Filmkritik: „Die Insel der Ungeheuer“ (1976)

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DIE INSEL DER UNGEHEUER

(THE FOOD OF THE GODS AND HOW IT CAME TO EARTH | THE FOOD OF THE GODS)

Story

 
 
 
Chemikalien blubbern aus dem Boden einer Insel vor Kanadas Küste und werden vom gottesfürchtigen alten Farmerehepaar Skinner mit einem Geschenk von ganz oben verwechselt. Sie verfüttern den üblen Stoff an ihr Nutzvieh, Hühner bevorzugt, und werden hernach Zeugen von deren Riesenwachstum. Hallelujah! Footballspieler Morgan (Marjoe Gortner) nebst Mannschaftskollegen, ein schwangeres Pärchen (Tom Stovall und Belinda Balaski, sie aus PIRANHA, also erfahren mit Tierhorror), ein Hundefutterfabrikant (Ralph Meeker) und eine Wissenschaftlerin bereisen die Insel mit den unterschiedlichen Absichten auf den Seelen. Die kommerzielle des Pressfleischherstellers ist davon die offensichtlichste und abstoßendste. Nun haben in der Zwischenzeit mannshohe Nagetiere das Regiment übers Eiland unternommen. Die ungleichen Leidensgenossen verschanzen sich im Haus der Skinners und stehen mitten im Krieg gegen die Riesenratten.

 
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Kritik

 
 
Mr. BIG. Initialen des Bert Ira Gordon, die sich ihr Besitzer zum Markenzeichen machen sollte. Größer, monströser, wilder. Eine haarige Spinne (DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE, 1958), die durch in der Highschool-Turnhalle gespielte Rock ’n’ Roll Musik wächst und wächst, mutierte Zyklopen mit nicht zu leugnendem Aggressionsproblem (DER KOLOSS, 1957) oder eben die Kreaturen aus Wald und Flur im heute behandelten Schlockbomber DIE INSEL DER UNGEHEUER, Gordons sehr freier und verknappter Interpretation einer Geschichte von Fantasy- und Sci-Fi-Urvater H.G. Wells. Für Adaptionen des klassischsten aller Science-Fiction-Autoren war der Amerikaner ein Spezialist. Das erkannte man auch bei der Kult-Autokino-Filmschmiede American International Pictures und erteilte Mr. Big den Auftrag, seine preisgünstigen und trotzdem überzeugenden Fähigkeiten doch in eine etwas zeitgemäßere Verpackung zu wickeln. Der Film wurde zu AIPs erfolgreichstem Produkt der Saison und sein Regisseur wird, so Gott will, zur Belohnung für seinen Output hundert Jahre alt werden. Lang ist das nicht mehr hin.
 
 
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Hauptdarsteller Marjoe Gortner ist geschlagen mit einer Optik zwischen David Hasselhoff, Mike Krüger UND Thomas Gottschalk, also gleich beiden Supernasen. Auch sonst ist er ein außergewöhnlicher Mensch. Kein Eintrag seiner Filmographie kann guten Gewissens mit dem – wie wir Psychologen wissen – problematischen Wörtchen „normal“ gekennzeichnet werden. Da gab es Riesenvieh-Horror wie den Film, über den Sie gerade lesen, einen fiesen Auftritt im Seventies-Mainstream-Katastrophen-Reißer ERDBEBEN oder einen ebenso geisteskranken wie budgetschwachen KRIEG DER STERNE-Raubfilm namens STAR CRASH. Der natürlich aus Italien kommen musste. In dem spielt sogar der junge Hasselhoff selbst mit. Schwer auseinander zu halten, diese beiden permanent brünstigen Afro-Elche. Seinen größten Auftritt hat der charismatische Knallkopf aber in einer legendären Dokumentation. In MARJOE führt Gortner vor, wie er als Kinderprediger jahrelang frenetisch-gläubige Kirchengemeinden in den amerikanischen Südstaaten um ihr Erspartes brachte. Als junger Kerl, vom eigenen Vater um die Beute aus der evangelikalen Gläubigenmelkung gebracht, lebte er halbjährlich als Hippie in Kalifornien und zog das andere halbe Jahr zurück in den Süden, wo er den Hinterwäldlern gegen bare Münze das Seelenheil aufbesserte.
 
 
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Der „Golden Turkey Award“ der Gebrüder Medved – ging in ihrem Buch (also der ersten Sekundärliteratur zum Phänomen Trash-Kino) auch an „Die Insel der Ungeheuer“. Ausgezeichnet wurde er als der mieseste Rattenfilm. Kann man das so unterschreiben? Bedingt. Rattenfilm ist das Kleisterwerk sowieso erst in seiner zweiten Hälfte, der sparsamen und leider merklich entschleunigten Belagerungssequenz. Entschleunigt aber nur dann, wenn Marjoe nicht brüllend durchs verranzte Gehöft rennt und unintelligent Getier aufscheucht. Vorher ist der Film ein brillanter Lehrfilm für angehende Tricktechniker. Behandelt wird die Frage, wie man analoge Spezialeffekte besser nicht zur Schlussmontage in den Schneideraum gibt. Wir sehen den kernigen Star im Kampf gegen einen riesenhaften Gockel. Damit ist ausnahmsweise wirklich das Vogelmännchen gemeint. CGI gab’s noch lange nicht. Was es aber auch 1976 schon gegeben hätte, heißt Sorgfalt. Die hat man aber im Auto gelassen und so ist der Kampfhahn ein Konstrukt aus Pappe und Federn, dessen sich der lockige Landpfarrer erwehren muss. Es ist wundervoll. Ratten durfte der FX-Pappdeckelrührer auch basteln – aber nur für die Nahaufnahmen und die Angriffe der fiesen Beißer. Man stelle sich die armen Produktionshelfer vor. Dunkelheit, nasses Matschwetter auf einer versprengten Insel vor British Columbia. Endloses Knien, dann zottige Riesenrattenköpfe in das Auto eines gleich totgebissenen Landwirts schieben. Liebe Leser, diese Production Assistants sind für Ihre Unterhaltung durch den Morast gekrochen. Die Methode der Rückprojektion wird ebenfalls ausgiebig genutzt. Killerwespen, natürlich auch per Videoschnitt aufgeblasen, und weitere Ratten werden an die Wand gestrahlt. Die tapferen Humanoiden bekämpfen dann diese Wände. Das sieht so beknackt aus, wie es klingt. So fünfzehn Dollar mehr hat dann das nachträgliche Reinkopieren der Bestien in das fertige Filmmaterial gekostet. Mehr definitiv nicht. Woran nicht gespart wurde, war Kunstblut. Man tobt sich regelrecht aus. Stellenweise erinnert das Geschäume an den US-Frühsplatter von Herschell Gordon Lewis. Warnung: Eine American Humane Association gab es in ihrer heutigen Form noch nicht und so werden leider auch echte Ratten in den Tierhimmel befördert. Also nix für Halter von Haustiernagern, der Film. .
 
 
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DIE INSEL DER UNGEHEUER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
DIE INSEL DER UNGEHEUER versucht den Brückenschlag zwischen einem klassischen Genre für Trashliebhaber, dem Fifties-Monsterfilm nämlich und der härteren Horrorshow der Siebziger. Das Experiment gelingt in Ansätzen sogar so, wie es sich die Macher gedacht haben dürften, unterhält aber noch mehr durch seinen Nostalgiewert. Der setzt sich, wenn heute unter die Lupe genommen, aus den gebündelten Geschmacklosigkeiten beider Jahrzehnte zusammen und trifft ins Schwarze. Dazu die Besetzung. Neben Prediger-Unikum Gortner schlafwandelt Film-Noir-Idol Ralph Meeker als derber Kapitalist durch das Skript und die fromme Mrs. Skinner wird von Ida Lupino gegeben. Die gilt als eine der ersten unabhängigen Regisseurinnen Hollywoods und dürfte sich in jungen Jahren auch nicht dabei gesehen haben, irgendwann als Chemikalie verkauften Pudding an Hühner zu verfüttern.
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Zensur

 
 
 
DIE INSEL DER UNGEHEUER erschien zur Veröffentlichung auf VHS-Kassette mit einer Freigabe ab 16 Jahren und war ungeschnitten. Auf DVD wurde der Tier-Horrorfilm in Deutschland nie veröffentlicht. Das hat sich aber im HD-Zeitalter geändert. Das österreichische Label NSM hat sich dem Klassiker angenommen und ihm eine würdige Blu-ray-Veröffentlichung spendiert. Die nun erhältliche Blu-ray Disc aus dem Hause NSM RECORDS ist ebenfalls ab 16 und absolut ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover F)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover G)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Food of the Gods; USA 1976

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann, Super-8-Fassung, deutscher Trailer (Recut), Originaltrailer (Recut) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 24-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook (Cover A-G): 08.05.2020 | BD-KeepCase: 25.06.2021

 

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover F] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DIE INSEL DER UNGEHEUER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Village of the Giants (1965)
 
Die Stunde der Ratte (1989)
 
In der Gewalt der Riesenameisen (1977)
 

Filmkritik: „Growl – Er riecht Deine Angst“ (2019)

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GROWL – ER RIECHT DEINE ANGST

(CUERDAS | PREY)

Story

 
 
 
Wie gefährlich ein tollwütiger Hund werden kann, muss die querschnittsgelähmte Elena am eigenen Leib erfahren. Kann sie sich gegen das aggressive Tier verteidigen?
 
