Filmkritik: „Lake of Death“ (2019)

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LAKE OF DEATH

(DE DØDES TJERN)

Story

 
 
 

Traumatisierte junge Frau macht mit Freunden Ferien in einer Waldhütte, um das mysteriöse Verschwinden des Bruders verarbeiten zu können. Was noch keiner ahnt: Dort geht es bald drunter und drüber.


 
 
 


 
 
 

LAKE OF DEATH – Kritik

 
 
 
Euro-Horror ist immer für eine Überraschung gut. In letzter Zeit kam von hier interessantes Genre-Zeugs, das sogar international Beachtung erhielt. Hierbei als besonderer Geheimtipp gehandelt: Norwegen. Dort wurde nicht nur das deftige MANHUNT BACKWOODS MASSACRE produziert. Auch die Mockumentary TROLLHUNTER, die COLD PREY-Reihe sowie die DEAD SNOW-Filme entstanden im Land der Fjorde und gingen um den Globus. Nun versucht sich Norwegen abermals im Genre und schickt mit LAKE OF DEATH einen Mysterystreifen ins Rennen, der den bisherigen einheimischen Horrorfilmen Konkurrenz machen soll. Dabei handelt es sich um die Adaption eines Romans aus der Feder von ANDRE BJERKES. Das Buch wurde im Jahr 1958 schon einmal verfilmt und gilt unter Kritikern bis heute als einer der ersten und gleichzeitig auch besten Horrorfilme Norwegens. Ein schweres Erbe, das nun die Regisseurin NINI BULL ROBSAHM antreten muss. Die gestaltet die angestaubte Erzählung moderner und versucht durch amerikanischen Look mehr internationale Horrorfilmfans zu erreichen.
 
 
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Lillian hat es nicht leicht. Die hatte zusammen mit Zwillingsbruder Björn keine schöne Kindheit – dafür ein inniges Verhältnis. Die Eltern verstarben früh, weshalb die Waisen getrennt voneinander in Pflegefamilien aufwuchsen. Vor einem Jahr ist das Brüderchen verschwunden und wurde nie gefunden. Ein Schicksalsschlag an dem Lillian schwer zu knabbern hat. Doch die Freunde wollen die junge Frau wieder auf den rechten Weg bringen. Man beschließt zusammen an jenen Ort zu reisen, an dem sich die Geschwister vor einem Jahr zum letzten Mal gesehen haben. Es ist eine Hütte am See, wo die Idylle trügerisch ist. Hier ranken sich seit einem Selbstmord in den 1920ern schaurige Legenden. So berichten Einheimische von einer unheimlichen Kreatur, die in den Tiefen des Gewässers haust. Aber auch die Geister von Kindern sollen hier ihr Unwesen treiben, welche im See ertrunken sind. Folklore, an der offenbar etwas dran ist. Lillian beginnt nämlich plötzlich Dinge zu sehen, die den Anschein erwecken, dass es in dieser Gegend nicht mit rechten Dingen zugeht. Für die Freunde Hokuspokus – bis einer von ihnen unter mysteriösen Umständen verschwindet.
 
 
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Wenn Freunde eine Reise zu einer Waldhütte unternehmen, passiert meist dort nichts Gutes. LAKE OF DEATH – der im Original übrigens DE DØDES TJERN heißt – bekräftigt diese Theorie, ist aber auch keine Bereicherung des Genres. Der Film macht zwar in technischer Hinsicht eine gute Figur und zeigt ästhetische Bilder und Kamerafahrten. Unter der makellosen Fassade bröckelt es aber schnell. Der Grund: Das Drehbuch. Regisseurin NINI BULL ROBSAHM hat selbiges verfasst und versucht das Publikum durch schaurige Visionen, Tagträume und Schlafwandlereien an der Nase herumzuführen. Mit der Ankunft am idyllischen Waldsee sieht Heldin Lillian immer wieder merkwürdige Dinge, die offenbar nur sie sehen kann. Alles nur Ergebnisse einer sprudelnden Fantasie, Folgen eines Traumas oder sind hier doch höhere Mächte am Werk? Was anfangs noch für Spannung sorgt und den Zuschauer fordert, wird spätestens nach der Halbzeit zur Geduldsprobe, weil sich die seltsamen Visionen wiederholen und scheinbar zu keinem Ziel führen. So verharrt der Film auf der Stelle und gewinnt erst kurz vor dem Finale wieder an Fahrt. Um das Publikum nicht zu langweilen, durchbricht Regisseurin NINI BULL ROBSAHM den monotonen Kreislauf, lässt Filmfiguren verschwinden und webt um das Gewässer am Haus ein großes Geheimnis. Lebt hier vielleicht doch ein Monster im See, haben es sich in friedlicher Idylle etwa Geister gemütlich gemacht oder lässt sich alles rational erklären? Viele Fragen, die auf einmal Panik bei den Protagonisten entstehen lassen, weil sich die Ereignisse überschlagen. Warum erst so große Anlaufschwierigkeiten und nicht gleich so?
 
