Filmkritik: „Exorzismus 2.0“ (2019)

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EXORZISMUS 2.0

(THE CLEANSING HOUR)

Story

 
 
 

Zwei Freunde führen ihr Publikum mit gefakten Live-Exorzismen an der Nase herum und bekommen dafür einen Denkzettel.

 
 
 


 
 
 

EXORZISMUS 2.0 – Kritik

 
 
 
In Zeiten, in denen beinahe wöchentlich Horrorfilme auf den Markt gebracht werden, macht ein Schocker mit dem Titel EXORZISMUS 2.0 müde, weil er offenbar das thematisiert, was mittlerweile inflationär zum Mittelpunkt in Horrorstreifen gemacht wird. Teufelsaustreibung und Dämonen – mal billig, mal hoch budgetiert in Szene gesetzt, aber im Grunde genommen egal. Seit Friedkins Kultfilm DER EXORZIST sind es einfach zu viele dieser Filme geworden, in denen sich höhere Mächte ahnungslosen Menschen bemächtigt haben, die nur durch Exorzismus gerettet werden können. Abläufe, die immer gleichen Regeln folgen, was zur Folge hat, dass auch Werke in gleiche Schublade gesteckt werden, die mal was Neues wagen.
 
 
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THE CLEANSING HOUR ist so ein Kandidat, der nicht versucht mit dem Strom zu schwimmen. Warum der deutsche Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN von einer Titelumbenennung Gebrauch gemacht hat, mag verstehen, wer will. Fakt ist, dass der EXORZISMUS 2.0 so bei eingefleischten Genre-Fans kaum Interesse wecken kann, weil er das offensichtlich thematisiert von dem viele Filmliebhaber genug haben. Dabei ist der Film unterhaltsamer als man denken würde. Darin geht es um die besten Freunde Max und Drew. Man kennt sich seit Kindestagen und hat eine eigene Webshow auf die Beine gestellt, die zu einem echten Goldesel für die beiden Kumpels geworden ist. Darin treiben sie Menschen boshafte Dämonen aus und übertragen die Teufelsaustreibung unter dem Titel EXORZISMUS 2.0 im Internet. Was der Zuschauer aber nicht weiß: Alles ist Fake. Die Opfer sind Schauspieler und Max ist kein Pfarrer. Eine Lüge, die bald auffliegen wird. Bei einer weiteren Übertragung springt Drews Verlobte ein. Die verkörpert das neuste Opfer, weil eine der Schauspielerinnen nicht am Set erschienen ist. Was jedoch als großer Spaß beginnt, verwandelt sich bald in blanken Terror. Ein echter Dämon hat keine Lust mehr auf Lügen und ergreift vom Ersatzopfer Besitz. Der verwandelt die Bühne in eine Geisterbahn und lässt den Internetschwindel auffliegen. Ob alle Beteiligten da wieder heil rauskommen?
 
 
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Weit weg von lahm. EXORZISMUS 2.0 ist wohl der heftigste Okkult-Schocker seit EXITUS oder POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR. Der Film macht keine Gefangenen und nimmt Zuschauer wie Darsteller mit auf eine wilde Achterbahn des Grauens. Kaum ist der echte Dämon in den Körper der Verlobten einer unserer Hauptdarsteller geschlüpft, verwandelt sich der züchtige Horror-Spaß zu einer Art EVIL DEAD. Finger werden abgebissen, Körper angezündet und Messer durch Fleisch gejagt. Der Blutzoll ist nicht ohne und das Tempo straff. An Gemeinheiten wird nicht gespart – ebenso an schwarzem Humor. Der hinterlistige Dämon ist offenbar zynisch veranlagt. Er spielt mit seinen Opfern und versucht diese zu manipulieren. Unterhaltsam, vor allem auch deshalb, weil niemand weiß, wo das alles enden wird. So haben die Blender knapp eine Stunde Zeit das Publikum über jede erdenkliche Lüge zu unterrichten, welche die Freunde im Leben weitergebracht haben. Ein makabrer Seelenstriptease, dem es nie an Spannung mangelt und in dem es vor Einfallsreichtum strotzt.
 
 
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Regisseur DAMIEN LEVECK versteht sein Handwerk und drückt ordentlich aufs Gaspedal. Kein Leerlauf – nur Hektik, Geschrei und Blut. Das Resultat: Ein Fest für Horrorfans, das technisch wie schauspielerisch im gehobenen Bereich angesiedelt ist. Leveck ist als Filmemacher zwar noch relativ unbekannt. Das könnte sich aber bald ändern. Der hat mit dem Exorzismus-Schocker einen seiner Kurzfilme als Langfilm adaptiert. Vor einigen Jahren gelang ihm mit seinem Short THE CLEANSING HOUR ein Überraschungshit. Der lief auf diversen Festivals erfolgreich und heimste viel Lob ein. Grund genug, den Neunzehnminüter noch mal fürs Kino mit mehr Kapital zu drehen. Drei Jahre später war das von Leveck inszenierte Remake des eigenen Kurzfilms fertig und landete sogar im Portfolio des amerikanischen Horror-Pay-TV-Senders SHUDDER. Wenn das mal kein Statement ist.
 
 
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EXORZISMUS 2.0 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DER EXORZIST trifft auf EVIL DEAD. Der Okkult-Horror EXORZISMUS 2.0 ist eine flotte Dämonen-Platte, die alles richtig macht. Endlich gibt es mal was Neues aus der Exorzisten-Ecke und erfreut mit makabren Ideen und fiesen Gewalteinlagen. Doch Regisseur DAMIEN LEVECK hat auch was zu sagen. Der prangert mit seiner bitterbösen Teufelsaustreibung gleich mal mit die übertriebene Selbstdarstellung und Geltungssucht in den sozialen Medien an. So genießt es der nazistisch veranlagte Held Max im Film unter falschen Vorwänden im Rampenlicht zu stehen und dafür von seinen Followern gefeiert zu werden. Für diese hinterlistige Oberflächlichkeit bekommt er direkt mal sein Fett weg. So liest ihm das Böse im Film dafür die Leviten – blutig und heimtückisch. Sowas nennt man Gerechtigkeit.
 
 
 


 
 
 

EXORZISMUS 2.0 – Zensur

 
 
 
EXORZISMUS 2.0 – der im Original THE CLEANSING HOUR heißt – hat von der FSK in ungeschnittener Form eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die Filmfassung auf Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

EXORZISMUS 2.0 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Cleansing Hour; USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Mystery, Grusel

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 20.08.2020

 

Exorzismus 2.0 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 
 


 
 

EXORZISMUS 2.0 – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Exit Us (2013)
 
Incarnate – Teuflische Besessenheit (2016)
 
Der Exorzist (1973)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 

Filmkritik: „Cruel Peter“ 2019

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CRUEL PETER

Story

 
 
 

Garstiger Geisterjunge steht von den Toten auf und treibt im Diesseits bitterbösen Schabernack. Eine kleine Familie ist genervt, will dem Treiben ein Ende bereiten und stößt bei Recherchen auf ein schreckliches Geheimnis.

 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer noch Horrorfilmliebhaber geben, die an den guten alten Schauerfilmzeiten festhalten. Vergönnen kann man es ihnen nicht, denn betrachtet man Horrorware neueren Datums genauer, scheint sich das Verständnis für Grauen, Angst und Gänsehaut verändert zu haben. Während man in Horrorklassikern wie THE HAUNTING noch mit subtiler Angstmacherei und Kopfkino versucht hat das Publikum um den Schlaf zu bringen, zählt heut die Holzhammertaktik mehr denn je. Blut, Schocks und hektische Schnitte stehen an der Tagesordnung, um die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Eine Entwicklung, der die Regisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI entgegensteuern wollen. Die hatten sich vor einigen Jahren mit THE HAUNTING OF HELENA vorm klassischen Horrorfilm verbeugt. Statt laut, schnell und brutal verließen die sich auf längst vergessene Angstrezepturen und kopierten Gruselabläufe alter Meister. Etwas, dass auch beim zweiten gemeinsamen Film beibehalten wird. Der nennt sich CRUEL PETER (übersetzt: Grausamer Peter) und klingt eher nach Folterwerk – ist aber alles andere, nur nicht das. Stattdessen wird das in den Vordergrund gerückt, was Horrorfilme mal in den Anfängen ausgemacht haben. Nostalgiker kommen da nicht unberechtigt ins Schwärmen.
 
