blut und sonstigem Körperschleim in dem sich der Held dieser kleinen Geschichte suhlen wird. Mehr über die absurde Handlung zu verraten, wäre gemein.
 
 
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NIGHT OF THE VIRGIN als neuen Kultstreifen zu bezeichnen ist ein wenig übertrieben. Der Film ist nämlich weder Fisch noch Fleisch und hat ein großes Problem mit dem Tempo. Viel Sitzfleisch wird vorausgesetzt, denn in den knapp zwei Stunden Laufzeit passiert nicht sonderlich viel. Das ist dahingehend enttäuschend, weil NIGHT OF THE VIRGIN im Vorfeld für Furore gesorgt hat. So fand die Horrorkomödie vor allem wegen Ekelmomente auf einschlägigen Filmfestivals Anklang. Dort wurden sogar – ähnlich wie bei Kinovorstellungen des Horrordramas RAW – Kotztüten im Publikum verteilt wurden, um die Vorfreude Ekel-erprobter Zuschauer steigern zu können. Leider ist NIGHT OF THE VIRGIN einer jener Filme, der wohl nur im Kino unter grölenden Gleichgesinnten Freude bereiten wird. Vor der heimischen Glotze verliert der Streifen einen Großteil seines Spaßcharakters und wird stattdessen zum Geduldsspiel. Regisseur ROBERTO SAN SEBASTIÁN nimmt sich zu viel Zeit mit dem Erzählen seiner skurrilen Geschichte. Das dürfte die meisten Horrorfans abschrecken. Die bekommen zwar hin und wieder provokante Szenen mit Körperflüssigkeiten zu sehen, müssen sich aber anschließend durch unwichtige Dialoge kämpfen bis sich der Streifen nach einer gefühlten Ewigkeit in weiteren Geschmacklosigkeiten suhlt. Da werden die Augen schnell schwer, zumal kein Spannungsbogen vorhanden ist und sich auch nicht erschließen will, welcher Sinn sich hinter NIGHT OF THE VIRGIN eigentlich verbergen soll. Filmemacher ROBERTO SAN SEBASTIÁN hat mit seinem ersten Spielfilm einen provokanten und absonderlichen Tabubrecher inszeniert, der durchaus seine Zuschauer finden wird. Letztere benötigen hier nicht nur einen gesunden Magen. Auch der vulgäre Humor ist nicht jedermanns Sache und dürfte den meisten Zuschauer mit seiner beinahe pubertären Primitivität vor den Kopf stoßen. Angesichts mancher Szenen im Film nicht verwunderlich. So wird von Menstruationsblut gekostet oder auf Babyfotos ejakuliert. Nun ja, wer sich bei so Ekelquatsch wie THE GREASY STRANGLER oder KUSO kringelig gelacht hat, wird vermutlich auch NIGHT OF THE VIRGIN als hohe Filmkunst bezeichnen. Wir zumindest haben uns bei NIGHT OF THE VIRGIN über weite Strecken einfach nur gelangweilt.
 
 
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NIGHT OF THE VIRGIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Da hat sich wohl jemand von den tabufreien Anfangswerken des PETER JACKSON und den Anarcho-Exzessen des Spaniers ÀLEX DE LA IGLESIA inspirieren lassen. NIGHT OF THE VIRGIN ist ein Highlight des schlechten Geschmacks und versucht sämtliche Tabus zu brechen. Der Zuschauer bekommt hier zu sehen, was sich so alles aus Körperflüssigkeiten und Lebenssaft machen lässt. Das Resultat ist ein polarisierender Rausch aus Erbrochenem, Urin, Ejakulation, Blut und sonstigem Körperschleim. Trotz tabubrechenden Absichten klingt das alles zu schön um wahr zu sein. LA NOCHE DEL VIRGIN – so wie der spanische NIGHT OF THE VIRGIN im Original heißt – ist leider kein Hit. Der ambitionierte Filmexport hat unter seinem schleppenden Erzählstil zu leiden und wiederholt zu oft die gleichen Handlungsverläufe. Das dürfte die meisten Zuschauer zum frühzeitigen Abschalten bewegen. Weil viele der Ekelmomente erst ab Filmmitte zelebriert werden, könnte es gut sein, dass viele Horrorfans einen Großteil der unappetitlichen Szenen erst gar nicht zu sehen bekommen. Manchmal ist es eben besser, wenn man Filme mit Trompeten und Paukenschlägen einführt, um die Aufmerksamkeit des Publikums für sich beanspruchen zu können. Neuling ROBERTO SAN SEBASTIÁN geht es anders an. Der bombardiert den Zuschauer erst einmal mit unwichtigen Dialogen, bevor überhaupt erst einmal der Titelschriftzug auf der Mattscheibe angezeigt wird. So ähnlich geht es dann auch weiter. Eklige Szenen, die provozieren wollen sind eben nicht alles. In inflationären Horrorzeiten, wie der heutigen muss man sich schon mehr ausdenken, um das Interesse von Genrefans gewinnen zu können.
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Zensur

 
 
 
NIGHT OF THE VIRGIN wurde von der FSK erst für ein volljähriges Publikum freigegeben. Angesichts der nicht jugendfreien Szenen im Film berechtigt. Auf dem Cover der Heimkinofassung klebt das rote FSK-Zeichen: keine Jugendfreigabe. Hierzulande wurde die Horrorkomödie ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 5000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La noche del virgen; Spanien 2016

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnitten Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3666 Stück limitiert

Extras: Absurd Stuff, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Poster, Kotztüte und umfangreiches Booklet. Außerdem ist im Mediabook eine Bonus DVD enthalten. Darauf befindet sich: Making-of, B-Roll, Lost Footage, Kurzfilm „YAYOS“ + einiges mehr!

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 17.11.2017

 

Night of the Virgin – Mediabook [DVD + Blu-ray + Bonus DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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NIGHT OF THE VIRGIN – Mediabook

 
 
 
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Anbieter PIERROT LE FOU veröffentlicht NIGHT OF THE VIRGIN zeitgleich zur herkömmlichen Veröffentlichung im KeepCase auch in einem limitierten Mediabook. Dieses ist auf 3666 Stück limitiert und beinhaltet zusätzlich einen Buchteil sowie ein Poster zum Film und eine Kotztüte als exklusiven Gimmick. Ebenso ist NIGHT OF THE VIRGIN im Buch als DVD und Blu-ray enthalten. Der Inhalt der beiden Scheiben ist identisch mit dem Inhalt der Einzelveröffentlichung. Zusätzlich im Mediabook ist aber noch eine Bonus-DVD enthalten. Diese beinhaltet noch weiteres filmbezogenes Bonusmaterial.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
Meet the Feebles (1989)
 
Bite (2015)
 
Septic Man (2013)
 
Crazy Murder (2014)
 
The Greasy Strangler (2016)
 
Crazy Murder (2014)
 

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Filmkritik: „Better Watch Out“ (2016)

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BETTER WATCH OUT

(SAFE NEIGHBORHOOD)

Story

 
 
 

Eine Babysitterin (OLIVIA DEJONGE aus SCARE CAMPAIGN) erlebt ausgerechnet vor Weihnachten den Horror auf Erden.

 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Kritik

 
 
 
Auch im Horrorfilm passieren manchmal Dinge, die selbst eingefleischte Fans nicht kommen sehen. Da gibt es immer noch Filmemacher, die kreativ sein wollen und es anders machen wollen, als die anderen. Eine lobenswerte Geste, haben vor allem Horrorfans immer wieder das Nachsehen, weil ihnen die ständig gleichen Geschichten von gelangweilten Filmmenschen aufgetischt werden. Denen ist eigentlich nur wichtig, was sich damit verdienen lässt und wie sie mit geringem Aufwand den maximalen Reibach machen können. Überraschenderweise scheint das nicht unbedingt für die Horrorkomödie BETTER WATCH OUT zuzutreffen. Die kommt mal wieder aus Australien, wo neuerdings Grusel-Geheimtipps am Fließband produziert werden. Offenbar kennt man dort die Formel für innovativen Horror den Fans dieses Genre sehen wollen. Der kommt von dort seit Jahren abwechslungsreich, gruselig und vor allem kreativ ins Heimkino. Gott segne Australien.
 
 
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Dass BETTER WATCH OUT eigentlich nur gut werden konnte, war gewissermaßen abzusehen. Hinter der rabenschwarz-bissigen Horrorkomödie steckt nämlich jemand, der vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt hat. CHRIS PECKOVER startete seine Filmkarriere mit dem unerträglich harten und zu Recht kontroversen Thriller UNDOCUMENTED, der leider bis heute keinen Rechteinhaber in Deutschland gefunden hat. Angesichts der dort gezeigten Grausamkeiten verwundert das schon, entstand doch der Film zu einer Zeit in der es Mode war möglichst harten Gewaltnonsens auf Zelluloid zu bannen. In BETTER WATCH OUT wird aber ein Gang zurückgefahren. Gewalt gibt es hier zwar auch zu sehen. Diese wurde aber mit zynischer Note versehen, so dass auch ungeübte Zuschauer am etwas anderen Weihnachtsfest teilnehmen dürfen, ohne gleich vergrault zu werden. Dennoch offensichtlich: Hier muss ein Fanboy am Werk gewesen sein. BETTER WATCH OUT erinnert unschwer an die Filmstreiche von Satansbraten Kevin, der in den KEVIN ALLEIN ZU HAUS-Filmen bösen Menschen mit kindlicher Unbeschwertheit die Leviten liest. Scheinbar haben die Lausbubengeschichten so Eindruck hinterlassen, dass Regisseur CHRIS PECKOVER nacheifert. Das ist aber nichts, was man ankreiden müsste.
 
