Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Horrorfilme Rache

Kritik: „Trauma – Das Böse verlangt Loyalität“ (2017)

trauma-2017-poster
 
 
 

TRAUMA – DAS BÖSE VERLANGT LOYALITÄT

(TRAUMA)

Story

 
 
 

Ein Skandalfilm wie er im Buche steht: Vier Freundinnen wollen es sich in einem abgelegenen Haus gemütlich machen. Kaum angekommen, klopft es an der Tür. Davor steht aber nicht der Pizza-Mann, sondern zwei Fremde, die den Damen das Leben zur Hölle machen wollen.

 
 
 


 
 
 

TRAUMA – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint, es geht eigentlich nicht schlimmer, braucht man nicht lange zu warten, bis man eines Besseren belehrt wird. Vergewaltigung in Verbindung mit Rache ist seit den 1970ern ein beliebtes Thema im Kino. Meist werden hier wehrlose Frauen psychisch und körperlich so sehr misshandelt, dass sie nur noch eine Antwort kennen: Rache. Die fällt meist blutig und kompromisslos aus, was natürlich Fans viel umstrittener Rape-and-Revenge-Filme umso mehr freut. Erwähnte Erfolgsformel kennt man auch in Chile, wo man in den letzten Jahren mit filmischen Kontroversen für Aufmerksamkeit gesorgt hat. So bot nicht nur der polarisierende ELI ROTH mit dem harten AFTERSHOCK reichlich Zündstoff. Auch der chilenische Regisseur PARTICIO VALLADARES experimentierte in HIDDEN IN THE WOODS mit Exploitation und brachte damit einen kruden Vertreter hervor, der vor allem durch grenzüberschreitende Tabus in Verbindung mit Gewalt in einigen Ländern Probleme bekam. Die dürfte auch der folgende TRAUMA erhalten, welcher natürlich mit ebenso zweifelhaftem Filmkonzept Sittenwächter auf die Barrikaden bringt. Auch hier will man niedere Instinkte befriedigen und vermischt Sex und Gewalt zu einem deftigen Cocktail, der nur auf eines abzielt: Schockwirkung. Da werden Zuschauer hellhörig, die an Streifen wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder A SERBIAN FILM Gefallen finden. Die bekommen in TRAUMA nämlich das zu sehen, was normale Cineasten abschreckt. Nur, kann genannter Streifen wirklich den vielen positiven Stimmen gerecht werden, die TRAUMA auf einschlägigen Filmfestivals erhalten hat? Wir klären auf.
 
 
trauma-2017-bild-2
 
 
TRAUMA wird als wohl kontroversester Genre-Film des Jahres 2017 gehandelt. Darin wimmelt es nur so vor geschmacklosen Tabubrüchen und bluttriefenden Gewaltausbrüchen, die für Gesprächsstoff sorgen werden. Der Film handelt von vier Freundinnen, die sich irgendwo im chilenischen Hinterland zusammenfinden, um sich gegenseitig an die Wäsche gehen zu können. Was der einen gefällt, macht natürlich die andere eifersüchtig. Wer aber meint, dass in TRAUMA der Zickenkrieg regiert, wird bald eines Besseren belehrt. Der Streifen findet nämlich schnell eine andere Sprache und verwandelt sich zu einem harten Überlebenskampf, der nicht jedermanns Sache sein wird. So klopfen bald zwei Einheimische an der Tür des bezogenen Landhauses. Doch die haben weder Kaffee noch Kuchen dabei. Stattdessen überfallen sie die Frauen und gehen alles andere als zimperlich vor. Es wird vergewaltigt und gemordet, was nicht nur die Opfer verstört. Auch das Publikum dürfte wegen kaltschnäuzigen Vorgehens nach Luft ringen, weil der Streifen in puncto Grausamkeit stets versucht sich selbst zu übertrumpfen. Doch die Misshandlung der vier Frauen ist nur der Auftakt einer Reihe schrecklicher Ereignisse, die eine blutige Spur der Verwüstung nach sich zieht. So schwören die traumatisierten Opfer Rache und machen sich zusammen mit zwei Polizisten auf, den Peinigern die Leviten zu lesen. Leider folgen sie hier zwei Bestien in Menschengestalt, die weder Erbarmen noch Gnade kennen. Zartbesaiteten sei daher an dieser Stelle empfohlen diesen Film besser zu meiden.
 
 
trauma-2017-bild-3
 
 
Das ist nichts für schwache Nerven. Da wird ein Säugling mit Fingern penetriert und ein Teenager wird gezwungen die eigene Mutter zu vergewaltigen, während selbiger der Kopf weggeschossen wird. Ja, TRAUMA will anecken und füllt seine Handlung mit bewusst widerwärtigem Inhalt, um das erreichen zu können, was vielen neueren Produkten nur selten gelingt. Er will eine neue Dimension menschlicher Grausamkeiten auf die Leinwand bringen und das gelingt zweifelsohne. TAUMA schockiert und stößt mit perversen Ideen auch jene vor den Kopf, die meinen bereits alles gesehen zu haben. So hat hier ein Heranwachsender während der chilenischen Diktatur Grausames erleben müssen, weshalb er nun als Erwachsener weder Skrupel noch Menschlichkeit empfindet. In eingestreuten Rückblenden bekommt der Zuschauer den Leidensweg des Irregeführten zu sehen, während selbiger in einem parallelen Handlungsstrang nun in der Gegenwart Menschen abschlachtet und dabei auch noch Spaß empfindet. Regisseur LUCIO A. ROJAS hat offenbar einiges dazugelernt. Der langweilte zuletzt mit bescheidenem Low-Budget-Trash wie PERFIDE oder ZOMBIE DAWN, gibt aber nun mächtig Gas. Vorbei die Zeiten schlechter Schauspieler und noch mieserer Effekte. TRAUMA spielt in einer anderen Liga und kann sich als ernstzunehmendes Projekt in die Reihe nicht minder skandalöse Genre-Filme wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS, DIE 120 TAGE VON SODOM oder THE HUMAN CENTIPEDE 2 einreihen. Somit sei dieser Rape-and-Revenge-Thriller all jenen Horror-Fans empfohlen, denen es im Horror- und Thrillerkino nicht menschenverachtend wie möglich zugehen kann. Selbst die müssen sich eingestehen, dass sich Gezeigtes weit weg vom guten Geschmack bewegt und vor allem hart ist.
 
 
trauma-2017-bild-1
 
 


 
 
 

TRAUMA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
TRAUMA ist ein verstörender Gewaltrauch für Hartgesottene, über den man noch lange sprechen wird. Was MARTYRS für Frankreich und A SERBIAN FILM für Serbien, ist TRAUMA für Chile. Dieser Film will schockieren und polarisieren. Wegen vieler grenzüberschreitender Einfälle gelingt das zweifelsohne. So werden Tabus gebrochen und Abartigkeiten zelebriert. Dabei flimmert menschenverachtende Gewalt beinahe minütlich über die Leinwand. Weil Schauspieler, Kameraführung und Spezialeffekte erste Sahne sind, trifft Gezeigtes doppelt so stark. Hier mutiert ein Mann zur unberechenbare Killermaschine, weil er als Jugendlicher durch die psychische Hölle gegangen ist. Was sich aber liest, wie eine interessante Charakterstudie eines fehlgeleiteten Menschen, ist leider alles andere als glaubhaft. Regisseur LUCIO A. ROJAS nutzt Trauma-Thematik aus, um möglichst viel kontroversen Schmuddelkram zeigen zu können. Dabei verläuft er sich zu engstirnig im Exploitation-Fach und füllt die Handlung ausschließlich mit Sex und Gewalt. Wem das jedoch bewusst ist, dürfte TRAUMA wohl als neuen Geheimtipp betiteln. Doch Achtung: TRAUMA setzt einen gesunden Magen und gute Nerven voraus, denn dieser harte Horrorthriller aus Chile ist nichts für Anfänger, Feingeister und Moralapostel.
 
 
 


 
 
 

TRAUMA – Zensur

 
 
 
TRAUMA – DAS BÖSE VERLANGT LOYALITÄT ist einer dieser Filme, der sich bei der FSK bereits durch seinen harten Prolog ins Aus schießen dürfte. In diesem Film gibt es derart viel menschenverachtenden Content zu sehen, dass eine ungeschnittene Freigabe für die Kaufhäuser undenkbar ist. Offenbar weiß das auch das Label INDEED FILM und kündigt für den Spätsommer eine ungeschnittene Freigabe über das deutschsprachige Ausland an. Wer nicht so lange warten möchte, hat im April die Möglichkeit TRAUMA ungeschnitten auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL zu sehen.
 
 
 


 
 
 

TRAUMA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei INDEED FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last House on the Left (2009)
 
I Spit on Your Grave (2010)
 
I Spit on Your Grave 2 (2013)
 
Bait (2014)
 
Kidnapped (2010)
 

Advertisements

Filmkritik: „Art of Revenge“ (2017)

art-of-revenge-poster
 
 
 

ART OF REVENGE – MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR

(M.F.A.)

Story

 
 
 

Eine schüchterne Studentin wird Opfer sexueller Gewalt auf dem Campus und sieht plötzlich rot.

