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Filmkritik: „Skin Creepers“ (2018)

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SKIN CREEPERS

Story

 
 
 

Zwei Nachwuchsregisseure, ein besessenes Erotik-Model und ein chaotischer Exorzismus – das sind Gruselzutaten, die aus Deutschland kommen und unsere Lachmuskeln strapazieren wollen.

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Kritik

 
 
 
Dämonen-Horror und Teufelsaustreibung made in Germany. Das klingt nach einem eigenartigen Experiment bei dem man nicht zu Unrecht das Schlimmste erwartet. Deutschland hat sich in Sachen Horrorfilm nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viel Horror hat man hier nämlich nicht gedreht, was vermutlich auch daran liegt, dass diese Filme in der Regel nur selten von der deutschen Filmförderung unterstützt werden und daher aus minimalen Mitteln selbst gestemmt werden müssen. Ein schweres Unterfangen, das sich meist auch an der Qualität dieser Streifen bemerkbar macht. Wohl auch ein Grund, warum der deutsche Horrorfilm unter Zuschauern einen negativen Ruf genießt. Die meisten Filmjunkies bringen deutschen Horror nämlich gern mal mit amateurhaften Underground-Produktionen wie NEKROMANTIK oder Ittenbach-Splatter in Verbindung. Doch die Zeiten semiprofessioneller Splatter-Orgien und minderwertigen Amateur-Ware sind schon längst vorbei. Wer genauer hinschaut, hat unlängst erkannt, dass sich im deutschen Horror-Genre was tut. Kurze Lichtblicke, wie der Geisterstreifen ZIMMER 205, der Teen-Slasher ANATOMIE oder der Endzeitstreifen HELL haben eindringlich gezeigt, dass deutscher Horror funktioniert, wenn man nur will. Mit genau dieser Botschaft geht nun auch SKIN CREEPERS an den Start. Der wurde aus privaten Geldern finanziert und überrascht durch professionelle Machart. Hier riecht nichts nach Amateurfilmerei. Doch, ob der Streifen auch was kann? Wir haben uns die Horrorkomödie mal genauer angeschaut.
 
 
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Eigentlich wollten die beiden Brüder Ben und Daniel nur ihren ersten Horrorfilm drehen. Aber es kommt alles anders. Der amerikanische Erotik-Star Sasha Blue wird für die Hauptrolle engagiert und extra nach Deutschland geflogen. Eine kostspielige Angelegenheit, die beinahe das Aus für die Produktion bedeutet. Das Model hat nämlich hohe Ansprüche und verschlingt das Meiste an Budget. Grund genug für Nebenrollen günstige Darsteller aus zweifelhaften Kreisen zu besetzen, damit der Dreh fortgesetzt werden kann. Doch die Arbeiten enden anders als erwartet. Die Hauptdarstellerin verhält sich bald äußerst seltsam. Offenbar schlummert in ihr das Böse. Zeit einen Prediger zu rufen, der sich das Problem mal genauer anschauen soll. Wer Friedkins DER EXORZIST gesehen hat, dürfte in etwa erahnen, wohin die Reise gehen wird.
 
 
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Hinter SKIN CREEPERS steckt ein uns nicht Unbekannter. Vor einiger Zeit hatten wir Kontakt mit dem sympathischen Regisseur EZRA TSEGAYE. Der stellte uns im Jahr 2016 einen von ihm gedrehten Kurzfilm vor, welcher auf einschlägigen Filmveranstaltungen Preise erhielt. Auch wir hatten über CASTING DES TODES nur lobende Worte parat und waren umso neugieriger, als wir nun mit SKIN CREEPERS den ersten Langfilm des Regisseurs aus dem Briefkasten gefischt haben. Mit gerade einmal 50.000 Euro hat man hier einiges auf die Beine gestellt, das durchaus internationalen Produktionen die Stirn bieten kann. Gemeint sind damit die gut getricksten Spezialeffekte – mal handgemacht, mal am Computer erstellt – die in knapp elf Monaten Postproduktion entstanden sein sollen. Aber auch gute Hauptdarsteller, die mal eine Schauspielschule von Innen gesehen haben, runden das positive Gesamtbild ab. Bei soviel Qualitätsarbeit stellt sich dann doch die Frage, wo denn eigentlich der Haken ist? Es ist das Drehbuch, was SKIN CREEPERS ein wenig ins Stolpern bringt. So ist die Handlung mancherorts zäh und drosselt das Tempo, weil doch etwas zu viel gequasselt wird. Auch fehlen mehr zündende Pointen, die bei einer Horrorkomödie das Salz in der Suppe sind. Dennoch will man nicht zu hart ins Gericht gehen. Für ein Langfilmdebüt ist SKIN CREEPERS ganz solide. Anfängerkollegen aus Amerika liefern da regelmäßig weitaus schlechtere Videoware ab.
 
 
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In einem Interview mit EZRA TSEGAYE erhielten wir interessante Hintergründe zur Produktion. So verriet der Regisseur, dass SKIN CREEPERS bereits vor der Umsetzung des Kurzfilms CASTING DES TODES geplant gewesen war. Um das Geld für den Film zusammenzubekommen startete man ein Crowdfunding-Projekt, das aber wenig Erfolg verbuchen konnte. Deshalb blieb nichts anderes übrig, als das Produktionsbudget aus der eigenen Tasche zu zahlen. Produzent SEBASTIAN WOLF ging dabei soweit, dass er dafür ein kleines Grundstück verkaufen musste, damit die Dreharbeiten gestartet werden konnten. Acht Wochen drehte man in einer leeren Lagerhalle, die man extra in Berlin Charlottenburg angemietet hatte, um dort 60 Prozent des Filmes fertigen zu können. Dafür wurde sogar Produzent SEBASTIAN WOLF zum Bühnenbauer und werkelte vier Wochen lang mit Freunden am Hotel-Set in dem sich ein großer Teil der Geschehnisse des Films ereignet. Nach vier Wochen Drehzeit war SKIN CREEPERS im Kasten und alle Beteiligten waren erleichtert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. SKIN CREEPERS schaut für eine deutsche Indie-Produktion Bombe aus und man sieht allen Anwesenden an, dass sie trotz großen Herausforderungen enormen Spaß bei der Arbeit hatten. Da ist man doch gespannt, was Regisseur EZRA TSEGAYE als nächstes aus dem Ärmel schütteln wird. Schenkt man seiner Aussage Glauben, soll eine Dokumentation über die besten Kampfsportler Deutschlands in Planung sein.
 
 
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SKIN CREEPERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ambitionierter Exorzismus-Spaß aus Deutschland, der sich vor internationaler Konkurrenz nicht verstecken braucht. Regisseur EZRA TSEGAYE ist ein großer Fan von Filmemacher JOHN LANDIS, wobei ihm ganz besonders dessen Kulthit AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON am Herzen liegt. Was ihm daran gefiel? Die Mischung aus Komödie und extremen Horror. Genau jene Kombination kommt auch im ersten Spielfilm des Berliner Regisseurs zum Tragen. SKIN CREEPERS besitzt schrägen Humor und handwerklich gekonnt in Szene gesetzte Splattermomente. Dafür konnte man sogar bekannte B-Prominenz gewinnen. Keine geringere als Nackedei MICAELA SCHÄFER ist im Film zu sehen. Die macht das, was sie am besten kann: sich nackig machen. Auch wenn von ihr nicht sonderlich viel abverlangt wird, muss man sich auch als gestandener Antifan eingestehen, dass die Schäfer trotz kontroverser TV-Auftritte irgendwie sympathisch erscheint. Die war bereits in einem der Kurzfilme von Regisseur EZRA TSEGAYE zu sehen und ist natürlich auch in SKIN CREEPERS eine Augenweide. Leider hat SKIN CREEPERS so seine Schwächen beim Erzählen seiner Handlung. Mancherorts kommt die nämlich nicht in die Gänge und bremst den Spaßfaktor. Vielleicht wäre es hier gut gewesen, wenn man noch einmal gründlicher nachgearbeitet hätte. Ein paar mehr Schnitte hätten der oftmals sehr dialoglastigen Geschichte den letzten Schliff gegeben. So ist SKIN CREEPERS ein immerhin solider Vertreter der Gattung Exorzismus- und Dämonen-Horror mit kleinen Schwächen.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Zensur

 
 
 
SKIN CREEPERS ist eine Horrorkomödie, die wenig Gewalt zu bieten hat. Fließt dann doch etwas Lebenssaft sind die Splatterszenen reichlich überzogen. So explodieren – ähnliche wie in Cronenbergs SCANNERS – Köpfe und färben die Leinwand rot. Im Herbst soll SKIN CREEPERS in ausgewählte Kinos kommen. Vermutlich wird der Streifen von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten – insofern man ihn für eine Prüfung vorlegen sollte.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle (2012)
 
Scary Movie 2 (2001)
 
Von allen Geistern besessen! (1990)
 

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Filmkritik: „Stephanie – Das Böse in ihr“ (2017)

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STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR

(STEPHANIE)

Story

 
 
 
Ein kleines Mädchen muss sich im eigenen Heim mit bösen Mächten auseinandersetzen.

 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streifen aus der Hochglanz-Gruselschmiede von Produzent JASON BLUM. Der dürfte vermutlich nicht jedem Horrorfan ein Begriff sein. Weitaus bekannter sind aber die Filme, die in seiner Film- und Fernsehproduktionsfirma BLUMHOUSE PRODUCTIONS entstanden sind. Darunter viele namhafte Horror-Schocker, die vor allem an den Kinokassen satte Gewinne erzielen konnte. So bewies man bei der Filmauswahl schon in den Anfangsjahren ein goldenes Händchen und rief mit PARANORMAL ACTIVITY ein günstig produziertes Franchise ins Leben, das sich zu einem lukrativen Welterfolg mausern konnte. Was danach folgte, hat schon längst Genre-Geschichte geschrieben. BLUMHOUSE PRODUCTIONS lies Filme wie THE PURGE, GET OUT, INSIDIOUS oder SPLIT auf den Zuschauer los und verdiente sich mit konventionell gestrickter Hochglanzware ein goldenes Näschen. Ein Erfolgsmodell, das es ermöglicht auch ab und an Filme zu produzieren, die nicht unbedingt den Massengeschmack bedienen. Darunter fällt auch STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR, der sich dann doch etwas in der Machart von den üblichen Blumhouse-Filmen unterscheidet.
 
