Filmkritik: „The Medium“ (2021)

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THE MEDIUM

Story

 
 
 
Was als Dokumentation über Schamanismus beginnt, wird schon bald zu einem dämonischen Horrortrip, der kein gutes Ende zu nehmen scheint.
 
 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Kritik

 
 
 
Die Mockumentary bleibt im Horrorfilm ein beliebtes Stilmittel. Warum sollte sich also nicht auch mal ein südkoreanisches Werk an diesem Mittel bedienen? „The Medium“ besitzt streng genommen eigentlich keinerlei neue Zutaten, mischt bekannte Elemente allerdings ein wenig anders zusammen und wirkt so immerhin einigermaßen eigenständig. Der große Wurf bleibt zwar aus, aber für Genrefans ist dieser Film dennoch einen Blick wert.
 
 
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Eine Filmcrew will eine Dokumentation über eine thailändische Schamanin drehen. Während der Dreharbeiten machen sie auch Bekanntschaft mit ihrer Nichte Mink. Diese zeigt Symptome, dass ihr vielleicht der Schamanismus vererbt wird und da sowieso bald eine Zeremonie ansteht, soll alles auf Film verfolgt werden. Doch das Verhalten von Mink wird immer sonderbarer und es dauert nicht lange, da gilt es als zweifelhaft, ob das, was ihr da gerade geschieht, wirklich im Sinne vom Schamanismus ist. Scheinbar hat eine böse Kraft Besitz von Mink ergriffen. Die Story besitzt nun nicht gerade viele Zutaten, die man aus dem Horrorbereich nicht schon in- und auswendig kennt. Lediglich die Tatsache, dass alles wie eine lehrreiche Dokumentation über den Schamanismus beginnt, grenzt sich da von anderen Vertretern dieser Art noch etwas ab. Allgemein ist der Erzählstil relativ eigenständig und trotzdem kommt einem das als Fan solcher Werke irgendwie alles schon bekannt vor. Überraschungen gibt es da nur wenige, Erklärungen gibt es keine und die Geschichte wird etwas langatmig erzählt. Außerdem kann sich auch „The Medium“ nicht vor den typischen Fehlern der Mockumentary schützen.
 
 
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Diese sollten bekannt sein. Es ist einfach unglaubwürdig, wenn das Filmteam in den schlimmsten Gefahrensituationen einfach weiter filmt. Sowieso ist die Frage berechtigt, warum das Werk überhaupt im Stile einer Mockumentary gedreht wurde. So richtig ernst nimmt den Stil hier nämlich niemand. So gibt es ständig Soundeffekte und einen Score zu hören und manchmal fühlt man sich als Zuschauer auch nicht mehr so, als würde man hier gerade eine Fake-Doku schauen. So groß der Reiz dieser Herangehensweise also auch sein mag, es gab definitiv schon Werke, die das authentischer hinbekommen haben. Ansonsten gibt es an der Inszenierung allerdings nicht viel auszusetzen. Das kommt ohne große Effekthascherei aus, wirkt zuweilen fast bodenständig und bietet ein paar hübsche Bilder. Die Atmosphäre hingegen funktioniert nicht immer so gut. Es mangelt „The Medium“ an Bedrohlichkeit und an Grusel. Da kommt zwar immer wieder Horror in angenehmen Portionen auf, aber subtilen Spuk sucht man eher vergebens und das Resultat macht einfach zu wenig Angst. Das ist schade, weil die Stimmung an sich doch sehr düster und hoffnungslos erscheint. Nur wird hier zu wenig daraus gemacht.
 
 
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Ein wenig liegt das sicher auch an der Figurenzeichnung, die doch reichlich mau erscheint. Es gibt allgemein nur wenige Hauptfiguren und einen echten Draht kann man zu keinen der Charaktere aufbauen. Ebenfalls schade ist, dass das gesamte Filmteam so wenig involviert ist. Wer da gerade filmt, bekommt man kaum mit, weil dem Zuschauer die Crew nicht näher gebracht wird. Das wäre aber vorteilhaft gewesen, wenn man mit den Figuren mitfiebern soll. So beobachtet man einfach nur den Untergang von ein paar Leuten, mit denen man sowieso nichts anfangen kann. Die deutsche Synchronisation klingt zudem etwas künstlich und ist nicht so prickelnd. Die darstellerischen Leistungen soll das nicht unbedingt schmälern, denn hier wird man grundsolide bedient. Mehr allerdings auch nicht. Kein Schauspiel will sich so richtig einprägen und leider muss man deshalb von Belanglosigkeit sprechen, selbst wenn die Leistungen wirklich alle brauchbar sind.
 
 
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Mit einer üppigen Laufzeit von guten zwei Stunden ist „The Medium“ nicht gerade kurz ausgefallen und das bemerkt man als Zuschauer. Diese Laufzeit ist keineswegs notwendig gewesen. Nach einer etwas längeren Einleitung, die wirklich noch halbwegs als Doku durchgehen könnte, beginnt man nämlich auch direkt mit dem Horror, lässt sich für diesen dann aber reichlich Zeit. Die ein oder andere Länge entsteht und die vielen Texteinblendungen zwischendurch unterbrechen immer wieder die Illusion der Echtheit. So richtig spannend will das alles kaum werden, aber das fast halbstündige Finale kommt dann reichlich versöhnlich daher. Hier erreicht der Horror seinen Höhepunkt und es wird mächtig finster. Die letzte halbe Stunde macht enorm viel Spaß und haut dermaßen rein, dass man über die ein oder andere Länge zuvor gerne hinwegsehen mag. Auch bestätigt sich hier noch mal der wirklich düstere Grundton des Films. Mit vielen Effekten braucht man bei „The Medium“ nicht zu rechnen und besonders brutal wird es ebenfalls nicht. Dies sind beides Elemente, die der Film jedoch nicht notwendig hat und diese Bodenständigkeit tut ganz gut. Seine Freigabe ab 16 Jahren hat sich das Werk natürlich dennoch verdient. Der Score besteht oftmals eher aus Geräuschen, erfüllt seinen Zweck aber solide.
 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„The Medium“ ist für Freunde des Genres durchaus zu gebrauchen, er stellt jetzt aber auch nichts Weltbewegendes dar. Der Mockumentary-Stil wurde wenig authentisch benutzt und ergibt an manchen Stellen wenig Sinn. Außerdem bemerkt man ihn manchmal eigentlich kaum. Ob das nun positiv oder negativ ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedoch, dass die Handlung nicht viel Neues zu bieten hat, die Figurenzeichnung zu belanglos erscheint und die Laufzeit auch gut und gerne um ca. eine halbe Stunde reduziert hätte werden dürfen. Sieht man von diesen Mängeln allerdings ab, dann bekommt man eine solide Qualität geboten. Die Atmosphäre besitzt zwar nicht sonderlich viel Grusel, aber der Horror kommt dennoch oftmals gut zur Geltung. Besonders in der letzten halben Stunde, die wirklich sehr gut gelungen ist. Die Darsteller erledigen ihre Job zufriedenstellend und die Sache mit dem Schamanismus bringt wenigstens noch etwas Eigenständigkeit mit sich. Von daher sicher kein Must-see, aber nice to have!
 
 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Medium“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Plaion Pictures (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Plaion Pictures (Blu-ray + Bonusfilm „Shutter – Sie sind unter uns im Medium“ auf einer 2. Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Medium; Südkorea | Thailand 2021

Genre: Horror, Thriller Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 130 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Bildgalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Bonusfilm „Shutter – Sie sind unter uns“ (2004), Interviews, Behind the Scenes, Das Fotophänomen, Originaltrailer, Trailershow, Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 28.07.2022

 

The Medium [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

The Medium [Blu-ray + Bonusfilm „Shutter – Sie sind unter uns im Medium“ auf einer 2. Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE MEDIUM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Plaion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Wailing (2016)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 

Filmkritik: „The Cellar – Verlorene Seelen“ (2022)

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THE CELLAR – VERLORENE SEELEN

(THE CELLAR)

Story

 
 
 
Für eine Familie wird der günstige Kauf eines alten Herrenhauses auf dem Land schon bald zum wahren Horrortrip, denn im Keller lauert das Böse.
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Kritik

 
 
 
Von „The Cellar – Verlorene Seelen“ war ehrlich gesagt nicht besonders viel zu erwarten. Ein deutscher Zusatztitel, der nicht beliebiger wirken könnte, eine Story, die es in den letzten Jahrzehnten immer wieder gab und eine Aufmachung, die nahezu danach schreit in der Belanglosigkeit unterzugehen. Doch siehe da: Der Film kommt nicht nur überraschend hochwertig daher, sondern er schafft es gleichzeitig auch noch relativ eigenständig zu wirken. Wer dem B-Movie-Grusel nicht abgeneigt ist und generell ein Faible für solche Streifen mit sich bringt, bekommt hier schon fast ein Highlight geboten.
 
 
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Keira und ihr Mann ziehen mit ihren beiden Kindern in ein altes Herrenhaus, welches sich abgelegen auf dem Land befindet. Besonders die Tochter Ellie findet dies überhaupt nicht gut und gruselt sich im neuen Anwesen. Als sie eines abends seltsame Ereignisse im Haus spürt und sich in den Keller wagt, verschwindet sie plötzlich. Mutter Keira fühlt sich dafür verantwortlich und glaubt nicht daran, dass Ellie einfach abgehauen ist. Irgendetwas scheint mit dem Haus, besonders mit dem Keller, nicht zu stimmen und nachdem ein paar Recherchen getätigt wurden, ist ganz klar, dass man es hier mit dämonischen Mächten zu tun hat. Die Zutaten sind nun wirklich so alt, dass sie eigentlich kaum noch von alleine gehen können. Da hätten wir das einsame, alte Haus, Türen, die sich von alleine schließen, Lichter, die wild umher flackern und Flüster-Geräusche, die von überall zu vernehmen sind. „The Cellar – Verlorene Seelen“ erfindet das Rad ganz gewiss nicht neu, macht aus der vorhandenen, alt bekannten Prämisse jedoch erstaunlich viel. Das Erfolgsrezept ist hier ganz simpel: Man verrät nicht zu viel, lüftet das Geheimnis kaum und ergänzt die vorhersehbaren Zutaten ein wenig mit mathematischen Formeln. Das ist interessanter ausgefallen, als man hätte vermuten dürfen, wird stimmig und rund erzählt und ergibt im eigenen Filmuniversum erfreulich viel Sinn.
 
