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Filmkritik: „Jeepers Creepers 3“ (2017)

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JEEPERS CREEPERS 3

(JEEPERS CREEPERS 3: CATHEDRAL)

Story

 
 
 

Eine jahrhundertealte Kreatur hat es auf die Bewohner einer amerikanischen Kleinstadt abgesehen. Die setzen sich zur Wehr und versuchen dem boshaften Fremden Paroli zu bieten.

 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Kritik

 
 
 
2001 war ein gutes Jahr für Regisseur VICTOR SALVA. Der hatte es zuvor nicht leicht und wurde immer wieder mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert, für die er sich rechtfertigen musste. Doch Anfang der 2000er folgte ein Lichtblick. Mit dem düsteren Monster-Grusler JEEPERS CREEPERS gelang ihm der Durchbruch. Über Nacht mauserte sich der Horror-Trip zum Überraschungserfolg und konnte bei einem Budget von knapp zehn Millionen US-Dollar über das sechsfache an den Kinokassen wieder einspielen. Dass bei einem derartigen Erfolg ein Nachzügler gedreht werden musste, war abzusehen. Zwei Jahre später folgte JEEPERS CREEPERS 2, der aber wegen seiner flachen Handlung von Kritikern und Publikum nicht mehr so gut angenommen wurde, weil sich der Film vom subtilen Schauer abwandte und mehr in Richtung Splatter-Slasher abdriftete. Dennoch wurde auch die Fortsetzung ein finanzieller Erfolg und konnte sich im Heimkino behaupten. Leider wurde es danach ruhig. Eigentlich wollte Salva ein weiteres Sequel nachschieben, doch es scheiterte an der Suche nach einem Filmstudio, das die Fortsetzung produzieren sollte. Angesichts der kontroversen Vergangenheit des Filmemachers nicht unbegründet. So hatte VICTOR SALVA bereits in seinen Anfangsjahren als Regisseur Schlagzeilen gemacht, weil er sich während der Dreharbeiten zum Regiedebüt CLOWNHOUSE an einen Kinderdarsteller verging und die Handlungen auf Video aufgezeichnete. Dafür wurde er verurteilt und musste ins Gefängnis. Jahre später scheint Salva die Vergangenheit immer wieder einzuholen, was die Produktionen zu Wunschprojekten verzögert. Immerhin hatte man Erbarmen mit Filmfans. Aufgrund großer Resonanz wurde man dennoch fündig und ließ JEEPERS CREEPERS 3 folgen. Der lange Planungs- und Entstehungsprozess hat dem dritten Film aber nicht gutgetan. Sonderlich gelungen ist der nämlich nicht. Was lange währt, wird nicht unbedingt gut.
 
 
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Die Handlung von JEEPERS CREEPERS 3 siedelt sich irgendwo zwischen dem ersten und dem zweiten Teil an. So macht sich alle 23 Jahre ein Monster (JONATHAN BRECK aus MASKERADE) für wenige Wochen auf, um seinen unstillbaren Hunger zu stillen. Doch das Wesen, welches sich in einem alten Truck von Ort zu Ort bewegt, hat nicht etwa eine Leidenschaft für Huhn, Schwein oder Rind. Der „Creeper“ bevorzugt Menschenfleisch auf der Speisekarte, weshalb er durch die Landschaft streift, um ahnungslose Kleinstadtbewohner zu fressen. Auch die Einwohner eines nicht näher erwähnten Ortes im amerikanischen Hinterland sehen die Ankunft des Bösen kommen. Man findet besagten Truck, der jede Menge Leichen beherbergt. Da klingeln bei Sheriff Dan Tashtego (STAN SHAW) die Alarmglocken. Der hat so seine Ahnung und weiß mit welchem Gegner er es hier zu tun hat. Er scharrt eine Einsatz-Truppe um sich, damit dem Übeltäter das Handwerk gelegt werden kann. Doch der „Creeper“ lässt sich davon nicht beirren. Dieser streift durchs Land und sammelt Körper ein, an denen er später knabbern kann. Darunter soll auch der von Teenagerin Addison Brando (GABRIELLE HAUGH aus THE MIDNIGHT MAN) gehören. Die ist unsterblich in Händlersohn Buddy verschossen, traut sich aber nicht es ihm zu sagen. Leider müssen Liebesbotschaften warten. Das Mädchen muss es nämlich erstmal mit jener Kreatur aufnehmen, die ihr nach dem Leben trachtet.
 
