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Filmkritik: „The Stranger“ (2014)

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ELI ROTH PRÄSENTIERT THE STRANGER

(EL EXTRANJERO)

Story

 
 
 
Als der mysteriöse Martin in ein kleines Städtchen einkehrt, entfacht er mit seiner Anwesenheit eine grausame Kette furchtbarer Gewalt.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Kritik

 
 
 
Wenn HOSTEL- und CABIN FEVER-Macher ELI ROTH Filme dreht, dann sind viele Horrorfans nicht sonderlich darüber erfreut. Seit jeher gelingt es dem amerikanischen Regisseur mit seinen Werken zu polarisieren und die Fangemeinde in zwei Lager zu spalten. Das ist auch kein Wunder, denn Roths Filme fallen immer wieder durch trivialen Humor in Kombination mit plakativer Gewalt und hanebüchenen Geschichten negativ auf. Trotz viel Kritik an seinem bisherigen Schaffen muss man ELI ROTH an dieser Stelle auch einmal Lob aussprechen. Statt immer nur Schlamassel zu drehen ist er stets daran interessiert noch unbekannte und junge Regisseure zu unterstützen, damit die ihre filmischen Visionen auf Zelluloid bannen können, um sie einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Auch im Falle des chilenischen Horrordramas THE STRANGER hatte der gewalterprobte und kontroverse Regisseur seine Finger im Spiel. Diesmal fungierte er jedoch ausschließlich als Produzent und überlies dem uruguayischen Newcomer GUILLERMO AMOEDO das Regiezepter, der bereits schon an Drehbüchern zu Roth-Streifen wie KNOCK KNOCK (2015), THE GREEN INFERNO (2013) und dem miserablen AFTERSHOCK (2012) tüftelte. Auch für THE STRANGER schrieb er das Drehbuch, konnte es letztendlich mit kleinem Budget endlich auch einmal selbst für die Leinwand adaptieren. Ganz nebenbei ist im dabei das Kunststück gelungen seinen spendablen Geldgeber in den Schatten zu stellen, kann THE STRANGER nämlich als wohl bester Horrorfilm bezeichnet werden, an dem Roth bisher in irgendeiner Weise beteiligt gewesen ist.
 
 
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Die Idee zum Film kam Amoedo, als er sich selbst ein Urteil über das hochgelobte Vampirdrama LET THE RIGHT ONE IN machen wollte. Der Regisseur erklärte in einem Interview, dass er kein großer Fan des klassischen Blutsauger-Genres ist. Dennoch gefiel ihm jene charakterstarke Richtung, die der Film einschlug und entschied kurzerhand selbst an einer tiefgründigen Vampirgeschichte zu schreiben, in der das Zwischenmenschliche ausführlich untersucht werden sollte.
 
 
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THE STRANGER erzählt die Geschichte des mysteriösen Martin (CRISTÓBAL TAPIA MONTT), der auf seiner Suche nach Frau Ana in ein kleines Städtchen einkehrt und in eine Begegnung mit Folgen involviert wird. Im Ort herrscht ein rauher Ton und die Bewohner der Stadt leiden unter der harten Hand des korrupten Polizisten De Luca (LUIS GNECCO). Dessen Sohn ist über die Ankunft des Fremden nicht sonderlich erfreut und lässt Fäuste sprechen. Was folgt ist nicht sonderlich gastfreundlich: Martin wird brutal zusammengeschlagen und eigenhändig vom Polizist De Luca im Wald verscharrt. Leider wird die grausame Tat vom pubertierenden Graffiti-Künstler Peter (NICOLÁS DURÁN) beobachtet. Der gräbt den Fremden aus und pflegt ihn zuhause gesund. Eine Rettung mit Folgen, denn die Täter sind über die Hilfsaktion nicht sonderlich erfreut. Um die Tat zu vertuschen und den guten Ruf zu bewahren, veranstalten sie eine Hetzjagd auf ihr Opfer unwissend, dass sie dadurch eine Kette der Gewalt in Gang setzen. Was niemand ahnt: Martin ist etwas anders und besitzt eine außergewöhnliche Gabe. Die gerät jedoch bald außer Kontrolle und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung.
 
