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Filmkritik: „The Bye Bye Man“ (2017)

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THE BYE BYE MAN

Story

 
 
 

Drei Freunde rufen versehentlich die Aufmerksamkeit einer ominösen Kreatur (gespielt von DOUGH JONES aus OUIJA 2 und THE OPERATOR) auf den Plan und müssen dafür sterben.

 
 
 


 
 
 

THE BYE BYE MAN – Kritik

 
 
 
Aufgrund der Masse an immer liebloseren Horrorfilmen, fragt man sich mittlerweile, ob sich manch Regisseur auch mal selbst die Mühe macht und sich das anschaut, was er dem Zuschauer da zumuten will. Nicht selten wird nämlich Bodensatz aufgetischt, der es aus unerklärlichen Gründen auch noch ins Kino schafft. Ganz weit vorn: THE BYE BYE MAN – ein weiterer ach so pseudo-gruseliger Film, der eigentlich nur aus einer Aneinanderreihung von Schreckmomenten besteht, die um eine triviale Geschichte gewebt wurden. Da fragt man sich doch glatt, was solche Filme eigentlich im Kino zu suchen haben, die nicht einmal das Papier wert sind auf das die Kinokarte gedruckt wurde. Die Antwort ist in der Formel vom schnellen Geld zu suchen, die oft von großen Studios angewandt wird, um mit wenig Kapital maximale Gewinne einzufahren. Da wird mit der Naivität Heranwachsender Geschäfte gemacht, die noch nicht begreifen, dass nicht alles Gold ist, was auf Hochglanz poliert wurde. Genau die sind im Falle von THE BYE BYE MAN leichte Opfer und sollen ums hart gesparte Taschengeld gebracht werden. Da wird mit schönen Menschen aus bekannten Vorabendserien gelockt, die sich gegen eine unheimliche Kreatur zu Wehr setzen müssen und dabei den Verstand verlieren. Das sieht zwar alles ästhetisch aus – auf tieferen Sinn oder gar Antworten hat man aber verzichtet. Stattdessen flimmern genug Buh-Sequenzen über Leinwand oder Mattscheibe, damit sich pubertierende Mädchen in die Arme ihres tapferen Freundes graben können. Ach ja, Jugendzeiten waren so unbeschwert und sorgenfrei. Da wusste man noch nicht, was draußen für eine böse Welt auf einen wartet.
 
 
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THE BYE BYE MAN zeigt Teenie-Horror nach einfachem Muster. Leider dürften Zuschauer jenseits der zwanzig mit dieser Hochglanz-Gurke so rein gar nichts anfangen können. Hier muss man dafür Geld zahlen, damit man ein Nickerchen auf Couch oder Kinosessel machen darf. Zu sehen gibt es nämlich nicht Geistreiches, denn der träge Teenie-Grusel erzählt eine Geschichte, die auf einen Bierdeckel passt und dazu auch kaum Überraschungen zu bieten hat. Drei Studenten beziehen hier ein altes Haus, das schon seit Jahren unbewohnt ist und weitab vom Unigelände steht. Als würde man es ahnen, werden bald furchtbare Dinge geschehen. Elliot (DOUGLAS SMITH) entdeckt im Schlafzimmer einen klapprigen Nachtschrank und erkennt auf dem Boden der Schublade merkwürdige Botschaften. Obwohl darin hingewiesen wird, dass man weder an den BYE BYE MAN denken oder dessen Namen aussprechen soll, macht’s der ahnungslose Student trotzdem. Ein fataler Fehler, denn sofort heftet sich eine dunkle Kreatur an die Fersen des jungen Mannes und will seinen Tod. Leider kann Elliot nicht die Klappe halten und muss es seinen Freunden erzählen. Keine gute Idee, denn nun wissen auch die von der Existenz des BYE BYE MAN und müssen sterben. Doch die Kreatur tötet nicht selbst, sondern lässt morden. Sie frisst sich in die Köpfe ihrer Opfer und verursacht schaurige Halluzinationen. Bald wissen die Freunde nicht mehr was Einbildung ist und was Realität. Die Folge: Sie gehen sich selbst an die Gurgel und löschen sich gegenseitig aus. Was für ein fieses Miststück von Monster.
 
