Filmkritik: „Sleepless Beauty – Gefangen im Albtraum“ (2020)

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SLEEPLESS BEAUTY – GEFANGEN IM ALBTRAUM

(YA NE SPLYU)

Story

 
 
 
Nach einem gescheiterten politischen Attentat wird die nichtsahnende, junge Mila entführt und wacht verängstigt in einem abgeriegelten Raum auf, in dem ihr Leben alsbald zum Alptraum mutiert.
 
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Kritik

 
 
Auf die Chance hin, hier eine internationale Außenseitermeinung einzunehmen: Meine Güte, was für ein verstörender, fieser, auswegsloser, alptraumhafter Streifen doch, meine Güte, was war ich mitgenommen. Und doch: Der vierte Langfilm des russischen Regisseurs Pavel Khvaleev ist kein wirklich „guter“ Film, kein clever geschriebenes, doppelbödiges, oder auch nur logisches Meisterwerk. Aber wenn er klappt, dann so richtig. Das durchaus gelungene Coverdesign der deutschen Blu-ray schmückt auch das Menü, in dem wir direkt russischen Synthiewave mit weiblichen Gesang lauschen, der inhaltlich wohl bereits über Hoffnungslosigkeit und Misstrauen reflektiert.
 
 
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In relativ schäbiger Qualität kriegen wir herangezoomtes Material einer feierlichen Museumseröffnung zu sehen, als plötzlich ein Schuss fällt und sich das Video als live im Darkweb gestreamt offenbart – im Chat herrscht Enttäuschung, da das Ziel des Attentats überlebt hat. Die beobachtende Kälte künstlicher Linsen wird in der ansprechend inszenierten Exposition nun fortgeführt, da mehrere Überwachungskameras unsere Protagonistin Mila, überzeugend gespielt von Polina Davydova, nun beim Kauf eines Fisches für ihren Vater, sowie der Ankunft in ihrem recht schäbigen Mietshaus, filmen. Sobald wir keinem Material diegetischer Kameras mehr folgen, setzt zum Glück auch moderner, stimmiger HD-Look mit behutsam kadrierten Aufnahmen ein, bevor Mila nach knappen 10 Minuten höchst effektiv ausgeknockt und entführt wird.
 
 
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Und wie in ideenlosen, eintönigen, niedrig budgetierten Genrefilmen fast schon üblich, wacht Mila nun in einem bunker/keller-ähnlichem Raum auf, aus dem sie so schnell nicht mehr herauskommt und in dem nun ein Großteil des Films spielen wird. Doch während das bei besagten innovationslosen Langweilern ein Grund zum baldigen Abschalten wäre, so weiß „Sleepless Beauty“ um die Limitierungen seiner Inszenierung und nutzt darum einen Clou, der sich deutlich vom Rest abhebt. Zuerst einmal tut es das grundsätzliche Level des Films schon, denn der Online-Livestream hat einen, soweit ich das nachvollziehen konnte, durchaus realistischen und nicht durchschaubar geschriebenen Chatbereich mit allerlei abfälligen bis schockierten oder gar gelangweilten Reaktionen, das Setting wird durch eine gruselige Raumatmo, regelmäßiges Piepen, Rauschen, Pochen und Flimmern audiovisuell bestens unterstützt, unsere Hauptdarstellerin scheint hilflos ausgeliefert, unschuldig und weder selber schuld, noch unsympathisch und die sadistischen Spiele, mit denen Mila u.a. gefoltert wird, sind üblicherweise rein psychischer, nicht physischer Natur.
 
 
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Wer also eine exploitativ halbnackte junge Frau leiden sehen wollte, die aufgeschnitten oder gar vergewaltigt wird, um sich zu rächen oder auch nicht, der wird hier enttäuscht werden. Doch diese oberflächliche Ebene der Verstörung und des ziellosen Horrors ist es nicht, die in diesem Film vorherrscht. Das Böse sitzt tiefer. Nach 19 Minuten Film und der Vorstellung der Grundprämisse beginnt das eigentliche Märtyrium und zeitgleich die Ermittlungsarbeit der Polizei, Letzteres geerdeter und realistischer, als Ersteres. Und dann, ein „Saw“ nicht unähnlich sadistisches Spiel später, geschieht es das erste Mal: Ich hab mich erschrocken, war schockiert, kurz panisch, habe pausiert und durchgeatmet. Geht es jetzt etwa derart höllisch und mich packend weiter? Noch nicht ganz – nach dem gelungenen Einstieg und Teaser der absoluten Hölle folgt nun die vermutlich schwächste, wenn auch kurze und immer noch solide Phase des Films, da nun weder in den – teils ganz kreativ geschriebenen – Demütigungen bzw. „Spielen“, die mit Mila getrieben werden, noch in der Ermittlungsarbeit im Mietshaus allzu viel passiert, oder nach vorne getrieben wird. Zudem muss zu diesem Zeitpunkt, nach Tagen der Folter und Entführung, mal festgehalten werden, dass der Titel des Films, „Sleepless Beauty“, imo darum total fehl am Platz ist, weil der Film selber die Idee der Schlafentzugs-Folter nie weiter aufgreift oder erklärt und Mila auch nach Tagen der Folter, des Stresses und des angeblichen nicht-Schlafen-Könnens unbewacht auf dem Boden rumliegt, aber es trotzdem schafft, die Augen offen zu halten?
 
 
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Aber gut, das Hinterfragen der Logik ihrer Situation bzw. der Details einiger Szenen schadet eher, was dafür keinesfalls schadet, das ist fast alles von nun an. Denn hat man die generischeren Szenen geschafft, die sich zwischen 20 Minuten Exposition und 10 Minuten marginal enttäuschendem Ende tummeln, so bleibt nur noch das Main Meat, die größte Stärke dieses russischen Brainfucks. Und ohne diese zu spoilen, kann ich nur preisgeben dass ich die Hölle gesehen habe, und das sie kein angenehmer Platz ist. Nein, diese übersexualisierte, fleischige Vision von endlosem Schmerz, dem Zyklus unentrinnbar riesiger, Dali bis Giger bis Clive Barker-esquer Architektur endlosen Leidens und Schmerzens, so drückend mit irrem Sounddesign und hallenden Schreien inszeniert, verwoben in diese äußerst greifend intensiv abgefuckt hoffnungslose Situation der Entführung und Folter, ist nichts anderes als mutig und gar innovativ. Noch in keinem Film habe ich, ohne dass das Genre leicht gewechselt wird oder es für sich steht, eine solche Sequenz mit einem solchen Gänsehaut-Faktor in einem Horrorfilm gesehen und seit etwa einem Jahr hab ich auch keinen Film mehr gesehen, der eine solch viszerale, physische „Fight or flight“-Reaktion getriggert hat.
 
 
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Guckt diesen Film alleine, guckt ihn im Originalton, guckt ihn auf großer Leinwand und mit Headset oder aufgedrehter Anlage – schafft man es, über die Genrekonventionen und ggf. aufkeimenden Logikprobleme hinwegzugucken, wird man hier mit einer Grenzerfahrung konfrontiert, die keine Splatter-FX oder typische Exploitation nötig hat, um druckvoll einen immerhin durchschnittlichen Plot auf ein ganz anderes Niveau zu heben, nur durch die Inszenierung.
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Wie alltägliche Genrekost wirkender und anfangender Horrorfilm, der sich nach und nach als höllischer Alptraum entpuppt. Nicht ohne Logikfehler, aber sehr gut inszeniert und gespielt, mit kraftvollem Sounddesign, starkem Soundtrack, gekonnten Bildern und absolutem Verstörfaktor, wenn man für „sowas“ empfänglich ist. Unfassbar knapp noch 8/10.
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sleepless Beauty – Gefangen im Albtraum“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 18 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures / daredo (Soulfood) (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ya ne splyu; Russland 2020

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.05.2021

 

Sleepless Beauty – Gefangen im Albtraum [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei M-Square Pictures / daredo (Soulfood) )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Experiment Killing Room (2009)
 
Truth or Dare (2012)
 

Filmkritik: „Growl – Er riecht Deine Angst“ (2019)

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GROWL – ER RIECHT DEINE ANGST

(CUERDAS | PREY)

Story

 
 
 
Wie gefährlich ein tollwütiger Hund werden kann, muss die querschnittsgelähmte Elena am eigenen Leib erfahren. Kann sie sich gegen das aggressive Tier verteidigen?
 
 
 


 
 
 

GROWL – Kritik

 
 
Neben zahlreichen Insekten-Variationen, gehört der Hund wohl zum beliebtesten Geschöpf, wenn es um Tierhorror geht. Das Subgenre hat ein paar Klassiker wie „Cujo“ hervorgebracht und wird gerne variiert, aber so bodenständig, wie es in „Growl – Er riecht Deine Angst“ zur Sache geht, sieht man Hundehorror auch nicht alle Tage. Obwohl das begrüßenswert ist, stellt sich der Film damit teilweise leider selbst ein Bein.
 