 
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STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR rückt das kleine Adoptivkind Stephanie in den Mittelpunkt, das eines Morgens aufwacht und allein durch das Zuhause schlendert. Mit dem Kuscheltier unter dem Arm bereitet sich Stephanie Mahlzeiten zu, schaut Fernsehen oder flüchtet in ihre kindliche Traumwelt. Doch wo sind Mutter und Vater? Offenbar stimmt da etwas nicht, zumal im Fernsehprogramm regelmäßig von seltsame Wesen und schlimmen Katastrophen berichtet wird, was auf drohendes Unheil schließen lässt. Auf das hat sich Stephanie aber vorbereitet, denn immer öfter bekommt das Mädchen Besuch von bösen Monstern, die ihr nichts Gutes wollen. Doch das Kind weiß damit umzugehen. Es verkriecht sich ganz einfach in kleinen Verstecken und wartet, bis sich das Böse wieder verzogen hat. Ein cleveres Mädchen – oder etwa nicht?
 
 
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Stephanie allein zu Haus. Was sich hier liest, wie eine Horror-Version der Kultkomödie KEVIN ALLEIN ZU HAUS ist alles andere als das. Der Film schlägt ein weitaus ernsteres Kaliber an und verstrickt sich dabei tief im Horror-Genre. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint, denn Regisseur AKIVA GOLDSMAN weiß, wie man den Zuschauer heimtückisch an der Nase herumführt. So entpuppt sich STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR als taktisch gut durchdachtes Verwirrspiel, das erst in der Halbzeit seine wahren Intensionen lüftet. Während man dem Zuschauer zu Beginn noch ein dystopisches Endzeitszenario vorgaukelt, wendet sich ab Filmmitte das Blatt. Da tauchen plötzlich die Eltern der kleinen Filmheldin auf und meinen es alles andere als gut mit der eigenen Tochter. Warum das so ist, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten, obwohl man hierbei auch einmal mit dem Rechteinhaber UNIVERSAL PICTURES kritisch ins Gericht gehen muss. Das Label versaubeutelt mit unnötigem Titel-Anhang den eigentlichen Überraschungseffekt dieses kleinen Gruselfilms. Spoiler-Gegner werden da berechtigterweise verärgert über das Vorgehen des Unternehmens sein, denn mit voreiligen Filmauflösungen macht man sich keine Freunde.
 
 
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STEPHANIE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR ist ein kleiner Geheimtipp, welcher von JASON BLUM produziert wurde, der bekanntermaßen ein gutes Gespür für lukrative Horrorstoffe besitzt. Überraschenderweise geht der Film aber andere, unkonventionelle Wege wie die meisten Schocker aus der Produzenten-Mache genannten Geldgebers und verblüfft mit einem unerwarteten Twist, den man so vermutlich nicht kommen sehen wird. Offenbar einer der Gründe warum STEPHANIE (so der Originaltitel) hierzulande ohne Kino-Umwege direkt für den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Die Handlung ist nämlich anfangs ziemlich verworren, um den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken. Ein geschickter Schachzug und die eigentliche Quintessenz dieses Gruselfilms, der übrigens von einer talentierten Jungdarstellerin getragen wird. Mit ihren gerade einmal 13 Jahren führt die 2005 geborene SHREE CROOKS den Zuschauer teils allein durch den gesamten Film. Das gelingt oft nicht einmal alteingesessenen Schauspielern. Das muss man an dieser Stelle lobend erwähnen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Zensur

 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN DIR ist nicht sehr brutal. Einige Protagonisten werden durch die Luft gewirbelt und deren Knochen durch geheimnisvolle Kräfte gebrochen. Weiterhin tritt die kleine Hauptdarstellerin in eine Glasscherbe und ein Rücken wird auf schmerzhafte Weise aufgeschnitten. Der Film hat hierzulande eine FSK16 erhalten. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stephanie; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 23.08.2018

 

Stephanie – Das Böse in ihr [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STEPHANIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Some Kind of Hate (2015)
 


Filmkritik: „The Hollow Child“ (2017)

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THE HOLLOW CHILD

Story

 
 
 

Eine boshafte Kreatur schlüpft in den Körper eines kleinen Mädchens und stiftet so Unruhe.

 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Kritik

 
 
 
Dämonen sind schon heimtückische Kreaturen. Die lassen nichts unversucht, um der Menschheit das Leben schwer zu machen. So schlüpfen sie nicht selten in die Körper ahnungsloser Opfer, um so unbemerkt Schrecken und Leid zu verursachen. Dabei ganz besonders beliebt als Versteck: unschuldig dreinschauende Kinder, denen man nichts Böses möchte. Die werden im Genrekino gern mal als willenlose Marionetten umfunktioniert, weil niemand vermuten würde, dass in ihnen der Teufel hausen könnte. Eine heimtückische Gruselrezeptur, die auch im Horrorfilm THE HOLLOW CHILD angewandt wird. Ähnlich wie im Okkult-Klassiker DAS OMEN verbirgt sich hier ebenso das Böse hinter vermeintlich unschuldigen Kinderaugen mit dem Ziel, möglichst viel Chaos entstehen zu lassen. Überraschenderweise ist dieser Versuch geglückt. Trotz Erstlingswerk hat der noch unbekannte Nachwuchsregisseur JEREMY LUTTER einen durchweg gelungenen Film hervorgebracht, der vor allem von seiner sympathischen Hauptdarstellerin getragen wird. Letztere wird von JESSICA MCLEOD verkörpert, welche sich mit einer Außenseiterrolle vom üblichen Helden-Klischee abhebt. Gute Voraussetzungen also um Mitfiebern zu können.
 
 
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Olivia (HANNAH CHERAMY) und Samantha (JESSICA MCLEOD) sind zwei Waisenkinder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Beiden werden von einem gutbürgerlichen Pärchen aufgenommen und erhalten so die Möglichkeit ein ganz normales Leben zu beginnen. Während die jüngere Olivia schnell einen Draht zu den neuen Eltern findet, fällt es der rebellischen Teenagerin Samantha schwerer sich in die neue Familie zu integrieren. Doch das Schicksal meint es mit beiden Mädchen nicht sonderlich gut. Die jüngere Olivia verschwindet plötzlich im Wald, weil ihre Adoptivschwester nicht auf sie aufgepasst hat. Trotz Suche bleibt das neue Familienmitglied verschwunden. Das lenkt die Enttäuschung der verzweifelten Eltern auf sich, die sich plötzlich gar nicht mehr so sicher sind, ob es eine gute Idee gewesen ist, eine pubertierende Teenagerin zu adoptieren. Nach drei Tagen voller Kummer taucht das verschollene Mädchen plötzlich wieder auf. Zwar scheint dem Kind nichts passiert zu sein, trotzdem ist Olivia nicht mehr dieselbe. Die reißt ihren Stofftieren die Augen aus und hat offenbar ihre guten Manieren verloren. Ist das Mädchen etwa vom Teufel besessen? Genau jenen Verdacht hegt Adoptivschwester Samantha, die mit Recherchen beginnt, weil ihr niemand Glauben schenken möchte.
 
 
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Vom Bösen besessene Kinder. Das ist ein Thema, dass gern im Horrorkino Verwendung findet. So denke man an den ganz großen Film dieser Gattung: DER EXORZIST. Der verstörte in den 1970ern gerade deswegen, weil sich das Böse in einem Kind formierte, dem man kein Leid zufügen wollte, um den Teufel wieder vertreiben zu können. Was aber vor über 40 Jahren im Kino zu Tode ängstigte, ist natürlich mittlerweile Horror-Alltag geworden und schockiert kaum noch jemanden, der regelmäßig Horrorfilme sieht. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Tricktechniker makabere Spezialeffekte einfallen lassen und so alteingesessene Horrorfilmkenner in Entzückung versetzen. Der Videomarkt ist groß und demzufolge auch die Anzahl sich ständig wiederholender Geschichten und totgefilmter Klischees, die dem Horrorgenre allmählich die Puste rauben, weil mehr auf Quantität Wert gelegt wird, statt Qualität walten zu lassen. Da verblüfft es dennoch, dass ein Film wie THE HOLLOW CHILD eines Besseren belehren kann. Der Streifen ist mutiges Indie-Kino und kommt auch ohne Ekel-Metamorphosen oder schnellem CGI-Overkill aus. Stattdessen beruft sich Filmemacher JEREMY LUTTER auf die klassische Kunst des Erzählens und vermeidet hektische Schnitte oder übertriebene Blut-Sauereien. Das stellt sich glatt die Frage, ob altes Gruselhandwerk in einer Zeit überhaupt noch funktioniert, in welcher Streaming-Portale wie NETFLIX & Konsorten immer trivialeren Fast-Food-Horror auf den zahlungswilligen Zuschauer loslassen. Wir meinen ja. THE HOLLOW CHILD nimmt sich nämlich noch Zeit für seine Protagonisten und hakt deren Charakterisierung nicht im Eiltempo ab. So kann sich der Zuschauer auf die Figuren einlassen und leidet mit ihnen mit.
 
