Filmkritik: „The Basement: Der Gemini-Killer“ (2018)

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THE BASEMENT: DER GEMINI-KILLER

(THE BASEMENT)

Story

 
 
 
Craig wird entführt und sieht sich mit einem Killer konfrontiert, der unter einer gespaltener Persönlichkeit leidet und gleich zwölf verschiedene Menschen darstellt.

 
 
 


 
 
 

THE BASEMENT – Kritik

 
 
Wenn man sich die Handlung von „The Basement – Der Gemini-Killer“ so durchliest, fühlt man sich zwangsläufig an „Split“ erinnert, denn auch dort ging es um einen Irren, der viele verschiedene Persönlichkeiten besaß. Man kann zwar nicht unbedingt von einem reinen Abklatsch sprechen, doch die Parallelen sind schon offensichtlich. Der bereits 2018 entstandene, günstige Horrorthriller kommt nun auch zu uns nach Deutschland, aber hat der Zuschauer darauf gewartet?
 
 
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Der berühmte Musiker Craig Owen gerät eines Abends in die Fänge eines Serienmörders, der seine Opfer schrecklich quält. Der „Gemini-Killer“, wie er genannt wird, leidet dabei unter einer gespaltenen Persönlichkeit, was Craig bald herausfinden soll. Er versucht sich diesen Umstand zum Vorteil zu machen und die verschiedenen Persönlichkeiten gegeneinander auszuspielen. Doch gelingt es Craig rechtzeitig? Die Story wäre gar nicht so schlecht und wirkt selbst nach „Split“ noch eigenständig genug, wenn sie nicht so plump vorgetragen werden würde. Man hat nämlich wirklich nur eine Persönlichkeit vom Killer nach der anderen hervorgekramt und zwischendurch wird das Ganze kurz unterbrochen vom völlig belanglosen Strang um die Frau des Opfers. Das ist wirklich ziemlich monoton und lässt jegliche Abwechslung vermissen. Man hätte diese Geschichte deutlich variabler und dynamischer erzählen müssen, damit es packend werden kann. So bleiben lediglich ein paar ganz gute Einfälle und wenigstens ist das Drehbuch nicht völlig unglaubwürdig, aber das Potenzial der guten Grundidee wurde nicht genutzt und die Auflösung ist dann auch sehr enttäuschend, weil sie gänzlich konstruiert wirkt.
 
 
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Bei einem Film wie „The Basement – Der Gemini-Killer“ ist besonders der Hauptdarsteller enorm wichtig. Immerhin soll Jackson Davis gleich zwölf verschiedene Charaktere spielen. Um ihm das ein wenig leichter zu machen, bekommt er immer neue Kostüme angezogen, aber insgesamt kann man mit der Leistung von Davis absolut zufrieden sein. Es gelingt ihm solide, den verschiedenen Figuren immer eine gewisse Eigenständigkeit einzuhauchen. Cayleb Long kann da nicht mithalten, gibt sich als Opfer jedoch ebenfalls ganz passabel. Warum man so sehr mit dem Namen Mischa Barton lockt, ist allerdings ein Rätsel, denn der einstige „O.C. California“ Star steht schon lange nicht mehr für Qualität. Sie spielt sowieso nur eine völlig belanglose, kleine Nebenrolle. Wenigstens stört sie in dieser nicht. Die restliche Anzahl der Schauspieler ist stark überschaubar. Das ist jedoch nicht schlimm, denn Davis schaut man doch ziemlich gerne zu. Die Figurenzeichnung hingegen ist doch etwas arg plump geraten. Das mit der gespaltenen Persönlichkeit behandelt man, wie bereits erwähnt, viel zu monoton. Es wird auch nicht unbedingt realistisch sein, dass sich bei dieser Erkrankung alle Persönlichkeiten so brav nacheinander abwechseln. Mit dem Opfer kann man nicht viel anfangen und insgesamt macht es sich der Film in diesem Bereich doch zu einfach.
 
 
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Sowieso bekleckern sich die Regisseure Brian M. Conley und Nathan Ives, von denen auch das Drehbuch stammt, nicht gerade mit Ruhm. Viel gemacht haben sie noch nicht und ob sich daran etwas ändern wird, ist nach der Sichtung von „The Basement – Der Gemini-Killer“ fraglich. Die Inszenierung ist nämlich doch eher bescheiden und man kann klar erkennen, dass hier wenig Budget zur Verfügung stand. Gerade wenn sich ein Film nahezu nur in einem Raum abspielt, ist es wichtig, dass dieser optisch etwas her macht. Das ist hier jedoch nicht der Fall, denn die Optik ist langweilig und das permanent dunkle Bild langweilt nach einer gewissen Zeit ebenfalls. Dass die Atmosphäre schon einem Kammerspiel ähnelt, ist allerdings gar nicht mal so schlecht. Das Geschehen besteht überwiegend aus Dialogen, die gar nicht mal so uninteressant sind und der Unterhaltungswert hätte deutlich geringer ausfallen können. Das ist zwar niemals wirklich spannend, aber eben doch ziemlich kurzweilig. Mit einem Schlachtfest sollte der Zuschauer dabei absolut nicht rechnen, denn es gibt nur wenige Gewaltspitzen, die in der deutschen Fassung leider nicht enthalten sind. Der Score ist sehr unauffällig und eher langweilig.
 
 
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THE BASEMENT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„The Basement – Der Gemini-Killer“ ist gut gemeint, aber nicht gut umgesetzt. Die Story macht es sich, ebenso wie die Figurenzeichnung, doch reichlich leicht. Selbst wenn das manchmal authentischer wirkt, als man hätte vermuten dürfen, bleiben doch zu viele unglaubwürdige Momente und eine schlechte Auflösung vorhanden. Die Inszenierung kann das Kammerspiel nicht gerade dynamisch einfangen und kommt mit zu wenigen Einfällen daher. Überraschend gut fällt da eigentlich nur das Schauspiel von Hauptdarsteller Jackson Davis aus und auch die Atmosphäre besitzt so ihre Momente. Das ist im Endeffekt niemals schrecklich langweilig, aber auch zu selten mal aufregend. Dass die deutsche Fassung um zwei, drei derbe Szenen erleichtert wurde, macht das Ganze auch nicht attraktiver. Man hätte aus der Grundidee also deutlich mehr machen können und gerade für die ambitionierte Leistung von Davis ist das ziemlich schade.
 
 


 
 
 

THE BASEMENT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Basement: Der Gemini-Killer“ ist leider geschnitten. Es fehlt zwar nur eine halbe Minute, aber besonders die Szene in der einem Protagonisten mittels eines Schweißbrenners der Kopf abgetrennt wird, ist schon sehr heftig. Die deutsche Fassung besitzt am Ende so gut wie keine Gewaltspitzen mehr und die Freigabe ab 18 Jahren ist deshalb doch ziemlich unnötig.
 
 
 


 
 
 

THE BASEMENT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Basement; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.06.2021

 

The Basement: Der Gemini-Killer [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BASEMENT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Split (2016)
 
Identität (2003)
 

Filmkritik: „The Black String – Das Böse in Dir“ (2018)

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THE BLACK STRING – DAS BÖSE IN DIR

(THE BLACK STRING)

Story

 
 
 
Nachdem der junge, einsame Jonathan sich bei einer Single-Hotline gemeldet und ein Date gemeistert hat, wird er von dunklen Visionen und fiesen Wunden geplagt, die allmählich die Kontrolle über seinen Alltag erlangen.

 
 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Kritik

 
 
Brian Hansons Regiedebüt startet ohne Umschweife direkt in der ersten Sekunde mit dem Filmtitel, bevor wir Hauptprotagonist Jonathan, der in einem Liquor Store arbeitet, beim Joggen zu Rockmusik kennenlernen dürfen. Jonathan wird dabei von Frank Muniz gespielt, der den meisten Zuschauern wohl durch „Malcolm mittendrin“ bekannt sein dürfte, während ich ihn dank der damals verdammt coolen Kindheitserinnerung „Cody Banks“ sowie dem Teenie-Videospiel- Horrorfilm „Stay Alive“ bereits in meinem Hinterkopf abgespeichert hatte. Bereits nach wenigen Minuten baut sich eine beunruhigende, mystische Ambient-Soundkulisse auf und Jonathan wird von einem vewirrt bis diabolisch wirkenden Obdachlosen gestalkt, das bleibt aber auch die einzige Interaktion mit einem anderen Menschen, da er fortan nur gedankenverloren Skater beobachtet, seine Mutter am Handy wegdrückt, ein Buch darüber liest, Menschen in sein Leben zu lassen. Erotische Zeichnungen und der Soundtrack vervollständigen das Bild des introvertierten, aber talentierten und nicht unsympathischen Loners, „I’m only free when I’m alone“ tönt es, bevor er sich ungelenk beim Verkauf von Kondomen anstellt – und erneut von dem mit Müll eingesauten Obdachlosen beäugt wird…
 
 
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Der zweite Teil der Exposition wird im ähnlich rasanten Tempo abgehandelt: Jonathan ruft des Nachts bei einer „Private Party“ Hotline zur anonymen Datevermittlung an und erzählt seinem Kollegen Eric davon, dieser wird von Blake Webb gespielt und auch wenn beide manchmal etwas overacten oder zu drüber geschrieben sind, so herrscht doch eine überzeugende und authentische Chemie zwischen ihnen, die für kurzweilige Dialoge sorgt. Der Anruf bewirkt ein Wunder, das Date ist nicht nur echt sondern auch weiblich und bildhübsch, trotz aller Schüchternheit und überspielter Passivität schafft „Dena“, so Ihr Name, es schließlich den Store Clerk zu entjungfern. Ende gut, alles gut?
 
