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Filmkritik: „Boarding School“ (2018)

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BOARDING SCHOOL

Story

 
 
 

Ein introvertierter Junge erlebt in einem sonderbaren Internat den blanken Horror.

 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Kritik

 
 
 
Wenn Jugendliche in düstere Internate geschickt werden, wissen alteingesessene Horrorfilmzuschauer mittlerweile, dass ihnen dort das Grausen erwarten wird. Meist schmieden nämlich in diesen Filmen boshafte Lehrkörper an furchtbaren Plänen. Die Schule ist schon lange kein Ort der Sicherheit mehr. Das Genre-Kino hat uns gelehrt, das gerade dort wo für die Zukunft gebüffelt werden soll, furchteinflößende Gestalten ihr Unwesen treiben. Ob es – wie in SUSPIRIA – Hexen sind, die ausgerechnet in einer Tanzschule ein Höllentor bewachen oder nur die Seelen verstorbener Künstler, die – wie in DOWN A DARK HALL – in die Körper ahnungsloser Mädchen schlüpfen wollen. Schulen sind schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren. Umso mehr kann man es Schülern nicht übel nehmen, wenn die lieber schwänzen, statt in diesen Einrichtungen zu pauken. Albtraum Schule ist auch im Spielfilm BOARDING SCHOOL Programm. BOAZ YAKIN hat hier geschrieben und Regie geführt. Eigentlich ein talentierter Mann Hollywoods. Der steuerte nämlich das Drehbuch des Kultfilms DER PUNISHER mit Action-Legende DOLPH LUNDGREN bei und drehte so Thriller- und Actionzeugs wie GEGEN JEDE REGEL oder SAFE – TODSICHER. Umso mehr verwundert die Arbeit an BOARDING SCHOOL. Der Streifen ist im direkten Vergleich zu den bisherigen Arbeiten des Filmemachers eine ganz andere Hausnummer. Statt glattgebügelter Hochglanzware wird eine ungeschliffene Indie-Produktion aufgetischt. Eigentlich nichts Schlechtes – hätte doch BOARDING SCHOOL nicht so viele Ecken und Kanten, die dann schon wieder zu viel des Guten sind.
 
 
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Eigentlich ist Jacob nur ein introvertierter Junge, der sich mitten in der Pubertät befindet. Ein schwieriger Lebensabschnitt, der vor allem die Eltern vor große Herausforderungen stellt. Nachts wacht der Junge schweißgebadet auf, weil er von Albträumen geplagt wird. Für die Mutter keine einfache Zeit, die wegen der allnächtlichen Schreie des Jungen nicht mehr zum Schlafen kommt. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Jacob. Als die Großmutter ganz plötzlich dahinscheidet, wissen die Eltern nicht mehr weiter. Der Heranwachsende flüchtet sich nämlich in seine ganz eigene Welt, um schmerzhafte Schicksalsschläge verarbeiten zu können. Ein wesentlicher Grund, warum der Sonderling in ein Internat gesteckt wird. Dort soll er lernen, wieder auf den rechten Weg zu kommen. Leider machen die Schulleiter von ganz eigenen Methoden Gebrauch, um die Schüler zu disziplinieren. Statt Schulbüchern liegen hier Gottesbücher aus. Und auch bei der Züchtigung vertrauen Lehrer eher konservativen Methoden. Tatsachen, die die Jugendlichen bald hinterfragen werden, denn offenbar liegt mit dieser Privatschule einiges im Argen.
 
 
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Ein merkwürdiger Film, der in erste Linie aber nur wenig mit Horror am Hut hat. Genau genommen ist BOARDING SCHOOL im Thriller- und Drama-Fach beheimatet, obwohl selbst diese Kategorisierungen nur selten eindeutig bleiben. BOARDING SCHOOL handelt von Außenseitern, die in einer Schule nach dem Warum und sich selbst suchen. Warum sind sie hier? Weshalb benehmen sich Lehrer so sonderbar? Und warum werden in dieser Schule gerade einmal sieben Schüler unterrichtet? Die Antwort darauf lässt auf sich warten, denn Regisseur BOAZ YAKIN macht aus seiner Geschichte ein Geheimnis – wohl vermutlich auch, um so die Spannung voranzutreiben. Hin und wieder gelingt ihm das ganz gut, wobei lobenswerter auf Charakterentwicklung geachtet wurde. So erhalten die Jungschauspieler genug Zeit, um sich in ihren Rollen vertiefen zu können. Leider ist Erfahrungsmangel und Talent ein großes Problem. So wirken die erbrachten Schauspielleistungen mancherorts unbeholfen und hölzern – grenzen oft sogar an Overacting. Weil der Film fast ausschließlich von unerfahrenen Jungdarstellern getragen wird, mausert sich BOARDING SCHOOL mit fortlaufender Spielzeit zu einer anstrengenden Rätselraterei. Hier wird nämlich viel gequasselt, was vor allem durch die Unerfahrenheit der Darsteller zum Problem wird.
 