 
 


 
 
 

GROWL – Kritik

 
 
Neben zahlreichen Insekten-Variationen, gehört der Hund wohl zum beliebtesten Geschöpf, wenn es um Tierhorror geht. Das Subgenre hat ein paar Klassiker wie „Cujo“ hervorgebracht und wird gerne variiert, aber so bodenständig, wie es in „Growl – Er riecht Deine Angst“ zur Sache geht, sieht man Hundehorror auch nicht alle Tage. Obwohl das begrüßenswert ist, stellt sich der Film damit teilweise leider selbst ein Bein.
 
 
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Seit einem Autounfall ist Elena querschnittsgelähmt und die Lust am Leben hat die junge Frau ebenfalls verloren. Ihr Vater versucht ihr so gut wie möglich zu helfen, aber die Beziehung ist schon seit langer Zeit sehr angespannt, was mit der Vergangenheit zu tun hat. Elena bekommt einen belgischen Schäferhund an ihre Seite gestellt, der sie unterstützen soll, außerdem hat ihr Vater ein Haus auf dem Land präparieren lassen. Doch als sich der Hund mit einer gefährlichen Krankheit infiziert, wird er plötzlich sehr aggressiv und schon bald ist Elena auf sich alleine gestellt.
Die Prämisse einen tollwütigen Hund gegen eine junge Frau, die im Rollstuhl sitzt, antreten zu lassen, klingt vielversprechend, aber auch schwierig. Da braucht man schon eine menge Ideen, um ein solches Szenario interessant zu halten. Genau hier liegt dann auch die größte Schwäche von „Growl“, denn diese Vielzahl an Ideen hatte man nicht. Man baut noch ein paar surreale Ebenen mit ein, aber es ist nicht schwer zu erkennen, dass diese lediglich zum Strecken dienen. Die Hintergrundgeschichte hätte man jedenfalls auch anders erzählen können. Immerhin war man hier bemüht und hat sich etwas einfallen lassen. Außerdem ist es nicht verkehrt, dass der Zuschauer nur stückchenweise Informationen erhält, denn so weiß man nach der Einleitung noch längst nicht alles über die vergangenen Geschehnisse.
 
 
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Sowieso ist der gesamte Anfang vielversprechend. Das erste Drittel baut sich langsam auf und wirkt alles andere als stumpf. Da bekommt das Drama überraschend viel Platz eingeräumt und vor allen Dingen wirken die wenigen Figuren sehr glaubwürdig. „Growl“ kommt mit nur vier Darstellern aus und lediglich Paula del Río bekleidet eine Hauptrolle. Sie macht ihre Sache doch sehr brauchbar und mimt das alles relativ glaubwürdig. Die anderen Darsteller sind ebenfalls solide, aber man sieht nicht viel von ihnen. Natürlich wäre da dann noch der belgische Schäferhund, der für den Horror sorgen soll. Es ist immer erfreulich, wenn man mit echten Tieren arbeitet und nicht irgendwelche Computeranimationen zu sehen bekommt. Der Hund wurde gut dressiert und liefert ab, allerdings erweckt der Begriff Hundehorror dann doch etwas zu hohe Erwartungen, denn der Hund steht gar nicht mal so oft im Fokus und sorgt eher nur für die bedrohliche Prämisse. Wenn der Schrecken startet, konzentriert man sich auf ihn, aber danach kann er nur noch mal im Finale einen Eindruck hinterlassen. Das ist leider etwas zu wenig.
 
 
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Sowieso fällt Regisseur und Mitschreiber am Drehbuch José Luis Montesinos nicht genug ein, um das Treiben interessant zu halten, weshalb der Unterhaltungswert nach dem ersten Drittel auch relativ schnell sinkt. Es ist nicht besonders spannend Elena minutenlang dabei zu verfolgen, wie sie mit ihrem Rollstuhl durch die Wohnung fährt. Wenn dann sogar noch eine weitere Figur auftaucht, wird diese zu schnell verpulvert. Hier hätte man für mehr Spannung sorgen können. Das Finale bekommt dann zwar zum Glück wieder die Kurve, doch der gesamte mittlere Teil ist viel zu arm an Highlights. Es geschieht nicht viel, das Tempo ist zu gering und ob man den Nebenstrang um die verstorbene Schwester nun gut findet oder nicht, stellt wohl am ehesten Geschmackssache dar.
 
 
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Die Inszenierung ist allerdings nicht verkehrt und rein qualitativ kann „Growl – Er riecht Deine Angst“ schon einen guten Eindruck hinterlassen. Dass der Film eher simpel und schlicht wirkt, stört bei dem Szenario nicht. Die Schauplätze erfüllen ihren Zweck und die Kamera fängt alles gut ein, selbst wenn sie ruhig etwas dynamischer zur Sache hätte gehen dürfen. Die Atmosphäre ist recht trocken, besitzt keine auflockernden Zutaten und besteht im Endeffekt aus mehr Drama, als gedacht. Dies wäre an sich nicht verkehrt gewesen, nur enttäuscht eben der Horror-Anteil etwas. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt und das Treiben relativ harmlos daherkommt, macht die Sache ebenfalls nicht aufregender. Der meistens recht dezent eingesetzte Score kann allerdings überzeugen.
 
 


 
 
 

GROWL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Growl – Er riecht Deine Angst“ ist wirklich gut gemeint und macht am Anfang viel richtig. So schlicht die Story auch ist, man hat einen funktionierenden Hintergrund eingeräumt, die Figurenzeichnung wirkt niemals zu banal und die Darsteller taugen ebenfalls etwas. Außerdem setzt man einen echten Hund ein, der in ein paar Szenen Eindruck hinterlässt. Nur leider eben in zu wenigen. Im gesamten mittleren Teil steht der Hund völlig im Hintergrund und daraus resultiert dann ab und zu gepflegte Langeweile. Hier hätte es neben mehr Spannung und mehr Action vor allen Dingen mehr Ideen gebraucht. Gute Einfälle waren zwar vorhanden, manche fährt man aber auch relativ konsequent an die Wand. Schade, denn obwohl „Growl“ wirklich sehenswerte Momente besitzt, kommt er so über den Durchschnitt kaum hinaus. Fans des Hundehorrors können aber dennoch einen Blick riskieren, denn gut gemacht ist der Film durchaus!
 
 


 
 
 

GROWL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Growl – Er riecht Deine Angst“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

GROWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cuerdas; Spanien 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 07.05.2021

 

Growl – Er riecht Deine Angst [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GROWL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Rottweiler (2004)
 
The Breed (2006)
 

Filmkritik: „Sharknado 3: Oh Hell No!“ (2015)

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SHARKNADO 3: OH HELL NO!

(SHARKNADO 3)

Story

 
 
 
Bereits zum dritten Mal sorgt der Tornado, gefüllt mit reichlich Haien, für Chaos und der Held Fin nimmt den Kampf abermals auf.

 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 3 – Kritik

 
 
Ohne das Internet, hätte es „Sharknado“ wahrscheinlich nie zu einem solchen Hype geschafft. Dass es mal Filme von der Billigschmiede „The Asylum“ ins Kino schaffen, hätte zuvor wohl auch niemand für möglich gehalten. Aber aufgrund des Hypes war nach dem ersten Teil schnell klar, dass es eine Fortsetzung braucht und ein dritter Teil war auch schnell beschlossene Sache. Die Macher bleiben ihrer Linie treu und sorgen erneut für ganz großen Trash-Quatsch, der sich im Gegensatz zum echt launigen zweiten Teil nun aber ein wenig ermüdet.
 
 
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Fin und April sind endlich wieder offziell zusammen und erwarten sogar ein weiteres Kind. Die globale Krise um die Sharknados ist allerdings noch lange nicht vorbei und die Katastrophen erweitern sich. Niemand kann die Tornados mit Haien gefüllt abschätzen und da Fin, wie auch April zu wahren Experten in diesem Bereich geworden sind, wird ihre Hilfe mehr als je zuvor benötigt. Was soll man mehr zu der Handlung schreiben? Wer die beiden Vorgänger kennt, wird sich um Dinge wie Logik schon längst keine Gedanken mehr machen, denn das wäre auch ein fataler Fehler. Man muss diesen Humbug schlichtweg hinnehmen, wenn man Freude daran haben möchte. Selbstverständlich steht auch „Sharknado 3“ ganz in der Tradition einer Fortsetzung, die nun mal besagt, dass von allem noch mehr her muss. Im Vorgänger gelang es den Machern allerdings etwas besser, denn wenn man sich an den riesigen Quatsch erst mal gewöhnt hat, fällt es schwer, dem Ganzen noch einen draufzusetzen. Um dieses Ziel zu erfüllen, geht es dann sogar noch ins All und das gesamte Drehbuch bietet schier fassungslosen Nonsens, aber eben welchen, an den man sich mittlerweile gewöhnt hat und deswegen fällt der dritte Teil im Vergleich zum Vorgänger auch etwas ab.
 
