Filmkritik: „Amityville III“ (1982)

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AMITYVILLE III

(AMITYVILLE 3-D | AMITYVILLE 3: THE DEMON)

Story

 
 
 

Journalist John Baxter geht der durch die Vorfälle in Häusern wie dem Spuktempel von Amityville, Long Island ausgelöste Trend, wieder an Besessenheit und Dämonen zu glauben, ganz gewaltig auf die Nüsse. Er macht es sich zur Aufgabe, die zunehmend dreist grassierende Scharlatanerie im Umfeld dieser Phänomene aufzudecken. Über einen Makler bekommt er die Gelegenheit, den Kasten in Amityville käuflich zu erwerben. Nach und nach passieren auch John und den Menschen um ihn herum Dinge, die ihn an seinem unerschütterlichen Glauben an Logik und die aufgeklärte Moderne zweifeln lassen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Kritik

 
 
 
tatsächlichen Familie am Hacken. Da wollen die Macher des dritten Teils nicht in den lauernden Fettnapf treten und bringen eine Geschichte ins Kino, die weniger mit den direkten Erlebnissen ihrer unbedarften Figuren mit einem Haunted House, als an modernen Paranormal-Investigator-Hits wie den INSIDIOUS- oder CONJURING-Reihen verwandt ist. Wobei der skeptische Journalist Baxter nicht, wie etwa die Eheleute Warren, die Monetarisierung des Übersinnlichen im Hinterkopf hat. Er glaubt schlicht nicht dran oder will das zumindest nicht. Als er mit seinem Latein der Vernunft am Ende ist, lässt er seinen Freund Dr. West ins Haus, der sich tatsächlich als Erforscher des Okkulten und Übersinnlichkeits-Ermittler im Sinne der berühmten Warrens sieht.
 
 
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AMITYVILLE III haucht der Story um den Gruselschuppen im Bundesstaat neues Leben ein. Man spart sich, einfach nochmal nur leidende Durchschnittsmenschen gegen die Wand donnern zu lassen und verlagert den Fokus auf den zweifelnd beobachtenden Protagonisten. Sein Kampf gegen die Erschütterungen seiner Einstellungen macht ihn zum Leidensgenossen etwa der diversen innerlich und äußerlich gequälten Priester aus dem Orbit des DER-EXORZIST-Franchise. Eine Ebene, die dem Film sehr guttut. Der Unique Selling Point, wie wir topbezahlten Marketingprofis sagen, liegt bei Erscheinen in den 3D-Tricks, mit denen der Film seinen Zuschauern im Kino die horrortypischen Brocken um die Ohren fliegen lässt. Ja, Anfang der Achtziger ist’s mal wieder soweit und die Industrie entdeckt das Gimmick des plastischen Filmkonsums für sich.
 
 
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Damals lacht man eher über dieses Aufwärmen eines retrofuturistischen Gags aus den Fünfzigern. Keiner ahnt, dass sich im nächsten Jahrtausend mit der 3D-Verwurstung jedes noch so miesen Kinofilms dumm und dämlich verdient wird. Jedenfalls stützen sich die Produzenten des zweiten AMITYVILLE-Sequels so sehr auf ihre Idee, dass die es sogar in den amerikanischen Originaltitel – AMITYVILLE 3-D lautet der nämlich ganz plump – schafft. In kleinen Rollen sehen wir die später zur Prominenz aufsteigenden Neunziger-Schnecken Meg Ryan und Lori Loughlin. Frau Ryan immerhin lange Zeit Garantin für den Erfolg biederer Romantic Comedies, während die letztgenannte Schönheit jetzt im Knast schmort, was aber nix mit dem Film hier zu tun hat. Hier eiern die Mädels auf dem Dachboden mit einem Ouija-Brett herum. Das gibt natürlich Ärger.
 
 
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Regisseur Richard Fleischer, vierzig Jahre lang einer der grundsolidesten Handwerker der Hollywood-Geschichte, dessen Filmographie eine wahre Schatztruhe amerikanischen Unterhaltungskinos darstellt, erlaubt sich auch bei einem vergleichsweise weniger prestigestarken Projekt wie AMITYVILLE III keine groben Fehler. Der Rhythmus stimmt, Atmosphäre hat er auch, die Schocks sitzen wie angegossen und das Extra der Dreidimensionalität trägt zumindest im Kinosaal – zu einem gelungenen Gruselabend bei. Doch auch ohne die krampfhafte Konzentration auf die optischen Späße, mit denen seinerzeit sogar ein Teil von FREITAG DER 13. den ungeschlachten Eishockeyfreund Jason Vorhees seine Machete aufs Publikum niedersausen lässt, ist AMITYVILLE III ein ordentlicher Horrorfilm.

 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zweites Sequel des überraschend erfolgreichen Spukhaus-Hits von 1979, der sich vom Rezept der von Dämonen geknechteten Spießerfamilien wegbewegt und einen zweifelnden Journalisten in den Mittelpunkt rückt. So wirkt AMITYVILLE III gelegentlich wie ein Vorfahr von CONJURING und Co. Gute Entscheidung – guter Film.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Zensur

 
 
 
Offenbar kam AMITYVILLE III nur geschnitten in die deutschen Kinos. Das änderte sich auch auf VHS und DVD nicht, obwohl der Spukklassiker frei ab 16 Jahren war. Erst 2009 brachte Anbieter EPIX den Horrorfilm uncut in Deutschland auf DVD heraus. Nun erschien der Streifen zum ersten Mal in Deutschland in HD. Die veröffentlichte Blu-ray-Fassung im Mediabook und KeepCase ist vollkommen ungeschnitten und ebenfalls frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover A – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover B – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover C – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover D – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover E – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover F – limitiert auf 111 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville III: The Demon; USA 1983

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Anaglyphe 3D-Version, Audiokommentar mit Stephen Jones & Kim Newman, Original Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 30.10.2020

 
 
NSM hat 2019 sechs limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2020 kann man AMITYVILLE III auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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AMITYVILLE III – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Amityville Horror – Wie alles begann (2018)
 
Amityville II – Der Besessene (1982)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 

Filmkritik: „Malasaña 32 – Haus des Bösen“ (2020)

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MALASAÑA 32 – HAUS DES BÖSEN

(32 MALASANA STREET | MALASAÑA 32)

Story

 
 
 

Madrid im Jahre 1976: Eine sechsköpfige Familie zieht in eine neue Wohnung, die lange leer stand. Es dauert nicht lange, bis klar ist, warum das der Fall war, denn etwas Böses hat sich hier einquartiert und terrorisiert die Familie.

 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Kritik

 
 
 
James Wan hat mit seinen beiden Reihen „Insidious“ und „The Conjuring“ den Geisterhorror wieder richtig salonfähig gemacht. Seitdem schaffen es wieder viele solcher Filme auf die große Leinwand und Studios sind scheinbar weiterhin bereit, etwas mehr Geld in solche Produktionen zu stecken. Mit „Malasana 32“ gibt es nun ein spanisches Exemplar zu sehen, welches zwar keineswegs originell daherkommt, seine Zutaten aber ordentlich bedient.
 
 
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Manolo zieht zusammen mit seiner Frau Candela, ihren drei Kindern und dem Großvater vom Dorf in die Großstadt. Mitten im Jahr 1976, unter der Franco-Diktatur, hofft die Familie hier auf ein besseres Leben. Ihr neues Apartment, für welches man extra eine Hypothek aufnehmen musste, bietet mehr Luxus, als die Familie gewohnt ist und man konnte damit scheinbar ein großes Schnäppchen machen, welches allerdings nicht von ungefähr kommt. Jahrelang stand die Wohnung leer, denn hier haben sich einst schreckliche Dinge abgespielt und es dauert auch nicht lange, da machen ein paar Familienmitglieder bedrohliche Sichtungen. Storytechnisch lockt man mit einem solchen Szenario 2020 wohl sicher niemanden mehr hinterm Ofen hervor, aber wer sich im Spukgenre wohlfühlt, erwartet sowieso mehr eine gute Umsetzung, als eine innovative Story. Trotzdem kann man sagen, dass „Malasana 32“ mit seiner Mischung aus „Insidious“, „The Conjuring“ und „Poltergeist“ nicht so ausgelutscht erscheint, wie man vermuten könnte. Hinterher bekommt die Prämisse durchaus noch etwas Hintergrund, welcher zwar nicht mit „Aha“ und „Wow“ Effekten überrascht, dafür aber eine passende Geschichte erzählt, bei der dann auch die Zeit, in der sich das abspielt, nicht ganz so unwichtig erscheint. Von daher kann man dem Drehbuch keine großen Vorwürfe machen.
 