 
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Nein, LAKE OF DEATH ist trotz falscher Fährten, vieler Fragezeichen und einem Twist am Ende nicht unbedingt das, was man einen interessanten Gruselausflug nennt. Der Film ist ein konfuses Geflecht an Szenen, das nicht immer Sinn macht und mehr Fragen aufwirft, statt Antworten zu geben. LAKE OF DEATH braucht viel zu lang, bis er endlich mal zum Punkt kommt. Da mutet es schon beinahe größenwahnsinnig an, wenn im Film selbst bekannte Klassiker des Horror-Genres genannt und sogar zitiert werden. Denen kann LAKE OF DEATH nicht mal ansatzweise das Wasser reichen. Da ziehen die Charaktere Vergleiche zu Roths CABIN FEVER, erwähnen Kings MISERY oder finden – wie in TANZ DER TEUFEL 2 – ein mysteriöses Tagebuch mit schaurigen Skizzen im Keller. Letzterer Seitenhieb dürfte nicht zufällig den Weg in den Film gefunden haben. BOB MURAWSKI zeichnet für den Schnitt verantwortlich. Der hatte zuletzt diverse Filme aus der Mache von SAM RAIMI zurechtgestutzt. Darunter auch Teil drei der kultigen TANZ DER TEUFEL-Reihe. Wenn das mal kein Zufall ist.
 
 
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LAKE OF DEATH – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Wenn Freunde zusammen Urlaub in einer Waldhütte verbringen, sollte es eigentlich blutig werden. LAKE OF DEATH stolpert aber aus der Reihe. Zwar wird auch hier ein mysteriöses Buch in einem gruseligen Keller gefunden und in einer klapprigen Hütte geht es nicht mit rechten Dingen zu. Die Teufel tanzen aber nicht. Stattdessen ist die norwegische Produktion mehr Gruseldrama, das sich – mehr schlecht als recht – versucht als Psychothriller zu behaupten. Regisseurin NINI BULL ROBSAHM macht zu oft von Verwirrungstaktik Gebrauch und hält sich damit sprichwörtlich über Wasser. Zum Leidwesen des Zuschauers, dem man es nicht übel nehmen kann, wenn der im Rausch der Flashbacks, Tagträume und Visionen plötzlich den Wald vor lauter Fragezeichen nicht mehr sieht. Dass selbst das Ende nicht mit offenen Karten spielt und dem Zuschauer mehrere Erklärungsansätze vor die Füße wirft, ist bei so konfuser Erzählerei dann doch die Spitze des Eisbergs. Diesen wirren Psycho-Mystery-Grusel-was-auch-immer-Film muss man nicht gesehen haben. Norwegen hat in Sachen Horror schon bessere Tage erlebt.
 
 
 


 
 
 

LAKE OF DEATH – Zensur

 
 
 
LAKE OF DEATH ist ein subtiler Mysteryfilm mit Gruseleinschlag. Gewalt gibt es kaum zu sehen. Meist sieht man nur das Resultat eines Mordes, sowie eine Wasserleiche. Hierzulande dürfte der Streifen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

LAKE OF DEATH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Shudder)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freitag der 13. (1980)

Dead Body (2017)

Lake of Death – See des Grauens (2013)

Blutiger Sommer – Das Camp des Grauens (1983)

The Evil Ones – Die Verfluchten (2016)

Filmkritik: „The Lodge“ (2019)

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THE LODGE

Story

 
 
 

Weihnachten in einem eingeschneiten Ferienhaus irgendwo am Hintern der Welt. Darin müssen zwei Geschwister allein mit der neuen, nicht sonderlich beliebten Freundin des Vaters Zeit verbringen. Als plötzlich Strom und Heizung ausfallen, entwickeln sich die Dinge auf einmal ganz unvorhersehbar.

