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Beiträge mit Schlagwort “Horrorfilme aus den 90ern

Filmkritik: „Stephen Kings Stark“ (1993)


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK

(THE DARK HALF)

Story

 
 
 

Schöngeist Thad Beaumont verfasst Horror-Romane, deren blutrünstigste niedergeschriebene Aussetzer er unter dem Nome de plume George Stark veröffentlicht. Als ein schmieriger Neider Beaumont erpressen will, es geht um die Enttarnung des Pseudonyms, werfen wir einen Blick in die sonderbare medizinische Vergangenheit des ach so harmlosen Autoren und werden Zeugen einer gänzlich andersartigen Manifestation des Unholds Mr. Stark.

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Kritik

 
 
 
Als erstes ist STARK, das sieht der sprichwörtliche Blinde mit dem Krückstock, Stephen Kings Variation einer der bekanntesten Horrorliteratur-Ideen überhaupt: Der böse Zwilling, der Doppelgänger, das andere Ich. Populärstes Exempel R.L. Stevensons Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Direkter Einfluss der Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Erfolgsgeschichte der Psychoanalyse Siegmund Freuds auf das Genre des Schauerromans. Unter dieser ersten, inhaltlichen Oberfläche bekommt es der Leser, hier besser gesagt und fortgesetzt: der Zuschauer, mit dem möglicherweise am stärksten autobiographisch gefärbten Stoff des Meisters aus Maine zu tun. Schreiben, Saufen, Schreiben, Saufen, Ohnmacht, Saufen, Schreiben. Heute weiß man, wie heftig die Todeskämpfe mit König Alkohol getobt haben müssen, der besonders in der ersten Lebenshälfte Kings mehr und mehr Kontrolle über seine Person und sein kreatives Ich gewinnen sollte. Mit ein paar Jahrzehnten Distanz spricht der im Zweifel wichtigste Horror-Romancier nicht nur der Gegenwart offen, ehrlich und sogar ironisch von jenen Jahren, in denen zwar unbestrittene Meisterwerke des Horrors wie CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER entstanden, über die er jedoch vom herbeigesoffenen Filmriss bedingt keinerlei Erinnerung besitzt. Man kann sagen, Stephen King sind die misslichen Abenteuer seines Buchhelden Beaumont mit dem hemmungslosen Herrn Stark nur all zu bekannt. So lohnt sich mehrfaches Beschäftigen mit STARK ungemein, möchte man nicht nur hervorragend unterhalten werden, sondern auch noch intime Einblicke ins Unterbewusstsein seines Schöpfers gewinnen. Hier können jetzt Beaumont und King gemeint sein. Viele Häute hat die Zwiebel.
 
 
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Der erst jüngst – das wisst Ihr natürlich – abgetretene George A. Romero war nicht nur selbst langjähriger guter Freund der Whiskeyflasche, er teilte den Rausch auch regelmäßig mit seinem Bruder im Geiste King. Bei den Dreharbeiten zu CREEPSHOW etwa, waren beide nur mit vier Promille an Bord. Trotzdem oder gerade deswegen brachte die hochprozentige Zusammenarbeit der beiden Ostküsten-Spritmeister immer wieder schöne Ergebnisse mit sich. STARK ist ein Höhepunkt. Er funktioniert als Horror-Reißer und unterhält wirklich ganz prächtig. Dazu ist er einer der stärksten Filme, die Kings real life diabolischer Zwilling George abseits seiner ersten „…OF THE DEAD“- Zombie-Kultwerke hinbekommen würde, machen wir uns da mal nichts vor. Bei aller Verbundenheit zu Einkaufszentren in Pittsburgh.
 
 
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STEPHEN KINGS STARK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Stephen Kings sehr persönlicher Stoff, verständnisvoll und doch effektiv von seinem echten Freund George A. Romero auf die Leinwand gebracht. Hier wurde tatsächlich mal alles richtig gemacht.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Zensur

 
 