 
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Es gab in den letzten Jahren dermaßen viele solcher Filme, dass es für einen Regisseur bestimmt nicht mehr so leicht ist, noch mit einer eigenständigen Inszenierung zu dienen. Für Albert Pintó stellt „Malasana 32“ erst der zweite Langfilm dar und er bedient hier eigentlich nur die bekannten Klischees, macht das aber in einer souveränen Art und Weise, dass man damit doch sehr zufrieden sein kann. Türen und Fenster öffnen sich mal wieder von alleine, unheimliche Geräusche sind zu vernehmen und gruselige Gestalten zu sehen. So wenig originell das wirken mag, es wurde sehr stilsicher umgesetzt und besitzt ein paar ungemein spannende Szenen. Wobei der Schauplatz schon etwas eigenständiger wirkt. Meistens sind es Spukhäuser, hier nur eine Spuk-Wohnung, aber der Unterschied ist am Ende nicht besonders groß. Das Spiel mit gewissen Kameraeinstellungen ist auf jeden Fall gelungen und zum Ende hin wird der Horror immer lauter. Wer es gerne etwas subtiler hat, wird leider kaum bedient, denn von Anfang an gibt es eher Jumpscares, als richtige Schockeffekte. Trotzdem sind einige davon wirklich gut gemacht, die Soundkulisse allgemein ist stark und die visuelle Umsetzung des Geistes sieht richtig gut aus.
 
 
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Hier und da haben sich ein paar Längen eingeschlichen, weil oftmals jede Szene erneut seine Stimmung aufbauen muss und der Fluss deshalb immer wieder unterbrochen wird. Erst im Finale, welches gekonnt auf zwei Schauplätze aufgeteilt wurde, ändert sich dies. Dass das manchmal etwas an Spannung vermissen lässt, liegt sicher auch an den etwas mageren Figuren. Zwar ist die Familie nicht unsympathisch, aber sie erhalten leider keinen richtigen Hintergrund. Da werden zwar Andeutungen gemacht, doch insgesamt bleibt das etwas zu belanglos. Zum Glück sind die Darsteller aber allesamt brauchbar und die deutsche Synchronisation ist ebenfalls hochwertig ausgefallen. So wie eigentlich die gesamte handwerkliche Arbeit. Die Schauplätze sind zwar begrenzt, machen jedoch genügend her und teilweise gibt es auch einige Effekte zu sehen. Nur wenn man den Faden am Schaukelstuhl als Zuschauer schon erkennen kann, ist das ein Fehler, den man hätte vermeiden können.
 
 
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MALASAÑA 32 – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Malasana 32“ kann nicht mit dem Gruselterror eines „The Conjuring“ dienen und ist auch nicht so fantasiereich wie „Poltergeist“, macht aber dennoch Spaß. Der Horror setzt mehr auf laute Jumpscares, doch die Atmosphäre besitzt durchaus ihre Bedrohlichkeit. Die Story gewinnt hinterher noch an Tiefe, nur die Charaktere tun dies leider kaum. An der handwerklich soliden Arbeit ändert das nichts und ein paar Szenen sind auf jeden Fall einprägsam genug, um nicht sofort wieder aus den Gedanken zu verschwinden. Zusätzlich agieren die Darsteller passend und die 105 Minuten Laufzeit vergehen im Endeffekt zügig. Wer also vom Haunted-House-Thema nicht genug bekommen kann, sollte sich „Malasana 32“ nicht entgehen lassen!
 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Zensur

 
 
 
„Malasaña 32 – Haus des Bösen“ hat kaum Gewaltmomente zu bieten und bietet eher psychologisches Grauen. Der Film hat eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten. Eigentlich sollte der Streifen am 5.11.2020 in den deutschen Kinos laufen. Wegen der Corona-Pandemie und einem weiteren bundesweiten Lockdown im November 2020 wurde der Kinostart aber auf unbestimmte Zeit verschoben.
 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Conjuring (2013)

Insidious (2010)

Poltergeist (1982)

Filmkritik: „Amityville II – Der Besessene“ (1982)

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AMITYVILLE II – THE POSSESSION

Story

 
 
 

Familie Montelli zieht in das aus AMITYVILLE HORROR bekannte schlimme Haus im Staate New York. Im Keller des Anwesens wohnt ein unfreundlicher Untermieter – ein Dämon. Der kommt des nächtens aus dem Versteck und poltergeistert durch die Räumlichkeiten. Sonny, der 17jährige Filius des Hauses, hat eine besondere Antenne fürs Okkulte und wird zum unfreiwilligen Erfüllungsgehilfen des Bösen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Kritik

 
 
 
Im Feld der befremdlichen Fortsetzungen der größten Horrorfilmhits der Siebziger gilt gemeinhin John Boormans EXORZIST II – DER KETZER als der Rettich mit der Silberkrone. Dessen Ruf ist – teils gar nicht unverdient – so verheerend gaga in seiner heuschreckenschwärmenden Pazuzu-Wahnwitzigkeit, dass andere Klassiker-Sequels mit Hang zum Überschnapp dadurch in Vergessenheit geraten. Womit wir bei „Amityville II – Der Besessene“ wären.
 
 
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Ronald DiFeo und seine bedauernswerte Familie waren – man liest es bereits aus dem Namem heraus – Italoamerikaner. Mit den Montellis des Films hier verbindet sie neben der ethnischen Zugehörigkeit auch das persönliche Glaubenssystem: knackigster Katholizismus natürlich. Mit all seinen Störungen und Schuldzuweisungen ans Individuum. Anzunehmen, dass hier das Interesse exakt derer geweckt wurde, die sich schließlich der Fortsetzung des ersten AMITYVILLE HORROR von 1979 annehmen sollten. Die „echte Backstory“ wird aufgegriffen: Ein Teenager hört Stimmen nachdem seine Familie in eine schicke kleine Holzvilla auf Long Island gezogen ist. Diesen Stimmen folgend greift er zum groben Werkzeug und schlachtet die Verwandschaft ab. In AMITYVILLE HORROR gehen die dämonischen Wesensheiten James Brolin und seiner nach den Bluttaten eingezogenen Familie auf die Nerven.
 
 
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Die Produktion ist zwar US-amerikanisch in Handlung und Drehort, verströmt jedoch aus allen Ritzen das tomatige Oregano-Aroma all der artverwandter Genre-Programme aus Italien. Finanziert vom römischen Filmindustriegiganten Dino De Laurentiis entsteht das Drehbuch unter dem sich im Horror mehr und mehr festigenden Amerikaner Tommy Lee Wallace und dem großen Dardano Sacchetti, der seit Anfang der siebziger Jahre Scripts für jeden von Dario Argento über Lucio Fulci bis hin zu Enzo G. Castellari verfasst hat. Ziel dürfte gewesen sein, die True-Crime-Vorlage ordentlich durch den Italo-Fleischwolf zu jagen und mit Zutaten aus allen artverwandten Werken zu würzen, die so auf dem Plan standen. So kennt und liebt man sie, die schamlosen Kino-Raubknechte der Cinecittà. AMITYVILLE II – DER BESESSENE ist unter deren Ägide folglich nicht bloß das Film-Prequel oder die Origin-Story des berühmten Spukhauses an der amerikanischen Ostküste. Ein kompletter Nebenhandlungsstrang über die Arbeit eines waschechten Exorzisten kommt zum Einsatz. Und taktlose Sleazemomente werden obendrein auch noch serviert, als es zwischen dem jungen Bekloppten und seiner Schwester zu inzestuösen Zärtlichkeiten kommt. Ja, da möchte der Zuseher sogleich Duschen gehen.
 
 
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Der größte Kopfkratzer ist natürlich der Einsatz von Damiano Damiani auf dem Regisseurs-Hocker. Der Filmemacher gilt als ein wahrer Großmeister des politisch ambitionierten Thrillerkinos in Europa und hat einige ganz herausragende Western- und moderne Justizfilme mit gesellschaftskritischer Note in seinem Werksverzeichnis. Was immer den von Haus aus serlösen Mann bewogen hat, die Herstellung eines Gruselschlockers wie AMITYVILLE II – DER BESESSENE zu dirigieren, weiß nur der liebe Gott oder die Mafia. Oh ja, und Burt Young nicht zu vergessen! In der Rolle des Familienvaters sehen wir tatsächlich den glatzköpfigen Taugenichts, der in den ROCKY-Filmen Sylvester Stallones versoffenen Versager-Schwager spielt. Wahrscheinlich einer der Lieblingsdarsteller von Produzent Di Laurentiis.
 
