Filmkritik: „Frightmare – Alptraum“ (1974)

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FRIGHTMARE – ALPTRAUM

Story

 
 
Edmund und Dorothy Yates (Rupert Davies und Sheila Keith) sind ein bescheidenes englisches Rentnerpärchen. Er bessert seine Rente als Chauffeur auf, sie offeriert im lokalen Blättchen ihre Dienste als Kartenlegerin. Ein Idyll, will man denken. Wäre da nicht der Störfaktor der letzten 15 Jahre. Die haben die alten Leutchen nämlich in der geschlossenen Klapsmühle verbracht. Dorothy hatte sich zuvor als kannibalische Serienmörderin betätigt und ihr Göttergatte, als Verschleierer der Untaten, gleich mit. Die Yates haben zwei erwachsene Töchter. Die ältere beschäftigt sich zeitlebens mit den damals mitbekommenen Ereignissen und versucht mit ihrem Mann, einem Psychiater, dem Auslöser des blutigen Wahns der Mutter auf den Grund zu gehen. Die jüngere, geboren im Jahr der Verhaftung, zeigt ihrerseits eigene Verhaltensauffälligkeiten, die ihre Schwester das Schlimmste erahnen lassen: Hat sich Mutters grausame Psychose vererbt?

 
 
 


 
 
 

FRIGHTMARE – Kritik

 
 
Die Ein-Mann-Exploitation-Todesmaschine Pete Walker ist in den siebziger Jahren das beinharte Rückgrat des britischen Horror- und Bahnhofskinofilms. Mit FRIGHTMARE, das Skript geschrieben vom einzigartigen und hinter manchem Kracher dieser Zeit steckenden Drehbuch-Enfant-Terrible David McGillivray, gelingt ihm sein persönlich vielleicht größter Wurf im Genre. Immer noch im höchsten Maße britisch in Optik und Stimmung, also traurige graue Stadtpanoramen, finstere Landhäuser und mörderische Koteletten an schlechten Menschen, hebt sich die dräuende und hinterhältige Bosheit von FRIGHTMARE spürbar von Walkers anderen, deutlich drögeren Werken dieser Ära ab. Ja, die derbe, auch mit Splattermomenten nicht geizende Bildsprache und die insgesamt menschenfeindliche Grundhaltung des Films erinnert sogar schon an die Arbeiten von Walkers nihilistischem Landsmann Norman J. Warren. Die tragische Kannibalismusgeschichte hat bei allem cinematischen Genre- und Quatschfaktor trotzdem eine realistische, weil psychologisch erklärte Note, die den Film meilenweit über zeitgenössischem Menschenfresser-Terror aus dem Italo-Dschungel oder äffische Zombie-Hirnkauereien erhaben sein lässt.
 
 
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Zu den besonderen Reizen des B-Movies, Trashfilms, Cult Cinemas, nenne man es wie man möchte, gehört die Freude am Wiedererkennen von Gesichtern, die man ab einem gewissen Zeitpunkt des Fanseins untrennbar mit dieser Art von Kino verbindet. Die Schottin Sheila Keith (1920 – 2004) nennt eines dieser Gesichter ihr Eigen und taucht in den Siebzigern in manchem Horrorfilm von der Insel auf. Ihre mehrfache Zusammenarbeit mit Regisseur Pete Walker bildet den deutlichen Kontrast zu ihrem Mitwirken in einer schier endlosen Zahl von UK-Fernsehserien. Mrs. Keiths Schauspielkunst in FRIGHTMARE ist schlicht angsteinflößend – und das ist im besten Sinne und definitiv nicht spöttisch gemeint. Ihre mörderische Psychopathin mit klinischer Ursache ihrer Mordlust könnte zu den einprägsamsten Horrorfilm-Monster zählen, die man nicht direkt, wie etwa die Draculas und Frankensteins von Universal und Hammer oder die amerikanischen Serien-Slasher wie Jason Vorhees und Michael Myers auf dem Schirm hat. Das sollte man aber tunlichst anpassen. Ja, ihre Leistung ist wirklich so gut.
 
