FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Horrorfilme Trauma

Filmkritik: „The Snare“ (2017)

the-snare-2017-poster
 
 
 

THE SNARE

Story

 
 
 
Drei Freunde wollen es sich einige Tage in einem leerstehenden Gebäudekomplex gemütlich machen. Leider muss man sich bald eingestehen, dass man dort eingeschlossen ist und der Magen knurrt.

 
 
 


 
 
 

THE SNARE – Kritik

 
 
 
Skrupelloser und heimtückischer als jeder Geist, Dämon oder Zombie ist der Mensch selbst. Das wird vor allem dann besonders deutlich, wenn er sich in Extremsituationen befindet und der egoistische Überlebenswille Anstand und Moral vergessen macht. So haben sich schon einige Filmemacher mit menschlichen Urinstinkten beschäftigt, die das Tier im Menschen geweckt haben. Die Folgen waren nicht immer schön anzuschauen, denn wenn es um Leben und Tod geht, ist in den meisten Fällen kaum mehr Zeit für Menschlichkeit. Ganz ähnlich passiert das auch im folgenden Film. Eine verzwickte Situation erweckt hier den Drang zum Überleben. Fernab von Kitsch und Klischees wird in THE SNARE die ungeschönte Wahrheit präsentiert. Der Mensch ist keineswegs kompromissbereit und nächstenliebend, sondern ichbezogen und rücksichtslos. Eine brisante Botschaft, die von Regisseur C.A.COOPER nicht minder kontrovers fürs Heimkino aufbereitet wurde. Der steigt hier in die Fußstapfen von Filmen wie HUNGER oder THE HOLE in denen erschütternd vor Augen geführt wurde, zu was man doch fähig sein kann, wenn man überleben will. Entstanden ist recht deftiger Tobak, der aber trotzdem nur bedingt überzeugen kann. Trotz diskussionswürdiger Grundlage, macht mal wieder ein Twist alles zunichte. Der drängt THE SNARE in eine andere Richtung und verwirrt den Zuschauer unnötig. Leider kommt das im Horrorgenre mittlerweile zu häufig vor. Im Falle dieses Psychothrillers dürften gut gemeinte Absichten dann doch eher für verärgerte Gesichter sorgen – irgendwie funktioniert die Überraschungswendung nicht so recht. Manchmal ist eben weniger mehr.
 
 
the-snare-2017-bild-2
 
 
Im deprimierenden Kammerstück THE SNARE verschlägt es die drei Mittdreißiger Alice, Carl und Lizzy in einen verlassenen Apartmentkomplex irgendwo am Hintern der Welt. Die Schlüssel hat Lizzy dem Vater stibitzt. Nun will man in einer Wohnung im oberen Stock des Hauses ein paar nette Tage verbringen. Leider bekommt der Zuschauer bald mit, dass die introvertierte Alice nicht alle Latten am Zaun hat. Sie wird von Tagträumen, Visionen und Albträumen gequält und schreibt sich die Angst im Tagebuch von der Seele. Doch die traumatisierte Psyche der gequälten Protagonistin rückt bald in den Hintergrund. Kaum hat es sich das Trio in der verlassenen Wohnung gemütlich gemacht, passiert das Unfassbare. Der Fahrstuhl funktioniert nicht mehr und die Freunde sitzen fest. Es gibt keine Möglichkeit mehr, die Wohnung zu verlassen. Zudem funktionieren die Telefone nicht. Eine erschreckende Einsicht, die bald schaurige Ausmaße erreicht. Das Essen wird nämlich knapp und auch Wasser kommt nicht mehr aus der Leitung. Psychische Strapazen, die aus Freunden bald Gegner macht. Ob die Drei einen Weg aus dem Gefängnis finden werden?
 
