Filmkritik: „Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie“ (1999)

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WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE

(WISHMASTER 2: EVIL NEVER DIES)

Story

 
 
 
Gangsterbräutchen Morgana und ihre Kollegen klauen im Museum schöne Sachen und zerballern dabei den Edelstein, der dem Wüstendämon Wishmaster zum Gefängnis geworden ist. In sein irdisches Ich Demarest verwandelt, unternimmt der Flaschengeist aus der Hölle eine weitere Zerstörungstour auf der Jagd nach Seelen, die von Morgana vorneweg, und versorgt, ebenso hinterhältig wie tödlich, Bösewichter von Knastis bis Mafia-Russen mit der Erfüllung ihrer Wünsche. Die Seelen der Wünschenden braucht der Unhold zum Herbeiführen der Weltherrschaft durch seine feinstofflichen Djinn-Kameraden. Klar. Rhino Michaels (heißt wie ein Wrestler, ist aber ein ins Kantige gelifteter Stuntman und Schlägertypendarsteller) und die anderen Zuchthäusler sind keine Gegner für den vorgeschichtlichen Buhmann. Die Russen spielt er ebenso problemlos gegeneinander aus und Morgana, die als Identifikationsfigur fürs Publikum nicht wirklich erste Wahl ist, beißt sich das eine ums andere Mal die Zähne am antiken Fiesemöpp aus, bevor die Welt wieder in langweiliger Ordnung ist.

 
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Kritik

 
 
Die WISHMASTER-Filme sind in den späten Neunzigern und den frühen Zweitausendern eine Art Rückblick auf die Größe des Horrorkinos, speziell der Klassiker aus den glanzvollen Achtzigern. Damals ist die Industrie noch auf der Jagd nach „frischem Wind“ fürs Genre – die heutige Retro-Besessenheit hingegen undenkbar. Das Rezept ist Eighties pur: Ein klugscheißender Baddie mit Merchandise-Potential zerlegt mehr oder minder fantasievoll und gory eine Galerie von Opfern. Heute ohne Kommentar an eine eingebildete Internet-Horror-Community nicht möglich.
 
 
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Ein definitiv erwähnenswertes Tidbit ist der Regisseur. Jack Sholder, 1945 in Philadelphia geboren, steckt hinter einer Handvoll der interessanteren Horrorfilme der Slasher-Ära. Schon sein Debüt, ZWEI STUNDEN VOR MITTERNACHT, lässt den großen Martin Landau und den zumindest massiven Erland van Lidh (fucking Dynamo aus RUNNING MAN) als Feuerteufel und Kinderficker Amok laufen. Das ist 1982. Sholders beliebtester Film ist 1987 THE HIDDEN – DAS UNSAGBAR BÖSE, einer der knackigsten Horror/Sci-Fi-Hybriden und Killeralien-Klopper überhaupt, den Ihr hoffentlich kennt. Der zweite Freddy-Krueger-Teil ist auch von Sholder und man kann sich nur fragen, was ein fitter Filmemacher wie er aus einem NIGHTMARE-Sequel gemacht hätte, das nicht als homosexueller Autorenfilm aus dem eitlen Anus-Geist Wes Cravens konzipiert war. Vielleicht so etwas wie WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE. Der übrigens kein Anus-Geist ist, also der Flaschengeist. Jack Sholder auch nicht dafür aber gelegentlicher Filmprofessor an der Uni und ansonsten Rentner.
 
 
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Andrew Divoff gibt wieder mit Volldampf den Drecksack aus 1001 Nacht. Bei Horrorfans gilt seine Arbeit in der Reihe als Paraderolle. Ihm, einem vielseitigen Schauspieler, ist der Genrestar-Status nur recht und er spielt den Finsterling in a bottle mit einer überzogenen Verve, die gelegentlich an Vincent Price, aber auch an Robert Englund denken lässt, dessen Horror-Franchise-Erbe der in Südamerika geborene Divoff deutlich antreten soll. Sieht man Hat nicht sollen sein. Schuld hat das von uns schon mehrmals traurig beschriebene Klima der Horrorfilmfeindlichkeit, unter dem die späten Neunziger zu leiden hatten und die auch ein Erfolgsfilm-Sequel wie das heute vorgestellte ins enge und nicht gerade von Production Values strotzende Korsett eines Fernsehfilms zwängen. Ja, das Budget einer Kino-Gesellschaft hätte dem Film wirklich gut getan. Wie man so sagt: Wrong place, wrong time.
 
 
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WISHMASTER 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Leider auffällig niedrig budgetiertes Sequel zum Überraschungs-Slasher-Hit WISHMASTER. Diese fürs Fernsehen gemachte Fortsetzung lebt, steht und fällt von und mit der Performance ihres Hauptdarstellers Andrew Divoff. Wenn man den Film als das Show-Reel eines immer prächtig aufgelegten Stars sieht, der seine Arbeit und seine Fans liebt, macht WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE mehr Spaß, als er unter den bestehenden Umständen eigentlich sollte.
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Zensur

 
 
 
WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE erschien bei seiner Erstveröffentlichung angeschnitten für Erwachsene. Es folgten eine um knapp 4,5 Minuten gekürzte 16er-Fassung und eine um 67 Sekunden zensierte KJ-Version. 2001 wurde die Horror-Fortsetzung auf den Index gesetzt. Im Juni 2018 erfolgte eine vorzeitige Listenstreichung. Die nahm Anbieter NSM RECORDS zum Anlass, um auch das Sequel neu von der FSK prüfen zu lassen. Diese vergab für die umgeschnittene Fassung von WISHMASTER 2 eine FSK16. Demzufolge ist die Fortsetzung zum Kultfilm in der kompletten Filmversion nun auch für jugendliche Zuschauer geeignet.
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 750 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B – auf 750 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Wishmaster 2: Evil Never Dies; USA 1999

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Jack Sholder, Deutscher Trailer, Originaltrailer, Filmografien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit einem Text von Jonas Hoppe

Release-Termin: Mediabook (Cover A-D): 25.08.2017 | BD-KeepCase: 26.03.2021

 

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WISHMASTER 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wishmaster (1997)
 
Leprechaun – Der Killerkobold (1993)
 
Nightmare II – Die Rache (1985)
 

Filmkritik: „Psycho Goreman“ (2020)

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PSYCHO GOREMAN

Story

 
 
 
Was geschieht, wenn Kinder plötzlich über eine uralte, dämonische Macht verfügen, zeigt uns äußerst eindrucksvoll der Funsplatter „Psycho Goreman“.
 
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Kritik

 
 
Es ist immer erfreulich, wenn man endlich wieder eine gute Horrorkomödie vor sich hat, denn davon gibt es echt viel zu wenige. „Psycho Goreman“ klingt zwar eigentlich mehr nach einem echten Gorefest, bietet im Endeffekt aber erstaunlich harmonische Unterhaltung, die sich einen Dreck um politische Korrektheit schert, schön anarchisch und trotzdem irgendwie süß daherkommt. Ein Fest für jeden, der auf kuriose Unterhaltung steht.
 
 
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Die beiden Geschwister Mimi und Luke entdecken beim Spielen einen seltsamen Edelstein und ein ominöses Gerät in einem Erdloch. Ohne zu wissen, womit sie es da zu tun haben, setzen die Geschwister eine äußerst gefährliche außerirdische Kraft frei, die einst von einem anderen Planeten Lichtjahre entfernt verbannt wurde. Für Mimi ist das jedoch kein Grund, um Angst zu haben, denn mit dem Edelstein lässt sich das gruselige, zerstörerische Monster ganz leicht kontrollieren. Wer im Besitz des Edelsteins ist, hat das Sagen und deshalb richtet Mimi gemeinsam mit Luke so einigen Schaden an. Doch auf einem Planeten in weiter Ferne läuten die Alarmsignale und eine weitere Macht ist auf dem Weg, um dem Ungetüm Einhalt zu gebieten. Was für ein schriller Mix! Bei „Psycho Goreman“ fühlt man sich an unglaublich viele Dinge erinnert. An „Wishmaster“, an „Hellraiser“, an „Masters of the Universe“, an „Flash Gordon“, ja sogar irgendwie etwas an „Krieg der Sterne“ und sogar minimal an „Dragon Ball Z“. Dieser Film mischt sich wirklich von allem etwas zusammen und erscheint im Endeffekt trotzdem recht eigenständig. Man hatte herrlich schräge Ideen und formt diese zu einem kindlich-naiven, albernen und völlig sinnbefreiten Quatsch, welcher jedoch absolut Spaß macht. Das Drehbuch hat schon mal das Zeug zum Kult.
 
 
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Dass das so gut funktioniert, liegt vor allen Dingen an der Atmosphäre, die schrulliger einfach nicht hätte sein können. Wenn ein kleines Mädchen das Sagen über eine Bestie hat, dann kommt man sich fast vor wie in einem Werk von Disney. Im nächsten Moment fliegen dann aber die Gedärme herum. „Psycho Goreman“ ist ein Film der Gegensätze und das macht ihn so heiter. Dabei ist der Grundton überraschend soft und sogar ein wenig Coming-of-Age-Drama schafft es in die Handlung. Der übernatürliche Teil wirkt wie eine abgefahrene Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Horror, während ein Großteil der Laufzeit von der Komödie dominiert wird. Hier gilt wie immer: Humor ist Geschmackssache und nicht jeder wird die Gags gut finden. Viele davon sind nämlich wirklich over-the-top und wirken mächtig albern. Trotzdem ist die Trefferquote angenehm und das gesamte Treiben ist dermaßen locker und schräg, dass man sich sehr gut unterhalten fühlt.
 
 
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Mit Steven Kostanski ist sowieso immer wieder zu rechnen. Mit „The Void“ zeigte er seine ernste Seite, aber schon bei Streifen wie „Manborg“, „Father’s Day“ oder der überraschend guten Neuauflage „Leprechauns Returns“ bewies der Mann, dass er amüsanten Horror bestens beherrscht. Die Inszenierung ist kreativ, verspielt und teilweise ziemlich verrückt, nur um in manchen Momenten dann fast wieder kommerziell zu wirken. Hinzu gesellen sich abgefahrene Effekte, die herrlich retro erscheinen, weil sie eben überwiegend von Hand gemacht wurden. Die ganzen Wesen sehen richtig schön kreativ gestaltet aus und auch der Psycho Goreman ist eine Wucht. Die vielen Lichteffekte könnten so direkt aus den 80ern stammen, was hier positiv verstanden werden soll. Außerdem splattert es ab und zu noch schön, wobei die Freigabe ab 16 Jahren hier schon verrät, dass es nicht zu derb wird. Das ist etwas schade, denn mehr wäre definitiv nicht verkehrt gewesen, aber der Blutgehalt geht dennoch in Ordnung und der Soundtrack macht dem Wort „retro“ ebenfalls alle Ehre.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich übrigens nicht beklagen. Es ist immer mutig Kinder in Hauptrollen zu stecken, denn viele Filme scheiterten schon daran. Mit der Figur von Mimi macht es sich „Psycho Goreman“ ebenfalls nicht leicht, denn nicht jeder wird etwas mit dem rotzfrechen Gör anfangen können. Da befindet man sich auf einer schmalen Linie zwischen cool und nervig. Nita-Josee Hanna macht ihre Sache aber ganz ordentlich und Owen Myre agiert angenehm zurückhaltend. Die Rollen der Eltern hätten etwas markanter ausfallen dürfen, gehen jedoch in Ordnung und Matthew Ninaber ist in der Rolle des Psycho Goreman einfach herrlich. Zum Glück verfehlt hier auch die deutsche Synchronisation ihren Zweck nicht. Nebenbei bekommt man sogar eine einigermaßen stimmige Figurenzeichnung geboten, die teilweise bewusst kitschig ist, teilweise aber auch erfreulich stark auf gewisse Klischees verzichtet.
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Psycho Goreman“ besitzt ganz klar seine Schwächen, aber diese können dem Sehgenuss kaum etwas anhaben und man hat es hier mit einem potenziellen Kultfilm zu tun. Die Story ist völlig simpel, aber herrlich kreativ und man hat hier einfach dermaßen viele Zutaten vermischt, dass die Atmosphäre kaum vielseitiger sein könnte. Das geht über Sci-Fi bis hin zu Fantasy und endet in einer albernen Komödie, die manchmal sehr kindlich-naiv wirkt. Mit dem Humor muss man sich arrangieren können, aber das ist einfach Geschmackssache. Auch sollte man auf altmodische Effekte stehen, aber sowieso schreit einfach alles an „Psycho Goreman“ nach retro. Das wurde handwerklich ordentlich gemacht, besitzt einen klasse Unterhaltungswert, gute Darsteller, wunderbare Effekte und ein paar echt gelungene Lacher. Zwar können einem manche Figuren etwas auf den Keks gehen und für mehr Gore wäre man bei dem Titel ebenfalls dankbar gewesen, doch alles in einem ist dieser Film köstlich und dass er mit viel Herz gemacht wurde, bemerkt man ebenfalls. Gerne eine Fortsetzung davon!
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Psycho Goreman“ ist ungeschnitten und überraschenderweise bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Psycho Goreman; Kanada 2020

