Filmkritik: „Schlaf“ (2020)

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SCHLAF

Story

 
 
 

Nachdem Marlene den Ort ihrer Albträume aufgesucht hat und in einen komatösen Zustand verfällt, versucht ihre Tochter den Geheimnissen der Träume auf die Spur zu kommen.

 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Kritik

 
 
 
Wieder mal hat sich ein deutscher Regisseur am Genrefilm probiert und Skepsis ist da von vornherein angebracht, denn gute Horrorfilme aus unserem Lande gibt es einfach nicht sonderlich viele. „Schlaf“ hingegen schafft es seine Vorbilder zu kopieren und nebenbei dennoch eine Eigenständigkeit hervor zu zaubern, weshalb hier nicht ganz zu Unrecht vom besten, deutschen Genrefilm des Jahres gesprochen wird.
 
 
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Marlene geht es psychisch schon lange nicht mehr gut. Sie leidet an Albträumen, die oftmals mit der Wirklichkeit verschwimmen. Eines Tages findet sie ein Hotel, welches das aus ihren Träumen zu sein scheint und besucht es auch prompt. Ein Krankenhausaufenthalt und ein komatöser Zustand sind die Folgen. Ihre Tochter Mona besucht daraufhin ebenfalls das Hotel und versucht herauszufinden, was es mit dem Zustand ihrer Mutter auf sich hat. Dabei verschwimmen Realität und Traum immer mehr, bis sich selbst Mona nicht mehr sicher ist, bei klarem Verstand zu sein. Welche Vorbilder das Drehbuch hatte, ist nicht sonderlich schwer zu erkennen. Gerade durch die verschiedenen Traumebenen und die Verschmelzung zwischen Fiktion und Realität, spürt man hier immer einen David Lynch. Doch auch „Shining“ blitzt gerade durch den Schauplatz des Hotels immer mal wieder durch. Wenn da alte Bilder im Hotel zu sehen sind, fühlt man sich sofort an Stephen King erinnert. Daneben gelingt es der Story jedoch auch einen eigenen Weg zu gehen. Die Ideen sind solide, teilweise sogar schön bizarr und es bleibt stets interessant. Natürlich muss auch eine Auflösung daher und diese enttäuscht nicht, kann allerdings nicht so sehr begeistern, wie das Mysterium zuvor.
 
 
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Allgemein beginnt „Schlaf“ mit einer tollen, ersten Hälfte. Obwohl der Film ziemlich ruhig ist, setzt man von Anfang an auf ein hohes Tempo, was die Handlung betrifft und so dauert es nicht lange, bis der Horror sich langsam entfalten kann. Der Aufbau ist gelungen und die Atmosphäre, die sich hier entwickelt, kann sich sehen bzw. spüren lassen. Da gibt es ein paar herrlich skurrile Szenen zu bewundern und die Traumsequenzen hat man ebenfalls toll gestaltet. Highlight ist hier sicherlich eine erotisch wirkende und dennoch verstörende, eigentlich recht simpel gemachte Szene, die ihre Wirkung aber vollkommen erreicht. Das ist vor allen Dingen deshalb ziemlich beeindruckend, weil Regisseur Michael Venus, der übrigens auch am Drehbuch beteiligt war, mit „Schlaf“ sein Langfilmdebüt gab. Allerdings muss man auch sagen, dass er durch Fördergelder den Luxus hatte, ca. 1,4 Millionen Euro Budget zu erlangen. Das kann längst nicht jeder Debüt-Regisseur von sich behaupten. Schön, dass Herr Venus etwas daraus gemacht hat. Das Hotel als Schauplatz ist große Klasse und allgemein gibt es starke Bilder zu sehen. Die handwerkliche Arbeit braucht sich definitiv kaum hinter genannten Vorbildern zu verstecken.
 
 
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Die zweite Hälfte kann dieses Niveau nicht ganz halten und wird manchmal etwas zu wirr. Umso mehr man dem Geheimnis auf die Schliche kommt, desto mehr verliert „Schlaf“ leider auch an Reiz. Das Finale ist dann nicht mehr besonders spannend und wirkt zudem seltsam unglaubwürdig. Das ist etwas schade, zieht das Gesamtwerk aber zum Glück nicht zu sehr herunter, denn dafür wird man über 100 Minuten Laufzeit dann doch zu gut unterhalten. Außerdem kann sich der Film auf seine ordentlichen Darsteller verlassen. Gro Swantje Kohlhof machte ihre Sache ausgezeichnet und besitzt ein paar Szenen, die sicher nicht leicht zu spielen waren. Daneben weiß August Schmölzer vollkommen zu überzeugen und alle anderen enttäuschen ebenfalls nicht. Die Figurenzeichnung wurde schön rätselhaft gestaltet, ohne dabei jedoch zu plakativ zu wirken und nebenbei darf auch der Score manchmal gelungen zur Atmosphäre beitragen. Nur Blut sollte man hier nicht viel erwarten, denn darauf legt es dieser Film absolut nicht an.
 
