Filmkritik: „Come Back to Me“ (2014)

come-back-to-me-2014
 
 
 

COME BACK TO ME

Story

 
 
 
Als der neue Nachbar Dale (Nathan Keyes) das Haus gegenüber bezieht, wird das Beziehungsleben von Sarah (Katie Walder) und Josh (Matt Passmore) auf eine harte Probe gestellt. Erst passieren seltsame Dinge im Haus des Paares und Sarah leidet unter schrecklichen Albträumen in denen sie sieht, wie Nachbar Dale schlimme Dinge mit ihr anstellt. Irgendwas scheint mit dem freundlichen Supermarktkassierer von Nebenan nicht zu stimmen, was die verängstigte Sarah dazu veranlasst, mehr über den ominösen Fremden in Erfahrung zu bringen …

 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Kritik

 
 
 
Die amerikanische Filmindustrie verblüfft immer wieder aufs Neue. Dort scheint man Lose zu ziehen um darüber entscheiden zu können, welche Produktionen eine Kinoauswertung erhalten und welche Filme ohne Umwege auf den Heimvideomarkt veröffentlicht werden sollen. Meist bleibt jedoch den guten Streifen der Leinwandauftritt verwehrt; die sauren Gurken kommen ins Multiplex – kein Wunder warum sich Filmfans mittlerweile den Kinogang sparen und lieber in illegalen Tauschbörsen Horrorfilme saugen. COME BACK TO ME ist so ein Fall bei dem nicht einleuchten mag, warum ein solcher Streifen in amerikanischen Kinos gebracht wurde, schließlich erinnert dieser Thriller eher an günstig gedrehte TV-Ware, wo er vermutlich auch besser aufgehoben gewesen wäre, als auf großer Leinwand. Hier geht es mysteriös einher, denn so unverständlich wie der Kino-Release des Streifens gewesen sein mag, so rätselhaft sind auch die Ereignisse, die sich in COME BACK TO ME zutragen.
 
Sarah (KATIE WALDER) und Josh (MATT PASSMORE) sind eigentlich ein glückliches Paar. Wäre da nicht der seltsame Nachbar Dale (NATHAN KEYES), der im Haus gegenüber eingezogen ist und fortan das Leben der beiden Liebenden auf den Kopf stellt. Mit dessen Einzug passieren plötzlich unerklärliche Dinge im Haus des Paares, die vor allem die verängstigte Sarah zu schaffen machen. Die leidet plötzlich unter Erinnerungslücken und wird von schrecklichen Albträumen geplagt. Als sie dann auch noch schwanger wird, obwohl der Ehemann unfruchtbar ist, überschlagen sich die Ereignisse und ein schreckliches Geheimnis kommt zu Tage.
 
COME BACK TO ME ist einer dieser Filme, bei dem man bereits nach dem Lesen der Inhaltsangabe weiß, wohin der Streifen führen wird. Der bisher hauptsächlich durch Auftritte in TV-Serien bekannte PAUL LEYDEN hat sich für diesen übernatürlichen Thriller der erste Mal als Filmemacher bewiesen und gibt hier sein Kinodebüt, dessen Idee von Romanautor WRATH JAMES WHITE zu Papier gebracht wurde. Der war einst nicht nur ein erfolgreicher Kickboxer, sondern konnte sich als Schriftsteller von Horrorliteratur einen Namen machen. Sein Roman THE RESURRECTIONIST (der übrigens auch auf deutsch unter dem Titel DER TOTENERWECKER zu haben ist) ließ sich gut verkaufen, was vermutlich auch der Grund gewesen sein dürfte, warum der Bestseller verfilmt werden musste. Dem lesefaulen Horror-Liebhaber dürfte jedoch schnell die Lust am Zusehen vergehen, denn COME BACK TO ME ist nicht nur ziemlich zäh inszeniert; Macher PAUL LEYDEN hat so seine Probleme damit, die eigentlich gar nicht mal so dumme Kernidee des Romans halbwegs fesselnd umzusetzen. Dem übernatürlichen Psychotrip mangelt es an Schrecken und Suspense, was neben dem halbherzigen Drehbuch auch den eindimensionalen Charakteren zu schulden ist, deren Schicksale dem Zuschauer egal sein dürfte. Einzig eine starke KATIE WALDER, die hier die Hauptrolle mit nötiger Sensibilität verkörpert, gelingt es Sympathiepunkte zu ernten – vermutlich auch nur deshalb, weil sie ihre Rolle als leidende Sarah im Gegensatz zu ihren Schauspielkollegen wirklich ernst nimmt und glaubhaft spielt.
 
