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Filmkritik: „Dislike“ (2016)

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DISLIKE

(DIZLYKE | Дизлайк)

Story

 
 
 

Das Video-Blogger Massaker: Sieben Internet-Blogger werden in eine Villa gelockt und dort abgeschlachtet. Nur wer zeichnet für dieses Blutbad verantwortlich?

 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Kritik

 
 
 
Jede Generation hat ihre Stars. Während man in den 1980ern Actionhelden wie ARNOLD SCHWARZENEGGER oder SYLVESTER STALONE im Kino huldigte, hat sich mittlerweile das Blatt gewendet. Künstler aus Film und Fernsehen sind bei Teenagern von heute Schnee von gestern. Idole werden in der heutigen Zeit im Internet geboren. Da verwandeln sich plötzlich normale Menschen von nebenan in Superstars, weil sie in der Freizeit private Blogs oder Youtube-Kanäle pflegen auf denen sie mehr oder weniger brauchbare Informationen in die Jugendzimmer bringen. Dabei sind es vor allem Vlogger, die seit Jahren wie Pilze aus dem Boden wachsen. Darunter versteht man junge Menschen, die im Internet Videos verbreiten, in denen sie Produkte testen, über Lifestyle reden oder sich einfach nur selbst inszenieren. Genau jenen Leuten geht es im folgenden Film an den Kragen. Offenbar sind die so genannten Videoblogger dem Regisseur PAVE RUMINOV ein Dorn im Auge. Anders lässt sich nicht erklären, warum er diese Leute in DISLIKE beinahe zynisch über die Klinge springen lässt und sich am Ende auch noch kritisch über die Mechanismen sozialer Medien äußert. Da steht wohl jemand auf Kriegsfuss mit Facebook, Youtube und Co.
 
 
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Sieben großkotzige Videoblogger erleben in DISLIKE (im Original: DIZLAYK) nichts Gutes. Die sind im Internet gefeierte Stars und werden deshalb einen Tag vor Weihnachten in eine Villa geladen, um dort für einen Energy-Drink Promotion zu betreiben. Doch die Einladung ist nur Tarnung. Kaum dort angekommen kippt die zuvor heitere Stimmung um. Einem der Teilnehmer wurde eine Bombe um den Kopf geschnürt. Die zündet und sendet den Blogger in die ewigen Jagdgründe. Das kommt bei den Anwesenden gar nicht gut an. Die sind plötzlich nicht mehr so vorlaut und bekommen es mit der Angst zu tun. Eine mysteriöse Stimme schallt aus einem Lautsprecher und gibt Anweisungen. So sollen die Vlogger herausfinden wer hier Schindluder treibt. Wer sich sträubt und nicht mitspielen will, wird sofort getötet. Da werden Lebensinstinkte aktiviert. Leider zieht durch die Räume ein maskierter Killer, der das Raten zusätzlich erschwert. So kommt was kommen muss. Einer nach dem anderen stirbt – abwechslungsreich und blutig. Slasher-Fans kommen da natürlich auf ihre Kosten.
 
 
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Auch in Russland sind Opfer in Slasher-Filmen nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. In bester SCREAM- und SAW-Manier müssen die in DISLIKE Spiele spielen und während einer schwarzhumorigen Ratestunde abwechslungsreich ihr Leben lassen. DISLIKE wurde nach amerikanischem Vorbild gezimmert und erweckt – mal abgesehen von sprachlichen Barrieren – nicht den Anschein, dass der Streifen in Russland gedreht wurde. Regisseur PAVE RUMINOV präsentiert makellose Bilder in MTV-Clip-Ästhetik und macht es so vielen neueren Produktionen gleich, die mit viel Geld in Amerika für ein junges Kinopublikum fabriziert werden. Trotz hanebüchener Story und Figuren aus dem Horrorfilm-Baukasten kann der Slasher was. Das mag an der lückenlosen Inszenierung liegen, die straff durchorganisiert wurde. Der Film besitzt kaum Längen und konzentriert sich auf das Wesentliche. Im Falle von DISLIKE ist das das Ausradieren unsympathischer Jungdarsteller, die unter Einsatz schwarzen Humors das Zeitliche segnen. Da erklingt der Weihnachtsklassiker „Jingle Bells“ sobald Opfer um die Ecke gebracht wurden. Aber auch der Spielmoderator unterstreicht das Treiben mit boshaften Sprüchen, um das Publikum vor der heimischen Glotze zu erheitern. Nicht zum Lachen ist dagegen den Filmhelden selbst zumute. Die erleben den Terror ihres Lebens und werden durch diverse Filmwendungen gejagt, um die Identität des Killers möglichst lang hinauszögern zu können. Regisseur PAVE RUMINOV hat dabei seine Hausaufgaben mit nötiger Sorgfalt gemacht. Der Film zitiert gründlich und ausgiebig amerikanische Slasher-Klassiker und ist darin sogar richtig gut. Erfahrene Zuschauer werden Zitate und Anspielungen erkennen. Horrorfilmneulinge können sich dagegen auf kompromissloses Abschlachten dummer Teenager freuen. Ein zynischer Horrorspaß mit reichlich Blut. 7 Points goes to Russia.
 
