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Beiträge mit Schlagwort “Horrorfilme Mobbing

Filmkritik: „Devil’s Domain“ (2016)

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THE DEVIL’S DOMAIN

Story

 
 
 

Auch der Teufel kann Social Media: Ein Mobbingopfer geht einen Pakt mit dem Teufel ein, um den täglichen Schikanen der Mitschüler ein Ende zu bereiten.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Kritik

 
 
 
Während es Außenseiter im richtigen Leben schwer haben und meist erfolglos versuchen gegen Demütigung und Hass anzukämpfen, weht im Horrorgenre ein anderer Wind. Hier wachsen Sonderlinge in der Regel über sich hinaus und verwandeln sich nicht selten in Antihelden, um gegen Unterdrückung und Schikanen rigoros vorzugehen. So wird gern mal gerächt – und das nicht immer unblutig. Ganz zum Leidwesen heimtückischer Täter. Die müssen für boshaftes Mobbing mit dem Leben bezahlen. Das war schon bei Kings CARRIE der Fall und ist auch im folgenden Rache-Horror nicht anders. DEVIL’S DOMAIN schimpft sich ein weiterer Bestrafungsstreifen, der immerhin mit ansprechenden und zugleich kuriosen Trailer lockt. Darin lädt ein weiblicher Teufel zum blutigen Stelldichein und will den Horrorfan mit unappetitlichen Splatter-Einlagen und nackter Haut beglücken. Eigentlich eine gute Sache. Nur, ob der eigentliche Streifen auch halten kann, was der Kinotrailer verspricht? Filmwerbung übertreibt gern mal.
 
 
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Cyber-Mobbing und die tragischen Folgen. Lisa (MADI VODANE) hat es an der Schule nicht leicht. Die ist Einzelgängerin, leidet an einer Essstörung und hat sich dazu auch noch in die beste Freundin verliebt. Viele Baustellen von denen auch bald die Mitschüler Wind bekommen und die Teenagerin schikanieren. Als dann auch noch pikante Videos im Internet auftauchen, in denen Lisa heimlich beim Masturbieren und Erbrechen gefilmt wurde, weiß die Schülerin nicht mehr weiter. Da meldet sich plötzlich die attraktive Destiny (LINDA BELLA) über den Social-Media-Account der Jugendlichen. Die hat Mitleid und will helfen. Doch die gut gemeinten Absichten haben einen Haken. Die hilfsbereite Dame will nämlich einen Pakt schließen und entpuppt sich als der Leibhaftige persönlich. Das stört die schüchterne Lisa aber nicht. Die willigt ein und lässt den Teufel bestrafen. Der tötet die Peiniger der Gemobbten und hat reichlich Spaß dabei. Leider kommt alles anders. Wie so oft handelt der Teufel nämlich nur in eigenem Interesse. Diese Erfahrung muss auch Lisa machen. Als der nämlich auch Jene töten will, die der Schikanierten nahe stehen, ist Schluss mit lustig.
 
