Filmkritik: „Frightmare – Alptraum“ (1974)

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FRIGHTMARE – ALPTRAUM

Story

 
 
Edmund und Dorothy Yates (Rupert Davies und Sheila Keith) sind ein bescheidenes englisches Rentnerpärchen. Er bessert seine Rente als Chauffeur auf, sie offeriert im lokalen Blättchen ihre Dienste als Kartenlegerin. Ein Idyll, will man denken. Wäre da nicht der Störfaktor der letzten 15 Jahre. Die haben die alten Leutchen nämlich in der geschlossenen Klapsmühle verbracht. Dorothy hatte sich zuvor als kannibalische Serienmörderin betätigt und ihr Göttergatte, als Verschleierer der Untaten, gleich mit. Die Yates haben zwei erwachsene Töchter. Die ältere beschäftigt sich zeitlebens mit den damals mitbekommenen Ereignissen und versucht mit ihrem Mann, einem Psychiater, dem Auslöser des blutigen Wahns der Mutter auf den Grund zu gehen. Die jüngere, geboren im Jahr der Verhaftung, zeigt ihrerseits eigene Verhaltensauffälligkeiten, die ihre Schwester das Schlimmste erahnen lassen: Hat sich Mutters grausame Psychose vererbt?

 
 
 


 
 
 

FRIGHTMARE – Kritik

 
 
Die Ein-Mann-Exploitation-Todesmaschine Pete Walker ist in den siebziger Jahren das beinharte Rückgrat des britischen Horror- und Bahnhofskinofilms. Mit FRIGHTMARE, das Skript geschrieben vom einzigartigen und hinter manchem Kracher dieser Zeit steckenden Drehbuch-Enfant-Terrible David McGillivray, gelingt ihm sein persönlich vielleicht größter Wurf im Genre. Immer noch im höchsten Maße britisch in Optik und Stimmung, also traurige graue Stadtpanoramen, finstere Landhäuser und mörderische Koteletten an schlechten Menschen, hebt sich die dräuende und hinterhältige Bosheit von FRIGHTMARE spürbar von Walkers anderen, deutlich drögeren Werken dieser Ära ab. Ja, die derbe, auch mit Splattermomenten nicht geizende Bildsprache und die insgesamt menschenfeindliche Grundhaltung des Films erinnert sogar schon an die Arbeiten von Walkers nihilistischem Landsmann Norman J. Warren. Die tragische Kannibalismusgeschichte hat bei allem cinematischen Genre- und Quatschfaktor trotzdem eine realistische, weil psychologisch erklärte Note, die den Film meilenweit über zeitgenössischem Menschenfresser-Terror aus dem Italo-Dschungel oder äffische Zombie-Hirnkauereien erhaben sein lässt.
 
 
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Zu den besonderen Reizen des B-Movies, Trashfilms, Cult Cinemas, nenne man es wie man möchte, gehört die Freude am Wiedererkennen von Gesichtern, die man ab einem gewissen Zeitpunkt des Fanseins untrennbar mit dieser Art von Kino verbindet. Die Schottin Sheila Keith (1920 – 2004) nennt eines dieser Gesichter ihr Eigen und taucht in den Siebzigern in manchem Horrorfilm von der Insel auf. Ihre mehrfache Zusammenarbeit mit Regisseur Pete Walker bildet den deutlichen Kontrast zu ihrem Mitwirken in einer schier endlosen Zahl von UK-Fernsehserien. Mrs. Keiths Schauspielkunst in FRIGHTMARE ist schlicht angsteinflößend – und das ist im besten Sinne und definitiv nicht spöttisch gemeint. Ihre mörderische Psychopathin mit klinischer Ursache ihrer Mordlust könnte zu den einprägsamsten Horrorfilm-Monster zählen, die man nicht direkt, wie etwa die Draculas und Frankensteins von Universal und Hammer oder die amerikanischen Serien-Slasher wie Jason Vorhees und Michael Myers auf dem Schirm hat. Das sollte man aber tunlichst anpassen. Ja, ihre Leistung ist wirklich so gut.
 
 
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FRIGHTMARE ist der letzte Film, den der kurz zuvor aus seiner Firma Tigon Productions ausgeschiedene Tony Tenser (1929 – 2007) produziert. Seinen Ruhm in Fankreisen genießt das kleine Studio durch seine erfolgreichen Exploitationfilme wie Michael Reeves‘ berühmter DER HEXENJÄGER mit Vincent Price. Noch zuvor ist Tenser Co-Produzent von Nackedei-Filmchen aber auch Roman Polanskis frühen Filmen EKEL (1965) und WENN KATELBACH KOMMT… (1966).
 
 
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FRIGHTMARE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
Als Kannibalismus-Psychothriller und Horrorfilm mit realistischer Kante ist FRIGHTMARE ein Ausnahmefilm. Dem selten daneben liegenden Kultregisseur Pete Walker gelingt so etwas wie das britische Äquivalent zu Tobe Hoopers BLUTGERICHT IN TEXAS. Was beim Kettensägenmassaker die sonnengebleichte Landschaft des amerikanischen Südwestens ist, übernimmt bei FRIGHTMARE das triste Bild britischer Cottages im Moor.
 
 


 
 
 

FRIGHTMARE – Zensur

 
 
 
Die Zensurgeschichte von FRIGHTMARE ist unterhaltsam. Der Streifen wurde ungeschnitten auf VHS veröffentlicht. 1984 wurde der Film indiziert. KOCH MEDIA brachte den Film im Jahr 2004 als DVD mit einer FSK16 in den Handel, ohne jedoch zu ahnen, dass der Film immer noch indiziert war. Als man den Fehler bemerkte, nahm man die DVD wieder vom Markt. 2009 sah die Bundesprüfstelle immer noch eine Jugendgefährdung und sprach eine Folgeindizierung aus. Doch Anbieter WICKED VISION bemühte sich um eine Rehabilitierung. Das Label reichte im Mai 2020 einen Antrag auf Listenstreichung ein und war erfolgreich. Somit ist FRIGHTMAR nach 36 Jahren nicht mehr auf dem Index. Zeit den Streifen mit einer Premium-Edition zu würdigen. WICKED VISION veröffentlichte jüngst die erste deutsche Blu-ray-Veröffentlichung. Diese ist ungeschnitten, frei ab 16 Jahren und wurde im Mediabook veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

FRIGHTMARE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision (Mediabook Cover A – Limitiert auf 444 Stück)

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(c) Wicked Vision (Mediabook Cover B – Limitiert auf 222 Stück)

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(c) Wicked Vision (Mediabook Cover C – Limitiert auf 222 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Frightmare; Großbritannien 1974

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Audiokommentar von Lars- Dreyer-Winkelmann (Deutsch), Audiokommentar mit Regisseur Pete Walker und Kameramann Peter Jessop (Englisch), „For the Sake of Cannibalism“ – Interview mit Pete Walker, Featurette: „Frightful Thoughts – Pete Walker über Frightmare“, Featurette: „Shelia Keith: A Nice Old Lady?“, Bildergalerie, Trailer, DVD-Fassung des Films, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von David Renske

Veröffentlichung: Mediabook: 26.06.2020

 
 

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FRIGHTMARE – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei WICKED VISION DISTRIBUTION GMBH)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Der Turm der lebenden Leichen (1972)
 
Haus der Peitschen (1974)
 
Sklavin des Satans (1976)
 

Filmkritik: „The Jack In The Box“ (2019)

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THE JACK IN THE BOX

Story

 
 
 

Spieluhr des Grauens. In einem Spielzeug haust ein boshafter Dämon, der mal wieder der Menschheit nichts Gutes will.

 
 
 


 
 
 

THE JACK IN THE BOX – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmemacher, die wiederholen eigene Erfolgsrezepte wieder und wieder. Da hat man mit einem Film gut Kasse gemacht und flink inszeniert man einen weiteren Streifen nach ähnlichem Aufbau. Der Brite LAWRENCE FOWLER scheint so ein Kandidat zu sein. 2018 mutete er den Zuschauern mit CONJURING OF THE WITCH’S DOLL so einiges zu. Darin wurde von einer lebensgroßen Puppe berichtet, die ein schauriges Eigenleben führte. Das Ergebnis: Puppen-Horror für den Videomarkt auf Amateur-Niveau ohne nennenswerte Höhepunkte, der dazu auch noch stinklangweilig war. Der Filmtrailer und die Bewertung auf IMDB sprechen natürlich Bände. Demzufolge mutet es schon beinahe fahrlässig an, dass der Filmemacher sein ermüdendes Gruselprinzip gleich noch mal für seinen Folgefilm anwendet. THE JACK IN THE BOX nennt sich das Ganze und ist bei genauerer Betrachtung eine Kopie des Vorgängers mit dem Unterschied, dass die Puppe gegen eine Spieldose ausgetauscht wurde. Da fragt man sich berechtigterweise, warum der liebe Herrgott nicht Erbarmen mit allen Horrorfilm-Fans gehabt hat. Doch wir sind zur Stelle und übernehmen die Rolle der Geschmackspolizei zum Schutze aller Genre-Liebhaber.
 