 
STEPHEN KINGS STARK hatte es bisher in Deutschland nicht leicht. Wenige Monate nach der Veröffentlichung landete der Gruselstreifen im Jahr 1994 auf dem Index. Die Indizierung besteht bis heute. Neben der ungeschnittenen, indizierten Fassung wurde eine FSK-geprüfte Filmversion auf VHS veröffentlicht. Diese musste knapp sechs Minuten geschnitten werden, um eine Freigabe erhalten zu können. Im Jahr 2017 feierte der King-Klassiker seine HD-Premiere. OFDB FILMWORKS erwarb die Rechte und warf den Streifen in einer limitierten Sonderausgabe auf den Markt. Diese Filmversion ist ungeschnitten, ist aber wegen der Indizierung nur in einschlägigen Onlineshops erhältlich und darf nur an volljährige Filmfans verkauft werden. Weil sich Sehgewohnheiten geändert haben, ist die Indizierung jedoch ungerechtfertigt. Für heutige Verhältnisse befinden sich die Gewaltakte im Film aus FSK16-Niveau. Sollte die Indizierung irgendwann aufgehoben und STARK neu geprüft werden, ist eine Jugendfreigabe nicht unwahrscheinlich.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks (Digipack – Front)

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(c) OFDB Filmworks (Digipack – Rückseite)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dark Half; USA 1993

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch (Linear PCM 2.0), Englisch (Linear PCM 2.0)

Untertitel: Film: Deutsch, Englisch | Extras: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Ungeprüfte Fassung – indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack – limitiert auf 2000 Stück

Extras: Audiokommentar mit Regisseur George A. Romero (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Directors: George A. Romero – Dokumentation über den Regisseur, The Sparrows Are Flying Again – The Making of „The Dark Half“, Deleted Scenes, Behind The Scenes Footage: Special Effects, Behind The Scenes Footage: On The Set, Vintage Making of Featurette, Vintage Interviews, deutscher und englischer Kino-Trailer, TV-Spot, Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch

Veröffentlichung: Digipack: 07.07.2017

 
 
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Stephen Kings Stark [3-Disc Digipak mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Schwestern des Bösen (1973)
 

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Filmkritik: „Spuk am Lagerfeuer“ (1990)

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SPUK AM LAGERFEUER

(GRIM PRAIRIE TALES)

Story

 
 
 

So direkt am Lagerfeuer spukt es nicht wirklich. Im gesponnenen Cowboy-Garn (ähem…) allerdings schon. Wenn man diese Bilder aus den Tiefen der Americana-Folklore kennt, müssen schon Generationen von Menschen am muckelig-warmen Campfire gesessen haben um ihrem jeweiligen Gegenüber die Schweißperlen der Furcht unters Mützchen zu zaubern. Hier sind´s die Westmänner James Earl Jones und Brad Dourif, die sich mit vier gar schaurigen Stories die Nacht um die Ohren hauen. Da geht es um den Trip einer Frau durch die Wüste, oder die missliche Lage eines Fallenstellers auf einem Indianerfriedhof. Alles natürlich einhundert Prozent wahr und stimmig.


 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Kritik

 
 
 
Schöne Ideen, tolles Setting und eine erstklassige Besetzung obendrein. Wo kam 1990 die Kohle her, einen, wie der Hammer/Amicus-Liebhaber sagt, Omnibus-Horrorfilm im Cowboy-Setting zu realisieren? Ehrlich, James Earl Jones und Brad Dourif nur fürs Rahmengeflecht der erzählenden Frontiersmen? Möglicherweise unter Zuhilfenahme amerikanischer Fernsehgelder entstanden, entführt uns SPUK AM LAGERFEUER ins Herz der vielleicht staubigsten Western Gothic Fiction der Filmgeschichte. Ohnehin interessant, bedenkt man, dass allein in den letzten drei Jahren hervorragende US-Bücher zum Phänomen des übernatürlichen Westernfilms erschienen sind, man hierzulande aber selbst als Super-Filmfan oder herber gestrickter Allesglotzer nur ein paar versprengte Beispiele in deutscher Synchro aufzählen kann. Noch am ehesten im Rahmen ebenfalls als Anthologie konzipierter Prestige-Fernsehserien wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT oder Spielbergs UNGLAUBLICHE GESCHICHTEN wagten sich die vielbeschäftigten Geschichtenschreiber auch mal aufs Terrain des Spuks im Old West.
 
