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Filmkritik: „Maniac Cop“ (1988)

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MANIAC COP

Story

 
 
 

Der hier portraitierte Freund und Helfer hat einen an der Waffel. Ganz forensisch sogar. Unter den Polizisten New York Citys befindet sich einer, der den bekämpften kriminellen Widerlingen in nichts nachsteht. Dieser „Maniac Cop“ Matt Cordell mordet sich brutalst durch die schmierigen Neon-Nächte der Millionenstadt am Hudson und ist dabei gerissen genug, einen unschuldigen Kollegen, gespielt von Bruce Campbell persönlich, in den Fokus der Ermittlungen zu lavieren.

 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Kritik

 
 
 
Seltsames Gefühl, wenn einem auffällt, welche kleinen Klassiker des Blut- und Gerölle-Kinos noch nicht in respektabler Heimkinoform zur Verfügung stehen. MAINAC COP, dieser nach grundsympathischem Schema F gezauberte Bullen-Slasher, ist auch so ein Titel. Nach dem meisterhaft übelkeiterregenden Schlitzer-Klassiker MANIAC, starring Klapsmühlen-Gottfigur Joe Spinell, muss man dessen Erschaffer William Lustig nicht erst dazu zwingen, diesen knackigen Namenszusatz des Wahnsinnigen ein weiteres, kassenklingelndes Mal zur Titel-Verwendung zu bringen. Der mit allen Porno-Wassern gewaschene Kleinstbudget-Regisseur aus New York weiß, was alle Augen auf die eigene Arbeit lenkt und spielt die Klaviatur des Eighties-Horrors wie ein ganz Großer. Ein Slasher für die Galerie! Zur Seite stehen dem späteren Independent-Studio-Chef (Anchor Bay, dann Blue Underground) neben einer Traumbesetzung des gehoben-groben Drive-In-Schotters wie Richard Roundtree, Bruce Campbell, Tom Atkins und William Smith auch der Regisseur und Drehbuchautor Larry Cohen. Der stramm linksliberale Filmemacher zeichnet unter anderem für exploitofonische Granaten wie die IT’S ALIVE! Monsterbaby-Reihe, den Quetzacoatl-Saurier-Irrsinn AMERICAN MONSTER, den Blaxploitationfilm erster Kategorie BLACK CAESAR („Der Pate von Harlem“) oder den bis heute nicht in deutscher Sprache erschienenen Ultra-Kultschocker GOD TOLD ME TO (1976) verantwortlich.
 
 
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Eine sicherlich irgendwo politisch motivierte Slasher-Parade über einen Mörder-Polizisten lässt er sich natürlich nicht entgehen. Jahre später würde Herr Lustig seinen alten Kollegen mit einer edlen DVD-Edition auf Blue Underground ehren. Hier, beim ersten Teil der mehrfach fortgesetzten Reihe MANIAC COP, gibt sich das findige Gespann alle Mühe, seine New Yorker Heimat so sleazy wie möglich erscheinen zu lassen und den uniformierten Baddie Robert Z’Dar mit genug monströser Bedrohlichkeit für zwei bis drei Leinwand-Unholde zu versehen. Ach, Robert! In über hundert Filmen variierender Rauheit als Schlägertyp, Psychopath oder psychopathischer Schlägertyp gecastet, macht der durch den seltenen Knochendefekt des Cherubismus verunstaltete Brocken von Mann das Beste aus den Vorgaben der Gene und lebt bis zu einem furchtbaren Setunfall, der ihn erst in den Rollstuhl und 2015 auf den Friedhof bringt, ganz ordentlich von seinen Zügen. Zu seinen Fans war er, wie es das Bösewichter-Klischee so will, immer zuckersüß und freundlich.
 
 
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MANIAC COP – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zu Recht beliebtes Kult-Kino aus Genremeister-Hand. Den guten alten MANIAC COP kennen die meisten Horror-Nerds schon immer, die älteren sowieso. Für die Uneingeweihten empfiehlt sich, zurückgelehnt einen oder sieben auf Robert Z’Dar zu heben und das Dream Team Lustig/Cohen seine Grindhouse-Magie entfalten zu lassen.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch der MANIAC COP nicht leicht. Der wurde kurzerhand indiziert und durfte hierzulande nicht beworben oder im stationären , deutschen Handel verkauft werden. Das änderte sich aber vor einigen Jahren. MANIAC COP wurde im April 2013 vom Index genommen und im August 2016 durch die FSK neugeprüft. Bei dieser Neuprüfung erhielt der Film in seiner ungekürzten Fassung eine FSK 16-Freigabe. Diese darf nun regulär in jedem Fachmarkt oder Online Shop verkauft werden. Wie sich die Zeiten ändern. Die nun erhältliche Blu-ray ist trotz FSK16-Flatschen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 999 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 666 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Futurepak – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac Cop; USA 1988

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook | Futurepak

Extras: Kinofassung (HD, ca. 85 Min.), Deutscher Audiokommentar von Marco Erdmann und Daniel Perée vom Wicked Vision Filmmagazin für die Kinofassung, Audiokommentar von William Lustig, Larry Cohen, Bruce Campbell und Jay Chattaway, Doomed Detective, Intro von Tom Atkins, Lady of the Night, Scripting a new Slasher Super Villian, TV-Szenen, Interview mit William Lustig, Bildergalerie, 2 TV-Spots, Deutsche Trailer zu allen drei „Maniac Cop“-Filmen, 4 Englische Trailer, Französischer Trailer | zusätzlich im Mediabook noch eine Soundtrack-CD und ein Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 09.10.2015 | KeepCase: 28.04.2017 | Futurepak: 27.01.2017

 
 
Neben vier limitierten Mediabooks mit zusätzlichem Booklet wurde der Film auch in einem edlem Blu-ray-Futurepak veröffentlicht. Seit April 2017 kann man MANIAC COP auch in Deutschland als Blu-ray KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

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MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Mediabook Cover C auf AMAZON bestellen

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MANIAC COP – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maniac Cop 2 (1990)
 
Maniac Cop 3 (1992)
 
Mad Cop (1989)
 
Psycho Cop 2 (1992)
 


Filmkritik: „The Barn“ (2016)

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THE BARN

Story

 
 
 
Einige Jugendliche entfachen in einer mysteriösen Scheune – natürlich pünktlich an Halloween – das Böse

 
 
 


 
 
 

THE BARN – Kritik

 
 