 
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FRIGHTMARE ist der letzte Film, den der kurz zuvor aus seiner Firma Tigon Productions ausgeschiedene Tony Tenser (1929 – 2007) produziert. Seinen Ruhm in Fankreisen genießt das kleine Studio durch seine erfolgreichen Exploitationfilme wie Michael Reeves‘ berühmter DER HEXENJÄGER mit Vincent Price. Noch zuvor ist Tenser Co-Produzent von Nackedei-Filmchen aber auch Roman Polanskis frühen Filmen EKEL (1965) und WENN KATELBACH KOMMT… (1966).
 
 
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FRIGHTMARE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
Als Kannibalismus-Psychothriller und Horrorfilm mit realistischer Kante ist FRIGHTMARE ein Ausnahmefilm. Dem selten daneben liegenden Kultregisseur Pete Walker gelingt so etwas wie das britische Äquivalent zu Tobe Hoopers BLUTGERICHT IN TEXAS. Was beim Kettensägenmassaker die sonnengebleichte Landschaft des amerikanischen Südwestens ist, übernimmt bei FRIGHTMARE das triste Bild britischer Cottages im Moor.
 
 


 
 
 

FRIGHTMARE – Zensur

 
 
 
Die Zensurgeschichte von FRIGHTMARE ist unterhaltsam. Der Streifen wurde ungeschnitten auf VHS veröffentlicht. 1984 wurde der Film indiziert. KOCH MEDIA brachte den Film im Jahr 2004 als DVD mit einer FSK16 in den Handel, ohne jedoch zu ahnen, dass der Film immer noch indiziert war. Als man den Fehler bemerkte, nahm man die DVD wieder vom Markt. 2009 sah die Bundesprüfstelle immer noch eine Jugendgefährdung und sprach eine Folgeindizierung aus. Doch Anbieter WICKED VISION bemühte sich um eine Rehabilitierung. Das Label reichte im Mai 2020 einen Antrag auf Listenstreichung ein und war erfolgreich. Somit ist FRIGHTMAR nach 36 Jahren nicht mehr auf dem Index. Zeit den Streifen mit einer Premium-Edition zu würdigen. WICKED VISION veröffentlichte jüngst die erste deutsche Blu-ray-Veröffentlichung. Diese ist ungeschnitten, frei ab 16 Jahren und wurde im Mediabook veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

FRIGHTMARE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision (Mediabook Cover A – Limitiert auf 444 Stück)

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(c) Wicked Vision (Mediabook Cover B – Limitiert auf 222 Stück)

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(c) Wicked Vision (Mediabook Cover C – Limitiert auf 222 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Frightmare; Großbritannien 1974

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Audiokommentar von Lars- Dreyer-Winkelmann (Deutsch), Audiokommentar mit Regisseur Pete Walker und Kameramann Peter Jessop (Englisch), „For the Sake of Cannibalism“ – Interview mit Pete Walker, Featurette: „Frightful Thoughts – Pete Walker über Frightmare“, Featurette: „Shelia Keith: A Nice Old Lady?“, Bildergalerie, Trailer, DVD-Fassung des Films, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von David Renske

Veröffentlichung: Mediabook: 26.06.2020

 
 

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FRIGHTMARE – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei WICKED VISION DISTRIBUTION GMBH)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Der Turm der lebenden Leichen (1972)
 
Haus der Peitschen (1974)
 
Sklavin des Satans (1976)
 

Filmkritik: „Double Date“ (2017)

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DOUBLE DATE

Story

 
 
 

Jim ist eine männliche Jungfrau will vor dem 30. Geburtstag seine Unschuld verlieren. Leider gerät sie da an zwei Frauen, die aber ganz andere Intensionen haben, als Geschlechtsverkehr.

 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Kritik

 
 
 
Was tut man nicht alles, um einen Partner zu finden. Mittlerweile ist es nämlich gar nicht mehr so einfach dem im wahren Leben über den Weg zu laufen. Umso mehr Menschen versuchen ihr Glück im Internet. Da tummeln sich in Dating-Portalen tausende Männer und Frauen, die nur ein Ziel haben: die Liebe des Lebens kennenzulernen. Dauer-Single Jim (DANNY MORGAN) aus der folgenden Filmvorstellung sucht jedoch noch ganz altmodisch. Der hofft auf das passende Gegenstück auf freier Wildbahn zu stoßen. Die Sache hat nur einen Haken. Jim hatte noch nie etwas mit einer Frau und ist dazu auch noch unberührt. Das findet Kumpel Alex (MICHAEL SOCHA) gar nicht sexy. Der will unbedingt, dass der beste Freund noch vor dem 30. Geburtstag zum Mann gemacht wird. Ein Barbesuch soll das Problem lösen. In der Tat beißen bald zwei Fische an. Kitty (KELLY WENHAM) und Lulu (GEORGIA GROOME) sind interessiert und lassen sich auf die beiden Kerle ein. Die begleiten das Frischfleisch durch eine haarsträubende Nacht voller absurder Wendungen. Ob Jim bei so viel Trubel am Ende zum Zug kommen wird?
 
