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Filmkritik: „The Bride“ (2017)

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THE BRIDE

(NEVESTA)

Story

 
 
 
Post-mortem-Fotografie und ihre Folgen: Auf einem abgelegenen Landsitz soll die Hochzeit eines verliebten Pärchens gefeiert werden. Leider entwickelt sich die Feier zu einem Albtraum aus dem es bald kein Erwachen mehr gibt.

 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig bei FILMCHECKER liest, hat vermutlich schon mitbekommen, dass wir gern auch mal über den Tellerrand schauen. So finden nicht nur Horrorfilme aus Übersee bei uns Beachtung. Ab und an erhalten wir auch Ansichtsexemplare von Filmen aus Ländern, von denen man bisher nicht einmal wusste, dass dort Horrorfilme produziert werden. Dabei ist uns in letzter Zeit vor allem Russland positiv aufgefallen, wo man offenbar am Horrorgenre Gefallen gefunden hat und gern mal schaurigen Filmstoff dreht, der auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet. Zuletzt war das bei Filmen wie PARANORMAL DRIVE, DIE DUNKLE GRÄFIN oder auch DER FLUCH DER HEXE – QUEEN OF SPADES der Fall. Zu genannten Angstmachern gesellt sich nun ein weiterer. Der nennt sich THE BRIDE und sorgt bereit mit einem furchteinflößenden Trailer für Gänsehaut. Gute Aussichten also. Nur, ob der Streifen auch das halten kann, was der unheimliche Werbefilm verspricht?
 
 
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Hochzeit mit Komplikationen und unheimliche Familientraditionen. Die attraktive Nastya und ihr Verlobter Ivan schweben im siebten Himmel. Deshalb soll jetzt auch der Bund der Ehe eingegangen werden. Doch die Hochzeit soll besonders werden. Deshalb hat man sich für Zeremonie und Feier das abgelegene Grundstück von Ivans Familie ausgesucht. So weit, so gut. Leider kommt natürlich alles anders – schließlich ist THE BRIDE ein Horrorstreifen und kein Liebesfilm. So verhält sich die Familie des Angebeteten plötzlich alles andere als normal. Da wird hinter Türen geheimnisvoll geflüstert und getuschelt. Offenbar soll der verunsicherten Nastya etwas verheimlicht werden. Die forscht nach und macht eine schreckliche Entdeckung. Hier soll keine Hochzeit gefeiert werden. Die Familie plant eine Willkommensfeier der etwas anderen Art. Was das genau bedeutet, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Für die nichtsahnende Heldin von THE BRIDE entwickelt sich dieser Landausflug zumindest zum Albtraum. Als hätte man es geahnt.
 
 
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THE BRIDE (oder NEVESTA – so wie der Streifen in Russland vermarktet wird) ist kurzweiliges Gruselvergnügen, das Grauen langsam heraufbeschwört und erst im Finale das Gruselfeuerwerk aus der Effektkiste kramt. Damit macht es der russische Geisterfilm dem internationalen Gruselmarkt gleich, wo zuletzt mit Horrorhits wie THE CONJURING, INSIDIOUS oder OUIJA – URSPRUNG DES BÖSEN Kinokassen klingelten, weil dort nach ähnlichem Prinzip Gänsehaut beschert wurde. Apropos international: THE BRIDE macht auch in visueller Hinsicht eine souveräne Figur. Mit atmosphärischen Hochglanzbildern erinnert das Schauermärchen an konventionellen Gruselkram namhafter Studios aus Amerika, die regelmäßig ästhetisch gefilmten Schrecken nach stets gleichem Schema herstellen, um Zuschauer nicht zu überfordern. Vermutlich war das im Falle von THE BRIDE Taktik. Der Film schaut erschreckend amerikanisch aus. Wohl ein cleverer Schachzug der Macher, um den Streifen auf dem Weltmarkt besser verkaufen zu können. Ein guter Plan. THE BRIDE konnte in viele Länder verkauft werden und hat’s neben Deutschland sogar bis nach Mexiko und Argentinien geschafft. Das schaffen nur ausgewählte Horrorfilme.
 
