Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Horrorfilme Internet

Filmkritik: „Selfie from Hell“ (2018)

selfie-from-hell-2018-poster
 
 
 

SELFIE FROM HELL

Story

 
 
 

Eine Vloggerin beschäftigt sich zu intensiv mit dem Darknet und zieht so die Aufmerksamkeit des Bösen auf sich.

 
 
 


 
 
 

SELFIE FROM HELL – Kritik

 
 
 
Neue Technologien, neue Horrorfilme. Seit Fotohandys das Kommunizieren revolutioniert haben, sind auch Dinge in unseren Alltag vorgedrungen, die die einen verteufeln – andere jedoch nicht wieder missen möchten. Die Rede ist von Selfies, ohne die in der modernen Welt offenbar gar nichts mehr geht. Die oft gestellten Selbstporträts überfluten tagtäglich die sozialen Netzwerke und haben sich zu einer regelrechten Plage entwickelt. Doch die Sucht nach Selbstinszenierung kennt keine Grenzen. Mittlerweile reichen Selfie nicht mehr aus, um den eigenen Geltungszwang befriedigen zu können. Immer mehr junge Leute drehen Videos und machen diese viral. Da wird über das eigene Leben geplaudert, eingekaufte Produkte getestet oder vor der Kamera gesungen. Nichts ist peinlich und wird der Öffentlichkeit aufgezwungen. Für die deutsche Schauspielerin MEELAH ADAMS Grund genug, daraus Gruselstoff zu drehen. Die produzierte 2015 einen zweiminütigen Kurzfilm mit dem Titel SELFIE FROM HELL, der sich innerhalb weniger Wochen zu einem Internet-Hit entwickelte und über 26 Millionen Klicks erhielt. Der Clip war Teil ihrer Bachelorarbeit über die Wirkung viraler Videos und erhielt offenbar so viel positives Feedback, dass eine Langfilmversion nicht vermeidbar war. Die ist nun fertig und buhlt um die Gunst der Horrorfilm-Gemeinde. Ob der Langfilm genauso gut ist, wie der unheimliche Zweiminüter?
 
 
selfie-from-hell-2018-bild-2
 
 
Das kommt davon, wenn man sich nicht mit dem Internet auskennt. Vloggerin Julia (MEELAH ADAMS) führt nämlich einen erfolgreichen YouTube-Channel, auf dem sie neuerdings ihre Erfahrungen mit dem Darknet teilt. Dabei handelt es sich um einen Bereich des Internets, der wegen krimineller Machenschaften zu zweifelhaften Ruhm gekommen ist. Leider beschäftigt sich die junge Dame zu intensiv mit der dunklen Seite des Webs, weshalb sie bald die Aufmerksamkeit zwielichtiger Gestalten auf sich lenkt. Als sie Begegnung mit einer knöchrigen Kreatur macht, die an den SLENDER MAN erinnert, wird sie plötzlich krank und fällt in Dauerschlaf. Das versetzt Cousine Hannah (ALYSON WALKER) in Sorge. Die ist über den Gesundheitszustand der Verwandten gar nicht erfreut. Leider kann ihr niemand helfen, weshalb sie selbst auf Ursachensuche geht. Schnell sind erste Gründe gefunden. Offenbar lauert im Darknet etwas, dass es nicht gut mit neugierigen Nichtswissern meint. So kommt, was kommen muss. Hannah verfolgt die letzten Recherchen ihrer Cousine und stößt in düstere Bereiche des Internets vor, die man besser nicht genauer ergründet. Dass die Folgen fatal sein werden, dürfte an dieser Stelle keine Überraschung sein.
 