 
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Seit einem Autounfall ist Elena querschnittsgelähmt und die Lust am Leben hat die junge Frau ebenfalls verloren. Ihr Vater versucht ihr so gut wie möglich zu helfen, aber die Beziehung ist schon seit langer Zeit sehr angespannt, was mit der Vergangenheit zu tun hat. Elena bekommt einen belgischen Schäferhund an ihre Seite gestellt, der sie unterstützen soll, außerdem hat ihr Vater ein Haus auf dem Land präparieren lassen. Doch als sich der Hund mit einer gefährlichen Krankheit infiziert, wird er plötzlich sehr aggressiv und schon bald ist Elena auf sich alleine gestellt.
Die Prämisse einen tollwütigen Hund gegen eine junge Frau, die im Rollstuhl sitzt, antreten zu lassen, klingt vielversprechend, aber auch schwierig. Da braucht man schon eine menge Ideen, um ein solches Szenario interessant zu halten. Genau hier liegt dann auch die größte Schwäche von „Growl“, denn diese Vielzahl an Ideen hatte man nicht. Man baut noch ein paar surreale Ebenen mit ein, aber es ist nicht schwer zu erkennen, dass diese lediglich zum Strecken dienen. Die Hintergrundgeschichte hätte man jedenfalls auch anders erzählen können. Immerhin war man hier bemüht und hat sich etwas einfallen lassen. Außerdem ist es nicht verkehrt, dass der Zuschauer nur stückchenweise Informationen erhält, denn so weiß man nach der Einleitung noch längst nicht alles über die vergangenen Geschehnisse.
 
 
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Sowieso ist der gesamte Anfang vielversprechend. Das erste Drittel baut sich langsam auf und wirkt alles andere als stumpf. Da bekommt das Drama überraschend viel Platz eingeräumt und vor allen Dingen wirken die wenigen Figuren sehr glaubwürdig. „Growl“ kommt mit nur vier Darstellern aus und lediglich Paula del Río bekleidet eine Hauptrolle. Sie macht ihre Sache doch sehr brauchbar und mimt das alles relativ glaubwürdig. Die anderen Darsteller sind ebenfalls solide, aber man sieht nicht viel von ihnen. Natürlich wäre da dann noch der belgische Schäferhund, der für den Horror sorgen soll. Es ist immer erfreulich, wenn man mit echten Tieren arbeitet und nicht irgendwelche Computeranimationen zu sehen bekommt. Der Hund wurde gut dressiert und liefert ab, allerdings erweckt der Begriff Hundehorror dann doch etwas zu hohe Erwartungen, denn der Hund steht gar nicht mal so oft im Fokus und sorgt eher nur für die bedrohliche Prämisse. Wenn der Schrecken startet, konzentriert man sich auf ihn, aber danach kann er nur noch mal im Finale einen Eindruck hinterlassen. Das ist leider etwas zu wenig.
 
 
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Sowieso fällt Regisseur und Mitschreiber am Drehbuch José Luis Montesinos nicht genug ein, um das Treiben interessant zu halten, weshalb der Unterhaltungswert nach dem ersten Drittel auch relativ schnell sinkt. Es ist nicht besonders spannend Elena minutenlang dabei zu verfolgen, wie sie mit ihrem Rollstuhl durch die Wohnung fährt. Wenn dann sogar noch eine weitere Figur auftaucht, wird diese zu schnell verpulvert. Hier hätte man für mehr Spannung sorgen können. Das Finale bekommt dann zwar zum Glück wieder die Kurve, doch der gesamte mittlere Teil ist viel zu arm an Highlights. Es geschieht nicht viel, das Tempo ist zu gering und ob man den Nebenstrang um die verstorbene Schwester nun gut findet oder nicht, stellt wohl am ehesten Geschmackssache dar.
 
 
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Die Inszenierung ist allerdings nicht verkehrt und rein qualitativ kann „Growl – Er riecht Deine Angst“ schon einen guten Eindruck hinterlassen. Dass der Film eher simpel und schlicht wirkt, stört bei dem Szenario nicht. Die Schauplätze erfüllen ihren Zweck und die Kamera fängt alles gut ein, selbst wenn sie ruhig etwas dynamischer zur Sache hätte gehen dürfen. Die Atmosphäre ist recht trocken, besitzt keine auflockernden Zutaten und besteht im Endeffekt aus mehr Drama, als gedacht. Dies wäre an sich nicht verkehrt gewesen, nur enttäuscht eben der Horror-Anteil etwas. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt und das Treiben relativ harmlos daherkommt, macht die Sache ebenfalls nicht aufregender. Der meistens recht dezent eingesetzte Score kann allerdings überzeugen.
 
 


 
 
 

GROWL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Growl – Er riecht Deine Angst“ ist wirklich gut gemeint und macht am Anfang viel richtig. So schlicht die Story auch ist, man hat einen funktionierenden Hintergrund eingeräumt, die Figurenzeichnung wirkt niemals zu banal und die Darsteller taugen ebenfalls etwas. Außerdem setzt man einen echten Hund ein, der in ein paar Szenen Eindruck hinterlässt. Nur leider eben in zu wenigen. Im gesamten mittleren Teil steht der Hund völlig im Hintergrund und daraus resultiert dann ab und zu gepflegte Langeweile. Hier hätte es neben mehr Spannung und mehr Action vor allen Dingen mehr Ideen gebraucht. Gute Einfälle waren zwar vorhanden, manche fährt man aber auch relativ konsequent an die Wand. Schade, denn obwohl „Growl“ wirklich sehenswerte Momente besitzt, kommt er so über den Durchschnitt kaum hinaus. Fans des Hundehorrors können aber dennoch einen Blick riskieren, denn gut gemacht ist der Film durchaus!
 
 


 
 
 

GROWL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Growl – Er riecht Deine Angst“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

GROWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cuerdas; Spanien 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 07.05.2021

 

Growl – Er riecht Deine Angst [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GROWL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Rottweiler (2004)
 
The Breed (2006)
 

Filmkritik: „The Seventh Day – Gott steh uns bei“ (2021)

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THE SEVENTH DAY – GOTT STEH UNS BEI

(THE SEVENTH DAY)

Story

 
 
 
Die Dämonen kämpfen nach wie vor fleißig gegen Gott und ihre Diener, was ein junger Priester in der Ausbildung zum Exorzisten schmerzlich selbst erfahren muss.
 
 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Kritik

 
 
Wenn im Jahre 2021 die x-te Variante eines Exorzismus auf den heimischen Bildschirmen erscheint, darf man sich schon fragen, ob das denn sein muss, ob in diesem Bereich nicht so langsam mal alles erzählt wurde. „The Seventh Day“ beweist, dass man aus dem Szenario doch noch etwas herausholen kann und dass noch nicht jede Erzählweise ausgeschöpft wurde. Leider verpasst es das Werk nebenbei jedoch nachhaltige Wirkung zu erzeugen.
 
 
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Der junge Priester Daniel befindet sich in der letzten Phase seiner Ausbildung zum Exorzisten. Pater Peter, der einst selbst auf grauenvolle Art und Weise lernen musste, was es heißt, es mit Dämonen zu tun zu haben, soll Daniel in den letzten Schritten unterstützen. Eine große, unheilvolle Macht hat sich angebahnt und es dauert nicht lange, bis Daniel mit dieser in Berührung kommt. Doch ist der junge Mann dieser Aufgabe gewachsen?
Vom Grundinhalt hat „The Seventh Day“ anderen Exorzismus-Filmen nichts hinzuzufügen, aber die Prämisse ist ja sowieso immer simpel. Da kämpft halt das Gute gegen das Böse. Das Drehbuch besitzt dann trotzdem ein paar Ideen, die nicht zu ausgelutscht wirken. So erinnert die Aufmachung der Handlung nämlich etwas an „Training Day“, was schon mal interessant wirkt. Außerdem hat man sich eine größere Wendung ausgedacht, die insgesamt stimmig wirkt. So unvorhersehbar ist das nun sicher nicht, aber man hat sich hier schon Gedanken gemacht und rattert nicht einfach nur jedes Klischee ab, welches dieses Genre hergibt. Wobei man schon sagen muss, dass die Grundidee noch für deutlich mehr getaugt hätte und leider etwas zu oberflächlich behandelt wird.
 