Genre: Horror, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabooks

Extras: Audiokommentar des Regisseurs, Interview mit Steven Kostanski, Interviews mit Cast & Crew, Deleted Scene, Behind the Scenes, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 22.04.2021 | Mediabook: 25.02.2021

 

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PSYCHO GOREMAN – Trailer

 
 



 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wes Craven’s Wishmaster (1997)
 
Hellraiser – Das Tor zur Hölle (1987)
 
Masters of the Universe (1987)
 
Flash Gordon (1980)
 
Turbo Kid (2015)
 

Filmkritik: „Das Gift des Bösen“ (1963)

Gift des Böse
 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN

(TWICE-TOLD TALES)

Story

 
 
 
Erste Geschichte: DR. HEIDEGGERS EXPERIMENT. Zwar ist der gute Doktor dieses Namens kein Nazi-Philosoph, hat jedoch in einer Krypta seine verstorbene Verlobte auf Kühlung. Dort fließt nämlich ein veritabler Jungbrunnen. Zwei Herren finden die Wirksamkeit der Flüssigkeit heraus, denken aber nicht an die Schattenseiten derselben. Zweitens: RAPPACINIS TOCHTER. Eben diese ist ein gefährliches Mädchen, bei aller äußeren Schönheit. Ihr Vater sperrt sie deshalb weg, was einen verknallten Studenterich freilich nicht von der Balz abhält. Nummer drei: DAS HAUS MIT DEN SIEBEN GIEBELN. Der letzte Hinterbliebene männlichen Geschlechts kehrt zurück in das verfluchte Herrenhaus seiner Jugend. Dort hat die Schwester des Helden das Regiment und schweigt eisern über den angeblichen Familienschatz und die übersinnliche Gefahr, die gleichzeitig lauert.

 
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Kritik

 
 
Dieser Omnibus-Film nach den schaurigen Geschichten Nathaniel Hawthornes knüpft, das dürfte klar sein, an die Sixties-Edgar-Allan-Poe-Adaptionen des Gespanns Roger Corman (Regie/Produktion) und Vincent Price (Amok vor der Kamera) an. Dieser Zyklus von Gothic-Gruselfilmen prägt das US-amerikanische Horrorkino der sechziger Jahre entscheidend und sorgt für die Festigung seines wunderbaren Hauptdarstellers als Gesicht des Genres in der Wahrnehmung des Publikums. Hierbei pendelt die stets am Chargieren vorbeischrammende Spielweise, das fast schon sprichwörtliche Dick-Auftragen des charismatischen Mimen, beeindruckend zwischen bitterernster Bösewichts-Portraitkunst und dem comichaften Überzeichnen seiner Figuren. Vincent Price‘ Spielweise ist nie kopiert oder gar erreicht worden. Den drei Geschichten kommt die exzentrische Versatilität des Kunstsammlers, Hobbykochs und leidenschaftlichen Brokatmantelträgers an der Vorderfront zu Gute. Price spielt vor liebevoll ausstaffierten Kulissen, die direkt aus den Seiten schwerer Bände der Romantik gebeamt sein könnten. Ein Muss für den Fan von Horrorfilmen der alten Schule.
 
 
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Wie sein Zeitgenosse Poe oder der freundschaftlich mit ihm verbundene Herman Melville auch, bedient sich Nathaniel Hawthorne der stilistischen Muster der amerikanischen Romantik, legt sein Augenmerk aber bevorzugt auf die wirklich schlechten Eigenschaften des Menschen. Somit bietet sein Gesamtwerk den einen oder anderen im Horrorkontext verfilmbaren Stoff auf. Sein berühmtestes Buch, DER SCHARLACHROTE BUCHSTABE, beschäftigt sich mit den tödlichen Konsequenzen eifersuchtsgetriebener Entscheidungen. Den zeitgeschichtlichen Rahmen der mehrfach adaptierten Geschichte, die Zeit der Hexenverfolgung in Neu-England, wählt der Romancier sehr bewusst, waren doch seine Vorfahren direkt am Aburteilen der armen Seelen während der entsetzlichen Salem Witch Trials beteiligt.
GIFT DES BÖSEN ist natürlich nicht so komplett ernsthaft finster – mit Vincent Price als Leading Man (wir Verehrer des größten Helden Baltimores wissen das) geht das ja kaum, erfüllt aber trotzdem das Gruselversprechen der Gothic Horror Novel. Die Vorlage für Story drei, DAS HAUS MIT DEN SIEBEN GIEBELN gehört zu Hawthornes bekanntesten Geschichten und ist praktisch seine „Version“ von Poes DER UNTERGANG DES HAUSES USHER oder zumindest dessen Atmosphäre und dem Thema der als Familienfluch vererbten Schlechtigkeiten der Welt.
 
 
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DAS GIFT DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Poe-artiger Anthologienfilm mit einem auf vollem Schaum operierenden Vincent Price. GIFT DES BÖSEN ist ein Pflichtkauf für Horrorfreunde, die sich auch für die Zeit vor Splatter begeistern können. Ohne die Anwesenheit des Stars wäre der Film wohl noch obskurer als so. Heil Vincent Price !
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
Der blutarme Grusler lief im TV ungeschnitten mit einer FSK16. Danach folgten einige DVD-Veröffentlichungen, wobei das Label Ostalgica im Jahr 2011 hierfür extra eine neue Freigabe-Prüfung bewirken konnte. Seitdem ist DAS GIFT DES BÖSEN bereits für Zwölfjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover E auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover F auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Twice-Told Tales; USA 1963

Genre: Horror, Importe, Mystery, Liebesfilme, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.33:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 120 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann und Dr. Rolf Giesen, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 16-seitiges Booklet von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabooks: 30.08.2019 | KeepCase: 26.03.2021

 

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DAS GIFT DES BÖSEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grab der Lygeia (1964)
 
Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)
 
Trilogy of Terror (1975)
 
Dr. Terrors Haus des Schreckens (1965)
 
Asylum (1972)
 

Filmkritik: „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ (2019)

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THE MORTUARY – JEDER TOD HAT EINE GESCHICHTE

(THE MORTUARY COLLECTION)

Story

 
 
 
Als die junge Sam (Caitlin Custer) an den Pforten des örtlichen Bestattungsinstitus klopft und neugierig nach Geschichten fragt, antwortet Montgomery Dark (Clancy Brown) mit abendfüllender Horrorunterhaltung.

 
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Kritik

 
 
Gefühlt die Hälfte aller modernen Horrorfilmreleases, oder zumindest derer, die ich hier bespreche, bestehen aus Anthologien durchwachsener, bis fragwürdiger Qualität. So fällt es den individuellen Produktionen immer schwieriger, in dem Sumpf des Durchschnitts aufzufallen – und das ausgerechnet in einem Horrorsubgenre, dessen starke Einzelbeiträge ohnehin schon Probleme haben herauszustechen, sind sie doch oft selbst zwischen belanglose Füllerepisoden gebettet. Positiv hervorzuhebende Kurzfilme also, die sich in abendfüllenden sowie sehenswerten Beiträgen statt auf Youtube finden, sind selten, werte Leser:innen, und doch schafft „The Mortuary Collection“ (in Deutschland unverständlicherweise in „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ umbenannt, obwohl mehr Deutsche „Collection“ als „Mortuary“ verstehen dürften, aber gut), von Horrorkurzfilmregisseur und Langfilmdebütant Ryan Spindell, es in seinen knapp zwei Stunden direkt mehrfach, genau solche zu liefern.
 
 
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Dass jede der Episoden des Films dabei vom selben Regisseur inszeniert wurde, steht der Produktion zu jedem Moment sehr gut, da alles wie eine homogene Horrormasse, ein genrebewusster Guss wirkt, statt wie der allzu gewohnte, tonal völlig verwirrte Flickenteppich internationaler Beiträge, die durch dünne Überleitungen zusammengehalten werden sollen. Das pompöse, treibende, klassische Spukhaus-Theme im Menü stimmt bestens ein; vor schwarzem Bildschirm fällt dann das Zitat „The world is not made of atoms, it is made of stories“, bevor der Titel des Films auf einem Buch steht, welches auf den Tisch fällt, die Kamera in das Buch fährt und eine, leider eher misslungen zu nennende, ruckelnde CGI-Fahrt startet. Das Zusammenspiel der modernen, malerischen Tracking Shots und Inszenierung im Kontrast zur gemächlichen, in Nostalgie schwelgenden Musik könnte hier bestens funktionieren, hätte man sich nicht für immer wieder die Immersion zerstörende, da kaum überzeugende Computeranimationen entschieden.
 
 
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Nach diesen ersten drei Minuten Opening Credits wird uns galant inszeniert, clever und nicht ohne Schrecken der von Schauspiellegende Clancy Brown gespielte Bestatter und Erzähler Montgomery Dark vorgestellt, ein älterer Hüne mit ausdrucksstarker Stimme, die zusammen mit seiner erhabenen Gestik und Mimik gar ein wenig an Christopher Lee erinnert. Leicht slapstickhafter Humor, der sich aber in würdevollen Grenzen hält und eher schwarzhumorig-lakonisch anmutet, kommt in diesen vorstellenden Minuten auch nicht zu kurz. Die alte Villa mit den prachtvoll verzierenden Glasmalereien, der ausufernden Bibliothek, den zahlreichen prunkvollen Gemälden und der höchst atmosphärischen, spärlichen Beleuchtung weiß von der ersten Minute an zu begeistern und verzaubern, wird sie uns doch liebevoll und mit angenehmen Pacing nähergebracht, ohne dass je der Fokus des Films verloren geht.
 

„Have you any experience in the mortuary arts?“

 
Und dieser liegt, man ahnt es kaum, auf den kurzen Geschichten von Montgomery, vier an der Zahl. Nachdem die sympathische junge Sam, gespielt von Seriendarstellerin Caitlin Custer, nämlich bei Monty aufkreuzt, um sich für einen Job zu melden, fragt sie ihn äußerst neugierig nach den zahlreichen morbiden Anekdoten und Todesfällen, die sich hinter den Leichen seiner täglichen Arbeit verstecken– und so beginnt nach äußerst gekonnt einstimmenden elf Minuten Laufzeit also die erste Geschichte.
 
 
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Und diese versteht sich dabei viel mehr als Appetizer, denn als vollwertige Story – wichtiger als die relativ belanglosen, wenn auch technisch recht ansprechenden fünf Minuten Cosmic Horror light mit sehr vorhersehbarem Verlauf und Augenzwinkern am Ende (5/10), ist hier nämlich Sams Reaktion auf die Geschichte, da sie diese selbst sofort abwertet und sich etwas mit „mehr Substanz“ erhofft; genau wie auch der Zuschauer. Nun macht es den Genuss der fünf Minuten selbst natürlich nicht besser, sehr wohl aber zeigt der Film hier bereits, wie er sich seines Genres und dessen Problemen voll und ganz bewusst ist und gelobt, die üblichen Anthologiekrankheiten zu vermeiden – ob dieses Vorhaben glückt?
 