 
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AMITYVILLE II – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Verrückte, effektbetonte Geisterbahnfahrt von Horror-Kleinklassiker-Sequel/Prequel, das es in sich hat. Gedreht von einem waschechten Euro-Autorenfilmer im Auftrag eines bedeutenden Filmproduzenten, nimmt AMITYVILLE II – DER BESESSENE die Merkmale seines Vorgängers, überdreht sie und fügt italienische Exploitation-Schlagseite hinzu. Verwandelt Euer Wohnzimer in ein New Yorker Grindhousekino. Jetzt!
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Zensur

 
 
 
AMITYVILLE II – DER BESESSENE wurde in Deutschland nur in einer um sechs Minuten gekürzten Fassung veröffentlicht. Diese lief im Kino und wurde auch auf VHS und DVD herausgebracht. Nun hat sich NSM RECORDS die Rechte gesichert und brachte die erste Blu-ray mit der kompletten Filmfassung auf den Markt. Erst ungeprüft über das deutschsprachige Ausland im Mediabook. Danach neu geprüft und ab 16 Jahren im KeepCase für die deutschen Kaufhäuser. Die neu geprüfte FSK16-Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville II: The Possession; Mexiko | USA 1982

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Stephen Jones und Kim Newman, Erweiterte Lost Souls Szene, Filmographien, Bildergalerie, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 30.04.2018 | KeepCase: 28.08.2020

 
 
NSM hat 2018 vier limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit August 2020 kann man AMITYVILLE II – DER BESESSENE auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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AMITYVILLE II – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Amityville Horror – Wie alles begann (2018)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 

Filmkritik: „Mary“ (2019)

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MARY

Story

 
 
 

Ein Familienvater bringt eine alte Yacht wieder auf Vordermann und fühlt sich von deren Galleonsfigur plötzlich magisch angezogen. Ein Schelm, wer da Böses vermutet.


 
 
 


 
 
 

MARY – Kritik

 
 
 
Auf einer kleinen Segelyacht auf offenem Meer festzusitzen dürfte Horrorvorstellung genug sein. So gab es schon einige Filmemacher, die daraus brauchbares Psychomaterial fabriziert und damit Zuschauer wie Protagonisten an ihre Grenzen getrieben haben. Zuletzt gelang das ROB GRANT mit HARPOON ganz gut. Darin sorgte ein Motorschaden dafür, dass sich drei Freunde auf hoher See an die Gurgel gingen. Doch auch anderer Filme nutzten das begrenzte Set eines Bootes dafür, um klaustrophobische Stimmung heraufzubeschwören und mit psychologischen Horror Herzrasen zu verursachen. Darunter TODESSTILLE oder TRIANGLE – um nur einige sehenswerte Thriller zu nennen. Irgendwo zwischen genannten Produktionen befindet sich auch MARY. Der macht sich ebenfalls die Tatsache zu Eigen, dass aus einem Kutter schnell ein verzwicktes Gefängnis werden kann, wenn man weit draußen auf dem Meer umhertreibt, wo Hilfe lang auf sich warten lässt. Was den Streifen aber von all den oben erwähnten Produktionen unterscheidet, ist der paranormale Einschlag, den sich Drehbuchautor ANTHONY JASWINSKI ausgedacht hat. Letzterer hatte vor einiger Zeit zwei gute Drehbücher abgeliefert und bescherte mit THE SHALLOWS sowie KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN kurzweiligen Adrenalinkick. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen? Denkste! Offenbar verließen Jaswinski beim Drehbuch zu MARY die Geister. Kaum Spannung und alles schon unzählige Male gesehen. Auch Autoren haben mal nen schlechten Tag.
 
 
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Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt bringt den Tod. In MARY dreht sich alles um Vater David (GARY OLDMAN), der ein runtergekommenes Segelschiff bei einer Auktion ersteigert und es wieder fahrtüchtig machen will. Gattin Sarah ist zwar nicht sonderlich begeistert, aber gibt letztendlich klein bei. Einige Wochen später erstrahlt das Boot in neuem Glanz und soll auch gleich ihr erstes Ziel ansteuern. Ausgerechnet zum Bermudadreieck zieht es den Besitzer. Der pfeift auf Warnungen und steuert samt Familie sowie Bekannten der Gefahr entgegen. Doch das Teufelsdreieck im Atlantik soll das kleinere Übel bleiben. Auf der restaurierten Yacht geht es bald nicht mit rechten Dingen zu. Der Freund der älteren Tochter scheint von unsichtbaren Mächten besessen und auch Nesthäkchen Mary verhält sich auf einmal alles andere – nur nicht normal. Da bekommt es das Familienoberhaupt verständlicherweise mit der Angst zu tun. Alles nur Einbildung oder waschechter Spuk? MARY nimmt zwar das Finale vorweg, rekonstruiert anschließend die Ereignisse in Rückblenden.
 
 
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Etwas Originalität wäre schön gewesen. MARY ist vorhersehbare Gruselware von der Stange, die kein Geheimnis um ihren dünnen Plot macht. Viel zu früh lüftet Regisseur MICHAEL GIO des Pudels Kern und tut sich damit keinen Gefallen. Ja, das Boot ist von einem boshaften Geist besessen, der nur ein Ziel kennt: die Besitzer ins Unglück stürzen. Das passiert Schritt für Schritt ohne dass jemand etwas davon bemerkt. Erst sind es grauenvolle Visionen und Albträume, die Mutter Sarah den Verstand rauben. Später malt der jüngste Spross schaurigen Bilder, auf denen eine dunkle Gestalt zu sehen ist, die schreckliche Dinge anstellt. Viele Zufälle – aber niemand wird stutzig. Willkommen zu einem weiteren dummen Horrorfilm des Jahres 2019.
 
 
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MARY ist eine Aneinanderreihung von Horrorfilm-Klischees, die man in beinahe jedem Geisterfilm zu sehen bekommt. Visionen, Spuk, Besessenheit und 10-kleine-Jägermeister-Prinzip. Am Ende sind fast alle tot. Neue Ideen? Fehlanzeige! Stattdessen läuft alles so ab, wie man es eben aus den vielen Gruselfilmen kennt, die seit den Erfolgen von RING, THE CONJURING oder auch PARANORMAL ACTIVITY viel zu oft über die Mattscheibe geflimmert sind. Das ist ermüdend, zumal sich Drehbuchschreiber ANTHONY JASWINSKI nicht einmal um eine kreative Auflösung bemüht hat. Viele Fragen, kaum Antworten. Stattdessen ein offenes Ende, das im Horrorfilme neuerdings zum guten Ton gehört. Da fragt man sich zu Recht, was Oscar-Gewinner GARY OLDMAN in diesem drittklassigen Horrorfilm zu suchen hat. Der hat im Jahr 2018 eine Oscar-Auszeichnung für seine Hauptrolle in DIE DUNKELSTE STUNDE erhalten und schreit sich nun – mehr schlecht, als recht – durch einen beliebigen Geisterfilm, denn man Stunden später schon wieder vergessen hat. Na hoffentlich hat er sich da nicht unter Wert verkauft.
 
 
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MARY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Plumpes Drehbuch mit null Ideen. MARY ist ein erschreckend vorhersehbarer Film, der nicht ansatzweise seine Schauspieler fordert – ganz geschweige sein Publikum. Das Drehbuch liest sich, als habe sich jemand in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschlossen eine Geistergeschichte zu Papier zu bringen, damit daraus ein Gruselstreifen gedreht werden kann. Klingt nach einer weiteren NETFLIX-Produktion – ist aber keine. So hat man in Gedanken erfolgreiche Gruselfilme abgespult und all jene Gruselzutaten zusammengekritzelt, an die man sich erinnern konnte. Etwas AMITYVILLE hier, etwas RING dort – fertig ist Geister-Horror nach Schema F. Damit sich der geistlose Geister-Unsinn von der Masse abhebt, entschied man sich den Ort des Geschehens auszutauschen. So spukt es diesmal nicht in einer Irrenanstalt oder in einem abgelegenen Landhaus – der schnarchende Tod geht diesmal auf einem Kutter umher. Liest sich, wie eine weitere Version des Horrorklassikers DEATH SHIP von 1980. Der war auch keine Sternstunde des Horrorkinos, schlägt MARY aber um Längen. Muss man nicht gesehen haben – auch wenn Schauspieler GARY OLDMAN dabei ist, der sich am Set verirrt haben muss und eine millionenschwere Hollywood-Produktion mit einem Low-Budget-Schnarcher verwechselt hat.
 