 
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Von solchen Direct-to-Video B-Movies ist selten viel zu erwarten, gerade auch, was die handwerkliche Arbeit betrifft. „The Cellar – Verlorene Seelen“ ist zwar nicht besonders aufwendig gestaltet, wirkt allerdings erfrischend bodenständig. Regisseur Brendan Muldowney, der sich auch für das gelungene Drehbuch verantwortlich zeigte, hat seine Hausaufgaben im Gruselbereich definitiv gemacht. So bedient er die gängigen Klischees, macht dies jedoch auf eine angenehme Art und Weise. Man fühlt sich manchmal etwas an die Gruselwerke eines James Wan oder sogar mal kurz an „Shining“ erinnert. Natürlich wird eine solche Qualität niemals erreicht, doch Muldowney macht genau eines komplett richtig: Er lässt die Bedrohung lange Zeit nur erahnen. Während vieler solcher Filme besonders zum Ende hin oftmals die Luft ausgeht, wird „The Cellar – Verlorene Seelen“ eigentlich immer packender. Selbst das Finale kann sich da noch sehen lassen. Hier wurde noch etwas mehr Aufwand betrieben, doch es bleibt im erfreulich kleinen Rahmen und kann gerade deshalb so gut punkten. Ansonsten wirken die Kamerafahrten gekonnt, die Schauplätze sehen gut aus und so lässt sich rein optisch überhaupt nichts am Resultat aussetzen.
 
 
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Außerdem wird hier einfach die passende Atmosphäre geboten. Allgemein geht es schnell zur Sache. Eine Einleitung gibt es kaum und schon geht es los. Das reißt nicht sofort komplett mit und ist in der ersten Hälfte manchmal noch ein wenig zäh, bietet trotzdem früh genug ein paar interessante Ansätze und wird dann tatsächlich immer packender. Schockeffekte gibt es nur wenige und mit dem größten Grusel wird es hier nichts, aber das ändert nichts daran, dass das gesamte Szenario seine Bedrohlichkeit besitzt und einfach unterhaltsam ist. Besonders die zweite Hälfte bietet ein paar angenehm spannende Momente. Die Laufzeit von 94 Minuten wirkt da insgesamt schon fast zu kurz, denn es wäre gar nicht so verkehrt gewesen, dem Ganzen noch etwas mehr Tiefe zu verleihen. So kann man sich aber wenigstens über keine Längen beklagen. Außerdem ist es erfrischend, dass „The Cellar – Verlorene Seelen“ nahezu ohne Effekte auskommt und überhaupt keine Gewalt zu bieten hat. Im Finale wird es da zwar noch etwas fantastischer, doch das hat man so schön bodenständig bebildert, dass man sich echt nicht über Künstlichkeit beklagen kann.
 
 
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Wenn man überhaupt Gründe zum Meckern finden will, dann wird man in der Figurenzeichnung fündig. Diese ist nämlich wirklich sehr dürftig. Hintergründe erfährt man nahezu keine und die Familie wird dem Zuschauer überhaupt nicht näher gebracht. Deshalb entstehen auch nicht gerade die größten Sympathien. Es reicht zum Glück aus, doch hier hätte man sich gerne noch etwas mehr Mühe geben dürfen. Die Darsteller haben es da also von vornherein nicht so leicht. Die einzig echte Hauptrolle bekleidet dabei Elisha Cuthbert, die den meisten wohl als Kim Bauer aus der Serie „24“ bekannt sein dürfte. Cuthbert hat danach keine sonderlich große Karriere verfolgen dürfen und ist in Filmen nur sporadisch mal zu sehen. Man kann auch nicht behaupten, dass sie in „The Cellar – Verlorene Seelen“ besonders gefordert wird, aber sie spielt die kämpferische Mutter doch durchaus souverän und relativ glaubwürdig. Alle anderen bekleiden nur kleinere Rollen und fallen dabei weder besonders positiv, noch negativ auf. Mit den tollsten Dialogen braucht man sicherlich ebenfalls nicht zu rechnen, aber dem Ton lauscht man dennoch ganz gerne, weil Score und Soundkulisse sich durchaus hören lassen können.

 
 


 
 
 

THE CELLAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„The Cellar – Verlorene Seelen“ schlägt sich viel besser, als zu erwarten war. Der Film macht aus seiner simplen, absolut bekannten Geschichte echt nicht wenig und dient mit ein paar interessanten Ansätzen. Das wirkt alles rund, stimmig und wird gut erzählt. Die Darsteller haben nicht so viel zu tun und die Figurenzeichnung ist schon sehr mager, aber die Leistungen sind trotzdem zu gebrauchen und die Charaktere immerhin noch sympathisch genug. Besonders die Inszenierung wird allen zusagen, die es gerne schlichter mögen und selbst wenn der große Grusel ausbleibt, so ist der Film handwerklich einfach sehr gekonnt gestaltet. Außerdem besitzt die Atmosphäre das gewisse Etwas, was auch das Ende eindrucksvoll unterstreicht. Der Unterhaltungswert ist erfreulich hoch, weil das Tempo stimmt und „The Cellar – Verlorene Seelen“ mit fortschreitender Laufzeit immer spannender wird. Ein wirklich angenehmer B-Horrorfilm, der einfach gekonnt in Szene gesetzt wurde und kurzweilig zu unterhalten vermag. Mehr kann und sollte man von solchen Werken gar nicht erwarten!
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Cellar – Verlorene Seelen“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Plaion Pictures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Cellar; Irland 2022

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Interviews, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.09.2022

 

The Cellar – Verlorene Seelen [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE CELLAR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Plaion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
Insidious (2010)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 

Filmkritik: „Jeepers Creepers: Reborn“ (2022)

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JEEPERS CREEPERS: REBORN

(JEEPERS CREEPERS 4)

Story

 
 
 
Der Creeper ist zurück und er hat mal wieder mächtig Hunger.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 4 – Kritik

 
 
 
Victor Salva hat ja nun wirklich keinen guten Ruf, wofür er selbst gesorgt hat. Man muss dem Mann aber lassen, dass er mit „Jeepers Creepers“ einen guten und fast schon ikonischen Horrorfilm gedreht hat, der die Filmwelt auch gut 20 Jahre später nicht wirklich loslässt. Nach einer schon etwas schlechteren, aber immerhin noch halbwegs amüsanten Fortsetzung, war es um die Figur des Creepers lange ruhig geworden, bis Salva seine eigene Reihe 2017 mit einem völlig überflüssigen, billigen, dritten Teil fast schon zerstörte. Der kommerzielle Erfolg blieb zwar aus, aber scheinbar glauben die Studios noch immer an ein paar schnelle Einnahmen mit dem Creeper. Anders ist es nicht zu erklären, dass es 2022 zu dem lieblosen Film „Jeepers Creepers: Reborn“ gekommen ist. Mit Salva hat das Ganze jetzt übrigens gar nichts mehr zu tun und das Ganze möchte einen Neustart wagen. Das wäre an sich ja auch nicht verkehrt gewesen, wenn das Ergebnis nicht so schrecklich belanglos ausgefallen wäre.
 
 
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Die Probleme fangen schon bei der austauschbaren Story an. Da geht es einfach um zwei junge Leute, die ein Horror-Festival besuchen. Die junge Frau erhält jedoch immer wieder seltsame Visionen, die mit dem Creeper zu tun haben. Der ist mal wieder reichlich munter und mordet sich durch die Gegend. Mehr lässt sich dazu eigentlich nicht schreiben. Kleinere Ideen wie die, dass der Creeper gewisse Unterstützung erhält und dass Visionen mit im Spiel sind, sind kaum der Rede wert und bereichern das Drehbuch nicht unbedingt. Ansonsten ist das nämlich dermaßen großer 08/15-Standard, dass man selbst zur Zeit, als der erste Teil entstand, nicht begeistert hätte sein können darüber. Der gesamte Verlauf der Handlung ist uninteressant und überraschungsarm. In dieses Drehbuch kann nicht viel Mühe und Zeit gesteckt worden sein; man könnte es eigentlich innerhalb von ein paar Stunden verfassen.
 
 
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Die Probleme setzen sich bei der Figurenzeichnung immens fort. Was sind das hier doch für uninteressante, unsympathische und belanglose Charaktere! Niemand erhält auch nur den Hauch eines Profils und ein Mitfiebern kann so überhaupt nicht entstehen. Die Darsteller haben da zwar von vornherein schlechte Karten, sind aber sowieso nicht besonders gut. Alle wirken ziemlich gelangweilt, was man ihnen nicht verübeln kann, was die Sache jedoch keinen Deut besser macht. Nicht mal im O-Ton hören sich die Dialoge interessant an. Dass man eine Dee Wallace für sich gewinnen konnte, macht da auch keinen großen Unterschied mehr. Ihre Rolle ist sowieso klein und gänzlich belanglos.
 
 
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Über die handwerkliche Arbeit noch positive Worte zu verlieren, fällt alles andere als leicht. Wie bereits am Anfang erwähnt, ist Salva nun überhaupt nicht mehr involviert, aber selbst wenn er sich im dritten Teil nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte, so zeigt Regisseur Timo Vuorensola doch wie es noch deutlich schlechter geht. Selbst wenn sich der Mann mit den beiden „Iron Sky“ Filmen einen gewissen Namen machen konnte, so ist die Inszenierung in „Jeepers Creepers: Reborn“ grauenvoll öde. Lediglich das Filmfestival sorgt für ein paar kleine Schauwerte, ansonsten taugen die Kulissen wenig und sehen manchmal viel zu künstlich aus. Selbst wenn der Film ja gerne ein Reboot sein möchte und deshalb gerne neue Wege gehen darf, wirkt das ganze Treiben trotzdem nicht mehr nach einem Film dieser Reihe. Dafür mangelt es nämlich vor allen Dingen erheblich an Atmosphäre. Horror kommt hier fast gar keiner mehr auf, weil das Geschehen dafür einfach viel zu langweilig ist.
 
