Filmkritik: „Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ (1999)

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PHANTOM TOWN – SPUKSTADT DES SCHRECKENS

(PHANTOM TOWN)

Story

 
 
 
Auf der Suche nach ihren Eltern geraten drei Geschwister in eine Geisterstadt, die von einer geheimnisvollen Bedrohung beherrscht wird.

 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Kritik

 
 
Der Titel wird schleimgrün eingeblendet und auch sonst dominiert die Farbe grün, wenn es um Effekte geht. Zudem spielen Kinder die Hauptrolle. Nein, die Rede ist nicht von der Fernsehserie „Gänsehaut – Die Stunde der Geister“, selbst wenn man das bei „Phantom Town“ sofort denken könnte. Tatsächlich wirkt dieser kostengünstig produzierte Horrorfilm wie eine überlange Folge der früher erfolgreichen Gruselserie für Kinder. Doch obwohl selbst diese sich auf TV-Niveau befand und sicher keine Meisterleistung handwerklicher Arbeit darstellte, besaß sie eine deutlich höhere Qualität als dieser Murks hier.
 
 
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Die Eltern der Geschwister Reeves waren unterwegs, weshalb die drei Teenager auch gleich mal eine schicke Party geschmissen haben. Doch als ihre Eltern anrufen und die Verbindung unterbrochen wird, machen sich die Kids Sorgen. Die Polizei will nicht behilflich sein, also müssen es die jungen Leute selbst in die Hand nehmen. Dabei geraten sie in eine Geisterstadt, die man nur im Schlaf betreten kann. Werden sie hier ihre Eltern finden? Die Story taugt nichts, aber wirklich so gar nicht. Auf dem Papier klingt das Szenario um eine Geisterstadt, die ihre Besucher verschlingt noch einigermaßen reizvoll, aber was man daraus gemacht hat, gleicht einer Schande. Das gesamte Szenario wird total wirr und unlogisch dargeboten. Absolut nichts ergibt hier einen tieferen Sinn und auch die Ideen, die verwurstet werden, kennt man bereits aus etlichen anderen Filmen. „Phantom Town“ mischt sich aus allen Ecken etwas zusammen, braut daraus jedoch überhaupt nichts Brauchbares. Nein, da hatten selbst die simplen Geschichten aus „Gänsehaut“ deutlich mehr Reiz.
 
 
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Diese filmische Katastrophen-Kuriosität wird noch dadurch skurriler, dass sie in Deutschland früher tatsächlich mal erst ab 18 Jahren freigegeben war. Das ist schon nicht mehr lächerlich, das ist einfach nur noch traurig. Mittlerweile hat „Phantom Town“ eine angemessene Freigabe ab 12 Jahren. Wenn die Rückseite der DVD dann aber mit einem Spruch wie „…einen gruseligen, spannenden und harten Schocker…“ wirbt und einen nebenbei der grüne Sticker anlacht, dann kann man nur noch lachen oder eben weinen. Man hat es hier eindeutig mit einem Film zu tun, der sich an Kinder und nicht an Erwachsene richtet. Das sieht man schon sehr klar daran, dass zwei Hauptdarsteller selbst Kinder sind. Blut wird hier überhaupt nicht vergossen. Stattdessen gibt es ab und zu grünen Schleim zu sehen. Die Effekte sind unter aller Sau und sehen maßlos billig aus. Davon profitiert aber immerhin der Trash-Faktor und wenn man „Phantom Town“ nicht mit Humor nimmt, hat man sowieso echt schlechte Karten.
 
 
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Das gesamte Szenario ist nämlich so unsinnig, plump, hölzern und blöd, dass hier stets eine unfreiwillige Komik herrscht. Manchmal will der Film aber selbst auch noch komisch sein und wenn es albern wird, ist die Peinlichkeit kaum noch auszuhalten. Von einem Horrorfilm kann übrigens einfach keine Rede sein. Vielleicht gruselt man sich hier von sechs bis zehn Jahren, doch selbst zwölfjährige dürften für diesen Quatsch bereits zu abgeklärt sein. Die versprochene Western-Stimmung kommt auch nur ganz selten mal durch. Es ist wirklich kaum zu fassen, dass sich Jeff Burr für „Phantom Town“ verantwortlich zeigte. Sicherlich ist der Mann nicht gerade für die höchste Qualität bekannt, aber mit den Fortsetzungen zu „Stepfather“, „Texas Chainsaw Massacre“, „Puppet Master“ und „Pumpkinhead“ hat der Mann doch noch etwas mehr Qualität geboten. Die Inszenierung ist wirklich miserabel, weil der gesamte Film miserabel ist. Hier will nichts zusammenpassen, die Kulissen sind billig und optisch bekommt man fast gar nichts geboten.
 
 
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Und als wäre das alles noch nicht genug, gibt es auch noch sehr untalentierte Darsteller zu betrachten, für die das Wort „belanglos“ erfunden geworden zu sein scheint. Mit Kindern in solchen Werken ist das immer so eine Sache. Manchmal geht die Rechnung auf, hier stören sie einfach. Die Erwachsenen machen ihre Sache jedoch mitnichten besser und wirken allesamt gelangweilt. Ebenso langweilig ist die Figurenzeichnung ausgefallen und in „Phantom Town“ kommen null Sympathien auf. Stattdessen verhalten sich die Personen unlogisch und doof. Das Ganze muss man dann über 90 Minuten durchhalten, was für den simplen Plot viel zu lange ist. Wäre es doch nur eine Episode von „Gänsehaut“ gewesen, dann hätte der Spuk nach einer knappen halben Stunde ein Ende gehabt. Dafür wäre diese dumme Geschichte auch noch ausreichend gewesen. So zieht sich das Treiben quälend in die Länge. Keine Spannung, kaum Action, dummer Humor. Nicht mal der Score stimmt versöhnlich. Und wenn für das Finale dann noch die alte Puppenkiste durchstöbert wurde, resigniert man entweder schon, ist total betrunken, eingeschlafen oder lacht müde darüber.
 
 
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PHANTOM TOWN – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Phantom Town“ ist ein billiger, unkreativer und sinnfreier Film, der sich ganz klar nur als Horror bezeichnen lässt, wenn man die 12 Jahre noch nicht überschritten hat. Doch während Filme für die ganze Familie selbst dem Erwachsenen Freude bereiten können, bekommt man hier lediglich Unvermögen zu betrachten. So viel, dass es selbst dem Trash-Fan zu viel werden könnte, da die permanente unfreiwillige Komik anstrengend wird. Nun, lächerliche Momente gibt es so immerhin genügend zu sehen und alleine die „Effekte“ sind eine Frechheit. Ein schwaches Drehbuch, schlechte Darsteller und eine komplett nichtssagende Inszenierung runden das passend ab. Dann doch lieber noch mal die 90er Fernsehserie „Gänsehaut“ anschauen, denn die war wenigstens noch ansatzweise gruselig und bot mehr Kreativität!
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Zensur

 
 
 
„Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ feierte in Deutschland seine Premiere im TV und wurde dort ungeschitten gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und FSK12.
 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Phantom Town; Kanada | USA | Rumänien 1999

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Grusel

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 11.06.2021

 
 

Phantom Town – Spukstadt des Schreckens [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gänsehaut (2015)
 
R.L. Stine – Geisterstadt: Kabinett des Schreckens (2015)
 
Gänsehaut – Die Stunde der Geister (1995)

Filmkritik: „The White Monster“ (1988)

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THE WHITE MONSTER

(THE UNNAMABLE)

Story

 
 
 
Studenten der Miskatonic University verbringen eine Nacht im verwunschenen Winthrop- Haus, in dem eine mörderische, tragische Kreatur angeblich ihr Unwesen treiben soll…

 
 
 


 
 
 

THE WHITE MONSTER – Kritik

 
 
In der Riege endloser, meist missglückter Lovecraft-Adaptionen mit der Eigenart, nicht nur Elemente aus seinen Geschichten zu adaptieren, sondern gar den Titel mit einer der Originalerzählungen zu teilen, ist mir zuletzt „The Dunwich Horror“ (1970) untergekommen, der einiges richtig gemacht hat, aber schlussendlich nicht überzeugen konnte. 18 Jahre später hat sich nun Jean-Paul Oullette, dessen einzige Regiearbeiten auch dieser Film, sein Sequel, sowie ein recht unbekannter B-Actioner namens „Chinatown Connection“ darstellen, der zwei Seiten knappen Kurzgeschichte „The Unnamable“ angenommen, in der die Protagonisten, auf einem Friedhof sitzend, über die Begrifflichkeiten furchterregender Erfahrungen sinnieren. Kaum genug also, für 87 Minuten Film – was wird hier also erzählt, eine spielfilmlange Debatte gar? Oder hat der Titel mal wieder so gar nichts mit diesem Studentenhorror zu tun? Finden wir es heraus.
 
