Filmkritik: „Schlaf“ (2020)

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SCHLAF

Story

 
 
 

Nachdem Marlene den Ort ihrer Albträume aufgesucht hat und in einen komatösen Zustand verfällt, versucht ihre Tochter den Geheimnissen der Träume auf die Spur zu kommen.

 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Kritik

 
 
 
Wieder mal hat sich ein deutscher Regisseur am Genrefilm probiert und Skepsis ist da von vornherein angebracht, denn gute Horrorfilme aus unserem Lande gibt es einfach nicht sonderlich viele. „Schlaf“ hingegen schafft es seine Vorbilder zu kopieren und nebenbei dennoch eine Eigenständigkeit hervor zu zaubern, weshalb hier nicht ganz zu Unrecht vom besten, deutschen Genrefilm des Jahres gesprochen wird.
 
 
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Marlene geht es psychisch schon lange nicht mehr gut. Sie leidet an Albträumen, die oftmals mit der Wirklichkeit verschwimmen. Eines Tages findet sie ein Hotel, welches das aus ihren Träumen zu sein scheint und besucht es auch prompt. Ein Krankenhausaufenthalt und ein komatöser Zustand sind die Folgen. Ihre Tochter Mona besucht daraufhin ebenfalls das Hotel und versucht herauszufinden, was es mit dem Zustand ihrer Mutter auf sich hat. Dabei verschwimmen Realität und Traum immer mehr, bis sich selbst Mona nicht mehr sicher ist, bei klarem Verstand zu sein. Welche Vorbilder das Drehbuch hatte, ist nicht sonderlich schwer zu erkennen. Gerade durch die verschiedenen Traumebenen und die Verschmelzung zwischen Fiktion und Realität, spürt man hier immer einen David Lynch. Doch auch „Shining“ blitzt gerade durch den Schauplatz des Hotels immer mal wieder durch. Wenn da alte Bilder im Hotel zu sehen sind, fühlt man sich sofort an Stephen King erinnert. Daneben gelingt es der Story jedoch auch einen eigenen Weg zu gehen. Die Ideen sind solide, teilweise sogar schön bizarr und es bleibt stets interessant. Natürlich muss auch eine Auflösung daher und diese enttäuscht nicht, kann allerdings nicht so sehr begeistern, wie das Mysterium zuvor.
 
 
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Allgemein beginnt „Schlaf“ mit einer tollen, ersten Hälfte. Obwohl der Film ziemlich ruhig ist, setzt man von Anfang an auf ein hohes Tempo, was die Handlung betrifft und so dauert es nicht lange, bis der Horror sich langsam entfalten kann. Der Aufbau ist gelungen und die Atmosphäre, die sich hier entwickelt, kann sich sehen bzw. spüren lassen. Da gibt es ein paar herrlich skurrile Szenen zu bewundern und die Traumsequenzen hat man ebenfalls toll gestaltet. Highlight ist hier sicherlich eine erotisch wirkende und dennoch verstörende, eigentlich recht simpel gemachte Szene, die ihre Wirkung aber vollkommen erreicht. Das ist vor allen Dingen deshalb ziemlich beeindruckend, weil Regisseur Michael Venus, der übrigens auch am Drehbuch beteiligt war, mit „Schlaf“ sein Langfilmdebüt gab. Allerdings muss man auch sagen, dass er durch Fördergelder den Luxus hatte, ca. 1,4 Millionen Euro Budget zu erlangen. Das kann längst nicht jeder Debüt-Regisseur von sich behaupten. Schön, dass Herr Venus etwas daraus gemacht hat. Das Hotel als Schauplatz ist große Klasse und allgemein gibt es starke Bilder zu sehen. Die handwerkliche Arbeit braucht sich definitiv kaum hinter genannten Vorbildern zu verstecken.
 
 
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Die zweite Hälfte kann dieses Niveau nicht ganz halten und wird manchmal etwas zu wirr. Umso mehr man dem Geheimnis auf die Schliche kommt, desto mehr verliert „Schlaf“ leider auch an Reiz. Das Finale ist dann nicht mehr besonders spannend und wirkt zudem seltsam unglaubwürdig. Das ist etwas schade, zieht das Gesamtwerk aber zum Glück nicht zu sehr herunter, denn dafür wird man über 100 Minuten Laufzeit dann doch zu gut unterhalten. Außerdem kann sich der Film auf seine ordentlichen Darsteller verlassen. Gro Swantje Kohlhof machte ihre Sache ausgezeichnet und besitzt ein paar Szenen, die sicher nicht leicht zu spielen waren. Daneben weiß August Schmölzer vollkommen zu überzeugen und alle anderen enttäuschen ebenfalls nicht. Die Figurenzeichnung wurde schön rätselhaft gestaltet, ohne dabei jedoch zu plakativ zu wirken und nebenbei darf auch der Score manchmal gelungen zur Atmosphäre beitragen. Nur Blut sollte man hier nicht viel erwarten, denn darauf legt es dieser Film absolut nicht an.
 
 
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SCHLAF – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Schlaf“ beweist, dass deutsches Genrekino doch etwas taugen kann. Stilistisch wandelt man auf Pfaden eines David Lynch, ist aber trotzdem eigenständig genug. Während die Schauplätze schon ein echter Star sind, können auch die Darsteller vollkommen überzeugen und die handwerkliche Arbeit kann sich definitiv sehen lassen. Das besitzt eine starke, erste Hälfte und flacht hinterher leider etwas ab, was dann eine höhere Wertung verhindert. Wer jedoch Lust auf einen deutschen Mysterythriller/Horrorfilm hat, nach dem man sich nicht denkt, dass die Deutschen es nicht können, sollte „Schlaf“ nicht verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Zensur

 
 
 
„Schlaf“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Freigabe ist auch gerechtfertigt. Der Film startet am 29.10.2020 bundesweit in den Kinos.
 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Junafilm | Salzgeber & Co. Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shining (1980)
 
Mulholland Drive – Straße der Finsternis (2001)
 
Inception (2010)
 
Lost Highway (1997)
 

Filmkritik: „Rapunzels Fluch – Sie will Rache“ (2020)

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RAPUNZELS FLUCH – SIE WILL RACHE

Story

 
 
 

Wenn die Märchenvorlage Rapunzel für einen Horrorfilm herhalten muss, dann sollte man sich auf blutigen Grusel gefasst machen, der für deutsches Genrekino gar nicht mal so schlecht ausfällt.

 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Kritik

 
 
 
Deutschland ist nun wirklich nicht für seine tollen Horrorfilme bekannt. Mal ganz abgesehen vom Amateur-Splatter, gibt es da nicht viel Genreware, die der Rede wert ist. Das wird sich auch mit „Rapunzels Fluch“ kaum ändern, aber der Versuch ist dennoch nicht missglückt. Hier und da macht der Film sogar Spaß, doch im Endeffekt scheitert er daran, dass er nicht genügend bieten kann.
 
 
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Das Intro führt uns zurück ins Jahre 1697. Hier wird an einem französischen Mädchen ein Exorzismus durchgeführt, welcher fehlschlägt. Nun sind wir zurück in der Gegenwart. Alina will gerade ihren Abschlussfilm drehen und bekommt dank ihrer Vorfahren sogar die beste Kulisse dafür. Sie ist nämlich die letzte Verwandte des Mannes, der damals den Exorzismus durchführte. Passend ist auch, dass es sich um einen Horrorfilm drehen soll. Doch als man das Schloss besichtigt, ereignen sich auch schon übernatürliche Phänomene. Das ist eine ganz normale „Haunted House“ Story, dieses Mal eben in einem Schloss. Die Verweise zu Rapunzel sind hanebüchen und haben mit Grimm überhaupt nichts zu tun; abgesehen davon, dass man der Hauptfigur diesen Nachnamen verpasst hat. Allerdings muss das nichts Schlechtes bedeuten. Zwar ist die Hintergrundgeschichte ziemlich lahm und „Rapunzels Fluch“ hat nichts zu bieten, was es zuvor nicht auch schon gab, aber erzählt wird die simple Story dennoch ganz solide. Es war nicht verkehrt, das Ganze mit dem Projekt einer Abschlussarbeit zu kreuzen, denn so bemerkt man doch, dass der Film von Filmliebhabern kommt. Abgesehen davon hätten ein paar eigenständige, originelle Ideen jedoch nicht geschadet, weshalb dieses Drehbuch auch irgendwo im unteren Mittelmaß verpufft.
 
 
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Etwas aufdringlich, aber dennoch sympathisch ist der Einspieler von Regisseur David Brückner bevor der Hauptfilm beginnt. „Rapunzels Fluch“ ist sein vierter Film und man glaubt dem Mann, dass er das, was er da tut, gerne macht. Gerade aus handwerklicher Sicht kann man dem Streifen nur wenig Vorwürfe machen. Man konnte gute Schauplätze für sich gewinnen und dem Zuschauer werden schon ein paar sehr schöne Bilder serviert. Beim Horror verlässt man sich dann leider auf die üblichen Jumpscares, die so beliebt geworden sind, aber man passt sich halt an. Nein, mit subtilem Grusel wird das so nichts, dabei hätte die Kulisse das her gegeben. Trotzdem ist die Inszenierung auf einem guten Niveau und die Darsteller stören ebenfalls nicht. Mit gerade mal vier Hauptdarstellern kommt „Rapunzels Fluch“ aus und diese machen ihre Sache doch allesamt erträglich bis solide. Von deutschem Horrorkino darf man da durchaus weniger erwarten. David Brückner selbst ist ebenfalls in einer etwas kleineren Rolle zu sehen und hier und da konnte man noch ein paar etwas größere Namen gewinnen, die am Ende jedoch kaum eine Rolle spielen. Weiterhin fällt auf, dass die Charaktere erträglich sind. Zwar erfüllt jeder seinen Klischee-Part, aber man durfte in solchen Werken schon deutlich unsympathischeren Figuren zuschauen.
 
