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Filmkritik: „Apartment 212“ (2017)

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APARTMENT 212

(GNAW)

Story

 
 
 

Eine traumatisierte Mieterin erlebt in der neuen Wohnung den ultimativen Horror.

 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man bezieht eine neue Wohnung und plötzlich geht es darin nicht mit rechten Dingen zu. Eigentlich ein Grund wieder auszuziehen. So nicht in den meisten Horrorfilmen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen ergeben sich Protagonisten ihrem Schicksal und versuchen lieber das Böse zu bekämpfen, statt nach einer neuen Bleibe zu suchen. Im Horrorthriller APARTMENT 212 ist das nicht anderes. Auch hier passieren in einer Wohnung seltsame Ereignisse, aber niemand nimmt die Situation ernst. Was des einen Leid, ist des Zuschauers Freud. Der bekommt hier kurzweiligen Horror-Spaß geboten, der vor allem durch seine skurrile Auflösung im Gedächtnis bleibt. Die drängt APARTMENT 212 ein wenig in die Trash-Ecke, macht ihn aber vor allem gerade deswegen irgendwie sympathisch. Für Regisseur HAYLAR GARCIA ein Glücksgriff. Von dem hatte man eigentlich nichts Gescheites mehr erwartet. Zuletzt langweilte dieser mit seinem kruden Gewalt-Quatsch AN AMERICAN TERROR, wo er noch kurz auf den langsam abfahrenden Folter-Zug aufsprang und beliebigen Videoblödsinn fabrizierte, der zu Recht in der Versenkung verschwand. Umso mehr überrascht das Zweitwerk. Beinahe möge man meinen hier zwei Filme von unterschiedlichen Filmemachern zu sehen. Aber in der Tat wurden die von ein und demselben Regisseur inszeniert. Da sage noch einer, untalentierte Filmemacher sind unbelehrbar. Manchmal geschehen doch noch Wunder.
 
 
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Wenn das neue Leben zum Albtraum wird. Eigentlich wollte sich die attraktive Jennifer Conrad (PENELOPE MITCHELL aus DER FLUCH VON DOWNERS GROVE) nur aus den Ketten ihrer quälenden Beziehung befreien. Deren Ex-Freund regelte nämlich Probleme innerhalb der Beziehung gern mal mit Prügel. Grund genug zu flüchten, ein eigenes Apartment zu mieten und auf das Beste zu hoffen. Doch die Hoffnung auf Besserung schlägt bald in Horror um, denn Jennifer kommt nicht mehr zum Schlafen, weil die Nachbarin ganze Nächte durchweint. Leider weiß niemand Rat. Bis sich die verzweifelte Mieterin den Kopf wegschießt und die übrigen Bewohner mit Fragen zurücklässt. Was hat zu dieser Katastrophe geführt? Genau das will auch unsere Filmheldin wissen, die bald mit seltsamen Wundmalen zu kämpfen hat, die ihr das Leben zur Hölle machen. Schnell sind Schlüsse zur Nachbarin gezogen, die offenbar mit ähnlichem Leiden zu kämpfen hatte. Hat hier etwa Ungeziefer in den Wahnsinn getrieben? Erste Theorien führen ins Leere, denn weder Kammerjäger noch Hausarzt können Insektenbefall bestätigen. Nun ist guter Rat teuer, denn der Gesundheitszustand der von Wundmalen übersäten Jennifer verschlechtert sich beinahe täglich. Ein Grund mehr dem Übel auf die Spur zu gehen. Was man aber entdeckt, lässt das Blut in den Adern gefrieren.
 