 
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Trotz bekannter Gruselpfade und amerikanischer Horror-Optik ist THE BRIDE nicht zwangsläufig schlecht. Der von SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY inszenierte Geisterstreifen erfindet das Rad zwar nicht neu, macht aber seine Sache ganz gut. Langsam wird hier Spannung aufgebaut und die Möglichkeiten von Klangteppich und Ausleuchtung dafür verwendet, um merklich gruselige Stimmung entstehen zu lassen. Das lenkt von der vorhersehbaren Geschichte ab, die dann doch reichlich früh durchschaut werden kann, weil bereits im Prolog zu viel verraten wird. Übrigens ist Macher SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY im Horrorbereich kein Unbekannter. Der hat bereits vor THE BRIDE einen Horrorstreifen nach amerikanischem Vorbild gedreht, welcher unter dem Titel DER FLUCH DER HEXE – QUEEN OF SPADES zum russischen Kinohit avancierte. Auch dort ging es nicht minder schaurig zu. Ganz zum Leidwesen seichter Gemüter, die dem russischen Filmemacher offenbar besonders am Herzen liegen. Die werden auch in THE BRIDE mit fiesen Schreckmomenten um den Schlaf gebracht. Das nämlich kann Herr SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY besonders gut.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Geisterfilm nach amerikanischem Vorbild. Ja, Fans von so ästhetisch gefilmten und stimmungsvoll erzählten Gruselhits wie THE CONJURING und Konsorten sind hier an der richtigen Adresse. Der russische Filmemacher SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY hat seine Hausaufgaben gemacht und viele effektreiche Schauerproduktionen studiert, die gern mal in der Traumfabrik für kleines Geld produziert werden. Demzufolge verwundert es wenig, dass THE BRIDE eher den Anschein erweckt, als hielte man hier eine amerikanische Produktion in den Händen und keine aus Russland. Wer daher im Horrorkino Wert auf Schreckmomente und schaurige Stimmung legt, ist hier genau richtig. Der Film hat alles, was man von gruseligen Horrorfilmen neueren Datums erwartet. So darf man sich auf düstere Stimmung, unheimliche Geräuschkulisse und langsam aufbauenden Spannungsbogen freuen. Nur beim Blutzoll müssen Abstriche gemacht werden. Aber den erwartet man von einem atmosphärisch erzählten Geisterfilm ohnehin nicht unbedingt. Bei so viel Lob sollte jedoch erwähnt werden, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Trotz makelloser Fassade wurmt es im Drehbuch. THE BRIDE hinterlässt leider (Er)Klärungsbedarf. So bleibt weitestgehend ungeklärt, was der Budenzauber unterm Strich eigentlich soll, der am Ende laut und tobend im Film zelebriert wird. Vermutlich brauchte man noch Stoff für eine mögliche Fortsetzung. Es würde nicht wundern, wenn die auch noch kommt.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Zensur

 
 
 
In THE BRIDE gibt es eigentlich gar kein Blut zu sehen. Hier werden seltsame Rituale vollzogen, die aber keine Schauwerte besitzen. Gewalttechnisch gibt es nur einen Einschuss in einen Körper zu sehen. Weiterhin wird ein Mensch zu einer lebenden Fackel umfunktioniert. Das war’s. Hierzulande hat THE BRIDE eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Nevesta; Russland 2017

Genre: Horror, Thriller, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.07.2017

 

The Bride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Still (2014)
 
Dibbuk – Eine Hochzeit in Polen (2015)
 
Conjuring 2 (2016)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Don’t Knock Twice (2016)
 
The Devil’s Hand (2014)
 

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Filmkritik: „Recovery“ (2016)

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RECOVERY

Story

 
 
 
Auf der Suche nach ihrem gestohlenen Telefon verschlägt es Teenager Jessie samt Freunden (darunter SAMUEL LARSEN aus THE REMAINS) in ein Anwesen, in dem der Horror regiert. Was folgt ist eine Nacht unbeschreiblichen Terrors, den die jungen Leute ein Lebtag nicht wieder vergessen werden.