 
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Was „Rapunzels Fluch“ ein wenig das Bein stellt, ist seine Langatmigkeit, obwohl er nur eine Laufzeit von rund 80 Minuten besitzt. Nach der kleinen Horror-Einleitung gibt es nämlich erst mal deutsches Seifenoper-Feeling, was gar nicht so verkehrt ist, wie es sich anhört. Hier besitzt der Film sogar seine besten Szenen. Dennoch lässt man sich zu viel Zeit. Erst nachdem die Hälfte der Laufzeit verstrichen ist, widmet man sich dem Horror. Geschieht dies anfangs noch passabel, wird es zum Finale hin doch immer beliebiger. Rapunzel hat man leider nicht sonderlich originell gestaltet und die Ähnlichkeit zum asiatischen Horror sehe ich da auch nicht großartig, selbst wenn Brückner das als Fan so sieht. Es entsteht zu wenig Grusel, weil alles nur auf laute Schockeffekte aus ist, was dann aber immerhin handwerklich völlig in Ordnung gestaltet wurde. Die Freigabe ab 18 Jahren ist etwas übertrieben. Der Bodycount ist sehr gering und selbst wenn es mal etwas splattert, so hat die FSK schon deutlich Derberes geringer eingestuft. Immerhin sind die Effekte wirklich von Hand gemacht und sehen nett aus. Alles in einem kann man sich dann doch einigermaßen nett unterhalten lassen ohne jemals den großen Nervenkitzel zu verspüren.
 
 
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RAPUNZELS FLUCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Rapunzels Fluch“ ist gut gemeinte, deutsche Genrekost, die auch gar nicht mal so kläglich versagt, wie man das vorher hätte meinen können. Dass die Story nichts hergibt, sei geschenkt, weil das bei vielen solcher Filme der Fall ist. Dass die handwerkliche Arbeit aber sehr angenehm geraten ist und die Darsteller allesamt passabel spielen, ist eine schöne Überraschung. Zudem wissen die Kulissen zu überzeugen und ein paar schön getrickste Splattereffekte gibt es ebenfalls noch. Atmosphäre kommt allerdings zu wenig auf und wenn über die Hälfte der Laufzeit nichts mit Horror zu tun hat, ist das auch nicht unbedingt förderlich. Außerdem besitzt der Film keine erkennbare, eigene Handschrift und kann sich von der Flut an Veröffentlichungen (ob nun deutsche oder nicht) einfach nicht abheben. Wer deutschem Horror aber mal wieder eine Chance geben möchte, ist bei „Rapunzels Fluch“ gar nicht mal so sehr an der falschen Adresse!
 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Zensur

 
 
 
„Rapunzels Fluch“ erhielt von der FSK überraschend eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form. Angesichts der überschaubaren Splattermomente zwar etwas übertrieben. Aber Sammler ungekürzter Filme können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies / daredo (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rapunzels Fluch; Deutschland 2020

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: 83 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Kurzfilm Claustrophobia (1:38 Min. Min), Behind the Scenes (5:11 Min.), Interviews (4:44 Min.), Outtakes (5:40 Min.), Slideshow, Teaser Trailer, Original Trailer, Trailershow

Veröffentlichung: KeepCase: 07.08.2020

 
 

Rapunzels Fluch – Sie will Rache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

RAPUNZELS FLUCH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies / daredo)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
ExitUs – Play it Backwards (2015)
 
Demonic (2015)
 
The Crucifixion (2017)
 
The Dawn (2019)
 

Filmkritik: „Lebendig skalpiert“ (2019)

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LEBENDIG SKALPIERT

Story

 
 
 
Im amerikanischen Stadtlohner Bürgerkrieg läuft ein wiederbelebter Südstaaten-Soldat maskiert umher und tötet uns unbekannte Charaktere.

 
 
 


 
 
 

LEBENDIG SKALPIERT – Kritik

 
 
Ich wusste auch, dass dieser Tag hier folgen würde – der Tag, an dem ich durch meine Reviews an einen Film gelange, der dem Wertungsfass wirklich fast den Boden ausschlägt ganz allgemein einerseits, aber auch der, an dem ich erstmalig einen Film von Jochen Taubert sehen würde. Nun gibt es endlose Ansätze in der von mir oftmals so heiß geliebten Spielwiese der Non-Budget-Indie-und Amateurproduktionen, ja gar des lupenreinen Trashs, seine Werke zu gestalten. Seien es mit Herzblut in jahrelanger Kleinarbeit entstandene Epen mit Ambitionen weit über dem Budget, pointiert minimalistische Kammerspiele, gerne in Belagerungssituationen, oder Hirn-aus Trash der Marke Zombies und Nacktheiten, sei es mit Arthouse-Kunstanspruch und Zeitraffer-Aufnahmen sich paarender Insekten versehen oder gefühlt mit einer Kartoffel gedreht, aber immerhin unterhaltsam dabei – fast all diesen unterschiedlichen Auswüchsen des Herzblut-Hobby-Horrors bin ich bereits begegnet, konnte ich gar etwas abgewinnen, stammen einige meiner persönlichen Favoriten doch aus dem Bereich „Gute Idee > Riesenbudget“.
 
 
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Doch irgendwann, und auch das ist kein Novum, gerät man als Underground-Filmfan an seine Grenzen moralischer, psychologisch erträglicher, konsumierbarer Kunst und fängt an über Gerüchte, Titel und Regisseure zu stolpern, deren Werk sich einem entweder nicht erschließt, oder deren Ruf einem derart voraus eilt, dass bei aller Neugierde von vornerein kein Interesse aufkommt – und einer dieser Regisseure ist Jochen Taubert. Doch Stopp gleich hier denn ich bin mir bewusst, in welches Kritiker-Fettnäpfchen ich trete: Tauberts Werke sind gerade in der deutschen Online-Filmszene schließlich keinesfalls unbekannt, ein berühmt-berüchtigter Kino-Outlaw, der in der beschaulichen deutschen Naturumgebung frei von Budget oder politischer Korrektheit einen Scheiß nach dem anderen dreht, mit dem Motto „Hirn aus, Bier rein, ab dafür!“. Und demnach werde ich ihn weder weiter vorstellen, noch auf seine anderen Werke eingehen, noch einfach nur paraphrasenlang darüber ab lästern, wie unfassbar misslungen und schlecht dieser Film doch ist – nicht darüber, dass die Kostüme alle aus dem Karnevalsverleih kommen, nicht über das grottige CGI-Blut und nicht über das Fehlen von Schauspieltalent, denn das ist alles gegeben und wurde erwartet und wurde jahrelang bereits genug getan.
 
 
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Nein, was ich stattdessen ausdrücken möchte ist, ganz zugrunde liegend, dass ich Taubert, seine Filme, seine Art von Humor, und seine Fans schlicht und ergreifend nicht verstehe, nicht erfassen kann – denn oft liest man die „Verteidigung“ oder „Ausrede“ oder „Anweisung“, man solle die Filme ja auch „aus Spaß!“ gucken, mit Freunden und in einer Gruppe und mit Bier und Bombenlaune und dass Szenenanalyse oder auch nur das Suchen einer wirklichen Story fehl am Platz sei – doch GENAU DAS habe ich, bzw. haben wir dann tatsächlich auch gemacht und so saß ich dann also mit Bier und 1,5m Mindestabstand zwischen weiteren ungläubigen Mündern, Notizen machend, eine Antwort suchend –was übersehe ich?
 
 
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Bill Zebub ist ein amerikanischer Independent-Regisseur, der endlos Titel mit vielen nackten Frauen, schlechten Effekten, Überlänge und peinlichen pseudophilosophischen Gesprächen füllt und reißerisch auf den Markt wirft, und sagt in einem Interview wortwörtlich dass er die Filme nicht für Kunst macht, sondern damit irgendwelche Perversen ihm Geld dafür geben – ehrliche Einstellung, erklärt die Werke, kann ich mit leben, auch wenn er mit „Santa Claus: Serial Rapist“ für den einzigen Film in den letzten 3 Jahren oder so zuständig ist, den ich tatsächlich noch schlechter fand, als das kurze Taubert-Verbrechen hier. Tauberts Aussagen nach hingegen ist dieser Film hier aber das persönliche Baby des Iserlohner Filmteams, der ambitionierteste Film, der den amerikanischen Bürgerkrieg mit einem Zombie-Slasher und Western kreuzt. Gott, wie würde ich mich nur freuen, würden Astron 6 z.B. eine solche Ansage machen –aber Astron 6 this ain’t, wie ein Herzensprojekt auch nur annährend so unmotiviert und hingerotzt aussehen kann wie das hier weiß ich nicht und wer auf liebevolle Genrezitate, nachgemachte Kamerafahrten, schlitzohrige Querverweise hofft, der wird enttäuscht.
 