 
selfie-from-hell-2018-bild-1
 
 
Alle wieder mit an Bord. Für den Kinoausflug zum Kurzfilm haben sich alle Beteiligten erneut zusammengefunden. Wie beim Shorty übernahm ERDAL CEYLAN die Regie und schrieb das Drehbuch – MEELAH ADAMS produzierte. Letztere ergatterte auch gleich noch eine Rolle im Spielfilm. Leider dürfte die Langfilmversion von SELFIE FROM HELL nur wenig Eindruck hinterlassen. Der Film ist nämlich bei genauerer Betrachtung nichts weiter als dreister Ideenklau. So findet man Elemente aus Filmen wie UNFRIEND, UNKNOWN USER, THE RING oder auch THE DEN wieder, die man hier wild durcheinander gemixt hat, um den Zuschauer mit möglichst unerwarteten Schocks zu konfrontieren. Zugegeben sitzen die gut, was vor allem an der Arbeit der Tontechniker liegt, die mit abrupt laut eingespielten Klängen den Puls der Zuschauer nach oben treiben. Dennoch ist SELFIE FROM HELL kein Horror-Highlight. Der Film bewegt sich zu engstirnig in vordiktierten Genre-Bahnen. SELFIE FROM HELL ist ein Social-Media-Horrorfilm, der wie eine Art Gruselkrimi startet. So beginnt Heldin Hannah mit Forschungen im Internet, die nach und nach Aufschluss darüber geben sollen, was ihrer plötzlich erkrankten Cousine dort widerfahren ist. Da werden Anhaltspunkte in ominösen Chatportalen verteilt, um Puzzleteile zusammenfügen zu können. Dabei bekommt es die Hauptdarstellerin mit skrupellosen Menschen zu tun, die im Darknet boshaften Machenschaften nachgehen. Das Detektivspiel funktioniert ganz gut, bis sich der Cybercrime-Thriller plötzlich in Geisterblödsinn verwandelt, den man leider gar nicht mehr ernst nehmen kann. So kommt die Suchende plötzlich einem seltsamen Mysterium auf die Spur. Dabei geht es um einen geheimnisvollen Darknet-Fluch, der das Erscheinen einer unheimlichen Kreatur zur Folge hat. Überflüssiger Nonsens, der den Film beliebig macht. Da wäre es wohl weitaus besser gewesen, wenn man die zuvor aufgenommene Thematik über böse Jungs im Darknet weiter ausgebaut und das Publikum mit kontroversen Terror, Psycho – oder Folterszenarien schockiert hätte. SELFIE FROM HELL dürfte sich mangels neuer Ideen nicht in die Köpfe von Horrorfilmfans brennen können. Etwas mehr Originalität und vor allem Blut hätte dem überraschend düsteren Streifen weitaus besser getan. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass eben nicht jeder Kurzfilm auch als Langfilm überzeugen kann.
 
 
selfie-from-hell-2018-bild-3
 
 


 
 
 

SELFIE FROM HELL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Erst Mystery-Krimi, dann Psychothriller und am Ende ein Geisterfilm. SELFIE FROM HELL macht es dem Kinoerfolg LIGHTS OUT gleich. Beiden Filmen liegen Kurzfilme zugrunde, die im Internet Klickzahlen nach oben trieben. Da wäre man doch dumm, wenn man nicht einen Langfilm nachschieben würde, um damit viel Geld verdienen zu können. Im Falle von SELFIE FROM HELL ist die Entscheidung nicht ganz geglückt. Klar ist die Idee vom Ergründen der Darknet-Mysterien nicht uninteressant. So kommt die Hauptdarstellerin schnell mit der finsteren Seite des Internets in Berührung und gerät an kriminelle Leute, die nichts Gutes im Sinn haben. Leider verrennt sich SELFIE FROM HELL schnell vom Rationalen ins Paranormale. Das ist dahingehen unglücklich entschieden, weil der Film mit seinem Slender-Man-gleichen Einschlag kurz vor der Zielgeraden dann doch ziemlich haarsträubend und konfus wird. Immerhin sitzen die Schockmomente. Selbst alteingesessene Horrorfilmkenner werden da zusammenzucken.
 
