Filmkritik: „Becoming – Das Böse in ihm“ (2020)

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BECOMING – DAS BÖSE IN IHM

(BECOMING)

Story

 
 
 

Ein Liebespaar erlebt auf einem Roadtrip durch die Vereinigten Staaten die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Kritik

 
 
 
Bereits Connie Francis trällerte es in den 1960ern. Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum andern. Eine schmerzliche Erfahrung, mit der sich bereits unzählige Liebende konfrontiert sehen mussten. Doch woran erkennt man eigentlich, dass Herzen nicht mehr im gleichen Takt schlagen? In den meisten Fällen sind Wesensveränderungen des Partners erste Anzeichen dafür, dass die Beziehung kränkelt. Der verhält sich plötzlich unvertraut und tut Dinge, die das Gegenüber verunsichert. Da werden verständlicherweise Ängste aktiviert, die sich zum blanken Horror entwickeln können. Stoff, der sich auch gut als Horrorfilm erzählen lässt – wie der Mysterystreifen BECOMING beweist. Hier werden Verlustängste zweckentfremdet, um 90 Minuten Gruselstimmung zu erzeugen. Das Resultat ist zwar nicht sonderlich herausragend, jedoch wie in diesem Gruselfilm aber Schauer heraufbeschworen wird, ist ganz interessant.
 
 
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Mein Partner, das unbekannte Wesen: BECOMING – DAS BÖSE IN IHM erzählt die Geschichte von Lisa und Alex. Die sind bereits seit drei Jahren verlobt und wollen nun Nägel mit Köpfen machen. Ein eigenes Heim soll es werden. Aber zuvor sollen sich Lisas Eltern ein Bild vom Schwiegersohn in Spe machen. Deshalb tritt man eine beschwerliche Reise an. Die Eltern wohnen leider nicht um die Ecke, sondern am anderen Ende Amerikas. Daher steigt man ins Auto und düst los. Unterwegs macht man Halt bei Alex‘ altem Kumpel Glen. Der verhält sich äußerst komisch und bereitet der sonst so toughen Lisa ganz schön Angst. Die ist auch berechtigt, denn das Grauen wird bald ein ständiger Begleiter der beiden Reisenden sein. Alex verändert sich nämlich von Tag zu Tag. Erst sind es Eigenarten. Später Gerüche. Als ihn seine Verlobte kaum noch wiedererkennt, offenbart sich ein düsteres Geheimnis.
 
 
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Der deutsche Titelzusatz verrät wieder zu viel. Der lässt darauf schließen, dass in Protagonist Alex boshafte Mächte schlummern. Ein Thema, für das sich Regisseur OMAR NAIM ziemlich viel Zeit nimmt. Nach einem schockintensiven Prolog werden die beiden Helden fokussiert. Die lernt der Zuschauer während eines Road-Trips gut kennen, was angesichts der späteren Handlung von großer Bedeutung sein wird. BECOMING geht alles langsam an und schwört Unheil mit Bedacht herauf. Dabei rückt schnell Detektivarbeit in den Vordergrund, die von Heldin Lisa aufgenommen wird. Die will freilich wissen, was es mit der Veränderung ihres Freundes auf sich hat und zieht bald Parallelen zu anderen Frauen, denen es ganz ähnlich ergangen ist. Gründliche Analysen, die nach und nach offenbaren, was da von Alex Besitz ergriffen hat. Leider ist die Antwort darauf alles andere – nur nicht erlösend.
 
 
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BECOMING ist ein Mystery-Horror mit langsamen Aufbau, der vor allem von der Tatsache lebt, wie sich das Vertraute plötzlich so unvertraut anfühlen kann. Warum verändert sich Protagonist Alex zu unvorhersehbar. Ist er psychisch krank? Hat er sein Herz bereits an eine andere Frau neu vergeben? Oder haben wir es hier mit Dämonen, Geistern oder anderem paranormalen Wesen zu tun, die es mal wieder nicht gut mit der Menschheit meinen? Regisseur OMAR NAIM lässt sich für Antworten lange Zeit. Ein immer wiederholender, bedrohlicher Score lässt aber schon früh erahnen, dass Unheil bevorsteht wird, mit dem nicht zu spaßen sein wird. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch, wenn BECOMING – DAS BÖSE IN IHM thematisch gesehen recht unverbraucht erscheint, macht vieles nicht unbedingt Sinn. Zusammenhänge wirken willkürlich und nicht immer sind Handlungsverläufe nachvollziehbar. Zudem zieht sich der Film teilweise und hat kaum Höhepunkte zu bieten. Richtig spannend wird es nur zu Beginn und am Ende. Letzteres hagelt dafür unvorbereitet und heftig auf den Zuschauer ein. Die guten schauspielerischen Leistungen tragen einen großen Teil hierfür bei.
 
 


 
 
 

BECOMING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Low-Budget-Horror mit hervorragenden Schauspielern und einer guten Filmidee, die im Zuge der ständig wiederholenden Horrorfilmstoffe ganz unverbraucht erscheint. Leider ist BECOMING – DAS BÖSE IN IHM recht zäh und dürfte die meisten Filmfans schnell langweilen. Der Grund: Drehbuchautor und Regisseur OMAR NAIM meint es zu gut mit der Figurenentwicklung und lässt sich zu viel Zeit mit der Vorstellung seiner beiden Helden. Spannungsdurststrecken sind die Folge. Erst in der letzten halben Stunde wird es für Horrorfilmfans interessant. Ob das aber die meisten Zuschauer überhaupt erreicht, dürfte wegen fehlender Höhepunkte fraglich sein.

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Zensur

 
 
 
BECOMING – DAS BÖSE IN IHM hat wenige Gewaltmomente zu bieten. Gleich zu Beginn steckt sich eine Filmfigur eine Waffe in den Mund und drückt ab. Ein Kindsmord passiert im Off. Später wird ein Mann zusammengeschlagen. Weiterhin gibt es Verletzungen und Morde durch Schusswaffen und Messer zu sehen. Hierzulande ist der Film bereits für Sechsehnjährige geeignet. Wer hartes Gemetzel erwartet, wird enttäuscht werden. Brutal ist der Mysterythriller BECOMING leider nicht.
 
 
 


 
 
 

BECOMING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Leonine (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Becoming; USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.00:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: 99 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailer-Show

Veröffentlichung: KeepCase: 10.04.2020

 
 

Becoming [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei UNIVERSUM FILM | LEONINE)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wir (2019)
 
Devil Inside (2012)
 
Dämon – Trau keiner Seele (1998)
 
The Demon Hunter (2016)
 

Filmkritik: „Cruel Peter“ 2019

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CRUEL PETER

Story

 
 
 

Garstiger Geisterjunge steht von den Toten auf und treibt im Diesseits bitterbösen Schabernack. Eine kleine Familie ist genervt, will dem Treiben ein Ende bereiten und stößt bei Recherchen auf ein schreckliches Geheimnis.

 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer noch Horrorfilmliebhaber geben, die an den guten alten Schauerfilmzeiten festhalten. Vergönnen kann man es ihnen nicht, denn betrachtet man Horrorware neueren Datums genauer, scheint sich das Verständnis für Grauen, Angst und Gänsehaut verändert zu haben. Während man in Horrorklassikern wie THE HAUNTING noch mit subtiler Angstmacherei und Kopfkino versucht hat das Publikum um den Schlaf zu bringen, zählt heut die Holzhammertaktik mehr denn je. Blut, Schocks und hektische Schnitte stehen an der Tagesordnung, um die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Eine Entwicklung, der die Regisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI entgegensteuern wollen. Die hatten sich vor einigen Jahren mit THE HAUNTING OF HELENA vorm klassischen Horrorfilm verbeugt. Statt laut, schnell und brutal verließen die sich auf längst vergessene Angstrezepturen und kopierten Gruselabläufe alter Meister. Etwas, dass auch beim zweiten gemeinsamen Film beibehalten wird. Der nennt sich CRUEL PETER (übersetzt: Grausamer Peter) und klingt eher nach Folterwerk – ist aber alles andere, nur nicht das. Stattdessen wird das in den Vordergrund gerückt, was Horrorfilme mal in den Anfängen ausgemacht haben. Nostalgiker kommen da nicht unberechtigt ins Schwärmen.
 
 
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CRUEL PETER erzählt die Geschichte des Archäologen Norman, der nach dem tragischen Tod der Gattin zusammen mit der traumatisierten Tochter von England nach Sizilien zieht. Dort soll er alte Gräber untersuchen, während der Sprössling eine Schule besucht. Letzterer macht bald Begegnungen der paranormalen Art. Die kommen nicht von ungefähr. Die Gegend birgt nämlich ein schauriges Geheimnis. Vor genau 100 Jahren trieb hier ein verwöhntes Gör sein Unwesen. Peter – so wie man den Jungen nannte – kam aus gut betuchtem Hause und hatte sichtlich Spaß daran Menschen und Tiere zu quälen. Die Strafe folgte auf dem Fuss. Nach einem Erdbeben galt das masochistisch veranlagte Balg als verschollen. Legenden, die bald Realität werden. Offenbar hat das boshafte Kind mitbekommen, dass es seit den Erfolgen der RING-Filme in Mode ist, über Mattscheiben zu spuken. Etwas, das der tote Peter nun zum Anlass nimmt, um den noch Lebenden auf den sprichwörtlichen Geist zu gehen. Gruselfans wird das freuen.
 