 
In den letzten Jahren haben wir sie hier schon ziemlich oft besprochen: Horrorfilme, die sich vor ihren Vorfahren längst vergangener Dekaden verbeugen. Was vor einigen Jahren noch als charmante Hommage an die Hochzeiten des Horrorfilms gefeiert wurde, hat leider längst an Glanz verloren. Der Grund ist denkbar einfach: Es gibt mittlerweile einfach zu viele Genre-Produktionen, die sich entweder von den Horrorfilmen aus den 1970ern oder den 1980ern inspirieren lassen. Der Splatter-Slasher THE BARN bildet da keine Ausnahme. Für diesen Low-Budget-Indiefilm musste mal wieder das goldene Jahrzehnt der Slasher-Streifen herhalten, das vor allem durch mal mehr, mal weniger brauchbare Plagiate und Fortsetzungen bekannter Meuchelklassiker wie A NIGHTMARE ON ELM STREET, HALLOWEEN oder FREITAG DER 13. berüchtigt wurde. Von genannter Kult-Ware ist THE BARN aber weit entfernt, auch wenn zweifelsohne dahinter eine Herzensangelegenheit steckt, die mit Hilfe von Crowdfunding fertiggestellt werden konnte. Dem Film mangelt es an Spannung, sympathischen Protagonisten und vor allem Neuerungen, die ihn hervorstechen lassen würden. Demzufolge ist es (zumindest für uns) unverständlich, weshalb der via Kickstarter finanzierte Old-School-Slasher auf Festivals mit Lob und Preisen nur so überhäuft wurde. Der technische Standard ist unterdurchschnittlich und nach Originalität sucht man vergebens. Da hat man in jüngster Vergangenheit weitaus Besseres gesehen, das derlei Lobpreisungen verdient hätte.
 
 
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An Halloween geht’s in amerikanischen Horrorfilmen meist rund. Ähnlich wie in NIGHT OF THE DEMONS von 1988 werden auch in THE BARN schaurige Legenden zu dämonischer Realität. Das müssen auch die besten Freunde Sam und Josh am eigenen Leib erfahren, die einen Heidenspaß daran haben, an Halloween Leute zu erschrecken und damit nicht immer auf Gegenliebe stoßen. Doch dieses Jahr soll alles anders werden. Treu der Devise „je oller, je doller“ wollen es die Kumpels im letzten Jahr an der High School noch mal so richtig krachen lassen. So soll das letzte Gruselfest vor dem Abschluss zum unvergesslichen Erlebnis werden. Dafür haben sich die Freunde ein Rockkonzert ausgesucht, das man gemeinsam mit der Clique besuchen möchte. Doch die Fahrt dahin endet anders als erwartet. Man macht einen kurzen Abstecher zu einer Scheune, über die man schaurige Geschichten erzählt. Die interessieren die Teenager nicht. Stattdessen macht man Scherze und dringt in das Gemäuer ein. Der Denkzettel folgt auf dem Fuße. Durch naive Unachtsamkeit entfachen Sie einen Fluch und erwecken drei dämonische Kreaturen zum Leben, mit denen nicht zu spaßen ist.
 
 
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THE BARN ist typisches Low-Budget-Futter, das man in den 1980ern vermutlich bis zum Erbrechen geschnitten und eingestaubt in den unteren Regalen der Videotheken vorgefunden hätte. Hier wird zitiert, was in genanntem Jahrzehnt horrorfilmtechnisch Rang und Namen hatte. Der Soundtrack bringt Klänge aus Coscarellis DAS BÖSE-Reihe zurück ins Gedächtnis, schaurige Lagerfeuer-Erzählungen erinnern an Camp-Schlitzereien der FREITAG DER 13.-Filme und blutige Dämonen-Schlachtereien wollen Raimis Amateur-Splatter TANZ DER TEUFEL Konkurrenz machen. Zumindest hinsichtlich der Blutmanschereien tobt man sich genüsslich aus und zelebriert handgemachte Spezialeffekte, die in ihrer absurden Zeigefreudigkeit tatsächlich das Horror-Feeling der 1980er einfangen. Leider lassen diese Splatter- und Meuchelmomente immer wieder auf sich warten. Bis die in ihrer vollen Pracht gezeigt werden, benötigt der Zuschauer Geduld. Erst nach knapp einer Stunde kommt das Massaker so richtig in Fahrt. Dann machen sich drei befreite Dämonen über die Bewohner eines verschlafenen Örtchens her, reißen Därme aus Bauchdecken oder schlagen Körperteile ab. Leider wird bis dahin viel gequasselt, ohne das sich überhaupt ein Spannungsbogen entwickeln kann. Das macht es nicht gerade einfach dem wenig originellen Treiben zu folgen. Demzufolge sollte man sich nicht zu viel vom ansprechend gestalteten Poster erhoffen. THE BARN ist trotz seines Retro-Charmes kaum der Rede wert, weil sich der Film zu verkrampft am Zitieren festhält und dabei vergisst, dass das Publikum von Heute dann doch ganz andere Sehgewohnheiten besitzt, wie noch vor 20 Jahren. Hier wird viel Retro aber mindestens genauso viel Leerlauf geboten, der die meisten Zuschauer zum frühen Abschalten bewegen wird. Weil THE BARN hinter dem Vorwand des gut gemeinten Zitierens trotzdem nur ein gemächlich und beliebig erzählter Slasher mit kurzen Morden und bekannter Geschichte ist, dürfte er gerade deswegen wohl auch niemanden mehr vom Hocker reißen – Hommage hin oder her. Auch wenn’s in den 1980ern schön war – neue Ideen sind heute im Horrorfilm so dringend nötig wie noch nie. Das scheinen die Macher dieses Horrorstreifens offenbar außer Acht gelassen zu haben.
 
 
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THE BARN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine Liebeserklärung an die Horrorfilme der 1980er. THE BARN ist ein Splatter-Slasher der alten Schule, der sich in der Machart an den vielen Horrorklassiker aus genanntem Jahrzehnt orientiert. Das bedeutet: Carpentereske Synthesizer-Klänge, schrille Rockmusik, handgemachte Spezialeffekte und dumme Teenager, die blutig über die Klinge springen müssen. In Interviews erläuterte Regisseur JUSTIN M. SEAMAN stolz, dass die Idee zum Film schon einige Jahre auf dem Buckel hat. THE BARN beruht nämlich auf einem Skript, das der Filmemacher bereits im Alter von blutjungen acht Jahren verfasst hat. Offenbar hatte der Horrorfan nach vielen Jahren der Leidenschaft zum Genre dann doch selbst mal das Verlangen, einen eigenen Horrorfilm nach seinem Geschmack zu drehen. Dank Crowdfunding war das einfacher als gedacht. Um das Gefühl jener Zeit auf Film bannen zu können, vor der man sich ehrfürchtig verbeugt, wurden gleiche Kameras und Belichtungsgerätschaften verwendet, die auch in den Horrorfilmen der 1980er zum Einsatz gekommen waren. Doch hat so viel Einsatz und Liebe zum Horrorkino gelohnt? Wir meinen nur bedingt, denn leider reduzieren sich die eigentlichen Höhepunkte in THE BARN auf die letzte halbe Stunde. Dann erst machen sich drei bekannte Horrorkreaturen (der Boogeyman, Hollow Jack, und die Vogelscheuche) auf, um einer Ortschaft die blutigen Leviten zu lesen. Weil zuvor jedoch kaum etwas passiert, dürften die meisten Zuschauer wegen aufkommender Müdigkeitserscheinungen erst gar nicht die kreativen Kills zu sehen bekommen, die sich im Finale ereignen. Wer wach bleibt wird aber entlohnt. Hinsichtlich der nett getricksten Kunstblut- und Latex-Manscherei gibt es Pluspunkte, denn einige der bösen Szenen schaffen es tatsächlich Erinnerung an jene Dekade wach werden zu lassen. Mehr originelle Ideen, ein durchdachtes Drehbuch und mehr Budget hätten aus THE BARN einen Hit gemacht. Weil aber an allen Ecken improvisiert und gespart werden musste und Regisseur JUSTIN M. SEAMAN was das Filmemachen angeht noch reichlich grün hinter den Ohren ist, ist der ambitionierte Retro-Horror dann doch mehr Grabbeltischware statt Geheimtipp. Übrigens hat man sich fürs Bewerben der Veröffentlichung etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Zeitgleich zum Erscheinen des Streifens, wurde in Amerika ein Videospiel fürs Handy veröffentlicht, das – wie hätte es auch anders sein sollen – mit 8-Bit-Animation an die Videospiele jener Dekade erinnert.
 