 
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ELI ROTH scheint in Chile ein neues Zuhause gefunden zu haben, denn hier hat er viele der letzten Genre-Filme produzieren lassen. Nach Folterei, Kannibalen und Todesviren hetzt er diesmal Blutsauger auf den Zuschauer und lässt den Vampirmythos durch Regisseur GUILLERMO AMOEDO quasi rundum erneuern. THE STRANGER nimmt Abstand von klassischen Vampirfilmen in denen Fledermäuse, Knoblauch und spitze Eckzähne Gänsehaut bescheren. Vielmehr konzentriert sich Filmemacher GUILLERMO AMOEDO auf zwischenmenschliche Konflikte und berichtet in seiner emotionalen Geschichte von Liebe und Verlust, Familie und Zugehörigkeit sowie Gewalt und Erlösung. Die für dieses Subgenre bekannten Klischees kommen nur selten zum Tragen. Stattdessen betrachtet Amoedo die Blutsauger-Thematik aus einem ganz anderen Blickwinkel und macht sie nur zum Beiwerk. Eine gute Entscheidung, lebt THE STRANGER von der Prämisse, dass der Zuschauer lang darüber im Unklaren gelassen wird, welch finsteres Geheimnis Außenseiter Martin verbirgt und was ihn dazu veranlasst hat in einem kleinen Städtchen nach der Gattin zu suchen. Die andere Vorgehensweise ist löblich und macht THE STRANGER zum Geheimtipp für all jene, die einfach nicht mehr die immer gleichen Horrorgeschichten sehen können und wollen.
 
 
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THE STRANGER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mysteriös, geheimnisvoll und vollkommen anders: THE STRANGER ist einer der nennenswertesten Vampirfilme der letzten Jahre und der wohl beste Streifen, an dem HOSTEL-Regisseur ELI ROTH bisher beteiligt gewesen ist. Der Zuschauer bekommt hier eine ungewöhnliche Vampir-Rachegeschichte zu sehen, die den Blutsauger-Mythos aus einer ganz anderen Sicht betrachtet. Umso besser ist es, wenn man vorab nicht allzu viel über den gelungenen Horrorfilm in Erfahrung bringt, um sich die Spannung nicht nehmen zu lassen. Weit entfernt von traditionellem Vampir-Gruslern verteilt Regisseur GUILLERMO AMOEDO die klassischen Rollen von Gut und Böse neu und bringt in seinem selbst geschriebenen THE STRANGER einmal mehr zum Ausdruck, dass der Mensch selbst grausamer und unberechenbarer ist als jeder blutdurstige Vampir. Letzterer kann im Film ebenso als Metapher gesehen werden, um die abwertende und distanzierte Haltung des Menschen vor dem Unbekannten zu symbolisieren. Wer händeringend nach interessanten Horrorgeschichten sucht, sollte sich THE STRANGER nicht entgehen lassen. Auch wenn mit ELI ROTH als Produzenten auf dem Kinoplakat geworben wird – die blutige Handschrift des polarisierenden Foltermeisters sucht man in diesem Film vergebens. Wir meinen: Pflichtprogramm für Fans mutiger Indie-Horrorfilme fernab des Mainstreams.
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Zensur

 
 
 
Die gezeigte Gewalt in THE STRANGER hält sich in Grenzen. Dennoch gibt es etwas Blut zu sehen. Neben angefressenen Hälsen und Tierkörpern, werden im Off Protagonisten bei lebendigem Leibe verbrannt. Der Film hat ungeschnitten eine Erwachsenenfreigabe von der FSK erhalten : Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (normale Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El extranjero; Chile 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Welcome to Chilewood (6:24 Min.), Kurzfilm „The Fourth Horseman“ (10:46 Min.), Bildergalerie, Trailer Deutsch & Englisch, Theatrical Trailer US & Chile, Trailershow