 
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Den Beginn macht das legendäre Schloss im Unwetter, dazu ein kehliges Krächzen, Point of View- Aufnahmen und ein älterer Herr, der die Kreatur zu besänftigen versucht, was – spätestens in Kombination mit dem Cover – sehr an „Castle Freak“ erinnert, obgleich dieser natürlich eine Dekade später entstanden ist. Stark überraschen tut nun ein deftig getrickster, in Nahaufnahme gezeigter Kill an besagtem Herren, in dem blutig das pochende Herz rausgerissen wird. Sechs Minuten, dann ist der Opening Kill geschehen und die Kirche beerdigt die Leiche, versiegelt das Haus und der Synthesizer/Geigen/Chor-Soundtrack schlägt die üblichen 80s-Töne an, klingt theatralisch und ein wenig verträumt. Schnitt in eine andere Zeit und im hier und jetzt sitzen tatsächlich Studenten auf dem Friedhof und erzählen sich Gruselgeschichten, diese sind nicht nur in sich sichtlich inspiriert von Lovecraft, sondern auch die Situation selbst, die als durchaus sympathischer und charmanter Meta-Verweis zu sehen ist und die Kurzgeschichte 1:1 widerspiegelt. Mark Kinsey Stephenson als Randolph Carter, im Film nur Carter genannt, stiehlt dem oftmals blassen Nebencast dabei fast durchgängig die Show, da er zwischen Pseudo-Detektiv und reinem Goofball overacted, witzig sein soll, möglichst unsympathische und pseudointellektuelle Kommentare vom Stapel lässt, als hätte er die Welt verstanden. Als Horrorautor, dessen Gesicht aufkommt wenn man „smug“ nachschlägt, dominiert er so das Dreiergespann um ihn, den gegen ihn debattierenden Science Major Howard und dem dritten Freund, Joe, der größtenteils passiv bleibt.
 
 
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Das Gespräch darüber, ob die erzählte Geschichte nun wahr sei oder nicht, gipfelt sehr schnell in einem ersten Besuch bei dem gruseligen, alten Haus aus dem Intro, in dem die furchterregende Story stattgefunden haben soll – und das natürlich wenige Meter um die Ecke steht. Die 80s-Klischees hören nicht auf und man hat alles davon schon tausendmal gesehen, doch weil Joe bereits nach 17 Minuten das Haus betritt und das Gespräch so schön schlecht gespielt ist, macht es zu dem Zeitpunkt noch richtig Spaß – schnell zum Punkt kommend und kurzweilig. In einer wunderschönen Einstellung rennt der Geek Howard der hübschen Studentin Wendy auf einem argentoesk großen und stockfinsteren Platz hinterher und wird abgewiesen, im Haus hingegen ist jedes Möbelstück überzeugend mit Staub bedeckt und jeder Raum bunt beleuchtet, mit ansprechend gesetztem Licht und einzig der Soundtrack lenkt bisweilen etwas ab. Doch sobald sich diese, erste Szene des „Rumlaufens im Haus“ nach rund 24 Minuten dann nach etwas Rumgeschreie und einer netten Idee, die aber auch nicht neu ist, in einem Offscreen-Kill entlädt, beginnt leider Gottes die Talfahrt. Denn was spritzig, witzig und überraschend garstig beginnt, entwickelt sich alsbald zum höchst langweiligen und oft gesehenen Standard- Studentenlangweiler, in dessen nächsten 20 Minuten nichts nennenswertes passiert, bis auf einen Grund zu finden, mit mehreren potentiellen Opfern Nachts das Haus zu betreten.
 
 
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Die opulente Universitätsbibliothek macht optisch was her, doch bis auf vereinzelte POV- Aufnahmen oder vage Andeutungen gibt es bis zur Halbzeit dieses Unterfangens leider keinen Unterhaltungwert mehr zu holen. Doch wer glaubt, dass die zweite Hälfte dafür zufriedenstellend in die Vollen geht, oder sich allgemein an dem drastischen und effektiven Kill der ersten Minuten orientiert, der hat sich leider geschnitten. In einer Sequenz wird oben ohne rumgemacht und bemüht kitschig emotionale Musik setzt ein, bevor eine immerhin witzig brutale Entdeckung folgt, auch ist die Eskalation nach knapp einer Stunde, inklusive blutigen Kills #2, sehr panisch und unterhaltsam, ein letztes Aufatmen des Films. Doch wäre ich nach 50 Minuten vielleicht noch bei 5/10 Punkten wenn man Laufzeit im Verhältnis zur Effektivität des Films sieht, so bleiben bei diesem Gummimonster mit Hufen in der letzten halben Stunde leider nur noch unfreiwillige Trash-Lacher und angestrengtes Laufzeit-Kontrollieren üblich, da weder weitere Flashbacks, noch die erzwungene Einbindung des Necronomicons hier viel retten können.
 
 
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Mehr noch, kurz vor dem angedachten Spannungshöhepunkt und Finale des Films leistet sich Carter nochmal Kindergarten-Comedy mit peinlichem Slapstick, der null zum Gore, noch weniger zu der gewollt mysteriösen, oder gar lovecraftesken Atmosphäre passt. Ein einziger, nennenswert stark handgetrickster und blutiger Kill noch, ein lächerlich schriller Schrei und eine Prügelei mit Kneipenschläger-Choreographie, dann hat man 85 Minuten über sich ergehen lassen, die absolut benennbar sind: Und zwar als unausgegoren, tonal daneben, stark getrickst, aber ultimativ langweilig. Kein Totalausfall dank Gore, anfänglicher Kurzweil und ein paar witzigen Momenten filmischen Unvermögens, auch kann die Bruno Nicolai-Score szenenweise ihre Muskeln spielen lassen, doch der Geamteindruck ist weit weg von einem guten Film.
 
 


 
 
 

THE WHITE MONSTER – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Von Lovecraft inspirierter, nie aber konsequent in seinem Stil gehaltener 80s-Studentenhorror mit trashiger Kreatur, spaßigem Intro und ein paar drastischen Splattereffekten, die aber nicht über die generelle Langeweile und Leere abseits davon hinwegtäuschen können.

 
 


 
 
 

THE WHITE MONSTER – Zensur

 
 
 
„The White Monster“ wurde in Deutschland auf VHS nur geschnitten veröffentlicht. In dieser Fassung fehlten knapp 25 Sekunden Filmmaterial. Im Jahr 1989 wurde die gekürzte VHS-Veröffentlichung indiziert und erst 2014 wieder vom Index gestrichen. Eine DVD-Premiere der unzensierten Originalversion erfolgte im Jahr 2009. 2018 brachte das Label CMV Laservision die erste ungeschnittene HD-Fassung von „The White Monster“ im limitierten Mediabook auf den deutschen Markt. Diese Fassung war juristisch geprüft und komplett. Nun, im Jahr 2021 erscheint auch die ungekürzte Kaufhausfassung mit rotem FSK18-Flatschen im KeepCase. Fans des 80er-Jahre-Horrors können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE WHITE MONSTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV LASERVSION (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Unnamable; USA 1988

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer

Release-Termin: KeepCase: 16.07.2021

 

The White Monster [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE WHITE MONSTER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei CMV LASERVSION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Bags – Er will Dein Blut (2018)
 
Castle Freak (1995)
 
Goodnight – Die Nacht, als Knecht Blutbrecht kam (1980)
 

Filmkritik: „The Evil Next Door“ (2020)

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THE EVIL NEXT DOOR

(ANDRA SIDAN)

Story

 
 
 

Eine kleine Patchwork-Familie muss bemerken, dass in der leerstehenden Doppelhaushälfte neben ihnen etwas nicht mit rechten Dingen zu sich geht.

 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Kritik

 
 
 
Der simple Gruselhorror hat schon so manch einer Generation das Fürchten gelehrt. Umso subtiler es dabei zur Sache geht, desto besser – Eine Eigenschaft, die erst James Wan mit seinem „Insidious“ wieder massentauglicher gemacht hat. Seitdem boomt der Geisterhorror wie selten zuvor und von diesem Kuchen wollen natürlich nicht nur die Amis etwas abhaben. So bekommt man mit „The Evil Next Door“ einen skandinavischen Vertreter geboten, der stark im Zeichen der Vorbilder schwimmt, dabei jedoch leider kaum eine eigene Handschrift erkennen lässt.
 