 
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Dabei scheint die Reihe mittlerweile sowieso eher ein Ansammlung von möglichst vielen Cameo-Auftritten zu sein. Am ehesten gefällt „Sharknado 3“ auch gerade deshalb, weil man hier reichlich viele bekannte Gesichter zusammengetrommelt hat. Das geht soweit, dass sogar Oliver Kalkofe und Peter Rütten, bekannt für das Format „SchleFaZ“, mal kurz durch das Bild huschen. Ansonsten bekommt man z.B. den ehemaligen Kinderdarsteller Frankie Muniz („Malcolm Mittendrin“) zu sehen, der zuvor lange in keinen Film mitgewirkt hatte. David Hasselhoff höchstpersönlich gibt sich die Ehre, Leute wie Mark Cuban, Jerry Springer, Jedward, Jared Fogle und Bo Derek sind zu sehen, werben teilweise für sich oder machen sich einfach kurz zum Affen. Die Anzahl der bekannten Cameos ist schon echt nicht schlecht. Hauptrolle hingegen spielt weiterhin Ian Ziering, der sich an seine Figur gewöhnt zu haben scheint und seine Sache gar nicht mal schlecht macht. Tara Reid nimmt eine etwas kleinere Rolle ein, gehört aber weiterhin fest mit zur Reihe dazu und ein Wiedersehen mit Cassie Scerbo sorgt immerhin für eine gewisse Kontinuität. Die Figurenzeichnung ist natürlich Käse, aber man fühlt sich zumindest wie in einer zusammenhängenden Reihe und das ist schon mal etwas wert.
 
 
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Die Regie blieb bei Anthony C. Ferrante, das Drehbuch stammt erneut aus der Feder von Thunder Levin und somit sind die kreativen Köpfe hinter dem Werk überwiegend dieselben geblieben. Obwohl das eigentlich gut so ist, bermerkt man spätestens bei „Sharknado 3“ schon leichte Abnutzungserscheinungen, denn so sehr man sich auch Mühe gegeben hat, möglichst viele Cameos zusammenzukratzen, so wenig originell geht man mittlerweile mit den Haien um. Diese sind zahlreich vertreten, können den Vorgängern aber nichts hinzufügen. Um dem entgegenzuwirken, setzt man auf ein hohes Tempo. Bereits in den ersten zehn Minuten ist enorm viel los. Erst danach leitet man das Geschehen ein, weshalb die erste Hälfte etwas lahmer ist. Wenn es dann hinterher aber auch noch ins Weltall geht, ist genügend los, um wenigstens nicht zu langweilen. Obligatorisch gibt es die schlechten Effekte, die teilweise aber doch schon etwas aufwendiger aussehen. Allgemein ist das aus rein handwerklicher Sicht gar nicht so mies, wie man erwarten dürfte. Ein bisschen trashiger Humor passt natürlich perfekt und zum Glück nimmt sich das Ganze niemals so ernst, als dass es ärgerlich werden könnte. Zu alle dem gesellt sich ein brauchbarer Score, der auch mit einem netten Soundtrack dient.
 
 
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SHARKNADO 3 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Man hat sich als Zuschauer der Vorgänger definitiv an den Humbug gewöhnt, den diese Reihe bietet und deshalb ist „Sharknado 3“ auch nicht mehr besonders aufregend, aber als Fan dieser Blödel-Trash-Filme kann man dennoch zufrieden sein, denn alleine was an Cameos aufgefahren wird, ist alles andere als unamüsant. Allgemein sind die Darsteller brauchbar, selbst die schlechten Effekte sind teilweise gar nicht so mies und von der Inszenierung her werden schon ein paar Qualitäten geboten. Die Story macht sich jedoch kaum Mühe und abgesehen von ein paar dämlichen Einfällen, wird es hier Zeit für mehr Kreativität. Wenn man jedoch zuvor schon Spaß mit dieser dämlichen Reihe hatte, wird man von „Sharknado 3“ sicher ebenfalls nicht enttäuscht. Wie sich das noch über drei weitere Teile gestalten soll, ist allerdings eine berechtigte Frage.
 
 


 
 
 

SHARKNADO 3 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado 3: Oh Hell No!“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Die Freigabe ist wegen der trashigen und teils überzogenen Inszenierung gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Steelbook – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado 3: Oh Hell No!; USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Steelbook

Extras: Original Trailer, Making Of, Gag Reel, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 19.02.2021

 

Sharknado 3: Oh Hell No! [Blu-ray + DVD im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKNADO 3 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado (2014)
 
Sharknado 2 (2014)
 
3-Headed Shark Attack – Mehr Köpfe = mehr Tote! (2015)
 
Mega Shark vs. Giant Octopus (2009)
 

Filmkritik: „Sharknado 2“ (2014)

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SHARKNADO 2

(SHARKNADO 2: THE SECOND ONE)

Story

 
 
 
Fin und April, die den Sharknado im ersten Teil überlebt haben, bekommen keine Ruhe, denn erneut kommt es zu einer Naturkatastrophe gepaart mit reichlich Biss.

 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Kritik

 
 
Bei dem Erfolg, den der TV-Sender Syfy zusammen mit der Filmgesellschaft „The Asylum“, mit „Sharknado“ hatte, wäre es fast nicht zu erklären gewesen, wenn man keine Fortsetzung produziert hätte. Pünktlich ein Jahr später kam es also zu „Sharknado 2“ und die Regeln einer solchen Fortsetzung besagen eigentlich ganz klar, dass von allem mehr her muss. So ist es dann auch und das Ergebnis macht überraschend viel Spaß.
 
 
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Die Beziehung zwischen Fin und April hat sich seit den Ereignissen aus dem ersten Teil wieder deutlich gebessert. April hat sogar ein erfolgreiches Buch über die Hai-Angriffe geschrieben. Eigentlich wollen die Beiden nur nach New York City fliegen, doch der Flug wird von einem erneuten Sharknado überrascht. Und auch die Großstadt wird bald von mehreren Sharknados getroffen. Abermals müssen sich Fin und April gegen die fliegenden Haie verteidigen. Drehbuchautor Thunder Levin hat auf jeden Fall aus dem ersten Teil gelernt. Dort gab es zwar schon die äußerst schwachsinnige Grundprämisse, aber ansonsten vermisste man ein wenig die absurden Einfälle. Jetzt sind sie aber da und was das Drehbuch auffährt, toppt den ersten Teil auf jeden Fall. Das Ganze macht noch deutlich weniger Sinn. Während man zuvor wenigstens halbwegs versuchte die Haie im Tornado zu erklären, macht es nun den Eindruck, als würden diese ganz einfach dazu gehören. Erfreulich ist allerdings die Selbstironie mit der man an die Sache heranging. So spielt man auch ab und zu mal auf den eigenen Film an und nimmt sich dabei absolut nicht zu ernst. Auch sonst gibt es ein paar Filmanspielungen, weshalb „Sharknado 2“ zu einem kleinen Fest für Filmfans wird. Und die völlig behämmerten Einfälle hat man definitiv nach oben geschraubt.
 
 
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Obwohl man erkennen kann, dass „The Asylum“ bereit war in die Fortsetzung etwas mehr Geld zu investieren, bleibt „Sharknado 2“ natürlich ein billiger Trashfilm mit all den Mängeln, die man aus diesem Gebiet kennt. Immerhin kam der Green-Screen nicht mehr ganz so oft zum Einsatz und mit New York als Schauplatz hat man nicht viel verkehrt gemacht. Die Effekte bleiben selbstverständlich schlecht. So sehen die CGI-Haie erneut völlig künstlich aus, aber bei den Tornados hat man teilweise gar keine so schlechte Arbeit geleistet. Und gerade weil auch nicht alle Splatter-Effekte (von denen es einige gibt) aus dem Computer stammen, kann man sich als Freund des Trashes eigentlich gar nicht so sehr über die Effektarbeit beklagen. Zumindest nicht, wenn man sich immer wieder vor Augen führt, dass dies hier von „The Asylum“ stammt. Die Regie übernahm erneut Anthony C. Ferrante und er macht es eigentlich nicht anders, als im Vorgänger, nur mit dem Unterschied, dass die Atmosphäre dieses Mal mehr punkten kann.
 
 
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„Sharknado 2“ nimmt sich nämlich viel weniger ernst, als noch der erste Teil und spielt die Schwachsinns-Karte gekonnt aus. Dadurch ergibt sich auch mehr Spaß. Diesen hatten scheinbar auch die Darsteller. Ian Ziering bleibt Star des Filmes und kommt erneut sympathisch daher. Tara Reid gehört natürlich auch fest mit dazu und stört ebenfalls nicht. Mit Vivica A. Fox und Kari Wuhrer sind zwei weitere, bekanntere Darstellerinnen mit an Bord und eine Reihe von Gaststars darf selbstverständlich auch nicht fehlen. Der Auftritt von Judd Hirsch ist amüsant, winzig kleine Cameos von Richard Kind, Wil Wheaton und Kelly Osbourne sind ebenfalls nicht verkehrt. Die Darsteller sind auf jeden Fall brauchbar, weil sie gar nicht besonders ernst agieren müssen. Das ist von Vorteil und ebenfalls von Vorteil ist das erneut hohe Tempo. Es geht gleich höchst skurril im Flugzeug los. Ein paar Längen haben sich zwar wieder eingeschlichen, denn man kennt das mit den Haien im Tornado ja nun aus dem ersten Teil bereits. Dafür kommt dann aber das Finale erneut als Highlight daher und hier kann man den Vorgänger ohne Mühe toppen. Was da am Ende für ein Quatsch abläuft, ist schon nicht von schlechten Eltern. Und die Kettensäge fehlt natürlich auch nicht!
 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Wenn man mit „Sharknado“ klar kam, wird man mit der Fortsetzung sicher noch etwas mehr Spaß haben können. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Macher selbstironisch an das Werk herangingen und herrlich doof versuchen sich selbst an Schwachsinn zu überbieten. Das besitzt tatsächlich einen gewissen Charme und wirkt gar nicht so lieblos. Müll bleibt es natürlich trotzdem. Die Effekte sehen selten passabel aus, die Figurenzeichnung ist belanglos und einen Sinn ergibt der ganze Quatsch niemals, aber das stört kaum, wenn man sich über 90 Minuten solide unterhalten lassen kann. Die Darsteller agieren nicht zu nervig, die Story wirkt zielführender, es wird blutig genug und es gibt trotz Längen genügend amüsante Momente. Von daher ist „Sharknado 2“ durchaus besser geworden, als sein Vorgänger und für Freunde moderner Trash-Filme definitiv einen Blick wert!
 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado 2“ ist mit ihrer FSK16-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Steelbook Blu-ray – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado 2: The Second One; USA 2014

Genre: Horror, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: HD-Bonusfilm: Bonusfilm „Mega Piranhas“, Original Trailer, Making Of, Gag Reel, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 04.12.2020

 

Sharknado 2 [Blu-ray + DVD im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 
3-Headed Shark Attack – Mehr Köpfe = mehr Tote! (2015)
 

Filmkritik: „Sharknado – Genug gesagt!“ (2013)

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SHARKNADO – GENUG GESAGT!