 
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Qualitativer Rückschritt. Während sich der erste Teil noch als origineller Road-Movie-Horror-Mix entpuppte, der ein spannendes Mysterium um seinen Filmbösewicht webte, entstand mit JEEPERS CREEPERS 2 beliebiger Teenie-Horror, der sich in erster Linie auf das Ausradieren von Jugendlichen konzentrierte. Die rudimentäre Handlung ist auch im dritten Ausflug Programm, der es nur noch in wenige amerikanische Lichtspielhäuser schaffte. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. JEEPERS CREEPERS 3 wurde nicht nur 14 Jahren zu spät gedreht, weshalb wohl Horrorfilmfans jüngeren Semesters wohl kaum etwas mit der Reihe anfangen können. Das Sequel ist zudem auch handlungstechnisch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Der Film setzt das fort, mit dem sich sein Vorgänger bereits über die Runden schlagen musste. Das bedeutet, dass hier vorwiegend Bewohner einer Kleinstadt von einer jahrhundertealten Kreatur gejagt und mit allerhand ominösen Tötungswerkzeugen in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Da macht sich natürlich schnell Müdigkeit breit, was vermutlich auch Regisseur VICTOR SALVA aufgefallen sein muss, der in letzter Instanz die Notbremse zieht. Um Abwechslung in die dünne Geschichte bringen zu können, versucht man den Zuschauer mit Neuerungen zu überraschen. So rückt schnell das mysteriöse Gefährt des Monsters in den Mittelpunkt, das bald mehr Aufmerksamkeit erhält, als der Filmbösewicht selbst. Der unkaputtbare Truck des Creepers ist nämlich mit Fallen bestückt, die es in sich haben. Ein geschickter Schachzug um Abwechslung in die Geschehnisse zu bringen. Leider hat JEEPERS CREEPERS 3 das Problem, dass er sich zu sehr auf seinen boshaften Antihelden und dessen Eigenarten konzentriert. Das hat zur Folge, dass dem Bösen schnell der Schrecken genommen wird. Beinahe jedes Mysterium wird ergründet, was die Frage in den Raum wirft, mit was sich mögliche Fortsetzungen beschäftigen sollen. Zudem wirkt hier alles durcheinander. Filmemacher und Drehbuchautor VICTOR SALVA nimmt zu viele Handlungsstränge auf, bei denen sich nicht mal mehr klare Kurven erkennen lassen. Das macht den dritten Ableger konfus, weil sich ein roter Faden schwer finden lässt. Anders als der Erstling ist JEEPERS CREEPERS 3 weder gruselig noch spannend, was es schwer macht das Interesse des Publikums für weitere Filme der Reihe zu gewinnen. Vermutlich wird das aber weder Schöpfer VICTOR SALVA noch profitgeile Studiobosse interessieren. Die deuten kurz vor dem Abspann eine Fortführung der Geschehnisse sowie die Rückkehr von Heldin Trish Jenner (GINA PHILIPS) aus dem ersten Teil an. Vermutlich wird’s ne Serie, laut Salva soll die nämlich nach dem dritten Film kommen und die Ursprünge der Kreatur in 13 Folgen beleuchten. Es wäre nicht das erste Mal, wenn Horrorfilm-Reihen auf Streaming-Plattformen fortgesetzt werden. Lieber Filmgott, habe erbarmen mit uns.
 