COME BACK TO ME ist ein vorhersehbarer Stalker-Thriller, dessen Filmbösewicht nicht nur hölzern und unerfahren agiert; man will zu keiner Zeit seiner Boshaftigkeit Glauben schenken. Er schleicht sich des Nachts in die Häuser seiner Opfer, um sie dort zu quälen, zu vergewaltigen und letztendlich zu töten. Im Grunde genommen nichts neues, würde nicht ein erfrischender Mystery-Anteil dem behäbigen Treiben etwas Leben einhauchen. Der traumatisierte und mordgeile Nachbar Dale besitzt die Gabe Menschen von den Toten auferstehen zu lassen und hat sichtlich Spaß daran, unwissende Frauen zu töten, um ihnen anschließend wieder Leben einhauchen zu können. So muss auch die hübsche Sarah erst mehrmals über die Klinge springen, bevor sie dem gestörten Nachbarsjungen das Handwerk legen kann. Immerhin entschädigt eine makabre Schlusspointe für knapp anderthalb Stunden seichte Psychospielerei, die zum wohl Fiesesten gehört, was man in den letzten Jahren im Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Besser wird COME BACK TO ME dadurch leider auch nicht, denn LEYDENS Unerfahrenheit im Filmemachen zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film.
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der Horrorfilm mit der wohl fiesesten Schlusspointe der letzten Jahre! Mit COME BACK TO ME hält der Zuschauer den Film eines Mannes in den Händen, der bisher nur in TV-Produktionen zu sehen war, Regie für einige Serien-Episoden übernommen hat und nun die Möglichkeit bekam seinen ersten Langfilm in die amerikanischen Kino zu bringen. Leider ist COME BACK TO ME dort vollkommen Fehl am Platz gewesen, denn PAUL LEYDEN Kinodebüt entpuppt sich als kostengünstiger Billig-Thriller, den man hätte ohne Umwege auch gleich im TV zeigen können. PAUL LEYDEN ist noch unerfahren im Filmemachen und das merkt man auch. Dem Regisseur fehlt das Wissen, wie man Psycho-Thriller möglichst so umsetzt, dass dem Zuschauer der Angstschweiß von der Stirn perlt. Von Suspense oder gar richtigem Thrill ist in seinem Erstling kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen flimmert ein seichter Mystery-Thriller über die Leinwand, der kaum Potenzial aus seiner eigentlich erfrischenden Grundidee schöpft. Wir meinen: vermasselter Schlammassel!
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Zensur

 
 
 
Nach einer ziemlich blutigen Einführungssequenz, in der mit reichlich Kunstblut Böden und Wände verschönert werden, geht es in Sachen Gewalt eher TV-typisch weiter. Viel Mord- und Totschlag gibt es nicht zu sehen, wobei einige Einschüsse und eine Vergewaltigung für eine ungeschnittene FSK16-Freigabe sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Invasion (2012)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
Stalker (2011)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 
Swimfan (2002)
 
Obsessed (2009)
 
The Roommate (2011)
 
Captivity (2007)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)
 
Eine verhängnisvolle Affäre (1987)
 

Kritik: „Scarecrow – Das Grauen stirbt nie“ (2013)

Scarecrow-2013
 
 
 

SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE

Story

 
 
