Filmkritik: „The Stylist“ (2020)

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THE STYLIST

Story

 
 
 
Die junge, introvertierte Haarexpertin Claire fühlt sich nach einigen Treffen zu einer Frau hingezogen, die sie prompt zu ihrer Hochzeit einlädt.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Kritik

 
 
Jill Gevargizians 2016 entstandenes Werk „The Stylist“ ist ein 12-minütiger Kurzfilm rund um eine junge Stylistin, die in ihrem Salon eine Frau skalpiert und daraufhin im Kellerraum den Skalp trägt und vor ihrem Spiegel einen kleinen Nervenzusammenbruch erleidet. Verträumt sowie hochprofessionell bebildert und einfühlsam von Najarra Townsend (Dementia Part II, Contracted, Wolf Mother) gespielt, weiß dieser so gemeine wie menschliche Fast-Viertelstünder für sich stehend auf jeden Fall zu überzeugen, einzig als „proof of concept“ für ein gegebenenfalls größeres Projekt fehlt es hier noch an Substanz oder einem implizierten größeren Handlungsrahmen.
 
 
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Vier Jahre später wurde das Gedankenexperiment Realität, denn Gevergizian sah in ihrem Kurzfilm scheinbar deutlich mehr Potential als gedacht, weshalb mit nahezu identischer Inszenierung und selber Hauptdarstellerin, die dieses Mal auch als Co-Produzentin an Bord war, das spielfilmlange Remake gewagt wurde – dieses Mal ganze 105 Minuten lang. Und genau hier liegt dann auch mein hauptsächliches Problem mit dieser Version von „The Stylist“ – der Film ist einfach viel zu inhaltsleer und oberflächlich, um die fast zweistündige Laufzeit auch nur annährend zu rechtfertigen.
 
 
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Claire ist der Name unserer einsamen Haarstylistin/Mörderin und bereits im Intro gibt es den ersten – exzellent getricksten – Mord per Skalpierung sowie die erste, zu sanften Klavierakkorden und erhebenden Ambient-Klängen maximal himmlisch inszenierte Haarpflege zu genießen. Ein Szenenablauf, den diese Langversion von „The Stylist“ verdammt ist ohne wirklichen Mehrwert immer zu wiederholen, da das Script schlichtweg nicht mehr hergibt. Denn bei aller Liebe für ruhige, langsame, stille Charakterdramen über verstörte Seelen – sowohl im Kurzfilm als auch im Intro dieses Films wurden die meisten wichtigen Aussagen oder Beobachtungen bereits getroffen, wortwörtlich wird von dem Job als Familienersatz und innerer Zerrissenheit gesprochen, was also soll bitte noch folgen?
 
 

„If she’s so good why doesn’t she do weddings?“

 
 
Eine Story abseits der Hauptsituation wird aufgebaut aber bleibt vorhersehbar, um Rätselspannung oder ein Mysterium rund um unsere Protagonistin ist das Script ebenfalls bemüht, läuft damit aber nur abgetretene Pfade ab. Die Chemie zwischen Townsend und ihrem Gegenüber Olivia, gespielt von Brea Grant (Halloween II, A Ghost Story, Looper, After Midnight) ist dabei stets glaubhaft und natürlich, trägt die jeweiligen Szenen. Technische Spielereien wie gelungen genutzte Splitscreen-Einlagen, die immer wieder sinnlichste aller Haarwaschmontagen oder der dröhnende, effektive Soundtrack wissen dabei immer wieder über die Inhaltslosigkeit hinweg zu trösten, von einer Nullnummer oder einem stümperhaften Werk ist „The Stylist“ also meilenweit entfernt – doch was nützt all die optische Finesse bei einer derart ereignislos und altbekannt vor sich hin dümpelnden Dramaturgie?
 