 
 
 


 
 
 

THE LODGE – Kritik

 
 
 
Seit 1930 ist HAMMER FILMS Garant für wohlige Schauer im Kino. Das Studio verknüpfte als erste Filmgesellschaft die britische Gothic-Tradition mit den blutigen Grausamkeiten des französischen Théâtre du Grand-Guignol. Das Resultat: Zahlreiche Gruselklassiker wie die Dracula-Verfilmungen mit CHRISTOPHER LEE und PETER CUSHING, die bis heute Kultstatus genießen. Doch wie so oft im Filmbusiness nutzen sich neue Ideen schnell ab. Knapp fünfzig Jahre funktionierte der gefeierte Horror-Mix wunderbar. Danach verloren HAMMER FILMS den Anschluss und die Zuschauer das Interesse. 1979 flimmerte der letzte Film über die Leinwand. Danach musste das Unternehmen Konkurs anmelden.
 
 
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Mittlerweile tut sich aber wieder was. Dank „Big Brother“-Erfinder JOHN DE MOL konnte HAMMER FILMS Mitte der 2000er reanimiert werden. Der niederländische Medienmogul und Produzent übernahm das Ruder und half dem einst beliebten Unternehmen wieder auf die Beine. Das Ergebnis: neue, schaurige Horrorfilme, von denen vor allem DIE FRAU IN SCHWARZ beachtliche Erfolge an den Kinokassen einfahren konnte. Nun geht es mit THE LODGE weiter – einem subtilen Psychothriller, der von zwei Österreichern inszeniert wurde. SEVERIN FIALA und VERONIKA FRANZ zeichnen verantwortlich und erhielten mit dem international gefeierten Debüt ICH SEH, ICH SEH jede Menge Aufmerksamkeit. Offenbar ein nicht unwesentlicher Grund, warum die beiden Filmemacher nun Nachschub für HAMMER FILMS liefern sollen.
 
 
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Der erste englischsprachige Film der beiden Regisseure aus Österreich ist dem Erstling nicht unähnlich. Wieder mal stehen Kind-Eltern-Konflikte auf der Umsetzungsagenda. THE LODGE handelt von den Teenagern Mia und Aidan, die die Familienhölle auf Erden durchleben müssen. Der Vater hat sich von der Mutter getrennt und entschied sich für eine neue Freundin. Grace nennt sich die Gute und wird von den Kindern gehasst. Damit der Nachwuchs mehr Akzeptanz für die neue Partnerin entwickelt, entscheidet sich das Familienoberhaupt zu einer ganz besonderen Therapie. Die Weihnachtsfeiertage sollen gemeinsam verbracht werden. Nicht daheim – sondern im Ferienhaus der Eltern. Doch das liegt weit weg vom Schuss. Dass die Stimmung da im Keller ist, dürfte verständlich sein. Aber es kommt noch schlimmer. Vater Richard muss unerwartet in die Stadt zurück. Die Arbeit ruft. Zurück bleiben Baldstiefmutter Grace und die beiden Kinder, die bald mit großen Problemen zu kämpfen haben. Strom und Heizung fallen aus. Hinzukommt, dass das Haus eingeschneit ist und man in der Hütte ausharren muss. Das zehrt an den Nerven – zumal das neue Familienmitglied Grace plötzlich von der Vergangenheit eingeholt wird. Die war Teil einer mysteriösen Sekte, deren Mitglieder Massenselbstmord begangen haben. Nur Grace überlebte. Bei den Kindern Mia und Aidan läuten da nicht unbegründet die Alarmglocken. Wir wünschen: Merry Christmas!
 