 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Kritik

 
 
 
Was sind die Vorteile eines Handyvertrags? Ohne Frage: Neues Telefon. Doch die Freude kann schnell in Panik umschlagen, wenn das neue Smartphone verloren geht oder gestohlen wird. Zehntausende Handys werden Jahr für Jahr in Deutschland geklaut. Das ist für Betroffene nicht nur ärgerlich, sondern auch beunruhigend, schließlich befinden sich auf den meisten Telefonen private Inhalte, die in den falschen Händen so richtig Schaden anrichten können. Mit dieser Angst spielt auch der Horrorfilm RECOVERY, der einmal mehr anprangert, wie leichtfertig wir mit unseren privaten Daten umgehen. Ob Bilder in sozialen Netzwerken, Bankdaten auf dem Telefon oder freizügige Inhalte im internen Speicher des Handys – ist das Smartphone erst einmal geklaut, liegt das eigene Leben in der Hand fremder Menschen. Eine mehr als brisante Thematik, über die es lohnt länger darüber nachzudenken, auch wenn der Horrorthriller RECOVERY dann doch eher damit beschäftigt ist, die Nerven des Zuschauers mit Schocks zu strapazieren. Das zumindest kann er gut.
 
 
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Wenn das Handy plötzlich abhanden kommt. Eine Katastrophe die auch Teenager Jessie (KIRBY BLISS BLANTON – die Blonde aus THE GREEN INFERNO) durchleben muss. Sie erfährt am letzten Schultag an der High School, dass sie der Liebste betrügt und will auf einer angesagten Party zusammen mit der neuen Freundin Kim (RACHEL DIPILLO) den Schmerz in Alkohol ertränken. Dort angekommen, läuft nichts nach Plan. Der erste Kokain-Konsum bekommt der High-School-Absolventin gar nicht gut und von der neuen Freundin ist plötzlich weit und breit nichts mehr zu sehen. Hat die etwa das neue Telefon gestohlen, das Jessie einigen Stunden zuvor von den Eltern geschenkt bekommen hat? Weil die Teenagerin nichts von der neuen Freundin weiß, hat Bruder Miles (ALEX SHAFFER) eine Idee. Er ortet das gestohlene Telefon der Schwester mittels GPS und folgt dem Signal. Das führt zu einem Haus, dessen Bewohner offenbar ausgeflogen sind. Schnell ist ein Weg nach drinnen gefunden, der zu Ernüchterung führt. Die gesuchte Kim ist nicht anzutreffen. Stattdessen stößt man auf Überwachungskameras, die jede Bewegung im Haus festhalten. Was Horrorfans vermuten, wird bald Realität. Mit diesem Haus und seinen Eigentümern stimmt etwas nicht. Eine schaurige Einsicht, die den ungewünschten Gästen bald zum Verhängnis wird.
 
 
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Den Namen DARRELL WHEAT sollte man sich merken. Das ist der Regisseur dieses durchaus spannenden Horrorthrillers, der hin und wieder an WES CRAVENS zu Unrecht verschmähten DAS HAUS DER VERGESSENEN erinnert. Dessen Erstling verläuft nämlich nach ähnlichem Muster wie das von Craven geschriebene Schauermärchen und führt junge Menschen unwissend in das Haus einer gestörten Familie, die hinter verschlossenen Türen unchristliche Dinge veranstaltet. Für einen ersten Spielfilm beweist Regisseur DARRELL WHEAT ein talentiertes Händchen für Schocks, Wendungen und Atmosphäre. Lang bleibt ungewiss, was den Jugendlichem blühen wird, Wheat lässt sich reichlich Zeit mit dem Horror. Erst in der letzten halben Stunde wird es ernst und die naiven Filmhelden werden Teil eines grimmigen Home-Invasion-Thrillers, in dessen Mittelpunkt sich ein Haus befindet, das für die jungen Eindringlinge zum Gefängnis wird. Natürlich wird hier reichlich überzogen. So wirken die Helden durchweg sympathisch. Dennoch wird von ihnen nicht viel abverlangt. Die verhalten sich horrorfilmtypisch und gehen wenig taktisch vor, um den (entstellten) Familienmitgliedern durch die Lappen zu gehen. Aber auch den Letztgenannten will man nichts Gutes. Deren Ambitionen sind dann doch weit hergeholt und haben mit der Realität nur wenig am Hut. RECOVERY ist eben auch nur ein weiterer Horrorfilm.
 