(SHARKNADO | DARK SKIES)

Story

 
 
 
Im berüchtigten „Sharknado“ geraten Haie ins Landesinnere und bemerken, dass sie dort viel leichter an Menschenfleisch gelangen, als im Meer.

 
 
 


 
 
 

SHARKNADO – Kritik

 
 
Es war wohl der Filmhype des Jahres 2013: „Sharknado“! Mit Sprüchen wie „schlechtester Film aller Zeiten“ wurde um sich geworfen und die Produktionsfirma aus der Gruft „The Asylum“ konnte sich freuen. Der amerikanische Fernsehsender Syfy sicher auch, denn der gab den Film in Auftrag. Als bei Wiederholungen die Einschaltquote sogar noch stieg, brachte es „Sharknado“ tatsächlich noch ins Kino. Doch woher kommt dieser Erfolg? Trashige Haifilme gab es auch zuvor schon und es scheint so, als wollten die Macher sich gegenseitig immer weiter toppen mit bescheuerten Ideen. Weil die Grundprämisse so absurd klingt, war das Interesse wohl einfach enorm hoch. Dabei bekommt man es aber keineswegs mit einem der schlechtesten Filme aller Zeiten zu tun. Nein, „Sharknado“ besitzt sogar einige Qualitäten, ist nebenbei aber gar nicht mal so abgefahren, wie der Titel es verspricht, weshalb mehr als ein durchschnittliches Trash-Vergnügen nicht drin ist.
 
 
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Ein Tornado zieht auf und er befindet sich auf dem Weg nach Los Angeles. Unterwegs nimmt er mal eben einen russischen Fischkutter mit, in dem sich viele Haie befunden haben. Die befinden sich jetzt alle im Tornado und als dieser in Los Angeles ankommt, wimmelt es im Landesinneren schon bald nur so von diesen Haien. Für eine Gruppe von Menschen, angeführt vom Barbesitzer Fin, beginnt der Kampf ums Überleben. Der Titel erklärt eigentlich schon worum es geht und die Grundidee, eine Naturkatastrophe mit Tierhorror zu verbinden, klingt erst mal gar nicht so verkehrt. Natürlich bietet „Sharknado“ dann völligen Mumpitz. Lustig ist jedoch, dass es 2017 einen Fall in Australien gab, wo ein Hai wirklich durch einen Zyklon an Land gelangte. Das nutzten die Macher natürlich für sich, aber trotzdem bietet einem das Drehbuch absoluten Käse, den man nicht mit Logik betrachten sollte. Leider halten sich die wirklich absurden Ideen dabei aber sogar in Grenzen. Abgesehen vom abgefahrenen Finale, bietet die Story lange Zeit nur die skurrile Grundidee. Ein paar mehr Einfälle dieser Klasse wären jedoch nicht verkehrt gewesen.
 
 
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Wenn man an „The Asylum“ denkt, kommt einem sofort eine katastrophale Qualität in den Sinn. „Sharknado“ ist aber gar nicht mal so schlecht gemacht. Dass die Haie, sowie die meisten Effekte, allesamt aus dem Computer stammen, ist selbstverständlich, aber die CGI-Effekte sehen manchmal sogar halbwegs brauchbar aus. Manche sind natürlich auch peinlich. Dass man ständig einen Farbfilter verwendet hat, um das Unwetter authentischer zu gestalten, war allerdings keine gute Idee, denn dadurch erhält der Film einen sehr künstlichen Touch. Da man sowieso oft vor Green-Screens drehte, passt das hingegen fast schon wieder. Die Inszenierung ist an manchen Stellen gar nicht mal verkehrt. Besonders anfangs und im Finale machen die Szenen etwas her und allgemein hätte man hier mit einer handwerklich viel mieseren Arbeit rechnen dürfen. Überraschend ist auch der Unterhaltungswert, der zuweilen sogar richtig gut sein kann. Das erste Drittel lebt von einem sehr hohen Tempo und es ist immer etwas los. Lediglich im mittleren Teil kommen ein paar unnötige Längen auf, doch das actionreiche Finale entschädigt dafür wieder.
 
 
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Die vorhandenen Längen entstehen am ehesten, weil man sich zeitweise zu sehr auf die Figuren konzentriert, die nun mal nicht die größten Sympathien entstehen lassen. Zwar ist hier niemand als reines Kanonenfutter bzw. Haifutter konzipiert, aber wenn da von irgendeinem Trauma bezüglich Haie gequatscht wird, ist das trotzdem nicht sonderlich interessant. Von den Darstellern darf man in diesem Bereich sicher weniger erwarten, doch selbst hier übertrifft „Sharknado“ die Erwartungen. Ian Ziering funktioniert als Hauptfigur und er wirkt ganz sympathisch. Die Sache mit der gescheiterten Ehe bringt selbstverständlich nur weitere Klischees mit ins Geschehen, sorgt zwischenzeitlich aber für eine gewisse Dynamik. Tara Reid hat in dieser Reihe ja ihr neues zu Hause gefunden gehabt. Man kann von ihr halten, was man will, aber so schlecht macht sie ihre Sache nicht. Hinzu gesellt sich noch ein John Heard, den man wohl am ehesten aus „Kevin allein zu Haus“ kennt und die restlichen Darsteller fallen kaum auf – Weder im positiven, noch im negativen Sinne.
 
 
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SHARKNADO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Sharknado“ ist weder so schlecht, noch so durchgeknallt wie sein Ruf. Lediglich die Grundprämisse ist völlig bescheuert, aber wer ein Trash-Gewitter erwartet, wird erst im gelungenen Finale fündig. Die billigen Computereffekte sind Hauptattraktion, sehen manchmal aber sogar ganz okay aus und die handwerkliche Arbeit kann man nicht verreißen. Auch die Darsteller gehen soweit in Ordnung. Nebenbei wird auch manchmal ganz gut gesplattert. Abgesehen von einem lahmen Mittelteil kann man sich sogar ganz solide unterhalten lassen, was an einem anfangs sehr hohen Tempo liegt. Wenn dann am Ende auch noch die Kettensäge herausgekramt wird, wird sich der Trashfan freuen. Am ehesten ist der Film auch für eben diesen zu empfehlen, denn wer einen richtig guten, ernsthaften Film erwartet, wird hier natürlich nicht fündig. Das Ganze ist aber eben auch niemals so grauenvoll, wie viele behaupten. Das berechtigt nicht unbedingt den Hype von damals, sorgt aber für einen durchschnittlichen Film, den man sich als No-Brainer durchaus mal ansehen kann!
 
 


 
 
 

SHARKNADO – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado – Genug gesagt!“ ist mit ihrer FSK16-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SHARKNADO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Steelbook Blu-ray – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado; USA 2013

Genre: Horror, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: HD-Bonusfilm: 2-Headed Shark Attack, Original Trailer, Making of, Gag-Reel, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 20.11.2020

 

Sharknado [Blu-ray + DVD im limitierten Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKNADO – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado 2 (2014)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 
3-Headed Shark Attack – Mehr Köpfe = mehr Tote! (2015)
 

Filmkritik: „The Terror Within“ (1989)

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THE TERROR WITHIN

(GOOD NIGHT HELL)

Story

 
 
 
Aus der Rubrik Corona und Co. Ein aus dem Ruder gelaufenes Biowaffen-Experiment putzt in damals naher Zukunft die Platte leer. Schlabberdibapp. Ein Grüppchen verzweifelter Überlebender – wie immer – brütet in der Mojave-Wüste in einer weitläufigen unterirdischen Bunkerlandschaft der Armee und erkundet gelegentlich das seuchenzerfressene Amerika nach anderen Übriggebliebenen. Oben herrschen säuische Tiermutanten, die von den Kellermenschen als „Gargoyles“ bezeichnet werden. Als die Belegschaft eine junge und verwundete Frau bei sich aufnimmt, macht sie einen gravierenden Fehler. Mademoiselle ist nämlich gerade von einer der Bestien vergewaltigt worden und trägt dessen viehische Saat im Leibe. Der Nachwu

 
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Kritik

 
 
Geilste Idee vorneweg: Der wunde Punkt der zwei Meter großen Echsenmutanten mit genetisch eingebauter Anabolika-Leidenschaft liegt nicht bei ihrer Reaktion auf Atomwaffen, Motorsägen oder anderer Arten von Knüppel aus dem Sack. Nein, die Pestilenz aus dem Labor hat die Biester mit empfindlichen Hörorganen geschlagen, die mit Hundepfeifen an den Rand des Kollapses geführt werden können. Als Filmemacher auf eine solch brillante Art am Waffen-Budget zu sparen, muss man erst einmal kommen, Brüder und Schwestern.
 