 
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Eine mysteriöse Spieluhr bringt nur Unglück. Deshalb landet sie um Zuge einer Haushaltsauflösung in einem Museum, wo neben alter Militärausrüstung auch antikes Spielzeug ausgestellt wird. Für den engagierten Museumsangestellten Casey eine phänomenale Entdeckung. Der ist für das seltene Fundstück gleich Feuer und Flamme und versucht mehr über die Box herauszufinden. Doch wie es im Horrorfilm nun mal so ist, entpuppen sich geheimnisvolle Gegenstände oft als unglücksbringende Grußbotschaften direkt aus der Hölle. Genau von dort kommt jene Spieluhr, um die sich die Geschehnisse in THE JACK IN THE BOX drehen. Im Inneren versteckt sich nämlich ein als Clown getarnter Dämon, der Jagd auf ahnungslose Menschen macht. Der will sich sechs menschliche Seelen krallen und dabei gleichzeitig Chaos stiften. Doch Antiquitäten-Liebhaber Casey kommt den Fiesling auf die Schliche. Der tut alles daran, dem Bösen das Handwerk zu legen und riskiert dabei Kopf und Kragen.
 
 
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Passt irgendwie nicht mehr in die heutige Zeit. Der britische THE JACK IN THE BOX ist einer dieser Filme, der zu Videotheken-Zeiten ganz gut gelaufen wäre. Er erinnert an die günstigen Produktionen aus der Mache von Produzent und Regisseur CHARLES BAND, der sich Ende der 1980er und während der 1990er mit der Herstellung von B-Filmen ein goldenes Näschen verdiente. Davon genießen heute sogar einige Kultstatus. Darunter trashiger Puppen-Spaß wie PUPPET MASTER, DEMONIC TOYS oder GHOULIES, über die heutige Horrorfilm-Fans wohl eher lachen, statt sich davor zu fürchten. Genau dieses Schicksal dürfte auch THE JACK IN THE BOX ereilen, der sich zu ernst nimmt und mit allen Mitteln dagegen sträubt, nicht in die Trash-Schublade gesteckt zu werden. Da wird vehement auf möglichst schaurige Ausleuchtung geachtet, das Schauspiel bewegt sich auf ordentlichem Niveau und auch bei der akustischen Untermalung lässt THE JACK IN THE BOX nicht darauf schließen, dass hier wohl alles zum Spartarif inszeniert werden musste.
 
 
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Was THE JACK IN THE BOX aber albern erscheinen lässt und somit zwangsläufig zum Trash-Blödsinn deklariert ist die Tatsache, dass starr dreinschauende Clown-Puppen und Statisten, die sich in Ganzkörper-Monsterkostüme quetschen, im Jahr 2020 nicht mehr gruselig sind. Mit diesen Taschenspielertricks versucht THE JACK IN THE BOX Albträume zu bescheren. Wir sehen, wie die Figur einer Spieluhr ab und an unbemerkt ihren steifen Holzkopf bewegt. Wow, spooky. Nähert sich ein Opfer zu offensiv der Spielbox, krabbelt ein schmächtiger Clown-Dämon aus seinem Versteck und macht mit der Beute kurzen Prozess. Blutig wird es nur selten. Die Kamera blendet schnell weg, wenn es für die Gewaltfraktion endlich mal interessant wird. Spätestens jetzt macht sich das fehlende Budget bemerkbar.
 
 
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Regisseur LAWRENCE FOWLER eifert nach. Der war wohl vom Erfolg des Low-Budget-Splatters TERRIFIER so entzückt, dass er schnell selbst Clown-Horror fürs Heimkino geschrieben und inszeniert hat. Zwar ist hier alles wie in den 1980ern Handarbeit, aber wirklich herausragend ist THE JACK IN THE BOX zu keiner Minute. Was gezeigt wird, befindet sich trick- und handlungstechnisch auf ähnlichem Level wie jüngste Puppen-Schnarcher. Darunter zählen Filme mit wohlklingenden Vornamen wie ROBERT oder ANNA genauso wie die Schlaftablette DOLLS – SCHAU HIN ODER STIRB. Alles schnell und lieblos abgedrehte Low-Budget-Gurken, die immer nach ähnlichem Konzept aufgebaut wurden. Da laufen keine Puppen à la CHUCKY durchs Bild. Statt bemerkenswerte Animatronik, liebenswertes Stop-Motion oder gar professionelles CGI einzusetzen, bringt man den Zuschauer mit dilettantischen Effekten zum Gähnen. Da machen es sich Puppen auf Schaukelstühlen gemütlich, um anschließend ihre Pupillen hektisch hin- und her zu bewegen. Oder man sieht Leichen am Boden liegen, neben denen die starrblickenden Spielkameraden bewegungslos sitzen. Mit so belangloser Tricktechnik lockt man selbst Zehnjährige nicht hinterm Ofen hervor. Für Puppen-Horror der im Gedächtnis haften soll, braucht man mittlerweile mehr als nur bunt angemaltes Holz.
 
 
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THE JACK IN THE BOX – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Puppen-Horror meets Clown-Terror. Klingt eigentlich nach vielversprechender Genre-Unterhaltung. Ist es aber nicht wirklich. Nach den erfolgreichen Neuverfilmungen von ES und CHILD’S PLAY war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf den Trichter kam, die Rezepturen beider Kassenhits irgendwie in einem Film zu verwursteln. Das Ergebnis ist Low-Budget-Quatsch ohne Überraschungen. Simple Prämisse, simple Ausführung. In einer Spieluhr haust ein Dämon. Die Verläufe sind wenig originell. Ein paar Protagonisten sterben, bis jemand dahinter kommt, dass das Spielzeug für das Sterben verantwortlich ist. Nun gilt es den Übeltäter aufzuhalten. Mit genau gleicher Handlung vertreiben sich gefühlt mehrere zehntausend B-Horror-Schnarcher die Zeit. Weil sich die Spezialeffekte außerdem auf Trash-Niveau bewegen und oftmals unfreiwillig komisch wirken, dürfte THE JACK IN THE BOX zum heiß ersehnten Kandidaten für eine Ausstrahlung auf SchleFaZ werden lassen.
 
 
 


 
 
 

THE JACK IN THE BOX – Zensur

 
 
 
THE JACK IN THE BOX hat kaum Gewalt zu bieten. Ein Kehlenschnitt gibt es zu sehen. Der Rest besteht eher aus Gruselmomenten. Meist blendet die Kamera weg, wenn Gewalt passiert. Daher dürfte THE JACK IN THE BOX problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE JACK IN THE BOX – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von 4Digital Media | Up A Notch Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gremlin
 
Robert – Die Puppe des Teufels (2015)
 
Robert 2 – Die Rückkehr der Teufelspuppe (2016)
 
Amityville – Das Böse stirbt nie (1996)
 

Filmkritik: „Redcon-1: Army Of The Dead“ (2018)

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REDCON-1: ARMY OF THE DEAD

(REDCON-1)

Story

 
 
 
Und täglich grüßt das Murmeltier: REDCON-1 – ARMY OF THE DEAD ist ein Zombiefilm, der die gleiche Handlung abspielt, wie gefühlt 100.000.000 vor ihm. Ein Virus bricht in England aus und macht aus netten Menschen aggressive Furien. Eine militärische Spezialeinheit soll sich dem Problem annehmen und eine Lösung suchen.

 
 
 


 
 
 

REDCON-1 – Kritik

 
 
 
So langsam wird es ruhig im Zombie-Sektor. Nach den Erfolgen von so Zombiefilmen wie 28 DAYS LATER, RESIDENT EVIL oder der Neuverfilmung des Horrorklassikers DAWN OF THE DEAD wurde in den 2000ern eine Welle an Produktionen losgetreten, die das Zombiegenre noch einmal neu aufleben ließen. Was anfangs noch von Fans begrüßt wurde, entwickelte sich aber schnell zur Plage. Kaum ein Monat verging ohne dass neue Zombiefilme gedreht wurden. Da trat schnell ein Sättigungsgefühl ein. Mittlerweile haben das auch Produzenten erkannt. Die Zahl an Produktionen in denen Untote die Erde überlaufen, wurde stark zurückgefahren. Da muss man neue Vertreter der Gattung Zombiefilm so langsam mit der Lupe im Händlerregal suchen. Aber man wird nach wie vor fündig. Der Horrorthriller REDCON-1 – ARMY OF THE DEAD beweist, dass es mittelmäßige Zombiefilme immer noch gibt. Da wird auf dem Cover von einer krass-blutigen Mischung aus THE RAID und 28 WEEKS LATER gesprochen. Verheißungsvolles Marketing-Geplapper auf das offenbar immer noch Zuschauer hereinfallen. Gute Horrorfilme haben nämlich so plakative Vergleiche gar nicht nötig. Von gut ist REDCON-1 – ARMY OF THE DEAD noch weit entfernt.
 