 
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Nette Idee – aber irgendwie trashig. DEVIL’S DOMAIN hat gute Ansätze, ist aber weder Fisch noch Fleisch. Das größte Problem: Der teuflische Rachestreifen hinterlässt einen semiprofessionellen Eindruck. Die Schnitte wirken unbeholfen, die musikalische Untermalung wurde teilweise unpassend gewählt. Zudem ist das Budget wohl hauptsächlich in Spezialeffekte geflossen, weshalb kein Geld mehr für gescheite Schauspieler vorhanden gewesen war. Vor allem Hauptdarstellerin und Mobbingopfer MADI VODANE hinterlässt zwiespältige Gefühle. Die steht das erste Mal vor der Kamera und kann gar nicht überzeugen. Als unerfahrene Newcomerin quält sie sich mit Laienschauspiel durch eine simpel gestrickte Geschichte, die sich eigentlich nur mit Splatter-Späßen über Wasser halten kann. So wird in DEVIL’S DOMAIN schwarzhumorig getötet, was den Streifen zumindest bei Fan für blutige Hausmannskost interessant machen dürfte. Mit kreativen Killerspielchen kennt sich Regisseur JARED COHN übrigens besonders gut aus. Der hat in der Vergangenheit viele Filmbanalitäten verbrochen und fühlt sich offenbar im Horrorfach besonders wohl. Zuletzt gab’s von ihm mit Low-Budget-Futter wie BUDDY HUTCHINS und THE HORDE deftigen Nachschub für Fans blutiger B-Movies. Für Feingeister war das leider nichts. Tiefgründigkeit darf man auch vom diabolischen DEVIL’S DOMAIN nicht erwarten, der sich einen Deut darum schert sich ernsthaft mit Mobbing und den Folgen auseinanderzusetzen. Stattdessen spult Filmemacher JARED COHN hastig und wenig ambitioniert das ab, was in der Kult-Reihe NIGHT OF THE DEMONS bereits Programm gewesen war. Dort vermasselte eine Dämonenbraut frechen Teenagern das Halloween und tötete abwechslungsreich. Das wird auch in DEVIL’S DOMAIN beibehalten. JARED COHN kopiert dreist und tauscht im Grunde genommen nur Dämonendame Angela aus genannter Horror-Serie gegen den Teufel in Frauengestalt aus. Der Ablauf ist ähnlich: Töten, töten, töten – Titten und Lesbensex gibt’s inklusive. Männlichen Zuschauern dürfte diese Kombination vermutlich zusagen.
 
 
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THE DEVIL’S DOMAIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Titten, Sex und Splatter. DEVIL’S DOMAIN setzt auf die niederen Instinkte. Hier wird zwar Cybermobbing thematisiert. Tiefgründig auseinandersetzen will sich der Streifen damit aber nicht. Die Außenseiterthematik ist nur Vorwand, damit gerächt werden kann – und das reißerisch und blutig. Regisseur JARED COHN zelebriert Trash in Reinform, der sich zumindest bei den Morden schwarzhumorig zeigt. Trotzdem hält man hier keinen Horror-Hit in den Händen. Das liegt in erster Linie am mangelnden Budget, das DEVIL’S DOMAIN semiprofessionell und billig erscheinen lässt. Für Fans der Kult-Reihe NIGHT OF THE DEMONS aber vermutlich von Interesse. DEVIL’S DOMAIN ist dem genannten Horror-Franchise nämlich nicht unähnlich.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Zensur

 
 
 
THE DEVIL’S DOMAIN hat einige Sauereien zu bieten. Von Erdrosseln, über eine Gesichtsbearbeitung mit der Kettensäge bis hin zu schlimmen Verbrennungen gibt es allerhand böse Szenen zu sehen. Sollte es der Horrorfilm nach Deutschland schaffen, wartet vermutlich eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CLEOPATRA ENTERTAINMENT | CLEOPATRA FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night (1997)
 
Night of Something Strange (2016)
 
Trailer Park of Terror (2008)
 


Filmkritik: „Alena“ (2015)

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ALENA

Story

 
 
 

Kleine Teufel in Schuluniformen: Eine Außenseiterin (AMALIA HOLM) muss sich an einer neuen Mädchenschule gegen voreingenommene Mitschülerinnen behaupten. Leider führen heimtückische Mobbing-Attacken bald zur Katastrophe, denn auch unschuldig dreinschauenden Einzelgängerinnen platzt irgendwann mal der Kragen.

 
 
 


 
 
 

ALENA – Kritik

 
 
 
In Europa tut sich was, vor allem in Schweden. Dort scheint es seit Jahren zu brodeln, weil man unkonventionelle Filmrezepte erfindet, um sie dann nimmersatten Kinofans auftischen zu können. Damit fährt man scheinbar gut, wie die emsige Remakesucht der Traumfabrik an den Tag legt. Die ist vom typisch schwedischen Look offenbar so beeindruckt, dass man sich Rechte krallt, um dann schwedische Filme nach eigenen Vorstellungen zu kopieren. So ist das Land im Norden Europas mittlerweile auch in Übersee ein Begriff, wo Neuinterpretationen von schwedischer Exportware wie VERBLENDUNG oder SO FINSTER DIE NACHT große Summen an Kinokassen eingespielt haben. Mal sehen, was in Zukunft noch den Weg über den Teich finden wird. Ein weiterer Streifen im Kreise ambitionierter Filmprojekte aus Schweden ist das Psychodrama ALENA. Das basiert auf einem Comicbuch von KIM W. ANDERSSON, die für ihre Arbeit mit dem wichtigsten Comic-Preis Schwedens ausgezeichnet wurde. Nach der Lobpreisung sah man offenbar in der Geschichte Potenzial für einen Langfilm, weshalb man den Comic – ganz zeitgemäß – fürs Kino adaptierte. Auch in Schweden stehen Comic-Verfilmungen hoch im Kurs.
 