 
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Der gemächlich erzählte CRUEL PETER ist nämlich visuell gesehen ein Augenschmaus. Die Regisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI bieten wohligen Gothic-Horror, wie man ihn zu den Hochzeiten der Hammer Studios zu sehen bekommen hat. Da wird all das aufgetischt, was vor allem klassische, britische Gruselfilme seit Jahrzehnten auszeichnet. Knarrende Türen, alte Herrenhäuser und eine herrlich schaurige Atmosphäre, der es vor allem durch das kunstvolle Spiel von Licht und Dunkelheit gelingt, hin und wieder Gänsehaut zu verursachen. Dennoch: Der Teufel steckt jedoch im Detail. Zwar wurde die simple Story ansprechend verpackt – gegen Ende wird CRUEL PETER aber ziemlich wirr. Während die erste Stunde eine geradlinige Geistergeschichte erzählt und viele stimmige Momente zu bieten hat, wird es im finalen Akt konfus. Da wandelt die altmodische Gruselgeschichte plötzlich auf den Pfaden von Friedkins DER EXORZIST. Ein seltsamer Richtungswechsel, der dazu auch noch erzwungen daherkommt und den Eindruck erweckt, als hätte die Spukgeschichte allein nicht einen Spielfilm ausfüllen können. Deshalb musste ein unnötiger Rattenschwanz angehangen werden, damit CUREL PETER genug Laufzeit für einen Langfilm besitzt. Bedauerlich.
 
 
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CRUEL PETER – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein atmosphärischer Grusel-Leckerbissen – storytechnisch eher weniger meisterlich. CRUEL PETER ist eine stimmige Gruselgeschichte alter Schule, die aber ihr Pulver bereits in der ersten Filmhälfte verschießt. Ein Mädchen mit Handycap nimmt Kontakt mit den Toten auf. Dabei zieht es die Aufmerksamkeit eines Geisterjungen auf sich, der zur Lebzeiten alles andere – nur nicht artig war. Der sorgt für Chaos und muss in die Schranken gewiesen werden. Dafür muss man aber erst mal die angestaubten Knochen des Unruhestifters finden. Klingt nach vertrauten Abläufen und ist unterm Strich eine Gothic-Horror-Variante des japanischen RING. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Die zweite Filmhälfte ist Unsinn und wirkt derart konstruiert, dass erfahrene Filmkenner nur fassungslos mit dem Kopf schütteln können. Übrigens zieht man in Russland alle Register irreführender Filmwerbung. Dort kamen Poster-Designer auf die Idee das Plakat so zu gestalten, dass man meinen könnte CRUEL PETER sei ein Remake oder eine Fortsetzung zu DIE FRAU IN SCHWARZ 2. Zwar sind visuelle Gemeinsamkeiten zu erkennen und auch die Bildsprache ist ähnlich; inhaltlich hat diese spanische Produktion aber nichts mit Gothic-Horror aus dem Jahre 2014 gemein. Da kann man nur hoffen, dass sich russische Horrorfilmfans vor dem Kauf erkundigen. Heimtückischer kann man nämlich Käufer nicht um ihr Geld bringen.
 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Zensur

 
 
 
CRUEL PETER hat ein paar Morde zu bieten. Diese sind aber nicht sonderlich blutig oder werden lang zelebriert. Der Fokus liegt aus subtilen Horror. Daher dürfte CRUEL PETER hierzulande eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Voltage Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Frau in Schwarz (2012)
 
Down a Dark Hall (2018)
 
Das Geheimnis von Marrowbone (2017)
 
Das Waisenhaus (2007)
 

Filmkritik: „Prey“ (2019)

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PREY

Story

 
 
 

Kein Remake des niederländischen Löwen-Horrors PREY. In diesem Film nimmt ein Teenager an einem Therapieprogramm teil und muss drei Tage allein auf einer verlassenen Insel verharren. Dort bekommt er es nicht unberechtigt mit der Angst zu tun, weil plötzlich seltsame Dinge geschehen.

 
 
 


 
 
 

PREY – Kritik

 
 
 
Man nehme ein paar unverbrauchte Jungdarsteller, werfe diese in eine konventionelle Handlung, mixe das ganze mit etwas Blut und jage das alles durch einen Instagramfilter. Fertig ist aalglatte Horrorunterhaltung der US-amerikanische Filmproduktionsgesellschaft BLUMHOUSE PRODUCTIONS (THE PURGE, INSIDIOUS, SINISTER), die es sich seit dem Jahr 2000 zur Aufgabe gemacht hat, mit wenig finanziellen Mitteln möglichst gewinnbringende Horrorfilme zu produzieren. Knapp 4,5 Millionen US-Dollar stellt das Unternehmen im Schnitt für jede Produktion zur Verfügung. Kapital, das laut Unternehmensgründer JASON BLUM in der Regel wieder eingespielt wird. Ein Erfolgsplan, der sich bisher rentiert hat. Über vier Milliarden US-Dollar (Stand 2018) hat man an den weltweiten Kinokassen seit Unternehmensgründung erwirtschaftet. Doch Kino ist für genanntes Studio schon lange nicht mehr das einzige Standbein. BLUMHOUSE PRODUCTIONS verdient mittlerweile auch mit kleinen Videoproduktionen gutes Geld. Zu einer derer gehört der folgende PREY, der sich – wie hätte es anders sein sollen – mal wieder an eine jüngere Käuferschaft zwischen 16 und 30 richtet. Das Zielpublikum von Produzent JASON BLUM. Leichte Horrorunterhaltung ist somit garantiert.
 
 
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Manchmal ist es besser, wenn man das Smartphone zur Seite legt. Genau diese Erfahrung muss auch der Teenager Toby Burns (LOGAN MILLER aus ESCAPE ROOM und THE GOOD NEIGHBOR) machen. Weil der sich zu sehr auf sein Handy konzentriert, bekommt er gar nicht mit, dass der Vater vor dem Haus von Fremden ermordet wird. Wochen später hat der Jugendliche immer noch an den Geschehnissen zu knabbern und wird von Albträumen geplagt. Doch Toby soll erneut zu sich finden und das Trauma verarbeiten. Hierzu nimmt er an einem Therapieprogramm teil, bei dem er für drei Tage und drei Nächte auf eine verlassene Insel gebracht wird. Dort soll er wieder einen klaren Kopf bekommen. Aber so allein, wie vermutet ist der traumatisierte junge Mann nicht. Schnell macht er auf der vermeintlich menschenleeren Insel Bekanntschaft mit der gleichaltrigen Madeleine (KRISTINE FROSETH). Die lebt seit Jahren mit der Mutter im Dschungel und hat sich an das Leben in der Wildnis gewöhnt. Eigentlich eine gute Sache, um die langen Tage in der Natur nicht allein überstehen zu müssen. Doch Idylle schlägt bald in Angst um. Des Nachts wird es auf diesem Eiland gefährlich, denn da streifen unheimliche Schatten durch die Dunkelheit. Als nach drei Tagen auch noch Betreuer tot aufgefunden werden, die den Teenager eigentlich wieder zurück in die Zivilisation bringen sollen, wird es dem jungen Robinson Crusoe ganz anders.
 
 
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Lahmer Horror-Mix aus Survival-Horror, Mysterythriller und Kreaturen-Feature, der vor allem deshalb enttäuscht, weil eigentlich auf dem Regiestuhl jemand sitzt, der schon Ahnung von Horrorfilmen hat. Der Franzose FRANCK KHALFOUN hat von der französischen Terrorwelle zu Beginn der 2000er profitiert. Dort entstanden harte Vertreter, wie MARTYRS und HIGH TENSION. In Letzterem ergatterte er eine Hauptrolle und freundete sich während der Dreharbeiten mit Regisseur ALEXANDRE AJA an, der ihm so einige lukrative Arbeiten – darunter die Regie für P2 – SCHREIE IM PARKAUS – verschaffte. So bekam Khalfoun einen Fuß nach Hollywood und inszenierte Filme für größere Studios. Darunter: das Remake des Horrorklassikers MANIAC und AMITYVILLE: THE AWAKENING. Dass da natürlich die Erwartungen dementsprechend groß sind, liegt auf der Hand.
 