 
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Mehr Drama statt Horror lautet im Falle von THE HOLLOW CHILD die Devise. Der Film besitzt natürlich Horror-Elemente und webt ein Mysterium um Filmfigur Olivia. Die Antworten auf plötzlich seltsames Verhalten des kleinen Mädchens besitzen aber wenig Gewichtung. Stattdessen fokussiert sich der Film weitestgehend auf seine rebellische Hauptdarstellerin, die in THE HOLLOW CHILD eine regelrechte Verwandlung durchlebt. Während die sonst so brave Olivia zum garstigen Teufel mutiert, wird deren Adoptivschwester und Teenagerin Samantha plötzlich vom pubertierenden Problemfall zur einsichtigen Mutter Theresa. Auf ihrem Weg der Erleuchtung muss sie erkennen, was wahre Freundschaft bedeutet und dass Familie etwas ist, was auch in schlechten Zeiten stützt. Somit ist THE HOLLOW CHILD trotz Gruselelementen mehr Drama über Selbstfindung und Erwachsenwerden, das letztendlich hätte auch ganz auf den Horror-Part verzichten können. Der mutet mancherorts störend an, musste aber wohl sein, um das Interesse von Horrorfans gewinnen zu können. Manchmal sind die subtileren Wege die besseren.
 
 
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THE HOLLOW CHILD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mix aus Coming-of-Age-Drama und Dämonen-Horror, der vor allem wegen seiner sympathischen Filmheldin in Erinnerung bleibt. Wer hier den ultimativen Okkult-Schocker mit Infarktrisiko erwartet, wird schnell enttäuscht werden. In THE HOLLOW CHILD regieren die leisen Töne und ja, es wird ziemlich viel geredet. Das dürfte schnell jene abschrecken, die sonst eher schnell abgedrehten Hochglanz-Horror aus dem Hause BLUMHOUSE bevorzugen. THE HOLLOW CHILD ist – trotz Dämonenthematik – eher ein Gruseldrama über einen Teenager, der nach Zugehörigkeit sucht und diese natürlich auch findet. Dass das alles unter dem Deckmantel eines Horrorfilms passieren muss, ist etwas unglücklich entschieden, aber dennoch ganz passabel. Wer demzufolge gern Horrorfilme schaut, in denen die Figuren der Star sind und nicht die Spezialeffekte, dürfte durchaus positiv überrascht sein – auch wenn im Finale etwas zu sehr in der angestaubten Horror-Mottenkisten nach Dämonen-Klischees gekramt wird.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist THE HOLLOW CHILD nicht. Erst gegen Ende gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Die werden aber eher zurückhaltend eingesetzt, weshalb der Streifen hierzulande problemlos eine FSK16 erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Broken Mirror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Omen (1976)
 
Orphan – Das Waisenkind (2009)
 
Mickey (1992)
 


Filmkritik: „The Wailing“ (2016)

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THE WAILING: DIE BESESSENEN

(THE WAILING | GOKSEONG | GOKSUNG)

Story

 
 
 
Sehenswertes Gruselkino aus Fernost: In einem südkoreanischen Bergdorf geht es nicht mit rechten Dingen zu. Friedliebende Bewohner werden plötzlich zu kompromisslosen Mördern. Was ist hier nur im Gange?

 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Kritik

 
 
 
Es passieren doch noch Wunder. Deutschland ist nicht unbedingt das Paradies für Fans asiatischer Filmproduktionen. Nur wenige Perlen aus Fernost schaffen es in deutsche Händlerregale, wo sie nicht selten ein bescheidenes Dasein fristen und irgendwann preislich reduziert in den Wühltischen bekannter Elektrofachmärkte landen. Ein deprimierender Kreislauf, der nicht sein muss, wenn sich mehr Cineasten die Zeit nehmen und vorurteilslos das begutachten würden, was da immer seltener von Asien nach Deutschland exportiert wird. Darunter befinden sich gern mal Geheimtipps zu denen auch der südkoreanische THE WAILING gehört. Der Film feierte seine Europa-Premiere auf dem Cannes-Filmfestival 2016 und hinterließ dort offenbar Eindruck – nicht nur bei Filmfans und Kritikern. Vermutlich einer der Gründe, warum das Ausnahmewerk vom Label PIERROT LE FOU nun in ansprechender Aufmachung veröffentlicht wird. Lobenswert!
 
 
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Irgendwo im südkoreanischen Hinterland passieren seltsame Dinge. Der kleine verschlafene Ort Goksung wird von mysteriösen Mordfällen heimgesucht, die die ganze Gegend schockieren. Offenbar verwandeln sich friedliebende Dorfbewohner grundlos in abgebrühte Killermaschinen und töten Familie und Freunde, bevor sie anschließend in eine Art Schockstarre verfallen. Doch worin liegen die Ursachen? Das fragt sich auch Polizist Jong-gu (KWAK DO-WON), der die Morde genauer untersucht. Er findet heraus, dass alle Täter von einem großflächigen Ausschlag betroffen sind, mit dem auch bald die Tochter des Gesetzeshüters zu kämpfen hat. Ist sie etwa die Nächste? Das lässt Alarmlocken beim Familienvater läuten. Der will seine Tochter beschützen – koste es was es wolle. Deshalb geht er Gerüchten auf den Grund, die verlauten lassen, dass ein neu hinzugezogener Japaner offenbar mit den Morden in Verbindung stehen soll. Schnell ist der zur Rede gestellt. Doch als man in einer Kammer seines Hauses Bilder von toten Einheimischen entdeckt, die für ominöse Rituale verwendet werden, verhärten sich Gerüchte, dass sich hier wohl das Böse ins Dorf eingeschlichen haben muss.
 
 
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Eine traurige aber zugleich verwirrende Geschichte über Aberglauben und Traditionen. Es ist nicht leicht THE WAILING (der im Original übrigens GOKSUNG heißt) in eine Schublade zu pressen. Der viel gelobte Film trotz jeglichen Genre-Konventionen und funktioniert als Familiendrama ebenso gut, wie als Mystery-Horror oder Okkult-Thriller. Dabei stets allgegenwärtig: subtile Kritik am aktuellen Zeitgeschehen. So scheint im ländlichen Asien immer noch der Glaube in den Köpfen zu sitzen, dass Dämonen und Geister für Schicksalsschläge und Missetaten verantwortlich zeichnen. Statt nach wissenschaftlichen Erklärungen zu suchen, verkriecht man sich in die Welt der Mystik und Folklore. Relikte längst vergangener Zeiten, die offenbar immer noch in den südkoreanischen Bergen verankert sich, wo Fortschritt dem Aberglauben weichen muss. Genau jene Thematik macht sich THE WAILING zu eigen, der sich als schwer zu durchschauende Gruselgeschichte entpuppt, die vom Stilmittel der Desorientierung Gebrauch macht. Regisseur NA HONG-JIN experimentiert im dritten Langfilm mit buddhistischen aber auch christlichen Angstmotiven und stiftet damit Verwirrung. Lang bleibt nämlich unklar, was denn hier der Grund für seltsame Ereignisse ist. Haben die Geschehnisse eine rationell erklärbaren Hintergrund oder sind tatsächlich paranormale Kräfte am Werk. Die Antwort darauf wird erst in den letzten Minuten des knapp zweieinhalbstündigen Kinostücks gelüftet, an dem Filmemacher NA HONG-JIN nach eigener Aussage sechs Jahre tüftelte. Der hatte offenbar genug von actionlastigen Filmen, die gradlinig inszeniert eher einfache Gemüter befriedigen sollten. Nach den international erfolgreichen Actionfilmen THE CHASER und THE YELLOW SEA hegte er einen anderen Anspruch. Den hat er mit THE WAILING definitiv erreicht, denn mit diesem Filmepos findet er den Spagat vom actionlastigen Blockbusterkino hin zu dramaturgisch vertrackten und abstrakteren Themen.
 
 
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THE WAILING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 

Weniger Action, dafür mehr Hirn. Asiatischer Ausnahmefilm, der durch Komplexität und Tiefgang beeindruckt. Nach eher rasanten Thrillern, macht der südkoreanischen Regisseur NA HONG-JIN Ernst. THE WAILING – DIE BESESSENEN ist ein Gruselerlebnis par excellence. Was wie ein Mystery-Polizeikrimi beginnt, entwickelt sich schleichend zu einem verwirrenden Schauer-Albtraum, der die volle Konzentration seines Publikums beansprucht. Schlüssig ist hier auf den ersten Blick nichts. Wer sich aber unter die Oberfläche traut und forscht, bekommt einen der besten Genre-Vertreter zu sehen, die bis dato Südkorea hervorgebracht hat. Macher NA HONG-JIN hält im dritten Spielfilm das Spannungslevel konstant hoch. Was ist hier des Pudels Kern? Leicht durchschauen lässt sich THE WAILING nicht. Das Verwirrspiel hat Hintergrund, kritisiert Rassismus ebenso wie das sture Verharren in alten Traditionen. Offene Cineasten werden da hellhörig. Dennoch muss man schon eine gewisse Leidenschaft für fernöstliche Filme besitzen. Nicht jedem dürfte die langsame Erzählmethode und das Eintauchen in asiatischer Folklore zusagen.
 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Zensur

 
 
 
Wer von THE WAILING Blut und Gewalt erwartet, wird enttäuscht werden. Der Fokus liegt auf subtiles Grauen. Es gibt meist nur die Resultate von Gewaltakten zu sehen. Meist sind das ermordete Dorfbewohner, die von anderen Familienmitgliedern getötet wurden. Hierzulande hat das koreanische Gruseldrama in ungeschnittener Form eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Goksung; Südkoreak 2016

Genre: Drama, Grusel

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 156 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Making-of, Behind the Scenes, B-Roll, Interview, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet, Plakat

Release-Termin: 23.02.2018

 

The Wailing [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

The Wailing [Limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Mediabook

 
 
 
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THE WAILING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Tale of Two Sisters (2003)
 
I Saw the Devil (2010)
 
Manhole (2014)
 


Filmkritik: „The Crucifixion“ (2017)

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THE CRUCIFIXION

Story

 
 
 

Eine Reporterin will den mysteriösen Tod einer Nonne untersuchen und reist dafür nach Rumänien, wo sie mit dämonischen Vorfällen konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürfte jeder Horrorfilmfan mit ausgeprägtem Interesse fürs Genre früher oder später mit den Werken des XAVIER GENS in Berührung kommen. Der Franzose hat nämlich schon einige Streifen gedreht, die fürs Genre nicht unwichtig sind. So hat Gens mit dem ultrabrutalen FRONTIER(S) einen wichtigen Beitrag zur französischen Terrorwelle beigesteuert, die während der 2000er Jahre um die ganze Welt ging und sorgte mit einem Kurzfilm in THE ABCS OF HORROR dafür, dass dem Anthologie-Horror wieder frisches Leben eingehaucht werden konnte. Frisches Leben oder gar Neuerungen sucht man dagegen in THE CRUCIFIXION vergebens. In diesem weiteren Horrorfilm aus der Mache des französischen Filmemachers wurmt es gewaltig. Hier schlägt Gens nach knallharten Ausflügen ins Horror- und Actionfach ruhigere Töne an und lässt Horrorfans an ihrem Verstand zweifeln. Zu Recht, denn der Ausflug ins Exorzisten-Genre ist eine regelrechte Schlaftablette und sorgt mit schläfriger Inszenierung für Müdigkeitserscheinungen. Was den Gens da wohl geritten hat?
 