 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Kritik

 
 
 
Rape-and-Revenge-Filme haben keinen guten Ruf. Seit mit DIE JUNGFRAUENQUELLE einer der ersten Filme dieser Art über Leinwände flimmerte, sind diese Streifen vor allem Zensurbehörden ein Dorn im Auge. Ganz unbegründet ist das strenge Vorgehen gegen diese Filme nicht. Meist wollen die nämlich mit expliziten Inhalten niedere Instinkte befriedigen und setzen in erster Linie auf menschenverachtende Gewalt, die sich nicht selten an der Grenze des Ertragbaren bewegt. Die Folge: Beschlagnahmungen, Indizierungen oder Verstümmelungen. Doch nicht immer müssen sich solche Machwerke zwingend im Blut oder grafischen Gemeinheiten suhlen. THE ART OF REVENGE (im Original M.F.A.) beweist, dass Rape’n’Revenge auch zahmer funktioniert. Regisseurin NATALIA LEITE nimmt sich hier einer Thematik an, wie sie aktueller nicht sein könnte. So häufen sich an amerikanischen Colleges die Fälle sexueller Gewalt. Meist sind die Opfer mit ihren Problemen allein, denn immer mehr Bildungseinrichtungen versuchen die Vorfälle zu vertuschen. Grund darüber zu sprechen. Leider nutzt ART OF REVANGE die brisante Thematik nicht für ernstzunehmende Kritik. Stattdessen übernimmt sie nur Alibifunktion, um Mord und Totschlag zelebrieren zu können. Bedauerlich!
 
 
art-of-revenge-bild-1
 
 
Die Kunststudentin Noelle hat es nicht leicht an der Uni. Ihr Professor und die Studenten in ihrem Kurs halten so gar nichts von ihren Kunstarbeiten, was die schüchterne Studierende in Selbstzweifel flüchten lässt. Doch Uni und das Pauken werden bald zum kleineren Übel. Ein Kommilitone lädt die zurückhaltende Studentin zu einer Party ein, wo Grausames passiert. Sie wird vergewaltigt und mit ihrem Problem alleingelassen. Das lässt Noelle in ein tiefes Loch fallen. Dennoch will sie den Peiniger zu Rede stellen. Beim Streit kommt es zu einem folgenschweren Unfall, der die traumatisierte Studentin wachrüttelt. Offenbar gibt es keinen anderen Ausweg bösen Jungs die Augen zu öffnen, als diese mit Mord zu bestrafen. Da kommt es ihr gerade recht, als sie davon erfährt, dass Vergewaltigungen am Campus offenbar keine Seltenheit sind. Sie schmiedet einen Plan und wird zum Rächer all jener, denen es ähnlich ergangen ist wie ihr.
 
 
art-of-revenge-bild-3
 
 
Löst Mord Probleme und bringt Töten Genugtuung? ART OF REVENGE ist keiner dieser brutalen Rachefilme, die sich seit dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE offenbar immer noch großer Beleibtheit erfreuen. Gewalt wird hier zurückgefahren. Dennoch ist das Prinzip des Films ein Ähnliches – auch wenn sich ART OF REVENGE vehement dagegen wehrt in die gleiche Schublade gesteckt zu werden, wie die meisten Rape-and-Revenge-Schocker neueren Datums. Hier wird ebenfalls vergewaltigt und anschließend gerächt – wenngleich auf einem höheren Anspruch, als so Brutalowerke wie SAVAGED oder LAST HOUSE ON THE LEFT. Leider versucht Regisseurin NATALIA LEITE aber erst gar nicht die kontroverse Thematik ihres Thriller-Dramas ernsthaft zu analysieren. Essenzielle Fragen und Probleme der Opfer werden nur angerissen. Stattdessen liegt der Fokus ausschließlich auf Vergeltung, die natürlich – wer hätte es geahnt – irgendwann Konsequenzen fordert. Das ist bedauerlich, weil der Film ein brisantes Thema anreißt, das Zündstoff bietet über den es lohnt gesprochen zu werden. Zudem hat man mit der Tochter von CLINT EASTWOOD auch noch eine talentierte Schauspielerin an Bord, die zweifelsohne zu höherem berufen ist, als mordend durch Filme zu sausen. Zwar verleiht die ihrer Rolle Tiefe und durchlebt im Verlauf eine glaubhafte Metamorphose vom Mauerblümchen zur Femme fatale. Dennoch liegt ihre Hauptaufgabe darin zum unberechenbaren und sogar hinterlistigen Todesengel zu werden, der weder Gnade noch Erbarmen kennt. So ist ART OF REVENGE ein zweischneidiges Schwert und dürfte es schwer haben ein Publikum zu finden. Für Feingeister wird das Thema „Vergewaltigung“ nämlich zu simpel, löchrig und oberflächlich behandelt. Fans dieser Filmgattung fehlen Schauwerte und die Kaltschnäuzigkeit mit denen sich Rape-and-Revenge-Thriller einen zweifelhaften Ruhm erarbeiten konnten.
 
 
art-of-revenge-bild-2
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Kein tiefgründiges Meisterwerk, das wachrüttelt, sondern ein souverän inszenierter Selbstjustizthriller mit einer grandiosen FRANCESCA EASTWOOD, die weitaus bessere Filme verdient hat. Papa CLINT EASTWOOD dreht seit Jahren bemerkenswerte Kinohits, die sogar Oscars abstauben. Da tritt der Nachwuchs ein großes Erbe an. Leider ist ART OF REVANGE weit weg von dem, was sich vermutlich der Vater für seine Kinder gewünscht hätte. Der Streifen reißt zwar brisante Thematik an, über die unbedingt gesprochen und aufgeklärt werden muss. Was hier aber gezeigt wird, hat mit einer ernsthaften Auseinandersetzung über die Vergewaltigungsprobleme an amerikanischen Bildungseinrichtungen nur wenig am Hut. Der Film suggeriert dem Zuschauer, dass man sexuelle Gewalt an Frauen nur mit Gewalt oder Mord vergelten kann. Das ist leider der falsche Weg für einen Streifen, der sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, auf gleiche Ebene mit so derben Vergeltungsschockern wie I SPIT ON YOUR GRAVE gestellt zu werden.
 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Zensur

 
 
 
ART OF REVENGE ist für diese Art von Filmen sehr zurückhaltend. Die Gewaltszenen werden nur kurz angedeutet. Ein Mann fällt von einem Geländer auf den Boden, ein weiteres Opfer wird mit einem Hammer bearbeitet und ein Peiniger wird mit Drogen um die Ecke gebracht. Hierzulande gab es für den etwas anderen Rachefilm eine FSK16 in ungeschnittener Fassung.
 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
art-of-revenge-bluray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: M.F.A.; USA 2017

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.02.2018

 

Art of Revenge – Mein Körper gehört mir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Girls against Boys (2012)
 
Rache – Bound to Vengeance (2015)
 
Autumn Blood (2013)
 


Filmkritik: „Mayhem“ (2017)

mayhem-2017-poster
 
 
 

MAYHEM

Story

 
 
 

Ein von einem Virus infizierter Angestellter wird plötzlich zur rasenden Killerbestie und will den Geschäftsführer zu Rede stellen, weil er gekündigt wurde.

 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Kritik

 
 
 
In jeder Firma gibt es sie: hinterhältige Angestellte, die für die eigene Karriere über Leichen gehen. Da werden für eigene Interessen gern mal die Kollegen in die Pfanne gehauen, die sich dann für Dinge rechtfertigen müssen, von denen sie gar nichts wissen. Leider ist es im wahren Leben schon lange nicht mehr so, dass man mit Ehrlichkeit weiterkommt. In einer Ellenbogengesellschaft, in der nur Leistung zählt, muss man schon ein Schwein sein, um erfolgreich bestehen zu können. Genau jene These vertritt auch der Action-Splatter MAYHEM, der schwarzhumorig vermittelt, wie sich die derzeitige Unternehmenskultur entwickelt hat. Hier wird gehörig gegen Unternehmensführer gewettert, in deren Händen das Schicksal des kleinen Mannes liegt. Damit spricht man natürlich all jenen aus der Seele, die im Job nichts zu lachen haben und sich unterwerfen müssen. Für genau diese Menschen gibt es Filme wie MAYHEM, die vermitteln wollen, dass auch boshafte Angestellte und Unternehmensbosse irgendwann mal an ihren Meister geraten.
 
 
mayhem-2017-bild-2
 
 
Gute Kollegen, schlechte Kollegen. Von den Letzteren gibt es im rabenschwarzen Splatterfilm MAYHEM offenbar zu viele. Die sind nämlich dafür verantwortlich, dass Derek seinen Job verliert. Der arbeitet für eine erfolgreiche Anwaltskanzlei, wo hinter verschlossenen Türen gern mal Bürointrigen gesponnen werden. Eine derer fällt nun auch Derek zum Opfer. Prompt folgt die Kündigung. Doch mit der Entscheidung der Geschäftsleitung ist der Entlassende so gar nicht einverstanden. Der pocht auf sein Recht, stößt aber auf taube Ohren. Da nehmen die Geschehnisse eine eigenartige Wendung. Der Bürokomplex wird unter Quarantäne gestellt. Der Grund dafür ist ein mysteriöser Virus, der Menschen in gewaltbereite Kreaturen verwandelt. Mit dem haben sich fast alle Angestellten angesteckt und gehen sich nun gegenseitig an den Kragen. Eine gute Chance für Derek der Geschäftsleitung für ihre skrupellosen Praktiken den Marsch zu blasen. Der bewaffnet sich bis auf die Zähne und arbeitet sich bis hoch in die letzte Etage, wo sich die Büros der Chefriege befinden. Bis er dort jedoch angekommen ist, fließt viel Blut. Splatterfans wird es freuen.
 
 
mayhem-2017-bild-3
 
 
Einige FILMCHECKER-Leser haben jetzt vermutlich ein Déjà-vu. Wir können aber versichern, dass MAYHEM keine Fortsetzung und kein Remake zum vor einiger Zeit hier besprochenen Das BELKO EXPERIMENT ist. Die Vermutung ist nicht unbegründet. Beide Filme sind nämlich thematisch ähnlich und zeigen streitsüchtige Angestellte, die plötzlich zu aggressiven Killermaschinen mutieren und dabei weder Freund noch Feind kennen. Interessanterweise nimmt sich MAYHEM trotz brutaler Gangart gern mal selbst auf die Schippe. Die Inszenierung gleicht nicht selten einer Film-gewordenen Comicverfilmung, wo sich Protagonisten Prügel aussetzen und danach aufstehen, als wäre nichts gewesen. Doch damit nicht genug. MAYHEM strotzt nur so vor Zynismus und schwarzen Späßen. Obwohl sich viele Figuren im Film ihrem Schicksal bewusst sind, haben sie stets trockene Sprüche auf den Lippen. Das mildert den Härtegrad der vielen Gewalteskapaden, die mit fortlaufender Spielzeit von Regisseur JOE LYNCH genüsslich zelebriert werden. Mit Splatter, Action und boshaften Späßen hat der Filmemacher übrigens Erfahrung. Der feierte seinen Regiedebüt mit der günstig produzierten Fortsetzung zum Backwood-Slasher WRONG TURN und übernahm danach die Inszenierung eines Segments der zitatreichen Horror-Anthologie CHILLERAMA. Seither sind viele Jahre vergangen und Lynch scheint recht sicher auf seinem Regie-Posten zu sitzen. Vorbei sind die Zeiten schlechter Spezialeffekte und mäßiger Low-Budget-Produktionen. MAYHEM ist bis zum Ende durchgestylt und macht einen professionellen Eindruck. Hinzukommt, dass der Regisseur gern mal die Speed-Taste drückt und euphorische Zerstörungslust auslebt. Da kommen auch Actionfreunde auf Ihre Kosten, die gern Filme sehen in denen sich Menschen gegenseitig vermöbeln.
 