 
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JEEPERS CREEPERS 3 – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
JEEPERS CREEPERS 3 siedelt sich qualitativ weit hinter seinen Vorgängern an. Die unheimliche und zugleich mysteriöse Atmosphäre des Originalfilms wird nicht einmal annähernd erreicht. Stattdessen werden viele Handlungsstränge aufgenommen, die den Film wirr erscheinen lassen. Beinahe will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe Regisseur VICTOR SALVA auf Krampf einen dritten Ableger drehen müssen, für den er nicht viel Zeit hatte, um ein durchdachtes Drehbuch verfassen zu können. So verliert der Filmemacher schnell seine von ihm erschaffene Filmkreatur aus den Augen, die hier zum neuen JASON VOORHEES mutiert und ausschließlich zum Töten deklariert wird. Deren unheimliche Aura wird zugunsten einer Menschenjagd geopfert. Spätestens ab dem dritten Film verliert die JEEPERS CREEPERS-Reihe somit ihren Reiz. Spannung und Atmosphäre? Fehlanzeige. Stattdessen wir getötet und geschrien. So kann man eine gute Grundidee auch zu Grabe tragen.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Zensur

 
 
 
Die Gewalt in JEEPERS CREEPERS 3 ist nicht so dolle. Alles geht recht schnell und ist auch nicht sehr zeigefreudig. Eine Axt wird in einen Schädel geschlagen. Weiterhin bohren sich Wurfspeere durch Körper. Außerdem wird eine Stange durch einen Kopf gejagt. Hierzulande hat der dritte Teil eine FSK16 in ungeschnittener Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jeepers Creepers 3; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Interview mit dem Creeper

Release-Termin: 23.03.2018

 

Jeepers Creepers 3 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 3 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jeepers Creepers (2001)
 
Jeepers Creepers (2003)
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet II (2010)
 
Hatchet III (2013)
 

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Filmkritik: „Marrowbone“ (2017)

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MARROWBONE

(EL SECRETO DE MARROWBONE)

Story

 
 
 

Vier Geschwister erleben auf einem abgelegenen Landsitz, das Grauen auf Erden. Offenbar spukt es hier, was die Kinder dazu veranlasst, die Spiegel im Haus mit Tüchern zu verdecken.

 
 
 


 
 
 

MARROWBONE – Kritik

 
 
 
Wer oft auf FILMCHECKER liest und die Vorlieben des Personals kennt, dürfte vermutlich mitbekommen haben, dass es uns nach Anspruch dürstet. Nicht, dass wir nicht auch gern mal einen sinnbefreiten Splatterfilm in den Player schieben würden. Dennoch sieht die Horrorwelt mit all den immer wieder gleichen Geschichten und Verläufen nicht mehr ganz so rosarot aus, wie wir sie noch als junge Hüpfer bewundert haben. Gott sei Dank belehrt uns Spanien gern mal eines besseren. Von dort gehen nämlich immer mal wieder Filme um die Welt, die Genre-Fans wachrütteln und zeigen, dass es auch anders gehen kann. Offenbar legt man in Spanien immer noch Wert auf das Erzählen von unverbrauchten Geschichten, die nicht nur allein mit Gewalt und Hochglanzbildern bei Laune halten wollen. Spanische Filmemacher versuchen mit Substanz, Qualität und Anspruch, dem zweifelhaften Ruf des Horror-Genres entgegenzuwirken. Mit einigen Filmen ist das zweifelsohne gelungen. Titel wie SHREW’S NEST, JULIA’S EYES oder TIMECRIMES wurden von Presse und Kritikern gelobt. Genau jene Reihe von hochwertiger Exportware setzt man nun mit dem Mysterydrama MARROWBONE (Originaltitel: EL SECRETO DE MARROWBONE) fort. Ein melancholischer und schön gefilmter – aber auch zutiefst trauriger Gruselfilm, wie wir finden.
 