 
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Daraus ergibt sich ein Dilemma, denn einerseits ist es schön, wenn man behaupten kann, ein Film wäre völlig kurzweilig und besitzt keinerlei Längen, doch auf der anderen Seite ist es auch schade, wenn man bemerkt, dass da noch mehr möglich gewesen wäre. „The Seventh Day“ ist mit seinen 87 Minuten Laufzeit einfach zu kurz. Da gibt es eine Vorgeschichte, eine längere Einleitung und sobald es richtig los geht, erscheint auch fast schon der Abspann. Das Geschehen möchte episch wirken, kann dies aufgrund der zu geringen Laufzeit jedoch nicht erreichen. Man hätte sich hier gern mehr Zeit nehmen dürfen, um den Charakteren mehr Profil zu verleihen, um die böse Kraft noch unheilvoller wirken zu lassen, um insgesamt einfach noch mehr Düsternis zu kreieren. Rein atmosphärisch kann man sich nämlich kaum beklagen. Es geht schön finster zur Sache und Humor sucht man vergebens. Zwar gibt es keinen Horror der unheimlichen Sorte, doch die Stimmung ist herrlich trocken und absolut düster.
 
 
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Der noch ziemlich unbekannte Regisseur Justin P. Lange, der mit „The Seventh Day“ erst seinen zweiten Langfilm realisiert hat und auch das Drehbuch selbst schrieb, nutzt diese Atmosphäre für ordentliche Bilder und kreiert ein paar Szenen, die sich sehen lassen können. Es wäre sicher nicht verkehrt gewesen, wenn er noch mehr Budget zur Verfügung gehabt hätte, denn manchmal merkt man, dass der Film gerne mehr möchte, als er im Endeffekt kann. Trotzdem ist die handwerkliche Arbeit absolut nicht verkehrt und teilweise sogar relativ eindrucksvoll. Zu viele Effekte gibt es übrigens nicht, was begrüßenswert ist, aber die vorhandenen können sich sehen lassen. Der Score klingt sehr typisch, macht damit nichts verkehrt, besitzt aber eben kaum eine Eigenständigkeit.
 
 
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Bleiben noch die Darsteller. Die größte Rolle spielt Vadhir Derbez und er macht seine Sache sicher nicht schlecht, ist jedoch alles andere als perfekt. Zusätzlich lockt „The Seventh Day“ mit so manch bekanntem Namen, was sich teilweise aber als Finte herausstellt. Keith David und Stephen Lang sind echt kaum zu sehen und können in ihren Rollen so gut wie gar nichts machen. Da darf man schon etwas enttäuscht sein. Guy Pearce spielt hingegen eine überraschend große Rolle, bleibt dabei zwar unterfordert, kann aber durchaus überzeugen. Auch die restlichen Darsteller enttäuschen nicht. Nur die Figurenzeichnung hätte im Endeffekt noch etwas mehr Tiefe vertragen können.
 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Selbst wenn das Thema um Exorzismus ausgelutscht erscheint, beweist „The Seventh Day“, dass man aus dem Szenario noch immer etwas herausholen kann, wenn man nur die richtigen Ideen besitzt. Die Story ist nämlich echt nicht verkehrt und überzeugt mit ein paar eigenständigen Ideen. An der handwerklichen Arbeit gibt es wenig auszusetzen, die Atmosphäre ist wirklich schön düster und ein paar Szenen haben es in sich. Außerdem sind die Darsteller gut und der Unterhaltungswert ist sogar richtig gut. Hier liegt jedoch gleichzeitig eine Schwäche, denn „The Seventh Day“ läuft zu kurz, kann seine epische Wirkung nicht entfalten und hätte viel mehr Potenzial gehabt. Hätte man das feiner ausgearbeitet, hätte daraus Großes werden können. So bleibt im Endeffekt ein sehr kleiner Horrorfilm, den man sich wunderbar anschauen kann, der jedoch nicht sonderlich lange in Erinnerung bleiben wird, weil er seine Ideen eben nicht komplett ausschöpfen konnte. Schade, aber enttäuschend sieht nun ebenfalls anders aus!
 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Seventh Day – Gott steh uns bei“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Seventh Day; USA 2021

Genre: Thriller, Horror, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 07.05.2021

 

TThe Seventh Day – Gott steh uns bei [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE SEVENTH DAY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Ascot Elite)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzist (1973)
 
End of Days – Nacht ohne Morgen (1999)
 
Stigmata (1999)
 

Filmkritik: „Psycho Goreman“ (2020)

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PSYCHO GOREMAN

Story

 
 
 
Was geschieht, wenn Kinder plötzlich über eine uralte, dämonische Macht verfügen, zeigt uns äußerst eindrucksvoll der Funsplatter „Psycho Goreman“.
 
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Kritik

 
 
Es ist immer erfreulich, wenn man endlich wieder eine gute Horrorkomödie vor sich hat, denn davon gibt es echt viel zu wenige. „Psycho Goreman“ klingt zwar eigentlich mehr nach einem echten Gorefest, bietet im Endeffekt aber erstaunlich harmonische Unterhaltung, die sich einen Dreck um politische Korrektheit schert, schön anarchisch und trotzdem irgendwie süß daherkommt. Ein Fest für jeden, der auf kuriose Unterhaltung steht.
 
 
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Die beiden Geschwister Mimi und Luke entdecken beim Spielen einen seltsamen Edelstein und ein ominöses Gerät in einem Erdloch. Ohne zu wissen, womit sie es da zu tun haben, setzen die Geschwister eine äußerst gefährliche außerirdische Kraft frei, die einst von einem anderen Planeten Lichtjahre entfernt verbannt wurde. Für Mimi ist das jedoch kein Grund, um Angst zu haben, denn mit dem Edelstein lässt sich das gruselige, zerstörerische Monster ganz leicht kontrollieren. Wer im Besitz des Edelsteins ist, hat das Sagen und deshalb richtet Mimi gemeinsam mit Luke so einigen Schaden an. Doch auf einem Planeten in weiter Ferne läuten die Alarmsignale und eine weitere Macht ist auf dem Weg, um dem Ungetüm Einhalt zu gebieten. Was für ein schriller Mix! Bei „Psycho Goreman“ fühlt man sich an unglaublich viele Dinge erinnert. An „Wishmaster“, an „Hellraiser“, an „Masters of the Universe“, an „Flash Gordon“, ja sogar irgendwie etwas an „Krieg der Sterne“ und sogar minimal an „Dragon Ball Z“. Dieser Film mischt sich wirklich von allem etwas zusammen und erscheint im Endeffekt trotzdem recht eigenständig. Man hatte herrlich schräge Ideen und formt diese zu einem kindlich-naiven, albernen und völlig sinnbefreiten Quatsch, welcher jedoch absolut Spaß macht. Das Drehbuch hat schon mal das Zeug zum Kult.
 
 
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Dass das so gut funktioniert, liegt vor allen Dingen an der Atmosphäre, die schrulliger einfach nicht hätte sein können. Wenn ein kleines Mädchen das Sagen über eine Bestie hat, dann kommt man sich fast vor wie in einem Werk von Disney. Im nächsten Moment fliegen dann aber die Gedärme herum. „Psycho Goreman“ ist ein Film der Gegensätze und das macht ihn so heiter. Dabei ist der Grundton überraschend soft und sogar ein wenig Coming-of-Age-Drama schafft es in die Handlung. Der übernatürliche Teil wirkt wie eine abgefahrene Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Horror, während ein Großteil der Laufzeit von der Komödie dominiert wird. Hier gilt wie immer: Humor ist Geschmackssache und nicht jeder wird die Gags gut finden. Viele davon sind nämlich wirklich over-the-top und wirken mächtig albern. Trotzdem ist die Trefferquote angenehm und das gesamte Treiben ist dermaßen locker und schräg, dass man sich sehr gut unterhalten fühlt.
 