 
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Und da kommt auch schon das Hauptthema auf, „Enttäuschung“. Enttäuschung beim unbedarften 0815-Käufer, Gott hab ihn selig, der einen nachbearbeiteten Ralf Richter auf dem Cover sieht und wirklich glaubt, dass dieser nicht nur im Kölner Stadtpark 10 Minuten nachgedrehte Szenen hat in denen er missgelaunt in die Kamera guckt und dann stirbt, zum Beispiel, aber etwas Besseres habe ich ohnehin nicht erwartet. Enttäuschung aber auch, wenn man denkt dass die gelobten, handgemachten Effekte splattertechnisch vielleicht Punkte sammeln würden, weil bis auf einen halbgaren Kehlenschnitt bleibt auch hier nichts hängen, viel eher die vielen schwachen CGIMomente. Enttäuschung darüber, dass der Film Brüste auf dem Cover hat und scheinbar mit seinen Reizen überzeugen will, aber als Exploitation spätestens dann versagt, wenn es neben der fehlenden Gewalt also auch nur ein flachbrüstiges „Apachenmädchen“ gibt, das wenig lasziv durch die drögen Wälder und Wiesen stapft. Enttäuschung, weiter geht es, darüber, dass Taubert scheinbar wirklich etliche Statisten mit Kostümen und ein paar halbwegs nette weite Aufnahmen und Panoramas organisiert bekommen hat, diese aber alle in den ersten 5 Minuten verheizt, und der Film daraufhin nur immer schlechter und schlechter aussieht. Enttäuschung, seufz, dass, wenn man von dieser Splatter-Hommage-Erotik-Komödie (?) also den Splatter, die Erotik und den Hommage-Part nimmt, nur noch eigentliche Story und Comedy überbleiben und es hier dann erst richtig finster aussieht.
 
 
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Denn, unter uns, schlechte Wald-und Wiesen-Slasher mit zu Unrecht versprochenen guilty pleasures und ohne jeglichen optischen Flair hat man schon einmal gesehen und die können sich immer noch ein paar Punkte verdienen durch die bloße Unbedarftheit, den Soundtrack, einen netten Twist oder generelle Kurzweil, in der man sich nicht permanent mit einer Gabel durch die Nase das Gehirn entfernen möchte. Doch wo „Taubert“ draufsteht, und das ist eine dieser zahlreichen Formulierungen, die ich jetzt erstmalig verstehen und unterschreiben kann, da ist wohl auch „Taubert“ drin und das soll heißen, dass der Humor wirklich das platteste, unwitzigste, anstrengendste ist, das ich in einer langen Zeit gesehen habe. Stumpf ist Trumpf, ich albere gerne herum, konnte Tromas „Hectic Knife“, in dem budgetlos minutenlang Donuts über den Boden getreten werden, z.B. absolut genießen und empfehlen, aber Tauberts Sinn für Komik reicht leider nicht viel weiter, als einem (Karnevals)-Mönch (in irgendeiner Wohnung als Set) einen Pfeil in seinen Pimmel zu schießen –ohne jeglichen Effekt, Splatter, ohne Konsequenz, versteht sich. Und die Geschichte, die einen sehr anstrengenden und pseudoernsten, aber nie wirklich witzigen Sprecher verpasst bekommen hat, hat einen groben Haupthandlungsrahmen, verlässt diesen aber nach etwa der Hälfte, wenn alle uns bekannten Charaktere und somit möglichen Protagonisten etc. verstorben sind. Als wüsste der Film nun so gar nicht, was der tun soll mit der Zeit, als gäbe es kein Script, kommen nun nur noch qualvoll langgezogene, unwitzige Szenen uns größtenteils gerade erst vorgestellter und somit völlig egaler Charaktere, die alle von schrecklich unbegabten Laien besetzt wurden. Der Soundtrack verbreitet dabei im Menü sogar direkt Atmosphäre mit einem gehauchten „Lebendig…lebendig….Skalpiert…skalpiert…“und anschließend ansprechend wirkendem Lagerfeuer-Gesang, doch so schön dieses etwa einminütige Stück auch ist und so positiv es mich überrascht hat – für 80 Minuten ohne Handlung oder bemerkenswerte Bilder und demnach Musikvideo-Flair reicht das absolut nicht, erst Recht nicht wenn ohne Zusammenhang – im ganzen Film wird EINMAL lebendig skalpiert – der Titel geflüstert wird und das immer gleiche, furchtbar unpassende Lied läuft.
 
 
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Es ist wirklich viel mehr Verwirrung, denn Wut oder Frust, die sich bei mir breit macht, denn abseits von Mockbuster-Marketing durch Fake-Reviews auf Amazon und das manipulative Cover und demnach aus Versehen getätigte Käufe weiß ich wirklich nicht, für wen diese Filme gemacht, bzw. veröffentlich werden. Wären ich und meine Freunde das auf der Bildfläche, ja, ein paar Szenen wären großartig lustig und man würde es sich gerne angucken, aber wieso müssen mehr als die paar hundert Beteiligten Menschen und Anwohner sich der Taubert’schen Filmkunst nur ausgesetzt sehen, wenn wirklich auf überhaupt keiner Ebene irgendeine Art von Unterhaltung geliefert wird. Für 10 Minuten mit ein paar netten Aufnahmen, etwas Splatter, ein paar Brüsten und recht vielen Kills für die kurze Laufzeit, hätte es gereicht, für einen billigen Kurzfilm der einen nicht hungrig nach mehr lässt, aber auch keinem weh tut, auch dass es nur ein Lied mit einer Minute Laufzeit gibt, fiel dann nicht negativ ins Gewicht. Aber 80 Minuten lang mit so einem Aufwand etwas zu schaffen, das weder als Horror noch Comedy noch Schenkelklopfer-Trash unterhält, das weder hängen bleibt weil es fies exploitativ, noch originell kreativ, noch so unbedarft schlecht und verblendet ist, das grenzt wirklich an ein Verbrechen. Taubert und seine Leute nehmen es mit Selbstironie und wissen scheinbar, dass sie nur Scheiße produzieren, aber der Unterschied ist der, dass sie ihren Werken nicht jeglichen Unterhaltungswert absprechen. Die einzige Szene, die spontan hängen geblieben ist und als Meme, Running Gag oder sonst was taugen könnte, ist eine der traurigen Ralf Richter im Stadtpark-Inserts: Er schubst mit seiner Waffe die Spinne von seiner Brust und sagt (Achtung) „Ich glaub, ich spinne!“–nichts Großes, aber hat für ein Ausatmen aus der Nase gereicht. Ist aber auch im Trailer, bevor ich hier noch Gründe zum selber Anschauen nenne. Politische Deutung überlass ich anderen Kritikern und auch Moral suche ich in solchen Filmen nicht, aber wenn Frauen am laufenden Band als Schlampen bezeichnet werden, zwar aus der Sicht des Killers aber trotzdem undifferenziert im sonst so objektiven Voiceover und unsere Protagonisten/Helden zudem prinzipiell eher Pro-Sklaverei sind, sorgt das nicht für Bonuspunkte – kurios ist es schon, aber auch nur auf dem Papier und nicht im Ansatz Wert, selber erfahren zu werden.
 
 


 
 
 

LEBENDIG SKALPIERT – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Lebendig skalpiert“ ist eine ununterhaltsame Geduldsprobe, wie sie selten in den Regalen zu finden ist. Angetrunken, mit Freunden, Bombenlaune und Erwartungshaltung nahe dem Tiefpunkt noch ganz knappe 2/10.
 
 


 
 
 

LEBENDIG SKALPIERT – Zensur

 
 
 
Der Film ist uncut ab 16, was verständlich ist bei den billigen und wenigen handgemachten Effekten sowie dem Fehlen jeglicher Ernsthaftigkeit oder Immersion. Dennoch ziert die Heimkinofassung ein roter FSK-Sticker. Dieser ist dadurch begründet, weil auf der Scheibe Bonusmaterial zu finden ist, das von der FSK höher eingestuft wurde. Übrigens: Die rund 30 Minuten Extras stammen größtenteils von der Premiere und zeigen nach 80 Minuten Leiden nur auf, die sehr man diese Filme scheinbar genießen kann, wenn man selber dabei ist.
 
 
 


 
 
 

LEBENDIG SKALPIERT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lebendig skalpiert; Deutschland 2019

Genre: Horror, Thriller, Splatter, Amateur, Western

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Interviews mit den Machern, Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.04.2020

 

Lebendig skalpiert [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LEBENDIG SKALPIERT – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tal der Skorpione (2019)
 
Ich piss‘ auf deinen Kadaver (1999)
 
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Filmkritik: „Luz“ (2018)

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LUZ

Story

 
 
 
In „Luz“ wird ein zufälliges Treffen auf eine Frau für Polizeipsychologe Dr. Rossini zu einer ominösen Angelegenheit, bei der dämonische Kräfte ihre Finger mit im Spiel haben.

 
 
 


 
 
 

LUZ – Kritik

 
 
Wenn es um Horrorkino aus deutschem Lande geht, dürfen die Erwartungen wohl nicht ganz unberechtigt erst mal gering sein, denn es gibt einfach wenig Genre-Ware in diesem Bereich, welche wirklich sehenswert wäre. Mit „LUZ“ gibt es da mal wieder eine Ausnahme. Es handelt sich hierbei um die Abschlussarbeit an der Kunsthochschule für Medien Köln von Tilman Singer und Dario Mendez Acosta. Eine Verbeugung vor dem Giallo sollte einen hier erwarten, einem Genre, welches in den 70er Jahren seine Höhepunkte erreichte, nach wie vor beliebt ist und ab und zu auch mal weitere Vertreter hinzu bekommt. Entstanden ist ein sehr eigenwilliger, schwer greifbarer Film, der die Meinungen absolut spalten wird, aber handwerklich wirklich hervorragend gestaltet wurde.
 