 
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Aber auch die Handlung hat mit Schwächen zu kämpfen. Hier werden viele Themen aufgegriffen, aber zu keinem befriedigenden Ende geführt. Regisseur BOAZ YAKIN scheint seine Handlung nicht unbedingt unter Kontrolle zu haben. Der wirft zahlreiche Einfälle in einen Topf und scheint es offenbar darauf anzulegen, was am Ende für eine sonderbare Mixtur auf dem Teller landet. Das Sprichwort „Friss oder Stirb“ trifft es auf den Kopf. Zu sehen gibt es eine Teen-Liebesgeschichte, blutige Morde, eine Suche nach der eigenen Identität, Naziflashbacks und düstere Geheimnisse. Eigentlich ein interessanter Cocktail, wäre das Gebräu nicht doch etwas unausgegoren, überladen und wirr. Demzufolge kein Film für den Massenmarkt, sondern für Leute, die sich gern auf sonderbare Experimente einlassen wollen. Aufgeschlossen muss man zweifelsohne sein, um BOARDING SCHOOL genießen zu können, denn dieser Film ist wie seine Helden: ein waschechter Außenseiter mit Problemen.
 
 
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BOARDING SCHOOL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der geschwätzige BOARDING SCHOOL ist mehr Drama statt Horror. Der Streifen thematisiert viele emotionale Themen. Darunter: elterliche Enttäuschung, Mobbing und die Suche nach der eigenen Geschlechtsidentität. Als wäre das nicht schon Stoff für mehrere Filme wird der Streifen noch um Grusel- und Nazithematik erweitert. Doch dabei soll es nicht bleiben. Im Mittelpunkt steht eine Coming-of-Age-Geschichte, die um Horror-Elemente erweitert wurde. Zu viel des Guten, wie wir meinen, denn BOARDING SCHOOL entpuppt sich unterm Strich als wirrer und teils unausgegorener Grusel-, Thriller- und Dramen-Mix welcher derart viele Gedanken und Ideen enthält, dass es nicht wundern würde, wenn man den Faden verliert. BOARDING SCHOOL ist keine einfache Kost und vor allem nichts für den Otto-Normal-Zuschauer. Kann man schauen, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Zensur

 
 
 
Gewalt ist in BOARDING SCHOOL rar gesät. Meist bekommt man nur das Ergebnis eines Mordes zu sehen. Demzufolge ist dieser Film nichts für jene, denen es nicht blutrünstig genug vor der Linse zugehen kann. CAPELIGHT PICTURES hat sich die Rechte zum Film gesichert und dürfte für den Streifen problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BOARDING SCHOOL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Down a Dark Hall (2018)
 
Final Hour (1995)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
The Moth Diaries (2010)
 
Das Mädcheninternat – Deine Schreie wird niemand hören (2001)
 
Der Fluch von Hellestad (2004)
 
Suspiria (1977)
 
 
Suspiria (2018)

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Filmkritik: „Down a Dark Hall“ (2018)

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DOWN A DARK HALL

Story

 
 
 

Eine Teenagerin mit Problemen landet in einem gruseligen Internat. Leider geht es dort – wer hätte es gedacht – mal wieder nicht mit rechten Dingen zu.

 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer neuen Runde: Horrorfilme, die auf Romanen basieren. Schon wieder mag man meinen, denn die Traumfabrik ist bekannt dafür sich an bekannten Buchstoffen zu vergehen, um damit maximalen Profit zu machen. Diesmal kommt die Vorlage von jemandem, der schon die Geschichten für so manch erfolgreichen Horrorfilm geliefert hat. LOUIS DUNCAN nennt sich die leider 2016 verstorbene Schriftstellerin, die seit den 1950ern spannende Jugendbücher schrieb und als erste Autorin überhaupt Suspense und Thrill ins Jugendbuch brachte. Über 50 Bücher gehen auf das Konto der gefeierten Amerikanerin, von denen sogar einige von Hollywood verfilmt wurden. Darunter Thriller wie ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST, dessen Fortsetzung und TÖTET MRS. TINGLE. Leider kamen diese Filme bei der Schriftstellerin gar nicht gut an. Im Zuge der durch SCREAM verursachten Wiedergeburt des Slasherfilms, machte man aus einigen der gelobten Jugendbücher harte Thriller, um die wieder aufgekommenen Nachfrage nach Teenager-in-Angst-Streifen befriedigen zu können.
 