 
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Mit Steven Kostanski ist sowieso immer wieder zu rechnen. Mit „The Void“ zeigte er seine ernste Seite, aber schon bei Streifen wie „Manborg“, „Father’s Day“ oder der überraschend guten Neuauflage „Leprechauns Returns“ bewies der Mann, dass er amüsanten Horror bestens beherrscht. Die Inszenierung ist kreativ, verspielt und teilweise ziemlich verrückt, nur um in manchen Momenten dann fast wieder kommerziell zu wirken. Hinzu gesellen sich abgefahrene Effekte, die herrlich retro erscheinen, weil sie eben überwiegend von Hand gemacht wurden. Die ganzen Wesen sehen richtig schön kreativ gestaltet aus und auch der Psycho Goreman ist eine Wucht. Die vielen Lichteffekte könnten so direkt aus den 80ern stammen, was hier positiv verstanden werden soll. Außerdem splattert es ab und zu noch schön, wobei die Freigabe ab 16 Jahren hier schon verrät, dass es nicht zu derb wird. Das ist etwas schade, denn mehr wäre definitiv nicht verkehrt gewesen, aber der Blutgehalt geht dennoch in Ordnung und der Soundtrack macht dem Wort „retro“ ebenfalls alle Ehre.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich übrigens nicht beklagen. Es ist immer mutig Kinder in Hauptrollen zu stecken, denn viele Filme scheiterten schon daran. Mit der Figur von Mimi macht es sich „Psycho Goreman“ ebenfalls nicht leicht, denn nicht jeder wird etwas mit dem rotzfrechen Gör anfangen können. Da befindet man sich auf einer schmalen Linie zwischen cool und nervig. Nita-Josee Hanna macht ihre Sache aber ganz ordentlich und Owen Myre agiert angenehm zurückhaltend. Die Rollen der Eltern hätten etwas markanter ausfallen dürfen, gehen jedoch in Ordnung und Matthew Ninaber ist in der Rolle des Psycho Goreman einfach herrlich. Zum Glück verfehlt hier auch die deutsche Synchronisation ihren Zweck nicht. Nebenbei bekommt man sogar eine einigermaßen stimmige Figurenzeichnung geboten, die teilweise bewusst kitschig ist, teilweise aber auch erfreulich stark auf gewisse Klischees verzichtet.
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Psycho Goreman“ besitzt ganz klar seine Schwächen, aber diese können dem Sehgenuss kaum etwas anhaben und man hat es hier mit einem potenziellen Kultfilm zu tun. Die Story ist völlig simpel, aber herrlich kreativ und man hat hier einfach dermaßen viele Zutaten vermischt, dass die Atmosphäre kaum vielseitiger sein könnte. Das geht über Sci-Fi bis hin zu Fantasy und endet in einer albernen Komödie, die manchmal sehr kindlich-naiv wirkt. Mit dem Humor muss man sich arrangieren können, aber das ist einfach Geschmackssache. Auch sollte man auf altmodische Effekte stehen, aber sowieso schreit einfach alles an „Psycho Goreman“ nach retro. Das wurde handwerklich ordentlich gemacht, besitzt einen klasse Unterhaltungswert, gute Darsteller, wunderbare Effekte und ein paar echt gelungene Lacher. Zwar können einem manche Figuren etwas auf den Keks gehen und für mehr Gore wäre man bei dem Titel ebenfalls dankbar gewesen, doch alles in einem ist dieser Film köstlich und dass er mit viel Herz gemacht wurde, bemerkt man ebenfalls. Gerne eine Fortsetzung davon!
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Psycho Goreman“ ist ungeschnitten und überraschenderweise bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover A – Koch Films Shop exklusiv)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover B – Amazon exklusiv)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Psycho Goreman; Kanada 2020

Genre: Horror, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabooks

Extras: Audiokommentar des Regisseurs, Interview mit Steven Kostanski, Interviews mit Cast & Crew, Deleted Scene, Behind the Scenes, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 22.04.2021 | Mediabook: 25.02.2021

 

Psycho Goreman [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Psycho Goreman [Blu-ray im Mediabook – Cover A] ungeschnitten im KOCH FILMS SHOP kaufen

Psycho Goreman [Blu-ray im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Psycho Goreman [Blu-ray im Mediabook – Cover C] ungeschnitten im OFDB SHOP kaufen

 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Trailer

 
 



 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wes Craven’s Wishmaster (1997)
 
Hellraiser – Das Tor zur Hölle (1987)
 
Masters of the Universe (1987)
 
Flash Gordon (1980)
 
Turbo Kid (2015)
 

Filmkritik: „Das Gift des Bösen“ (1963)

Gift des Böse
 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN

(TWICE-TOLD TALES)

Story

 
 
 
Erste Geschichte: DR. HEIDEGGERS EXPERIMENT. Zwar ist der gute Doktor dieses Namens kein Nazi-Philosoph, hat jedoch in einer Krypta seine verstorbene Verlobte auf Kühlung. Dort fließt nämlich ein veritabler Jungbrunnen. Zwei Herren finden die Wirksamkeit der Flüssigkeit heraus, denken aber nicht an die Schattenseiten derselben. Zweitens: RAPPACINIS TOCHTER. Eben diese ist ein gefährliches Mädchen, bei aller äußeren Schönheit. Ihr Vater sperrt sie deshalb weg, was einen verknallten Studenterich freilich nicht von der Balz abhält. Nummer drei: DAS HAUS MIT DEN SIEBEN GIEBELN. Der letzte Hinterbliebene männlichen Geschlechts kehrt zurück in das verfluchte Herrenhaus seiner Jugend. Dort hat die Schwester des Helden das Regiment und schweigt eisern über den angeblichen Familienschatz und die übersinnliche Gefahr, die gleichzeitig lauert.

 
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Kritik

 
 
Dieser Omnibus-Film nach den schaurigen Geschichten Nathaniel Hawthornes knüpft, das dürfte klar sein, an die Sixties-Edgar-Allan-Poe-Adaptionen des Gespanns Roger Corman (Regie/Produktion) und Vincent Price (Amok vor der Kamera) an. Dieser Zyklus von Gothic-Gruselfilmen prägt das US-amerikanische Horrorkino der sechziger Jahre entscheidend und sorgt für die Festigung seines wunderbaren Hauptdarstellers als Gesicht des Genres in der Wahrnehmung des Publikums. Hierbei pendelt die stets am Chargieren vorbeischrammende Spielweise, das fast schon sprichwörtliche Dick-Auftragen des charismatischen Mimen, beeindruckend zwischen bitterernster Bösewichts-Portraitkunst und dem comichaften Überzeichnen seiner Figuren. Vincent Price‘ Spielweise ist nie kopiert oder gar erreicht worden. Den drei Geschichten kommt die exzentrische Versatilität des Kunstsammlers, Hobbykochs und leidenschaftlichen Brokatmantelträgers an der Vorderfront zu Gute. Price spielt vor liebevoll ausstaffierten Kulissen, die direkt aus den Seiten schwerer Bände der Romantik gebeamt sein könnten. Ein Muss für den Fan von Horrorfilmen der alten Schule.
 
 
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Wie sein Zeitgenosse Poe oder der freundschaftlich mit ihm verbundene Herman Melville auch, bedient sich Nathaniel Hawthorne der stilistischen Muster der amerikanischen Romantik, legt sein Augenmerk aber bevorzugt auf die wirklich schlechten Eigenschaften des Menschen. Somit bietet sein Gesamtwerk den einen oder anderen im Horrorkontext verfilmbaren Stoff auf. Sein berühmtestes Buch, DER SCHARLACHROTE BUCHSTABE, beschäftigt sich mit den tödlichen Konsequenzen eifersuchtsgetriebener Entscheidungen. Den zeitgeschichtlichen Rahmen der mehrfach adaptierten Geschichte, die Zeit der Hexenverfolgung in Neu-England, wählt der Romancier sehr bewusst, waren doch seine Vorfahren direkt am Aburteilen der armen Seelen während der entsetzlichen Salem Witch Trials beteiligt.
GIFT DES BÖSEN ist natürlich nicht so komplett ernsthaft finster – mit Vincent Price als Leading Man (wir Verehrer des größten Helden Baltimores wissen das) geht das ja kaum, erfüllt aber trotzdem das Gruselversprechen der Gothic Horror Novel. Die Vorlage für Story drei, DAS HAUS MIT DEN SIEBEN GIEBELN gehört zu Hawthornes bekanntesten Geschichten und ist praktisch seine „Version“ von Poes DER UNTERGANG DES HAUSES USHER oder zumindest dessen Atmosphäre und dem Thema der als Familienfluch vererbten Schlechtigkeiten der Welt.
 
 
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DAS GIFT DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Poe-artiger Anthologienfilm mit einem auf vollem Schaum operierenden Vincent Price. GIFT DES BÖSEN ist ein Pflichtkauf für Horrorfreunde, die sich auch für die Zeit vor Splatter begeistern können. Ohne die Anwesenheit des Stars wäre der Film wohl noch obskurer als so. Heil Vincent Price !
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
Der blutarme Grusler lief im TV ungeschnitten mit einer FSK16. Danach folgten einige DVD-Veröffentlichungen, wobei das Label Ostalgica im Jahr 2011 hierfür extra eine neue Freigabe-Prüfung bewirken konnte. Seitdem ist DAS GIFT DES BÖSEN bereits für Zwölfjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

DAS GIFT DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover E auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover F auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Twice-Told Tales; USA 1963

Genre: Horror, Importe, Mystery, Liebesfilme, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.33:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 120 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann und Dr. Rolf Giesen, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 16-seitiges Booklet von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabooks: 30.08.2019 | KeepCase: 26.03.2021

 

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DAS GIFT DES BÖSEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grab der Lygeia (1964)
 
Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)
 
Trilogy of Terror (1975)
 
Dr. Terrors Haus des Schreckens (1965)
 
Asylum (1972)
 

Filmkritik: „Vidar the Vampire“ (2017)

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VIDAR THE VAMPIRE

(VAMPYRVIDAR)

Story

 
 
 
Ein gläubiger Bauer wird von Jesus höchstpersönlich zum Vampir gemacht, aber sein Leben wird dadurch auch nicht angenehmer.
 