 
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Und hier scheint sich dann also ein Plot anzubahnen: Am nächsten Tag entdeckt Jonathan ungewollte Verfärbungen an seinem Genital, einen Arztbesuch später und der Zuschauer wird tatsächlich mit fiesen, eitrigen Ausschlägen und Bodyhorror konfrontiert. Denas Nummer ist nicht erreichbar, der Besitzer des Hauses, von dem er sie abgeholt hat, weiß von nichts und hat, in der wohl subtil-gruseligsten Szene des Films, einen boshaft aussehenden, schwarzen Cowboyhut tragenden Mann im Hintergrund sitzen, der mit eiskaltem Blick Richtung Kamera schaut. Als unser Protagonist daraufhin nicht nur von der Hotline-Gesellschaft angesprochen und bedroht wird, sondern auch noch schwarzen CGI-Schleim an der Wand findet und im Diner des ersten Dates auf Spurensuche geht, fühlt man sich von der leichtherzigen und doch irgendwo bedrohlichen, amüsanten aber doch mysteriösen Stimmung spätestens an „John dies at the End“ erinnert, nur im deutlich kleineren Rahmen. Das nächste Treffen mit Eric spendiert gar einen gelungenen Jumpscare sowie die Attacke eines unbekannten Angreifers, durch erste Details über Jonathans Vergangenheit und merkwüdiges Verhalten der Polizisten etc. kommen zudem Anklänge eines Paranoia- oder Verschwörungsthrillers hoch, in dem vielleicht nicht alles ist, wie es zu sein scheint. Etwa eine Stunde Laufzeit bleibt „The Black String – Das Böse in Dir“ nun noch, um einen eigenen Weg zu gehen und den Zuschauer zu überzeugen. Ob das Vorhaben gelingt?
 
 
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Die erfreulichen Infos zuerst: Der Film bleibt fast durchgängig so kurzweilig, amüsant, schnell gepacet und leichtherzig wie zu Beginn. Die wiederkehrenden Alpträume um den Stetson tragenden „Man in Black“ sind so atmosphärisch wie vorahnend, die deutlichen Donnie Darko-Referenzen mit einem Regel erklärenden und sehr an Roberta Sparrows „P.O.T.T.“ erinnernden Buch sowie die wunderbare Aufwachszene wissen zu gefallen und fügen sich gelungen in den Genre- und Tonalitäts-Mix. Muniz weiß den introvertierten, geplagten Helden auf der Suche nach Erklärungen mit zunehmender Ernsthaftigkeit und Verzweiflung stimmig darzustellen, die Wahrnehmung verstreuter Hinweise oder Andeutungen auf spätere Szenen macht gerade anfänglich neugierig und Spaß, gerade mit ihm als Protagonist. Zu guter Letzt muss lobend erwähnt werden, wie der Film im späteren Verlauf mehrfach mit seiner Drastik und Kaltschnäuzigkeit überzeugt, da hier sowohl am Computer entstandende als auch handgetrickste Effekte überraschend gorig daherkommen und den Genrefreund für ein paar Sekunden verzücken könnten.
 
 
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Doch für fast jeden dieser eindeutigen Pluspunkte macht der schwarze Faden leider an anderer Stelle wieder etwas falsch, sei es eine reichlich unnötige Tankstellen-Szene ohne jeden Mehrwert, lahme und unpointierte Versuche an Offbeat-Humor der Marke „Napoleon Dynamite“ oder „Hot Rod“, oder, am Ärgsten gar, eine sehr oft so oder so ähnlich gesehene, wenig originelle und vorhersehbare Story. Denn was spaßig, erfrischend, kurzweilig und kreativ beginnt, wird mit steigender Ernsthaftigkeit leider auch immer unmotivierter, irgendetwas Neues aus der Prämisse zu holen oder generell mutige Schritte zu wagen. Zahlreiche der Dialoge, gerade zwischen dem manischer wirkenden Jonathan und seinen Mitmenschen, kann man 1:1 so in anderen Filmen finden, dazu gesellt sich immer wieder unangenehmes Overacting, so z.B. auf Seiten der surreal überreagierenden Eltern.
 
 
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Hätte „The Black String – Das Böse in Dir“ seine merkwürdig-charmante Grundstimmung beibehalten und nicht versucht, ernsthaft zu verstören oder Angst zu machen, so wäre er vielleicht viel gruseliger, da unbekannter und persönlicher geworden, als in der vorliegenden Version. Statt einer vergnüglichen Achterbahnfahrt à la „John Dies at the End“, die vor Kuriositäten und Genreelementen nur so strotzt, hat dieser Mystery-Horror-Auswurf leider deutlich weniger Originalität zu bieten, da sich im Minutentakt Genrekonventionen anbiedern, die in dieser wenig audiovisuell mitreißenden Ausführung allenfalls zum Gähnen animieren. Schade um die heftigen Effekte, den sympathischen Anfang, die guten Ansätze und die durchgängig kompetente, wenn auch unauffällige Technik. Als Debüt jedoch ein bemerkenswerter Film, der als Genrefan definitiv einen Blick wert ist.
 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Eigenständig anfangender Indie-Mysteryhorror mit coolen Ideen, etwas Gore und stimmigen Performances, der sich mit der Zeit immer mehr in altbekannten Klischees verliert.
 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Black String – Das Böse in Dir“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Sonderlich viele Schauwerte besitzt der Film nicht.
 
 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Black String; USA 2018

Genre: Thriller, Krimis, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.94:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Deleted Scenes, Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 29.01.2021

 

The Black String [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
John Dies at the End (2012)
 
The Box – Du bist das Experiment (2009)
 

Filmkritik: „Abrakadabra“ (2018)

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ABRAKADABRA

Story

 
 
 
30 Jahre nachdem sein Vater bei einem tragischen Bühnenunfall verstorben ist, hat Lorenzo Mancini selber eine Karriere als Magier. Doch neben dem Alkoholismus und der überfälligen Miete muss er sich jetzt auch noch mit einem blutrünstigen Mörder rumschlagen, der seine Opfer auf Mancinis Bühne drapiert….

 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Kritik

 
 
Die Gebrüder Onetti dürften Genrefans nach den letzten Jahren bereits bekannt sein, zeichnet sich Luciano Onetti doch mitverantwortlich für die Regie, und eigenverantwortlich für die Score zu den bisherigen Neo-Gialli „Sonno Profondo“ und „Francesca“ sowie dem grimmigen Slasher „What the Waters left Behind“, während Nicolás Onetti sich hauptsächlich als (Mit-)Produzent bei Werken wie „Asylum“, – dessen Job als Creative Director er auch belegte – „Aquaslash“ oder gar „Trauma“ betätigt hat, aber neben den eigenen Filmen z.B. auch als Segment Director bei „A Night of Horror: Nightmare Radio“ vertreten war.
 
 
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Einige Jahre an Übung zur Perfektionierung der hauseigenen Low- bis No-Budget-Giallohommage also, und die Zeit hat sich gelohnt: Der mittlerweile dritte Langfilmanlauf setzt voll und ganz auf die audiovisuellen Stärken des Genres und versteht sich zugleich als Hommage, Stilübung und augenzwinkernde Parodie des – in erster Linie – Argentoschen Giallo, dezimiert jeden Anflug von Langeweile oder Aufgeblähtheit mit einer Kürze von gerade einmal 69 Minuten (mit Abspann!) und dürfte jedem Genrefan munden, der die abstrusen Geschichten, endlosen Twists und unbedarft chargierenden Charaktere der alten Filme ebenso genießen konnte, wie die oppulente Optik.
 
 
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Nach einem sehr stumpf brutalen Labelintro mit peinlichem 2000er-CGI, eben jenem Label, das bei der Laufzeitangabe auf dem Backcover stolze 24 Minuten dazu gedichtet hat, nehme ich an, beginnt „Abrakadabra“ mit einem Flashback ins Turin der 50er Jahre, direkt fällt auf wie die kräftig übersättigten Technicolor-Farben die roten Vorhänge nahezu glühen lassen, wie die Font 1:1 aus den Argentofilmen geliehen wurde, wie im Intro eine Femina Ridens-Anspielung zu finden ist, wie eine in Zeitlupe zerberstende Glasscheibe zusammen mit progressiven, verzerrten Gitarrensounds und einem auf der Bühen gehaltenem Vortrag über das Übernatürliche ganz eindeutig „Profondo Rosso“ sowie „Vier Fliegen auf grauem Samt“ Tribut zollen.
 
 
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30 Jahre später, so informiert uns die altmodische Texttafel, wird zu großartigen Panflöten und Chören eine Lustfahrt auf dem Mofa durch den Turiner Sommer gefeiert und von den Kostümen bis hin zum Framing der Einstellungen, Pacing der einzelnen Szenen für sich als auch in der Montage oder den Dialogen fühlt man sich in Rekordzeit in das Jahrzehnt, die Stadt, das Genre hineinversetzt. Als dann das erste Opfer vor dem Auftritt unserers Zauberers Lorenzo Mancini sowie auf dessen Bühne sein Schicksal erleiden darf, tobt sich der Film dermaßen aus was Stilmittel und Argento-Rhetorik angeht, – Nahaufnahmen panischer Augen, Puppen, Reißzooms, mörderische Kunst, artifizierte Tötungen, ermordete Künstler, Bühne als entkoppelter Raum, schnelle Schnittmontagen – dass erstmalig die Idee einer Parodie aufkommt. Auf dem Rückweg vom Theater wird Lorenzo nun fotografiert, was in schwarzweißen Freeze Frames festgehalten wird, erneut ganz wie beim italienischen Meister. Das Radio spricht derweil gelangweilt von einem weiteren Verbrechen im Theater, ich grinse und stelle schockiert fest, dass wir uns erst sieben Minuten im Film befinden.
 
 
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Lorenzo Mancini, der dauerhaft saufende, Schulden habende Magier, ist der Sohn des im Intro verstorbenen Dante des Großen und wird nun des Mordes verdächtigt, dazu findet er nach seiner überraschend zahm inszenierten Zaubershow einen mysteriösen Brief in der Post. Die folgenden Szenen könnte man nun wahlweise konfus, sinnlos oder langsam nennen, ist man rein auf der Suche nach Slasher-Action oder Dialogen, die die Story vorantreiben, doch schon in den Originalfilmen ist szenenweise „nichts“ passiert und auch hier IST der Stil die Substanz. Bei besagter Bühnenshow wird aus Versehen für eine halbe Sekunde der nächste Track angespielt, beim rauchigen Pokerspiel werden drei Augenpaare gleichzeitig eingeblendet, wird nach einer Duschszene herumstolziert, dann natürlich im roten Handtuch und steht irgendwo eine dekorative Flasche rum, ist es selbstverständlich J&B.
 