 
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Trotzdem will man mit diesem Horrorthriller nicht zu hart ins Gericht gehen. Was den Film nämlich aus der Masse an schlechten Horrorstreifen hervorstechen lässt, ist der durchdachte Spannungsbogen, der kurzweiliges Herzklopfen verursacht. Nach einem zähen Einstieg in dem Figuren eingeführt werden, zieht Filmemacher DARRELL WHEAT minütlich seine Daumenschrauben an und jagt Helden wie Zuschauer durch ein spartanisch eingerichtetes Haus, in dem es viel Boshaftes zu entdecken gibt. Erst nach und nach kommen die Eindringlinge drauf, was von hinter den dicken Mauern nicht nach außen dringen darf. Dabei geht es fürs Horrorgenre überraschend züchtig zugange. Horror muss sich eben nicht immer zwangläufig durch Gewalt und Blut definieren. Hier wird eher mit Spannung gearbeitet. Das steht dem Streifen gut und macht Lust auf weitere Arbeiten des Nachwuchsregisseurs.
 
 
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RECOVERY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spannender Home-Invasion-Schocker mit gesellschaftskritischer Note, die aber schnell verfliegt, weil sich RECOVERY dann doch eher mit Schocks und Horror beschäftigt. Für einen Debütfilm ist dieser Horrorthriller sauber – und vor allem spannend – inszeniert. Aufgrund der vielen schlechten Horrorfilme in jüngster Zeit, kann man das schon als regelrechte Wohltat bezeichnen. RECOVERY definiert den Begriff „Familie“ neu und sorgt so für 80 kurzweilige Minuten, die bis zum Abspann fesseln. Macher DARRELL WHEAT scheint genug Horrorfilme studiert zu haben. Er weiß, wie man erzählen muss, um fesseln können. RECOVERY ist ein kleiner Film, der hinsichtlich Spannungsaufbau vielen großen Produktionen überlegen ist. Das muss dem noch unerfahren Wheat erst mal jemand nachmachen!
 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Zensur

 
 
 
Sonderlich viel Blut fließt in RECOVERY nicht. Zu Beginn setzt sich eine Protagonistin mit einem Gegenstand zur Wehr und zertrümmert den Unterkiefer eines Bösewichts. Weiterhin gibt es Messerstiche zu sehen und eine Hiebwaffe wird in einen Rücken geschlagen. RECOVERY hat ohne Probleme eine FSK16 erhalten. Wegen etwas zeigefreudigerem Bonusmaterial befindet sich auf dem Cover der Blu-ray aber der rote FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Recovery; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial ist die Blu-ray: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 24.02.2017

 

Recovery [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei I-ON / SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Den (2014)
 
GirlHouse (2014)
 
Don’t Breathe (2016)
 
Tigerhouse (2015)
 


Filmkritik: „Cassidy Way“ (2016)

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CASSIDY WAY

Story

 
 
 

Drei Filmstudenten (darunter NIKKI MOORE aus SCARY OR DIE und CRAWLSPACE) geraten an einen zornigen Familienvater, der mit den Mittzwanzigern ein grausiges Bestrafungsspiel spielt.