Release-Termin: 04.05.2016

 

The Stranger [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen & Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 
Near Dark (1987)
 

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Filmkritik: „Hidden in the Woods“ (2012)

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HIDDEN IN THE WOODS

(EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD)

Story

 
 
 
Nach dem Mord an ihrer Mutter gehen zwei Schwestern durch die Hölle. Die Hölle der Erniedrigung, Misshandlung, Vergewaltigung durch den eigenen Vater. Als das Familienoberhaupt schließlich im Gefängnis landet, nutzen die Mädchen die Gunst der Stunde und flüchten in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
„Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien“ … ein treffender Untertitel, der das Heimkino-Cover des vorliegenden Schmuddelfilms mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS sichtlich aufgewertet hätte. Auch in Chile ist man auf den Geschmack von grausamen Rape’n Revenge-Thrillern gekommen – jenes Sub-Genre, das es zumindest hier in Deutschland bei der FSK nicht gerade leicht hat. Betrachtet man die Entwicklung dieser Filmgattung in den letzten Jahren genauer, ist das aber auch kein Wunder. Mittlerweile ist es unter den Regisseuren dieser Streifen zum Sport geworden, sich in punkto Grausamkeit übertreffen zu wollen. Dabei kennt die Kreativität der Drehbuchautoren keine Grenzen, die sich immer kränkere Methoden einfallen lassen, um ihre meist weiblichen Heldinnen noch menschenverachtender zu quälen und zu demütigen. Der zweifelhafte Höhepunkt jener Art von Filmen wurde bereits im Jahr 2013 erreicht, als sich STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein Denkmal in Sachen Frauengewalt setzte und einen Rachestreifen inszenierte, der alle bis dato gedrehten Rape’n Revenge-Arbeiten in den Schatten stellte. Hierzulande verstand man mit der überflüssigen Gewaltorgie keinen Spaß – I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erlitt das gleiche Schicksal, wie manch ähnlicher Film zuvor: Er wurde eingezogen und auf den Index gesetzt. Der chilenische Filmemacher PATRICIO VALLADARES führt mit seinem HIDDEN IN THE WOODS die traurige Saga sinnloser Gewalt gegen wehrlose Frauen fort und tut es dem Spanier ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO gleich. Letzterer brachte Jahre vor seinem gelobten HERE COMES THE DEVIL einen ebenso schmuddeligen Gewalt-Mix in die Wohnzimmer, der es unter dem Titel I’LL NEVER DIE ALONE (wenn auch in zerschnippelter Form) sogar in deutsche Händlerregal brachte.
 
Von der Machart her ist HIDDEN IN THE WOODS besagtem I’LL NEVER DIE ALONE nicht unähnlich, denn auch in diesem trivialen Machwerk bekommt der Zuschauer alle Checkpunkte gängiger Exploitation-Kunst aufgetischt, ohne die Stoffe wie die berüchtigte I SPIT ON YOUR GRAVE-Reihe wohl niemals den Erfolg gehabt hätten, den sie heute unter Horror-Jüngern genießen. Unter der brennenden Sonne Südamerikas müssen hier abermals Frauen ums nackte Überleben kämpfen, die von ihren männlichen Filmkollegen auf Niederträchtigste durch die Filmhölle gejagt werden. Jahrzehnte der Emanzipation verlieren binnen weniger Minuten an Bedeutung, schließlich scheint die Nachfrage nach Filmen immer größer zu werden, in denen Frauen wie Vieh behandelt werden. Wie zu den Anfängen von Exploitation im Kino nutzt auch HIDDEN IN THE WOODS-Macher PATRICIO VALLADARES reißerische Themen, um sie dem Zuschauer in Kombination mit möglichst sadistischer Gewalt und kontroversen Sexszenen zu verkaufen. So finden neben grässlichen Vergewaltigungsszenen, eigentlich sensibel zu behandelnde Themen wie Kindesmissbrauch, Inzest und Kannibalismus Verwendung, die jedoch nur selten ernsthaft beleuchtet werden. Stattdessen bilden sie die Grundlage fragwürdigen Treibens, das ohnehin nur darauf hinausläuft, möglichst viel Leid und Lebenssaft auf der Mattscheibe zeigen zu können.
 