 
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DISLIKE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nicht übel was da Putins Knechte fabriziert haben. Bitterböse Schlachtplatte aus Russland. Regisseur PAVE RUMINOV rechnet in DISLIKE (Originaltitel: DIZLAYK) mit Möchtegern-Stars aus dem Internet ab, die seit einigen Jahren Teenager zum Kreischen bringen und Erwachsene ratlos mit dem Kopf schütteln lassen. Der Filmemacher überrascht mit deftigem Blutbad und äußert aber auch subtile Kritik an der Generation Youtube, wo die Gier nach Klicks und Likes bei jungen Menschen gern mal den Verstand vernebelt. DISLIKE ist ein Horror-Slasher nach amerikanischem Vorbild. Der Streifen besitzt reichlich schwarzen Humor und geht mit seinen Opfern nicht zimperlich um. Die Todesarten sind abwechslungsreich und der Killer im Film kennt keine Gnade mit seinen dummen Opfern. Das dürfte hungrigen Horrorfans gefallen, die hier schnörkelloses Ausradieren zu sehen bekommen – ohne Längen und überflüssiges Brimborium. Für Slasher-Fans ein Fest.
 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Zensur

 
 
 
Ist das im Film Youtuberin SHIRIN DAVID? Man muss schon zweimal hinschauen, um erkennen zu können, dass die russische Schauspielerin MARIYA VEY der bekannten Vloggerin aus Deutschland wie aus dem Gesicht geschnitten ist. DISLIKE ist für einen Slasher recht blutig geraten. Es explodieren Köpfe, Kehlen werden durchgeschnitten und Messer oder Äxte bohren sich durch Fleisch, als wäre es Butter. Hierzulande gibt es für DISLIKE vermutlich eine Freigabe für Erwachsene mit rotem FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

DISLIKE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
#Horror (2015)
 
Who’s Next (2012)
 
The Den (2013)
 
Devil’s Domain (2016)
 
Unfriend (2016)
 

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Filmkritik: „Devil’s Domain“ (2016)

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THE DEVIL’S DOMAIN

Story

 
 
 

Auch der Teufel kann Social Media: Ein Mobbingopfer geht einen Pakt mit dem Teufel ein, um den täglichen Schikanen der Mitschüler ein Ende zu bereiten.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Kritik

 
 
 
Während es Außenseiter im richtigen Leben schwer haben und meist erfolglos versuchen gegen Demütigung und Hass anzukämpfen, weht im Horrorgenre ein anderer Wind. Hier wachsen Sonderlinge in der Regel über sich hinaus und verwandeln sich nicht selten in Antihelden, um gegen Unterdrückung und Schikanen rigoros vorzugehen. So wird gern mal gerächt – und das nicht immer unblutig. Ganz zum Leidwesen heimtückischer Täter. Die müssen für boshaftes Mobbing mit dem Leben bezahlen. Das war schon bei Kings CARRIE der Fall und ist auch im folgenden Rache-Horror nicht anders. DEVIL’S DOMAIN schimpft sich ein weiterer Bestrafungsstreifen, der immerhin mit ansprechenden und zugleich kuriosen Trailer lockt. Darin lädt ein weiblicher Teufel zum blutigen Stelldichein und will den Horrorfan mit unappetitlichen Splatter-Einlagen und nackter Haut beglücken. Eigentlich eine gute Sache. Nur, ob der eigentliche Streifen auch halten kann, was der Kinotrailer verspricht? Filmwerbung übertreibt gern mal.
 