 
 


 
 
 

VIDAR THE VAMPIRE – Kritik

 
 
Bei Filmkost aus Norwegen denkt man eher an melancholische, dunkle und schwere Kost. „Vidar the Vampire“ versprach allerdings eine norwegische Horrorkomödie zu werden und das klingt schon mal sehr interessant. Gute Ansätze sind hier definitiv vorhanden; Problem ist nur, dass der Film weder richtige Horror-Elemente noch genügend Komödien-Faktoren mit sich bringt.
 
 
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Vidar ist über 30, hatte noch nie eine Frau und lebt mit seiner Mutter auf einem abgeschiedenen Bauernhof. Er ist also reichlich berechtigt, unzufrieden mit seinem Leben zu sein. Eines Abends betet der gläubige Christ zu Gott und dann erscheint ihm wirklich Jesus. Der will das Leben von Vidar verschönern, doch dafür muss er ihn erst zum Vampir machen. Mit neuen Fähigkeiten ausgestattet, ist Vidar optimistisch, dass er nun besser zurechtkommen wird, aber schon bald muss er erkennen, dass sein Leben als Vampir auch nicht toller ist. Da das Thema Vampir schon seit langem ausgelutscht ist, braucht es natürlich kreative Ideen, um ein weiteres solches Szenario schmackhaft zu machen. „Vidar the Vampire“ benutzt nun also den Einfall, Jesus selbst als Vampir darzustellen und geht somit in eine recht blasphemische Richtung. Die Religion bekommt hier definitiv ihr Fett weg und wer bei diesem Thema sensibel reagiert, wird damit nicht viel anfangen können. Ansonsten besitzt das Drehbuch allerdings nur wenig Substanz. Die Grundgeschichte ist mehr als simpel und zeitweise wartet man ungeduldig darauf, dass die Erzählung auch endlich mal etwas zu erzählen hat.
 
 
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So zwiespältig wie die Handlung, fällt dann auch die Atmosphäre aus. „Vidar the Vampire“ kann sich überhaupt nicht entscheiden, was er gerne darstellen möchte. So gibt es neben den bereits erwähnten, blasphemischen Seitenhieben, die eine gewisse Note von Satire tragen, noch weiteren Humor. Blöd ist daran nur, dass er nicht funktioniert. Man wollte schon recht derb zur Sache gehen, nur lustig ist das Resultat kaum. Manche Szenen wirken schon relativ grotesk und werden den Trash-Fan ansprechen, aber echte Lacher bleiben aus und das ist zu schwach für eine Komödie. Richtigen Horror sollte man jedoch ebenfalls nicht erwarten. Es gibt zwar solche Elemente, aber sie werden hier keineswegs genutzt, um eine spannende, bedrohliche Komponente entstehen zu lassen. Was man dafür tatsächlich einige Male entdecken kann, ist ein Drama. Hier kommt doch wieder das melancholische Gemüt der Norweger durch und selbst wenn die Emotionen eine untergeordnete Rolle spielen, spürt man diese Schwermütigkeit ganz gut. Verstärkt wird sie vom oftmals akustischen Soundtrack, der ideal passt und sich gut anhören lässt. Leider gelingt es „Vidar the Vampire“ nun nicht, all diese Zutaten zu einem homogenen Ganzen zusammenzuführen. Und die verschiedenen Zutaten für sich alleine, funktionieren hier einfach nicht ausreichend genug.
 
 
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Thomas Aske Berg wollte wohl schon immer mal einen Vampir spielen, aber da in Norwegen keiner daran interessiert war, einen Vampirfilm zu drehen, nahm er die Sache gemeinsam mit Fredrik Waldeland selbst in die Hand. Dass dort kein großes Budget zur Verfügung stand, sollte nun nicht verwunderlich sein. Dieses brauchte es aber auch gar nicht. Die handwerkliche Arbeit ist definitiv nicht schlecht und die Optik geht vollkommen klar. Die Schauplätze sind nicht gerade spektakulär, sehen aber nie zu langweilig aus und vor allen Dingen ist die Inszenierung recht kreativ. So wird schon immer mal wieder mit der Erzählart gespielt. So richtig zielführend, ist das eigentlich nie, aber gerade weil das Tempo sehr gering ist und es Zutaten wie Action oder Spannung gar nicht gibt, ist die experimentierfreudige Inszenierung begrüßenswert. Berg spielt den Vampir dann auch ganz brauchbar und allgemein kann man sich über die Darsteller nicht beschweren. Nur wird auch niemand lange in Erinnerung bleiben, denn dafür sind die Charaktere hier viel zu nichtssagend. Effekte sollte man nicht viele erwarten. Ein bisschen Blut wird vergossen und die Tricks sind okay, doch solche stehen hier nicht im Fokus. Dafür gibt es eine gute Portion Sex zu betrachten.
 
 


 
 
 

VIDAR THE VAMPIRE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Vidar the Vampire“ besitzt ansprechende Zutaten, wirkt ambitioniert und kann trotzdem nicht so richtig gefallen. Abgesehen von bissiger Religionskritik, bietet die Story nämlich zu wenig Neues. Man hat einen Vampirfilm dieser Art vielleicht noch nicht gesehen, doch die verschiedenen Zutaten wurden einfach nicht besonders gut miteinander vermischt. So bleibt am Ende ein Film, der aus handwerklicher Sicht passabel ist, aber weder Horror, noch echte Komödie bietet und mit seiner melancholischen Note eher noch für Verwirrung sorgt. Die Darsteller sind brauchbar und es gibt durchaus ein paar Szenen, die so grotesk sind, dass sie etwas länger in Erinnerung bleiben dürften, aber für insgesamt fast 90 Minuten Laufzeit wird dem Zuschauer ein zu geringer Unterhaltungswert geboten, weil einfach nicht viel geschieht. Fakt ist aber auch, dass „Vidar the Vampire“ einen starken Fall von Geschmackssache darstellt und wer auf der Suche nach kuriosen Werken ist, sollte hier ruhig einen Blick riskieren.
 
 


 
 
 

VIDAR THE VAMPIRE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Vidar the Vampire“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

VIDAR THE VAMPIRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: VampyrVidar; Norwegen 2017

Genre: Komödie, Fantasy, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Norwegisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Teaser

Release-Termin: KeepCase: 26.02.2021

 

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VIDAR THE VAMPIRE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
5 Zimmer Küche Sarg (2014)
 
Only Lovers Left Alive (2013)
 
Vampire’s Kiss (1988)
 

Filmkritik: „Peninsula“ (2020)

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PENINSULA

(TRAIN TO BUSAN 2)

Story

 
 
 
Der Nachfolger zum mega erfolgreichen „Train to Busan“ erzählt, wie es mit der Zombieapokalypse in Südkorea weiter geht. .
 
 
 


 
 
 

PENINSULA – Kritik

 
 
Ein großer Erfolg wird meist fortgesetzt – Diese Regel gilt nicht nur für Hollywood. Bei seinen enorm hohen Einspielergebnissen, ist es kein Wunder, dass „Train to Busan“ 2020 eine Fortsetzung spendiert bekam. Eine weitere Regel besagt zudem, dass solche zweiten Teile meist noch mehr bieten müssen. Bei „Peninsula“ wird nun genau dies zum Problem, denn der Reiz des Kritikerlieblings von 2016 bestand eben darin, dass sich das Zombie-Szenario auf engem Raum abspielte. Yeon Sang-ho wiederholt sich zwar zum Glück nicht, setzt jedoch zu sehr auf seelenlose Blockbuster-Action, die mit einem Zombiefilm kaum noch etwas gemeinsam hat.
 
 
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Der Soldat Jung-seok konnte der Zombie-Invasion auf der südkoreanischen Halbinsel gerade noch entkommen, hat dabei jedoch schwere Verluste erlitten. Vier Jahre später lebt er ein bescheidenes Leben in Hongkong, doch plötzlich melden sich ein paar Amerikaner mit einem Auftrag. Auf der Halbinsel sollen sich viele Millionen Dollar befinden und Jung-seok soll sie gemeinsam mit einem Team beschaffen. Die Hälfte der Beute soll die Belohnung sein. Doch natürlich geht alles schief und in dem Gebiet wimmelt es nur so vor Zombies. Allerdings gibt es eine weitere Bedrohung: Eine ominöse Gruppierung namens Unit 631 geht mit Menschenleben nicht gerade schonend um.
 
