FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Horrorfilme Spiel

Filmkritik: „The Midnight Man“ (2016)

the-midnight-man-2016-poster
 
 
 

THE MIDNIGHT MAN

Story

 
 
 
Ist da eine Erwachsenenversion des Kultfilms JUMANJI? Eine junge Frau öffnet die Büchse der Pandora. Auf dem Dachboden der Oma findet sich beim Stöbern ein altes Spiel. Kaum zu spielen begonnen, öffnet sich das Tor zu Hölle. Bevor falsche Erwartungen geweckt werden: Nein, das hier ist kein weiterer Abstecher in das beliebte HELLRAISER-Universum.

 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm Spiele gespielt werden, denkt man vermutlich an die Horror-Serie SAW. Dort wurden bitterböse Spiele gespielt bei denen Teilnehmer nur dann gewinnen konnten, wenn sie dazu bereit waren an körperliche Grenzen zu gehen. Unterm Strich eine blutrote Sache, denn die meisten der dort zelebrierten Spielereien endeten für die unfreiwilligen Überlebenskämpfer mit dem Tod. Ganz anders geht es da im folgenden Horrorfilm weiter. Statt die Splatter-Keule zu schwingen, will man in THE MIDNIGHT MAN den Horror auf klassische Weise heraufbeschwören. Das bedeutet: Weniger Gewalt – dafür zurück zum alten Handwerk. Löbliche Ziele also, die Regisseur TRAVIS ZARIWNY verfolgt. Der Filmemacher hatte vor einigen Jahren bereits von sich hören lassen. Mit dem Remake zu CABIN FEVER bot er Zündstoff und lieferte Horror ab, der sich nicht gerade durch Kreativität auszeichnete. Das Resultat war enttäuschend. Seine Neuinterpretation über einen Menschenfleisch fressenden Virus fiel bei Fans und Kritikern durch und verschwand schnell in der Versenkung. Nicht unbegründet, sah zwar die Neuauflage zu CABIN FEVER verdammt gut aus. Dennoch klammert sich die Neuverfilmung zu sehr am bekannten Stoff und machte das Remake überflüssig. THE MIDNIGHT MAN ist da aus ähnlichem Holz geschnitzt. Auch hier bringt es folgende Floskel auf den Punkt: Außen hui – innen pfui. Manche Filmemacher haben eben kein glückliches Händchen bei der Auftragsauswahl oder einfach nur ein falsches Verständnis für Horror, der das Blut in en Adern gefrieren lassen soll.
 
 
the-midnight-man-2016-bild-1
 
 
Bevor man Spiele spielt, sollte man auch deren Anleitung studieren. Leider kommt der Ratschlag für die attraktive Alex zu spät. Die macht sich Sorgen um die an Alzheimer erkrankte Großmutter und zieht daher in das Haus der alten Dame, um sich um das verwirrte Familienmitglied zu kümmern. Doch in der schlecht beleuchteten Hütte geht bald der Horror los. Die Enkelin findet nämlich auf dem Dachboden eine Kiste und darin ein seltsames Spiel. Natürlich ist da die Neugierde groß. Und so kommt was kommen muss. Let’s play a Game: Alex ruft beim ersten Spielzug den boshaften MIDNIGHT MAN herbei, der ebenfalls Lust auf eine Runde Monopoly hat. Doch die Gestalt ist nicht an fairen Spielrunden interessiert. Stattdessen ist ihr Ziel der Tod aller Mitspieler – und sei es mit Lug und Betrug. Weil es Alex bald mit der Angst zu tun bekommt, weiht sie den Liebsten und eine Freundin ein. Ein fataler Fehler, denn somit stehen auch die auf der Todesliste des MIDNIGHT MAN. Was folgt, hätte man besser machen können. Die verängstigten Spielteilnehmer müssen es mit einem nichtmenschlichen Gegner aufnehmen, der alles daran tut, um seine Opfer mit deren Ängsten zu konfrontieren. Leider verhält sich der „Mitternachtsmann“ nicht annähernd so fies, wie anfangs gedacht. Etwas mehr Raffinesse beim Schummeln hätte man schon von einer Gestalt aus der Welt des Übernatürlichen erwartet. Der Drehbuchautor war eben nicht der Ausgeschlafenste
 