In HIDDEN IN THE WOODS begleitet der Zuschauer Ana und Anny – zwei traumatisierte Frauen, die allein mit ihrem Vater irgendwo in den Wäldern Chiles leben und unter dem täglichen Terror des Familienoberhauptes zu leiden haben. Der bunkert auf seinem Grundstück nämlich nicht nur Drogen des heimtückischen Drogenbarons „Onkel Costello“, sondern vergeht sich nach dem Mord an der eigenen Frau hin und wieder an seinen beiden Schützlingen. Als die älteste Tochter Ana nach jahrelanger Inzucht schwanger wird, sperrt der Vater den Säugling in eine dunkle Kammer und beginnt ihn mit rohem Fleisch zu füttern. Jahre später tauchen zwei Polizeibeamte auf, die durch Zufall auf das missgestaltete Kind Manuel stoßen. Bevor sie jedoch das gesetzeswidrige Treiben unterbinden können, greift der Vater zur Kettensäge und macht mit den Polizisten kurzen Prozess. Die kaltblütige Tat hat schwerwiegende Konsequenzen, denn wenig später wartet das Gefängnis auf das hinterlistige Familienmitglied. Für die Mädchen die einzige Möglichkeit endlich der Terrorherrschaft des Vaters entkommen zu können. Leider ist die Welt nicht von Gefahren gefreit. Bald schon nimmt Drogenboss „Onkel Costello“ die Witterung der flüchtenden Töchter auf, schließlich fordert der die versteckten Drogen von den Mädchen zurück, die jedoch keinen blassen Schimmer haben, wo sie der Vater versteckt hat.
 
Günstige 90000 Dollar hat die Schmuddel-Orgie gekostet, die dem Exploitation-Genre so alle Ehre macht. In HIDDEN IN THE WOODS wird geschlagen, geschossen, geschändet und sogar Menschenfleisch gefressen, damit die Sensationsgier des Zuschauers befriedigt werden kann. Die Kamera hält das konfuse und an den Haaren herbeigezogene Treiben in ungeschönt-dreckigen Bildern ein, um die Authentizität bewahren zu können. PATRICIO VALLADARES hat sich wie so oft im Horror-Bereich von Geschichten inspirieren lassen, die das Leben im südamerikanischen Hinterland nun mal so schreibt. Dementsprechend darf der Hinweis im Opening nicht fehlen, der dem Zuschauer vorheuchelt, dass das Gezeigte auf wahre Begebenheiten zurückzuführen sei. Ob dem wirklich so gewesen ist, dürfte einmal mehr stark bezweifelt werden, denn mittlerweile gehört der „Alles total wahr“-Slogan zum Horrorfilm, wie das Kruzifix in die Kirche, weil sich mit pseudo-realem Hintergrund eigentlich immer besser Kasse machen lässt. Bei so viel Liebe zur Exploitation stellt sich natürlich die Frage, ob es dem Film gelingt unter Hobby-Sadisten überhaupt Laune zu verbreiten. Im Gegensatz zum Heiligen Folter-Gral I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung aus dem Jahre 2013 ist das Geschehen trotz aller Liebe zur Frauenverachtung weit entfernt von den perversen Phantasien eines STEVEN R. MONROE. Das mag vor allem an der etwas hölzernen Darbietung von Opfer und Täter liegen, die teilweise so unglaubwürdig agieren, weil mal wieder unbekannte und maximal leidlich talentierte Jungdarsteller gecastet wurden, die dazu auch noch einem unausgereiften Drehbuch folgen. Zudem verliert der Streifen immer wieder an Tempo, weil VALLADARES auf Krampf darum bestrebt ist, den Protagonisten seiner hanebüchenen Geschichte eine gekünstelte Charakterentwicklung einräumen zu wollen. Immerhin zieht der Regisseur in Momenten der Langeweile die Reißleine. Immer wenn HIDDEN IN THE WOODS mit Längen zu kämpfen hat, greift VALLADARES auf Exploitation zurück und lässt sein Treiben in Gewalt und Blut ersaufen. Zur Freude des Horrorfans ist die Kamera immer nah am Geschehen, damit der für die langen Wartezeiten mit grafischen Grausamkeiten entschädigt werden kann.
 