 
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Vielversprechender Prolog, zäher Mittelteil, starkes Finale. DOUBLE DATE ist ein durchwachsener Horror-Spaß, der sich – wie beinahe jede Horrorkomödie neueren Datums – nicht unbedingt ernst nehmen möchte. Hier wird tief in der Gag-Schublade gekramt, um den Zuschauer irgendwie bei Laune halten zu können. Da wird schon mal von rabenschwarzer Situationskomik Gebrauch gemacht. Aber auch infantile Albernheiten und platte Späße jenseits des guten Geschmacks müssen herhalten, um eine Geschichte zu füllen, die gerade einmal auf einen Bierdeckel passt. Ja, DOUBLE DATE ist einer dieser Filme der Horrorfilm-Fans spaltet. Hier zündet nicht jeder Witz, was Regisseur BENJAMIN BARFOOT zu einem ganz eigenen Vorgehen getrieben hat, mit solcher Art von Filmen umzugehen. Alkohol nennt sich der Freund und Helfer. Den sollte man sich in hinter die Binde kippen, um das ertragen zu können, was man auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Gleiches empfiehlt auch Macher BENJAMIN BARFOOT für seinen Horror-Spaß. Der äußerte in Interviews, dass man seinen Debütfilm besser erst nach dem Genuss von zwei Flaschen Bier schauen solle. Erst dann entfalte er den vollen Spaßfaktor. Leider hat der Filmemacher im Suff aber jene vergessen, die mit Alkohol nicht viel anfangen können. Denen nützt der Tipp vom Schönsaufen wenig.
 
 
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Dabei hätte alles auch ohne Alkohol schön werden können. DOUBLE DATE ist eine schwarze Komödie, die ganz brauchbar beginnt. Da wird ein Mann von einer mysteriösen Schönheit mit einem Messer abgeschlachtet. Fans härterer Gangart werden da hellhörig. Leider wird es danach züchtiger und der Streifen steuert eine ganz andere Richtung an. Aus Ernst wird Spaß. So sehen wir plötzlich, wie ein Fastdreißiger unter Anleitung seines taffen Kumpels seine Jungfräulichkeit verlieren soll. Erstgenannter startet krampfhafte Annäherungsversuche in einer Kneipe und tritt dabei in jedes Fettnäpfchen, das man ihm vor die Füße stellt. Als er auf zwei attraktive Frauen trifft, die es eigentlich gar nicht gut mit dem Unberührten meinen, fällt auch das Interesse an der Handlung. Diese hält sich zu lang damit auf, den jungfräulichen Filmhelden in peinliche Situation zu bringen, um dem aufgezwungenen Stempel „Horrorkomödie“ gerecht werden zu können. Anerkannte Fachgazetten ziehen da Vergleiche mit ähnlich gelagerten Filmchen aus der Mache britischer Landsleute, wie EDGAR WRIGHT oder GUY RITCHIE. Wir meinen: überzogen! Offenbar waren die Kritiker der Genre-Presse noch vom Alkohol benebelt, den man vor der Sichtung des Rezensionsmusters eingenommen hatte. Wirklich unterhaltsam wird es im Mittelteil nur selten.
 
 
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Immerhin findet DOUBLE DATE im Finale zu eigentlicher Größe zurück. Dann nämlich rücken die beiden Frauen mit der Sprache heraus. Die wollen unseren jungfräulichen Protagonisten gar nicht zum Mann machen. Stattdessen sind die jungen Damen am Blut des ahnungslosen Entjungverungsopfers interessiert. Was folgt, ist endlich mal Horror. Da hauen sich die Protagonisten blutig die Köpfe ein und sattes Rot rückt DOUBLE DATE endlich in Richtung Horror. Der temporeiche Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern macht DOUBLE DATE aber auch nicht mehr unbedingt zu Vorzeigeunterhaltung. Der Grund: der Gewaltexzess kommt einfach zu spät. DOUBLE DATE verspielt zu viel Potenzial im Hauptteil, in dem er ein Kennenlernen durch haarsträubende Wendungen ins Absurdum treibt, die leider aber zu keiner Minute witzig oder unterhaltsam sind. Muss man nicht unbedingt gesehen haben.
 