 
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint, polarisierende Horror-Trends hätten an Reiz verloren, tauchen Sie aus unerklärlichen Gründen wieder auf, um Zuschauern weiterhin den Nerv rauben zu können. Einige Jahre sind nun schon ins Land gegangen, seit das Foltern fürs Kino salonfähig gemacht wurde. Filme wie SAW und HOSTEL zeigten einer neuen Generation von Horrorfans, auf welch sadistisch-kreative Weise man Menschen quälen kann. Mehr als zehn Jahre hat man damit gut Geld verdient, bis niemand mehr Tortur sehen wollte. Mittlerweile sind Folterstreifen im Heimkino die Ausnahme geworden. Dennoch versuchen immer noch Filmemacher mit dem Leid unschuldiger Menschen Kasse zu machen. Verwunderlich ist das leider nicht, braucht man nicht viel, um Quälfilme zu drehen. Das sah wohl auch Multitalent HARVEY LOWRY ähnlich. Der ist im Horror-Geschäft kein Unbekannter und war schon als Produzent und F/X-Künstler an Kino-Mainstream beteiligt. So entwarf Lowry schaurige Spezialeffekte und ekliges Grusel-Make-up für DIE KILLERHAND, NIGHT OF THE DEMONS (Remake) oder I AM LEGEND, finanzierte gleichzeitig aber auch günstiges Horrorfutter wie CABIN MASSACRE, TRAILER PARK OF TERROR oder den No-Budget-Trash SINDBADS FÜNFTE REISE. Leider alles mäßig unterhaltsames Zeug. Trotzdem scheint HARVEY LOWRY ein neugieriges Arbeitstier zu sein, denn die Liste seiner bisherigen Arbeiten liest sich lang. Interessant ist dabei, dass der Amerikaner gern mal über den Tellerrand schaut, um Dinge auszuprobieren, die ihm bisher fremd waren. Demzufolge verwundert es nicht, dass er seit einiger Zeit auch als Regisseur tätig ist und selbst Filme dreht. Erfolgreich war er damit bisher leider nicht, denn herausragend war bisher keine seiner Regiearbeiten.
 
 
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Es wird wieder gefoltert, denn mit CASSIDY WAY soll dank einfach zusammengebrauter Horror-Rezeptur endlich der Durchbruch als Regisseur gelingen. Ob der ausgerechnet mit diesem Film folgen wird, dürfte fraglich bleiben, denn Macher HARVEY LOWRY rechtfertigt Folterei mit einer Geschichte, die weder Hirn noch Logik besitzt. Drei Freunde kommen hier einem paranoiden Familienvater in die Quere. Der hat vor langer Zeit eines seiner Kinder auf tragische Weise verloren, weil ein skrupelloses Unternehmen auf der anderen Straßenseite sogenanntes Fracking betreibt und auf alles schießt, was sich versehentlich aufs Grundstück verirrt. Das Vorgehen hat auch seinen Grund, denn niemand soll wissen, dass Chemikalien im Grundwasser landen, die durch Erdgasgewinnung freigesetzt werden. Zehn Jahre später müssen drei Studenten für skrupellose Geschäftsmethoden bezahlen. Die wollten eigentlich nur eine Dokumentation über die Machenschaften besagter Firma drehen und stoßen bei Recherchen auf genau jenen Vater, der vor vielen Jahren sein Kind unter tragischen Umständen verloren hat. Der glaubt, dass das Filmteam mit den Inhabern des Fracking-Unternehmens unter einer Decken steckt und erteilt den Freunden im Keller seines Hauses eine Lektion des Grauens. Gott hab ihn gnädig!
 