 
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Und das bringt uns dann auch zu dem Kritikpunkt, der wohl am schwersten wiegt. Der Unterhaltungswert ist vernichtend gering. Schon der Opener ist mit seinen zehn Minuten Laufzeit erschreckend beliebig und hätte theoretisch auch gleich wegbleiben dürfen. Danach geht es munter weiter mit Belanglosigkeiten und obwohl die Gefahr eigentlich von Anfang an präsent ist, zieht sich das Geschehen dermaßen in die Länge, dass einem die knapp 90 Minuten Laufzeit mindestens doppelt so lang vorkommen. Von Spannung ist keine Spur und die Action ist viel zu lahm. Da man keinerlei Draht zu den Charakteren aufbauen kann, ist es einem sowieso egal, was hier geschieht. Leider war „Jeepers Creepers: Reborn“ dann nicht mal so mutig und belohnt den Zuschauer mit einer krassen Portion Gewalt. Sicherlich ist das manchmal nicht harmlos, aber heute lockt man damit sicher niemanden mehr vor dem Ofen hervor. Die Effekte sind außerdem oftmals zu künstlich und sichtbar aus dem Computer stammend, nur die Maske des Creepers sieht erneut ganz gut aus. Seinen Reiz verliert die Figur hier allerdings komplett und der Score ist auch eher nervig, als schön anzuhören.
 
 
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JEEPERS CREEPERS 4 – Fazit

 
 
2 Punkte Final
 
 
Konnte man schon „Jeepers Creepers 3“ als Enttäuschung abtun, so geht „Jeepers Creepers: Reborn“ tatsächlich noch einen Schritt weiter hinunter, was die Qualität betrifft. Das hier ist eine typische, seelenlose Möchtegern-Fortsetzung, die lediglich mit einem bekannten Namen dafür sorgen soll, dass schnelles Geld gemacht wird. Mühe hat nämlich sicherlich niemand in dieses Werk gesteckt. Die ideenlose Story grenzt an einer Frechheit, die Charaktere sind hundsmiserabel geschrieben und die Darsteller können nicht in Erinnerung bleiben. Die Inszenierung wirkt gelangweilt und einfach nichts an dem Film macht den Eindruck, als hätte jemand Lust darauf gehabt. Eine Atmosphäre kommt erst gar nicht auf und die ehemals echt coole Figur des Creepers, wird hier zur belanglosen Randnotiz. Es gibt eine kleine Portion Gewalt und ein paar minimale Schauwerte, doch ansonsten herrscht hier überwiegend quälend langweiliger Leerlauf. Selbst wenn da in der zweiten Hälfte doch einiges los ist und die Geschichte noch mit tollen Wendungen dienen möchte, gibt es keinerlei Spannung. Man ist definitiv froh wenn dieser Murks vorbei ist. Und dass „Jeepers Creepers: Reborn“ der Auftakt einer neuen Trilogie sein soll, wirkt bei diesem Ergebnis schon eher als Drohung. Ganz schwach!
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 4 – Zensur

 
 
 
„Jeepers Creepers: Reborn“ hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten und ist ungeschnitten frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 4 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jeepers Creepers – Es ist angerichtet (2001)
 
Jeepers Creepers 2 (2003)
 
Jeepers Creepers 3 (2017)
 

Filmkritik: „Friedhof der Kuscheltiere 2“ (1992)

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FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2

(PET SEMATARY 2)

Story

 
 
 
Nachdem seine berühmte Mutter bei einem Filmdreh tragisch umkommt, zieht der traumatisierte Jeffrey mit seinem Vater in die Nähe eines gewissen Friedhofs, der angeblich Tote zum Leben erwecken soll…
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Kritik

 
 
So weltberühmt Mary Lamberts erste Filmadaption von Stephen King’s legendärer Haustierhorrorgeschichte auch ist, so wenig hatte ich bisher von Teil 2 gehört – weder als eins der schlechtesten Sequels aller Zeiten, noch als unterbewerteten Klassiker hatte ich je von diesem Film gehört, eben darum war mein Interesse hier also geweckt. Was hatte Frau Lambert dieses Mal nur für eine Vision im Sinn, die Geschichte ohne Romanvorlage weiterzuspinnen? 100 Minuten später entlockt die Antwort auf diese Frage mir schon nur noch ein müdes Gähnen, da sie tatsächlich der unspannendste Part dieses gesamten Projekts ist: Denn rein inhaltlich ist „Pet Sematary 2“ nicht mehr oder weniger als ein ziemlich unmotivierter Nachklapp, ein halbgares Remake mit den exakt selben Storybeats und Abläufen, nur dass es diesmal halt ein Hund statt einer Katze ist und ein Stiefvater statt des Sohnemannes. Wer eine wirkliche Neuheit, eine peinliche full-on-90s-Musikvideo-Inszenierung oder aber gar einen guten Horrorfilm will, der ist hier also definitiv an der falschen Adresse. Da Unterhaltungswert allerdings nicht nur diesen Attributen entspringen kann, schauen wir doch Mal, was es sonst so zu holen gibt.
 
 
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Im stummen Retro-Menü, mit dem alten Coverdesign, aus einer immerhin vorbildlichen Auswahl an Sprachen und Untertiteln den O-Ton samt englischen Subs gefischt, dann startet der Film auch direkt relativ trashig mit einer Titlecard zu Nebel und Blut, dramatischen Geigen und einem Hund mit leuchtenden Augen. In einem alten Schloss wird ein Horrofilm gedreht, weil natürlich wird er das, wir sind schließlich in den Neunzigern und meta und cool und müssen darum direkt mit einer Film-im-Film-Szene anfangen. In dieser wird als Einstieg in die Handlung dann die explizite, ziemlich ausführliche und sadistische Zu-Tode-Elektrisierung von Jeffs Mutter inszeniert, woraufhin der trauernde Jeff mit seinem Vater Chase in ein neues Haus zieht. Seit Teil Eins scheint eine Umgehungsstraße für die wahnsinnigen LKW-Fahrer gebaut worden zu sein, denn von der konstanten Bedrohung Geschwindigkeitsbegrenzungen ignorierender Lastwagenfahrer ist nichts über geblieben – stattdessen erinnert in den ersten Minuten nur ein müder Katzen-Jumpscare an den Vorgänger, sowie das Design des Friedhofs und einige recht erzwungene Querverweise im Dialog. Der Nachbarsjunge Drew sowie sein riesiger, flauschiger, süßer Hund „Zowie“ kommen vorbei und somit steht auch schon überdeutlich fest, welches Tier wohl dieses Mal zum Leben erweckt wird.
 
 
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In einer unerwartet zynischen Szene wird unser Protagonist, der gerade seine Mutter verloren hat, als „celebrity boy“ in der Schule gemobbt, mehr an ein Comicheft denn an den King’schen Kleinstadtbösewicht erinnert in diesen Szenen der Anführer der Mobber, der weder vor der Gefährdung unschuldiger Tiere, noch vor physischer Gewalt zurückschreckt. Als letzte Komponente, jetzt wo der Friedhof und das zu begrabene Tier etabliert sind, fehlt nun noch die wohl größte Stütze des Films: Denn während der Originalfilm ohne Fred Gwynne’s kernige Performance als Jud Crandall nie derselbe gewesen wäre, so lebt gerade „Friedhof der Kuscheltiere 2“ ebenfalls von der zentralen Performance einer Schauspiellegende. So ist es nämlich der seine Frau und seinen Stiefsohn Drew terrorisierende, cholerische Sheriff Gus, gespielt von niemand geringerem als Clancy Brown, seinerzeit noch am Beginn seiner Schauspielkarriere, der in einer furchtbar unnatürlich und erzwungen geschriebenen Szene von null auf 100 schaltet und den Hund erschießt, damit dieser zu unpassendem 90s-Indie-Rock-Grunge und ohne einen Hauch der Atmosphäre des Originals unter ein paar Steinen begraben werden kann. Spätestens wenn Zombie-Zowie dann jedoch für einen kurzen Moment sein Herrchen angrinst und Drew daraufhin einen allzu peinlichen Alptraum davon hat, wie seine Mutter auf einmal einen Hundekopf bekommt, kommt man als Zuschauer dann doch auf die Idee, hier eventuell in eine Falle getappt zu sein.
 
 
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Wollte „Friedhof der Kuscheltiere 2“ etwa nie ein ernsthafter Horrorfilm sein, ist das hier nicht nur schlecht gealtert und darum trashig, sondern auch vor 30 Jahren schon bewusst komödiantisch, drüber und selbstironisch gemeint gewesen? Die Hoffnung stirbt zuletzt, nur ernst nehmen kann man dieses langatmige, vorhersehbare, billig die Stationen des Originals abklappernde Quasi-Remake von jetzt an leider kaum noch. Als wären die Traumszenen nämlich noch nicht peinlich genug, haben diese unglaublich unglaubwürdigen Bullies sich inmitten eines Trinkgelages zu Halloween nämlich minutenlang mucksmäuschenstill auf dem Tierfriedhof versteckt, in der Hoffnung, dass Jeff vorbeikommt, nur um diesen dann mit einer per Seilkonstruktion in den Bäumen hängenden Schaufensterpuppe, die ihn an seine tote Mutter erinnern soll, zu erschrecken. Den Aufwand hinter dieser Aktion muss man sich erstmal vorstellen, leider versucht der Film zumindest diese Szenen aber durchaus ernst zu meinen.
 
 
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Hat man diese Irrsinnigkeit überlebt, folgt die Krone der gekünstelten, unnatürlichen Scriptentscheidungen: Nachdem unser cholerischer Gus, der gerade äußerst unnachvollziehbar und krude den Hund erschossen hat, nämlich die Party sprengt und auch auf dem Friedhof auftaucht, versucht dieser tatsächlich seinen Stiefsohn mit einem Kreuz umzubringen, wird dabei aber von dem Zombiehund angefallen und zu Tode gebissen. Da der Antagonist des Films aber natürlich nicht einfach nach der Hälfte der Laufzeit verschwinden darf, beleben unsere Protagonisten ihn jetzt einfach selbst und freiwillig wieder, indem sie ihn weder finden lassen noch ein Krankenhaus oder seine Frau anrufen, nein, natürlich muss er gefriedhoft werden. Dass sich neben Clancy Brown noch ein junger Edward Furlong als Protagonist, Größen wie Anthony Edwards oder Wilbur Fitzgerald in Nebenrollen, Russell Carpenter – die Cinematografin von u.a. „Titanic“ – hinter der Kamera finden lassen, sich die Regisseurin des Klassen besseren Vorgängers für diesen Film verantwortlich zeichnet – das alles wirkt zu diesem Zeitpunkt kaum noch glaubhaft. Doch ist man auf reinen Unterhaltungsfaktor aus, auf reine Kurzweil und ein möglichst gnädiges Absitzen der restlichen ~45 Minuten Laufzeit, dann wird man von nun an immerhin belohnt: Denn Clancy Brown darf ab jetzt aufdrehen.
 