 
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Mit DOWN A DARK HALL hat man sich den einzigen Gothic-Horror-Roman der Autorin gekrallt. Dessen Rechte kamen der Autorin STEPHANIE MEYER in die Hände, die mit den Filmadaptionen ihrer Twilight-Romane mehrere Milliarden Dollar verdiente. Offenbar witterte die gute Frau Potenzial und beteiligte sich als Produzentin mit an der Produktion. Keine so schlechte Idee, denn die filmische Umsetzung des Jugendbuchs kann sich durchaus sehen lassen. Darin hat Teenagerin Kit (ANNASOPHIA ROBB) ein schweres Los gezogen. Die leidet unter dem tragischen Tod des Vaters und kommt mit den neuen Familienverhältnissen gar nicht klar. Die Mutter hat einen neuen Partner an ihrer Seite, den Kit leider gar nicht akzeptieren will. Hinzukommt, dass die Teenagerin Probleme in der Schule bereitet, weshalb die Jugendliche in ein spezielles Internat gebracht wird, um dort wieder auf den rechten Weg gebracht zu werden. Doch im Blackwood Internat herrschen andere Regeln. Handys sind tabu und Kontakt zur Außenwelt ebenfalls. Die Privatschulleiterin Madame Duret (UMA THURMAN) führt ein hartes Regime. Das ist auch dringend notwendig, denn offenbar soll niemand draußen wissen, dass in dieser Einrichtung alles etwas anders läuft. Das beginnt schon bei der Anzahl der Schüler. Hier werden nicht mehrere hundert Mädchen unterrichtet. Nein, die düsteren Klassenräume muss Kit mit gerade einmal vier anderen Leidgenossinnen teilen, die plötzlich seltsame Gaben entwickeln. Während sich die eine plötzlich zum Mathematik-Genie entwickelt und eine andere wie Picasso malt, spielt die rebellische Kit aus nicht erklärbaren Gründen Klavier, als wäre sie Chopin persönlich. Was liegt hier im Argen? Wer das Buch nicht gelesen hat, sollte sich überraschen lassen.
 
 
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Der in Barcelona mit englischsprachigen Schauspielern inszenierte DOWN A DARK HALL lebt von einer prächtigen Gruselkulisse, die endliche wieder Gothic-Grusel ins Wohnzimmer bringt. Knarrende Dielen, unheimliche Stimmen und schlecht ausgeleuchtete Flure – das sind gute Voraussetzungen für Grusel mit Gänsehautgarantie. In der Tat entwickelt der Mysterythriller schnell eine Aura des Unbehagens, weil sich Regisseur RODRIGO COTRÉS als talentierter Erzählmeister entpuppt, der vor allem mithilfe von Bildern Geschichten erzählt. Wurde die Handlung erst einmal in Dunkelheit getaucht, wird die Story zur Nebensache. Gruselstimmung ist im Falle von DOWN A DARK HALL offenbar alles. Davon hat der Gruselfilm reichlich in petto und stopft damit so einige Ungereimtheiten. Letztere machen sich vor allem mit fortlaufender Laufzeit bemerkbar. Je näher der Streifen seiner Zielgerade entgegenfiebert, umso absurder und klischeehafter wird er. So wird schnell ein Mysterium heraufbeschworen, das lang im Verborgenen bleibt. Eine zuvor rebellische Teenagerin kommt plötzlich zur Vernunft, lüftet das seit Jahrzehnten verborgene Geheimnis eines Internats und bringt damit die Schule zu Fall. Weniger Standard-Verläufe für Mysterythriller hätten DOWN A DARK HALL gutgetan. Dennoch ist der von RODRIGO COTRÉS inszenierte Gruselthriller kein schlechter Genre-Beitrag. Das mag vor allem an der kurzweiligen Machart, dem schaurigen Filmlook und den guten Darstellern liegen. Allen voran UMA THURMAN. Die mimt hier mit französischem Akzent und trockenem Humor eine mürrische Schulleiterin. Steht ihr ganz gut die Rolle.
 
 
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DOWN A DARK HALL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein visuell beeindruckendes und absolut stimmiges Gruselmärchen mit Starbesetzung. DOWN A DARK HALL ist die makellose Kinoadaption eines Jugendbuchs von 1974, die vor allem durch eines überzeugen kann: Atmosphäre. Regisseur RODRIGO COTRÉS scheint nach dem minimalistischen Thriller BURIED offenbar an der Zusammenarbeit mit hochkarätigen Hollywoodstars Gefallen gefunden zu haben. Nach ROBERT DE NIRO und RYAN REYNOLDS arbeitet er nun mit UMA THURMAN zusammen, die sich mal wieder von einer ganz anderen Seite zeigt. DOWN A DARK HALL hat all das, was man von einem Gruselfilm erwartet. Schauerstimmung ist allgegenwärtig und die Handlung bleibt weitestgehend spannend, weil man versucht die Auflösung so lang wie möglich hinauszuzögern. Die ist zwar absurd und reichlich speziell. Wer sich aber damit arrangieren kann, erlebt konventionellen Gothic-Horror für kühle Herbsttage. Da hatte man schon schlechteres auf dem Schirm.
 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Zensur

 
 
 
DOWN A DARK HALL wurde in Amerika mit einem jugendfreundlichen PG-13 in die Kinos gebracht. Das wundert nicht, denn der Film hat außer düstere Stimmung keinerlei Schauwerte zu bieten. Erst gegen Ende verbrennen einige Menschen. Das wird aber teils nur angedeutet. Zudem gibt es Besessenheitsszenen zu sehen. Das dürfte wohl einer der Gründe sein, weshalb die FSK hierzulande nicht so locker mit der Freigabe sein wird. Vermutlich wird der Film in Deutschland mit blauem FSK16-Flatschen im Handel stehen.
 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Premiere)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Suspiria (1977)
 
Dämonen im Mädchenpensionat (2006)
 
Die Sehnsucht der Falter (2011)
 
Die Tochter des Teufels (2015)