 
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SCHLAF – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Schlaf“ beweist, dass deutsches Genrekino doch etwas taugen kann. Stilistisch wandelt man auf Pfaden eines David Lynch, ist aber trotzdem eigenständig genug. Während die Schauplätze schon ein echter Star sind, können auch die Darsteller vollkommen überzeugen und die handwerkliche Arbeit kann sich definitiv sehen lassen. Das besitzt eine starke, erste Hälfte und flacht hinterher leider etwas ab, was dann eine höhere Wertung verhindert. Wer jedoch Lust auf einen deutschen Mysterythriller/Horrorfilm hat, nach dem man sich nicht denkt, dass die Deutschen es nicht können, sollte „Schlaf“ nicht verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Zensur

 
 
 
„Schlaf“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Freigabe ist auch gerechtfertigt. Der Film startet am 29.10.2020 bundesweit in den Kinos.
 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Junafilm | Salzgeber & Co. Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shining (1980)
 
Mulholland Drive – Straße der Finsternis (2001)
 
Inception (2010)
 
Lost Highway (1997)
 

Filmkritik: „The Haunting Of Sharon Tate“ (2019)

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THE HAUNTING OF SHARON TATE

Story

 
 
 

Die hochschwanger SHARON TATE wird von schrecklichen Träumen geplagt, in denen Sie den eigenen Tod kommen sieht. Alles nur Einbildung oder doch drohendes Unheil?

 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Kritik

 
 
 
Der Sommer 1969 schockierte ein ganzes Land. Am 9. August genannten Jahres zogen Mitglieder einer rassistischen Sekte los, um in den Hollywood Hills ein grausames Verbrechen auszuüben, das selbst heute noch Schauer verursacht. Im Fokus: Die damals hochschwangere Frau von Kult-Regisseur ROMAN POLANSKI. Sie galt zu ihrer Zeit als eine der schönsten Frauen der Welt und als Stilikone der Swinging Sixties. Leider wurde ihr der Erfolg zum Verhängnis. Zusammen mit einigen Freunden wurde sie von Anhängern der Hippie-Kommune MANSON FAMILY ermordet, die von Psychopath CHARLES MANSON gegründet und geleitet wurde. Kontroverser Stoff, der offenbar auch heute noch für so einige Regisseure von Interesse ist, um ihn kommerziell ausschlachten zu können. Zu einem dieser Filmemacher gehört DANIEL FARRANDS. Der war schon an so einigen Horrorfilm-Produktionen beteiligt und scheint ein großes Herz für Genre-Ware zu besitzen. So schrieb er nicht nur das Drehbuch zu HALLOWEEN 6 und HAVENHURST. Auch als Produzent bewies er den richtigen Riecher und finanzierte so Horrorfilme wie HAUS DER DÄMONEN oder AMITYVILLE – THE AWAKENING mit. Dass bei so viel Liebe zum Horror auch THE HAUNTING OF SHARON TATE jene Schiene bedient, verwundert wenig. Statt einen informativen Tatsachenbericht über die Manson Morde abzuliefern, werden eher niedere Instinkte befriedigt. Damit tritt man in die gleichen Fußstapfen, wie der ähnlich gelagerte WOLVES AT THE DOOR. Auch dort wurde der Kriminalfall für einen Horrorthriller missbraucht, um möglichst detailreich das Ableben der Opfer zeigen zu können. Das ist irgendwie den Opfern und Angehörigen pietätlos gegenüber.
 
 
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Die Frau von Regisseur ROMAN POLANSKI ist im neunten Monat schwanger. Leider befindet sich der Gatte bei Dreharbeiten in London, weshalb sich SHARON TATE (gespielt von HILARY DUFF) in das gemeinsam angemietete Haus über den Hügeln Hollywoods zurückgezogen hat und sich dort mit Freunden die Zeit vertreibt. Leider erlebt die attraktive Sharon bald den Horror auf Erden. Sie wird von schrecklichen Albträumen und Visionen geplagt, in denen sie den eigenen Tod und den der Freunde voraussieht. Als wäre das nicht schon schaurig genug, fühlt sich die junge Frau auch noch verfolgt. Ein Fremder dringt in das Anwesen ein und hinterlässt Tonaufnahmen mit satanistischen Versen. es Sharon da mit der Angst bekommt ist verständlich. Leider will niemand der Freunde Glauben schenken. Die führen die plötzlichen Panikattacken auf die Schwangerschaft zurück. Eine Fehlinterpretation – wie sich bald herausstellen wird. Da klopft es plötzlich an der Tür und einige Fremde meinen es nicht gut mit der aufgebrachten Feiergesellschaft.
 