 
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Wem dieser letzte Block zu zäh war, der dürfte durch das stimmungsvolle, farbenfrohe Licht und die einfallsreichen Winkel hoffentlich trotzdem noch am Ball bleiben, denn nun imitiert Onetti eine astreine Goblin-Score, die mit Hexenchören, Hammond-Orgel, Synthesizern und catchiger Bassgitarre in die Vollen geht, bevor als Nächstes die obligatorische 70s-Barszene mit Progressive Rock und anschließender Schmuseszene von der Genrefilmliste abgehakt wird. Weder die Duschszene, noch diese trippige Einlage mit Mehrfachbelichtung sind dabei je ausgewalzt oder exploitativ, da hier offensichtlich eher dem stilvollen, langsamen und sich auf Charaktere, ihre Umgebungen, und Ermittlungen konzentrierendem Giallo gehuldigt wird, denn den sleazigeren Machwerken der Marke Bianchi.
 
 
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Eine unfassbar stilvolle, mehrfach verspiegelte Präsentation der nächsten Leiche weiß zu beeindrucken, auch wenn die Schauspielerin natürlich noch atmet, etwas Recherche im Zeitungsarchiv, die nächste archetypische Genrestation, offenbart die ersten Hintergrundinformationen. Was von nun an geschieht, ist herrlich angedeutet und doch im Detail unvorhersehbar, leicht verworren präsentiert, blutig, nach gerade einmal 65 Minuten wieder vorbei und bis dahin jede Sekunde wert – denn ich möchte nicht spoilern, doch die Story versteht es trotz der wenigen Charaktere bestens, Giallo-Formulare zu adaptieren, zu überraschen und zu unterhalten. Okkultes, rituelles Zischen wechselt sich mit einem waschechten 80s-Beat ab, gotischer Horror mit neumodischer Parodie, Fulci-Puppen mit expliziten Tenebrae-Zitaten. Hier fühl ich mich wohl.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein bildhübscher, witziger, charmanter, atmosphärischer und größtenteils kurzweiliger Neo-Giallo mit guten bis „stimmigen“ Darstellern und einem unverwechselbarem Gespür für die Zeit und das Genre. Ein Fantraum im richtigen Bildformat, mit der richtigen Font, den richtigen Farben, Kostümen, Charakteren, Dialogen, Settings, Twists, Kills, Morden usw., ein kurzer Happen verspielter Nostalgie.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Abrakadabra“ ist ungeschnitten und ungeprüft. Da bisher noch keine FSK-Prüfung erfolgte, ist die Veröffentlichung automatisch erst für Erwachsene geeignet. Sollte eine FSK-Prüfung erfolgen, kann man von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Deutsche Blu-ray

 
 
 

(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray Hardbox Cover A auf 66 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 666 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abrakadabra; Argentinien | Mexiko | Neuseeland 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0, Italienisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 70 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Behind The Scenes „Abrakadabra Raw“ (11:25 Min.), Bildergalerie (2:15 Min.), Trailer (1:51 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, Soundtrack, 24-seitiges Booklet von Leonhard Elias Lemke

Release-Termin: Mediabooks: 04.01.2021 | Hardbox: 15.12.2020

 

Abrakadabra [Blu-ray + DVD im Quer-Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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Abrakadabra [diverse Veröffentlichungen] ungeschnitten im CINESTRANGE EXTREME ONLINE SHOP kaufen

 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Trailer

 
 



 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
The Editor (2014)
 
Amer (2009)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Symphony in Blood Red (2009)
 
Masks (2012)
 
Tulpa (2012)
 

Filmkritik: „Bloodline“ (2018)

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BLOODLINE

Story

 
 
 

Der Vertrauenslehrer einer High School nimmt private Probleme zum Anlass, um seine Wut an all jenen auszulassen, die den Schülern in seinen Sitzungen Böses wollen.

 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Kritik

 
 
 
RYAN REYNOLDS hat es in THE VOICES getan, ELIJAH WOOD konnte es im Remake zu MANIAC nicht lassen und auch ZAC EFRON hat in EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE versucht, das ihm auferzwungene Image des smarten Hollywood-Schönlings abzuschütteln. In allen erwähnten Filmen haben genannte Schauspieler die Rollen getauscht und sich von anderen Seiten gezeigt. Statt sympathische Chaoten zu verkörpern, mutierten sie zu Serienmördern, die nur eines im Sinn hatten: kaltblütig zu morden. Genau Gleiches hat jetzt auch SEANN WILLIAM SCOTT vor. Der avancierte über Nacht als Partyschmeißer Steve Stifler in der erfolgreichen Teeniekomödie AMERICAN PIE zum Publikumsliebling und wurde diese Rolle nicht mehr los. Alle zukünftigen Filmauftritte schlugen in ähnliche Kerbe. Etwas, das der Schauspieler jetzt mit BLOODLINE ändern möchte.
 
 
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Darin spielt er den kühlen Ehegatten Evan, der sich sein Brot als Vertrauenslehrer an einer High School verdient. Doch der Alltagstrott wird durch gute Nachrichten unterbrochen. Zusammen mit Frau Lauren erwartet er ein Kind. Großes Glück, das bald einschlägige Veränderungen mit sich bringt. Die frischengebackenden Eltern sind nämlich mit ihrer Rolle überfordert. Der Säugling schreit und will kein Gramm zunehmen. Eine Belastung, die vor allem Evan zu einer besonderen Art des Stressabbaus zwingt. Er greift zum Messer und ermordet kurzum die Erziehungsberechtigten jener Schüler, die ihre Kinder missbrauchen und körperlich züchtigen. Leider ist Wut allein keine Rechtfertigung für Mord. Eine Tatsache, die auch unser Antiheld einsehen muss. Bald werden nämlich die Leichen seiner Opfer gefunden und die Gesetzeshüter kommen dem Familienvater auf die Schliche.
 
 
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Gutaussehender Publikumsliebling in böser Rolle, die SEANN WILLIAM SCOTT ganz gut steht. Für das für Horrorfilme bekannte Horrorstudio BLUMHOUSE PRODUCTIONS macht er mal keine Späße und bleibt bierernst. Damit wandelt auch die Schockerschmiede auf neuen Pfaden. Anders als die bisherigen von JASON BLUM produzierten Streifen ist BLOODLINE erstaunlich erwachsen und fokussiert kein junges Publikum. Zwar bleiben die Bilder glattgebügelt. Dafür sind die Figuren diesmal nicht so schönoperiert wie in den meisten Genre-Werken der amerikanischen Horrorfilmschmiede. Doch damit nicht genug. BLOODLINE ist der erste von JASON BLUM produzierte Streifen, der auch in puncto Gewalt neue Kapitel aufschlägt. Was sich die Spezialeffekte-Macher hier haben einfallen lassen, ist schon hart anzusehen. Zu sehen gibt es krude Mordsequenzen, die lang zelebriert werden. Offenbar zu hart für die hiesige FSK. Laut Labelinformationen wollte die Prüfbehörde anfänglich keine Freigabe erteilen. Bei so detailreichen Ansichten aufgeschlitzter Kehlen kein Wunder. Zartbesaitete Zuschauer werden an dieser Stelle gewarnt, denn BLOODLINE geht mit seinen Opfern nicht zimperlich ins Gericht.
 
 
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Dennoch sollte erwähnt werden, dass das hier vorliegende Psychogramm eines Serienmörders mit Mühe und Not am Ende doch ungeschoren das Prüfgremium passieren konnte. Leider scheint die Bezeichnung „Psychogramm“ etwas weit hergeholt. Die Erklärungen für das Morden wurden aus der Horror-Klischee-Kiste hervorgekramt und sind Bodensatz. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Psyche unseres Antihelden findet kaum Beachtung. Stattdessen wird die Ursachenforschung im Eiltempo abgehakt, damit dem blutigen Treiben mehr Zeit eingeräumt werden kann. Mal wieder ist die Mutter an allem schuld. Killer Evan musste in Kindertagen mit ansehen, wie der boshafte Stiefvater Aggressionen an der Mutter ausgelassen hat. Die Folge: ein Ödipussreflex. Klingt hanebüchen – ist es auch. Aber von Horrorfilmen erwartet man keine intellektuelle Unterhaltung.
 
 
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Fakt ist, dass BLOODLINE trotz oberflächlicher Erklärungen ein ganz passabler Thriller ist, der einen Vertrauenslehrer zum ultimativen Rächer gepeinigter Schüler umfunktioniert und dabei überraschend spannend bleibt. Der Zuschauer wird begleitend vom aggressiven Score von Mord zu Mord getrieben. Die Stimmung bleibt kühl und düster. Damit schwimmt der durchgestylte Serienkiller-Thriller auf der aktuell beliebten Selbstjustiz-Welle, die sich seit JOHN WICK, EQUALIZER und dem Remake zu DEATH WISH in Genre-Kreisen wieder großer Beliebtheit erfreut. Es wird gerächt und gemordet, als gebe es keinen Morgen mehr. Ein paar unerwartete Wendungen gibt es inklusive. So werden all jene gut bedient, die eine Leidenschaft für diese Art von Filmen besitzen. Dass BLOODLINE als Hollywood-Produktion in Sachen Ästhetik eine hervorragende Figur macht, dürfte den Streifen in die Karten spielen. Kann man schauen.
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Böser, konsequenter und eiskalter Serienkiller-Thriller mit ordentlichem Härtegrad aus dem Hause Blumhouse. BLOODLINE ist keine ernstzunehmende Charakterstudie eines Serienmörders, der unentdeckt mordet. Gezeigtes strotzt vor Horror-Klischees und erinnert oft an die TV-Serie DEXTER. Was aber ganz gut gefällt, sind Look und die Wandelbarkeit von Darsteller SEANN WILLIAM SCOTT. Der verkörpert hier einen ruhigen und in sich gekehrten Killer und distanziert sich so von seinem Blödel-Image. Statt Späße unter der Gürtellinie und Idioten-Humor überzeugt der AMERICAN PIE-Star mit permanenter Ernsthaftigkeit. Etwas, das dem Schauspieler sehr gut steht. Dieser sollte sich öfters in derartigen Rollen zeigen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Zensur

 
 
 
Schenkt man dem Label NAMELESS MEDIA Glauben, soll BLOODLINE anfänglich große Probleme mit einer FSK-Freigabe gehabt haben und erhielt keine Freigabe. Die Begründung: „Von Jugendschutzrelevanz sind die zahlreichen kaltblütigen, expliziten Tötungen von Evans wehrlosen Opfern“. Darum wurde der Streifen vor der regulären deutschen Kaufhausfassung mit SPIO/JK-Kennzeichnung im Mediabook von NAMELESS MEDIA veröffentlicht. Offenbar hatte aber die FSK letztendlich doch Gnade und erteilte dem Streifen in ungeschnittener Form überraschend eine FSK-Freigabe mit rotem Freigabe-Flatschen. Das verwundert aufgrund der Härte, hat aber zur Folge, dass BLOODLINE nun vom eigentlichen Lizenzinhaber LIGHTHOUSE HOME ENTERTAINMENT als KeepCase und im limitierten Steelbook ungeschnitten in die Kaufhäuser gebracht werden kann. Horrorfilmfans wird das freuen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im limitierten Steelbook)

(c) Nameless Media (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloodline; USA 2018

Genre: Horror | Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Mediabooks: Spio/Jk-geprüft (ungeschnittene Fassung) | Keepcase / Steelbook: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase im Wendecover + Steelbook + Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 16.10.2020 | Keepcase: 26.02.2021 | Steelbook: 23.04.2021

 

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BLOODLINE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Lighthouse Home Entertainment / Nameless Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maniac (1980)
 
Dahmer (2002)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Scars of Xavier (2017)
 
Simon Killer (2012)
 

Filmkritik: „The Cleaning Lady – Sie weiß alles über dich“ (2018)

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THE CLEANING LADY – SIE WEISS ALLES ÜBER DICH

(THE CLEANING LADY)

Story

 
 
 
Für Alice wird die Freundschaft zu ihrer Putzfrau schon bald zum Albtraum, denn hinter der freundlichen Shelly steckt mehr, als man ahnen könnte.