 
 


 
 
 

THE BARN – Zensur

 
 
 
Die meisten Schauwerte reduzieren sich in THE BArN auf die letzte halbe Stunde. Dann gibt es allerhand Hausgemachtes zu sehen, das aber trotzdem nicht sonderlich grausam anzuschauen ist. Mit viel Glück gibt es eine FSK16. Wahrscheinlicher ist aber eher eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Flatschen auf dem Cover.
 
 
 


 
 
 

THE BARN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Nevermore Production Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lost After Dark (2015)
 
Varsity Blood (2014)
 
Bloody Homecoming (2013)
 
Billy Club (2013)
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Night of the Demons – Remkae (2009)
 
Trailer Park of Terror (2008)
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 


Filmkritik: „Das Engelsgesicht“ (1982)

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DAS ENGELSGESICHT

(THE BEAST WITHIN)

Story

 
 
 
Caroline und ihr Mann Eli haben, natürlich irgendwo in den amerikanischen Hinterlands, Mississippi, eine Autopanne. Eli wandert los und sucht eine Tanke. Ein Unglück kommt selten allein und so werden wir Zeuge des Überfalls einer verwilderten Waldmensch-Bestie. Ein rechter Hoden-Bigfoot offenbar, legt er sich die arme Caroline doch gleich sexuell aufs Tablett. Michael, der aus der Vergewaltigung durch den geilen Sasquatch hervorgegangene Junge, wächst den Umständen entsprechend normal auf. Seine Herkunft verschweigt man ihm verständlicherweise. Als Michael in die Klauen der Pubertät gerät, spürt er, dass da etwas nicht stimmt in ihm. Träume, in denen er – schwer symbolisch – einen Keller verbarrikadiert, aus dem ein Monster flüchten will, plagen ihn. Als er mit seinen Eltern in die Nähe der Ereignisse vor seiner Geburt reist, versucht er, seine Herkunft zu ergründen. Gleichzeitig will das innere Monster des Originaltitels raus aus seinem Gefängnis. Michael wird zum Amok-Untier und sucht eine Frau, an die er seine Saat und den Fluch des Hillbilly-Sexmonsters weitergeben kann.

 
 
 


 
 
 

DAS ENGELSGESICHT – Kritik

 
 
 
Da schleicht doch tatsächlich mal eine wahre Feinigkeit von Veröffentlichung auf uns zu! THE BEAST WITHIN ist ein bei Grusel-Wüterichen meiner Altersklasse sehr geschätzter Horror-Reißer. Der wehrlose Film ist, hier wie andernorts, über die Jahre vielfach zu schändlichen Bootleg-Unehren gekommen. Dabei hat er viel mehr zu bieten, als die zeitliche Nähe zu diversen berüchtigten Slasher-Titeln andeutet. Ein Drehbuch von Tom FRIGHT NIGHT Holland erweitert die Wahrnehmung dessen, was der jugendliche Internet-Kritiker von heute reflexhaft „Body Horror“ nennt. Diesmal geht es jedoch nicht nur um die Angst vorm körperlichen Verfall und schlussendlich vorm Tod. DAS ENGELSGESICHT zeigt, wie bereits das nicht zu vermeidende Mutieren des Menschen, physisch und psychisch, durch die Pubertät eine monströse Erfahrung sein kann. Das seit Franz Kafka bekannte Motiv der Verwandlung in ein menschengroßes Insekt funktioniert hier im Film als überspitzte Darstellung der zu erleidenden Pubertäts-Veränderungen. Zusammen mit Regisseur Philip Mora, dessen Werksverzeichnis auch mal ein bis zwei Bücher und Retrospektiven wert wäre, so gnadenlos vielseitig, wie der Kerl aktiv war, bringt Holland eine höchst eigensinnige Film-Vision zum Erstrahlen. DAS ENGELSGESICHT schnappt sich eine im Kern dem Bildungsroman – heute würde man coming-of-age-Story – verpflichtete Handlung und jagt sie durch einen Filter, der sich gleichzeitig aus amerikanischen Monsterfilmen der Fünfziger und Sechziger, zeitgenössischem Splatter-Horror und der Autoren-Intelligenz seiner Macher speist. Natürlich ist die Idee eines durchschnittlichen College-Jacken-Rüpels, dem durch Schändung seiner Gene ein gar blutrünstig´ Rieseninsekten-Dasein blüht, purer Trash-Mumpitz. Die am Rande angeschnittene Geschichte über das mörderische Vater-Monstrum und dessen Verknüpfung mit dem Städtchen, kommt leider nicht wirklich überzeugend zur Geltung. Ungeachtet dessen mühen sich Holland und Mora, die Leiden des jungen M. sichtbar zu machen. Sogar Mitgefühl in der armen Wurst wird im Zuschauer geweckt, da das Gefühl des Sich-nicht-Wohlfühlens in der eigene Haut wohl von jedem nachvollzogen werden kann. Mit dieser Manipulation seines Publikums hat auch David Cronenberg erfolgreich gearbeitet, dem DAS ENGELSGESICHT mit Sicherheit nicht fremd war, als er ein paar wenige Jahre später sein glibberiges Remake des Fifties-Schlocks DIE FLIEGE in Angriff nahm.
 