 
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CRUEL PETER erzählt die Geschichte des Archäologen Norman, der nach dem tragischen Tod der Gattin zusammen mit der traumatisierten Tochter von England nach Sizilien zieht. Dort soll er alte Gräber untersuchen, während der Sprössling eine Schule besucht. Letzterer macht bald Begegnungen der paranormalen Art. Die kommen nicht von ungefähr. Die Gegend birgt nämlich ein schauriges Geheimnis. Vor genau 100 Jahren trieb hier ein verwöhntes Gör sein Unwesen. Peter – so wie man den Jungen nannte – kam aus gut betuchtem Hause und hatte sichtlich Spaß daran Menschen und Tiere zu quälen. Die Strafe folgte auf dem Fuss. Nach einem Erdbeben galt das masochistisch veranlagte Balg als verschollen. Legenden, die bald Realität werden. Offenbar hat das boshafte Kind mitbekommen, dass es seit den Erfolgen der RING-Filme in Mode ist, über Mattscheiben zu spuken. Etwas, das der tote Peter nun zum Anlass nimmt, um den noch Lebenden auf den sprichwörtlichen Geist zu gehen. Gruselfans wird das freuen.
 
 
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Der gemächlich erzählte CRUEL PETER ist nämlich visuell gesehen ein Augenschmaus. Die Regisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI bieten wohligen Gothic-Horror, wie man ihn zu den Hochzeiten der Hammer Studios zu sehen bekommen hat. Da wird all das aufgetischt, was vor allem klassische, britische Gruselfilme seit Jahrzehnten auszeichnet. Knarrende Türen, alte Herrenhäuser und eine herrlich schaurige Atmosphäre, der es vor allem durch das kunstvolle Spiel von Licht und Dunkelheit gelingt, hin und wieder Gänsehaut zu verursachen. Dennoch: Der Teufel steckt jedoch im Detail. Zwar wurde die simple Story ansprechend verpackt – gegen Ende wird CRUEL PETER aber ziemlich wirr. Während die erste Stunde eine geradlinige Geistergeschichte erzählt und viele stimmige Momente zu bieten hat, wird es im finalen Akt konfus. Da wandelt die altmodische Gruselgeschichte plötzlich auf den Pfaden von Friedkins DER EXORZIST. Ein seltsamer Richtungswechsel, der dazu auch noch erzwungen daherkommt und den Eindruck erweckt, als hätte die Spukgeschichte allein nicht einen Spielfilm ausfüllen können. Deshalb musste ein unnötiger Rattenschwanz angehangen werden, damit CUREL PETER genug Laufzeit für einen Langfilm besitzt. Bedauerlich.
 
 
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CRUEL PETER – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein atmosphärischer Grusel-Leckerbissen – storytechnisch eher weniger meisterlich. CRUEL PETER ist eine stimmige Gruselgeschichte alter Schule, die aber ihr Pulver bereits in der ersten Filmhälfte verschießt. Ein Mädchen mit Handycap nimmt Kontakt mit den Toten auf. Dabei zieht es die Aufmerksamkeit eines Geisterjungen auf sich, der zur Lebzeiten alles andere – nur nicht artig war. Der sorgt für Chaos und muss in die Schranken gewiesen werden. Dafür muss man aber erst mal die angestaubten Knochen des Unruhestifters finden. Klingt nach vertrauten Abläufen und ist unterm Strich eine Gothic-Horror-Variante des japanischen RING. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Die zweite Filmhälfte ist Unsinn und wirkt derart konstruiert, dass erfahrene Filmkenner nur fassungslos mit dem Kopf schütteln können. Übrigens zieht man in Russland alle Register irreführender Filmwerbung. Dort kamen Poster-Designer auf die Idee das Plakat so zu gestalten, dass man meinen könnte CRUEL PETER sei ein Remake oder eine Fortsetzung zu DIE FRAU IN SCHWARZ 2. Zwar sind visuelle Gemeinsamkeiten zu erkennen und auch die Bildsprache ist ähnlich; inhaltlich hat diese spanische Produktion aber nichts mit Gothic-Horror aus dem Jahre 2014 gemein. Da kann man nur hoffen, dass sich russische Horrorfilmfans vor dem Kauf erkundigen. Heimtückischer kann man nämlich Käufer nicht um ihr Geld bringen.
 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Zensur

 
 
 
CRUEL PETER hat ein paar Morde zu bieten. Diese sind aber nicht sonderlich blutig oder werden lang zelebriert. Der Fokus liegt aus subtilen Horror. Daher dürfte CRUEL PETER hierzulande eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Voltage Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Frau in Schwarz (2012)
 
Down a Dark Hall (2018)
 
Das Geheimnis von Marrowbone (2017)
 
Das Waisenhaus (2007)
 

Filmkritik: „The Assent“ (2019)

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THE ASSENT

Story

 
 
 

Ein schizophrener Vater macht sich Sorgen um das eigene Kind, als das plötzlich auch Wesensveränderungen an den Tag legt. Hat es die furchtbare Krankheit vom Vormund geerbt? Eine Frage mit der THE ASSENT versucht den Zuschauer zu verwirren.

 
 
 


 
 
 

THE ASSENT – Kritik

 
 
 
Die wohl wichtigste Regel im Horrorfilmgeschäft: Wenn Dein Film nicht sonderlich dolle ist, schneid einen guten Trailer zusammen und liefer ein vielversprechendes Filmplakat ab. So ist die Aufmerksamkeit des Publikums gewiss und die Filmfans kaufen blind. Genau diese Masche fährt auch Regisseur PEARRY REGINALD TEO mit dem Okkult-Horror THE ASSENT. Das Poster schaut Bombe aus und der Werbefilm macht Lust auf mehr. Die Einsicht kommt nach der Sichtung. THE ASSENT ist einer dieser Low-Budget-Grusler die man früher ohne Umwege in die Videotheken gestellt hat. Die liefen zwei bis drei Wochen gut und wanderten anschließend in die unteren Regale, um dort zu verstauben. Kaum Neuerungen. Stattdessen altbekannte Abläufe und Überraschungsarmut. Muss das denn sein?
 
 
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THE ASSENT rückt den alleinstehenden Vater Joel (Hollywood-Schauspieler ROBERT KAZINSKY) in den Mittelpunkt. Der hat kein einfaches Los gezogen. Seit die Gattin bei einem Autounfall gestorben ist, muss er sich um Sohnemann Mason (CADEN DRAGOMER) kümmern und versucht mit Nebenjobs den Lebensunterhalt zu bestreiten, um nicht das Sorgerecht zu verlieren. Kein leichtes Unterfangen, zumal das Familienoberhaupt auch noch unter Schizophrenie leidet und ständig seltsame Dinge sieht. Da kündigt aus heiterem Himmel die Babysitterin und das geregelte Leben gerät aus den Fugen. Wer passt nun auf das Kind auf, während der Vater das Geld verdient? Eine Frage, die auf einmal in Angst umschlägt. Mason beginnt sich plötzlich zu verändern und erblickt wie der Vater Dinge, die sonst niemand sieht. Entwickelt der Spross etwa die gleichen Symptome wie der Papa? Gut, dass sich der Sache ein Priester annimmt. Der hat von der Wesensveränderung des Jungen gehört und vermutet dämonische Kräfte. Schnell wird ein Exorzismus vorbereitet, um den Eindringling zu vertreiben. Ob am Ende alles gut ausgehen wird?
 
 
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THE ASSENT wurde als gruseligster Film auf dem Toronto After Dark Filmfestival 2019 beworben. Das stimmt aber nur bedingt. Was sofort ins Auge fällt und die Tatsache bekräftigt, ist der düstere Look. Atmosphärisch kann man diesem Gruselstreifen nicht abstreiten, dass es ihm hin und wieder gelingt, mit gespenstigen Bildern und surrealen Kameraeinstellungen eine schaurige Stimmung zu erzeugen. Inhaltlich ist das, was THE ASSENT aber bietet Schnee von gestern. Drehbuchautor und Regisseur PEARRY REGINALD TEO bedient sich ganz unverfroren bei Friedkins DER EXORZIST, ohne aber je dessen Klasse zu erreichen. Wir haben ein Kind, das von dämonischen Kräften heimgesucht wird und drei Stufen durchlebt, die einen Exorzismus unausweichlich machen. Damit die Plattheit der Handlung nicht ganz so offensichtlich ist, wird von Verwirrungstaktik Gebrauch gemacht. Sind die Wesensveränderungen auf eine psychische Krankheit zurückzuführen, an der bereits Vater Joel leidet und welche er seinem Sohnemann weitervererbt hat? Oder hat die Verwandlung übernatürliche Gründe und gehen auf das Konto des Teufels? Der Täuschungsversuch steuert einen Twist an. Der kommt vor Abspann ganz überraschend und klärt den Zuschauer hinterlistig auf, dass der sich gutgläubig an der Nase hat herumführen lassen. Aufgrund der unvorhersehbaren Auflösung bekommt THE ASSENT gerade noch so die Kurve. Hätte man auf den Überraschungsmoment verzichtet, wäre dieser Okkult-Horror auch nur einer von mittlerweile viel zu vielen.
 