 
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Shirin zieht mit ihrem neuen Freund Fredrik zusammen. Er bringt den fünfjährigen Lucas mit in die Beziehung, der erst vor kurzem seine Mutter verloren hat. Zusammen beziehen sie eine Doppelhaushälfte und hier soll das neue Familienleben beginnen, doch von vornherein scheint es so, als wäre etwas Böses in der Luft. Scheinbar ist die andere, leerstehende Doppelhaushälfte doch nicht so leer und es dauert nicht lange, bis Shirin bemerkt, dass etwas hinter Lucas her ist. Ein Kind, das imaginäre Freunde hat, Türen, die sich von alleine öffnen oder schließen, unheimliche Geräusche und Gestalten, die dann doch nicht vorhanden sind, wenn man sie scheinbar gesehen hat. „The Evil Next Door“ erfindet das Rad keineswegs neu und das ist das größte Problem vom Werk. Nicht, dass die Story innovativ sein müsste, aber wenigstens hätte das Drehbuch ein paar mehr eigenständige Ideen haben dürfen. Stattdessen gibt es altbekannte Zutaten, mit denen man mittlerweile sicherlich keinen Freund vom Grusel mehr hinterm Ofen hervorlockt. Genauso abgedroschen ist das Spiel mit der Einblendung „Basierend auf wahren Begebenheiten“. Wen interessiert das mittlerweile noch? Erst recht bei einem solchen Werk fühlt sich das doch arg belanglos an. Hinzu gesellt sich dann noch eine Auflösung, die lange zuvor vorhersehbar ist und sich quasi ankündigt. Hier wird leider dann auch der ansonsten recht bodenständige Ton zerstört. Es bleibt also festzuhalten, dass das Drehbuch nicht gerade die Stärke von „The Evil Next Door“ darstellt.
 
 
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Dafür bekommt man immerhin eine ganz anständige Atmosphäre geboten. Die Skandinavier sind ja eher für ihre düsteren, ruhigen Krimis bekannt. Das Regie-Duo Tord Danielsson und Oskar Mellander, das sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte, war zuvor eher in Serien involviert und liefert hier seinen ersten Langfilm ab. Der Inszenierung kann man dabei kaum Vorwürfe machen. Das schielt zwar alles sehr offensichtlich auf das große Vorbild der amerikanischen Gruselfilme, ist handwerklich aber dennoch solide gemacht. Die Bilder sind schön düster und die Atmosphäre erzeugt zuweilen schon gut gemachten Grusel. Mit billigen Jumpscares hält man sich zum Glück zurück und erschafft so tatsächlich ein paar nette Schockeffekte mit altmodischen Mitteln. So richtig unheimlich wird das zwar eher selten, aber da es konsequent düster zur Sache geht und der Spuk überwiegend subtil bleibt, kommt man als Fan von solchen Werken schon auf seine Kosten. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt, passt da ganz gut. Das ist alles relativ simpel, aber teilweise doch effektiv gestaltet.
 
 
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Dass es nicht spannender wird, liegt vor allen Dingen an mangelnden Hintergründen, denn so richtig tiefgründig mag die Geschichte nicht werden und die Figurenzeichnung nimmt sich ein Beispiel daran. Zwar kann man sich über die Darsteller nicht beklagen, aber die Charaktere erreichen eben keine Tiefe. Dilan Gwyn macht ihre Sache als einzige, echte Hauptrolle solide, Linus Wahlgren ist ebenfalls in Ordnung und der kleine Eddie Eriksson Dominguez kann sogar mehr überzeugen, als man vermuten könnte. Sonstige Rollen sind kaum vorhanden und immer nur sehr klein angelegt. Das Wort „klein“ trifft aber sowieso ganz gut auf „The Evil Next Door“ zu. Langeweile kommt selten auf und dem düsteren Treiben zu folgen, ist schon ganz unterhaltsam, doch es mangelt etwas an Spannung und Highlights kann man fast keine ausmachen. Überwiegend plätschert das gemütlich vor sich hin, wobei das Tempo auf keinen Fall verkehrt ist. Dafür ist die Laufzeit mit nicht mal 90 Minuten auch zu kurz geraten.
Der Score begleitet das Geschehen passend, aber wenig eindrucksvoll.
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THE EVIL NEXT DOOR – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„The Evil Next Door“ ist der nächste Nachschub für Grusel-Hungrige. Wer vom simplen Spuk nicht genug bekommen kann, wird hier schon fündig, wobei es gar nicht mal so wirkt, als hätte man es mit einem skandinavischen Vertreter zu tun. Das Ergebnis könnte so auch direkt aus Amerika stammen. Genau hier liegt das größte Problem vom Film: „The Evil Next Door“ besitzt keine eigene Handschrift und eifert zu sehr seinen Kollegen nach. Das Ergebnis kann sich aus handwerklicher Sicht sehen lassen, besitzt solide Darsteller und manch eine gekonnt gestaltete Szene, aber insgesamt wird dem Freund solcher Filme hier einfach viel zu wenig Neues geboten. Das fängt bei einer Handlung an, die es so schon zig Male gegeben hat und endet bei Szenen, die man so ebenfalls in gefühlt tausenden von Streifen gesehen hat. Schlecht gemacht, ist das nun wirklich nicht, nur eben so wenig originell, wie der Titel schon vermuten lässt. Wer aber wirklich vollkommen auf solche simplen Grusler abfährt, wird sich wenigstens nicht langweilen!
 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Zensur

 
 
 
„The Evil Next Door“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Andra sidan; Schweden 2020

Genre: Thriller, Horror, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Schwedisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer-Show, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 
 

THE EVIL NEXT DOOR [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Ring (2002)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 

Filmkritik: „Amityville III“ (1982)

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AMITYVILLE III

(AMITYVILLE 3-D | AMITYVILLE 3: THE DEMON)

Story

 
 
 

Journalist John Baxter geht der durch die Vorfälle in Häusern wie dem Spuktempel von Amityville, Long Island ausgelöste Trend, wieder an Besessenheit und Dämonen zu glauben, ganz gewaltig auf die Nüsse. Er macht es sich zur Aufgabe, die zunehmend dreist grassierende Scharlatanerie im Umfeld dieser Phänomene aufzudecken. Über einen Makler bekommt er die Gelegenheit, den Kasten in Amityville käuflich zu erwerben. Nach und nach passieren auch John und den Menschen um ihn herum Dinge, die ihn an seinem unerschütterlichen Glauben an Logik und die aufgeklärte Moderne zweifeln lassen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Kritik

 
 
 
tatsächlichen Familie am Hacken. Da wollen die Macher des dritten Teils nicht in den lauernden Fettnapf treten und bringen eine Geschichte ins Kino, die weniger mit den direkten Erlebnissen ihrer unbedarften Figuren mit einem Haunted House, als an modernen Paranormal-Investigator-Hits wie den INSIDIOUS- oder CONJURING-Reihen verwandt ist. Wobei der skeptische Journalist Baxter nicht, wie etwa die Eheleute Warren, die Monetarisierung des Übersinnlichen im Hinterkopf hat. Er glaubt schlicht nicht dran oder will das zumindest nicht. Als er mit seinem Latein der Vernunft am Ende ist, lässt er seinen Freund Dr. West ins Haus, der sich tatsächlich als Erforscher des Okkulten und Übersinnlichkeits-Ermittler im Sinne der berühmten Warrens sieht.
 
 
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AMITYVILLE III haucht der Story um den Gruselschuppen im Bundesstaat neues Leben ein. Man spart sich, einfach nochmal nur leidende Durchschnittsmenschen gegen die Wand donnern zu lassen und verlagert den Fokus auf den zweifelnd beobachtenden Protagonisten. Sein Kampf gegen die Erschütterungen seiner Einstellungen macht ihn zum Leidensgenossen etwa der diversen innerlich und äußerlich gequälten Priester aus dem Orbit des DER-EXORZIST-Franchise. Eine Ebene, die dem Film sehr guttut. Der Unique Selling Point, wie wir topbezahlten Marketingprofis sagen, liegt bei Erscheinen in den 3D-Tricks, mit denen der Film seinen Zuschauern im Kino die horrortypischen Brocken um die Ohren fliegen lässt. Ja, Anfang der Achtziger ist’s mal wieder soweit und die Industrie entdeckt das Gimmick des plastischen Filmkonsums für sich.
 
 
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Damals lacht man eher über dieses Aufwärmen eines retrofuturistischen Gags aus den Fünfzigern. Keiner ahnt, dass sich im nächsten Jahrtausend mit der 3D-Verwurstung jedes noch so miesen Kinofilms dumm und dämlich verdient wird. Jedenfalls stützen sich die Produzenten des zweiten AMITYVILLE-Sequels so sehr auf ihre Idee, dass die es sogar in den amerikanischen Originaltitel – AMITYVILLE 3-D lautet der nämlich ganz plump – schafft. In kleinen Rollen sehen wir die später zur Prominenz aufsteigenden Neunziger-Schnecken Meg Ryan und Lori Loughlin. Frau Ryan immerhin lange Zeit Garantin für den Erfolg biederer Romantic Comedies, während die letztgenannte Schönheit jetzt im Knast schmort, was aber nix mit dem Film hier zu tun hat. Hier eiern die Mädels auf dem Dachboden mit einem Ouija-Brett herum. Das gibt natürlich Ärger.
 