 
 


 
 
 

MARY – Zensur

 
 
 
MARY ist ein subtiler Gruselfilm und hat kaum Gewalt zu bieten. Letztere spielt sich im FSK16-Bereich ab. Man darf genau mit dieser Freigabe rechnen.
 
 
 


 
 
 

MARY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Ghost Ship (2002)
 
Dead Water (2019)
 
Deadwater (2008)
 
Death Ship (1980)
 

Filmkritik: „Girl on the Third Floor“ (2019)

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GIRL ON THE THIRD FLOOR

Story

 
 
 

Kleines Heim in idyllischer Lager macht es seinen neuen Bewohnern nicht leicht. Es hat ein Faible für moralische Prüfungen und nimmt die neuen Eigentümer hart in die Mangel.


 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Kritik

 
 
 
Was wäre das Horror-Genre nur ohne seine Spukhäuser. Seit Jahrzehnten tummeln sich darin paranormale Quälgeister, die nur ein Ziel haben: den noch lebenden Bewohnern das Leben zur Hölle zu machen. Ob luxuriöses Apartment in der Großstadt, familiengerechte Herberge in familienfreundlicher Gegend oder stattliches Herrenhaus irgendwo auf dem Land – Dämonen und Geister sind nicht wählerisch und nehmen was kommt. Das freut den Zuschauer, der sich vor allem dann besonders die Hände reibt, wenn sogenannte Haunted-House-Horrorfilme auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen. So hat beinahe jedes tatsächlich existierende und halbwegs bekannte Spukhaus bereits eine eigene Verfilmung erhalten. Darunter so furchteinflößende Schauerbuden wie die Horror-Behausung im idyllischen Amityville oder das unheimliche Winchester-Haus in San Jose. Letzteres wird sogar heute noch als eines der nennenswertesten Wahrzeichen Kaliforniens gehandelt. Sachen gibts über die kann man nur mit dem Kopf schütteln.
 
 
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Nicht minder gruselig, aber leider ohne realen Background ist das Heim im nun vorgestellten GIRL ON THE THIRD FLOOR. Auch dieser Streifen macht es den meisten Spukhausfilmen gleich und klappert die Mehrzahl der gängigen Haunted-House-Klischees ab. Wir sehen: knarzende Türen, unheimliche Schatten und seltsame Erscheinungen. Nichts Neues also von der Gruselhaus-Front. Ungewöhnlich ist hingehend die Besetzung. Wrestler CM Punk hat die Hauptrolle übernommen und meistert seine Aufgabe zu aller Überraschung erstaunlich gut. Der verkörpert im Film den arbeitslosen Don, der in der Vergangenheit nicht immer ehrenhaft gehandelt hat. Doch damit soll nun endlich Schluss sein. Zusammen mit der schwangeren Gattin will der einen Neuanfang starten und bezieht ein Haus in guter Lage, dass er ganz allein beginnt zu renovieren. Bald geht es aber dort nicht mit rechten Dingen zu. Erst läuft Glibber aus Wänden, Steckdosen und Wasserhähnen. Später schaut eine mysteriöse Schönheit vorbei, die dem neuen Eigentümer den Kopf verdreht. Der landet mit der attraktiven Femme fatale im Bett, ohne zu ahnen, dass er damit eine unheimliche Kette von Umständen in Gang tritt, die ihm den Verstand rauben wird.
 
 
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GIRL ON THE THIRD FLOOR ist weder Fisch noch Fleisch, weder Rohrkrepierer noch Glücksgriff. Der Grund: alles schon mal irgendwie so ähnlich gesehen. Déjà-vu-Gefühle bleiben da nicht aus. Dennoch sind ein paar gute Ideen vorhanden. So beginnt alles haargenau so wie in jedem Spukhausfilm. Eine kleine Familie mit Hoffnungen wagt einen Neuanfang, bezieht ein Haus und nimmt Warnungen der Nachbarn nicht ernst. Als habe man es kommen gesehen, werden Konflikte innerhalb der Familie geschürt und es kommt zu ersten schaurigen Vorkommnissen. Vorhersehbar und platt. Doch Regisseur Travis Stevens erweitert seine Gruselgeschichte durch nette Einfälle, die so auch hätten einem Film aus der Mache von DAVID CRONENBERG entspringen können. Letzterer machte sich bekanntlich durch Body-Horror in Horrorfan-Kreisen einen Namen. Ähnliche Motive finden auch in GIRL ON THE THIRD FLOOR Verwendung. So führt das Haus selbst im Film ein illustres Eigenleben und wird als lebendes Wesen dargestellt, dessen Lebenssaft in Form von Schleim aus den Wänden fließt. Als wäre das alles nicht schon surreal genug, muss Antiheld Don auch noch feststellen, dass hinter dünnen Wänden Fleisch pulsiert. Verrückt und eklig ist das schon irgendwie.
 
 
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Apropos eklig: in Sachen Schauwerte wird einiges geboten. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat handgemachte Spezialeffekte zu bieten, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Da werden Murmeln zweckentfremdet und wandern plötzlich durch den Körper unseres Hauptdarstellers. Zartbesaitete schauen zu Recht weg – vor allem auch deshalb, weil Filmfigur Don mit spitzem Hilfsmittel versucht, die Glaskugeln wieder loszuwerden. Doch das ist nicht alles. Eine obskure Geister-Gestalt mit deformiertem Körper spukt durch das Anwesen. Die erinnert mehr an SILENT HILL, statt an Haunted-House-Horror – verursacht dennoch Unbehagen. Leider ist die nur eine Randfigur und wird beiläufig erwähnt. Damit geht es ihr wie der gesamten Geschichte. Von allem etwas – aber nicht genug. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat gute Ansätze, die aber oft viel zu schnell wieder fallengelassen werden. Anfangs noch um Spannung und Atmosphäre bemüht, lüftet Regisseur TRAVIS STEVENS zu früh das Geheimnis des mysteriösen Anwesens und findet nicht mehr auf den rechten Weg zurück. Da überschlagen sich die Ereignisse und es wird ziemlich wirr. Mehr Geheimniskrämerei wäre angebracht gewesen bevor man die Katze aus dem Sack gelassen hätte. Trotzdem: für eine erste Regiearbeit mit überschaubarem Budget ganz solide.
 
 
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GIRL ON THE THIRD FLOOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Moralischer Selbstfindungstrip der schaurigen Sorte. GIRL ON THE THIRD FLOOR ist ein Low-Budget-Spuk, der durch hohen Standard überrascht. Spezialeffekte, Set und Schauspieler sind über jeden Zweifel erhaben. Was leicht übel aufstößt, ist die etwas undurchdachte Geschichte, die sich annähernd wirr über die Zielgerade schleppt. Regisseur TRAVIS STEVENS erzählt hier von einem Haus, das ein Eigenleben führt und seine Bewohner „prüft“. Dass da nicht jeder den Test besteht, dürfte im Horror-Genre nichts ungewöhnliches sein. Übrigens ist TRAVIS STEVENS ein Filmemacher mit Horrorfilm-Erfahrung. Der war bisher als Produzent von Genre-Ware tätig und finanzierte so Streifen wie 68 KILLS, STARRY EYES, AGGRESSION SCALE und WE ARE STILL HERE mit. Letzterer ist auch im Spukhaus-Genre beheimatet und leider aber auch weitaus besser als die erste Regiearbeit von Stevens, der mit GIRL ON THE THIRD FLOOR sein Regiedebüt feiert.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Zensur

 
 
 
GIRL ON THE THIRD FLOOR ist keine Splattergranate. Trotzdem sind einige Spezialeffekte nicht ganz ohne. So gelangt eine Murmel unter die Haut des Protagonisten und sucht sich ihren Weg nach draußen. Der versucht diese mit einem Teppichmesser loszuwerden. Unblutig ist das nicht. Weiterhin gibt es eklige Flüssigkeiten zu sehen, die aus allen erdenklichen Hausöffnungen austreten. Ein paar schaurige Monster runden den Gruselcocktail ab. Hierzulande passt das alles noch für FSK16.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Sky Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Winchester (2018)
 

Filmkritik: „Ashes“ (2018)

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ASHES

Story

 
 
 

Nach dem Tod der Tante scheint es im Leben einer großen Familie drunter und drüber zu gehen. Da passieren plötzlich mysteriöse Dinge, die die Angehörigen um den Verstand bringen.