 
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Kann es sein, dass amerikanischer Mainstream-Horror immer einfältiger wird? THE BYE BYE MAN hat kaum nennenswerte Einfälle zu bieten und zeigt quasi eine Art jugendkonforme Neuinterpretation von so Filmen wie CANDYMAN oder DER FLUCH VON DARKNESS FALLS – freilich ohne neue Einfälle oder cleverem Handlungsstrang. Die Grusel-Rezeptur ist simpel und beginnt mit starkem Auftakt. Dabei läuft ein verwirrter Herr Amok und richtet ein Blutbad an. Mit einem Schrotgewehr bewaffnet erschießt er Familie und Nachbarn. Was anfangs keinen Sinn ergeben will, löst sich aber früh auf. Zum Schutze der Menschheit, hat er all jene ins Jenseits befördert, die von der Existenz des sogenannten BYE BYE MAN wissen. Hierbei handelt es sich um eine Kreatur der Dunkelheit, die eine Leidenschaft für makabre Scherze hegt und mit Psychospielchen in den Tod befördert. Leider haben die Macher auf Antworten verzichtet, denn woher die Kreatur kommt und warum sie ausgerechnet auf jene Weise töten muss, erklärt man dem Zuschauer nicht. Stattdessen gibt’s Standard-Horror zu sehen, der wegen Vorhersehbarkeit müde macht. So rufen Teenager versehentlich das Böse herbei, die sich wenig später aufmachen, um das Geheimnis des mysteriösen BYE BYE MAN zu ergründen. Aufgrund fehlender Ideen und konventioneller Machart erinnert der Streifen von STACY TITLE eher an TV-Ware, die in der heutigen Zeit oft über mehr Produktionsgelder verfügt, als so mancher Kinofilm. Das ist dann auch schon das größte Problem dieses trivialen Grusel-Schnarchers. THE BYE BYE MAN erweckt eher den Eindruck, als wäre die Schlaftablette anfangs mal fürs Fernsehen geplant gewesen. Die stereotypen Charaktere wirken oberflächlich, bei den CGI-Effekten hat man gespart und das aus drei Seiten bestehende Drehbuch hätte jeder Fünfklässler besser zu Papier gebracht. Da will man mit allen Mitleid haben, die ganz unvoreingenommen (freiwillig oder erzwungen) Bekanntschaft mit dem BYE BYE MAN machen wollen (oder müssen), denn hierbei handelt es sich wohl um den überflüssigsten Filmbösewicht der letzten 30 Jahre. Weil der Film das Dreifache an Produktionsbudget in Amiland eingespielt hat, darf man sicherlich mit einer Fortsetzung rechnen. Das war auch die Intension der Macher. Mit dem BYE BYE MAN wollten sie eine neue, ikonische Gestalt des Horror-Genres erschaffen. Aufgrund des hohen Zuschauerzuspruchs könnte man das Vorhaben wohl als erfolgreich bezeichnen. So werden wohl einige Folgefilme kommen. Gott hab’ Erbarmen mit uns Horrorfans.
 
 
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THE BYE BYE MAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bye Bye Spannung, Ideen und Anspruch. Der PG-13-Grusler aus Amerika mit dem dümmlichen Titel THE BYE BYE MAN ist kein Film für Feingeister. Regisseurin STACY TITLE macht’s konventionell und will mit ihrem simpel gestrickten Gruselstreifen eher pubertierende Zuschauer ansprechen, die in Sachen Horror noch recht grün hinter den Ohren sind. Das dürfte auch einer der Gründe gewesen sein, warum THE BYE BYE MAN in Amerika so erfolgreich gewesen ist, denn die Produzenten genannten Streifens zielen genau auf die Unerfahrenheit des jungen Publikums ab und versorgen es mit seichtem Grusel nach Schema F. Leider dürften sich alte Horrorhasen vom gebotenen Horror-Fast-Food schnell gelangweilt fühlen, denn der Film stibitzt rigoros und unermüdlich bei anderen, besseren Horrorstreifen und verzichtet gänzlich auf eigene Ideen. THE BYE BYE MAN basiert auf der Kurzgeschichte THE BRIDGE TO BODY ISLAND aus dem Buch THE PRESIDENT’S VAMPIRE: STRANGE-BUT-TRUE TALES OF THE UNITED STATES OF AMERICA. Darin schrieb Autor ROBERT DAMN SCHNECK mehrere Gruselgeschichten nieder, die sich so tatsächlich in Amerika ereignet haben sollen. Auch THE BYE BYE MAN beruht auf einer dieser wahren Begebenheiten. So wurden Anfang der 1990er drei Studenten in Wisconsin mit seltsamen Vorfällen konfrontiert, die sie nicht erklären konnten. Die, die leichtfertig alles glauben, dürfte schon allein der Gedanke daran Gänsehaut bereiten. Alteingesessene Horrorfilmkenner rollen da eher mit den Augen. Übrigens hatte es der Film bereits vor der Kinoauswertung nicht leicht. Geplant war ein deftiger Slasher und erhielt in Amerika auch eine Freigabe für Erwachsene (Rated R). Um ein größeres Publikum anzusprechen wurde der Horrorfilm noch einmal überarbeitet und entschärft. Bei einer Neuprüfung gab’s dann auch das angestrebte PG-13, um mehr Jugendlichen das Taschengeld abnehmen zu können. Manch Produzent geht für Geld eben über Leichen.
 