 
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Der Ausnahmezustand wird ausgerufen. In England ist ein Virus ausgebrochen, das Menschen in Killermaschinen umfunktioniert. Alles begann offenbar nach einem Gefängnisaufstand in der Londoner Haftanstalt Wentwoth, wo die Krankheit bei einem Insassen diagnostiziert wurde. Ist das etwa Patient Zero? Das zumindest ist der Verdacht, weshalb man eine militärische Spezialeinheit dazu beauftragt Wissenschaftler Dr. Julian Raynes ausfindig zu machen. Der soll angeblich nicht nur Hintergründe kennen, sondern auch von einem Heilmittel wissen, das den Infizierten helfen soll. Doch leider ist dessen Aufenthaltsort im Zuge der Katastrophe nicht klar auszumachen, was die suchende Kampfeinheit vor große Probleme stellt. Nicht nur die Zombies sitzen den Männern im Nacken. Auch die knappe Zeit macht der Heldentruppe zu schaffen. 72 Stunden bleiben, um den Wissenschaftler zu finden. Danach soll jene Quarantäne-Zone gesäubert werden, in welche man die infizierten Menschen eingepfercht hat. Eine Extremsituation, die nicht nur gefährlich ist, sondern auch an Grenzen bringt.
 
 
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REDCON-1 bietet im Grunde nichts Neues. Der Film wandelt auf ähnlichen Pfaden, wie der 2007 gedrehte Endzeit-Horror 28 WEEKS LATER. Abermals sehen wir Endzeitstimmung, Militäreinsätze und Horden von Zombies. Qualitativ trennen beide Filme aber Welten. Wo Regisseur JUAN CARLOS FRESNADILLO trotz erzählerisch ausgetretenen Zombiepfaden immer noch versuchte eine spannende Geschichte zu erzählen, fehlt die in REDCON-1 gänzlich. Es wird zwar viel geschossen und auch die Spezialeffekte können sich sehen lassen. Interessant oder gar packend will es aber leider so gar nicht werden. Oft will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe es anfangs nur Kampf- und Gewalteinlagen gegeben. Weil das allein einen Film nicht zusammenhalten kann, musste so etwas wie eine Geschichte her. Die wurde holprig um die unzähligen Actionmomente geschrieben, kommt aber so gar nicht in Fahrt. Angesichts der stattlichen Laufzeit von knapp zwei Stunden dürfte da so mancher Horrorfilmfan schnell die Geduld verlieren.
 
 
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Für einen beinahe nur auf Action ausgelegten Zombiefilm sind zwei Stunden Ballerei auf Zombies etwas sehr lang, zumal Regisseur CHEE KEONG CHEUNG im Blutrausch ganz vergisst dem Zuschauer auch mal die Soldaten nahezubringen. Offenbar erachtete man Charakterisierungen als nicht besonders wichtig, schließlich ist REDCON-1 ohnehin damit beschäftigt seine Heldentruppe nach und nach auszuradieren. Die Folgen sind gravierend. Da bleiben Figuren egal und deren Ableben beliebig. Statt zu erzählen wird ständig wiederholt. Laufen, ballern, sterben. Nach rudimentären Dialogen noch mal vorn: laufen, ballern, sterben. Damit sich das Effekte-Team richtig austoben kann, wird gleicher Handlungsablauf bis zum Abspann ausgereizt und regelmäßig wiederholt. Leider hat man nicht bedacht, dass sich das Publikum daran vielleicht schnell sattsehen könnte. Genau diese Übersättigung tritt nämlich schnell ein. Ein Drücken der Vorspultaste bleibt da nicht aus. Spannend ist anders, zumal man nichts Wichtiges verpasst, wenn man mal für zehn Minuten ins Live-TV zappt und anschließend wieder dem durchwachsenen REDCON-1 Aufmerksamkeit schenkt.
 
 
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REDCON-1 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eintöniger Zombie-Actioner in dem ausschließlich geballert und gesplattert wird. Das hört sich erstmal gut an. Aber man hat sich schnell sattgesehen. Handlungsabläufe wiederholen sich ständig und im Zuge von Martial-Arts-Fights, Munitionshagel und Zombie-Attacken muss man eine Handlung mit der Lupe suchen. Letztere besitzt nur Alibifunktion und ist offenbar nur dafür da, um den Dauerbeschuss irgendwie zusammenhalten zu können. Dabei ist die inhaltliche Leere gerade deshalb so bedauerlich, weil dieser Actionfilm mit Zombies eigentlich in technischer Hinsicht einiges kann. Filmemacher CHEE KEONG CHEUNG ist um schnelle Schnitte bemüht und bringt so Tempo in das austauschbare Szenario. Ein düsterer und kontrastreicher Digitallook sorgt für Atmosphäre und erinnert hin und wieder an die neueren Werke des MICHAEL BAY. Deftige, fast ausschließlich handgemachte Spezialeffekte bringen Splatterfans in Wallung. Nur beim Drehbuch hapert es. Da wäre mehr möglich gewesen.
 
 
 


 
 
 

REDCON-1 – Zensur

 
 
 
ON-1: ARMY OF THE DEAD hat viele blutige Szenen zu bieten, die man eben auch von Zombiefilmen erwartet. Wir bekommen eklige Beißszenen ebenso zu sehen, wie nette Verwesungseffekte, die die Stadien der Verwandlung durch den Zombievirus dokumentieren. Weiterhin hat man es etwas zu gut mit Einschüssen gemeint. Die bekommt man hier nahezu minütlich zu sehen. Es wird geschossen und geballert, als gebe es keinen Morgen mehr. Hierzulande hat REDCON-1: ARMY OF THE DEAD von der FSK in ungeschnittener Form eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die ist gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

REDCON-1 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: Redcon-1; Großbritannien 2018

Genre: Horror, Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 27.06.2019

 

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REDCON-1 – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei OFDB Filmworks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Weeks Later (2007)
 
Dawn of the Dead (2004)
 
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten (2010)
 
World War Z (2013)
 
Alone (2015)
 

Filmkritik: „Matriarch – Sie will dein Baby“ (2018)

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MATRIARCH – SIE WILL DEIN BABY

(MATRIARCH)

Story

 
 
 

Werdende Eltern geraten im englischen Hinterland an eine ominöse Familie, die nicht sehr ehrenwert mit Durchreisenden umgeht.

 
 
 


 
 
 

MATRIARCH – Kritik

 
 
 
Willkommen im ländlichen England. Da wo sich kleine Ortschaften inmitten wiesenbedeckter Hügellandschaften verstecken und sich malerische Wanderwege verschlafen ihren Weg durch die Natur bahnen, kann die Idylle oft trügerisch sein. Wenn uns Horrorfilme etwas beigebracht haben, dann ist es die Lehre vom falschen Frieden. So passiert es vor allem im Backwood-Horrorfilm nicht selten, dass sich das Böse ausgerechnet dort versteckt hält, wo es einem nach Erholung und Rückzug dürstet. Da verwandeln sich pittoreske Dörfer plötzlich zum Vorhof der Hölle oder traumhafte Waldabschnitte werden in Jagdarenen umfunktioniert, wo ahnungsloses Menschen-Freiwild ums Überleben kämpfen muss. Der britische MATRIARCH reiht sich in jene Reihe fieser Filme ein, die mit genau jenen Filmzutaten Unwohlsein hervorrufen wollen. Da geraten ungläubige Stadtmenschen im Hinterland an bibeltreue Christen, die nach ganz eignen Regeln leben. Dass da schnell Reibungspunkte entstehen, liegt auf der Hand. Filme wie BLUTGERICHT IN TEXAS oder EDEN LAKE lassen grüßen.
 
 
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Die werdenden Eltern Rachel (CHARLIE BLACKWOOD) und Matt Hopkins (SCOTT WICKERS) befinden sich auf der Durchreise. Doch die Reise wird jeher unterbrochen, als ein umgefallener Baum die Fahrbahn kreuzt und man mit dem Fahrzeug genau hineinrast. Das Auto ist zwar Schrott, doch allen geht es gut. Aber was nun? Man sucht nach Hilfe und verirrt sich in einem Gehöft, deren Eigentümer auf den unangemeldeten Besuch nicht gut zu sprechen sind. Das ändert sich aber schnell, als man von der bevorstehenden Schwangerschaft des nach Hilfe suchenden Paares erfährt. Man bietet Rast an und lädt zum Essen ein. Doch die Stimmung kippt, als Rachel plötzlich die Tochter der Wohltäter wiedererkennt. Schnell stellt sich nämlich raus, dass es sich hier um ein Mädchen handelt, das seit Jahren als verschollen gilt. Keine guten Voraussetzungen um Freundschaften zu schließen. Das wollen die Gastgeber auch gar nicht. Die überfallen die werdenden Eltern und halten sie in den eigenen vier Wänden gefangen. Na bravo. Was für eine doofe Situation.
 