 
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Leider ist PREY keine Offenbarung. Der Streifen ist kein großes Los, obwohl er mit einer verlassenen Insel gute Voraussetzungen für einen ungewöhnlichen Horrorfilm mitbringt. PREY schwächelt an mangelnder Originalität. Die Abläufe wirken vertraut. So gilt es herauszufinden, was auf dieser Insel vor sich geht. Das erfolgt Schritt für Schritt, wobei man beinahe schon zwanghaft darum bestrebt ist, die Auflösung für mysteriöse Begebenheiten in diesem malerischen Paradies möglichst lang geheim zu halten. Da wird die Geduld des Zuschauers überstrapaziert, der natürlich nicht auf den Kopf gefallen ist. Falsch gelegte Fährten sollen für Verwirrung sorgen, führen jedoch zweifelsohne zur attraktiven Madeleine. Die halt verborgen, was niemand wissen darf. Überflüssige Geheimniskrämerei, denn die Auflösung ist – sagen wir mal so – haarsträubend und einfältig.
 
 
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Doch das ist nicht das eigentliche Problem dieses Genre-Mixes. PREY tut sich – trotz ungewöhnlichem Drehort – schwer damit Horror entstehen zu lassen. Das bedeutet für einen Genrefilm den Untergang. Gruselfaktor? Fehlanzeige! Wird es dann endlich einmal ernst, stört der zurückhaltende Einsatz von Gewalt. Offenbar wollte man auf Biegen und Brechen ein PG-13 kassieren. Böse Szenen sucht man daher vergebens. Die teils schlechten Computereffekte tun da ihr Übriges. Spätestens jetzt dürften die meisten Fans des düsteren Genres PREY von ihrer Filmliste gestrichen haben. Irgendwie verständlich.
 
 
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PREY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Visuell makelloser 08/15-Horror von der Stange, der ganz solide beginnt aber schnell in die Belanglosigkeit abdriftet. PREY folgt der Standardformel für Horrorfilme und ist dabei nicht einmal richtig gut darin. Die generischen Abläufe sind das eine. Was mehr stört, ist der kaum vorhandene Gruselfaktor und die lahme Handlung. Letzteres ist für einen Film aus den BLUMHOUSE PRODUCTIONS ungewöhnlich. Normalerweise wird dort Horror produziert, der durch hektische Schnitte und schnelles Erzählen Epilepsie auslöst. Im Falle von PREY wollte man vermutlich etwas Neues ausprobieren. Das Resultat: Langeweile mit etwas CGI-Matsche. Lange geschieht nichts und wenn dann endlich mal etwas passiert ist es vorhersehbar. Mit diesem Mix verschiedener Horror-Subgenres hat sich der Regisseur von ALEXANDRE AJAS MANIAC keinen Gefallen getan.
 
 
 


 
 
 

PREY – Zensur

 
 
 
PREY hält sich in Sachen Gewalt zurück. Eine Protagonistin wird tot aus dem Wasser gefischt. Wie sie zu Tode gekommen ist, kann man nur erahnen. Weiterhin bohrt sich ein Pfahl in den Körper einer Filmfigur. Hierzulande dürfte das alles für eine FSK16 reichen. Eine Freigabe, die die meisten Filme aus den BLUMHOUSE PRODUCTIONS besitzen.
 
 
 


 
 
 

PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Blumhouse Productions | GEM Entertainment | Cinedigm)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Jungle (2013)
 
Indigenous (2014)
 
Primal (2010)
 
Vinyan (2008)
 

Filmkritik: „Mary“ (2019)

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MARY

Story

 
 
 

Ein Familienvater bringt eine alte Yacht wieder auf Vordermann und fühlt sich von deren Galleonsfigur plötzlich magisch angezogen. Ein Schelm, wer da Böses vermutet.


 
 
 


 
 
 

MARY – Kritik

 
 
 
Auf einer kleinen Segelyacht auf offenem Meer festzusitzen dürfte Horrorvorstellung genug sein. So gab es schon einige Filmemacher, die daraus brauchbares Psychomaterial fabriziert und damit Zuschauer wie Protagonisten an ihre Grenzen getrieben haben. Zuletzt gelang das ROB GRANT mit HARPOON ganz gut. Darin sorgte ein Motorschaden dafür, dass sich drei Freunde auf hoher See an die Gurgel gingen. Doch auch anderer Filme nutzten das begrenzte Set eines Bootes dafür, um klaustrophobische Stimmung heraufzubeschwören und mit psychologischen Horror Herzrasen zu verursachen. Darunter TODESSTILLE oder TRIANGLE – um nur einige sehenswerte Thriller zu nennen. Irgendwo zwischen genannten Produktionen befindet sich auch MARY. Der macht sich ebenfalls die Tatsache zu Eigen, dass aus einem Kutter schnell ein verzwicktes Gefängnis werden kann, wenn man weit draußen auf dem Meer umhertreibt, wo Hilfe lang auf sich warten lässt. Was den Streifen aber von all den oben erwähnten Produktionen unterscheidet, ist der paranormale Einschlag, den sich Drehbuchautor ANTHONY JASWINSKI ausgedacht hat. Letzterer hatte vor einiger Zeit zwei gute Drehbücher abgeliefert und bescherte mit THE SHALLOWS sowie KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN kurzweiligen Adrenalinkick. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen? Denkste! Offenbar verließen Jaswinski beim Drehbuch zu MARY die Geister. Kaum Spannung und alles schon unzählige Male gesehen. Auch Autoren haben mal nen schlechten Tag.
 
 
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Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt bringt den Tod. In MARY dreht sich alles um Vater David (GARY OLDMAN), der ein runtergekommenes Segelschiff bei einer Auktion ersteigert und es wieder fahrtüchtig machen will. Gattin Sarah ist zwar nicht sonderlich begeistert, aber gibt letztendlich klein bei. Einige Wochen später erstrahlt das Boot in neuem Glanz und soll auch gleich ihr erstes Ziel ansteuern. Ausgerechnet zum Bermudadreieck zieht es den Besitzer. Der pfeift auf Warnungen und steuert samt Familie sowie Bekannten der Gefahr entgegen. Doch das Teufelsdreieck im Atlantik soll das kleinere Übel bleiben. Auf der restaurierten Yacht geht es bald nicht mit rechten Dingen zu. Der Freund der älteren Tochter scheint von unsichtbaren Mächten besessen und auch Nesthäkchen Mary verhält sich auf einmal alles andere – nur nicht normal. Da bekommt es das Familienoberhaupt verständlicherweise mit der Angst zu tun. Alles nur Einbildung oder waschechter Spuk? MARY nimmt zwar das Finale vorweg, rekonstruiert anschließend die Ereignisse in Rückblenden.
 
 
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Etwas Originalität wäre schön gewesen. MARY ist vorhersehbare Gruselware von der Stange, die kein Geheimnis um ihren dünnen Plot macht. Viel zu früh lüftet Regisseur MICHAEL GIO des Pudels Kern und tut sich damit keinen Gefallen. Ja, das Boot ist von einem boshaften Geist besessen, der nur ein Ziel kennt: die Besitzer ins Unglück stürzen. Das passiert Schritt für Schritt ohne dass jemand etwas davon bemerkt. Erst sind es grauenvolle Visionen und Albträume, die Mutter Sarah den Verstand rauben. Später malt der jüngste Spross schaurigen Bilder, auf denen eine dunkle Gestalt zu sehen ist, die schreckliche Dinge anstellt. Viele Zufälle – aber niemand wird stutzig. Willkommen zu einem weiteren dummen Horrorfilm des Jahres 2019.
 
 
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MARY ist eine Aneinanderreihung von Horrorfilm-Klischees, die man in beinahe jedem Geisterfilm zu sehen bekommt. Visionen, Spuk, Besessenheit und 10-kleine-Jägermeister-Prinzip. Am Ende sind fast alle tot. Neue Ideen? Fehlanzeige! Stattdessen läuft alles so ab, wie man es eben aus den vielen Gruselfilmen kennt, die seit den Erfolgen von RING, THE CONJURING oder auch PARANORMAL ACTIVITY viel zu oft über die Mattscheibe geflimmert sind. Das ist ermüdend, zumal sich Drehbuchschreiber ANTHONY JASWINSKI nicht einmal um eine kreative Auflösung bemüht hat. Viele Fragen, kaum Antworten. Stattdessen ein offenes Ende, das im Horrorfilme neuerdings zum guten Ton gehört. Da fragt man sich zu Recht, was Oscar-Gewinner GARY OLDMAN in diesem drittklassigen Horrorfilm zu suchen hat. Der hat im Jahr 2018 eine Oscar-Auszeichnung für seine Hauptrolle in DIE DUNKELSTE STUNDE erhalten und schreit sich nun – mehr schlecht, als recht – durch einen beliebigen Geisterfilm, denn man Stunden später schon wieder vergessen hat. Na hoffentlich hat er sich da nicht unter Wert verkauft.
 