 
mayhem-2017-bild-1
 
 
Unterm Strich entpuppt sich MAYHEM als unterhaltsamer Party-Splatter, der hemmungslos mit miesen Menschen aufräumt. MAYHEM besitz einen beißend kritischen Unterton, der nicht nur mit skrupellosen Praktiken profitgeiler Unternehmensbosse aufräumt. Der Film spricht gern auch jedem Arbeitnehmer aus dem Herzen, der für seinen Job alles tut, aber dennoch ersetzbar ist, wenn es darauf ankommt. Da ist es am Ende fast schon eine Genugtuung, wenn den Bösewichten der Garaus gemacht wird und sie für ihre selbstsüchtigen Missetaten bestraft werden. Leider ist MAYHEM nur ein Film. Im echten Leben kommen diese Menschen meist ungeschoren davon – leider!
 
 


 
 
 

MAYHEM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der perfekte Partyfilm für hungrige Splatterfans. MAYHEM ist eine unsinnige Gewaltorgie, die man aber nicht ernstnehmen sollte. Das tut der Film nämlich selbst zu keiner Minute und zeigt wie sich ein gekündigter Arbeitnehmer in einem Hochhaus – ähnliche wie im Remake zu DREDD oder THE RAID – von unten nach oben durchmetzelt. Ziel ist die oberste Etage, wo der Geschäftsführer darüber entscheidet, wer aus dem Unternehmen fliegt und wer nicht. Bis er jedoch sein Ziel erreicht, muss er vielen kleinen Zwischengegnern die Rübe einschlagen, die ihm daran hindern den Oberbösewicht zur Rede zu stellen. MAYHEM gleicht in seiner brachialen Zerstörungs- und Wutorgie einem actiongeladenen Computerspiel. Die Figuren bestehen aus Stereotypen und viel Substanz ist auch nicht vorhanden. Aber intellektuell will MAYHEM überhaupt nicht sein. Regisseur JOE LYNCH will kurzweilig unterhalten. Das gelingt ihm ganz gut. In null Komma nichts befindet sich der Zuschauer im Geschehen und folgt einem gefrusteten Angestellten, der sich zynisch durch Büros metzelt. Wer eine Leidenschaft für Filme besitzt, die kaum Handlung, dafür viel Gewalt zu bieten haben, ist mit MAYHEM gut bedient. Angesichts überschaubarer Zutaten würde ein solcher Film auf FILMCHECKER normalerweise gnadenlos durchfallen. Weil MAYHEM sich selbst gern mal aufs Korn nimmt und einfach nur unterhalten will, drücken wir mal ein Auge zu. Zugegeben: wir haben uns zu keiner Minute gelangweilt.
 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Zensur

 
 
 
In MAYHEM geht es nicht zimperlich zu. Hier kommen elektrische Sägen und Nagelpistolen zum Einsatz, um Arbeitskollegen das Lebenslicht auslöschen zu können. Gesplattert und geprügelt wird reichlich. Demzufolge ist der Film hierzulande erst für Volljährige geeignet. Die Grausamkeiten werden aber so überspitzt zelebriert, dass der Streifen eine ungeschnittene Fassung erhalten hat. Da ist das in der Kritik erwähnte BELKO EXPERIMENT brutaler.
 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
mayhem-bluray

(c) Studio Hamburg (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mayhem; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Action

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 29.03.2018

 

Mayhem [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei STUDIO HAMBURG)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Belko Experiment (2016)
 
Bloodsucking Bastards (2015)
 
Z-Office (2017)
 
Stalled (2013)
 
Botched (2007)
 


Filmkritik: „Blood Hunt“ (2017)

blood-hunt-2017-poster
 
 
 

BLOOD HUNT

Story

 
 
 

Ein junges Paar gerät an vier Hinterwäldler, in deren Entwicklung offenbar etwas schiefgelaufen ist. Die haben Spaß daran ahnungslose Stadtmenschen zu entführen und sich irgendwo am Hintern der Welt an ihnen zu vergehen. Rape-and-Revenge-Horror vom Feinsten.

 
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Kritik

 
 
 
Manche Filmthemen sind einfach nicht totzukriegen und kommen deshalb wieder und wieder. Das kann einerseits daran liegen, weil sie ohne viel Aufwand auf Zelluloid gebannt werden können und sich damit leicht Geld verdienen lässt. Andererseits gibt es mittlerweile Filmstoff, der so beliebt ist, dass man schlichtweg damit beschäftigt ist der hohen Nachfragen nach den immer wieder gleichen Filmen Herr zu werden. Beide Thesen könnten vermutlich auch für den folgenden Streifen gelten. Der spult im Grunde genommen ab, was man schon bis zum Erbrechen gesehen hat. Dennoch ist die Gier nach solchen Filmen vor allem unter Fans deftiger Hausmannskost groß. Viele derer erleben Glücksmomente, wenn im Horrorfilm Anarchie regiert. Daher erleben vor allem Rachefilme seit einigen Jahren ein Comeback, die schon in den 1970er und 1980er Jahren Hochkonjunktur feierten. Ebenso im Rache-Genre beheimatet ist der australische BLOOD HUNT. Hier geht es nicht zimperlich zu – wie der kontroverse Prolog im Film zu verstehen gibt. Der zeigt die Vergewaltigung eines Opfers in der Egoperspektive. Was danach kommt ist nicht minder schockierend. Rache-Thriller wie THE LAST HOUSE ON THE LEFT und I SPIT ON YOUR GRAVE lassen grüßen.
 
 
blood-hunt-2017-bild-2
 
 
In BLOOD HUNT erlebt ein junges Paar die Hölle auf Erden. Das wollte eigentlich Beziehungsprobleme in den Griff bekommen, gerät aber schon bald in die Fänge des personifizierten Bösen. An einer Tankstelle machen Dean (DEAN KIRKRIGHT) und Claire (KAHLI WILLIAMS) Bekanntschaft mit einem unheimlichen Zeitgenossen, der aggressives Verhalten an den Tag legt. Doch man kann der Bedrohung in letzter Minute entkommen – zumindest vorerst. Kaum vom ersten Schreck erholt, folgt der Zweite. Das Auto macht unterwegs schlapp und man wartet auf Hilfe. Die kommt auch bald in Form des Sensenmannes. Der Psychopath von der Tankstelle macht nämlich mit seinen Freunden Halt. Die verschleppen das Paar und erteilen eine Lektion in Sachen Terror. Was folgt, sollten ungeübte Zuschauer besser meiden. Die vier Hinterwäldler missbrauchen, foltern und demütigen ihre Opfer. Um die Grausamkeiten ertragen zu können, braucht man schon Nerven wie Drahtseile. Das Leben ist eben nun mal kein Ponyhof.
 
 
blood-hunt-2017-bild-1
 
 
Vom Demütigen und Rächen – Horrorfilmthemen, die offenbar nie aus der Mode kommen. Auch wenn bereits zuvor viele ähnlich gelagerte Filme polarisiert haben und erfahrene Zuschauer mittlerweile abgehärtet sein dürften, lässt BLOOD HUNT nicht kalt. Was hier gezeigt wird, ist nicht minder hart anzuschauen. Regisseur SAM CURTAIN ist noch unerfahren im Filmedrehen. Dennoch zeugt das Langfilmdebüt von Geschick im Schockieren. Der Newcomer scheint viele Werke der Herren Craven, Peckinpah und Zarchi genau analysiert zu haben. Auch in deren Streifen mussten ahnungslose Protagonisten Unmenschliches über sich ergehen lassen und haben anschließend rot gesehen. Weil zweifelhafter Ablauf damals schon gut ankam, verfolgt SAM CURTAIN ähnliches Konzept und schaut weder nach links oder rechts. Überraschenderweise kommt trotz bekanntem Ablauf kaum Langeweile auf. BLOOD HUNT wurde schnörkellos inszeniert und besitzt mit seinen 76 Minuten kaum Längen. Der Film überzeugt mit ungeschliffenem Digitallook und erinnert dadurch irgendwie an Amateurware. Doch keine Panik. Die semiprofessionelle Optik stört zu keiner Minute und lässt das Treiben kruder erscheinen. Dank ungeschönter Bilderflut und pulsierender Soundkulisse, wird schnell ein Gefühl permanenten Unbehagens heraufbeschworen. Das zieht sich durch den gesamten Film und sorgt so für schnellen Herzschlag. Handgemachten Spezialeffekte tun da ihr Übriges. Die dürften in ihrer blutigen Zurschaustellung nicht jedermanns Sache sein und hinterlassen ein flaues Gefühl in der Magengegend. BLOOD HUNT ist definitiv kein Schnellschuss. Dazu ist der bewusst auf unprofessionell getrimmte Racheschocker zu professionell geraten. Weil der erste Langfilm durchaus (grausame) Höhepunkte besitzt, darf man gespannt sein was Regie-Neuling SAM CURTAIN noch an heftigen Gewalt-Epen auf die Fanbase loslassen wird. Der erste Ausflug ins Horrorfach zumindest kann sich sehen lassen – insofern man so etwas denn sehen will und überhaupt ertragen kann.
 
 
blood-hunt-2017-bild-3
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Heftiger Tobak. Ein weiteres Quälfilmchen über die Unberechenbarkeit von Bestie Mensch. BLOOD HUNT läuft nach gleichem Schema ab, das bereits Streifen wie THE LAST HOUSE ON THE LEFT und I SPIT ON YOUR GRAVE zum Erfolg verholfen hat. Neuerungen gibt es kaum, dafür jede Menge unmenschlicher Bilder, die Gewaltfans Freudentränen bescheren werden. BLOOD HUNT zeigt Exploitation in Reinform. Es werden Menschen gedemütigt, vergewaltigt und gerächt. Einfache Zutaten, die BLOOD HUNT über Wasser halten. Erfreulicherweise funktioniert der Mix aus Schandtaten, Quälstimmung und Geschrei recht gut. Der Rachestreifen besitzt ungemütliche Terrorstimmung und rasante Verfolgungsjagden. Schnelligkeit spielt hier überhaupt eine tragende Rolle. Macher SAM CURTAIN hakt im Eiltempo ab. Das lässt kaum Längen entstehen, weshalb die oberflächliche und eindimensionale Charakterisierung gar nicht so schwer ins Gewicht fällt. Die ist in dieser Art von Streifen aber nicht sonderlich wichtig. BLOOD HUNT ist einer der besseren Rachefilme. Wer auf diese Art von Horror steht, kann gern einen Blick riskieren ohne gleich enttäuscht zu werden.
 