 
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THE ASSENT – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Familiendrama meets Dämonen-Horror. Atmosphärischer Exorzismus-Horror mit verblüffender Auflösung für den Regisseur PEARRY REGINALD TEO verantwortlich zeichnet. Der hat schon einige Billig-Horrorsachen – wie DEAD INSIDE oder GHOSTHUNTERS – verbrochen. Das waren arschlangweilige und günstig produzierte Gurken über die zurecht heute niemand mehr spricht. THE ASSENT ist die bis dato beste Arbeit des Filmemachers, wenngleich aber auch nicht unbedingt eine Sternstunde des Besessenheit-Genres. Alles verläuft hier nach den Regeln, die einst William Friedkin mit seinem DER EXORZIST im Jahr 1973 für Horrorfilme aufgestellt hat, in denen Menschen von Priestern exorziert werden müssen. Während dieses scheinbar zeitlose Meisterwerk auch heute noch unverfroren schockiert und das Publikum aus den Kinosesseln reißt, gelingt das vielen neueren und ähnlich gelagerten Produktionen nur selten. Gleiches trifft auf THE ASSENT zu, der vermutlich deswegen kaum gruselt, weil er eben fast die gleichen Handlungsabläufe abspult, die man seit genannten Klassiker zu häufig vor der Linse hatte. Immerhin gefällt ein Twist am Ende des Films. Dennoch ist THE ASSENT nichts mehr als Video-Dutzendware, die mittlerweile am Fließband produziert wird. Kann man schauen, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

THE ASSENT – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch passiert in THE ASSENT eigentlich nicht viel. Etwas Gruselige Stummung und ein paar verstörende Visionen dürften dafür sorgen, dass der Exorzismus-Horror hierzulande eine sichere FSK16 erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

THE ASSENT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Eagle Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzist (1973)
 
Incarnate – Teuflische Besessenheit (2016)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
 

Filmkritik: „The Dawn“ (2019)

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THE DAWN

Story

 
 
 

Eine junge Nonne wird in einem Kloster mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Kritik

 
 
 
Manchmal ist die bisherige Leistung eines Filmschaffenden Warnung genug. Regisseur BRANDON SLAGLE begann seine Laufbahn im Filmgeschäft als Schauspieler in zahlreichen Spielfilmen und TV-Serien. Irgendwann wechselte er die Fronten und wurde hauptberuflich Regisseur von teils selbstfinanzierten Low-Budget-Produktionen. Obwohl Slagle bisher mit kleinem Geld fleißig Filme am Fließband inszeniert hat, blieb die Anerkennung aus. Ein Grund hierfür könnte mangelte Qualität sein. Hat man nämlich Horrorstreifen mit klangvollen Titelkreationen wie THE BLACK DAHLIA HAUNTING oder HOUSE OF MANSON gesehen, ist schnell der Spaß vorbei, wenn man den Namen BRANDON SLAGLE im Abspann liest. Dem Filmemacher fehlt das Talent im Schreiben von Drehbüchern und dem Inszenieren von Filmen. Fast alle Filme aus der Mache des Regisseurs waren unterdurchschnittlich. Eine Tatsache mit der auch THE DAWN den Zuschauer quält.
 
 
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Darin geht es um die kleine Rose, die irgendwann zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ansehen muss, wie der Vater im Wahn die Familie abschlachtete. Der kam traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurück und wurde von mysteriösen Stimmen heimgesucht, die zum Massaker an Frau und Kindern anstifteten. Nur Rose überlebte das Verbrechen und wird als Vollwaise in ein Kloster geschickt. Einige Jahre später ist aus dem kleinen Mädchen eine junge Frau geworden. Die soll endlich das letzte Gelübde ablegen, um offiziell Nonne zu werden. Doch Selbstzweifel und Ressentiments gegenüber ihrem Vater veranlassen zum Zögern. Da passieren auf einmal seltsame Dinge. Rose wird von schrecklichen Visionen geplagt und macht plötzlich ebenfalls Bekanntschaft mit den gleichen Stimmen, die einst den Vater um den Verstand gebracht haben. Ein Schelm, wer hierbei denkt, dass sich die Ereignisse von damals ein weiteres Mal ereignen werden.
 
 
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THE DAWN ist so etwas, das man eine ästhetische Mogelpackung nennt. Set und Kamerafahrten sind ganz atmosphärisch. Doch innerhalb glanzvoller Optik befindet sich gähnende Langeweile. Regisseur BRANDON SLAGLE wagt mit diesem Okkult-Schnarcher einen Ausflug in Exorzisten-Fach und bedient sich dabei jedem Klischee dieses Subgenres. Eine Frau macht vermeintlich übernatürliche Erfahrungen und muss sich dafür im finalen Akt einer Teufelsaustreibung unterziehen – mit allem Drum und Dran. Bis dahin sollen zusammenhangslose Visionen für Verwirrung stiften und den Zuschauer auf eine falsche Fährte locken. Wird Rose etwa von unverarbeiteten Erinnerungen aus der Kindheit geplagt, die ihr Kopfkino anwerfen und den Albtraum von einst noch einmal ablaufen lassen? Oder ist die Heldin doch von bösen Mächten besessen, die zu schrecklichen Taten verleiten? Ja, ja – die Antwort darauf spannt vermutlich einige Leser hier auf die Folter. Wir können aber schon einmal versichern, dass Regisseur BRANDON SLAGLE den Weg des geringsten Widerstandes geht. Das bedeutet: Einfach gestrickte Kinounterhaltung ohne Umwege.
 
 
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Weitaus schlimmer als die totgefilmte und vorhersehbare Handlung ist die Talentlosigkeit der meisten Schauspieler. Was hier an desaströsem Laientheater zugemutet wird, geht auf keine Kuhhaut. Offenbar hat man ein paar Statisten vom Supermarkt auf das Set gekarrt, ein Blatt Papier in die Hand gedrückt, auf dem einige Zeilen standen, die abgelesen werden sollten. Einzig Hauptdarstellerin DEVANNY PINN (aus SATANIC) ist ganz ertragbar. Die spielte bisher in einige Filme von Regisseur BRANDON SLAGLE mit. Offenbar war die Rolle in THE DAWN für sie ein Freundschaftsdienst. Am gut durchdachten Drehbuch (*hust*) kann es nicht gelegen haben.
 
 
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THE DAWN – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Fängt an wie THE AMITYVILLE HORROR und endet wie DER EXORZIST. THE DAWN ist ein behäbig erzählter Gruselfilm, mit langsamen Kamerafahrten und schläfrig machendem Drehbuch. Die unnötig aufgeblasenen Dialoge strengen an, Laienschauspiel strapaziert die Geduld und der übertrieben epische Soundtrack passt zwar zur immerhin atmosphärischen Kulisse, mutet aber aufgrund der semiprofessionellen Inszenierung lächerlich an. Wirklich spannend wird THE DAWN zu keiner Minute. Die Geschichte dümpelt auf der Stelle und kommt nicht in die Pötte. Nee, langweilige Filme braucht niemand. Daher an dieser Stelle auch keine positive Bewertung.
 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Zensur

 
 
 
THE DAWN ist ein harmloser Vertreter des Exorzismus-Horrors. Gleich zu Beginn schlägt ein Protagonist mehrfach mit einer Waffe auf sein Opfer ein. Der Angriff wird nicht detailliert gezeigt, sondern nur angedeutet. Später sticht eine andere Protagonistin mehrfach mit einem spitzen Gegenstand auf einen Beichtvater ein. Auch dort sieht man nicht sonderlich viel. Hierzulande dürfte THE DAWN problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Vertical Entertainment | Kaleidoscope Film Distribution | Jaguar Cinema)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Verónica – Spiel mit dem Teufel (2017)
 
The Crucifixion (2017)
 
The Convent (2018)
 

Filmkritik: „Belzebuth“ (2017)

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BELZEBUTH

Story

 
 
 

Eine Reihe schrecklicher Morde an Kindern bringt einen Special Agent an seine Grenzen.

 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Kritik

 
 
 
Wenn der Name von Schauspieler TOBIN BELL auf einem Filmplakat zu lesen ist, läuten bei Filmkennern die Alarmglocken. Das muss heftige Filmunterhaltung werden, die sich vor allem durch eines auszeichnet: Gewalt. Der Darsteller hat sich nämlich seit den 2000ern mit der Rolle als JIGSAW in der brutalen SAW-Filmreihe ein Denkmal gesetzt. Seither wird er ausschließlich mit diesen Horrorschockern in Verbindung gebracht. Dabei wird völlig vergessen, dass der Amerikaner in den 1980ern und 1990ern ganz andere Filme gemacht hat, die hochkarätig besetzt waren. Darunter Hollywood-Produktionen wie DIE FIRMA oder GOOD FELLAS. Leider wird Bell gleiches Schicksal zuteil, wie vielen Schauspielern zuvor, die zu oft in derselben Rolle zu sehen waren. Es gelingt nicht mehr aus dem Kreislauf auszubrechen und Angebote für seriöse Filme anderer Genres zu erhalten. Deshalb muss man nehmen, was kommt. Für Bell bedeutet das: neue SAW-Fortsetzungen oder Auftritte in günstigen Horrorproduktionen. Daher folgt nun nach SAW, DARK HOUSE und THE SANDMAN ein weiterer Horrorfilm. Der nennt sich BELZEBUTH, entstand in Mexiko und ist gar nicht übel. Offenbar sah das auch der amerikanische Streaminganbieter SHUDDER so und krallte sich gleich die Rechte des Thrillers.
 