 
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Kennst Du noch die TV-Horror-Serie TALES FROM THE CRYPT? Die lief von 1989 bis 1996 im amerikanischen TV und zeichnete sich durch makabre Kurzgeschichten aus, die es mit bitterbösem Abschluss oft nicht gut mit Ihren Helden meinte. Nimmt man APARTMENT 212 genauer unter die Lupe, hätte dieser Low-Budget-Horror auch genauso innerhalb dieser Kult-Reihe laufen können. APARTMENT 212 fühlt sich nämlich an, wie die Spielfilmversion einer dieser Episoden genannter Fernsehserie. Hier wird eine kleine Geschichte ins Absurdum getrieben, die ganz harmlos beginnt und am Ende vollkommen aus dem Ruder gerät. Dabei ist natürlich die Auflösung mysteriöser Wundmale des Pudels Kern, die der einfältig geschnittene Filmtrailer ganz unverfroren verrät. Dort nimmt man es mit Geheimniskrämerei nicht ganz so genau. Statt den Zuschauer neugierig zu machen, fällt man gleich mit der Tür ins Haus und nimmt dem charmant trashig wirkenden APARTMENT 212 die Spannung. Wer sich daher den Spaß nicht verderben lassen möchte, sollte möglichst wenig wie möglich über den Film lesen. Der glänzt mit charmanten Figuren, simplen Spezialeffekten und erinnert in seiner beinahe schon naiven Machart an die vielen für den Videomarkt produzierten B-Movies der 1980er und 1990er, wo Handgemachtes bevorzugt Verwendung fand, um Budget einsparen zu können. Wer demnach Fan frecher Low-Budget-Horrorfilme ohne Schnörkel ist, sollte unbedingt einen Blick wagen. APARTMENT 212 macht nämlich zweifelsohne Spaß und Lust auf mehr Horrorfilme, deren Macher noch die Kunst des Geschichtenerzählens fernab einfältiger Computereffekte, plakativer Schocks und hektischer Schnitte beherrschen.
 
 
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APARTMENT 212 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen zu einer Zeit in der man den Zuschauer noch mit einfachen Ideen und trashigen Effekten Freudentränen bescheren konnte. Nein, wir meinen damit nicht die Schundfilme aus dem zweifelhaften THE ASYLUM-Studio, das seit Jahren mit so pseudowitzigem Müll wie SHARKNADO um Zuschauer buhlt. APARTMENT 212 – der anfangs übrigens noch als GNAW betitelt wurde – ist zwar auch irgendwie trashig, aber intellektuell weit weg von dem, was genannte Abfallproduktionsstätte regelmäßig fabriziert. Der Film erinnert an das, was man oft von so Produzenten wie CHARLES BAND in den 80ern und 90ern serviert bekommen hat. Das bedeutet: netter Zeitvertreib, trashige Ideen, handgemachte Effekte inklusive. Im Falle von APARTMENT 212 können zur Abwechslung auch noch die Schauspieler was. Die Besetzung ist für Low-Budget-Horror geradezu als professionell zu betiteln und lassen den Streifen nach mehr aussehen, als er wohl letztendlich gekostet hat. Zudem gibt es ein actiongeladenes Finale und ein im wahrsten Sinnes des Wortes bissigen Schlussgag. Wer demnach gern in den guten alten Videozeiten schwelgen möchte, sollte APARTMENT 212 nicht verpassen. Dieser Film ist ein Indie-Geheimtipp für Horror-Fans, die die Videoära noch miterlebt haben! Witzig und einfallsreich.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Zensur

 
 
 
APARTMENT 212 – der zu Beginn noch GNAW hieß – hat grundsätzlich keine Gewaltszenen zu bieten. Es gibt nur eine Szene, in der eine Nachbarin aus einem Fenster fällt, weil sie sich selbst erschossen hat. Das wars. Ansonsten bekommt man noch einige Wunden auf dem Körper der Heldin zu sehen. Hierzulande reicht das alles für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 212 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deep Dark (2015)
 
Curtain (2015)
 
Bats – Fliegende Teufel (1999)
 

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Filmkritik: „Havenhurst“ (2016)

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HAVENHURST

Story

 
 
 

Ein alter Apartmentkomplex mitten in New York. Darin geht es nicht mit rechten Dingen zu, wie die neue Mieterin Jackie (JULIE BENZ – diesmal mit dunklen Haaren) bald herausfinden wird.

 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Kritik

 
 
 
Ein nostalgisches Mietshaus zwischen modernen Wolkenkratzern irgendwo in New York. Das lässt nicht unbegründet Horrorklassiker wie ROSEMARIES BABY oder HEXENSABBAT Revue passieren, in den sich das Grauen subtil seinen Weg durchs Drehbuch gebahnt hat. Von subtiler Angstmacherei oder gar altem Gruselhandwerk ist im folgenden Film aber kaum etwas zu verzeichnen. Der feierte seine Deutschlandpremiere bereits 2016 auf dem beliebten FANTASY FILMFEST, wo er eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Filmkritiker und Publikum bemängelten die schwache Regie, den löchrigen Plot und konstruiert wirkende Handlungsverläufe mit denen sich Regisseur ANDREW C. ERIN mehr schlecht als recht über Wasser hält. Ganz unbegründet ist die teils negative Kritik jedoch nicht. In der Tat bekleckert sich HAVENHURST nicht sonderlich mit Ruhm. Der stielt dreist bei Filmen wie HOUSEBOUND, THE COLLECTION oder TOOLBOX MURDERS und nimmt sich dabei auch noch bierernst. Eigene Ideen sucht man vergebens und mehr Sorgfalt im Drehbuch hätten Wunder bewirken können. Stattdessen quält HAVENHURST mit Klischees, Lustlosigkeit und Logiklücken und braucht dazu auch noch lang, bis er endlich mal an Fahrt gewinnt. Mit nennenswerter Gruselunterhaltung hat das freilich nichts zu tun.
 