 
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So ist, da wiederholen wir uns gern, DAS ENGELSGESICHT keine Splatter-Nummernrevue. Keine Abfolge möglichst übersteigerter Hinrichtungsarten dämlicher Nebencharaktere. Nein, dieses Einmaleins des Früh-Achtziger-Slashers wird bei Philip Mora nicht aufgesagt. Die trotzdem beinharten und betont unappetitlichen Effekte sind gekonnt in die Stimmung des Films eingebettet, intensivieren sie sogar. Handwerklich hat man sich nämlich nicht lumpen lassen. F/X-Maitre Tom Burman, zuvor schon beim äußerst gelungenen Bergarbeiter-Horror BLUTIGER VALENTINSTAG tätig, zieht alle Register. Burman betreibt inzwischen schon seit Jahrzehnten eine der führenden Herstellerfirmen von Bühnenblut, Latex-Rohmasse und anderen Chemikalien für die Welt des Films.
 
 
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Welcher unglücklich verliebte Knabenfreund sich seinerzeit ungestraft den schwülstigen deutschen Titel aus den Fingern (oder anderswo) saugen durfte, ist im Staube der Geschichte aufgegangen. Jedenfalls lief der Film anno 1982 im Kino ungeschnitten, und sogar die Videokassette war frei von zensierenden Eingriffen. Das war 1985 einem anderen Jugendschutz-Eiferer dann doch zuviel der Demokratie und DAS ENGELSGESICHT war bis einschließlich 2010 weg vom Markt – offiziell. Als in Deutschland das Pay-TV seine Hochzeiten hatte, also nach Ende der Neunziger etwa, lief der Film sogar mal ohne entstellende Schnitte auf einem der damaligen Spielfilmkanäle. Immer, wenn ich solch einen absurden und eigentlich therapiebedürftigen Sachverhalt behördlicher Bevormundung schildere, wird mir leicht schwindlig. Auch nach Jahrzehnten des Schreibens über Filme noch. Puh!
Jetzt jedenfalls befinden wir uns im Jahr 2016 und THE BEAST WITHIN kommt in den Genuss einer Veröffentlichung durch Label-Menschen, die Filme lieben und etwas von deren optimaler Behandlung verstehen.
 
 
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DAS ENGELSGESICHT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die Handlung stimmt, Charakterentwicklung und Atmosphäre sind vorbildlich ausgearbeitet. Dazu schleimig-saftige Splatter-Fiesheiten und ein guter Schuss Trashiness. Philip Moras DAS ENGELSGESICHT füllt eine Lücke im Kanon des Genrefilms der so wichtigen achtziger Jahre. Für fortgeschrittene Horror-Maulwürfe ist das hier selbstverständlich eine Pflicht-Ausgrabung, Neulingen mit Sinn fürs Ungewöhnliche sei dieser Film ebenfalls empfohlen.
 
 
 


 
 
 

DAS ENGELSGESICHT – Zensur

 
 
 
DAS ENGELSGESICHT wurde bereits damals von WARNER für den Videomarkt ungeschnitten veröffentlicht – wurde aber wenig später indiziert. Das lag vor allem an einigen teils äußerst blutigen Szenen und den strengen Zensurauflagen, die während der 1980ern in Deutschland üblich waren. Für die TV-Auswertung wurden demnach einige Schnitte vorgenommen, damit der Film überhaupt im Fernsehen gezeigt werden konnte. Die Veröffentlichung von OFDB FILMWORKS im Medabook ist nun die erste legale digitale Veröffentlichung von DAS ENGELSGESICHT. Diese ist selbstverständlich ungeschnitten. Davor gab es den Streifen nur auf DVD von RABBIT. Bei dieser Veröffentlichung handelte es sich um eine illegale Veröffentlichung im Bootleg.
 
 
 


 
 
 

DAS ENGELSGESICHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Mediabook A (auf 1000 Stück limitiert)

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(c) OFDB FILMWORKS – Mediabook B (auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Beast Within; USA 1982

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Linear PCM 2.0), Englisch (Linear PCM 2.0)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 2 Mediabook-Auflagen jeweils limitiert & nummeriert auf 1.000 Exemplare

Extras: Audiokommentar von Ingo Strecker und Daniel Perée vom Wicked-Vision Magazin (deutsch), Intro mit Regisseur Philippe Mora, Within The Beast Within (ca. 33 Min.), Storyboarding „The Beast Within“ (ca. 14 Min.), Philippe and his Beasts: ausführliche Karriere-Featurette über den Regisseur, 2 Radio-Spots,
deutscher und englischer Trailer, Bildergalerie, Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch

Release-Termin: 21.09.2016

 

The Beast Within – Das Engelsgesicht – Mediabook Cover A [1 Bluray & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Beast Within – Das Engelsgesicht – Mediabook Cover B [1 Bluray & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 

DAS ENGELSGESICHT – Mediabook (Cover B)

 
 
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DAS ENGELSGESICHT – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding mit den 2 Köpfen (1972)
 
Howling III (1987)
 
American Werewolf (1981)
 


Filmkritik: „Kill, Granny, Kill!“ (2014)

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KILL, GRANNY, KILL!

Story

 
 
 
KILL, GRANNY, KILL erzählt die Geschichte einer Killer-Oma, die im Keller ihres Hauses blutigen Hobbys nachgeht und sichtlich Spaß daran hat diese auszuleben.
 
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Kritik

 
 
 
KILL, GRANNY, KILL ist eine dieser semiprofessionellen Videoproduktionen, die wohl zu Hochzeiten der Videokassette Kultstatus genossen hätte, weil das Machwerk so abgrundtief schlecht ist, dass der Videoquatsch sogar ein paar Schmunzler entlocken kann. Sichtlich an die frühen Erfolge der Trash-Schmiede TROMA angelehnt, haben sich hier ein Paar Fans des finsteren Genres zusammengetan und einen hölzernen Film gemacht, der erfahrene Horrorzuschauer vermutlich an den belgischen Splatter-Streifen RABID GRANNIES auf schlombiesfilmbesprechungen.net zurückerinnern lässt. Der fand ebenfalls bei TROMA ein adäquates Zuhause und hämmerte sich vor allem durch schwarzen Humor und heftige Gewaltmomente ins Gedächtnis. In KILL, GRANNY, KILL sind es jedoch nicht diabolische Großmütter, die ihre Gäste verspeisen. Hier entpuppt sich eine Alte (DONNA SWENSEN) als nächster Leatherface und bringt Menschen mit dem Beil um die Ecke, damit die ermordeten Opfer hinterm Haus gehäutet und filettiert werden können. Das bekommt auch die sexhungrige Abby Daniels (ALICIA M. CLARK) zu spüren. Die landet nach einem kurzen Bewerbungsgespräch im Kochtopf der Rentnerin, weil sie sich als neue Haushälterin partout nicht an die Hausordnung ihrer Arbeitgeberin halten möchte.
 