 
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Special Agent Emanuel Ritter ist mit seinem Leben rundum zufrieden. Die Arbeit bei der Polizei ist interessant und auch privat läuft es perfekt. Da kommt es plötzlich zu einer grausamen Mordserie an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, die selbst dem erfahrenen Gesetzeshüter an die Nieren gehen. Bei den Opfern handelt es sich nämlich um Kinder, die auf schreckliche Art ihr Leben lassen müssen. Darunter der eigene Nachwuchs des Polizeibeamten. Doch wer ist nur zu solchen Taten fähig? Offenbar übernatürliche Mächte. Das zumindest behauptet ein Vertreter des Vatikans, der in den Morden die Handschrift des alttestamentarischen heidnischen Dämons Beelzebub sieht. Ist da was Wahres dran? Man macht bald gemeinsame Sache und kommt so einem Strippenzieher auf die Spur, der mit allen Wassern gewaschen ist.
 
 
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Wie gewinnt man Horrorfilmzuschauer? Natürlich mit Schockwirkung. So beginnt BELZEBUTH direkt mit schrecklichen Szenen, die sich ins Gedächtnis einbrennen und das Kopfkino aktivieren. Wir sehen, wie eine Krankenschwester unzählige Säuglinge einer Geburtenstation abschlachtet. Außer ein paar Blutspritzern, Geschrei und Chaos ist nichts zu erkennen. Dennoch macht sich ein beklemmendes Angstgefühl breit. Doch das ist noch lange nicht die Spitze des Eisbergs. Es folgen weitere Massaker an unschuldigen Kindern. So sehen wir in einer anderen Szene, wie ein Junge seine Mitschüler in einer Grundschule hinrichtet. Verstörende Gewalt, die in einem weiteren Massenmord gipfelt. Die Putzfrau einer Schwimmhalle handelt von Sinnen. Die schnappt sich diverse Stromkabel und springt in ein Becken planschender Kinder. Gewalt als Mittel zum Selbstzweck. Regisseur EMILIO PORTES weiß wie viel gezeigt werden muss, ohne gleich die Splatterkeule schwingen zu müssen, damit aber trotzdem vor den Kopf stößt. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist ihm damit gewiss.
 
 
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In der Tat sitzt man gefesselt vor der Glotze und will wissen, wer für die Taten verantwortlich zeichnet. Terroristen? Ein hasserfüllter Serienkiller? Eine Sekte? Atmosphäre und Spannungsaufbau sind beachtlich. Der Zuschauer folgt einigen Polizisten, die bei ihren Recherchen immer weiter in einen Strudel von Umständen gezogen werden, der sie am Ende in große Gefahr bringt. Der Ton ist rau, die Stimmung düster. Die Hölle allgegenwärtig. Leider kommt BELZEBUTH in der Halbzeit vom rechten Weg ab. Während der Film in der ersten Stunde um Spannung und Atmosphäre bemüht ist, platzen die Geheimnisse sprichwörtlich in der zweiten Hälfte aus ihm heraus. Plumpe Antworten, generische Abläufe, verworrene Handlungsstränge. Regisseur EMILIO PORTES opfert seinen interessanten Genre-Beitrag zugunsten kommerziellen Horrorkinos und verrennt sich zu sehr im totgefilmten Okkult-Fach. Da dürfen Exorzismusszenen ebenso wenig fehlen, wie Dämonengeplapper und plakative Effektemacherei. Die Kamera hält vehement drauf und die anfangs zelebrierte Subtilität mit dem effektiven Kopfkino wird kurzerhand über Bord geworfen. Ärgerlich.
 
 
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BELZEBUTH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Finchers SIEBEN trifft auf Friedkins DER EXORZIST. Der mexikanische Horrorfilm BELZEBUTH ist eine Granate in Sachen Atmosphäre. Der Zuschauer wird schnell in ein düsteres und ungemütliches Szenario gezerrt, das zum beunruhigendsten gehört, was man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Dabei ganz stark: die erste Hälfte dieses Horrorthrillers. Schreckliche Morde, viele Rätsel und jede Menge Fragen. Dazwischen Kopfkino purr. So hätte es weitergehen können. Regisseur EMILIO PORTES entscheidet sich aber für einen anderen Weg und will lieber konventionell weiter machen. Viel Geschrei, plakative (teils doofe) Effekte und generische Handlungsverläufe sind die Folge. Damit schlittert BELZEBUTH haarscharf am Geheimtipp vorbei. Trotzdem ist BELZEBUTH immer noch ein sehr spannender Horrorfilm mit einem charismatischen TOBIN BELL – diesmal mit übertriebenen Tattooschmuck und langem Bart.
 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Zensur

 
 
 
Die Gewaltszenen in BELZEBUTH sind heftig. Da werden Kinder ermordet. Wer aber jetzt denkt, dass die Grausamkeiten detailliert zelebriert werden, wird enttäuscht. Die Kamera blendet weg. Meist sieht man nur etwas Blut an Wände oder in Gesichter spritzen. Trotzdem sind die Reaktionen der Beobachter und die Schreie heftig. Weiterhin kommt in der zweiten Filmhälfte etwas Splatter zum Einsatz. Mit etwas Glück dürfte es für BELZEBUTH eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Videocine / Pastorela Peliculas)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sieben (1995)
 
Speak no Evil (2013)
 
Sinister (2012)
 
Bereavement – In den Händen des Bösen (2010)
 

Filmkritik: „The Convent“ (2018)

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THE CONVENT

(HERETIKS)

Story

 
 
 

Eine der Hexerei beschuldigte Frau landet in einem Kloster und erlebt dort das Grauen auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Kritik

 
 
 
Die Zeit der Inquisition war nicht unbedingt eine Sternstunde der Geschichte. Da wurden unschuldige Frauen, Männer und sogar Kinder der Hexerei beschuldigt und anschließend zum Tode verurteilt, weil man der Meinung war, dass jene ahnungslosen Seelen mit dem Teufel im Bunde standen. Ein trauriges Kapitel, das natürlich auch im Horrorfilm aufgearbeitet werden musste. Das Resultat: so reißerischer Exploitation wie DER HEXENJÄGER, HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT oder HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT. Darin wurden geschichtliche Fakten zur Nebensache. Stattdessen wurde gefoltert, ermordet, vergewaltigt und gedemütigt. Die Kamera hielt stets darauf. Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er war das schon harter Tobak.
 
 
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Der Horrorfilm THE CONVENT ist auch einer dieser Streifen, der das Thema Inquisition als Alibi nutzt, um Horror zeigen zu können. Da kommt natürlich gleich Freude bei Liebhabern blutiger Exploitationfilme auf. Denen sei gesagt, dass THE CONVENT weitestgehend von der Zurschaustellung grausamer Gewalt absieht und eher eine atmosphärische Geschichte vor Mittelalter-Kulisse erzählt, die sich Elementen aus Okkult- und Dämonen-Horror bedient. Weil seit dem CONJOURING-Spinoff THE NUN auch Nonnen wieder in Mode sind, gibt es die gleich mit dazu. Letztere beweisen in diesem Horrorstreifen Talent fürs Quälen ahnungsloser Novizinnen. Da werden Erinnerung an Nunsploitation-Streifen der 70er Jahre wach. Darin wurde tabuloser Sex und unmenschliche Gewalt hinter Kirchentüren zelebriert. THE CONVENT schlägt ähnliche Richtung ein. Auch hier werden junge Nonnen-Anwärterinnen von Obernonnen schikaniert, bestraft und gebrochen. Nur mit schonungslosen Sexszenen geizt der Streifen – leider!
 
 
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Vom Regen in die Traufe. Die junge (HANNAH ARTERTON) ist ein Pechvogel, wie er im Buche steht. Die wird wegen Hexerei angeklagt, weil sie den Tod der Mutter vorausgeahnt hat. Nun soll das junge Ding auf dem Scheiterhaufen brennen. Ihr Schicksal scheint besiegelt. Da taucht eine geheimnisvolle Nonne (CLAIRE HIGGINS) auf, die eine religiösen Zufluchtsort in der Nähe leitet. Die wortgewandte Alte überzeugt das Gericht und darf die Beschuldigte mit in das von ihr geführt Konvent nehmen, wo sie den Weg zurück zu Gott finden soll. Doch dort soll der Horror für die ahnungslose erst beginnen. Nicht nur, dass sich der Neuling den harten Regeln der Ordensgemeinschaft unterwerfen muss. Hinter den dicken Mauern dieses Klosters herrscht offensichtlich das Böse. Da passieren plötzlich seltsame Dinge und macht Bekanntschaft mit einer bösartigen Präsenz. Als wäre das nicht alles schon schaurig genug, verhalten sich auch die Leiterinnen des Klosters seltsam. Offenbar wissen die, was hier passiert. Ein Rätsel, das nun auch lösen muss.
 