 
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Fragen über Fragen, dumm handelnde Figuren und ein Plot mit dem man sich keine Freunde macht – der aber von wahren Begebenheiten inspiriert sein soll. Regisseur HARVEY LOWRY versucht in CASSIDY WAY tragischen Familien-Horror als Vorwand zu benutzen, um etwas Leid auf der Mattscheibe zeigen zu können. Leider wirkt die Handlung aber so konstruiert und unglaubwürdig, dass bereits vor der Halbzeit die Lust vergeht, dem plumpen Treiben weiter folgen zu wollen. So kauft ein Erdgasunternehmen eine ganze Stadt auf, um weiter erfolgreich nach Erdgas bohren zu können und ahnungslose Bürger werden wahnsinnig, weil sie vergiftetes Wasser trinken. CASSIDY WAY ist kein Film für schlaue Köpfe, denn was hier passiert hat jemand krampfhaft zu Papier gebracht, der auf Heller und Pfennig ein Drehbuch schreiben musste, ohne gute Ideen zu besitzen. Anders lässt sich wohl nicht erklären, warum die erzwungene Handlung absurde Wendungen erhält, denen kein Zuschauer Glauben schenken möchte. Das macht sich auch im Spannungsbogen bemerkbar,. Der ist nahezu kaum vorhanden und macht Horrorfans ungeduldig, weil fiese Foltermethoden zu lang auf sich warten lassen. Die gibt es erst in den letzten 15 Minuten zu sehen – dafür aber heftig und grausam. Vom Körperzerteilen bis Ausbluten gibt Schmuddelkram zu sehen, der vor allem Gewaltfans zusagen dürfte. Bevor jedoch Vorfreude entsteht: die meisten Quälereien werden nur kurz gezeigt – verfehlen ihre Wirkung aber keineswegs. Wer demzufolge die Geduld aufbringen möchte, sich durch einen Film mit übler Handlung wegen etwas Tortur zu quälen, kann einen Blick riskieren. Die, die spannende Geschichten und zugängliche Figuren voraussetzen, um mitfiebern zu können, sollten diesen Film besser meiden. CASSIDY WAY ist ein unnötiges Machwerk, das hastig und spannungsarm für den Videomarkt gemacht wurde. Wer da einschaltet und enttäuscht wird, ist selber schuld.
 
 
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CASSIDY WAY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ungemütlicher Folter-Albtraum mit unappetitlichen und schmerzhaften Spezialeffekten. Wer aber denkt, dass CASSIDY WAY ein weiterer Quälfilm im Schlage eines HOSTEL ist, wird enttäuscht. Vielmehr verbirgt sich hinter genanntem Gewaltblödsinn ein beliebiger Horrorfilm, in dem ein tragisches Familienschicksal als Alibi herhalten muss, damit ein wenig Folter und Tortur gezeigt werden kann. Wie es letztendlich zum Gewaltakt kommt, wirkt an den Haaren herbeigezogen und ist keineswegs glaubhaft. So verhält sich eine Familie paranoid und psychopathisch, weil sie vergiftetes Wasser getrunken hat. Als drei Studenten auf die Eigenbrödler stoßen, wird an den Freunden ein Exampel statuiert. Apropos Glaubwürdigkeit: CASSIDY WAY soll angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen. Wer’s glaubt, wird selig.
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Folterfilm gehört, gibt es auch in CASSIDY WAY allerhand Elend und Leid zu sehen. Fersen werden aufgeschnitten, damit Opfer nicht davonlaufen können. Außerdem gibt es Elektrofolter zu sehen, einem Opfer wird ein Schraubendreher in den Gehörgang geschlagen und eine Szene in der ein Opfer zerstückelt wird, hat es auch in den Film geschafft. Weil die FSK sehr kleinlich mit Folterfilmen ins Gericht geht, dürfte auch CASSIDY WAY gleiches Schicksal ereilen, wie viele thematisch ähnliche Horrorfilme zuvor: die ungeschnittene Freigabe bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Grafiken & Abbildungen stammen von der Filmwebseite)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mum & Dad (2008)
 
Jack Ketchums Evil (2007)
 


Kritik: „Dementia – Gefährliche Erinnerung“ (2015)

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DEMENTIA – GEFÄRLICHE ERINNERUNG

(DEMENTIA)

Story

 
 
 

Ein dementer Kriegsveteran erlebt nach einem Schlaganfall das pure Grauen in den eigenen vier Wänden.