 
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B wie billig und T wie Trash. Wirklich ernstnehmen kann man dieses überflüssige Sammelsurium peinlicher Albernheiten keineswegs. Einerseits sind Schauspiel, Inszenierung und Effekte jenseits von Gut und Böse. Andererseits nimmt sich der Film selbst auf die Schippe, so dass die unzureichende Technik kaum ins Gewicht fällt. Trotzdem sollte man schon eine gewissen Leidenschaft für diese Art von Filmen mitbringen, denn das kommerzverwöhnte Horrorpublikum wird mit einem günstige gemachten Amateurfilm wie KILL, GRANNY, KILL wohl kaum etwas anzufangen wissen. Die Geschichte des Films ist so abgenutzt, wie die Videobänder jener Zeit und ein Drehbuch war offensichtlich nicht von Nöten, da die rudimentäre Handlung auf einem Bierdeckel Platz gefunden hat. Immerhin wird die Gewaltfraktion mit knappen Goreeinlagen zufriedengestellt. Die dürfte sich am ungeschliffenen Look und den technischen Defiziten ohnehin kaum stören, sorgt Regisseur JACOB ENNIS für genug Blut und Baumarkteffekte, damit es jenen Horrorfans nicht langweilig wird.
 
 
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Auch wenn mit schmerzhafter Kastration, blutiger Enthauptung und etwas Sex gelockt wird bleibt am Ende die Erkenntnis, dass KILL, GRANNY, KILL einfach dreißig Jahre zu spät über die heimischen TV-Apparate flimmert. Der Funke will trotz Retro-Gefühl nicht überspringen, was wohl in erster Linie daran liegen mag, dass mittlerweile selbst im No-Budget-Sektor Besseres geboten wird. Hier haben in letzter Zeit viele ambitionierte Filmschaffende bewiesen, dass man auch mit wenig Kapital sehenswertes Kinofutter entstehen lassen kann. Vergleicht man die hier vorgestellte Horrorkomödie mit vielen dieser liebevollen Horrorproduktionen bleibt das Gefühl nicht aus, dass man das Budget für diesen Film wohl hätte auch die Toilette hinabspülen können. Trotz aller Liebe zum Horrorfilm: KILL, GRANNY, KILL kann absolut gar nichts. Einfältiger und dilettantischer Schlamassel – unterirdisch und schwachsinnig.
 
 
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KILL, GRANNY, KILL! – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Wenn Oma das Töten nicht lassen kann – KILL, GRANNY, KILL ist eine etwas andere Interpretation des beliebten TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Leatherface wurde hier gegen eine gebrechliche Alte ausgetauscht, die dem Killer-Kollegen in Sachen Brutalität versucht das Wasser reichen. Mit viel schwarzem Humor und Mut zur Albernheit bringt sie all jene um die Ecke, die ihr vors Hackebeil kommen und schneidet ihnen das Fleisch von den Knochen, damit der Kühlschrank mit Vorräten gefüllt werden kann. Trotz netter Gewaltmomente ist KILL, GRANNY, KILL nur eine lieblose Hommage an längst vergessene VHS-Glanzjahre, die schludrig und unprofessionell auf Film gebannt wurde. Charme sucht man vergebens und die halbherzige Inszenierung dürfte wohl eher zum schnellen Abschalten dieses Amateur-Blödsinns bewegen. Das Schauspiel ist erbärmlich, das Drehbuch hirnrissig und die musikalische Untermalung nicht immer passend. In Anbetracht dessen, dass es viele Indie-Regisseure gibt, die viele Herzblut in ihre No-Budget-Streifen investieren ist das, was dem Horrorfan in KILL, GRANNY, KILL zugemutet wird schon als Dreistigkeit vor dem Herrn zu betiteln. Wer Großmütter und Hausfrauen bei ihrer täglich blutigen Arbeit begleiten möchte, sollte dann doch lieber Streifen wie FLESH EATING MOTHERS oder RABID GRANNIES aus dem Filmregal holen und in den Player legen. Die sind zwar auch nicht sonderlich perfekt, bringen aber jenes Videogefühl auf die Mattscheibe zurück, an das sich Filmfans älteren Semesters noch gut erinnern dürften. Übrigens sollte man sich am Ende den Spaß machen und die Namen im Abspann zählen. Es scheint doch sehr kurios, wie viele Menschen an KILL, GRANNY, KILL beteilt gewesen sein sollen.
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Zensur

 
 
 
Ein abgeschnittener Penis, eine blutige Enthauptung, ein etwas anderer Luftröhrenschnitt und ein paar kleine Beilhiebe dürften der Horrorkomödie in Deutschland den roten FSK-Flatschen einbringen. Der Film ist trotz Splattereinlagen nicht sonderlich hart ausgefallen und dürfte hierzulande in ungeschnittener Form erscheinen – keine Jugendfreigabe!
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid Grannies (1988)
 
Flesh Eating Mothers (1988)
 
Texas Chainsaw Massacre (1974)


Filmreview: „Gingerclown“ (2013)

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GINGERCLOWN

Story

 
 
 
Los Angeles im Jahr 1983. Nerd Sam (Ashley Lloyd) hat es nicht leicht sich in der Schule zu behaupten. Er ist beliebtes Mobbingopfer von Schulhof-Proll Biff (Michael Cannell-Griffiths), der gern Außenseiter in Gegenwart seiner liebreizenden Freundin Jenny (Erin Hayes) demütigt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Um zu beweisen, dass auch Außenseiter mutig und furchtlos sind, unterzieht sich Comicfan Sam einer Mutprobe und geht auf Erkundungsstreifzug in einen verlassenen Vergnügungspark. Was ihn jedoch dort erwartet, wird er sein Lebtag nicht wieder vergessen …
 
 
 


 
 
 

GINGERCLOWN – Kritik

 
 