 
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Rot-blau gialloesques Disco/Argentolicht darf im weiteren Verlauf natürlich nicht fehlen, auch ist die Beleuchtung allgemein lobenswert atmosphärisch, ein paar Setdesigns stechen besonders positiv hervor und gerade in seinen ruhigen Szenen fühlt sich dieser Film sehr persönlich und glaubhaft an, erinnert gar an „She Dies Tomorrow“ – doch dann folgen wieder langgezogene Strecken völlig ohne Soundtrack, Dialog, neue Informationen oder bemerkenswerte Einstellungen und die schiere Stagnation des Geschehens frustriert auf ganzer Linie. Natürlich kriegt Claire eine Vorgeschichte spendiert, auch ist es ein netter Kniff dass sie bei aller Hochglanz-Fassade in einer dunklen Abfuckwohnung samt Altar haust und punktuell ist „The Stylist“ durchaus sympathisch. Doch für ein tiefschürfendes Psychogram oder eine erfrischende Filmerfahrung reicht das leider nicht – und wer hier für Splatter, Action, Spannung oder Horror kommt, der liegt sowieso grundliegend falsch.

 
 


 
 
 

THE STYLIST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Überlanges, sich zu früh ausbuchstabiertes und konzeptuell erschöpftes, intimes psychologisches Charakterdrama mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin und hochprofessionellen Inszenierung. Ein ruhiger und zurückhaltender Film, der Genrefans kaum ansprechen wird.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Zensur

 
 
 
„The Stylist“ erschien Anfang 2022 in Deutschland über Nameless Media ungeprüft und ungeschnitten im Mediabook. Mittlerweile wurde der Film auch von der FSK geprüft und erhielt eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Fassung. Da auf der Blu-ray und DVD einige Trailer von Filmen enthalten sind, die von der FSK höher als FSK16 eingestuft wurden, ist auf dem Cover der Kaufhausfassung ein roter FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Stylist; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2022

 

The Stylist [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE STYLIST – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In my Skin (2002)
 
She Dies Tomorrow (2020)
 

Filmkritik: „Gelosia – Vendetta D’amore“ (2017)

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GELOSIA – VENDETTA D’AMORE

Story

 
 
 
Einem Ehemann kommt es teuer zu stehen, dass er seine Frau betrügt.

 
 
 


 
 
 

GELOSIA – Kritik

 
 
Ab und zu kann man im deutschen Amateur-Underground schon ein paar Perlen entdecken. Was die Deutschen im höher budgierten Horror-Bereich oftmals vermasseln, können sie tatsächlich ganz gut, wenn nur wenig Geld hinter einem Projekt steckt. „Gelosia – Vendetta D’amore“ stellt Alberto Barones erste Gehversuche im Filmbusiness dar und ist dafür schon ziemlich ambitioniert gemacht, nebenbei aber leider auch sehr belanglos.
 
 
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Thomas ist Alkoholiker und sexsüchtig. Nach einem Autounfall, den er verursacht hat, findet er seine Frau nicht mehr attraktiv, denn ihr Gesicht ist verbrannt. Also müssen andere Frauen her, um den Trieb von Thomas zu befriedigen. Dies soll sich rächen. Gelosia ist das italienische Wort für Eifersucht und wie das Ganze ausgehen wird, lässt sich früh erahnen. Sicherlich muss ein Kurzfilm nicht mit einer total ausgefeilten Geschichte dienen, aber was uns hier geboten wird, ist doch arg dünn. Es gibt keine Pointe, keine echte Wendung.
 
 
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Dafür viel Sex. Der Einsatz von nackter Haut ist weniger plakativ geraten, als man vermuten hätte dürfen und wirkt in einer Szene sogar leicht erotisch. Wer auf Splatter setzt, wird hingegen enttäuscht. Es gibt am Ende nur eine brutale Szene, aber diese wurde nicht besonders toll getrickst und ist allgemein wenig originell. Es ist etwas schade, dass die nackte Haut klar dominiert, denn eine ausgewogenere Mischung hätte nicht geschadet.
 
 
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Tatsächlich wird „Gelosia – Vendetta D’amore“ ganz ordentlich gespielt. Mit Milton Welsh in der Hauptrolle ist da sogar ein ziemlich bekannter Darsteller mit dabei, der seine Sache gut macht. Weitere, nicht so unbekannte Gesichter dürften Manoush und Kristina Kostiv sein. Alle Schauspieler passen gut in ihre Rollen und hier kann man sich echt nicht beschweren. Dass es innerhalb der kurzen Laufzeit zu keiner echten Figurenzeichnung kommt, sollte jedem klar sein.
 