 
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Der Dialog zwischen Monty und Sam treibt in wenigen Minuten erneut die Story voran und spricht ein zu oft genutztes Klischee direkt an, weiter geht es mit sexistischen, modelhaften Ultra-Chad- Studenten, die auf dem Campus Kondome verteilen und sich wie überdrehte, anstrengende Idioten verhalten. Jake, besagter durchtrainierter Protagonist, macht das hornbrillentragende, aber nicht unattraktive Mauerblümchen Sandra an,welche bissig und unerwartet hart flirtet. Eine letzte, charakterbildende Szene vor „dem Vorfall“ offenbart die männlichen Nebendarsteller dann leider erneut als etwas schwächer; gibt dem Protagonisten über sein stereotypes, unsympathisches Abziehbild hinaus aberetwas Charakter und Selbstreflektion, dann geht es auch schon auf eine Party und, nach etwas Foreshadowing wie etwa vermissen Highschooljungs, mit Sandra zusammen ins Bett…
 
 
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Was folgt, ist ein breites Grinsen für alle Genrefans die es satt sind, halbgare „Sex und Blut haha“ Kurzfilme oder unausgereifte „One Night Stand + was Schlimmes passiert“-Prämissen in ihren Horrorfilmen zu finden, denn diese moralische cautionary tale ist ein rund 25-minütiger Bodyhorrortrip, der ein sehr reales Problem auf garstige, schwarzhumorig-feministische Weise thematisiert und dabei vor nichts zurückschreckt. Es gibt eine quälend unlogische bzw. tonal nicht passende Szene und ja, der Einstieg kann auch ein wenig auf den Zeiger gehen – doch alles andere an dieser Episode ist Gold, ein großer Spaß. „THAT was a story!“ ruft Sam begeistert, und ich gehe glatt mit – was für eine wilde, konsequente Episode doch.(8[-]/10)
 
 
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Eine Dreiviertelstunde ist vergangen und die überzeugend getrickste Leiche einer jungen Frau birgt die nächste Geschichte, „Till Death do us part“. Ein wenig erschreckender Hochzeits- Alptraum als Einleitung; danach verbringen wir Zeit mit Wendell Owen, der sich tagtäglich um seine bettlägerige, schwerkranke Frau kümmert und daran zugrunde geht. Ein befreundeter Arzt macht ihm einen unmoralischen Vorschlag, doch auch dieser geht schief – fortan sorgen verzweifelte Maßnahmen für grausige Folgen.
 
 
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Die dritte Episode im Bunde macht es dem genreaffinen Zuschauer nicht leicht, denn auch wenn die Technik erneut überzeugt und das Schauspiel in Ordnung geht, so hat man viele Szenen oder Konflikte bereits so oder so ähnlich gesehen; das Finale der ganzen Chose zudem bereits im Trailer. Zwar gibt es einen wirklich bösen und blutigen Tod sowie ansprechende Effektarbeit in den künstlerischen letzten Minuten der Erzählung, doch weder die Kreativität, noch Konsequenz, noch der schwarze Humor sind hier so präsent wie im letzten Beitrag, oder der Rahmenhandlung. Mit der Kürze des Einstiegs vermutlich eine Wohltat, auf 20+ Minuten gestreckt aber recht ermüdend und schade um die Technik. (6/10)
 
 
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Aber eins muss man dem Film auch zu diesem Zeitpunkt noch lassen – er hat Mut zur Selbstkritik und weiß um die Subjektitivät des Zuschauers. „I kinda hated that story“ kommentiert Sam und entmantelt gekonnt den Kern dieser ganzen pseudoerzieherischen Lehrgeschichten, bevor sie den ersten Twist des gewitzten Scripts – und somit auch selber eine Geschichte – liefert. „The Babysitter Murders“ ist ein 2015 von Ryan Spindell unabhängig von diesem Projekt hier entstandener Meta-Slasher-Kurzfilm mit 80s-Flair und professioneller Inszenierung, statt DTVStyle mit Brüsten und Ketchupblut. Die ersten Minuten können dabei gekonnt in die Irre führen, da hier ein billiger 80s-Slasher als Film im Film (in der Erzählung in der Rahmenhandlung des eigentlichen Films) läuft, doch schnell blitzt das fast schon arrogant wirkende Selbstbewusstsein auf, mit dem hier ganz klar zwischen dieser Produktion und dem sonstigen Retrotrash differenziert wird und schürt auf bewundernswert rotzige Weise Erwartungen. Leisten kann sich dieser Zwanzigminüter das auf jeden Fall, da Spindell hier mit gerade einmal $60,000 einen überraschend actionreichen, spannenden und clever geschriebenen Home Invasion-Horror in die Welt gesetzt hat, der den Genrelook der Zeit gekonnt widerspiegelt, ohne sich auf der reinen Ästhetik auszuruhen und zudem eine der besten Parallelmontagen bietet, die ich in letzter Zeit so gesehen habe. Ein überinszenierter, zu moderner Kampf mit Zeitraffer und -lupe sowie blinkenden Lichtern fällt zwar etwas negativ auf, das Zusammenlaufen der verschiedenen Episoden, Plotlines und Theorien im bitterbösen Finale und Ende aber, entschädigt locker dafür. Ein weiterer Kracher, ausgewogener und gelungener als die Studentenepisode gar. (8[+]/10)
 
 
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Und somit leitet dieser sehr gut verdichtete Film auch direkt aus der finalen Episode zurück ins Finale vom Hier und Jetzt, denn das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen – und in der Tat, auch wenn ich den erneuten CGI-Overkill sowie das Design an sich nicht allzu sehr begrüßen kann, so wissen die stilvolle Inszenierung der Ruhe danach, die Geschichte an sich, sowie die erneute Bösartigkeit zum breiten Grinsen animieren.
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein gut abgerundeter, postmoderner und doch wohlig-altmodisch-atmosphärischer Episodengrusel/-horror, der zu überraschen und unterhalten weiß und der nicht unter dem Gewicht seiner Länge, oder der Inkonsistenz seiner Einzelbeiträge zu Grunde geht. Endlich mal wieder! Genau zwischen der 7 und 8, für Letztere fehlt nur der letzte Hauch Eigenständigkeit: 7/10.
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Fans gruseliger Horrorstreifen können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Capelight Pictures (4K UHD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Mortuary Collection; USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 111 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: 14 spannende Hinter-den-Kulissen-Featurettes (ca. 112 Min.), Entfallene Szenen, Audiokommentar von Regisseur Ryan Spindell, Kinotrailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf 4K UHD, 24-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook + BD-KeepCase: 26.02.2021

 

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The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte [Blu-ray + 4K UHD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE MORTUARY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Creepshow (1982)
 
Trick ’r Treat (2007)
 
Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)
 

Filmkritik: „Zombie – Dawn of the Dead“ (1978)

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ZOMBIE – DAWN OF THE DEAD

(DAWN OF THE DEAD)

Story

 
 
 
Der wahrscheinlich einflussreichste und kultigste Zombie-Film aller Zeiten führt vier Protagonisten in ein Kaufhaus, in welchem sie sich gegen die drohende Apokalypse verteidigen müssen.

 
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Kritik

 
 
Wohl niemand hat den Zombiefilm dermaßen geprägt, wie George A. Romero. Zwar wurden Zombies auch schon weit vor 1968 thematisiert, doch Romero verpackte bissige Gesellschaftskritik mit in den Horror und so wurde schon sein Erstling „Night of the Living Dead“ zu einem Kultstreifen, der bis heute nichts von seiner Atmosphäre eingebüßt hat. Es sollte ca. zehn Jahre dauern, bis Romero seinen Ruf als Meister der Zombies ausbaute. 1978 war es soweit und „Dawn of the Dead“ (in Deutschland schlicht mit „Zombie“ oder auch „Zombies im Kaufhaus“ betitelt) erblickte das Licht der Kinoleinwände. Dieses Mal in Farbe und mit deutlich mehr Aufwand. Romero hat hier schlichtweg DEN Klassiker des Zombiefilms gedreht und er löste damit eine regelrechte Welle von ähnlichen Werken (oftmals aus Italien) aus, die sich bis Mitte/Ende der 80er Jahre erfolgreich hielt. Es gibt an diesem Film eigentlich nichts auszusetzen, denn selbst kleinere Fehler können diesem Meisterwerk nichts anhaben.
 
 

 
 
In „Night of the Living Dead“ wurde das Übel mit den Zombies eingeleitet. Seitdem ist einige Zeit vergangen und „Dawn of the Dead“ steigt mitten in ein apokalyptisches Szenario ein. Stephen arbeitet als Verkehrsberichtserstatter und bekommt deshalb die Gelegenheit mit einem Hubschrauber abzuhauen. Seine Freundin Francine kommt mit, ebenso wie die beiden SWAT-Beamten Peter und Roger. Das gesamte Land wird von Zombies überfallen und die Vier suchen nach einem sicheren Ort. Sie finden ein ganzes Einkaufszentrum, in welchem es Verpflegung im Überfluss gibt. Nachdem man ein paar Zombies aus dem Weg geräumt hat, scheint es hier sicher zu sein, doch der Schein trügt.
 
 
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Romero verstand es wunderbar seine Horrorfilme mit reichlich Gesellschaftskritik zu füllen und es ist ihm wohl niemals mehr so genial gelungen, wie in „Dawn of the Dead“. Die Idee mit dem Einkaufszentrum ist einfach perfekt und lässt so viele Deutungen zu, dass es zwangsläufig anspruchsvoll wird. Wenn die Zombies nach ihrem Tod zu dem Ort zurückkehren, der ihnen wohl trotzdem in Erinnerung geblieben ist, wenn selbst die vier Protagonisten dem Kapitalismus frönen, dann besitzt das ein Niveau, welches man im Horrorfilm sonst eher vergeblich sucht. Das Drehbuch an sich ist natürlich ziemlich simpel, doch 1978 war das noch erlaubt, denn hier war der Zombiefilm noch längst nicht so ausgelutscht, wie heutzutage. Es sind die Ideen, die auch über 40 Jahre später noch faszinieren und deshalb gibt es an der Handlung absolut nichts auszusetzen.
 
 
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Ein weiterer Punkt, der „Dawn of the Dead“ so stark macht, ist selbstverständlich sein Splatter-Gehalt. Gleich am Anfang geht es schon mächtig zur Sache und im Finale fliegen die Gedärme regelrecht durch die Gegend. Mit Tom Savini (der auch eine kleine Rolle übernahm) hatte Romero einen der besten, wenn nicht den besten Effekte-Künstler zur Verfügung und der konnte sich hier so richtig austoben. Bei den Zombies muss man kleinere Abstriche machen, denn die sind manchmal einfach nur etwas angemalt. Allerdings muss man auch beachten, dass „Dawn of the Dead“ keineswegs eine Big-Budget-Produktion war. Dafür kann sich die handwerkliche Arbeit umso mehr sehen lassen und der handgemachte Splatter kann auch heute noch ein Strahlen ins Gesicht jedes Gorehounds zaubern.
 
 
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Einen Überblick über die verschiedenen Fassungen zu bewahren, ist nicht so leicht, denn es existieren zig Schnittversionen von „Dawn of the Dead“. In Deutschland wurde er damals natürlich beschlagnahmt (was mittlerweile zum Glück rückgängig gemacht wurde) und so gab es viele gekürzte Fassungen. Zusätzlich exisitiert die Long-Version, ein Romero- und ein Argento-Cut. In der längsten Fassung läuft der Film fast zweieinhalb Stunden, doch in Deutschland ist die gängigste Version wohl die zweistündige. Diese reicht auch aus, denn nicht jede kleine Handlungserweiterung ist notwendig.
 
 
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Neben allen bisherigen Glorifizierungen, muss man den saustarken Unterhaltungwert ebenfalls loben. Dieser kommt am ehesten zustande, weil der Aufbau so genial geraten ist. Ohne eine richtige Einleitung geht es sofort zur Sache und schon in der ersten Viertelstunde kommt es zu genügend Action. Im mittleren Teil wird es dann etwas ruhiger und hier kommt sogar eine richtige Feel-Good-Stimmung auf. Wenn die vier Protagonisten es sich im Einkaufszentrum gut gehen lassen, kann man das als Zuschauer bestens nachvollziehen und ist fast schon neidisch auf diese Situation. „Dawn of the Dead“ ist nicht einfach nur eine brutale Schlachtplatte geworden, er macht zeitweise auch einfach sehr viel Spaß und ist unerwartet locker. Natürlich ist die Gefahr keineswegs vorüber und so bahnt sich ein Finale an, welches wirklich alle Register zieht. Hier gibt es nochmals reichlich Splatter zu sehen und es kommt eine gute Portion Spannung auf. Egal ob nun 120 oder 140 Minuten – Der Unterhaltungswert ist perfekt. Keine Sekunde scheint überflüssig und dass einem der Film trotz seiner Kurzweiligkeit manchmal etwas lang vorkommt, sorgt nur für ein noch epischeres Gefühl.
 