 
Ordnet man Horrorfilme in der IMDB nach den schlechtesten Userbewertungen verblüfft, welche Streifen sich da auf den vorderen Plätzen tummeln. Geht es nämlich nach der umfangreichen Filmdatenbank, ringen einige trashige ASYLUM-Gurken um die wohlverdienten Spitzenplätze und das nicht ohne Grund. Leider bekommt der bekannte Gurkenzüchter demnächst starke Konkurrenz, denn der bis dato noch unbekannte Ungar BALÁZS HATVANI hat mit seinem Erstling namens GINGERCLOWN den wohl enttäuschendsten Horrorfilm des aktuellen Filmjahres gedreht. Man mag es gar nicht in Worte fassen wollen, was dem Zuschauer hier zugemutet wird und was an vielversprechendem Potenzial gar sprichwörtlich die Toilette hinabgespült wurde. Ein verlassener Vergnügungspark soll im Film für unheimlichen Schauer sorgen und dient einigen neunmalkluge Kids als Mutprobe, um sich behaupten zu können. Leider hat man nicht mit der Anwesenheit obskurer Kreaturen gerechnet, die es sich in den Räumen der leerstehenden Attraktionen gemütlich gemacht haben. Weil die so gar nicht erfreut über das unangemeldete Erscheinen der holzköpfigen Gäste sind, werden die neugierigen Teenager wenig später erbarmungslos durch den Freizeitpark gejagt – ohne roten Faden versteht sich. GINGERCLOW besteht aus einer Aneinanderreihung stimmungsvoller Filmsets die, und das muss man Macher HATVANI zugestehen, wirklich beeindruckend atmosphärisch in Szene gesetzt wurden. Der Zuschauer begleitet die schablonenhaft skizzierten Protagonisten durch surreal anmutende Gruselbauten, die durch Liebe zum Detail glänzen, jedoch mit einer nahezu kaum vorhandenen Geschichte umwebt wurden. Leider macht das eigens von HATVANI geschriebene Drehbuch jegliche Gruselstimmung zunichte, gehören doch die niedergeschriebenen Dialoge zum wohl Peinlichsten, was die Filmwelt in letzter Zeit erlebt hat. Passend zum Dialogdebakel konnten ironischerweise auch noch untalentierte Laiendarsteller engagiert werden, die selbst zu unfähig zum Overacten sind.
 
Eigentlich wurde GINGERCLOWN als Horrorkomödie konzipiert. Ein Ziel, das der Film Dank der Unfähigkeit seines Regisseurs rasch aus den Augen verliert. GINGERCLOWN ist zu keiner Minute witzig oder erheiternd, sieht man mal von der teils unfreiwilligen Komik ab, die sich aufgrund der Talentlosigkeit aller Schauspieler durch den gesamten Film zieht. Gleiches gilt selbstverständlich für den nicht vorhandenen Gruselfaktor, der trotz der unheimlichen Kulisse mit der Lupe gesucht werden muss. Mit seinen gerade mal 30 Lenzen will Regisseur BALÁZS HATVANI das Horrorkino der 80er Jahre aufleben lassen. Die notdürftige Handlung seines Debüts spielt zwar im Jahre 1983; die für diese Dekade bekannte Atmosphäre will sich jedoch partout nicht einstellen. Fatal, wenn ein Film vom rechten Weg abkommt, weil der Regisseur das Ruder nicht mehr unter Kontrolle hat. Immerhin dürften Genre-Größen wie TIM CURRY (aus ES), LANCE HENRIKSEN und BRAD DOURIF (die Stimme von CHUCKY) dafür sorgen, dass der Filmemacher auch etwas Geld mit seinem Wirrwarr verdienen kann. Mit deren Namen wird nicht unauffällig auf dem Filmplakat geworben und lässt Fans genannten Filmjahrzehnts aufhorchen. Zu sehen bekommt man die Horror-Helden der 80er zwar leider nicht – dafür aber zu hören, denn genannte Filmgrößen haben dem charmant entworfenem Puppentheater in GINGERCLOWN die Stimmen geliehen. Der Zuschauer bekommt dämonische Teekannen, fies lachende Clowns und grotesk anmutende Riesenspinnen zu sehen. Wie es in den 80ern üblich war entstanden die Filmmonster in liebevoller Handarbeit und erinnern in ihrer einfachen Art nicht selten an Werke eines gewissen CHARLES BAND, aus dessen Hirn so trashiger Puppentrick wie DOLLMAN VS. DEMONIC TOYS oder PUPPET MASTER entsprungen ist.
 
Die Puppen im Film besitzen trotz ihrer Einfachheit zweifelsohne Charme und sind neben der hervorragenden Optik des Streifens auch das einzige, was GINGERCLOWN Daseinsberechtigung verschafft. Der träge Mix aus SPOOKIES und KABINETT DES SCHECKENS zieht sich wie Kaugummi und bereitet dem Zuschauer eher Frust statt Laune. Kurioserweise wird GINGERCLOWN in 3D angepriesen. Eine ernüchternde Prämisse, wäre das Geld wohl besser in gute Schauspieler investiert gewesen. Die sprechen teilweise sogar mit ungarischem Akzent, obwohl der Streifen auf den Hügeln von Los Angeles spielt. Der Grund hierfür ist jedoch schnell gefunden: GINGERCLOWN wurde komplett in Ungarn gedreht, wo rasch kamerageile Statisten von der Straße gelesen und aufs Filmset gekarrt wurden. Ob die nach Sichtung des Pseudo-Gruselquatschs stolz auf die dargebotene Leistung sein dürfen, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
 


 
 
 

GINGERCLOWN – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Eine visuell beeindruckende Verbeugung vor dem Horror-Kino der 80er. Leider ist in GINGERCLOWN die Optik auch das einzige, was Erwähnung finden sollte. Zwar feiert sich Regisseur BALÁZS HATVANI im Vorspann offensichtlich selbst, scheint aber auf dem Heimkinocover vergessen haben zu erwähnen, dass er sein ungarisches Grusel-Irrlicht gegen die Wand gefahren hat. Der Zuschauer bekommt unterirdisches Schauspiel geboten und eine groß angepriesene Horrorkomödie, die weder gruselig noch witzig ist. Vermutlich dürfte dieses Machwerk legendären Genre-Größen wie TIM CURRY, LANCE HENRIKSEN und BRAD DOURIF nach Fertigstellen reichlich Magenschmerzen bereitet haben, schließlich wirbt man mit deren Namen nicht unauffällig auf dem Cover. Neben MICHAEL WINSLOW und SEAN YOUN haben die nämlich einigen Monsterpuppen im Film das Sprechen beigebracht und wahrscheinlich nicht geahnt, dass GINGERCLOWN das wohl unbefriedigendste Horrorfilmchen des aktuellen Filmjahres wird. Wer bedeutungslose Filme ohne roten Storyfaden bevorzugt, die den Zuschauer mit nervigen Laiendarstellern an den Rand des Wahnsinns treiben wollen, darf gern einen Blick riskieren. Der Rest sollte stattdessen lieber einen THE ASYLUM-Marathon einlegen – das scheint uns minimal sinnvoller, als sich mit diesem Käse den Tag verderben zu lassen. Wir bitten ausdrücklich um KEINE Fortsetzung!
 