 
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Neues Leben, neues Glück. Eine Familie will im England der 1960er ein neues Leben beginnen. Nach einem traumatischen Ereignis legt die alleinerziehende Mutter Rose Fairbairn (NICOLA HARRISON) den alten Namen ab und bezieht mit ihren Kindern ein altes Anwesen in ländlicher Idylle. Doch der Neuanfang steht unter keinem guten Stern. Das Familienoberhaupt erkrankt plötzlich und stirbt wenige Tage später. Zurück bleiben die Kinder Jack (GEORGE MACKAY), Billy (CHARLIE HEATON), Jane (MIA GOTH) und Sam (MATTHEW STAGG), die nun allein über die Runden kommen müssen. Doch das Leben ohne Eltern ist schwieriger als gedacht. Niemand darf nämlich vom Tod der Mutter erfahren. Um nicht getrennt zu werden und das Dasein im Waisenhaus fristen zu müssen, suggeriert man Besuchern die heile Welt. Doch im Schutze des Anwesens passieren bald seltsame Dinge. Offenbar geht es nicht mit rechten Dingen zu, was die Kinder vor Probleme stellt. Die können niemanden um Hilfe bitten, ohne dass erwähntes Familiengeheimnis gelüftet wird. Da ist guter Rat teuer.
 
 
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Dass dieses Gruseldrama großes Kino werden würde, war abzusehen. Hinter der spanischen Produktion steckt nämlich jemand, der sich mit subtilem und wendungsreichen Horror auskennt. MARROWBONE wurde von SERGIO G. SÁNCHEZ inszeniert und zu Papier gebracht. Der hatte vor einigen Jahren das Drehbuch zum erfolgreichen Mysterythriller DAS WAISENHAUS geschrieben, welcher international gut angenommen wurde und über 79 Millionen US-Dollar einspielen konnte. Offenbar wollte der spanische Meister des Subtilen allen zeigen, dass er sich nicht nur gute Gruselgeschichten ausdenken kann. Mit MARROWBONE feiert der Filmemacher sein Regiedebüt und zieht alle Register modernen Gruselkinos ohne dabei zu langweilen. Das Resultat kann sich sehen lassen und entpuppt sich als großartiges Verwirrspiel, das von Manipulationstaktik Gebrauch macht. Die findet bei Mysterystreifen neueren Datums mittlerweile ziemlich oft Verwendung und versucht mit falschen Fährten für Verwirrung zu stiften. Nicht anders sieht das bei MARROWBONE aus, der dem Zuschauer am Ende Illusionen raubt. Was nämlich wie Spukhaus-Horror beginnt, verwandelt sich im Verlaufe des Films zu etwas ganz anderem. Da darf natürlich ein unerwarteter Twist nicht fehlen, der spätestens seit THE SIXTH SENSE im Mystery-Genre nicht fehlen darf und MARROWBONE in eine ganz andere Richtung lenkt. Die überraschende Wendung sieht man nicht kommen und zeigt, dass SERGIO G. SÁNCHEZ ein hervorragendes Gespür für das Erzählen fesselnder und tiefgründiger Geschichten besitzt, die sich fernab der Eindimensionalität bewegen, mit der man im Horror-Genre seit Jahren gequält wird. Da können sich Drehbuchautor aus Hollywood und natürlich auch viele Möchtegern-Horrorfilm-Regisseure eine Scheibe abschneiden. Geschichte und Figuren sind eben alles.
 