 
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Gleiches Konzept wie oben genannter Kultfilm aus den 1990ern verfolgt auch der zweite Spielfilm von Regisseur CHRIS PECKOVER, wenngleich das Treiben hier definitiv nicht für Kinder geeignet ist. In BETTER WATCH OUT – der sich im Original übrigens SAFE NEIGHBORHOOD schimpft – soll sich Babysitterin Ashley um den zwölfjährigen Schüler Luke kümmern. Es ist Weihnachtszeit und die Eltern des Jungen wollen sich einen schönen Abend machen. Eine gute Gelegenheit für die attraktive Ashley, um schnelles Geld zu verdienen. Doch die Gute ahnt nichts von den Plänen ihres Schützlings. Der will dem Kindermädchen seine Liebe gestehen, ist er doch schon seit Monaten in die junge Frau verliebt. Leider hat die Babysitterin keine Zeit für Kinderkram. Die hat Stress mit ihrem Freund und versucht die Wogen zu glätten. Das gefällt dem pubertierenden Verehrer gar nicht. Gemeinsam mit Kumpel Garrett versucht er das Herz der Angebeteten zu gewinnen. Doch da klopft es an der Tür und schemenhafte Schatten geistern ums Heim. Will da etwa jemand Spiele spielen? Den jungen Leuten im Haus zumindest wird angst und bange. Ob man sich zu wehren weiß? Filmfans müssen sich auf etwas gefasst machen, denn dieser Abend endet anders als erwartet.
 
 
Jene, die sich den Filmspaß nicht verderben lassen wollen, sollten zum Fazit springen. Was folgt sind nämlich Spoiler, die einen Teil der wendungsreichen Handlung verraten.
 
 
Der australische BETTER WATCH OUT lockt mit irreführendem Trailer. Was dort beinahe im Stile eines KEVIN ALLEIN ZU HAUS übertrieben schwarzhumorig zum Kauf animieren will, ist im fertigen Film dann doch mehr Ernst als Spaß. Regisseur CHRIS PECKOVER will sich abheben. Der Zuschauer bekommt hier nicht das zu sehen, was er erwartet. So ändert der Film nach knapp zwanzig Minuten seine Richtung. Statt dem Fan austauschbares Slasher-Futter aufzutischen in dem ein Babysitter von maskierten Irren terrorisiert wird, versteckt sich der Psychopath diesmal hinter engelsgleichen Augen. Das hat man nicht kommen sehen, denn Dank falscher Fährten bleibt lang verborgen, wohin die Reise wirklich gehen wird. Glanzstück dieses unvorhersehbaren Weihnachts-Horrors ist zweifelsohne Jungdarsteller LEVI MILLER. Der macht es dem ehemaligen Kinderstar MACAULY CULKIN gleich. Was nur die wenigsten wissen: Der damals noch umworbene Jungschauspieler versuchte in den 1990ern auch mal eine andere Seite zu zeigen. Im Psychothriller DAS ZWEITE GESICHT wagte er einen Versuch, das ihm auferlegte Kinderstar-Image abzulegen. Das Resultat war ein solider Horrorthriller bei dem Culkin bewies, dass er zur Abwechslung auch „böse“ kann.
 
 
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In dessen Fußstapfen tritt nun auch der erwähnte LEVI MILLER. Der zeigt in BETTER WATCH OUT locker-flockig, dass er eigentlich gar nicht nett ist, wie man auf den ersten Blick vermuten würde. Die von ihm verkörperte Filmfigur Luke entpuppt sich im Verlauf dieses Horrorstreifens als das Böse in Menschengestalt. Der unschuldig dreinschauende Antiheld handelt manipulativ und skrupellos, wobei nachvollziehbare Beweggründe leider fern bleiben. Das ist auch schon eines der größten Mankos, des ansonsten tadellos inszenierten Psychothrillers. Sonderlich schlau wird man aus der Verwandlung vom Engel zum Teufel nicht. Luke radiert aus Liebe zu Babysitterin Ashley Konkurrenten aus und verschleiert am Ende Spuren, in dem er seine grauenvollen Taten anderen in die Schuhe schieben will. Wie er seinen Plan erreichen möchte, macht nicht immer Sinn. Aber sind wir doch ehrlich: BETTER WATCH OUT ist eben auch nur ein Horrorfilm mit Hang zum Polarisieren und Schockieren.
 
 
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Letzteres gelingt ganz gut. Je näher man sich der Zielgerade nähert, umso öfters bleibt das Lachen im Halse stecken. Der anfangs eingeschlagene Humor verliert nämlich schnell seine Wirkung, je kompromissloser der Film voranschreitet. Der Minipsychopath schreckt bald nicht mehr vor Mord zurück und lässt sich perfide Tötungsarten einfallen. Die werden zwar schwarzhumorig zelebriert. Wirklich lustig wirkt das grausame Treiben aber irgendwann nicht mehr – vermutlich auch, weil es befremdlich ist zu sehen, dass es Kindern Spaß bereitet zu morden. Immerhin bekommt der Nachwuchskiller am Ende sein Fett weg. Eine Genugtuung für den Zuschauer, der dem Bengel für sein unverfrorenes Verhalten dann doch gern mal die Ohren langziehen möchte. Spätestens hier sieht man mal wieder, wie wichtig gutes Schauspiel für einen Film ist. Hauptdarsteller LEVI MILLER (im wahren Leben Model) schafft es trotz kontroverser Rolle Eindruck zu hinterlassen. Etwas, das selbst alteingesessenen Erwachsenendarstellern nicht immer gewinnt. Vor so einer Glanzleistung kann man schon mal den Hut ziehen. Chapeau!
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Bitterböse Weihnachts-Horror bei dem das Lachen im Halse stecken bleibt je näher der Streifen seinem Ende entgegenfiebert. BETTER WATCH OUT hat zwei Asse im Ärmel. Das eine ist sein unschuldig dreinschauender Antiheld. Das andere ist die Geschichte selbst, die sogar erfahrene Allesseher mit unvorhersehbarer Wendung vor den Kopf stößt. Um sich den Überraschungsmoment nicht verderben zu lassen, wäre es angebracht so wenig über den Film zu lesen, wie möglich. Der geht nämlich vollkommen andere Wege, wie es der Trailer zum Film dem Zuschauer vorgaukeln will. Leider verdirbt jeder Spoiler den Spaß. Demzufolge halten wir uns diesmal mit Details im Fazit bedeckt und empfehlen die ausführliche Kritik erst nach dem Filmgenuss zu lesen. Fakt ist, dass BETTER WATCH OUT endlich mal wieder frischen Wind in das eingerostete Horrorgenre bringt. Der Film macht technisch alles richtig und schaut nach Kinoproduktion aus. Weil auch die Schauspieler ihre Sache gut machen, kann man sich nach den vielen schnell und günstig gedrehten Low-Budget-Gurken der letzten Monate endlich mal wieder zurücklehnen und genießen. Aber: Wer über derbe Späße nicht lachen kann, ist bei BETTER WATCH OUT an der falschen Adresse. Die Horrorkomödie besitzt einen sonderbaren Humor, der vermutlich nicht jedem Filmfan zusagen dürfte. Denn auch wenn der Trailer leichten Comic-Humor im Schlage eines KEVIN ALLEIN ZU HAUS vermuten lässt, hat es dieser Horrortipp faustdick hinter den Ohren. BETTER WATCH OUT ist zwar ein Weihnachtsfilm, aber definitiv nichts für Kinder.
 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Gewaltmomente zu sehen, bei den meisten wird aber nur angedeutet oder sie passieren im Off. Daher dürfte der Streifen hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten. BETTER WATCH OUT wird im Januar 2018 über Constantin Film veröffentlicht.

 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)
 
Mikey (1992)
 
Kevin – Allein zu Haus (1990)
 
Kevin – Allein in New York (1992)
 
Tötet Mrs. Tingle! (1998)
 


Filmkritik: „Ryde“ (2016)

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RYDE

Story

 
 
 

Wenn der Tod am Steuer sitzt. Ein Serienkiller ist als Taxifahrer in Los Angeles unterwegs und ermordet Menschen.

 
 
 


 
 
 

RYDE – Kritik

 
 
 
Spätestens seit HITCHER – DER HIGHWAY KLLER wissen Horrorfans, dass man besser dreimal überlegt zu Fremden ins Auto zu steigen. Hier kann schon gern mal jemand sitzen, der es mit seinen Fahrgästen nicht sonderlich gut meint. Leider ist diese mahnende Botschaft immer noch nicht bei Protagonisten in Horrorfilmen vorgedrungen. Die krabbeln nicht selten leichtfertig auf Rückbänke und wundern sich dann, wenn sie von Polizisten in Teilen zerhackt aus Straßengräben gefischt werden. Natürlich wird im folgenden RYDE keine Ausnahme gemacht. Auch hier vertrauen ahnungslose Menschen vermeintlich hilfsbereiten Taxifahrern und werden dafür mit dem Tod bestraft. Das kommt vermutlich bei Fans fürs Grobe gut an. Der Hauptdarsteller geht nämlich nicht zimperlich vor und macht auch gern mal von Schlagringen Gebrauch, um seinen Opfern den Kopf zu zermatschen. Regisseur BRIAN FRANK VISCIGLIA hat sich die Geschichte vom Gewaltrausch eines Serienkillers ausgedacht und mit RYDE seinen ersten Langfilm fabriziert. Bei dem hat der Newcomer Regie geführt und gleichzeitig mit am Drehbuch geschrieben. Visuell wurde ganze Arbeit geleistet, denn das Resultat schaut ganz ordentlich aus. Dennoch bekommt man das kalte Grausen, wenn man sieht, was hier verbrochen wurde. Die Geschichte ist rudimentär und zielt auf niedere Instinkte ab. Wer mehr erwartet als plakative Gewalt und dumme Figuren, ist bei RYDE an der falschen Adresse.
 