 
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Okay, okay – vielleicht mutet es dann doch etwas sehr übertrieben an, wenn man MATRIARCH mit den oben genannten Nervenbrechern vergleicht. Zwischen diesen Filmen und dem doch sehr zurückhaltenden MATRIARCH liegen nämlich Welten. Der Film hat zwar von der MPAA ein Rated R für Gewalt und verstörendes Verhalten erhalten, dennoch sollte man hier keine ultra-brutale Schlachtplatte erwarten. MATRIARCH erinnert eher an so unscheinbare Genre-Perlen wie DARK PARADISE. In diesem zu Unrecht vergessenen Horrorthriller aus dem Jahr 1988 verzichtete man ebenfalls auf reißerische Schauwerte und Gewaltausbrüche. Stattdessen fokussierte man das Erzählen einer grotesken Handlung und bahnte so dem Grauen langsam den Weg durch die Geschichte. Gleicher Verlauf ist auch in MATRIARCH Programm. Mit wenigen finanziellen Mitteln erzählt man hier zurückhaltenden Hinterwäldler-Horror ohne Schnörkel und kaum Filmblut. In Anbetracht des reißerischen Filmplakats irreführend. Das suggeriert nämlich einen Folterfilm aller erste Güte. Perverse Folterspiele bleiben aber aus. Dafür bekommt der Zuschauer einen gradlinigen Überlebenskampf zweier Städter zu sehen, die irgendwie versuchen müssen sich aus den Fängen einer skurrilen Familiensippe zu befreien. Letztere wirkt nicht immer bedrohlich und böse. Das Böse verhält sich teils unbeholfen und tollpatschig. Das nagt an der Glaubwürdigkeit der Geschehnisse, zumal sich auch die Opfer nicht immer klug verhalten und nur selten mit kompromissloser Härte gegen ihre Peiniger vorgehen. Im echten Leben dürfte man da als Überlebender wohl weniger Gnade kennen. Da schlägt man besser noch einmal mit der Schaufel auf den Kopf des Fieslings, wenn der am Boden liegt. Sicher ist sicher.
 
 
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MATRIARCH ist ein waschechter Indie-Horrorfilm, der aus eigenen Mitteln gestemmt wurde. So gehört die Produktion zum ersten Langspielfilm der Produktionsfirma NEW LIGHT FILMS, die Regisseur SCOTT VICKERS zusammen mit STEVEN LITTLE gegründet hatte, um günstige Independent-Film drehen zu können. Beide lernten sich bei Dreharbeiten zur BBC Serie RIVER CITY kennen und wollten eigene Spielfilme drehen. Leider mangelte es bereits beim ersten Streifen an Produzenten, die das Vorhaben unterstützen wollten. Frustriert wollte man den Traum von der eigenen Filmproduktion aufgeben. Da passiert da Unfassbare. Bei einem von Scott geleiteten Film- und Fernsehkurs in Glasgow zeigte ein Teilnehmer Interesse. Der besaß eine Farm und stellte diese für den ersten Spielfilm zur Verfügung. Doch dabei sollte es nicht bleiben. ALAN CUTHBERT sorgte nicht nur für den stimmigen Schauplatz in MATRIARCH. Der ambitionierte Brite gab sogar die Landwirtschaft auf, verkaufte sein Haus und stieg mit ins Filmbusiness ein. In Anbetracht dessen, dass MATRIARCH mit einem Mikrobudget von gerade einmal 60.000 $ gedreht wurde und somit genauso teuer gewesen ist, wie das 1999 inszenierte BLAIR WITCH PROJECT, eine Glanzleistung. MATRIARCH ist keineswegs perfekt. Dennoch ist diese britische Horror-Indie ein Beweis dafür, dass man kein millionenschweres Budget benötigt, um halbwegs gescheite Film zu drehen. Da kann sich das geldgierige Hollywood schon mal eine Scheibe von abschneiden.
 
 
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MATRIARCH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
In drei Wochen geschrieben und mit gerade einmal 60.000 $ in knapp zwei Wochen auf Film gebannt. Newcomer SCOTT VICKERS ist ein richtiges Arbeitstier. Der hatte den Traum vom eigenen Spielfilm und tat alles daran, diesen zu erfüllen. Keine Hürde war ihm zu hoch, kein Weg war ihm zu weit. Das Ergebnis: MATRIARCH – der erste Langfilm des selbsternannten Filmfans. Dafür schrieb der ambitionierte Filmemacher selbst das Drehbuch, nahm auf dem Regiestuhl Platz und ließ es sich auch nicht nehmen, eine der Hauptrollen im Film zu übernehmen. MATRIARCH (der übrigens anfangs noch MOTHER hieß) ist natürlich kein Vergleich zu so thematisch ähnlichen Schockern wie ESCAPE FROM CANNIBAL FARM oder INBRED. Dafür hat man versucht, den Film nach mehr aussehen zu lassen, als er gekostet hat. Die Schauspieler sind brauchbar und auch die Kulisse des britischen Hinterlands verursacht Unbehagen. Wer demnach eine Vorliebe für Backwood-Horror-Thriller besitzt, kann sich MATRIARCH schon mal geben.
 
 
 


 
 
 

MATRIARCH – Zensur

 
 
 
MATRIARCH hat kaum Gewalt zu bieten. Ein Mann wird lebendig begraben, ein Körper wird von Schrotgewehrkugeln durchbohrt und mit einem Knüppel werden Köpfe eingeschlagen. Weiterhin kommt ein Dolch zum Einsatz und Pistolenmunition tut ihr Übriges. MATRIARCH hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MATRIARCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Matriarch; Großbritannien 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 04.07.2019

 

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MATRIARCH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei New Light Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inside (2016)
 
Inside (2007)
 
Inbred (2011)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 

Filmkritik: „Cannibals and Carpet Fitters“ (2017)

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CANNIBALS AND CARPET FITTERS

Story

 
 
 

Die Angestellten einer Teppich-Firma geraten im britischen Hinterland an eine Sippe Menschenfresser.

 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Kritik

 
 
 
Horrorfilme aus England sind immer so ein Ding. Entweder wird es richtig schaurig oder rabenschwarz. Im Falle des folgenden Films mit dem ungewöhnlichen Titel CANNIBALS AND CARPET FITTERS will man den Zuschauer mit typisch britischen Humor erheitern und zieht damit gleich mal mit das Subgenre der Backwood-Slasher durch den Kakao. Damit macht man es so Spaßgranaten wie SHAUN OF THE DEAD, SCARY MOVIE oder TUCKER AND DALE VS. EVIL gleich. Auch die nahmen sich beliebte Horror-Sugenres vor und machten sich über deren Klischees, Stereotypen und Verläufe lustig. Was dabei entstand, ist mittlerweile den meisten Horror-Fans ein Begriff. Ob das auch dem britischen CANNIBALS AND CARPET FITTERS gelingen kann?
 
 
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Darin laufen die Geschäfte für einen Teppichverleger nicht sonderlich gut. Die Firma von Nigel hat mit einer niedrigen Auftragslage zu kämpfen. Deshalb beschließt man eben auch Anfragen von Kunden anzunehmen, die auf den ersten Blick wenig lukrativ erscheinen. So auch dieses Mal, als die Besitzerin eines abgelegenen Landhauses zum Verlegen von Teppichen ruft. Schnell sind die besten Mitarbeiter vor Ort, um die Böden zu vermessen. Doch die Auftraggeberin hat anderes im Sinn. Die pfeift auf schicke Bodenbeläge und ist in erster Linie am Fleisch der Handwerker interessiert. Guten Appetit.
 