 
 


 
 
 

THE BYE BYE MAN – Zensur

 
 
 
THE BYE BYE MAN musste für ein PG-13 Federn lassen. Sonderlich viele Gewaltmomente gibt es nicht zu sehen. Einige Figuren werden mit einem Schrotgewehr erschossen. Eine Protagonistin wird von einem Zug überfahren, ein Baseballschläger kommt zum Einsatz und jemand schießt sich mit einem Gewehr in den Kopf. Deutscher Kinostart ist April 2017. Eine Freigabe ab 16 gab’s von der deutschen FSK für die amerikanische Kinofassung.
 
 
 


 
 
 

THE BYE BYE MAN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Germany 2017)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Candyman’s Fluch (1992)
 
Der Fluch der Hexe – Queen of Spades (2015)
 
Bloody Mary (2006)
 
Düstere Legenden 3 (2005)
 
Boogeyman – Der schwarze Mann (2005)
 
Boogeyman 2 – Wenn die Nacht Dein Feind wird (2008)
 


Filmkritik: „The Institute“ (2017)

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THE INSTITUTE

Story

 
 
 

Baltimore im 19. Jahrhundert: In einer Anstalt geht der Teufel um. Hier führt Dr. Cairn (James Franco) unethische Experimente an seinen Patienten durch, die im Keller des Rosewood Institut vielen Insassen den Tod kosten.

 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Kritik

 
 
 
ANGELINA JOLIE tut es, KEVIN COSTNER hat Spaß daran und MEL GIBSON ist darin nicht untalentiert. Wenn Schauspieler nach neuen Herausforderungen suchen, ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass sie sich zur Abwechslung gern mal hinter der Kamera austoben. Auch Tausendsassa JAMES FRANCO ist so ein Kandidat, der sich seit Jahren als Allroundtalent ausprobiert. Der ist nicht nur als Schauspieler unterwegs, sondern führt immer öfter Regie und produziert so ziemlich fleißig. Mit THE INSTITUTE zeigt er einmal mehr, das man auch mehrere Zügel in der Hand halten kann. Darin ist der extrovertierte Amerikaner nicht nur als Schauspieler unterwegs, sondern hat ebenso Regie geführt und als Geldgeber fungiert. Entstanden ist ein düsterer Psychothriller vor historischer Kulisse, der trotz JAMES FRANCO an Bord nicht die Ausnahmequalitäten besitzt, die man vom Multitalent eigentlich erwartet hätte. Letzterer spielt zwar mit, scheint aber reichlich gelangweilt gewesen zu sein. Von dessen gewohnt schauspielerischen Qualitäten ist kaum etwas zu verzeichnen. Wohlmöglich hat er bereits zu Beginn der Dreharbeiten geahnt, dass THE INSTITUTE kein guter Film werden wird.
 