 
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Regisseur Richard Fleischer, vierzig Jahre lang einer der grundsolidesten Handwerker der Hollywood-Geschichte, dessen Filmographie eine wahre Schatztruhe amerikanischen Unterhaltungskinos darstellt, erlaubt sich auch bei einem vergleichsweise weniger prestigestarken Projekt wie AMITYVILLE III keine groben Fehler. Der Rhythmus stimmt, Atmosphäre hat er auch, die Schocks sitzen wie angegossen und das Extra der Dreidimensionalität trägt zumindest im Kinosaal – zu einem gelungenen Gruselabend bei. Doch auch ohne die krampfhafte Konzentration auf die optischen Späße, mit denen seinerzeit sogar ein Teil von FREITAG DER 13. den ungeschlachten Eishockeyfreund Jason Vorhees seine Machete aufs Publikum niedersausen lässt, ist AMITYVILLE III ein ordentlicher Horrorfilm.

 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zweites Sequel des überraschend erfolgreichen Spukhaus-Hits von 1979, der sich vom Rezept der von Dämonen geknechteten Spießerfamilien wegbewegt und einen zweifelnden Journalisten in den Mittelpunkt rückt. So wirkt AMITYVILLE III gelegentlich wie ein Vorfahr von CONJURING und Co. Gute Entscheidung – guter Film.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Zensur

 
 
 
Offenbar kam AMITYVILLE III nur geschnitten in die deutschen Kinos. Das änderte sich auch auf VHS und DVD nicht, obwohl der Spukklassiker frei ab 16 Jahren war. Erst 2009 brachte Anbieter EPIX den Horrorfilm uncut in Deutschland auf DVD heraus. Nun erschien der Streifen zum ersten Mal in Deutschland in HD. Die veröffentlichte Blu-ray-Fassung im Mediabook und KeepCase ist vollkommen ungeschnitten und ebenfalls frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover A – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover B – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover C – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover D – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover E – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover F – limitiert auf 111 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville III: The Demon; USA 1983

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Anaglyphe 3D-Version, Audiokommentar mit Stephen Jones & Kim Newman, Original Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 30.10.2020

 
 
NSM hat 2019 sechs limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2020 kann man AMITYVILLE III auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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AMITYVILLE III – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Amityville Horror – Wie alles begann (2018)
 
Amityville II – Der Besessene (1982)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 

Filmkritik: „Malasaña 32 – Haus des Bösen“ (2020)

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MALASAÑA 32 – HAUS DES BÖSEN

(32 MALASANA STREET | MALASAÑA 32)

Story

 
 
 

Madrid im Jahre 1976: Eine sechsköpfige Familie zieht in eine neue Wohnung, die lange leer stand. Es dauert nicht lange, bis klar ist, warum das der Fall war, denn etwas Böses hat sich hier einquartiert und terrorisiert die Familie.

 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Kritik

 
 
 
James Wan hat mit seinen beiden Reihen „Insidious“ und „The Conjuring“ den Geisterhorror wieder richtig salonfähig gemacht. Seitdem schaffen es wieder viele solcher Filme auf die große Leinwand und Studios sind scheinbar weiterhin bereit, etwas mehr Geld in solche Produktionen zu stecken. Mit „Malasana 32“ gibt es nun ein spanisches Exemplar zu sehen, welches zwar keineswegs originell daherkommt, seine Zutaten aber ordentlich bedient.
 
 
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Manolo zieht zusammen mit seiner Frau Candela, ihren drei Kindern und dem Großvater vom Dorf in die Großstadt. Mitten im Jahr 1976, unter der Franco-Diktatur, hofft die Familie hier auf ein besseres Leben. Ihr neues Apartment, für welches man extra eine Hypothek aufnehmen musste, bietet mehr Luxus, als die Familie gewohnt ist und man konnte damit scheinbar ein großes Schnäppchen machen, welches allerdings nicht von ungefähr kommt. Jahrelang stand die Wohnung leer, denn hier haben sich einst schreckliche Dinge abgespielt und es dauert auch nicht lange, da machen ein paar Familienmitglieder bedrohliche Sichtungen. Storytechnisch lockt man mit einem solchen Szenario 2020 wohl sicher niemanden mehr hinterm Ofen hervor, aber wer sich im Spukgenre wohlfühlt, erwartet sowieso mehr eine gute Umsetzung, als eine innovative Story. Trotzdem kann man sagen, dass „Malasana 32“ mit seiner Mischung aus „Insidious“, „The Conjuring“ und „Poltergeist“ nicht so ausgelutscht erscheint, wie man vermuten könnte. Hinterher bekommt die Prämisse durchaus noch etwas Hintergrund, welcher zwar nicht mit „Aha“ und „Wow“ Effekten überrascht, dafür aber eine passende Geschichte erzählt, bei der dann auch die Zeit, in der sich das abspielt, nicht ganz so unwichtig erscheint. Von daher kann man dem Drehbuch keine großen Vorwürfe machen.
 
 
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Es gab in den letzten Jahren dermaßen viele solcher Filme, dass es für einen Regisseur bestimmt nicht mehr so leicht ist, noch mit einer eigenständigen Inszenierung zu dienen. Für Albert Pintó stellt „Malasana 32“ erst der zweite Langfilm dar und er bedient hier eigentlich nur die bekannten Klischees, macht das aber in einer souveränen Art und Weise, dass man damit doch sehr zufrieden sein kann. Türen und Fenster öffnen sich mal wieder von alleine, unheimliche Geräusche sind zu vernehmen und gruselige Gestalten zu sehen. So wenig originell das wirken mag, es wurde sehr stilsicher umgesetzt und besitzt ein paar ungemein spannende Szenen. Wobei der Schauplatz schon etwas eigenständiger wirkt. Meistens sind es Spukhäuser, hier nur eine Spuk-Wohnung, aber der Unterschied ist am Ende nicht besonders groß. Das Spiel mit gewissen Kameraeinstellungen ist auf jeden Fall gelungen und zum Ende hin wird der Horror immer lauter. Wer es gerne etwas subtiler hat, wird leider kaum bedient, denn von Anfang an gibt es eher Jumpscares, als richtige Schockeffekte. Trotzdem sind einige davon wirklich gut gemacht, die Soundkulisse allgemein ist stark und die visuelle Umsetzung des Geistes sieht richtig gut aus.
 
 
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Hier und da haben sich ein paar Längen eingeschlichen, weil oftmals jede Szene erneut seine Stimmung aufbauen muss und der Fluss deshalb immer wieder unterbrochen wird. Erst im Finale, welches gekonnt auf zwei Schauplätze aufgeteilt wurde, ändert sich dies. Dass das manchmal etwas an Spannung vermissen lässt, liegt sicher auch an den etwas mageren Figuren. Zwar ist die Familie nicht unsympathisch, aber sie erhalten leider keinen richtigen Hintergrund. Da werden zwar Andeutungen gemacht, doch insgesamt bleibt das etwas zu belanglos. Zum Glück sind die Darsteller aber allesamt brauchbar und die deutsche Synchronisation ist ebenfalls hochwertig ausgefallen. So wie eigentlich die gesamte handwerkliche Arbeit. Die Schauplätze sind zwar begrenzt, machen jedoch genügend her und teilweise gibt es auch einige Effekte zu sehen. Nur wenn man den Faden am Schaukelstuhl als Zuschauer schon erkennen kann, ist das ein Fehler, den man hätte vermeiden können.
 