 
the-snare-2017-bild-3
 
 
Wer sich vom Poster blenden lässt, wird enttäuscht. THE SNARE ist kein Geister- oder Okkult-Horror, wie es das Plakat zum Film suggeriert. Hinter dem Streifen steckt mehr Psychothriller und Drama, als waschechter Horror. Das Grauen ist hier psychologischer Natur, macht aber nicht vor ungemütlicher Bilderflut halt. Regisseur C.A.COOPER beschreibt im ersten Langfilm das psychische Martyrium einer vom Vater missbrauchten Frau, die ihrem seelischen Gefängnis zu entkommen versucht. Leider sorgt die Flucht für Komplikationen, denn kaum der einen Hölle entkommen, verirrt sie sich gleich in der nächsten. THE SNARE ist nicht leicht zu durchschauen. Passiert das hier alles im Kopf der ohnehin traumatisierten Filmheldin Alice, verfällt die Filmheldin im psychischen Inferno dem Wahnsinn oder sind hier wirklich drei Menschen in einem Apartment eingeschlossen und gehen sich hier wegen Hunger und Psycho-Stress gegenseitig an die Gurgel. Sonderlich aufschlussreich ist die Handlung von THE SNARE nicht und wirklich plausible Antworten gibt Filmemacher C.A.COOPER nicht. Das hat selbst uns alte Filmhasen gefordert, was nicht gerade für den Film spricht. THE SNARE ist schwer zu entschlüsseln und strotzt nur so vor Metaphern und Zweideutigkeiten. Demzufolge ist dieser Psycho-Horror nichts fürs anspruchslose Publikum, das sich von plakativen Schocks und handgemachten Ekelhaftigkeiten berieseln lassen möchte. Letztere sind hier nichtsdestoweniger mehr als genug vorhanden. Trotzdem lebt THE SNARE dann doch vorrangig von seiner klaustrophobischen Ausgangssituation und den psychischen Strapazen seiner Hauptdarsteller. Die Ekeleffekte sind da nur schmückendes Beiwerk und sollen die verstörende Stimmung des Films unterstreichen. Vor allem in der zweiten Hälfte gelingt das dem eher gemächlich inszenierten Streifen ganz gut. Trotzdem ist THE SNARE keine Referenz in Sachen Psycho-Horror. Mehrfachinterpretationen verwirren und sollen wohl bei genauerer Betrachtung die vielen Plot-Löcher kaschieren, mit denen der britische Debütstreifen des Öfteren zu kämpfen hat. Dann doch besser noch mal Psychothriller wie DAS EXPERIMENT, DIE HÖHLE oder CUBE in den Player legen. Die protokollieren in schockierendem Ausmaß, wie sich in der platzarmen Enge der Gefangenschaft unterdrückte Ängste, Aggressionen und Begierden ihren Weg bahnen und Menschen zu grauenhaften Taten anstiften.
 
 
the-snare-2017-bild-1
 
 


 
 
 

THE SNARE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Um was geht es denn hier eigentlich? Dieser Psycho-Horror ist ein ziemliches Durcheinander, das definitiv nichts für jene ist, die im Film immer plausible Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommen möchten. THE SNARE hat gleich ein paar Interpretationsansätze in petto, die aber nicht sonderlich gut funktionieren. Der Film fordert den Zuschauer mit Metaphern und Mehrdeutigkeiten und nimmt zu keiner Zeit richtig Stellung. Da sieht der Zuschauer in den Kopf einer traumatisierten Protagonistin und wird mit verstörenden Visionen konfrontiert. Ein anderes Mal werden Figuren dabei gefilmt, wie sie in Folge von Hunger und Durst unfassbare Dinge tun. Dabei stellt sich stets die Frage, was denn nun real ist und was denn nun dem Kopf der ohnehin bereits psychisch vorgeschädigten Filmheldin entspringt. Als Psychogramm einer traumatisierten Frau funktioniert THE SNARE demnach nicht sonderlich gut. Dazu verwirren Rückblenden, Visionen und Träume unnötig. Sieht man THE SNARE als klaustrophobisches Kammerstück über drei Menschen, die in Folge von Hunger und Durst den Respekt voreinander verlieren, hat der Film durchaus Höhepunkte und Daseinsberechtigung. Weil hier aber Grenzen verschwimmen und der Zuschauer bald selbst keinen Überblick mehr über Geschehnisse im Film hat, dürfte sich dieser Psychothriller mit seiner verworrenen Machart nicht sonderlich viele Freunde machen.
 
 
 


 
 
 

THE SNARE – Zensur

 
 
 
Trotz Psychothriller sind in THE SNARE einige deftige Sachen zu sehen. Vom Vergewaltigen von Frauen, über das Verspeisen von menschlichem Fleisch ist hier allerhand kontroverses Zeug zu sehen, das wohl eine Erwachsenenfreigabe rechtfertigt. Wir vermuten, dass THE SNARE wohl einen roten FSK-Flatschen erhalten wird. Dafür aber in ungeschnittener Form.
 