 
 
 


 
 
 

ASHES – Kritik

 
 
 
Der Amerikaner BARRY JAY liebt Horror. Der gründete 1998 ein Fitnessunternehmen, das bis heute weltweit mehrere Filialen besitzt und ordentlich Geld auf das Bankkonto des Geschäftsmanns spült. Ein Segen für den selbsternannten Horrorfilmfan, der schon als Kind eine Leidenschaft fürs Genre entwickelte. Mittlerweile sind Träume Realtität. Durch die Einnahmen kann der erfolgreiche Tausendsassa nämlich sein Hobby finanzieren. Dazu gehören das Schreiben und Produzieren von Horrorfilmen. So entstand bereits Brauchbares. Zuletzt der Fanfilm NEVER HIKE ALONE für den BARRY JAY das Budget beisteuerte und der als liebevolle Hommage an die beliebte FREITAG DER 13.-Filmreihe sogar Preise abstauben konnte. Doch das Finanzieren von Filmen allein reicht dem ambitionierten Cineasten schon lange nicht mehr. Der probiert sich seit einiger Zeit auch im Führen von Regie aus. ASHES gehört zu einer dieser Regiearbeiten, die mehr kann, als das billige Poster verspricht.
 
 
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Eigentlich ist die Familie in ASHES ein ganz heiterer Haufen. Drei Generationen leben hier unter einem Dach, kommen sich aber so gut wie nie in die Quere. Das ändert sich schon bald, denn ein Schicksalsschlag zieht schnell weite Kreise. Tante Marion (MELINDA DEKAY) stirbt ganz unverhofft – doch so keiner ist wirklich traurig darüber. Ganz unbegründet ist das natürlich nicht. Zu Lebzeiten war die alte Frau mit ihren Marotten eher Ballast und mauserte sich schnell zum Gespött der Familie. Umso verständlicher die Tatsache, dass nun keiner weiß, was mit der Asche der Verstorbenen gemacht werden soll. Vergraben will man die Überreste nicht und auch im Haus will sich partout kein Platz dafür finden. Da passieren bald seltsame Dinge. Die Großmutter erleidet einen Schlaganfall, die älteste Tochter verliert das ungeborene Kind und auch Mutter Ellyn leidet unter Albträumen. Da fällt der Verdacht bald auf höhere Mächte. Schnell ist man überzeugt davon, dass sich offenbar die verstorbene Tante aus dem Jenseits für die vielen Schandtaten rächen möchte, die ihr die Familienmitglieder einst angetan haben. Ein Hexenbrett soll die Bestätigung liefern. Doch wie so oft im Horrorfilm kommt alles ganz anders.
 
 
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Eine schrecklich nette Familie. Könnte man meinen, wenn man die ersten 30 Minuten von ASHES verfolgt. Darin bekommt man sympathische und teils durchgeknallte Persönlichkeiten vor die Linse, von denen man meinen könnte sie schon eine Ewigkeit zu kennen. Die sprechen in Interviews über paranormalen Erfahrungen und nehmen die Sache spaßig. Doch denen vergeht schon bald das Lachen. Aus ALLE UNTER EINEM DACH wird plötzlich PARANORMAL ACTIVITY und der Ton ändert sich schlagartig. Was als schwarze Komödie beginnt, entwickelt sich abrupt zum spaßfreien Horrorszenario. Spuk, Besessenheit und jede Menge Tohuwabohu – ASHES gehört wohl zu den eigensinnigsten Horrortrips der aktuellen Saison, weil man einen solch unvorbereiteten Richtungswechsel nicht kommen gesehen hat. Für günstigen Videomarkt-Horror ungewöhnlich experimentell und mutig.
 
 
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Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY holt alles aus dem mageren Budget von knapp $200,000 heraus. Die Schauspieler agieren für eine Low-Budget-Produktion bemerkenswert souverän und auch in Sachen Dramaturgie tut sich was. Aus einer kleinen, beinahe schon trivialen Geschichte entwickelt sich ultimativer Horror, der sich kontinuierlich steigert und in einem lauten Effektgewitter endet. Dabei versucht der Filmemacher Hintergründe möglichst lang zu verschleiern. Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich? Gibt es plausible Erklärungen oder steckt hinter dem ganzen Gruselschabernack vielleicht doch eine übernatürliche Präsenz. ASHES macht seine Sache gut und liefert brauchbaren Schauer, der übrigens von wahren Ereignissen inspiriert wurde.
 
 
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Nun ja, ganz so reißerisch wie im Film hat sich alles natürlich nicht zugetragen. Vielmehr erklärte Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY, dass der Tod seiner Tante Marion die Idee für ASHES geliefert hat. Wie im Film kam der Tod der Familienangehörigen ganz überraschend. Die Schwester des Filmemachers war die nächste Verwandte, bekam die Asche ausgehändigt – konnte aber mit den Überresten nichts anfangen, weil sie zu der Tante keine enge Verbindung hatte. Demzufolge versteckte sie die Asche in einer Kommode. Es folgten seltsame Ereignisse, die aber weitaus harmloser waren, als im Film geschildert. Offenbar beflügelten diese die Fantasie des Regisseurs. Letzterer setzte sich an einen Tisch und schrieb die Geschichte zu ASHES. Dabei ließ er sich von seinen Lieblingsfilmen DRAG ME TO HELL und EVIL DEAD inspirieren. Von letztem hagelt es Verweise im Film. So sehen wir immer wieder ähnliche Kamerafahrten wie im Kult-Horror aus der Mache von SAM RAIMI. Der damals noch unbekannte Filmemacher baute irre Kamerafahrten in seine Splatter-Orgie ein, die bis heute viele Nachahmer gefunden haben. So dürfte es wohl so einige Dämonenfilme geben, die nicht mindestens über jene kurze Szene verfügen, in der ein Dämon in Egoansicht durch Hütten oder Wälder saust. ASHES zumindest kopiert fleißig, verleugnet aber nicht die Leidenschaft seines Machers zum Horror-Genre. Eine ehrliche und ambitionierte Regiearbeit.
 
 
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ASHES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein wilder Mix aus Mockumentary, schwarzer Komödie und Hexenbrett-Horror. Der Produzent des Jason-Voorhees-Fanfilms NEVER HIKE ALONE dreht nun selbst Filme. Herausgekommen ist ASHES – ein unabhängiger Schauertrip, der wilde Wendungen und makabere Späße in petto hat. ASHES zeigt, wie das Verhältnis einer Familie durch mysteriöse Ereignisse auf eine Probe gestellt wird. Das Gebotene ist zwar nicht frei von Fehlern und hat ab und an Längen. Dafür entschädigen gute Schauspieler und ein effektreiches Finale. Wer auf Geisterkram mit Besessenheitsunsinn steht, dürfte an ASHES Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Zensur

 
 
 
ASHES hat kaum Gewaltszenen zu bieten. Eine Figur schneidet sich die Pulsadern in der Badewanne auf. Ansonsten spielt sich gewalttechnisch alles eher im Hintergrund ab. ASHES legt Wert auf subtilen Schauer. Ein Grund, der dem Filme eine FSK16 bescheren könnte – insofern der Streifen in Deutschland überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Killer Therapy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ouija Experiment (2011)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 

Filmkritik: „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ (1999)

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ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT

(STIR OF ECHOES)

Story

 
 
 

Nachdem ein Familienvater sich hypnotisieren ließ, wurde eine Tür in ihm geöffnet und nun wird er von Visionen geplagt, die mit einem schrecklichen Ereignis zusammenhängen.

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Kritik

 
 
 
1999 gab es gleich zwei richtig starke Geisterhorrorfilme. Doch während „The Sixth Sense“ ein ungemeiner Erfolg wurde, konnte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ sich nicht zum Kultfilm entwickeln. Das ist eigentlich unberechtigt, bekommt man hier doch einen wirklich guten Film geboten, der nicht zum Spuk-Einheitsbrei gehört.
 