 
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Ein finsterer Anstalts-Krimi, der im Amerika des letzten Jahrhunderts spielt. Darin lässt sich die gutbetuchte Isabel Porter (ALLIE GALLERIN) nach dem Tod ihrer Eltern vom Bruder in eine Nervenheilanstalt einliefern. Die junge Frau hat Schuldgefühle entwickelt und fühlt sich wegen ihrer Trauer nicht mehr im Leben sicher. Weil ihr im Rosewood Institut die Sorgen genommen werden sollen, begibt sie sich freiwillig in die Obhut von Dr. Cairn (James Franco). Leider ist der Arzt alles andere als um die Gesundheit seiner Patienten bemüht. Dieser nimmt fragwürdige Heilungsmethoden vor und verursacht dadurch bewusst den Tod seiner ahnungslosen Insassen. Auch Isabel macht bald mit der Skrupellosigkeit des ominösen Psychiaters Bekanntschaft. Der beginnt die verunsicherte Frau zu manipulieren und verpasst ihr eine Gehirnwäsche. Was aber niemand ahnt: Im Keller der Psychiatrie passieren weit schlimmere Dinge. Dort werden groteske Rituale und Opfer-Zeremonien durchgeführt, die auch bald der verängstigten Isabel Porter zum Verhängnis werden.
 
 
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Es gibt wohl kaum eine Szenerie, die besser für einen Horrorthriller geeignet wäre, als eine schlecht ausgeleuchtete Psychiatrie im 19. Jahrhundert. Diesmal wandeln aber nicht rastlos Geister durch Gänge, weil ihnen zu Lebzeiten schreckliche Dinge angetan wurden. In THE INSTITUTE ist es der Mensch selbst, der hinter dem Schleier der Medizin lieber skrupellos Menschenleben auslöscht, statt zu helfen. So werden hier junge Frauen durch fragwürdige Methoden in einen Zustand verwandelt, der sie in willenlose Sklaven umfunktioniert. Ganz zur Bespaßung einer gutbetuchten Elite, die sich regelmäßig in den Hallen der Anstalt trifft, um darin fragwürdigen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Was sich hier liest, wie eine Vorgeschichte zum Folterfilm HOSTEL beruht übrigens auf wahren Begebenheiten. So gibt es diese ominöse Einrichtung im amerikanischen Maryland wirklich. Mittlerweile wurde das berüchtigte ROSEWOOD CENTER aber geschlossen. Trotzdem wissen nur die wenigsten, was sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts dort abgespielt haben soll. Wohlhabende Familien aus der Gegend sorgten seinerzeit für einen Skandal. Die haben Klinikpatientinnen adoptiert, waren aber nicht an deren Wohl interessiert. Statt sie als vollwertiges Mitglied in die Familie aufzunehmen, wurden sie sexuell missbraucht, zur Prostitution gezwungen oder als Sklavinnen umfunktioniert. Ein bitteres Kapitel in der amerikanischen Geschichte, welches in THE INSTITUTE aber zu keinem Zeitpunkt die Ernsthaftigkeit erhält, die es wohl verdient hätte. Stattdessen gibt es haarsträubenden Sekten-Horror zu sehen, dessen Auflösung derart unglaubwürdig ist, dass man es gesehen haben muss, um es glauben zu können. Wer es demnach plausibel bevorzugt, sollte daher unbedingt Abstand halten, denn mit diesem Film hat sich der werte Herr Franco nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Ein enttäuschender Zeiträuber.
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
HOSTEL im 19. Jahrhundert. THE INSTITUTE beruht auf tatsächlichen Vorfällen, die sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts in einer amerikanischen Nervenheilanstalt zugetragen haben sollen. Viel mit den wahren Hintergründen im sogenannten ROSEWOOD CENTER hat dieser Psychothriller nicht gemein. Stattdessen verkommt THE INSTITUTE zu stumpfsinniger Unterhaltung, die man nicht sonderlich ernst nehmen kann. Beinahe möge man meinen, hier eine Parodie zu sehen, denn die Handlung ist derart abstrus, dass man gar nicht glauben möchte, dass JAMES FRANCO verantwortlich zeichnet. Der macht nach THE ADERALL DIARIES und THE COLOR OF TIME das dritte Mal gemeinsame Sache mit Regisseurin PAMELA ROMANOWSKY und liefert einen düsteren Anstalts-Horror ab, der ausschließlich atmosphärisch überzeugen kann. Die Szenarie ist auf Unheil gebürstet und die bewusst schlechte Ausleuchtung tut ihr übriges. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen sehenswerten Horrorthriller. Wenn da nur nicht das selten dämliche Drehbuch wäre, das weder Spannung, Glaubwürdigkeit oder Höhepunkte besitzt. Immerhin gibt es am Ende etwas Blut zu sehen, damit sich 90 Minuten Warterei zumindest für Hardcore-Allesseher gelohnt haben. Trotzdem gibt es weit bessere Möglichkeiten als anderthalb Stunden Lebenszeit mit Warten zu vergeuden.
 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Zensur