 
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MALASAÑA 32 – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Malasana 32“ kann nicht mit dem Gruselterror eines „The Conjuring“ dienen und ist auch nicht so fantasiereich wie „Poltergeist“, macht aber dennoch Spaß. Der Horror setzt mehr auf laute Jumpscares, doch die Atmosphäre besitzt durchaus ihre Bedrohlichkeit. Die Story gewinnt hinterher noch an Tiefe, nur die Charaktere tun dies leider kaum. An der handwerklich soliden Arbeit ändert das nichts und ein paar Szenen sind auf jeden Fall einprägsam genug, um nicht sofort wieder aus den Gedanken zu verschwinden. Zusätzlich agieren die Darsteller passend und die 105 Minuten Laufzeit vergehen im Endeffekt zügig. Wer also vom Haunted-House-Thema nicht genug bekommen kann, sollte sich „Malasana 32“ nicht entgehen lassen!
 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Zensur

 
 
 
„Malasaña 32 – Haus des Bösen“ hat kaum Gewaltmomente zu bieten und bietet eher psychologisches Grauen. Der Film hat eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) STUDIOCANAL (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Malasaña 32; Frankreich | Spanien 2020

Genre: Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.10.2021

 

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MALASAÑA 32 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Conjuring (2013)

Insidious (2010)

Poltergeist (1982)

Filmkritik: „Amityville II – Der Besessene“ (1982)

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AMITYVILLE II – THE POSSESSION

Story

 
 
 

Familie Montelli zieht in das aus AMITYVILLE HORROR bekannte schlimme Haus im Staate New York. Im Keller des Anwesens wohnt ein unfreundlicher Untermieter – ein Dämon. Der kommt des nächtens aus dem Versteck und poltergeistert durch die Räumlichkeiten. Sonny, der 17jährige Filius des Hauses, hat eine besondere Antenne fürs Okkulte und wird zum unfreiwilligen Erfüllungsgehilfen des Bösen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Kritik

 
 
 
Im Feld der befremdlichen Fortsetzungen der größten Horrorfilmhits der Siebziger gilt gemeinhin John Boormans EXORZIST II – DER KETZER als der Rettich mit der Silberkrone. Dessen Ruf ist – teils gar nicht unverdient – so verheerend gaga in seiner heuschreckenschwärmenden Pazuzu-Wahnwitzigkeit, dass andere Klassiker-Sequels mit Hang zum Überschnapp dadurch in Vergessenheit geraten. Womit wir bei „Amityville II – Der Besessene“ wären.
 
 
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Ronald DiFeo und seine bedauernswerte Familie waren – man liest es bereits aus dem Namem heraus – Italoamerikaner. Mit den Montellis des Films hier verbindet sie neben der ethnischen Zugehörigkeit auch das persönliche Glaubenssystem: knackigster Katholizismus natürlich. Mit all seinen Störungen und Schuldzuweisungen ans Individuum. Anzunehmen, dass hier das Interesse exakt derer geweckt wurde, die sich schließlich der Fortsetzung des ersten AMITYVILLE HORROR von 1979 annehmen sollten. Die „echte Backstory“ wird aufgegriffen: Ein Teenager hört Stimmen nachdem seine Familie in eine schicke kleine Holzvilla auf Long Island gezogen ist. Diesen Stimmen folgend greift er zum groben Werkzeug und schlachtet die Verwandschaft ab. In AMITYVILLE HORROR gehen die dämonischen Wesensheiten James Brolin und seiner nach den Bluttaten eingezogenen Familie auf die Nerven.
 
 
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Die Produktion ist zwar US-amerikanisch in Handlung und Drehort, verströmt jedoch aus allen Ritzen das tomatige Oregano-Aroma all der artverwandter Genre-Programme aus Italien. Finanziert vom römischen Filmindustriegiganten Dino De Laurentiis entsteht das Drehbuch unter dem sich im Horror mehr und mehr festigenden Amerikaner Tommy Lee Wallace und dem großen Dardano Sacchetti, der seit Anfang der siebziger Jahre Scripts für jeden von Dario Argento über Lucio Fulci bis hin zu Enzo G. Castellari verfasst hat. Ziel dürfte gewesen sein, die True-Crime-Vorlage ordentlich durch den Italo-Fleischwolf zu jagen und mit Zutaten aus allen artverwandten Werken zu würzen, die so auf dem Plan standen. So kennt und liebt man sie, die schamlosen Kino-Raubknechte der Cinecittà. AMITYVILLE II – DER BESESSENE ist unter deren Ägide folglich nicht bloß das Film-Prequel oder die Origin-Story des berühmten Spukhauses an der amerikanischen Ostküste. Ein kompletter Nebenhandlungsstrang über die Arbeit eines waschechten Exorzisten kommt zum Einsatz. Und taktlose Sleazemomente werden obendrein auch noch serviert, als es zwischen dem jungen Bekloppten und seiner Schwester zu inzestuösen Zärtlichkeiten kommt. Ja, da möchte der Zuseher sogleich Duschen gehen.
 
 
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Der größte Kopfkratzer ist natürlich der Einsatz von Damiano Damiani auf dem Regisseurs-Hocker. Der Filmemacher gilt als ein wahrer Großmeister des politisch ambitionierten Thrillerkinos in Europa und hat einige ganz herausragende Western- und moderne Justizfilme mit gesellschaftskritischer Note in seinem Werksverzeichnis. Was immer den von Haus aus serlösen Mann bewogen hat, die Herstellung eines Gruselschlockers wie AMITYVILLE II – DER BESESSENE zu dirigieren, weiß nur der liebe Gott oder die Mafia. Oh ja, und Burt Young nicht zu vergessen! In der Rolle des Familienvaters sehen wir tatsächlich den glatzköpfigen Taugenichts, der in den ROCKY-Filmen Sylvester Stallones versoffenen Versager-Schwager spielt. Wahrscheinlich einer der Lieblingsdarsteller von Produzent Di Laurentiis.
 
 
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AMITYVILLE II – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Verrückte, effektbetonte Geisterbahnfahrt von Horror-Kleinklassiker-Sequel/Prequel, das es in sich hat. Gedreht von einem waschechten Euro-Autorenfilmer im Auftrag eines bedeutenden Filmproduzenten, nimmt AMITYVILLE II – DER BESESSENE die Merkmale seines Vorgängers, überdreht sie und fügt italienische Exploitation-Schlagseite hinzu. Verwandelt Euer Wohnzimer in ein New Yorker Grindhousekino. Jetzt!
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Zensur

 
 
 
AMITYVILLE II – DER BESESSENE wurde in Deutschland nur in einer um sechs Minuten gekürzten Fassung veröffentlicht. Diese lief im Kino und wurde auch auf VHS und DVD herausgebracht. Nun hat sich NSM RECORDS die Rechte gesichert und brachte die erste Blu-ray mit der kompletten Filmfassung auf den Markt. Erst ungeprüft über das deutschsprachige Ausland im Mediabook. Danach neu geprüft und ab 16 Jahren im KeepCase für die deutschen Kaufhäuser. Die neu geprüfte FSK16-Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville II: The Possession; Mexiko | USA 1982

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Stephen Jones und Kim Newman, Erweiterte Lost Souls Szene, Filmographien, Bildergalerie, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 30.04.2018 | KeepCase: 28.08.2020

 
 
NSM hat 2018 vier limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit August 2020 kann man AMITYVILLE II – DER BESESSENE auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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Amityville 2 – der Besessene [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Amityville 2 – der Besessene [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Amityville 2 – der Besessene [Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Amityville Horror – Wie alles begann (2018)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 

Filmkritik: „Mary“ (2019)

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MARY

Story

 
 
 

Ein Familienvater bringt eine alte Yacht wieder auf Vordermann und fühlt sich von deren Galleonsfigur plötzlich magisch angezogen. Ein Schelm, wer da Böses vermutet.


 
 
 


 
 
 

MARY – Kritik

 
 
 
Auf einer kleinen Segelyacht auf offenem Meer festzusitzen dürfte Horrorvorstellung genug sein. So gab es schon einige Filmemacher, die daraus brauchbares Psychomaterial fabriziert und damit Zuschauer wie Protagonisten an ihre Grenzen getrieben haben. Zuletzt gelang das ROB GRANT mit HARPOON ganz gut. Darin sorgte ein Motorschaden dafür, dass sich drei Freunde auf hoher See an die Gurgel gingen. Doch auch anderer Filme nutzten das begrenzte Set eines Bootes dafür, um klaustrophobische Stimmung heraufzubeschwören und mit psychologischen Horror Herzrasen zu verursachen. Darunter TODESSTILLE oder TRIANGLE – um nur einige sehenswerte Thriller zu nennen. Irgendwo zwischen genannten Produktionen befindet sich auch MARY. Der macht sich ebenfalls die Tatsache zu Eigen, dass aus einem Kutter schnell ein verzwicktes Gefängnis werden kann, wenn man weit draußen auf dem Meer umhertreibt, wo Hilfe lang auf sich warten lässt. Was den Streifen aber von all den oben erwähnten Produktionen unterscheidet, ist der paranormale Einschlag, den sich Drehbuchautor ANTHONY JASWINSKI ausgedacht hat. Letzterer hatte vor einiger Zeit zwei gute Drehbücher abgeliefert und bescherte mit THE SHALLOWS sowie KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN kurzweiligen Adrenalinkick. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen? Denkste! Offenbar verließen Jaswinski beim Drehbuch zu MARY die Geister. Kaum Spannung und alles schon unzählige Male gesehen. Auch Autoren haben mal nen schlechten Tag.
 