 
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Pubertät kann manchmal grausam sein – vor allem wenn man Außenseiter ist. Mit diesem Floskel macht auch die introvertierte Alena Erfahrung, die an einer Elite-Schule den ultimativen Horror erlebt. Die beste Freundin hat sich das Leben genommen. Nun versucht der Teenager an der neuen Schule Anschluss zu finden und scheitert kläglich. Grund dafür ist Filippa (MOLLY NUTLEY) – eine ehrgeizige Schülerin, die vor nichts und niemandem Respekt hat. Das muss auch Alena am eigenen Leib erfahren, die von der boshaften Klassenkameradin schikaniert und gedemütigt wird. Doch fiese Gehässigkeiten sind erst der Anfang. Als die Außenseiterin Teil des Lacrosse-Teams werden soll, gehen die Mobbing-Attacken erst richtig los. Die strebsame Filippa sieht ihre Sportkarriere in Gefahr und beginnt Nachforschungen über ihre Konkurrentin anzustellen. Ein fataler Fehler wie sich bald herausstellen wird, denn offenbar verbirgt Alena etwas in ihrer Vergangenheit, von dem niemand erfahren sollte. Was folgt kann man sich vermutlich ausmalen, denn im Horrorfilm sehen nicht selten schikanierte Opfer rot und dürsten nach Rache. So auch in ALENA, wo Mobbing ebenfalls eine Reihe von Umständen entfacht, die für ein Desaster sorgen werden.
 
 
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Von unterdrückten Schuldgefühlen, inneren Dämonen und der Suche nach der eigenen sexuellen Identität. ALENA als lupenreinen Horrorfilm zu bezeichnen, wäre falsch. Der schwedische Genre-Beitrag ist mehr Drama, statt Horror und erzählt die Geschichte einen mutigen Heranwachsenden, deren Vergangenheit sie am Weitergehen hindert. Regisseur DANIEL DI GABRO eifert im zweiten Spielfilm BRIAN DE PALMA nach. Der Altmeister hatte in den 1970ern mit CARRIE einen Roman des Horrorautors STEPHEN KING fürs Kino adaptiert, der auch heute noch Einfluss auf unzählige Filmemacher und Genrestreifen ausübt. Wo im besagten Kultroman aber noch mittels Telekinese Dinge durch die Luft sausten, verzichtet man in ALENA auf phantastische Elemente. Die Antiheldin dieses Streifens leidet unter einer Form der Schizophrenie. Diese hat sich nach einem Trauma manifestiert und macht der Pubertierenden allmählich das Teenagerleben zur Hölle. So brechen in Stresssituationen Dämonen aus, die sich als Geist der ehemals besten Freundin zeigen. Letztere hat sich Alena wegen von einer Brücke gestürzt und besucht die Seelenverwandte fortan, um bei Entscheidungen ins Gewissen zu reden. Das erschwert die Selbstfindung – vor allem wenn es darum geht, neue Freundschaften zu knüpfen oder über Emotionen zu sprechen.
 