 
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Der Polizeipsychologe Dr. Rossini hat Bereitschaftsdienst und verbringt den Abend in einer Kneipe. Dort wird er sehr seltsam von einer fremden Frau angeflirtet, die etwas von einer Luz erzählt. Kurze Zeit später wird Dr. Rossini auch schon zum Einsatz gerufen, denn auf einer Wache befindet sich eine verletzte Frau namens Luz. Mehr braucht man über die Handlung auch gar nicht zu erwähnen, denn hinterher blickt man sowieso nicht mehr so richtig durch. Das Drehbuch dient eigentlich nur dem Zweck eine hochwertige Inszenierung darbieten zu können, denn die Story ist sehr dünn und vor allen Dingen wird hier auch kaum etwas aufgeklärt. Der Zuschauer wird am Ende nicht schlauer sein, als zuvor auch. Da geht es um Dämonen und Besessenheit, doch was das alles genau mit den Charakteren zu tun hat, erfährt man nicht und so bleiben am Ende mehr Fragen offen, als gelöst werden. Oftmals geht ein solches Vorgehen schief, doch bei „LUZ“ besitzt es seinen Reiz und die Handlung erscheint da sowieso als gar nicht so wichtig. Jedenfalls vermisst man keine Erklärungen. Genauso ergeht es der Figurenzeichnung, die es streng genommen gar nicht gibt. Die Charaktere bekommen keinen Hintergrund und werden nicht näher durchleuchtet. Sie sind einfach da, handeln und sprechen ihre Texte. Das ist gerade deshalb absolut ausreichend, weil dieses Werk sich auf seine verspielte, handwerkliche Arbeit verlassen kann, die alle anderen Zutaten so oder so in den Schatten stellt.
 
 
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„LUZ“ wurde auf 16mm gedreht und bekommt alleine dadurch optisch einen schön altmodischen Anstrich. Da passt es gut, dass der Film als Hommage an das Giallo-Kino gedacht ist. Viele der Zutaten, die stilprägend für den Giallo waren, sind vorhanden, eigentlich nur die brutalen Morde nicht, denn davon gibt es in „LUZ“ nichts zu sehen. Obwohl der Film ziemlich simpel gestaltet wurde, kann er aus handwerklicher Sicht begeistern. Es gibt quasi keinerlei Effekte, lediglich das Spiel mit etwas Kunstnebel, ein wenig Kunstblut und ein paar Lichtern und trotzdem sieht das in allerlei Hinsicht enorm hochwertig aus. Das liegt aber auch an der tollen Kameraarbeit. Oftmals gibt es enorm langsame Kamerafahrten, die fast schon den Eindruck eines Standbildes vermitteln. Dazu gesellt sich dann der Score, der hier sehr wichtig ist. Musik ist fast immer zu hören und sie begleitet das Geschehen äußerst atmosphärisch. Sowieso lässt sich bei „LUZ“ von einem audiovisuellen Kunstwerk sprechen, denn manchmal gibt es Dinge zu hören, die nicht zu sehen sind und dann wiederum gibt es Dinge zu sehen, die nicht zu hören sind. Dieses Spiel ist den Machern sehr gut gelungen und alleine dafür verdient es ein dickes Lob.
 
 
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Von einem klassischen Unterhaltungswert zu sprechen, ist bei diesem Film jedoch schwierig. Das Szenario beginnt schon höchst merkwürdig, doch anfangs lässt sich das alles noch halbwegs klar verfolgen. Hinterher verliert man als Zuschauer dann aber schon die Orientierung und lässt sich nur noch von Szenen berieseln, dessen Zusammenhang man nur erahnen kann. Der eine wird daran seine Freude haben, der andere wird das als Kunstmist betiteln. Fakt ist aber, dass die 70 Minuten Laufzeit ziemlich zügig vergehen. Laut Regisseur Tilman Singer war so eine Laufzeit anfangs gar nicht geplant und das Projekt wurde dann länger, als gedacht. Längen lassen sich aber keine feststellen, nur gibt es eben auch keinerlei Zutaten wie Action, Spannung oder Humor. Grusel entsteht ebenfalls nicht viel, wobei die Atmosphäre dennoch sehr dicht und wunderbar geheimnisvoll erscheint. Dass dies gelungen ist, liegt allerdings auch mit an den soliden Darstellern. Jan Bluthardt spielt seine Rolle mit einem Hang zum Psychopathen und Luana Vellis wirkt einfach authentisch. Es gibt noch zwei, drei Rollen mehr, die allesamt überzeugend ausfallen, aber viele Schauspieler gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
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LUZ – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„LUZ“ stellt das etwas andere Horrorkino aus Deutschland dar. Die Tatsache alleine, dass dieser Film aus Deutschland stammt, ist schon überraschend genug, denn eine Giallo-Hommage in dieser Qualität war nicht zu erwarten. Perfekt ist das Ergebnis keineswegs und jedem wird das absolut nicht gefallen. Wer viel Wert auf eine durchdachte Story, eine tiefere Figurenzeichnung, Spannung oder Action legt, dürfte mit „LUZ“ nicht viel anfangen können. Wer sich auf ein audiovisuelles Kunstwerk einlassen möchte, welches handwerklich stark gemacht wurde und mit ein paar simplen, aber effektiven Ideen daherkommt, der wird schon eher seine Freude haben. Optisch ist das hochwertig, die Inszenierung wirkt sehr gekonnt, der Score ist toll anzuhören und die Atmosphäre zieht einen durchaus in den Bann. Dazu gibt es gute Darsteller zu sehen und die Laufzeit ist mit 70 Minuten keineswegs zu hoch ausgefallen. Speziell, aber empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

LUZ – Zensur

 
 
 
„Luz“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 12 Jahren erthalten. Diese Freigabe ist gerechtfertigt. Wegen Bonusmaterial auf der Blu-ray besitzt diese aber einen FSK16-Flatschen. Horrorfilmfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

LUZ – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Bildstörung (KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Luz; Deutschland 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 68 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover im Schuber

Extras: Booklet, Zwei Kurzfilme von Tilman Singer, Audiokommentar von Regisseur Tilman Singer und Szenenbildner Dario Méndez Acosta, Making Of mit Interviews von Cast & Crew

Release-Termin: 27.09.2019

 

Luz [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

LUZ – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Bildstörung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 
Amer (2009)
 
Aura (1992)
 

Filmkritik: „Stories Of The Dead – Die Farm“ (2019)

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STORIES OF THE DEAD – DIE FARM

(STORIES OF THE DEAD)

Story

 
 
 
In der Horror-Anthologie „Stories of the Dead“ kann eine Frau den Todesgrund von Toten sehen und erzählt werden fünf Geschichten, die mit dem Tod zu tun haben. Nebenbei gerät die Frau aber auch in die Fänge eines Serienkillers.

 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilm-Anthologien sind auch weiterhin sehr gefragt. Den Reiz an diesen Streifen macht oftmals aus, dass verschiedene Regisseure sich zusammentun und so ein abwechslungsreiches Werk erschaffen. Aber natürlich kann auch ein einzelner Regisseur alle Kurzfilme innerhalb einer Anthologie drehen, was das Ganze dann homogener machen sollte. Thomas Pill hat mit „Stories of the Dead – Die Farm“ fünf kleine Geschichten verfilmt und diese noch in eine Rahmenhandlung eingebettet. Allerdings ist nicht alles davon neues Material. „Eifersucht“ stammt bereits von 2013 und „Leben“ von 2016. Also hat es sich Herr Pill doch relativ leicht gemacht einen neuen Film zu kreieren, denn die Hälfte der Laufzeit besteht aus bereits vorhandenem Material.
 
 
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Gleich am Anfang gibt es dann eine schöne Luftaufnahme vom Wald zu sehen, doch dieser angenehme Eindruck wird gleich zerstört, wenn eine leicht bekleidete Dame im Zelt ihren Mund aufmacht. Ist aber eigentlich sowieso egal, denn die ersten paar Szenen haben mit dem Rest nichts zu tun. In der ersten Viertelstunde reiht „Stories of the Dead – Die Farm“ einige Szenen aneinander, die scheinbar in keinerlei Verbindung miteinander stehen und hier wirkt der Film unnötig strukturlos. Erst danach entwickelt sich ein roter Faden. Da geht es um eine junge Frau namens Lucia, die eine übernatürliche Gabe besitzt und das Schicksal der Toten sehen kann. Deshalb hält sie sich auch am liebsten auf dem Friedhof auf. Dabei kommt sie allerdings einem Serienkiller zu nahe. Dies soll also die Rahmenhandlung sein, die dann hinterher noch eine etwas ausgedehntere Rolle annehmen soll. Hans Jörg Berchtold ist hier als Psychopath gar nicht so schlecht, wobei man sich die Anspielung auf den Joker hinterher hätte sparen können. Als eigenständiger Beitrag wäre die Rahmenhandlung etwas mager, aber durch die Zerteilung kann man damit schon leben.
 
 
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So richtig los geht die Kurzfilmsammlung dann mit „Eifersucht“. Hier geht es um Claudia, die krankhaft eifersüchtig ist. Als ihr Lebensgefährte eines abends mit einem Kumpel etwas trinken gehen will, kommt es zum Streit und plötzlich auch zu Leichen. Überraschenderweise ist nach nicht mal ganz zehn Minuten Laufzeit schon Schluss und das abrupte Ende verwirrt da doch eher, denn es gibt keine Pointe und kein richtiges Ende. Somit ist diese Geschichte auch absolut unbefriedigend, weil im Endeffekt eigentlich gar nichts erzählt wird. Abgesehen von zwei blutigen Effekten und einer soliden Eva Habermann hat „Eifersucht“ also nichts zu bieten.
 