 
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Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt bringt den Tod. In MARY dreht sich alles um Vater David (GARY OLDMAN), der ein runtergekommenes Segelschiff bei einer Auktion ersteigert und es wieder fahrtüchtig machen will. Gattin Sarah ist zwar nicht sonderlich begeistert, aber gibt letztendlich klein bei. Einige Wochen später erstrahlt das Boot in neuem Glanz und soll auch gleich ihr erstes Ziel ansteuern. Ausgerechnet zum Bermudadreieck zieht es den Besitzer. Der pfeift auf Warnungen und steuert samt Familie sowie Bekannten der Gefahr entgegen. Doch das Teufelsdreieck im Atlantik soll das kleinere Übel bleiben. Auf der restaurierten Yacht geht es bald nicht mit rechten Dingen zu. Der Freund der älteren Tochter scheint von unsichtbaren Mächten besessen und auch Nesthäkchen Mary verhält sich auf einmal alles andere – nur nicht normal. Da bekommt es das Familienoberhaupt verständlicherweise mit der Angst zu tun. Alles nur Einbildung oder waschechter Spuk? MARY nimmt zwar das Finale vorweg, rekonstruiert anschließend die Ereignisse in Rückblenden.
 
 
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Etwas Originalität wäre schön gewesen. MARY ist vorhersehbare Gruselware von der Stange, die kein Geheimnis um ihren dünnen Plot macht. Viel zu früh lüftet Regisseur MICHAEL GIO des Pudels Kern und tut sich damit keinen Gefallen. Ja, das Boot ist von einem boshaften Geist besessen, der nur ein Ziel kennt: die Besitzer ins Unglück stürzen. Das passiert Schritt für Schritt ohne dass jemand etwas davon bemerkt. Erst sind es grauenvolle Visionen und Albträume, die Mutter Sarah den Verstand rauben. Später malt der jüngste Spross schaurigen Bilder, auf denen eine dunkle Gestalt zu sehen ist, die schreckliche Dinge anstellt. Viele Zufälle – aber niemand wird stutzig. Willkommen zu einem weiteren dummen Horrorfilm des Jahres 2019.
 
 
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MARY ist eine Aneinanderreihung von Horrorfilm-Klischees, die man in beinahe jedem Geisterfilm zu sehen bekommt. Visionen, Spuk, Besessenheit und 10-kleine-Jägermeister-Prinzip. Am Ende sind fast alle tot. Neue Ideen? Fehlanzeige! Stattdessen läuft alles so ab, wie man es eben aus den vielen Gruselfilmen kennt, die seit den Erfolgen von RING, THE CONJURING oder auch PARANORMAL ACTIVITY viel zu oft über die Mattscheibe geflimmert sind. Das ist ermüdend, zumal sich Drehbuchschreiber ANTHONY JASWINSKI nicht einmal um eine kreative Auflösung bemüht hat. Viele Fragen, kaum Antworten. Stattdessen ein offenes Ende, das im Horrorfilme neuerdings zum guten Ton gehört. Da fragt man sich zu Recht, was Oscar-Gewinner GARY OLDMAN in diesem drittklassigen Horrorfilm zu suchen hat. Der hat im Jahr 2018 eine Oscar-Auszeichnung für seine Hauptrolle in DIE DUNKELSTE STUNDE erhalten und schreit sich nun – mehr schlecht, als recht – durch einen beliebigen Geisterfilm, denn man Stunden später schon wieder vergessen hat. Na hoffentlich hat er sich da nicht unter Wert verkauft.
 
 
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MARY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Plumpes Drehbuch mit null Ideen. MARY ist ein erschreckend vorhersehbarer Film, der nicht ansatzweise seine Schauspieler fordert – ganz geschweige sein Publikum. Das Drehbuch liest sich, als habe sich jemand in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschlossen eine Geistergeschichte zu Papier zu bringen, damit daraus ein Gruselstreifen gedreht werden kann. Klingt nach einer weiteren NETFLIX-Produktion – ist aber keine. So hat man in Gedanken erfolgreiche Gruselfilme abgespult und all jene Gruselzutaten zusammengekritzelt, an die man sich erinnern konnte. Etwas AMITYVILLE hier, etwas RING dort – fertig ist Geister-Horror nach Schema F. Damit sich der geistlose Geister-Unsinn von der Masse abhebt, entschied man sich den Ort des Geschehens auszutauschen. So spukt es diesmal nicht in einer Irrenanstalt oder in einem abgelegenen Landhaus – der schnarchende Tod geht diesmal auf einem Kutter umher. Liest sich, wie eine weitere Version des Horrorklassikers DEATH SHIP von 1980. Der war auch keine Sternstunde des Horrorkinos, schlägt MARY aber um Längen. Muss man nicht gesehen haben – auch wenn Schauspieler GARY OLDMAN dabei ist, der sich am Set verirrt haben muss und eine millionenschwere Hollywood-Produktion mit einem Low-Budget-Schnarcher verwechselt hat.
 
 
 


 
 
 

MARY – Zensur

 
 
 
MARY ist ein subtiler Gruselfilm und hat kaum Gewalt zu bieten. Letztere spielt sich im FSK16-Bereich ab. Man darf genau mit dieser Freigabe rechnen.
 
 
 


 
 
 

MARY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Ghost Ship (2002)
 
Dead Water (2019)
 
Deadwater (2008)
 
Death Ship (1980)
 

Filmkritik: „Girl on the Third Floor“ (2019)

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GIRL ON THE THIRD FLOOR

Story

 
 
 

Kleines Heim in idyllischer Lager macht es seinen neuen Bewohnern nicht leicht. Es hat ein Faible für moralische Prüfungen und nimmt die neuen Eigentümer hart in die Mangel.


 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Kritik

 
 
 
Was wäre das Horror-Genre nur ohne seine Spukhäuser. Seit Jahrzehnten tummeln sich darin paranormale Quälgeister, die nur ein Ziel haben: den noch lebenden Bewohnern das Leben zur Hölle zu machen. Ob luxuriöses Apartment in der Großstadt, familiengerechte Herberge in familienfreundlicher Gegend oder stattliches Herrenhaus irgendwo auf dem Land – Dämonen und Geister sind nicht wählerisch und nehmen was kommt. Das freut den Zuschauer, der sich vor allem dann besonders die Hände reibt, wenn sogenannte Haunted-House-Horrorfilme auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen. So hat beinahe jedes tatsächlich existierende und halbwegs bekannte Spukhaus bereits eine eigene Verfilmung erhalten. Darunter so furchteinflößende Schauerbuden wie die Horror-Behausung im idyllischen Amityville oder das unheimliche Winchester-Haus in San Jose. Letzteres wird sogar heute noch als eines der nennenswertesten Wahrzeichen Kaliforniens gehandelt. Sachen gibts über die kann man nur mit dem Kopf schütteln.
 
 
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Nicht minder gruselig, aber leider ohne realen Background ist das Heim im nun vorgestellten GIRL ON THE THIRD FLOOR. Auch dieser Streifen macht es den meisten Spukhausfilmen gleich und klappert die Mehrzahl der gängigen Haunted-House-Klischees ab. Wir sehen: knarzende Türen, unheimliche Schatten und seltsame Erscheinungen. Nichts Neues also von der Gruselhaus-Front. Ungewöhnlich ist hingehend die Besetzung. Wrestler CM Punk hat die Hauptrolle übernommen und meistert seine Aufgabe zu aller Überraschung erstaunlich gut. Der verkörpert im Film den arbeitslosen Don, der in der Vergangenheit nicht immer ehrenhaft gehandelt hat. Doch damit soll nun endlich Schluss sein. Zusammen mit der schwangeren Gattin will der einen Neuanfang starten und bezieht ein Haus in guter Lage, dass er ganz allein beginnt zu renovieren. Bald geht es aber dort nicht mit rechten Dingen zu. Erst läuft Glibber aus Wänden, Steckdosen und Wasserhähnen. Später schaut eine mysteriöse Schönheit vorbei, die dem neuen Eigentümer den Kopf verdreht. Der landet mit der attraktiven Femme fatale im Bett, ohne zu ahnen, dass er damit eine unheimliche Kette von Umständen in Gang tritt, die ihm den Verstand rauben wird.
 