 
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Nein, THE CONVENT ist kein Remake, Reboot oder Sequel vom grotesken Kirchen-Splatter aus der Mache des MIKE MENDEZ, welcher 2000 unter gleichem Titel in den Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Der hier besprochene THE CONVENT – der anfangs noch HERETIKS hieß – hat mit der spaßigen Genre-Produktion überhaupt nichts zu tun und will auch sonst nicht spaßig sein. Regisseur PAUL HYETT zeichnet verantwortlich. Der überraschte 2012 mit dem unangenehmen THE SEASONING HOUSE und lies anschließend in HOWL Werwölfe folgen. Spielfilm Nummer drei geht düstere Wege, ist Okkult-Horror der alten Schule und eigentlich bis Filmmitte ganz brauchbar. So muss eine junge Novizin herausfinden, welche geheimnisvollen Legenden um ein düsteres Konvent ranken, in dem immer mal wieder unschuldige Nonnen verschwinden. Weil die Heldin lang im Dunkeln tappt und THE CONVENT auch sonst ein großes Geheimnis über mysteriöse Vorkommnisse hinter Klostermauern macht, bleibt THE CONVENT spannend. Danach wird es leider dämlich.
 
 
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Leider kann der Spannungsbogen nicht lang gehalten werden. Spätestens nach der Halbzeit vertrödelt dieser gotisch angehauchte Kloster-Horror zu viel Zeit mit dem Abhandeln von Dämonen-Klischees, bedient sich bei dazu noch bei anderen Horror-Subgenres und verkommt so zu Dutzendware. Da werden nicht nur vorhersehbare Schreckmomente und fast schon grotesk anmutende Blutmanschereien abgehakt, die gar nicht zum restlichen Film passen. Auch dem Dämonen-Make-up mangelt es an Glaubwürdigkeit. So trägt das Böse im Film eigensinnige Kontaktlinsen, die leuchten. Ähnliche Anfertigungen hatten wohl feiernde Techno-Anhänger zu Loveparade-Zeiten in den Augen. Furchterregend ist etwas anderes.
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was atmosphärisch beginnt, endet in einer klischeebeladenen Dämonen- und Zombie-Achterbahn mit schlechten Effekten. Als Liebhaber des klassischen britischen Horrors wollte Regisseur PAUL HYETT genau dieser Film-Epoche eine moderne, härtere und stilvolle Note verleihen. Das ist leider nur bedingt gelungen. Atmosphärisch fährt die dritte abendfüllenden Spielfilm-Produktion des Filmemachers groß auf. Leider wird THE CONVENT ab der Halbzeit ziemlicher Käse. Da wird alles abgefeuert, was das Horror-Genre so hergibt. Regisseur PAUL HYETT wirft Elemente aus Grusel, Zombie, Okkult, Dämonen und Kloster-Horror in einen Topf, rührt um und würzt mit miesen Effekten nach. Das Gebräu ist keine Glanzleistung in Sachen Schrecken. Vielmehr endet THE CONVENT in einer beinahe schon lächerlichen Farce in der nach Dämonen-Beschwörung und bestrafungsgeilen Nonnen plötzlich die Zombies aus ihren Gräbern steigen. Was für ein Quark. Von Regisseur PAUL HYETT hätte man was Besseres erwartet.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Zensur

 
 
 
THE CONVENT ist eigentlich ein unheimlicher Gruselfilm, der eher Wert auf unheimliche Atmosphäre liegt. Eigentlich! Wären da nicht einige zufällig eingestreute Splatter-Szenen, die blutige Schauwerte zeigen. Da reißt sich eine Nonne selbst die Augäpfel aus den Augenhöhlen. In einer anderen Szene werden Nonnen zu Zombies umfunktioniert und radieren sich gegenseitig aus. Da fließt das Blut munter über die Mattscheibe. Hierzulande dürfte THE CONVENT dennoch eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Nun (2018)

The Crucifixion (2017)

Der Exorzist III (1989)

The Rite – Das Ritual (2011)

Incarnate – Teuflische Besessenheit (2016)

Filmkritik: „The Inhabitant“ (2017)

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THE INHABITANT

(EL HABITANTE)

Story

 
 
 
Für das Begleichen von Schulden brechen drei Mädchen in das Haus eines Politikers ein und erleben dort den ultimativen Horror.

 
 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Kritik

 
 
 
Der in Uruguay geborene und in Chile beheimatete GUILLERMO AMOEDO ist ein Phänomen, das man in der Filmwelt ganz häufig zu sehen bekommt. Er gehört zu jenen Leuten, die zwar beim Film arbeiten, sich aber vermutlich nie zu Träumen gewagt haben, irgendwann mal selbst bei einem Kinofilm Regie zu führen. So konnte sich Amoedo in erster Linie durch das Schreiben von Drehbüchern einen Namen machen. Von denen profitiere der kontroverse Regisseur ELI ROTH. Mit Amoedo als Drehbuchschreiber an der Seite konnte Roth mit Filmen wie KNOCK KNOCK, AFTERSHOCK und THE GREEN INFERNO international für Furore sorgen. Offenbar gab es zum Dank von Onkel Eli etwas Geld, damit Amoedo auch einen eigenen Film drehen konnte. Der kam mit THE STRANGER im Jahr 2014 auf den Markt und wurde auf einschlägigen Festivals mit Lob überhäuft. Nun hat der Filmemacher Blut geleckt. Nach einigen TV-Filmen folgt nun ein weiterer Kinofilm. Der schimpft sich EL HABITANTE und wurde zum besseren Verständnis für den Weltmarkt in THE INHABITANT umbenannt.
 
 
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Ein Einbruch mit schwerwiegenden Folgen. Eigentlich sollte es keine große Sache werden. Drei Frauen wollen in das Haus eines Senators einbrechen und dort den Tresor plündern. Doch es kommt mal wieder alles anders. Auf der Suche nach dem Geld findet man Keller ein eingeschlossenes Mädchen. Das wurde auf ein Bett gefesselt, damit es nicht fliehen kann. Schnell vermuten die Einbrecherinnen Missbrauch und wollen das Kind von seinen Qualen erlösen. Man befreit das arme Ding und will es in ein Krankenhaus bringen. Keine gute Idee, denn die Rettungsaktion endet im Desaster. Offenbar wurde das Mädchen nicht grundlos ans Bett gefesselt, denn im Körper des Teenagers schlummert das Böse. Eine Erkenntnis die den Retterinnen zu spät kommt. Die müssen nicht nur bald die Polizei fürchten, sondern auch einen Gegner, der mit allen Wassern gewachsen ist. Dämonen sind eben hinterlistige Kreaturen.
 
 
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Wenn Dämonen ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis besitzen. Vermutlich hat jeder schon mal die Begegnung mit Menschen gemacht, die Reden als gebe es kein Morgen mehr. Einmal im Quasselmodus will sich der Mund partout nicht mehr schließen. Da würde man am liebsten zum Knebel greifen, damit der ungewollte Informationsinput endlich ein Ende findet. So ähnlich dürfte es auch dem Zuschauer von THE INHABITANT gehen. Der bekommt es in diesem Film mit einem redseligen Zeitgenossen zu tun, der irgendwie nicht die Klappe halten will. Hier will ein Dämon sein Gegenüber in Grund und Boden reden mit dem Ziel sein Opfer durch Manipulation in die Knie zu zwingen. Im Film trägt das schnell Früchte. Nur leider hat Regisseur GUILLERMO AMOEDO nicht an seinen Zuschauer gedacht. Der fragt sich nicht unbegründet, warum keiner der Anwesenden endlich die Pläne des Dämons verstanden hat. Die fallen immer wieder auf die Irreführungen des Bösen hinein und katapultieren sich damit sicher in den Tod. Gut für die Opfer – schlecht für das Publikum. Das dürfte wegen der Dauerbeschallung schnell an Kopfschmerzen leiden. Einige Aspirin dürften helfen.
 