 
 


 
 
 

GINGERCLOWN – Zensur

 
 
 
Regisseur BALÁZS HATVANI scheint GINGERCLOWN zwecks besserer Vermarktung für ein eher jugendliches Publikum konzipiert zu haben. Das Gezeigte ist nicht brutal. Demnach wäre GINGERCLOWN eigentlich auch ein FSK12-Kandidat. Da die Atmosphäre jeder ziemlich düster ist, hat die FSK den Streifen erst auf 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

GINGERCLOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gingerclown; Ungarn/USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) – Aufgrund der DVD/BD-Trailer ist die Heimkinofassung ab 18

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 18.11.2014

 

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GINGERCLOWN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)
 
Killer Holiday (2013)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)
 
Dark Ride (2006)
 


Filmreview: „Basket Case“ (1982)

basket-case-1982
 
 
 

BASKET CASE – DER UNHEIMLICHE ZWILLING

Story

 
 
 
Duane (KEVIN VAN HENTENRYCK) mietet sich in einer der ekelhafteren Ecken New Yorks ein Hotelzimmer. Mit sich schleppt der junge Mann einen Korb, dessen scheinbar wenig menschlichen Bewohner er mit Hamburgern versorgt. Besagter Korbbewohner ist Duanes siamesischer Zwilling Belial, ein monströses Schrumpelwesen, zu dem der gesunde Bruder ein, nun ja, zwillingshaft enges Verhältnis pflegt. Die Brüder wurden im Kleinkindalter auf Geheiß des Vaters getrennt und Belial war eigentlich dem Tode geweiht. Jetzt sind sie gemeinsam in der Millionenstadt unterwegs und wollen die Ärzte, die dem Vater seinerzeit Folge leisteten, zur finalen Verantwortung ziehen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Kritik

 
 
 
Ich möchte einmal mehr das Wort Zeitkapsel benutzen, was mein Seitenbetreiber hier so gerne hört, wenn’s um Filme aus einer Zeit geht, in der wir für abgenudelte VHS-Kassetten mittelgroße Anstrengungen unternehmen mussten. BASKET CASE ist ein Kultfilm dieser Generation Horrorvideo, nicht weniger. In dieser Zeitkapsel glänzt ein Film, in dem ein klauenbewehrter Kopffüßler wahlweise als Gummibiest oder als fanherzerweichend staubige Stop-Motion-Miniatur blutig für Ordnung sorgt sehr, sehr hell. Auch das New York, von einem Regisseur auf Material gebannt, der die schmierigen Zeiten der alten 42nd Street mit ihrem Dutzend gefährlich-versiffter Rotlicht-Kinos noch kannte und verehrte, ist heute nur noch Historie. Wo Belial Anfang der Achtziger noch wütete, begehen heute MICKEY MOUSE und seine höllischen Heerscharen größere Missetaten.
 
BASKET CASE deckt ein breites Spektrum Untergrund-Kino ab. Neben dem fiesen Unterhaltungswert eines Latexungetüms, das burgerfressend und Geister der Vergangenheit richtend in einem Weidenkorb transportiert wird wie ein pervertierter Moses durchs Babylon New York, bekommt man, wenn die Analyse denn derart ernst arbeiten möchte, sogar noch Sozialkritik: Der Vater der Zwillinge will keinen verkrüppelten Fortsatz an seinem gesunden Sohn und überlässt den Missgestalteten seinem Schicksal und dem Skalpell. Wie schon im Horrorklassiker FREAKS von TOD BROWNING, 1932 unter großen Skandalgejohle gedreht, wird der Zuschauer mühelos auf die Seite der äußerlich hässlichen, weil verunstaltet geborenen Protagonisten gezogen, da die gesunde, schöne und erfolgreiche Welt doch so viel kälter und in Endeffekt schlicht züchtigungswürdiger ist. Dazu funktioniert BASKET CASE tatsächlich auch noch als schwarze Komödie. Der Cocktail aus erwähnter Sozialkritik, rauem No-Budget-Splatter á la H.G. LEWIS goes Eighties und treffsicher geschmacklosem Humor war dem Kleinkinogänger vor dreißig Jahren aber nicht geheuer und die Beschaffer des Mörderetats von nicht ganz 40.000 Dolares mussten schließlich bis zur Explosion des Heimkinomarktes auf ihre Rendite warten. Die kam dann allerdings vielfach ins Haus zurück und verführte HENENLOTTER über die Jahre zum Auf-die-Beine-stellen zweier Fortsetzungen und mit ELMER einer leichten Variation des Themas.
 
Die Erkenntnis, dass der arbeitende Regisseur ein schlauerer Welcher ist, hätte auch dem deutschsprachigen Zuschauer spätestens mit dem Titelwortspiel kommen müssen. Aber Synchron-Germania lehrt leider traditionell nur unzureichendes Englisch und BASKET CASE wurde trotz seines kommerziellen Erfolges während der VHS-Ära nur zu einer – dazu auch noch oft zensiert erhältlichen – Videogewaltferkelei unter ferner liefen. Vor die amateurhafte Analyse amerikanischer Teekesselchen wollen wie heute aber einmal die filmischen und besonders filmhistorischen Leistungen des Mannes stellen. FRANK HENENLOTTER versteht sich selbst nicht als Horrorschaffender. Eher sieht er sich als Schüler der großen Exploitationregisseure der 60er und 70er Jahre. Windige Geschäftsmänner
 
wie HARRY NOVAK oder H.G. LEWIS’ Kollaborateur DAVID F. FRIEDMAN, die oftmals erst ein reißerisches Plakat mit ordentlich Möpsen und Metzel drauf anfertigten, um potentiellen Geldgebern den Finanzierungsplan aus den Rippen zu leiern. Selbstverständlich bevor denn ein Drehbuch bei der Hand war. Diesen Vätern des amerikanischen Grindhousefilms – deutsches Pendant wäre das Bahnhofskino – konnte HENENLOTTER im Dienste des VHS/DVD-Labels SOMETHING WEIRD VIDEO ab den frühen 1990ern sogar wieder Tantiemen zufließen lassen. Ja, durch die Homevideoveröffentlichungen dieser ruppigen Leinwandraketen begründete sich eine ganze Untergrundkultur um den Drive-In-Trash; inklusive aufwändiger Audiokommentare, teurer Memorabilia-Sammlungen, Festivals und Magazinen, die sich mit nichts anderem beschäftigen als etwa den Softsexabenteuern des nackichten Robin Hood.
 