 

„The dog isn’t sick, it’s dead!“

 
 
Den ganzen Nebenplot um den Hundeblut identifizierenden Tierarzt hätte man sich sparen können, auch profitiert dieser Film nicht von noch mehr Zeit, die einzig darauf verschwendet wird, Verbindungen zu Teil 1 aufzubauen – doch sobald Sheriff Gus Gilbert als untote, charmante, langsam dahin rottende, aber eben auch seiner Frau das Top vom Leib reißende, Sprüche reißende Karikatur einer Bedrohung in den Film tritt, kann man tatsächlich von kurzweiliger Unterhaltung sprechen. Jeglichen Anspruch an Logik erneut aus dem Fenster werfend, wird die untote und meist wortkarge Reinkarnationen des Sheriffs nämlich einfach hingenommen, bevor dieser Streifen sich im letzten Drittel endgültig als nie ernst zu nehmend offenbart. Clancy Brown lacht und wütet und tötet fast schon in Slasher-Manier Teenager, haut One-Liner raus und hat sichtlich Spaß an seiner inzwischen fast schon charismatischen Rolle, rettet, was zu retten ist. Unpassender 90’s Alternative Industrial Rock/Metal läuft, eine Mutter wird mit ihrem Sohn frontal in den Gegenverkehr gecrasht, das Begraben neuer Leichen hört gar nicht mehr auf und die Tonalität ist weit entfernt von jeder Koherenz. Dass sich im tatsächlich halbwegs stimmigen Finale noch einige wirklich starke Effekte verbergen, der Film in dieser Hinsicht allgemein recht hart und ruppig anmuten kann, möchte ich gar nicht bestreiten – nur ist jegliches Zuschauerinteresse an dieser Farce zu dem Zeitpunkt leider schon lange dahin.

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Alberner, unnötiger, anstrengender, zäher und vorhersehbarer Nachklapp, der den Vorgänger teils 1:1 kopiert und nur durch einen motiviert-wahnsinnigen Clancy Brown sowie einige Effekte oder WTF-Momente überhaupt noch unterhalten kann.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Zensur

 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere 2“ erschien in den 1990ern in zwei Fassungen: Einmal in der ungeschnittenen FSK18-Fassung und einmal geschnitten mit FSK16. Die ungekürzte Fassung wurde schnell indiziert und stand von 1993 bis 2016 auf dem Index. Am 30.12.2016 wurde die Fortsetzung von der Indizierungsliste gestrichen. Wenig später folgte eine FSK-Prüfung. Die FSK gab den Streifen ungeschnitten für volljährige Zuschauer frei. Im Jahr 2022 wurde das Sequel erneut von der FSK geprüft und erhielt in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren. Diese befindet sich demzufolge auf allen aktuellen Blu-ray und DVD-Auswertungen. Übrigens: Die aktuelle Blu-ray besitzt einen roten FSK-Sticker, obwohl „Friedhof der Kuscheltiere 2“ mittlerweile ungeschnitten frei ab 16 Jahren ist. Das liegt daran, weil auf der Heimkinoscheibe Bonusmaterial zu finden ist, das von der FSK höher eingestuft wurde als der Hauptfilm.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pet Sematary II; USA 1992

Genre: Horror, Thriller, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0, Spanisch DD 2.0, Ungarisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch, Chinesisch (traditionell), Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 18.08.2022

 

Friedhof der Kuscheltiere 2 [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Friedhof der Kuscheltiere (2019)
 
Friedhof der Kuscheltiere (1989)
 
Geschichten aus der Schattenwelt (1990)
 
Stephen Kings Nachtschicht (1990)
 

Filmkritik: „The Curse of Audrey Earnshaw“ (2020)

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THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW

Story

 
 
 
Eine kleine Gemeinde sieht sich mit teuflischen Kräften konfrontiert und muss den Kampf gegen die Hexerei aufnehmen.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Kritik

 
 
 
Geht man sich das deutsche Cover von „The Curse of Audrey Earnshaw“ an und nimmt dazu noch diesen Titel, darf man schnell den nächsten, billigen Spukfilm erwarten, der auf den Markt geschmissen wurde. Diese Erwartung ist berechtigt, jedoch nicht ganz fair, kommt dieser Film doch deutlich anders daher. Ob ihn das nun besser macht, liegt jedoch am jeweiligen Zuschauer selbst. Besitzt man nämlich kein Faible für ein ruhiges Horrordrama, dürfte man dieses Werk hier sehr schnell als reichlich langweilig empfinden. Kann man sich darauf allerdings einlassen, bekommt man schon ein paar Qualitäten serviert.
 
 
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Im Nordamerika des Jahres 1973 lebt eine kleine, irische Gemeinde völlig zurückgezogen auf dem Land. Die frommen Menschen haben mit der Kälte, mit Hunger und Krankheit zu tun und führen so ein hartes, unglückliches Leben. Nur Agatha Earnshaw, die nochmals zurückgezogener lebt und mit der restlichen Gemeinde nichts zu tun haben will, wird von alle dem verschont. Bei ihr gedeiht das Gemüse und auch sonst scheint bei der Frau alles rund zu laufen. Der Neid und der daraus resultierende Hass der anderen Bürger ist Agatha somit sicher, doch diese hat ein dunkles Geheimnis, welches es zu bewahren gilt. Man wird das Gefühl nicht los, dass solche von Religion geprägten, ruhigen Horrorfilme in letzter Zeit auch immer öfter herauskamen. Neue Zutaten besitzt „The Curse of Audrey Earnshaw“ eigentlich nicht, aber dass die Geschichte eher aus der Sicht der vermeintlichen Hexen erzählt wird, ist wenigstens eine kleine Veränderung. Besonders viel Nutzen kann das Drehbuch daraus jedoch nicht ziehen. Dafür ist die Story im Kern einfach zu simpel. Da gibt es keine Überraschungen und leider auch keinen echten Schwerpunkt, weshalb sich die Handlung in ihrer Langsamkeit verliert.
 
 
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Und Langsamkeit zelebriert Regisseur Thomas Robert Lee, der auch das Drehbuch schrieb, hier wirklich. Man gewinnt beim Zuschauen fast den Eindruck, als wären die Szenen in verlangsamter Geschwindigkeit gedreht. In manchen Momenten sorgt dieses Stilmittel für ein paar eindrucksvolle Szenen, auf die Dauer von 94 Minuten Laufzeit wirkt das allerdings schon etwas ermüdend. Der Inszenierung kann man aber wenig Vorwürfe machen, denn aus handwerklicher Sicht ist „The Curse of Audrey Earnshaw“ gut gelungen. Die Kostüme und Kulissen sehen authentisch aus und sorgen für Stimmung. Besonders die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die eine große Distanz und Kälte ausstrahlen, machen richtig etwas her.
Der Horror wurde zudem hübsch subtil gestaltet und hält sich angenehm zurück. Mit billigen Jumpscares braucht hier niemand zu rechnen. Streng genommen gibt es kaum übernatürliche Motive, wobei die unterschwellige Bedrohung trotzdem für eine gewisse Atmosphäre sorgt. Im Großen und Ganzen gibt es dann sowieso viel mehr Drama, welches zwar niemals seine gesamte Wirkung entfalten kann, aber die Stimmung ist herrlich kühl, düster und besitzt das gewisse Etwas. Schade das daraus nicht noch mehr gemacht wurde.
 
 
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Lee lässt nämlich durchaus Potenzial liegen. Das liegt vor allen Dingen an der wenig einprägsamen Figurenzeichnung. Es werden zwar ein paar Hauptfiguren etabliert, doch so richtig will der Fokus hier auf niemandem liegen. Dass nebenbei fast so eine Art Coming-of-Age-Geschichte erzählt wird, zieht am Zuschauer relativ unentdeckt vorbei. Die simple Handlung hätte deutlich mehr erreichen können, wenn diese Charaktere feiner ausgearbeitet worden wären. So bleibt es doch leider eher bei Belanglosigkeiten. Das ist auch deshalb schade, weil man sich über die Darsteller nicht beklagen kann. „The Curse of Audrey Earnshaw“ bietet sicher keine Leistungen, die lange in Erinnerung bleiben werden, aber er wird durchaus solide und brauchbar gespielt. Die deutsche Synchronisation kann sich übrigens auch hören lassen.
 
 
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Am Ende stehen und fallen solche Filme mit dem Unterhaltungswert und dieser ist hier nicht eindeutig zu formulieren. Da kommt es eben ganz auf die Sehgewohnheiten des Zuschauers an. Für manch einen wird das hier die Langeweile in reinster Form sein, während sich der andere solide unterhalten fühlen kann. Fakt ist jedoch, dass es an Spannungselementen fehlt. Streng genommen geschieht in „The Curse of Audrey Earnshaw“ nicht viel. Das Ganze beginnt und ist dann wieder zu Ende. Highlights gibt es zwischendurch keine und dennoch war die Laufzeit nicht zu langatmig. Es wäre tortzdem schön gewesen, wenn es wenigstens an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig intensiver geworden wäre, denn somit fehlt es dem Werk im Endeffekt einfach an Besonderheit. Effekte gibt es nicht viele zu sehen, aber die Freigabe ab 16 Jahren ist durchaus gerechtfertigt. Der Score ist sehr ruhig und klingt gut, hätte aber mit einprägsameren Melodien dienen dürfen.
 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„The Curse of Audrey Earnshaw“ ist ein sehr langsames, ruhiges und unspektakuläres Horrordrama, welches den Fokus doch sehr auf das Drama legt. Trotzdem kommt der Horror stets unterschwellig durch. Besonders aus handwerklicher Sicht kann man sich nicht beklagen. Die Inszenierung ist gelungen und sorgt für stimmungsvolle Bilder. Auch die Darsteller sind vollkommen in Ordnung. Die einfache Geschichte hätte allerdings viel mehr Wirkung entfalten können, wenn die Figurenzeichnung besser ausgearbeitet gewesen wäre. Außerdem gab es diese Handlung schon oftmals zu sehen und eine eigene Handschrift kann der Film hier kaum entwickeln. Der Unterhaltungswert ist sicher nicht schlecht, wenn man sich auf die sehr langsame Art und Weise einlassen kann, aber Highlights findet man hier keine und das gesamte Treiben plätschert dann doch etwas zu beliebig vor sich her. Schlecht ist „The Curse of Audrey Earnshaw“ also im Endeffekt nicht, erwähnenswert hingegen ebenfalls nicht!
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Curse of Audrey Earnshaw“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Curse of Audrey Earnshaw; Kanada 2020

Genre: Horror, Mystery, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 27.05.2022

 

The Curse of Audrey Earnshaw [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE CURSE OF AUDREY EARNSHAW – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Witch (2015)
 
Hellbender – Growing Up Is Hell (2021)
 

Filmkritik: „Violation“ (2020)

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VIOLATION

Story

 
 
 
Eine unglücklich mit ihrem Mann zusammen lebende Frau trifft sich mit ihrer entfremdeten Schwester und deren Freund in idyllischer Naturumgebung, wobei alte Narben wieder aufreißen.
 