 
Schüler einer High School werden dazu verdonnert, zusammen mit Lehrer Aaron Harris (Robin Dunne) zu einer nahe liegenden Farm zu fahren, um von dort einiges an Equipment und die gar grausig drein schauende Vogelscheuche für das alljährliche Vogelscheuchenfest abzubauen und in die Stadt zu karren. Unterstützt werden sie dabei von Aarons Ex Kristen (Lacey Chabert), die das mysteriöse Anwesen von den Eltern vererbt bekommen hat und es nun verkaufen möchte, weil sie knapp bei Kasse ist. Da der Hof den Besitzer wechselt, muss der Festivalstandort kurzum in die Stadt verlagert werden, was den Schülern etwas unheimlich anmutet. Keiner Wunder, ranken sich gruselige Legenden um die vermeintlich verfluchte Farm, die den Ursprung des jährlichen Vogelscheuenfestes begründen. Leider ist die eigentliche Bedeutung des beliebten Festes der Stadtjugend vollkommen fremd, so dass die schuftenden Kids etwas verdutzt aus der Wäsche schauen, als sie plötzlich Bekanntschaft mit dem Bösen machen, das seit Ewigkeiten unter dem fruchtbaren Farmboden verborgen liegt …
 
 
 


 
 
 

SCARECROW – Kritik

 
 
 
Neben der Trash-Filmstudio THE ASYLUM gehört auch der amerikanische Pay-TV-Sender SYFY zu jenen Produktionswerkstätten, die Liebhaber leidlich intelligenter Horrorware in bescheidener Regelmäßigkeit zum Jauchzen bringen. Möglichst billig heißt hier die Devise, wobei die hervorgebrachten Eigenproduktionen meist eher mit katastrophalen Effekte trumpfen, als mit ausgefeilten Geschichten oder herausragenden Schauspielleistungen. Schließlich will man das Fernsehpublikum nicht allzu sehr überfordern. Dennoch hat sich der Standard der aktuellen Low-Budget-Werke erheblich gesteigert. Zwar sind die Filmchen immer noch erschreckend anspruchslos, die meist computeranimierten Spezialeffekte haben jedoch schon längst das Niveau früherer SYFY-Filmchen hinter sich gelassen und brauchen den Vergleich zum aktuellen Mainstream nicht scheuen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der neuste Clou aus der SYFY-Kreativschmiede, der in punkto Creature-Design gar keine schlechte Figur macht. Hier hat man sich in einem raren Nischen-Genre bedient, wobei der Vogelscheuchenhorror bisher im Horrorfilm eher stiefmütterlich behandelt wurde. Im Vergleich zu den üblichen Verdächtigen lassen sich jene Schauerstücke an einer Hand abzählen, wobei DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE (1981), SCARECROWS (1988) und NIGHT OF THE SCARECROW – DER PAKT MIT DEM DÄMON (1995) zu den wohl bekanntesten Vogelscheuchen-Schockern gehören dürften. Nach HUSK (2011) gab´s seither nix Neues von der Vogelscheuchenfront, was für TV-Sender SYFY vermutlich Pflicht genug gewesen sein dürfte, gleich mal einen weiteren Kandidaten dieser Art auf die Festplatten zu bannen.
 
 
scarecrow-das-grauen-stirbt-bild-2
 
 
Wie bei jedem Streifen aus dem umfangreichen Fundus des amerikanischen Spartensenders handelt es sich auch bei SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE um Fast-Food-Horror. Anspruch gibt es keinen. Ein halbwegs spannendes Drehbuch ebenso wenig. Lang gefackelt wird hier nicht, der magere Plot kommt erstaunlich zügig zu Potte. Ehe die austauschbaren Kids die Gefahr wittern, schlagen auch schon die kreativen CGI-Effektkünstler zu. Seltsame Wurzeln sprießen aus dem Boden und formen sich zu einer Art Vogelscheuche zusammen, die nun eine unerbitterliche Jagd auf die Jugendlichen veranstaltet. Die verschanzen sich ähnlich wie in NIGHT Of THE LIVING DEAD (1968) in der klapprigen Holzbehausung der Farm und hoffen, von den Attacken der Vogelscheuche verschont zu bleiben. Natürlich werden dem Blutzoll wegen gleich zu Beginn die nervigsten Protagonisten ausradiert, wobei man trotz der eher bescheidenen Geschichte immerhin sagen muss, dass SCARECROW actionlastig und zügig abgehandelt wird. Die Überlebenden hetzen von einem Schauplatz zum nächsten und werden nach bekanntem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip in den Slasherhimmel gemeuchelt. Die ziemlich gut designte Vogelscheuche scheint allgegenwärtig zu sein und eine Leidenschaft für das möglichst kreative Abschlachten seiner Opfer zu hegen. Die werden abwechslungsreich um die Ecke gebracht, wobei Splatternerds vermutlich aufgrund der eher zurückhaltenden Schauwerte schnell das Interesse an SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE verlieren dürften.
 