 
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GIRL ON THE THIRD FLOOR ist weder Fisch noch Fleisch, weder Rohrkrepierer noch Glücksgriff. Der Grund: alles schon mal irgendwie so ähnlich gesehen. Déjà-vu-Gefühle bleiben da nicht aus. Dennoch sind ein paar gute Ideen vorhanden. So beginnt alles haargenau so wie in jedem Spukhausfilm. Eine kleine Familie mit Hoffnungen wagt einen Neuanfang, bezieht ein Haus und nimmt Warnungen der Nachbarn nicht ernst. Als habe man es kommen gesehen, werden Konflikte innerhalb der Familie geschürt und es kommt zu ersten schaurigen Vorkommnissen. Vorhersehbar und platt. Doch Regisseur Travis Stevens erweitert seine Gruselgeschichte durch nette Einfälle, die so auch hätten einem Film aus der Mache von DAVID CRONENBERG entspringen können. Letzterer machte sich bekanntlich durch Body-Horror in Horrorfan-Kreisen einen Namen. Ähnliche Motive finden auch in GIRL ON THE THIRD FLOOR Verwendung. So führt das Haus selbst im Film ein illustres Eigenleben und wird als lebendes Wesen dargestellt, dessen Lebenssaft in Form von Schleim aus den Wänden fließt. Als wäre das alles nicht schon surreal genug, muss Antiheld Don auch noch feststellen, dass hinter dünnen Wänden Fleisch pulsiert. Verrückt und eklig ist das schon irgendwie.
 
 
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Apropos eklig: in Sachen Schauwerte wird einiges geboten. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat handgemachte Spezialeffekte zu bieten, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Da werden Murmeln zweckentfremdet und wandern plötzlich durch den Körper unseres Hauptdarstellers. Zartbesaitete schauen zu Recht weg – vor allem auch deshalb, weil Filmfigur Don mit spitzem Hilfsmittel versucht, die Glaskugeln wieder loszuwerden. Doch das ist nicht alles. Eine obskure Geister-Gestalt mit deformiertem Körper spukt durch das Anwesen. Die erinnert mehr an SILENT HILL, statt an Haunted-House-Horror – verursacht dennoch Unbehagen. Leider ist die nur eine Randfigur und wird beiläufig erwähnt. Damit geht es ihr wie der gesamten Geschichte. Von allem etwas – aber nicht genug. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat gute Ansätze, die aber oft viel zu schnell wieder fallengelassen werden. Anfangs noch um Spannung und Atmosphäre bemüht, lüftet Regisseur TRAVIS STEVENS zu früh das Geheimnis des mysteriösen Anwesens und findet nicht mehr auf den rechten Weg zurück. Da überschlagen sich die Ereignisse und es wird ziemlich wirr. Mehr Geheimniskrämerei wäre angebracht gewesen bevor man die Katze aus dem Sack gelassen hätte. Trotzdem: für eine erste Regiearbeit mit überschaubarem Budget ganz solide.
 
 
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GIRL ON THE THIRD FLOOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Moralischer Selbstfindungstrip der schaurigen Sorte. GIRL ON THE THIRD FLOOR ist ein Low-Budget-Spuk, der durch hohen Standard überrascht. Spezialeffekte, Set und Schauspieler sind über jeden Zweifel erhaben. Was leicht übel aufstößt, ist die etwas undurchdachte Geschichte, die sich annähernd wirr über die Zielgerade schleppt. Regisseur TRAVIS STEVENS erzählt hier von einem Haus, das ein Eigenleben führt und seine Bewohner „prüft“. Dass da nicht jeder den Test besteht, dürfte im Horror-Genre nichts ungewöhnliches sein. Übrigens ist TRAVIS STEVENS ein Filmemacher mit Horrorfilm-Erfahrung. Der war bisher als Produzent von Genre-Ware tätig und finanzierte so Streifen wie 68 KILLS, STARRY EYES, AGGRESSION SCALE und WE ARE STILL HERE mit. Letzterer ist auch im Spukhaus-Genre beheimatet und leider aber auch weitaus besser als die erste Regiearbeit von Stevens, der mit GIRL ON THE THIRD FLOOR sein Regiedebüt feiert.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Zensur

 
 
 
GIRL ON THE THIRD FLOOR ist keine Splattergranate. Trotzdem sind einige Spezialeffekte nicht ganz ohne. So gelangt eine Murmel unter die Haut des Protagonisten und sucht sich ihren Weg nach draußen. Der versucht diese mit einem Teppichmesser loszuwerden. Unblutig ist das nicht. Weiterhin gibt es eklige Flüssigkeiten zu sehen, die aus allen erdenklichen Hausöffnungen austreten. Ein paar schaurige Monster runden den Gruselcocktail ab. Hierzulande passt das alles noch für FSK16.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Sky Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Winchester (2018)
 

Filmkritik: „Ashes“ (2018)

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ASHES

Story

 
 
 

Nach dem Tod der Tante scheint es im Leben einer großen Familie drunter und drüber zu gehen. Da passieren plötzlich mysteriöse Dinge, die die Angehörigen um den Verstand bringen.

 
 
 


 
 
 

ASHES – Kritik

 
 
 
Der Amerikaner BARRY JAY liebt Horror. Der gründete 1998 ein Fitnessunternehmen, das bis heute weltweit mehrere Filialen besitzt und ordentlich Geld auf das Bankkonto des Geschäftsmanns spült. Ein Segen für den selbsternannten Horrorfilmfan, der schon als Kind eine Leidenschaft fürs Genre entwickelte. Mittlerweile sind Träume Realtität. Durch die Einnahmen kann der erfolgreiche Tausendsassa nämlich sein Hobby finanzieren. Dazu gehören das Schreiben und Produzieren von Horrorfilmen. So entstand bereits Brauchbares. Zuletzt der Fanfilm NEVER HIKE ALONE für den BARRY JAY das Budget beisteuerte und der als liebevolle Hommage an die beliebte FREITAG DER 13.-Filmreihe sogar Preise abstauben konnte. Doch das Finanzieren von Filmen allein reicht dem ambitionierten Cineasten schon lange nicht mehr. Der probiert sich seit einiger Zeit auch im Führen von Regie aus. ASHES gehört zu einer dieser Regiearbeiten, die mehr kann, als das billige Poster verspricht.
 
 
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Eigentlich ist die Familie in ASHES ein ganz heiterer Haufen. Drei Generationen leben hier unter einem Dach, kommen sich aber so gut wie nie in die Quere. Das ändert sich schon bald, denn ein Schicksalsschlag zieht schnell weite Kreise. Tante Marion (MELINDA DEKAY) stirbt ganz unverhofft – doch so keiner ist wirklich traurig darüber. Ganz unbegründet ist das natürlich nicht. Zu Lebzeiten war die alte Frau mit ihren Marotten eher Ballast und mauserte sich schnell zum Gespött der Familie. Umso verständlicher die Tatsache, dass nun keiner weiß, was mit der Asche der Verstorbenen gemacht werden soll. Vergraben will man die Überreste nicht und auch im Haus will sich partout kein Platz dafür finden. Da passieren bald seltsame Dinge. Die Großmutter erleidet einen Schlaganfall, die älteste Tochter verliert das ungeborene Kind und auch Mutter Ellyn leidet unter Albträumen. Da fällt der Verdacht bald auf höhere Mächte. Schnell ist man überzeugt davon, dass sich offenbar die verstorbene Tante aus dem Jenseits für die vielen Schandtaten rächen möchte, die ihr die Familienmitglieder einst angetan haben. Ein Hexenbrett soll die Bestätigung liefern. Doch wie so oft im Horrorfilm kommt alles ganz anders.
 
 
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Eine schrecklich nette Familie. Könnte man meinen, wenn man die ersten 30 Minuten von ASHES verfolgt. Darin bekommt man sympathische und teils durchgeknallte Persönlichkeiten vor die Linse, von denen man meinen könnte sie schon eine Ewigkeit zu kennen. Die sprechen in Interviews über paranormalen Erfahrungen und nehmen die Sache spaßig. Doch denen vergeht schon bald das Lachen. Aus ALLE UNTER EINEM DACH wird plötzlich PARANORMAL ACTIVITY und der Ton ändert sich schlagartig. Was als schwarze Komödie beginnt, entwickelt sich abrupt zum spaßfreien Horrorszenario. Spuk, Besessenheit und jede Menge Tohuwabohu – ASHES gehört wohl zu den eigensinnigsten Horrortrips der aktuellen Saison, weil man einen solch unvorbereiteten Richtungswechsel nicht kommen gesehen hat. Für günstigen Videomarkt-Horror ungewöhnlich experimentell und mutig.
 
 
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Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY holt alles aus dem mageren Budget von knapp $200,000 heraus. Die Schauspieler agieren für eine Low-Budget-Produktion bemerkenswert souverän und auch in Sachen Dramaturgie tut sich was. Aus einer kleinen, beinahe schon trivialen Geschichte entwickelt sich ultimativer Horror, der sich kontinuierlich steigert und in einem lauten Effektgewitter endet. Dabei versucht der Filmemacher Hintergründe möglichst lang zu verschleiern. Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich? Gibt es plausible Erklärungen oder steckt hinter dem ganzen Gruselschabernack vielleicht doch eine übernatürliche Präsenz. ASHES macht seine Sache gut und liefert brauchbaren Schauer, der übrigens von wahren Ereignissen inspiriert wurde.
 