 
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MARROWBONE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Großartiges Mysterykino, das am Ende die Katze aus dem Sack lässt. MARROWBONE hat alles, was man von einem Gruselfilm erwartet. Der Film kann mit hervorragendem Jung-Cast überzeugen, der hier nicht engagiert wurde, um von Schockmoment zu Schockmoment getrieben zu werden. Die talentierten Schauspieler verkörpern verunsicherte Figuren, die mit inneren Konflikten zu kämpfen haben und deshalb authentisch und zugänglich wirken. Doch weitaus bemerkenswerter als die Darsteller ist die Geschichte zum Film selbst, die nicht das ist, was sie dem Zuschauer versucht vorzugaukeln. Was als atmosphärischer Spukfilm beginnt, verirrt sich bald in andere Gefilde und fällt am Ende doch zermürbender aus, als anfangs vermutet. Da sitzt man am Ende verstört im Kinosessel und braucht was Hochprozentiges zum Verdauen. Großartig, tiefgründig, unvorhersehbar, sehenswert!
 
 
 


 
 
 

MARROWBONE – Zensur

 
 
 
MARROWBONE hat kaum Schauwerte zu bieten. Erst am Ende gibt es davon etwas zu sehen, das aber sehr zurückhaltend eingesetzt und nur angedeutet wird. Wegen der permanent unheilvollen Atmosphäre, einigen Gruselmomenten und dem doch etwas sehr krassen Twist, dürfte die spanische Produktion wohl eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

MARROWBONE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Spanien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Within (2016)
 
Das Waisenhaus (2007)
 
The Others (2001)
 
The Disappointments Room (2017)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 


Filmkritik: „Hellraiser: Judgment“ (2018)

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HELLRAISER: JUDGMENT

(HELLRAISER 10)

Story

 
 
 

Drei Police Officer kommen einem grausamen Killer auf die Spur. Doch je weiter die Ermittlungen voranschreiten, umso gefährlicher wird es für die gründlichen Gesetzeshüter.

 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Kritik

 
 
 
Manche Filmmonster sind einfach nicht totzukriegen. Die kommen wieder und wieder, weil es die Horrorfilmfans wollen. Es gibt aber auch Filmbösewichte, die kommen wieder und wieder, weil es Studiobosse möchten. Letzteres dürfte wohl auf die Filme mit Kultfigur Pinhead zutreffen, die neben den Killerkollegen Chucky, Michael Myers und Freddy Krueger zu den wichtigsten Kreaturen gehört, die das Horror-Genre hervorgebracht hat. Doch leider tritt man seit Jahren das Höllenmonster mit Füßen. Was 1987 mit Raffinesse, Kreativität und Herzblut ins Leben gerufen wurde, ist längst nicht mehr das was es mal war. Das Hellraiser-Franchise wurde skrupellos ausgebeutet und seinem Schrecken beraubt. Grund hierfür sind schlechte Fortsetzungen, die oft kaum noch etwas mit dem eigentlichen Konzept der Filmreihe zu tun haben. Und so kam, was kommen musste. Statt die Geschichten rund um die Kreaturen der Hölle im Kino weiterzuspinnen, verbannt man die Zenobiten auf den Videomarkt, wo die von CLIVE BARKER ins Leben gerufenen Horror-Monster mittlerweile Dauergast sind.
 
 
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Der groß als Comeback bezeichnete zehnte Film mit dem Titel HELLRAISER: JUDGMENT stellt da freilich keine Ausnahme dar. Der erscheint nun sieben Jahre nachdem man mit HELLRAISER: REVELATIONS den bis dato schlechtesten Teil der gesamten Reihe veröffentlicht hatte. Fans sei aber versichert: Film Nr. 10 ist besser – aber auch nicht besonders gut. Wieder einmal tritt man in altbewährte Fußstapfen. Statt was Hochwertiges fürs Kino zu drehen, produzierte man direkt für den Videomarkt. Somit folgte man gleicher Vermarktungsstrategie, die offenbar schon bei den letzten fünf Fortsetzungen funktioniert hat. Die wurden mit schmalem Budget fürs Heimkino gedreht, was man den meisten dieser Filme auch ansah. Geändert hat sich seither nichts. Kleines Kapital stand nämlich auch für den mittlerweile zehnten Film der Hellraiser-Saga zur Verfügung. Mit gerade einmal 500.000 US-Dollar musste man haushalten, was angesichts der komplexen Bilderwucht eine Lachnummer ist, mit der zumindest die ersten beiden Filme im Kino noch beeindrucken konnten. Dass bei so wenigen Dollar Enttäuschungen vorprogrammiert sein dürften, liegt auf der Hand. Und in der Tat: Enttäuschungen bleiben nicht aus, ist doch HELLRAISER: JUDGMENT weit weg von dem, was sich Fans seit Jahren wünschen. Schnell abgedreht und ins Wohnzimmer gebracht. Da klingelt höchstens das Bankkonto raffgieriger Studiobosse.
 