 
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Das Gruseldrama ALENA macht seine Sache ganz gut. Regisseur DANIEL DI GABRO beweist Sensibilität und tritt damit in die gleichen Fußstapfen, wie Landskollege TOMAS ALFREDSON. Der landete im Jahr 2008 mit dem Vampirdrama SO FINSTER DIE NACHT einen Überraschungshit und schuf einen feinfühligen Film, der seinen schmerzhaften Stoff um jugendliche Isolation, Mobbing, Außenseitertum und erste Liebe durch Anleihen beim Horrorgenre umsetzte. Gleiches ist auch in ALENA Programm, der Rachegelüste nicht in Blut ersäuft, sondern eher die Sorgen und Probleme seiner Figuren analysiert. Das Resultat kann sich sehen lassen. ALENA ist ein weitestgehend unsentimental inszeniertes Psychogramm einer desorientierten Heranwachsenden, das vor allem durch schauspielerisches Können und typisch ’schwedischen Look‘ hervorsticht. Effekthascherei hat Sendepause. Stattdessen regieren leise Töne, die dennoch zu einem Finale führen, das ungemütlicher nicht sein könnte. Filmemacher DANIEL DI GABRO zeigt mehr als eindrucksvoll, dass die Schweden schon lange keine Genre-Eintagsfliegen mehr hervorbringen. Das Land hat mit ALENA einen weiteren Gruselvertreter produziert, der sich wacker und souverän gegen die Mainstream-Konkurrenz behaupten kann. Wer demzufolge eine Leidenschaft für Arthaus-Horror mit Tiefgang besitzt, sollte sich diese kleine und ruhig erzählte Genremixtur aus Liebesfilm, Coming-of-Age-Drama sowie Rachestreifen vormerken.
 
 
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ALENA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine zermürbend-traurige Geschichte über Liebe, Zugehörigkeit und Selbstfindung. ALENA ist die schwedische Version von Stephen Kings CARRIE, welche zwar zu keinem Zeitpunkt das Niveau des Klassikers mit SISSY SPACEK erreicht. Dennoch ist der schwedische ALENA um Längen besser, als das überflüssige und seelenlose CARRIE-Remake von 2013. Wie in der Buchvorlage des amerikanischen Horror-Autors führen auch in ALENA Mobbing-Attacken von Schülerinnen zu einer Katastrophe. Während aber King Grusel durch Horrorelemente entstehen lässt, hält man sich in dieser schwedischen Produktion damit weitestgehend zurück. Das ist auch die Quintessenz von ALENA, der gerade wegen zurückhaltendem Gebrauch von Horrorzutaten irgendwie realitätsnah und glaubhaft bleibt. Die sensible Charakterstudie fokussiert Probleme und Ängste von Teenagern, ohne dabei in Sentimentalitäten zu verfallen. Das macht dieses schwedische Außenseiterdrama – dem übrigens ein Comicbuch zugrunde lag – irgendwie einzigartig und interessant. Wer einen gewissen Anspruch vom Genre-Kino erwartet, ist mit ALENA auf jeden Fall gut beraten. Wir waren ganz angetan.
 
 
 


 
 
 

ALENA – Zensur

 
 
 
ALENA hat eigentlich kaum Schauwerte zu bieten. Es gibt eine blutige Nase zu sehen, ein Messer wird in einen Körper gerammt und ein Mädchen springt von einer Brücke. Sollte der Film hierzulande ausgewertet werden, gibt es für ALENA ohne Probleme eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

ALENA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Silvio Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
#Horror (2015)
 
Carrie (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 
Some Kind of Hate (2015)
 


Filmkritik: „Lake Bodom“ (2016)

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LAKE BODOM

(BODOM)

Story

 
 
 
Vier Jugendliche wollen einen mysteriösen Mordfall untersuchen, der sich 50 Jahre zuvor abgespielt hat und werden mit einer Bedrohung konfrontiert, die ihr Leben in Gefahr bringt.

 
 
 


 
 
 

LAKE BODOM – Kritik

 
 