 
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In Rumänien geht ein mysteriöser Mordfall durch die Medien. Dort soll sich in einem kleinen Dorf schreckliches ereignet haben. Offenbar haben mehrere Geistliche den Tod einer Nonne im Zuge einer Teufelsaustreibung verursacht. Für die aufstrebende Journalistin Nicole Rawlins (SOPHIE COOKSON) ein gefundenes Fressen. Die wittert eine interessante Story und reist zum Ort des Geschehens, wo sie Ermittlungen anstellt. Leider will ihr anfangs niemand Rede und Antwort stehen. Doch die Reporterin bleibt hartnäckig und beginnt zu forschen, um die wahren Gründe für das Ableben der unschuldigen Frau in Erfahrung bringen zu können. Was sie dabei entdeckt, dürfte aber keinen Horrorfan hinter dem Ofen hervorlocken. Die Nonne war von einem bösartigen Dämon besessen, der immer noch im Dorf sein Unwesen treibt. Weil Nicole zu neugierig und unachtsam schnüffelt, macht sie bald selbst mit dem Bösen Bekanntschaft. Manchmal ist es eben besser seine Nase nicht in die Angelegenheiten fremder Menschen zu stecken.
 
 
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Man muss schon richtig ausgeschlafen sein, um THE CRUCIFIXION wach überstehen zu können. Der Film ist um Spannung bemüht, kränkelt aber unter permanenter Ideenarmut und einer ereignisarmen Handlung, die zu keiner Minuten packen will. THE CRUCIFIXION hat nichts Neues zu bieten und schielt lieber zu den ganz großen Klassikern des Exorzisten-Genre. So bekommt man mal wieder vom Teufel besessene Protagonisten vor die Linse, die in der Luft schweben und sich vor Schmerzen winden, sobald ihnen Priester fromme Bibelverse vorlesen. Ausgelutschte Exorzismus-Klischees gibt es hier zuhauf. Die geben dem tempofreien Mysterythriller den Rest, der immerhin um die Aufmerksamkeit der Zuschauer bemüht ist. Sobald die ohnehin schon schleppende Handlung auf der Stelle verharrt, schallen laute Schreckmomente aus dem Fernsehapparat, die offenbar nur deshalb eingespielt werden, um den unaufmerksamen Zuschauer aus dem Schlaf zu reißen. Ob ein so unsanftes Wecken gut ankommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, mit THE CRUCIFIXION bekleckert sich XAVIER GENS definitiv nicht mit Ruhm, auch wenn seine gemächlich erzählte Detektivgeschichte mit stimmigen Bildern überrascht, die unbedingt Lust auf einen Rumänien-Urlaub machen.
 
 
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THE CRUCIFIXION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Generischer Exorzisten-Schnarcher von einem Filmemacher, der es eigentlich besser kann. Der französische Regisseur XAVIER GENS dreht mit THE CRUCIFIXION einen Gang runter und macht einen Abstecher ins Exorzistenfach. Wer aber nach mehr oder weniger brutalen Beiträgen auf einen Film im gleichen Schlag hofft, wird schnell enttäuscht werden. THE CRUCIFIXION ist langweilig, nicht gerade originell und dazu auch noch frei von Logik. So sprechen im Film rumänische Priester und einfache Landleute im Hinterland fließend Englisch. Als wäre das nicht schon seltsam genug, will eine ausländische Reporterin auf Biegen und Brechen einen mysteriösen Mordfall lösen. Aufgeklärte Horrorfilmfans dürften nach dem Warum forschen, zumal schnell offensichtlich wird, dass sich die unvorsichtige Detektivin mit ihrer selbstlosen Tat sprichwörtlich selbst in Teufels Küche bringt. Angeblich wurde THE CRUCIFIXION von einem wahren Fall aus dem Jahre 2004 inspiriert. Da mittlerweile jeder zweite Horrorfilm mit Echtheitszertifikat wirbt, will diese einfältige Marketingmasche leider nicht mehr so gut zünden. Der Zuschauer ist nicht auf den Kopf gefallen, dürfte aber schnell Kopfschmerzen von dem bekommen, was XAVIER GENS mit THE CRUCIFIXION zumutet. So werden Szenen bis zum Erbrechen wiederholt, damit der Streifen erst gar nicht in Gang kommt, aber seiner Laufzeit von 90 Minuten erreicht. Manch anderer Filmemacher hätte aus gleichem Stoff wohl einen Kurzfilm gemacht. THE CRUCIFIXION ist eine Gurke vor dem Herrn. Würde dieser Film nicht von einer der großen Hoffnungen modernen Horrorkinos kommen, wäre es wohl nicht so traurig.
 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Zensur

 
 
 
THE CRUCIFIXION hat außer den typischen Exorzismusmomenten, in denen Menschen mittels Bibelsprüchen der Teufel ausgetrieben wird, keine Gewaltszenen zu bieten. Demzufolge hat der Okkult-Horror ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Crucifixion; Großbritannien, Rumänien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover (alternatives Filmmotiv)

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 01.02.2018

 

The Crucifixion [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
 
Der Exorzist III (1989)
 
The Atticus Institute (2015)
 
The Rite – Das Ritual (2011)
 


Filmkritik: „Amityville: The Awakening“ (2017)

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AMITYVILLE: THE AWAKENING

(AMITYVILLE: THE LOST TAPES)

Story

 
 
 

Vierzig Jahre nach dem grausamen Massaker an einer Familie im berüchtigten Amityville-Spukhaus zieht dort eine neue Familie ein und bekommt es bald mit dunklen Mächten zu tun.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Kritik

 
 
 
Es gibt wohl keinen anderen Horrorfilm, der mittlerweile so viele Fortsetzungen spendiert bekommen hat, dass wohl die meisten Gruselfans so langsam den Überblick verloren haben dürften. Mit 19 Verfilmungen gehört die Geschichte um das Spukhaus im amerikanischen Amityville zu einem der meistverfilmtesten Horrorfilmthemen aller Zeiten und das, obwohl sich die Filmserie bisher nicht sonderlich weiterentwickelt hat. Auch Verfilmung Nummer 19 macht da keine Ausnahme. Die schimpft sich AMITYVILLE: THE AWAKENING und schaut nach vielen Billigproduktionen der Horrorhaus-Reihe immerhin mal wieder nach etwas aus. Der Grund: Hollywoodproduzent JASON BLUM und die BRÜDER WEINSTEIN haben Geld lockergemacht. Leider schien man mit dem fertigen Ergebnis nicht sonderlich zufrieden gewesen zu sein. AMITYVILLE: THE AWAKENING hat nämlich eine beinahe schon lächerliche Veröffentlichungsodyssee hinter sich und wurde mehrfach verschoben, so dass kaum noch jemand an eine Veröffentlichung glaubte hat.
 
 
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So wurde der Spuk-Horror bereits 2014 fertiggestellt und sollte im darauf folgenden Jahr in die Kinos kommen. Daraus wurde aber nichts. Offenbar hatte man wenig bis überhaupt kein Vertrauen in die Qualitäten der genannten Fortsetzung. Deshalb ordnete man Nachdrehs an, überarbeitete den kompletten Film und schnitt ihn auf eine jugendkonforme PG13-Fassung herunter, um so möglichst viel Umsatz generieren zu können. Nach etlichen Verschiebungen kam er dann drei Jahre nach Fertigstellung endlich in die amerikanischen Kinos – wenn auch nur in limitierter Form. Das Resultat ist angesichts des großen Trubels um den Film nicht der Rede wert. AMITYVILLE: THE AWAKENING ist ein beliebiger Spukhausfilm von der Stange, der kaum Originalität besitzt. Da fragt man sich doch glatt, was die Produzenten an der ersten Filmversion zu bemängeln hatten. Angesichts der Umstände wäre interessant zu erfahren, wie die ursprüngliche Fassung zusammengeschnippelt wurde. Vielleicht wird diese irgendwann kommen. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, wenn Regisseure Jahre nach der Kinofassung den obligatorischen Director’s Cut nachschieben. In den meisten Fallen war der besser, als die von Studio oder Produzenten geforderte Filmversion. Man darf doch wohl noch träumen dürfen.
 