 
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CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist die Spielfilmversion eines gleichnamigen Kurzfilms, den Regisseur JAMES BUSHE bereits 2014 gedreht hatte. Für die besetzte er gleich noch einmal einige Schauspieler, die auch im Kurzfilm zu sehen waren. Soweit so gut. Leider ist CANNIBALS AND CARPET FITTERS keine hitverdächtige Horrorkomödie, wie die zu Beginn erwähnten Schenkelklopfer. Zwar besitzt der mittels Crowdfundig finanzierte Streifen all das, was eine Horrorfilmparodie mitbringen sollte; sonderlich wohlschmeckend sind die Kredenzen aber nicht, mit welchen man hier den Zuschauer zum Lachen bringen möchte. Ein paar blutige Raffinessen hier, etwas Wortwitz da und reichlich Blödelei gibt auch noch dazu. Letztere ist etwas zu viel des Guten, weil die wenigen Figuren aufgrund des aufdringlichen Typenhumors und deren Overactings dann doch schon ziemlich schnell zu nerven beginnen und dazu auch noch wenig sympathisch erscheinen. So ist der Sprung zum Slapstick nicht weit, was zur Folge hat, dass CANNIBALS AND CARPET FITTERS eher bescheuert, statt lustig ist. Immerhin: Mit viel Alkohol im Blut lässt’s sich ertragen.
 
 
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CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Überraschend blutiger Horror-Spaß aus England im Stile von SHAUN OF THE DEAD. Die Horrorkomödie CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist Hommage und Veräppelung zugleich. Regisseur JAMES BUSHE nimmt die Klischees, Figuren und Verläufe von Backwood-Slashern auf die Schippe und macht das handwerklich ganz souverän. Was aber ziemlich nervt, sind die Figuren dieser Horrorkomödie. Oft hat man den Eindruck, als habe der Kasper höchstpersönlich von ihnen Besitz ergriffen. Das ist mit der Zeit dann doch ziemlich anstrengend. So bleiben nicht Witze und Spaß in Erinnerung, als vielmehr die teils professionellen Spezialeffekte. Zugegeben, hier schöpft man aus dem Vollen – zumal einige der Gewaltakte ganz unvorbereitet auf den Zuschauer einfallen. Da knallt plötzlich eine Machete durch einen Kopf und man hat’s nicht kommen sehen. Im Sessel zuckt man da berechtigterweise zusammen. Vielleicht wäre das ernste Milieu für Regisseur JAMES BUSHE besser geeignet. Trotz Horrorkomödie sitzen nämlich einige Schreckmomente in CANNIBALS AND CARPET FITTERS tief.
 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Zensur

 
 
 
CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist überraschend blutig. Einige Gewaltmomente passieren so abrupt, dass man sich dann doch schon mal dabei erwischt, wie man vor der Glotze zusammenzuckt. Da werden Gegenstände durch Köpfe geschossen oder der Schädel gleich ganz gespalten. Hierzulande hat sich das Label I-ON NEW MEDIA die Rechte gesichert und die FSK hat dem Film eine Freigabe ab 18 Jahren attestiert.
 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cannibals and Carpet Fitters; Großbritannien 2017

Genre: Horror, Komödien, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.06.2019

 

Cannibals and Carpet Fitters [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pretty Dead Pictures | I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
Shaun of the Dead (2004)

Blood Fest (2018)

Tragedy Girls (2017)

Bloody Knuckles (2014)

Die Killerhand (1999)

Filmkritik: „Caught“ (2017)

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CAUGHT

Story

 
 
 

England im Jahr 1972: Eine Familie bekommt es mit der Angst zu tun. Die erhält Besuch von zwei Fremden, die sich im Haus einnisten und offenbar nicht wieder gehen wollen. Was wollen die, warum sind sie gekommen und weshalb verschlechtert sich deren Gesundheitszustand beinahe minütlich? Sind das Außerirdische oder Kreaturen, die von einer höheren Macht gesteuert werden? CAUGHT ist voll mit Rätseln, die es zu ergründen gilt.

 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Kritik

 
 
 
Es müssen nicht immer die Horrorfilme mit ausufernden Effekten, reißerischen Todesszenen und hektischen Schnitten sein. Manchmal ist weniger mehr, wie der folgende Film beweist. CAUGHT nennt sich ein etwas anderer Home-Invasion-Thriller, der versucht andere Wege zu gehen und sich so von der grauen Masse an Filmen abheben will, in denen Hausbewohner von boshaften Einbrechern erniedrigt, misshandelt und getötet werden. Frischer Wind ist somit garantiert, denn der Brite JAMIE PATTERSON hat sich für die erste Regie-Arbeit eine kleine Geschichte ausgesucht, die ohne viel Tamtam Horror entstehen lässt und schnell eine Aura permanenter Bedrohung heraufbeschwört. Dabei macht er von alter Schule Gebrauch und konzentriert sich ausschließlich auf das Zusammenspiel seiner wenigen Figuren, die den Zuschauer zurück in eine Zeit schicken, in der Horror noch Kopfarbeit war und auch vornehmlich darin stattfand.
 
 
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Ein verheiratetes Journalisten-Paar bekommt Besuch der etwas anderen Art. Julie und Andrew leben in einem netten Häuschen irgendwo im britischen Hinterland. Hier ist es friedlich, hier lebt man gern. Doch die beiden Journalisten entdecken eines Tages seltsame militärische Aktionen in der Gegend und wittern darin die Story ihres Lebens. Leider kommt bald alles anders. Zwei Fremde stehen plötzlich vor der Tür und haben einen Fragenkatalog im Gepäck. Sind das etwa religiöse Missionare, die den Journalisten von ihrem Glauben berichten wollen? Natürlich nicht, denn die altbacken gekleideten Besucher zeigen bald ihres wahres Gesicht. Das scheint nicht von dieser Welt zu sein, denn die Fremden quasseln wirres Zeug und benehmen sich alles andere als normal. Hat man es hier etwa mit gehirngewaschenen Psychopathen zu tun, die den Hauseigentümern das Leben zu Hölle machen wollen? Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, denn CAUGHT ist so rätselhaft, wie die allmählich selbst zerfallenden Bösewichte dieses doch sehr skurrilen Horrorerlebnisses.
 
 
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Seelenlose Roboter in Menschengestalt, Aliens oder Naturgeister? Die Idee dieses Home-Invasion-Horrors ist nicht übel. Zwei Fremde verschaffen sich zum Haus einer jungen Familie Zutritt und haben Forderungen. Diese gilt es zu ergründen, was im Falle von CAUGHT zu einem spannenden Gruseltrip avanciert, weil mit einfachen Mitteln versucht wird, Absichten zu verschleiern. Regisseur JAMIE PATTERSON – der sich laut Interviews für den ersten Spielfilm von Horrorfilmen der 1970er inspirieren ließ – webt nämlich ein Geheimnis um den mysteriösen Besuch der beiden Fremden, die in Rätseln faseln und keine Antworten geben wollen. Hinzukommt seltsames Verhalten, was die Frage aufwirft, ob die Besucher überhaupt menschlicher Natur sind oder doch nur fremdgesteuerte Marionetten einer höheren Macht. Leider nimmt man es mit fortschreitender Laufzeit zu genau mit der Geheimniskrämerei. Statt Geschehnisse am Ende aufzulösen, ist man eher darum bestrebt weiter des Zuschauers Kopfkino zu strapazieren. Offenbar will man die Interpretationsfähigkeit des Publikums herausfordern und hält sich auch nach dem Abspann mit Antworten bedeckt. Das verursacht ein unbefriedigendes Gefühl, weil man dann doch gern gewusst hätte, was die Fremden mit ihrem Besuch bezwecken wollten und woher sie tatsächlich stammen. Demzufolge ist dieses doch sehr rätselhaft Kammerspiel nur jenen zu empfehlen, die genügend Fantasie besitzen, um sich Antworten selbst zusammenzureimen. Wer diese auf dem Silbertablett serviert haben möchte, dürfte diesen doch beinahe schon surrealen Horrorfilm als Unsinn abstempeln. Wir von FILMCHECKER zumindest sind hin- und hergerissen, sprechen aber dennoch eine Empfehlung aus, denn so ungewöhnliche Filme wie CAUGHT hat man zweifelsohne nicht jeden Tag vor der Linse.
 