 
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Handlanger des Sensenmanns. Im Film RYDE nutzt ein Serienkiller eine neumodische Taxi-App aus, um so leichter Opfer zu finden, die er um die Ecke bringen kann. Interessierte können mit ihrem Smartphone eine Fahrt buchen und werden zum Wunschziel chauffiert. Das nutzt Paul (DAVID MACHS) aus, der im Film offenbar einen Hass gegenüber Menschen hegt und möglichst viele von ihnen meucheln will. Er tötet den Fahrer einer der Taxis und nimmt dessen Position ein. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Killer Paul düst durch die Nacht und befördert Gäste direkt ins Jenseits. Aber auch Serienmörder geraten irgendwann mal an ihren Meister. Den findet Paul in der schwangeren Jasmine (JESSICA SERFATY aus V/H/S – VIRAL). Die ist schön und schlau dazu, denn schnell wittert die attraktive Kundin, die wahren Ambitionen ihres nicht minder attraktiven Chauffeurs. Der scheint von seinem neuen Fahrgast fasziniert zu sein. Leider vergisst Paul bei Annäherungsversuchen sein wahres Gesicht zu verbergen und stößt bei Baggerarbeiten auf Granit. Die Liebe ist halt kein einfaches Spiel.
 
 
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RYDE ist Schmarn, denn irgendwie will nicht so recht einleuchten, was uns Regisseur BRIAN FRANK VISCIGLIA mit seinem ersten Langfilm sagen will. Hier bleibt weitestgehend unklar, warum ein Killer Menschen tötet. Handelt es sich um die Lust am Töten, ist es Rache an der Menschheit oder hat der Mörder in RYDE einfach nur einen an der Klatsche. Sonderlich viel erfährt der Zuschauer nicht über den Antagonist, obwohl er vom Publikum auf Schritt und Tritt bei seiner Arbeit begleitet wird. Macher VISCIGLIA verzichtet gänzlich darauf seine Hauptfigur zu studieren. Das macht das Treiben austauschbar und den Horrorthriller nicht sonderlich spannend. Protagonist Paul schlachtet unsympathische Fahrgäste ab und lässt das Publikum an seinen Gewaltausbrüchen teilhaben. Eine interessante Geschichte mit Charakterstudie gibt es nicht. Offenbar war man ausschließlich darum bestrebt Schauwerte zu bieten. Die gibt es hier zuhauf und werden auch noch lang zelebriert. Angesichts ähnlich gestrickten Filme wie ALEXANDRE AJAS MANIAC, SIMON KILLER oder THE BOY irgendwie enttäuschend. Genannte Thriller nahmen sich Zeit um die Psyche kranker Serienmörder ausführlich zu erforschen. Tiefgang lässt RYDE hingegen missen und ist daher verschwendete Zeit!
 
 

 
 


 
 
 

RYDE – Fazit

 
 
 

4 Punkte Final

 
 
 
Handwerklich Top – inhaltlich ein Flop. Beliebiger Serienkiller-Streifen, der irgendwie kaum Sinn ergibt. Hier steigen wahllos Menschen in ein Taxi, die dann wenig später vom Fahrer reißerisch um die Ecke gebracht werden. Eine Geschichte mit Tiefgang, Charakterentwicklung oder gar Spannung gibt es nicht. Stattdessen werden Zuschauer von Mord zu Mord getrieben und bekommen dabei zu sehen, was Drehbuchschreiber auf Papier kritzeln, wenn sie keine Ideen besitzen. Herzstück von RYDE sind nämlich dessen Morde. Mit mehr kann der Thriller leider nicht glänzen. Überflüssiger Blödsinn, der Zeit für das Schauen von besseren Filmen raubt.
 
 
 


 
 
 

RYDE – Zensur

 
 
 
RYDE ist sehr zeigefreudig und kaltschnäuzig. Die Morde werden zudem lang zelebriert. Ein Gesicht wird mit einem Schlagring so lang „bearbeitet“, bis der Kopf sich vom Körper löst. Es wird mit einem Draht ein Mann erwürgt. Weiterhin werden Köpfe zertreten und mit Messern so lange in Körper gerammt, bis das Opfer an seinen Qualen verendet. RYDE dürfte hierzulande nur für ein Erwachsenenpublikum freigegeben werden: keine Jungendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

RYDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Vega Entertainment | Ryde Film LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
I Saw the Devil (2010)
 
The Hitcher (2007)
 
The Hitcher (1986)
 


Filmkritik: „Hounds of Love“ (2016)

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HOUNDS OF LOVE

Story

 
 
 

Auch Serienkiller brauchen Liebe. In HOUNDS OF LOVE bringt Liebesentzug die Ehe eines Psychopathen-Duos ins Wanken.

 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Film über die Bestie Mensch. Diesmal zeigt sie sich in Form eines Pärchens, das während der 1980ern in australischen Vororten ihr Unwesen treibt, um dort ahnungslosen Teenagerinnen aufzulauern. Die entführen minderjährige Mädchen und halten diese in ihrem Heim fest. Dort durchleben die Opfer die Hölle auf Erden. Sie werden vergewaltigt, missbraucht und letztendlich getötet. Doch auch Serienmörder geraten irgendwann einmal an ihre Meister. Der verbirgt sich in der rebellischen Vicki. Die Jugendliche hat zu Hause ihre Probleme und kommt mit der Mutter nicht klar. Weil die ihr verbietet eine Feier zu besuchen, geht die Heranwachsende einfach heimlich zur Sause und trifft unterwegs besagtes Mörderduos, das für die Teenagerin Taxi spielen will. Weil Vicki keine Gefahr ahnt, springt sie ins Auto und freut sich auf Freunde, Alkohol und Party. Doch alles kommt anders. Das Mädchen wird entführt und im Heim des Killerpaars auf eine Liege gekettet. Dort muss sie schreckliche Dinge über sich ergehen lassen. Trotz Martyrium ist Vicki wachsam. So erfährt das Opfer, dass in dieser Beziehung einiges falsch läuft. Während Psychopath John (unberechenbar und abgebrüht: STEPHEN CURRY) daheim perverse Neigungen auslebt, duldet Gattin Evelyn Abscheulichkeiten aus Liebe. Doch hinter der Fassade bröckelt es. Offenbar ist Evelyn in ihrer Ehe nicht mehr glücklich, denn emotionale Abweisungen stehen an der Tagesordnung. So nutzt die Jugendliche emotionale Diskrepanzen aus und bringt das Paar gegeneinander auf. Was folgt ist harter Tobak – exzellent gespielt und schockierend verfilmt.
 
 

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Was man nicht alles aus Liebe tut. HOUNDS OF LOVE ist schwer verdaulicher Stoff, den man nicht mal so nebenbei sieht. Der Film zeigt in deprimierenden und ungeschönten Bildern den emotionalen Abstieg einer Frau, die aus Liebe zur Mittäterin wird. Schauspielerisch befindet sich das von BEN YOUNG inszenierte Psychodrama auf hohem Niveau und hebt sich demnach lobenswert von den üblichen Indie-Konsorten ab, die man sonst so im Horror-Bereich vorgesetzt bekommt. Zu verdanken ist dies Darstellerin EMMA BOTH. Die liefert eine Glanzleistung ab und verkörpert im Film den weiblichen Part eines skrupellosen Psycho-Duos, das mit seinen Opfern keine Gnade kennt. Ihr wird besondere Aufmerksamkeit zuteil, denn während sich das neue Opfer Vicki und Täter-Gatte John in ihren Rollen kaum weiterentwickeln, erlebt die von Both gespielte Evelyn in HOUNDS OF LOVE eine qualvolle Lektion in Sachen Liebe. Dank der neuen Gefangenen komnt die emotional abhängige Kriminelle zur Erleuchtung. Die ringt vergebens nach Nähe, Liebe und Verständnis, wird aber vom Göttergatten abgewiesen. So hinterlassen emotionale Wunden tiefe Narben und führen in ein unbequemes Finale, das Erlösung und Qual zugleich ist.
 
 

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In HOUNDS OF LOVE weht ein rauer Wind. Hier zeichnet sich früh ab, dass das Streben nach unerwiderter Liebe mit Chaos enden muss. Das wird vor allem am ungemütlichen Ton des Streifens bemerkbar. HOUNDS OF LOVE wird mit laufender Spielzeit beklemmender und deutet früh an, dass der etwas andere Liebesfilm mit großem Knall enden muss. Filmemacher BEN YOUNG baut subtile Spannungen zwischen seinen Antihelden auf, die schlussendlich zur Katastrophe führen. Unerfahrene Zuschauer dürften damit Probleme haben, denn auch wenn nicht viel Gewalt gezeigt wird, sind die Geschehnisse im Film hart anzuschauen. Hier wird Kopfkino in Bestform zelebriert. Das dürfte wohl auch der Grund dafür sein, dass HOUNDS OF LOVE auf einschlägigen Festivals von Kritikern und Publikum mit Lob überhäuft wurde. BEN YOUNG beschwört mit wenig Mitteln maximales Unbehagen herauf und lässt Figuren wie Zuschauer an Grenzen gehen. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. HOUNDS OF LOVE ist ein gutes Beispiel dafür, dass sehenswerte Genrefilme nicht zwangsläufig Effekthascherei, explizite Gewalt und Spezialeffekte benötigen. Erfahrenes Schauspiel und durchdachtes Drehbuch sind alles. Wir ziehen unseren Hut.
 