 
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Nach knapp 28 Minuten ist der Film nämlich schon wieder vorbei und wirklich langweilen, kann er somit nicht. Einen Mehrwert hat er einem innerhalb dieser Zeit jedoch ebenfalls nicht geboten. Barone macht seine Sache als Regisseur gar nicht so schlecht, wobei die ganzen Filter schon etwas so wirken, als hätte man sie am Privatrechner mit Gratis-Software hergestellt. Trotzdem ist die Optik in Ordnung und die Kamera-Arbeit solide. Nur lässt das eben (noch) keine eigene Handschrift erkennen. Der Score hört sich sehr passend und gut an.
 
 


 
 
 

GELOSIA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Freunde von Kurzfilmen und deutschen Amateur-Streifen können sich „Gelosia – Vendetta D’amore“ ruhig mal anschauen. Der Film ist schnell vorbei, bietet viel nackte Haut und ein wenig Gewalt, ansonsten jedoch nicht viel. Die Handlung ist zu simpel und es geschieht nichts, was man nicht schon besser gesehen hätte. Aus handwerklicher Sicht gibt es da noch deutliches Verbesserungspotenzial, aber sauber gemacht wurde das Werk schon. Außerdem sind die Darsteller überraschend bekannt und gut besetzt. So gesehen kein schlechter Einstieg in die Filmwelt, aber auch nichts, was man länger als fünf Minuten in Erinnerung behält!
 
 


 
 
 

GELOSIA – Zensur

 
 
 
Der italienische (S)Exploitation-Kurzfilm „Gelosia – Vendetta D’amore“ erschien 2018 in Deutschland ungeschnitten im Mediabook. Sammler und Fans von Underground-Filmen können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

GELOSIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Endless Classics (DVD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gelosia – Vendetta D‘ Amore; Italien 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama, Erotik, Kurzfilme

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 28 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD + Blu-ray im Mediabook

Extras: Originaltrailer, Audiokommentar, Making Of, Interviews mit Cast & Crew, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 29.03.2018

 
 

Gelosia – Vendetta D’amore [Blu-ray und DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GELOSIA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Endless Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rossa Venezia (2003)
 
Exitus Interruptus – Der Tod ist erst der Anfang (2006)
 

Filmkritik: „Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ (1998)

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TEENAGE SPACE VAMPIRES – ANGRIFF DER WELTRAUMVAMPIRE

(TEENAGE SPACE VAMPIRES)

Story

 
 
 
Eine friedliche Kleinstadt wird von außerirdischen Vampiren angegriffen. Kann der Teenager Billy die Katastrophe abwenden?

 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Kritik

 
 
Normale Vampire gab es ja schon oft genug. Warum sollte man diese Wesen nicht also einfach mal mit Außerirdischen kombinieren? Neu ist diese Idee nicht, denn bereits 1976 schrieb der Autor Colin Wilson die Geschichte „The Space Vampires“, die von Tobe Hooper 1985 sogar verfilmt wurde unter dem Titel „Lifeforce“. Hier mit solchen Titeln und Namen um sich zu werfen, kann jedoch ganz schnell falsche Erwartungen wecken, denn bei „Teenage Space Vampires“ bekommt man es mit einem günstigen Fernsehfilmchen zu tun, welches nicht viel zu bieten hat.
 
 
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Billy wird eines nachts Zeuge davon, wie ein UFO abstürzt und zusammen mit einem Team von SETI erforscht er die Sache. Nebenbei verhalten sich die Einwohner der Kleinstadt, in der Billy lebt, immer seltsamer. Das liegt an außerirdischen Vampiren, welche die Sonne zerstören wollen und die Menschen zu ihren Sklaven machen wollen. Nur Billy kann sie davon abhalten. Das Drehbuch bietet reichlich viel Unsinn und versucht erst gar nicht, die schwache Grundidee authentisch zu verkaufen. Dass man sich ganz schön an „The Faculty“ orientiert hat, ist zu jedem Zeitpunkt erkennbar, aber eigene Ideen besitzt „Teenage Space Vampires“ kaum und wenn, dann sind diese echt bescheuert. Trotzdem lässt es sich mit der dümmlichen Geschichte noch leben.
 