 
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„Fremdkörper“ starte fast direkt danach und erfüllt die Erwartungen ebenfalls nicht. Da geht es einfach nur um einen Mann, der einen schlimmen Albtraum hatte. Doch nach dem Aufwachen ist dieser noch nicht vorbei. So schnell der Beitrag beginnt, so schnell ist er auch schon wieder zu Ende – Gerade mal ein paar Minuten läuft das Ganze. Zwar wurde der Horror ganz solide inszeniert, doch erneut gibt es quasi keine Pointe und keine Substanz. Trotzdem ist dieser Beitrag etwas besser gelungen und wäre eigentlich gar nicht so übel, wenn er nicht so belanglos wäre.
 
 
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„Der Rabe“ macht als dritter Kurzfilm weiter. Hier hat man sich an Edgar Allen Poe bedient und erzählt eine seiner berühmtesten Geschichten sehr frei nach. Zwar sind die Darsteller nicht schlecht, mit Ralf Richter ist auch ein prominenter Name mit dabei, aber besonders das alte Ambiente, in dem sich alles abspielen soll, kauft man dieser Episode überhaupt nicht ab. So entsteht leider kaum Atmosphäre und abermals ist nach nur wenigen Minuten Schluss.
 
 
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Durchbrochen wird das belanglose Schema dann endlich mit „Leben“, der vierten Episode, die mit guten 45 Minuten Laufzeit am deutlich längsten geraten ist. Es geht in dieser Geschichte um Erik, einem lustlosen Mann, der am Leben keinerlei Freude mehr empfindet. Durch eine alte Bekanntschaft wird er auf eine ominöse Firma aufmerksam, die mit einem fingierten Tod scheinbar all seine Probleme lösen kann. Dieser Beitrag glänzt zwar nicht gerade mit besonders authentischen Kulissen, wird dafür aber bemerkenswert solide erzählt. Endlich nimmt man sich mal Zeit und das Erzähltempo ist enorm langsam. Manche Dialoge wurden etwas zu sehr in die Länge gezogen, aber immerhin gibt es eine ganz passable Pointe, die zwar vorhersehbar ist, aber dennoch um Längen mehr Substanz besitzt, als die Vorgänger und außerdem spielt Peter Bosch das ziemlich überzeugend. Die Inszenierung ist angenehm ruhig und besonders auffallend ist hier, dass die Dialoge weder hölzern vorgetragen sind, noch irgendwie dumm klingen. Die erste wirklich sehenswerte Episode.
 
 
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Aber Moment mal. Fehlt da nicht noch ein Beitrag? In der Inhaltsangabe ist immerhin die Rede von fünf Kurzgeschichten. „Live or let die“ gab es tatsächlich bereits am Anfang im Szenen-Wirr-Warr zu sehen. Diese Episode, die von einer postapokalyptischen Zukunft und Zombies handeln sollte, lief gerade mal ein paar Minuten und eine Handlung hat man dort gar nicht mitbekommen. Also das ist wirklich geschenkt und verdient eigentlich gar keiner Erwähnung. Als einzelne Episode ist das kaum wahrzunehmen.
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Thomas Pill hat es sich nicht gerade schwer gemacht mit „Stories of the Dead – Die Farm“. Es gibt vier sehr kurze Episoden zu sehen, die weder mit Pointen, noch mit großer Substanz dienen können und deshalb als völlig belanglos eingestuft werden müssen. Gerade die stärkste und mit Abstand beste Geschichte „Leben“ ist dann auch gar nicht neu gewesen und die Rahmenhandlung ist zwar annehmbar, bietet jedoch auch absolut nichts Besonderes. Positiv beurteilen kann man allerdings die handwerkliche Arbeit, denn Pill macht seine Sache als Regisseur durchaus nicht schlecht. Die Kulissen sehen zwar ab und zu ziemlich billig aus, doch besonders viel Geld wird hier auch nicht hinter gesteckt haben und die Inszenierung kann dennoch punkten. Das besitzt kaum eine eigene Handschrift, ist aber eben völlig solide gestaltet und grenzt sich von Amateur-Produktionen ab. Auch die meistens recht überzeugenden Darsteller wissen zu gefallen und selbst wenn manch ein Dialog etwas hölzern klingt, bekommt man hier eine Qualität geboten, die nicht selbstverständlich ist. Leider bringt das alles nicht so viel, denn wenn lediglich eine Episode überzeugend ist, diese dann aber ebenfalls nicht ohne Längen auskommt, dann ist das einfach zu wenig. Zudem gibt es nahezu keinen Splatter und nur selten Effekte zu sehen. Somit ist „Stories of the Dead – Die Farm“ zwar überraschend hochwertig gemacht und trotzdem langweilt er im Endeffekt am ehesten!
 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
„Stories of the Dead – Die Farm“ wurde von der FSK ungeschnitten erst für Erwachsene freigegeben. Die erhältliche Blu-ray und DVD besitzt einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Great Movies (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stories of the Dead; Deutschland 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Keine

Release-Termin: 22.08.2019

 

Stories of the Dead [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Great Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABCs of Death (2012)
 
Holidays (2016)
 
Tales of Halloween (2015)
 
V/H/S Viral (2014)
 
Southbound (2015)
 

Filmkritik: „Skin Creepers“ (2018)

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SKIN CREEPERS

Story

 
 
 

Zwei Nachwuchsregisseure, ein besessenes Erotik-Model und ein chaotischer Exorzismus – das sind Gruselzutaten, die aus Deutschland kommen und unsere Lachmuskeln strapazieren wollen.

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Kritik

 
 
 
Dämonen-Horror und Teufelsaustreibung made in Germany. Das klingt nach einem eigenartigen Experiment bei dem man nicht zu Unrecht das Schlimmste erwartet. Deutschland hat sich in Sachen Horrorfilm nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viel Horror hat man hier nämlich nicht gedreht, was vermutlich auch daran liegt, dass diese Filme in der Regel nur selten von der deutschen Filmförderung unterstützt werden und daher aus minimalen Mitteln selbst gestemmt werden müssen. Ein schweres Unterfangen, das sich meist auch an der Qualität dieser Streifen bemerkbar macht. Wohl auch ein Grund, warum der deutsche Horrorfilm unter Zuschauern einen negativen Ruf genießt. Die meisten Filmjunkies bringen deutschen Horror nämlich gern mal mit amateurhaften Underground-Produktionen wie NEKROMANTIK oder Ittenbach-Splatter in Verbindung. Doch die Zeiten semiprofessioneller Splatter-Orgien und minderwertigen Amateur-Ware sind schon längst vorbei. Wer genauer hinschaut, hat unlängst erkannt, dass sich im deutschen Horror-Genre was tut. Kurze Lichtblicke, wie der Geisterstreifen ZIMMER 205, der Teen-Slasher ANATOMIE oder der Endzeitstreifen HELL haben eindringlich gezeigt, dass deutscher Horror funktioniert, wenn man nur will. Mit genau dieser Botschaft geht nun auch SKIN CREEPERS an den Start. Der wurde aus privaten Geldern finanziert und überrascht durch professionelle Machart. Hier riecht nichts nach Amateurfilmerei. Doch, ob der Streifen auch was kann? Wir haben uns die Horrorkomödie mal genauer angeschaut.
 
 
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Eigentlich wollten die beiden Brüder Ben und Daniel nur ihren ersten Horrorfilm drehen. Aber es kommt alles anders. Der amerikanische Erotik-Star Sasha Blue wird für die Hauptrolle engagiert und extra nach Deutschland geflogen. Eine kostspielige Angelegenheit, die beinahe das Aus für die Produktion bedeutet. Das Model hat nämlich hohe Ansprüche und verschlingt das Meiste an Budget. Grund genug für Nebenrollen günstige Darsteller aus zweifelhaften Kreisen zu besetzen, damit der Dreh fortgesetzt werden kann. Doch die Arbeiten enden anders als erwartet. Die Hauptdarstellerin verhält sich bald äußerst seltsam. Offenbar schlummert in ihr das Böse. Zeit einen Prediger zu rufen, der sich das Problem mal genauer anschauen soll. Wer Friedkins DER EXORZIST gesehen hat, dürfte in etwa erahnen, wohin die Reise gehen wird.
 
 
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Hinter SKIN CREEPERS steckt ein uns nicht Unbekannter. Vor einiger Zeit hatten wir Kontakt mit dem sympathischen Regisseur EZRA TSEGAYE. Der stellte uns im Jahr 2016 einen von ihm gedrehten Kurzfilm vor, welcher auf einschlägigen Filmveranstaltungen Preise erhielt. Auch wir hatten über CASTING DES TODES nur lobende Worte parat und waren umso neugieriger, als wir nun mit SKIN CREEPERS den ersten Langfilm des Regisseurs aus dem Briefkasten gefischt haben. Mit gerade einmal 50.000 Euro hat man hier einiges auf die Beine gestellt, das durchaus internationalen Produktionen die Stirn bieten kann. Gemeint sind damit die gut getricksten Spezialeffekte – mal handgemacht, mal am Computer erstellt – die in knapp elf Monaten Postproduktion entstanden sein sollen. Aber auch gute Hauptdarsteller, die mal eine Schauspielschule von Innen gesehen haben, runden das positive Gesamtbild ab. Bei soviel Qualitätsarbeit stellt sich dann doch die Frage, wo denn eigentlich der Haken ist? Es ist das Drehbuch, was SKIN CREEPERS ein wenig ins Stolpern bringt. So ist die Handlung mancherorts zäh und drosselt das Tempo, weil doch etwas zu viel gequasselt wird. Auch fehlen mehr zündende Pointen, die bei einer Horrorkomödie das Salz in der Suppe sind. Dennoch will man nicht zu hart ins Gericht gehen. Für ein Langfilmdebüt ist SKIN CREEPERS ganz solide. Anfängerkollegen aus Amerika liefern da regelmäßig weitaus schlechtere Videoware ab.
 