 
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THE INHABITANT ist Okkult-Horror aus Mexiko, der sich zweifelsohne vor einem der ganz großen Exorzisten-Filmen verbeugt: DER EXORZIST. Spiderwalk und Suppenkotze fehlen zwar. Dafür sind die üblichen Klischees mit an Bord. Ein Kind ist besessen und die Eltern tun alles dran, den Eindringling zu vertreiben. So kennt der Dämon alle Geheimnisse seiner Opfer, mag Bibelsprüche gar nicht und scheut weder Anstand noch Moral. Alles wie eh und je eben. Damit es dem Zuschauer aber nicht zu eintönig wird, hat man an Wendungen gedacht. Findige Horrorkenner werden da aber schnell ebenfalls bekannte Verläufe erkennen. Das Handlungsgerüst erinnert nämlich stark an den Erfolgshorror DON’T BREATHE, der im Jahr 2016 erfolgreich im Kino lief. Darin schlichen sich ebenfalls Einbrecher in eine Hütte und bekamen es darin mit dem Bösen zu tun. Einbrechen ist eben nicht nur gesetzeswidrig, sondern auch lebensgefährlich.
 
 
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Auch wenn THE INHABITANT keinen Hehl daraus macht von bekannten und weitaus besseren Filmen zu stibitzen, ist der Streifen aber weit weg von schlecht. Die mexikanische Gruselproduktion hat zweifelsohne Schwächen, fährt aber in Sachen Atmosphäre groß auf. Das Set ist dunkel, einige Schockmomente sitzen genau und Spannung wird dahingehend bewirkt in dem man versucht den Zuschauer zu verwirren. Das Böse im Film konfrontiert seine Opfer mit inneren Dämonen. Die finden sich plötzlich in der eigenen Vergangenheit wieder und durchleben schreckliche Ereignisse erneut. Als wäre das nicht alles schon verwirrend genug, baut der Dämon in diesem Film Scheinwelten auf, die zu Recht die Frage aufwerfen, was denn nun in THE INHABITANT echt ist und was vom Dämon inszeniert, um das Gegenüber manipulieren zu können. Auf diese perfiden Spiele fallen nicht selten nur die gutgläubigen Protagonisten herein. Auch der Zuschauer dürfte sich dabei erwischen sich in einer der vielen Traumwelten zu verlaufen, die das Böse im Film aufbaut, um den Verstand zu vernebeln.

 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
THE INHABITANT ist kein Meisterwerk. Dafür aber solide Standard-Ware, die zumindest in der ersten Hälfte ganz spannend geraten ist. Hier weiß man anfangs nicht, worauf der Film hinaus will. Da werden ein paar falsche Fährten gelegt, um die Spannung vorantreiben zu können. Ist das Geheimnis ergründet, werden die üblichen Exorzismus-Klischees abgeklappert. Nichts Neues also aus dem Exorzisten-Lager. Dennoch fährt der uruguayische Regisseur GUILLERMO AMOEDO atmosphärisch groß auf. Der nimmt sich Zeit für seine Figuren und baut schnell ein effektives Bedrohungsszenario auf, das dann doch einige ziemlich unheimliche Momente besitzt. Gruselstimmung ist somit garantiert. Leider ist ab der Halbzeit Schluß mit spannend. Dann nämlich verirrt sich THE INHABITANT zu sehr in Vorhersehbarkeiten und zeigt das, was man eben von Exorzismus-Horrorstreifen her kennt: ständig plappernde Besessene, die trotz Exorzismus einfach nicht aus dem Körper ihres Opfers fahren wollen. Mögen sie doch an einem Kruzifix im Halse ersticken.
 
 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Zensur

 
 
 
THE INHABITANT hat kaum Gewalt zu bieten. Man sieht einen Autounfall, eine Protagonistin erhängt sich und einige Schusswunden bekommt man auch zu sehen. In Deutschland wurde THE INHABITANT ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben.
 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El habitante; Mexiko 2017

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.66:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 26.10.2018

 

The Inhabitant [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breathe (2016)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
Der Exorzist (1973)
 

Filmkritik: „Skin Creepers“ (2018)

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SKIN CREEPERS

Story

 
 
 

Zwei Nachwuchsregisseure, ein besessenes Erotik-Model und ein chaotischer Exorzismus – das sind Gruselzutaten, die aus Deutschland kommen und unsere Lachmuskeln strapazieren wollen.

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Kritik

 
 
 
Dämonen-Horror und Teufelsaustreibung made in Germany. Das klingt nach einem eigenartigen Experiment bei dem man nicht zu Unrecht das Schlimmste erwartet. Deutschland hat sich in Sachen Horrorfilm nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viel Horror hat man hier nämlich nicht gedreht, was vermutlich auch daran liegt, dass diese Filme in der Regel nur selten von der deutschen Filmförderung unterstützt werden und daher aus minimalen Mitteln selbst gestemmt werden müssen. Ein schweres Unterfangen, das sich meist auch an der Qualität dieser Streifen bemerkbar macht. Wohl auch ein Grund, warum der deutsche Horrorfilm unter Zuschauern einen negativen Ruf genießt. Die meisten Filmjunkies bringen deutschen Horror nämlich gern mal mit amateurhaften Underground-Produktionen wie NEKROMANTIK oder Ittenbach-Splatter in Verbindung. Doch die Zeiten semiprofessioneller Splatter-Orgien und minderwertigen Amateur-Ware sind schon längst vorbei. Wer genauer hinschaut, hat unlängst erkannt, dass sich im deutschen Horror-Genre was tut. Kurze Lichtblicke, wie der Geisterstreifen ZIMMER 205, der Teen-Slasher ANATOMIE oder der Endzeitstreifen HELL haben eindringlich gezeigt, dass deutscher Horror funktioniert, wenn man nur will. Mit genau dieser Botschaft geht nun auch SKIN CREEPERS an den Start. Der wurde aus privaten Geldern finanziert und überrascht durch professionelle Machart. Hier riecht nichts nach Amateurfilmerei. Doch, ob der Streifen auch was kann? Wir haben uns die Horrorkomödie mal genauer angeschaut.
 
 
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Eigentlich wollten die beiden Brüder Ben und Daniel nur ihren ersten Horrorfilm drehen. Aber es kommt alles anders. Der amerikanische Erotik-Star Sasha Blue wird für die Hauptrolle engagiert und extra nach Deutschland geflogen. Eine kostspielige Angelegenheit, die beinahe das Aus für die Produktion bedeutet. Das Model hat nämlich hohe Ansprüche und verschlingt das Meiste an Budget. Grund genug für Nebenrollen günstige Darsteller aus zweifelhaften Kreisen zu besetzen, damit der Dreh fortgesetzt werden kann. Doch die Arbeiten enden anders als erwartet. Die Hauptdarstellerin verhält sich bald äußerst seltsam. Offenbar schlummert in ihr das Böse. Zeit einen Prediger zu rufen, der sich das Problem mal genauer anschauen soll. Wer Friedkins DER EXORZIST gesehen hat, dürfte in etwa erahnen, wohin die Reise gehen wird.
 
 
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Hinter SKIN CREEPERS steckt ein uns nicht Unbekannter. Vor einiger Zeit hatten wir Kontakt mit dem sympathischen Regisseur EZRA TSEGAYE. Der stellte uns im Jahr 2016 einen von ihm gedrehten Kurzfilm vor, welcher auf einschlägigen Filmveranstaltungen Preise erhielt. Auch wir hatten über CASTING DES TODES nur lobende Worte parat und waren umso neugieriger, als wir nun mit SKIN CREEPERS den ersten Langfilm des Regisseurs aus dem Briefkasten gefischt haben. Mit gerade einmal 50.000 Euro hat man hier einiges auf die Beine gestellt, das durchaus internationalen Produktionen die Stirn bieten kann. Gemeint sind damit die gut getricksten Spezialeffekte – mal handgemacht, mal am Computer erstellt – die in knapp elf Monaten Postproduktion entstanden sein sollen. Aber auch gute Hauptdarsteller, die mal eine Schauspielschule von Innen gesehen haben, runden das positive Gesamtbild ab. Bei soviel Qualitätsarbeit stellt sich dann doch die Frage, wo denn eigentlich der Haken ist? Es ist das Drehbuch, was SKIN CREEPERS ein wenig ins Stolpern bringt. So ist die Handlung mancherorts zäh und drosselt das Tempo, weil doch etwas zu viel gequasselt wird. Auch fehlen mehr zündende Pointen, die bei einer Horrorkomödie das Salz in der Suppe sind. Dennoch will man nicht zu hart ins Gericht gehen. Für ein Langfilmdebüt ist SKIN CREEPERS ganz solide. Anfängerkollegen aus Amerika liefern da regelmäßig weitaus schlechtere Videoware ab.
 