 

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HOUNDS OF LOVE – Fazit

 
 
 

8 Punkte Final

 
 
 
Ein Brett von Film – schockierend, ungemütlich und dennoch ergreifend. HOUNDS OF LOVE zeigt den erschütternden Weg in die Freiheit – doppelbödig und tiefgründig. Den suchen im Film zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die eine hier das Opfer ist und versucht aus den Fängen eines Psychopathenpaars zu entkommen, entpuppt sich die andere als personifiziertes Böse und sucht ebenfalls einen Weg, um sich Fesseln entledigen zu können. Es ist mal wieder die Liebe, die an Grenzen gehen und über sich hinauswachsen lässt. Im Falle von HOUNDS OF LOVE leidet die Komplizin eines Mörders an Liebesentzug. Die tut alles daran, um den Liebsten glücklich zu machen, wird aber als Gegenleistung für Mühe mit Füßen getreten. Das sorgt für eine emotionale Talfahrt und der Suche nach Wegen raus aus dem Liebesgefängnis. HOUNDS OF LOVE braucht keine Hochglanzbilder und makellose Jungschauspieler. Der Streifen schockiert mit ungeschönter Bilderflut und depressiver Grundstimmung. Das lässt das Psychodrama irgendwie authentisch wirken und erinnert daran, zu was Menschen fähig sein können, wenn sie geliebt werden wollen. Hinter HOUNDES OF LOVE steckt das Psychogramm einer emotional abhängigen Frau, das definitiv nicht kalt lässt. Somit kein einfach verdaulicher Stoff, sondern harter Tobak mit Tiefgang, Hintergrund und Anspruch. Letzterer hat sich seit einiger Zeit im Genrefilm sehr rar gemacht. Gut, dass er wieder da ist. Der tut nämlich dringend Not.
 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Zensur

 
 
 
In HOUNDS OF LOVE wird explizite Gewalt nur sehr selten eingesetzt. Die meisten Grausamkeiten werden nur angedeutet, passieren im Off oder bekommt man nur zu hören. So wird ein Teenager missbraucht, ein Hund zu Tote getreten, ein Mädchen abgeschlachtet und mit Messer in einen Körper gestochen. Wer glaubt, dass das alles harmlos ist, wird schnell eines Besseren belehrt. HOUNDS OF LOVE fühlt sich sehr hart an, weil hier Kopfkino aktiviert wird. Trotzdem hat es eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Indeed Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Indeed Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hounds of Love; Australien 2016

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Interviews, Make-up-Effekte, Kurzfilm: Something Fishy, Trailer, Trailershow | im Mediabook zusätzlich: 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 20.10.2017

 

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HOUNDS OF LOVE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Indeed Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack Ketchum’s Evil (2007)
 
An American Crime (2007)
 
Chained (2012)
 
3096 Tage (2013)
 


Filmkritik: „Dislike“ (2016)

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DISLIKE

(DIZLYKE | Дизлайк)

Story

 
 
 

Das Video-Blogger Massaker: Sieben Internet-Blogger werden in eine Villa gelockt und dort abgeschlachtet. Nur wer zeichnet für dieses Blutbad verantwortlich?

 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Kritik

 
 
 
Jede Generation hat ihre Stars. Während man in den 1980ern Actionhelden wie ARNOLD SCHWARZENEGGER oder SYLVESTER STALONE im Kino huldigte, hat sich mittlerweile das Blatt gewendet. Künstler aus Film und Fernsehen sind bei Teenagern von heute Schnee von gestern. Idole werden in der heutigen Zeit im Internet geboren. Da verwandeln sich plötzlich normale Menschen von nebenan in Superstars, weil sie in der Freizeit private Blogs oder Youtube-Kanäle pflegen auf denen sie mehr oder weniger brauchbare Informationen in die Jugendzimmer bringen. Dabei sind es vor allem Vlogger, die seit Jahren wie Pilze aus dem Boden wachsen. Darunter versteht man junge Menschen, die im Internet Videos verbreiten, in denen sie Produkte testen, über Lifestyle reden oder sich einfach nur selbst inszenieren. Genau jenen Leuten geht es im folgenden Film an den Kragen. Offenbar sind die so genannten Videoblogger dem Regisseur PAVE RUMINOV ein Dorn im Auge. Anders lässt sich nicht erklären, warum er diese Leute in DISLIKE beinahe zynisch über die Klinge springen lässt und sich am Ende auch noch kritisch über die Mechanismen sozialer Medien äußert. Da steht wohl jemand auf Kriegsfuss mit Facebook, Youtube und Co.
 
 
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Sieben großkotzige Videoblogger erleben in DISLIKE (im Original: DIZLAYK) nichts Gutes. Die sind im Internet gefeierte Stars und werden deshalb einen Tag vor Weihnachten in eine Villa geladen, um dort für einen Energy-Drink Promotion zu betreiben. Doch die Einladung ist nur Tarnung. Kaum dort angekommen kippt die zuvor heitere Stimmung um. Einem der Teilnehmer wurde eine Bombe um den Kopf geschnürt. Die zündet und sendet den Blogger in die ewigen Jagdgründe. Das kommt bei den Anwesenden gar nicht gut an. Die sind plötzlich nicht mehr so vorlaut und bekommen es mit der Angst zu tun. Eine mysteriöse Stimme schallt aus einem Lautsprecher und gibt Anweisungen. So sollen die Vlogger herausfinden wer hier Schindluder treibt. Wer sich sträubt und nicht mitspielen will, wird sofort getötet. Da werden Lebensinstinkte aktiviert. Leider zieht durch die Räume ein maskierter Killer, der das Raten zusätzlich erschwert. So kommt was kommen muss. Einer nach dem anderen stirbt – abwechslungsreich und blutig. Slasher-Fans kommen da natürlich auf ihre Kosten.
 
 
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Auch in Russland sind Opfer in Slasher-Filmen nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. In bester SCREAM- und SAW-Manier müssen die in DISLIKE Spiele spielen und während einer schwarzhumorigen Ratestunde abwechslungsreich ihr Leben lassen. DISLIKE wurde nach amerikanischem Vorbild gezimmert und erweckt – mal abgesehen von sprachlichen Barrieren – nicht den Anschein, dass der Streifen in Russland gedreht wurde. Regisseur PAVE RUMINOV präsentiert makellose Bilder in MTV-Clip-Ästhetik und macht es so vielen neueren Produktionen gleich, die mit viel Geld in Amerika für ein junges Kinopublikum fabriziert werden. Trotz hanebüchener Story und Figuren aus dem Horrorfilm-Baukasten kann der Slasher was. Das mag an der lückenlosen Inszenierung liegen, die straff durchorganisiert wurde. Der Film besitzt kaum Längen und konzentriert sich auf das Wesentliche. Im Falle von DISLIKE ist das das Ausradieren unsympathischer Jungdarsteller, die unter Einsatz schwarzen Humors das Zeitliche segnen. Da erklingt der Weihnachtsklassiker „Jingle Bells“ sobald Opfer um die Ecke gebracht wurden. Aber auch der Spielmoderator unterstreicht das Treiben mit boshaften Sprüchen, um das Publikum vor der heimischen Glotze zu erheitern. Nicht zum Lachen ist dagegen den Filmhelden selbst zumute. Die erleben den Terror ihres Lebens und werden durch diverse Filmwendungen gejagt, um die Identität des Killers möglichst lang hinauszögern zu können. Regisseur PAVE RUMINOV hat dabei seine Hausaufgaben mit nötiger Sorgfalt gemacht. Der Film zitiert gründlich und ausgiebig amerikanische Slasher-Klassiker und ist darin sogar richtig gut. Erfahrene Zuschauer werden Zitate und Anspielungen erkennen. Horrorfilmneulinge können sich dagegen auf kompromissloses Abschlachten dummer Teenager freuen. Ein zynischer Horrorspaß mit reichlich Blut. 7 Points goes to Russia.
 
 
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DISLIKE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nicht übel was da Putins Knechte fabriziert haben. Bitterböse Schlachtplatte aus Russland. Regisseur PAVE RUMINOV rechnet in DISLIKE (Originaltitel: DIZLAYK) mit Möchtegern-Stars aus dem Internet ab, die seit einigen Jahren Teenager zum Kreischen bringen und Erwachsene ratlos mit dem Kopf schütteln lassen. Der Filmemacher überrascht mit deftigem Blutbad und äußert aber auch subtile Kritik an der Generation Youtube, wo die Gier nach Klicks und Likes bei jungen Menschen gern mal den Verstand vernebelt. DISLIKE ist ein Horror-Slasher nach amerikanischem Vorbild. Der Streifen besitzt reichlich schwarzen Humor und geht mit seinen Opfern nicht zimperlich um. Die Todesarten sind abwechslungsreich und der Killer im Film kennt keine Gnade mit seinen dummen Opfern. Das dürfte hungrigen Horrorfans gefallen, die hier schnörkelloses Ausradieren zu sehen bekommen – ohne Längen und überflüssiges Brimborium. Für Slasher-Fans ein Fest.
 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Zensur

 
 
 
Ist das im Film Youtuberin SHIRIN DAVID? Man muss schon zweimal hinschauen, um erkennen zu können, dass die russische Schauspielerin MARIYA VEY der bekannten Vloggerin aus Deutschland wie aus dem Gesicht geschnitten ist. DISLIKE ist für einen Slasher recht blutig geraten. Es explodieren Köpfe, Kehlen werden durchgeschnitten und Messer oder Äxte bohren sich durch Fleisch, als wäre es Butter. Hierzulande gibt es für DISLIKE vermutlich eine Freigabe für Erwachsene mit rotem FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
#Horror (2015)
 
Who’s Next (2012)
 
The Den (2013)
 
Devil’s Domain (2016)
 
Unfriend (2016)
 


Filmkritik: „It Stains the Sands Red“ (2016)

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IT STAINS THE SANDS RED

Story

 
 
 

Eine junge Frau irrt orientierungslos durch die Wüste von Nevada während ihr ein Zombie auf Schritt und Tritt folgt.