 
Finnland ist nicht gerade das Land, was man in Horrorfilmfan-Kreisen als Genre-Schmiede bezeichnen würde. Was hier bisher an Grusel- und Schockermaterial gedreht wurde, lässt sich an einer Hand abzählen. So dürften zuletzt nur RARE EXPORTS und DARK FLOORS bei Kennern im Gedächtnis geblieben sein, die immerhin auf einschlägigen Festivals positive Resonanz erhielten und sich deshalb auch außerhalb Finnlands einen Namen machen konnten. Gleiches könnte nun auch mit dem Horrorthriller LAKE BODOM (der im Original übrigens BODOM heißt) wiederholt werden, der sich einem erfolgreichen – wenn auch makabren – Marketingtrick bedient. Regisseur TANELI MUSTONEN nutzt fürs Angstmachen historischen Background. Das bedeutet, dass die Ereignisse des Films von einem Verbrechen inspiriert wurden, das sich 1960 tatsächlich am finnischen Bodom-See nahe der Stadt Espoo, nicht weit von der Hauptstadt Helsinki zugetragen hat. Dort wurden vier Camper am frühen Morgen des 06. Juni 1960 von einem unbekannten Täter überrascht. Drei von ihnen überlebten das Massaker nicht. Trotz jahrelangen Ermittlungen konnte nicht ermittelt werden, wer die Tat begangen hat. Dennoch wurde der Vorfall im Jahr 2004 erneut aufgerollt. So geriet der damals 18-jährige Nils Wilhelm Gustafsson unter Verdacht. Der konnte sich in der Mordnacht schwer verletzt in Sicherheit bringen und wurde 2004 erneut am Mord seiner Freunde beschuldigt. Weil man aber keine aussagekräftigen Beweise finden konnte, sprach man ihn von allen Vorwürfen frei und zahlte 45.000 Euro Schadensersatz für unbegründete Untersuchungshaft.
 
 
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Horrorfilme, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Das ist nach wie vor eine gut funktionierende Prämisse in der Filmlandschaft, um sensationslüsterne Zuschauer ins Kino locken zu können. Was bereits bei Filmen wie PSYCHO oder TEXAS CHAINSAW MASSACRE kassenwirksam angewandt wurde, funktioniert natürlich auch im Film LAKE BODOM hervorragend, der vier Jugendliche bei der Rekonstruktion besagter Morde aus dem Jahr 1960 begleitet. Die machen sich mit Sack und Pack zum Bodom-See auf, um die dort vorgefallenen Ereignisse 50 Jahre später in Eigenregie noch einmal zu untersuchen. Was aber mit Neugierde beginnt, entwickelt sich für die vier Schüler bald zum Albtraum. Kaum stehen die Zelte und die Nacht bricht herein, bekommen es die Jugendlichen mit der Angst zu tun. Offenbar schleicht hier jemand durch die Wälder, um ahnungslosen Campern das Fürchten zu lehren. So ist bald schon der erste Tote zu beklagen. Der Rest flüchtet panisch durchs Gebüsch und versucht im Dunkel der Nacht die Landstraße zu erreichen. Weil LAKE BODOM nun mal im Horrorgenre beheimatet ist, dürften erfahrene Horrorfilmkenner bereits erahnen, wohin die Reise gehen wird. Trotzdem hat LAKE BODOM einige Überraschungen zu bieten, die ihn zu nicht uninteressanter Horrorware machen. Mehr zu verraten wäre gemein.
 
 
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Was sich hier liest, wie ein beliebiger Slasher von der Stange ist weit mehr als gedacht. Der finnische Horrorthriller ist nämlich eine dieser fiesen Schauerproduktionen, die den Zuschauer versucht mit twistreicher Handlung an der Nase herumzuführen. Weil’s solche Horrorfilme aber mittlerweile wie Sand am Meer gibt, will sich LAKE BODOM dann doch gleich mit mehreren dieser Überraschungswendungen ein Denkmal setzen. Hier ist nichts wie es anfangs scheint. So besteht der Streifen aus zwei Filmhälften. Die erste entpuppt sich als atmosphärischer Slasher der alten Schule und mündet in eine zweite Hälfte, in der die Erfolgszutat gängiger Überlebens- und Terrorfilme Verwendung findet. Das bedeutet: gnadenlose Jagd durch dunkles Waldgebiet, die ein ungutes Bauchgefühl zurücklässt, weil Opfer bis zur psychischen Erschöpfung terrorisiert werden. Dabei kommt dem Film vor allem die unheimliche Kulisse zugute, die den Überlebenskampf zusätzlich erschwert. LAKE BODOM spielt mit menschlichen Urängsten, wobei die Angst vor Dunkelheit einen großen Stellenwert einnimmt. Die Jugendlichen irren hier durch ein minimalistisch ausgeleuchtetes Szenario und sehen die Hand vor Augen nicht. Dank hervorragender Kameraarbeit wird das Gefühl der Ausweglosigkeit zusätzlich verstärkt, denn Regisseur TANELI MUSTONEN lässt den Wald zu aussehen, als gebe es hier ohnehin kein Herauskommen mehr. Letzterer scheint übrigens viele Horrorfilme älteren und neueren Datum studiert zu haben. Der vermischt hier Oldschool-Lagerfeuer-Meuchelei mit unmenschlicher Kaltschnäuzigkeit, die man sonst eher in Filmen wie WOLF CREEK zu sehen bekommt. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen und braucht den Vergleich zum amerikanischen Horrormarkt nicht zu scheuen. Technisch und atmosphärisch fährt LAKE BODOM nämlich groß auf, was einmal mehr beweist, dass die wirklich mutigen, guten und innovativen Horrorfilme immer noch aus Europa kommen.
 