 
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Cyber-Mobbing und die tragischen Folgen. Lisa (MADI VODANE) hat es an der Schule nicht leicht. Die ist Einzelgängerin, leidet an einer Essstörung und hat sich dazu auch noch in die beste Freundin verliebt. Viele Baustellen von denen auch bald die Mitschüler Wind bekommen und die Teenagerin schikanieren. Als dann auch noch pikante Videos im Internet auftauchen, in denen Lisa heimlich beim Masturbieren und Erbrechen gefilmt wurde, weiß die Schülerin nicht mehr weiter. Da meldet sich plötzlich die attraktive Destiny (LINDA BELLA) über den Social-Media-Account der Jugendlichen. Die hat Mitleid und will helfen. Doch die gut gemeinten Absichten haben einen Haken. Die hilfsbereite Dame will nämlich einen Pakt schließen und entpuppt sich als der Leibhaftige persönlich. Das stört die schüchterne Lisa aber nicht. Die willigt ein und lässt den Teufel bestrafen. Der tötet die Peiniger der Gemobbten und hat reichlich Spaß dabei. Leider kommt alles anders. Wie so oft handelt der Teufel nämlich nur in eigenem Interesse. Diese Erfahrung muss auch Lisa machen. Als der nämlich auch Jene töten will, die der Schikanierten nahe stehen, ist Schluss mit lustig.
 
 
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Nette Idee – aber irgendwie trashig. DEVIL’S DOMAIN hat gute Ansätze, ist aber weder Fisch noch Fleisch. Das größte Problem: Der teuflische Rachestreifen hinterlässt einen semiprofessionellen Eindruck. Die Schnitte wirken unbeholfen, die musikalische Untermalung wurde teilweise unpassend gewählt. Zudem ist das Budget wohl hauptsächlich in Spezialeffekte geflossen, weshalb kein Geld mehr für gescheite Schauspieler vorhanden gewesen war. Vor allem Hauptdarstellerin und Mobbingopfer MADI VODANE hinterlässt zwiespältige Gefühle. Die steht das erste Mal vor der Kamera und kann gar nicht überzeugen. Als unerfahrene Newcomerin quält sie sich mit Laienschauspiel durch eine simpel gestrickte Geschichte, die sich eigentlich nur mit Splatter-Späßen über Wasser halten kann. So wird in DEVIL’S DOMAIN schwarzhumorig getötet, was den Streifen zumindest bei Fan für blutige Hausmannskost interessant machen dürfte. Mit kreativen Killerspielchen kennt sich Regisseur JARED COHN übrigens besonders gut aus. Der hat in der Vergangenheit viele Filmbanalitäten verbrochen und fühlt sich offenbar im Horrorfach besonders wohl. Zuletzt gab’s von ihm mit Low-Budget-Futter wie BUDDY HUTCHINS und THE HORDE deftigen Nachschub für Fans blutiger B-Movies. Für Feingeister war das leider nichts. Tiefgründigkeit darf man auch vom diabolischen DEVIL’S DOMAIN nicht erwarten, der sich einen Deut darum schert sich ernsthaft mit Mobbing und den Folgen auseinanderzusetzen. Stattdessen spult Filmemacher JARED COHN hastig und wenig ambitioniert das ab, was in der Kult-Reihe NIGHT OF THE DEMONS bereits Programm gewesen war. Dort vermasselte eine Dämonenbraut frechen Teenagern das Halloween und tötete abwechslungsreich. Das wird auch in DEVIL’S DOMAIN beibehalten. JARED COHN kopiert dreist und tauscht im Grunde genommen nur Dämonendame Angela aus genannter Horror-Serie gegen den Teufel in Frauengestalt aus. Der Ablauf ist ähnlich: Töten, töten, töten – Titten und Lesbensex gibt’s inklusive. Männlichen Zuschauern dürfte diese Kombination vermutlich zusagen.
 
 
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THE DEVIL’S DOMAIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Titten, Sex und Splatter. DEVIL’S DOMAIN setzt auf die niederen Instinkte. Hier wird zwar Cybermobbing thematisiert. Tiefgründig auseinandersetzen will sich der Streifen damit aber nicht. Die Außenseiterthematik ist nur Vorwand, damit gerächt werden kann – und das reißerisch und blutig. Regisseur JARED COHN zelebriert Trash in Reinform, der sich zumindest bei den Morden schwarzhumorig zeigt. Trotzdem hält man hier keinen Horror-Hit in den Händen. Das liegt in erster Linie am mangelnden Budget, das DEVIL’S DOMAIN semiprofessionell und billig erscheinen lässt. Für Fans der Kult-Reihe NIGHT OF THE DEMONS aber vermutlich von Interesse. DEVIL’S DOMAIN ist dem genannten Horror-Franchise nämlich nicht unähnlich.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Zensur

 
 
 
THE DEVIL’S DOMAIN hat einige Sauereien zu bieten. Von Erdrosseln, über eine Gesichtsbearbeitung mit der Kettensäge bis hin zu schlimmen Verbrennungen gibt es allerhand böse Szenen zu sehen. Sollte es der Horrorfilm nach Deutschland schaffen, wartet vermutlich eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CLEOPATRA ENTERTAINMENT | CLEOPATRA FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night (1997)
 
Night of Something Strange (2016)
 
Trailer Park of Terror (2008)