 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Kritik

 
 
 
Zombies, Zombies und irgendwie kein Ende. Seit GEORGE A. ROMERO mit NIGHT OF THE LIVING DEAD den Grundstein für moderne Zombiefilme gelegt hat, wurden über die Jahrzehnte so viele ähnlich gestrickte Filme von ambitionierten Regisseuren gedreht, dass wohl eigentlich niemand weiß wie viele es unterm Strich wirklich sind. Leider haben sich über die Jahre Abnutzungserscheinungen bemerkbar gemacht. Weil die meisten Zombiefilme nach immer gleichem Schema gezimmert wurden und oft mit minimalem Budget zu kämpfen hatten, genoss der Zombiefilm vor allem in den letzten Jahren keinen guten Ruf. Dem wirkten aber kreative Filmemacher mit innovativen Ideen entgegen. Dank Frischzellentherapie entstanden zuletzt Streifen wie WARM BODIES, THE GIRL WITH ALL THE GIFTS oder DEAD SNOW 2, die dem angestaubten Zombie-Genre frischen Wind einverleibten und es so wieder bei gelangweilten Horrorfans interessant machen konnten. Auch Regisseur COLIN MINIHAN weicht mit IT STAINS THE SANDS RED vom üblichen Zombie-Einerlei ab. Der ist eigentlich Teil der in Horrorkreisen bekannten VICIOUS BROTHERS und zeichnet zusammen mit Kollegen STUART ORTIZ für Horrorware wie EXTRATERRESTRIAL, GRAVE ENTCOUNTERS sowie der nicht mehr ganz so gelungenen Fortsetzung GRAVE ENCOUNTERS 2 verantwortlich. Mit einem etwas anderen Zombiefilm geht VICIOUS BROTHERS-Mitglied COLIN MINIHAN aber erstmals eigene Wege und legt ungewöhnlichen Horrorstoff ab, der nicht ohne Grund auf Filmfestivals gelobt wurde.
 
 
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Auch dem IT STAINS THE SANDS RED liegt ein postapokalyptisches Weltuntergangsszenario zugrunde. Das ist aber hier eher Nebensache, denn warum und weshalb sich im Film plötzlich Menschen in Zombies verwandeln, bleibt weitestgehend ungeklärt. Im Mittelpunkt steht Stripperin Molly (BRITTANY ALLEN aus FARHOPE TOWER), die mit dem zwielichtigen Lover Nick durch die Wüste von Nevada düst, um auf einem kleinen Flugplatz vor der unaufhaltsamen Zombie-Seuche fliehen zu können. Leider erleidet der Wagen unterwegs eine Panne, was eine Reihe ominöser Umstände entfacht. Das Paar wird plötzlich von einem Zombie (JUAN RIEDINGER) attackiert. Minuten später ist Kleinganove Nick tot und Koksliebhaberin Molly auf der Flucht. Die irrt durch staubige Wüstenlandschaft und hofft auf Hilfe. Doch der hungrige Untote von der Landstraße folgt ihr auf Schritt und Tritt. Da ist guter Rat teuer, denn die wandelnde Leiche ist bald das kleinere Problem. Hier draußen herrschen andere Gesetze und auch Mutter Natur kennt kein Erbarmen mit drogenabhängigen Clubtänzerinnen. So muss sich die erschöpfte Molly in Richtung Zivilisation durchkämpfen und unzumutbare Temperaturen erdulden. Ob es dieser Film mit seiner Heldin am Ende gut meint?
 
 
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Wenn sich aus Flucht eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. IT STAINS THE SANDS RED geht das Thema Zombieapokalypse etwas anders an. Statt Rudel von infizierten Personen fressgeil durch Hauptstädte zu jagen, fokussiert sich dieser Streifen auf eine Person, die auch nur von einem Zombie verfolgt wird. Das hört sich auf den ersten Blick langweilig an, ist es aber keineswegs. IT STAINS THE SANDS RED bietet Abwechslung und vermischt Versatzstücke unterschiedlicher Genres miteinander, was dazu führt, dass sich der Streifen in keine Schublade pressen lässt. So streift der Film Komödie, Zombie- aber auch Wüsten-Horror und macht sogar einen kurzen Abstecher ins Rape-and-Revenge-Fach. Regisseur COLIN MINIHAN verzichtet weitestgehend auf klassische Zombie-Klischees. Stattdessen führen im Film Hitze, Wassermangel und Orientierungslosigkeit zu viel größeren Problemen. Heldin Molly gehen nämlich schon bald Kippen, Koks und Alkohol aus. Das sorgt für ein Desaster, denn so wird die Protagonistin von der Realität eingeholt, die leider alles andere als rosig aussieht. Offenbar hat Molly in der Vergangenheit Tragisches erlebt. Weil Drogen nun nicht mehr den Verstand vernebeln, münden traumartigen Erinnerungsszenen zunehmend in eine Identitätsfindung. Da kommt ihr verwesender Verfolger gerade recht. Der verwandelt sich plötzlich vom gefräßigen Nimmersatt in einen verständnisvollen Begleiter und hilft der desorientierten Filmfigur aus so manch heikler Situation. Letztere erkennt schon bald, dass im toten Körper immer noch Menschlichkeit schlummert und dankt dem neuen Zombiefreund zunehmend mit Respekt und Achtung. Erfahrenen Horrorfans dürfte beschriebene Thematik nicht unbekannt sein. Bereits Zombievater GEORGE A. ROMERO gab in DAY OF THE DEAD zu verstehen, dass Zombies – trotz primitiver Instinkte – immer noch Menschen sind. Ein interessanter Ansatz den Regisseur COLIN MINIHAN daher verfolgt. Der lässt IT STAINS THE SANDS RED aus der verstaubten Zombie-Ecke hervorstechen und hebt den Streifen über den Durchschnitt. Wer daher im Zombie-Genre nach Neuerungen sucht, dürfte mit diesem unkonventionellen Horrordrama gut beraten sein.
 
 
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IT STAINS THE SANDS RED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der ungewöhnlichsten Zombiefilme, die bisher über die Mattscheibe geflimmert sind. Der Film mit der ungewöhnlichen Titelkreation dürfte vermutlich falsche Erwartungen schüren. IT STAINS THE SANDS RED ist keine Zombie-Fress-und-Gewalt-Granate wie man es bei einem derart reißerischen Titel vermuten würde. Im Genre-Mix wird viel gelaufen, getrunken und gekokst. Gefressen und gesplattert dafür umso weniger. IT STAINS THE SANDS RED schwankt zwischen grotesk und humorvoll. Da wird ein blutgetränkter Tampon als Zombie-Köder benutzt oder ein Schlauchboot an einen Zombie gebunden, damit die Hauptdarstellerin im Film ihr Gepäck nicht selbst durch die Wüste tragen muss. An absurden Einfällen wird nicht gespart. Das macht IT STAINS THE SANDS RED interessant, der aber vermutlich nicht bei allen Zombiefans gut ankommen dürfte. Der Film lässt sich nämlich viel Zeit und sonderlich viel passiert auch nicht. Wer sich dessen bewusst und offen für Neuerungen im Zombie-Genre ist, könnte hier aber dennoch gut unterhalten werden. Der Grund: IT STAINS THE SANDS RED geht nicht gleichen Weg, wie die gefühlt letzten 1000 Streifen gleicher Art. Da sieht man gern über Länge hinweg, schließlich bekommt man nicht alle Tage Zombiefilme vor die Linse, in denen lebende Leichen plötzlich jene beschützen, die sie eigentlich verspeisen würden.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Zensur

 
 
 
Für einen Zombiefilm ist IT STAINS THE SANDS RED nicht sehr brutal. Es gibt wenige kurze Fressszenen zu sehen. Darin knabbert der untote Antiheld an Hälsen und zieht Gedärme aus den Körpern seiner Opfer. Am Ende greift auch Hauptfigur Molly zum Mordwerkzeug und macht einigen Zombies den Garaus. Gezeigtes wäre eigentlich FSK16-tauglich. Dennoch gab es von der FSK für diesen ungewöhnlichen Zombiefilm eine Erwachsenenfreigabe: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: It Stains the Sands Red; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes, On the Set, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 06.10.2017

 
 

It Stains the Sands Red [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fido (2006)
 
Warm Bodies (2013)
 
Die Nacht der lebenden Loser (2004)
 


Filmkritik: „Bed of the Dead“ (2016)

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BED OF THE DEAD

Story

 
 
 

Ein Bett wird zum Schauplatz ultimativen Terrors. Das entpuppt sich als abgebrühter Killer und tötet jene, die es sich darin gemütlich gemacht haben.

 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm. Zumindest liegt der Verdacht nahe, wenn sich ein Film BED OF THE DEAD schimpft und so Streifen wie DIARY OF THE DEAD, DAWN OF THE DEAD oder LAND OF THE DEAD in Erinnerung ruft. Letztere stammen aus der Mache von Zombievater GEORGE A. ROMERO und waren lupenreine Zombiefilme – stets unverkennbar am Anhang „of the Dead“ im Titel. Um Ängste zu nehmen: Der nun hier vorgestellte Horrorthriller ist kein Streifen erwähnten Subgenres. Lebende Leichen lassen sich in diesem Horrorfilm nicht blicken. Stattdessen knüpft BED OF THE DEAD dort an, wo in den 80ern WES CRAVEN mit A NIGHTMARE ON ELM STREET vorgelegt hat. Darin wurde der damals noch unbekannte JOHNNY DEPP von einem gefräßigen Bett verschluckt und anschließend verdaut ausgespuckt. Ein Schelm wer da böses denkt und Parallelen zum folgenden BED OF THE DEAD vermutet. Auch hier wird eine uralte Schlafliege zur Killermaschine, die grausam tötet und hinterlistig manipuliert. JEFF MAHER hat sich diesen ungewöhnlichen Horrortrip ausgedacht und ist im Horrorfach kein Unbekannter. Der hat zuvor in Streifen wie ANTISOCIAL, ANTISOCIAL 2 und BITE die Kameraarbeit übernommen. Offenbar war ihm das nicht genug. Mit BED OF THE DEAD feiert der Kanadier sein Langfilmdebüt als Regisseur. In der Horrorfilmwelt nichts Ungewöhnliches mehr. Nicht selten haben sich in der Vergangenheit Kameramänner als Regisseure ausprobiert und passable Arbeit abgeliefert. Ob das auch für BED OF THE DEAD gilt?
 