 
 


 
 
 

THE SNARE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Bohemian Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hunger (2009)
 
The Noonday Witch (2016)
 
Vile – Pain (2011)
 
Die Höhle – Überleben ist ein Instinkt, keine Wahl (2014)


Filmkritik: „Last Girl Standing“ (2015)

last-girl-standing-2015-poster
 
 
 

LAST GIRL STANDING

Story

 
 
 

Eine junge Frau (Akasha Villalobos) erlebt nach einem Massaker an ihren Freunden die Hölle auf Erden. Als einzige Überlebende sieht sie sich fünf Jahre später mit gleichem Killer konfrontiert, der ihr einst alles genommen hat, was ihr lieb und heilig gewesen ist.

 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich mit Überlebenden von Horrorfilmen nach dem Abspann? Eine interessante Frage, mit der sich bisher noch kein Horrorfilm ernsthaft auseinandersetzen wollte. Zeit, dass sich jetzt Regisseur BENJAMNIN R. MOODY damit beschäftigt. Der hat bisher nur Kurzfilme und Folgen für TV-Serien gedreht und feiert mit LAST GIRL STANDING sozusagen sein Spielfilmdebüt, das von seiner Frau RACHEL MOODY gleich mitproduziert wurde. Entstanden ist ein ungewöhnliches Filmexperiment, das sich bei genauer Betrachtung als interessanter Mix aus Slasher und Drama entpuppt, weil er Regeln moderner Meuchelfilme geschickt auf den Kopf stellt und den Mut wagt, etwas Neues zu erzählen. So geht es gleich mit Trommel- und Paukenschlägen los. Regisseur BENJAMNIN R. MOODY geht es clever an und beginnt dort wo eigentlich Slasherfilme gewöhnlich enden. So sieht sich Filmheldin Camryn (Akasha Villalobos) gleich zu Beginn mit einem maskierten Killer konfrontiert, der bereits dutzende Menschen auf dem Gewissen hat und nun hinter der letzten Überlebenden her ist. Die weiß sich jedoch zu wehren und bringt den Serienmörder zu Strecke ohne zu ahnen, dass der eigentliche Horror erst nach ihrem Triumph über das Böse beginnen wird.
 
 
Last-Girl-Standing-2015-bild-1
 
 
Fünf Jahre nach den Ereignissen wird Camryn von den schrecklichen Erlebnissen des Massakers eingeholt. Sie arbeitet nun in einer Wäscherei und ist schwer gezeichnet. Trotzdem erhält sie Rückhalt von Arbeitskollegen und Vorgesetzten, die Verständnis für das psychische Ungleichgewicht der jungen Frau haben. Leider beginnt für die Heldin der Albtraum von Neuen, denn plötzlich ist das Böse wieder da. Der maskierte Killer heftet sich ein weiteres Mal an die Fersen der Überlebenden und scheint ein makabres Spiel mit seinem traumatisierten Opfer spielen zu wollen. Das beginnt allmählich den Verstand zu verlieren und sieht die Freunde in Gefahr. Doch, ist der Mörder wirklich zurück oder spielt die Psyche der Traumatisierten nur Streiche?
 
 
Last-Girl-Standing-2015-bild-2
 
 
Man sollte sich nicht vom amateurhaft zusammengeschnippelten Trailer im Anhang abschrecken lassen, denn LAST GIRL STANDING schaut – trotz Low-Budget-Status – besser aus, als man nach der Sichtung des Werbefilmchen vermuten würde. Das sind gute Voraussetzungen. Doch lohnt der etwas andere Slasher überhaupt gesehen zu werden? Wir meinen nur bedingt, denn trotz gutem Ansatz, hat LAST GIRL STANDING mit dem unausgegorenen Drehbuch und einem fehlenden Spannungsbogen zu kämpfen. Der Zuschauer begleitet eine von Qualen und Albträumen zerfressene Frau durch den Alltag, die ihr Leben offensichtlich nicht mehr auf die Reihe bekommt, weil Erlebtes prägt und nicht mehr loslassen kann. So sieht sich die Hauptprotagonistin von einem Killer verfolgt, den sie eigentlich vor Jahren in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Um die Handlung voranzutreiben, beginnt Regisseur BENJAMNIN R. MOODY den Zuschauer taktisch zu verwirren. Der wird auf falsche Fährten gelockt und kann – wie die Filmheldin – bald nicht mehr differenzieren, ob der Killer im Film real ist oder nur der Gedankenkraft einer traumatisierten Frau entspringt. Leider wird das Verwirrspiel erschwert, weil die von AKASHA VILLALOBOS verkörperte Filmfigur keineswegs zugänglich ist. Das ist für einen Slasher unverzeihlich, weil das soganannte Final Girl gleichzeitig Identifikationsfigur für den Zuschauer sein soll. In LAST GIRL STANDING wirkt die Hauptdarstellerin nicht sonderlich sympathisch und ist nahezu im gesamten Film damit beschäftigt, wie ein verschrecktes Reh hektisch durch die Kulisse zu hetzen, weil sie meint vom ultimativ Bösen verfolgt zu werden. Das nervt spätestens nach der dritten Wievderholung, denn die künstlich heraufbeschworene Hektik soll den sonst eher behäbig erzählten Film von seiner Lethargie befreien.
 