 
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DOUBLE DATE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Alkohol-Gegner. Geht es nach Regisseur BENJAMIN BARFOOT solle man DOUBLE DATE nicht nüchtern sehen. Vorheriger Alkoholkonsum macht das Gezeigte ertragbarer. Ganz Unrecht hat der Macher mit seinen Tipps nicht. DOUBLE DATE ist voll von abgegriffenen Witzen über Jungfrauen, Autokorrektur-Jokes und weiteren infantilen Späßen. Das alles ist teils derart platt und abgedroschen, dass man schnell den Spaß verliert. Weil sich auch die Horror-Elemente zum großen Teil auf Prolog und Finale reduzieren, dürfte es DOUBLE DATE ziemlich schwer haben nachhaltigen Eindruck bei Hardcore-Horror-Fans zu hinterlassen. DOUBLE DATE feierte seine Deutschlandpremiere auf dem alljährlichen FANTASY FILMFEST. Das war aber auch schon im Jahr 2017. Mit knapp zweijähriger Verspätung erscheint der Streifen nun auch für den Heimkinomarkt. Immerhin ungeschnitten und in passabler Synchronisierung. Ein netter Trost.
 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Zensur

 
 
 
Die Heimkinoveröffentlichung von DOUBLE DATE hat in Deutschland eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Die Freigabe ist aber ein Blender. Der Streifen bekam nämlich von der FSK eine FSK16 in ungeschnittener Form. Weil sich offenbar auch höher eingestufte Trailer auf der Blu-ray und DVD befinden, ziert die Heimkinofassung ein roter 18er-Flatschen. DOUBLE DATE hat nicht viele Gewaltszenen zu bieten. Gleich zu Beginn wird ein Mann von einer Frau mit einem Messer angegriffen. Diese rammt es mehrere Male in den Körper des ahnungslosen Opfers. Weiterhin bekommt man einen Kehlenschnitt zu sehen. Am Ende hauen sich zwei der Hauptfiguren in allen erdenklichen Weisen die Köpfe gegenseitig ein. Splatter-Fans kommen daher nicht unbedingt auf ihre Kosten.
 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Double Date; Großbritannien 2017

Genre: Horror, Komödien, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonus ist die Blu-ray: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 12.04.2019

 

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DOUBLE DATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Todes-Date (2004)
 
You Might Be the Killer (2018)
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 

Filmkritik: „The Redwood Massacre“ (2014)

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THE REDWOOD MASSACRE

Story

 
 
 
Wenn Jason Voorhees auf Leatherface trifft, erlebt man vermutlich THE REDWOOD MASSACRE. Dieser britische Slasher berichtet einmal mehr von abenteuerlustigen Campern, die den Schauplatz eines Vebrechens aufsuchen und feststellen müssen, dass der Killer von einst immer am Leben ist.

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Kritik

 
 
 
Mit THE REDWOOD MASSACRE wird die lange Liste günstig gedrehter Backwood-Slasher um einen weiteren Vertreter bereichert und erfüllt Liebhaber grober Schlachtfilme mit Freude, schließlich darf sich endlich mal wieder ein Film mit „Massaker“ im Titel brüsten in dem es dann auch wirklich deftig zur Sache geht. Umso verwunderlicher, was die Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) dazu bewegt haben muss THE REDWOOD MASSACRE ungeschnitten für deutsche Horrorkonsumenten freizugeben. Vermutlich saß wohl selbst ein Anhänger der ungemütlichen Filmunterhaltung im Prüfgremium und hatte Erbarmen mit deutschen Slasher-Fans, die sich gierig die Hände nach möglichst blutigen Meuchelwerken reiben – insofern sie denn ungerupft in die Händlerregale kommen.
 