 
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Wie der Titel BED OF THE DEAD vermuten lässt, handelt dieser Streifen um ein Nachtlager, das den Tod bringt. Jene Koje steht in einem zwielichtigen Sex-Club und wurde vor Jahrhunderten aus Holz eines Baumes geschnitzt, an dem eine Sekte unschuldige Menschen aufgehangen hat. Das wissen vier sexhungrige Mittzwanziger aber nicht, die sich wegen einer Orgie in das letzte verfügbare Zimmer eines schmuddeligen Stundenhotels einmieten. Kaum nackig und im Bett, passieren auch schon furchtbare Dinge. In dieser uralten Pritsche schlummert das Böse. Wer sie einmal betreten hat, kommt nicht mehr lebend heraus. Diese Erfahrung müssen auch die neuen Schlafgäste machen. Kaum einen Fuß aus dem Bett gesetzt, folgt ein folgenschweres Massaker, das die wenig klugen Helden zum Nachdenken zwingt. Währenddessen untersucht der kaputte Polizist Vigil (COLIN PRICE) einen mysteriösen Mordfall und erhält plötzlich eine SMS von der attraktiven Sandy (ALYSA KING aus BERKSHIRE COUNTY), die im gesagtem Killer-Bett ums Überleben bangt. Ob man ihr aus der misslichen Lage helfen kann? Nach nicht einmal 75 Minuten wird man es wissen. Sonderlich lang ist BED OF THE DEAD leider nicht.
 
 
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Einen derart obskuren Killer hat man im Horrorfilme bestimmt noch nicht gesehen. BED OF THE DEAD beginnt stark und blutig. Das dürfte vermutlich Fans für Grobe freuen. Leider erhält die Freude schnell einen Dämpfer, denn nach deftigen 15 Minuten ist plötzlich Schluss mit lustig. Nachdem zwei Protagonisten grausam ihr Leben lassen mussten, quält sich BED OF THE DEAD mit dem Fortgang der Geschichte. Offenbar war man sich beim Schreiben des Drehbuchs nicht sonderlich klar, was man mit der ungewöhnlichen Idee von einem mordenden Bett anfangen soll. So macht sich schnell Langeweile breit, weil die übrigen Helden irgendwie versuchen einen Ausweg aus der Misere zu finden. Da wird nach dem Hotelpersonal gerufen oder mit Handys Hilfe angefordert. Leider kommen die Hilferufe in einer Art Parallelwelt an und rufen so das Interesse eines innerlich zerfressenen Polizisten auf den Plan, der soeben einen mysteriösen Mordfall untersucht in dem das mordende Bett auch eine Rolle spielt. Klingt verschachtelt und kompliziert, ist aber kaum der Rede wert. BED OF THE DEAD besitzt kaum Höhepunkte und verliert schnell jene Intensionen aus den Augen, die man wohl erwarten würde, wenn man einen solchen Titel liest. Im Film wird zu wenig „Dead“ gezeigt. Stattdessen quälen unwichtige Gespräche und nicht sonderlich begabte Schauspieler, welche sich unklug verhalten und nicht sonderlich sympathisch sind. Vertanes Potenzial, wie wir meinen, denn BED OF THE DEAD hätte Großes werden können. Die wenigen Spezialeffekte erinnern an handgemachte Gewaltexzesse aus den 80ern und auch atmosphärisch fährt Regisseur JEFF MAHER groß auf. Doch statt blutigem Party-Trash mit Betten-Massaker wird nur ein lauer Horror-Wind geboten, der wohl besser als Kurzfilm funktioniert hätte. Enttäuschend.
 
 
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BED OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Old-School-Horror, der wohl in den 1980ern ein Hit geworden wäre. Leider haben sich Sehgewohnheiten geändert. BED OF THE DEAD hält nicht das, was man sich von einem Film mit so reißerischem Titel gewünscht hätte. Da erwartet man Trash, Gore und viele Leichen. Letztere sind überschaubar, was nicht gerade für einen Streifen mit derart verheißungsvoller Titelkreation spricht. BED OF THE DEAD punktet in Sachen Atmosphäre. Die ist düster und unheimlich. Was stört ist die wenig packende Geschichte. Offenbar haben Ideen gefehlt, wie man einen Film über ein mordendes Bett auf Spielfilmlänge aufblasen kann. Nach einleitender Metzelorgie mit viel Tempo, geht dem Streifen plötzlich die Puste aus. Keine guten Voraussetzungen für ein sehenswertes Horrorerlebnis.
 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
BED OF THE DEAD hat ein paar wenige handgemachte Splatter-Momente zu bieten. Ein Mann wird unter ein Bett gezogen. Danach spritzt literweise Blut unter dem Bett hervor. Weiterhin werden Fersen durchtrennt und Bauchdecken aufgerissen. Das große Splattermeisterwerk ist BED OF THE DEAD nicht geworden. Die Gewaltmomente halten sich in Grenzen und sind überschaubar. Daher ist eine Freigabe ab 16 Jahren denkbar.
 
 
 


 
 
 

BED OF THE DEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Fawn Films | Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Bed: The Bed That Eats (1977)
 
Stuart Gordon’s Death Bed (2002)
 
Der Kühlschrank (1991)
 


Filmkritik: „Killing Ground“ (2016)

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KILLING GROUND

Story

 
 
 

Von Soziopathen und Campern. In der australischen Wildnis lauert das Böse in Menschengestalt und meint es nicht gut mit jenen, die in friedlicher Natur nach Entspannung suchen.

 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback weht ein rauer Wind. Die Erkenntnis ist nicht sonderlich neu. Vor allem Horrorfilmkenner wissen von den Gemeinheiten, die in abgeschieden Teilen Australiens auf ausländische Reisende lauern. Down Under überrascht neuerdings positiv ins Sachen Genrekino, wie Leser vermutlich mitbekommen haben, die regelmäßig Filmvorstellungen auf unserer Webseite lesen. Nahezu jeder Horrorschocker vom fünften Kontinent, den wir in den letzten Wochen hier vorgestellt haben, hat prägenden Eindruck hinterlassen und Bestnoten erhalten. Da macht auch der folgende Thriller keine Ausnahme, der mit Hochspannung fesselt und beweist, dass Kopfkino bei weitem fieser ist, als bluttriefende Gewaltexzesse mit der Schlachtkeule. KILLING GROUND schimpft sich der Geheimtipp aus Australien, der des Zuschauers Nerven strapazieren möchte. Der zeigt schonungslos offen, wie hinterlistig, respektlos und gemeingefährlich die Spezies Mensch mit den eigenen Artgenossen umgehend kann. Die scheint zu jeder Schandtat bereit und sei sie auch noch so bestialisch. Das macht KILLING GROUND so unberechenbar, der harmlos beginnt und sich bis zum Finale zu einem der anstrengendsten Überlebenstrips entwickelt, die man seit langem im Kino zu sehen bekommen hat. Wer diesen Thriller gesehen hat, wird wissen was wir damit meinen. Sogar der Begriff „Die Zigarette danach“ erhält nach Sichtung eine gänzlich neue Bedeutung.
 
 
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Trügerische Naturidylle: Im Horrorfilm können sich schnell traumhafte Landschaften in bluttriefende Albträume verwandeln. Ebensolche Erkenntnis durchleben auch der erfolgreiche Arzt Ian Smith (IAN MEADOWS aus SCARE CAMPAIGN) und dessen Verlobte Samantha Shaw (HARRIET DYER). Die wollten im Australischen Outback eigentlich campen und in abgeschiedener Wildnis das neue Jahr begrüßen. Doch wie immer hat der Drehbuchschreiber andere Pläne mit seinen ahnungslosen Protagonisten. Das verliebte Paar stößt nämlich auf ein verlassenes Zelt und entwickelt ein mulmiges Gefühl. Doch leerstehende Camperbehausungen sind noch das kleinere Übel. Wenige Meter entfernt findet man ein hilfloses Kleinkind, das orientierungslos durch den Wald irrt. Seltsamerweise ist von dessen Eltern weit und breit keine Spur. Leider hat der eigene Wagen eine Panne, weshalb man nicht zurück in die Stadt fahren kann, um Hilfe anzufordern. Da ertönen Motorgeräusche und ein Einheimischer (AARON GLENANE) macht Halt. Der scheint offenbar zu wissen, was hier im Argen liegt und entpuppt sich als abgebrühter Menschenjäger, der zusammen mit seinem nicht minder kaltschnäuzigen Kumpanen (beängstigend: AARON PEDERSEN) Spaß am Töten von Campern besitzt. Kein guter Tag für die Liebenden. Die müssen im Outback den Kampf gegen böse Männer aufnehmen, die vor nichts und niemand Gnade kennen. Ein mörderisches Katz- und Mausspiel beginnt, das am Ende nur einen Sieger kennt.
 