 
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Die Story zu HELLRAISER: JUDGMENT ist überschaubar und hält erst zum Ende hin Überraschungen parat. Im Grunde genommen geht es um drei Police Officer, die es mit mysteriösen Morden zu tun bekommen. Diese scheinen einen religiösen Hintergrund zu besitzen, stehen doch die grausamen Verstümmelungen mit Versen aus der Bibel in Zusammenhang. Doch die Suche nach dem Täter führt zu keinem Erfolg. Bis man Bekanntschaft mit Zenobiten macht – jene Kreaturen der Hölle, die in nahezu jedem Hellraiser-Film das Highlight sind. Horrorfilmkenner wissen, dass diese Zeitgenossen weder Spaß noch Erbarmen kennen. Einmal in deren Fängen gelandet, gibt es kein Entkommen mehr. Auch die Polizisten schauen dumm aus der Wäsche, als sie plötzlich mit einem seltsamen Spielwürfel hantieren und so das Tor zur Hölle öffnen. Ihnen droht ein blutiger Denkzettel.
 
 
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Eigentlich sollte HELLRAISER: JUDGMENT bereits 2017 veröffentlicht werden, da die Hellraiser-Reihe in jenem Jahr ihren 30. Geburtstag feierte. Offenbar wurde man nicht rechtzeitig fertig und verschob das Sequel um wenige Monate. Die kleine Schonfrist hat dem zehnten Film nicht sonderlich gut getan, denn HELLRAISER: JUDGMENT bleibt weit hinter den Möglichkeiten. Lieblos wurde gedreht, was angesichts der Produktionsgeschichte kein Wunder ist. Böse Zungen behaupten nämlich, dass HELLRAISER: JUDGMENT gefertigt werden musste, damit das Produktionsstudio DIMENSION FILM die Rechte am Franchise behalten kann. Ganz abwegig sind die Gerüchte nicht, denn der hier besprochene Film wirkt hastig und eher zweckmäßig zusammengeschustert. Die Kulisse ist minimalistisch, die Splatter-Szenen überschaubar und der günstige Videolook tut sein Übriges. Wirklich Spaß macht HELLRAISER: JUDGMENT wenig, denn sonderlich viel Spannung will nicht aufkommen. Das liegt vor allem auch daran, weil der Verlauf der Geschichte – zumindest für Kenner der Filmreihe – vorhersehbar ist. So stoßen die ermittelnden Polizisten am Ende auf Kreaturen des Hellraiser-Universums und müssen um ihr Leben bangen. Hier liegt die eigentliche Stärke. Offenbar floss das ganze Produktionsbudget in das Design der Kreaturen. Da hat man viel Herzblut walten lassen, um die grotesken Masken möglich detailverliebt in Szene zu setzen. Doch die können HELLRAISER: JUDGMENT nicht vor dem Untergang retten, denn immer wieder stellt sich die Frage, was das wirre Aneinanderfügen von Versatzstücken aus Filmen wie RESURRECTION, SAW und auch SIEBEN überhaupt noch mit ursprünglichen HELLRAISER zu tun hat? Der Schöpfer dieser Welten dürfte da vermutlich ebenso ratlos sein, wie die meisten seiner Fans. Autor CLIVE BARKER schuf mit HELLRAISER – DAS TOR ZUR HÖLLE einen der wichtigsten Vertreter modernen Horrorkinos, der wegen ekligen Spezialeffekten und sonderbaren Filmmonstern Kinogeschichte schrieb. Im Gegensatz zum Kultfilm ist der zehnte Teil ein laues Lüftchen. Vollkommen überflüssig.
 