 
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MARY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Plumpes Drehbuch mit null Ideen. MARY ist ein erschreckend vorhersehbarer Film, der nicht ansatzweise seine Schauspieler fordert – ganz geschweige sein Publikum. Das Drehbuch liest sich, als habe sich jemand in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschlossen eine Geistergeschichte zu Papier zu bringen, damit daraus ein Gruselstreifen gedreht werden kann. Klingt nach einer weiteren NETFLIX-Produktion – ist aber keine. So hat man in Gedanken erfolgreiche Gruselfilme abgespult und all jene Gruselzutaten zusammengekritzelt, an die man sich erinnern konnte. Etwas AMITYVILLE hier, etwas RING dort – fertig ist Geister-Horror nach Schema F. Damit sich der geistlose Geister-Unsinn von der Masse abhebt, entschied man sich den Ort des Geschehens auszutauschen. So spukt es diesmal nicht in einer Irrenanstalt oder in einem abgelegenen Landhaus – der schnarchende Tod geht diesmal auf einem Kutter umher. Liest sich, wie eine weitere Version des Horrorklassikers DEATH SHIP von 1980. Der war auch keine Sternstunde des Horrorkinos, schlägt MARY aber um Längen. Muss man nicht gesehen haben – auch wenn Schauspieler GARY OLDMAN dabei ist, der sich am Set verirrt haben muss und eine millionenschwere Hollywood-Produktion mit einem Low-Budget-Schnarcher verwechselt hat.
 
 
 


 
 
 

MARY – Zensur

 
 
 
MARY ist ein subtiler Gruselfilm und hat kaum Gewalt zu bieten. Letztere spielt sich im FSK16-Bereich ab. Man darf genau mit dieser Freigabe rechnen.
 
 
 


 
 
 

MARY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Ghost Ship (2002)
 
Dead Water (2019)
 
Deadwater (2008)
 
Death Ship (1980)
 

Filmkritik: „Girl on the Third Floor“ (2019)

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GIRL ON THE THIRD FLOOR

Story

 
 
 

Kleines Heim in idyllischer Lager macht es seinen neuen Bewohnern nicht leicht. Es hat ein Faible für moralische Prüfungen und nimmt die neuen Eigentümer hart in die Mangel.


 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Kritik

 
 
 
Was wäre das Horror-Genre nur ohne seine Spukhäuser. Seit Jahrzehnten tummeln sich darin paranormale Quälgeister, die nur ein Ziel haben: den noch lebenden Bewohnern das Leben zur Hölle zu machen. Ob luxuriöses Apartment in der Großstadt, familiengerechte Herberge in familienfreundlicher Gegend oder stattliches Herrenhaus irgendwo auf dem Land – Dämonen und Geister sind nicht wählerisch und nehmen was kommt. Das freut den Zuschauer, der sich vor allem dann besonders die Hände reibt, wenn sogenannte Haunted-House-Horrorfilme auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen. So hat beinahe jedes tatsächlich existierende und halbwegs bekannte Spukhaus bereits eine eigene Verfilmung erhalten. Darunter so furchteinflößende Schauerbuden wie die Horror-Behausung im idyllischen Amityville oder das unheimliche Winchester-Haus in San Jose. Letzteres wird sogar heute noch als eines der nennenswertesten Wahrzeichen Kaliforniens gehandelt. Sachen gibts über die kann man nur mit dem Kopf schütteln.
 
 
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Nicht minder gruselig, aber leider ohne realen Background ist das Heim im nun vorgestellten GIRL ON THE THIRD FLOOR. Auch dieser Streifen macht es den meisten Spukhausfilmen gleich und klappert die Mehrzahl der gängigen Haunted-House-Klischees ab. Wir sehen: knarzende Türen, unheimliche Schatten und seltsame Erscheinungen. Nichts Neues also von der Gruselhaus-Front. Ungewöhnlich ist hingehend die Besetzung. Wrestler CM Punk hat die Hauptrolle übernommen und meistert seine Aufgabe zu aller Überraschung erstaunlich gut. Der verkörpert im Film den arbeitslosen Don, der in der Vergangenheit nicht immer ehrenhaft gehandelt hat. Doch damit soll nun endlich Schluss sein. Zusammen mit der schwangeren Gattin will der einen Neuanfang starten und bezieht ein Haus in guter Lage, dass er ganz allein beginnt zu renovieren. Bald geht es aber dort nicht mit rechten Dingen zu. Erst läuft Glibber aus Wänden, Steckdosen und Wasserhähnen. Später schaut eine mysteriöse Schönheit vorbei, die dem neuen Eigentümer den Kopf verdreht. Der landet mit der attraktiven Femme fatale im Bett, ohne zu ahnen, dass er damit eine unheimliche Kette von Umständen in Gang tritt, die ihm den Verstand rauben wird.
 
 
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GIRL ON THE THIRD FLOOR ist weder Fisch noch Fleisch, weder Rohrkrepierer noch Glücksgriff. Der Grund: alles schon mal irgendwie so ähnlich gesehen. Déjà-vu-Gefühle bleiben da nicht aus. Dennoch sind ein paar gute Ideen vorhanden. So beginnt alles haargenau so wie in jedem Spukhausfilm. Eine kleine Familie mit Hoffnungen wagt einen Neuanfang, bezieht ein Haus und nimmt Warnungen der Nachbarn nicht ernst. Als habe man es kommen gesehen, werden Konflikte innerhalb der Familie geschürt und es kommt zu ersten schaurigen Vorkommnissen. Vorhersehbar und platt. Doch Regisseur Travis Stevens erweitert seine Gruselgeschichte durch nette Einfälle, die so auch hätten einem Film aus der Mache von DAVID CRONENBERG entspringen können. Letzterer machte sich bekanntlich durch Body-Horror in Horrorfan-Kreisen einen Namen. Ähnliche Motive finden auch in GIRL ON THE THIRD FLOOR Verwendung. So führt das Haus selbst im Film ein illustres Eigenleben und wird als lebendes Wesen dargestellt, dessen Lebenssaft in Form von Schleim aus den Wänden fließt. Als wäre das alles nicht schon surreal genug, muss Antiheld Don auch noch feststellen, dass hinter dünnen Wänden Fleisch pulsiert. Verrückt und eklig ist das schon irgendwie.
 
 
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Apropos eklig: in Sachen Schauwerte wird einiges geboten. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat handgemachte Spezialeffekte zu bieten, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Da werden Murmeln zweckentfremdet und wandern plötzlich durch den Körper unseres Hauptdarstellers. Zartbesaitete schauen zu Recht weg – vor allem auch deshalb, weil Filmfigur Don mit spitzem Hilfsmittel versucht, die Glaskugeln wieder loszuwerden. Doch das ist nicht alles. Eine obskure Geister-Gestalt mit deformiertem Körper spukt durch das Anwesen. Die erinnert mehr an SILENT HILL, statt an Haunted-House-Horror – verursacht dennoch Unbehagen. Leider ist die nur eine Randfigur und wird beiläufig erwähnt. Damit geht es ihr wie der gesamten Geschichte. Von allem etwas – aber nicht genug. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat gute Ansätze, die aber oft viel zu schnell wieder fallengelassen werden. Anfangs noch um Spannung und Atmosphäre bemüht, lüftet Regisseur TRAVIS STEVENS zu früh das Geheimnis des mysteriösen Anwesens und findet nicht mehr auf den rechten Weg zurück. Da überschlagen sich die Ereignisse und es wird ziemlich wirr. Mehr Geheimniskrämerei wäre angebracht gewesen bevor man die Katze aus dem Sack gelassen hätte. Trotzdem: für eine erste Regiearbeit mit überschaubarem Budget ganz solide.
 
 
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GIRL ON THE THIRD FLOOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Moralischer Selbstfindungstrip der schaurigen Sorte. GIRL ON THE THIRD FLOOR ist ein Low-Budget-Spuk, der durch hohen Standard überrascht. Spezialeffekte, Set und Schauspieler sind über jeden Zweifel erhaben. Was leicht übel aufstößt, ist die etwas undurchdachte Geschichte, die sich annähernd wirr über die Zielgerade schleppt. Regisseur TRAVIS STEVENS erzählt hier von einem Haus, das ein Eigenleben führt und seine Bewohner „prüft“. Dass da nicht jeder den Test besteht, dürfte im Horror-Genre nichts ungewöhnliches sein. Übrigens ist TRAVIS STEVENS ein Filmemacher mit Horrorfilm-Erfahrung. Der war bisher als Produzent von Genre-Ware tätig und finanzierte so Streifen wie 68 KILLS, STARRY EYES, AGGRESSION SCALE und WE ARE STILL HERE mit. Letzterer ist auch im Spukhaus-Genre beheimatet und leider aber auch weitaus besser als die erste Regiearbeit von Stevens, der mit GIRL ON THE THIRD FLOOR sein Regiedebüt feiert.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Zensur

 
 
 
GIRL ON THE THIRD FLOOR ist keine Splattergranate. Trotzdem sind einige Spezialeffekte nicht ganz ohne. So gelangt eine Murmel unter die Haut des Protagonisten und sucht sich ihren Weg nach draußen. Der versucht diese mit einem Teppichmesser loszuwerden. Unblutig ist das nicht. Weiterhin gibt es eklige Flüssigkeiten zu sehen, die aus allen erdenklichen Hausöffnungen austreten. Ein paar schaurige Monster runden den Gruselcocktail ab. Hierzulande passt das alles noch für FSK16.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Sky Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Winchester (2018)
 

Filmkritik: „Killer Sofa – Nimm gerne Platz“ (2019)

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KILLER SOFA – NIMM GERN PLATZ

(KILLER SOFA | MY LOVER, MY LAZY BOY)

Story

 
 
 

Ein Sitzmöbel führt plötzlich ein Eigenleben und bringt Unheil über den Besitzer.