 
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Zurück zum vorliegenden Filmchen. Die vier Stories sind atmosphärisch und standesgemäß bedeutungsschwanger aufgezogene Angsteinflößer, wie sie Jung und Alt gleichermaßen ins Gebein fahren können. Wenn man ihnen denn die Chance gibt. Großes Vorbild dieser Geschichten ist natürlich der spätere „MAD“-Erfinder Bill Gaines mit seinen EC-Comics, deren schwarzhumorige und groteske Horror-Fabeln regelmäßig mit ihre Protagonisten moralisch zurechtweisenden Pointen versehen waren und, der Kreis schließt sich, in den GESCHICHTEN AUS DER GRUFT ein Denkmal gesetzt bekommen sollten. Man hört auch beinahe schon den berühmten Zyniker-Gummipuppen-Arsch Cryptkeeper lachen und Danny Elfmans Musik galoppieren, wenn sich zum Beispiel in Lagerfeuer-Geschichte Nummer drei ein unbedarfter Wildwest-Siedler zwischen dem Wohlergehen der Familie und dem eigenen Moralkompass entscheiden muss. Geschenkt. Knallharter Körperhorror für Erwachsene sieht gewiss anders aus, aber wenn man sich als Genrefan nicht ausschließlich über die unpenetrierbare Stahlmantel-Legierung der eigenen Magenwände definiert, wird man an diesem wie aus einer anderen Zeit des Filmemachens gefallenen Grusel-Anthologie seinen Spaß haben.
 
 
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SPUK AM LAGERFEUER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was ganz Feines! Die aufgemotzte Edition eines sturmerprobten Klassikers, gleichzeitig ewigen Geheimtipps des Brit-Horrors abseits der großen Genrefilm-Lieferanten. Gehört sowas von in jede Sammlung. Bastapasta.
 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Zensur

 
 
 
Die erhältliche DVD-Fassung von SPUK AM LAGERFEUER ist genauso wie die VHS-Fassung ungeschnitten trotz FSK16. Die Freigabe ist gerechtfertigt. Sonderlich brutal ist der Anthologie-Horror nämlich nicht.
 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Grim Prairie Tales: Hit the Trail… to Terror; USA 1990

Genre: Horror, Klassiker, Thriller, Western

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Originaltrailer

Veröffentlichung: KeepCase: 21.07.2017

 
 

Spuk am Lagerfeuer [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SPUK AM LAGERFEUER – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1993)
 
Geschichten aus der Schattenwelt (1990)
 
Geschichten aus der Gruft (1989 – 1996)
 


Filmkritik: „Devil Dance“ (1994)

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DEVIL DANCE

IM SPIEGELBILD DES TEUFELS

Story

 
 
 
Geigenvirtuose Jeffrey (Carlton Beener) ist ein talentiertes Kind, allerdings autistisch behindert. Zusammen mit seiner großen Schwester, der Ballettratte Marlee (Tracey Wells), verwaist er, nachdem die Eltern der beiden einen schlimmen Autounfall nicht überlebt haben. Die Stiefschwester Rosalyn taucht auf und will sich das Erbe der Minderjährigen erschleichen. In Zusammenarbeit mit dem ziemlich unethisch operierenden Arzt Dr. Lasky setzt sie Marlee auf Drogen und lässt sie postwendend zum Entzug in einem Kloster unterbringen. Anschließend greift das Aas auf den perversen Hausmeister zurück, der den Kindern Angst machen soll. Im Zuhause der Betschwestern ist es wenig angenehm. Neben dem schlüpfrigen Angestellten, der gerne auch mal an Nonnenslips schnuppert, schleicht eine blinde Schwester des Glaubens umher und keift durchgedrehtes Zeug. Der evil Spiegel aus dem ersten Teil taucht auch wieder auf und gibt den Geärgerten die Möglichkeit, die drangsalierenden Fieslinge aus der entfernten Familie mal von ihrer eigenen Medizin kosten zu lassen.

 
 
 


 
 
 

DEVIL DANCE – Kritik

 
 
 
Statt es sich allzu bequem zu machen und die Handlung von DEVIL DANCE – IM SPIEGELBILD DES TEUFELS direkt ans Ende von MIRROR MIRROR zu tackern, wollte man sich auf Seiten der Rechteinhaber dann doch selbst herausfordern. Einzig die kurz erwähnte Verwandtschaft zu einer Figur aus Teil eins stellt eine – völlig unerhebliche – Verbindung zum Film von 1990 her. Der ehemals titelgebende Spiegel ist zwar immer noch verhext und bringt die Bewohnerinnen des Nonnenbunkers in Schwierigkeiten, steht jedoch weniger im Mittelpunkt als letztes Mal.
 