 
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Eine Fortsetzung von „Train to Busan“ stellt sich als schwierige Aufgabe heraus, denn einfach das Zug-Szenario zu wiederholen, wäre langweilig gewesen. Also erweitert man nun den Schauplatz auf die gesamte Halbinsel, womit man aber eben die kreative Idee des Erstlings vernichtet. Und schon hat man einen ziemlich austauschbaren Blockbuster vor sich, der vom Drehbuch her noch weniger überzeugen kann, als der ohnehin schon simple Vorgänger. Die Story erinnert nun deutlich mehr an „Mad Max 2“ und hat nicht viel zu erzählen. Ein paar Einfälle wie Kolosseumskämpfe sind zwar ganz nett, aber viel mehr hat „Peninsula“ nicht zu bieten.
 
 
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Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die Zombies gar nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Der neue Feind ist eher die Unit 631, die allerdings nicht so besonders interessant wirkt. Die Zombies dienen eigentlich nur noch für die Ausgangssituation und um ab und zu etwas Splatter einzubauen. Damit beraubt man dem Werk die Atmosphäre, denn bedrohlich wirkt hier fast gar nichts mehr. Noch mehr, als im bereits actiongeladenen Vorgänger, hat man es hier mit einem Actionfilm zu tun, der mit Horror wenig gemeinsam hat. Das muss nicht schlecht sein und über die Inszenierung kann man sich sicher kaum beklagen. Yeon Sang-ho hat seine Arbeit als Regisseur nämlich wieder ordentlich erledigt. Die Schauplätze sehen gut aus und lassen eine postapokalyptische Stimmung entstehen und die Action wurde rasant inszeniert. Wer sich allerdings an sehr sichtbaren CGI-Effekten stört, wird einen mächtigen Dämpfer serviert bekommen, denn immer wenn es etwas aufwendiger wird, sieht das viel zu künstlich aus. Hier wäre es sehr schön gewesen, wenn man auf handgemachte Effekte gesetzt hätte. Blut wird nebenbei natürlich reichlich vergossen, aber Gorehounds kommen eher weniger auf ihre Kosten, weil die Zombies eben nur noch eine Randnotiz sind.
 
 
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Ein weiterer Nachteil besteht aus der Figurenzeichnung. Auch hier konnte „Train to Busan“ mehr punkten, weil seine Charaktere ausgearbeitet wirkten, nicht zu künstlich waren und eine Entwicklung erfuhren. Wie das meistens bei einem Blockbuster so ist, sind die Figuren in „Peninsula“ nun recht stumpf. Es gibt zwar hier und da ein paar Sympathien, aber es bleibt austauschbar und auch der Held wird nicht lange in Erinnerung bleiben. Eine Ausnahme stellen die beiden Mädels Lee Re und Lee Ye-won dar. Dass zwei Mädchen den Kampf mit Horden von Zombies aufnehmen, ist eine coole Idee und das wurde sogar ordentlich umgesetzt. Die Hintergrundgeschichte um eine damalige Schuld wirkt hingegen aufgesetzt. Die Darsteller erfüllen ihre Aufgabe allerdings allesamt zufriedenstellend. Wären die Charaktere nicht so belanglos, wäre hier durchaus mehr möglich gewesen. So schaut man sich durch erneut knapp zwei Stunden Laufzeit, bekommt viel Action, aber keine Spannung serviert. Das langweilt nicht zu sehr, bietet aber eben nur Fast-Food-Unterhaltung.
 
 


 
 
 

PENINSULA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Von der Grundidee aus „Train to Busan“ ist in „Peninsula“ nichts mehr übrig geblieben. Der Film erweitert seinen Schauplatz erheblich, setzt auf reichlich Action und wirkt fast eher wie eine südkoreanische Variante von „Mad Max 2“. Die Zombies spielen eine untergeordnete Rolle. Diese andere Herangehensweise hätte nicht verkehrt sein müssen, nur leider hat der Film nicht viel zu erzählen, bietet fast nur austauschbare Charaktere und zudem überflüssig künstliche Effekte. Inszenierung und Darsteller sind gut und der Film besitzt durchaus seine unterhaltsamen Momente, aber nachhaltig ist das nicht und es hätte diese Fortsetzung einfach nicht gebraucht. Das Ergebnis ist reiner Durchschnitt, wie es leider oftmals bei zweiten Teilen der Fall ist. Wer auf stumpfe Blockbuster-Action aus ist, kann sich „Peninsula“ gut anschauen, wer eine ähnliche Qualität, wie im ersten Teil erwartet, sollte seine Erwartungen herunterschrauben!
 
 


 
 
 

PENINSULA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Peninusla – Train to Busan 2“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

PENINSULA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray + 4K UHD im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (2 Blu-rays im Mediabook)

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(c) SPLENDID FILM (4K UHD + Blu-ray + 2 Bonus Blu-rays im Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Train to Busan 2; Südkorea | China 2020

Genre: Thriller, Action, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 116 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook | Digipack

Extras KeepCase-Blu-ray: Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras KeepCase-Blu-ray + 4K UHD: Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Peninsula“ auf 4K UHD, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras Mediabook: FSK-Umleger, 24-seitiges Booklet, Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Haunters“ auf Blu-ray, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras Digipack: Digipack im Sammelschuber, Schachtel samt FSK-Umleger, Aufnäher, 6 Kunstdrucke, Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Peninsula“ auf 4K-UHD, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes, Film „Seoul Station“ auf Blu-ray, Film „Train to Busan“ auf Blu-ray, B-Roll, Press Screening Q&A, Original Trailer, Teaser #1, Teaser #2

Release-Termin: Mediabook | Digipack | KeepCase: 26.02.2021

 

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PENINSULA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Train To Busan (2016)
 
World War Z (2013)
 
Mad Max II – Der Vollstrecker (1981)
 
Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel (1985)
 
Mad Max: Fury Road (2015)
 

Filmkritik: „Blood On My Name“ (2019)

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BLOOD ON MY NAME

(BLOOD ON HER NAME)

Story

 
 
 
„Blood On My Name“ erzählt die Geschichte eines unbeabsichtigten Mordes und der Konsequenzen, wenn man zu dieser Tat auch noch stehen will.
 
 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Kritik

 
 
Es ist ein beliebtes Stilmittel, dass der Zuschauer in ein Szenario geworfen wird, welches er am Anfang nicht greifen kann und in dem er sich überhaupt nicht sicher sein kann, was hier gespielt wird. Bei einem guten Aufbau kann das für ungemeine Spannung sorgen. Wie man es eher nicht macht, zeigt der kleine Krimi „Blood on my Name“.
 
 
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Auch hier wirft man den Zuschauer in eine Prämisse, die sich schon ereignet hat. Leigh hat nämlich einen Mann getötet und nun ergibt sich das Problem, was sie mit der Leiche tun soll. Warum, weshalb und wieso Leigh das überhaupt getan hat, muss sich der geduldige Zuschauer erst selbst erabeiten. Jedenfalls kommen der Frau dann doch gewisse Zweifel und sie möchte die Familie des Leichnams kontaktieren, damit diese weiß, was los ist. Das erweist sich dann allerdings als schwerer Fehler, für den Leigh teuer bezahlen muss. Das Drehbuch funktioniert hinten und vorne nicht. Wenn man den Zuschauer anfangs schon im Dunkeln tappen lässt, was hier vorgefallen sein könnte, dann sollte man nebenbei auch eine gewisse Art der Spannung aufbauen. „Blood On My Name“ gelingt dies niemals. Von vornherein wirkt diese Geschichte uninteressant und man kann hier einfach keinerlei Spannungsbogen entstehen lassen. Es gibt zwar einige Wendungen und Twists, doch diese sind reichlich konstruiert und wirken absolut nicht interessant. So zieht sich der gesamte Verlauf wie Kaugummi dahin und die Erzwählweise steckt so voller Schwächen, dass es einfach schade ist.
 
 
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Schade ist es deshalb, weil „Blood On My Name“ aus rein handwerklicher Sicht durchaus zu gebrauchen ist. In diesem Absatz fallen dann auch die einzigen, positiven Aspekte. Optisch ist das Werk gelungen und selbst wenn die Schauplätze nicht gerade nach dem größten Budget schreien, kann man sie sich gut anschauen. Die Inszenierung ist nicht verkehrt. Regisseur Matthew Pope, der zuvor nur in Serien oder Kurzfilmen in Erscheinung trat, versteht sein Handwerk einigermaßen. Die Darsteller sind soweit brauchbar. Das sind zwar alles Leistungen, die nicht in Erinnerung bleiben werden, aber schlecht gespielt ist das absolut nicht.
 