 
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Familie Witzky lebt ein zufriedenes Leben. Eines Abends lässt sich Vater Tom auf einer Party zum Spaß hypnotisieren, doch etwas geht dabei schief. Plötzlich wird Tom von Visionen und Erscheinungen geplagt. Noch beunruhigender ist jedoch, dass selbst der kleine Sohn scheinbar Dinge sieht, was für ihn aber normal erscheint. Umso länger die Visionen von Tom andauern, desto mehr steigert er sich in einen Wahn hinein, denn er will unbedingt wissen, was hier Sache ist.
Das Drehbuch basiert auf einem Roman und erzählt eine ganz normale Geistergeschichte. Nichts an „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist besonders kreativ oder originell. Dafür funktioniert die Story aber ausgesprochen gut, denn sie ergibt einen Sinn, wird schlüssig aufgelöst und lässt den Zuschauer schön miträtseln. Es gibt nämlich immer wieder Anhaltspunkte, um darauf zu kommen, was hier gespielt wird und da braucht es am Ende gar keinen großen „Wow“-Effekt, um überzeugen zu können. Die kleinen Details werden schön eingebaut und am Ende ist das einfach ein Drehbuch, welches von vorne bis hinten bestens funktioniert.
 
 
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Es liegt allerdings besonders an Kevin Bacon, dass „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ so gut funktioniert, denn der liefert hier sehr gut ab. Bacon stellt seinen Wahn ideal dar, bleibt dabei jedoch stets sympathisch und manche Szenen sind schon sehr intensiv gespielt. Doch auch Kathryn Erbe macht als seine Film-Ehefrau eine durchaus gute Figur. Sogar der kleine Zachary David Cope ist für sein Alter echt gut und spielt das niemals nervig. In Nebenrollen überzeugen Illeana Douglas und Kevin Dunn. Die Besetzung nimmt die gute Figurenzeichnung dankend an, denn in diesem Film gibt es nicht zu viele Klischees. So ist es schön, dass Tom trotz seines Wahns niemals gewalttätig wird und Maggie sich der Sache nicht komplett verschließt. Die Charaktere handeln glaubwürdig und das macht ein Mitfiebern für den Zuschauer erst so gut möglich. Eine gute Entscheidung war es auch, dass Jake als kleines Kind zwar mit eingebaut wurde, der Fokus jedoch nicht so sehr auf ihm liegt. Wenn es dann zur Auflösung kommt, kann man die Figuren noch immer halbwegs nachvollziehen und das ist erfreulich.
 
 
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Daneben lebt „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ aber auch von der durchaus passenden Inszenierung. Hier wird nicht so viel Wert auf Schockeffekte gelegt, selbst wenn man sich ab und zu mal erschrecken kann. Die Atmosphäre, welche aufgebaut wird, hat es in sich, denn obwohl es niemals zu nervenzerreißend wird, besitzt der Film seine düstere, unheimliche Stimmung, die gekonnt ausgebaut wird. Regisseur David Koepp inszeniert das Treiben relativ ruhig, baut aber auch immer mal kleine Spielereien mit ein. Wie man z.B. die Hypnose bildlich dargestellt hat, ist sehr gelungen. Doch auch die kleinen Visionen wurden stark bebildert. Obwohl man es dabei mit einem Horrorfilm zu tun hat, legt es der Film gar nicht so sehr auf Horror an. Es gibt nämlich einige Drama-Elemente und im Endeffekt ist das sogar eher ein Krimi. Der Aufbau funktioniert bestens und die 90 Minuten Laufzeit vergehen sehr schnell. Es gibt keine große Einleitung und hinterher wird immer mehr an der Spannungsschraube gezogen, bis es im Finale sogar noch eine kleine Portion Action gibt. Nebenbei ist erfreulich, dass hier ohne viele Effekte ausgekommen wird und der Score rundet das positive Gesamtbild ordentlich ab.
 
 
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ECHOES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ darf sich kleiner Klassiker des Geisterhorrors nennen, denn er funktioniert selbst 20 Jahre nach Erscheinen noch wunderbar. Die Handlung wird schlüssig und interessant erzählt, die Darsteller sind toll und die Figurenzeichnung kommt ohne Unglaubwürdigkeiten aus. Zusätzlich wurde alles schön unheimlich inszeniert und eine richtige Stärke ist die Atmosphäre, denn diese reicht von entspannt bis hin zu richtig unheimlich. Es ist kein lauter Spuk, sondern eher ein subtiler, der edel erzählt wird. Selbst nach mehrmaligem Schauen unterhält das noch sehr gut und wirklich kein Fan vom Grusel sollte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Zensur

 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist eher ein subtiler Gruselfilm. Deshalb erhielt der Film bereits für die Kinoauswertung eine ungeschnittene FSK16. Gleiches folgte für die Auswertung auf DVD. Die nun erhältliche Blu-ray besitzt auch den blauen FSK16-Sticker.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover A)

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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stir of Echoes; USA 1999

Genre: Horror, Mystery, Thriller,

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 2 Cover-Auflagen

Extras: Booklet, Audiokommentar, Interviews, Making of, Trailer

Release-Termin: 11.07.2019

 

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook A [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook B [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes 2 – Stimmen Aus Der Zwischenwelt (2007)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Jessabelle (2014)
 
White Noise (2005)
 

Filmkritik: „The Isle“ (2018)

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THE ISLE

Story

 
 
 

Exzellentes Gruselhandwerk der alten Schule: Auf einer Insel im Meer geht es nicht mit rechten Dingen zu. Drei Schiffbrüchige stranden hier und versuchen alles daran zu tun, dieses Eiland wieder verlassen zu können. Leider vergebens.

 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Kritik

 
 
 
Eine Bootsfahrt, die ist lustig – manchmal aber auch nicht. Drei Schiffbrüchige irren im Jahre 1846 mit einem Rettungsboot übers Meer in der Hoffnung, hoffentlich bald Land zu finden. Sie sind die einzigen Überlebenden eines Handelsschiffs, das Waren von England nach Amerika bringen sollte. Doch es gab einen Unfall, das Schiff versank und riss alle in den Tod. Nun sind Kapitän Oliver Gosling und zwei Begleiter auf sich allein gestellt. Aber Rettung naht. Eine Insel vor der Westküste Schottlands taucht plötzlich im Nebel auf. Darauf leben von der Außenwelt abgeschieden wenige Menschen, die den Gestrandeten zur Hilfe eilen. Doch der Zufluchtsort offenbart sich schon bald als Tor zur Hölle. Die Insulaner wollen ihre Gäste nämlich nicht wieder gehen lassen und tun alles daran, dass eine Heimreise erschwert wird. Da ist guter Rat teuer, zumal sich plötzlich seltsame Ereignisse häufen. Da nimmt man unheimliches Geflüster im Dunkeln wahr, schauerhafte Sirenenklänge ziehen über das Meer und in der Nacht scheinen mysteriöse Schatten um die Häuser zu ziehen. Alles plausibel erklärbar oder doch schauriger Natur? Wer die Antwort darauf wissen möchte, muss THE ISLE dann doch bis zum Ende anschauen.
 
 
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Und das ist auch schon die Quintessenz dieses ansprechend verpackten Mysterythrillers. Regisseur MATTHEW BUTLER-HART macht nämlich ein großes Geheimnis über die Gründe seltsamer Vorkommnisse und löst das Mysterium dieser Insel erst im Finale auf. Bis dahin passieren immer wieder unerklärliche Dinge, die so schnell nicht erahnen lassen, was den Zuschauer hier erwarten wird. Glücklicherweise halten auch die wenigen Protagonisten dicht. Die faseln in Rätseln und versuchen das Publikum immer wieder auf falsche Fährten zu locken, um die Auflösung möglichst lang hinauszögern zu können. Ein Schachzug, der THE ISLE über weite Strecken interessant macht.
 
 
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Bei soviel Geheimniskrämerei werden Erinnerungen an den 2004 von M. NIGHT SHYAMALAN inszenierten THE VILLAGE wach. Auch hier stand ein Dorf im Mittelpunkt, in dem allerhand seltsame Dinge geschahen. Dabei wurde der Zuschauer geschickt an der Nase herumgeführt, um am Ende mit einem unerwarteten Twist vor den Kopf gestoßen zu werden. Ganz so rabiat geht Regisseur MATTHEW BUTLER-HART dann doch nicht vor. Der verstreut immer mal wieder Hinweise und lässt so schneller erahnen, welch gruseliges Mysterium dieses abgelegene Dorf umgibt. Handwerklich kann man da nicht meckern. Die nebelverhangene Kulisse Schottlands trägt einen großen Teil zur Atmosphäre bei. Da wird bei den Farben gespart und die Nebelmaschine auf Anschlag gestellt. Kühle Farbfilter tun ihr übriges. Eine permanent beunruhigende aber zugleich rätselhafte Stimmung ist garantiert. Freunde subtiler Gruselschauer und unheimlicher Geschichten wird’s gefallen.
 