 
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AMITYVILLE: THE AWAKENING oder AMITYVILLE: THE LOST TAPES – so wie der Film eigentlich heißen sollte – war wegen der Erfolge von PARANORMAL ACTIVITY anfangs als Found-Footage-Grusler angedacht. Weil ab 2011 langsam keiner mehr Wackelcam-Filme sehen wollte, wurde das Drehbuch kurzerhand umgeschrieben und die Found-Footage-Zutat gestrichen. Nun erzählt der 19. Ableger der Gruselhaus-Serie von einer vom Schicksal gebeutelten Familie, die einen Neustart wagt. Sie zieht in die berüchtigte Horrorbude ein, in der vor vierzig Jahren ein 23-jähriger die gesamte Familie ermordete, weil es ihm dämonische Stimmen befohlen haben. Der Grund: nach einem Sturz aus dem Fenster liegt der Teenager James im Koma. Damit Mutter Joan mehr Geld übrig hat für die Pflege des Jungen hat man sich für den Umzug in das Gruselgemäuer entschieden, weil es günstig zu haben war. Natürlich passieren bald seltsame Dinge. Der Patient wacht aus seinem Koma auf und erfreut sich bald bester Gesundheit. Horrorfilmkenner wissen, dass dieser Zustand nicht von Ungefähr kommt. Das Haus und seine dämonischen Bewohner stecken dahinter und wollen für Unheil sorgen. Gott sei Dank ist die heranwachsende Belle nicht auf den Kopf gefallen. Die riecht den Braten und versucht schlimmstes zu verhindern. Klingt konventionell und ist es natürlich auch.
 
 
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Visuell macht es AMITYVILLE: THE AWAKENING der Neuverfilmung von THE AMITYVILLE HORROR aus dem Jahre 2005 gleich. Die Filme sind von der Optik her aus einem Guss und überzeugen durch finstere Bilder und jede Menge plakative Schreckmomente. Interessant ist aber, dass der hier vorgestellte Film alle bisherigen Verfilmungen über das Amityville-Horrorhaus leugnet. Regisseur FRANCH KHALFOUN knüpft mit AMITYVILLE: THE AWAKENING vierzig Jahre nach den wahren Begebenheiten im amerikanischen Amityville an und ließ sich den Spaß nicht nehmen, den Originalfilm von 1979 zu erwähnen. Den schauen sich die Protagonisten im Film an und ziehen danach Parallelen zu Vorfällen, die ihnen nun so ähnlich im Haus widerfahren. So wird der komatöse James aus unerklärlichen Gründen wieder gesund, um anschließend von Dämonen getrieben die eigene Familie auszulöschen. Dessen Mordversuch ist auch schon die eigentliche Quintessenz genannten Horrorstreifens. Während die erste Filmhälfte mit viel Leerlauf und konventionellem Einheitsbrei zu kämpfen hat, wird in den letzten dreißig Minuten an der Spannungsschraube gedreht. Offenbar dürfte es sich hier noch um fast unangetastete Fragmente der ersten Filmversion handeln, denn das schaurige Finale tritt weit weniger holprig in Erscheinung, als der traurige Rest von AMITYVILLE: THE AWAKENING. Leider sieht man dem Streifen nachträgliche Gewaltkürzungen an, um ein PG-13 erreichen zu können. Gerade im Schlusskampf wird krampfhaft weggeblendet, wenn der besessene James mit dem Schrotgewehr durchs Haus saust, um die Liebsten zu töten. Das stößt bei jenen bitter auf, die schon seit über drei Jahren vergebens auf die Veröffentlichung des Gruselfilms gewartet haben. Zwar ist AMITYVILLE: THE AWAKENING immer noch besser, als all die minderwertigen Low-Budget-Ableger der letzten Jahre. Angesichts der Tatsache, was machbar gewesen wäre, ist der 19. Film der Reihe dann doch eine Enttäuschung. Der wenig geübte Mainstram-Zuschauer kommt auf seine Kosten. Wer schon ein paar Horrorfilme über Spukhäuser gesehen hat, winkt dankend ab. Zu Recht!
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell ansprechender Gruselfilm mit spannendem Finale und einigen gut sitzenden Schockmomenten. Dennoch: Was 2011 als unheimliche Erforschung des Amityville-Mythos angedacht war, ist weit konventioneller als erwartet. AMITYVILLE: THE AWAKENING ist ziemlich holprig, was wohl auf die desaströse Entstehungsgeschichte des Films zurückzuführen sein dürfte. Ansonsten ist der mittlerweile schon 19. Film der Amityville-Reihe kaum der Rede wert. Er spult im Grunde genommen das ab, was man schon so ähnlich im Originalfilm und dem Remake von 2005 gesehen hat. Höhepunkt ist dabei das düstere Finale in dem endlich auch einmal Horror zelebriert wird. Davor gibt es nur zähen Budenzauber und viele unnötige Szenen zu sehen, die dem Horrorfan schon im Trailer gezeigt wurden. Regisseur FRANCH KHALFOUN dürfte genauso enttäuscht über das Resultat gewesen sein, wie der Zuschauer. Der Filmemacher hat nämlich ein talentiertes Händchen fürs Angstmachen und schon deftiges Zeug fürs Kino gemacht. Darunter das gelungene Remake zum Kulthorror MANIAC und den Parkhaus-Thriller P2 – SCHREIE IM PARKHAUS. Weil JASON BLUM und DIMENSION FILM nicht mit dem fertigen Amityville-Film zufrieden waren, musste der Regisseur seine Visionen verwerfen und nach den Wünschen der Auftraggeber neudrehen und umschneiden. Das Resultat entspricht demzufolge nicht mehr dem, was FRANCH KHALFOUN eigentlich verfilmt hat. Der Albtraum eines jeden Filmemachers.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Zensur

 
 
 
In AMITYVILLE: THE AWAKENING werden zwei Protagonisten am Ende erschossen. Leider passiert das im Off – vermutlich auch deshalb, weil man in Amerika bereits geschnitten hat, um eine jugendkonforme Fassung fürs Kino zu erhalten. Blut sucht man – mal abgesehen von einer Kopfwunde – demnach vergebens. Das dürfte auch hierzulande eine FSK16 sicher machen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Dimension Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 


Filmkritik: „Annabelle 2“ (2017)

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ANNABELLE 2

(ANNABELLE: CREATION)

Story

 
 
 

Die unheimliche Puppe mit den langen Zöpfen ist wieder da. Diesmal versucht sie Waisenkindern in einem abgelegenen Farmhaus das Fürchten zu lehren.

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Kritik

 
 
 
Mittlerweile blickt keiner mehr durch. Seit Jahren sind in Hollywood nicht mehr nur Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilme Mode. Die Traumfabrik hat neue Wege gefunden, um den spendablen Kinogängern noch mehr Geld aus den Taschen ziehen zu können. Einer derer nennt sich Spin-Off und hat sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt mit dem sich gut Zaster verdienen lässt. Dabei handelt es sich um Ableger bekannter Filme aus denen ein Nebenstrang oder eine Figur entnommen wurde, um daraus einen eigenen Film zu machen. So geschehen mit ANNABELLE – einem Horrorfilm von 2014 in dem eine gruselige Puppe ihr Unwesen trieb, die zuvor in einem anderen Horrorfilm mit dem Titel THE CONJURING Erwähnung fand. Die war dort nur wenige Minuten zu sehen, ließ aber tausende Kinofans erschaudern, weshalb sich das Produktionsstudio dazu entschloss dem unheimlichen Spielzeug einen eigenen Film zu spendieren. Der wurde produziert, kam aber nicht sonderlich gut an. Dennoch spielte ANNABELLE genug an den Kinokassen ein und musste fortgesetzt werden. Hollywood ist manchmal so durchschaubar.
 
 
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Die Fortsetzung zu ANNABELLE erzählt – wie’s aktuell im Horrorbereich Trend ist – die Vorgeschichte zum Originalfilm. Dabei werden die Ursprünge der schaurigen Puppe beleuchtet, die von einem bösen Dämon besessen ist, der nur Unruhe stiften will. Alles beginnt im Jahr 1943, wo es das Schicksal mit Puppenmacher Samuel Mullins und dessen Frau Esther nicht sonderlich gut meint. Die geliebte Tochter Annabelle wird von einem Auto überfahren und stirbt am Unfallort. Weil die Trauer über den Verlust unerträglich ist, beschließt das Paar einer geheimnisvollen Präsenz die Erlaubnis zu erteilen, in einen Puppenkörper schlüpfen zu dürfen, die seit dem Tod der kleinen Tochter durchs Haus geistert. Leider wird den Eheleuten bald klar, dass jener Geist nicht die kleine Annabelle ist von der sie gehofft hatten, dass sie zurückgekehrt ist. Ein boshafter Dämon nutzt die Gunst der Stunde, um einen Weg in die Welt der Lebenden zu finden. Gott sei Dank kann das Vorhaben gestoppt werden. Die Puppe wird in einen geheimen Raum gesperrt von wo aus das Böse kein Unheil mehr anrichten kann. Zwölf Jahre später geht der Spuk in die nächste Runde. Einige Waisenkinder machen es sich im Haus erwähnter Farmleute gemütlich und bringen wieder Leben in die Hütte. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei. Eines der Kinder stößt bei Entdeckungsreisen durch das Anwesen auf das Versteck der Puppe und weckt so den Dämon aus seinem Schönheitsschlaf. Der hat jetzt keine Lust mehr nur im Puppenkörper zu hausen und versucht sich dem Körper der ahnungslosen Janice zu bemächtigen. Zusammengefasst: Nichts Neues von der Geisterfront.
 