 
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Erster deutscher Auftritt: Zu späteren VHS-Zeiten gab’s den spaßigen Stinker unter dem Titel GOOD NIGHT HELL in einer schicken Großbox. In Übersee erfährt er als eine der letzten nach typischer Facon hergestellten Produktionen aus der Verantwortung des mächtigen Roger Corman ein dementsprechendes Marketing. Die vorliegende digitale Auflage bedient sich endlich auch dieses werbewirksamen Prädikats. Tatsächlich erinnert der Aufbau von THE TERROR WITHIN an ganz frühe Filme des Königs der B-Movies. Eine minimal gehaltene Besetzung im Kampf gegen ein Billigheimer-Ungeheuer in Kulissen, die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient haben. Man gibt sich schon mit geeigneten Räumlichkeiten aus dem Bereich verlassener Industriegebäude zufrieden. Langt ja auch. In ernsthaftem Cineasten-Kontext würde man wohl von einer kammerspielartigen Atmosphäre schwadronieren. Zum Glück müssen wie an dieser Stelle keine Seriosität simulieren. Das Setting der Welt nach dem großen Knall oder der reinigenden Seuche (wobei die Bunkeranlage auch in jeder nicht postapokalyptischen Umgebung stehen könnte) ist ebenfalls ein Stilmittel, das El Gran Rogerio schon 1955 in seinem Frühwerk DIE LETZTEN SIEBEN zu nutzen weiß. California über alles, wie eine berüchtigte Musikkapelle schon Ende der Siebziger zu singen wusste. Dort wie hier sind die Schauspieler ein Potpourri aus Nobodys und verstrahlten Kultstars mit beschädigter interner Qualitätskontrolle.
 
 
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In THE TERROR WITHIN stehen 1989 der unverwüstliche, aus geschätzten achttausend Filmen bekannte Schrank George Kennedy und Widerling Andrew Stevens ihren Mann. Besonders Stevens scheint so ein Vergnügen an der Chose zu haben, dass er zwei Jahre später in der Fortsetzung mitspielt und obendrein auch noch Regie führt. Den wuchtigen Gargoyle mit vorbildlichem Fortpflanzungstrieb spielt ein Stuntman und Kampfsportler mit dem beneidenswerten Namen Jack van Landingham. Die Art der Action, also menschliche Monsternahrung, die durch enge Schächte gejagt wird, bevor schließlich gar blutig Sense ist, entlehnt Regisseur Thierry Notz natürlich Ridley Scotts ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT (1979). Auch die Brutzeit im menschlichen Wirtskörper – die ist kurz, höchstgradig schmerzhaft und beim Wurf splatterig-tödlich – kennt der geschulte Filmfreund von den Brustzerplatzer-Crashgeburten der Xenomorph-Außerirdischen aus der Alptraumwerkstatt HR Gigers. Ja, wie dort auch haben die Monstrositäten in allererster Linie den Erhalt der Spezies auf dem Ticker und schändet jedes menschliche Wesen, das ihnen vor die pochende Schleimrute läuft. Pfui.
 
 
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THE TERROR WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
THE TERROR WITHIN ist knuspriges Trash-Unterhaltungskino aus geschulter Hand. Produzent Roger Corman mixt wild Ideen aus Nach-dem-Weltuntergangs-Film und den Tunnelhetzjagden und Chest-Burster-Exzessen aus dem 1979er Science-Fiction-Horror-Klassiker ALIEN. So einen Film 1989 zu servieren zeugt von der Furchtlosigkeit seiner Macher. Mit dem gütigen Auge des Retro-Fandoms betrachtet, gewinnt der Spaß gleich noch einen Old-School-Sympathiebonus. Jetzt schauen wir mal aus dem Kellerfenster, ob uns COVID-19 schon Gargoyles beschert hat.
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Zensur

 
 
 
THE TERROR WITHIN erschien ungeschnitten mit FSK18-Einstufung auf VHS-Kassette, wurde aber danach schnell auf dem Index gesetzt. Dort verweilte er zwischen 1990 und 2015. Während dieser Zeit wurde der Monster-Trash mehrfach auf DVD in unterschiedlichen Schnittfassungen veröffentlicht. Dank M-Square Pictures kommt der Ex-Indexfilm nun endlich ungeschnitten und legal als Blu-ray in die deutschen Wohnzimmer. Die aktuell im Handel erhältliche Blu-ray im Mediabook ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Classics (Mediabook – limitiert auf 1200 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Terror Within; USA 1989

Genre: Horror | Trash | Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Film zusätzlich auf DVD, 16-seitiges Booklet mit tollen Fotos und Hintergrundinformationen, Erstmals auf DVD und Blu-ray als limitierte Mediabook-Edition, Weltpremiere in HD auf Blu-ray, Uncut Fassung, Digital Remastered (Neues HD Master), FSK Logo ablösbar, Open-Matted Original Deutsch VHS Version, Originaltrailer, Artwork Galerie

Release-Termin: Mediabook: 25.09.2020

 

The Terror Within [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei M-Square Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Terror Within II – Die Gene schlagen zurück (1991)
 
Das Nest (1988)
 
Mutant – Das Grauen im All (1982)
 
Anthony (1987)
 

Filmkritik: „Shark Season – Angriff aus der Tiefe“ (2020)

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SHARK SEASON – ANGRIFF AUS DER TIEFE

(SHARK SEASON)

Story

 
 
 
Drei Freunde werden im Meer von einem weißen Hai angegriffen und können sich nirgends in Sicherheit bringen.

 
 
 


 
 
 

SHARK SEASON – Kritik

 
 
Die Trashschmiede „The Asylum“ konnte in den letzten Jahren vor allen Dingen mit ihren ganzen „Sharknado“ Teilen große Erfolge erzielen. Ein normales Publikum wird mit den teilweise wirklich furchtbaren Produktionen sicher nichts anfangen können, aber selbst der Trashfan wird nur manchmal gut bedient. „Shark Season“ steht nämlich mal wieder für alles, was man falsch machen kann und ist dermaßen langweilig, dass nicht mal Hardcore-Fans damit etwas anfangen können dürften.
 
 
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Was macht man, wenn man keine Idee für eine Handlung hat? Genau, man lässt einfach drei Freunde mit ihrem Kajak aufs offene Meer paddeln, weil sie dort ein hübsches Foto-Shooting machen wollen und dann bringt man noch einen weißen Hai mit ins Spiel, der die Freunde attackiert. Mehr gibt die Story auch nicht her. Wer nun auf idiotische Ideen a la „Sharknado“ hofft, wird sich schon bald enttäuscht sehen. Wenn da Delphine den Hai angreifen, um die Mädels zu retten, ist das schon die absurdeste Idee. Ansonsten glänzt diese billige Produktion mit völliger Einfallsarmut. Momentan ist ja nicht mal ein großer Hai-Horrorfilm vorhanden, den man hier nachmachen könnte, was man bei „The Asylum“ ja gerne mal so macht. So gewinnt man mehr und mehr den Eindruck, dass man mit der Investition von ein paar Dollar (mehr kann dieser Murks wirklich nicht gekostet haben) deutlich mehr Geld einspielen möchte.
 
 
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Trash kann auf so vielfältige Art und Weise funktionieren und gerade die „Sharknado“ Filme waren teilweise wirklich so doof, dass sie schon wieder amüsieren konnten. Bei „Shark Season – Angriff aus der Tiefe“ ist allerdings dermaßen wenig los, dass man sich fast wünscht der Hai würde einen mal im Wohnzimmer besuchen. Das würde einen wenigstens wieder aufwecken. In der ersten halben Stunde geschieht schon mal nichts. Da bekommt man nur ein paar hübsche Bilder vom Wasser zu sehen. Das Budget hat aber scheinbar nicht mal dafür gereicht, dass man auf einer Insel drehen durfte. Diese sieht man immer nur aus der Ferne und wenn die Mädels sich auf eine Sandbank retten können, wird einem dies als Insel verkauft. Die Schauplätze sind schrecklich monoton. Hinterher kommt zwar eine gute Portion Action auf, doch dies bringt dem Zuschauer überhaupt nichts, weil dem Drehbuch niemals etwas einfällt, wie man die Situation spannend gestalten könnte. Stattdessen darf man völlig inkompetenten Leuten bei ihren inkompetenten Tätigkeiten zuschauen, was wenigstens ein paar Kulissenwechsel zu gute hat.
 