 
 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Kritik

 
 
Es ist nicht unüblich, dass Kurzfilme gerne mal zu Langfilmen geformt werden. Für viele Regisseure sind gerade diese Kurzfilme ein günstiges Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Ist das dann erst mal erfolgt, finden sich auch schnell mal Geldgeber, die einen Langfilm ermöglichen. In der Vergangenheit hat das manchmal funktioniert, aber nicht immer, denn man muss auch sagen, dass längst nicht jeder Stoff sich anbietet, als Langfilm präsentiert zu werden. Schon gar nicht, wenn das Original hauptsächlich aus einer Pointe besteht. Regisseur Jon Knautz hat mit „The Cleaning Lady“ nun ebenfalls seinen gleichnamigen Kurzfilm von 2016 mit einer höheren Laufzeit versehen. Das bemerkt man an manchen Längen leider, aber insgesamt lässt sich das Ergebnis dennoch gut anschauen.
 
 
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Alice ist in einen verheirateten Mann verliebt und versucht von ihm loszukommen. Um auf andere Gedanken zu kommen, freundet sie sich mit ihrer neuen Putzfrau Shelly an. Shelly ist sehr schüchtern und hat aufgrund eines Unfalls ein verbranntes Gesicht, aber sie hört Alice zu und so entsteht eine kleine Freundschaft. Allerdings ahnt Alice nicht, was die tragische Geschichte hinter den Narben von Shelly erzählt und als ihr Rachefeldzug beginnt, ist es auch schon zu spät. Die Handlung ist nicht schlecht, aber man merkt ihr an, dass sie künstlich in die Länge gezogen wurde. Es macht eben schon einen Unterschied, ob man nur zehn Minuten Laufzeit füllen muss oder 90 Minuten. An manchen Stellen ist es gut, dass sich das Geschehen nur sehr langsam entwickelt, an manchen aber auch ein Zeichen dafür, dass Füllmaterial benötigt wurde. Wer den Kurzfilm kennt, wird schon wissen, was sich hier abspielt, alle anderen können erst mal nur rätseln. Dabei ist die Hintergrundgeschichte wirklich tragisch, aber nicht unbedingt besonders originell. Die Schlusspointe ebenfalls nicht. Das Drehbuch ist also eine etwas zwiespältige Sache geworden. Positive und negative Aspekte halten sich da ungefähr die Waage.
 
 
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Was „The Cleaning Lady“ aber durchaus aufwerten kann, sind die beiden Hauptdarstellerinnen. Alexis Kendra war schon im Kurzfilm involviert und macht ihre Sache recht glaubwürdig. Wirklich stark ist allerdings Rachel Alig, die ihrer psychopathischen Figur eine bedrohliche Präsenz verleiht. Sie spielt das völlig ruhig und zurückgenommen, erzielt aber gerade damit eine hohe Wirkung. Sowieso ist ihre Figur alles andere als uninteressant und sie sorgt auch für ein bisschen Ambivalenz. So grauenvoll Shelly auch zur Tat schreitet, durch ihre Background-Story kann man ihr das fast nicht übel nehmen. So ganz nebenbei hat man mit ihr übrigens auch eine Figur kreiert, die mit mehreren Fortsetzungen zu einer Art neuem Slasher-Idol werden könnte. Weitere Darsteller sind in Nebenrollen zwar fleißig vertreten, spielen aber wirklich keine besonders große Rolle und auch die Figurenzeichnung ist abgesehen von Shelly keineswegs berauschend. Hier bedient man eigentlich nur Klischees. Für ein paar Sympathien reicht das aus, für mehr jedoch nicht.
 
 
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Nun sollte man kein Fan von Filmen sein, die schnell auf den Punkt kommen, denn „The Cleaning Lady“ lässt sich Zeit. Fast die gesamte erste Stunde ist, bis auf wenige Ausnahmen, eher eine Art ruhiges Drama. Eine Bedrohung ist zwar spürbar, aber wirklich durchkommen tut sie dann erst im letzten Drittel. Hier geht es dann allerdings schon zur Sache. Explizite Gewalt gibt es weniger zu sehen, aber ein paar Szenen haben es in sich und die Freigabe ab 18 Jahren ist deshalb auch gerechtfertigt. Zum Finale hin kommt noch etwas Spannung auf und die Inszenierung ist ganz passabel. Mit sehr viel Aufwand dient der Film nicht, aber das ist hier auch nicht unbedingt notwendig. Die handwerkliche Arbeit kann sich auf jeden Fall sehen lassen, selbst wenn ein paar Effekte etwas zu simpel (Stichwort: Säure) aussehen. Durch den wirklich sehr langsamen Aufbau besitzen die 90 Minuten Laufzeit aber leider einige Längen, die vermeidbar gewesen wären, wenn man das zehn Minuten kürzer gestaltet hätte.
 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Cleaning Lady“ macht lange Zeit auf ruhiges Drama, um dann im finalen Drittel ordentlich mit der Horrorkeule zu schwingen. Zwar ist der Film alles andere als harmlos, aber leider zündet seine böse Art und Weise zu selten, weil er sich dafür einfach zu viel Zeit lässt. Dank der beiden guten Hauptdarstellerinnen und ein paar schmerzhaften Szenen kann man darüber hinwegsehen und auch die Story ist nicht schlecht. Ein bisschen weniger Füllmaterial wäre aber nicht verkehrt gewesen. Wer allerdings nicht auf der Suche nach dem nächsten Highlight ist, bekommt hier einen solide gemachten Film geboten, der sehenswert ist.
 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Cleaning Lady“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE CLEANING LADY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) DONAU FILM (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Cleaning Lady; USA 2018

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 02.10.2020

 

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THE CLEANING LADY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
House of Wax (2005)
 
May – Schneiderin des Todes (2002)
 

Filmkritik: „Inner Ghosts – Schlüssel zur Hölle“ (2018)

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INNER GHOSTS – SCHLÜSSEL ZUR HÖLLE

(INNER GHOSTS)

Story

 
 
 
Neurowissenschaftlerin Helen kriegt nach dem Tod eines befreundeten Mediums 7 Millionen für ihr Forschungsprojekt geschenkt, in dem sie im Namen der Alzheimerforschung Geister interviewt.

 
 
 


 
 
 

INNER GHOSTS – Kritik

 
 
Ein weiteres Langfilmdebüt hat es geschafft, einen deutschen Vertrieb zu finden, ein weiterer tapferer Reviewer stellt sich den ohne Abspann 85 Minuten, die der portugiesische bisher Co-Regisseur Paulo Leite hier inszeniert hat. Ob es eine gute Idee war, diesem Streifen eine Chance zu geben? Kämpfen wir uns doch durch knapp 5 Seiten Notizen und finden es heraus.
 
 
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Ein ruhiges Klavierstück mit krächzenden Instrumenten im Hintergrund vermag Unbehagen zu verbreiten, während, merkwürdig gewählt, die Opening Credits von oben nach unten durchs Bild scrollen. Eine dialoglose Montage zeigt blutige, aber im Endeffekte harmlose sowie offensichtlich nicht echte Aufnahmen einer Operation, Nahaufnahmen zudem von einer geplagten jungen Frau, die etwas notiert und schließlich Selbstmord begeht. Die weinende Mutter rennt auf die Leiche ihrer Tochter zu, Schnitt und sie wird uns als Protagonistin vorgestellt, Celia Williams spielt die Neurowissenschaftlerin Helen, die gerade um eine Finanzierung ihres Projekts bittet, bei dem Alzheimerpatienten geholfen werden soll, sich zu erinnern. Williams gibt dabei von Anfang an die wohl überzeugendste und beste Performance des Films ab, was aber regelmäßig auch schwer anders erdenklich ist, da der Restcast so unfassbar hölzern agiert. Hübsch geframete Bilder beißen sich mit den charakterlos matten und entsättigten Farben, Plot kommt dann immerhin zügig in Form der Mutter einer Freundin daher, die sich im hohen Alter befindet, Helen früher unterrichtet hat, und sich ihres baldigen Todes bewusst ist.
 