 
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THE ISLE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Meisterliches Gruselhandwerk vor historischer Kulisse. THE ISLE ist ein Vertreter der alten Gruselschule und kann vor allem durch eines überzeugen: Geheimniskrämerei. Die liegt im Fokus, um jenes Mysterium bewahren zu können, das einer Insel im Meer umgibt. THE ISLE ist dem klassischen Horror verpflichtet und versucht demnach Schrecken auf subtilem Wege zu bewirken. Das bedeutet: Hektik und Adrenalin haben Sendepause. Stattdessen gilt es in langsamen Schritten einem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Hierbei glänzt vor allem die nebelverhangene schottische Kulisse, die prädestiniert dafür ist, schlaflose Nächte zu bereiten. THE ISLE ist stark vom übernatürlichen Kino der 1970er Jahre beeinflusst und kann sein Spannungsniveau gerade wegen seiner undurchsichtigen Handlung auf hohem Niveau halten. Regisseur MATTHEW BUTLER-HART lässt nämlich nicht so schnell durchscheinen, wohin die Reise gehen soll. Der entführt uns mit seinem Ausflug ins Mysteryfach zurück ins 19. Jahrhundert und hat hier ein eigenes Drehbuch verfilmt, das er zusammen mit Ehefrau TORI BUTLER-HART geschrieben hat. Letztere hat es sich nicht nehmen lassen auch gleich eine Rolle im Film zu übernehmen. Beide scheinen zumindest sicher darin zu sein, was sie tun. THE ISLE ist ein souverän abgehandelter Gruselstreifen, der vor allem für Mysteryfilm-Fans interessant sein dürfte. Die kommen hier auf ihre Kosten. Kann man schon mal auf seine Filmliste setzen.
 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Zensur

 
 
 
THE ISLE ist eher ein subtiler Mysterystreifen der auf Stimmung und Atmosphäre legt. Im Film gibt es selbst keine explizit zelebrierten Todesszenen. Es gibt Tote; man bekommt aber nicht zu sehen, wie sie umgebracht wurden. Hierzulande dürfte THE ISLE von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Village – Das Dorf (2004)
 
The Witch (2015)
 
The Wicker Man (1973)
 
The Wicker Man (2006)
 

Filmkritik: „The Mermaid – Lake of the Dead“ (2018)

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THE MERMAID – LAKE OF THE DEAD

(RUSALKA: OZERO MYORTVYKH)

Story

 
 
 

Aufdringliche Geister-Stalkerin aus dem Wasser: Nachdem Roman versehentlich eine gruselige Meerjungfrau geküsst hat, wird er sie nicht mehr los.

 
 
 


 
 
 

THE MERMAID – Kritik

 
 
 
Geister, Dämonen und irgendwie kein Ende. Seit Jahren sind manche Bösewichte irgendwie nicht mehr von der Mattscheibe wegzudenken. Seit THE CONJURING, THE RING (das amerikanische Remake ist gemeint) und PARANORMAL ACTIVITY ein kleines kommerzielles Revival des angestaubten Spuk- und Geister-Genres eingeläutet haben, wimmelt es im Lichtspielhaus und auf dem Heimkinomarkt nur so vor heimtückischen Geister-Kreaturen, die vor allem eines wollen: Angst einjagen. Längst ist hierbei nicht mehr nur Amerika mit Gruselware am Start. Auch Länder, die man nicht einmal annähernd mit Horrorfilmen in Verbindung bringen würde, drehen mittlerweile fleißig Schauerstoff, der sogar über deren Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit findet und exportiert wird. Neuerdings hier ganz groß dabei: Russland. Dort scheint man auf den Gruselgeschmack gekommen zu sein und beweist mit teuren Produktionen, dass man weit mehr kann, als Wodka brauen und Pelmeni kochen. So konnten wir uns bereits selbst schon ein Bild von den Qualitäten russischer Gruselunterhaltung machen. Filme wie THE BRIDE, DISLIKE oder PARANORMAL DRIVE schnitten bei unseren Filmvorstellungen ganz passabel ab. Deshalb gibt es nun für alle jene mit THE MERMAID – LAKE OF THE DEAD Nachschub, die horrorfilmtechnisch gern auch mal über den internationalen Tellerrand schauen wollen.
 
 
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Visuell ansprechend in Szene gesetzter Grusel-Radau. Roma und Marina haben viel vor. Die wollen ihre Liebe mit einer Heirat besiegeln und den Bund der Ehe eingehen. Bevor es aber ernst wird, will man noch mal die Sau herauslassen. Deshalb wird der zukünftige Gatte von seinen Kumpels entführt und zu einem Haus am See gefahren. Dort soll eine Sause stattfinden. Doch Roma findet keinen Gefallen an strippenden Mädchen und sinnlosem Besäufnis. Deshalb verkrümelt er sich an den angrenzenden See und geht eine Runde schwimmen. Keine gute Idee, denn im Wasser lauert das Böse. Ein Geisterwesen bezirzt den jungen Mann und zieht ihn in seinen Bann. Das Resultat: ein mysteriöser Kuss, der den Schmachtenden verflucht. Fortan klammert sich die boshafte Meerjungfrau an die Fersen ihres Opfers und sorgt für Angst und Schrecken. Gott sei Dank liebt Marina ihren Bald-Ehemann. Die versucht einen Weg zu finden, um den Liebsten aus den Klauen des Teufels zu befreien. Keine leichte Angelegenheit, denn der Geist ist zäh.
 
 
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Und wieder richten sich alle Augen nach Russland. Dort kopiert man nämlich fleißig, und zwar die Erfolgsformeln der Traumfabrik. THE MERMAID – LAKE OF THE DEAD ist konventionelle Unterhaltung, wie man sie gern mal von Hollywood aufgetischt bekommt. Das bedeutet: durchgestylte Bilder, makellose Optik und nicht sonderlich viel Hirn. THE BRIDE-Regisseur SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY hat für seinen Mainstream-Horror bei den ganz großen des Hochglanz-Horrors stibitzt und daraus Gruselunterhaltung für Jedermann gedreht, die nicht sonderlich innovativ ist, aber mit Atmosphäre punkten kann. Diesbezüglich wird groß aufgefahren, was den Film immerhin vor dem Untergang bewahrt. Blickt man nämlich unter die makellose Fassade bleibt nicht viel übrig, was Erwähnung finden könnte. THE MERMAID spielt seine Handlung ziemlich gradlinig ab. Das hat zur Folge, dass die Ereignisse relativ vorhersehbar bleiben und erfahrene Horrorfilmkenner unterfordert werden. So heftet sich im Film ein Geist an die Fersen ahnungsloser Mittzwanziger und sorgt Dank creepy Momente aus dem Computer dafür, dass der Zuschauer auch mal im Sessel zusammenzucken kann. Der Rest des Streifens ist Geister-Allerlei. Das bedeutet, dass herausgefunden werden muss, welches Jenseitswesen hier lästig Menschen belästigt, warum es das tut und wie man dem Spuk ein Ende bereiten kann. Zusammengefasst: Detektiv-Arbeit mit Erschreckbonus. Klingt wie Grusel von der Stange – und das ist es letztendlich auch. Bis Hollywood wieder Nachschub in Sachen Horror liefert, genügt THE MERMAID – LAKE OF THE DEAD zur Überbrückung allemal. Man macht nichts falsch, wenn man die Scheibe an einem frostigen Winterabend in den Player schiebt. Da hat man schon Schlechteres aus dem Geister-Sektor gesehen.
 
 
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THE MERMAID – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Schon wieder Horror aus dem Hause Blumhouse? Nein, diesmal nicht. Auch wenn die glattgebügelten Bilder und die makellosen Jungdarsteller genau jene Vermutung aufkommen lassen, handelt es sich bei THE MERMAID – LAKE OF THE DEAD um Horror made in Russland. Regisseur und Drehbuchautor SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY kopiert fleißig amerikanische Kinoerfolge und hat seinen ganz eigenen Gruselhit gedreht, der so amerikanischen Blockbustern wie THE CONJOURING oder INSIDIOUS in nichts nachsteht. Tiefgang sucht man zwar vergebens und auch die Story ist weit weg davon innovativ zu sein. Dennoch sorgen die stimmungsvollen Bilder und einige Schockmomente für kurzweilige Gruselunterhaltung ohne Längen. Nett, aber nichts worüber man morgen noch spricht!
 