 
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Wirklich grauenvoll ist hier auch die Figurenzeichnung geraten. Die Personen verhalten sich unerträglich dämlich. Erst hört man mit dem Paddeln auf, weil die Vibration den Hai anlocken könnte, nur um zwei Minuten später wieder fleißig zu paddeln. Und obendrauf gibt es ein paar Dialoge zu hören, bei denen man seinen Ohren kaum trauen möchte. Da ruft Daddy an, um sein Mädchen aufzuheitern und erzählt direkt danach, dass alle Inseln wahrscheinlich überflutet werden. Oder man darf sich einen schwachsinnigen Monolog über den Tod durch Teetrinken anhören. Die schlechte deutsche Synchronisation macht es nicht besser. Leider wirkt das Ganze niemals komisch, weshalb der Trashfaktor absolut nicht funktioniert. Das ist sogar dermaßen langweilig, dass nicht mal unfreiwillige Komik aufkommen möchte. Und die Darsteller kann man ebenfalls vergessen. Es gibt nur wenige davon zu sehen und sie agieren sehr nervig. Da man selbst solche Gurken mit irgendeinem Namen bewerben muss, nimmt Michael Madsen das Übel auf sich, der zwar einige Male zu sehen ist, aber immer nur mit telefonieren beschäftigt ist. Sein eigentlich vorhandenes Talent wird gnadenlos verschenkt. Über die billigen, miesen CGI-Effekte braucht man wohl keine Worte mehr zu verlieren, wenn es um „The Asylum“ geht. Blutig wird es übrigens auch kaum.
 
 


 
 
 

SHARK SEASON – Fazit

 
 
 
1 Punkt
 
 
„Shark Season – Angriff aus der Tiefe“ ist eine einfallslose, schlecht gemachte Schlaftablette, die überhaupt nichts zu bieten hat. Die Inszenierung ist schlecht, die Darsteller nerven, die Charaktere sind furchtbar und die Haie sind ein reines Mittel zum Zweck. Bei dem ideenlosen Drehbuch kann gar keine Spannung aufkommen und nicht mal ein anständiger Trashfaktor kann entstehen, denn dafür nervt dieser Film einfach zu sehr. Das ist von Anfang bis Ende durchgehend langweilig, besitzt natürlich schlechte Effekte und ist dermaßen belanglos, dass es fast mehr Mehrwert besitzt, wenn man den Film nicht schaut. Lediglich das Wasser ist hübsch anzusehen. Willkommen in den Tiefen billigster Asylum-Versuche noch mal an „Sharknado“ Erfolge anzuknüpfen. Prädikat: Schmerzhaft!
 
 


 
 
 

SHARK SEASON – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Shark Season – Angriff aus der Tiefe“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten.
 
 
 


 
 
 

SHARK SEASON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Best Entertainment (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shark Season; USA 2020

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 09.10.2020

 

Shark Season – Angriff aus der Tiefe [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARK SEASON – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Best Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Sharknado 2 (2014)
 
Sharktopus (2010)
 
Super Shark (2011)
 

Filmkritik: „Ginger Snaps Trilogie“ (2000 – 2004)

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UM WAS GEHT ES IN DEN GINGER SNAPS FILMEN?

Storys

 
 
GINGER SNAPS – DAS BIEST IN DIR: Ginger und Brigitte sind kanadische Provinz-Teeniemädchen mit einer morbiden Freude am Tod und allem, was dazugehört. Sogar ein Sterbe-Abkommen wird geschlossen. Früher hätte man Gruftie gesagt, heutzutage Goth. Die Pubertät scheint bei den Schwestern noch nicht angekommen zu sein, was durchaus ungewöhnlich ist. Gleichzeitig mit Gingers erster Periode wird das arme Ding von einem Werwolf angefallen und fängt sich – so ist das bekanntermaßen – den Fluch des Wolfsmenschenseins ein. Ein furchtbares Spiel um Blut, verschworene Verbundenheit und neue Identitäten beherrscht das Leben der Mädchen.

GINGER SNAPS – ENTFESSELT: In der Fortsetzung des Horrordramas vegetiert Brigitte in einer Hochsicherheitszelle dahin und wird mit dem Folklore-Medikament des Eisenhuts in Zaum gehalten. Das Horrornerd-Mädchen Ghost findet Gefallen an ihr und ein männliches Wolfsmensch-Exemplar hat Paarungszwang…

GINGER SNAPS – DER ANFANG ist, man kann es sich denken, ein Prequel, in dem wir die Schwestern in ihren früheren Inkarnationen, genauer 1815 auf einem Handelsposten an der kanadischen Zivilisationsgrenze kennenlernen. Hier gehen sie den schicksalshaften Pakt miteinander ein, hier liegen die Wurzeln ihres Lycanthropie-Alptraums.

 
 
 


 
 
 

GINGER SNAPS TRILOGIE – Kritik

 
 
Zu den wirklichen Erkenntnisgewinn bringenden Begleiterscheinungen der Kritikschreiberei gehört die Chance, bei ihrem Erscheinen gesehene Filme noch einmal losgelöst von den damaligen Hintergrundgeräuschen betrachten und bewerten zu dürfen. Im Falle von GINGER SNAPS – DAS BIEST IN DIR bestehen diese Hintergrundgeräusche aus den Lobeshymnen junger Damen der Journaille, die sich über den Feminismus im Genrefilm gar nicht mehr einkriegen können. Man vermutet gar ein komplettes Umkrempeln der Horrorwelt in den Nachwehen der kanadischen Werwölfinnen. Ganz so gravierend ist’s dann doch nicht geworden. Immerhin aber folgen dem Vorbild doch bis heute Filme, denen man den Einfluss anmerken kann. Die alles in allem doch recht dröge UNDERWORLD-Saga und auch die insgesamt das Genre eher zum Rahmen seiner Pre-Teen-Liebesgeschichten nutzende TWILIGHT-Universum bedienen sich der Werwölfe und der unterm Fell steckenden Menschlein.
 
 
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(c) Ginger Snaps 1 (NSM RECORDS)

 
 
Die drei GINGER-SNAPS-Filme kommen Anfang der 2000er hervorragend beim Publikum an – dem ganzen Publikum, nicht nur der Horror-Fangemeinde, die seinerzeit noch zum größten Teil männlichen Geschlechts ist. Würstchenparty eben. GINGER SNAPS trifft 2000 den Nerv eines Zuschauersegments junger Mädchen und Frauen, die im Schicksal der Protagonistinnen vielleicht ihren persönlicher Horror in den schwierigen Jahren der Adoleszenz wiedererkennen können. Alle der drei Teile des Franchise, wie man heute sagt, sind von Frauen geschrieben worden, somit schwingt in den Geschichten um die Wolfsmädchen eine Authentizität mit, die vom neuen Publikum auch positiv zur Kenntnis genommen wird. GINGER SNAPS – DAS BIEST IN DIR tritt eine Welle neuer Wahrnehmung weiblicher Hauptfiguren in Horrorfilmen los. Von MAY – DIE SCHNEIDERIN DES TODES (2002) bis AMERICAN MARY oder EXCISION, beide 2012 erschienen – zwischen Zerbrechlichkeit und Psychose oszillierende Protagonistinnen, deren Schöpfer ohne GINGER SNAPS – DAS BIEST IN DIR womöglich nicht den Mut gefunden hätten, ihre Bücher zur Verfilmung freizugeben.
 
 
Ginger Snaps II - Entfesselt

(c) Ginger Snaps 2 (NSM RECORDS)

 
 
Auf den Erfolg des 2000er Independent-Horror-Hits reagieren dessen Rechteinhaber mit der Fertigung gleich zweier Sequels, die stilgerecht (man denke an die MATRIX-Filme oder ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT) Back-To-Back gedreht werden und 2004 erscheinen. GINGER SNAPS – ENTFESSELT, bedient sich verschiedener Grundideen des Originals und führt ein neues Mädel in die Handlung ein, das sich Brigittes Zwitterwesen zum Objekt der Erforschung und späteren Rache nimmt. Der Ball wird praktisch einer neuen Generation zugespielt. Interessanterweise ist die Fortsetzung zahmer, was den Splatterfaktor angeht und lenkt den Fokus mehr auf die Charakterentwicklung. Weder Teil 2, noch Teil 3: GINGER SNAPS – DER ANFANG lösen die Begeisterungsstürme aus, die das Original erfährt. Nummer drei wird sogar nur Direct-To-Video ausgewertet und kommt nicht mkehr in die Kinos.
 
 
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(c) Ginger Snaps 1 (NSM RECORDS)

 
 
Seit Bram Stokers Dracula-Roman, einer der ersten literarisch festgehaltenen Motiv- und Regelsammlungen der Vampir-Fiktion, wird der Biss des Nachzehrers auch als Code für einen Sexualakt gedeutet. Die nach außen stets makellos, züchtig und selbstverständlich unschuldig präsentierten Maiden des Viktorianischen Englands, die, vom Übergriff des Blutsaugers quasi, zu Frauen gemacht werden. Eine direkte Schilderung oder auch nur Erwähnung von Themen wie Sex, Pubertät oder Menstruation ist unter den Moralvorstellungen dieser Jahre nicht möglich. Diese Interpretation realer menschlicher Befindlichkeiten unter der Maskerade im Ursprung folkloristischer Grusel-Märchen durchwehrt das Horrorkino seit Jahr und Tag. Bei GINGER SNAPS – DAS BIEST IN DIR findet die Infektion der Werwolfskrankheit zeitgleich mit dem Einsatz von Gingers erster Regelblutung statt. Das Mädchen erfährt als geschlechtsreife Frau und/oder Wolfsmensch eine Wandlung vom Gothic-Mauerblümchen zum Sex- und Gewalt-Ungetüm. Plump gesprochen: Man weiß nicht, was das Mädchen mehr durchdrehen lässt, Pubertät oder Lycanthropie.
 