 
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So wie man dem Werk allgemein nicht so böse sein kann, weil er doch einen gewissen Charme versprüht. Wenn man mal nebenbei ein Nickerchen machen möchte und friedliche Unterhaltung laufen soll, dann taugt „Teenage Space Vampires“ jedenfalls etwas. Die deutsche Synchronisation lässt sich erstaunlicherweise gut anhören und ist hochwertiger, als die gesamte handwerkliche Arbeit. Dass es sich hierbei nämlich um einen direkt fürs Fernsehen produzierten Film handelt, kann man stets erkennen. Die Optik geht zwar klar, aber die Effekte könnten simpler kaum sein. Der böse Haupt-Alien-Obervampir sieht total lächerlich aus mit seiner Maske. Das kann sich jeder für wenig Geld selbst kaufen und man durfte an Halloween wohl privat schon deutlich gruseligere Masken betrachten. Daneben gibt es sehr billige Effekte aus dem Computer und so lässt sich hier schon mal nichts ernst nehmen. Brutal wird es übrigens ebenfalls so gut wie gar nicht und die deutsche Freigabe ab 16 Jahren erscheint nahezu übertrieben. Für Kinder würde „Teenage Space Vampires“ als Horrorfilm aber vielleicht noch funktionieren.
 
 
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Immerhin versteht er sich selbst nicht gerade als ernster Film, was sich immer wieder durch eine Portion Humor beweist. Das ist zwar nicht unbedingt lustig, doch das gesamte Werk ist dermaßen locker und entspannt, dass es schon wieder ganz sympathisch erscheint. Wer jedoch auf der Suche nach richtig guter Unterhaltung ist, schaut in die Röhre, denn in „Teenage Space Vampires“ ist fast nie etwas los. Es gibt sehr wenig Action und überhaupt keine Spannung. Nicht mal das Finale gewinnt an Tempo. Überwiegend besteht das Treiben aus Dialogen, die sich wenigstens nicht schmerzhaft anhören und naiven Handlungen. Dass über dem Ganzen stets eine große Trash-Atmosphäre schwebt, dürfte niemanden verwundern. So kommen Fans von diesem immerhin noch etwas auf ihre Kosten, wobei einem hier deutlich zu wenig geboten wird. Da ist das Nickerchen nebenbei dann schon angebracht und wenn man 20 Minuten später wieder aufwacht, hat man sowieso nichts verpasst.
 
 
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Regisseur Martin Wood ist überwiegend fürs Fernsehen tätig und hat auch schon bei einigen Serien Episoden gedreht. Sein Budget war sicherlich sehr gering und deshalb gibt es an „Teenage Space Vampires“ auch überhaupt nichts Erwähnenswertes. Die Kulissen sind okay, die Kleinstadt-Atmosphäre kommt sogar solide durch, aber das ist aus handwerklicher Sicht alles dermaßen belanglos, dass nichts davon in Erinnerung bleiben wird. Selbst dann nicht, wenn die Darsteller doch noch einigermaßen okay sind. Einige von ihnen sind nicht mal komplett unbekannt, wie z.B. Robin Dunne und Lindy Booth. Die Leistungen sind zwar schwach, hier jedoch noch brauchbar. Und der Figurenzeichnung ist man im Endeffekt auch gar nicht mal so böse. Die Charaktere könnten zwar austauschbarer kaum sein, stören überraschenderweise allerdings nicht. Der Score stört dann schon eher, weil er wirklich sehr billig klingt.
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Teenage Space Vampires“ ist zwar total ereignislos und im Endeffekt auch ganz schön langweilig und dennoch wirkt er zuweilen ganz sympathisch. Auf jeden Fall ist das der perfekte Sonntagmittag-Nickerchen-Film, wenn man eigentlich gar keine Lust hat aufzupassen, nebenbei aber dennoch etwas laufen soll. Der simplen und bescheuerten Handlung zu folgen, ist schon mal nicht schwer, Schauwerte gibt es sowieso keine und das Ganze ist dermaßen locker, dass der Trash-Faktor niemals zu anstrengend wird. Die handwerkliche Arbeit ist nicht erwähnenswert, weder im positiven, noch im negativen Sinne und von den Darstellern lässt sich das ebenfalls behaupten. Die „Effekte“ animieren zum Schmunzeln und wenn nicht mal das Finale Tempo entstehen lässt, weiß man, dass die Augen ruhig geschlossen bleiben können. Absolut nicht gut, aber auch nicht ärgerlich!
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Zensur

 
 
 
„Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ feierte in Deutschland seine Premiere im Pay-TV und wurde dort ungeschitten ab 16 Jahren gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und ebenso FSK16.
 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Teenage Space Vampires; USA 1998

Genre: Horror, Komödie, Grusel, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 09.07.2021

 
 

Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
The Faculty (1998)
 

Filmkritik: „Liebling, du beißt so gut – Draculas heiße Nächte“ (1978)

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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – DRACULAS HEISSE NÄCHTE

(DRACULA SUCKS)

Story

 
 
 
Dass Dracula nicht einfach nur Blut will, sondern sich auch gerne sexuell vergnügt, zeigt uns der pornographische Horrorfilm „Liebling, du beisst so gut“, der in Deutschland allerdings um seine freizügigsten Szenen erleichtert wurde.