 
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CAUGHT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Rätselhafter Gruseltrip mit den wohl unheimlichsten Besuchern, die man je in einem Horrorfilm zu sehen bekommen hat. CAUGHT ist nichts für Zuschauer, die alles plausibel erklärt haben wollen. Der Film ist nämlich ein einziges Rätsel und will offenbar die grauen Zellen seines Publikums aktivieren. Fragen über Fragen, aber kaum Antworten. Das ist so gewollt und ermöglicht viele Interpretationsansätze. Handwerklich ist CAUGHT über jeden Zweifel erhaben. Trotz minimalistischer Kulisse und wenigen Figuren entwickelt man schnell ein ungutes Bauchgefühl, was wohl daran liegt, dass der ungewöhnliche Besuch unberechenbar scheint und Verhalten an den Tag legt, welches alles andere als menschlich ist. Da ist schnell eine rätselhafte und zugleich beunruhigende Atmosphäre aufgebaut, die den Zuschauer in ihren Bann zieht und erst mit Einblendung des Abspanns wieder loslässt. CAUGHT ist ein kleiner Indie-Geheimtipp und richtet sich mit seiner ungewöhnlichen Machart an Leute, denen es nach Neuerungen im Genre dürstet. Wer daher ein Herz für subtilen Schauer besitzt und eine Leidenschaft für Horrorfilme hegt, die aus der Reihe tanzen, sollte unbedingt einen Blick riskieren. CAUGHT macht nämlich Horror mit Hirn und nicht mit der Blutkeule. Das ist in Zeiten, in denen alles rasanter, hektischer und brutaler sein muss, mittlerweile eine Seltenheit geworden. Übrigens sollte man den Trailer nicht für bare Münze nehmen. Der weckt falsche Erwartungen und lässt einen Zombiestreifen vermuten. Mit Zombies hat CAUGHT aber – Gott sei Dank – nur wenig am Hut.
 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Zensur

 
 
 
CAUGHT hat kaum Gewalteffekte zu bieten. Einem Postmann wird mit einem Stein der Schädel eingeschlagen. Ansonsten spucken die unheimlichen Bewohner seltsamen Schleim, was vermutlich eine FSK16 rechtfertigen dürfte.
 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Körperfresser kommen (1978)
 
Das Dorf der Verdammten (1995)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1933)
 

Filmkritik: „Nächte des Grauens“ (1966)

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NÄCHTE DES GRAUENS

Story

 
 
 
Der Film versetzt uns in die schroffe Landschaft Cornwalls, Mitte der Achtzehnhunderter. In einem Dörfchen nahe einer Mine dezimiert eine medizinisch nicht bestimmbare Krankheit die Einwohnerschaft. Der ansässige Arzt ist mit seinem Latein am Ende und bestellt seinen alten Kollegen Sir James Forbes aufs Land, sich die Sache einmal mit dem Blick des erfahrenen Wissenschaftlers anzusehen. Beim Versuch, kürzlich verstorbene Dorfbewohner zum Zwecke der Obduktion auf den Operationstisch zu bekommen, stellt man fest, dass die Särge leer sind. Nicht nur das: Die eigentlich zur Ruhe gebetteten schleichen des Nächtens im Umfeld der eingangs erwähnten Mine herum.
 
 
 


 
 
 

NÄCHTE DES GRAUENS – Kritik

 
 
 
Die Filme der englischen Hammer Film Productions verteidigen den ihnen entgegengebrachten Status kultischer Verehrung nicht umsonst seit eh und je mit Bravour. In der schönen und auf eine durchaus romantische Art altmodischen Finsterwelt der angelsächsischen Horrorkinokunst führt schlicht kein Weg am reichhaltigen Katalogprogramm der Londoner Produktionsgesellschaft vorbei. Für viele Fans rund um den Globus sind die bevorzugt im Gothic Horror angesiedelten Klassiker gar das Synonym für Gruselfilm made in Britain. Neben dem jahrzehntelangen Beackern der cineastischen Haupteinnamefelder, namentlich Dracula und Frankenstein, versuchte sich das Studio auch immer wieder an Verfilmungen weiterer Genrestandards. Da gab es einen Werwolf, Hexen, Satanisten und sogar Außerirdische. Mit NÄCHTE DES GRAUENS unternahm Hammer unter der Regie des schon mehrfach angeheuerten John Gilling 1966 einen Ausflug in die schaurigen Sphären des Zombiegenres. Hier konnte man heimisch-gotischen Spukfilm mit Voodoo-Exotik aus den entfernten Kolonien vermischen. Ein Rezept, das gerade im englischen Kulturkreis hervorragend funktioniert. NÄCHTE DES GRAUENS ist hammertypisches Atmosphärik-Kusthandwerk.
 
 
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Schauspieler, dem Stammzuseher bekannt wie die Angehörigen einer Theatergruppe, üppige Ausstattung und Kostüme, kräftige Bilder in strahlendem Technicolor und die richtige Mixtur aus Stimmung und knackiger Make-Up und Effektarbeit. Sicherlich nichts für Anhänger der nervigen Hektik moderner Horrorfilmschablonen oder tumbe Blutmatschfetischisten, sind Filme dieser Machart eine willkommene Möglichkeit, einen Blick in die europäische Kinovergangenheit und die Wurzeln des Genres zu erhaschen. Sieht man sich etwa die horrorlastigeren Märchenstreifen eines prominenten Bewunderers wie Tim Burton an, ist der Einfluss der Hammer Productions nicht zu verkennen. Das zeigt sich nicht nur am regelmäßigen Einsetzen des alten Haudegens Sir Christopher Lee, der seit CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK zum festen Ensemble des Amerikaners gehört
 
 
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NÄCHTE DES GRAUENS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Hammers einziger Beitrag zum Subgenre des Zombiefilms ist nicht weniger als ein weiterer Klassiker aus dem Wohlfühluniversum des britischen Horror Cinema. Zwar kommt NÄCHTE DES GRAUENS ohne die großen Stars der Firma wie FRANKENSTEIN Peter Cushing oder DRACULA Sir Christopher Lee aus, unterhält den Freund europäischer Horrorklassiker aber trotzdem ganz fantastisch. Auch für Gelegenheitsgucker von Hammer oder vergangener Horrorzeiten empfohlen, da sich der Film nicht hinter bekannteren Aufgüssen, etwa des Vampirfürsten, verstecken muss.
 
 
 


 
 
 

NÄCHTE DES GRAUENS – Zensur

 
 
 
Der Film lief erstmals 1966 in den Kinos der Bundesrepublik und wurde von der Freiwilligen Selbstkontrolle bereis für 16-Jährige freigegeben. Das hat sich auch knapp 50 Jahre nach der deutschen Erstaustrahlung nicht geändert. Die DVD sowie die Blu-ray Disc sind ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

NÄCHTE DES GRAUENS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Anolis Entertainment (Blu-ray im Keep-Case)

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(c) Anolis Entertainment (Mediabook Cover A)

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(c) Anolis Entertainment (Mediabook Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Plague Of The Zombies; Großbritannien 1966

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,66:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabooks in zwei verschiedenen Cover-Motiven

Extras: Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad – deutsch, Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad – englisch, „Raising Dead“: Making of Plague of the Zombies (35:21 Min.), Best of British: André Morell-Featurette (19:13 Min.), Interview mit James Bernard, geführt von Stephen Laws [Manchester 1994] (20:31 Min.), Internationale Titelsequenz (3:45 Min.), Britischer Trailer (1:54 Min.), Internationaler Trailer (2:19 Min.), Amerikanischer Double Feature Trailer (3:07 Min.), Deutscher Trailer (2:10 Min.), Super 8-Fassung – englisch (25:08 Min.), Comic-Adaption – englisch (17:49 Min.), Deutsches Filmprogramm (1:46 Min.), Deutscher Werberatschlag (3:20 Min.), Deutsches Presseheft (2:35 Min.), Bildergalerie (6:08 Min.), 32-seitigem Booklet geschrieben von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad (nur im Mediabook enthalten)

Release-Termin: 30.04.2015

 

Nächte des Grauens (Mediabook) – Cover B auf AMAZON kaufen

 

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NÄCHTE DES GRAUENS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei Anolis Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the living Dead (1968)

Filmkritik: „Hungerford“ (2014)

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HUNGERFORD

Story

 
 
 
Die kleine Stadt Hungerford bekommt überraschend Besuch aus dem All und der ist nicht friedlich gestimmt. Kleine gemeine Alienkäfer kriechen in die Körper der Bewohner und funktionieren sie in aggressive Killermaschinen um. Zum Glück hat Cowen Rosewell soeben ein Uni-Bewerbungsprojekt gestartet und hält die nächsten sieben Tage auf Film fest. Er nimmt auf, was sich in den Straßen und Gassen der Stadt ereignet. Zusammen mit seinen Freunden sucht er nach der Ursache allen Übels und weiß sich mit Ungezieferspray gegen ungebetenen Besuchern zur Wehr zu setzen.
 
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Kritik

 
 
 
Eigentlich ist HUNGERFORD ein weiter Found-Footage unter so vielen, wäre da nicht die Tatsache, dass Co-Autor, Hauptdarsteller und Regisseur DREW CASSON gerade einmal 19 Jahre alt ist. Während Gleichaltrige gerade die Schule abzuschließen und versuchen ihren Weg zu finden, hat der Engländer bereits ein souveränen inszeniertes Horrordebüt abgeliefert, das die Möglichkeiten des nicht mehr ganz so frischen Found-Footage-Genres aufzeigt. CASSON hat verstanden, wie es geht. Der Found-Footage-Stil ist hier nur Beiwerk. Vielmehr konzentriert er sich auf Geschichte und Figuren, statt die für das Genre beliebten Klischees abzuarbeiten. HUNGERFORD ist zur Abwechslung keine dieser vorhersehbaren Zeiträuber, die bereits erahnen lassen, was passieren wird. Der Film lässt sich Zeit und versorgt den Zuschauer immer nur häppchenweise mit Informationen. Da gibt es zu Beginn eine Explosion zu sehen, die die Menschen in Aufruhr bringt. Später legen Bewohner seltsames Verhalten an den Tag, das auf eine Zombie-Invasion schließen lässt. Doch nachdem man seltsame Wundmale im Nacken vermeintlich Infizierter entdecken und daraus riesige Parasiten krabbeln ist klar: die Ursache hierfür ist nicht durch Menschenhand gemacht.
 