 
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Der Gehalt an Splatterszenen ist drastisch reduziert, dafür zieht die hübsche Balletttänzerin Marlee immer wieder mal blank oder hopst zumindest in Unterwäsche durchs Bild. Getanzt wird übrigens nicht wenig. So konnte man die Laufzeit von DEVIL DANCE – IM SPIEGELBILD DES TEUFELS um ein paar Minuten puffern. Naja, der Film hat ja den Tanz sogar im Titel, überraschen sollte dieses Element also niemanden. Das karg bemessene Budget floss zum Teil in frühzeitliche Computereffekte, die selbstverständlich nicht gut gealtert sind und Kopfwehgefahr mit sich bringen. So ist das immer. Schauen Sie Sich heute mal den RASENMÄHER-MANN an ohne Wegzurennen. Trivia: Einen kleinen Auftritt hat der damals noch unbekannte Mark Ruffalo, der heute bei den AVENGERS zum Beispiel gutes Geld verdient. Als grünliche CGI-Figur.
 
 
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DEVIL DANCE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Unausgegorenes Sequel zu einem vergessenen Horrorfilm aus der Übergangs in die Neunziger Jahre. Kaum Bezug auf den Erstling, pendelt man zwischen gialloartiger Erbschafts-Schote und zahmem, andeutungsschwangerem Nonnen-Grusel. Nicht so richtig von Hocker reißende Sache, dieser DEVIL DANCE.
 
 
 


 
 
 

DEVIL DANCE – Zensur

 
 
 
Zwar ist auf der DVD-Premiere die alte FSK-Freigabe zu sehen; dennoch kann bedenkenlos zugegriffen werden. Die digitale Heimkino-Variante ist vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DEVIL DANCE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mirror Mirror 2: Raven Dance; USA 1994

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Surround)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit alternativem Wendecover

Extras: Trailer „Mirror Mirror“ (2:20 Min.) englisch, Trailer „Devil Dance“ (1:50 Min.) englisch

Release-Termin: 27.03.2015

 

Devil Dance – Im Spiegelbild des Teufels (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mirror Mirror (1990)
 
Oculus (2013)
 
Mirrors (2007)
 
Mirrors 2 (2010)
 
Dark Mirror (2007)
 


Filmkritik: „Mirror Mirror“ (1990)

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MIRROR MIRROR

Story

 
 
 
Schon länger ist das Gruselhaus mitten in der amerikanischen Vorstadt unbewohnt. In einer Stube dort steht nämlich ein antiker Spiegel, in dem mindestens ein Dämon steckt. Wenn nicht gar das Böse an sich. Neue Mieter schicken sich an, ein wenig Leben in die verlassene Bude zu bringen. Diese Mieter wären Nervenärztin Susan (die unvergessene Karen Black) und ihre Tochter Megan (Rainbow Harvest – klingt wie eine Spielzeugmarke oder eine Haschischsorte), die im neuen Heim ein wenig Abstand zum bisherigen Leben nehmen wollen. Die Psychiaterin benutzt ihre beruflichen Fähigkeiten sehr unredlich und macht ihrer Tochter die Pubertät ganz fürchterlich schwer. Megan hat’s aber auch unterwegs nicht leicht, wird in der Schule von ihren Mitschülerinnen-Mistviechern deftig gemobbt. Man könnte sie das verhassteste Mädchen der Schule nennen. Zuhause spricht sie dann der Spiegel an und verleiht ihr fiese Kräfte, mit denen sie mit ihrer Mutter und den Pausenhof-Peinigern aufräumt. Es stellt sich die Frage, ob das Böse im Spiegel nicht doch aus Megan kam und der Spiegel nur das tat, was ein Spiegel so tut: Reflektieren.