 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Kritik

 
 
 
Das Horrorkino ist vielfältig und abwechslungsreich. Neben harten, kontroversen, anspruchsvollen und unheimlichen Beiträgen bietet das Genre auch gut und gerne mal Abwechslung durch Selbstironie und Humor. Da werden immer öfter Horrorfilme gedreht, die sich partout nicht ernst nehmen wollen und mit absurden Ideen locken, für die man mehrere Liter Alkohol intus gehabt haben muss, um diese auf Papier kritzeln zu können. Mittlerweile ist die Liste durchgeknallter Filmspäße lang. Darauf befinden sich Horrorkomödien in denen nicht nur Tomaten, Kühlschränke oder Donuts zu aggressiven Killermaschinen umfunktioniert werden. Auch fliegende Haifische, mordende Weihnachtsbäume oder boshafte Lebkuchenmänner sind im Horror-Genre keine Seltenheit mehr. Trashfilmliebhaber und Fans von Nischenfilmen geben uns da recht.
 
 
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Der nächste Blödsinn steht nun in den Startlöchern. Der kommt diesmal aus Neuseeland und durchforstet die Lagerregale bekannter Möbelhäuser nach möglichen Einrichtungsgegenständen, die dem Besitzer das Leben zu Hölle machen können. Hängen geblieben ist man da bei S wie Sofa. Letzteres wird nun zum Killer-Möbel deklariert und soll Menschen nach dem Leben trachten. So ganz neu ist die Idee aber nicht. Vor einiger Zeit hatten wir hier ähnlichen Low-Budget-Spaß besprochen. Der schimpfte sich BED OF THE DEAD und erzählte die Geschichte eines besessenen Holzbetts, das sich an Menschenblut labte. Genau gleiches Prinzip verfolgt nun KILLER SOFA, der mit seiner skurrilen Idee immerhin für Aufmerksamkeit unter Horrorfilmjüngern sorgte und sich deshalb auf der ein oder anderen Filmvormerkliste befinden dürfte. All jene bekommen nun aber schnell einen Dämpfer. KILLER SOFA sieht zwar auf den ersten Blick ganz brauchbar aus, ist aber bei genauerer Betrachtung weit entfernt vom neuen Trash-Hit. Wir sagen Euch warum.
 
 
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Kein Sofa, sondern eher ein diabolischer Sessel mit Augen. In KILLER SOFA dreht sich alles um die Tänzerin Francesca. Die hat mehrere Verehrer, die der attraktiven Brünetten oft mal etwas zu nahe rücken. So auch ein Stalker von dem man plötzlich Körperteile findet und die Polizei vor Rätsel stellt. Doch damit nicht genug. Francesca gönnt sich den Luxus eines neuen Sessels. Der wird geliefert und beginnt plötzlich ein Eigenleben zu führen. Die ersten Morde stempelt man noch unter Unfall ab. Doch bald schon häufen sich die seltsamen Umstände. Da kommt ein Bekannter der Tänzerin auf den richtigen Pfad. Der ist fest davon überzeugt, dass das Möbel von einem Dibbuk besessen ist – einem, nach jüdischen Volksglauben bösen Totengeist.
 
 
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Ernster als gedacht – aber nicht unbedingt gut. KILLER SOFA verfügt zwar über eine ungewöhnliche Filmidee, ist aber reichlich zäh. Nach blutigem Auftakt quält sich der Streifen mit dem Erzählen seiner Geschichte. Wir bekommen sonderbare Figuren vor die Linse und natürlich auch das Sitzmöbel aus dem Trailer. Irgendwie will aber beides nicht zu einem homogenen Ganzen finden. KILLER SOFA hat Anlaufschwierigkeiten und braucht angesichts der ohnehin schon knappen Laufzeit von 75 Minuten einfach zu lange, um mal überhaupt eine Richtung zu finden. Dass da kaum Spannung entsteht, liegt auf der Hand. Der neuseeländische Filmemacher BERNIE RAO hat hier ein eigenes Drehbuch verfilmt, dem es an Feinschliff fehlt. Die Ereignisse dümpeln vor sich hin, die Protagonisten wirken unnahbar, schwarzer Humor ist überschaubar und nach richtigen Höhepunkten sucht man vergebens. Weil auch noch übertriebener Splatter fehlt, der die Geschehnisse ins Absurdum treiben könnte, versinkt KILLER SOFA schnell in der Bedeutungslosigkeit. Nee, das war nichts – die überwiegend negativen Bewertungen im Filmportal IMDB deuten darauf hin, dass es vielen anderen Zuschauern wohl genauso erging wie uns.
 
 
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KILLER SOFA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nix mit gaga und so furchterregend wie auf dem Poster erst recht nicht. Auch wenn sich der Plot über ein mordendes Möbelstück total bescheuert liest, KILLER SOFA enttäuscht. Hier wird viel Potenzial verschenkt, um sich den Preis für den besten Trash-Horror 2019 sichern zu können. Außer der Tatsache, dass hier ein Sitzmöbel von einem Geist besessen ist und Menschen ermordet, fehlt es KILLER SOFA an ausgefallenen Ideen, um den Zuschauer bei Laune halten zu können. Wo sind die ausufernden Splatter-Späße? Wo die für diese Art von Filmen obligatorischen Lacher? Beides Mangelware. Stattdessen zu viel Low-Budget und Belanglosigkeit. Wer gerne sehen möchte, wie ein paar Filmpraktikanten ein Möbel hin- und herschieben, sodass man meinen könnte, es bewege sich von selbst, wird mit KILLER SOFA so seinen Spaß haben. Wer hier Trash-Irrsinn im Stile eine SHARKNADO erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. KILLER SOFA ist zäh, unwitzig und langweilig obendrein. Erst im Finale passiert endlich mal was. Da hat man schon Besseres aus Neuseeland aufgetischt bekommen. Zumindest hat dort der große PETER JACKSON mit Horror-Trash den Weg ins Filmbusiness geschafft. Der drehte in Neuseeland mit gerade einmal 30.000 NZD den abgefahrenen BAD TASTE und schrieb damit Horrorfilmgeschichte. Von so was kann KILLER SOFA-Regisseur BERNIE RAO nur träumen. Übrigens hieß der Film anfangs noch ganz anders. Weil der ursprüngliche Titel MY LOVER, MY LAZY BOY wenig aussagekräftig erschien, taufte die Verleihfirma den Film einfach in KILLER SOFA um. Irreführend – vor allem auch deshalb, weil es im Film gar kein mordendes Sofa zu sehen gibt. Ob sich die Leute vom Verleih diesen Film überhaupt je angesehen haben?
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Zensur

 
 
 
KILLER SOFA hat ein paar blutige Szenen zu bieten. Ausufernde Gewalt oder übertriebene Splattereinlagen sucht man aber vergebens. Die zelebrierten „Gemeinheiten“ bewegen sich in einem FSK16-Rahmen. Die hat KILLER SOFA auch in Deutschland erhalten.
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Killer Sofa; Neuseeland 2019

Genre: Horror, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kinotrailer

Release-Termin: 20.03.2020

 

Killer Sofa – Nimm gerne Platz… [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei High Octane Pictures | Mad Kiwi Films | Daredo | Soulfood)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Attack of the Killer Donuts (2016)
 
Der Kühlschrank (1991)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Rubber (2010)
 

Filmkritik: „Ashes“ (2018)

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ASHES

Story

 
 
 

Nach dem Tod der Tante scheint es im Leben einer großen Familie drunter und drüber zu gehen. Da passieren plötzlich mysteriöse Dinge, die die Angehörigen um den Verstand bringen.

 
 
 


 
 
 

ASHES – Kritik

 
 
 
Der Amerikaner BARRY JAY liebt Horror. Der gründete 1998 ein Fitnessunternehmen, das bis heute weltweit mehrere Filialen besitzt und ordentlich Geld auf das Bankkonto des Geschäftsmanns spült. Ein Segen für den selbsternannten Horrorfilmfan, der schon als Kind eine Leidenschaft fürs Genre entwickelte. Mittlerweile sind Träume Realtität. Durch die Einnahmen kann der erfolgreiche Tausendsassa nämlich sein Hobby finanzieren. Dazu gehören das Schreiben und Produzieren von Horrorfilmen. So entstand bereits Brauchbares. Zuletzt der Fanfilm NEVER HIKE ALONE für den BARRY JAY das Budget beisteuerte und der als liebevolle Hommage an die beliebte FREITAG DER 13.-Filmreihe sogar Preise abstauben konnte. Doch das Finanzieren von Filmen allein reicht dem ambitionierten Cineasten schon lange nicht mehr. Der probiert sich seit einiger Zeit auch im Führen von Regie aus. ASHES gehört zu einer dieser Regiearbeiten, die mehr kann, als das billige Poster verspricht.
 