 
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Recht stimmig bis professionell geschnittene Szenen an der Universität, unterlegt mit fader und charakterloser Musik, sowie die Informationen dass Helen scheinbar ein Medium ist, ihre Tochter aber nicht erreichen konnte weil das „beyond her gift“ ist (?), sie sich geschworen hat, nie wieder ihre Gabe zu nutzen und dass die alte Frau von Helen genau das aber verlangt, folgen innerhalb weniger Minuten als funktionierende Exposition. Ebenfalls recht zufrieden stimmt, dass es nach gerade einmal elf Minuten jetzt wohl richig „loszugehen“ scheint, da sie für ihr Projekt, an einer wissenschaftlichen Universität wohlgemerkt, das sie an Geistern durchführen möchte, mal eben 7 Millionen bekommt. Von einem solchen Budget könnte der Film selber aber vermutlich nur träumen, weshalb der Zuschauer nun auf keinen Fall Hightech-Gear oder auch nur aufwendige designte Apparaturen erwarten sollte, stattdessen wird auf das Budget schlichtweg nie wieder eingegangen, nachdem Helen ein erstes Mal beim irritierend schlecht und inkonsistent spielendem Doctor der Uni vorbeigekommen ist, um den Vertrag zu unterschreiben. Das schwere Atmen der Mutter von Helens Freundin wird vom Horrorfan dann sicherlich wohlig dämonisch assoziiert und sorgt ggf. für erste Spannung, doch der Geist der alten Dame ist nicht nur freundlich gesinnt, sondern auch unspektakulär inszeniert, da einfach nur die Schauspielerin selber noch einmal im Bild steht und mit leicht verzerrter Stimme redet. Sprüche wie „Death is just a wave coming back“ oder „Let the pain go!“ helfen dabei weder Helen, noch dem Zuschauer.
 
 
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In der Box der Verstorbenen finden sich Schlüssel und bald tut sich ein alter, lange nicht mehr genutzter Ort auf, an dem es vor Geistern wohl nur so wimmelt, wie von Helen wenig atmosphärisch oder mysteriös schlichtweg angenommen wird. „There’s an entity to your left“ sagt sie zu ihrer Freundin und zeigt leger nach links, das Sounddesign ist durch ganz viel generisches Rauschen und Radiofrequenzen und Stimmen und mehr Störgeräusche bestenfalls bemüht, aber nie gruselig. Müsste nach gerade einmal 21 Minuten auch gar nicht der Fall sein, wären die ausgebauten und langen Dialogszenen dafür zumindest packend, spannend oder gut gespielt – doch trotz Kerzenbeleuchtung und dunklen Ecken fallen selbst die atmosphärisch platzierten Geistergespräche sehr lange sehr mundän bis peinlich aus, da hier im Endeffekt einfach nur Interviews mit leicht weiß geschminkten, vergessenswert gespielten Typen durchgeführt werden, die mit einem kindischen Sprachverzerrer sprechen. „Albert“, der hilfreiche Geist, erklärt jedenfalls dass die Geister eine neue, gefährliche und experimentelle Art der Kommunikation gefunden hätten, geht auch darauf aber nie wieder ein.
 
 
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Optisch-atmosphärisches Highlight, wenn man denn auf diese nächtliche Stadtoptik steht, dürfte die kurze Sequenz sein, in der eine Joggerin bis zum überraschend klappenden Jumpscare und Offscreen-Angriff angenehm durchdacht eingefangene Bilder durchqueren darf. Das sieht nicht nur besser aus, sondern ist auch marginal spannender als Helens Seance, in der mittlerweile kein einziger Geist mehr gezeigt wird, sondern nur noch zahlreiche Stimmen von 100 abwärts zählen dürfen für ihre Tests. Wie irgendwas davon wissenschaftlich sein oder Alzheimerpatienten helfen soll, in einer Welt, in der Geister nicht als existent etabliert sind, sondern einfach von Helen so angenommen und ja auch erfahren werden, vom Rest der Menschheit aber scheinbar nicht, bis auf anderen Medien, ist die berechtigte Frage, die sich der Zuschauer – nebst anderen – sowie auch der Doctor der Uni stellt. Mit dem ärgerlichen Nebeneffekt nur, dass diese belanglosen, extrem repetitiven und vorhersehbaren Gespräche immer wieder kommen, nichts vorantreiben, keinen Unteschied oder Spaß machen und ganz fürchterlich von Miguel Linares gespielt sind. Wie dem auch sei, die Joggerin stellt sich als weiteres Medium heraus, die von Helen geschult werden will und ihre Visionen zudem als Graphic Designerin und Künsterlin umsetzt. Interessanter Charakter prinzipiell, selbstredend wird bis auf ein „Ich werde seit meiner Kindheit gejagt“ nichts daraus gemacht. Ein Drittel des Films, etwa eine halbe Stunde ist vergangen und bis auf die kurze Jogsequenz noch kein Hauch von Horror, dafür aber werden die Mädels sowie der Zuschauer von Helen mit einem ewigen pseudowissenschaftlichen Monolog zugemüllt, indem drei Arten von Geistern unterschieden werden, was offensichtlich auch keinen Unterschied für irgendwas macht.
 
 
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Wichtig ist nur, dass der Film und auch Helen im Film implizieren, dass die Geister prinzipiell harmlos sind und nichts Böses wollen, ihre neuen „Schülerinnen“ also nichts Böses zu erwarten haben – der Soundtrack hingegen versucht eine möglichst mysteriöse und bedrohliche Atmosphäre herauf zu beschwören, was von der geschilderten Szene aber an sich boykottiert wird. Zur Halbzeit der ganzen Chose dürfen dann Münzen gekotzt werden und auch der nächste, ok aussehende, aber mit einem extradiegetisch lautem Geräusch unterlegte, Jumpscare folgt. Und weil diese kurze und kaum effektive Sequenz schon wieder genug Aufregung für diesen Horror(?)film ist, spendiert Helen uns weitere unsinnige und frustrierend vage erklärte Dämonenkonzepte von Huntern und Doppelgängern. Die zahlreichen dämonischen Dokumente der Nacht werden von der wissenschaftlich agierenden Uni merkwürdigerweise auch beim dritten Mal nicht gerade herzlich empfangen, weshalb dieser grottig spielende Schauspieler Helen nun endlich feuern darf, wodurch sie das Projekt an sich aber wohl nicht verliert.
 
 
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Nach geschlagenen 50 Minuten wird die ach-so-bedrohliche Kreatur ungeschönt und unverdeckt mit Licht für zu viele Sekunden gezeigt und zieht sich comichaft in seinen Schatten zurück, nachdem sie von Helen einfach nur angeschrien wurde. Der wahre Horror ist es, hier nicht lachen oder zum zwanzigsten Mal auf den Timer gucken zu müssen. Im Dunkeln, schnell geschnitten und angedeutet hätte dieses simple Mann-im-Anzug-Design zweifelsohne funktionieren können, so aber hat sich der Horror enttarnt und lächerlich gemacht, bevor er auch nur aufgekommen ist. Der Wissensvorsprung des Zuschauers hilft dabei wenig, gute 10 Minuten länger als wir braucht das Dreiergespann junger visionengeplagter Damen nämlich (was ein Zufall übrigens, dass alle drei Medien unterschiedlich alte, attraktive Frauen sind) um zu verstehen, was Sache ist. Um nach Ewigkeiten, aber somit ganz wie im Film, auch endlich etwas Deutlicheres als plot device zu nutzen als „Geister und tote Tochter“ in dieser Review, stelle ich die Laserscanner und 3D-Drucker vor, die eine von den Dämonen per unvollständiger Anleitung hinterlegte Maschine zur Kommunikation mit eben jenen drucken soll, damit Helen, äh…sowas wie einen Wi-FI-Verstärker für ihre Gabe hat, und ihre Tochter sprechen kann? Ich meine, Kommunikation existiert ja bereits darum ist die Motivation der Gruppe bis auf reine Neugierde schleierhaft, doch ich gebe mein Bestes, hier Sinn zu finden. Kaum steht die an sich wenig gruselige Kinderspielzeug-Apparatur, folgen auch erstmalig im ganzen Film leicht atmosphärische, unscharfe Einstellungen umherhuschender Silhouetten, wo einige effektive Perspektiven bei sind, sowie auch bedrohliche Musik. Doch statt die Geisterrichtung nach halbgaren Drama-Ansätzen und viel Leere endlich einzuschlagen, kommt nun doch tatsächlich der gottverdammte Doktor wieder vorbei, um den Sehgenuss zu schmälern…
 
 
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Weiter nacherzählen möchte ich wie üblich nicht, denn wenn dieser elendig langsame, charakterlose und fade Pseudohorror endlich mal eine Idee, einen plot device, eine Bedrohung, einen Antagonisten oder irgendwas gefunden hat, das längeres Interesse wecken könnte, ist er auch gott sei Dank schon wieder vorbei – etwa 30 Minuten bleiben an dieser Stelle noch und gruselig ist nur, wie hier völlige Dunkelheit mit offensichtlichem Licht inszeniert wird und Türen knallen sowie Darstellerinnen, die „I’m so afraid!“ rufen, als Horror gelten sollen. Die Rolle des Doktors im Kontrast zu Helen kratzt an der absoluten Oberfläche der Grundsätze moralischer wissenschaftlicher Arbeit, ein durchaus ekliger Mann im Gummianzug sorgt später für Erinnerungen an glorreichere Genretage oder z.B. den unterbewerteten „The Rambler“, das Framing ist immer wieder motivierter als der Rest des Films und Celia Williams kauf ich mehr ab, als jedem anderen Castmitglied. Doch wenn wir 18 Minuten vor Ende wirklich noch weitere Pseudosicence-Interfaces gezeigt kriegen und eine rappelnde Box als faszinierend verkauft werden soll, dann bleibt wenig Gnade oder Mitleid für diese elendig ideenlose und fade Produktion über, die unsere Heldinnen plötzlich als völlig wehrlose Opfer darstellt, die nicht viel tun können bis auf nervig zu schreien.
 
 
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Als sei das noch nicht nervig genug, setzt der Film seine gesamte Brutalität, seinen gesamten Schockfaktor in einen einzelnen Effekt und gestaltet diesen dann aber mindestens so offensichtlich schlecht getrickst und künstlich wie drastisch, was zu spät und zu wenig ist. Und als sei DAS auch noch nicht enttäuschend genug, werden die beiden gelungensten Ideen bzw. kreativsten Sequenzen, die auch am besten funktionieren, am Stück am Ende des Films verheizt, so dass möglichst wenig Menschen sie sehen und es wirklich keinen Unterschied mehr macht. Doch auch die entschädigen für gar nichts, da hier noch eine deutliche Epilepsiewarnung ausgesprochen werden muss dank der fabelhaften Idee, gute sieben Minuten des Films nur mit flackerndem Licht zu verbringen, um es sich bei der Effektarbeit leichter zu machen, oder einfach damit ein paar Menschen weniger in den Genuss kommen müssen. Das Script dieses Horrorfilms über Alzheimerforschung selber von einem Alzheimerpatienten schreiben zu lassen, der die Hälfte der Plotpoints sowie jegliche Idee von Pacing regelmäßig völlig vergisst, ist ein mutiger Schachzug gewesen, der sich imo nicht ausgezahlt hat.
 