 
 
 


 
 
 

MIRROR MIRROR – Kritik

 
 
 
Meine Herren! Vier Durchgänge gibt’s von der Spiegelshow. Eine Reihe, „Franchise“, wie man so sagt, die zu den eher obskuren der Horrorfilmgeschichte zählen dürfte. Bis in die frühen Zweitausender hatten leidlich talentierte Regissorios Freude an der Story um das besessene Antikmöbel. Spürbare Veränderungen: Der Grad an harmloser Softerotik wurde von Folge zu Folge höher, der Horrorgehalt wich einer Hinwendung zum Thriller mit okkulten Untertönen. Dazu kamen eben die Einflüsse von seinerzeit beliebten Nackig-Schockern wie BASIC INSTINCT. MIRROR MIRROR, der vorliegende Ersteintrag der Serie ist ein Cocktail aus guten Zutaten, die schon andere Filme zu Erfolg und Liebhaberei von Seiten ihres Publikums führen konnten. Da ist der von finsteren Mächten in Besitz genommene Teil des unangenehmen Hauses. Den hat man direkt aus Tobe Hoopers eigentlich von Spielberg gedrehtem Klassiker POLTERGEIST gelüpft.
 
 
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Der Haupthandlungsfaden, der mit dem getriezten Mädel, das irgendwann die Faxen dicke hat und den zuständigen Teenager-Abschaum plus manipulativer Frau Erziehungsberechtigter erledigt, ist natürlich aus Brian De Palmas Verfilmung von Stephen Kings Debüt CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER „geliehen“. Dazu kommt ein gerüttelt Maß an Slasherfilm-Stimmung, wenn die kleinen Bösewichter einer nach dem anderen auf phantasievolle Weise ins Gras beißen müssen. Diese erwartungsgemäß regelrecht zelebrierten Gewaltszenen sind dann auch stilecht blutig und detailliert, weswegen die Besitzer der alten deutschen Videokassette mit ein paar Zensurschnitten zu leben hatten. Ein leider großes Problem von MIRROR MIRROR ist sein gemächliches Tempo. Bis Megan endlich auf die Kacke haut und den ekelhaften Mitschülern das Fell über die Ohren zieht, vergeht ein ganzes Stündchen Laufzeit. Das ist zuviel, sogar für Zuschauer, die entschleunigte Genreware aus alten Tagen gewohnt sind. Spaßig hingegen ist die Besetzung. Neben Horror-Ikone und Schrottqueen Karen Black läuft William Sanderson auf. Den kennen Fans besonders ruppiger Exploitationfilme aus AUSBRUCH ZUR HÖLLE von 1977, in dem er den entkommenen Zuchthäusler Jesse Lee Kane gibt und im halbimprovisierten Schauspielstil so durchgedreht und rassistisch am Rade dreht, dass er sich heute dafür schämt.
 
 
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MIRROR MIRROR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Manchmal etwas zu träger CARRIE-Nachzügler mit tapfer zusammengeklauten Handlungsideen und kurzen, effektiven Splatterszenen. Vielleicht eines der letzten Aufflackermomente des liebgewonnenen Horrorfilmstils der Achtziger Jahre und gar nicht übel – wenn da nicht das arg gemütliche Tempo wäre.
 
 
 


 
 
 

MIRROR MIRROR – Zensur

 
 
 
Glaubt man den Einträgen im Internet, soll die deutsche VHS-Fassung leicht gekürzt gewesen sein. Die nun erhältliche DVD des Anbieters MARITIM PICTURES enthält jedoch trotz des alten FSK-Stickers die ungeschnittene Filmfassung und ist nicht indiziert. Somit können Sammler und Nostalgie-Fans im Kaufhaus bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

MIRROR MIRROR – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mirror Mirror; USA 1990

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Surround)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit alternativem Wendecover. Das besitzt das alte VHS-Motiv.

Extras: Trailer „Mirror Mirror“ (2:20 Min.) englisch, Trailer „Devil Dance“ (1:50 Min.) englisch

Release-Termin: 27.03.2015

 

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MIRROR MIRROR – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Oculus (2013)
 
Mirrors (2007)
 
Mirrors 2 (2010)
 
Dark Mirror (2007)
 


Filmkritik: „Der Rasenmähermann“ (1992)

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DER RASENMÄHERMANN

Story

 
 