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Zensur

 
 
 
Die FSK hat bekanntermaßen große Probleme mit Filmen, in denen skrupellos gerächt, vergewaltigt und gemordet wird. Das ist auch in BLOOD HUNT nicht anders. Ein Mann wird aufgehängt und als menschlicher Boxsack missbraucht. Ein anderer auf ebensolche Weise gefoltert und aufgeschlitzt, so dass er ausblutet. Weiterhin wird ein Kopf von einer Autotür zermatscht und die obligatorische Vergewaltigung fehlt natürlich auch nicht. Das Gewaltspektakel wird mit Schuss- und Stichverletzungen abgerundet. Vermutlich erhält BLOOD HUNT in Deutschland keine ungeschnittene Freigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave (2010)
 
I Spit on Your Grave (1978)
 
I Spit on Your Grave 2 (2013)
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Hidden in the Woods – Remake (2014)
 
I’ll never die alone (2008)
 
Storm Warning – Überleben kann tödlich sein (2007)
 
Last House on the Left (2009)
 


Filmkritik: „Quarries“ (2016)

quarries-2016-poster
 
 
 

QUARRIES

Story

 
 
 

Einige Frauen werden bei einem Wanderausflug von Hinterwäldlern attackiert, die ihnen nichts Gutes wollen.

 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Kritik

 
 
 
Quäle nie eine Frau zum Scherz, denn die Rache des weiblichen Geschlechts kann gern auch mal tödlich sein. Dass Frauen in Horrorfilmen gern mal über sich hinauswachsen und sich nicht immer nur ihrem Schicksal ergeben wollen, ist auch im Genrefilm längst keine Seltenheit mehr. Auch Frauen lassen sich mittlerweile nicht mehr alles gefallen und bestrafen ebenso kaltblütig, wie ihre männlichen Filmkollegen – wenn es unbedingt sein muss. Zuletzt reißerisch und unnötig hart in der Neuauflage des Schmuddel-Klassikers I SPIT ON YOUR GRAVE zelebriert. Darin rechnete eine traumatisierte Autorin mit der Männerwelt ab und bewies dabei jede Menge Einfallsreichtum, damit jene Männer leiden mussten, die ihr nichts Gutes wollten. Wer meint, dass das aber schon alles gewesen ist, hat den folgenden Streifen noch nicht gesehen. Hier platzt nicht nur einer seelisch gequälten Frau der Geduldspfaden, sondern gleich einer ganzen Gruppe junger Damen. QUARRIES nennt sich der Rache-Horror in dem – ungewöhnlich taff – Frauenpower gezeigt wird, der von stumpfsinnigen Blondinen-Klischees, unnötigen Intrigenspielen und nervigen Zickereien Abstand hält. Eine lobende Alternative, die unbedingt Schule machen sollte. Nur ob das den hier besprochenen Film auch gleichzeitig besser macht?
 
 
quarries-2016-bild-3
 
 
Eigentlich sollte sich das Leben für Kat (NICOLE MARIE JOHNSON – hat übrigens auch mit am Drehbuch geschrieben) nun zum Besseren wenden. Die hat sich erst kürzlich von den Ketten ihrer schrecklichen Beziehung befreit in der sie regelmäßig vom Ex-Partner misshandelt wurde. Eine Rucksack-Wandertour mit anderen Frauen durch tiefe Wälder soll die tapfere Frau wieder auf richtige Gedanken bringen. Leider muss wegen wütender Waldbrände eine andere Route genommen werden, die einigen Teilnehmerinnen das Leben kosten wird. Im Schutze der Wildnis treiben hier nämlich gewissenlose Hinterwäldler ein bitterböses Spiel. Die lauern ahnungslosen Wanderern auf und bringen diese kaltblütig um die Ecke. Doch der Spaß am Morden wird den Hobbykillern bald vergehen. Die haben nämlich nicht mit der Schlagfertigkeit jener Frauen gerechnet, an deren Fersen sie sich geheftet haben. Die sind über die stillen Verfolger alles andere als erfreut. Nachdem man erste Verluste beklagt, drehen die Frauen den Spieß einfach um. Was folgt ist nicht sonderlich neu – wurde aber solide inszeniert. Tapfere Frauen werden zu Kampfamazonen und verteidigen ihr Leben – koste es was es wolle. Die greifen zu spitzen Mordwerkzeugen und zahlen es der blutgeilen Bande heim. Männer gegen Frauen und umgekehrt. Wer wird den Überlebenskampf überstehen?
 
 
quarries-2016-bild-2
 
 
Kennst Du noch BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder DELIVERANCE – so wie sich der Survival-Thriller im Original schimpft? Wenn ja, dann dürfte QUARRIES wohl ein alter Hut sein, denn im Grunde genommen spult Regisseur NILS TAYLOR hier mit dem zweiten Spielfilm gleichen Inhalt ab, den auch schon JOHN BOORMAN zuvor in den 1970ern schockierend auf der Kinoleinwand gebracht hat. Wilderer jagen ahnungslosen Menschen, die in der Natur Erholung vom stressigen Alltag suchen. Das hört sich grausam an und ist es auch, weil man auch in QUARRIES mit der Unwissenheit nichtsahnender Wanderer spielt, die plötzlich aus dem Nichts beschossen werden und sich vor einem offenbar unsichtbaren Gegner in Sicherheit bringen müssen. Auch wenn die Ausgangssituation reichlich perfide anmutet, verpufft ein Großteil der psychischen Härte wegen Vorhersehbarkeiten. Wer hier sterben und überleben wird, steht bereits in den ersten Minuten fest, denn auch QUARRIES macht sich zu sehr von den Regeln des Genres abhängig. So verwandelt sich die zu Beginn noch eher als zurückhaltend beschriebene Kat im Film zum weiblichen Rambo, die sich nicht minder kaltblütig gegen ihre Gegenspieler zu wehren weiß und Aggressionen freien Lauf lässt, die sich während ihrer gewalttätigen Beziehung angestaut haben. Bis im Film jedoch ausgiebig gerächt, geschrien und getötet wird, wird Geduld vorausgesetzt. QUARRIES braucht nämlich etwas bis er seine Richtung gefunden hat und an Tempo zulegt. So vergeudet Macher NILS TAYLOR unnötig Zeit mit der Charakterisierung und einer Geschichte, die lange braucht bis sie endlich zum Punkt kommt. In Anbetracht der Tatsache, dass QUARRIES letztendlich nur ein weiterer Film übers Töten ist vergeudeter Aufwand, der in Längen ausartet. Trotzdem will man gnädig sein. Nach vierzig Minuten geht der Überlebenskampf endlich los. Spätestens dann wird kurzweiliges Spannungskino geboten, dem es ab und an sogar gelingt am Nervenkostüm des Zuschauers zu zerren. Bemerkenswerte Suspense-Arbeit sieht aber definitiv anders aus. Dazu fehlt NILS TAYLOR noch nötige Fingerfertigkeit und das richtige Gespür für schnörkellosen Thrill.
 
 
quarries-2016-bild-1
 
 


 
 
 

QUARRIES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DELIVERANCE mit Frauen. In QUARRIES hat das weibliche Geschlecht zur Abwechslung mal die Hosen an, denn Frauen können im Horrorfilm auch anders. Statt sich wie in THE DESCENT mit aufbrausendem Zickenkrieg selbst in die ewigen Jagdgründe zu befördern oder sich ihrem Schicksal – wie so oft im Horror-Genre – tatenlos zu fügen, krempeln die Damen in QUARRIES die Ärmel hoch. Die geben nicht so schnell auf und kämpfen gegen Widersacher, die sich ihrer Sache zu sichern sind. QUARRIES ist ein weiterer Thriller übers Töten, der nicht sonderlich viel Substanz besitzt und einzig auf schnelle Schocks aus ist. Die Protagonisten verhalten sich nicht immer helle und auch mit der Vorhersehbarkeit hat dieser Überlebens-Horror so seine Probleme. Weil sich Regisseur NILS TAYLOR auch noch unnötig viel Zeit nimmt, bis die Überlebens-Achterbahn in die Gänge kommt, werden wohl viele Zuschauer schon frühzeitig den Ausschalter ihres Abspielgerätes drücken. Zu eigentlicher Größe wächst QUARRIES erst in den letzten dreißig Minuten heran. Dann zumindest geht es Schlag auf Schlag und die Figuren im Film sterben wie Fliegen. Wer Geduld besitzt wird entschädigt. Ein sonderlich herausragender Horrorthriller ist QUARRIES aber nicht.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Zensur

 
 
 
Vergleicht man die Gewalt im Film mit ähnlichen Vertretern der Gattung Survival-Horror ist Gebotenes nicht sonderlich hart anzuschauen. Protagonisten werden angeschossen oder mit Messern bearbeitet. Oftmals blendet die Kamera weg oder Gewalttaten werden im Off zelebriert. Eigentlich wäre QUARRIES demnach ein sicherer FSK16-Kandidat, wäre da nicht die heikle Thematik. Hier wird das Töten als einziger Ausweg beschrieben, um das eigene Leben retten zu können. Statt leise durchs Gebüsch zu schleichen und so einen Weg hinaus aus dem Wald zu finden, wird Selbstjustiz ausgeübt. Mit sowas versteht die FSK keinen Spass. Es würde demnach nicht wundern, wenn QUARRIES mit rotem FSK-Flatschen ins Händlerregal kommt.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Carnage Park (2016)
 
Downhill (2016)
 
King of the Hill (2007)
 
Outback – Tödliche Jagd (2011)
 
Tower Block (2012)
 
Preservation (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 
The Mooring (2012)
 


Filmkritik: „Scherzo Diabolico“ (2015)

Scherzo-Diabolico-poster
 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – BLUTIG UND BÖSE

Story

 
 
 
Einem fleißigen Rechtsanwalt platzt der Kragen. Weil er im Job nur ausgenutzt wird und auch zuhause mit der Familie keinen Frieden findet, schmiedet er einen diabolischen Plan. Mit unvorhersehbaren Folgen.