 
the-midnight-man-2016-bild-2
 
 
Immer wieder kommen uns Filme auf die Mattscheibe, die zwar atmosphärisch inszeniert wurden und Dank ansprechender Optik Eindruck hinterlassen. Blickt man aber hinter die „schöne“ Fassade, bekommen erfahrene Horrorkenner gern mal das kalte Grausen. THE MIDNIGHT MAN ist so ein Kandidat. Hier hat man sich fürs Visuelle so richtig ins Zeug gelegt. Zu sehen gibt es stimmungsvolle Kamerafahrten und eine unheimliche Bilderflut, die gerade wegen minimalistischer Beleuchtung angenehme Schaueratmosphäre bewirkt. Leider hat man sich am gruseligen Bilder-Mix schnell stattgesehen. Deshalb muss Plan B her. Dumm nur, dass auf den verzichtet wurde. THE MIDNIGHT MAN hat außer Optik nur wenig zu bieten. Die Substanz fehlt, denn bei genauerer Betrachtung spult der Streifen eine Geschichte ab, die auf einen Bierdeckel passt und zu oft von Drehbuchschreibern zu Papier gebracht wurde, das sie schnell langweilt. Was woanders im Zuge einer Anthologie Verwendung gefunden hätte oder als Kurzfilm auf Festivals aufgeführt worden wäre, hat man im Falle genannten Gruselstreifens auf Spielfilmlänge geblasen, damit das Resultat auf Blu-ray gepresst werden kann. Ein Schelm, wer da Geldgier vermutet. Dabei ist Gebotenes weit weg von originell. THE MIDNIGHT MAN erinnert nämlich in seiner Machart an so Gruselfilme wie THE BYE BYE MAN oder DER FLUCH DER HEXE. Das sind Filme in denen das Böse versehentlich gerufen wurde und danach einen möglichst heimtückischen Tod für jenen fordert, der es aus dem Schönheitsschlaf gerissen hat. Weil es mittlerweile zu viele dieser Streifen gibt, sind Abläufe relativ vorhersehbar. Die Opfer müssen Wege finden, um der herbeigerufenen Gefahr entkommen zu können. Leider müssen einige von ihnen das Zeitliche segnen, denn ohne Todesopfer verkaufen sich Horrorfilme nur schleppend. Gleiches Erfolgsrezept verfolgt auch THE MIDNIGHT MAN, der mit leichtem Inhalt sein kommerzverwöhntes Publikum nicht überfordern möchte. Der gradlinige Film spult belanglos ab, was ohnehin jeder kennt. Demzufolge bleiben Überraschungen aus. Der einfache Weg ist eben nicht immer der beste.
 
 
the-midnight-man-2016-bild-3
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärische Geisterbahn mit erschreckend dünner Story. Mehr als düstere Bilder voller Unbehagen besitzt THE MIDNIGHT MAN leider nicht. Da macht sich schnell Langeweile breit, zumal sich der Streifen auch noch ziemlich viel Zeit nimmt seine ohnehin schon überschaubare Geschichte zu erzählen. Statt originell und überraschungsreich setzt man auf Altbewährtes. Das bedeutet, dass man eher den konventionellen Weg einschlägt und Horror aus der Klischee-Kiste serviert. Da fragt man sich doch glatt, wie sich zwei Horrorikonen im Film verlaufen haben. Keine Geringeren als ROBERT ENGLUND und LIN SHAYE sind zu sehen. Letztere ist im Horrorgenre Dauergast und tritt in gefühlt jeder zweiten Horror-Produktion auf. Offenbar gab’s im Falle von THE MIDNIGHT MAN anständige Gage. Anders lassen sich die Cameos genannter Horror-Altstars nicht erklären. Besser wird der Film trotz Kurzauftritte leider nicht. Dazu fehlt es THE MIDNIGHT MAN eindeutig an Ideen und Neuerungen. Standard-Gruselware ohne Überraschungen. Irgendwie überflüssig!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Zensur

 
 
 
Der Hauptfokus in THE MIDNIGHT MAN liegt auf subtilen Horror. Viel Gewalt wird nicht gezeigt. Zu Beginn werden einige Kinder von einer unsichtbaren Macht getötet. Danach ist hinsichtlich Gewalt Funkstille. Erst im Finale gibt’s noch kurze Schauwerte zu sehen. Das hat THE MIDNIGHT MAN eine FSK16 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-midnight-man-bluray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Midnight Man; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Featurette: Behind the Scenes