 
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LAKE BODOM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos, wendungsreich und definitiv nichts für Weicheier. Wenn ein rätselhafter Mordfall Stoff für einen Horrorfilm liefert. Bisher mussten oft die schockierenden Tatsachenberichte des berüchtigten Kriminellen CHARLES MANSON als Grundlage dafür herhalten, um Kinogänger mit fiktiven Gruselgeschichten schaurige Horrorunterhaltung bieten zu können. Doch es geht auch anders. Ein grausamer Mordfall aus Finnland bietet nun in LAKE BODOM (Originaltitel: BODOM) die Ausgangsituation für knapp 90 Minuten Angst, Terror und Geschrei. Nach eher familienfreundlichen Produktionen geht es Regisseur TANELI MUSTONEN blutiger an. Der hatte mit THE REUNION im Jahr 2015 einen der erfolgreichsten finnischen Kinofilme gedreht und probiert sich jetzt im Horrorgenre aus. Das Endresultat kann sich sehen lassen und dürfte Slasher-Fans spannende Minuten versprechen, denn LAKE BODOM versucht mit geschickten Wendungen den Konventionen gängiger Slasher-Streifen zu entkommen. Zwar hat der Film mit den zugrundeliegenden Morden, die sich in den 1960ern in Finnland ereignet haben, nichts mehr zu tun. Trotzdem spinnt der Filmemacher die Ereignisse konsequent weiter und bietet Horrorfans spannenden Horrorstoff, der sich positiv vom üblichen Videobrei aus Amerika abhebt. Statt immer nur anspruchsvolles Arthaus- und Dramenkino zu inszenieren, täte es Finnland gut, wenn man mehr für den internationalen Filmmarkt tätig wäre. Ein Film wie LAKE BODOM dürfte sich wohl auch international zügig verkaufen lassen, denn offensichtlich beherrscht man auch in Finnland kompromissloses Horrorhandwerk tadellos. Ein uneingeschränkt empfehlenswerter Horrorschocker.
 
 
 


 
 
 

LAKE BODOM – Zensur

 
 
 
Trotz Slasher ist LAKE BODOM nicht sonderlich brutal. Einige Teenager werden mit spitzen Gegenständen durch Hals und Rücken erstochen. Der Fokus liegt in diesem Horrorthriller aber in erster Linie auf Terror. Demzufolge hat der Filme einen FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

LAKE BODOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH MEDIA

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bodom; Finnland 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Finnisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershowr

Release-Termin: 27.07.2017

 

Lake Bodom [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LAKE BODOM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Koch Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In Fear (2013)
 
Freitag der 13. (1980)
 
Manhunt Backwoods Massacre (2008)
 
Reykjavik Whale Watching Massacre (2009)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 


Filmkritik: „#Horror“ (2015)

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#HORROR

Story

 
 
 
Die sozialen Netzwerke werden arroganten Zwölfjährigen zum Verhängnis. Die Selbstinszenierung von falschen Freundinnen im Internet ruft das Interesse eines Killers auf den Plan, der den Gören einen Denkzettel verpassen möchte.
 
 
 


 
 
 

#HORROR – Kritik

 
 
 
Was wäre die Welt heute nur ohne digitale Medien? Sie bestimmen mittlerweile unseren Alltag und erleichtern uns Kommunikation und Information. Leider scheint das Internet auch Jahre nach seiner Einführung auf breiter Front für viele immer noch Neuland zu sein. Die verstehen oft die absurden Trends einer jungen Generation nicht, die ihre Freizeit lieber in sozialen Netzwerken verbringt, statt sich im realen Leben zum Smalltalk zu verabreden. Kommunikationsportale, wie Facebook, Twitter oder Instagram haben sich längst zu festen Instanzen unter Jugendlichen entwickelt und beteiligen sich maßgeblich am Entwicklungsprozess der Heranwachsenden. So haben Foren und Netzwerke entscheidenden Einfluss auf die Pubertät und lassen besorgte Eltern mit Fragen zurück, die von der Kommunikation ihres Nachwuchses dort nur wenig mitbekommen.
 