 
 


 
 
 

SELFIE FROM HELL – Zensur

 
 
 
Auf schaufreudige Grausamkeiten hat man in SELFIE FROM HELL fast gänzlich verzichtet. Der Film lebt ausschließlich von seinen unerwarteten Schockmomenten und einer düsteren Grundstimmung. Dennoch ist der Film nichts für Kinder. Eine FSK16 ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

SELFIE FROM HELL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken stammen von der Webseite zum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Operator – Eine Marble Hornets Story (2015)
 
Smiley (2013)
 
The Den (2014)
 
Unknown User (2014)
 
FearDotCom (2002)
 
Gefällt mir (2014)
 
Ratter – Er weiß alles über dich (2015)
 

Advertisements

Filmkritik: „Like.Share.Follow.“ (2017)

like-share-follow-2017-poster
 
 
 

LIKE.SHARE.FOLLOW.

Story

 
 
 

Eine Stalkerin macht einem YouTube-Star das Leben zur Hölle, weil der ihre Liebe nicht erwidern will. Dank dem Internet beschafft sie sich alle Informationen über das Objekt ihrer Begierde und richtet damit Chaos an.

 
 
 


 
 
 

LIKE.SHARE.FOLLOW. – Kritik

 
 
 
Jeder kennt es, jeder nutzt es – aber niemand scheint einsehen zu wollen, dass das Internet auch Schattenseiten besitzt. Im Zuge der Anonymität können nämlich hier Menschen Schindluder treiben, für das sie oft nicht mal belangt werden können. Dabei sind es vor allem die sozialen Netzwerke, die in den letzten Jahren zum Tummelplatz zwielichter Gestalten geworden sind. Hier wird beleidigt, gemobbt oder manipuliert, was sich oft für Opfer zu einem nichtendenden Albtraum entwickelt. Die können zwar die Leitung kappen, aber so dem Horror nicht immer entkommen. Nicht selten geht der Albtraum in der Offline-Welt weiter, weil das Internet mittlerweile so forangeschritten ist, dass es alle Bereiche des „richtigen“ Lebens beeinflusst. Demzufolge sollte man Vorsicht walten lassen, welche intimen Details man über sich im Internet verbreitet. Es gibt immer Menschen, die derart sensible Informationen missbrauchen, um sie für eigene Zwecke zu verwenden. Leider kommen die Warnungen für den Protagonisten des folgenden Spielfilms zu spät. Cybermobbing und seine Folgen sind in diesem Thriller Programm. Der nennt sich LIKE.SHARE.FOLLOW und zeigt erschreckend, was passieren kann, wenn die Möglichkeiten des Internets in die Hände psychisch labiler Menschen geraten.
 
 
like-share-follow-2017-bild-1
 
 
Dass Gefahren im Internet lauern, müssen auch erfolgreiche Youtuber einsehen. Garrett (KEIYNAN LONSDALE) macht sein Leben zum viralen Erlebnis und hat damit schon zwei Millionen Menschen erreicht, die ihm tagtäglich auf seinem YouTube-Kanal folgen. Der Erfolg spült zwar Geld in die Kasse, hat aber auch negative Seiten. Ein hartnäckiger Fan (EMA HORVATH) empfindet nämlich mehr für den Internetstar. Michelle heißt die Gute und hat offenbar nicht alle Latten am Zaun. Sie findet einen Weg ins Leben des YouTube-Junkies und macht ihm dort das Leben zu Hölle. Erst landet sie mit dem begehrten Junggesellen im Bett. Als der von ihren Stalker-Qualitäten Wind bekommt und logischerweise nichts mehr mit der jungen Dame zu tun haben möchte, zeigt Michelle jedoch ihr wahres Gesicht. Sie betreibt Cybermobbing, stellt dem Objekt ihrer Begierde nach und schreckt auch nicht davor zurück, Angehörige der YouTube-Berühmtheit in Gefahr zu bringen. Da stellt sich schnell die Frage, ob es nicht besser wäre, den Stecker zu ziehen und Offline zu gehen. Doch Internetabstinenz macht den gestörten Fan nur wütender. Der hat pikante Videos und Bilder seines Opfers und stellt diese ins Internet, um dessen Ruf zu zerstören. Was folgt ist eine Lektion in Sachen bewusster Umgang mit dem Internet, denn was man dort leichtfertig veröffentlicht, kann erschreckende Konsequenzen haben.
 