 
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Mittlerweile muss man mit einer gesunden Skepsis an Filme herangehen, die Themen aufgreifen, welche sich tatsächlich ereignet haben. So auch bei THE HAUNTING OF SHARON TATE. Der Film suggeriert dem Publikum nämlich, dass Kult-Schauspielerin SHARON TATE vor ihrem Tod schreckliche Visionen vom eigenen Ableben durchlebt hat. Das ist dreiste Blendung am Zuschauer, denn die Schwester der Ermordeten beteuerte in Interviews, dass es derartige Vorhersehungen in keinster Weise gegeben haben soll. Doch bei dieser Falschaussage soll es nicht bleiben. Neben wüsten Verschwörungstheorien, die hier beinahe ungeniert ins Drehbuch geschrieben wurden, ist es vor allem auch Filmemacher ROMAN POLANSKI, der eine Menge einstecken muss. Der wird zwar von keinem Schauspieler im Film verkörpert, ist aber dennoch ziemlich oft Thema. So wird er als ignoranter Ehepartner im Film beschrieben, der sich einen Deut um seine Gattin schert und sich stattdessen mit anderen Frauen vergnügt. Das ist irgendwie unverschämt.
 
 
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Doch THE HAUNTING OF SHARON TATE vermittelt nicht nur ein falsches Bild von Vorfällen und Opfern. Der Streifen kann sich auch nicht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein will. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent DANIEL FARRANDS vermischt hier Tatsachenberichte mit Mystery und Horrorelementen. Das Resultat ist verwirrend. Da träumt Filmfigur SHARON TATE vom eigenen Tod und ist plötzlich ihren Peinigern einen Schritt voraus. Sie überwältigt die Täter und bringt sie mit ihren Freunden um die Ecke, nur um in der folgenden Szene plötzlich doch von der Polizei tot aus dem Vorgarten herausgetragen zu werden. Abschließende Wort über Schicksal und Vorhersehung geben keinen Aufschluss und lassen das Publikum ratlos vor der Glotze zurück. Da stellt sich zu Recht die Frage, was uns Initiator DANIEL FARRANDS mit seinem doch ziemlich einfältigen THE HAUNTING OF SHARON TATE sagen wollte. Weil ein Regie-Audiokommentar auf der Blu-ray und DVD-Veröffentlichung fehlt, dürfte man als Zuschauer wohl nur spekulieren können.
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Zum 50. Jahrestag der Manson-Morde folgt ein weiterer Film über die Ereignisse, den man aber nicht ernst nehmen kann. Was dem Zuschauer hier vermittelt wird, ist haarsträubend. Unter dem Deckmantel eines schockierenden Kriminalfalls, der sich in den 1960er Jahren tatsächlich in Amerika abgespielt hat, wird hier Wahrheit mit Fiktion vermischt. Das Resultat ist ein Horrorthriller, der zum Ende hin äußerst wirr anmutet und auch noch ins Esoterische abdriftet. Einzig der bedrohliche Score von FANTOM in Kombination mit der soliden Kameraarbeit von CARLO RINALDI retten THE HAUNTING OF SHARON TATE vor dem völligen Untergang. Im Strudel aus totgefilmten Jump-Scares und komischen Handlungsverläufen tut dann auch Sängerin und Ex-Disney-Vorzeigesternchen HILARY DUFF leid. Nach kleiner Schauspielabstinenz meldet die sich mit einem kontroversen Horrorthriller zurück, der gerade wegen seiner reißerischen Zurschaustellung tatsächlich geschehener Ereignisse und unnötiger Falschaussagen von Kritikern und Publikum verrissen wurde. Duff verkörpert im Film die schwangere SHARON TATE und spielt die von Albträumen geplagte und paranoid werdende Frau Polanskis glaubhaft. Dennoch ein Kampf gegen Windmühlen. THE HAUNTING OF SHARON TATE ist unnötig und auch nicht sonderlich spannend. Ein paar Gewaltszenen gehen dann aber doch etwas zu weit – zumindest für die von der FSK attestierte Freigabe ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Zensur

 
 
 
Wenn die Sektenmitglieder unzählige Male auf ihre Opfer einstecken, ist das doch schon sehr hart anzusehen. Da wundert es schon etwas, dass THE HAUNTING OF SHARON TATE hierzulande ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde. Offenbar hatte die FSK einen guten Tag und ließ den Film passieren.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Haunting of Sharon Tate; USA 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer, Interviews

Release-Termin: 10.05.2019

 

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THE HAUNTING OF SHARON TATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolves at the Door (2016)
 
The Manson Family (2003)
 
Once Upon a Time… in Hollywood (2019)
 
Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (1976)