 


 
 
 

INNER GHOSTS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Unterirdisch langweiliger, generischer, ideenloser und größtenteils furchtbar gespielter Geisterfilm, der weder als Drama noch als Horror annährend funktioniert. Punktuell hübsch kadrierte Bilder und eine stabilisierende Performance der Protagonistin helfen wenig wenn von spannenden Charakteren, Dialogen, Konflikten, Antagonisten oder auch nur etwas Kurzweil keine Spur zu finden ist

 
 


 
 
 

INNER GHOSTS – Zensur

 
 
 
„Inner Ghosts – Schlüssel zur Hölle“ hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die deutsche Filmfassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

INNER GHOSTS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inner Ghosts; Brasilien | Portugal 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080i) | @25 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 21.08.2020

 

Inner Ghosts – Schlüssel zur Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

INNER GHOSTS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ashes (2018)
 
I am ZoZo (2012)
 
The House on Pine Street (2015)
 

Filmkritik: „Blood Bags – Er will Dein Blut“ (2018)

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BLOOD BAGS – ER WILL DEIN BLUT

(BLOOD BAGS)

Story

 
 
 
Die junge, amerikanische Fotografin Tracy wird während ihres Auslandaufenthaltes auf eine alte Villa in Turin aufmerksam die sich für atmosphärische Fotos ideal eignet – wären da doch nur nicht der Hausmeister, der letzte Bewohner und ein mysteriöser Fremder…

 
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Kritik

 
 
Die Definition einer seltenen Krankheit per Text im Intro, eine amerikanische Künsterlin, Fotografin nämlich, unterwegs im wunderschönen Turin, lichtdurchflutete Vasen, Match Cuts und nur zwei kurze Dialoge auf italienisch – es fängt so schön an, so gialloesque, wenn zu Beginn von „Blood Bags“ zwei Einbrecher eines Nachts beim Einbruch von einer Kreatur überrascht werden, die dem Älteren der beiden direkt blutigst die Kehle durchschneidet. Klar, der schwraz/weiße POV-Filter ist etwas trashig und wirklich an Bava erinnert das jetzt auch nicht gerade, aber Opening Credits mit anatomischen Zeichnungen und ein motivierter Indie Industrial Rock Electro Sountrack mit dröhnenden Bläsern stimmt zuversichtlich, einen ordentlichen, brutalen und stilsicheren Low-Budget-Horror aus bella italia zu sichten, der sich vor der zeitgenössischen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Aufrecht erhalten wird jene Zuversicht durch Aufnahmen der malerischen Turiner Innenstadt untermalt von sphärischen Gitarren sowie die klare Aufteilung von Protagonistin (Tracy) = Enthaltsam = Final Girl vs. Freundin (Petra) = promiskuiv = wird sterben nach alter Slasherhierarchie, die es nun zu beweisen oder entkräften gilt. Durch Freunde an der scheinbar privaten Turiner Film/Medienschule wird man schnell auf ein verlassenes Gebäude aufmerksam, das es zu besuchen gilt, einer der Freunde trägt dabei ein Profondo Rosso Shirt und ist auffallend nervig gespielt, zum Glück werden die beiden aber auch sitzen gelassen, da unsere Protagonistinnen sich alleine auf den Weg machen.
 
 
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Im Villen/Wohnviertel Turins machen die jungen Frauen dabei schnell die gesuchte Location ausfindig und betreten sie durch einen Seiteneingang, währenddessen macht sich ein hühnenhafter Mann im Trenchcoat, der eine schwarze Ledertasche trägt auf, eine alte Frau zu besuchen. Die Wohnung der Dame ist bunt ausgeleuchtet, nach etwas italienischem Dialog, der auf der deutschen Blu-ray ununtertitelt daherkommt (!), überzeugt sie den Herren, dass ihr Blut gesund, krankheitsfrei ist und er füllt ein titelgebendes Blood Bag an ihr auf. Wenig gruselig, wenn auch rätselhaft und stilvoll inszeniert zu dem Zeitpunkt, doch dann beschwert sie sich und die Diskussion eskaliert, unser scheinbar zweiter Killer schlägt und erdrosselt die Dame zu farbenfroher Disco-Beleuchtung, bevor er sein Zeug einpackt und im unauffälligen Kleinwagen davon fährt.
 
 
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Nach 20 Minuten Exposition bleibt, den Abspann abgezogen, also noch ziemlich genau eine Stunde Laufzeit, und die werden unsere Protagonistinnen wohl in dem alten Gemäuer verbringen, da der Außenbereich der prachtvollen, alten Villa von einem älteren Herren abgeschlossen wird, der vorher schon unscheinbar an der Straßenecke lauerte. Innerhalb der Todesfalle stößt die Charakterisierung der Fotografin auf Wohlgefallen, da diese ein bestimmtes Ziel verfolgt und eine bestimmte Ästhetik bedienen möchte, statt einfach nur sinnlos irgendwelche anspruchslosen Schnappschüssen zu tätigen, wie viel zu oft in ausgelutschten Horrorproduktionen der Fall ist. Ohne eine unnötig große Gruppe an Nebenakteuren und dafür aber mit überdurchschnittlich glaubhaft geschriebenen Charakteren versehen, war „Blood Bags“ also eine gute halbe Stunde lang wirklich recht kurzweilig, unterhaltsam und vielversprechend, auf einem guten Weg. Doch ist der gnadenlose, wenn auch nicht sonderlich explizite sowie auf dem Backcover bereits gespoilte Kill an Petra dann überlebt, stellt sich für die restlichen 50+ Minuten nur die große Frage, ob wir es wirklich mit einem spannenden Katz- und Mausspiel zu tun haben, in dem sich Tracy alleine gegen mehrere Antagonisten erweisen muss.
 
 
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Doch wer wirklich gehofft hat, hier minimalistischen Neogiallo in stilvollendeten Bildern zu entdecken, oder auch nur einen weiterhin spannenden Indiethriller, der hat sich gehörig geschnitten – denn auch wenn die folgenden 10-20 Minuten bis zur Hälfte des Films vielleicht noch hier und da unterhalten können mit ihren jeweiligen Szenenkonzepten, so sieht es mit jeder verstreichenden Minute dunkler aus, was Motivation oder Mehrwert angeht. Soll heißen, dass Tracy auf den Gangster vom Anfang trifft und kurz ihre Brille verliert und mit dem Blitz ihrer Kamera dafür die Kreatur stunnen kann und sich verstecken und wegrennen muss und das für sich genommen auch unterhaltsam ist, aber der gesamte Nebenplot über die obligatorischen nutzlosen Polizisten, die sich durch Umwege und Interviews langsam Richtung Villa aufmachen, sowie die Antagonisten selber, ziemlich farblos und egal bleiben.
 
 

 
 
Ich liebe die Idee, mit einem elaborierten Aufbau in schicken Turiner Sommerbildern zwei Cops zu inszenieren, die sich zaghaft an die Bedrohung rantasten und später dann aktiv mit dem Plot interagieren wie in x anderen Horrorfilmen auch, aber irgend etwas anderes aus dem Script müsste, damit das klappt, nicht bereits gesehen sein. Doch Gore oder Nacktheiten gibt es keine, hübsch genug um nur von seiner Ästhetik zu leben ist der Film nicht und so spannend es sich zu Beginn guckt, drei verschiedene (mögliche) Antagonisten zu verfolgen, so beliebig löst sich das Debakel dann leider auf. Die „Kreatur“ aus der Rubrik „Gequälte Seele“ darf einen Kill mit blutigen Einstichen ausführen und geht recht rabiat vor, doch sämtliche anderen Angriffe oder Tötungen sind komplett Offscreen, nie kreativ sondern stets beliebig und enden mit dem unspektakulären Wegzerren des Opfers. Dialog gibt es keinen, dafür aber ein comichaft riesiges Hackebeil und absolut lächerliches Krächzen und Stöhnen und Weinen. Blau-rot beleuchtete Säulen in einem ansprechenden Set mit Spieluhrmusik und einer blutig zugerichteten Balerina bilden das atmosphärische sowie optische Highlight des Films, entpuppen sich aber leider als kurze Traumsequenz ohne jegliche Konsequenz für den Plot – und dass dieser möglichst bösartig und fies enden will ist vielleicht gut gemeint, aber klappt bei Offscreen-Tätigkeiten absolut nicht, erst recht nicht wenn man vorher schon so dermaßen in die oft gesehene, belanglose Reihung von Genretropen abgerutscht ist.
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Blood Bags“ ist in seinen besten Szenen ein kurzweiliger, ästhetischer Indiehorror mit Gialloeinschlag, interessanten Antagonisten und hübschen Sets, in seinen schlechtesten dafür peinlicher und vollends belangloser Pseudoretro-Trash, dessern Hauptkiller egaler nicht sein könnte. Schade um das Produktionsdesign und die durchaus talentierte Makenna Guyler, dass so ein belangloses Script als Fundament dienen musste. Knappe 3/10

 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Zensur

 
 
 
„Blood Bags – Er will Dein Blut“ hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die deutsche Filmfassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blood-bags-2018-bluray

(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Bags; Italien 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hzz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.07.2020

 

Blood Bags – Er will Dein Blut [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pinup Dolls on Ice (2018)
 
The Drownsman (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Minutes to Midnight (2018)
 

Filmkritik: „Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ (2018)

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MARLA – SEX MIT IHR IST TÖDLICH

(MARLA MAE)

Story

 
 
 

Im Horrorfilm „Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ ist der Titel wörtlich zu nehmen, denn nachdem sich Marla eine Spirale einsetzen hat lassen, funktioniert ihr Geschlechtsteil irgendwie anders, als man denken würde.

 
 
 


 
 
 

MARLA – Kritik

 
 
 
Gleich vorweg darf verraten werden, dass man es bei „Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ mit einem stinklangweiligen Möchtegern-Horrorfilm zu tun hat, der nahezu nichts zu bieten hat. Deshalb gibt es die interessanteste Information auch gleich am Anfang. Einer der Darsteller (Jason Stange) war ein gesuchter Bankräuber, der dann am Set vom Film festgenommen wurde. Damals lief das noch unter dem Titel „Marla Mae“ und die Meldung ist auch bereits von 2015, was dann vielleicht auch erklärt, dass es bis zur Veröffentlichung doch ganz schön lange gedauert hat. Nun muss man sicher ganz schön doof sein, um sich als gesuchter Verbrecher als Schauspieler zu versuchen, aber ebenso doof muss man sein, um für „Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ Geld auszugeben.
 