 
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Minimalistisch, unterkühlt und gemächlich. THE LODGE ist kein Film für jedermann. In diesem Kammerspiel steht Langsamkeit im Vordergrund, damit sich Figuren, Geschehnisse und Konflikte entwickeln können. Demzufolge ist es wichtig ausgeschlafen zu sein, denn der stimmungsvolle Paranoia-Thriller nimmt sich viel Zeit, seine unaufgeregte Geschichte zu erzählen. Lang geschieht nichts, wobei bewusst darauf geachtet wird, dass der Zuschauer lange im Unklaren darüber gelassen wird, worum es hier eigentlich geht. Erst nach einer Stunde bahnt sich psychologischer Terror mit leisen Schritten durch die Handlung. Da passieren plötzlich seltsame Dinge und THE LODGE beginnt mit den Erwartungen des Zuschauers zu spielen. Worauf läuft hier alles hinaus? Welches Geheimnis umgibt die Verlobte von Vater Richard? Ist die eisige Behausung verflucht? Oder werden die Eingeschneiten von mysteriösen Dingen draußen in den Wäldern bedroht? Fragen über Fragen und lange keine Antworten in Sicht. Die Filmemacher SEVERIN FIALA und VERONIKA FRANZ sorgen für Verwirrung, indem sie immer wieder falsche Fährten legen und so den Zuschauer im Dunkeln tappen zu lassen. Dass dazu auch noch Filme im Fernseher laufen in denen Menschen vom Schnee umschlossen sind, verstärkt den Verdacht, dass den Protagonisten Schreckliches widerfahren wird. Besser kann man den Zuschauer nicht auf die Folter spannen.
 
 
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THE LODGE ist kein Film für Fans lauter Horrorstreifen. Auf Schreckmomente wird verzichtet. Stattdessen geht man es subtil an. Langsame Kamerafahrten, wenige Dialoge, minimalistisches Set und unterkühlte Atmosphäre lassen die Geschehnisse beinahe schon langweilig erscheinen. Das ist aber gewollt. Ist der Zuschauer nämlich kurz nicht bei der Sache, ziehen die Regisseure dem Publikum den Boden unter den Füßen weg. Eine geniale Taktik – vor allem auch deshalb, weil dadurch die Aufmerksamkeit des Filmfans gewiss ist. Letzterer erlebt in THE LODGE einen Ausflug in die Abgründe des Zwischenmenschlichen. Das Ergebnis ist grandios besetzt und unheimlich gespielt. Unterm Strich eine Empfehlung, denn was uns HAMMER FILMS hier ins (Heim)Kino bringt, ist so unerwartet gruselig, dass man es gesehen haben muss, um es glauben zu können.
 
 


 
 
 

THE LODGE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobisch, beklemmend und eisig – minimalistischen Psychospiel für Feingeister. THE LODGE ist psychologisches Grauen fernab des klassischen Spannungskinos, das nicht für jeden Horrorfilmfan geeignet ist. Der Film definiert den Begriff der Langsamkeit neu und spielt gekonnt mit der Aufmerksamkeitsspanne des Zuschauers. Die ICH SEH, ICH SEH-Regisseure SEVERIN FIALA und VERONIKA FRANZ nehmen sich erschreckend viel Zeit, um ihre Geschichte zu erzählen, und beschwören so das Grauen in leisen Schritten herauf. Action, Spezialeffekte und Jumpscares? Fehlanzeige! Hinzukommt, dass mit Handlung gespart und nur selten gesprochen wird. Das mag vor allem jenen Zuschauern gar nicht passen, die sich gern von hektisch geschnittenen Serien auf NETFLIX berieseln lassen. Für die ist THE LODGE aber auch nicht gemacht. Der fast schon ins Arthaus driftende Psycho-Horror richtet sich an offene Filmfans, die von Genre-Ware einen gewissen Anspruch erwarten. Die werden mit dem untypischsten Streifen der legendären Produktionsfirma HAMMER FILMS ihre Freude haben.
 