 
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In einem Interview mit EZRA TSEGAYE erhielten wir interessante Hintergründe zur Produktion. So verriet der Regisseur, dass SKIN CREEPERS bereits vor der Umsetzung des Kurzfilms CASTING DES TODES geplant gewesen war. Um das Geld für den Film zusammenzubekommen startete man ein Crowdfunding-Projekt, das aber wenig Erfolg verbuchen konnte. Deshalb blieb nichts anderes übrig, als das Produktionsbudget aus der eigenen Tasche zu zahlen. Produzent SEBASTIAN WOLF ging dabei soweit, dass er dafür ein kleines Grundstück verkaufen musste, damit die Dreharbeiten gestartet werden konnten. Acht Wochen drehte man in einer leeren Lagerhalle, die man extra in Berlin Charlottenburg angemietet hatte, um dort 60 Prozent des Filmes fertigen zu können. Dafür wurde sogar Produzent SEBASTIAN WOLF zum Bühnenbauer und werkelte vier Wochen lang mit Freunden am Hotel-Set in dem sich ein großer Teil der Geschehnisse des Films ereignet. Nach vier Wochen Drehzeit war SKIN CREEPERS im Kasten und alle Beteiligten waren erleichtert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. SKIN CREEPERS schaut für eine deutsche Indie-Produktion Bombe aus und man sieht allen Anwesenden an, dass sie trotz großen Herausforderungen enormen Spaß bei der Arbeit hatten. Da ist man doch gespannt, was Regisseur EZRA TSEGAYE als nächstes aus dem Ärmel schütteln wird. Schenkt man seiner Aussage Glauben, soll eine Dokumentation über die besten Kampfsportler Deutschlands in Planung sein.
 
 
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SKIN CREEPERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ambitionierter Exorzismus-Spaß aus Deutschland, der sich vor internationaler Konkurrenz nicht verstecken braucht. Regisseur EZRA TSEGAYE ist ein großer Fan von Filmemacher JOHN LANDIS, wobei ihm ganz besonders dessen Kulthit AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON am Herzen liegt. Was ihm daran gefiel? Die Mischung aus Komödie und extremen Horror. Genau jene Kombination kommt auch im ersten Spielfilm des Berliner Regisseurs zum Tragen. SKIN CREEPERS besitzt schrägen Humor und handwerklich gekonnt in Szene gesetzte Splattermomente. Dafür konnte man sogar bekannte B-Prominenz gewinnen. Keine geringere als Nackedei MICAELA SCHÄFER ist im Film zu sehen. Die macht das, was sie am besten kann: sich nackig machen. Auch wenn von ihr nicht sonderlich viel abverlangt wird, muss man sich auch als gestandener Antifan eingestehen, dass die Schäfer trotz kontroverser TV-Auftritte irgendwie sympathisch erscheint. Die war bereits in einem der Kurzfilme von Regisseur EZRA TSEGAYE zu sehen und ist natürlich auch in SKIN CREEPERS eine Augenweide. Leider hat SKIN CREEPERS so seine Schwächen beim Erzählen seiner Handlung. Mancherorts kommt die nämlich nicht in die Gänge und bremst den Spaßfaktor. Vielleicht wäre es hier gut gewesen, wenn man noch einmal gründlicher nachgearbeitet hätte. Ein paar mehr Schnitte hätten der oftmals sehr dialoglastigen Geschichte den letzten Schliff gegeben. So ist SKIN CREEPERS ein immerhin solider Vertreter der Gattung Exorzismus- und Dämonen-Horror mit kleinen Schwächen.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Zensur

 
 
 
SKIN CREEPERS ist eine Horrorkomödie, die wenig Gewalt zu bieten hat. Fließt dann doch etwas Lebenssaft sind die Splatterszenen reichlich überzogen. So explodieren – ähnliche wie in Cronenbergs SCANNERS – Köpfe und färben die Leinwand rot. Überraschenderweise hat SKIN CREEPERS von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die Heimkinofassung besitzt einen roten Freigabesticker – ist aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Skin Creepers; Deutschland 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: SFX Makeup, Visual Effects, Building a Set, Behind the Scenes, On Set with Mica, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 09.11.2018

 

Skin Creeper [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle (2012)
 
Scary Movie 2 (2001)
 
Von allen Geistern besessen! (1990)
 

Filmkritik: „Ostzone“ (2016)

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OSTZONE

Story

 
 
 
Ein westdeutsches Sozialarbeiterpaar muss irgendwann nach der Wende erkennen, dass der Erwerb von Ostimmobilien auch Jahre nach Abwicklung von Birgit Breuels nicht minder grauenerzeugender Treuhandanstalt eine nicht ungefährliche Angelegenheit ist. Denn die Sünden der DDR wirken in der OSTZONE dramatisch nach …
 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Kritik

 
 
 
Da wären also Linda und Marius, das offensichtlich super verdienende und – wie könnte es anders sein – bis zu den Haarspitzen idealistische Sozialarbeiterpaar, welches sich mitten im Nirgendwo am Aufbau eines Heims für benachteiligte Jugendliche versucht. Obwohl aus dem Westen stammend eher ostdeutsch rüberkommend – was immer das heißen mag? – strahlen sie um die Wette, bis das optisch eher harmlose Grauen sich in seiner Konsequenz grausam Bahn bricht. Und dabei fängt alles so gut an: Der Telefonanruf stellt ein passendes Objekt in Aussicht und auch die erste Begehung des Gebäudes, an dem der Zahn der Zeit ordentlich genagt hat, bestärkt den Entschluss. So ist man sich auch mit der Maklerin (VALERIE CUENOD) schnell handelseinig. So könnte die ostdeutsche Landschaft gemäß Helmut Kohls Vorstellungen eigentlich zum Blühen gebracht werden. Doch was hat es mit den urbanen regionalen Legenden des knuddelig ostigen Gastwirschaftsangestellten (CHRIS FRIEDLING) tatsächlich auf sich? Freundin Marie (am Überzeugendsten: SASKIA GEIßLER) schwant nichts Gutes. Wird sie Recht behalten?
Eine schwierige Kiste.
 
 
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Das gilt ebenso für die Entstehung des ambitionierten Projektes, wie das Schreiben einer fairen Kritik. Deshalb vorangestellt: Man sollte unterm Strich zumindest die betreffende Einstellung für „selbstgemachte“ Produktionen mitbringen, um OSTZONE angemessen verdient würdigen zu können. Ohne Berücksichtigung der Leidenschaft, die hinter dem Herzensprojekt steckt und den Aufwand, der erbracht wurde, um das Projekt auch finanziell stemmen und veröffentlichen zu können, besteht wenig überraschend überdies die Möglichkeit, auch über den einen oder anderen Punkt zu stolpern, der den Sehgenuss trübt. So versteht sich OSTZONE als ernste Angelegenheit ohne großes Augenzwinkern. Eine gute Entscheidung. Somit wirken allerdings die Naivität und die Motive der Protagonisten sowie der erahnbare Twist eher zum Schmunzeln anregend, als Mitfiebern auslösend. Ob man das tragische Hintergrundthema als Verwurstung innerhalb des Genres oder als bereichernde neue Facette im Horrorfilmkosmos einstuft, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.
 
 
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Die Grundstimmung des alten verfallenden Gemäuers, das rudimentär an unrühmliche Zeiten erinnert, wurde jedenfalls ohne Wenn und Aber famos eingefangen; allerdings etwas zu lange ohne den Einbau wirklicher Horrorelemente abgefilmt, was den Gruselfaktor reduziert. Überhaupt wirkt das Handwerkliche – soweit einschätzbar – ziemlich perfekt für eine „Indieproduktion“. RENÉ RAUSCH, der bereits mit dem Kurzfilm DIE BEICHTE sein Talent bewiesen hat, hat´s einfach drauf und bringt zudem die nötige Liebe für die Materie mit. Die Kameraführung – zum Teil sogar mit sehr schön eingefangenen Drohnenaufnahmen –, Schnitt, Regie, Licht sind somit als durchaus gelungen einzustufen. Dasselbe trifft auf die unaufdringlich angenehme musikalische Untermalung von TORBEN JAN MÜLLER zu. Für die starken Lautstärkeschwankungen, die eine wiederholte Feinabstimmung erfordern, gilt dies dagegen nicht. Es sei denn man möchte seine Nachbarn besser kennenlernen. Die Darsteller wirken allesamt sympathisch und so als würden sie privat miteinander befreundet sein. Das öffnet das Herz und macht (fast!) vergessen, dass nicht jeder Dialog komplett überzeugen kann. Drehbuchtechnisches Potential wurde auch sichtbar, aber nur unvollständig abgerufen.
 