Release-Termin: 09.03.2018

 

The Midnight Man [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT MAN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bye Bye Man (2017)
 
The Midnight Game (2013)
 
Candyman’s Fluch (1992)
 
Boogeyman 3 (2008)
 

Advertisements

Filmkritik: „Truth or Dare“ (2017)

truth-or-dare-2017-poster
 
 
 

TRUTH OR DARE

Story

 
 
 

Acht Studenten spielen in einem Spukhaus „Wahrheit oder Pflicht“. Dass das nicht gut ausgehen kann, dürfte auf der Hand liegen.

 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Kritik

 
 
 
Wenn ein Produktionsstudio einen Film in Auftrag gibt, das sich vor allem durch Rachefilme einen Namen machen konnte, dürfte jeder Fan härterer Filmgangart hellhörig werden. CINETEL FILMS heißt der Laden, der für das Remake zu I SPIT ON YOUR GRAVE verantwortlich zeichnet und zwei Fortsetzungen folgen lies, weil die Neuverfilmung so gut ankam. Nun hat das Studio mal wieder einen Horrorfilm gedreht und versucht abermals mit der Angstsucht des Publikums Geld zu verdienen. Diesmal lässt man aber keine rächenden Kampfamazonen auf den Zuschauer los. In TRUTH OR DARE wird ein bekanntes Partyspiel zweckentfremdet, um nicht minder deftigen Gewaltquatsch auf die Mattscheibe zu bringen. Für den konnte man sogar eine Ikone des modernen Horrorfilms gewinnen. HEATHER LANGENKAMP wurde in den 1980ern durch NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME bekannt. Darin verkörperte sie einen furchtlosen Teenager, der es mit dem Filmmonster FREDDY KRUEGER aufnahm. Die großen Horrorzeiten sind aber längst vorbei. Mittlerweile verdient sich die Schauspielerin mit kleinen Rollen in Serien und B-Movies den Lebensunterhalt. Zu letzteren gehört auch der hier vorgestellte Film. Der wurde offenbar von jemandem inszeniert, der sich mit dem Drehen von Horrorfilmen auskennt. In der Tat gehen schon einige Genrestreifen auf das Konto von Regisseur NICK SIMON – darunter ein Slasher mit dem Titel THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS, welcher vom verstorbenen Kultregisseur WES CRAVEN im Jahr 2015 mitproduziert wurde. Von dem scheint Simon ein großer Verfechter zu sein, wie der Gastauftritt von HEATHER LANGENKAMP im Film TRUTH OR DARE vermuten lässt. Deren Karriere brachte nämlich Altmeister WES CRAVEN mit A NIGHTMARE ON ELM STREET ins Rollen. Das kann kein Zufall sein.
 
 
truth-or-dare-2017-bild-3
 
 
Dummheit muss bestraft werden. Für acht College-Studenten wird grenzenloser Leichtsinn eine Lehre. Die mieten ein Haus an, wo sich in den 1980ern tragisches ereignet hat. Dort sind mehrere junge Leute unter schrecklichen Umständen ums Leben gekommen. Genau jene Bude hat man sich für eine Sause an Halloween ausgesucht. Doch zum Feiern kommt man gar nicht erst, denn hier lebt offenbar das Böse. So entpuppt sich die ausgesuchte Bretterbude als Spukhaus, wo plötzlich mysteriöse Dinge passieren. Alles beginnt nach einer Runde „Wahrheit oder Pflicht“. Da mischt sich plötzlich ein unsichtbarer Mitspieler unter die Anwesenden. Der treibt böse Späße und fordert von den Studenten unfassbare Taten. Kommt man den Aufgaben nicht nach oder hält man sich nicht an die Spielregeln, muss man einen grausamen Tod sterben. Da ist die Stimmung plötzlich im Keller – vor allem auch deshalb, weil kein Entkommen möglich ist. Die Türen und Fenster sind verriegelt, Handys funktionieren (mal wieder) nicht. Somit muss man sich den Aufgaben des unheimlichen Moderators stellen. Der will, dass man Stromkabel berührt, Knie zertrümmert oder verbranntes Fleisch eines der übrigen Mitspieler verspeist. Eine Runde Monopoly wäre wohl die bessere Alternative gewesen.
 