 
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Die australische Horrorfilmindustrie hat den Bogen raus. KILLING GROUND reiht sich siegessicher in die Reihe von derbem Überlebens-Horror wie WOLF CREEK oder zuletzt BLOOD HUNT ein. Die wurden ebenso im Land der Kängurus gedreht, um Freunde der blutigen Bildsprache Adrenalinkicks zu bescheren. Letztere bleiben auch in KILLING GROUND nicht aus, der ungemütlichen Überlebenskampf in menschenleerer Wildnis zeigt und vom Publikum einiges abverlangt. Überraschenderweise bleibt bluttriefendes Gewaltspektakel aus. Regisseur und Newcomer DAMIEN POWER zeigt wenig und deutet nur an. Das mag sich harmlos anhören – ist es aber keineswegs. Die Bösewichte im Film spielen mit ihren wehrlosen Opfern und strapazieren so das Nervenkostüm des Zuschauers. Das verstört und lässt schnell ein Gefühl der Hilflosigkeit entstehen, das bald in blanken Psycho-Horror umschlägt. Damit macht es KILLING GROUND dem Horrorthriller EDEN LAKE von 2008 gleich. Im direkten Vergleich spulen nämlich beide Filme die gleiche Geschichte ab und scheuen weder Kompromisse noch Auswege. So werden Opfer bis zur Erschöpfung terrorisiert bis ihnen am Ende die Lebenslichter ausgehen. Übrigens bedient sich Filmemacher DAMIEN POWER unkonventioneller Erzählmethoden. KILLING GROUND beginnt mit zwei unterschiedlichen Handlungssträngen, die in der Halbzeit ineinander laufen. Während der eine die romantische Silvesterfeier besagten Pärchens dokumentiert, welches später ums Überleben kämpfen muss, handelt der andere von einer Familie, die Stunden zuvor bereits von den skrupellosen Soziopathen um die Ecke gebracht wurde. Das stiftet anfangs für Verwirrung, tut der kaum auszuhaltenden Spannung aber keinen Abbruch. Trotz Kopf-Kino kein Film für Weicheier und Zartbesaitete. KILLING GROUND ist für Fans von Überlebensschockern Pflichtprogramm, da hier Spannungsschrauben minütlich fester gezogen werden und kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird. Angesichts der Tatsache, dass hier Debütware aufgetischt wird, eine bemerkenswert runde Sache, die unbedingt Erwähnung finden sollte.
 
 
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KILLING GROUND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Intensiv, kompromisslos und unerbittlich. Grausamer Campingausflug für Nervenstarke. Harter Survival-Schocker aus Australien, der eher auf psychischem Wege Horror entstehen lässt. Hier werden ahnungslose Camper von Menschenjägern durch Wälder gehetzt, die alles tun, um irgendwie zu überleben. KILLING GROUND baut schnell eine unbequeme Atmosphäre auf und setzt am Ende auf Tempo, das das Herz des Zuschauers schneller schlagen lässt. Wieder einmal hat sich ein Neuling in Sachen Regie ausprobiert und gleich einen Volltreffer gelandet. Tiefgründigkeit ist Nebensache. Dafür wird mal wieder die Bestie Mensch in all ihren Facetten in den Mittelpunkt gerückt. Regisseur DAMIEN POWER setzt da an, wo Filmemacher wie JOHN BOORMAN mit BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder zuletzt MICKEY KEATING mit CARNAGE PARK vorgelegt haben. In Sachen Kaltschnäuzigkeit ist KILLING GROUND genannten Werken ebenbürtig, denn an unmenschlicher Grausamkeit wird nicht gespart – auch wenn man sich mit Schauwerten stark zurückhält. Das ist im Falle von KILLING GROUND nicht weiter tragisch. Gebotenes ist dennoch hart anzusehen. Wer demnach eine Vorliebe für Survival-Horror hegt, ist hier an der richtigen Adresse. Da überlegt man sich doch glatt beim nächsten Urlaub in Australien ein Hotel in der Großstadt zu mieten. Naturausflüge sind dort offenbar nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Zensur

 
 
 
Die Gewaltszenen in KILLING GROUND halten sich in Grenzen. Es wird in Köpfe und Körper geschossen. Zudem wird ein Kleinkind unsanft auf den Boden geworfen. Meist blendet die Kamera weg, wenn es zu heftig wird. Trotzdem oder vielleicht auch deswegen geht Gezeigtes durch Mark und Bein. Die FSK hat eine Freigabe für Erwachsene vergeben: Keine Jugendfreigabe in der ungeschnittenen Fassung.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Killing Ground; Australien 2016

Genre: Horror, Thriller Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keien Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 10.11.2017

 

Killing Ground [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Eden Lake (2008)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Timber Falls (2007)
 
Storm Warning (2007)
 
Manhunt – Backwood Massacre (2008)
 
King of the Hill (2007)
 
Preservation (2014)


Filmkritik: „Darkness Rising“ (2017)

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DARKNESS RISING

Story

 
 
 

Manchmal ist es besser, wenn man die Vergangenheit ruhen lässt. Eine Erkenntnis, die der Heldin von DARKNESS RISING leider zu spät kommt.

 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Kritik

 
 
 
Wenn es im Horrorfilm spukt, dürfte den meisten Genre-Liebhabern wohl folgender Streifen zurück in Erinnerung gerufen werden: THE AMITYVILLE HORROR. Hier wurde schaurig auf die Leinwand gebracht, was sich 1974 tatsächlich im amerikanischen Amityville ereignet haben soll. In einer kühlen Novembernacht erschoss ein junger Mann die ganze Familie und erläuterte vor Gericht, dass er zum Zeitpunkt der Morde von Dämonen besessen gewesen sei. Der Fall erregte internationales Interesse in den Medien und wurde Jahre später von Hollywood verfilmt. THE AMITYVILLE HORROR wurde – trotz Schwächen – zum kommerziellen Erfolg und lies Fortsetzungen folgen, über die man mittlerweile die Übersicht verloren haben dürfte. Irgendwo im Haunted-House-Genre beheimatet ist auch der folgende Gruselhausfilm, dessen Inhaltsangabe sich bei genauerer Betrachtung irgendwie so liest, als habe man hier eine weitere Fortsetzung über das berüchtigte Horrorhaus in Amityville gedreht. Verantwortlich zeichnet AUSTIN READING, der bisher kaum Multiplex-Ware gedreht hat, sondern nur Fast-Food fürs Fernsehen. Die Kino-Unerfahrenheit merkt man auch dem Horrorfilm DARKNESS RISING an. Der erinnert nämlich stark an TV-Futter und wurde in Amiland verständlicherweise gleich für den Heimkinomarkt veröffentlicht. Dort dürfte er wohl kaum auffallen. Der Grund: DARKNESS RISING hebt sich kaum von den üblichen Konsorten ab. Das hat man alles schon mal besser gesehen.
 
 

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Ein beliebtes Thema in Horrorfilmen: Spukhäuser. In DARKNESS RISING macht Madison (TARA HOLT) Bekanntschaft mit derartigem Gemäuer. Die kehrt nämlich nach langer Zeit zurück zum Haus der Eltern, weil es abgerissen werden soll. Seit der Kindheit leidet sie an einem Trauma. Das ist nicht unbegründet, denn als Kind hat die attraktive Frau Schlimmes erlebt. Offenbar litt die Mutter an psychischen Problemen, weshalb sie auf bestialische Weise eines ihrer Kinder ermordete und sich anschließend selbst in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Um Erlebtes aufzuarbeiten, soll ein letzter Besuch im alten Zuhause helfen. Doch der verwandelt sich bald zum Albtraum. Kaum mit Cousine Izzy (KATRINA LAW) und dem Verlobten Jake (BRYCE JOHNSON aus WILLOW CREEK) das Anwesen betreten, passieren dort mysteriöse Dinge. Erst sind es seltsame Visionen, die der Traumatisierten Angst bereiten. Später ziehen Hunde ums Haus, die die Besucher nicht gehen lassen wollen. Was liegt hier im Argen? Die Antwort darauf ist nicht schwer zu erraten. Das schmucke Anwesen in DARKNESS RISING führt ein Eigenleben und hat ganz eigene Pläne mit den ahnungslosen Protagonisten. Herrje!
 
 

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Willkommen zu unabhängig produziertem Indie-Kino, das eigentlich kein Mensch braucht. DARKNESS RISING ist weit weg von gut, denn der Film besitzt nichts, was in Erinnerung bleibt. Geboten werden langweilige Charaktere, eine dumme Geschichte und auf gruselig getrimmte Horror-Elemente, die keinen Preis für Originalität gewinnen dürften. Drehbuchautor VIKRAM WEET macht es dem Zuschauer nicht leicht. Der fade Mix aus EVIL DEAD und THE AMITYVILLE HORROR braucht nämlich lange, bis er an Tempo gewinnt. Dabei verläuft alles nach klassischem Aufbau. An Überraschungen hat man nicht gedacht. Hier ein paar seltsame Stimmen, dort plötzlich besessene Helden, die von finsteren Mächten gelenkt werden. DARKNESS RISING macht viel Lärm um nichts und zögert künstlich hinaus, bevor endlich die Katze aus dem Sack gelassen wird. Was hat es mit dem schaurigen Haus auf sich? Die Frage darauf gilt es zu ergründen. Damit lässt sich der Streifen viel Zeit und macht so den Zuschauer müde. Warum müssen Geister und Spukhäuser eigentlich immer Spiele mit ihren Opfern spielen? Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, werden in der Regel Geheimnisse gewebt. Das ist auch in DARKNESS RISING der Fall, der erst kurz vor Ende zu verstehen gibt, warum hier Spuk-Theater veranstaltet wird. Die Erklärungen sind fadenscheinig und machen bei genauerer Untersuchung keinen plausiblen Sinn. Ein Grund mehr sich lieber mit besseren Horrorfilmen zu beschäftigen.
 