 
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Bei den Darstellern braucht man nicht unbedingt nach Perfektion zu suchen, wobei trotzdem jeder sehr ordentlich spielt. Besonders David Emge besitzt ein paar Momente, die etwas holprig wirken, doch das stört niemals. Ken Foree sieht man sehr gerne zu und sein Mitwirken erbrachte ihm in Horrorkreisen hinterher einen gewissen Kultstatus. Auch Scott H. Reiniger besitzt eine ordentliche Ausstrahlung und Gaylen Ross macht das Quartett souverän voll. Alle anderen Darsteller besitzen nur kleinere Rollen und stehen nicht im Mittelpunkt, doch auch hier wurde viel Aufwand betrieben und man hat sehr große Massen an Statisten etc. versammelt. Dass „Dawn of the Dead“ überhaupt Spannung erzeugen kann, liegt selbstverständlich auch an einer gelungenen Figurenzeichnung. Die vier Hauptcharaktere sind nicht perfekt, besitzen ihre Ecken und Kanten, verhalten sich manchmal auch ein wenig dämlich, doch sie funktionieren als Menschen, sind sympathisch genug und man kann mit ihnen mitfiebern. Hier wurde nahezu alles richtig gemacht.
 
 
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Einen kleinen Extra-Absatz verdient zum Schluss noch der tolle Soundtrack der italienischen Progressive-Rock-Band Goblin, die schon so manch einen Film mit ihrer Musik verfeinert hat. Es ist also kein Wunder, dass oftmals auf den Soundtrack zurückgegriffen wird und die Musik oft zu hören ist. Die Melodien prägen sich sofort ein, wurden sogar für andere Zombiefilme später erneut verwendet und alleine wenn man diese Musik hört, ist das Feeling vom Film sofort wieder da. Und wenn dann noch das offene Ende folgt, kann man noch heute eine Gänsehaut bekommen.
 
 
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DAWN OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
So stark, wie bei „Dawn of the Dead“ war George A. Romero nie wieder. Zwar war auch „Night of the Living Dead“ sehr gut und die beiden Nachfolger „Day of the Dead“ und „Land of the Dead“ („Diary of the Dead“ und „Survival of the Dead“ werden hier bewusst verschwiegen) konnten ein tolles Niveau halten, aber hiermit hat Romero wirklich sein Meisterwerk erschaffen. Es fängt schon bei der genialen Handlung an, die beweist, dass man mit simplen Ideen ein perfektes Drehbuch schreiben kann. Weiter geht es mit einer tollen Inszenierung und einer handwerklich hervorragenden Arbeit, der man es überhaupt nicht anmerkt, dass das Budget nicht so groß war. Dann wären da natürlich die zahlreichen Effekte, die reichlich Splatter bieten, welcher auch heute noch toll aussieht. Dass der Film kleinere Macken, keine perfekten Darsteller und auch ein paar etwas dümmliche Verhaltensweisen der Figuren besitzt, macht ihn eigentlich nur noch sympathischer. Der Unterhaltunswert könnte höher nicht sein und der fabelhafte Soundtrack rundet das Ganze ideal ab. „Dawn of the Dead“ ist auch über 40 Jahre später noch ein actionreicher, spannender, aber auch amüsanter, lockerer und vor allen Dingen echt brutaler Zombiefilm, der seinen Kultstatus zurecht erlangt hat, eine unschlagbare Atmosphäre besitzt und wohl den besten Zombiefilm aller Zeiten darstellt!
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
„Zombie – Dawn of the Dead“ hatte in Deutschland eine bewegte Zensurvergangenheit. Der Film lief damals in einer leicht gekürzten Fassung in den deutschen Kinos, die auf dem Argento Cut beruhte. Letzterer wurde in allen europäischen Ländern veröffentlicht, während der sogenannte Romero Cut in englischsprachigen Ländern sowie Nord- und Südamerika herausgebracht wurde. Beide Fassung unterscheiden sich in Musik und Alternativszenen. Die erste deutsche VHS von Marketing Film war um fast 13 Minuten geschnitten und wurde 1983 indiziert. Es folgte eine Neuauflage von VPS, die zwar mehr Handlung enthielt aber in sämtlichen Gewaltszenen zensiert wurde. 1991 wurde die erste VHS von Marketing Film beschlagnahmt. Es folgten diverse Indizierungen und Beschlagnahmungen aller erdenklicher Fassungen und Veröffentlichungen, die in Deutschland und im Ausland herausgebracht wurden. Erst das Label Astro veröffentlichte „Zombie – Dawn of the Dead“ zum ersten mal im ungekürzten Argento Cut auf Laser Disk und VHS. Das Label Laser Paradise zog nach und brachte selbigen auf DVD heraus. Während der Klassiker in den letzten Jahren mehrfach ungeschnitten im deutschsprachigen Ausland auf DVD und Blu-ray ungeprüft veröffentlicht wurde, passierte im Januar 2019 in Deutschland ein Wunder. Dort wurde die Beschlagnahme von „Zombie – Dawn of the Dead“ nach 28 Jahren aufgehoben. Es folgte Index- und Listenstreichungen diverser Fassungen. Ende Mai 2019 wurde der Argento Cut neu von der FSK geprüft und mit „Keine Jugendfreigabe“ bewertet. Demzufolge dürfen die „Zombies im kaufhaus“ nun auch zum ersten mal auch dort ungeschnitten verkauft werden. Das nahm das Label Koch Film zum Anlass, um „Zombie“ erstmalig auf Blu-ray zu releasen. Hierzu hat der Käufer die Qual der Wahl zwischen vielen tollen Veröffentlichungen mit massig an Bonusmaterial!
 
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Films (1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 3 Blu-rays in der Retro-Edition – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 3 Blu-rays in der Retro-Edition – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 6 Blu-rays + 1 CD in der Limited Special Edition)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dawn of the Dead; Italien | USA 1978

Genre: Thriller, Horror, Drama, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 119 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover, Mediabook, VHS-Verpackung, Sammlerbox

Extra – KeepCase: Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots

Extras – Mediabook: Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots 18-seitiges Booklet mit einem Text von Peter Osteried, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts

Extras – VHS Retro Edition:Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts, Jörg Buttgereit und Kai Nowak über „Zombie“ in Deutschland, Biennale 2016 Pressekonferenz, Biennale 2016 Einführung, Deutscher TV-Beitrag über die Dreharbeiten, Home Videos mit Kommentar von Robert Langer, Home Videos mit Kommentar von Ralph Langer, Monroville Mall Tour, Super-8-Fassung

Extras – Special Limited Edition: Edler Schuber mit Titel in Heißfolienprägung und Spotlackierung, 28-seitiges Booklet in DINA4, Nachdruck des Deutschen Pressehefts in DINA4, 2 einseitig bedruckte Filmplakate (89×59 cm), 6 hochglanz Art-Cards (32×32 cm), Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts, Vollbild Argento-Fassung in HD, US-Kinofassung in HD (Romero Cut), Extended Cannes-Fassung in HD, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, Jörg Buttgereit und Kai Nowak über „Zombie“ in Deutschland, Biennale 2016 Pressekonferenz, Biennale 2016 Einführung, Deutscher TV-Beitrag über die Dreharbeiten, Home Videos mit Kommentar von Robert Langer, Home Videos mit Kommentar von Ralph Langer, Monroville Mall Tour, Super-8-Fassung, Soundtrack-CD

Release-Termin: KeepCase | Mediabooks | Retro-VHS-Edition | Limitied Special Edition: 17.12.2020

 

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Zombie – Dawn of the Dead [1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DAWN OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der lebenden Toten (1968)
 
Zombie 2 – Day of the Dead (1985)
 
Land of the Dead (2005)
 
Diary of the Dead (2007)
 
Survival of the Dead (2009)
 

Filmkritik: „Abrakadabra“ (2018)

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ABRAKADABRA

Story

 
 
 
30 Jahre nachdem sein Vater bei einem tragischen Bühnenunfall verstorben ist, hat Lorenzo Mancini selber eine Karriere als Magier. Doch neben dem Alkoholismus und der überfälligen Miete muss er sich jetzt auch noch mit einem blutrünstigen Mörder rumschlagen, der seine Opfer auf Mancinis Bühne drapiert….

 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Kritik

 
 
Die Gebrüder Onetti dürften Genrefans nach den letzten Jahren bereits bekannt sein, zeichnet sich Luciano Onetti doch mitverantwortlich für die Regie, und eigenverantwortlich für die Score zu den bisherigen Neo-Gialli „Sonno Profondo“ und „Francesca“ sowie dem grimmigen Slasher „What the Waters left Behind“, während Nicolás Onetti sich hauptsächlich als (Mit-)Produzent bei Werken wie „Asylum“, – dessen Job als Creative Director er auch belegte – „Aquaslash“ oder gar „Trauma“ betätigt hat, aber neben den eigenen Filmen z.B. auch als Segment Director bei „A Night of Horror: Nightmare Radio“ vertreten war.
 
 
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Einige Jahre an Übung zur Perfektionierung der hauseigenen Low- bis No-Budget-Giallohommage also, und die Zeit hat sich gelohnt: Der mittlerweile dritte Langfilmanlauf setzt voll und ganz auf die audiovisuellen Stärken des Genres und versteht sich zugleich als Hommage, Stilübung und augenzwinkernde Parodie des – in erster Linie – Argentoschen Giallo, dezimiert jeden Anflug von Langeweile oder Aufgeblähtheit mit einer Kürze von gerade einmal 69 Minuten (mit Abspann!) und dürfte jedem Genrefan munden, der die abstrusen Geschichten, endlosen Twists und unbedarft chargierenden Charaktere der alten Filme ebenso genießen konnte, wie die oppulente Optik.
 
 
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Nach einem sehr stumpf brutalen Labelintro mit peinlichem 2000er-CGI, eben jenem Label, das bei der Laufzeitangabe auf dem Backcover stolze 24 Minuten dazu gedichtet hat, nehme ich an, beginnt „Abrakadabra“ mit einem Flashback ins Turin der 50er Jahre, direkt fällt auf wie die kräftig übersättigten Technicolor-Farben die roten Vorhänge nahezu glühen lassen, wie die Font 1:1 aus den Argentofilmen geliehen wurde, wie im Intro eine Femina Ridens-Anspielung zu finden ist, wie eine in Zeitlupe zerberstende Glasscheibe zusammen mit progressiven, verzerrten Gitarrensounds und einem auf der Bühen gehaltenem Vortrag über das Übernatürliche ganz eindeutig „Profondo Rosso“ sowie „Vier Fliegen auf grauem Samt“ Tribut zollen.
 
 
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30 Jahre später, so informiert uns die altmodische Texttafel, wird zu großartigen Panflöten und Chören eine Lustfahrt auf dem Mofa durch den Turiner Sommer gefeiert und von den Kostümen bis hin zum Framing der Einstellungen, Pacing der einzelnen Szenen für sich als auch in der Montage oder den Dialogen fühlt man sich in Rekordzeit in das Jahrzehnt, die Stadt, das Genre hineinversetzt. Als dann das erste Opfer vor dem Auftritt unserers Zauberers Lorenzo Mancini sowie auf dessen Bühne sein Schicksal erleiden darf, tobt sich der Film dermaßen aus was Stilmittel und Argento-Rhetorik angeht, – Nahaufnahmen panischer Augen, Puppen, Reißzooms, mörderische Kunst, artifizierte Tötungen, ermordete Künstler, Bühne als entkoppelter Raum, schnelle Schnittmontagen – dass erstmalig die Idee einer Parodie aufkommt. Auf dem Rückweg vom Theater wird Lorenzo nun fotografiert, was in schwarzweißen Freeze Frames festgehalten wird, erneut ganz wie beim italienischen Meister. Das Radio spricht derweil gelangweilt von einem weiteren Verbrechen im Theater, ich grinse und stelle schockiert fest, dass wir uns erst sieben Minuten im Film befinden.
 