 
 


 
 
 

VIOLATION – Kritik

 
 
Der Orchestersoundtrack stimmt an Opern oder klassische Musik erinnernde Melodien an und unterlegt damit die ersten Einstellung eines nebligen Sees im Wald, deren Schärfebereich sich langsam verlagert. Anschwellende Vogelgesänge und Zeitlupenaufnahmen eines unfassbar hübschen Wolfes gesellen sich dazu, vermitteln eine Arthouse-Atmosphäre und Naturverbundenheit, bevor Donner einsetzt und Unheil androht.
 
 
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Angespannte Klänge untermalen nun eine ansonsten stille Autofahrt, verschnitten mit hübsch komponierten, künstlerischen Umgebungsaufnahmen. Ganz im Kontrast zu der auf Eis liegenden Stimmung im Auto des scheinbar unglücklichen Paars steht nun die ausgelassene, freundliche Atmosphäre der Gastgeber; eines jungen Pärchens mit Grundstück direkt am Wald. Die folgenden Szenen charakterisieren unsere Protagonistengruppe nun durch natürliche, glaubhafte und realistische Einstellungen sowie Dialoge, Diskussionen und Andeutungen, präsentiert abermals mit klassischer Musik, gespiegelten Shots, symmetrisch durchkomponierten Bildern der herumtollenden, zu zweit durch den Wald ziehenden, grillenden oder den Trip aufgrund einer langsam kippenden Stimmung verlassen wollenden Handlungsträger. „Handlung“ ist dabei auch ein gutes Stichwort, denn wenn nach knapp einer halben Stunde erstmalig überdeutliches Foreshadowing kommt und durch aufbrausende Geigen erstes Konfliktpotential entdeckt wird, scheint die Richtung schon recht eindeutig – nur bleiben dem Film zu diesem Zeitpunkt noch etwa 80 Minuten für den Ablauf der geteasten Ereignisse und wem das deutlich zu lang vorkommt, der liegt leider wirklich nicht falsch: Denn „Violation“ kann zwar für etwa eine halbe Stunde gewinnbringend seine Charaktere aufbauen, den Konflikt etablieren und in einer sehr langen, unerwartet mutigen Szene für Spannung sorgen – hat danach aber auch wirklich mit enormer Überlänge zu kämpfen.
 
 
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Die Erzählstruktur dieses Films sorgt nämlich dafür, dass sowohl die Frage nach dem „Was?“ als auch die nach dem „Warum?“ nach weniger als der Hälfte der Laufzeit beantwortet werden, was nur noch weniger interessantes Füllmaterial, Nebenstränge, Detailfragen und natürlich ewige, elegische Zeitlupenszenen mit Chorsoundtrack zur Zwangsästhetisierung lässt, um die restliche Stunde zu füllen. Und während die Aufnahmen des Wolfs zu Beginn des Films noch charmant waren und punkten konnten, hat jede weitere nichtssagende, den Plot auf oberflächlichste Weise metaphorisch noch einmal und noch einmal wiederkauende „Arthouse“-Szene mich später nur noch zum Augen-aus-dem-Kopf-Rollen gebracht. Wann immer die Geschichte sich erzählt, nimmt sie sich viel Zeit für realistische und lange Dialogszenen – diese wären jedoch nur dann clever oder spannend, wüsste man nicht schon längst, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Dass die tragisch-unangenehme Schlüsselszene des Films dann noch erneut so ästhetisch und „erhebend“ inszeniert wird, ist dabei nicht ganz unproblematisch, kann ohne Spoiler aber nicht sinnvoll ausdiskutiert werden.
 
 
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Die Mischung aus ätzend langsamer Arthouse-Überinszenierung, extrem vorhersehbaren – sowie zu dem Zeitpunkt bereits belanglosen – Dialogszenen, einigen schwer nachvollziehbaren Entscheidungen in Schlüsselmomenten und einer immer wieder zu nüchternen, ruhigen und distanzierten Erzählhaltung ist es also, die dafür gesorgt hat dass dieser Film bei mir leider größtenteils für Langeweile gesorgt hat und so gar nicht wirken konnte. Was das jedoch keinesfalls heißen soll, dass „Violation“ ein handwerklich, technisch schlecht gemachter Film sei – das Editing ist zweckdienlich und teils sehr pointiert, die Bilder sind immer wieder überzeugend, das Sound-Design wirkt professionell. Auch der Cast überzeugt durch die Bank weg, gerade Hauptdarstellerin und Regisseurin Madeleine Sims-Fewer liefert eine mitreißende und persönlich wirkende Performance, aber auch Anna Maguire und Jesse LaVercombe wissen ihren Rollen Leben und Charakter einzuhauchen, ohne dass man es hier nur mit sympathischen, nachvollziehbaren Stereotypen zu tun hätte.
 
 
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Fans simpler, aber psychologisch unterfütterter und hochwertig produzierter Dramen mit Genreeinschlag können „Violation“ also sicherlich mal eine Chance geben, denn wirklich im Argen liegen hier nur das Script sowie eine Szene, was beides subjektiv ist. Von Filmfehlern, einem allzu unrealitischen Plot oder misslungenen Effekten kann hier keine Rede sein – mir hat die Struktur aber trotzdem den Genuß genommen.
 
 


 
 
 

VIOLATION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Überlanger, erst zu viel zu schnell, dann zu wenig zu langsam erzählender Drama-Thriller mit einigen hübschen Bildern und überzeugend gespielten Parts. Dennoch, wenn ich noch eine verdammte nichtssagende Zeitlupenszene mit Chor im Hintergrund erdulden muss, wars das endgültig mit meiner Toleranz für minimalistische, hochpolierte Langweiler.
 
 
 


 
 
 

VIOLATION – Zensur

 
 
 
„Violation“ wurde im April 2022 erstmals in Deutschland in vier Mediabook-Auflagen veröffentlicht. Diese waren FSK-ungeprüft und ungeschnitten. Mitte Juli 2022 erschien die von der FSK geprüfte Kaufhausfassung im günstigeren KeepCase. Die darin enthaltene Fassung ist ebenso ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Angesichts einiger sehr realistischer Gewaltmomente in Zusammenhang mit Rache-Thematik mutet es seltsam an, dass „Violation“ eine ungeschnittene FSK-Freigabe erhalten hat. Offenbar hatte die FSK einen guten Tag. Vor einigen Jahren wäre ein Film wie „Violation“ niemals komplett durch die FSK gekommen.
 
 
 


 
 
 

VIOLATION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Nameless Media | Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Nameless Media (Blu-ray + DVD im Mediabook – jeweils auf 444 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Violation; Kanada 2020

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase, Mediabook

Extras: Blu-ray gemastert von einem 4K Master, Redband-Trailer, Greenband-Trailer, Treffe die Filmemacher, zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: Mediabooks: April 2022 | KeepCase: 14.07.2022

 

Violation [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

VIOLATION – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Nameless Media | Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Autumn Blood – Die Zeit der Rache (2013)
 
Elle (2016)
 
Get My Gun – Mein ist die Rache (2017)
 

Filmkritik: „Jungle Warrior“ (2017)

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JUNGLE WARRIOR

(TOMBIRUO)

Story

 
 
 
Ein deformierter, mit übernatürlichen Kräften ausgestatteter Dschungelheld rächt den Tod seines Vaters.
 
 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Kritik

 
 
Wer bei dem Cover und Titel dieser Produktion spontan an einen malaiischen Tarzan denkt, der wird durch das epische, wenngleich auch billige Menü mit Zeitlupenaction und beeindruckenden Landschaftsaufnahmen so halb bestätigt – klar, im Dschungel spielt der Film und dass ein einzelner Protagonist dort lebt, mutet erst einmal ähnlich an. Doch die Tierwelt ist in „Tombiruo“ mal so gar nicht wichtig, von Lianen wird sich nicht geschwungen und so actionlastig dürfte Tarzan auch nie gewesen sein – was genau verbirgt sich hier also?
 
 

„In diesem Dschungel lebt ein Dämon.“

 
 
Es statet mit malerischen Naturaufnahmen und einer mediokren CGI-Libelle, dann folgt direkt Tombiruos Hintergrundgeschichte (Kampf im Regen, seine Mutter wurde vergewaltigt, die Hebamme rettet noch das Baby) sowie die Information, dass es sich tatsächlich um eine Romanverfilmung handelt. CGI-Baumwurzeln (oder doch Lianen) holen das Boot mit dem Baby zu sich, der Wald beansprucht diesen Krieger, in dem „ein Sturm wütet“, also für sich. Viel Voiceover einer alten Schamanin prophezeit Großes für unseren jungen Helden, sein Ziehvater reicht ihm nun seine leider eher lächerliche als ikonische Holzmaske, um den epischen neunminütigen Opener des Films zu beenden.
 