 
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Eigentlich ist die Familie in ASHES ein ganz heiterer Haufen. Drei Generationen leben hier unter einem Dach, kommen sich aber so gut wie nie in die Quere. Das ändert sich schon bald, denn ein Schicksalsschlag zieht schnell weite Kreise. Tante Marion (MELINDA DEKAY) stirbt ganz unverhofft – doch so keiner ist wirklich traurig darüber. Ganz unbegründet ist das natürlich nicht. Zu Lebzeiten war die alte Frau mit ihren Marotten eher Ballast und mauserte sich schnell zum Gespött der Familie. Umso verständlicher die Tatsache, dass nun keiner weiß, was mit der Asche der Verstorbenen gemacht werden soll. Vergraben will man die Überreste nicht und auch im Haus will sich partout kein Platz dafür finden. Da passieren bald seltsame Dinge. Die Großmutter erleidet einen Schlaganfall, die älteste Tochter verliert das ungeborene Kind und auch Mutter Ellyn leidet unter Albträumen. Da fällt der Verdacht bald auf höhere Mächte. Schnell ist man überzeugt davon, dass sich offenbar die verstorbene Tante aus dem Jenseits für die vielen Schandtaten rächen möchte, die ihr die Familienmitglieder einst angetan haben. Ein Hexenbrett soll die Bestätigung liefern. Doch wie so oft im Horrorfilm kommt alles ganz anders.
 
 
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Eine schrecklich nette Familie. Könnte man meinen, wenn man die ersten 30 Minuten von ASHES verfolgt. Darin bekommt man sympathische und teils durchgeknallte Persönlichkeiten vor die Linse, von denen man meinen könnte sie schon eine Ewigkeit zu kennen. Die sprechen in Interviews über paranormalen Erfahrungen und nehmen die Sache spaßig. Doch denen vergeht schon bald das Lachen. Aus ALLE UNTER EINEM DACH wird plötzlich PARANORMAL ACTIVITY und der Ton ändert sich schlagartig. Was als schwarze Komödie beginnt, entwickelt sich abrupt zum spaßfreien Horrorszenario. Spuk, Besessenheit und jede Menge Tohuwabohu – ASHES gehört wohl zu den eigensinnigsten Horrortrips der aktuellen Saison, weil man einen solch unvorbereiteten Richtungswechsel nicht kommen gesehen hat. Für günstigen Videomarkt-Horror ungewöhnlich experimentell und mutig.
 
 
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Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY holt alles aus dem mageren Budget von knapp $200,000 heraus. Die Schauspieler agieren für eine Low-Budget-Produktion bemerkenswert souverän und auch in Sachen Dramaturgie tut sich was. Aus einer kleinen, beinahe schon trivialen Geschichte entwickelt sich ultimativer Horror, der sich kontinuierlich steigert und in einem lauten Effektgewitter endet. Dabei versucht der Filmemacher Hintergründe möglichst lang zu verschleiern. Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich? Gibt es plausible Erklärungen oder steckt hinter dem ganzen Gruselschabernack vielleicht doch eine übernatürliche Präsenz. ASHES macht seine Sache gut und liefert brauchbaren Schauer, der übrigens von wahren Ereignissen inspiriert wurde.
 
 
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Nun ja, ganz so reißerisch wie im Film hat sich alles natürlich nicht zugetragen. Vielmehr erklärte Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY, dass der Tod seiner Tante Marion die Idee für ASHES geliefert hat. Wie im Film kam der Tod der Familienangehörigen ganz überraschend. Die Schwester des Filmemachers war die nächste Verwandte, bekam die Asche ausgehändigt – konnte aber mit den Überresten nichts anfangen, weil sie zu der Tante keine enge Verbindung hatte. Demzufolge versteckte sie die Asche in einer Kommode. Es folgten seltsame Ereignisse, die aber weitaus harmloser waren, als im Film geschildert. Offenbar beflügelten diese die Fantasie des Regisseurs. Letzterer setzte sich an einen Tisch und schrieb die Geschichte zu ASHES. Dabei ließ er sich von seinen Lieblingsfilmen DRAG ME TO HELL und EVIL DEAD inspirieren. Von letztem hagelt es Verweise im Film. So sehen wir immer wieder ähnliche Kamerafahrten wie im Kult-Horror aus der Mache von SAM RAIMI. Der damals noch unbekannte Filmemacher baute irre Kamerafahrten in seine Splatter-Orgie ein, die bis heute viele Nachahmer gefunden haben. So dürfte es wohl so einige Dämonenfilme geben, die nicht mindestens über jene kurze Szene verfügen, in der ein Dämon in Egoansicht durch Hütten oder Wälder saust. ASHES zumindest kopiert fleißig, verleugnet aber nicht die Leidenschaft seines Machers zum Horror-Genre. Eine ehrliche und ambitionierte Regiearbeit.
 
 
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ASHES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein wilder Mix aus Mockumentary, schwarzer Komödie und Hexenbrett-Horror. Der Produzent des Jason-Voorhees-Fanfilms NEVER HIKE ALONE dreht nun selbst Filme. Herausgekommen ist ASHES – ein unabhängiger Schauertrip, der wilde Wendungen und makabere Späße in petto hat. ASHES zeigt, wie das Verhältnis einer Familie durch mysteriöse Ereignisse auf eine Probe gestellt wird. Das Gebotene ist zwar nicht frei von Fehlern und hat ab und an Längen. Dafür entschädigen gute Schauspieler und ein effektreiches Finale. Wer auf Geisterkram mit Besessenheitsunsinn steht, dürfte an ASHES Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Zensur

 
 
 
ASHES hat kaum Gewaltszenen zu bieten. Eine Figur schneidet sich die Pulsadern in der Badewanne auf. Ansonsten spielt sich gewalttechnisch alles eher im Hintergrund ab. ASHES legt Wert auf subtilen Schauer. Ein Grund, der dem Filme eine FSK16 bescheren könnte – insofern der Streifen in Deutschland überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Killer Therapy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ouija Experiment (2011)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 

Filmkritik: „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ (1999)

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ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT

(STIR OF ECHOES)

Story

 
 
 

Nachdem ein Familienvater sich hypnotisieren ließ, wurde eine Tür in ihm geöffnet und nun wird er von Visionen geplagt, die mit einem schrecklichen Ereignis zusammenhängen.

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Kritik

 
 
 
1999 gab es gleich zwei richtig starke Geisterhorrorfilme. Doch während „The Sixth Sense“ ein ungemeiner Erfolg wurde, konnte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ sich nicht zum Kultfilm entwickeln. Das ist eigentlich unberechtigt, bekommt man hier doch einen wirklich guten Film geboten, der nicht zum Spuk-Einheitsbrei gehört.
 
 
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Familie Witzky lebt ein zufriedenes Leben. Eines Abends lässt sich Vater Tom auf einer Party zum Spaß hypnotisieren, doch etwas geht dabei schief. Plötzlich wird Tom von Visionen und Erscheinungen geplagt. Noch beunruhigender ist jedoch, dass selbst der kleine Sohn scheinbar Dinge sieht, was für ihn aber normal erscheint. Umso länger die Visionen von Tom andauern, desto mehr steigert er sich in einen Wahn hinein, denn er will unbedingt wissen, was hier Sache ist.
Das Drehbuch basiert auf einem Roman und erzählt eine ganz normale Geistergeschichte. Nichts an „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist besonders kreativ oder originell. Dafür funktioniert die Story aber ausgesprochen gut, denn sie ergibt einen Sinn, wird schlüssig aufgelöst und lässt den Zuschauer schön miträtseln. Es gibt nämlich immer wieder Anhaltspunkte, um darauf zu kommen, was hier gespielt wird und da braucht es am Ende gar keinen großen „Wow“-Effekt, um überzeugen zu können. Die kleinen Details werden schön eingebaut und am Ende ist das einfach ein Drehbuch, welches von vorne bis hinten bestens funktioniert.
 
 
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Es liegt allerdings besonders an Kevin Bacon, dass „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ so gut funktioniert, denn der liefert hier sehr gut ab. Bacon stellt seinen Wahn ideal dar, bleibt dabei jedoch stets sympathisch und manche Szenen sind schon sehr intensiv gespielt. Doch auch Kathryn Erbe macht als seine Film-Ehefrau eine durchaus gute Figur. Sogar der kleine Zachary David Cope ist für sein Alter echt gut und spielt das niemals nervig. In Nebenrollen überzeugen Illeana Douglas und Kevin Dunn. Die Besetzung nimmt die gute Figurenzeichnung dankend an, denn in diesem Film gibt es nicht zu viele Klischees. So ist es schön, dass Tom trotz seines Wahns niemals gewalttätig wird und Maggie sich der Sache nicht komplett verschließt. Die Charaktere handeln glaubwürdig und das macht ein Mitfiebern für den Zuschauer erst so gut möglich. Eine gute Entscheidung war es auch, dass Jake als kleines Kind zwar mit eingebaut wurde, der Fokus jedoch nicht so sehr auf ihm liegt. Wenn es dann zur Auflösung kommt, kann man die Figuren noch immer halbwegs nachvollziehen und das ist erfreulich.
 