 
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Lorenzo Mancini, der dauerhaft saufende, Schulden habende Magier, ist der Sohn des im Intro verstorbenen Dante des Großen und wird nun des Mordes verdächtigt, dazu findet er nach seiner überraschend zahm inszenierten Zaubershow einen mysteriösen Brief in der Post. Die folgenden Szenen könnte man nun wahlweise konfus, sinnlos oder langsam nennen, ist man rein auf der Suche nach Slasher-Action oder Dialogen, die die Story vorantreiben, doch schon in den Originalfilmen ist szenenweise „nichts“ passiert und auch hier IST der Stil die Substanz. Bei besagter Bühnenshow wird aus Versehen für eine halbe Sekunde der nächste Track angespielt, beim rauchigen Pokerspiel werden drei Augenpaare gleichzeitig eingeblendet, wird nach einer Duschszene herumstolziert, dann natürlich im roten Handtuch und steht irgendwo eine dekorative Flasche rum, ist es selbstverständlich J&B.
 
 
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Wem dieser letzte Block zu zäh war, der dürfte durch das stimmungsvolle, farbenfrohe Licht und die einfallsreichen Winkel hoffentlich trotzdem noch am Ball bleiben, denn nun imitiert Onetti eine astreine Goblin-Score, die mit Hexenchören, Hammond-Orgel, Synthesizern und catchiger Bassgitarre in die Vollen geht, bevor als Nächstes die obligatorische 70s-Barszene mit Progressive Rock und anschließender Schmuseszene von der Genrefilmliste abgehakt wird. Weder die Duschszene, noch diese trippige Einlage mit Mehrfachbelichtung sind dabei je ausgewalzt oder exploitativ, da hier offensichtlich eher dem stilvollen, langsamen und sich auf Charaktere, ihre Umgebungen, und Ermittlungen konzentrierendem Giallo gehuldigt wird, denn den sleazigeren Machwerken der Marke Bianchi.
 
 
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Eine unfassbar stilvolle, mehrfach verspiegelte Präsentation der nächsten Leiche weiß zu beeindrucken, auch wenn die Schauspielerin natürlich noch atmet, etwas Recherche im Zeitungsarchiv, die nächste archetypische Genrestation, offenbart die ersten Hintergrundinformationen. Was von nun an geschieht, ist herrlich angedeutet und doch im Detail unvorhersehbar, leicht verworren präsentiert, blutig, nach gerade einmal 65 Minuten wieder vorbei und bis dahin jede Sekunde wert – denn ich möchte nicht spoilern, doch die Story versteht es trotz der wenigen Charaktere bestens, Giallo-Formulare zu adaptieren, zu überraschen und zu unterhalten. Okkultes, rituelles Zischen wechselt sich mit einem waschechten 80s-Beat ab, gotischer Horror mit neumodischer Parodie, Fulci-Puppen mit expliziten Tenebrae-Zitaten. Hier fühl ich mich wohl.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein bildhübscher, witziger, charmanter, atmosphärischer und größtenteils kurzweiliger Neo-Giallo mit guten bis „stimmigen“ Darstellern und einem unverwechselbarem Gespür für die Zeit und das Genre. Ein Fantraum im richtigen Bildformat, mit der richtigen Font, den richtigen Farben, Kostümen, Charakteren, Dialogen, Settings, Twists, Kills, Morden usw., ein kurzer Happen verspielter Nostalgie.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Abrakadabra“ ist ungeschnitten und ungeprüft. Da bisher noch keine FSK-Prüfung erfolgte, ist die Veröffentlichung automatisch erst für Erwachsene geeignet. Sollte eine FSK-Prüfung erfolgen, kann man von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Deutsche Blu-ray

 
 
 

(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray Hardbox Cover A auf 66 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray Hardbox Cover B auf 66 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Quer-Mediabook auf 99 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 666 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abrakadabra; Argentinien | Mexiko | Neuseeland 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0, Italienisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 70 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Behind The Scenes „Abrakadabra Raw“ (11:25 Min.), Bildergalerie (2:15 Min.), Trailer (1:51 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, Soundtrack, 24-seitiges Booklet von Leonhard Elias Lemke

Release-Termin: Mediabooks: 04.01.2021 | Hardbox: 15.12.2020

 

Abrakadabra [Blu-ray + DVD im Quer-Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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ABRAKADABRA – Trailer

 
 



 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
The Editor (2014)
 
Amer (2009)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Symphony in Blood Red (2009)
 
Masks (2012)
 
Tulpa (2012)
 

Filmkritik: „Bloodline“ (2018)

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BLOODLINE

Story

 
 
 

Der Vertrauenslehrer einer High School nimmt private Probleme zum Anlass, um seine Wut an all jenen auszulassen, die den Schülern in seinen Sitzungen Böses wollen.

 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Kritik

 
 
 
RYAN REYNOLDS hat es in THE VOICES getan, ELIJAH WOOD konnte es im Remake zu MANIAC nicht lassen und auch ZAC EFRON hat in EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE versucht, das ihm auferzwungene Image des smarten Hollywood-Schönlings abzuschütteln. In allen erwähnten Filmen haben genannte Schauspieler die Rollen getauscht und sich von anderen Seiten gezeigt. Statt sympathische Chaoten zu verkörpern, mutierten sie zu Serienmördern, die nur eines im Sinn hatten: kaltblütig zu morden. Genau Gleiches hat jetzt auch SEANN WILLIAM SCOTT vor. Der avancierte über Nacht als Partyschmeißer Steve Stifler in der erfolgreichen Teeniekomödie AMERICAN PIE zum Publikumsliebling und wurde diese Rolle nicht mehr los. Alle zukünftigen Filmauftritte schlugen in ähnliche Kerbe. Etwas, das der Schauspieler jetzt mit BLOODLINE ändern möchte.
 
 
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Darin spielt er den kühlen Ehegatten Evan, der sich sein Brot als Vertrauenslehrer an einer High School verdient. Doch der Alltagstrott wird durch gute Nachrichten unterbrochen. Zusammen mit Frau Lauren erwartet er ein Kind. Großes Glück, das bald einschlägige Veränderungen mit sich bringt. Die frischengebackenden Eltern sind nämlich mit ihrer Rolle überfordert. Der Säugling schreit und will kein Gramm zunehmen. Eine Belastung, die vor allem Evan zu einer besonderen Art des Stressabbaus zwingt. Er greift zum Messer und ermordet kurzum die Erziehungsberechtigten jener Schüler, die ihre Kinder missbrauchen und körperlich züchtigen. Leider ist Wut allein keine Rechtfertigung für Mord. Eine Tatsache, die auch unser Antiheld einsehen muss. Bald werden nämlich die Leichen seiner Opfer gefunden und die Gesetzeshüter kommen dem Familienvater auf die Schliche.
 
 
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Gutaussehender Publikumsliebling in böser Rolle, die SEANN WILLIAM SCOTT ganz gut steht. Für das für Horrorfilme bekannte Horrorstudio BLUMHOUSE PRODUCTIONS macht er mal keine Späße und bleibt bierernst. Damit wandelt auch die Schockerschmiede auf neuen Pfaden. Anders als die bisherigen von JASON BLUM produzierten Streifen ist BLOODLINE erstaunlich erwachsen und fokussiert kein junges Publikum. Zwar bleiben die Bilder glattgebügelt. Dafür sind die Figuren diesmal nicht so schönoperiert wie in den meisten Genre-Werken der amerikanischen Horrorfilmschmiede. Doch damit nicht genug. BLOODLINE ist der erste von JASON BLUM produzierte Streifen, der auch in puncto Gewalt neue Kapitel aufschlägt. Was sich die Spezialeffekte-Macher hier haben einfallen lassen, ist schon hart anzusehen. Zu sehen gibt es krude Mordsequenzen, die lang zelebriert werden. Offenbar zu hart für die hiesige FSK. Laut Labelinformationen wollte die Prüfbehörde anfänglich keine Freigabe erteilen. Bei so detailreichen Ansichten aufgeschlitzter Kehlen kein Wunder. Zartbesaitete Zuschauer werden an dieser Stelle gewarnt, denn BLOODLINE geht mit seinen Opfern nicht zimperlich ins Gericht.
 
 
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Dennoch sollte erwähnt werden, dass das hier vorliegende Psychogramm eines Serienmörders mit Mühe und Not am Ende doch ungeschoren das Prüfgremium passieren konnte. Leider scheint die Bezeichnung „Psychogramm“ etwas weit hergeholt. Die Erklärungen für das Morden wurden aus der Horror-Klischee-Kiste hervorgekramt und sind Bodensatz. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Psyche unseres Antihelden findet kaum Beachtung. Stattdessen wird die Ursachenforschung im Eiltempo abgehakt, damit dem blutigen Treiben mehr Zeit eingeräumt werden kann. Mal wieder ist die Mutter an allem schuld. Killer Evan musste in Kindertagen mit ansehen, wie der boshafte Stiefvater Aggressionen an der Mutter ausgelassen hat. Die Folge: ein Ödipussreflex. Klingt hanebüchen – ist es auch. Aber von Horrorfilmen erwartet man keine intellektuelle Unterhaltung.
 
 
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Fakt ist, dass BLOODLINE trotz oberflächlicher Erklärungen ein ganz passabler Thriller ist, der einen Vertrauenslehrer zum ultimativen Rächer gepeinigter Schüler umfunktioniert und dabei überraschend spannend bleibt. Der Zuschauer wird begleitend vom aggressiven Score von Mord zu Mord getrieben. Die Stimmung bleibt kühl und düster. Damit schwimmt der durchgestylte Serienkiller-Thriller auf der aktuell beliebten Selbstjustiz-Welle, die sich seit JOHN WICK, EQUALIZER und dem Remake zu DEATH WISH in Genre-Kreisen wieder großer Beliebtheit erfreut. Es wird gerächt und gemordet, als gebe es keinen Morgen mehr. Ein paar unerwartete Wendungen gibt es inklusive. So werden all jene gut bedient, die eine Leidenschaft für diese Art von Filmen besitzen. Dass BLOODLINE als Hollywood-Produktion in Sachen Ästhetik eine hervorragende Figur macht, dürfte den Streifen in die Karten spielen. Kann man schauen.
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Böser, konsequenter und eiskalter Serienkiller-Thriller mit ordentlichem Härtegrad aus dem Hause Blumhouse. BLOODLINE ist keine ernstzunehmende Charakterstudie eines Serienmörders, der unentdeckt mordet. Gezeigtes strotzt vor Horror-Klischees und erinnert oft an die TV-Serie DEXTER. Was aber ganz gut gefällt, sind Look und die Wandelbarkeit von Darsteller SEANN WILLIAM SCOTT. Der verkörpert hier einen ruhigen und in sich gekehrten Killer und distanziert sich so von seinem Blödel-Image. Statt Späße unter der Gürtellinie und Idioten-Humor überzeugt der AMERICAN PIE-Star mit permanenter Ernsthaftigkeit. Etwas, das dem Schauspieler sehr gut steht. Dieser sollte sich öfters in derartigen Rollen zeigen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Zensur

 
 
 
Schenkt man dem Label NAMELESS MEDIA Glauben, soll BLOODLINE anfänglich große Probleme mit einer FSK-Freigabe gehabt haben und erhielt keine Freigabe. Die Begründung: „Von Jugendschutzrelevanz sind die zahlreichen kaltblütigen, expliziten Tötungen von Evans wehrlosen Opfern“. Darum wurde der Streifen vor der regulären deutschen Kaufhausfassung mit SPIO/JK-Kennzeichnung im Mediabook von NAMELESS MEDIA veröffentlicht. Offenbar hatte aber die FSK letztendlich doch Gnade und erteilte dem Streifen in ungeschnittener Form überraschend eine FSK-Freigabe mit rotem Freigabe-Flatschen. Das verwundert aufgrund der Härte, hat aber zur Folge, dass BLOODLINE nun vom eigentlichen Lizenzinhaber LIGHTHOUSE HOME ENTERTAINMENT als KeepCase und im limitierten Steelbook ungeschnitten in die Kaufhäuser gebracht werden kann. Horrorfilmfans wird das freuen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im limitierten Steelbook)

(c) Nameless Media (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloodline; USA 2018

Genre: Horror | Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Mediabooks: Spio/Jk-geprüft (ungeschnittene Fassung) | Keepcase / Steelbook: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase im Wendecover + Steelbook + Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 16.10.2020 | Keepcase: 26.02.2021 | Steelbook: 23.04.2021

 

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Bloodline [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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BLOODLINE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Lighthouse Home Entertainment / Nameless Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maniac (1980)
 
Dahmer (2002)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Scars of Xavier (2017)
 
Simon Killer (2012)
 

Filmkritik: „Deathcember – 24 Doors to Hell“ (2019)

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DEATHCEMBER – 24 DOORS TO HELL

(DEATHCEMBER)

Story

 
 
 
Internationale Genreküche der besinnlicheren Sorte verspricht die rahmenhandlungslose Horrorsammlung „Deathcember“, in der am laufenden Band gestorben, getrunken und frohe Weihnacht gewünscht wird…oder?