Nach regelmäßigen Auftritten in Dokumentationen über die wilde Welt des Exploitationfilms, in denen er, jahrelang geschult, Rede und Antwort auch zu den abseitigeren Bereichen eines an sich schon schrägen Metiers stand, drehte HENENLOTTER mit HERSCHELL GORDON LEWIS – THE GODFATHER OF GORE (2010) und THAT’S SEXPLOITATION (2013) selbst zwei hervorragende Beiträge.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BASKET CASE ist ein Kultfilm des modernen Horrorkinos. Eine Zeit, in der wöchentlich Premiere feiernder ach-so-sexy Splatter im Multiplex undenkbar war, brachte dann konsequenterweise Filme hervor, die sich wagten, ihre Zuseher zu ekeln, zu unterhalten, zum Lachen und von mir aus sogar zum Nachdenken zu bringen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Zensur

 
 
 
BASKET CASE ist nach wie vor in Deutschland indiziert. Daher sollte man beim Kauf darauf achten, dass sich auf der Front kein dicker 18er Stempel befindet, denn die erhältliche KJ-Variante ist geschnitten. Wer den Film ungeschnitten sein Eigen nennen möchte, sollte daher immer darauf achten, dass die Rückseite ein SPIO/JK-Symbol ziert. Denn nur juristisch geprüfte Scheiben des Films sind komplett.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Basket Case; USA 1982

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,37:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 18 – SPIO/JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Einleitung von Frank Henenlotter (02:26 Min. – deutsche UT), Audiokommentar Regisseur Frank Henenlotter, Produzent Edgar Ievins, Trailer & TV-Spots (02:55 Min.), Spanischer Trailer (01:02 Min.), „In Search of the Hotel Broslin“ (15:30 Min.), „Beverly Bonner’s Laugh Track“ (07:20 Min.), Bildergalerie (12:31 Min.), Outtakes (06:13 Min.), Featurette: What’s in the Basket (78:35 Min. – deutsche UT, HD), Ein Blick hinter die SFX-Kulissen (06:34 Min. – deutsche UT, HD), Radio-Spots (01:49 Min.), Radiointerviews (08:55 Min.), Besonderheiten der deutschen Fassung (02:29 Min.), Weitere Trailer: Alien – Die Saat des Grauens kehrt zurück (03:20 Min.), Bloodnight (01:18 Min.), The Boogey Man (01:02 Min.), Puppet Master (01:38 Min.)

 
 
 
Es gibt immer wieder Indie-Labels, die mit ihren Veröffentlichungen aus der Masse herausstechen. Da werden kleine Nischenfilme oder beliebte Kultklassiker mit Liebe zum Detail neu veröffentlicht, erhalten eine Menge Bonusmaterial und sogar schicke Sammlerverpackungen. Anbieter CMV LASERVISION ist ein derartiger Fall. Hier ist nicht nur das Feedback der Kunden wichtig; mit der beliebten Retro- und Trashkollektion hat sich der Publisher unter Anhängern des Horrorgenres einen besonderen Ruf erkämpft. Seit geraumer Zeit hat CMV auch im HD-Bereich Fuß gefasst und bringt begehrte Kultklassiker auf Blaustrahl in den Handel. Das neuste Release ist die B-Movie-Perle BASKET CASE, der zum 15. Firmenjubiläum eine ganz besondere Veröffentlichung zuteil wurde. Die kommt, wie alle hauseigenen Blu-rays zuvor, im edlen Mediabook. Das besitzt zwar keinen Buchteil, macht aber im Sammlerregal eine wirklich gute Figur. Lobenswerterweise überlässt CMV LASERVISION dem Kunden die Qual der Wahl, denn die Jubiläumsedition des Kultklassikers erscheint in drei Ausführungen. So kann sich der Käufer zwischen einer Retro-Version im Super-Jewelcase (auf 199 Stück limitiert), sowie einer weißen und einer schwarzen Edition im Mediabook entscheiden, wobei die Bücher auf jeweils 500 Stück limitiert und durchnummeriert wurden. Natürlich sollte man bei der Technik keine Quantensprünge erwarten. Bereits im Vorwort wird von Autor und Regisseur FRANK HENENLOTTER erläutert, dass man für die HD-Fassung wieder zu den Ursprüngen zurückkehren wollte. BASKET CASE wurde auf 16mm gedreht und soll nun auch auf Blu-ray im ursprünglichen Glanz und Originalbildformat erstrahlen. Die für 16mm-Filmmaterial typisch grobe Körnung wurde belassen und auch sonst schaut BASKET CASE auf Blaustrahl so aus, wie er nun eben ausgesehen hatte, als er vor fast 30 Jahren veröffentlicht wurde. Auch wenn das Bild für heutige HD-Maßstäbe kaum der Rede wert ist, bietet der Transfer im direkten Vergleich zur hochwertigen LEGEND FILM DVD (im Digipak) aus dem Jahr 2002 eine erstaunliche Steigerung. Zwar füllt das Bild jetzt nicht mehr den ganzen Bildschirm aus, sondern besitzt links und rechts schwarze Balken; trotz miserablem Ausgangsmaterial lassen sich dennoch bedeutend mehr Details erkennen, als in allen bisher erhältlichen DVD-Auflagen, von denen es nicht wenige gab. Immerhin hat das körnige Bild auch seine Vorteile: es unterstreicht geradezu perfekt den schmuddeligen Charme des Films und lässt nostalgisches VHS-Feeling aufkommen. Kernstück der Veröffentlichungen ist aber das Bonusmaterial. Für einen derartigen Streifen ist das nahezu spektakulär umfangreich. Neben allen Extras der damaligen LEGEND-Auflage (in SD), hat CMV LASERVISION auch Bonus der erhältlichen SECOND SIGHT Blu-ray aus England lizensiert. So darf sich der Zuschauer auf die Dokumentation WHAT’S IN THE BASKET (in HD) freuen, die sogar Spielfilmlänge und selbstverständlich deutsche Untertitel besitzt. Zudem gefällt der Menüpunkt EIN BLICK HINTER DIE SFX-KULISSEN in dem der Zuschauer den Spezialeffekte-Künstler GABE BARTALOS beim Rundgang durch seine SFX-Firma ATLANTIC WEST EFFECTS (in HD) begleitet. Leider besitzt auch das durchweg gelungene Mediabook von CMV einen kleinen Wehmutstropfen. So hat nur das neue Zusatzmaterial eine Untertitelspur erhalten. Die bereits bekannten Extras der LEGEND-Scheibe sind auch auf dieser Veröffentlichung ohne Untertitel vorzufinden. Immerhin hat der Anbieter auch ein Feature selbst produziert. So wird in einem kleinen Bericht auf die Unterschiede in der deutschen VHS-Fassung eingegangen, die sich in der Titelsequenz vom Rest der Welt unterscheidet. Außerdem betreibt CMV mit vier weiteren HD-Klassikern etwas Eigenwerbung. Wer sich die Jubiläumsedition sichert, sahnt übrigens doppelt ab. Neben der tollen Blu-ray liegt jeder Veröffentlichung eine Extra-DVD mit einem Klassiker der beliebten CMV-Trashkollektion bei. In dem uns vorliegenden Produkt versteckte sich DIE LEICHENMÜHLE. Wer sich nur die HD-Perlen unter den Klassiker-Releases aussucht, kommt an BASKET CASE nicht vorbei. Die Veröffentlichung aus dem Hause CMV LASERVISION ist nicht nur optisch ein Hingucker; auch inhaltlich ist dieses Mediabook ein Traum und den Preis auf alle Fälle wert.
 
 
 

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BASKET CASE – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig (Filmkritik) / Marcel Demuth (BD-Vorstellung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Basket Case 2 (1990)
 
Basket Case 3 – Die Brut (1991)
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Seconds Apart (2011)