 
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Eigentlich sollte sich für Jackie (JULIE BENZ aus der TV-Serie DEXTER) nun alles zum Guten wenden. Die junge Mutter war alkoholabhängig und hat durch ihre Trinksucht den Tod der kleinen Tochter zu verantworten. Nach langer Trauer und einigen Therapien soll nun ein neues Leben beginnen. Doch der Start ist schwerer als gedacht. Mit der neuen Wohnung im alten Apartmentkomplex „Havenhurst“ liegt etwas im Argen. So kann Freundin Danielle (DANIELLE HARRIS) nicht gefunden werden. Die hat hier ebenfalls ein Apartment gemietet und scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Selbstverständlich bewahrheiten sich die Vorahnungen bald. Offenbar geht in diesem Haus etwas nicht mit rechten Dingen zu, denn immer wieder verschwinden Mieter spurlos. Das weckt die Neugierde der ehemaligen Alkoholikerin. Jackie beginnt Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf ein furchtbares Geheimnis, das von der aristokratisch Hausleiterin Eleanor (FIONNULA FLANAGAN) bisher gut gehütet wurde. Hinter den Wänden lebt nämlich das Böse. Das sieht es gar nicht gern, wenn Mieter unsittliche Dinge in ihren Wohnungen veranstalten. So muss einer nach dem anderen sterben, der sich nicht an die Hausordnung hält. Ob die vom Leben gezeichnete Mittdreißigerin diesem Albtraum ein Ende bereiten wird?
 
 
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Von alten Gemäuern mit dunklen Geheimnissen. In der Regel bedeutet das: Spuk und Geister. Diesmal kommt aber alles etwas anders, denn auch wenn HAVENHURST mit schlecht ausgeleuchteten Fluren und gotischer Gruseloptik Gänsehaut verursachen möchte, ist dieser Streifen nicht im Geistergenre beheimatet. Das Böse ist hier menschlicher Natur und das ist auch schon das größte Problem dieses Horrorthrillers, denn in Sachen Glaubwürdigkeit spielt der Streifen in einer anderen Liga. Offenbar interessiert es in HAVENHURST nicht einmal die Polizei, wenn in einem riesigen Wohnkomplex plötzlich Mieter aus heiterem Himmel verschwinden. Trotz eindeutiger Hinweise und mysteriösen Hausplänen unternimmt niemand etwas. Währenddessen sterben im Keller Menschen. Mit Logik oder Glaubwürdigkeit hat das nichts zu tun. Nichtsdestotrotz will man nicht so hart ins Gericht gehen. Horrorfilme sind nicht dazu da, um logische Handlungen abzuspielen. Sie sollen das Fürchten lehren und das Herz schneller schlagen lassen. Letzteres gelingt Regisseur ANDREW C. ERIN in den letzten 30 Minuten – naja, zumindest ein wenig. Wenn das Mysterium des Films entschlüsselt wird und HAVENDURST einen deutlich raueren Ton einschlägt, überschlagen sich Ereignisse und der Gruselkrimi gewinnt an Fahrt. So wird aus seichter und atmosphärischer Gruselei ein dreckiger Überlebenskampf gegen das personifizierte Böse, der die Heldin durch Luftschächte krabbeln und in Fallen stolpern lässt. Trotz kurzem Adrenalinkick wirkt das Ende aufgesetzt. Offensichtlich wollte man sich da eine Hintertür für die obligatorische Fortsetzung offen halten. Anders lässt sich nicht erklären, warum man die krampfhaft auf sympathisch getrimmte Filmheldin kurz und schmerzlos über den Jordan springen lässt, damit das Böse triumphieren darf. Den meisten Zuschauern dürfte man mit diesem hinterlistigen Finale wohl vor den Kopf stoßen. Immerhin besitzt HAVENHURST einen Lichtblick. Horror-Ikone DANIELLE HARRIS spielt nämlich auch im Film mit. Leider ist die beliebte Genre-Schauspielerin nur in einer kurzen Rolle zu sehen, wobei am Rande erwähnt werden sollte, dass ihr Gastauftritt kaum der Rede wert ist. Die Harris stirbt nämlich bereits im Prolog den Leinwandtod. Irgendwie schade.
 