 

„Du hast das Gesicht der Götter!“

 
 
Na wenn das so ist, wieso dann die Maske? Wie dem auch sei, ganze 10000 Menschen sollen mal eben für ein „umstrittenes Dammprojekt“ umgesiedelt werden, der Firmenboss ist demnach natürlich böse und reckless, gleichzeitig wird auch noch ein Dorf angegriffen und Tombiruo eilt freilich zur Rettung herbei. Das Maß an Zerstörung, die Kameraarbeit und die Choreographien können sich in dieser Szene sogar sehen lassen, einzig die alle paar Sekunden zum letzten Schlag einsetzende Zeitlupe hat (bewusst?) einen sehr künstlichen Videospiel-Charakter, da es wirklich ein genau so funktionierendes System in zahlreichen Brawlern gibt. Tombiruo’s Dschungel/Ziehvater wird hinterrückt erschossen, Blutspucken in Zeitlupe folgt, tosende Trompeten setzen ein, der ganze Wald bebt im Angesicht dieser schreienden Uungerechtigkeit. Das Haus brennt lichterloh und ich dachte schon das wars mit der Actionsequenz, stattdessen springt unser Held nachfolgend noch mir-nichts-dir-nichts auf ein fahrendes Auto, prügelt sich während der Fahrt routiniert rein, steckt problemlos alles an Verletzungen weg und lässt seine CGI-Wurzeln dabei natürlich noch helfen.
Das wäre in einer „Asylum“-Produktion z.B. eine furchtbar hässlich und anstrengend editierte Szene mit miesen Effekten und ohne jeden Körperkontakt, hier aber war ich tatsächlich überraschend unterhalten und angetan von der technischen Grundkompetenz die dieser, für mich völlig aus dem Nichts kommende, Titel doch aufweisen kann.
 
 
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Ein echtes Auto crasht endlos rotierend den grünen Hügel runter, eine junge Reporterin wird als erwartete, weitere Protagonistin etabliert und zweifelt natürlich noch ein wenig an der Existenz des legendären Dschungelmenschen mit der Holzmaske. Dieser schneidet sich währenddessen selber und grunzt als erste Dialogzeile in tiefer Affenstimme „Vergib mir Vater“, was den Charakter leider direkt wieder weniger cool oder mysteriös macht. In der wohl härtesten, kompaktesten, wildesten Szene des Films überfällt der Jungle Warrior nun eine Fabrik des bösen Firmenchefs, nur damit sich diese sich aber leider mit Gasgranaten füllt und als Falle herausstellt – was macht man da als übernatürlicher Protagonist nun? Genau, man schreit so laut dass die Scheiben platzen und das Gas entweichen kann, rammt sich mit schierer Körperkraft durch das Rolltor, erledigt mit ein paar wuchtigen Martial-Arts-Einlagen die Gegner und rennt dann trotz blutigen Armdurchschusses einfach wieder weg. Großartig auch, wie die Action dieser Szene aus der ersten Perspektive gedreht wurde, was für wohlige „Hardcore“-Erinnerungen sorgt.
 
 
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Tombiruo hat eine Vision von seinem toten Ziehvater, mit der Journalistin folgt natürlich noch eine doch sehr Tarzan-mäßige „Du bist mein Retter“//“Fürchte dich nicht vor mir!“-Szene, die Dialoge sind oft allzu pathetisch dick aufgetragen und einige Lens-Flare-Einstellungen unterstützen nur, wie künstlich die Beleuchtung in diesem Dschungel doch teilweise ist – von einem wirklich unironisch guten Film ist „Jungle Warrior“ also definitiv weit entfernt. Doch wann immer nicht gelabert sondern sich geschlagen wird, die Story zur Nebensächlichkeit verkommt und der Film seine technischen Muskeln spielen lassen kann, ist für Unterhaltung gesorgt.
 
 

„Schick deine Liebe aus dem Reich der Toten!“

 
 
Dass einige Bewegungen dabei immer wieder schneller abgespielt werden ist ein unnötiges Gimmick, trotzdem sind die Action-Einlagen unterm Strich die Highlights des Films, während der Rest schnell vergessen sein dürfte. Die Backstory der Schamanin schießt mit einem gesungenen „Ich bewahrte ihre Plazenta auf!“ den Vogel ab, nachdem der übliche und vorhersehbare Twist abgehandelt wurde betritt dann aber endlich wieder Absurdität der unterhaltsameren Natur die Bühne, durch einen Brille & Leder-Cowboyhut tragenden Antagonisten. Doch selbst ein reines Runterbrechen auf die Action und deren Künstlichkeit wird dieser Produktion nicht gerecht, wie durch einen entweder unfassbar gut getricksten, oder echten Flammenwerfer-Einsatz sowie einen durchaus gewitzten, fiesen kleinen Twist noch offensichtlich wird.
 
 
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Der letzte Kampf geht mit Slow-Motion, Explosionen, Flammen, herumfliegendem Dreck, Blitzen, Donner und matschigen Böden nochmal in die Vollen und kann auch mit seinen Kamerabewegungen beeindrucken, einzig das überlang gestreckte, extrem kitschige und vorhersehbare Ende hätte es nicht gebraucht – 80 Minuten mit Abspann wären hier genug gewesen, doch diese Wucht und Größe an Action und Spektakel gibt es wohl oftmals einfach nicht, ohne die abrundende Portion Kitsch und Pathos dazu.
 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bemüht epische, teils unfreiwillig komische, pseudomystische Actionkost mit stark inszenierten, wenn auch teils zu künstlichen, krachenden Actioneinlagen und viel Pathos drumherum. Als Genrefan definitiv einen Blick wert.
 
 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Zensur

 
 
 
„Jungle Warrior“ heißt im Original „Tombiruo“ und wurde am 17.12.2021 erstmals in Deutschland in drei Mediabook-Auflagen veröffentlicht. Diese waren FSK-ungeprüft und ungeschnitten. Ende Juni 2022 erschien die von der FSK geprüfte Kaufhausfassung im günstigeren KeepCase. Die darin enthaltene Fassung ist ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Nameless Media | Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Nameless Media (Blu-ray + DVD im Mediabook – jeweils auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tombiruo; Malaysia 2017

Genre: Horror, Action, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Malaiisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase, Mediabook

Extras: Trailer, Making-of, zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: KeepCase: 30.06.2022

 

Jungle Warrior [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Nameless Media | Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raging Fire (2021)
 
Predator (1987)
 
John Rambo (2008)
 

Filmkritik: „Und wieder ist Freitag der 13.“ (1982)

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UND WIEDER IST FREITAG DER 13.

(FREITAG DER 13. – TEIL 3 | FRIDAY THE 13TH PART 3: 3D)

Story

 
 
 
Im dritten Teil der Kultreihe erhält Jason endlich sein Markenzeichen, die Eishockey-Maske, denn mit der mordet es sich einfach besser, als mit einem Kartoffelsack auf dem Kopf.
 
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Kritik

 
 
Während Jason im ersten Teil einer der kultigsten Slasher-Reihen überhaupt ja quasi noch gar nicht auftauchte, durfte er in „Jason kehrt zurück“ ein Jahr später bereits das Morden üben. Und da der Film in Amerika durchaus erfolgreich war, folgte nur ein weiteres Jahr später, nämlich 1982, die nächste Fortsetzung. Im Deutschen fast schon humorvoll-stagnierend mit „Und wieder ist Freitag der 13.“ betitelt, wiederholt man das stumpfe Szenario zwar eigentlich nur, aber in diesem Teil bekommt Jason endlich seine Eishockey-Maske. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb man es mit einem der besten Teile der Reihe zu tun bekommt, selbst wenn das längst nicht jeder Fan so sieht.
 
 
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Wenn man hier etwas kritisieren möchte, dann sollte es am ehesten die Handlung treffen, denn diese könnte einfallsloser kaum sein. Ein paar Freunde, Crystal Lake, Jason – Mehr Worte braucht man nicht, um die Geschichte zu erläutern und jeder weiß, wie das alles ablaufen wird. Auf Logik hat man nebenbei ebenfalls verzichtet. So soll sich das Treiben zwei Tage nach dem letzten Teil abspielen, was dann streng genommen gar nicht mehr Freitag der 13. sein könnte. Das ist jedoch alles egal, denn ein altmodischer Slasher-Fan wird keine echte Story brauchen. Immerhin hatte man hier zahlreiche blöde Ideen, die man eingebaut hat und die den Zuschauer erheitern können.
 
 
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„Und wieder ist Freitag der 13.“ hat hier tatsächlich zwei Faktoren zu bieten, die man selten beide von einem Film der Reihe geboten bekam. Auf der einen Seite ist der Film nämlich ganz schön bescheuert, ja teilweise arg trashig, besitzt Fehler und ein paar Charaktere, die man nun absolut nicht ernst nehmen kann. Das sorgt für Belustigung und macht den dritten Teil schon mal unterhaltsam. Auf der anderen Seite will Steve Miner, der wie schon beim Vorgänger Regie führte, aber auch gerne Atmosphäre aufbauen. Das sieht man am oftmals sehr langsamen Aufbau, den manche für langweilig halten mögen, der aber tatsächlich eine bedrohliche Stimmung entstehen lässt. Außerdem ist Jason hier noch kein Übermensch, durchaus verletzbar und das besitzt seine ganz eigene Note. Somit gelingt „Und wieder ist Freitag der 13.“ die Symbiose aus Trash und spannendem Slasher, was man in diesem Subgenre nun durchaus nicht oft finden kann.
 
 
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Gerade deshalb fällt es auch gar nicht so negativ auf, dass man eigentlich nur schon wieder die bekannten Zutaten vorgesetzt bekommt. Von Vorteil ist ebenfalls, dass Crystal Lake nun anders aussieht, als zuvor und eher an eine Farm erinnert. Hier spielt sich ein Großteil des Filmes ab und die Optik weiß durchaus zu gefallen. Ein weiterer, belustigender Aspekt ist, dass „Und wieder ist Freitag der 13.“ damals in 3D-Version in die Kinos kam, was in den 80er Jahren gerade in Amerika ja unheimlich beliebt war. Ständig werden Gegenstände in die Kamera gehalten und was damals im Kino vielleicht als Attraktion galt, verführt heute eher zu einem nostalgischen Grinsen. Das alles sorgt aber für eine unschlagbare Atmosphäre, die eben nahezu alle Facetten bedient. Der dritte Teil von „Freitag der 13.“ ist doof, unfreiwillig komisch, amüsant, aber auch spannend, bedrohlich und vor allen Dingen ganz schön blutig.
 