 
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Schauspielerin, Modedesignerin und 90er-Jahre It-Girl TARA SUBKOFF (aus THE CELL) hat sich in ihrem Regiedebüt #HORROR der Unberechenbarkeit sozialer Medien angenommen und hebt mahnend den Zeigefinger. In einem Interview erklärte sie, dass ihr die Inspiration zum Schreiben des Drehbuchs nach einem Gespräch mit der Tochter eines Freundes kam. Die wurde Opfer von Cybermobbing und erinnerte die Regisseurin an deren eigene Kindheit. Während sich Subkoff als Pubertierende zu Hause von den Schikanen der Schulkameraden erholen konnte, haben Hänseleien heute einer neue Dimension erreicht. Oft können sich Betroffene nicht einmal mehr zuhause vor Schikanen sicher fühlen. Sobald sich Außenseiter in den eigenen vier Wänden mit dem Internet verbinden, wird der tägliche Kampf vom Schulhof im Kinderzimmer fortgesetzt. So sehen sich Mobbingopfer allgegenwärtig mit psychischer Quälerei konfrontiert, die die Jugend heute für Heranwachsende zum Albtraum werden lässt.
 
 
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Auch die jungen Heldinnen in #HORROR machen ihre ganz eigenen Erfahrungen mit den neuen Kommunikationsmedien. Im Mittelpunkt steht die zwölfjährige Sam (SADIE SEELERT) aus armen Verhältnissen, die von ihrer Mutter zu einem modern eingerichteten Glashaus im Wald gefahren wird, wo die verzogene Schulfreundin Sofia Cox (BRIDGET MCGARRY) zu einer Party geladen hat. Dort trifft sie auf fünf verwöhnte Gören, deren Lebensinhalt es ist, sich in sozialen Netzwerken selbst zu inszenieren. Der Begriff Freundschaft ist den Mädchen fremd, denn den sogenannten Freundinnen ist es wichtiger, wie sie im Internet ankommen. Trotz Oberflächlichkeiten bemüht sich die bescheidene Sam dennoch, Teil der hippen Hühnerbande zu werden. Doch die falschen Freunde offenbaren bald ihr wahres Gesicht. Sie intrigieren wie die Großen und spielen einander aus, bis es der vorlauten Cat (HALEY MURPHY) reicht. Sie redet Tacheles und muss dafür die Party verlassen. Keine gute Entscheidung, denn ein Denkzettel soll den Mädchen verpasst werden. Ein Fremder hat die hinterhältigen Machenschaften beobachtet und in den sozialen Netzwerken verfolgt. Der hat kein Erbarmen, schwingt Mordwerkzeuge und bestraft die kreischenden Gören für ihr ignorantes und selbstdarstellerisches Verhalten.
 
 
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Jugendliche können grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich gerade auf der Suche nach sich selbst befinden und Grenzen austesten müssen. Regisseurin TARA SUBKOFF zeigt im ersten Langfilm ein etwas engstirniges Bild vom bösen Internet und verantwortungslosen Eltern. Letztere scheinen die eigenen Kinder nicht mehr im Griff zu haben und nicht sonderlich interessiert daran zu sein, was die Kleinen da in der Freizeit treiben. Nöte der Kinder werden ignoriert, schließlich haben eigene Probleme Vorrang, so dass sich Sprösslinge Gehör und Anerkennung in Foren und Netzwerken suchen müssen. Das Resultat dieser Ignoranz endet im Blutbad, was im Falle von #HORROR dann doch äußerst makaber wirkt, weil hier heranwachsende Mädchen für die Unachtsamkeit der Eltern bestraft werden müssen. Den Liebhaber kontroverser Metzelei dürfte das dennoch freuen, werden im Finale stereotype und unsympathische Figuren ausradiert, denen man schon nach nur wenigen Filmminuten bereits die Pest an die Hälse wünscht. Dennoch besitzt Gezeigtes bitteren Beigeschmack, weil Subkoff mit der Sensationsgeilheit des Publikums spielt und Teenager blutig auslöschen lässt, damit Gewaltfans etwas zu sehen bekommen. Das kommt nicht bei jedem Zuschauer gut an, gerade deswegen, weil das reale Leben gezeigt hat, wie Filme, Computerspiele und das Internet die psychische Entwicklung eines Kindes negativ beeinflussen können.
 