 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Kritik

 
 
 
Die Sprache des Horrors ist in jedem Land gleich und kennt somit keine Grenzen. So auch in Mexiko, das sich seit einigen Jahren überraschend konstant darin übt, beunruhigende Geschichten in Kinos und Wohnzimmer in aller Welt zu bringen. Dass das Land von Tequila und Tortillas nicht nur Horror-Eintagsfliegen hervorbringt, hat man mit Filmen wie Guillermo Del Toros Debüt CRONOS, THE DEVIL’S BACKBONE oder WIR SIND WAS WIR SIND bewiesen. Letzterer überrumpelte selbst Hollywood, so dass ein amerikanisches Remake her musste, das aber in den heimischen Kinos nicht den erhofften Erfolg brachte. Wen wundert’s? Zuletzt hat Mexiko dank des Regisseurs ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO Horror-Aufsehen erregt. Der Mexikaner landete mit HERE COMES THE DEVIL gleich mal einen Indie-Horror-Hit, der bei anspruchsvollen Festivalbesuchern bleibenden Eindruck hinterließ. Ob das auch mit der bitterbösen Parabel SCHERZO DIABOLICO wiederholt werden kann, für die ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO ebenso verantwortlich zeichnet?
 
 
Scherzo-Diabolico-bild-1
 
 
Eigentlich ist Rechtsanwalt Aram ein Arbeitnehmer aus dem Bilderbuch. Stets pünktlich am Arbeitsplatz, schuftend wie kein anderer. Vom Chef erhält er keine Anerkennung. Noch nicht mal für Überstunden, die er fast tagtäglich abreißt. Auch zu Hause herrscht nicht gerade eitel Sonnenschein. Arams Ehefrau ist von der Feigheit ihres Gatten alles andere als erfreut und bestraft den Liebsten mit Sexentzug – weil der nicht den Mut besitzt, eine Entlohnung für die Mehrarbeit einzufordern. Doch damit soll nun Schluss sein. Aram schmiedet einen hinterlistigen Plan. Er beschattet die Tochter des Kanzleiboss Granovsky und entführt das ahnungslose Mädchen in der Hoffnung, dass der Vorgesetzte die Arbeit vernachlässigt und entlassen wird. Tatsächlich trägt das fiese Vorhaben Früchte. Granovsky ist psychisch am Ende und muss die Firma verlassen. Seinen Platz nimmt Aram ein, der nun hofft, dass sich das Schicksal zum Besseren wenden wird. Leider kommt natürlich alles anders. Wie im Horrorbereich üblich, haben die Opfer das letzte Wort. Die lassen Arams Demütigungen nicht auf sich sitzen und dürsten nach Rache – am liebsten blutig und kompromisslos.
 
 
Scherzo-Diabolico-bild-3
 
 
Einmal Horror immer Horror. Ein schnell improvisiertes Sprichwort, dass sich aber immer wieder bewahrheitet. Nach HERE COMES THE DEVIL, THE ABCS OF DEATH und LATE PHASES bleibt der Mexikaner ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO dem Genre treu und unterhält nach gefräßigen Werwölfen, unartigen Kindern und perversen Serienkillern zur Abwechslung mit Rachegelüsten der makabren Sorte. Wie bereits der Titel SCHERZO DIABOLICO vermuten lässt, geht es im gleichnamigen Film selbst reichlich zynisch und schwarzhumorig zu. Im Verlauf der Handlung werden die Rollen neu verteilt und unerwartete Wendungen nehmen ihren Lauf. So brennen dem Filmhelden später die Sicherungen durch. Der anfangs rechtschaffene und sympathische aber bereits desorientierte Hauptcharakter wird zum Handlanger des Bösen. Um eigene Interessen durchsetzen zu können und endlich mal auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, handelt er gegen das Gesetz. Leider ist und bleibt Protagonist Aram der geborene Pechvogel. Mit seinem Vorhaben setzt er eine Kettenreaktion in Gang, die nur zu Chaos führen kann. Ihm ereilt eine bitterböse Strafe, weil er gewissenlos gehandelt hat. Eine gewisse Ironie lässt sich nicht von der Hand weisen – das gibt SCHERZO DIABOLICO in der letzten halben Stunde auch dem Zuschauer unverblümt zu verstehen.
 
 
Scherzo-Diabolico-bild-2
 
 
Trotz ambitionierter Machart und bitterböser Geschichte über selbstsüchtiges Streben nach Macht und Erfolg, ist SCHERZO DIABOLICO ein zweischneidiges Schwert. Nach den erwähnten Arbeiten von Regisseur ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO, die auf vielen Filmfesten (darunter auch dem FANTASY FILMFEST) Lob einheimsen konnten, entpuppt sich SCHERZO DIABOLICO als kleine Enttäuschung. Grund: es dauert zu lange, bis es für Horrorfans endlich interessant wird. Zudem ist diese mexikanische Thriller-Produktion nur auf ein möglichst reißerisches Finale aus, in dem viel flüssiges Rot auf Boden und Wände klatscht. Im Gegensatz zu dem, was der Regisseur bisher auf die Leinwand gebracht hat, fehlen SCHERZO DIABOLICO schlichtweg Einzigartigkeit und Raffinesse. Gewalt allein macht eben keinen Horrorfilm herausragend. So geht es im Finale drunter und drüber. Im dort zelebrierten Racheakt wird Exploitation pur gezeigt – quasi so, wie man sie in den deutschen Bahnhofskinos der 1970er und 80er zu sehen bekam. Köpfe werden zermatscht aber auch Waffen und Baseballschläger kommen zum Einsatz. Im Vergleich zur eher zurückhaltend und bedacht inszenierten ersten Filmhälfte ist das Gezeigte äußerst grenzwertig und nicht für jedermann geeignet. Horrorfans wird’s nicht stören. Immerhin: Weil’s übertrieben blutig wird, fällt gar nicht auf, dass Gründe und Auslöser für die im Film dargestellte Selbstjustiz dünn, fadenscheinig und unglaubhaft sind. Psychologen dürften da wohl das kalte Grausen bekommen. Egal – im Horrorfilm ist eben alles möglich und ist es auch noch so dämlich.
 
 
Scherzo-Diabolico-bild-4
 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Auch in Mexiko wird blutig gerächt: Bitterböses Rachefilmchen mit äußerst brutalem Finale, das Liebhabern reißerischer Exploitation-Schocker feuchte Höschen bescheren wird. Splatterfans kommen in SCHERZO DIABOLICO definitiv auf ihre Kosten. Hier wird ein schmuddeliger Mexiko-Look mit deftigen Gewalteskapaden vermengt, welche von klassischen Klavierstücken begleitet werden. Letztere bieten Symbolcharakter und sind Auslöser für eine Tat, die eher zartbesaitete Zuschauer verstört in den Kinosessel pressen wird. Leider tut sich der mexikanische Rachethriller schwer mit dem Erzählen seiner Geschichte. Die braucht lange, bis sie an Fahrt gewinnt und lässt Horrorfans ungeduldig auf das warten, was sich Regisseur ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO für sein Finale hat einfallen lassen. Eine Spirale der Gewalt wird in Gang gesetzt, die schwarzhumorig und grotesk zeigt, was rücksichtloses Gieren nach Macht bewirken kann. Das ist zwar reichlich unglaubwürdig, wird aber den meisten Zuschauern egal sein – schließlich spritzt Blut. Kann man gucken, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Zensur

 
 
 
Überraschend blutig geht es in SCHERZO DIABOLICO zu. Das hätte man gar nicht erwartet, weil der Film eher zurückhaltend und behäbig beginnt. Im letzten Akt geht es drunter und drüber. Ein gekidnapptes Opfer dreht vollkommen durch und töte alles, was in die Quere kommt. Da werden Köpfe zermatscht und die Kamera hält drauf. Da die FSK immer große Probleme mit Selbstjustiz in Filmen besitzt, gab es anfangs bedenken. Dennoch hat der Film in der ungeschnittenen Version eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
scherzo-diabolico-bluray

(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scherzo Diabolico; Mexiko | USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover

Extras: Musikvideo

Release-Termin: 30.09.2016

 

Scherzo Diabolico – Blutig und böse [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SCHERZO DIABOLICO – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Packshot liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bound to Vengeance (2015)
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Evangeline – Rache ist stärker als der Tod (2013)
 
Big Driver (2014)
 
Daddy’s Little Girl (2012)
 


Filmkritik. „The Horde“ (2016)

the-horde-2016-poster
 
 
 

THE HORDE – DIE JAGD HAT BEGONNEN

Story

 
 
 
Deformierte Hinterwäldler kämpfen gegen ahnungslose Studenten und einen Ex-Marinesoldat. Mögen die Schlachkämpfe beginnen.