 
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Verwirrende Fährten und unerwartete Wendungen. HUNGERFORD zollt Filmen wie DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN und INVASION VOM MARS Tribut. Findige Zuschauer dürften schnell die vielen Anspielungen an diverse Science-Fiction-Klassiker entdecken. Die wurden mit reichlich Sinn für Ironie in die Handlung integriert, was HUNGERFORD positiv aus der Masse an beliebigen Schüttelfilmen hervorstechen lässt. Für einen Low-Budget-Film agieren zudem die Darsteller äußerst authentisch und erfahren, scheinen sogar des Öfteren zu improvisieren – und das ausnahmsweise richtig gut. Anders als in den meisten amerikanischen Horrorfilmen entsprechen die keinen Stereotypen, sondern benehmen sich nachvollziehbar und sympathisch. Leider hat HUNGERFORD wie so viele ambitionierte Indie-Produktionen ein großes Problem mit dem Kapital. Knapp 20.000 Britische Pfund soll der Streifen gekostet haben. Geld, das wohl nur für einen kleinen Teil der vielen Ideen ausgereicht haben muss. Immer wieder zwängt sich der Gedanke auf, dass mehr möglich gewesen wäre, wenn mehr Budget zur Verfügung gestanden hätte. So mussten viele Spezialeffekte aus dem Boden gestampft werden – gut erkennbar an den Kokons in den Endszenen des Films. Die haben nämlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Kunst-Spinnennetzen aus dem Halloween-Shop und rauben dem Film die Illusionen.
 
 
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Trotzdem, HUNGERFORD ist ein spannendes Science-Fiction-Spektakel mit wenig Geld, das sich wegen seines knappen Budgets nicht in die Schranken weisen lässt. Das ehrgeizige Projekt ist zwar nicht perfekt, besitzt aber das, was vielen Found-Footage-Filmen neueren Datums fehlt: Charme und Unterhaltungswert. Da sieht man gern über einige holprig umgesetzte Spezialeffekte hinweg.
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der kleine Bruder von CLOVERFIELD – Schweißtreibender Found-Footage-Wahnsinn der besseren Sorte. Man nehme eine Priese CLOVERFIELD, mische etwas INVASION OF THE BODY SNATCHERS dazu, würze das Ganze mit THE CRAZIES nach und schmecke mit Found-Footage ab. Fertig ist HUNGERFORD – ein weiterer Nachzügler der lukrativen Schüttelfilme, die seit BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY nahezu wöchentlich in die Händlerregale gebracht werden. Im Unterschied zu den meisten desaströsen Schundproduktionen dieser Art ist HUNGERFORD eine seltene Randerscheinung, die ausnahmsweise wirklich sehenswert ist. Regisseur DREW CASSON verrät nämlich nicht zu viel und lässt den Zuschauer im Dunkeln tappen. Der weiß nie mehr als die Protagonisten und folgt den Helden sprichwörtlich auf Schritt und Tritt. Dass der nervende Wackelstil diesmal nicht plakativ zum Einsatz kommt gefällt. Der unliebsame Schüttelgimmick wird dezent eingesetzt und kommt nur sehr selten zum Einsatz, schließlich richtet CASSON das Hauptaugenmerk auf Charaktere und Geschichte, statt HUNGERFORD in Found-Footage-Klischees zu ertränken. Das macht sich bezahlt, denn HUNGERFORD ist einer der wenigen Filme jener Gattung, die so geschickt zusammengeschnippelt wurden, dass man unbedingt wissen will, wie es ausgeht. Das Spiel mit der Spannungsschraube beherrscht der erst 19-jährige Regisseur sicher. Da kann man gespannt darauf sein, was der Brite in Zukunft drehen wird, schließlich gehört HUNGERFORD in die Kategorie: Horror-Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Zensur

 
 
 
Für einen Found-Footage-Streifen geht es doch recht blutig zu, wobei gerade gegen Ende einige Köpfe weggeschossen werden – CGI sei Dank. Man darf davon ausgehen, dass HUNGERFORD hierzulande erst für Volljährige geeignet sein wird: keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cloverfield (2008)
 
Starship Troopers (1997)
 
Invasion vom Mars (1986)
 
Invasion of the Body Snatchers (1978)
 

Filmkritik: „The Redwood Massacre“ (2014)

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THE REDWOOD MASSACRE

Story

 
 
 
Wenn Jason Voorhees auf Leatherface trifft, erlebt man vermutlich THE REDWOOD MASSACRE. Dieser britische Slasher berichtet einmal mehr von abenteuerlustigen Campern, die den Schauplatz eines Vebrechens aufsuchen und feststellen müssen, dass der Killer von einst immer am Leben ist.

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Kritik

 
 
 
Mit THE REDWOOD MASSACRE wird die lange Liste günstig gedrehter Backwood-Slasher um einen weiteren Vertreter bereichert und erfüllt Liebhaber grober Schlachtfilme mit Freude, schließlich darf sich endlich mal wieder ein Film mit „Massaker“ im Titel brüsten in dem es dann auch wirklich deftig zur Sache geht. Umso verwunderlicher, was die Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) dazu bewegt haben muss THE REDWOOD MASSACRE ungeschnitten für deutsche Horrorkonsumenten freizugeben. Vermutlich saß wohl selbst ein Anhänger der ungemütlichen Filmunterhaltung im Prüfgremium und hatte Erbarmen mit deutschen Slasher-Fans, die sich gierig die Hände nach möglichst blutigen Meuchelwerken reiben – insofern sie denn ungerupft in die Händlerregale kommen.
 
 
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Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht: Regisseurs DAVID RYAN KEITH bedient sich reichlich unverfroren bei den ganz Großen. So muss neben Cunninghams Schitzerepos FREITAG DER 13. auch Hoopers Terrororgie TEXAS CHAINSAW MASSACRE für nicht sonderlich klug gestrickte Low-Budget-Schlitzerei herhalten, die dann wenig eigenständig nach Schema F abgehandelt wird. Kluge Wendungen und kreative Todesarten sind Mangelware. Stattdessen lässt der Britte einen übermenschlichen Killer nach amerikanischem Vorbild auf abenteuerlustige Touristen los, die genau dort campen und feiern wollen, wo sich vor vielen Jahren ein grausames Blutbad ereignet hat. Anfangs noch zu Scherzen aufgelegt, geht es denn Endzwanzigern bald an den Kragen. Der Übeltäter von damals ist zurück und macht das, was er wohl am besten kann: töten, sägen und zerstückeln. Der fleischgewordene Albtraum aus LEATHERFACE und JASON VOORHEES hat unbeschreiblichen Blutdurst und ein ausgeprägtes Verlangen nach unmenschlicher Folterei. Mit spitzem Werkzeug jagt er seine Beute durch die Wälder und stapelt Menschen in seiner Hütte, die irgendwie niemand zu vermissen scheint.
 
 
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Nicht über Filmfehler nachdenken und sich vom Blutrausch berieseln lassen. THE REDWOOD MASSACRE ist erwartungsgemäß nichts Hochgeistiges, sondern will vor allem jene ansprechen, deren Herz bei Old-School-Slashern schneller zu schlagen beginnt. Ganz wie in den guten alten Zeiten ist man um dreckige Atmosphäre und möglichst unangenehme Spezialeffekte bemüht, die übrigens alle handgemacht sind. Schauspieler und Geschichte kommen leider zu kurz und erhalten keine Tiefe – ein Manko, das in einer Zeit ewig gleicher Horrorstreifen den meisten Meuchelfilmen das Genick bricht. Auch THE REDWOOD MASSACRE ereilt gleiches Schicksal, denn die austauschbare Handlung und die schablonenhaften Figuren dürften dafür sorgen, dass dieses Massaker so schnell aus den Köpfen der Horrorfans verschwunden sein wird, wie die meisten Gewinner deutscher Castingshows.
 