 
like-share-follow-2017-bild-2
 
 
Die Leute hinter BLUMHOUSE PRODUCTION wissen, wonach es dem Kommerzpublikum dürstet. Die Produktionschmiede ist dafür bekannt, simpel gestrickten und auf Hochglanz polierten Mainstream-Horror für die breite Masse in Arbeit zu geben, der nicht überfordert – aber unterhält. Auch bei LIKE.SHARE.FOLLOW hatte das Produktionsstudio seine Finger mit im Spiel, was zumindest auf kurzweilige Unterhaltung hoffen lässt. Die wird definitiv geboten, denn der hier vorgestellte Psychothriller reiht sich souverän in die Schlange ähnlich gestrickter Stalker-Streifen wie SWIMFAN, MISERY oder EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE ein und hebt dabei sogar noch mahnend den Zeigefinger. Regisseur und Drehbuchschreiber GLENN GERS versucht eindringlich vor der unüberlegten Nutzung des Internets zu warnen, wo nicht immer Gefahren eingeschätzt werden, die durch leichtsinnigen Gebrauch auf Social-Media-Plattformen entstehen. So macht Protagonist Garrett sein Leben transparent. Der gibt im Netz zu viel von sich preis und macht sich dadurch angreifbar. Das Resultat ist Cybermobbing in seiner ganzen Form gegen das selbst Gesetzeshüter im Film nichts unternehmen können, weil Grenzen zwischen Recht und Unrecht nicht eindeutig erkennbar sind. Demzufolge sind die Geschehnisse in LIKE.SHARE.FOLLOW nicht weit hergeholt – wenngleich der Film im Finale dann doch etwas zwanghaft in die Horrorschublade gepresst wird. Dort wird nach blutigen Lösungen gesucht, um den Stalker-Spuk ein Ende bereiten zu können. Etwas zu einfach, weil im Grunde genommen so die meisten Filme mit Stalker-Problematik beendet werden. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, wenn man den Film weniger konsequent abgeschlossen und nach unkonventionellen Lösungen gesucht hätte. Der nicht unspannend inszenierte LIKE.SHARE.FOLLOW wäre so vermutlich aus der Masse an Stalker-Thrillern hervorgestochen. Dennoch ist der Psychothriller weit weg von schlecht. Kann man sich durchaus mal ansehen.
 
 
like-share-follow-2017-bild-3
 
 


 
 
 

LIKE.SHARE.FOLLOW. – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Sehenswerter Psychothriller, der sich einen bedachteren Umgang mit dem Internet wünscht. Schöne neue, aber auch gefährliche Welt. Wie bedrohlich das Internet tatsächlich ist, zeigt LIKE.SHARE.FOLLOW mehr als deutlich. Social-Media-Plattformen und egozentrische Nutzer werden hier an den Pranger gestellt. Von Letzteren gibt es immer mehr. Die verkaufen sprichwörtlich das eigene Leben, um mit Selbstinszenierung und Selbstbeweihräucherung möglichst viele Likes und ausreichend Anerkennung im Netz abstauben zu können. Virale Leichtfertigkeit ist jedoch nicht folgenfrei. So führt LIKE.SHARE.FOLLOW vor Augen, welche unerwartete Folgen grenzenlose Naivität, Unachtsamkeit und Geltungssucht haben können. Der Streifen beginnt harmlos. Doch der Ton ändert sich schon bald, denn schnell verwandelt sich das erheiternde Treiben in schonungslosen Psychoterror für den man gute Darsteller ausgewählt hat. Hier fällt vor allem Schauspielerin EMA HORVATH auf. Die macht zwar in ihrer Rolle den Anschein, als könne sie keiner Fliege etwas zu Leide tun, ist sie jedoch einmal in Fahrt, möchte man der von ihr gespielten Stalkerin Michelle besser nicht im Dunkeln begegnen. Da zeigt sich mal wieder, wie wichtig Schauspieler sind, die auch was können. Die beiden hervorragend gewählten Protagonisten tragen den Psychothriller beinahe allein und lassen die übrigen Darsteller verblassen. Wegen des guten Schauspiels schaut man doch gern über das klischeehafte Ende und einer unpassenden Pointe vorm Abspann hinweg. Letztere ist – trotz zynischem Unterton – vollkommen überflüssig.
 