 

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DARKNESS RISING – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
STEPHEN KINGS CUJO trifft auf EVIL DEAD und AMITYVILLE HORROR. DARKNESS RISING erweckt den Anschein, als habe hier jemand schnell etwas zu Papier gebracht, das verfilmt werden musste, um flink Kasse machen zu können. Viel Herzblut wurde nicht investiert, denn frische Ideen sucht man vergebens. Alles läuft nach bekanntem Schema für Filme ab in denen Spuk- und Geisterhäuser eine Rolle spielen. Das macht den Streifen nicht sonderlich spannend und raubt den Zuschauer Nerven. Letzteres geht auch auf das Konto von Schauspielerin TARA HOLT. Die blüht in ihrer Rolle als permanent winselnde und hysterisch jammernde Filmheldin auf und stellt so die Geduld des Publikums auf eine harte Probe. Doch damit nicht genug. Auch die Geschichte verlangt nicht viel ab. Die behäbige Inszenierung erinnert an TV-Filme und quält sich mit kammerspielartiger Machart durch drei Seiten Drehbuch, die künstlich auf Spielfilmlänge geblasen wurden. Warum schreibt man keine gruseligen Horrorgeschichten mehr? Statt unheimlicher Angstmacher wird mittlerweile nur noch konventioneller Zelluloid-Blödsinn für den Videomarkt produziert, der längst die eigentlichen Absichten von Horrorfilmen aus den Augen verloren hat. Eine erschreckende Entwicklung.
 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Zensur

 
 
 
DARKNESS MIDNIGHT hat kaum Schauwerte zu bieten. Das dürfte zur Folge haben, dass der Streifen hierzulande eine FSK16 erhalten wird – insofern er hier überhaupt veröffentlicht werden sollte.
 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 

Demonic (2015)

 

Gallows Hill (2013)

 

Farhope Tower (2015)

 

The Axe Murders of Villisca (2016)

 


Filmkritik: „Das Belko Experiment“ (2016)

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DAS BELKO EXPERIMENT

(THE BELKO EXPERIMENT)

Story

 
 
 

Stellenabbau mit Todesfolge. In einem Unternehmen werden plötzlich Todesspiele gespielt und Mitarbeiter müssen sich gegenseitig töten, um zu überleben.

 
 
 


 
 
 

DAS BELKO EXPERIMENT – Kritik

 
 
 
Wie gut kennt man eigentlich die eigenen Arbeitskollegen? Eine interessante Frage, mit der man sich vermutlich nicht alle Tage beschäftigt. Hat man DAS BELKO EXPERIMENT gesehen, würde es wohl lohnen sich darüber den Kopf zu zerbrechen, denn hinter der Fassade scheinbar freundlicher Kollegen, kann auch gern mal das personifizierte Böse schlummern, das sein hässliches Antlitz in Extremsituationen zeigt. Wenn aus Schafen Wölfe werden, die Überlebensinstinkte aktivieren. Mit dieser Thematik wird in DAS BELKO EXPERIMENT kontroverser Zündstoff geliefert, der an die Nieren geht. Hier wird auf subtile Angstmacherei gepfiffen. Stattdessen hält die Kamera reißerisch drauf und zeigt zu was Menschen im Stande sein können, wenn der eigene Überlebenswille über Leichen gehen lässt. Das ist definitiv nichts für Weicheier, denn im Falle von DAS BELKO EXPERIMENT hält der Film auch das, was der blutige Trailer versprochen hat. Geboten wird kein Kinderfasching, sondern Hausmannskost. In diesem Streifen wird geschossen, geschlitzt und gemordet – viel und detailliert. Normalerweise würden wir so etwas verteufeln. Bei DAS BELKO EXPERIMENT ist das aber diesmal anders. Trotz simpler Formel hat uns das minimalistische und blutrünstige B-Movie gefallen. Auch anspruchsvolle Feingeister schalten gern mal ab.
 
 

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Kein guter Tag zum Arbeiten für die Angestellten der Firma Belko. Denn die schauen komisch aus der Wäsche, als plötzlich Türen und Fenster des Bürokomplexes verriegelt werden und eine Stimme aus Lautsprechern schallt, die zum Mord anstiftet. So soll man sich gegenseitig ausradieren. Wird die Aufgabe nicht binnen weniger Stunden erfüllt, werden wahllos Angestellte getötet. Weil die Botschaft niemand ernst nehmen will, explodierten plötzlich Köpfe. Das sorgt für Panik, vor allem auch deshalb, weil offenbar jedem Belko-Mitarbeiter heimlich eine Mini-Bombe in den Kopf eingepflanzt wurde. Nun ist guter Rat teuer. Deshalb schmiedet man Pläne und überlegt, wie man dem vordiktierten Schicksal entkommen kann. Leider sind nicht alle Kollegen guter Natur. Einige nehmen die Aufgaben des unbekannten Moderators ernst und greifen zum Mordwerkzeug, um das eigene Leben zu retten. Doch es gibt auch Gegenwehr. So versucht Mitarbeiter Mike (JOHN GALLAGHER JR. aus HUSH) dem Treiben auch ohne Töten ein Ende zu bereiten. Leider findet auch er keine Antworten, denn offenbar ist die Firma Belko Teil eines perfiden Experiments, das mit nichts und niemandem Gnade kennt. Gut für hungrige Gorehounds, denen es in Horrorfilmen nicht blutig genug zugehen kann. Denen werden viele Schauwerte geboten, die auf das Konto von Regisseur GREG MCLEAN gehen.
 
 

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Der gebürtige Australier kennt sich nämlich mit kontroverser Kinogewalt aus. Im Zuge der Folterwelle, die in den 2000ern durch Multiplexe wütete, tüftelte der damals noch unbekannte Regisseur an einem fiesen Horror-Franchise, das sich mittlerweile zur festen Adresse für Fans grober Schlachtorgien gemausert hat. WOLF CREEK hieß ein ruppiger Überlebensstreifen, der bereits 2005 nicht jedermanns Sache war. Weil der Streifen trotzdem Kasse machen konnte, musste eine Fortsetzung her. Die folgte Jahre später mit WOLF CREEK 2 und kannte in Sachen Gewalt weder Tabus noch Grenzen. Gleiches gilt auch für DAS BELKO EXPERIMENT. Hier geht es nicht minder zimperlich zu, was vor allem jene ansprechen dürfte, die es brutal und kompromisslos im Genrefilm mögen. Der Streifen folgt quasi ähnlichem Prinzip, das bereits bei Kinoware wie DIE TRIBUTE VON PANEM, DIE TODESKANDIDATEN oder BATTLE ROYAL Verwendung fand. Auch dort mussten sich Protagonisten gegenseitig auslöschen, um überleben zu können. Überraschenderweise macht die Schlachtformel im Falle von DAS BELKO EXPERIMENT Laune. Der Film wurde nämlich – trotz rudimentärer Handlung – spannend inszeniert. Dabei verblüfft der Streifen mit straffem Tempo, das schnell vergessen lässt, dass hier eigentlich nur niedere Instinkte befriedigt werden sollen. Wirklich Sinn ergibt die Metzelorgie leider nicht. Sozialkritik, ethische Gewissenskonflikte oder gar glaubhafte Charakterentwicklung? Fehlanzeige! Stattdessen suhlt sich der Streifen in Blut und unterhält mit abwechslungsreichen Todesmomenten. Das kann DAS BELKO EXPERIMENT erstaunlich gut, denn im derben Überlebenskampf ist sich bald jeder selbst der Nächste. So werden aus Freunden Feinde, die sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Trotz zynischer Note, dürfte da so manchem Zuschauer das Popcorn im Halse stecken bleiben. Ungeübte Horrorfans sollten wissen, dass dieser harte Büro-Horror kein Zuckerschlecken ist.
 
 

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DAS BELKO EXPERIMENT – Fazit

 
 
 

8 Punkte Final

 
 
 
Eine fiese Nummer. Dennoch: Welche Botschaft will man dem Zuschauer mit DAS BELKO EXPERIMENT eigentlich vermitteln? Handelt es sich hier um ein übertriebenes Gemetzel, das als Metapher für kapitalistische Interessen fungieren soll? Oder will man mit dem Film nur die Gier des nach Blut lechzenden Publikums befriedigen, dem es nach immer härterem Kinostoff dürstet? Wir vermuten wohl eher Letzteres, denn DAS BELKO EXPERIMENT hält zwar schwarzen Humor parat, ist aber unterm Strich Hardcore-Brutalo-Horror, der unerfahrene Zuschauer verstören dürfte. Der Film tarnt sich als actionreicher Überlebenskampf. Bei genauerer Betrachtung wird aber eher Exploitation geboten, die die niederen Instinkte des Horrorfans befriedigen soll. Keine Schwarzmalerei: Trotz einfacher Zutaten wurde DAS BELKO EXPERIMENT schnörkellos inszeniert. Hier geht es Schlag auf Schlag zum Ziel – schnell, kompromisslos und hart. Unnötige Längen gibt es nicht, weil mit Hektik gern mal Spannung vorgetäuscht wird. Die abwechslungsreichen Spezialeffekte tun ihr übriges. DAS BELKO EXPERIMENT ist Erwachsenenunterhaltung wie sie im Buche steht. Wer Nerven wie Stahlseite besitzt, kann gern mal einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

DAS BELKO EXPERIMENT – Zensur

 
 
 
DAS BELKO EXPERIMENT lief in deutschen Kinos ungeschnitten mit einer Freigabe ab 18 Jahren. Weil im Film das Töten als letzter Ausweg beschrieben wird, verwundert die Freigabe der Blu-ray und DVD-Fassung. Im Film werden Äxte in Gesichter geschlagen, Köpfe explodieren und Gewehrmunition wird in Körper gejagt. Umso überraschender die Entscheidung der FSK. Diese hat die Heimkinoversion ungeschnitten passieren lassen. Vor zehn Jahren hätte man solche Filme auf den Index gesetzt. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

DAS BELKO EXPERIMENT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Twentieth Century Fox Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Belko Experiment; Kolumbien | USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Regeln des Spiels: Das Geheimnis hinter „Das Belko Experiment“, Lee Hardcastles Überlebenstipps, Entfallene Szenen, Bildergalerie, Original Kinotrailer

Release-Termin: 19.10.2017

 

Das Belko Experiment [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAS BELKO EXPERIMENT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Twentieth Century Fox Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Divide – Die Hölle sind die anderen (2011)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Tribute von Panem (2012)
 
Die Todeskandidaten (2007)
 
As the Gods Will (2014)
 
Raining Blood (2014)
 
Die Insel der Verdammten (1982)
 
Raze – Fight or Die! (2013)