 
truth-or-dare-2017-bild-2
 
 
Böse Mächte spielen niemals fair. Das zeigt einmal mehr TRUTH OR DARE. Hier scheint eine boshafte Macht offenbar zu viel Langeweile zu haben und quält ahnungslose Studenten bis in den Tod. Sonderlich einfallsreich ist der Film leider nicht. Das ist auch kein Wunder, denn TRUTH OR DARE wurde fürs amerikanische Fernsehen produziert und richtet sich daher mit seichter Gruselei ans Massenpublikum. Konventioneller Ablauf ist daher die Folge. Die Figuren müssen nach Wegen suchen, wie der Spuk unbeschadet überstanden werden kann. Dabei entpuppt sich die Antwort als relativ plausibel. So müssen die drei Runden des Spiels innerhalb von 48 stunden beendet werden. Weil TRUTH OR DARE neue Wege scheut, ist der Ausgang vorhersehbar. Die Helden sterben nacheinander – abwechslungsreich und blutig. Parallelen zur FINAL DESTINATION-Reihe sind unverkennbar. Auch dort kam der Tod auf leisen Sohlen und sorgte mit unterschiedlichen Todesarten für Unterhaltung. Erfinderisch Sterben kann eben über ein dünnes Drehbuchtief hinweghelfen. Apropos Abwechslung: Auch wenn TRUTH OR DARE für seine rudimentäre Handlung wohl kaum einen Originalitätspreis gewinnen dürfte, zieht der Streifen einen Großteil seiner Spannung aus den verschiedenen Aufgabenstellungen. Die entscheiden über Leben und Tod und werden immer makabrer je näher sich der Streifen seiner Zielgeraden nähert. Da müssen Zähne gezogen oder Gift getrunken werden. Aber auch ein Runde russisches Roulette sorgt für kurzen Nervenkitzel. Handwerklich kann man nicht meckern. Von üblichem Low-Budget-Futter fürs Fernsehen ist TRUTH OR DARE weit entfernt. Die Effekte sind gut getrickst und auch die Darsteller können was. Von denen wird aber nicht viel abverlangt. Deren Rollen bleiben blass, weil sie nur als Kanonenfutter herhalten müssen. Dennoch ist TRUTH OR DARE nicht schlecht. Der Streifen ist kurzweilig und eignet sich demzufolge ideal für einen winterlichen Horrorfilmabend vorm Kamin.
 
 
truth-or-dare-2017-bild-1
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW meets FINAL DESTINATION. TRUTH OR DARE ist ein makabrer Horrorstreifen, der seinen Reiz aus zynischen Aufgabenstellungen zieht, die ahnungslose Protagonisten während eines Spiels lösen müssen. Wer keine Lust auf Spiele spielen hat, muss sterben – grausam und blutig. TRUTH OR DARE ist nichts Großes. Dafür sorgt der Streifen aber für Kurzweil und wurde zügig inszeniert, so dass der Zuschauer erst gar keine Zeit hat, sich über Sinn und Unsinn Gedanken zu machen. Schön, dass Horrorikone HEATHER LANGENKAMP mal wieder vorbeischaut. Die hat zwar nur eine kurze Rolle erhalten, dürfte aber alteingesessene Horrorfilmkenner in Verzückung setzen. Da werden Erinnerungen an die 1980er wach, wo man in Horrorfilmen gern mal mit Spezialeffekten experimentiert hat. Die sind auch in TRUTH OR DARE abwechslungsreich, wobei der Streifen vor allem gegen Ende ausgesprochen blutig daherkommt. Lobenswerterweise ist alles handgemacht. Etwas, das vor allem Puristen freuen dürfte. Werden doch mittlerweile gern mal (schlecht getrickste) Effekte aus dem Computer gezaubert. TRUTH OR DARE ist blutig, makaber und kurzweilig – was will das Horrorfanherz mehr?
 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Zensur

 
 
 
Eigentlich wäre TRUTH OR DARE ein typischer FSK16-Kandidat. Doch das Finale hat es in sich. Da müssen sich Protagonisten Körperteile abschneiden, was dann doch sehr explizit zelebriert wird. Demzufolge dürfte der Streifen erst für ein erwachsenen Publikum geeignet sein.