 
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Und täglich grüßt das Murmeltier. ANNABELLE 2 macht visuell eine beachtliche Figur, erfindet das Gruselrad aber nicht neu. Der Film spult im Grunde genommen gleiches Schema ab, das bereits im Puppen-Vorgänger und den von JAMES WAN inszenierten CONJURING-Streifen Verwendung fand. So sorgen dämonische Kräfte für lauten Radau, kennen aber offenbar keine Abwechslung. Das dürfte erfahrene Zuschauer schnell unterfordern, denn die werden hier von einem Schockmoment zum nächsten getrieben und folgen dabei immer gleichen Szenenabläufen in denen Protagonisten von bösen Kräften überrascht werden und es anschließend mit der Angst zu tun bekommen. Große Gruselkunst sieht anders aus, zumal der Streifen erst spät einen Weg aus der monotonen Dauerschleife findet und endlich beginnt seine Geschichte zu erzählen. Die passt auf einen Bierdeckel und reduziert sich auf Rückblenden in denen erläutert wird, wie es dazu kam, dass böse Mächte in die Puppe geschlüpft sind. Immerhin wird Spuk aus der Gruselhochglanzbroschüre geboten – was anderes hätte man von einem Film auch nicht erwartet, der von einem namhaften Studio wie NEW LINE CINEMA produziert wurde. Regisseur DAVID F. SANDBERG beweist nach LIGHTS OUT erneut Talent für schaurige Atmosphäre und hat ein Händchen für altmodischen Grusel. Letzterer erinnert gern mal an Old-School-Horror der 1970er, wo es Okkult, Spuk- und Geisterfilme ziemlich oft auf die große Leinwand geschafft haben.
 
 
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ANNABELLE 2 – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Schöne Verpackung, enttäuschender Inhalt. ANNABELLE 2 sieht Bombe aus und hat fiese Schockmomente zu bieten, die zweifelsohne im Sessel zusammenzucken lassen. Damit macht der Gruseltrip das wieder gut, was Zuschauer am Vorgängerfilm bemängelt haben. Dennoch mangelt es auch dem Prequel an Originalität oder Neuerungen, denn sonderlich viel Neues passiert in den knapp 100 Minuten Spielzeit leider nicht. Die Handlung wird mit immer gleichen Szenenabläufen gefüllt, die einzig darauf aus sind mit hinterlistigen Jump Scares zu erschrecken. Hin und wieder gelingt dem Streifen das auch ganz ordentlich, obwohl Gezeigtes nicht mehr viel mit den angeblich wahren Ereignissen am Hut hat, die um die Puppe ranken. ANNABELLE 2 zeigt nichts, was man nicht auch schon im Vorgänger zu sehen bekommen hat und besitzt zudem auch offensichtliche Logikschwächen und Ungereimtheiten. Das mag für alte Horrorkenner schnell zum Geduldsspiel werden, weil sich ANNABELLE auch noch ziemlich gemächlich bis zum Finale schleppt und lange benötigt, bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Schön ist dennoch, dass man einen Bogen zum ersten Teil zieht. Das Ende von ANNABELLE 2 knüpft nämlich genau dort an, wo der Vorgänger vor einigen Jahren begonnen wurde. Trotzdem sind wir der Meinung, dass man es bei zwei Filmen belassen und die ANNABELLE-Gruselakten schließen sollte. Jede weitere Fortsetzung wäre überflüssig. Vermutlich wird das aber die Traumfabrik nicht davon abhalten, die Kuh weiter zu melken – und sei’s nur für den Videomarkt. Aufgrund der enormen Beliebtheit des CONJURING-Universums dürfte ein dritter Teil nicht lange auf sich warten lassen. Der dürfte sich perfekt in jene Liste von Ablegern einreihen, die Hollywood noch auf der Umsetzungsliste stehen hat. Schenkt man nämlich Informationen im Internet Glauben, sollen weitere Kreaturen aus dem CONJURING-Streifen in eigenen Filmen auftauchen. Ob die Erschaffung eigener Filmuniversen ein neuer Trend im Kino ist? Man darf davon ausgehen. Der Studio-Gigant UNIVERSAL PICTURES hat nämlich Ähnliches vor. Mit dem DARK UNIVERSE will das Filmstudio Urgesteine des Horrorfilms in einem Universum vereinen. Demzufolge wird es in naher Zukunft ein Aufeinandertreffen zwischen der Mumie, Frankenstein oder dem Wolfsmenschen geben. Sachen gibt’s, die braucht kein Mensch.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Zensur

 
 
 
ANNABELLE 2 hält sich mit Schauwerten bedeckt. Ein Kind wird im Off überfahren und ein Auge wird im Off ausgekratzt. Zudem wird einem der Protagonisten sprichwörtlich die Lebensenergie ausgesaugt. Der einzige Gewalteffekt begrenzt sich auf eine Filmfigur, die an eine Wand genagelt wird und der der Unterleib abgetrennt wurde. Ansonsten wird sich in erster Linie auf Schreckmomente konzentriert. Im Kino lief ANNABELLE 2 frei ab 16 Jahren. Gleiche Freigabe hat auch die Heimkinoauswertung erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Annabelle 2 Bluray

(c) Warner Home Video (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Annabelle: Creation; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Atmos 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Kommentar des Regisseurs, Directing Annabelle, The Horror Continues, Horror Shorts: Attic Panic and Coffer, Deleted Scenes

Release-Termin: 18.01.2018

 

Annabelle 2 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Warner Bros. Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dolly Dearest (1991)
 
Annabelle (2014)
 
Ouija – Ursprung des Bösen (2016)
 
Robert the Doll (2015)
 


Filmkritik: „Darkness Rising“ (2017)

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DARKNESS RISING

Story

 
 
 

Manchmal ist es besser, wenn man die Vergangenheit ruhen lässt. Eine Erkenntnis, die der Heldin von DARKNESS RISING leider zu spät kommt.

 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Kritik

 
 
 
Wenn es im Horrorfilm spukt, dürfte den meisten Genre-Liebhabern wohl folgender Streifen zurück in Erinnerung gerufen werden: THE AMITYVILLE HORROR. Hier wurde schaurig auf die Leinwand gebracht, was sich 1974 tatsächlich im amerikanischen Amityville ereignet haben soll. In einer kühlen Novembernacht erschoss ein junger Mann die ganze Familie und erläuterte vor Gericht, dass er zum Zeitpunkt der Morde von Dämonen besessen gewesen sei. Der Fall erregte internationales Interesse in den Medien und wurde Jahre später von Hollywood verfilmt. THE AMITYVILLE HORROR wurde – trotz Schwächen – zum kommerziellen Erfolg und lies Fortsetzungen folgen, über die man mittlerweile die Übersicht verloren haben dürfte. Irgendwo im Haunted-House-Genre beheimatet ist auch der folgende Gruselhausfilm, dessen Inhaltsangabe sich bei genauerer Betrachtung irgendwie so liest, als habe man hier eine weitere Fortsetzung über das berüchtigte Horrorhaus in Amityville gedreht. Verantwortlich zeichnet AUSTIN READING, der bisher kaum Multiplex-Ware gedreht hat, sondern nur Fast-Food fürs Fernsehen. Die Kino-Unerfahrenheit merkt man auch dem Horrorfilm DARKNESS RISING an. Der erinnert nämlich stark an TV-Futter und wurde in Amiland verständlicherweise gleich für den Heimkinomarkt veröffentlicht. Dort dürfte er wohl kaum auffallen. Der Grund: DARKNESS RISING hebt sich kaum von den üblichen Konsorten ab. Das hat man alles schon mal besser gesehen.
 
 

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Ein beliebtes Thema in Horrorfilmen: Spukhäuser. In DARKNESS RISING macht Madison (TARA HOLT) Bekanntschaft mit derartigem Gemäuer. Die kehrt nämlich nach langer Zeit zurück zum Haus der Eltern, weil es abgerissen werden soll. Seit der Kindheit leidet sie an einem Trauma. Das ist nicht unbegründet, denn als Kind hat die attraktive Frau Schlimmes erlebt. Offenbar litt die Mutter an psychischen Problemen, weshalb sie auf bestialische Weise eines ihrer Kinder ermordete und sich anschließend selbst in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Um Erlebtes aufzuarbeiten, soll ein letzter Besuch im alten Zuhause helfen. Doch der verwandelt sich bald zum Albtraum. Kaum mit Cousine Izzy (KATRINA LAW) und dem Verlobten Jake (BRYCE JOHNSON aus WILLOW CREEK) das Anwesen betreten, passieren dort mysteriöse Dinge. Erst sind es seltsame Visionen, die der Traumatisierten Angst bereiten. Später ziehen Hunde ums Haus, die die Besucher nicht gehen lassen wollen. Was liegt hier im Argen? Die Antwort darauf ist nicht schwer zu erraten. Das schmucke Anwesen in DARKNESS RISING führt ein Eigenleben und hat ganz eigene Pläne mit den ahnungslosen Protagonisten. Herrje!
 
 

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Willkommen zu unabhängig produziertem Indie-Kino, das eigentlich kein Mensch braucht. DARKNESS RISING ist weit weg von gut, denn der Film besitzt nichts, was in Erinnerung bleibt. Geboten werden langweilige Charaktere, eine dumme Geschichte und auf gruselig getrimmte Horror-Elemente, die keinen Preis für Originalität gewinnen dürften. Drehbuchautor VIKRAM WEET macht es dem Zuschauer nicht leicht. Der fade Mix aus EVIL DEAD und THE AMITYVILLE HORROR braucht nämlich lange, bis er an Tempo gewinnt. Dabei verläuft alles nach klassischem Aufbau. An Überraschungen hat man nicht gedacht. Hier ein paar seltsame Stimmen, dort plötzlich besessene Helden, die von finsteren Mächten gelenkt werden. DARKNESS RISING macht viel Lärm um nichts und zögert künstlich hinaus, bevor endlich die Katze aus dem Sack gelassen wird. Was hat es mit dem schaurigen Haus auf sich? Die Frage darauf gilt es zu ergründen. Damit lässt sich der Streifen viel Zeit und macht so den Zuschauer müde. Warum müssen Geister und Spukhäuser eigentlich immer Spiele mit ihren Opfern spielen? Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, werden in der Regel Geheimnisse gewebt. Das ist auch in DARKNESS RISING der Fall, der erst kurz vor Ende zu verstehen gibt, warum hier Spuk-Theater veranstaltet wird. Die Erklärungen sind fadenscheinig und machen bei genauerer Untersuchung keinen plausiblen Sinn. Ein Grund mehr sich lieber mit besseren Horrorfilmen zu beschäftigen.
 