 
Der Wissenschaftler Dr. Lawrence Angelo (Pierce Brosnan) möchte das Gehirn erforschen und nach dem nächsten Baustein der menschlichen Evolution suchen. Damit ihm das gelingt, lässt er Primaten in eine virtuelle Realität eintreten und beobachtet ihre Reaktionen. Nachdem ein Versuch mit einem seiner tierischen Probanden gehörig in die Hose geht, werden seine Experimente unterbrochen und der Doktor auf unbestimmte Zeit in den Urlaub geschickt. Zu allem Überfluss verlässt ihn auch noch seine Frau und der ambitionierte Wissenschaftler erreicht den Nullpunkt. Besessen von der Idee, seine Experimente fortzuführen, rekrutiert er den netten, aber etwas zurückgebliebenen Jobe (Jeff Fahey), der bei seinen Nachbarn den Rasen mäht. Zunächst reagiert das Gehirn des Versuchskaninchen positiv auf Angelos Maßnahmen, doch schon bald entwickelt er sich ein Stück zu weit und übernimmt kurzerhand die Kontrolle über den Verlauf des Experiments.

 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Kritik

 
 
 
Was sofort ins Auge sticht, sind natürlich die computergenerierten Sequenzen, die sich in Dr. Angelos virtueller Realität abspielen, extrem schlecht gealtert sind und heute schlichtweg lachhaft wirken. Auch sonst wirkt die visuelle und akustische Ästhetik des Films, der aus dem selben Jahrgang wie James Camerons zweiter „Terminator“ stammt, eher unbeholfen. Mit maßlos übertriebener Beleuchtung und ebenso unpassender musikalischer Untermalung wirkt „Der Rasenmähermann“ eher wie ein Kind der 80er als der 90er.
 
Betrachtet man den Film allerdings über zwei Jahrzehnte nach seiner Entstehung, kann man nicht abstreiten, dass der Science-Fiction-Aspekt nach wie vor interessant ist, und mit der Zeit sogar an Relevanz zugenommen hat. Damals, als die digitale Revolution zumindest für die meisten Menschen noch ein Glimmer am Horizont war, konnte man sich nur schwer vorstellen, wie das kommende Informations-Zeitalter die Menschheit beeinflussen würde. An genau diesem Punkt setzt „Der Rasenmähermann“ an und bietet eine Vision einer Zukunft, die heute zwar amüsant wirkt, aber gleichzeitig sehr interessant ist.
 
Kernthema des Films ist die zweifelhafte Symbiose zwischen Mensch und Maschine und die Gegenüberstellung einer menschlichen Intelligenz mit einer künstlichen, oder zumindest einer künstlich verstärkten. Untersucht wird das Thema anhand des Rasenmähermannes, einer (sehr) simplen Person, die sich innerhalb kürzester Zeit vom treudoofen Boxsack zum intelligentesten Wesen des Planeten entwickelt und dabei selbstverständlich Fähigkeiten wie Gedankenlesen oder Telekinese nicht auslässt. Tatsächlich muss man dem angestaubten Sci-Fi-Reißer aus den frühen 90ern bescheinigen, dass er diese Gedanken um Einiges konsequenter angeht als moderne Filme mit der selben Thematik à la „Lucy“ oder „Transcendence“. Ganz nebenbei versprüht er dabei trotz oder gerade wegen seiner holprigen Optik einen besonderen, nostalgischen Charme, der vielen Filmen seiner Ära innewohnt.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Der Rasenmähermann“ mag auf den ersten Blick wie ein lachhafter und veralteter B-Film aus den frühen 90ern wirken, aber auf näheren Blick ist er noch immer ein absolut tauglicher, interessanter Science-Fiction-Film. Pierce Brosnan und Jeff Fahey verkörpern ihre Frankenstein-ähnliche Beziehung glaubhaft und effektiv und halten den Film trotz einigen Abzügen in der B-Note gut zusammen. Vor allem für Fans von kultigen Sci-Fi-Filmen und 90er-Jahre-Nostalgikern ist „Der Rasenmähermann“ ein wichtiger Eckstein in der Filmsammlung.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Zensur

 
 
 
Seit jeher ist der Film in Deutschland ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe erhältlich, die aus heutiger Sicht vielleicht etwas streng wirkt, aber fair ist. Die deutschen Blu-ray-Auswertung wurde ebenfalls ab 16 Jahren freigegeben. Auf der ist jedoch nur die Kinofassung enthalten. Der Director’S Cut ist auf der aktuellen Blu-ray nicht enthalten.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lawnmower Man; USA 1992

Genre: Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene dt. Kinofassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras:Trailershow

Release-Termin: 25.07.2014

 

Der Rasenmähermann [Blu-ray] ungeschnitte deutschen Kinofassung auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)