 
 


 
 
 

THE LODGE – Zensur

 
 
 
THE LODGE ist eher ein subtiler Psycho-Horror, der sich in Sachen Gewalt weitestgehend zurückhält. Splatterszenen sieht man nicht. Brutale Morde ebenso wenig. Hierzulande hat der Film eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE LODGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Leonine | SquareOne (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lodge; Großbritannien | Kanada | USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: 108 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailer-Show

Veröffentlichung: KeepCase: 12.06.2020

 
 

The Lodge [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE LODGE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SquareOne Entertainment GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Others (2001)
 
Shining (1980)
 
Hereditary – Das Vermächtnis (2018)
 

Filmkritik: „The Heretics“ (2017)

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THE HERETICS

Story

 
 
 

Eine gewissenlose Sekte erwartet die Niederkunft eines grausamen Dämons, der sich in den vergangenen Jahren an Gloria labte und nun seinen Wirt verlassen will.

 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfan, immer Horrorfan. Wer fleißig die Indie-Filmszene verfolgt, dürfte bereits mitbekommen haben, dass hier gern mal Filmemacher auf dem Regiestuhl Platz nehmen, die eine ausgesprochene Leidenschaft für Angst und Schrecken besitzen. Nicht selten stecken dahinter Regisseure, die mit den Filmen namhafter Genre-Ikonen aufgewachsen sind und nun selbst versuchen in deren Fußstapfen zu treten. Auch CHAD ARCHIBALD gehört zur Gruppe derer, die sich als eingefleischte Horrorfilmfans bezeichnen und aus Liebe zum Genre Streifen für Liebhaber dieser Filmgattung drehen. So entstand unter seiner Fuchtel bisher ganz brauchbares Zeug, das wir hier schon des Öfteren auf FILMCHECKER besprochen haben. Darunter gehörten die Schocker BITE oder THE DROWNSMAN, welche auf einschlägigen Festivals sogar reichlich Lob erhielten und hierzulande bereits auf dem FANTASY FILMFEST oder im Zuge des HARD:LINE FESTIVALS gezeigt wurden. Aber der Kanadier ist nicht nur als Regisseur unterwegs. Filmemacher CHAD ARCHIBALD ist Multitalent, produziert auch fleißig und fungierte als Geldgeber für Streifen wie BED OF THE DEAD, SEPTIC MAN oder ANTISOCIAL. Wenn das mal kein Arbeitstier ist.
 
 
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Die Reihe kurzweiliger Horrorfilme aus der Mache des ambitionierten Kanadiers wird nun mit dem Okkultstreifen THE HERETICS fortgesetzt. Darin erlebt die attraktive Gloria (NINA KIRI) die Hölle auf Erden. Die wird von einer ominösen Sekte entführt und für ein geheimnisvolles Ritual missbraucht. Doch die junge Frau kann entkommen und versucht trotz Trauma ein normales Leben zu leben. Die Angst spricht sie sich in einer Selbsthilfegruppe von der Seele und findet so Schritt für Schritt den Weg in die Normalität zurück. Doch genau fünf Jahre nach den furchterregenden Vorkommnissen beginnt der Horror von Neuem. Gloria wird abermals von einer vermummten Gestalt entführt und in eine Waldhütte verschleppt. Hier wird sie an Ketten gebunden und durchlebt ein weiteres Martyrium. Offenbar reifte bisher in ihr das Böse heran. Nun will es den Körper verlassen und auf Erden weilen. Das lässt auf Body-Horror in Bestform hoffen. Nur, ob THE HERETICS auch das halten kann, was die ansprechende Inhaltsangabe verspricht? Zumindest Fans okkulten Gruselfutters dürfte gefallen, was hier fabriziert wurde.
 