 
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Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht: Regisseurs DAVID RYAN KEITH bedient sich reichlich unverfroren bei den ganz Großen. So muss neben Cunninghams Schitzerepos FREITAG DER 13. auch Hoopers Terrororgie TEXAS CHAINSAW MASSACRE für nicht sonderlich klug gestrickte Low-Budget-Schlitzerei herhalten, die dann wenig eigenständig nach Schema F abgehandelt wird. Kluge Wendungen und kreative Todesarten sind Mangelware. Stattdessen lässt der Britte einen übermenschlichen Killer nach amerikanischem Vorbild auf abenteuerlustige Touristen los, die genau dort campen und feiern wollen, wo sich vor vielen Jahren ein grausames Blutbad ereignet hat. Anfangs noch zu Scherzen aufgelegt, geht es denn Endzwanzigern bald an den Kragen. Der Übeltäter von damals ist zurück und macht das, was er wohl am besten kann: töten, sägen und zerstückeln. Der fleischgewordene Albtraum aus LEATHERFACE und JASON VOORHEES hat unbeschreiblichen Blutdurst und ein ausgeprägtes Verlangen nach unmenschlicher Folterei. Mit spitzem Werkzeug jagt er seine Beute durch die Wälder und stapelt Menschen in seiner Hütte, die irgendwie niemand zu vermissen scheint.
 
 
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Nicht über Filmfehler nachdenken und sich vom Blutrausch berieseln lassen. THE REDWOOD MASSACRE ist erwartungsgemäß nichts Hochgeistiges, sondern will vor allem jene ansprechen, deren Herz bei Old-School-Slashern schneller zu schlagen beginnt. Ganz wie in den guten alten Zeiten ist man um dreckige Atmosphäre und möglichst unangenehme Spezialeffekte bemüht, die übrigens alle handgemacht sind. Schauspieler und Geschichte kommen leider zu kurz und erhalten keine Tiefe – ein Manko, das in einer Zeit ewig gleicher Horrorstreifen den meisten Meuchelfilmen das Genick bricht. Auch THE REDWOOD MASSACRE ereilt gleiches Schicksal, denn die austauschbare Handlung und die schablonenhaften Figuren dürften dafür sorgen, dass dieses Massaker so schnell aus den Köpfen der Horrorfans verschwunden sein wird, wie die meisten Gewinner deutscher Castingshows.
 
 
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THE REDWOOD MASSACRE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Blutreicher Splatter-Exkurs im englischen Hinterland. Die FSK schien bei der Beurteilung ihrer Freigabe nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein, denn der Blutgehalt von THE REDWOOD MASSACRE ist dermaßen hoch, wie schon lange nicht mehr in einem von der Behörde geprüften Horrorfilm. So dürfte es Willkür gewesen sein, dass dieser Slasher ungeschnittenen durch die Prüfung gewandert ist – ganz zur Freude der Fanmeute, die bedenkenlos zugreifen kann. Der Britte DAVID RYAN KEITH macht es bekannten Kultmeuchlern gleich. Nach amerikanischem Vorbild und in bekannter FREITAG DER 13.-Manier wird menschliches Kanonenfutter durch den Fleischwolf gejagt, damit sich der Zuschauer am langsamen Ableben erfreuen kann. Sonderlich neu ist das nicht und das ist das eigentliche Problem dieses britischen Low-Budget-Massakers. Viel zu oft hat man seit Bestehen des Slasher-Genres derart Verbrechen zu sehen bekommen, so dass sich schnell Langeweile breit macht, weil auch THE REDWOOD MASSACRE nur die fürs Subgenre bekannte Klischeeliste abharkt. Die Protagonisten verhalten sich dämlich, der wortkarge Killer tötet skrupellos und die obligatorische Screamqueen nimmt am Ende den Kampf gegen ein maskiertes Monster ufn, das selbstverständlich am Ende in die Kamera blinzelt, damit eine Fortsetzung kommen kann. Aufgrund der routinierter Machart, vielen blutigen Kills und einigen atmosphärischen Einstellungen gibt es trotzdem noch fünf Klappen. Allen Anhängern des rauen 80er-Slashers dürfte die mangelnde Abwechslung vermutlich keine Sorgen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Zensur

 
 
 
Ein recht blutiger Vertreter im Slasher-Genre in dem sogar auch etwas gefoltert wird. Hierzulande gab’s dafür erstaunlicherweise den roten 18er-Flatschen von der FSK – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Redwood Massacre; Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of

Release-Termin: 24.04.2015

 

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THE REDWOOD MASSACRE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
See No Evil 2 (2014)

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