 
Last-Girl-Standing-2015-bild-3
 
 
Immerhin gibt’s für die Gewaltfraktion was zu sehen. Nach dem zeigefreudigen Einstieg und einem deftigen Massaker, endet der Film quasi so wie er begonnen hat. Nach langer Warterei wird der Zuschauer kurz vor der Zielgeraden mit einem unvorbereiteten Twist konfrontiert, der zu Recht das Prädikat „Makaber“ tragen darf. Leider passt das reißerische und übertrieben blutige Finale nicht zum Rest des eher ernst erzählten Films, der seine Heldin immer weiter in den psychischen Abstieg treibt und es kurz vor dem Abspann nicht gut mit ihr meint. So gibt es in den letzten 15 Minuten harte Spezialeffekte zu sehen damit übertriebenes Töten zelebriert werden kann. Der ernste Tenor des Streifens wird dadurch zerstört, weil ausuferndes Blutgesudel eher unfreiwillig komisch wirkt. Zudem verliert das anfänglich aufgegriffene Thema von Traumverarbeitung und ihre Folgen an Bedeutung und wird stattdessen ins Absurdum getrieben. LAST GIRL STANDING wird die Geister scheiden, denn trotz der guten Idee dahinter harmoniert die Kombination aus Horror und Drama in diesem Fall nicht sonderlich gut. Etwas mehr Liebe im Detail und Feinschliff am Drehbuch hätte nicht geschadet.

 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Mutiger Indie-Horrorfilm, der das Slasher-Genre versucht neu zu erfinden – aber irgendwie an der Unentschlossenheit scheitert, was er denn nun eigentlich sein möchte. So konfrontiert der Streifen den Zuschauer mit der Frage, was mit Überlebenden in Horrorfilmen nach dem Abspann passiert. Wo in den meisten Slasher-Streifen ein Happy End über die Mattscheibe flimmert, meint es LAST GIRL STANDING nicht sonderlich gut mit seiner Hauptfigur. Die hat nach dem Endkampf mit dem Bösen nichts zu lachen und leidet unter einem Trauma, das den Alltag der Überlebenden zur Hölle macht. LAST GIRL STANDING hat gute Ansätze, denn die etwas andere Betrachtungs- und Herangehensweise bringt neuen Wind in das mittlerweile nicht mehr ganz so frische Slasher-Genre. Dennoch ist das, was in LAST GIRL STANDING gezeigt wird nicht das Gelbe vom Ei. Der Film scheint sich nicht so recht entscheiden zu können, in welche Schublade er gesteckt werden möchte. So pendelt der Streifen unentschlossen zwischen erschütterndem Drama und deftigem Splatter-Horror, lässt die Hauptprotagonistin am seelischen Ungleichgewicht zerbrechen und gleichzeitig durch die blutige Slasher-Hölle gehen. Irgendwie passt das nicht zusammen. Weitaus problematischer sind die unvorbereiteten Gewalteskapaden. Während es der Film in der ersten Stunde versucht psychologisch durchdacht anzugehen, regnet es kurz vor der Zielgeraden Blut und Innereien. Weil’s zu viel des Guten ist, wirkt’s unfreiwillig komisch, denn der überzogene Gewaltrausch raubt dem Film die zuvor langsam aufgebaute (psychologische) Ernsthaftigkeit. Verflickst und zugenäht!
 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Zensur

 
 
 
Ja, im Prolog und im Finale geht es ziemlich rabiat zur Sache. Dabei werden allerhand Gegenstände durch menschliche Körper gejagt und gemordet, als gäbe es keinen Morgen mehr. Hierbei macht LAST GIRL STANDING dem Slasher alle Ehre. Auch wenn viele blutige Details gezeigt werden, darf man von einer ungeschnittenen Freigabe in Deutschland ausgehen – für Erwachsene versteht sich.
 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Jinga Films und wurde vonn der Filmwebseite entnommen)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Girl (2014)

The Final Girls (2015)

Antisocial Behavior (2014)

The Babadook (2014)