 

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DARKNESS RISING – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
STEPHEN KINGS CUJO trifft auf EVIL DEAD und AMITYVILLE HORROR. DARKNESS RISING erweckt den Anschein, als habe hier jemand schnell etwas zu Papier gebracht, das verfilmt werden musste, um flink Kasse machen zu können. Viel Herzblut wurde nicht investiert, denn frische Ideen sucht man vergebens. Alles läuft nach bekanntem Schema für Filme ab in denen Spuk- und Geisterhäuser eine Rolle spielen. Das macht den Streifen nicht sonderlich spannend und raubt den Zuschauer Nerven. Letzteres geht auch auf das Konto von Schauspielerin TARA HOLT. Die blüht in ihrer Rolle als permanent winselnde und hysterisch jammernde Filmheldin auf und stellt so die Geduld des Publikums auf eine harte Probe. Doch damit nicht genug. Auch die Geschichte verlangt nicht viel ab. Die behäbige Inszenierung erinnert an TV-Filme und quält sich mit kammerspielartiger Machart durch drei Seiten Drehbuch, die künstlich auf Spielfilmlänge geblasen wurden. Warum schreibt man keine gruseligen Horrorgeschichten mehr? Statt unheimlicher Angstmacher wird mittlerweile nur noch konventioneller Zelluloid-Blödsinn für den Videomarkt produziert, der längst die eigentlichen Absichten von Horrorfilmen aus den Augen verloren hat. Eine erschreckende Entwicklung.
 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Zensur

 
 
 
DARKNESS MIDNIGHT hat kaum Schauwerte zu bieten. Das dürfte zur Folge haben, dass der Streifen hierzulande eine FSK16 erhalten wird – insofern er hier überhaupt veröffentlicht werden sollte.
 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 

Demonic (2015)

 

Gallows Hill (2013)

 

Farhope Tower (2015)

 

The Axe Murders of Villisca (2016)

 


Filmkritik: „The Bride“ (2017)

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THE BRIDE

(NEVESTA)

Story

 
 
 
Post-mortem-Fotografie und ihre Folgen: Auf einem abgelegenen Landsitz soll die Hochzeit eines verliebten Pärchens gefeiert werden. Leider entwickelt sich die Feier zu einem Albtraum aus dem es bald kein Erwachen mehr gibt.

 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig bei FILMCHECKER liest, hat vermutlich schon mitbekommen, dass wir gern auch mal über den Tellerrand schauen. So finden nicht nur Horrorfilme aus Übersee bei uns Beachtung. Ab und an erhalten wir auch Ansichtsexemplare von Filmen aus Ländern, von denen man bisher nicht einmal wusste, dass dort Horrorfilme produziert werden. Dabei ist uns in letzter Zeit vor allem Russland positiv aufgefallen, wo man offenbar am Horrorgenre Gefallen gefunden hat und gern mal schaurigen Filmstoff dreht, der auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet. Zuletzt war das bei Filmen wie PARANORMAL DRIVE, DIE DUNKLE GRÄFIN oder auch DER FLUCH DER HEXE – QUEEN OF SPADES der Fall. Zu genannten Angstmachern gesellt sich nun ein weiterer. Der nennt sich THE BRIDE und sorgt bereit mit einem furchteinflößenden Trailer für Gänsehaut. Gute Aussichten also. Nur, ob der Streifen auch das halten kann, was der unheimliche Werbefilm verspricht?
 
 
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Hochzeit mit Komplikationen und unheimliche Familientraditionen. Die attraktive Nastya und ihr Verlobter Ivan schweben im siebten Himmel. Deshalb soll jetzt auch der Bund der Ehe eingegangen werden. Doch die Hochzeit soll besonders werden. Deshalb hat man sich für Zeremonie und Feier das abgelegene Grundstück von Ivans Familie ausgesucht. So weit, so gut. Leider kommt natürlich alles anders – schließlich ist THE BRIDE ein Horrorstreifen und kein Liebesfilm. So verhält sich die Familie des Angebeteten plötzlich alles andere als normal. Da wird hinter Türen geheimnisvoll geflüstert und getuschelt. Offenbar soll der verunsicherten Nastya etwas verheimlicht werden. Die forscht nach und macht eine schreckliche Entdeckung. Hier soll keine Hochzeit gefeiert werden. Die Familie plant eine Willkommensfeier der etwas anderen Art. Was das genau bedeutet, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Für die nichtsahnende Heldin von THE BRIDE entwickelt sich dieser Landausflug zumindest zum Albtraum. Als hätte man es geahnt.
 
 
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THE BRIDE (oder NEVESTA – so wie der Streifen in Russland vermarktet wird) ist kurzweiliges Gruselvergnügen, das Grauen langsam heraufbeschwört und erst im Finale das Gruselfeuerwerk aus der Effektkiste kramt. Damit macht es der russische Geisterfilm dem internationalen Gruselmarkt gleich, wo zuletzt mit Horrorhits wie THE CONJURING, INSIDIOUS oder OUIJA – URSPRUNG DES BÖSEN Kinokassen klingelten, weil dort nach ähnlichem Prinzip Gänsehaut beschert wurde. Apropos international: THE BRIDE macht auch in visueller Hinsicht eine souveräne Figur. Mit atmosphärischen Hochglanzbildern erinnert das Schauermärchen an konventionellen Gruselkram namhafter Studios aus Amerika, die regelmäßig ästhetisch gefilmten Schrecken nach stets gleichem Schema herstellen, um Zuschauer nicht zu überfordern. Vermutlich war das im Falle von THE BRIDE Taktik. Der Film schaut erschreckend amerikanisch aus. Wohl ein cleverer Schachzug der Macher, um den Streifen auf dem Weltmarkt besser verkaufen zu können. Ein guter Plan. THE BRIDE konnte in viele Länder verkauft werden und hat’s neben Deutschland sogar bis nach Mexiko und Argentinien geschafft. Das schaffen nur ausgewählte Horrorfilme.
 
 
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Trotz bekannter Gruselpfade und amerikanischer Horror-Optik ist THE BRIDE nicht zwangsläufig schlecht. Der von SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY inszenierte Geisterstreifen erfindet das Rad zwar nicht neu, macht aber seine Sache ganz gut. Langsam wird hier Spannung aufgebaut und die Möglichkeiten von Klangteppich und Ausleuchtung dafür verwendet, um merklich gruselige Stimmung entstehen zu lassen. Das lenkt von der vorhersehbaren Geschichte ab, die dann doch reichlich früh durchschaut werden kann, weil bereits im Prolog zu viel verraten wird. Übrigens ist Macher SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY im Horrorbereich kein Unbekannter. Der hat bereits vor THE BRIDE einen Horrorstreifen nach amerikanischem Vorbild gedreht, welcher unter dem Titel DER FLUCH DER HEXE – QUEEN OF SPADES zum russischen Kinohit avancierte. Auch dort ging es nicht minder schaurig zu. Ganz zum Leidwesen seichter Gemüter, die dem russischen Filmemacher offenbar besonders am Herzen liegen. Die werden auch in THE BRIDE mit fiesen Schreckmomenten um den Schlaf gebracht. Das nämlich kann Herr SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY besonders gut.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Geisterfilm nach amerikanischem Vorbild. Ja, Fans von so ästhetisch gefilmten und stimmungsvoll erzählten Gruselhits wie THE CONJURING und Konsorten sind hier an der richtigen Adresse. Der russische Filmemacher SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY hat seine Hausaufgaben gemacht und viele effektreiche Schauerproduktionen studiert, die gern mal in der Traumfabrik für kleines Geld produziert werden. Demzufolge verwundert es wenig, dass THE BRIDE eher den Anschein erweckt, als hielte man hier eine amerikanische Produktion in den Händen und keine aus Russland. Wer daher im Horrorkino Wert auf Schreckmomente und schaurige Stimmung legt, ist hier genau richtig. Der Film hat alles, was man von gruseligen Horrorfilmen neueren Datums erwartet. So darf man sich auf düstere Stimmung, unheimliche Geräuschkulisse und langsam aufbauenden Spannungsbogen freuen. Nur beim Blutzoll müssen Abstriche gemacht werden. Aber den erwartet man von einem atmosphärisch erzählten Geisterfilm ohnehin nicht unbedingt. Bei so viel Lob sollte jedoch erwähnt werden, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Trotz makelloser Fassade wurmt es im Drehbuch. THE BRIDE hinterlässt leider (Er)Klärungsbedarf. So bleibt weitestgehend ungeklärt, was der Budenzauber unterm Strich eigentlich soll, der am Ende laut und tobend im Film zelebriert wird. Vermutlich brauchte man noch Stoff für eine mögliche Fortsetzung. Es würde nicht wundern, wenn die auch noch kommt.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Zensur

 
 
 
In THE BRIDE gibt es eigentlich gar kein Blut zu sehen. Hier werden seltsame Rituale vollzogen, die aber keine Schauwerte besitzen. Gewalttechnisch gibt es nur einen Einschuss in einen Körper zu sehen. Weiterhin wird ein Mensch zu einer lebenden Fackel umfunktioniert. Das war’s. Hierzulande hat THE BRIDE eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Nevesta; Russland 2017

Genre: Horror, Thriller, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.07.2017

 

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THE BRIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Still (2014)
 
Dibbuk – Eine Hochzeit in Polen (2015)
 
Conjuring 2 (2016)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Don’t Knock Twice (2016)
 
The Devil’s Hand (2014)
 


Filmkritik: „Demon Girl“ (2016)

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DEMON GIRL

(HOUSE ON WILLOW STREET | FROM A HOUSE ON WILLOW STREET)

Story

 
 
 

Vier Kleinkriminelle planen einen großen Coup. Leider müssen sie schnell einsehen, dass es auch Dämonen missfällt, wenn man gegen Gesetze verstößt.