 
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Kritik

 
 
Bla bla Horroranthologien, diesdas Subgenre der Weihnachtshorroranthologie, bliblub Ghoulish Tales als Vergleich für nen schlechten Vertreter, gutes Werk der Gattung fällt mir spontan nicht ein aber viel eher erinnert das Projekt ohnehin an ABC’s of Death, ganze 146 Minuten und 26 Kurzfilme lang, keine Zeit für ein weiteres Intro, keine Rahmenhandlung auch, fangen wir an: Ein langsames Glockenspiel gepaart mit Geigen lässt mystische Hogwarts-Stimmung aufkommen, eine CGI-Kamerafahrt über den schneebedeckten Friedhof sieht professionell aus, zu oft gehört hat man nur eine solche, oder ähnliche Score. Ein Raum voll mit diversen winterlichen/weihnachtlichen oder auch ganz unzusammenhängenden Gegenständen wird präsentiert, dies waren also die knapp drei Minuten Einstimmung zu diesem Film, los geht’s direkt mit der ersten Geschichte.
 
1 – A Door Too Far by Dominic Saxl
 
Ein junger Mann wacht auf, verschlingt seinen ganzen Adventskalender sowie den seiner Schwester auf dem Schulweg, wobei sich der Film als deutsche Produktion mit unauffälligem Look offenbart. In einem Laden trifft der Junge auf einen älteren Herren mit Pentagrammanhänger, der irgendwas vom „Calendarum Maleficarum“ redet, bevor der Effekt des Films auf klebrig-eklige, wenn auch durchwachsen getrickste Manier einsetzt – eine nette Idee mit mäßiger Ausführung und leicht überdurchschnittlichem Weihnachtsfaktor – 4/10 & 3/5 Zuckerstangen*
 
2 – All Sales Fatal by Michael Varrati
 
Mit besserem, fast hyperrealem Colourgrading und hartem Licht fällt diese Episode schnell auf, in welcher aus einer alltäglichen Kaufhaussituation eine blutige Prügelei eskaliert. Aus lahmer Comedy entwickelt sich eine recht rabiate, aber nicht explizite Episode die zwar pointiert endet, aber mich im Endeffekt nur an den um Welten besseren „Catfight“ hat denken lassen. – 5/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
3 – Aurora by Lazar Bodroža
 
Der dritte Kurzfilm im Bunde gehört mit zu den qualitativ hochwertigsten, optisch ansprechendsten und besten Momenten der gesamten 2,5 Stunden „Deathcember“, könnte dafür inhaltlich aber kaum weniger mit Weihnachten zu tun haben, bzw. ist wenn, dann bis zur Unverständlichkeit symbolisch aufgeladen und chiffriert. Wir schreiben es Dezember 2389 auf einer der zahlreichen schwebenden Strukturen in Promixa Centauri und diese bildgewaltige Sci-Fi-Utopie ist aufwendig sowie ansprechend animiert, getrickst, gefilmt, vertont und eingefangen. Mit Ambient Soundtrack, Cyberpunk Eyecandy, innerer Rahmung, ausbleibendem Dialog und überzeugenden Glitch-Effekten z.B. kann man hier schnell eingesogen und erst in der perfekt gewählten, letzten Einstellung wieder ausgespuckt werden und gerade als Kurzfilm klappt diese merkwürdig emotionale, postapokalyptisch-futuristisch anmutende Weltraumvision bestens, nur was hat der Film in dieser Anthologie zu suchen? Dass der fehlende Weihnachtsfaktor dabei allerdings der größte Kritikpunkt ist und ich mir nicht sicher bin, ob die Darstellerin echt oder auch animiert war, spricht für sich. – 8/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
 
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4 – X-mas On Fire by Florian Frerichs
 
In einer einem Renaissance-Gemälde nicht unähnlichen, bildschönen Eingangssequenz sehen wir zahlreiche tote Polizisten und Weihnachtsmänner auf dem Boden liegen, eine Spieluhr spielt „Silent Night“, Neonfarben scheinen, welch besinnliche Einstimmung. Cut und ein deutlich an Reservoir Dogs angelehntes Flashback erzählt wie es zu dem Fall kam, mit fortgängig gewitzt- achronologischer Erzählweise, gutem Editing und blutigen Erschiessungen. Kein Action-Highlight,
aber twistreich, kurzweilig und ziemlich aufwendig für das Niveau des Films – da sogar der Weihnachtsfaktor durchgängig erkennbar bleibt, gibt es hier kaum was zu meckern. – 7.5/10 & 4/5 Zuckerstangen*
 
5 – Villancicos by Issac Ezban
 
Und hier ist es dann also, das absolute Highlight des Films, besser wird es meiner bescheidenen Meinung nach nicht mehr: Der mexikanische Regisseur, der sich u.a. schon mit dem sehr guten Twilight-Zone-Horror „The Similars“ behaupten konnte, beweist sich in dieser schwarzhumorigen Episode vollends als Bildästhet und Arthouse-Regisseur, da hier das sich mehrfach in buntesten Farben wechselnde Setting, die zahlreichen liebevoll agierenden Statisten und die Skurrilität der Situation an sich deutlich wichtiger sind, als eine Geschichte oder ein traditioneller Spannungsbogen. Eine Familie, deren Sohn an Weihnachten im Kinderbett verstirbt, bemerkt, dass dieser durch Gesang scheinbar am Leben erhalten werden kann. Was folgt, sind technisch eindrucksvolle Tracking Shots und Plansequenzen, gialloesque Einstellungen und schwarzer Humor, Familienfeten und langsam einsetzender Wahnsinn. Ein originelles und lebendiges Werk, das durch seine stringente Vision überzeugt und absolut sehenswert ist. – 8,5/10 & 3/5 Zuckerstangen*
 
6 – Joy To The Girls by Sonia Escolano
 
Ein Mann erhält eine Einladung zur Weihnachtsfeier im Hotel Chevalier, dort angekommen gibt es neben verzierten, hohen Wänden, Wein und tanzenden Frauen aber alsbald noch eine Wanne voll Blut zu bestaunen. Zum ersten Mal fühlte ich mich hier, als habe ich irgendwas nicht verstanden oder übersehen. Die Pointe am Ende ist bestenfalls ein Höflichkeitslacher, der Weg dahin vorhersehbar und unspektakulär inszeniert. Das Schauspiel lässt zu wünschen übrig, Weihnachtsflair gibt es so gar keinen bis auf die Prämisse an sich, auf dem Papier – 4/10 & 0,5/5 Zuckerstangen*
 
 
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7 – The Hunchback Of Burg Hayn by Bob Pipe
 
Mit Klaviermusik und schwarz-weißem Projektorfilter versucht sich dieser Beitrag an wohligem Frankenstein-Retrolook, was in einigen Einstellungen dank zahlreicher Statisten und cleverer Winkel auch gelingt, zu oft wird die Illusion aber durch zu neuzeitliche Frisuren und Gesichter zerstört. Inhaltlich geht es um eine Begnadigung zu Weihnachten, doch weil die Geschichte so minimalistisch ist, die Witze und Kostüme bestenfalls mittelmäßig und der Weihnachtsbezug erneut allenfalls konzeptionell vorhanden, weiß auch dieser Kurzfilm nicht wirklich zu überzeugen. – 6/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
8 – Family Matters by Steve de Roover
 
Der erste Bodyhorror-Beitrag kann sich durchaus sehen lassen, denn auch wenn der Weihnachtsfaktor, man ist es inzwischen schon gewohnt, sich ein weiteres Mal hinten anstellen muss, so kann die simple Geschichte dank leicht schleimig-ekliger Effektarbeit und sich schnell einstellender Rätselspannung doch überzeugen. Fehlende Musik und die recht leere Designerwohnung wirkten dabei zuerst wie Makel, tragen aber durchaus zur unbehaglichen Anspannung bei. – 6/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
9 – Crappy Christmas: Operation Christmas Child by Jürgen Klings
 
Wenn eine Episode dieses gesamten Mammutunterfangens hier auf Skandal aus ist, oder sein könnte, dann wohl diese hier. Denn wäre „Operation Christmas Child“ nicht im „putzigen“ Stop-Motion/Claymation-Stil animiert worden, sondern mit ähnlicher Drastik und Erbarmungslosigkeit und echten Darstellern, die Geschichte wäre den deutschen Zuschauern vermutlich entgangen. Ein kranker, bösartig überspitzter und doch immer noch viel zu echter Exploitationfilm mit deutlicher Religionskritik, gelungenen Animationen und hammerhartem, spaßigen Gore. – 7.5/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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10 – Five Deaths In Blood Red by Ama Lea
 
Eine halbnackte Frau gefesselt auf dem Bett, da dürfen bei so einem Titel die messertragenden Lederhandschuhe natürlich nicht lange auf sich warten lassen, auch wenn der Kehlenschnitt selber eher mäßig getrickst ausfällt. Was folgt, ist eine mit selbst eingespielter Score unterlegte Giallo- Reminiszenz inklusiv expliziter Fulci- und Argento-Verweise, die natürlich mit stereotypen Charakteren und Overacting spielt, nur um sich herrlich blöd zu twisten und weihnachtlich aufzulösen – eine nette Stilübung, die man aber auch schon besser gesehen hat. – 6/10 & 3,5/5 Zuckerstangen*
 
11 – Kill Santa by Sandrac González-Perellón
 
Prinzipiell eine versierte und stilvoll präsentierte Geschichte mit garstiger Auflösung und schnell aufkommender Spannung, auf dem Bildschirm nur leider eine unterwältigende Angelegenheit, da die arthousige Einstellung mit einem schlechten Effekt versaut wird und zu schnell klar ist, was hier gespielt wird. – 5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
12 – Bad Santa by Julian Richards
 
Erste, leichte Ermüdungserscheinungen sind bei der nächsten allzu durchschnittlichen Episode auszumachen, in der nach einem fiesen Aufbau mit Vater. vs. Nachwuchs-Prämisse und weihnachtlichem Setting ziemlich unerklärt und gefühlt ohne Punkt auch schon das Ende daherkommt. Schlechte Zeitlupeneffekte/-aufnahmen und Verwirrung bleiben da noch am ehesten hängen. 5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
 
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13 – Santa Is Coming by Lee Sang-Woo
 
Der erste südkoreanische Kurzfilm der Selektion startet mit einer Vogelperspektive und kann auch nachfolgend durch gekonnte Winkel und Schärfensetzung technisch überzeugen, doch so gekonnt die betrübte Atmosphäre mit hallenden Gesprächen, dem Fernseher im Hintergrund, Geigen- und Pianotönen auch erzeugt wird, so wenig nahegehend, kalt und distanziert bleibt das tragische Geschehen für den Zuschauer. Die später spielende Weihnachtsmusik möche nicht so recht passen, auch der Titel wirkt recht zufällig gewählt, doch spätestens durch das gruselige, lynchesque letzte Tableau ist dieser Beitrag definitiv einen Blick wert. – 6,5/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
14 – A Christmas Miracle by Vivienne Vaughn
 
Ein Beitrag, der spontan zum verwunderten Kopfkratzen motiviert hat, folgt dann mit diesem amerikanischen Vertreter in dem u.a. Barbara Crampton im 4:3 (oder 1:1,33?) Retro-Bildformat und optisch wohl mit ansprechendstem Kurzfilm der gesamten Chose schauspielern darf. Die Story um Eva, die flüsternd ein faustisches Angebot kriegt, startet romantisch, gothisch, atmosphärisch und verträumt gedreht, doch sobald die Katze aus dem Sack ist, ersehnt man sich nur noch dass es endet, um dann ein wenig zufriedenstellendes Ende serviert zu bekommen. – 4/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
15 – Cosetta Sperduta In Campagna by Ruggero Deodato
 