 
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Nun ja, ganz so reißerisch wie im Film hat sich alles natürlich nicht zugetragen. Vielmehr erklärte Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY, dass der Tod seiner Tante Marion die Idee für ASHES geliefert hat. Wie im Film kam der Tod der Familienangehörigen ganz überraschend. Die Schwester des Filmemachers war die nächste Verwandte, bekam die Asche ausgehändigt – konnte aber mit den Überresten nichts anfangen, weil sie zu der Tante keine enge Verbindung hatte. Demzufolge versteckte sie die Asche in einer Kommode. Es folgten seltsame Ereignisse, die aber weitaus harmloser waren, als im Film geschildert. Offenbar beflügelten diese die Fantasie des Regisseurs. Letzterer setzte sich an einen Tisch und schrieb die Geschichte zu ASHES. Dabei ließ er sich von seinen Lieblingsfilmen DRAG ME TO HELL und EVIL DEAD inspirieren. Von letztem hagelt es Verweise im Film. So sehen wir immer wieder ähnliche Kamerafahrten wie im Kult-Horror aus der Mache von SAM RAIMI. Der damals noch unbekannte Filmemacher baute irre Kamerafahrten in seine Splatter-Orgie ein, die bis heute viele Nachahmer gefunden haben. So dürfte es wohl so einige Dämonenfilme geben, die nicht mindestens über jene kurze Szene verfügen, in der ein Dämon in Egoansicht durch Hütten oder Wälder saust. ASHES zumindest kopiert fleißig, verleugnet aber nicht die Leidenschaft seines Machers zum Horror-Genre. Eine ehrliche und ambitionierte Regiearbeit.
 
 
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ASHES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein wilder Mix aus Mockumentary, schwarzer Komödie und Hexenbrett-Horror. Der Produzent des Jason-Voorhees-Fanfilms NEVER HIKE ALONE dreht nun selbst Filme. Herausgekommen ist ASHES – ein unabhängiger Schauertrip, der wilde Wendungen und makabere Späße in petto hat. ASHES zeigt, wie das Verhältnis einer Familie durch mysteriöse Ereignisse auf eine Probe gestellt wird. Das Gebotene ist zwar nicht frei von Fehlern und hat ab und an Längen. Dafür entschädigen gute Schauspieler und ein effektreiches Finale. Wer auf Geisterkram mit Besessenheitsunsinn steht, dürfte an ASHES Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Zensur

 
 
 
ASHES hat kaum Gewaltszenen zu bieten. Eine Figur schneidet sich die Pulsadern in der Badewanne auf. Ansonsten spielt sich gewalttechnisch alles eher im Hintergrund ab. ASHES legt Wert auf subtilen Schauer. Ein Grund, der dem Filme eine FSK16 bescheren könnte – insofern der Streifen in Deutschland überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Killer Therapy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ouija Experiment (2011)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 

Filmkritik: „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ (1999)

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ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT

(STIR OF ECHOES)

Story

 
 
 

Nachdem ein Familienvater sich hypnotisieren ließ, wurde eine Tür in ihm geöffnet und nun wird er von Visionen geplagt, die mit einem schrecklichen Ereignis zusammenhängen.

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Kritik

 
 
 
1999 gab es gleich zwei richtig starke Geisterhorrorfilme. Doch während „The Sixth Sense“ ein ungemeiner Erfolg wurde, konnte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ sich nicht zum Kultfilm entwickeln. Das ist eigentlich unberechtigt, bekommt man hier doch einen wirklich guten Film geboten, der nicht zum Spuk-Einheitsbrei gehört.
 
 
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Familie Witzky lebt ein zufriedenes Leben. Eines Abends lässt sich Vater Tom auf einer Party zum Spaß hypnotisieren, doch etwas geht dabei schief. Plötzlich wird Tom von Visionen und Erscheinungen geplagt. Noch beunruhigender ist jedoch, dass selbst der kleine Sohn scheinbar Dinge sieht, was für ihn aber normal erscheint. Umso länger die Visionen von Tom andauern, desto mehr steigert er sich in einen Wahn hinein, denn er will unbedingt wissen, was hier Sache ist.
Das Drehbuch basiert auf einem Roman und erzählt eine ganz normale Geistergeschichte. Nichts an „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist besonders kreativ oder originell. Dafür funktioniert die Story aber ausgesprochen gut, denn sie ergibt einen Sinn, wird schlüssig aufgelöst und lässt den Zuschauer schön miträtseln. Es gibt nämlich immer wieder Anhaltspunkte, um darauf zu kommen, was hier gespielt wird und da braucht es am Ende gar keinen großen „Wow“-Effekt, um überzeugen zu können. Die kleinen Details werden schön eingebaut und am Ende ist das einfach ein Drehbuch, welches von vorne bis hinten bestens funktioniert.
 
 
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Es liegt allerdings besonders an Kevin Bacon, dass „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ so gut funktioniert, denn der liefert hier sehr gut ab. Bacon stellt seinen Wahn ideal dar, bleibt dabei jedoch stets sympathisch und manche Szenen sind schon sehr intensiv gespielt. Doch auch Kathryn Erbe macht als seine Film-Ehefrau eine durchaus gute Figur. Sogar der kleine Zachary David Cope ist für sein Alter echt gut und spielt das niemals nervig. In Nebenrollen überzeugen Illeana Douglas und Kevin Dunn. Die Besetzung nimmt die gute Figurenzeichnung dankend an, denn in diesem Film gibt es nicht zu viele Klischees. So ist es schön, dass Tom trotz seines Wahns niemals gewalttätig wird und Maggie sich der Sache nicht komplett verschließt. Die Charaktere handeln glaubwürdig und das macht ein Mitfiebern für den Zuschauer erst so gut möglich. Eine gute Entscheidung war es auch, dass Jake als kleines Kind zwar mit eingebaut wurde, der Fokus jedoch nicht so sehr auf ihm liegt. Wenn es dann zur Auflösung kommt, kann man die Figuren noch immer halbwegs nachvollziehen und das ist erfreulich.
 
 
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Daneben lebt „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ aber auch von der durchaus passenden Inszenierung. Hier wird nicht so viel Wert auf Schockeffekte gelegt, selbst wenn man sich ab und zu mal erschrecken kann. Die Atmosphäre, welche aufgebaut wird, hat es in sich, denn obwohl es niemals zu nervenzerreißend wird, besitzt der Film seine düstere, unheimliche Stimmung, die gekonnt ausgebaut wird. Regisseur David Koepp inszeniert das Treiben relativ ruhig, baut aber auch immer mal kleine Spielereien mit ein. Wie man z.B. die Hypnose bildlich dargestellt hat, ist sehr gelungen. Doch auch die kleinen Visionen wurden stark bebildert. Obwohl man es dabei mit einem Horrorfilm zu tun hat, legt es der Film gar nicht so sehr auf Horror an. Es gibt nämlich einige Drama-Elemente und im Endeffekt ist das sogar eher ein Krimi. Der Aufbau funktioniert bestens und die 90 Minuten Laufzeit vergehen sehr schnell. Es gibt keine große Einleitung und hinterher wird immer mehr an der Spannungsschraube gezogen, bis es im Finale sogar noch eine kleine Portion Action gibt. Nebenbei ist erfreulich, dass hier ohne viele Effekte ausgekommen wird und der Score rundet das positive Gesamtbild ordentlich ab.
 
 
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ECHOES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ darf sich kleiner Klassiker des Geisterhorrors nennen, denn er funktioniert selbst 20 Jahre nach Erscheinen noch wunderbar. Die Handlung wird schlüssig und interessant erzählt, die Darsteller sind toll und die Figurenzeichnung kommt ohne Unglaubwürdigkeiten aus. Zusätzlich wurde alles schön unheimlich inszeniert und eine richtige Stärke ist die Atmosphäre, denn diese reicht von entspannt bis hin zu richtig unheimlich. Es ist kein lauter Spuk, sondern eher ein subtiler, der edel erzählt wird. Selbst nach mehrmaligem Schauen unterhält das noch sehr gut und wirklich kein Fan vom Grusel sollte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Zensur

 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist eher ein subtiler Gruselfilm. Deshalb erhielt der Film bereits für die Kinoauswertung eine ungeschnittene FSK16. Gleiches folgte für die Auswertung auf DVD. Die nun erhältliche Blu-ray besitzt auch den blauen FSK16-Sticker.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover A)

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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stir of Echoes; USA 1999

Genre: Horror, Mystery, Thriller,

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 2 Cover-Auflagen

Extras: Booklet, Audiokommentar, Interviews, Making of, Trailer

Release-Termin: 11.07.2019

 

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook A [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook B [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes 2 – Stimmen Aus Der Zwischenwelt (2007)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Jessabelle (2014)
 
White Noise (2005)