 
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(c) Ginger Snaps 3 (NSM RECORDS)

 
 


 
 
 

GINGER SNAPS TRILOGIE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Anno 2000 in aller Munde und heute kaum noch im Fan-Gedächtnis, lohnt die Trilogie um die kanadischen Werwolf-Mädchen Eure Wiederentdeckung. Die weibliche Sicht auf den Horrorfilm und die Protagonistinnen ist damals stilbildend und färbt zum Beispiel auf die UNDERWORLD-Reihe ab. GINGER SNAPS ist ein faszinierender Blick auf die Ideen von Drehbuchschreiberinnen für ein Genre, das in der SCREAM-Ironiesoße erstickt und den Energiestoß der SAW-Filme noch nicht erfahren hat.
 
 


 
 
 

GINGER SNAPS TRILOGIE – Zensur

 
 
 
GINGER SNAPS hatte es nicht schwer in Deutschland. Während der erste Teil direkt auf DVD erschien und frei ab 18 Jahren war, waren die Teile zwei und drei mit einer FSK16 bereits bei ihrer DVD-Auswertung für Jugendliche geeignete. Etwas hat sich aber im HD-Zeitalter geändert. Die Teile zwei und drei besitzen weiterhin eine Jugendfreigabe und sind frei ab 16 Jahren. Der erste Teil wurde neu geprüft und ist ab sofort auch schon für ein jugendliches Publikum geeignet. Alle deutschen Veröffentlichungen der Filme sind somit ungeschnitten und ab sofort auch FSK16.
 
 
 


 
 
 

GINGER SNAPS TRILOGIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Triologie auf 3 Blu-rays im limitierten Mediabook – auf 666 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (Triologie auf 3 Blu-rays im KeepCase)

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(c) NSM Records (Lederbuch-Schuber mit allen 3 Filmen im Mediabook – auf 666 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Ginger Snaps | Ginger Snaps: Unleashed | Ginger Snaps Back: The Beginning; Kanada 2000 – 2004

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: insgesamt 297 Minuten

FSK: Mediabook | Leatherbook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Leatherbook | KeepCase

Extras: Making of, Filmographies, Deleted scenes, Behind the scenes, Booklet, Documentations, Trailer, Audio commentary, Photo gallery, Storyboards

Veröffentlichung: Mediabook: 22.11.2019 | Leather-Book: 29.03.2019 | KeepCase: 25.09.2020

 
 

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Ginger Snaps Trilogy [3 Blu-rays] im Mediabook ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Ginger Snaps Trilogy [3 Mediabooks] im Lederbook-Schuber ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GINGER SNAPS TRILOGIE – Trailer

 
 




 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Bad Moon (1996)
 
Verflucht (2004)
 
Die Zeit der Wölfe (1984)
 
Raw (2016)
 
Late Phases (2014)
 

Filmkritik: „Black Water: Abyss“ (2020)

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BLACK WATER: ABYSS

Story

 
 
 

Hobby-Höhlenforscher stoßen bei Erkundungsstreifzügen durch ein unterirdisches Höhlenlabyrinth auf ein gefräßiges Krokodil.

 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Kritik

 
 
 
Im Jahr 2007 gelang Regisseur ANDREW TRAUCKI mit BLACK WATER ein kleiner Low-Budget-Überraschungshit. Darin wurden Ausflügler in den Sümpfen Australiens von einem hungrigen Krokodil bedroht. Eine Geschichte, die – wie der darauffolgende Film des Filmemachers mit dem Titel THE REEF – angeblich von wahren Begebenheiten inspiriert wurde. Kritikern und Publikum war dieses mittlerweile bei Horrorfilmen inflationär eingesetzte Werbe-Gequassel egal. Die befanden den Tier-Horrorfilm als sehenswert vor allem auch deshalb, weil auf Computereffekte verzichtet wurde und stattdessen echte Leistenkrokodile verwendet wurden. Doch auch die Tatsache kam gut an, dass sich BLACK WATER auf ein spärliches Szenario beschränkte und so Adrenalinkino in Reinform serviert.
 
 
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Knapp 13 Jahre später schickt man nun einen Nachfolger ins Rennen. Der nennt sich BLACK WATER: ABYSS und ist im Grunde genommen keine echte Fortsetzung. Der Film steht für sich selbst und könnte so auch als Reboot oder sogar Remake gewertet werden. Bei genauerer Betrachtung ist die Bezeichnung Neuverfilmung auch gar nicht so weit hergeholt. ANDREW TRAUCKI zeichnet wieder für die Regie verantwortlich und hat sein Team von 2007 erneut zurückgeholt, um die Erfolgsformel des Erstlings ein weiteres Mal abzuspielen. So reduzieren sich die Geschehnisse wieder auf einen beschränkten Schauplatz und Menschen müssen abermals versuchen Herr einer verzwickten Lage zu werden. Aus einem Sumpf wurde eine unterirdische Höhle. Der Rest bleibt identisch. Qualitativ hat man aber abgesattelt. BLACK WATER: ABYSS stand weniger Budget zur Verfügung. Das hatte zur Folge, dass neben CGI ebenso Kroko-Attrappen aus Gummi eingesetzt werden mussten. Aber auch das Set sieht kostengünstig nach Indoor-Pool aus. Keine guten Voraussetzungen für ein ebenbürtiges Sequel.
 
 
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Wer das Risiko liebt, zieht oft die Aufmerksamkeit des Sensenmannes auf sich. Genau diese Erfahrung müssen auch einige nervenkitzelsuchende Hobby-Höhlen-Erforscher machen, die in Nordaustralien ein unterirdisches Höhlengeflecht erkunden wollen, in dem noch kein Mensch zuvor gewesen ist. Zwar ziehen dunkle Wolken auf, aber die jungen Leute klammern die Gefahr zugunsten von Spaß einfach aus. So kommt, was kommen muss. Es zieht ein Unwetter auf, das einen naheliegenden Fluss über die Ufer treten lässt und das Höhlensystem überflutet. Da bekommen die Kumpels plötzlich nasse Füße und der Aufgang ist versperrt. Leider hat hier unten kein Smartphone Empfang. Doch es kommt noch schlimmer. Ein hungriges Krokodil ist in dieser Höhle zu Hause und findet es gar nicht schön, dass jemand das Revier betreten hat, ohne sich zuvor anzumelden.
 
 
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Irgendwie langweilig, weil man das alles schon mal so ähnlich gesehen hat. BLACK WATER: ABYSS ist im Gegensatz zum Vorgänger mehr klaustrophobisches Kammerspiel statt Kroko-Horror. Ein Großteil der Geschehnisse spielt sich in einem mit Wasser gefühlten Höhlensegment ab, aus dem die Protagonisten nicht mehr herausfinden. Somit geht der Streifen gleiche Wege wie die ähnlich aufgebauten Horrorfilme THE SHALLOWS oder OPEN WATER in denen nur ein begrenztes Set zur Verfügung steht, welches maximales Unbehagen heraufbeschwören soll. Da ist bald nicht mehr das Krokodil selbst ein großes Problem. Vielmehr steht Zeitnot und Klaustrophobie auf der Terror-Liste. Anhaltender Regen sorgt dafür, dass die Höhle mit Wasser geflutet wird und im Inneren steigt der Pegel, sodass bald Luftmangel herrscht. Dass die Freunde da schnell in Panik geraten und plötzlich private Konflikte ein Thema werden, ein verständliches Übel.
 
 
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Generell ist BLACK WATER: ABYSS mehr Psycho-Nahrung statt Tier-Horror-Schocker. Die Angriffe des hungrigen Reptils sind rar gesät, was vermutlich bei Fans des ersten Films gar nicht gut ankommen wird. Schnappt sich das Tier dann doch einmal einen Protagonisten, ist kaum etwas zu erkennen, weil die Kamera konfus wackelt, undeutliche Aufnahmen zeigt oder alles viel zu schnell vor der Linse passiert. Blut und zerfetzte Leiber? Fehlanzeige! Horrorfans wird das gar nicht gefallen, zumal sich Regisseur ANDREW TRAUCKI auch viel Zeit damit lässt durch geflutete Höhlenpassagen zu tauchen oder die Ängste seiner Helden auf Zelluloid zu bannen. Die haben Angst vor dem Ertrinken, dass Höhlenwände einstürzen, dass die Luft knapp wird oder einer der Anwesenden wegen eines möglichen Asthmaanfalls das Zeitliche segnet. Viel Gewimmer, ausreichend Gejammer und nicht immer gut getroffene Entscheidungen. Letzteres gehört in dieser Art von Filmen schon immer zum Inventar. Eben ein echter Spannungskiller.
 