 
 
 
THE INSTITUTE hält sich hinsichtlich Schauwerten zurück. Erst gegen Ende gibt es einen kurzen Gewaltrausch-Rausch zu sehen. Da werden Kehlen durchgeschnitten, Menschen vergiftet und Messer während eines Rituals in Körper gerammt. Trotzdem dürfte der Film hierzulande problemlos den blauen FSK16-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Raven – Prophet des Teufels (2012)
 
From Hell (2001)
 


Filmkritik: „X Moor“ (2014)

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X MOOR

Story

 
 
 
Dokumentarfilmer wollen in Englands Mooren Beweise für die Existenz einer mysteriösen Raubkatze auf Film festhalten. Leider kommt alles anders.
 
 
 


 
 
 

X MOOR – Kritik

 
 
 
Das reale Leben erzählt stets die besten Geschichten. Im Horrorfilm ist diese Weisheit schon längst die Regel, denn Genrefilme, die auf tatsächlichen Begebenheiten beruhen, lassen ausgehungerte Horrorfans hellhörig werden. Mit dem Wildnis-Horror X MOOR wird die Reihe jener Streifen um einen Kandidaten erweitert, der aber nicht zu jenen Werken gehören dürfte, die man sich unbedingt vormerken sollte. Die Grundlage zum Film lieferten schaurige Legenden der Mythenwelt Großbritanniens. Glaubt man den Erzählungen Einheimischer im Südwesten Englands, sollen in den 1980ern dort ominöse Raubkatzen ihr Unwesen getrieben haben, die für den Tod unzähliger Schafe verantwortlich zeichneten. Bis heute konnte eine Existenz derartiger Wildtiere nicht bewiesen werden, so dass die Bestien von Exmoor wohl auf ewig Teil der mysteriösen Sagenwelt Großbritanniens bleiben dürften.
 
 
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Trotz Erzählungen und Legenden ist die Jagd nach einem Wesen, das im Grunde genommen nicht existiert, für die Dokumentarfilmer Georgia (MELISA KREILING) und Matt (NICK BLOOD) eine gute Gelegenheit, die leere Haushaltskasse aufzustocken. Denen winken 25.000 Pfund, wenn sie in der Gegend um Exmoor den Beweis auf Video festhalten, dass dort eine Panther-artige Raubkatze Tiere in den Mooren reißt. Zusammen mit dem erfahren Beobachter Fox (MARK BONNAR) begibt man sich auf Exkursion in die Moore, stellt Kameras auf und beobachtet. Doch mit Einbruch der Nacht beginnt das Grauen. Im dichten Wald entdeckt man ein Massengrab. Zerfetzte Frauenkörper sorgen für Panik und werfen bald die Vermutung auf, dass das Verschwinden von Tier und Mensch rationale Ursachen besitzen muss.
 
 
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Wenn vermuteter Tier-Horror dann doch eine andere Richtung einschlägt: X MOOR trickst den Zuschauer aus. Der Film ist nicht das, was er anfangs vorgibt zu sein. Ein radikaler Richtungswechsel sorgt für Verwirrung, denn hinter einfältiger Publikumsmanipulation verbirgt sich konfuser Serienkiller-Murks, der so seine Probleme mit der Glaubwürdigkeit besitzt. Da stehen plötzlich scheintote Opfer von den Toten auf, fuchteln wild um sich und wollen den überhysterischen Rettern an die Gurgel. Die geraten in Panik, flitzen durch ungesichertes Moorgeländer und fallen aus Unachtsamkeit in die Sümpfe. Als wäre das nicht schon schwachsinnig genug, ergänzt auch noch ein debiler Mörder die Handlung, der die nichtsahnende Tochter mit zum Tatort geschleppt hat. Die wartet geduldig im Auto, während Papa im Wald unschuldige Menschen ermordet. X MOOR ist sprichwörtlich zugemüllt mit dummen Ideen und unlogischen Handlungsverläufen, wobei man nicht hinterfragen sollte, warum die Protagonisten ausgerechnet bei Nacht durch ein ungesichertes Moorgebiet irren. Die gehen bei absoluter Finsternis mit unzureichender Ausrüstung auf Erkundungstour und geraten in das Jagdgebiet eines Killers, der kurzen Prozess veranstaltet. Eine logische Konsequenz, schließlich kann grenzenlose Dummheit im Horrorfilm nur mit dem Tod bestraft werden.
 