 
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HAVENHURST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Horrortrip mit fiesem Finale. Letzteres ist in seiner Boshaftigkeit aber leider sehr enttäuschend. Nicht nur weil es mit seinem unerfreulichem Ausgang vollkommen unbefriedigend ist. Es wirkt zudem erzwungen und flimmert vollkommen abrupt über die Mattscheibe. Ist den Verantwortlichen etwa das Budget ausgegangen oder hatte man vielleicht keine Lust mehr HAVENHURST um ein ansprechendes Ende zu bereichern? Letztendlich sind die Beweggründe irrelevant, denn dieser Horrorthriller ist nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Die Schauspieler machen zwar ihre Sache gut und auch die Atmosphäre stimmt. Was einen faden Beigeschmack hinterlässt ist der dümmliche Plot. Da wollte wohl jemand ganz raffiniert sein und hat unbeholfen bei Filmen wie TOOLBOX MURDERS und HOUSEBOUND stibitzt. Herausgekommen ist unglaubwürdiger und einfältiger Blödsinn, der erfahrener Zuschauer kopfschüttelnd auf der Couch zurücklassen dürfte. Da kann die reißerische Plotauflösung auch nichts mehr reißen.
 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt gibt es in HAVENHURST nicht zu sehen. Trotzdem gibt es eine Szene in der einem Pärchen schreckliche Dinge angetan werden und die Kamera hält drauf. Wie die beiden Protagonisten „bearbeitet“ werden ist nicht ganz ohne. HAVENHURST hat eine ungeschnittene FSK16 erhalten. Wegen Bonusmaterial auf der Blu-ray besitzt diese aber einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Havenhurst; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080i) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: Blu-ray wegen Extras: Keine Jugendfreigabe | Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 18.05.2018

 

Havenhurst – Evil lives here [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HAVENHURST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Toolbox Murders (2004)
 
Toolbox Murders (1978)
 
13 Gantry Row (1998)
 
Within (2016)
 
Housebound (2014)
 


Filmkritik: „Darling“ (2015)

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DARLING

Story

 
 
 

Eine junge Frau (Lauren Ashley Carter) bezieht ein Apartment irgendwo mitten in New York City und soll als Hausmeisterin für ein paar Tage auf die bezogene Wohnung achtgeben. Leider erlebt sie darin unvorstellbares Grauen.

 
 
 


 
 
 

DARLING – Kritik

 
 
 
Immer wieder interessant zu beobachten, welchen Weg Horror-Regisseure gehen. Da gibt es die, die der eingeschlagenen Richtung treu bleiben und stets ähnlich gestrickte Schocker drehen, mit denen sie im Horrorfilmgeschäft Fuß gefasst haben. Andere probieren sich wiederum aus und experimentieren mit Stilen und Genres. Zu Gruppe 2 gehört MICKEY KEATING. Dessen Streifen entwickeln sich so langsam zu Geheimtipps, denn seit dem Okkultismus-Thriller RITUAL ist das, was der Regisseur hervorbringt, immer überraschend durchdacht und sorgfältig inszeniert. Nach POD, einem spannenden Ausflug ins Mystery-Fach, verblüfft der ambitionierte Filmemacher mit seiner Neugier für klassisches Grauen, das er in DARLING virtuos – nahezu kunstvoll – auf die Kinoleinwand transferiert. Hierzu knipst er die Farben aus und schaltet den Schwarz-Weiß-Filter an. So fühlt sich das Publikum in eine Zeit versetzt, als noch die Macht der Imagination für schlaflose Nächte gesorgt hat. Keating macht die Furcht vor dem Nichtgreifbaren in DARLING zum Thema und verbeugt sich damit ehrfürchtig vor den Werken des französisch-polnischen Meisterregisseurs ROMAN POLANSKI. Der konnte sich bereits in den 1960ern mit drei Kultfilmen, die man heute manchmal als „Mieter-Trilogie“ zusammenfasst (EKEL, ROSEMARIES BABY, DER MIETER) einen Namen machen und lies brillant nagendstes Grauen in den Köpfen seiner Zuschauer entstehen. Die gleiche Richtung schlägt auch Regisseur MICKEY KEATING ein. Er tritt in die Fußstapfen des Altmeisters und kreiert mit DARLING psychologischen Horror, der sich langsam, dafür aber umso intensiver seinen Weg durch die Köpfe des Publikums frisst.
 