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig Horrorfilme schaut, dürfte mittlerweile verstanden haben, dass kein Mord ungesühnt bleibt. So bekommen die meisten Bösewichte am Ende das, was sie verdient haben und müssen nicht selten mit blutiger Rache rechnen – dem Zuschauer zuliebe. Der wird in vielen Fällen mit Schauerwerten verwöhnt, die nicht ohne sind, verkaufen sich Horrorfilme schließlich besonders gut, wenn sie deftige Bestrafungsmethoden zeigen. Rein gar nichts für Gorebauern ist der folgende DEMENTIA. Der schlägt – trotz Vergeltungsakt – in erster Linie leise Töne an und versucht Nervenkitzel durch Psychospiele zu verursachen. In diesem Indie-Thriller wird einmal mehr aufgezeigt, dass auch gutbürgerliche Nachbarn manch schreckliches Geheimnis hüten, das Jahrzehnte im Verborgenen geschlummert hat und irgendwann ans Tageslicht kommt.
 
 
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THE SACRAMENT-Prediger GENE JONES hat an „bösen“ Rolle Gefallen gefunden und verkörpert erneut einen Schurken, der diesmal etwas zu verbergen hat. Als wenig sympathischer Eigenbrödler George Lockhart kommt er nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus und leidet fortan an einer speziellen Form der Demenz, weil das Gehirn kurzzeitig nicht mit Sauerstoff versorgt werden konnte. Der entfremdete Sohn Jerry (PETER CILELLA aus CONTRACTED: PHASE 2) und Enkelin Shelby (HASSIE HARRISON) nehmen es gelassen, bringen den Vietnamveteran nach Hause und staunen nicht schlecht, als am nächsten Tage eine Krankenschwester unangemeldet nach dem Patienten sehen möchte. Die kommt gelegen, denn der Sohnemann hat Arbeit im Kopf. Pflegerin Michelle (KRISTINA KLEBE aus BELA KISS: PROLOGUE) soll sich um den gebrochenen Kriegsveteran kümmern, der trotz harter Schale von Kriegserlebnissen gezeichnet ist. Leider passieren bald seltsame Dinge, was die Angehörigen auf des geistigen Zerfall des Familienmitglieds zurückführen. Doch die Ursache ist eine andere. Schwester Michelle ist zwar mitfühlend und zuvorkommend, versteckt aber hinter der Fassade des hilfsbereiten Engels ein furchtbares Geheimnis.
 
 
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Vom Kameramann zum Regisseur. Für DEMENTIA zeichnet MIKE TESTIN verantwortlich. Der stand in der Vergangenheit für Horrorstreifen, wie CONTRACTED oder CHILLING VISIONS als erfahrener Profi hinter der Kamera und nahm nach diversen Kurzfilmen für den ersten Langfilm auf dem Regiestuhl platz. Solide Leistung liefert er mit dem ersten, eigenen Spielfilm ab, der Dank der herausragenden Leistung von GENE JONES weit besser geworden ist, als man es vom etwas sehr überraschungsarmen Drehbuch erwartet hätte. Jones spielt hier einen unnahbaren Rentner, der für niemanden und nichts Mitgefühl entwickeln möchte. Trotzdem schafft der erfahrene Schauspieler das Kunststück, dass Mitleid für einen Mann entsteht, der in der Vergangenheit Grausames getan hat, aber nie bestraft wurde. Der Antiheld fühlt sich bald selbst als Opfer und muss sich für ein Verbrechen verantworten, das viele Jahre zurückliegt. So wird KRISTINA KLEBE im Film zu ISABELLE FUHRMAN (das Kind aus ORPHAN), die anfangs noch freundlich bald wahre Intensionen zeigt. Sie hat jahrelang Rache geplant und nutzt nun das Handicap ihres Gegenübers aus, um Kontrolle und Macht zu demonstrieren. Leider verblasst die Schauspielerin hinter der Leistung ihres Kollegen, denn trotz bitterbösem Katz-und-Maus-Spiel will man ihr die Rolle des psychopathischen Racheengels nicht so recht abnehmen. Aber auch die Handlung lässt Glaubwürdigkeit vermissen. Spätestens ab Filmmitte führt das Drehbuch ins Absurde. Hinzukommt, dass Ereignisse vorhersehbar sind und nach Schema F abgehandelt werden, so dass DEMENTIA dann doch etwas zu sehr ins klischeebehaftete Genrekino abdriftet. Förderlich für die Spannung ist das nicht gerade.
 