 
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HELLRAISER: JUDGMENT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Hellraiser auf Sparflamme! Ein Mix aus RESURRECTION, SAW und SIEBEN, dem es aber an kreativen Albtraum-Szenarien mangelt, die einst CLIVE BARKER mit HELLRAISER auf die Leinwand gebracht hatte. Was in HELLRAISER: JUDGMENT gezeigt wird, ist äußerst dürftig. Viel Substanz hat der Streifen leider nicht zu bieten. Ein paar Monster hier, eine konstruiert wirkende Serienkiller-Story da und am Ende ein paar Blutmomente – mit mehr darf sich die neuste Hellraiser-Fortsetzung nicht zufriedengeben. Man merkt dem Film an, dass er schnell notdürftig und zügig abgedreht werden musste. Viel Zeit und vor allem Budget stand nicht zu Verfügung. Ein Schelm wer da denkt, dass hier aus irgendeinem Grund irgendwas gedreht werden musste. Einzig die gut entworfenen Filmmonster bleiben in Erinnerung. Da fragt man sich doch glatt, was das Low-Budget-Theater soll. Warum kein Remake mit mehr Budget für die große Leinwand, um einen Neuanfang zu starten? Seit Jahren fristet die bekannte Horror-Reihe ein jämmerliches Video-Markt-Dasein und hat dem beliebten Franchise mit billigen Fortsetzungen die Ernsthaftigkeit geraubt. HELLRAISER: JUDGMENT tritt da in die gleichen Fußstapfen. Da bekommen Fans das kalte Grausen. Übrigens ist diesmal DOUG BRADLEY nicht in seiner Paraderolle des „Nagelkopfes“ zu sehen. Der verkörperte in acht Filmen den kultigen „Pinhead“, wurde danach aber kein weiteres Mal verpflichtet. Der zehnte Film der langlebigen Filmserie muss auch ohne Bradley auskommen. Allein dessen schon ist HELLRAISER: JUDGMENT eine Enttäuschung – auch wenn Schauspieler PAUL T. TAYLOR in der Rolle des Filmmonsters Herrn Bradley zum Verwechseln ähnlich sieht. Nur Original ist legal!
 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Zensur

 
 
 
HELLRAISER: JUDGMENT ist keine Splatter-Granate. Es geht überraschend zurückhaltend zu. Demzufolge steigt der zehnte Teil in die gleichen Fußstapfen, wie alle bisherigen Video-Fortsetzungen der Reihe. Es gibt einige kurze Gewaltmomente zu bestaunen, die aber hauptsächlich im Finale zelebriert werden. Hier gibt es auch eine Hommage an den ersten Hellraiser-Film zu sehen. Einer Filmfigur wird das Gesicht mit Ketten auseinandergerissen. Ansonsten reduziert sich HELLRAISER: JUDGMENT auf einige surreale Filmsequenzen in denen dem Treiben der Zenobiten beigewohnt wird. Weiterhin sieht man verstümmelte Leichen, die von den Höllenkreaturen übel zugerichtet wurden. Mit etwas Glück dürfte der hier besprochene Streifen mit einer FSK16 passieren. Wer’s deftig mag, wird daher enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Home Entertainment | Dimension Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellraiser V: Inferno (2000)
 
Sieben (1995)
 
Resurrection – Die Auferstehung (1999)
 
Der Knochenjäger (1995)
 
Tattoo (2002)
 
8mm – Acht Millimeter (1999)