Was für ein Trauerspiel sich inmitten des gähnenden Durchschnitts doch noch finden lässt: Der einstige Kannibalenfilmmeister entblößt sich mit diesen wenigen Minuten als verspielter bis debiler Stümper, dessen Zenit lange überschritten ist und präsentiert in seiner billig aussehenden, schlecht gespielten und einfältigen Episode eine overactende Familie, bei deren Betonungen und allgemeiner Inszenierung man sich nie sicher ist, ob überhaupt irgendwas davon ernst gemeint ist und wenn nicht, was es dann soll. Weder weihnachtlich, noch witzig, noch blutig, noch originell, sexy, besinnlich, oder auch nur kurzweilig. – 2/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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16 – Milk And Cookies by Sam Wineman
 
Wer von schlichtweg „bösen“, aber nicht sonderlich cleveren oder neuen Prämissen leicht unterhalten wird, der dürfte mit dieser Rachegeschichte hier seinen Spaß haben, die bei mir nur für ein halbherziges Augenzucken gereicht hat. Ein Kind mit brutalem Stiefvater wünscht sich bei Santa Spielzeug und bekommt es, wird dafür aber bestraft. Was folgt, kann man sich vermutlich nach diesem Satz bereits denken und ist zwar relativ weihnachtlich inszeniert, aber weder originell noch allzu blutig. – 5,5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
17 – PIG by Andreas Marschall
 
Technomusik und bunte Lichter, junge, feiernde Menschen und eine nett erzählte Rape & Revenge- Geschichte – Marschall versteht sein Handwerk auch im kleinen Rahmen und die Episode ist sowohl produktionstechnisch auf einem hohen Niveau als auch ordentlich gespielt und dem Zuschauer ggf. nahegehend, doch das sozialkritische, zum Denken anstoßende Ende, das Setting und auch der Soundtrack haben alle so absolut gar nichts mit Weihnachten zu tun und wirklich etwas Neues oder Interessantes wurde auch nicht ergründet. – 6/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
18 – They Once Had Horses by Lucky McKee
 
Ein schwarz-weißer, bittersüßer Weihnachtsabend, den man gerne mit zwei sich gegenseitig beleidigenden und liebevoll Sprüche um die Ohren werfenden, verwundeten Cowboys am Lagerfeuer verbringt. Milde amüsant und schwarzhumorig bis zum kunstvollen Ende, das sich einzig auf der Audioebene und im Kopf des Zuschauers abspielt – kein Meisterwerk, aber eine stimmige Fingerübung. – 6/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
 
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19 – December the 19th by Milan Todorovic
 
Ein Highlight auf seine ganz eigene Art ist diese Schlittschuh-Angelegenheit, die mich spontan an Happy Tree Friends erinnert hat – nicht etwa formal oder stilistisch, sondern weil ich mir nach zweimaligem Anschauen die Ereignisse nicht anders erklären kann, als dass es sich um äußerst unüblich inszenierte Unfälle handelt. Am letzten Abend der Hanukkah-Feierlichkeiten, realistisch dargestellt durch viele Statisten und unterstützt von einer professionellen Optik und Synthesizern im Soundtrack, verlassen zwei junge, hübsche, angetrunkene, osteuropäische Frauen das Gebäude um beschwipst herumzualbern und einen Eislaufplatz zu besuchen. Dort angekommen wird es kurz erotisch und verdächtig lesbisch, nur um im Sekundentakt die Verletzungen und unerklärten, handgemachen Effekte folgen zu lassen. Wild, unerklärt, irgendwo billig und schlecht, irgendwo genial. – 5,5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
20 – Getting Away From It All by Pollyanna McIntosh
 
Nachdem die schottische Darstellerin anno 2011 bereits die Regie zu einem direkten Sequel zu Jack Ketchum’s „The Woman“ übernahm und in dem Vorgänger natürlich die Hauptrolle innehatte, drehte sie als zweite Regiearbeit diesen wahnsinnigen Weihnachtshorrortrip, dessen unerklärte,
bösartige, sinnlose und doch schwarzhumorig-überzeichnete Gewalt gut zu dem passt, was man sich bei der Mischung vielleicht vorstellt. Die Eskalationskurve greift schnell und wird konsequent höher geschraubt, das böse Ende bleibt im Kopf, die Weihnachtsdeko ist hübsch und üppig ausgefallen, eine wichtige Moral, hinter der ich absolut stehe, ist auch noch versteckt. „Greedy fucking bullshit fucking christmas crap.“, hachja. – 7/10 & 3,5/5 Zuckerstangen*
 
21 – Family Feast by Rémi Fréchette
 
In diesem französischen Beitrag begleiten wir eine junge, genervt wirkende Frau dabei, wie sie auf der Weihnachtsfeier mit der Familie ihre Zeit verbringt. Schnell macht sich eine unangenehme Stimmung breit, inklusive blauem Licht im Flur und verwirrender Andeutungen am Esstisch. Teils sind die folgenden Schreckensbilder unfreiwillig komisch, teils so unerwartet und unüblich dass es tatsächlich gruselig wird und funktioniert, dazu rot flackernde Argento-Einflüsse und blutige Einstiche, fertig sind ein paar Minuten sehr weihnachtlicher Paranoia. – 6,5/10 & 4/5 Zuckerstangen*
 
 
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22 – Before Sundown by Jason A. Rostovsky
 
In amateuriger Indiefilm/YT-Optik gedreht und mit jungen Darstellern sowie Elektromusik versehen, macht diese unweihnachtliche Filmeinreichung spontan nicht den vielversprechendsten Eindruck, doch durch den Sonnenuntergang und das sphärische Piano, die Dialoge innerhalb der Gruppe und natürlich Fahrrad fahren durch den amerikanischen Vorort kommt schnell wohlige sowie sympathische Stranger Things-Atmosphäre auf und einzig das unspektakuläre Ende steht dem leider im Weg. – 6/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
23 – Cracker by John Cook Lynch
 
Der vorletzte Abstecher führt uns in eine großartig überzeichnete, bunte, künstlich hochgedrehte 50s-Werbewelt mit übersättigten, gelben Kleidern, perfekt ausgewählten Möbeln, Frisuren etc. und einer Prämisse, die sich durch cleveres Writing Stück für Stück auffächert und erklärt, statt direkt in Erklärungsnot zu geraten. Durch die titelgebenden Christmas Cracker gibt es zwei schlechte Witze, das Schauspiel ist genauso merkwürdig und off wie es sein soll, der Gore kommt überraschend und handgemacht, die Pointe am Ende ist zynisch, böse und erinnerungswürdig. Einer der stilistisch eigensten und ausgereiftesten Filme. – 7/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
24 – Operation Dolph by Trent Haaga
 
Trent Haaga, den man von „Chop“, „Cheap Thrills“ oder „68 Kills“ kennen kann, durfte die 24. und somit eigentlich ja finale Episode beisteuern, die Nummer des heiligen Abends wurde ihm zugesprochen – und meiner Meinung nach hat er es ziemlich versemmelt. Am schmeichelndsten könnte man diese belanglosen paar Minuten Wüstentrash wohl als „an Troma erinnernden Drogentrip mit Killersanta im Drogenlabor“ bezeichnen, doch das würde schon nach zu viel Unterhaltungsfaktor klingen. Die Auflösung wirkt, wie so oft, als würde etwas fehlen, der Weg dahin ist rotzig-frech und indie, ja, aber eben auch billig und egal, zudem mit deutlich zu wenig gezeigten Splattereinlagen versehen. – 3/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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Den öfter getätigten Aussagen, dass sich in den nun, nach zwei Stunden Spielzeit folgenden Ending Credits noch zwei Episoden „verstecken“ würden, kann ich absolut nicht zustimmen, denn auch bei einer solchen Mammutanthologie waren keine 21 ganzen Minuten an Credits zu erwarten – demnach also den Block nie weggelegt, um die letzten zwei Weihnachtshorrorversuche zu notieren:
 
25 – Christmas Corp.se by Annika Marx
 
Ein weiterer deutscher Beitrag, diesmal in professioneller, unterkühlter Corporate-Büro-Optik. Anzugträger auf der Weihnachtsfeier im modernen Komplex, rassistische und sexistische Arschlöcher, die Untergeordnete auch jetzt noch zu Extraaufgaben verdonnern. Die genaue Auflösung der folgenden Minuten ist nicht unbedingt erklärt oder sinnvoll und erahnen kann man sie so oder so ähnlich auch, doch das ist absolut nicht von Priorität, wenn die Atmosphäre stimmt – und das tut sie hier definitiv. Mysthisches rotes Licht im Flur, kaputte Radios, stillstehende, aus dem Mund tropfende Menschen im Dunkeln und weiße Augen kommen zum gekonnten Einsatz und weben eine düstere Genrewelt, die nur abermals nicht allzu weihnachtlich daherkommt. – 7/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
26 – They Used To Laugh And Call Him Names by BJ Colangelo & Zach Schildwachter
 
Der endgültig letzte Kurzfilm dieser nicht enden wollenden Reihung größtenteils durchschnittlicher Kost ist eine eklige, billige, trashige und brutale Angelegenheit, in der mit simplen Methoden wie untersichtigen POV-Shots, rot gefärbtem Bildschirm und Wäldern als Kulisse gearbeitet wird. Weder die oft gesehene Standard-Creaturefeature-Story noch der Weihnachtsfaktor wissen hier zu überzeugen, doch die Machart und derben Effekte wissen zumindest ein kurzes Grinsen ins Gesicht zu zaubern. – 6/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
Und das war es dann also, nach 146 Minuten Spielzeit, hallelujah. Was für mich als jahrelangen Weihnachtshorrorultrafan eigentlich die ultimative Offenbarung hätte sein sollen, offenbarte sich trotz zweigeteilter Sichtung in zwei Stzungen immer noch als überlanger, zu beliebiger, zu unausgereifter Krampf von einem Film, in dem sich die meisten Episoden leider nicht in den Extremen der Skala aufhalten, sondern fast durchgängig zwischen 4 und 6 Punkten verweilen, also schlichtweg nicht zu beeindrucken wissen. Ich bin nie wütend geworden und war nie zu Tode genervt, doch konsistent gute Unterhaltung sieht leider auch wirklich anders aus. Die mittelmäßige und oftmals ebenfalls zufällig wirkende CGI-Präsentation versprüht wenig Charme, die „großen Namen“ des Projektes gehen fast alle in der Kürze oder Belanglosigkeit ihrer jeweiligen Rollen oder Beiträge unter und einen hohen Weihnachtsfaktor kann man gerade einmal bei etwa drei bis vier der 26 Kurzfilme ausmachen. Lobend erwähnen und im Hinterkopf behalten möchte ich definitiv das Sci-Fi-Eyecandy „Aurora“ von Lazar Bodroža, den exzellenten mexikanischen Vertreter „Villancicos“, die derbe Werbewelt-Dystopie „Cracker“ und natürlich den garstigen, weihnachtlichen und sehr ABC’s of Death-mäßigen Beitrag „Getting away from it all“, doch abseits davon wirkt leider kein Film wirklich ausgereift oder durchkonzeptioniert, da in erster Linie die Landung, das Ende, die Schlusspointe öfter fehlt, als nicht. Ein ehrenhafter Versuch und ja, mit Freunden und Alkohol und gerichteter Erwartungshaltung sicherlich mal ein netter Filmabend – aber mehr eben auch nicht.
 
* Die Anzahl der Zuckerstangen gibt den Weihnachtsfaktor der jeweiligen Episoden wieder. Je mehr Weihnachtsdeko, Christmas-Musik, Santas, X-Mas-Stimmung und weihnachtsliche Kills auf der Mattscheibe gezeigt werden, umso höher fällt die Zuckerstangen-Punktzahl aus.
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Unausgegorene, überlange Kurzfilmanthologie, die ihrem Weihnachtsthema nur selten treu bleibt und qualitativ maximal leicht überdurchschnittlich daherkommt. Knaaaappe 6/10 und 2/5 Zuckerstangen*.
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Deathcember – 24 Doors to Hell“ ist ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen. Horrorfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathcember; Deutschland 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 145 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 04.12.2020

 

Deathcember – 24 Doors to Hell [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
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REBORN

Story

 
 
 
In „Reborn“ erfahren wir was passiert, wenn eine Totgeburt von einem Psychopathen aufgezogen wird und an ihrem sechzehnten Geburtstag mehr über ihre Vergangenheit wissen will.