 
 
 


 
 
 

DEMON GIRL – Kritik

 
 
 
Wenn vermeintliche Bösewichte selbst zu Gejagten werden. Das ist guter Stoff für fiese Horror-Unterhaltung von der man sich doch gern berieseln lassen möchte – vor allem wenn ein „Haus“ im Titel auf bösartige Gruselunterhaltung hoffen lässt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in unscheinbaren Häusern an reißerisch bezeichneten Straßen und Plätzen nicht selten das Böse zu Hause ist. So passiert im Mysterythriller THE HOUSE ON PINE STREET, dem Rache-Schocker LAST HOUSE ON THE LEFT oder dem Psychopathen-Grusler HOUSE AT THE END OF THE STREET, wo sich in abgelegenen Anwesen schockierende Dinge ereignet haben. Auch FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – der hierzulande unsinnigerweise in DEMON GIRL umgetauft wurde – lockt mit vielversprechender Titelgebung und springt auf den „House“-Zug auf. Doch diesmal sollte man nicht zuviel erwarten. Professionelle Optik macht das Fan-Herz weich. Forscht man aber tiefer, tritt schnell Ernüchterung ein, denn DEMON GIRL ist weit weg von perfekt. Regisseur ALASTAIR ORR zeichnet verantwortlich. Der kommt aus Südafrika und hat scheinbar Gefallen am Horrorfach gefunden – zumindest legt das die bisherige Filmografie nahe. Mit einem hastig zusammengeschnippelten Trailer soll neugierig auf DEMON GIRL gemacht werden. Leider verbrät man darin gleich die besten Szenen, weshalb enttäuschte Gesichter vorprogrammiert sind. Nach der Dschungel-Kreaturen-Gurke INDIGENOUS liefert Filmemacher ALASTAIR ORR Horrorstoff ab, der dem Vorgängerfilm des Regisseurs intellektuell das Wasser reichen kann. Das bedeutet: Abermals kämpfen dumme Protagonisten gegen das Böse auf Erden und schlagen es trotz geistiger Umneblung am Ende in die Flucht. Neu ist im direkten Vergleich das Gespür für’s Visuelle. Der dreckige und semiprofessionelle Videolook aus INDIGENOUS musste weichen. Dafür sind in DEMON GIRL nun makellose Hochglanzaufnahmen zu sehen, die es gut und gerne mit Horrorproduktionen großer Studios aufnehmen können. Doch machen mehr Budget und professionelles Equipment aus einem sonst eher einfallslosen Drehbuch sehenswertes Horrorkino?
 
 
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Kidnapping ist kein Kavaliersdelikt. Das müssen auch die Helden (darunter SHARIN VINSON) in DEMON GIRL feststellen, die die Tochter einer gut betuchten Familie entführen wollen. Es sind Diamanten, auf die es die Bande abgesehen hat und welche nun als Lösegeld gefordert werden. Doch weil es sich hier um einen Horrorfilm handelt, darf man davon ausgehen, dass alles anders kommen wird. Die Entführung läuft zwar nach Plan, nur die Eltern der Geisel reagieren weder auf Anrufe oder Botschaften. Sind die etwa nicht daheim? Um auf Nummer sich zu gehen, begibt man sich noch einmal zum Tatort, um nach dem Rechten zu sehen. Was man jedoch nach akribischer Suche im Elternhaus findet, lässt den Kleinganoven das Blut in den Adern gefrieren. Die Eltern liegen verstümmelt in ihren Betten und im Keller findet man von Rohren durchbohrte Exorzisten. Wer hat diese grausamen Taten begangen? Schnell wird klar, dass hier wohl höhere Mächte am Werk sein müssen, denn die entführte Katherine (CARLYN BURCHELL) beginnt plötzlich zu schweben und faselt boshafte Verse.
 
 
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Guter Start, der Rest: Naja. Eigentlich hätte aus DEMON GIRL fesselnder Horror werden können, der bis in den Schlaf verfolgt. Leider macht die zweite Filmhälfte aus diesem Horrorthriller dann doch nur eine übertriebene Gruselachterbahn ohne tieferen Sinn, die aber immerhin ohne Längen abgehandelt wird. Während Regisseur ALASTAIR ORR in den ersten 45 Minuten Spannung durch mysteriöse Vorfälle aufbaut, die auf subtilen Grusel mit Hirn hoffen lassen, lösen sich Vorfreuden spätestens ab der Halbzeit in Luft auf. Genau das Gegenteil flimmert nämlich über die Mattscheibe und dürfte Feingeister die Haare zu Berge stehen lassen. So wird aus einer unheimlichen Entführung plötzlich vorhersehbarer Dämonen-Nonsens, der sich zu sehr den Konventionen des Horrorkinos unterwirft und sich in einem faden Brei aus Klischees und Effekthascherei verfängt. Eine enttäuschende Wendung, weil einfallslose CGI-Effekte und austauschbare Besessenheitsthematik aus DEMON GIRL belanglosen Horror-Blödsinn macht, an den sich bereits Stunden nach Sichtung niemand mehr erinnern wird. Hier hätte man mehr draus machen können, zumal dem Drehbuch in den letzten Zügen auch noch die Ideen ausgehen und die immer gleichen Spezialeffekte aus der Effektkiste gekramt werden. Da schweben besessene Zombie-Freunde durch die Luft und dämonische Wurmparasiten krabbeln aus Mündern, weil sie nach neuen Wirtskörpern suchen. Weil die immer gleichen Effekte zelebriert werden und die Helden auch noch spannungsarm vor einem Dämon in Menschengestalt flüchten müssen, versinkt DEMON GIRL schnell in der Belanglosigkeit. Das hat man irgendwie alles schon mal besser gesehen, wobei wir an dieser Stelle noch einmal die Horrorstreifen DON’T BREATH und THE AUTOPSY OF JANE DOE in Erinnerung rufen möchten. Bei genauerer Betrachtung ist DEMON GIRL nichts anderes, als ein Mix genannter Grusel-Hits. Leider erreicht der Film nicht mal annähernd jene Qualitäten. Spezialeffekte und Action sind eben nicht immer alles. In Zeiten permanenter Ideenarmut sind es clevere Geschichten, die vor allem das Horror-Genre dringend nötig hat.
 
 
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DEMON GIRL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine kurzweilige und atmosphärische Gruselachterbahn, die kaum Verschnaufpausen bietet. Leider hat DEMON GIRL (Originaltitel: FROM A HOUSE ON WILLOW STREET) nur ein Problem: Hier fehlen Ideen. Der Streifen schaut zwar mit seinem permanent düsteren Look und den teils gut getricksten Spezialeffekten hervorragend aus. Blickt man aber hinter die Fassade, ist dieser komplett in Südafrika gedrehte Dämonen-Spuk nichts anderes, als ein hirnloser Okkult-Zirkus voller Schocks, der sich in erster Linie ans Mainstream-Publikum richtet. Was stark und unheimlich beginnt, katapultiert sich nach 45 Minuten selbst ins Aus. Geschichte und Figuren bleiben flach. Dafür wird Wert auf Spezialeffekte aus dem Computer gelegt. Was man hier geboten bekommt ist weit weg von clever. Ein bösartiger Dämon will die Menschenwelt beherrschen, benötigt aber fünf Seelen um auf Erden zu wandeln. Natürlich ist das konventioneller Blödsinn, der möglichst viele Schreckmomente abhaken möchte und mit permanent gruseliger Stimmung so etwas wie Spannung heraufbeschwören will. Leider verhalten sich die Figuren dämlich und auch der Dämon in Menschengestalt ist trotz magischer Fähigkeiten nicht die hellste Kerze auf der Torte. Dumme Handlungen gestalten das Treiben vorhersehbar. Das macht diesen Streifen zum Spannungskiller, der trotz netter Optik keinen Preis für Originalität gewinnen dürfte. Bei so einfältiger Gruselmacherei will man fast schon Mitleid mit Hauptdarstellerin SHARIN VINSON haben, die sich bereits mit Horrorfilmen auskennt und in YOU’RE NEXT oder BAIT 3D zu sehen war. Auch diese Popcornstreifen waren nicht sonderlich helle, hatten aber immerhin fiese Morde in petto. Letztere sucht man in DEMON GIRL übrigens vergebens. Der Film hat nämlich kaum Schauwerte zu bieten, was vermutlich jene enttäuschen wird, die sich nach Sichtung des ansprechend geschnittenen Trailers ein Splatter-Feuerwerk erhofft haben.
 
 
 


 
 
 

DEMON GIRL – Zensur

 
 
 
Was Gewalt angeht hält sich DEMON GIRL (OT: FROM A HOUSE ON WILLOW STREET) sehr zurück. Es gibt kurz verstümmelte und übel zugerichtete Leichen zu sehen. Ansonsten verwandeln sich die wenigen Protagonisten im späteren Verlauf – ähnlich wie im Kult-Splatter EVIL DEAD – in willenlose Dämonen-Zombies. Wer jetzt aber denkt, dass die brutal morden, irrt gewaltig. In DEMON GIRL sind die verwandelten Kleinganoven nur Handlanger eines Oberdämons, die Angst und Schrecken verbreiten sollen. Wegen der gelungenen Make-up und Spezialeffekte sowie verstörender Visionen hat der Streifen aber eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Hierzulande steht DEMON GIRL mit rotem FSK-Flatschen im Händlerregal. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

DEMON GIRL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: From a House on Willow Street; Südafrika 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover (alternatives Filmmotiv)

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.11.2017

 

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DEMON GIRL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breath (2016)
 
The Autopsy of Jane Doe (2016)
 
The Badger Game (2014)
 
Demonic (2015)
 
Evil Dead (2013)