 
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Daneben lebt „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ aber auch von der durchaus passenden Inszenierung. Hier wird nicht so viel Wert auf Schockeffekte gelegt, selbst wenn man sich ab und zu mal erschrecken kann. Die Atmosphäre, welche aufgebaut wird, hat es in sich, denn obwohl es niemals zu nervenzerreißend wird, besitzt der Film seine düstere, unheimliche Stimmung, die gekonnt ausgebaut wird. Regisseur David Koepp inszeniert das Treiben relativ ruhig, baut aber auch immer mal kleine Spielereien mit ein. Wie man z.B. die Hypnose bildlich dargestellt hat, ist sehr gelungen. Doch auch die kleinen Visionen wurden stark bebildert. Obwohl man es dabei mit einem Horrorfilm zu tun hat, legt es der Film gar nicht so sehr auf Horror an. Es gibt nämlich einige Drama-Elemente und im Endeffekt ist das sogar eher ein Krimi. Der Aufbau funktioniert bestens und die 90 Minuten Laufzeit vergehen sehr schnell. Es gibt keine große Einleitung und hinterher wird immer mehr an der Spannungsschraube gezogen, bis es im Finale sogar noch eine kleine Portion Action gibt. Nebenbei ist erfreulich, dass hier ohne viele Effekte ausgekommen wird und der Score rundet das positive Gesamtbild ordentlich ab.
 
 
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ECHOES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ darf sich kleiner Klassiker des Geisterhorrors nennen, denn er funktioniert selbst 20 Jahre nach Erscheinen noch wunderbar. Die Handlung wird schlüssig und interessant erzählt, die Darsteller sind toll und die Figurenzeichnung kommt ohne Unglaubwürdigkeiten aus. Zusätzlich wurde alles schön unheimlich inszeniert und eine richtige Stärke ist die Atmosphäre, denn diese reicht von entspannt bis hin zu richtig unheimlich. Es ist kein lauter Spuk, sondern eher ein subtiler, der edel erzählt wird. Selbst nach mehrmaligem Schauen unterhält das noch sehr gut und wirklich kein Fan vom Grusel sollte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Zensur

 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist eher ein subtiler Gruselfilm. Deshalb erhielt der Film bereits für die Kinoauswertung eine ungeschnittene FSK16. Gleiches folgte für die Auswertung auf DVD. Die nun erhältliche Blu-ray besitzt auch den blauen FSK16-Sticker.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover A)

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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stir of Echoes; USA 1999

Genre: Horror, Mystery, Thriller,

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 2 Cover-Auflagen

Extras: Booklet, Audiokommentar, Interviews, Making of, Trailer

Release-Termin: 11.07.2019

 

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook A [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook B [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes 2 – Stimmen Aus Der Zwischenwelt (2007)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Jessabelle (2014)
 
White Noise (2005)
 

Filmkritik: „Isabelle“ (2018)

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ISABELLE

(THE WANTING | ISABELLE’S WANTING)

Story

 
 
 

Ein bleiches Mädchen bringt durch das ständige Beobachten der neuen Nachbarn genau jene um den Verstand. Letztere fühlen sich so langsam genervt – zumal ihnen der Neuanfang am Rande der Stadt alles andere als einfach fällt.

 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Kritik

 
 
 
Wer sich mit Horrorfilmen auskennt weiß schon lange, dass reißerisch gestaltete Filmplakate schon lange nicht mehr die Qualität eines Horrorfilms widerspiegeln. Da wird gern mal mit Blut, Gedärm oder entstellten Fratzen geworben, um die Neugierde des Zuschauers zu wecken. Leider wird so nur vom eigentlichen Inhalt abgelenkt. Bei den meisten neueren Horrorfilmen sieht es damit mau aus. Zum Leidwesen des Käufers. Dem wird einmal mehr bewusst, dass man sich nicht vom Filmplakat leiten lassen soll. In der Regel steckt nämlich genau bei jenen Covergestaltungen Schund dahinter, die auf Biegen und Brechen um die Gunst des Käufers buhlen. Gute Horrorfilme habe ausgefeilte Poster-Kreationen nicht nötig.
 
 
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Bei der folgenden Genre-Produktion mit dem Titel ISABELLE trifft genau diese Formel zu. Da schaut eine verängstigte Frau vom Cover und suggeriert so dem Zuschauer, dass er hier wohl einen der gruseligsten Filme der letzten Jahre zu sehen bekommt. Die Realität sieht anders aus. Der von ROBERT HEYDON inszenierte Horrorstreifen hat zwar mit ADAM BRODY (aus FINAL DESTINATION 3) und SHEILA MCCARTHY (aus STILL/BORN) bekannte Gesichter zu bieten. In Sachen Grusel wird aber nur beliebige Standardware geboten, die eher ermüden lässt, statt den Zuschauer vor Angst um den Schlaf zu bringen. Vielleicht wäre eine gelangweilte Frau auf dem Poster aufschlussreicher gewesen, statt den Käufer mal wieder mit Fehlinformationen hinter das Licht zu führen. Dann hätte der Zuschauer auch direkt verstanden, was ihn erwarten wird.
 
 
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Nervige Stalkerin: In ISABELLE zieht es werdende Eltern in ein gemütliches Häuslein in ruhiger Gegend. Eigentlich das Beste, was der schwangeren Larissa und dem Gatten Matt passieren konnte. Würde da nicht plötzlich ein schrecklicher Schicksalsschlag ereilen. Der ungeborene Sohn stirbt ganz unerwartet und das junge Paar fällt in ein tiefes Loch. Kein guter Start in das gemeinsame Leben, was sich vor allem bei Larissa bemerkbar macht. Die hat mit Depressionen zu kämpfen und sieht sich plötzlich von der schaurigen Nachbarstochter verfolgt. Letztere sitzt im Rollstuhl und beobachtet die neuen Nachbarn von ihrem Dachfenster aus. Da überkommt der traumatisierten Larissa ein unangenehmes Gefühl. Zurecht, denn es dauert nicht lang, bis das bleiche Mädel von Gegenüber auch noch in der Wohnung der jungen Eltern auf Entdeckungsreise geht – unaufgefordert versteht sich. Alles nur Einbildung und doch real? Eine Frage, der Ehemann Matt auf den Grund gehen muss. Ob er schnell professionelle Hilfe finden wird?
 
 
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ISABELLE ist kein cleverer Horrorfilm. Der Gruselstreifen versucht erst gar nicht, dass Beste aus der dünnen Story zu machen. Wo man in Filmen wie THE HOUSE ON PINE STREET oder DARK CIRCLES ähnliche Themen aufgriff und den Zuschauer durch falsche Fährten an der Nase herumführte, geht man in ISABELLE den Weg des geringsten Widerstandes und fällt gleich mit der Tür ins Haus. Dabei entpuppt sich bereits der Trailer als katastrophale Spannungsbremse. Der verrät gleich mal genau jenen Plot, der anfangs noch verschleiert wird und den Zuschauer vor der Glotze halten soll. So ist Regisseur ROBERT HEYDON kläglich darum bemüht ein Mysterium um die Geschehnisse in ISABELLE zu weben. Unsere Filmheldin verliert ihr neugeborenes Kind und beginnt plötzlich Dinge zu sehen, die gar nicht da sind. Alles nur Folgen eines schwerwiegenden Traumas oder ist Larissa auf einmal empfänglich für paranormale Ereignisse? Der Sprung vom Psychothriller zum Geisterfilm ist kurz und macht aus ISABELLE ziemlich austauschbaren Gruselbrei, der sich wirklich jedem Klischee bedient, das man nun schon in gefühlt 1000 Filmen über zornige Geister zu sehen bekommen hat. Das ist angesichts der Tatsache ermüdend, weil es mittlerweile einfach zu viele Gruselproduktionen gibt, in den es spukt oder poltert. Weil die nach immer gleichen Schema abgehandelt werden, hat sich allmählich ein Sättigungsgefühl eingestellt. Das macht sich auch im Falle von ISABELLE bemerkbar. Ja, hier ist ein böses wütendes Geistermädchen am Werke, das dem Gör aus dem japanischen RING-Universum Konkurrenz machen will. Will das jemand sehen? Wir meinen: nein! Etwas mehr Grips und Einfallsreichtum tut beim Gruselhandwerk zwingend Not.
 