 
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In einem Interview mit EZRA TSEGAYE erhielten wir interessante Hintergründe zur Produktion. So verriet der Regisseur, dass SKIN CREEPERS bereits vor der Umsetzung des Kurzfilms CASTING DES TODES geplant gewesen war. Um das Geld für den Film zusammenzubekommen startete man ein Crowdfunding-Projekt, das aber wenig Erfolg verbuchen konnte. Deshalb blieb nichts anderes übrig, als das Produktionsbudget aus der eigenen Tasche zu zahlen. Produzent SEBASTIAN WOLF ging dabei soweit, dass er dafür ein kleines Grundstück verkaufen musste, damit die Dreharbeiten gestartet werden konnten. Acht Wochen drehte man in einer leeren Lagerhalle, die man extra in Berlin Charlottenburg angemietet hatte, um dort 60 Prozent des Filmes fertigen zu können. Dafür wurde sogar Produzent SEBASTIAN WOLF zum Bühnenbauer und werkelte vier Wochen lang mit Freunden am Hotel-Set in dem sich ein großer Teil der Geschehnisse des Films ereignet. Nach vier Wochen Drehzeit war SKIN CREEPERS im Kasten und alle Beteiligten waren erleichtert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. SKIN CREEPERS schaut für eine deutsche Indie-Produktion Bombe aus und man sieht allen Anwesenden an, dass sie trotz großen Herausforderungen enormen Spaß bei der Arbeit hatten. Da ist man doch gespannt, was Regisseur EZRA TSEGAYE als nächstes aus dem Ärmel schütteln wird. Schenkt man seiner Aussage Glauben, soll eine Dokumentation über die besten Kampfsportler Deutschlands in Planung sein.
 
 
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SKIN CREEPERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ambitionierter Exorzismus-Spaß aus Deutschland, der sich vor internationaler Konkurrenz nicht verstecken braucht. Regisseur EZRA TSEGAYE ist ein großer Fan von Filmemacher JOHN LANDIS, wobei ihm ganz besonders dessen Kulthit AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON am Herzen liegt. Was ihm daran gefiel? Die Mischung aus Komödie und extremen Horror. Genau jene Kombination kommt auch im ersten Spielfilm des Berliner Regisseurs zum Tragen. SKIN CREEPERS besitzt schrägen Humor und handwerklich gekonnt in Szene gesetzte Splattermomente. Dafür konnte man sogar bekannte B-Prominenz gewinnen. Keine geringere als Nackedei MICAELA SCHÄFER ist im Film zu sehen. Die macht das, was sie am besten kann: sich nackig machen. Auch wenn von ihr nicht sonderlich viel abverlangt wird, muss man sich auch als gestandener Antifan eingestehen, dass die Schäfer trotz kontroverser TV-Auftritte irgendwie sympathisch erscheint. Die war bereits in einem der Kurzfilme von Regisseur EZRA TSEGAYE zu sehen und ist natürlich auch in SKIN CREEPERS eine Augenweide. Leider hat SKIN CREEPERS so seine Schwächen beim Erzählen seiner Handlung. Mancherorts kommt die nämlich nicht in die Gänge und bremst den Spaßfaktor. Vielleicht wäre es hier gut gewesen, wenn man noch einmal gründlicher nachgearbeitet hätte. Ein paar mehr Schnitte hätten der oftmals sehr dialoglastigen Geschichte den letzten Schliff gegeben. So ist SKIN CREEPERS ein immerhin solider Vertreter der Gattung Exorzismus- und Dämonen-Horror mit kleinen Schwächen.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Zensur

 
 
 
SKIN CREEPERS ist eine Horrorkomödie, die wenig Gewalt zu bieten hat. Fließt dann doch etwas Lebenssaft sind die Splatterszenen reichlich überzogen. So explodieren – ähnliche wie in Cronenbergs SCANNERS – Köpfe und färben die Leinwand rot. Überraschenderweise hat SKIN CREEPERS von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die Heimkinofassung besitzt einen roten Freigabesticker – ist aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Skin Creepers; Deutschland 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: SFX Makeup, Visual Effects, Building a Set, Behind the Scenes, On Set with Mica, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 09.11.2018

 

Skin Creeper [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle (2012)
 
Scary Movie 2 (2001)
 
Von allen Geistern besessen! (1990)
 

Filmkritik: „The Wailing“ (2016)

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THE WAILING: DIE BESESSENEN

(THE WAILING | GOKSEONG | GOKSUNG)

Story

 
 
 
Sehenswertes Gruselkino aus Fernost: In einem südkoreanischen Bergdorf geht es nicht mit rechten Dingen zu. Friedliebende Bewohner werden plötzlich zu kompromisslosen Mördern. Was ist hier nur im Gange?

 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Kritik

 
 
 
Es passieren doch noch Wunder. Deutschland ist nicht unbedingt das Paradies für Fans asiatischer Filmproduktionen. Nur wenige Perlen aus Fernost schaffen es in deutsche Händlerregale, wo sie nicht selten ein bescheidenes Dasein fristen und irgendwann preislich reduziert in den Wühltischen bekannter Elektrofachmärkte landen. Ein deprimierender Kreislauf, der nicht sein muss, wenn sich mehr Cineasten die Zeit nehmen und vorurteilslos das begutachten würden, was da immer seltener von Asien nach Deutschland exportiert wird. Darunter befinden sich gern mal Geheimtipps zu denen auch der südkoreanische THE WAILING gehört. Der Film feierte seine Europa-Premiere auf dem Cannes-Filmfestival 2016 und hinterließ dort offenbar Eindruck – nicht nur bei Filmfans und Kritikern. Vermutlich einer der Gründe, warum das Ausnahmewerk vom Label PIERROT LE FOU nun in ansprechender Aufmachung veröffentlicht wird. Lobenswert!
 
 
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Irgendwo im südkoreanischen Hinterland passieren seltsame Dinge. Der kleine verschlafene Ort Goksung wird von mysteriösen Mordfällen heimgesucht, die die ganze Gegend schockieren. Offenbar verwandeln sich friedliebende Dorfbewohner grundlos in abgebrühte Killermaschinen und töten Familie und Freunde, bevor sie anschließend in eine Art Schockstarre verfallen. Doch worin liegen die Ursachen? Das fragt sich auch Polizist Jong-gu (KWAK DO-WON), der die Morde genauer untersucht. Er findet heraus, dass alle Täter von einem großflächigen Ausschlag betroffen sind, mit dem auch bald die Tochter des Gesetzeshüters zu kämpfen hat. Ist sie etwa die Nächste? Das lässt Alarmlocken beim Familienvater läuten. Der will seine Tochter beschützen – koste es was es wolle. Deshalb geht er Gerüchten auf den Grund, die verlauten lassen, dass ein neu hinzugezogener Japaner offenbar mit den Morden in Verbindung stehen soll. Schnell ist der zur Rede gestellt. Doch als man in einer Kammer seines Hauses Bilder von toten Einheimischen entdeckt, die für ominöse Rituale verwendet werden, verhärten sich Gerüchte, dass sich hier wohl das Böse ins Dorf eingeschlichen haben muss.
 
 
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Eine traurige aber zugleich verwirrende Geschichte über Aberglauben und Traditionen. Es ist nicht leicht THE WAILING (der im Original übrigens GOKSUNG heißt) in eine Schublade zu pressen. Der viel gelobte Film trotz jeglichen Genre-Konventionen und funktioniert als Familiendrama ebenso gut, wie als Mystery-Horror oder Okkult-Thriller. Dabei stets allgegenwärtig: subtile Kritik am aktuellen Zeitgeschehen. So scheint im ländlichen Asien immer noch der Glaube in den Köpfen zu sitzen, dass Dämonen und Geister für Schicksalsschläge und Missetaten verantwortlich zeichnen. Statt nach wissenschaftlichen Erklärungen zu suchen, verkriecht man sich in die Welt der Mystik und Folklore. Relikte längst vergangener Zeiten, die offenbar immer noch in den südkoreanischen Bergen verankert sich, wo Fortschritt dem Aberglauben weichen muss. Genau jene Thematik macht sich THE WAILING zu eigen, der sich als schwer zu durchschauende Gruselgeschichte entpuppt, die vom Stilmittel der Desorientierung Gebrauch macht. Regisseur NA HONG-JIN experimentiert im dritten Langfilm mit buddhistischen aber auch christlichen Angstmotiven und stiftet damit Verwirrung. Lang bleibt nämlich unklar, was denn hier der Grund für seltsame Ereignisse ist. Haben die Geschehnisse eine rationell erklärbaren Hintergrund oder sind tatsächlich paranormale Kräfte am Werk. Die Antwort darauf wird erst in den letzten Minuten des knapp zweieinhalbstündigen Kinostücks gelüftet, an dem Filmemacher NA HONG-JIN nach eigener Aussage sechs Jahre tüftelte. Der hatte offenbar genug von actionlastigen Filmen, die gradlinig inszeniert eher einfache Gemüter befriedigen sollten. Nach den international erfolgreichen Actionfilmen THE CHASER und THE YELLOW SEA hegte er einen anderen Anspruch. Den hat er mit THE WAILING definitiv erreicht, denn mit diesem Filmepos findet er den Spagat vom actionlastigen Blockbusterkino hin zu dramaturgisch vertrackten und abstrakteren Themen.
 