 
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Marla will sich eine Spirale einsetzen lassen, um ein unbeschwertes Sexleben genießen zu können, aber die Kosten sind ihr ein Dorn im Auge. Zum Glück gibt es da einen alten Jugendfreund, der Gynäkologe geworden ist und Marla als eine Art Freundschaftsdienst eine kostenlose Behandlung anbietet. Dummerweise geht gleich der erste Geschlechtsverkehr danach schief und schon wird Marla von der Polizei verfolgt. Was sich anfangs wie eine Mischung aus Bodyhorror a la Cronenberg und „Bad Biology“ von Henenlotter anhört, entpuppt sich rein storytechnisch als reine Schlaftablette. Man hat wirklich kaum etwas aus der Handlung gemacht. Hinterher spürt man förmlich den Versuch, dass der Zuschauer sich doch bitte für die Auflösung interessieren solle, doch bis dahin hat man sowieso jegliche Neugierde verloren. Und selbst wenn die Auflösung sich dann möglichst interpretationsfreudig gibt, so ist die Aufbereitung dennoch unter aller Sau. Jede kleine Mini-Geschichte bei „X-Factor“ wurde aufregender geschrieben.
 
 
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Die treibende Kraft hinter „Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ war Lisa van Dam-Bates, die nicht nur Regie führte und das Drehbuch schrieb, sondern auch für die Effekte verantwortlich war und die Hauptrolle übernahm. Ziemlich viele Aufgaben, wenn man sich überlegt, dass dies ein Regiedebüt darstellt. Von Talent ist jedoch weit und breit keine Spur. Weder kann Lisa van Dam-Bates aus inszenatorischer Sicht überzeugen, noch als Hauptdarstellerin. Ihre Leistung ist mit einem zugekniffenen Auge noch okay, mehr aber auf keinen Fall. Etwas anderes lässt sich von der restlichen, recht überschaubaren Anzahl an Schauspielern leider ebenfalls nicht behaupten. Hinzu gesellt sich eine völlig hölzerne, absolut null glaubwürdige Figurenzeichnung, die langweiliger nicht hätte ausfallen können. Die Charaktere sind überhaupt nicht interessant und selbst wenn man sich die deutsche Synchronisation sogar anhören kann, macht es keinerlei Spaß den lustlosen Dialogen zuzuhören.
 
 
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Wenn doch wenigstens ab und zu mal etwas los wäre, doch „Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ ist gnadenlos langweilig. Nach knapp einer halben Stunde geht es endlich mal etwas zur Sache, aber bis auf einen relativ schlecht gemachten Splattereffekt ist da trotzdem nicht viel los. Danach versucht man wohl so etwas wie Spannung aufzubauen, was jedoch gänzlich misslingt. Weiterhin dümpelt das Geschehen bis zum unspektakulären Finale ohne jegliche Highlights vor sich hin. Die wenigen Effekte sind nicht weiter der Rede wert, stammen zwar immerhin von Hand, sehen aber nicht gut aus und wirklich brutal ist der Film sowieso nicht. Wer beim Filmtitel auf reichlich Sex hofft, darf sich ebenfalls enttäuscht vorfinden. Aus handwerklicher Sicht ist das ja noch ganz okay gestaltet, nur versagen alleine die langweiligen Schauplätze völlig. Schaut man sich Filme an, möchte man wohl gerne Schauwerte geboten bekommen. In „Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ sieht alles gänzlich langweilig und öde aus. So ziehen sich die 90 Minuten Laufzeit spätestens ab der zweiten Hälfte wie Kaugummi dahin und dass der Score sich immerhin anhören lässt, ändert daran auch nichts mehr.
 
 
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MARLA – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ ist eine einzige Enttäuschung, die es nicht lohnt gesichtet zu werden. Das Übel fängt bei einer miserabel geschriebenen Story an, die niemals Interesse weckt und am Ende trotz manch einem Fragezeichen weiterhin gänzlich lustlos bleibt. Die Darsteller agieren nicht gut, die Inszenierung ist zwar zweckdienlich, aber die Bilder sind allesamt erschreckend öde und eine Atmosphäre kommt erst gar nicht auf. Mit Horror hat das jedenfalls nichts zu tun. Effekte gibt es kaum zu sehen, Gewalt und Sex ebenso nicht und da braucht man sich nicht zu wundern, dass der Unterhaltungswert Richtung null tendiert. Nur weil das handwerklich zeitweise passabel gemacht wurde und der Score noch okay klingt, lässt sich noch eine Rechtfertigung finden dem Ganzen zwei Punkte zu geben. Wer sich jedoch nicht zu Tode langweilen möchte, lässt besser die Finger von „Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ – Sonst hat der Filmtitel am Ende in gewisser Weise doch noch recht!
 
 
 


 
 
 

MARLA – Zensur

 
 
 
„Marla – Sex mit ihr ist tödlich“ erhielt von der FSK eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form. Sammler ungekürzter Filme können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

MARLA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies / daredo (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Marla Mae; USA 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: 92 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Original Trailer, Trailershow

Veröffentlichung: KeepCase: 31.07.2020

 
 

MARLA – Sex mit ihr ist tödlich [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MARLA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies / daredo)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Bad Biology (2008)
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 
Parasiten-Mörder (1975)
 

Filmkritik: „D-Railed – Zugfahrt in die Hölle“ (2018)

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D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE

(D-RAILED)

Story

 
 
 

Eine Zugfahrt endet im Chaos und führt zum Tod. Der Grund: Ein Zugunfall und See-Monster.

 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Kritik

 
 
In Zeiten, in denen Filme schon inflationär für verschiedenste Auswertungen produziert werden, ist es ganz schön schwer geworden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Überall wird Stoff für ausgehungerte Horrorfilmfans benötigt. So dürstet es dem Fernsehen nach immer neuen Streifen, um seine Zuschauer versorgen zu können. Aber auch Streaming-Portale brauchen Inhalte, um Abonnenten zu ködern. Ganz nebenbei geht es dem Videomarkt nicht anders. Wird der nicht mit frischer Ware beliefert, verdient er keinen einzigen Cent. Die Nachfrage nach Horror ist dementsprechend groß. Da wird gern mal auf Qualität gepfiffen – gekauft wird es ja trotzdem. Eine traurige Entwicklung, wie mittlerweile jeder Horrorfilmliebhaber realisiert haben dürfte. Gute Schocker sind rar geworden. Stattdessen überfluten Billigproduktionen Händlerregale und Heimkinos, wegen denen so langsam die Lust am Genre vergeht. D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS ist so ein Übeltäter. Bei dem ist bereits die Bewertung auf der IMDB Warnung genug. So ist schon dem Trailer das magere Budget anzusehen. Der fertige Film bestätigt die Vermutung. Ist hier etwa die für Trash-Horror berüchtigte Produktionsfirma THE ASYLUM am Werk? Wir geben Entwarnung. Die hat diesmal Sendepause. Qualitativ besser macht das D-RAILED aber nicht. Demzufolge ist dieser Gruselstreifen nur etwas für Hardcore-Low-Budget-Filmfans.
 
 
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D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS erzählt die Geschichte eines ganz besonderen Abendschmauses. Daran nehmen gutzahlende Gäste teil, um im Stile der 1930er-Jahre an einem Krimi-Dinner teilzunehmen, das sich in einem fahrenden Zug abspielt. Die Stimmung ist ausgelassen und die Lok rollte los. Doch aus Spannung über das bevorstehende Spektakel wird bald unbändige Angst. Ein paar Kleinkriminelle haben sich unter die Schauspieler gemischt. Die wollen den Schmuck aller Anwesenden und erhoffen sich fette Beute. Doch Habgier bleibt ihnen im Halse stecken. Der Zug entgleist und landet im See. Dort warten auf die Verunglückten mysteriöse Fischmenschen (?), die großen Appetit haben.
 
 
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Dreiste Mogelpackung. Im Vorspann wird der Name eines Altstars eingeblendet. Kein geringerer als LANCE HENRIKSEN ist angeblich mit von der Partie und dürfte Horrorfilmfans kein Unbekannter sein. Den Amerikaner sah man schon in unzähligen Genre-Streifen. Einige davon genießen Kultstatus. Darunter: ALIENS und DAS HALLOWEEN MONSTER. Seit einigen Jahren geht es Henriksen langsamer an. Statt großer Blockbuster lässt er sich bevorzugt in B-Horrorfilmen oder Low-Budget-Ware blicken. Genau das tut er auch in D-RAILED und macht so indirekt Werbung für den Film. Was Zuschauer aber nicht wissen: Henriksen dient hier nur als Zugpferd, um Verkäufe anzukurbeln. Im Werk selbst ist er genau drei Minuten zu sehen. Eine enttäuschende Prämisse, die Fans des alternden Hollywood-Stars so gar nicht schmecken dürfte.
 
 
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Wenig erfreulich ist auch die Tatsache, dass D-RAILED dank des Kurzauftritts nicht besser wird. Der Film ist genau das, was man beim Einblenden des UNCORK’D-ENTERTAINMENT-Logos zu Beginn des Streifens erwartet. Das ist ein Vertrieb der Billig-Filme vertreibt, von denen nur die wenigsten was können. Genau das trifft auch auf die hier vorliegende Zugfahrt zu. Die beginnt mit einem Twist und entwickelt eine solide Dynamik, sodass mancherorts sogar so etwas wie ein Spannungsbogen entsteht. Leider ist nach dem Zugunglück damit Schluss. Das Fahrzeug stürzt ins Wasser, schlechte Bluescreen-Technik tut da ihr Übriges. Das Resultat: Schnee von gestern, denn ähnlich wie in FROM DUSK TILL DAWN wagt man auch hier einen riskanten Richtungswechsel. Schluss mit Geiselnahme und Ganoven. Was folgt, ist die Verwandlung zum Creature-Feature. Das passt nicht sonderlich gut zusammen und ist auch sonst eine äußerst lahme Nummer.
 