 
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Über Gewalt muss man bei dieser Reihe ganz ausführlich sprechen, denn kaum eine Reihe hatte so viele Probleme mit der Zensur. Schon bevor die Filme ins Kino kamen, wurden sie leider entschärft, um ein X-Rating zu vermeiden. In Deutschland landeten sie dann aber obligatorisch trotzdem schnell auf den Index und wurden zusätzlich gekürzt. Wenn man sich „Und wieder ist Freitag der 13.“ heutzutage anschaut und überlegt, dass er mittlerweile ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde, kann man die ganzen Beschlagnahmungen von früher natürlich nur belächeln. Aber trotzdem ist der Gewaltgrad höher, als in den beiden Vorgängern und für einen Slasher aus damaliger Zeit, lässt man es hier ganz schön krachen. Die Effekte sind nicht perfekt, aber eben von Hand gemacht. Manche sehen sehr derb aus, andere animieren eher zum Schmunzeln.
 
 
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Wobei man schon etwas warten muss, bis es hier mal zur Sache geht. In der ersten Hälfte ist mit Jason wirklich noch nicht so viel los und es dreht sich eher um die bekloppten Teenies, um ihre Streiche, ums Kiffen, natürlich um den Beischlaf (wobei der Film leider zu wenig nackte Haut für einen Slasher bietet) und dann kommen auch noch bedrohliche Biker mit hinzu. Obwohl hier slasher-technisch nicht so viel geschieht, ist das alles überhaupt nicht langweilig und höchst amüsant ausgefallen. Außerdem lässt man es dann im langen Finale ordentlich krachen. Da steigt der Bodycount dann doch schnell an und der finale Überlebenskampf ist sogar ziemlich spannend geraten. Vorher ist das alles eher entspannende Unterhaltung, die aber eben dennoch die notwendige Portion Atmosphäre besitzt. Nur auf die Wiederholung des Finales aus dem zweiten Teil hätte man gerne verzichten können, aber da bereits der zweite Teil dieses Element nutzte, sei dem Werk dies verziehen.
 
 
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Was gehört sonst noch so zu einem Slasher? Natürlich dumme Charaktere, die nur als Kanonenfutter dienen. Davon gibt es hier genügend, aber erstaunlicherweise wirken diese gar nicht mal so unsympathisch. Zumindest größtenteils nicht. Und ganz ansprechend gespielt, werden die Figuren ebenfalls. Mit Dana Kimmell ist ein brauchbares Final-Girl anwesend und auch sonst versprühen die vielen, belanglosen Charaktere so ihren Charme. Jason wurde übrigens zum ersten und letzten Mal von Richard Brooker gespielt, was dieser ordentlich gemacht hat. Er gibt dem Killer mit seinen Körperbewegungen eine psychopathische Note, welche weit entfernt ist vom späteren Übermenschdasein. Und den typischen Jason-Sound gibt es natürlich auch genügend zu hören. Ein solch simpler Sound, an dem man sich kaum satthören kann. Insgesamt ist der Score brauchbar und begleitet das Treiben atmosphärisch.
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Hauch von Handlung, hinzu eine ziemliche Kopie des zweiten Teils und dennoch ist „Und wieder ist Freitag der 13.“ ein toller Slasher geworden. Die Mischung aus Trash (der hinzu nicht selten auch noch unfreiwillig entsteht) und spannendem Slasher ist eine Seltenheit. Hier kann man sich entspannt zurücklehnen, sich amüsieren und bekommt dennoch eine gelegentlich ansprechende Atmosphäre mit gelungenem Spannungsaufbau geboten. Die Figuren sind überwiegend doof, aber markant und gar nicht so unsympathisch, die Darsteller spielen völlig passabel, die Kulissen sehen gut aus und die Inszenierung funktioniert. Hat man die ganzen amüsanten Momente hinter sich, bekommt man zudem eine gute Portion harten Splatter geboten. Nein, perfekt ist das nun wirklich nicht, aber so verdammt charmant und nur für den Fall, dass es jemand noch nicht mitbekommen hat: Jason bekommt hier halt seine ikonische Eishockey-Maske! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Zensur

 
 
 
„Und wieder ist Freitag der 13.“ erschien in Deutschland ungekürzt auf VHS. Im Jahr 1985 wurde Teil 3 indiziert und 1988 wurder der Slasher vom Amtsgericht Frankfurt beschlagnahmt. Ein Jahr später erfolgte die Einziehung und der 3. Teil der Freitag-Reihe landete für viele Jahre im Giftschrank. Erst im Juni 2016 gelang es dem Anbieter 84 Entertainment die Indizierung aufheben zu lassen. Man ließ „Und wieder ist Freitag der 13.“ von der FSK neu prüfen und erhielt für den Streifen in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren. Seither kann er ungeschnitten und legal im stationären Handel gekauft werden.
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Pictures (Blu-ray im KeepCase – Erstauflage)

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(c) 84 Entertainment (Blu-ray im KeepCase – Zweitauflage)

(c) Paramount Pictures (Freitag der 13. Blu-ray-Collection mit den Teilemn 1-8)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Friday the 13th Part 3: 3D; USA 1982

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch Dolby TrueHD 5.1, Französisch DD 2.0 (Mono), Italienisch DD 2.0 (Mono), Spanisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Spanisch, Portugiesisch, Schwedisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Frische Schnitte: 3D Terror, Slasher Filme: Immer die Halsschlagader, Die Geschichte der Maske, Vergessene Geschichten aus dem Camp Blood – Teil 2, Vergessene Geschichten aus dem Camp Blood – Teil 3, Original Kinotrailer

Release-Termin: KeepCase Erstauflage: 12.02.2011 | KeepCase Zweitauflage: 10.02.2021 | 8-Movie-Collection: 13.05.2022

 

Und wieder ist Freitag der 13. [Blu-ray im KeepCase – Erstauflage] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Und wieder ist Freitag der 13. [Blu-ray im KeepCase – Zweitauflage] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Und wieder ist Freitag der 13. [Freitag der 13. Blu-ray-Collection mit den Teilemn 1-8] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freitag der 13. (1980)
 
Freitag der 13. – Jason kehrt zurück (1981)
 
Das Camp des Grauens 2 (1988)
 
Das Camp des Grauens 3 (1989)
 

Filmkritik: „Dark Glasses – Blinde Angst“ (2022)

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DARK GLASSES – BLINDE ANGST

(OCCHIALI NERI | DARK GLASSES)

Story

 
 
 
In Rom hat es ein Serienkiller auf Prostituierte abgesehen und die Sexarbeiterin Diana soll bald Bekanntschaft mit ihm machen.
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Kritik

 
 
Wenn ein Altmeister wie Dario Argento im Alter von über 80 Jahren noch mal einen neuen Film auf den Markt schmeißt, dürfte die Spannung groß sein. Erst recht, wenn sein letztes Werk (in diesem Falle „Dracula 3D“) ca. zehn Jahre zurückliegt und sowohl bei Fans, wie auch bei Kritikern nicht gerade gut ankam. Über Argento selbst muss man wohl nicht mehr viel schreiben. Er war ein prägender Schöpfer des Subgenre Giallo und gilt allgemein als sehr wegweisend, was das moderne Horrorkino betrifft. Seine großen Taten vollbrachte Argento aber eben in den 70er und 80er Jahren. Nicht, dass er danach nicht auch noch ein paar gute Filme drehte, nur an das, was den Kult um ihn erst hervorbrachte, konnte Argento kaum noch anknüpfen. Das macht die Spannung auf „Dark Glasses“ eigentlich nur noch größer, weil man hier überhaupt nicht wissen kann, was für eine Qualität einen erwartet. Und die bisherigen Kritiken unterstützen dies sogar noch. Während das Werk teilweise sehr wohlwollend aufgenommen wurde, wird es von anderen als langweilig und uninspiriert bezeichnet. Und leider liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.
 
 
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Diana verdient sich ihr Geld als Edelprostituierte in Rom. In der Stadt hat es aber gerade ein psychopathischer Serienkiller auf eben solche abgesehen. Er ermordet sie brutal mit einer Cello-Saite. Auch Diana soll ein Opfer von ihm werden, doch sie kann entkommen und es kommt zu einem Autounfall. Dabei wird die hübsche Frau blind und muss sich fortan mit dieser Behinderung durch ihr Leben schlagen. Unterstützung erhält sie von einem kleinen, chinesischen Jungen, der zufälligerweise im anderen Auto saß. Sein Vater ist bei dem Unfall gestorben und seine Mutter liegt im Koma. Deshalb kümmert sich Diana um den Jungen und er hilft ihr. Und Hilfe ist dringend erforderlich, denn der Killer will sein Werk noch vollenden. Die Story ist nicht gerade das Glanzstück von „Dark Glasses“, aber man muss so fair sein und sagen, dass im Giallo sowieso selten eine große Geschichte im Vordergrund stand. Und die Werke von Argento zeichnen sich auch eher über seine tolle Inszenierung aus, als über eine ausufernde, bestens konstruierte Handlung. Trotzdem macht es sich das Drehbuch hier teilweise zu einfach. Dass man die Identität des Killers nicht groß erraten muss, ist eigentlich okay, dass sie aber so lustlos verraten wird, stört schon eher. Außerdem besitzt „Dark Glasses“ einfach keinerlei neue Einfälle und ist teilweise schon arg unlogisch.
 
 
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Das bringt uns auch gleich zu der Figurenzeichnung, die dem Werk am ehesten ein Bein stellt. Mit der Hauptfigur Diana kann man nämlich schon mal herzlich wenig anfangen. Sie ist weder un- noch sympathisch, sondern einfach nur belanglos, ohne Facetten und ohne echtes Profil. Leider wirkt auch der chinesische Junge nicht gerade besser gezeichnet. Dabei geht hier viel Potenzial verloren, denn die großen Unterschiede der Kulturen der beiden Protagonisten werden nahezu gar nicht benutzt. Ein solch unterschiedliches Paar hätte man doch viel reizvoller verwenden können. Eine Chemie entsteht zwischen den Beiden leider ebenso kaum. Da erscheint es fast passend, dass Ilenia Pastorelli und Xinyu Zhang in diesen Rollen nicht komplett überzeugen können. Ihr Schauspiel ist manchmal etwas hölzern, wobei Pastorelli immerhin mit optischen Reizen dienen kann und Zhang etwas kindliche Naivität ausstrahlt. Das alleine reicht nur eben nicht, um mit den Charakteren mitfiebern zu können. Wie es sich für einen Argento gehört, spielt auch seine Tochter Asia mit, bekleidet jedoch nur eine kleine Nebenrolle, in der sie nicht weiter auffällt.
 