 
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Die bereits siebte Regiearbeit von CHAD ARCHIBALD handelt souverän ab, was man von einem Horrorfilm neuerem Datum erwartet. Zu sehen gibt es einige gut platzierte Schreckmomente, etwas Gewalt, eine unvorhersehbare Wendung und stimmige Atmosphäre, die wohlige Schauer garantiert. Herzstück des Gruselstreifens sind aber Body-Horror-Elemente mit denen der Filmemacher bereits in BITE ausführlich experimentiert hat. Bei genauerer Betrachtung ist THE HERETICS dem genannten Ekel-Horror von 2015 nicht unähnlich. Auch dort sah sich eine attraktive Dame mit einer nicht greifbaren Bedrohung konfrontiert, die körperliche Veränderungen zur Folge hatte. Gleiches wird auch in THE HERETICS zelebriert, wo sich Filmheldin Gloria nach und nach in eine dämonische Kreatur verwandelt und am Ende nicht mehr ganz so frisch aussieht. Effekttechnisch braucht sich THE HERETICS vor Mainstream-Ware nicht verstecken und auch sonst schaut der Streifen nach deutlich mehr aus, als er wohl gekostet hat. Regisseur CHAD ARCHIBALD schafft mit der eigenen Produktionsfirma Black Fawn Films das, was man eigentlich von den meisten Horrorfilmen erwartet – aber nur den wenigsten gelingt. Er erzählt visuell ansprechend eine kleine Geschichte, die kurzweilig unterhält. Darauf kommt es doch eigentlich an, wenn man Horrorware in den Player schiebt, schließlich will sich niemand von langweiligen Horrorfilmen den Tag verderben lassen. Von langweilig ist THE HERETICS weit entfernt. Archibald beweist ausgeprägtes Gespür für unheilvolle Bilder und überzeugt mit schaurigem Klangteppich. Letzterer lässt hin und wieder zusammenzucken, wenn die Helden im Film von Visionen geplagt werden oder eine eklige Metamorphose ihren Lauf nimmt, während der sich Protagonistin Gloria in eine bemitleidenswerte Kreatur verwandelt. THE HERETICS ist ein Fanfilm und das merkt man auch. Dessen Macher variiert bekannte Horror-Muster und verbeugt sich dabei ehrwürdig vor den ganz großen Schauermaestros der Horrorfilmszene. So erinnert die Hütten-Szenarie nicht unwesentlich an den von SAM RAIMI inszenierten TANZ DER TEUFEL. Aber auch Body-Horror-Experte DAVID CRONENBERG dürfte Pate gestanden haben. Wenn Heldin Gloria im Film nicht definierbare Substanzen erbricht und ihr die Haare ausgehen, sind die kontroversen Ekelmomente aus Cronenbergs DIE FLIEGE nicht weit. Da haben die F/X-Künstler mal wieder ganze Arbeit geleistet. Für Indie-Verhältnisse beachtlich.
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DIE FLIEGE meet TANZ DER TEUFEL und DER EXORZIST. THE HERETICS ist ein Mix aus den Ekel-Metamorphosen eines DAVID CRONENBERG und den Okkult-Albträumen des WILLIAM FRIEDKIN – visuell verfeinert mit Hütten-Grauen aus der Kreativschmiede des jungen SAM RAIMI. Regisseur CHAD ARCHIBALD dürfte als Heranwachsender viele bekannte Schocker verschlungen und ausreichend studiert haben. Der Filmemacher und Horrorfilmfan ist ein Kind der 80er und mit den meisten wegweisenden Horrorfilmen der VHS-Ära aufgewachsen. Demzufolge spürt man auch bei THE HERETICS die Liebe zum Genre, die den Kanadier seit der Kindheit verfolgt. THE HERETICS ist ein Grusler der alten Schule. Der Film besitzt handgemachte Spezialeffekte, die einfach getrickst wurden, aber keinesfalls ihre Wirkung verfehlen. Zudem überzeugt der Okkult-Streifen hinsichtlich Atmosphäre und Schocks. Die Handlung passt zwar auf einen Bierdeckel, besitzt aber dank Wendungen und ekligen Verwandlungsmomenten genug Höhepunkte, um knapp 90 Minuten bei Laune zu halten. Für Horror-Nerds genau das richtige für kühle Herbst- und Wintertage.
 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Zensur

 
 
 
THE HERETICS hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Ein Hals wird durchgeschnitten und ein Messer in einen Körper gestoßen. Das Hauptaugenmerk liegt eher auf die Verwandlungseffekte, die dann teilweise doch schon etwas eklig anzuschauen sind. Zwar erreichen die nicht so eklige Ausmaße wie in BITE. Dennoch wurden sie professionell getrickst, so dass Zuschauer mit empfindlichen Magen besser in der zweiten Filmhälfte die Augen schließen, wenn es zu unappetitlich wird. THE HERETICS hat eine Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Heretics; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

The Heretics [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bite (2015)
 
Die Fliege (1987)
 
Contracted (2013)
 
Contracted: Phase II (2015)
 
Starry Eyes (2014)
 
Chemical Peel (2014)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Septic Man (2013)