 
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Wie in genannten Werken von ROMAN POLANSKI wird auch in DARLING eine Wohnung zum Schauplatz menschlicher Abgründe. Hier bezieht eine Mittzwanzigerin (LAUREN ASHLEY CARTER aus JUG FACE und THE WOMAN) das älteste Apartment New Yorks auf Zeit. Dort soll sich Tragisches ereignet haben. Eine junge Frau hat sich darin einst das Leben genommen. Doch das schreckt die neue Mieterin nicht ab, die als Hausmeisterin auf die riesige Wohnung achtgeben soll. Weitaus mehr Magenschmerzen bereitet ihr eine verschlossene Tür im oberen Stockwerk. Die soll auf Anraten der Wohnungseigentümerin bitte auch verschlossen bleiben, was Neugier aber auch Unwohlsein auf den Plan ruft. Was verbirgt sich hinter der geheimnisvollen Tür und warum darf das mysteriöse Zimmer nicht betreten werden? Viel Zeit für die Suche nach Antworten bleibt nicht, denn die junge Frau wird bald von schrecklichen Visionen heimgesucht und hört seltsame Stimmen. Erfahrene Horrorfans ahnen, dass das nur Vorboten sind, die ein schreckliches Ende einläuten werden. So ist es auch, denn offenbar scheint die Hauptprotagonistin im Film ihren Verstand zu verlieren und wird zu grausamen Taten angestiftet. Interessanterweise wird die Auflösung nicht auf dem Silbertablett serviert. Regisseur MICKEY KEATING hat das Drehbuch zu DARLING so clever konzipiert, dass mehrere Erklärungen Sinn machen. Hat sich hier ein Geist dem Körper einer jungen Frau bemächtigt, der Rache für unmenschliche Schandtaten fordert? Entpuppt sich das Haus als Pforte zur Hölle, in dem okkulte Rituale gehalten werden, um der Menschheit zu schaden? Oder ist in DARLING eine labile Mieterin nicht mehr Herr der eigenen Sinne, weil sie sich einsam fühlt und Hass gegenüber Männern hegt? Die Interpretationsfähigkeit des Publikums ist gefragt.
 
 
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Es müssen nicht immer laute Gruselschocker sein, die sich durch möglichst realistische Ekel- und Spezialeffekte versuchen gegenseitig den Rang abzulaufen. Manchmal können auch dezent und zurückhaltend eingesetzte Schauer ziemlich viel Unbehagen auslösen, was in DARLING gut funktioniert – gerade auch deshalb, weil sich der Film auf das Wesentliche konzentriert und versucht mit simpler Methodik Grauen heraufzubeschwören. Statt sich mit einfältiger Effekthascherei über Wasser zu halten, entsteht in DARLING Horror auf subtile Weise. Regisseur MICKEY KEATING spielt mit den Möglichkeiten von Kamera, Ausleuchtung, Akustik und Schnitten. Die dabei verursachte, gespenstige Atmosphäre ist beachtlich, was DARLING zu einem ganz speziellen Gruselerlebnis für anspruchsvolle Kinogänger macht, die sich nicht mit trivialer Angstmacherei abspeisen lassen möchten, sondern auch im Genrefilm das Besondere suchen. DARLING ist ein ungewöhnliches Gruselerlebnis, das Konventionen strotzt und fast schon die Grenzen zum Arthaus-Kino streift. Die Kulisse ist puristisch gehalten und reduziert sich auf weiße Gänge und spartanisch eingerichtete Räume. Mittendrin LAREN ASHLEY CARTER, die den Zuschauer mit großen Augen durch ein morbides Szenario führt und den gesamten Film fast ganz allein auf den schmalen Schultern tragen muss. Gesprochen wird kaum. Stattdessen beobachtet die Kamera akribisch den psychischen Verfall einer Frau, die von unheimlichen Stimmen geleitet zu einer unfassbaren Tat angestiftet wird. Dabei durchlebt die Leidgeplagte eine sonderbare Verwandlung. Macher MICKEY KEATING bewirkt, dass anfängliche Sympathien für die verängstige Frau in blankes Entsetzen und Abscheu umschlägt. Hinzukommt, dass durch ausgeklügeltes Spiel von Licht und Schatten sowie abrupt ablaufender Szenenabfolgen eine Stimmung ständiger Angst und Unbehagens bewirkt wird. Die beunruhigenden Filmelemente drängen DARLING vom Horror ins Psychofach und lassen den Film virtuos auf den Spuren des Polanski-Klassikers EKEL wandeln, der ziemliche viele Parallelen im Inszenierungsstil und den Erzählmechanismen vorzuweisen hat.
 