 
 
 


 
 
 

REBORN – Kritik

 
 
Paranormale Fähigkeiten haben es natürlich besonders dem Horrorbereich schon immer sehr angetan. Einer der größten Klassiker in diesem Bereich kam wohl 1976 heraus, nämlich die Romanverfilmung von „Carrie“. Seitdem versuchen sich immer mal wieder Filmchen an Figuren, die eine übernatürliche Begabung haben. So auch „Reborn“, dem allerdings kaum etwas einfällt, was ihm eine Daseinsberechtigung verschaffen würde.
 
 
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Tess landet als Totgeburt im Leichenschauhaus. Hier arbeitet ein Psychopath mit Vorliebe für Leichen. Als plötzlich ein mächtiges Gewitter anbricht, wird die kleine Tess wie durch Zauberhand wieder lebendig. Der Irre nimmt sie daraufhin mit nach Hause und zieht sie auf. Sechzehn Jahre später hat Tess Fragen über ihre Herkunft und sie muss bald feststellen, dass sie auch im Besitz einiger Fähigkeiten ist. Aber ob sie diese für den guten Zweck einsetzt auf der Suche nach ihrer Mutter, ist eher fraglich. Dass die Story nicht besonders viel zu erzählen hat und keineswegs originell erscheint, lässt sich noch am ehesten verzeihen, denn gut geklaut ist manchmal eben doch besser, als schlecht selber ausgedacht. Leider wirkt das Drehbuch in „Reborn“ aber enorm konstruiert und ziemlich hölzern. Man kauft dem Werk seine Geschichte einfach nicht richtig ab. Außerdem ist das Szenario arg vorhersehbar, so dass der Zuschauer sich stets denken kann, was als nächstes geschieht und damit auch immer Recht behält.
 
 
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Das raubt vor allen Dingen Spannung. Obwohl „Reborn“ nur 77 Minuten (mit Abspann) lang ist, zieht er sich spätestens in der zweiten Hälfte ganz schön in die Länge. Hier ist aber auch wirklich kaum etwas los. Die flotte Einleitung geht dabei noch in Ordnung und danach kann man kurz die Hoffnung haben, dass man die Fähigkeiten von Tess für Action nutzen wird, aber der Bodycount bleibt erschreckend gering und mehr als sich von einem lahmen Mord zum nächsten zu hangeln, geschieht hier nicht. Abgesehen davon, dass Tess nur Dinge mit Strom steuern kann, ist ihre Begabung nun auch nichts Neues, aber es wird sowieso viel zu selten Gebrauch davon gemacht. Scheinbar versteht sich das Ganze auch fast mehr als Drama und so kommt es zu vielen ruhigen Szenen, in denen es um die Mutter geht. Wäre das nicht alles so platt und unglaubwürdig, hätte es funktionieren können, aber die Drama-Anteile sind eher misslungen, weil man überhaupt keinen Draht zu den Charakteren erhält. Die Figurenzeichnung ist einfach nur konstruiert und wirkt als Mittel zum Zweck, was sie ja nun mal auch ist. Das Finale hält ebenfalls keine Highlights parat und so muss man sich überwiegend langweilen. Wer es gerne etwas blutiger hat, wird enttäuscht sein, denn die Morde sind sehr harmlos und besitzen leider keine so guten Effekte.
 
 
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Nun hat man es trotzdem nicht mit einer Totalkatastrophe zu tun, denn „Reborn“ besitzt tatsächlich ein paar Qualitäten. So überzeugt schon mal die Optik und aus handwerklicher Sicht ist das Produkt sogar ganz gut zu gebrauchen. Man sieht zwar, dass nicht so viel Geld zur Verfügung stand, aber die Inszenierung von Julian Richards ist an manchen Stellen ambitioniert und allgemein sieht der Film ganz schick aus. Außerdem sind die Darsteller in Ordnung. Scream Queen Barbara Crampton übernimmt eine überraschend große Rolle, gibt sich nicht zu viel Mühe, agiert aber auf einem passablen Niveau. Auch über Kayleigh Gilbert kann man nicht so viel meckern, denn eine solche Rolle kann man wesentlich mieser spielen. Mit Michael Paré ist noch ein bekannter Name mit dabei, aber er hat hier nur die Rolle des unnötigen Polizisten erhalten und kann daraus nun wirklich nichts machen. Die restliche Anzahl der Darsteller ist sehr überschaubar und hier wird sonst nicht viel verlangt.
 
 


 
 
 

REBORN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Reborn“ wäre solide gewesen, wenn er nicht so ereignislos daher käme. Die Story ist zwar ausgelutscht und das Drehbuch nicht gut geschrieben, doch gerade weil die Inszenierung passabel ist und die Darsteller (samt anhörbarer, deutscher Synchronisation) nicht zu negativ auffallen, hätte man daraus etwas machen können. Es passiert nur leider fast nichts, das Drama ist unglaubwürdig und die paar Morde machen kaum einen Horrorfilm daraus. Etwas mehr Action, mehr Gewalt und allgemein höhere Schauwerte wären nicht verkehrt gewesen. So bekommt man einen ziemlich lustlosen Versuch „Carrie“ mit „Der Feuerteufel“ zu paaren, der zwar noch deutlich schlechter hätte ausfallen können, für den man aber leider auch keine Empfehlung aussprechen kann.
 
 


 
 
 

REBORN – Zensur

 
 
 
„Reborn“ erschien in Deutschland ungeprüft auf Blu-ray und DVD im Mediabook. Sollte dennoch irgendwann mal eine FSK-geprüfte Filmveröffentlichung erscheinen, dürfte „Reborn“ ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

REBORN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Reborn; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Making-of Synchro, Trailer, Slideshow, Film auf DVD und 24-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 04.12.2020

 

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REBORN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Der Feuerteufel (1984)
 
Stephanie – Das Böse in ihr (2017)
 
Dark Touch (2013)
 

Filmkritik: „The Mangler“ (1995)

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THE MANGLER

Story

 
 
 
Unsympath Gartley (Robert Englund) betreibt in seinem Kaff eine herabgewirtschaftete Wäscherei. Als seine Nichte sich eines Tages schneidet und die Mangel mit Blut benetzt, erwacht ein archaischer Dämon im toten Industrieapparat zum Leben. Der schließt einen Pakt mit Grtley und den anderen Altvorderen des Orts. Sechzehnjährige Töchter gegen Reichtum. Alte Schule. Sapperlot! Da liefert die Maschinerie blütenweiße Ergebnisse und ist doch vom Leibhaftigen besprungen. Polizist Hutton (Ted Levine) und sein Schwager, der engagierte Dämonologe Jackson, machen sich auf, der Teufelsmangel den Scheitan auszutreiben. Der Exorzismus nach katholischem Ritus scheint schonmal Früchte zu tragen. Oder nicht?

 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Kritik

 
 
Tobe Hooper zählt zeitlebens zum erlauchten Kreis von Genrefilm-Regisseuren, deren Namen vor den Titeln auf den Filmplakaten stehen. Heute ist das Usus, einst muss der Name schon Romero, Carpenter oder eben Hooper lauten. All das aufgrund eines spröden Seventies-Studentenfilms mit dem klangvollen Namen THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Danach ist, außer in generell recht durchwachsenen Filmen aufflackernden kleinen Hoffnungsschimmern, nicht mehr viel Positives von den 2017 unerwartet verstorbenen Filmemacher zu berichten. Trotzdem: Unsere Kollegen der früher mal ruhmreichen deutschen Filmzeitschrift CINEMA können THE MANGLER seinerzeit so gar nicht leiden, treffen jedoch in einem Nebensatz mit der Beurteilung des Horrorgenres anno 1995 als „dauerhaft kränkelnd“ voll ins Schwarze. Die goldenen Slasher-Jahre der Achtziger sind lange passé, im Kino läuft Horror nur noch sporadisch. Hauptsächlich werden das wie geschmiert laufende Videothekengeschäft und dessen etwas blutrünstigere Kundenkreise beackert. Von der überraschend großen und kassenträchtigen, dafür eigentlich schon beleidigend uncoolen Behandlung des Horrorfilms als Opfer postmoderner Persiflage – via Wes Cravens üblem SCREAM und so weiter – sind wir bei THE MANGLER zum Glück noch befreit. Auch wenn die Ruhe nur noch ein Jahr währt.
 
 
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Auch unser Hauptdarsteller und Gewohnheitsbösewicht Robert Englund steckt 1995 noch in der misslichen Lage, aufgrund seiner berühmtesten Rolle als Fred Krueger keinen Job außerhalb des siechen Gruselkinos landen zu können. So nimmt er wohl oder übel einiges an mittelprächtig bezahlten Gigs in B-Ware an und hält sich im Geschäft. Im neuen Jahrtausend greift dann die Verliebtheit der Popkultur in ihre Vergangenheit in Form des Retro-Phänomens und Englund fühlt sich wieder wohl. Als seinen heldenhaften Gegenspieler dürfen wir Ted Levine, weg von seiner genialen Darstellung des Unholds Buffalo Bill in Ted Demmes Horror-Mainstream-Crossover-Megaerfolg DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) und noch vor der neuen Karriere als MONK-Fernsehgesicht, bewundern.
 
 
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Kantiges Trash-Monsterkino vom alten Schlag oder Parodie? Wir müssen an dieser Stelle zugeben, uns selbst nicht einig zu sein. Kann ein Film über eine von Dämonen besessene Wäschereimaschine wirklich unkomödiantisch gemeint sein? Wenn die fiese Mangel ihre menschlichen Opfer am Schlafittchen packt und sie mit Dampf zu sauber gefalteten Bettlaken verwurstet, kann man das nur schwerlich ernst nehmen. Andererseits, wieso sollte man?
 
 
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THE MANGLER entspringt den Seiten von Stephen Kings erster Kurzgeschichtensammlung NACHTSCHICHT. Diese im amerikanischen Original 1978 und auf Deutsch 1984 erschienene Anthologie zuvor in Literaturmagazinen veröffentlichter Short Stories des Horror-Großschriftstellers aus Maine kann mit Fug und Recht als eine Petrischale seines Schaffens bezeichnet werden. So finden sich in NACHTSCHICHT die aus Platzgründen sehr kondensierten Urversionen von BRENNEN MUSS SALEM und THE STAND – DAS LETZTE GEFECHT. Dazu einige Geschichten, die ungleich später zu Kino-Ehren kommen. Natürlich die (beinahe) titelgebende SPÄTSCHICHT, KINDER DES ZORNS, QUITTERS INC., MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER, RHEA M. – ES BEGANN OHNE WARNUNG und eben THE MANGLER. Der Film zum hier ebenfalls enthaltenen RASENMÄHERMANN hat bis auf den Titel ja leider nüscht mit der Vorlage zu tun.
 
 
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THE MANGLER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Angenehm unaufgeregter Horror-Trash aus jenen verlorenen Jahren, in denen Horror nur für sein damals kleines Stammpublikum und nicht das gezüchtete Multiplex-Publikum produziert wird. Robert Englund macht, was er am besten kann, nämlich böse und hinterhältig spielen und durch die ausnehmend gut gestalteten Kulissen huschen. THE MANGLER hätte auch gut in den Rahmen von sowas wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT gepasst. Das ist als Kompliment gemeint.
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Zensur

 
 
 
THE MANGLER erschien in Deutschland auf VHS in seiner ungekürzten R-Rated-Fassung mit einer FSK 18-Freigabe. Auch im TV wurde häufig genau diese ungeschnittene R-Rated-Fassung ausgestrahlt. Leider wurde uns in Deutschland die blutigere Unrated-Fassung stets vorenthalten. Dank dem Label NSM Records ändert sich das jetzt. Im Zuge diverse Blu-ray-Veröffentlichungen kommen nun auch deutsche Fans in den Genuss der Unrated-Filmfassung. Diese ist auf allein deutschen Blu-rays enthalten. Das zuvor fehlende Filmmaterial wurde mit deutschen Untertiteln versehen. NSM Records ließ THE MANGLER übrigens neu von der FSK prüfen. Kurioserweise attestierte das Prüfkremium für die Unrated-Fassung eine Jugendfreigabe. Diese ist jetzt ungeschnitten frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E (Remastered Auflage))

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

The Mangler; USA 1995

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: R-Rated Version (Open Matte), Original-Trailer, Deutscher Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD und 16-seitiges Booklet mit Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabook (Cover A-D): 25.08.2017 | Remastered Mediabook (Cover E) 11.09.2020 | BD-KeepCase: 30.10.2020

 

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THE MANGLER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mangler 2 (2002)
 
Scream of the Banshee (2011)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)