 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürften sich noch viele Horrorfilmliebhaber an den Backwood-Slasher WRONG TURN und das Remake zu THE HILLS HAVE EYES erinnern. Die haben vor knapp zehn Jahren derbes Zeug auf der Leinwand gezeigt und konnten sich dank kruder Spezialeffekte einen Ehrenplatz in den Herzen vieler Genrefans sichern. Mittlerweile gehören beiden Filme zum Bestandteil jeder gut sortierten Horror-DVD-Sammlung und werden stolz hervorgekramt, wenn im Freundeskreis nach harten Horrorfilmen gefragt wird. Eine gute Alternative wird nun mit THE HORDE geboten. Der hat nichts mit dem französischen Zombie-Actioner LA HORDE von 2009 gemein, sondern ist bei genauerer Betrachtung eigentlich ein günstig gedrehter Mix aus anfangs erwähnten Mutanten-Schockern WRONG TURN und THE HILLS HAVE EYES. Deren Erfolgszutaten wurden hier ganz unverfroren für den Videomarkt kopiert, um mit der langsam abebbenden Backwood-Horror-Welle noch schnell etwas Geld verdienen zu können. Entstanden ist dabei kein nachhaltiger Horrorfilm an den man sich auch in zehn Jahren noch erinnern wird. Vielmehr bekommen Freunde fürs Grobe ausschließlich das, was ihnen in Deutschland oft wegen den strengen Zensurauflagen vorenthalten wird. Im Falle von THE HORDE ist das Gewalt, Gewalt und nochmals Gewalt. Zur Freude für jene, die den täglichen Brutalo-Kick im Genre suchen. Die werden wegen der vielen zermatschten Köpfe, abgesägten Gliedmaßen und unzähligen Knochenbrüchen feuchte Höschen bekommen – auch wenn nicht unverborgen bleibt, dass mit kleinem Budget gehaushaltet werden musste. Für genug Schauwerte hat das schmale Kapital dennoch ausgereicht.
 
 
the-horde-2016-bild-2
 
 
Hinter dem heftigen Filmchen steckt JARED COHN. Der hat sich bisher an reichlich B-Movie-Futter (u.a. BUDDY HUTCHINS) ausprobiert und auch genug Quatsch für das Filmstudio THE ASYLUM verbrochen, das seit dem Erfolg des Hai-Trash-Horrors SHARKNADO besorgniserregend viel Aufmerksamkeit erhält. Von selbstironischem Trash ist THE HORDE weit entfernt, auch wenn ausgelutschte Horror-Klischees, quälend dumme Stereotypen und penetrantes Overacting anfangs eine Parodie auf Backwood-Slasher vermuten lassen. Der Streifen bekommt jedoch schnell die Kurve. So wird der Action- und Gewaltanteil drastisch erhöht, damit dem Horrorfan nicht sofort auffällt, dass THE HORDE trivial und einfältig zusammengekritzelt wurde. Das Drehbuch zum Film glänzt nämlich nicht gerade durch Einfallsreichtum. Stattdessen wird die obligatorische Schlachtplatte serviert, weil sich nun mal Gewalt und Gore gut verkaufen lassen.
 
 
the-horde-2016-bild-1
 
 
In THE HORDE geht es einigen Studenten an den Kragen. Die wollten eigentlich mit Lehrerin Selina Duboix (TIFFANY BROUWER) und ihrem Freund John Crenshaw (PAUL LOGAN – der übrigens auch gleich das Drehbuch zum Film abgeliefert hat) einen Ausflug in die Wälder unternehmen, um dort Nachhilfe in Sachen Fotografie zu erhalten. Doch es kommt alles anders. Einige deformierte Kreaturen und ihre grausamen Anführer treiben in genau jenem Waldstück ihr Unwesen, in dem die Fotosafari stattfinden soll. Wer schon einige Backwood-Slasher gesehen hat, kann sich ausmalen, was passieren wird. Die Schüler werden von der Horde Hinterwäldler überwältigt und in den Unterschlupf verschleppt. Dort wird Menschenfleisch filetiert und verspeist. Gott sei Dank ist Begleiter John Crenshaw ein ehemaliger Soldat und wurde für Kriegseinsätze ausgebildete. Der weiß sich zu verteidigen und wird zum Retter in der Not. Mit puren Fäusten kämpft er sich den Weg zu Freundin Selina frei, die vom Oberbösewicht als neues Begattungsopfer auserkoren wurde. Wetten, dass das blutig wird?
 
 
the-horde-2016-bild-3
 
 
Trotz simpel zusammengeschusterter Geschichte ist ein gewisser Unterhaltungswert nicht vonn der Hand zu weisen. Das liegt in erster Linie an der temporeichen Inszenierung, die kaum Platz für Längen bietet und den Zuschauer durch ein ungemütliches Szenario hetzt, in dem die vielen Gewaltakte wegen der schmuddelig-dreckigen Atmosphäre gleich doppelt so deftig ausschauen. Viel Zeit für Nebensächlichkeiten wird nicht vergeudet. So geht es nach einer oberflächlichen Charakterisierung auch gleich in den Bau kannibalistisch veranlagter Waldbewohner, die ihre Opfer vergewaltigen, schlachten und fressen. Nacheinander müssen sich die hilflosen Studenten ihrem Schicksal beugen und einen qualvollen Filmtod sterben. Sind die meisten der törichten Opfer tot, rächen sich die wenigen Überlebenden. Dabei erweist sich B-Movie-Darsteller PAUL LOGAN als Glücksgriff, der der sich hier als unkaputtbarer Filmheld durch unzählige Körper schlitzt, schießt und schlägt. Schauspielerisch ist das was in THE HORDE geboten wird ziemlicher Käse. Hier sticht niemand mit herausragenden Qualitäten hervor. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn bis auf schreien, schluchzen und prügeln wird nicht viel abverlangt. THE HORDE ist brutales Fast-Food-Gemetzel ohne Anspruch. Splatterfans und Gorehounds wird das kaum stören. Die werden glücklich darüber sein, dass endlich mal wieder lupenreines Metzelfutter aufgetischt wird, das kompromisslos über den Bildschirm flimmert. Demzufolge sollte man das Hirn ausschalten und ein Bier trinken. Nur so lässt sich das hirnfreie Gewaltspektakel ertragen.
 
 
the-horde-2016-bild-4(2)
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WRONG TURN meets THE HILLS HAVE EYES. THE HORDE ist ein brutales und kompromissloses Gewaltspektakel, das das Herz eines jeden Horrorfan schneller schlagen lassen wird – insofern man Horrorfilme nur dann genießen kann, wenn es darin auch deftig zur Sache geht. Schauspiel oder Geschichte sind hier nebensächlich. Der Fokus liegt auf Spezialeffekte und Filmgewalt. Letztere kommt recht zeigefreudig zum Einsatz und hält die austauschbare und triviale Handlung zusammen. Trotz hanebüchener Geschichte kann THE HORDE was. Der günstige Videolook deutet darauf hin, dass schnell und günstig produziert werden musste. Dennoch stört die DTV-Optik keineswegs, sondern lässt viele der kruden Morde teilweise noch deftiger ausschauen. Glanzstück ist dabei eine Szene, in der einem der Opfer die Zunge herausgeschnitten und danach die Beine abgesägt werden. Empfindsame Gemüter werden angewidert abschalten – Gorehounds wiederum geraten bei solch rücksichtloser Zeigefreudigkeit ins Schwärmen. Weil Regisseur JARED COHN auf Logik pfeift, das Filmgeschehen mit Leichen pflastert und den Actionanteil erhöht, wird THE HORDE nie langweilig. Das ist doch letztendlich das, worauf es im Filmgeschäft ankommt, schließlich will niemand langweilige Horrorstreifen sehen. Demzufolge sollte man das Hirn abschalten und mit Alkohol betäuben. Nur so macht THE HORDE Laune.
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Zensur

 
 
 
Zermalmte Köpfe, aufgeschnittene Hälse, durchtrennte Achillessehnen, offene Brüche und Nägel, die durch Hände geschlagen werden. THE HORDE geizt nicht mit Gewaltakten und zelebriert diese genussvoll. Weil im Film das möglichst brutale Töten als einziger Ausweg definiert wird überrascht dann doch sehr, dass die FSK den Film ungeschnitten durchgewunken hat. Da wird einem Protagonisten die Zunge herausgerissen. Wenig später schneidet sich eine Handkreissäge durch dessen Beine. Vor einigen Jahren musste so etwas geschnitten werden. Heute steht es mit rotem FSK-Flatschen ungeschnitten im Kaufhaus.
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-horde-bluray

(c) Pierrot Le Fou (KeepCase Blu-ray)

the-horde-mediabook

(c) Pierrot Le Fou (Mediabook mit DVD & Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Horde; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Making of (ca. 6 Min.), Kurzvideo über die Kameraarbeit | zusätzlich im Mediabook: Poster & Booklet

Release-Termin: 31.03.2017 (BD KeepCase | Mediabook)

 

The Horde [Limitiertes Mediabook mit DVD & Blu-ray auf AMAZON kaufen ]

The Horde [Blu-ray im KeepCase auf AMAZON kaufen ]

 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bela Kiss: Prologue (2013)
 
Wrong Turn 5 (2012)
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
 
Hatchet 3 (2013)
 
No One Lives (2012)
 
Inbred (2011)


Filmkritik: „He Never Died“ (2015)

he-never-died-poster
 
 
 

HE NEVER DIED

Story

 
 
 
Jack (Henry Rollins) kommt einfach nicht zur Ruhe. Er ist dazu verdammt ewig auf Erden zu wandeln, um bösen Jungs die Hintern zu versohlen. Als seine 19-jährige Tochter Andrea (Jordan Todosey) unerwartet an der Wohnungstür klingelt und ihren Vater kennenlernen möchte, gerät das bisher geregelte Leben des eigenbrötlerischen Zeitgenossen aus den Bahnen.

 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Kritik

 
 
 
Anfang der 1980er gelang HENRY ROLLINS der musikalische Durchbruch. Als zweiter Sänger der einflussreichen Hardcore-Band BLACK FLAG brachte er Konzerthallen zum Kochen und gründete 1987 die erste Version der nach ihm benannten ROLLINS BAND. Aber Hank ist ein Multitalent. Er macht nicht mehr ausschließlich Musik, sondern verdient sich sein Lohn und Brot neben Spoken-Word-Performances auch als Autor, Verleger und Schauspieler. Leider musste er sich bisher immer nur mit Nebenrollen in Filmen zufriedengeben, in denen er meist noch vor dem Abspann das Zeitliche segnete (u.a. WRONG TURN 2 und FEAST). Das ändert sich jedoch in HE NEVER DIED, denn diesmal darf er überleben und andere in Jagdgründe befördern – herrlich schwarzhumorig und garantiert nicht unblutig.
 