 
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DARLING ist kein Genrefilm fürs breite Publikum. Den meisten Zuschauern dürfte die Geschichte wegen der langen Kameraeinstellungen doch etwas zu gemächlich über die Mattscheibe flimmern. Zudem fühlt sich der behäbige und eigenwillige Inszenierungsstil an, als wäre man im Horrorkino der späten 1960ern gefangen. Was sich für die meisten Horrorfreunde befremdlich und nicht gerade zeitgemäß anfühlt, ist aber die eigentliche Quintessenz dieses außergewöhnlichen Filmexperiments. Das orientiert sich bewusst an längst vergangene Zeiten und lässt eine Epoche aufleben, in der mit NIGHT OF THE LIVING DEAD, PSYCHO oder BIS DAS BLUT GEFRIERT wichtige Wegbereiter moderner Horrorware entstanden sind. Wer Filme fernab gängiger Horror-Formate bevorzugt, sollte sich daher dieses klaustrophobische, beängstigende und ungemütliche Stück Psycho-Horror nicht entgehen lassen. Auch wenn DARLING versucht so jedem Horrorklischee aus dem Weg zu gehen ist er vielleicht auch gerade deswegen einen Blick wert. Von FILMCHECKER gibt es daher einen Empfehlung.
 
 
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DARLING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Beunruhigend inszenierter Psycho-Horror in mehreren Akten, der auf den Pfaden von Polanskis Mieter-Trilogie wandelt und sich an Zuschauer richtet, die eine Vorliebe für Horror-Kopfkino besitzen. Dort spielt sich nämlich das meiste Grauen in DARLING ab, denn wie in den guten alten Zeiten entsteht der Horror hier vornehmlich im Kopf des Publikums. Regisseur MICKEY KEATING macht von klassischer Angstmacherei Gebrauch. Der Film sieht aus, als wäre er in den 1960ern entstanden und nutzt zudem klassische Stilmittel wie schnelle Bildabfolgen, permanentes Flüstern und abrupte Geräusche um Unbehagen zu bewirken. Laut Keating wurde der Film in nur zwölf Tagen fertiggestellt und in einem Haus von Freunden der Hauptdarstellerin LAREN ASHLEY CARTER im Zentrum von New York City gedreht. Entstanden ist ein außergewöhnliches und doppeldeutiges Filmexperiment, das sich konsequent gegen die vordiktierten Konventionen aktueller Horrorware lehnt. Ein mutiger Schritt den Filmemacher MICKEY KEATING da wagt, der in Interviews immer wieder zu verstehen gibt, dass er sich nicht festlegen lassen will, sondern als ernstzunehmender Regisseur ausprobieren möchte. Vergleicht man DARLING mit Keatings bisherigen Arbeiten bestätigt sich dessen Aussage. Alle Filme des Machers sind so unterschiedlich, dass man gespannt sein darf, was als nächstes folgen wird. Wir sind fest davon überzeugt, dass nach RITUAL, POD und DARLING ein weiterer Geheimtipp auf uns zukommen wird, denn genannte Horrorstreifen zeigen eindrucksvoll, worauf es im Horrorgenre ankommt.
 
 
 


 
 
 

DARLING – Zensur

 
 
 
DARLING ist mehr Psychothriller als Horrorfilm. Das Grauen wird dabei in erster Linie durch Stilelemente wie Licht- und Schattenspiel oder konfuse Schnitte bewirkt. Gegen Ende wird dann ein klein wenig gesplattert und das sogar in schwarz/weiß. Die Kamera hält zwar drauf, aber durch schnelle Schnitte lässt sich letztendlich nur erahnen, was da vor der Linse passiert. Das ist Kopfkino. Interessanterweise gab es dafür von der FSK eine Erwachsenenfreigabe. Auf dem Heimkinocover ist deshalb der rote FSK-Flatschen zu sehen.
 
 
 


 
 
 

WOLVES AT THE DOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Darling; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p) | @23,976 Hz | schwarz-weiss

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.09.2017

 

Darling [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DARLING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House on Pine Street (2015)
 
Dark Circles (2013)
 
The Babadook (2014)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Der Mieter (1976)
 
Ekel (1965)