 
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Unterm Strich ist der etwas zu lang geratene BLACK WATER: ABYSS nicht herausragendes. Der Film durchläuft die bekannte Handlungsabfolge von Horrorfilmen mit Krokodilen oder ähnlichen Reptilien. Das menschliche Kanonenfutter wird nacheinander gefressen bis sich am Ende ein taffer Held über Ängste hinwegsetzt und dem Tier die Stirn bietet. Im Falle der Fortsetzung fällt just dieser finale Akt sehr makaber aus. Offenbar wollte Regisseur ANDREW TRAUCKI schläfrige Zuschauer mit einem fiesen Schlussgag wachrütteln. Gefüllt mit trashigem Zynismus, passt der aber so gar nicht zum Rest des eher ernsthaft und spaßfrei inszenierten Streifens. Ein dritter Film muss daher nicht unbedingt sein. Es sei denn, die Film-Reihe findet zu alter, spannender Größe zurück und entwickelt sich zu einer kompromisslosen Überlebenshatz par excellence.
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
47 METERS DOWN: UNCAGED meets CRAWL. Klaustrophobischer Kroko-Horror mit makabrem Finale. Offenbar von den Erfolgen genannter Tier-Horror-Streifen getrieben, schickt man nun auch einen längst vergessenen Survival-Thriller mit einer Fortsetzung ins Rennen. 13 Jahre nach der Veröffentlichung von BLACK WATER kommt nun Teil zwei unter dem Titel BLACK WATER: ABYSS ins Heimkino. Regisseur ANDREW TRAUCKI spult hierbei die gleiche Handlung seines Ersterfolgs ab und tauscht nur Protagonisten sowie Handlungsort aus. Als wäre das nicht allein schon ideenlos und wenig kreativ, schielt der Filmemacher krampfhaft gen CRAWL – einem Horrorfilm von 2019, dessen Handlung verdächtig ähnlich ist. Das Ergebnis ist keine Glanzstunde des Horror-Genres. BLACK WATER: ABYSS erzählt nichts Neues und hat zudem auch mit Längen zu kämpfen. Survival-Horror hat man schon besser gesehen.
 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Zensur

 
 
 
BLACK WATER: ABYSS hat kaum blutige Schauwerte zu bieten. Meist färbt sich nur Wasser rot und die Protagonisten werden in die Tiefe gerissen. In einer Szene sieht man kurz, wie einer der Protagonisten vom Krokodil in die Luft geworfen wird und dann im Schlund landet. BLACK WATER: ABYSS hat ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LEONINE (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Black Water: Abyss; USA | Australien 2020

Genre: Horror, Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.12.2020

 

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BLACK WATER: ABYSS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei LEONINE | Altitude Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
47 Meters Down: Uncaged (2019)

Crawl (2018)

The Pool (2018)

Lake Placid (1999)

Die Fährte des Grauens (2007)

Filmkritik: „Anonymous Animals“ (2020)

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ANONYMOUS ANIMALS

Story

 
 
 

Menschen übernehmen die Rolle von Tieren, um dem Zuschauer zu zeigen, wie grausam wir Menschen oft mit Haus- und Nutztieren umgehen.

 
 
 


 
 
 

ANONYMOUS ANIMALS – Kritik

 
 
 
Können Tier leiden? Haben Tiere Gefühle und wie gehen Tiere eigentlich mit Todesangst um? Essenzielle Fragen, die in Zeiten von übertriebenem Fleischkonsum, Massentierhaltung und Billigfleisch gar nicht weit hergeholt scheinen. Demzufolge ist es mal wieder Zeit für einen Denkzettel – diesmal aus Frankreich. Was man zu erwarten hat, dürfte vielen Horrorfilmfans bekannt sein. In Frankreich nimmt man genretechnisch kein Blatt vor den Mund. Hier pfeift man auf Konventionen, hat Mut zum Risiko und wagt das, was sich große Mainstreamstudios nie wagen würden zu zeigen. Entstanden ist in den 2000ern so die französische Terrorwelle, die mit MARTYRS, INSIDE und HIGH TENSION Schocker um den Globus schickte, die in Sachen Horror neue Extreme setzen konnten.
 
 
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Dass den französischen Landsmännern diesbezüglich noch lange nicht die Puste ausgegangen ist, zeigt der hier vorgestellte Mikrobudget-Film. Der hat nicht einmal 7000€ gekostet und verdeutlicht, dass man auch mit kleinem Kapital beunruhigende Filme drehen kann, die dazu auch noch hochwertig aussehen. ANONYMOUS ANIMALS nennt sich der Streifen, der an insgesamt sechs Tagen gedreht wurde und schon fast einem kontroversen Experiment gleichkommt. Darin geht Sonderbares vor. Wir folgen Menschen in verschiedene Situationen, in denen sie Todesangst durchleben müssen. Mal werden sie in einem Stallgehege eingesperrt und warten dort auf den Tod. In einer anderen Szene müssen Menschen angekettet gegen eigene Artgenossen kämpfen. Skurril, zumal stets maskierte Fremde zugegen sind, die Tiermasken tragen und dem Treiben stumm beiwohnen. Was soll das alles und was hat das mit Horror zu tun? Wie sagen es Euch.
 
 
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Hinter ANONYMOUS ANIMALS steckt nämlich ein perfider Rollentausch mit weitaus mehr Substanz als man wohl beim Lesen der überschaubaren Inhaltsangabe erwarten würde. Regisseur BAPTISTE ROUVEURE macht es dem erst kürzlich hier besprochenen THE FARM gleich, in welchem kurzerhand die Rollen von Menschen und Tieren vertauscht wurden. Darin durchgingen Menschen quasi die gleichen Stationen eines Mastbetriebes, die auch Kühe durchleben müssen, bis sie am Ende den erlösenden Gnadenschuss vom Schlachter erhalten. Im Unterschied zu THE FARM werden in ANONYMOUS ANIMALS aber nicht nüchtern und emotionslos Vergleiche gezogen, die verdeutlichen sollen, dass Nutztiere für uns Menschen nichts weiter sind als Ware. ANONYMOUS ANIMALS geht einen Schritt weiter und bringt zum Vorschein, wie respektlos und perfide wir als höhere Lebensform mit niederen Lebensformen umgehen. In diesem experimentellen Schocker mit Dokumentarfilmcharakter wird der Bestie Menschen schonungslos der Spiegel vorgehalten.
 
 
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Wieder nehmen Menschen die Rollen von Tieren ein und umgekehrt. Vollkommen dialoglos folgen wir einer Abfolge von Szenen, die in keinem Zusammenhang zueinander stehen. Darin sehen wir, wie Tiere sich den Menschen überlegen fühlen und sichtlich Spaß daran haben, diese Übermacht für eigene Zwecke zu missbrauchen. Da müssen Menschen das Fleisch der eigenen Artgenossen verspeisen oder sich gegenseitig abschlachten, während Tiere dabei zusehen und Wetten abschließen. Doch damit nicht genug. Im Mastbetrieb wird mit der Angst der menschlichen Opfer gespielt. Diese geraten in Todesangst, weil sie mit zusehen müssen, wie eigene Artgenossen für die Fleischverarbeitung umgebracht werden. Einer Frau gelingt die Flucht. Diese wird von den tierischen Besitzern eingefangen, beruhigt und anschließend im Zustand des Vertrauens hinterrücks getötet. Ein krankes Unterfangen, das ein allgegenwärtiges unangenehmes Bauchgefühl verursacht, weil die menschlichen Opfer in den diversen Situationen der Übermacht Tier hilflos ausgeliefert sind.
 
 
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Doch ziehen wir Parallelen zur Realität und korrigieren die Rollen. Die Botschaft, welche ANONYMOUS ANIMALS vermittelt ist ernst. So haben wir längst vergessen, dass es sich bei Tieren immer noch um empfindungsfähige Lebewesen handelt, die auch Rechte haben. Die leiden zu Millionen in Tierversuchen, in der industriellen Landwirtschaft, in Schlachthöfen, Zuchtbetrieben, Zoos, Zirkussen, bei der Jagd und als artwidrig gehaltene „Haustiere“. Genau das gibt ANONYMOUS ANIMALS zu verstehen, in dem er einfach Menschen in jene Situationen bringt, in die tagtäglich ahnungslose Tiere unfreiwillig hineingeraten. Regisseur BAPTISTE ROUVEURE verdeutlich eindringlich, welche Ängste und Höllenqualen Tiere durchleben müssen – ungeschönt und krass. Das macht ANONYMOUS ANIMALS zu einem traurigen aber auch erschütternden Kinoerlebnis, das noch lange nachwirkt.
 
 
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ANONYMOUS ANIMALS – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
Erschütternd, schockierend und traurig. ANONYMOUS ANIMALS ist ein Weckruf und gleichzeitig Schlag in die Magengrube. Der experimentelle Film mit dem doppeldeutigen Titel bringt Menschen in gleiche Situationen, in die tagtäglich Tiere unfreiwillig hineingeraten und so ihrem Schicksal schutzlos ausgeliefert sind. Der Mensch als Bestie und dominantes Überwesen wird hier einmal mehr an den Pranger gestellt. An dem wird kein gutes Haar gelassen, weil er weder Grenzen, Respekt noch Achtung vor der Natur und ihren Geschöpfen kennt. Die Idee hinter ANONYMOUS ANIMALS geht auf Erlebnisse aus der Kindheit von Regisseur BAPTISTE ROUVEURE zurück. Der erklärte der Presse, dass er behutsam auf dem Land aufwuchs und dort Zeuge des schicksalhaften Einflusses des Menschen auf Tiere durch Ausbeutung und Jagd wurde. Diese manchmal blutigen, makabren und grausamen Bilder entwickelten im Laufe der Zeit ein starkes Einfühlungsvermögen für Tiere. Letzteres führte dazu, dass sich der französische Filmemacher die Frage stellte, welchen Platz Tiere überhaupt in unserer Gesellschaft einnehmen. Die Erkenntnis ist bitter, denn das filmische Ergebnis ist kontrovers und regt zum Denken an. Somit hat Rouveure wohl das erreicht, was er erreichen wollte. Für ein Langfilmdebüt beachtlich!
 
 
 


 
 
 

ANONYMOUS ANIMALS – Zensur

 
 
 
Anders als der thematisch ähnliche THE FARM hält ANONYMOUS ANIMALS von zu extremen Gewaltmomenten Abstand. Dennoch wirkt Gezeigtes hart und verstörend. Sollte der Film in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte der Film in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANONYMOUS ANIMALS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Anonymous Animals Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Farm (2018)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Caged (2010)