 
He-Never-Died-2015-bild-1
 
 
Jack (HENRY ROLLINS in einer Rolle, die ihm offensichtlich auf den Leib geschneidert wurde) lebt seit Jahrhunderten kein einfaches Leben. Der Eigenbrötler kann nämlich nicht sterben, besitzt eine unbändige Gier nach Menschenfleisch und versucht die Lust am Töten durch eine gewissen Routine im Leben zu unterbinden. So besucht er jeden Abend das gleiche Restaurant, spielt regelmäßig Bingo und kauft illegal Blut von Krankenhäusern, um seinen Durst stillen zu können. Leider kommt der bisher minutiös geplante Tagesablauf ins Wanken, als Tochter Alexandra unerwartet an der Wohnungstür klingelt. Die will endlich ihren Vater kennenlernen, ist aber über dessen eigensinnigen Willkommensgesten nicht sonderlich erfreut. Leider bleibt nicht viel Zeit für tiefsinnige Gespräche, denn das Mädchen wird von bösen Jungs verschleppt. Keine gute Idee, denn Vater Jack wird zum Rächer und tötet unkontrolliert jeden, der sich ihm in den Weg stellt.
 
 
He-Never-Died-2015-bild-2
 
 
Kannibalismus und Rache in Kombination mit coolen Sprüchen, biblischen Motiven und viel schwarzem Humor. Das sind Genre-Zutaten, die Horrorfanherzen schneller schlagen lassen. Irgendwo zwischen JOHN WICK, THE PUNISHER und EIN MANN SIEHT ROT verkörpert HENRY ROLLINS einen schweigsamen Einzelgänger, der immer einen trockenen Spruch auf den Lippen hat, wenn er kriminelle Typen verprügelt. Dabei zuzusehen bereitet eine Menge Spaß, denn der etwas andere Superheldenfilm für Erwachsene glänzt durch clever geschriebene Dialoge, eine Menge einfallsreicher Ideen und abartig gute Lacher. Leider fällt – wie so oft in Indie-Produktionen – das magere Budget ins Gewicht, denn viel Spielraum stand nicht zur Verfügung. Das macht sich vor allem bei Bühnenbild und Kulissen bemerkbar, die eher zweckmäßig umgesetzt wurden und an TV-Ware erinnern, aber immerhin den düsteren Ton des Streifens unterstreichen. Das ist aber auch nicht sonderlich schlimm, liegt der Fokus ohnehin auf den skurrilen Figuren, die sich in HE NEVER DIED so schräg verhalten, dass man meinen könnte, sie wären einem Comic entsprungen.
 
 
He-Never-Died-2015-bild-3
 
 
Wenn Väter sich aufmachen, um ihre Kinder aus den Fängen des Bösen zu befreien: HE NEVER DIED ist zynisches Rachekino mit geheimnisvollen Antihelden, der Stoff für mindestens eine Fortsetzung liefert. Das sahen die Leute aus dem Produktionsstudio 108 MEDIA ähnlich. Dort hat man sich kurzerhand dazu entschlossen den Horrorspaß gleich in Serie gehen zu lassen. Weil Horrorserien im TV momentan der Renner sind, soll eine achtteilige Miniserie die Hintergründe von Filmcharakter Jack näher beleuchten. Der outet sich im Verlauf der Filmhandlung als biblische Figur Kain, die für den Mord an Bruder Abel von Gott dazu verdammt wurde, ewig in Form eines fleischfressenden Monsters auf Erden zu wandeln. Ob er von seinen Leiden erlöst werden kann, wird sich im Serienformat zeigen. Fakt ist, dass es Drehbuchautor und Regisseur JASON KRAWCZYK mit HE NEVER DIED gelungen ist, Kannibalismus- und Rachekino so zu verschmelzen, dass am Ende ein unterhaltsamer Film entstanden ist, den man so noch nicht gesehen hat. Im Dschungel der immer wieder gleichen Horrorgeschichten ist das schon als Kunststück zu bezeichnen.
 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein abgefahrener Rache-Mix aus Humor und Gewalt, der dank Hauptdarsteller HENRY ROLLINS schwer unterhaltsam ist. Der etwas andere Superheldenfilm für Erwachsene glänzt durch abgefahrene Ideen und viel trockenem Humor, der allein das Sehen von HE NEVER DIED rechtfertigt. Buchautor und Musiker Rollins trägt den Film auf seinen breiten Schultern und liefert eine unglaubliche Leistung ab. Beachtlich, erklärte der Künstler in einem Interview mit der Zeitschrift ROLLING STONE, dass er bisher nie Schauspielunterricht besucht hat und sich bei den Verkörperungen seiner Rollen stets auf eigene Lebenserfahrung verlassen konnte. Die Figur des mürrischen Einzelgängers scheint Rollins wie auf dem Leib geschneidert und macht Lust auf mehr Filme in denen der Sänger als Held mit scharfer Zunge fiese Schurken verprügelt. Wir meinen: HE NEVER DIED ist ein Fest – nicht nur für HENRY ROLLINS-Fans. Unbedingt sehenswert!
 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Zensur

 
 
 
Einige böse Momente gibt es zu sehen. Die sind aber nicht sonderlich schlimm anzuschauen. Trotzdem wurde der Film von der FSK erst für Erwachsene (keine Jugendfreigabe) freigegeben. Natürlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
he-never-died-mediabook

(c) I-ON (KeepCase Blu-ray)

he-never-died-bluray

(c) I-ON (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: He Never Died; Kanada 2015

Genre: Horror, Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film-DVD und Booklet

Release-Termin: 27.05.2016

 

He never died – Limited Mediabook [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

He never died – KeeCase Version [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HE NEVER DIED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Alle Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei I-ON)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
God’s Army (1995)
 
Constantine (2005)
 
Legion (2010)
 


Filmkritik: „I Spit on Your Grave 3“ (2015)

i-spit-on-your-gave-3-vengeance-is-mine-2015
 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE

(I SPIT ON YOU GRAVE 3)

Story

 
 
 
Jennifer Hills (SARAH BUTLER) – das Vergewaltigungsopfer aus dem I SPIT ON YOUR GRAVE-Remake – rächt sich an den Peinigern vergewaltigter Frauen einer Selbsthilfegruppe.
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Kritik

 
 
 
Wer öfter Kritiken auf FILMCHECKER liest, dürfte vermutlich mitbekommen haben, dass wir keine Freunde brutaler Gewaltfilme sind, in denen aus reiner Sensations- und Geldgeilheit Menschen gequält, gedemütigt und gerichtet werden. So hatten in der Vergangenheit vor allem Rape-and-Revenge-Streifen das Nachsehen, die wegen ihrer sadistischen Zurschaustellung frauenverachtender Quälerei keine lobenden Worte erhalten haben. Einer, dem besonderes Augenmerk geschenkt wurde, war I SPIT ON YOUR GRAVE 2. Hier wurde die Messlatte in punkto Sadismus besonders nach oben geschoben, was den Streifen vor allem bei jenen interessant machen konnte, die die Qualität eines Horrorfilms allein vom Gewaltpegel abhängig machen. Für Macher STEVEN R. MONROE ein ganz großer Coup. Dem gelang mit der kontroversen Neuauflage eines in Deutschland immer noch beschlagnahmten Racheklassikers und deren ultrabrutaler Fortsetzung der Sprung in die Liga der gefragtesten Horror-Regisseure. Trotz zweifelhaftem Ruhm gelang ihm immerhin das Kunststück, die schmuddeligen Revenge-Streifen von einst wieder ins Kino zu bringen. So war das Subgenre des groben Rachefilms in den siebziger und achtziger Jahren eine sichere Bank in Hollywood und bediente gnadenlos das niedere Auge-um-Auge-Bedürfnis des kleinbürgerlichen Zusehers. Meir Zarchis I SPIT ON YOUR GRAVE war seinerzeits nur die B-Movie-Überspitzung zahlreicher konservativen Reißer, die vor allem CHARLES BRONSON und Kollegen über Nacht zu gefragten Schauspielern machten.
 
 
i-spit-on-your-gave-3-vengeance-is-mine-bild2
 
 
Dass aufgrund des finanziellen Erfolgs der neuen I SPIT-Streifen ein weiterer Ableger gedreht werden musste, war logische Konsequenz. Der ist nun unter dem Titel I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE erschienen und wirbt reißerisch im Namen mit vielversprechender „Rache“. Die zweite Fortsetzung knüpft direkt an die Geschehnisse des Remakes aus dem Jahr 2010 an und rückt Hauptdarstellerin Jennifer Hills (SARAH BUTLER aus TERROR Z) erneut in den Fokus. Die nennt sich jetzt Angela und versucht nach einer grausamen Vergewaltigung zu ihrem alten Leben zurückzufinden. Hilfe verspricht sie sich in einer Selbsthilfegruppe für Vergewaltigungsopfer, in der sie die schrecklichen Erlebnisse besser verarbeiten lernen will. Doch die zermürbte Protagonistin wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Als sie in der Gruppe die selbstbewusste Marla (JENNIFER LANDON) kennenlernt, scheint das Leben endlich wieder einen Sinn zu ergeben. Die Frauen schließen Freundschaft und verbringen viel Zeit miteinander, in der die taffe Marla Unterricht im schlagfertigen Umgang mit allzu aufdringlichen Männern erteilt. Doch die Ereignisse nehmen eine unerwartete Wendung. Die rebellische neue Freundin wird tot aufgefunden. Zurück bleibt eine desorientierte Angela, der der Boden erneut unter den Füßen weggezogen wird. Die versucht den Täter zur Verantwortung zu ziehen, scheitert aber an einem maroden Justizsystem. Umso einleuchtender die Entscheidung das Gesetz ein weiteres Mal selbst in die Hand zu nehmen. Weil die Polizei kein ernsthaftes Interesse besitzt, gemeldeten Vergewaltigungen nachzugehen, übernimmt Angela kurzum deren Arbeit in Eigenregie. Im Namen aller missbrauchten Frauen mutiert sie zur Super-Rächerin, um Vergeltung für all jene einzufordern, die ebenso vergewaltigt und von der Justiz im Stich gelassen wurden.
 