 
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ISABELLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein weiterer Versuch dem aus TV-Geräten und Brunnen krabbelnden Mädchen der Horrorfilm-Reihe RING den Rang abzulaufen. Der Gruselfilm ISABELLE ist ein solider Gruselfilm für Anfänger – mehr aber auch nicht. Regisseur ROBERT HEYDON versucht mit ausgelutschten Rezepturen des Geisterfilm-Genres irgendwie Spannung aufzubauen. Vergebens! Der Streifen verrät viel zu früh, dass die stalkende Nachbarstochter eigentlich ein Geist ist und einen Weg sucht, trotz Geisterhülle irgendwie unter den Lebenden verweilen zu können. Für die Filmhelden Grund genug, nach den sterbliche Überresten der toten Stalkerin zu suchen, um dem Geist ins Reich der Toten abschieben zu können. Ja, jetzt haben wir den wenig überraschenden Plot aufgelöst. Den vorausahnen zu können ist aber auch keine Kunst. Erfahrene Zuschauer wittern bereits nach wenigen Minuten die Fährte. Der dumm geschnittene Trailer verrät den Rest. Wer sich den angeschaut hat, kann sich Sichtung des eigentlichen Films sparen. ISABELLE ist paranormale Dutzendware – ohne echten Spannungsbogen. Austauschbar, beliebig, unnötig.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Zensur

 
 
 
ISABELLE hat kaum Gewalt zu bieten. Eine Filmfigur erstickt, weil man ihr eine Plastiktüte über den Kopf zieht. Weiterhin bringt sich ein Charakter selbst um und eine Protagonistin stürzt aus dem Fenster. Das ist alles sowas von FSK16 – man glaubt es kaum.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei The Wanting Film Inc.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle – Die Vorhersehung (2014)
 
Gallows Hill (2013)
 
Haunt – Das Böse erwacht (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
The House on Pine Street (2015)
 

Filmkritik: „The Convent“ (2018)

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THE CONVENT

(HERETIKS)

Story

 
 
 

Eine der Hexerei beschuldigte Frau landet in einem Kloster und erlebt dort das Grauen auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Kritik

 
 
 
Die Zeit der Inquisition war nicht unbedingt eine Sternstunde der Geschichte. Da wurden unschuldige Frauen, Männer und sogar Kinder der Hexerei beschuldigt und anschließend zum Tode verurteilt, weil man der Meinung war, dass jene ahnungslosen Seelen mit dem Teufel im Bunde standen. Ein trauriges Kapitel, das natürlich auch im Horrorfilm aufgearbeitet werden musste. Das Resultat: so reißerischer Exploitation wie DER HEXENJÄGER, HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT oder HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT. Darin wurden geschichtliche Fakten zur Nebensache. Stattdessen wurde gefoltert, ermordet, vergewaltigt und gedemütigt. Die Kamera hielt stets darauf. Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er war das schon harter Tobak.
 
 
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Der Horrorfilm THE CONVENT ist auch einer dieser Streifen, der das Thema Inquisition als Alibi nutzt, um Horror zeigen zu können. Da kommt natürlich gleich Freude bei Liebhabern blutiger Exploitationfilme auf. Denen sei gesagt, dass THE CONVENT weitestgehend von der Zurschaustellung grausamer Gewalt absieht und eher eine atmosphärische Geschichte vor Mittelalter-Kulisse erzählt, die sich Elementen aus Okkult- und Dämonen-Horror bedient. Weil seit dem CONJOURING-Spinoff THE NUN auch Nonnen wieder in Mode sind, gibt es die gleich mit dazu. Letztere beweisen in diesem Horrorstreifen Talent fürs Quälen ahnungsloser Novizinnen. Da werden Erinnerung an Nunsploitation-Streifen der 70er Jahre wach. Darin wurde tabuloser Sex und unmenschliche Gewalt hinter Kirchentüren zelebriert. THE CONVENT schlägt ähnliche Richtung ein. Auch hier werden junge Nonnen-Anwärterinnen von Obernonnen schikaniert, bestraft und gebrochen. Nur mit schonungslosen Sexszenen geizt der Streifen – leider!
 
 
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Vom Regen in die Traufe. Die junge (HANNAH ARTERTON) ist ein Pechvogel, wie er im Buche steht. Die wird wegen Hexerei angeklagt, weil sie den Tod der Mutter vorausgeahnt hat. Nun soll das junge Ding auf dem Scheiterhaufen brennen. Ihr Schicksal scheint besiegelt. Da taucht eine geheimnisvolle Nonne (CLAIRE HIGGINS) auf, die eine religiösen Zufluchtsort in der Nähe leitet. Die wortgewandte Alte überzeugt das Gericht und darf die Beschuldigte mit in das von ihr geführt Konvent nehmen, wo sie den Weg zurück zu Gott finden soll. Doch dort soll der Horror für die ahnungslose erst beginnen. Nicht nur, dass sich der Neuling den harten Regeln der Ordensgemeinschaft unterwerfen muss. Hinter den dicken Mauern dieses Klosters herrscht offensichtlich das Böse. Da passieren plötzlich seltsame Dinge und macht Bekanntschaft mit einer bösartigen Präsenz. Als wäre das nicht alles schon schaurig genug, verhalten sich auch die Leiterinnen des Klosters seltsam. Offenbar wissen die, was hier passiert. Ein Rätsel, das nun auch lösen muss.
 
 
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Nein, THE CONVENT ist kein Remake, Reboot oder Sequel vom grotesken Kirchen-Splatter aus der Mache des MIKE MENDEZ, welcher 2000 unter gleichem Titel in den Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Der hier besprochene THE CONVENT – der anfangs noch HERETIKS hieß – hat mit der spaßigen Genre-Produktion überhaupt nichts zu tun und will auch sonst nicht spaßig sein. Regisseur PAUL HYETT zeichnet verantwortlich. Der überraschte 2012 mit dem unangenehmen THE SEASONING HOUSE und lies anschließend in HOWL Werwölfe folgen. Spielfilm Nummer drei geht düstere Wege, ist Okkult-Horror der alten Schule und eigentlich bis Filmmitte ganz brauchbar. So muss eine junge Novizin herausfinden, welche geheimnisvollen Legenden um ein düsteres Konvent ranken, in dem immer mal wieder unschuldige Nonnen verschwinden. Weil die Heldin lang im Dunkeln tappt und THE CONVENT auch sonst ein großes Geheimnis über mysteriöse Vorkommnisse hinter Klostermauern macht, bleibt THE CONVENT spannend. Danach wird es leider dämlich.
 
 
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Leider kann der Spannungsbogen nicht lang gehalten werden. Spätestens nach der Halbzeit vertrödelt dieser gotisch angehauchte Kloster-Horror zu viel Zeit mit dem Abhandeln von Dämonen-Klischees, bedient sich bei dazu noch bei anderen Horror-Subgenres und verkommt so zu Dutzendware. Da werden nicht nur vorhersehbare Schreckmomente und fast schon grotesk anmutende Blutmanschereien abgehakt, die gar nicht zum restlichen Film passen. Auch dem Dämonen-Make-up mangelt es an Glaubwürdigkeit. So trägt das Böse im Film eigensinnige Kontaktlinsen, die leuchten. Ähnliche Anfertigungen hatten wohl feiernde Techno-Anhänger zu Loveparade-Zeiten in den Augen. Furchterregend ist etwas anderes.
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was atmosphärisch beginnt, endet in einer klischeebeladenen Dämonen- und Zombie-Achterbahn mit schlechten Effekten. Als Liebhaber des klassischen britischen Horrors wollte Regisseur PAUL HYETT genau dieser Film-Epoche eine moderne, härtere und stilvolle Note verleihen. Das ist leider nur bedingt gelungen. Atmosphärisch fährt die dritte abendfüllenden Spielfilm-Produktion des Filmemachers groß auf. Leider wird THE CONVENT ab der Halbzeit ziemlicher Käse. Da wird alles abgefeuert, was das Horror-Genre so hergibt. Regisseur PAUL HYETT wirft Elemente aus Grusel, Zombie, Okkult, Dämonen und Kloster-Horror in einen Topf, rührt um und würzt mit miesen Effekten nach. Das Gebräu ist keine Glanzleistung in Sachen Schrecken. Vielmehr endet THE CONVENT in einer beinahe schon lächerlichen Farce in der nach Dämonen-Beschwörung und bestrafungsgeilen Nonnen plötzlich die Zombies aus ihren Gräbern steigen. Was für ein Quark. Von Regisseur PAUL HYETT hätte man was Besseres erwartet.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Zensur

 
 
 
THE CONVENT ist eigentlich ein unheimlicher Gruselfilm, der eher Wert auf unheimliche Atmosphäre liegt. Eigentlich! Wären da nicht einige zufällig eingestreute Splatter-Szenen, die blutige Schauwerte zeigen. Da reißt sich eine Nonne selbst die Augäpfel aus den Augenhöhlen. In einer anderen Szene werden Nonnen zu Zombies umfunktioniert und radieren sich gegenseitig aus. Da fließt das Blut munter über die Mattscheibe. Hierzulande dürfte THE CONVENT dennoch eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Nun (2018)

The Crucifixion (2017)

Der Exorzist III (1989)

The Rite – Das Ritual (2011)

Incarnate – Teuflische Besessenheit (2016)