 
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Wenn der Pfleger zum Killer wird. Regisseur MIKE TESTIN spielt verkehrte Welt, denn in DEMENTIA werden Rollen vertauscht. Aus Tätern werden Opfer und umgedreht. So wird ein gewissenloser Kriegsveteran zum Gefangenen im eigenen Haus und muss mit körperlichen Gebrechen ums Überleben kämpfen. Ähnlich gestricktes Psychokino gab es übrigens schon vor 30 Jahren. Der spanische IM GLASKÄFIG fasst ähnliches Thema auf und erzählt von einem gelähmten, pädophilen Nazi, der von einem ehemaligen Opfer gefoltert wird. Was aber seinerzeit Kontroverse verursacht hat, weil Tabus gebrochen wurden, flimmert in DEMENTIA weitaus unspektakulärer und nicht gerade einfallsreich über die Leinwand. Gezeigtes ist simpel gestrickt, einfacher zu verdauen und orientiert sich in der Machart am Psycho-Mainstream, wie er bereits mit STEPHFATHER (das Remake!), CRUSH oder THE ROOMMATE dem Zuschauer vorgesetzt wurde. Dennoch ist DEMTIA deswegen nicht unbedingt schlecht. Das Grauen wird hier langsam aufgebaut, so dass sich der Horror schleichend seinen Weg durch eine Handlung bahnen kann, die mit halsbrecherischem Finale abgerundet werden muss. Über Letzteres lässt sich streiten. Schraubt man Erwartungen herunter, sorgt DEMETIA gerade wegen seiner eher zurückhaltenden Inszenierung und den guten Schauspielern zumindest ab und an für etwas Suspense. Für einen verregneten Nachmittag reicht’s.
 
 
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DEMENTIA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Als Familiendrama getarnter Psychothriller. DEMENTIA ist nicht gerade das, was man sich unter packend umgesetztem Psycho-Horror vorstellt. Der Film handelt von vermeintlich vertrauenswürdigen Menschen, die sich in das Leben gutbürgerlicher Familien einschleichen, um dort für Chaos zu stiften. Was in DEMENTIA passieren wird, ist schnell ergründet und nicht gerade neu. Geübte Horrorzuschauer werden schnell die Fährte wittern, denn die im Titel erwähnte Demenz fungiert nur als Alibifunktion, damit ein perfides Katz-und-Maus-Spiel gespielt werden kann. Was den einfach gestrickten Plot jedoch halbwegs interessant macht, sind die guten Darsteller, die vergessen lassen, dass DEMENTIA eigentlich ein Thriller von der Stange ist. Der hat vor allem mit einigen Logikproblemen und Unglaubwürdigkeiten zu kämpfen. Dennoch: Solide Unterhaltung für Zwischendurch. Mehr aber auch nicht.
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es kaum zu sehen. Neben einer toten Katze wird ein älterer Mann erschossen. Zudem kommt im Finale noch einmal die Flinte ins Spiel. Außerdem wird der Hauptdarsteller von verstörenden Kriegserinnerungen gequält in denen der Kamerad blutig durchs Bild taumelt. DEMENTIA hat in Deutschland problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dementia; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Exklusiver Audiokommentar mit Hauptdarstellerin Kristina Klebe

Veröffentlichung: 07.09.2016

 
 
 

Dementia – Gefährliche Erinnerung [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Harvest (2013)

Orphan – Das Waisenkind (2009)

Misery (1990)

One Hour Foto (2002)

Swimfan (2002)

Obsessed (2009)

The Roommate (2011)

Captivity (2007)

Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Eine verhängnisvolle Affäre (1987)