 
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Kritik

 
 
Die Vorlage „Dracula“ von Bram Stoker wird nicht nur heutzutage in allerlei Variationen benutzt, sondern erfreute sich auch früher schon großer Beliebtheit. Es ist nicht mehr zählbar, wie viele Vampirfilme es mittlerweile gibt und wenn man den ganz klassischen Stoff bedient, ist es natürlich nicht leicht noch irgendwelche Alleinstellungsmerkmale zu besitzen. Nun war es in den 70er und 80er Jahren ziemlich populär Pornofilme mit richtiger Handlung anzureichern und nahezu „richtige“ Filme daraus zu machen, aber auch in Sexploitations-Werken (oftmals italienischer Herkunft) wurden Hardcore-Szenen eingefügt, um besonders provokant zu wirken. Also durfte 1978 auch Dracula höchstpersönlich mal dran und bekam den im Original betitelten „Dracula sucks“ spendiert.
 
 
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In seiner entschärften Variante bekam der Film bei uns den Titel „Liebling, du beisst so gut“ und wurde nun erstmals auf DVD veröffentlicht. Die gekürzte Version läuft nur noch 78 Minuten, aber insgesamt gibt es weltweit ganz schön viele verschiedene Fassungen. Da noch den Überblick zu behalten, fällt schwer. Auf der deutschen DVD ist sogar eine Langfassung enthalten, die auf der Hardcore-Version basiert, aber in den Hardcore-Szenen geschnitten wurde. Will man das komplett uncut schauen, braucht man schon die Laufzeit von 95 Minuten. Dann gibt es hier und da ein wenig pornographisches Material, welches allerdings niemals den Rahmen sprengt und welches es auch gar nicht mal zwangsläufig gebraucht hätte. Ansonsten gibt es natürlich reichlich nackte Haut zu sehen, die meistens ganz ansprechend serviert wird und ein wenig Erotik aufkommen lässt. Doch was hat „Liebling, du beisst so gut“ sonst noch so zu bieten?
 
 
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Handlungstechnisch ist das Treiben reichlich simpel ausgefallen, aber dass Dracula sein Unwesen in einer psychiatrischen Klinik treibt, ist sicher nicht die schlechteste Idee, die man haben kann. Van Helsing darf selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen und während man versucht das Böse zu bekämpfen, wird halt immer mal wieder gerammelt. Dabei ist der Anblick von einem weiblichen Vampir, der in einen erigierten Penis beißt, sicherlich nichts, was man jeden Tag zu sehen bekommt, aber eben auch nur in der völlig ungeschnittenen Fassung vorhanden. Nein, viel Reiz besitzt es ansonsten nicht der Geschichte zu folgen, denn sie hat nicht gerade viel zu bieten. Die Sexszenen bremsen das Geschehen sogar unnötig aus, sorgen aber immerhin für die leicht kuriose Note.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kann man „Liebling, du beisst so gut“ sicher keine großen Vorwürfe machen. Früher sahen solche Filme qualitativ meistens noch sehr ordentlich aus und das ist auch hier der Fall. Die Kulissen mögen etwas einfallslos wirken, erfüllen jedoch ihren Zweck und die Inszenierung ist brauchbar. Was dem Werk jedoch völlig fehlt, ist eine ansprechende Atmosphäre. In der deutschen Fassung wurde das halbwegs lustig vertont und man fühlt sich hier schon fast wie in einer schlüpfrigen Komödie und auch die Original-Version nimmt sich keineswegs so ernst, aber von einer echten Parodie kann auch nicht die Rede sein. Dafür fehlen einfach die Gags und mit Horror braucht man nun echt nicht zu rechnen. Dracula ist hier nicht dazu da, um für eine Bedrohung zu sorgen. Bis auf etwas rote Farbe, die vergossen wird, ist eigentlich keine Gewalt zu sehen und Effekte braucht der Film ebenfalls nicht. Wenn, dann sind die Tricks sehr simpel gehalten. Lediglich ein paar Szenen in der Nacht sorgen mit ihrem Sound für ein wenig Stimmung.
 