 
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Es dauert tatsächlich recht lange bis es mit leicht angezogener Handbremse dann doch sehnsüchtig erwartet endlich mehr zur Sache geht. Heftige oder übertriebene Splatterelemente sind jedoch nicht zu erwarten. Eventuell dachte man sich hier: besser keine/wenig Effekte, als lächerlich schlechte. Bis der Bodycount endlich zu wachsen beginnt, erweist sich der Film leider als arg dialoglastig und satzbausteinmäßig. Was das Tempo zusätzlich entschärft, da man den Protagonisten bei ihren schrittweisen Entdeckungen eh immer voraus ist. Erfeulicherweise entschädigt der atmosphärische Schauplatz für die ein oder andere redundante Länge. Zudem bietet OSTZONE – einschließlich des Final Girl Endes – allerdings erfreulich viele klassische Horrorfilmelemente, die es zu entdecken gilt und die die Sichtung für geneigte Genrefans lohneswert machen.
 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die abschließende Bewertung fällt jedoch tatsächlich nicht leicht. Einerseits bietet die Produktion – abgesehen von der Ostthematik – nichts innovativ Neues und ist somit im Durchschnittsbereich anzusiedeln. Andererseits liegt sie für Produktionen dieser Art professionell klar über dem Durchschnitt und so kann man sich ihrem Charme letztendlich nicht vollends entziehen.
 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Zensur

 
 
 
Die Morde erweisen sich als ausgesprochen zahm und könnten ebenso in AKTENZEICHEN XY ungelöst ausgestrahlt werden. Da mehr als das Eindringen einer Messerklinge nicht sichtbar wird, war die ungeschnittene Freigabe ab FSK16 unproblematisch.
 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures | daredo (Soulfood)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ostzone; Deutschland 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 71 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar; Outtakes

Release-Termin: 19.05.2017

 

Ostzone [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

OSTZONE – Trailer

 
 


 
 

Andy78

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei M-Square Pictures | daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schrei – denn ich werde dich töten! (1999)
 
Das Mädcheninternat – Deine Schreie wird niemand hören (2000)
 
Flashback – Mörderische Ferien (2000)
 
Swimming Pool – Der Tod feiert mit (2001)
 
Urban Explorer (2011)
 
In 3 Tagen bist du tot (2006)
 
Bukarest Fleisch (2007)
 
Slasher (2007)
 
UFO – Es ist hier (2016)
 
Survival – Überlebe wenn du kannst! (2013)
 
Bela Kiss: Prologue (2013)
 

Filmkritik: „UFO – Es ist hier“ (2016)

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UFO – ES IST HIER

Story

 
 
 
Fünf Filmstudenten machen in den Wäldern eine Begegnung mit der dritten und tödlichen Art.
 
 
 


 
 
 

UFO – Kritik

 
 
 
Hatte Regie-Legende RIDLEY SCOTT etwa noch Zeit, um während der Dreharbeiten zu PREMOTHEUS 2 heimlich an einem Alien-Sequel im Found-Footage-Format zu arbeiten? Zumindest liegt die Vermutung nahe, wenn man sich den Trailer zu UFO – ES IST HIER anschaut. Was hier gezeigt wird, erinnert schon irgendwie an die vielen Plagiate des Science-Fiction-Klassikers ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER ANDEREN WELT, der sich vor allem wegen dem von HR GIGER entworfenen Filmmonster einen Platz in den Herzen vieler Filmfans sichern konnte. Selbstverständlich hat RIDLEY SCOTT weder an UFO – ES IST HIER gearbeitet, noch dürfte er den Film überhaupt gesehen haben. Hinter dem Wackelkamera-Krimi steckt nämlich ein deutscher Filmemacher, der bereits mit DIE PRÄSENZ einen kleinen Erfolg feiern konnte. Der deutsche Geisterfilm schaffte es bis in die Kinos und erhielt reichlich Lob. Weil die Rezeptur aus Grusel in Kombination mit Found-Footage gut ankam, wird die Erfolgsformel auch gleich beim nächsten Streich angewandt. UFO – ES IST HIER besitzt all das, was man eben von Filmen dieser Art erwartet. Das bedeutet: schlechte Ausleuchtung, viel Geschrei und natürlich Gewackel, Gewackel und nochmals Gewackel. Doch hat der Film überhaupt etwas Neues zu erzählen?
 
 
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BLAIR WITCH PROJEKT lässt grüßen. Bei UFO handelt es sich um gefundenes – freilich fiktives – Videomaterial, das man 2015 in einer Scheune in den belgischen Ardennen gefunden hat. Darauf zu sehen: die fasziniere Entdeckung einer Gruppe Filmstudenten, die aber auch ihre Letzte sein wird. Eigentlich wollten die Kommilitonen eine Zoo-Dokumentation drehen. Bis sich die Tiere in ihren Käfigen merkwürdig verhalten. Der Grund ist schnell gefunden. Eine rätselhafte Himmelserscheinung macht den Tieren Angst, was aber das Interesse der Studenten weckt. Die vermuten einen herabfallenden Meteor und versuchen den Einschlagsort des Gesteins zu orten. Nach Stunden vergeblicher Suche, findet man den Krater. Doch die Nacht ist schneller da, als gedacht. Weil man die Hand nicht mehr vor Augen sieht, beschließt man das Nachtlager aufzuschlagen und die Untersuchungen am nächsten Tag vorzusetzen. Leider kommt natürlich alles anders, als gedacht. Etwas nicht Menschliches hat im Wald Zuflucht gesucht und ist nicht zu Scherzen aufgelegt. Kein gutes Omen für die fünf Freunde, die den Kampf gegen etwas aufnehmen müssen, das nicht von dieser Welt ist. Ob sie unbeschadet nach Hause finden werden?
 
 
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Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden. Wie bereits schon in THE BLAIR WITCH PROJECT werden Ereignisse pseudodokumentarisch aufbereitet. Der Zuschauer bekommt die Geschehnisse durch die Handkamera zu sehen, die einer der Protagonisten bei der Flucht vor Aliens mit sich führt. Das ist Found-Footage-typisch und nach wie vor eine gute Methode, um den Zuschauer in die Handlung einzubeziehen. Dem wird durch die permanente Egoansicht das Gefühl vermittelt, als wäre er selbst Teil der Gruppe. Leider hat die gewöhnungsbedürftige Ansicht auch so seine Tücken, denn stabile Bilder gibt es nur selten zu sehen. Hinzugesellen sich abrupte Schnitte und konfuses Geschüttel, das vor allem in hektischen Momenten aus dem Ruder läuft und das Folgen der Handlung erschwert. Doch nicht alles ist schlecht. Hervorzuheben wären die gut gewählten Darsteller, die zur Abwechslung auch mal was können. Die scheinen ab und an zu improvisieren, was UFO – ES IST HIER authentisch erscheinen lässt. Authentisch sind auch die simplen, aber immerhin handgemachten Spezialeffekte, die zu keiner Zeit ihre Wirkung verfehlen. Da kommen ominöse Alien-Eier vor die Linse und plötzliches Alien-Tohuwabohu, das wie aus dem Nichts vor die Kamera erscheint, lässt kurz in den Sessel rutschen. UFO erfindet definitiv nicht das Rad neu, macht aber seine Sache nicht unbedingt schlecht. Vergleicht man den Streifen mit den vielen überflüssigen Found-Footage-Filmen der letzten Jahre, kommt diese deutsche Produktion sogar noch besser weg, als so manch übler Wackel-Unsinn aus Übersee. Wer sich beim Vorgänger DIE PRÄSENZ aus der Mache von DANIELE GRIECO gut unterhalten gefühlt hat und immer noch nicht die Nase rümpft, wenn er allein nur das Wort „Found Footage“ liest, macht auch mit UFO – ES IST HIER definitiv nichts falsch. Na also, die Deutschen können auch anders, als immer nur Arthaus, Komödie und Anspruch.
 
 
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UFO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Joar, ist halt ein Found-Footage-Film – nur eben ein deutscher. UFO – ES IST HIER ist ein Found-Footage-Mix aus THE THING, BLAIR WITCH PROJECT und ALIEN, der mit kleinem Budget große Wirkung erzielen will. Die für dieses Subgenre bekannten Regeln werden eingehalten, Protagonisten verhalten sich nicht immer nachvollziehbar und Handyempfang ist in entscheidenden Momenten nicht vorhanden, wenn Hilfe benötigt wird. Trotz Gewackel, schlechtem Bild und Klischees kann UFO etwas, was vor allem den guten Darstellern zu schulden ist, die so authentisch und sympathisch agieren, dass man meinen könnte, sie schon jahrelang zu kennen. Für knapp 100.000 Euro Budget gibt’s obendrauf seichte Gruselatmosphäre und einige geschickt getrickste Spezialeffekte. Schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass man für gleiches Geld in Hollywood gerade mal eine vernünftige Putzfrau bekommt, die nach den Dreharbeiten das Filmset reinigt. Für Fans des mittlerweile zu oft genutzten Found-Footage-Stilmittels durchaus einen Blick wert, weil UFO innerhalb seiner Möglichkeiten einige ganz cleverer Schocks zu bieten hat. Wer ohnehin genervt von Filmen mit Wackel-Gimmick ist, dürfte auch mit UFO – ES IST HIER nichts anzufangen wissen, dafür sträubt sich der Alien-Grusler vor frischen und neuen Ideen. Da kann man nur hoffen, dass Regisseur DANIELE GRIECO als nächstes mal einen richtigen Horrorfilm ohne den unnötigen Found-Footage-Schnickschnack dreht. Könnte vermutlich ein deutsche Indie-Hit werden.
 