 
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Profitieren kann „Blood On My Name“ davon allerdings niemals, weil er sich nahezu alle Punkte mit seiner lahmen Geschichte selbst zerstört. Die passable Inszenierung bringt nämlich nichts, wenn die Story es nicht vorsieht, mal ein paar Highlights zu setzen. Die brauchbaren Darsteller bringen nichts, wenn die Figurenzeichnung niemals zündet. Hier liegt ein weiteres, großes Problem: Atmosphäre. Im Endeffekt stellt die Stimmung eine Mischung aus Thriller und Drama dar, aber kein Punkt davon wird gut bedient. Der Thriller wird im Keim erstickt, weil niemals Spannung aufkommt und für das Drama ist die Figurenzeichnung zu beliebig. Der Zuschauer erhält keinerlei Draht zu den Charakteren und somit sind sie einem auch schlichtweg egal. Man hat sich hier keine Mühe gegeben, den künstlichen Figuren etwas Leben einzuhauchen und so verkommt alles zur reinen Belanglosigkeit.
 
 
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Die Erzwählweise sorgt indessen für einen ermüdenden Unterhaltunsgwert. Bereits der Einstieg ist schlecht, weil er keinerlei Interesse für die Geschehnisse weckt. Hat man anfangs noch die Hoffnung, dass sich das Szenario dann langsam aufbaut, wird man spätestens ab der zweiten Hälfte ernüchternd feststellen, dass da nicht mehr viel kommt. Da herrscht keine Action, keine Spannung, es kommen keine Emotionen auf und das Ganze ist dermaßen trocken, dass man selbst im Platzregen nicht drohen würde nass zu werden. Obwohl „Blood On My Name“ nur 83 Minuten lang ist, zieht er sich wie Kaugummi. Wenn dann im kurzen Finale doch noch etwas Blut vergossen wird, ändert das auch nichts an der gähnenden Langeweile. Zusätzlich fällt der Score sehr beliebig und eintönig aus.
 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Es gibt Filme, die machen einfach keinen Spaß, aber dann kann man wenigstens eine hübsche Kritik dazu schreiben. Bei „Blood On My Name“ machte weder die Sichtung, noch das Rezensieren Freude, weil man eigentlich gar nicht viel zu diesem Werk schreiben kann. Das einzige, was hier vor einer (subjektiven) Totalkatastrophe schützt, ist die handwerklich passable Arbeit und den Darstellern kann man nun auch keinen Vorwurf machen. Die größte Schwäche ist das mehr als lahme Drehbuch, welches kaum etwas zu erzählen hat und versucht, dies mit einer ungewissen Herangehensweise zu kaschieren. Spannung kommt dadurch jedoch niemals auf und auch das Drama ist mehr als lahm. Wie immer gilt, dass dies Geschmackssache ist und vielleicht springen andere Zuschauer eher auf diese Erzählweise an, aber eine Empfehlung ist an dieser Stelle nicht möglich, weil es „Blood On My Name“ an Atmosphäre und an Daseinsberechtigung mangelt!
 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Blood On My Name“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood on Her Name; USA 2019

Genre: Thriller, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 25.03.2021

 

Blood on My Name [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Red, White & Blue (2010)
 

Filmkritik: „A Young Man with High Potential“ (2018)

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A YOUNG MAN WITH HIGH POTENTIAL

Story

 
 
 
Der isoliert lebende, introvertierte Informatikstudent Piet sehnt sich nach Liebe und Nähe, doch als er eines Tages von seiner Traumfrau zurückgewiesen wird, endet es alsbald drastisch…

 
 
 


 
 
 

A YOUNG MAN WITH HIGH POTENTIAL – Kritik

 
 
Das Vorhaben, sich dem Genre-Langfilm mit begrenzten Mitteln zu nähern, ohne dabei auf selbstironischen Trash, das Kurzfilmformat oder hektische Footage-Kamerafühurng zu setzen, endet oftmals in spartanisch anmutenden, im besten Falle konzentrierten, im schlechtesten Falle gähnend langweiligen und misslungenen Genrebeiträgen, die sich mit sehr wenigen Locations, Darsteller*innen und Handlungsabläufen zufrieden geben müssen. Mit dabei sind Genreperlen oder auch Rohrkrepierer, aus allen Jahrzehnten und Genres – spezifisch im Slasher/Killer-Genre bietet sich nun natürlich ein Charakterportrait oder Folterfilm an, plant man die trauten vier Wände auch mit der Kamera nur selten zu verlassen.
 
 
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Die erste der beiden Optionen hat der gebürtige Hamburger Linus de Paoli gewählt, der mit „A Young Man with High Potential“ seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm ins Rennen wirft, nachdem 2011 bereits die schwarz-weiße Dystopie „Dr. Ketel“ in die Welt gesetzt wurde. Und als solches, ein Charakterportät nämlich, ist das Horroretikett bei de Paolis 86-minütiger Stilübung dann auch gänzlich fehl am Platz, da Spannungsmomente oder brutale Splattereinlagen hier keinesfalls an erster Stelle stehen. Was stattdessen aber der wahre Mehrwert oder Fokus dieser allzu klischeehaften, küchenpsychologischen Killer-Trope sein soll, erschließt sich nur leider nicht. Die Geschichte um den hochintelligenten, aber stark introvertierten und vereinsamten IT-Studenten Piet, der in seiner modernen Campuswohnung an Isolation und stark implizierter Jungfräulichkeit zugrunde geht, wurde mit leichten Variationen schon häufig erzählt und auch wenn sich hier bemüht wurde, einen für dieses Genre unüblich unaufgeregten und realistisch anmutenden dritten Akt zu liefern, der Konventionen bricht und auf einer unerwarteten Note endet, so ist der Weg dahin leider eher kurz- denn spielfilmreif.
 
 
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Im Klartext heißt das, dass sich gerne viel Zeit und Bedacht für simple, langsame Storyfortschritte und neue Einsichten gelassen wird, mit dem Pacing deutlich längerer und aussagekräftigerer Film wie „Burning“ z.B. – nur, dass hier natürlich keine Enthüllung, kein subversiver Twist, keine wuchtige Entwicklung in der zweiten oder dritten Stunde folgen kann, da zu diesem Zeitpunkt längst die Credits über den Bildschirm gerollt sind. Technisch kann der Film sich dabei sehen lassen, da sowohl die kräftig gesättigten Farben der freundlichen Sommertage als auch die trostlosen grauem Wohnungskomplexe ansprechend in Szene gesetzt wurden, der zurückhaltende Soundtrack ist schnell vergessen, weiß punktuell aber mit seinen hintergründigen Bässen, angespannten Geigen und vereinzelten Klaviermelodien zu wirken. Doch während der nicht gerade tiefgründig geschriebene, sehr wohl aber nuanciert und facettenreich von Adam Ild Rohweder performte Hauptcharakter sich organisch in sein Umfeld fügt und nie negativ auffällt, so sind die, stets mit starkem Akzent versehenen, Leistungen des Nebencasts leider noch einfältiger geschrieben und immer wieder allzu amateurhaft anmutend.
 
 
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Womit man leben könnte, würde der Film sich voll und ganz für eine Richtung entscheiden und diese konsequent erkunden – doch für interessante Innenwelten derangierter Individuen gibt es endlose Genrebeiträge mit mehr Spannung oder Unterhaltungswert, wer hingegen einen nahezu dokumentarisch gedrehten, realistischen, stillen Film über den Akt des Mordens an sich selbst sehen möchte, dem kann ich nur „To kill a man“ ans Herz legen. Die letzten 30 Minuten speziell erinnerten mich an die nahezu uninszenierte, authentische Art und Weise, mit der hier mit dem Thema des Films umgegangen wurde – doch dafür lohnt es sich schlichtweg nicht, sich die sehr berechenbaren 40 Minuten bis dahin anzugucken, die weder ein tiefgründiges Charakterporträt, noch einen konventionell spannenden oder unterhaltsamen Genrefilm liefern. Und das „Genre“ ist hierbei trotz ein oder zwei Sekunden Gorespitze definitiv kein „Horror“. Sehr schade um die Effekte, Optik und schauspielerische Leistung also, dass uns weder eine Identifikationsfigur zum Mitfiebern, noch ein interessanter Genrebeitrag im Allgemeinen vergönnt ist. Und darüber, dass es statt stimmungsvoll-düsterem Foreshadowing ungelenke Versuche an unangenehmer Cringe-Comedy gibt, hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens.
 