 
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Die restlichen Charaktere erscheinen dann völlig unwichtig und willkürlich. So wirkt es fast wie ein beabsichtigtes Klischee, wenn man Ermittler mit ins Spiel bringt, die jedoch überhaupt nichts erreichen und irgendwann gar nicht mehr vorkommen. Auch sonst verhalten sich manche Figuren hier ganz schön doof und das raubt dem Werk Atmosphäre. Eigentlich möchte „Dark Glasses“ nämlich vollkommen ernst und düster erscheinen. Argento hat sich von seinen etwas trashigeren Ausflügen entfernt und macht nun das, was er früher besonders gut konnte. Eigentlich ist das handwerklich auch alles noch ziemlich brauchbar ausgefallen, nur fehlen eben die besonderen Bilder. Der Anfang mit seiner Sonnenfinsternis ist da noch der cleverste und passendste Einfall, der auch für gelungene Bilder sorgt. Das letzte Drittel in der Natur kann ebenfalls noch ein paar kleine Höhepunkte setzen, doch ansonsten ist die Inszenierung vor allem eines: Durchschnittlich und austauschbar. Und das lässt sich eben leider auch von der Atmosphäre behaupten, die zu wenig Bedrohung versprüht. Selbstverständlich sind alle Markenzeichen eines Giallo vorhanden, nur ausgerechnet die Stimmung fehlt größtenteils.
 
 
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Dass man sich von „Dark Glasses“ trotzdem einigermaßen gut unterhalten lassen kann, liegt an seinem Abwechslungsreichtum. Das Geschehen strotzt zwar nicht gerade vor Tempo, tritt allerdings auch nie auf der Stelle und bietet zumindest einige Kulissenwechsel. Spannend ist das kaum und auf eine clevere Auflösung sollte niemand hoffen, aber die Laufzeit ist mit knapp 90 Minuten angemessen gehalten und ein paar starke Momente hat der Film ja schon zu bieten. Größere Gewalteskapaden gehören allerdings eher weniger dazu. Es gibt eine handvoll recht derber Szenen, die auch ganz gut ausgefahren werden, aber man kann nicht behaupten, dass diese im Vordergrund stehen würden. Selbstzweckhaft sind sie dennoch, dafür sehen die Effekte jedoch gut aus. Was „Dark Glasses“ im Endeffekt tatsächlich noch etwas aufwertet, ist sein starker Score von Arnaud Rebotini. Diesem gelingt es nämlich wunderbar auf der einen Seite altmodisch nach Goblin zu klingen und andererseits eigene Akzente zu setzen.
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Dark Glasses“ ist leider nicht die erhoffte Großtat eines Altmeisters, aber ein Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln ist schon geglückt und das Werk besitzt durchaus gute Momente. Im Endeffekt sind es nur leider zu wenige. Die Handlung kann schon mal kaum reizen, wurde schlecht konstruiert und dient mit unlogischen Aktionen von unwichtigen Charakteren. Auch die Figurenzeichnung lässt viel Potenzial liegen und leider kann der Film nicht mal aus schauspielerischer Sicht komplett punkten. An der Inszenierung hingegen kann man manchmal schon erkennen, dass Argento seine Arbeit noch versteht. Es gibt zwar kaum Szenen, die zum Staunen anregen, aber manche Ideen sind gut und die handwerkliche Arbeit ist in Ordnung. Außerdem ist der Film selten so richtig langweilig. Atmosphäre ist allerdings zu wenig vorhanden und etwas blutiger hätte das gerne auch noch ausfallen dürfen, weil die Gewalt hier sowieso zum reinen Selbstzweck verkommt. Es bleibt ein Film, der im Endeffekt eigentlich eine leicht unterdurchschnittliche Wertung verdient hätte, es mit kleinem Argento-Bonus und durch den tollen Score aber noch gerade so auf fünf Punkte schafft!
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Zensur

 
 
 
„Dark Glasses – Blinde Angst“ hat in Deutschland eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A)

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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Occhiali neri; Italien 2022

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Trailer, Videobotschaft von Regisseur Dario Argento, Behind the Scenes, Film auf DVD, Poster, Booklet

Release-Termin: Mediabooks: 29.07.2022

 

Dark Glasses [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Dark Glasses [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (1970)
 
Vier Fliegen auf grauem Samt (1971)
 
Die Säge des Teufels (1973)
 

Filmkritik: „The Stylist“ (2020)

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THE STYLIST

Story

 
 
 
Die junge, introvertierte Haarexpertin Claire fühlt sich nach einigen Treffen zu einer Frau hingezogen, die sie prompt zu ihrer Hochzeit einlädt.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Kritik

 
 
Jill Gevargizians 2016 entstandenes Werk „The Stylist“ ist ein 12-minütiger Kurzfilm rund um eine junge Stylistin, die in ihrem Salon eine Frau skalpiert und daraufhin im Kellerraum den Skalp trägt und vor ihrem Spiegel einen kleinen Nervenzusammenbruch erleidet. Verträumt sowie hochprofessionell bebildert und einfühlsam von Najarra Townsend (Dementia Part II, Contracted, Wolf Mother) gespielt, weiß dieser so gemeine wie menschliche Fast-Viertelstünder für sich stehend auf jeden Fall zu überzeugen, einzig als „proof of concept“ für ein gegebenenfalls größeres Projekt fehlt es hier noch an Substanz oder einem implizierten größeren Handlungsrahmen.
 
 
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Vier Jahre später wurde das Gedankenexperiment Realität, denn Gevergizian sah in ihrem Kurzfilm scheinbar deutlich mehr Potential als gedacht, weshalb mit nahezu identischer Inszenierung und selber Hauptdarstellerin, die dieses Mal auch als Co-Produzentin an Bord war, das spielfilmlange Remake gewagt wurde – dieses Mal ganze 105 Minuten lang. Und genau hier liegt dann auch mein hauptsächliches Problem mit dieser Version von „The Stylist“ – der Film ist einfach viel zu inhaltsleer und oberflächlich, um die fast zweistündige Laufzeit auch nur annährend zu rechtfertigen.
 
 
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Claire ist der Name unserer einsamen Haarstylistin/Mörderin und bereits im Intro gibt es den ersten – exzellent getricksten – Mord per Skalpierung sowie die erste, zu sanften Klavierakkorden und erhebenden Ambient-Klängen maximal himmlisch inszenierte Haarpflege zu genießen. Ein Szenenablauf, den diese Langversion von „The Stylist“ verdammt ist ohne wirklichen Mehrwert immer zu wiederholen, da das Script schlichtweg nicht mehr hergibt. Denn bei aller Liebe für ruhige, langsame, stille Charakterdramen über verstörte Seelen – sowohl im Kurzfilm als auch im Intro dieses Films wurden die meisten wichtigen Aussagen oder Beobachtungen bereits getroffen, wortwörtlich wird von dem Job als Familienersatz und innerer Zerrissenheit gesprochen, was also soll bitte noch folgen?
 
 

„If she’s so good why doesn’t she do weddings?“

 
 
Eine Story abseits der Hauptsituation wird aufgebaut aber bleibt vorhersehbar, um Rätselspannung oder ein Mysterium rund um unsere Protagonistin ist das Script ebenfalls bemüht, läuft damit aber nur abgetretene Pfade ab. Die Chemie zwischen Townsend und ihrem Gegenüber Olivia, gespielt von Brea Grant (Halloween II, A Ghost Story, Looper, After Midnight) ist dabei stets glaubhaft und natürlich, trägt die jeweiligen Szenen. Technische Spielereien wie gelungen genutzte Splitscreen-Einlagen, die immer wieder sinnlichste aller Haarwaschmontagen oder der dröhnende, effektive Soundtrack wissen dabei immer wieder über die Inhaltslosigkeit hinweg zu trösten, von einer Nullnummer oder einem stümperhaften Werk ist „The Stylist“ also meilenweit entfernt – doch was nützt all die optische Finesse bei einer derart ereignislos und altbekannt vor sich hin dümpelnden Dramaturgie?
 
 
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Rot-blau gialloesques Disco/Argentolicht darf im weiteren Verlauf natürlich nicht fehlen, auch ist die Beleuchtung allgemein lobenswert atmosphärisch, ein paar Setdesigns stechen besonders positiv hervor und gerade in seinen ruhigen Szenen fühlt sich dieser Film sehr persönlich und glaubhaft an, erinnert gar an „She Dies Tomorrow“ – doch dann folgen wieder langgezogene Strecken völlig ohne Soundtrack, Dialog, neue Informationen oder bemerkenswerte Einstellungen und die schiere Stagnation des Geschehens frustriert auf ganzer Linie. Natürlich kriegt Claire eine Vorgeschichte spendiert, auch ist es ein netter Kniff dass sie bei aller Hochglanz-Fassade in einer dunklen Abfuckwohnung samt Altar haust und punktuell ist „The Stylist“ durchaus sympathisch. Doch für ein tiefschürfendes Psychogram oder eine erfrischende Filmerfahrung reicht das leider nicht – und wer hier für Splatter, Action, Spannung oder Horror kommt, der liegt sowieso grundliegend falsch.

 
 


 
 
 

THE STYLIST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Überlanges, sich zu früh ausbuchstabiertes und konzeptuell erschöpftes, intimes psychologisches Charakterdrama mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin und hochprofessionellen Inszenierung. Ein ruhiger und zurückhaltender Film, der Genrefans kaum ansprechen wird.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Zensur

 
 
 
„The Stylist“ erschien Anfang 2022 in Deutschland über Nameless Media ungeprüft und ungeschnitten im Mediabook. Mittlerweile wurde der Film auch von der FSK geprüft und erhielt eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Fassung. Da auf der Blu-ray und DVD einige Trailer von Filmen enthalten sind, die von der FSK höher als FSK16 eingestuft wurden, ist auf dem Cover der Kaufhausfassung ein roter FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Stylist; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2022

 

The Stylist [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE STYLIST – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In my Skin (2002)
 
She Dies Tomorrow (2020)