 
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Der Grund: Szenenabläufe wiederholen sich zu oft und die Überlebenden sind nicht unbedingt am Überleben interessiert. Wir sehen wie die wenigen Protagonisten von eigensinnigen See-Monstern attackiert und verspeist werden. Man muss sich zum Ufer vorkämpfen und verschanzt sich dort in einem Haus. Keiner der Charakter verhält sich rational, was in Kombination mit der nicht immer stimmigen, deutschen Synchronisation oftmals unfreiwillig komisch wirkt. So kommt, was man erwartet hat. D-RAILED wird der Vorahnung gerecht, die man bei Filmen aus dem Vertrieb von UNCORK’D ENTERTAINMENT eben grundsätzlich hat. Monster töten, töten, töten und Protagonisten schreien, schreien und sterben. Der Inbegriff purer Langeweile und Ideenlosigkeit, zumal sich Regisseur DALE FABRIGAR nicht einmal ansatzweise um Abwechslung bemüht. Das „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip wird inflationär angewandt und nacheinander sterben alle Anwesenden. Ein schlussendlicher – aber zugegeben cleverer Twist – reißt da leider auch nichts mehr.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Low-Budget-Horror von der Stange, der ganz gut beginnt, aber nach 30 Minuten in die Belanglosigkeit abdriftet, weil er in die falsche Richtung abbiegt. Aus einem hitzigen Überfall in einem fahrenden Zug entwickelt sich auf einmal ein Creature-Feature. Die Idee ist skurril, aber an der Umsetzung hapert es. Beinahe mag man meinen die Drehbuchschreiberlinge hätten nach dem passablen Auftakt weder Lust noch Ideen gehabt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Das Ergebnis: Langweile, weil sich der Film ausschließlich mit dem unspektakulären Töten seiner wenig klugen Protagonisten beschäftigt. Die beginnen ziemlich schnell zu nerven, werden aber kurz und schmerzlos von See-Kreaturen umgebracht. Immerhin sind die Kreaturen-Effekte ganz okay. Besser wird – ZUGFAHRT DES GRAUENS aber dadurch nicht. Dazu fehlen dem Film einfach spannende Momente und frische Ideen.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Zensur

 
 
 
D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Einstufung ist angemssen. Viel Gewalt gibt es nämlich nicht zu sehen. Diese begrenzen sich auf einen Kopfschuss, weitere Verletzungen durch Pistolenmunition und diverse Monsterangriffe, die aber kaum der Rede wert sind. Bei letzterem gibt es aber immerhin einen netten Spezialeffekt. Hier befindet sich ein Kopf im Schlund eines der Wesen. Dieser wird zerdrückt und die Augen quillen aus dem Schädel. Die deutsche Fassung ist übrigens ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: D-Railed; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 26.06.2020

 

D-Railed – Zugfahrt in die Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

D-RAILED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen aus der Tiefe (1980)
 
Mosquito Man (2005)
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun: Origins (2014)

Filmkritik: „Minutes to Midnight“ (2018)

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MINUTES TO MIDNIGHT

Story

 
 
 
In den Bergen ziehen drei irre Geschwister umher und wollen einer Gruppe Freunde an den Kragen, die dort in einem Ferienhaus Silvester feiern.

 
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Kritik

 
 
In den vielen Jahren hat man ja schon einiges an Horrorfilmen gesehen. Da gab es neben wenigen guten Schockern auch jede Menge Unsinn, der die Haare hat zu Berge stehen lassen. Dass es hierbei aber immer noch schlimmer kommen kann, zeigen Streifen wie MINUTES TO MIDNIGHT. Hierbei handelt es sich nicht nur um Filmware, die eigentlich gar keinen Sinn ergibt. Genannte Produktion aus Amerika ist dazu auch noch ein hinterlistiger Zeiträuber, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert, ihm aber nichts zu bieten hat. Immerhin war das absehbar. Schaut man sich nämlich an, wer da verantwortlich zeichnet, rollen sich erfahrenen Filmfans die Zehennägel. CHRISOPHER RAY hat es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht und blickt auf eine umfangreiche Vita zurück, welche die Crème de la Crème qualitativer Gruselperlen umfasst. Darunter herausragende Filmjuwelen wie CIRCUS KANE, 2-HEADED SHARK ATTACK und MEGACONDA. Daher verwundert es wenig, dass MINUTES TO MIDNIGHT knapp zwei Jahre gebraucht hat, um den Weg von Amiland nach Deutschland zu finden. Ein hiesiges Indie-Label hatte Erbarmen und riskiert nun die Käuferschaft mit genanntem B-Movie in den Wahnsinn zu treiben. Da wird mit vielversprechendem Cover-Entwurf gelockt. Kaum die Blu-ray in den Player gelegt, offenbart sich das gesamte Grauen. Letzteres erhält hier eine ganz neue Bedeutung. Man muss es gesehen haben, um es glauben zu können.
 
 
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Ein paar Mittzwanziger, von denen einige in der gleichen Firma arbeiten, wollen das Neujahr auf ganz besondere Weise begrüßen. Die nisten sich im Ferienhaus ihres Arbeitgebers (Sexidol aus den 1990ern: WILLIAM BALDWIN) ein und ignorieren die Warnung des örtlichen Gesetzeshüters (Mädchenschwarm aus den 1990er: RICHARD GRIECO). Letzterer will die jungen Leute vor drohendem Unheil bewahren. Die Hütte befindet sich in den Bergen und ein Unwetter zieht auf. Doch das ist den Freunden egal. Demzufolge muss betraft werden. Drei irre Geschwister (darunter BILL MOSELEY, der sich vollkommen lächerlich macht) schleichen durch die Gegend und veranstalten kurzen Prozess. Die machen Jagd auf die Unbelehrbaren und machen so klar Schiff mit Erlebnissen aus der Vergangenheit. Als Kind wurden die drei Schurken nämlich gehänselt. Angestauter Frust, dem nun unsere Kumpels ausgesetzt sind. Ein klarer Fall von: Pech gehabt.
 
 
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Wenn drei Alt-Stars in einem Low-Budget-Horrorfilm mitspielen, der ohne großes Tohuwabohu in die Händlerregale gebracht wird, lässt das oft Schlimmes erahnen. Im Falle von MINUTES TO MIDNIGHT bestätigt sich das ungute Bauchgefühl, denn was hier zugemutet wird, ist Genre-Bodensatz. Die Einführung der Charaktere ist rudimentär, ein Spannungsaufbau ist gar nicht zu erkennen und die für Horrorfilme prädestinierten Gewalteffekte bewegen sich auf dem Niveau eines jungen Olaf Ittenbachs. Gut, mag man meinen – Trash sollte mit einem gewissen Augenwinkern genossen werden. Das Problem: MINUTES TO MIDNIGHT gehört nicht zu Kategorie Trash. Der Film nimmt sich zu ernst, stibitzt fleißig bei Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und entpuppt sich trotz bekannter Gesichter als semiprofessioneller Schnellschuss, den sich selbst erfolglose Videothekeninhaber niemals freiwillig ins Regal stellen würden.
 
 
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Keine Spur von Unterhaltung, keine Spur von Spaß. Stattdessen hakt Regisseur CHRISOPHER RAY gelangweilt ausgelutschte Slasher-Klischees ab und unterstreicht Geschehnisse mit teils unpassender Musik. Zwischen unspektakulären Morden handeln Protagonisten dumm. Deren Verhalten wirkt mancherorts derart gekünstelt, dass man sich fragt, ob die Macher hinter dieser Produktion überhaupt daran interessiert gewesen waren, ihr Publikum für voll zu nehmen. Hier wird nichts parodiert oder bewusst auf die Schippe genommen. Alles läuft unter dem Banner Backwood-Slasher. Das macht MINUTES TO MIDNIGHT zum Geduldspiel und dürfte dafür sorgen, dass Zuschauer müde auf die Timer ihrer Abspielgeräte starren. Bis hier jedoch Abspann über die Mattscheibe läuft, vergeht viel Zeit. Zeit in der zwar viel, aber im Grunde auch nichts passiert.
 
 
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Regisseur CHRISOPHER RAY hat sichtlich Freude daran, sein Publikum zu Tode zu langweilen. Die Protagonisten nehmen sich Zeit mit Sterben und führen den Genre-Fan durch einen überraschungsarmen Schnarcher, der vor allem wegen billigem Digitallook Augenkrebs verursacht. Da fragt man sich doch glatt, wie man so bekannte Namen wie BILL MOSELEY, WILLIAM BALDWIN oder RICHARD GRIECO gewinnen konnte. Okay, okay – genannte Schauspieler sind durch die Bank weg erschreckend gealtert und dürften wohl froh über jedes Stellenangebot sein. Dennoch hätte man den drei Darstellern etwas mehr Würde gewünscht. Was das Drehbuch von denen abverlangt, ist weit weg von respektabel. So geht man nicht mit älteren Herrschaften um.
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Teils schon peinlicher Mix aus Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und LAID TO REST, der vor allem durch eines auffällig wird: Semiprofessionalität. Billig lautet das Credo von MINUTES TO MIDNIGHT. Das beginnt beim Filmlook und endet bei den Spezialeffekten. Aber das war nicht anders zu erwarten. Im Intro ist ein Banner von UNCORK’D ENTERTAINMENT zu sehen. Das ist ein amerikanisches Filmunternehmen, das ganz üble Horrorfilmverbrechen vertreibt und mit weniger als wenig Kapital maximalen Reibach erwirtschaften will. Daher Vorsicht bei Filmen, die im Trailer das Logo des Unternehmens zeigen. Meist steckt dahinter unbrauchbarer Unsinn. MINUTES TO MIDNIGHT bestätigt diese Theorie, an dem übrigens zwei (!) Drehbuchautoren beteiligt gewesen waren. Was die jedoch am Schreibtisch wirklich getrieben haben, werden wir wohl nie erfahren.
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Zensur

 
 
 
MINUTES TO MIDNIGHT hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Sticker erhalten. Die Gewaltmomente sind schnell geschnitten und nicht immer professionell in Szene gesetzt. Im Finale kommt immerhin etwas Backwood-Slasher-Feeling auf und es wird in Richtung Folter geschielt. Ob die hohe Freigabe wrklich gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Für Horrorfilmfans interessant: Die deutsche Fassung von MINUTES TO MIDNIGHT ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Minutes to Midnight; USA 2018

Genre: Horror, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 19.06.2020

 

Minutes to Midnight [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Hayride – Das Massaker (2012)