 
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So stockduster wie das Drehbuch ist im Übrigen auch die Szenarie, in der Zuschauer wie Helden kaum die Hand vor Augen sehen. Das mag zwar anfangs förderlich für den Spannungsaufbau sein und für gut platzierten Schrecken sorgen; nachdem jedoch des Pudels Kern entlarvt wurde, verliert sich der zuvor stimmig aufgebaute Horror-Thriller in einer Flut aus konfusen Bildern und Schnitten. Es wird gekreischt, gewinselt und gerannt; geschlitzt, ermordet und gerächt. Hier kämpft Gut gegen Böse und Gut gegen Gut, denn im Dunkel der Nacht kann es schon mal vorkommen, dass man versehentlich die Fronten wechselt. Trotz vieler unvorhersehbarer Wendungen bleibt am Ende kein guter Film übrig. In diesem Streifen passiert allerhand haarsträubendes Zeug, dass man partout nicht ernstnehmen kann. Umso unverständlicher die Tatsache, dass sich X MOOR bis zum erlösenden Abschluss bierernst nimmt, obwohl der Film so viele Fehler besitzt, dass ein Großteil der Handlung unfreiwillig komisch wirkt. Wer eine Schwäche für Überlebensthriller besitzt, in denen Protagonisten vor dem Bösen durch finstere Wälder sausen, könnte vermutlich einige Adrenalinschübe erleben. Wer auch beim Horrorfilm nicht den Kopf ausschalten kann, bekommt wohl bei einem dummen Thriller wie X MOOR nicht nur Kopfschmerzen, sondern definitiv Migräne.
 
 
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X MOOR – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Schockreicher Filmalbtraum mit unvorhersehbaren Wendungen und radikalem Richtungswechsel – dennoch: Herr wirf Hirn vom Himmel. Es mag vermutlich fatal sein, in Horrorfilmen von Logik zu sprechen. Trotzdem darf man auch von Horrorware erwarten, dass man als Zuschauer nicht veräppelt wird. X MOOR brüstet sich damit, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Dennoch ist das, was man hier ertragen muss jenseits von Gut und Böse. Selten hat man Figuren im Horrorfilm gesehen, die sich verhalten, als wären sie von Sinnen. In X MOOR handelt niemand nachvollziehbar, geschweige denn klug oder rational. Nach einem stimmigen Einstieg, verwandelt sich Tier-Horror in Serienkiller-Terror und sorgt für entnervte Gesichter. Die Kulisse ist finster, so dass das Folgen der Geschichte unnötig erschwert wird. Protagonisten treffen seltsame Entscheidungen und handeln ausschließlich nach Regeln moderner Horrorfilme. Zudem bremst sich X MOOR auch noch mit seinem aufgesetzten Finale selbst aus. Gerade als man denkt der Film wäre zu Ende, folgt ein deplatzierter Rattenschwanz, der den nicht sonderlich intelligenten Streifen unnötig in die Länge treibt. Überleben in der Wildnis mal anders: X MOOR ist x-beliebig und strunzdumm
 
 


 
 
 

X MOOR – Zensur

 
 
 
Zwar gibt es Filmblut zu sehen; da der Film aber in stockfinsterer Nacht spielt und X MOOR öfters mit guter Ausleuchtung zu kämpfen hat, können einige der Spezialeffekte nur erahnt werden. Man darf von einer FSK16 ausgehen.
 
 


 
 
 

X MOOR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Jungle (2013)
 
Trail of Blood (2011)
 
Treehouse (2014)