 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Cinetel Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 
Final Destination 3 (2006)
 
13 Sins (2014)
 
Saw (2004)
 
The Midnight Game (2013)
 
Needle – Deinem Schicksal entkommst Du nicht (2010)
 


Filmkritik: „Beyond the Gates“ (2016)

beyond-the-gates-2016-poster
 
 
 

BEYOND THE GATES

Story

 
 
 
Ein mysteriöses Video-Brettspiel wird für zwei sich entfremdete Brüder zu Herausforderung. Wer es einmal begonnen hat, muss es zu Ende spielen. Anderenfalls ist der Tod bereits vorprogrammiert.
 
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Kritik

 
 
 
Wir begeben uns jetzt zurück in eine Zeit, wo man sich als Fan noch von der Couch erheben musste, um neue Filme sehen zu können. Die hat man bis vor einigen Jahren noch ganz unkompliziert in der Videothek leihen können, wo selbst ausgefallene Nischenfilme ihre Daseinsberechtigung fanden. Was aber mit der Einführung der Videokassette Anfang der 1980er zu einem regelrechten Heimkino-Boom führte, ist im Zeitalter der Digitalisierung Schnee von gestern. Die Videotheken erleben seit Jahren ein Massensterben, weil die Kinohits dank schnellem Breitbandanschluss aus dem Internet in die Wohnzimmer kommen. Dass in solch fortschrittlichen Filmzeiten kaum noch jemand in müffelnden Videotheken stöbern oder auf bereits verliehene Streifen warten möchte, dürfte eine bittere Konsequenz sein mit der sich einige Filmemacher nicht so recht anfreunden möchten. Die lassen längst vergessene Zeiten in ihren Streifen erneut aufleben und versuchen einer neuen Generation an Filmfans nahe zu bringen, wie noch die Eltern in der Jugend Film geschaut haben.
 
 
beyond-the-gates-2016-bild-2
 
 
Nicht zurück in die Zukunft, dafür zurück in die 1980ern geht es mit dem Indie-Horror BEYOND THE GATES, der sich ehrfürchtig vor längst vergessene VHS-Zeiten verbeugt. Darin müssen sich die beiden Brüder Gordon (GRAHAM SKIPPER aus THE MIND’S EYE und ALMOST HUMAN) und John (CHASE WILLIAMSON aus SIREN) durch das Vermächtnis des Vaters arbeiten. Von dem ist seit geraumer Zeit weit und breit keine Spur, weshalb sich die entfremdeten Geschwister aufmachen, um die Videothek des verschollenen Familienoberhauptes auszuräumen. Bei der Entrümpelung stoßen sie auf ein merkwürdiges Video-Brettspiel, das wohl der Vater zuletzt benutzt haben muss. Weil man noch einmal kurz die schmuddelige Videotheken-Ära aufleben lassen und in Erinnerungen schwelgen möchte, beginnt man das mysteriöse Game mit dem eigensinnigen Titel „Beyond the Gates“ zu spielen. Was daraufhin folgt, lässt den Brüdern das Blut in den Adern gefrieren. Die Moderatorin auf der Videokassette zum Spiel scheint ein schauriges Eigenleben zu führen. Deren Kommentare passen aus unerklärbaren Gründen immer zum Spielablauf, was den Geschwistern Sorgen bereitet. Die ist auch berechtigt, denn bald passieren weitaus mysteriösere Dinge. Erst sind es furchterregende Albträume, die die Männer um den Schlaf bringen. Später ist es eine allgegenwärtige Aura des Bösen, die das Verhältnis der Geschwister auf die Probe stellt. Natürlich ist der Ursprung allen Übels im Brettspiel zu suchen. Leider lässt sich „Beyond the Gates“ nicht ohne Weiteres beenden. Wer das Spiel einmal begonnen hat zu spielen, muss es auch zu Ende bringen. Tut man es nicht, wartet der Tod. Tja, manchmal ist es eben besser, wenn man Gebrauchsanleitungen studiert.
 