 
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Der Coming-of-Age-Thriller #HORROR geht auf wahre Begebenheiten zurück. Schenkt man dem Internet Glauben, soll die Idee zum Film auf Ereignissen basieren, die 2014 durch die Medien gegangen sind. So sollen zwei Zwölfjährige in Waukesha, Wisconsin auf eine Mitschülerin eingestochen haben und wurden für das Verbrechen nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Die Mädchen hatten Ermittlern erklärt, dass sie mit dem Mord den berüchtigten Slenderman beeindrucken wollten. Von der hageren, gesichtslosen Kreatur hatten sie in einem Internetforum gelesen und hofften durch ihre Tat mit der fiktiven Horrorgestalt davonlaufen und das Leben verbringen zu können.
 
 
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#HORROR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell überzeugender Coming-of-Age-Horror mit brisanter Thematik, der vor allem Eltern beunruhigen dürfte. Die werden sich nach dem Abspann erst mal beim Nachwuchs erkundigen, was der in sozialen Netzwerken so von sich preisgibt. Regisseurin TARA SUBKOFF beschäftigt sich in #HORROR mit desinteressierten Eltern und selbstdarstellerischen Sprösslingen. Letztere finden Gehör und Anerkennung im Internet. Technisch ist der kontroverse Horror-Thriller über jeden Zweifel erhaben. So überzeugen vor allem durchgestylte Kamerafahrten- und Einstellungen, die dem Streifen Dank spartanischer Farbwahl über die gesamte Laufzeit hinweg zu unbequemer Atmosphäre verhelfen. Trotz minimalistischer Handlung fesselt #HORROR gerade wegen den darstellerischen Leistungen der jungen, unverbrauchten Darstellerinnen. Die agieren zwar unausstehlich – dafür aber durchweg natürlich. Oftmals ist Improvisation nicht von der Hand zu weisen, was den Film authentisch wirken lässt. Leider muss mal wieder die Blutsuppe angerührt werden, denn ein Killer will den Mädchen nichts Gutes. Subkoff legt zwar falsche Fährten, um die Identität des Mörders zu verschleiern; aufmerksame Zuschauer werden jedoch früh die Fährte wittern. Letztendlich trübt die reißerische Zurschaustellung des überflüssigen Mordens von geistig noch nicht voll entwickelten Teenagern den positiven Gesamteindruck. Vermutlich wäre es besser gewesen, hätte Drehbuchautorin und Regisseurin TARA SUBKOFF allen Beteiligten auf weniger drastische Weise eine Lektion erteilt. So bleibt unterm Strich ein diskussionswürdiger Film, der trotz belehrender Botschaft dann doch eher ins Horrorfach abdriftet. Trotzdem sollte man Subkoffs Reise als Filmemacherin definitiv im Auge behalten. Das Debüt hat nämlich interessante Ansätze und macht neugierig auf das, was noch kommen wird.
 
 


 
 
 

#HORROR – Zensur

 
 
 
Es ist schwierig für #HORROR ein Zensururteil zu fällen. Viel abartiges Zeug wird nicht gezeigt. Zu Beginn wird ein ahnungsloses Paar im Auto ermordet. Gegen Ende werden die Kinder um die Ecke gebracht. Die Kamera blendet dabei weg, sobald die Kinder in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Aufgrund der kontroversen und brisanten Thematik und wegen dem heimtückischen Ermorden von Minderjährigen, darf man von einer Freigabe mit rotem FSK-Stempel rechnen.
 
 


 
 
 

#HORROR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Some Kind of Hate (2015)
 
The Den (2013)
 
Dark Summer (2015)
 
Found (2012)