 
 


 
 
 

THE MERMAID – Zensur

 
 
 
THE MERMAID – LAKE OF THE DEAD ist ein Gruselfilm, was bedeutet, dass hier kaum blutige Schauwerte geboten werden. Ein Grund, warum THE MERMAID hierzulande mit FSK16 in den Handel gebracht wurde. Diese Freigabe ist vollkommen in Ordnung, da eher auf Jump Scares gesetzt wird, statt die Geschehnisse im Blut zu ersäufen.
 
 
 


 
 
 

THE MERMAID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rusalka: Ozero myortvykh; Russland 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 30.11.2018

 

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THE MERMAID – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Nymph (2014)
 
Mermaid’s Song (2015)
 
Siren – Serie (2018)
 
The Ring (2002)
 

Filmkritik: „The Witch in the Window“ (2018)

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THE WITCH IN THE WINDOW

(THE VERMONT HOUSE)

Story

 
 
 

Ein unerwarteter Hauskauf, Familienprobleme und Geister: THE WITCH IN THE WINDOW handelt von einem Haus auf dem Lande, in dem es mal wieder poltert und spukt.

 
 
 


 
 
 

THE WITCH IN THE WINDOW – Kritik

 
 
 
Wenn es nach der Werbung hiesiger Baumärkte geht, gibt es wohl nicht schöneres, als eigene vier Wände. Da haben findige Marketingexperten sicherlich recht. Dumm nur, wenn man die neue Bleibe auch noch mit Geistern teilen muss. Da stellt sich logischerweise die Frage, ob man trotzdem bleiben oder das Traumhaus wieder verkaufen soll? Antworten darauf sucht nun Regisseur ANDY MITTON. Der gehört zu jenen Filmemachern, die aus Liebe zum Gruselfach im Horror-Genre verharren. Sieht man sich sein bisheriges Schaffen an, zeigt sich schnell, dass der außer Horrorzeug bisher noch nichts anderes gedreht hat. Neben dem unsagbar schlechten Mystery-Unsinn YELLOWBRICKROAD und einem Beitrag zur Horror-Anthologie CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR fiel der Regisseur zuletzt mit WE GO ON positiv auf. Leider war Letzterer wohl eher eine Eintagsfliege. Der neue Ausflug ins Gruselfach mit dem Titel THE WITCH IN THE WINDOW ist leider nicht so pralle und enttäuscht durch halbgare Gruselei, die eher langweilt, statt schlaflose Nächte zu bereiten.
 
 
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Vater Simon ist in Schnäppchenlaune. Irgendwo in der Einöde hat er ein günstiges Häuslein gekauft, das er nun auf Vordermann bringen will. Dazu nimmt er Sohnemann Finn mit auf die Baustelle, der das Familienoberhaupt unterstützen soll. Eigentlich eine gute Sache, um den Sprössling von den zerrütteten Familienverhältnissen abzulenken. Die Eltern verstehen sich nämlich nicht mehr so gut und das merkt auch der Nachwuchs. Doch Vater Simon hofft das Beste. Leider durchkreuzen seltsame Ereignisse bald eifrige Pläne. Im renovierungsbedürftigen Heim passieren plötzlich seltsame Dinge. Offenbar hat eine ehemalige Bewohnerin nicht mit der Welt der Lebenden abgeschlossen. Die spukt durch die Räume und jagt dem neuen Eigentümer damit einen Heidenschreck ein. Der ist auch begründet. Nachbar Louis hat die Geisterfrau zu Lebzeiten gekannt. Der hat einiges zu berichten und das ist alles andere als beruhigend.
 
 
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Eigentlich hätt’s die Hexe gar nicht gebraucht. THE WITCH IN THE WINDOW ist nämlich bei genauerer Betrachtung eher ein Drama in dem ein Vater versucht seine kleine Familie zusammenzuhalten. Die Ehe befindet sich auf einem Scheideweg und der pubertierende Sohnemann Finn bekommt langsam davon Wind, dass es außerhalb des sicheren Familienlebens auch noch eine andere, weitaus unsichere Welt gibt, vor der ihn die Eltern beschützen wollen. Das da plötzlich der Geist einer knochigen Alten Wege kreuzt, fühlt sich angesichts der ohnehin schon problematischen Familienverhältnisse irgendwie aufgezwungen an. In der Tat ist das aber auch so. Der Horror-Part wirkt überflüssig, zumal die Horror-Elemente rar verstreut wurden, dass Grusel-Fans vor lauter Dialogen schnell müde werden. Viel Grusel-Feeling wird nämlich nicht geboten. Stattdessen wird reichlich gequasselt und sich irgendwie durchs Drehbuch gehangelt. Demzufolge rückt der Gruselpart in den Hintergrund. Der ist minimalistisch und besitzt – bis auf eine kurze Szene – weder Schreckmomente noch Geschrei. Offenbar ist das gewollt. Regisseur ANDY MITTON will nicht plakativ Erschrecken. Der fokussiert problematische Familienverhältnisse und versucht am Ende eine nahezu schon träumerische Lösung zu finden, um sich entfremdete Eltern wieder einander näher zu bringen. Soweit, so gut – wäre da nicht das reißerische Filmplakat und der auf Horror getrimmte Trailer. Beides erweckt falsche Erwartungen beim Zuschauer. THE WITCH IN THE WINDOW ist weit weg von konventioneller Gruselware und dürfte so viele Horrorfilm-Liebhaber – vor allem der sehr langsamen und beinahe ereignislosen Erzählweise wegen – enttäuschen. Drama und Grusel-Combo. Eigentlich ein Mix, der schon so einigen Gruselfilmen zum Erfolg verholfen hat. Im Falle von THE WITCH IN THE WINDOW zündet der Genre-Cocktail nicht sonderlich gut. Der Grund: beide Komponenten passen so gar nicht zusammen und wurden auch noch langweilig zu einem zähen Gruselbrei vermischt. Muss man nicht sehen.
 
 
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THE WITCH IN THE WINDOW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Familiendrama unter dem Deckmantel eines Gruselfilms. THE WITCH IN THE WINDOW ist ein Mix aus Drama und Geisterfilm, bei dem aber die Geisterproblematik eher Alibi-Funktion besitzt und sich auch noch dazu überflüssig anfühlt. Letztere hätte man auch aus dem Film streichen können. THE WITCH IN THE WINDOW hätte so die gleiche Botschaft vermitteln können. Trotz 77 Minuten Laufzeit ist der Film ziemlich lang geraten. Der Grund: Geschwätzig- und Ereignislosigkeit. Die Inszenierung ist schleppend und sonderlich viel passiert auch nicht. Eine Bewährungsprobe für jene, die sich von THE WITCH IN THE WINDOW den Grusel-Overkill versprochen haben. Viel Grusel wird nicht geboten. Ein großes Problem, zumal der Streifen im Titel, Trailer und auf dem Plakat mit einer Hexe wirbt. Hat man den Film gesehen, wird man schnell feststellen, dass die Hexe nicht im Mittelpunkt steht, sondern schwierige Familienverhältnisse. Statt satanische Hexenferse und schauderhafte Erscheinungen sorgt sich Regisseur ANDY MITTON lieber um zwischenmenschliche Konflikte. Kein Grusel-Hokuspokus, sondern deprimierendes Familien-Tralala. THE WITCH IN THE WINDOW ist ein waschechter Blender und ein langweiliger auch noch obendrauf. Wer die Sichtung übersteht, ohne eingeschlafen zu sein, erhält von uns einen Preis. Immerhin erwähnenswert: die gute Kameraarbeit. Die allein reicht aber nicht aus, um eine Empfehlung aussprechen zu können.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH IN THE WINDOW – Zensur

 
 
 
THE WITCH IN THE WINDOW ist ein Mysterydrama mit wirklich keinerlei Gewalt. Es gibt einen Schreckmoment zu sehen – das war’s. Explizite Schauwerte hat der Streifen gar nicht und gruselt in erster Linie auf subtilem Wege. Hierzulande könnte man diesen Film sogar schon ab 12 Jahren freigeben.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH IN THE WINDOW – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Uncork’d Entertainment | One Bad House Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil in the Dark (2017)
 
The House on Pine Street (2015)
 
I Remember You (2017)