 
beyond-the-gates-2016-poster
 
 
Willkommen zur Erwachsenen-Version von JUMANJI. So lässt sich BEYOND THE GATES nämlich am besten beschreiben, bei dem es sich mal wieder um einen ungeschliffenen Horror-Indie handelt, der sich was traut. Regisseur JACKSON STEWART versucht hier gegen den Strom zu schwimmen und scheut Konventionen. Das bedeutet, dass der Handlungsverlauf vor allem auch wegen der teils surrealen Einfälle nicht einfach zu durchschauen ist. In BEYOND THE GATES kommen nicht nur zarte Synthesizerklänge aus den 1980ern zum Einsatz, bei denen man schwören könnte, dass man die schon in anderen Horrorfilmen jener Zeit zu hören bekommen hat. Hier wird sich zudem vor Genre-Regisseuren genannter Dekade verbeugt, die dieses Jahrzehnt vor allem bei Zensurwächtern so berüchtigt gemacht haben. Da erinnert Filmemacher und Newcomer JACKSON STEWART mit befremdlichen Farbspielereien an die Werke des mittlerweile eingerosteten DARIO ARGENTO. Handgemachte Splatter- und Matschorgien lassen Revue passieren, wie kreativ man mit Glibber, Gips, Kunstblut und Latex in der Blütezeit des Horrorfilms noch experimentiert hat. Zwar braucht BEYOND THE GATES ein wenig um in Fahrt zu kommen. Hat er endlich seine Richtung gefunden, dürfte der mutige Brettspiel-Horror vor allem Nostalgiker in Verzückung setzen. Wir meinen: Leidenschaftlicher Retro-Horror von einem ambitionierten Horrorfan, der mit Sicherheit die halbe Jugend in den Gruselabteilungen verschiedener Videotheken verbracht hat. Alte Horrorfilmkenner wird die extravagante Hommage Freudentränen bescheren. Wer’s makellos und glatt poliert braucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
beyond-the-gates-2016-bild-3
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn ein mysteriöses Brettspiel das Tor in eine andere Dimension öffnet. BEYOND THE GATES ist nichts fürs Massenpublikum. Dieser Streifen entpuppt sich als cineastische Herzensangelegenheit und richtet sich in erster Linie an jene, die in den 1980ern aufgewachsen sind. Dieses interessante Regie-Debüt vereint eine clevere Geschichte mit handgemachten Spezialeffekten und reichlich Retro-Feeling, das Nostalgiker ein Grinsen bescheren wird. Regisseur JACKSON STEWART, der sich selbst als großer Horrorfan bezeichnet und schon als Assistent für STUART GORDON tätig war, konnte für seinen ersten Spielfilm sogar eine namhafte Größe des Horrorgenres gewinnen. So war BARBARA CRAMPTON anfangs nur als Produzentin angedacht, ließ sich dann aber überreden in BEYOND THE GATES auch noch eine kleine Rolle als unheimliche Spielmoderatorin zu übernehmen. Die erfahrene Kult-Schauspielerin scheint nach Auftritten in Splatter-Granaten wie RE-ANIMATOR und FROM BEYOND offenbar Gefallen am Angstkino gefunden zu haben, weshalb man die beliebte Genre-Ikone immer mal wieder in solchen Streifen zu sehen bekommt. Zuletzt war das in YOU’RE NEXT und WE ARE STILL HERE der Fall. Dahinter verbarg sich gelungene Horrorunterhaltung neueren Datums, die man durchaus empfehlen kann. Gleiches gilt auch für BEYOND THE GATES, der wirklich gelungen ist – insofern man etwas mit den Horrorfilmen aus den 1980er und deren Machart anfangen kann. Atmosphärisch bewegt sich der Streifen irgendwo zwischen Euro-Horror aus der Mache des LUCIO FULCI und DARIO ARGENTO, was aber keinesfalls negativ zu bewerten ist. Ganz im Gegenteil. Hinter BEYOND THE GATES steckt ein leidenschaftliches und ehrgeiziges Filmprojekt mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge Herzblut. Wer das zu schätzen weiß, wird gut unterhalten werden.
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Zensur

 
 
 
Auch wenn es der Film auf den ersten Blick nicht vermuten lässt – in einigen Szenen geht ordentlich die Post ab. Der wird die Splatter-Keule geschwungen und Köpfe zermatscht oder Därme aus Körpern gezogen. Hierzulande dürfte es für diese Zeigefreudigkeit vermutlich eine Erwachsenenfreigabe geben. Aber immerhin angeschnitten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Trailer liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jumanji (1995)
 
Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum (2005)
 
Stay Alive (2006)