 
 


 
 
 

LIKE.SHARE.FOLLOW. – Zensur

 
 
 
LIKE.SHARE.FOLLOW. hat kaum Gewalt zu bieten. Der Film ist eher im Psychofach beheimatet und schwört Horror auf psychologischem Wege herauf. Erst am Ende fließt etwas Blut. Ein Messer wird in einen Körper gestochen und ein Kaminhaken wird zweckentfremdet. Hierzulande dürfte der Film problemlos eine FSK16 erhalten.

 
 
 


 
 
 

LIKE.SHARE.FOLLOW. – Filmclip

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Blumhouse Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Boy Next Door (2015)
 
Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)
 
Come Back to Me (2014)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
The Roommate (2011)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 


Filmkritik: „Dislike“ (2016)

dislike-2016-poster
 
 
 

DISLIKE

(DIZLYKE | Дизлайк)

Story

 
 
 

Das Video-Blogger Massaker: Sieben Internet-Blogger werden in eine Villa gelockt und dort abgeschlachtet. Nur wer zeichnet für dieses Blutbad verantwortlich?

 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Kritik

 
 
 
Jede Generation hat ihre Stars. Während man in den 1980ern Actionhelden wie ARNOLD SCHWARZENEGGER oder SYLVESTER STALONE im Kino huldigte, hat sich mittlerweile das Blatt gewendet. Künstler aus Film und Fernsehen sind bei Teenagern von heute Schnee von gestern. Idole werden in der heutigen Zeit im Internet geboren. Da verwandeln sich plötzlich normale Menschen von nebenan in Superstars, weil sie in der Freizeit private Blogs oder Youtube-Kanäle pflegen auf denen sie mehr oder weniger brauchbare Informationen in die Jugendzimmer bringen. Dabei sind es vor allem Vlogger, die seit Jahren wie Pilze aus dem Boden wachsen. Darunter versteht man junge Menschen, die im Internet Videos verbreiten, in denen sie Produkte testen, über Lifestyle reden oder sich einfach nur selbst inszenieren. Genau jenen Leuten geht es im folgenden Film an den Kragen. Offenbar sind die so genannten Videoblogger dem Regisseur PAVE RUMINOV ein Dorn im Auge. Anders lässt sich nicht erklären, warum er diese Leute in DISLIKE beinahe zynisch über die Klinge springen lässt und sich am Ende auch noch kritisch über die Mechanismen sozialer Medien äußert. Da steht wohl jemand auf Kriegsfuss mit Facebook, Youtube und Co.
 
 
dislike-2016-bild-1
 
 
Sieben großkotzige Videoblogger erleben in DISLIKE (im Original: DIZLAYK) nichts Gutes. Die sind im Internet gefeierte Stars und werden deshalb einen Tag vor Weihnachten in eine Villa geladen, um dort für einen Energy-Drink Promotion zu betreiben. Doch die Einladung ist nur Tarnung. Kaum dort angekommen kippt die zuvor heitere Stimmung um. Einem der Teilnehmer wurde eine Bombe um den Kopf geschnürt. Die zündet und sendet den Blogger in die ewigen Jagdgründe. Das kommt bei den Anwesenden gar nicht gut an. Die sind plötzlich nicht mehr so vorlaut und bekommen es mit der Angst zu tun. Eine mysteriöse Stimme schallt aus einem Lautsprecher und gibt Anweisungen. So sollen die Vlogger herausfinden wer hier Schindluder treibt. Wer sich sträubt und nicht mitspielen will, wird sofort getötet. Da werden Lebensinstinkte aktiviert. Leider zieht durch die Räume ein maskierter Killer, der das Raten zusätzlich erschwert. So kommt was kommen muss. Einer nach dem anderen stirbt – abwechslungsreich und blutig. Slasher-Fans kommen da natürlich auf ihre Kosten.
 