 
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THE WAILING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 

Weniger Action, dafür mehr Hirn. Asiatischer Ausnahmefilm, der durch Komplexität und Tiefgang beeindruckt. Nach eher rasanten Thrillern, macht der südkoreanischen Regisseur NA HONG-JIN Ernst. THE WAILING – DIE BESESSENEN ist ein Gruselerlebnis par excellence. Was wie ein Mystery-Polizeikrimi beginnt, entwickelt sich schleichend zu einem verwirrenden Schauer-Albtraum, der die volle Konzentration seines Publikums beansprucht. Schlüssig ist hier auf den ersten Blick nichts. Wer sich aber unter die Oberfläche traut und forscht, bekommt einen der besten Genre-Vertreter zu sehen, die bis dato Südkorea hervorgebracht hat. Macher NA HONG-JIN hält im dritten Spielfilm das Spannungslevel konstant hoch. Was ist hier des Pudels Kern? Leicht durchschauen lässt sich THE WAILING nicht. Das Verwirrspiel hat Hintergrund, kritisiert Rassismus ebenso wie das sture Verharren in alten Traditionen. Offene Cineasten werden da hellhörig. Dennoch muss man schon eine gewisse Leidenschaft für fernöstliche Filme besitzen. Nicht jedem dürfte die langsame Erzählmethode und das Eintauchen in asiatischer Folklore zusagen.
 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Zensur

 
 
 
Wer von THE WAILING Blut und Gewalt erwartet, wird enttäuscht werden. Der Fokus liegt auf subtiles Grauen. Es gibt meist nur die Resultate von Gewaltakten zu sehen. Meist sind das ermordete Dorfbewohner, die von anderen Familienmitgliedern getötet wurden. Hierzulande hat das koreanische Gruseldrama in ungeschnittener Form eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Goksung; Südkoreak 2016

Genre: Drama, Grusel

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 156 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Making-of, Behind the Scenes, B-Roll, Interview, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet, Plakat

Release-Termin: 23.02.2018

 

The Wailing [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

The Wailing [Limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE WAILING – Mediabook

 
 
 
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THE WAILING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Tale of Two Sisters (2003)
 
I Saw the Devil (2010)
 
Manhole (2014)
 

Filmkritik: „The Crucifixion“ (2017)

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THE CRUCIFIXION

Story

 
 
 

Eine Reporterin will den mysteriösen Tod einer Nonne untersuchen und reist dafür nach Rumänien, wo sie mit dämonischen Vorfällen konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürfte jeder Horrorfilmfan mit ausgeprägtem Interesse fürs Genre früher oder später mit den Werken des XAVIER GENS in Berührung kommen. Der Franzose hat nämlich schon einige Streifen gedreht, die fürs Genre nicht unwichtig sind. So hat Gens mit dem ultrabrutalen FRONTIER(S) einen wichtigen Beitrag zur französischen Terrorwelle beigesteuert, die während der 2000er Jahre um die ganze Welt ging und sorgte mit einem Kurzfilm in THE ABCS OF HORROR dafür, dass dem Anthologie-Horror wieder frisches Leben eingehaucht werden konnte. Frisches Leben oder gar Neuerungen sucht man dagegen in THE CRUCIFIXION vergebens. In diesem weiteren Horrorfilm aus der Mache des französischen Filmemachers wurmt es gewaltig. Hier schlägt Gens nach knallharten Ausflügen ins Horror- und Actionfach ruhigere Töne an und lässt Horrorfans an ihrem Verstand zweifeln. Zu Recht, denn der Ausflug ins Exorzisten-Genre ist eine regelrechte Schlaftablette und sorgt mit schläfriger Inszenierung für Müdigkeitserscheinungen. Was den Gens da wohl geritten hat?
 
 
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In Rumänien geht ein mysteriöser Mordfall durch die Medien. Dort soll sich in einem kleinen Dorf schreckliches ereignet haben. Offenbar haben mehrere Geistliche den Tod einer Nonne im Zuge einer Teufelsaustreibung verursacht. Für die aufstrebende Journalistin Nicole Rawlins (SOPHIE COOKSON) ein gefundenes Fressen. Die wittert eine interessante Story und reist zum Ort des Geschehens, wo sie Ermittlungen anstellt. Leider will ihr anfangs niemand Rede und Antwort stehen. Doch die Reporterin bleibt hartnäckig und beginnt zu forschen, um die wahren Gründe für das Ableben der unschuldigen Frau in Erfahrung bringen zu können. Was sie dabei entdeckt, dürfte aber keinen Horrorfan hinter dem Ofen hervorlocken. Die Nonne war von einem bösartigen Dämon besessen, der immer noch im Dorf sein Unwesen treibt. Weil Nicole zu neugierig und unachtsam schnüffelt, macht sie bald selbst mit dem Bösen Bekanntschaft. Manchmal ist es eben besser seine Nase nicht in die Angelegenheiten fremder Menschen zu stecken.
 
 
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Man muss schon richtig ausgeschlafen sein, um THE CRUCIFIXION wach überstehen zu können. Der Film ist um Spannung bemüht, kränkelt aber unter permanenter Ideenarmut und einer ereignisarmen Handlung, die zu keiner Minuten packen will. THE CRUCIFIXION hat nichts Neues zu bieten und schielt lieber zu den ganz großen Klassikern des Exorzisten-Genre. So bekommt man mal wieder vom Teufel besessene Protagonisten vor die Linse, die in der Luft schweben und sich vor Schmerzen winden, sobald ihnen Priester fromme Bibelverse vorlesen. Ausgelutschte Exorzismus-Klischees gibt es hier zuhauf. Die geben dem tempofreien Mysterythriller den Rest, der immerhin um die Aufmerksamkeit der Zuschauer bemüht ist. Sobald die ohnehin schon schleppende Handlung auf der Stelle verharrt, schallen laute Schreckmomente aus dem Fernsehapparat, die offenbar nur deshalb eingespielt werden, um den unaufmerksamen Zuschauer aus dem Schlaf zu reißen. Ob ein so unsanftes Wecken gut ankommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, mit THE CRUCIFIXION bekleckert sich XAVIER GENS definitiv nicht mit Ruhm, auch wenn seine gemächlich erzählte Detektivgeschichte mit stimmigen Bildern überrascht, die unbedingt Lust auf einen Rumänien-Urlaub machen.
 
 
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THE CRUCIFIXION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Generischer Exorzisten-Schnarcher von einem Filmemacher, der es eigentlich besser kann. Der französische Regisseur XAVIER GENS dreht mit THE CRUCIFIXION einen Gang runter und macht einen Abstecher ins Exorzistenfach. Wer aber nach mehr oder weniger brutalen Beiträgen auf einen Film im gleichen Schlag hofft, wird schnell enttäuscht werden. THE CRUCIFIXION ist langweilig, nicht gerade originell und dazu auch noch frei von Logik. So sprechen im Film rumänische Priester und einfache Landleute im Hinterland fließend Englisch. Als wäre das nicht schon seltsam genug, will eine ausländische Reporterin auf Biegen und Brechen einen mysteriösen Mordfall lösen. Aufgeklärte Horrorfilmfans dürften nach dem Warum forschen, zumal schnell offensichtlich wird, dass sich die unvorsichtige Detektivin mit ihrer selbstlosen Tat sprichwörtlich selbst in Teufels Küche bringt. Angeblich wurde THE CRUCIFIXION von einem wahren Fall aus dem Jahre 2004 inspiriert. Da mittlerweile jeder zweite Horrorfilm mit Echtheitszertifikat wirbt, will diese einfältige Marketingmasche leider nicht mehr so gut zünden. Der Zuschauer ist nicht auf den Kopf gefallen, dürfte aber schnell Kopfschmerzen von dem bekommen, was XAVIER GENS mit THE CRUCIFIXION zumutet. So werden Szenen bis zum Erbrechen wiederholt, damit der Streifen erst gar nicht in Gang kommt, aber seiner Laufzeit von 90 Minuten erreicht. Manch anderer Filmemacher hätte aus gleichem Stoff wohl einen Kurzfilm gemacht. THE CRUCIFIXION ist eine Gurke vor dem Herrn. Würde dieser Film nicht von einer der großen Hoffnungen modernen Horrorkinos kommen, wäre es wohl nicht so traurig.
 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Zensur

 
 
 
THE CRUCIFIXION hat außer den typischen Exorzismusmomenten, in denen Menschen mittels Bibelsprüchen der Teufel ausgetrieben wird, keine Gewaltszenen zu bieten. Demzufolge hat der Okkult-Horror ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Crucifixion; Großbritannien, Rumänien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover (alternatives Filmmotiv)

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 01.02.2018

 

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THE CRUCIFIXION – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
 
Der Exorzist III (1989)
 
The Atticus Institute (2015)
 
The Rite – Das Ritual (2011)