 
 


 
 
 

UFO – Zensur

 
 
 
In UFO – ES IST HIER gibt es nicht viel Grausames zu sehen. Der Film hat in seiner ungeschnittenen Dassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die ist auch berechtigt und angemessen.
 
 
 


 
 
 

UFO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures | daredo (Soulfood)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ufo – Es ist hier; Deutschland 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: Behind the Scenes – Interviews mit dem Regisseur (deutsch), Behind the Scenes – Interviews mit dem Regisseur (englisch), Audiokommentar des Regisseurs, M-Square Trailershow

Release-Termin: 28.10.2016

 

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UFO – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei M-Square Pictures | daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Abduction (2014)
 
Absence (2013)
 
The Blair Witch Project (1999)
 

Filmkritik: „Casting des Todes“ (2015)

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CASTING DES TODES

(CASTING OF DEATH)

Story

 
 
 
Das Casting für eine sexy Cocktail-Show läuft aus dem Ruder, weil die Kamera Dinge aufzeichnet, die sich mit bloßem Auge nicht erkennen lassen.

 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Kritik

 
 
 
Seit den Anfängen von FILMCHECKER liegen nicht nur regelmäßig Blu-rays und Screener bekannter deutsche Filmunternehmen und Vertriebe mit Horrormaterial im Briefkasten, das wir in Form von umfangreichen Kritiken auf dem Blog vorstellen. Auch deutsche Nachwuchsfilmemacher und immer häufiger ambitionierte Regisseure aus dem Ausland senden selbstständig Ansichtsmaterialien zu, mit der Bitte darüber zu berichten. Leider können wir aus Zeitgründen nur wenige dieser Projekte berücksichtigen, da sich hinter vielen der teils in Eigenregie produzierten Genrefilme ohnehin nur semiprofessioneller Amateurquatsch verbirgt, der besser im Privatarchiv schlummern sollte, statt ihn deutschen Horrorfans zuzumuten. Dass es auch anders geht, beweist CASTING DES TODES – ein blutiger Kurzfilm aus Deutschland, der beinahe ungesehen blieb, weil dahinter eine weitere Selfmade-Produktion vermutet wurde. Gott sei Dank ist der Fünfzehnminüter dann doch im Player gelandet, sonst wäre wohl die Erkenntnis nie gekommen, dass auch im deutschen Untergrund gute Horrorfilme gedreht werden.
 
 
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Splatter, Spaß und viel nackte Haut – Zutaten, die Horrorfanherzen schneller schlagen lassen. Das war wohl auch Regisseur EZRA TSEGAYE bewusst, der CASTING DES TODES um jede Menge Schauwerte bereichert hat, die Liebhaber von Horrorware nun mal erwarten. Ein ungewöhnliches Casting bietet Stoff für amüsant-trashigen Filmirrsinn, in dem der Zuschauer – laut Aussage von Hauptdarstellerin MICAELA SCHÄFER – die brutalsten Nacktszenen zu sehen bekommt, die der selbsternannte Reality-Star bisher gedreht hat. Model, Moderatorin und Schauspielerin MICAELA SCHÄFER wird in diesem Kurzfilm von zwei erfolglosen Filmemachern zu einem Vorsprechen geladen, bei dem sie für einen neue TV-Show textilfrei Cocktails mixen soll. Doch die Crew ist nicht sonderlich am Können der künftigen Moderatorin interessiert. Das Zielpublikum soll in erster Linie mit optischen Reizen verwöhnt werden, was die Bewerberin natürlich versteht. Sie streift die Kleider ab und hält zwei schlagkräftige Talente in die Kamera. Weil CASTING DES TODES jedoch ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass die Geschehnisse eine unerwartet blutige Wendung nehmen werden. Der Kameramann entdeckt Unheimliches. Sein neues Arbeitsutensil filmt nicht das, was sich vor der Linse ereignet. Stattdessen hält es Mord und Totschlag auf Video fest – mit fatalen Folgen.
 
 
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Will man Aufmerksamkeit erregen, muss man polarisieren und provozieren. Das gelingt vor allem dann, wenn man Filmrollen mit C-Prominenz besetzt, über die regelmäßig in der Boulevardpresse berichtet wird. Im Falle des Kurzfilms CASTING DES TODES dürfte die Wahl auf TV-Phänomen MICAELA SCHÄFER das Beste gewesen sein, was dieser Indie-Produktion passieren konnte. Mit Schäfer als Zugpferd hat der Film nämlich reichlich Aufmerksamkeit ernten können und wurde sogar auf diversen Festivals mit Lob überschüttet. So auch auf der LOS ANGELES HORROR COMPETITION, wo die ehemalige GERMANY’S NEXT TOP MODEL-Teilnehmerin als beste Schauspielerin nominiert wurde – und sogar gewann. Das mag tatsächlich begabte Künstler zu Recht deprimieren; trotzdem muss man lobenswerterweise hinzufügend erwähnen, dass Schäfers Auftritt in CASTING DES TODES die bisher überzeugendste Leistung ist, die man von der gebürtigen Leipzigerin zu sehen bekommen hat. Die hat zwar im Film nicht viel zu sagen – dafür sprechen nackte Tatsachen für sich. Den männlichen Fan des Genres dürfte das freuen.
 
 
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Produzent, Drehbuchautor und Regisseur EZRA TSEGAYE erklärte im Interview, dass er schon immer ein Fan fantastischer Filme gewesen ist. So prägte der Science-Fiction-Klassiker FUTUREWORLD – DAS LAND VON ÜBERMORGEN nachhaltig, den er sich im stolzen Alter von fünf Jahren allein angesehen hat, ohne dass die Mutter davon wusste. Doch damit nicht genug. Auch die Mystery-Serie TWILIGHT ZONE und Horror-Klassiker, wie DIE KÖRPERFESSER KOMMEN oder ROSEMARIES BABY verstärkten die Leidenschaft zum Film. So folgten nach Comics für die Schülerzeitung und Kurz-Trickfilmen, erste Filmversuche mit einer Super-8-Kamera, in denen er Realfilm mit Comic-Elementen verknüpfte. Gleiche Kombination findet auch in CASTING DES TODES Verwendung. Tsegaye vermischt Zeichentrick mit Realfilm, zeigt abgenutztes Videomaterial, das man sonst oft in Found-Footage-Machwerken zu sehen bekommt und garniert das kurzweilige Trash-Gebräu mit Sex, Blut und Rock ’n‘ Roll. Dank abwechslungsreicher Kameraperspektiven, chaotischen Schnitten und frechem Filmsong aus der Feder von STEFAN DITTRICH (der übrigens nicht mehr aus dem Ohr geht) bleibt CASTING des TODES länger im Gedächtnis, als manch andere Amateur-Katastrophe aus den Hinterhofgaragen von ITTENBACH, SCHNAAS & Co. Bleibt zu erwähnen, dass diesem Kurzfilm aufgrund professioneller Machart kaum noch Amateurstatus anhaftet. Umso erfreulicher, dass EZRA TSEGAYE die Idee seinen Splatter-Kurztrips ausbauen und auf die große Leinwand bringen möchte. Mit DER TEUFEL IN MIR wird das Casting des Grauens fortgesetzt – größer, blutiger, besser. Dank Crowdfunding und spendablen Geldgebern soll das Projekt mit mehr Budget, internationalen Schauspielern und natürlich MICAELA SCHÄFER für den weltweiten Filmmarkt umgesetzt werden. Ob sich bereits Hollywood die Remake-Rechte gesichert hat? Man darf spekulieren.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Warum MICAELA SCHÄFER nach ihrem missratenen Auftritt in SEED 2 wieder vor die Linse darf? Ganz einfach, weil sie die neue (deutsche?) B-Movie-Ikone unserer Zeit ist. Zumindest behauptet das Produzent, Drehbuchautor und Regisseur EZRA TSEGAYE, der von der attraktiven aber auch provokanten Erscheinung der gebürtigen Leipzigerin so überzeugt gewesen ist, dass er sie für die Rolle einer naiven Castingteilnehmerin verpflichten lies. CASTING DES TODES lässt die 1980er und 90er wieder aufleben, denn die Trash-Komödie verbeugt sich mit makabren Humor und blutigen Momenten vor jenen Horror-Splatterfilme genannter Jahrzehnte. Für eine Amateur-Produktion ist Gebotenes beachtlich, denn der Low-Budget-Splatterulk hinterlässt einen guten Eindruck und schaut alles andere als billig aus. Gute Schauspieler (ja auch die Schäfer überzeugt), souveräne Inszenierung und ein Ohrwurm im Abspann garantieren 15 kurzweilige Minuten mit Appetit auf mehr. Trash-Fans sollten daher jetzt gut zuhören, denn CASTING DES TODES ist amüsant-trashiger Filmirrsinn mit hohem Fun-Faktor, der übrigens hier für kleines Geld gesehen werden kann, schließlich ist noch keine kaufbare Heimkinofassung auf physischem Medium erschienen.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Zensur

 
 
 
CASTING DES TODES (internationaler Titel CASTING OF DEATH) ist Splatter-Quatsch der ironischen Sorte. Die Gewaltmomente werden derart übertrieben dargestellt, dass der Kurzfilm problemlos eine FSK16 erhalten könnte.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Staplerfahrer Klaus – Der erste Arbeitstag (2000)
 
Treevenge (2008)
 
Fist of Jesus (2012)