 
i-spit-on-your-gave-3-vengeance-is-mine-bild1
 
 
Das Thema Vergewaltigung ist brisant. Immer mehr Frauen gehen an die Öffentlichkeit, um zu berichten, was aus Angst oder Scham lang geheim gehalten wurde. So brachen amerikanische Studentinnen 2014 ihr Schweigen und entfachten damit eine Debatte über sexuelle Übergriffe an Universitäten. Die wurde zusätzlich durch einen Report des Pentagons verschärft, in dem von acht Prozent mehr gemeldeten Vergewaltigungen unter Militäranghörigen berichtet wurde. Trotz heißer Diskussionen und schärferer Gesetze werden die meisten Täter nie vor Gericht gebracht. Der Anteil verurteilter Sexualstraftäter ist im Verhältnis zu den Anzeigen der Opfer gesunken, was vor allem daraus resultiert, weil nicht immer an einer ernsthaften Verfolgung und Aufklärung der Taten gearbeitet wird. Immer noch scheinen sexuelle Übergriffe auf Frauen verharmlost, nicht ernst genommen zu werden, was dazu führt, dass Sexualverbrechen nicht genauer untersucht oder Akten mangels Beweise ganz geschlossen werden. Für die Opfer ein Albtraum, die mit den tragischen Erlebnissen allein fertig werden müssen. Der Staat unterstützt nur die wenigsten bei der Trauma-Verarbeitung. Ein Grund mehr, warum vielen nur der Weg zum Psychologen oder die Flucht in Selbsthilfegruppen bleibt, um sich dort die Last irgendwie von der Seele reden zu können.
 
 
i-spit-on-your-gave-3-vengeance-is-mine-bild3
 
 
I SPIT ON YOUR GRAVE 3 beteiligt sich an der kontroversen Debatte und greift genau jene Hilflosigkeit vieler Frauen auf, die sich von Justiz und Behörden im Stich gelassen fühlen. Filmheldin Angela sitzt in ähnlicher Zwickmühle und nimmt das Gesetz selbst in die Hand, weil ihr die Tatenlosigkeit des Rechtssystems ein Dorn im Auge ist. Was folgt, ist für die Gewaltfraktion interessant. Die fehlgeleitete Protagonistin bestraft all jene mit dem Tod, die Frauen quälen oder missbrauchen und dafür nicht verurteilt werden. Interessanterweise schlägt I SPIT ON YOUR GRAVE 3 einen Richtungswechsel ein. Statt möglichst viel perverses Material auf Film zu bannen und sich ausschließlich auf das exploitative Zelebrieren von Gewaltmomenten zu beschränken, hat dieser Ableger auch etwas zu erzählen. Die Weiterentwicklung war bitter nötig, stieß bereits I SPIT ON YOUR GRAVE 2 an seine Grenzen. Er hatte eigentlich die gleiche Geschichte zu erzählen, wie der Vorgängerfilm. Somit dürften sich vor allem jene vor den Kopf gestoßen fühlen, die sich vom neusten Ableger ein ähnlich gestricktes Gewaltepos versprochen haben, in dem ausschließlich gefoltert, gedemütigt und vergewaltigt wird.
 
 
i-spit-on-your-gave-3-vengeance-is-mine-bild4
 
 
Der frische Wind ist dem Newcomer R.D. BROWNSTEIN zu verdanken, der für I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE verantwortlich zeichnet. Der macht aus schonungslosem Rape-and-Revenge gesellschaftskritische Thriller-Ware, die deutlich gehaltvoller ist, als man es von einem Film dieses Subgenres erwartet hätte. Statt dummer Gewalt dominiert im Film das Drama um Angela, die mit inneren Dämonen ringen muss und am Ende den Kampf gegen den Hass verliert. Was folgt ist das Resultat eines mangelhaft funktionierenden Justizsystems. Die verwirrte Filmheldin verwandelt sich zur Killermaschine, die im Racherausch nicht mehr zwischen guten und bösen Jungs unterscheiden kann. Doch damit nicht genug. BROWNSTEIN treibt seine Figur weiter in den Abgrund, bis die letztendlich selbst zur boshaften Kreatur mutiert, die weder Skrupel noch Moral kennt. Letztendlich vermittelt I SPIT ON YOUR GRAVE 3 eine wichtige Botschaft. So hebt BROWNSTEIN am Ende den Zeigefinger und mahnt vor unermüdlichen Streben nach Rache und Vergeltung, schließlich bringt grenzenloser Hass niemals gewünschte Genugtuung, sondern immer nur weiteres Chaos.
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WENIGER I SPIT ON YOUR GRAVE – dafür mehr DEATH WISH und DIE FRAU MIT DER 45ER MAGNUM. I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE ist der beste Teil der gesamten Filmreihe, insofern man die Qualität von Horrorfilmen nicht unbedingt am Härtegrad festmacht. Zuschauer, die die Vorgänger gerade wegen der Gewalt in den Himmel gelobt haben, werden vom neuesten Ableger reichlich enttäuscht werden. Bis auf zwei kurze (aber heftige) Gewaltmomente hält sich Teil drei zurück mit der Zuschaustellung reißerischer Exploitation-Momente. Stattdessen wurde diesmal ein Drehbuch mit richtigen Dialogen verfilmt, das sogar gesellschaftskritische aber auch moralische Ansätze besitzt. So setzt sich der Streifen mit dem Thema Rache auseinander, klärt aber auf, dass Genugtuung nie zu Gerechtigkeit führt, welche man sich von Vergeltung erhofft. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Filmheldin wird durch rastloses Rächen nur noch weiter in den Abgrund gerissen. Hier erinnert der Film an Abel Ferraras in Exploitationfan-Kreisen geschätzten, unterkühlt-brutalen DIE FRAU MIT DER 45ER MAGNUM. Newcomer R.D. BROWNSTEIN macht mit dem Richtungswechsel alles richtig und hat mit I SPIT ON YOUR GRAVE 3 einen Film gedreht, dem es zur Abwechslung gelingt wirklich zu polarisieren. Der Streifen ist mehr Drama als Horror und regt mit brisanter Thematik zum Nachdenken an. Das ist bisher noch keinem Streifen der Reihe gelungen. Somit wird der Film vermutlich all jene ansprechen, die bisher so rein gar nichts mit der Filmserie anfangen konnten. Auch wenn sich der aktuelle Ableger deutlich von seinen Vorgängern abhebt, kann man nur hoffen, dass man die Grab-Serie damit ruhen lässt. Jeder weiterer Rache-Quatsch wäre überflüssig und unnötig.
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Zensur

 
 
 
Auch wenn I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE in Sachen Gewalt nicht die Härte der Vorgängerfilme erreicht, gibt es 2-3 kurze Szenen, die es in sich haben. So wird ein männliches Geschlechtsteil bearbeitet und die Analpenetration mit einem Rohr geht durch Mark und Bein. Auch wenn Gewalteinsätze überschaubar sind, hat I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE hierzulande ebenso Probleme mit der FSK bekommen. Der Film ist in Deutschland geschnitten erschienen. Das ist kein Wunder, weil die Prüfbehörde so ihre Probleme mit Selbstjustiz in Filmen besitzt. Natürlich gibt es für Horrorfans eine Alternative. Rechteinhaber ILLUSIONS UNLTD. hat I SPIT ON YOUR GRAVE 3 – wie bereits die Teile zuvor – ungeschnitten im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Österreichische Blu-ray

 
 
 
i-spit-on-your-grave-3-bluray-uncut

(c) ILLUSIONS UNLTD. (KeepCase im Schuber – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: I Spit on Your Grave III: Vengeance Is Mine; USA 2015

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton:Deutsch DTS HD 5.1, Englisch DTS HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min. (ungeschnittene Fassung)

FSK: AT-Import – ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: AT-Import – KeepCase im Schuber (nur Erstauflage)

Extras: „Back to the Cabin“ – Interview mit Sarah Butler zu Teil 1 (2010), Sarah Butler Interview (2015), Trailer

Release-Termin: ungeschnittener AT-Import: 28.01.2016

 

I Spit on your Grave 3: Vengeance is mine – Unrated [Blu-ray / DVD] ungeschnitten auf BEYOND MEDIA bestellen

 

I Spit on your Grave 3: Vengeance is mine – Unrated [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
Der auf ungeschnittene Horrorware spezialisierte Rechteinhaber ILLUSIONS UNLTD. aus Österreich sorgt für zufriedene Gesichter. Das ist auch kein Wunder, denn das Label veröffentlicht den dritten Teil ebenso wie die Vorgänger in ungeschnittener Filmfassung und deutscher Sprache. Damit die Optik im Sammlerregal einheitlich bleibt, wurde auch die Blu-ray zu I SPIT ON YOU GRAVE 3 in einen stabilen Schuber gesteckt, der selbstverständlich nur bei der Erstauflage mit an Bord ist. Sammler sollten sich demnach beeilen, denn lange wird es diese Auflage aufgrund der hohen Nachfrage dieser Filmreihe nicht geben. Bleibt noch zu erwähnen, dass Bild und Ton tadellos sind. Leider mangelt es der Veröffentlichung an Bonusmaterial. Bis auf einige Interviews sucht man nach Extras vergebens. Schade. Dennoch dürfte das Fans der Reihe nicht stören. Denen dürfte es weitaus wichtiger sein, den Film ungeschnitten ihr Eigen zu nennen.
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
i-spit-on-your-grave-3-bluray-cut

(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray – geschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: I Spit on Your Grave III: Vengeance Is Mine; USA 2015

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Sarah Butler Interview (2015), Trailer

Veröffentlichung: 07.03.2016

 
 
 

I Spit On Your Grave 3 – Mein ist die Rache [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Savaged (2013)

Bait (2014)

Bound to Vengeance (2015)

Evangeline (2013)

Girls against Boys (2012)

Big Driver (2014)

Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)

I Spit on your Grave 2(2013)

Last House on the Left (2009)

I Spit on your Grave (2010)

Extremities (1986)

Straw Dogs (2011)

Eden Lake (2008)