 
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THE REDWOOD MASSACRE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Blutreicher Splatter-Exkurs im englischen Hinterland. Die FSK schien bei der Beurteilung ihrer Freigabe nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein, denn der Blutgehalt von THE REDWOOD MASSACRE ist dermaßen hoch, wie schon lange nicht mehr in einem von der Behörde geprüften Horrorfilm. So dürfte es Willkür gewesen sein, dass dieser Slasher ungeschnittenen durch die Prüfung gewandert ist – ganz zur Freude der Fanmeute, die bedenkenlos zugreifen kann. Der Britte DAVID RYAN KEITH macht es bekannten Kultmeuchlern gleich. Nach amerikanischem Vorbild und in bekannter FREITAG DER 13.-Manier wird menschliches Kanonenfutter durch den Fleischwolf gejagt, damit sich der Zuschauer am langsamen Ableben erfreuen kann. Sonderlich neu ist das nicht und das ist das eigentliche Problem dieses britischen Low-Budget-Massakers. Viel zu oft hat man seit Bestehen des Slasher-Genres derart Verbrechen zu sehen bekommen, so dass sich schnell Langeweile breit macht, weil auch THE REDWOOD MASSACRE nur die fürs Subgenre bekannte Klischeeliste abharkt. Die Protagonisten verhalten sich dämlich, der wortkarge Killer tötet skrupellos und die obligatorische Screamqueen nimmt am Ende den Kampf gegen ein maskiertes Monster ufn, das selbstverständlich am Ende in die Kamera blinzelt, damit eine Fortsetzung kommen kann. Aufgrund der routinierter Machart, vielen blutigen Kills und einigen atmosphärischen Einstellungen gibt es trotzdem noch fünf Klappen. Allen Anhängern des rauen 80er-Slashers dürfte die mangelnde Abwechslung vermutlich keine Sorgen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Zensur

 
 
 
Ein recht blutiger Vertreter im Slasher-Genre in dem sogar auch etwas gefoltert wird. Hierzulande gab’s dafür erstaunlicherweise den roten 18er-Flatschen von der FSK – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Redwood Massacre; Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of

Release-Termin: 24.04.2015

 

The Redwood Massacre [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
See No Evil 2 (2014)

Wolf Creek 2 (2014)

Hatchet 3 (2013)

Freitag der 13. (2009)

Filmreview: „Warhouse – Kriegszustand“ (2013)

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WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND

Story

 
 
 
AJ Budd (Joseph Morgan) erwacht in einem Haus aus dem es kein Entkommen gibt und muss gleichen Tag immer wieder aufs Neue erleben …
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Kritik

 
 
 
Was ist eigentlich mit ARGENTO, CARPENTER & Co. passiert – jenen Schauer-Maestros, die den Zuschauer über Jahrzehnte mit spannendem Horrorfutter versorgt haben? In letzter Zeit haben die sich recht rar in der Filmlandschaft gemacht und überlassen stattdessen das Gruselhandwerk jungen Nachwuchsregisseuren, die mit überraschend sehenswerten Debütfilmen überzeugen können. Der legendäre EVIL DEAD aus der Mache eines gewissen SAM RAIMI hat den Briten LUKE MASSEY zum Horrorfilm gebracht. Das Multitalent war schon immer vom Filmemachen fasziniert und kam ganz nebenbei mit Gruselstreifen wie dem besagten TANZ DER TEUFEL, THE WICKER MAN und ROSEMARIES BABY in Kontakt. Eine folgenschwere Begegnung, haben doch die Kultwerke MASSEY derart geprägt, dass er schon immer von der Idee besessen war irgendwann selbst einen Horrorfilm zu drehen. Nach Mitarbeit an diversen Kurzfilmen setze er sich mit Co-Autor BENJAMIN READ an einen Tisch und kam auf die Idee, das Beste aus den Lieblingsfilmen GLADIATOR, CASTAWAY und UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER zu nehmen, um daraus etwas ganz Eigenes zu kreieren. WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND nennt sich das Endresultat, das mit kleinen Budget umgesetzt wurde und die ungewöhnliche Geschichte von AJ Budd (JOSEPH MORGAN) erzählt, der eines Tages in einem ihm fremden Haus erwacht, aus dem es kein Entkommen gibt. Die Türen sind verriegelt und Fenster lassen sich nicht öffnen. Während der Gefangene krampfhaft nach einem Ausweg sucht, schleicht eine groteske Gestalt durch die Flure, die scheinbar darauf trainiert wurde das Leben des Eingesperrten zu beenden. Rasch bohrt sich ein Messer in den Körper des Monsters und grünes Blut fließt aus der Wunde. Leider ist die Freude über den Sieg nur von kurzer Dauer, denn das Wesen wartet auch am nächsten Tag unversehrt in der Küche. Als wäre es ein Leichtes bringt AJ Budd auch diesmal die Kreatur zu Strecke, nur um am nächsten Tag abermals feststellen zu müssen, dass der Kämpf vermutlich nie ein Ende nehmen wird. Er beginnt im Keller zu graben und findet Aufzeichnungen eines gewissen Edward Sterling (MATT RYAN), der sich zuvor in ähnlich verzwickter Situation befand und den Kummer zu Papier gebracht hat. Große Hoffnungen liefern die Tagebücher jedoch nicht, schließlich schildert Sterling, dass ihm selbst der Freitod keine Lösung brachte. Wenn immer er sich selbst das Leben nahm, begann der ewig gleiche Ablauf am nächsten Morgen von neuem. So gehen die Jahre ins Land, bis AJ Budd zu einer folgendschweren Erkenntnis kommt.
 
ARMISTICE (so der OT – was soviel heißt wie Waffenstillstand) ist schon sehr außergewöhnliches Kino, das man vermutlich zweimal sehen muss, um es überhaupt verstehen zu können. Regisseur LUKE MASSEY lag die Thematik von Isolation, Einsamkeit und Verzweiflung am Herzen, die er hier mit ganz einfacher Machart umzusetzen verstand. Die wenigen Räume sind eng und spartanisch eingerichtet, die Monologe knapp und auf den Punkt gebracht. Zudem wird von einer überschaubaren Farbpalette Gebrauch gemacht, damit die Ausweglosigkeit und das kränkelnde Seelenheil des Filmhelden besser veranschaulicht werden kann. Der entwickelt sich im ewig gleichen Alltagstrott und ohne soziales Umfeld über die Jahre zu ähnlich primitiver Kreatur, gegen die er bisher jeden Morgen kämpfen musste. Natürlich finden die Qualen nach knapp 70 Minuten ein erlösendes Ende, wobei die Aussage des Films viel Interpretationsspielraum zulässt. Unüberhörbar bleibt jedoch MASSEYS Botschaft vom Leben, das mit einem kontinuierlichen Kampf gleichzusetzen ist, mit dem ein jeder von uns tagtäglich auf Neue konfrontiert wird. WARHOUSE dürfte mit Sicherheit nicht jedem Filmliebhaber schmecken, denn der Low-Budget-Indie ist ziemlich unkonventionell gestrickter Dramen-Mystery und hat mit Horror nur bedingt etwas am Hut. Zudem dürften sich die meisten Zuschauer am trägen Erzählrhythmus stoßen, der sich des Öfteren in einer stagnierenden Ereignislosigkeit verfängt. Wer jedoch das Außergewöhnliche sucht, das auch etwas Tiefgang besitzt, sollte sich WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND auf jeden Fall vormerken, schließlich gehört WARHOUSE zu den besseren Filmen innerhalb des Phantastischen Films.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WARHOUSE ist ein Ausnahmefilm, mit ernüchtender Botschaft und gutem Hauptdarsteller, dem es gelingt nahezu den gesamten Film allein zu tragen. Die Geschichte ist erfrischend unkonventionell gestrickt, beklemmend inszeniert und bleibt bis zum Ende so ziemlich unvorhersehbar. Dem Briten LUKE MASSEY ist mit dem 250 000 Pfund teuren Erstling ein durchweg sehenswertes Filmchen fernab des ideenlosen Mainstreams gelungen, dass Tiefgang besitzt und anderen Horrorschaffenden zeigt, dass man auch ohne Stereotypen und Klischees sehenswerte Film drehen kann – insofern man das überhaupt möchte.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Zensur

 
 
 
WARHOUSE oder ARMISTICE (so wie der Film im Original heißt) hat kaum böse Momente zu bieten. Die grausamen Momente bestehen aus dem Erdolchen der Kreaturen, denen grünes Blut aus den Wunden tropft. Für einen Horrorfilm ist das Gezeigte sehr harmlos anzuschauen. Trotzdem wurde die hiesige Heimkinofassung des Films in Deutschland erst ab 18 Jahren freigegeben. Das liegt jedoch nicht am Hauptfilm, sondern am Bonusmaterial. WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND ist bereits für 16-jährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Armistice; Großbritannien 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Film selbst: FSK16 – auf Grund von Bonusmaterial erhielt die Scheibe: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

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WARHOUSE – Trailer

 
 


 
 

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