 
scarecrow-das-grauen-stirbt-bild-1
 
 
Den neusten Ableger der SYFY ORIGINAL MOVIE-Reihe hat SHELDON WILSON inszeniert. Der dürfte Horrorfilm-Allesguckern kein Unbekannter sein. Bereits 2004 konnte er mit SHALLOW GROUND Erfolge erzielen und heimste auf Filmfestivals Preise ein. Was danach kam, war eher weniger der Rede wert. Nacht KAW (2007) und SCREAMERS: THE HUNTING (2009) fristete er sein Dasein als durchschnittlicher Regisseur für unbedeutenden TV-Mist, einiges darunter hat er sogar für den sagenumwobenen SYFY-Channel gedreht. Auch sein neuster Streich SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE ist zwar ein recht kurzweiliger TV-Film mit sehenswerten Effekten; wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt dieser Grusler aber nicht. Die rund 90 Minuten vergehen wie im Flug; flimmert jedoch der Abspann über den Bildschirm dürfte der Thriller auch schon wieder gänzlich aus den Köpfen der Zuschauer entschwunden sein. Auch wenn der Vogelscheuchenhorror im Pool der sich immer wiederholenden Filmstoffe eine fast schon aussterbende Gattung darstellt, so gehört SCARECROW zu jenen Art Slashern, die man vermutlich nur dann sehen sollte, wenn man wirklich schon jeden erdenklichen Horrorfilm gesehen hat und dringend unheimlichen Nachschub benötigt, egal wie mies er auch ist.
 
 
scarecrow-das-grauen-stirbt-bild-3
 
 
 


 
 
 

SCARECROW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Im Vergleich zum üblichen eigens produzierten Trash-Mist des TV-Senders ist SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE der vermutlich bisher beste SYFY-Streifen. In SCARECROW sind die Spezialeffekte zur Abwechslung einmal wirklich als schauerhaft zu beurteilen. Zusammen mit der düsteren Atmosphäre und der ationlastigen Inszenierung eignet sich SCARECROW ideal für die Sichtung an einem verregneten Sonntag. Wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt dieser Vogelscheuchenhorror trotz toller CGI-Effekte jedoch nicht – Fast Food Horror für Zwischendurch eben!
 
 
 


 
 
 

SCARECROW – Zensur

 
 
 
Bei SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE handelt es sich um einen TV-Film. Sonderlich gewalttätig oder gar splattrig wird´s in SCARECROW leider nicht. Die Gewaltakte bewegen sich auf FSK16-Niveau! Das sah auch die Prüfbehörde so. SCARECROW ist ungeschnitten mit FSK16 erschienen.
 
 
 


 
 
 

SCARECROW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
scarecrow-das-grauen-stirbt-nie-bluray

(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scarecrow; USA | Kanada 2013

Genre: Horror, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch 2.0, Englisch Dolby Digital 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 20.05.2016

 

Scarecrow – Das Grauen stirbt nie [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SCARECROW – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei Concorde Home Entertainment)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Die Nacht der Vogelscheuche (1981)
 
Scarecrows (1988)
 
Night of the Scarecrow – Der Pakt mit dem Dämon (1995)
 
Husk (2011)