 
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A YOUNG MAN WITH HIGH POTENTIAL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Simpel gestricktes, unbequem zwischen den Stühlen sitzendes Charakterdrama, das weder als exploitativer oder spannender Horror, noch als tiefschürfendes oder gehaltvolles Psychogram funktioniert.Technisch und schauspielerisch überdurchschnittlich, hübsch gefilmt und angenehm kurz, inhaltlich zahnlos und verquert.
 
 


 
 
 

A YOUNG MAN WITH HIGH POTENTIAL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „A Young Man with High Potential“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Somit ist der Film nur für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

A YOUNG MAN WITH HIGH POTENTIAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Forgotten Film Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Young Man with High Potential; Deutschland 2018

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch, Französisch, Koreanisch, Portugiesisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase im Schuber

Extras: 32-seitiges Booklet mit einem Kommentar von Autor und Regisseur Linus de Paoli, Filmografien, einem Interview mit Paulina Galazka und einem Text von Susanne Heinrich, Filmografien, Interview mit Paulina Galazka und einem Text von Susanne Heinrich; Soundtrack-CD; Kurzfilm: »The Boy Who Wouldn’t Kill«; Featurette »Let the Material Speak«; Portrait »The Art of Linus de Paoli«; Interviews vom Frightfest & FF Straßburg; Audiokommentar mit Linus & Anna de Paoli

Release-Termin: KeepCase im Schuber: 19.03.2021

 

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A YOUNG MAN WITH HIGH POTENTIAL – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Forgotten Film Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scars of Xavier (2017)
 
Simon Killer (2012)
 
Rent-A-Pal (2020)
 

Filmkritik: „Alone – Du kannst nicht entkommen“ (2020)

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ALONE – DU KANNST NICHT ENTKOMMEN

(ALONE)

Story

 
 
 
Für Jessica endet die Flucht vor ihrem früheren Leben in der Flucht vor einem Psychopathen, der nach ihrem Leben trachtet.

 
 
 


 
 
 

ALONE – Kritik

 
 
Ein Survial-Thriller hat meist eine simple Prämisse, in welcher sich Protagonisten durch die Wildnis schlagen müssen. Kombiniert man dies mit einem normalen Thriller, ergeben sich reizvolle Faktoren, die man in ihrer Schlichtheit wunderbar darstellen kann. „Alone – Du kannst nicht entkommen“, der schon vom Titel simpel ist, spielt genau mit diesem Szenario. Obwohl er sehr hochwertig gemacht wurde, hätte man aus der einfachen Geschichte jedoch mehr herausholen können.
 
 
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Die Story beginnt ohne etwas zu erklären. Der Zuschauer sieht Jessica, die ihr Hab und Gut in einen Anhänger verfrachtet und losfährt. Ihr Ziel kennt man nicht, ihre Beweggründe ebenfalls nicht. Erst hinterher erfährt man, dass ihr Mann vor einiger Zeit gestorben ist und Jessica mit ihrer Vergangenheit abschließen will. Doch schon bald rennt sie nicht nur vor dieser fort, denn ein psychopathischer Killer hat die Witterung von Jessica aufgenommen und alles endet in einem Überlebenskampf in der Wildnis. So reizvoll das auch klingen mag: Das Drehbuch ist die größte Schwäche von „Alone“. Dass der Film völlig schlicht und schnörkellos daherkommt, ist nicht verkehrt und aus der simplen Prämisse hätte man viel Nervenkitzel hervorzaubern können. Was allerdings störend ist, sind ein paar Logikfehler bzw. Ungereimtheiten. So soll Jessica zu einem Beamten durchgestellt werden, als sie mit der Polizei telefoniert, doch ob das stattgefunden hat, verschweigt der Film. Außerdem ist es ein mächtiges Klischee, dass eine simple, verschlossene Holztür ein großes Hindernis zur Freiheit darstellt. Und wenn der Killer, der das scheinbar schon öfter getan hat, eine Leiche nur ein paar Zentimeter tief vergräbt, zeugt das nicht gerade von seinem Talent. Wieso ist die Erde völlig trocken, obwohl es doch in der vorherigen Nacht noch eimerweise geschüttet hat? Dies mögen Kleinigkeiten sein, die in einem Film, in welchem viel los ist, zur minimalen Randnotiz verkommen, aber gerade weil das Drehbuch hier dermaßen schlicht gehalten wurde, fallen solche Dinge schon deutlich mehr auf.
 
 
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Leider kann „Alone“ schon alleine deshalb nicht mehr in der oberen Liga mitspielen, was sehr schade ist, denn vom Handwerk her wurde er wirklich fein gemacht. So sehen bereits am Anfang die Panorama-Aufnahmen der Natur wunderschön aus und die Kamera fängt jede Szenen herrlich ruhig und stilsicher ein. Regisseur John Hyams, der nun im B-Movie-Sektor kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, inszeniert das Szenario ansprechend und die Optik ist echt gelungen. Über die Atmosphäre kann man sich ebenfalls nicht beklagen, denn es geht schön düster zur Sache. Der wahnsinnig ruhige Anfang langweilt nicht und nach einer knappen halben Stunde beginnt der Überlebenskampf. Hier hätte man die Wildnis jedoch gerne mehr mit einbauen dürfen. Dass die Natur für Jessica ebenfalls zum Feind wird, ist nämlich nicht wahr. Klar, es muss hart sein, sich dadurch zu kämpfen, doch diesen Aspekt betrachtet „Alone“ eher weniger. Stattdessen spult man ein paar Klischees ab, wie etwa den Jäger, der angetroffen wird und vielleicht zur rettenden Hilfe werden könnte. Richtige Spannung will dabei kaum entstehen, bis es dann zum packenden Finale kommt, in dem es noch eskalieren darf. Hier kommt endlich mal Nervenkitzel auf und dann darf auch noch etwas Blut vergossen werden, wobei der Fokus niemals auf Gewalt liegt.
 
 
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Den Darstellern kann man keinen Vorwurf machen. Jules Willcox spielt die ängstliche, traumatisierte Frau, die dann doch um ihr Überleben kämpft, relativ authentisch und wirkt souverän in ihrer Darbietung. Marc Menchaca ist als Psychpath ebenfalls nicht verkehrt. Er besitzt ein typisches Hinterwäldler-Auftreten, bekommt aber genügend Facetten, um nicht als Karikatur durchzugehen. Die Figurenzeichnung gibt sich dabei so schlicht, wie „Alone“ allgemein ist. So erfährt man über Jessica anfangs gar nichts und hinterher nur das Nötigste. Auch der Killer bekommt keine weitere Tiefe spendiert, wird aber immerhin als sadistisch veranlangt hingestellt. Sicherlich wäre in diesem Punkt noch etwas mehr möglich gewesen, aber störend ist diese einfache Figurenzeichnung nicht, da sie ihren Zweck erfüllt.
 
 


 
 
 

ALONE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Was anfängt wie „Joyride – Spritztour“ endet in einer Art „A Lonely Place to Die„. „Alone – Du kannst nicht entkommen“ will niemals mehr sein, als er darstellt und kommt erfrischend schörkellos daher, aber genau dies wird ihm manchmal auch zum Verhängnis. Weil der Film sehr ruhig ist, nicht viele Dialoge besitzt und auch mal minutenlang im Stillstand verharrt, fallen ein paar Ungereimtheiten im Drehbuch dann doch sehr stark auf. An einer gewissen Qualität verändert das zwar nichts, denn die Inszenierung ist gelungen und die Bilder, welche die Kamera einfängt, sind hervorragend, aber ein Highlight kann der Film somit auch nicht darstellen. Die Mischung aus Survival-Aspekten und Thriller ist unausgewogen und es macht den Eindruck, als hätte man hier einfach noch mehr herausholen können. Gute Darsteller, eine passable Figurenzeichnung und ein spannendes Finale machen „Alone“ auf jeden Fall sehenswert, aber mehr Nervenkitzel wäre nicht verkehrt gewesen. Ein guter Film, der jedoch mehr Möglichkeiten gehabt hätte! Übrigens handelt es bei sich bei „Alone – Du kannst nicht entkommen“ um die amerikanische Neuverfilmung des schwedischen Thrillers „Night Hunt – Die Zeit des Jägers“ von 2011. Ob die Neuinterpretation gelungen ist, sollte an dieser Stelle jeder für sich selbst bewerten. Wir meinen: Leider nur bedingt! Manche Filme benötigen nicht zwangsläufig eine Neuverfilmung.
 
 


 
 
 

ALONE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Alone – Du kannst nicht entkommen“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

ALONE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (2 Blu-rays im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Alone; USA 2020

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Featurette, Behind the Scenes, Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Blu-ray mit Bonusfilm „Night Hunt – Die Zeit des Jägers“, Booklet

Release-Termin: KeepCase: 25.03.2021 | Mediabook: 25.03.2021

 

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ALONE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)