 
dislike-2016-bild-3
 
 
Auch in Russland sind Opfer in Slasher-Filmen nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. In bester SCREAM- und SAW-Manier müssen die in DISLIKE Spiele spielen und während einer schwarzhumorigen Ratestunde abwechslungsreich ihr Leben lassen. DISLIKE wurde nach amerikanischem Vorbild gezimmert und erweckt – mal abgesehen von sprachlichen Barrieren – nicht den Anschein, dass der Streifen in Russland gedreht wurde. Regisseur PAVE RUMINOV präsentiert makellose Bilder in MTV-Clip-Ästhetik und macht es so vielen neueren Produktionen gleich, die mit viel Geld in Amerika für ein junges Kinopublikum fabriziert werden. Trotz hanebüchener Story und Figuren aus dem Horrorfilm-Baukasten kann der Slasher was. Das mag an der lückenlosen Inszenierung liegen, die straff durchorganisiert wurde. Der Film besitzt kaum Längen und konzentriert sich auf das Wesentliche. Im Falle von DISLIKE ist das das Ausradieren unsympathischer Jungdarsteller, die unter Einsatz schwarzen Humors das Zeitliche segnen. Da erklingt der Weihnachtsklassiker „Jingle Bells“ sobald Opfer um die Ecke gebracht wurden. Aber auch der Spielmoderator unterstreicht das Treiben mit boshaften Sprüchen, um das Publikum vor der heimischen Glotze zu erheitern. Nicht zum Lachen ist dagegen den Filmhelden selbst zumute. Die erleben den Terror ihres Lebens und werden durch diverse Filmwendungen gejagt, um die Identität des Killers möglichst lang hinauszögern zu können. Regisseur PAVE RUMINOV hat dabei seine Hausaufgaben mit nötiger Sorgfalt gemacht. Der Film zitiert gründlich und ausgiebig amerikanische Slasher-Klassiker und ist darin sogar richtig gut. Erfahrene Zuschauer werden Zitate und Anspielungen erkennen. Horrorfilmneulinge können sich dagegen auf kompromissloses Abschlachten dummer Teenager freuen. Ein zynischer Horrorspaß mit reichlich Blut. 7 Points goes to Russia.
 
 
dislike-2016-bild-2
 
 


 
 
 

DISLIKE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nicht übel was da Putins Knechte fabriziert haben. Bitterböse Schlachtplatte aus Russland. Regisseur PAVE RUMINOV rechnet in DISLIKE (Originaltitel: DIZLAYK) mit Möchtegern-Stars aus dem Internet ab, die seit einigen Jahren Teenager zum Kreischen bringen und Erwachsene ratlos mit dem Kopf schütteln lassen. Der Filmemacher überrascht mit deftigem Blutbad und äußert aber auch subtile Kritik an der Generation Youtube, wo die Gier nach Klicks und Likes bei jungen Menschen gern mal den Verstand vernebelt. DISLIKE ist ein Horror-Slasher nach amerikanischem Vorbild. Der Streifen besitzt reichlich schwarzen Humor und geht mit seinen Opfern nicht zimperlich um. Die Todesarten sind abwechslungsreich und der Killer im Film kennt keine Gnade mit seinen dummen Opfern. Das dürfte hungrigen Horrorfans gefallen, die hier schnörkelloses Ausradieren zu sehen bekommen – ohne Längen und überflüssiges Brimborium. Für Slasher-Fans ein Fest.
 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Zensur

 
 
 
Ist das im Film Youtuberin SHIRIN DAVID? Man muss schon zweimal hinschauen, um erkennen zu können, dass die russische Schauspielerin MARIYA VEY der bekannten Vloggerin aus Deutschland wie aus dem Gesicht geschnitten ist. DISLIKE ist für einen Slasher recht blutig geraten. Es explodieren Köpfe, Kehlen werden durchgeschnitten und Messer oder Äxte bohren sich durch Fleisch, als wäre es Butter. Hierzulande gibt es für DISLIKE vermutlich eine Freigabe für Erwachsene mit rotem FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
#Horror (2015)
 
Who’s Next (2012)
 
The Den (2013)
 
Devil’s Domain (2016)
 
Unfriend (2016)