Groteskerweise stieß die eher mittelmäßige Gewaltgurke bei den Amerikanern auf große Aufmerksamkeit. In solchen Fällen ist es meist unvermeidbar, dass dem Original eine glattgebügelte Neuverfilmung nachgeschoben wird. Schauspieler, Produzent und Regisseur MICHAEL BIEHN (THE VICTIM) zeichnet in diesem Fall verantwortlich und hat das Remake unter gleichem Namen produziert, für das PATRICIO VALLADARES gleich noch einmal auf dem Regiestuhl platz nehmen durfte. Ob er sich verbessern konnte bleibt abzuwarten. Der große Wurf ist ihm mit seinem Original HIDDEN IN THE WOODS leider nicht gelungen. Denn: Ein paar kontroverse Szenen und eine handvoll Matscheffekte machen aus einem unglaubwürdig zusammengewürfelten Plot noch lange keinen guten Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein grausamer Schocker, der stahlharte Nerven voraussetzt. Leider ist HIDDEN IN THE WOODS keine Sternstunde des schmuddeligen Exploitation-Kinos, das sich seit den 1960ern bis weit in die 80er hinein großer Beliebtheit erfreut hat und seit der Remake-Welle der letzten Jahren durch alles von RODRIGUEZ und TARANTINO bis hin zu Bodensatz wie I SPIT ON YOUR GRAVE wiederbelebt wurde. EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (so der Originaltitel) hat zwar alles zu bieten, was jene Art von Filmen so erfolgreich gemacht hat; Macher PATRICIO VALLADARES verliert aber zu oft die Geschichte und seine Heldinnen aus den Augen. Sie haben über weite Strecken schlichtweg nichts zu tun. Der Cocktail aus Inzuchtthematik, Kannibalismus, Gewalt und Sex ist teils arg wirr geraten und hat nicht selten mit ziemlichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es demnach besser gewesen, wenn sich VALLADARES auf nur ein Thema konzentriert hätte, statt seine Geschichte mit Kontroversem schlicht zu überfrachten. Immerhin findet er die Notbremse stets zur rechten Zeit. Immer dann, wenn es langweilig wird, gibt es Gewalt satt für alle Liebhaber frauenverachtender Filmware. Dass des Öfteren die Logik ausgeklammert wird, dürfte Fans jener Filme aber weniger stören. Die bekommen nämlich von der Vergewaltigung hin zu Motorsägen-Maniküre all das zu sehen, was in waschechtes Exploitation-Cinema nun einmal gehört: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Gerade weil HIDDEN IN THE WOODS den gängigen Exploitation-Regeln folgt und nicht zimperlich mit seinen Protagonisten zugange geht, hat der Streifen in Deutschland keine ungeschnittene Freigabe erhalten. Hier werden Frauen erniedrigt und misshandelt, Kannibalismus zelebriert und Körperteile vor der Kamera mittels Kettensäge abgetrennt. Demzufolge musste die Schere angesetzt werden, um die FSK besänftigen zu können. Die deutsche Fassung kann zwar erst von volljährigen Zuschauern erworben werden, ist aber geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hidden in the Woods; Chile 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Behind the Scenes, Deleted Scenes

Release-Termin: 23.06.2015

 

Hidden in the Woods [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für diese Kritik verwendeten Grafiken liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on your Grave 2 (2013)

Savaged (2013)

Autumn Blood (2013)

The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Girls against Boys (2012)

Black Rock (2012)

Eden Lake (2008)

The Last House on the Left (2009)

I Spit on your Grave (2010)

I’ll never die alone (2008)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)