 
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Die Darsteller stammen logischerweise überwiegend aus dem Porno-Bereich, aber damals konnte man auch als Porno-Darsteller halbwegs ernst genommen werden. Die Leistungen sind durchaus zu gebrauchen, wenn auch überhaupt nichts Weltbewegendes. Mit Reggie Nalder ist noch ein Schauspieler mit dabei, der gerade Fans von Exploitation ein Begriff sein könnte. Leider ist die Figurenzeichnung reichlich lahm ausgefallen. Hier wäre mehr drin gewesen, wenn man die Charaktere markanter gestaltet hätte. Dann hätte es vielleicht auch etwas mehr Spaß gemacht das Geschehen zu verfolgen. Hat man sich nämlich erst mal an die Kombination mit pornographischen Material gewöhnt, ist das Geschehen ganz schön einseitig. Etwas Handlung, ein paar Dialoge, kurze Sexszene und von vorne. Das Konzept ermüdet sich mit der Zeit und das kleine, relativ unspektakuläre Finale kann daran ebenfalls nichts ändern. Der Score hört sich brauchbar an und wurde gut eingesetzt.
 
 
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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Im Endeffekt ist „Liebling, du beisst so gut“ nichts anderes, als ein handlungstechnisch auf ein Minimum reduziertes Sexfilmchen, welches eben Dracula benutzt, daraus jedoch so gut wie keinen Horror bezieht. Ist das in der deutschen Fassung alles noch ein wenig auf lustig getrimmt und nur schlüpfrig, bekommt man in der völlig ungeschnittenen Fassung immer wieder kurze Hardcore-Szenen zu sehen. Zwar wirken ein paar Szenen in dieser Mischung leicht skurril, doch viel Mehrwert besitzt das Geschehen leider kaum. Das ist alles okay, aber eben nie mehr. So ist die Inszenierung in Ordnung, die Darsteller stören nicht und die Kulissen gehen gerade noch so als brauchbar durch. Highlights sind jedoch sehr rar gesät und mit der Zeit beginnt man sich zu langweilen, weil die Geschichte nicht viel zu bieten hat und keinerlei Spannung aufkommen lassen will. Gewitzt geht es aber ebenfalls nicht zur Sache. Man verpasst hier also nichts!
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Zensur

 
 
 
Der Vampir-Erotik-Horrorfilm „Liebling, Du beißt so gut“ hat eine sehr komplizierte Fassungsgeschichte. Der Schmuddelfilm existiert nämlich in einer Softcare- und in einer Hardcore-Version. Beide Versionen beinhalten Szenen, die in der jeweils anderen Version nicht enthalten sind. Zudem ist bei beiden Filmfassungen die Handlungsabfolge ähnlich – allerdings wurde diese bei beiden Filmfassung komplett neu zusammengeschnitten. Aufgrund des Hardcore-Contents ist die Veröffentlichungspolitiik in diversen Ländern problematisch, denn das Werk kam weltweit in verschieden gekürzten Fassungen heraus.

In die deutschen Kinos und bei den VHS-Auswertungen wurden zumeist die Hardcoreszenen entschärft. Trotzdem schaffte es der Horror-Trash „Liebling, Du beißt so gut“ von 1982 bis 2007 auf dem Index. Da die gekürzte Fassung in Deutschland mittlerweile von der Liste der „bösen Filme gestrichen wurde“, hat sich das Label Mr. Banker Films / Cargo Records hierzulande die Rechte an „Liebling, Du beißt so gut“ gesichert und bereits im April 2022 auf DVD herausgebracht. Auch wenn der Release laut Cover erst für Erwachsene geeignet ist und das alte FSK-Zeichen besitzt: So wirklich komplett ist die Veröffentlichung aber nicht. Immer noch fehlen Hardcore-Szenen.

Die erhältliche DVD-Fassung von „Liebling, Du beißt so gut“ aus dem Hause Mr. Banker Films / Cargo Records beinhaltet zwei Fassungen. Einmalig die nachgebaute deutsche Kinofassung (77:50 Minuten) sowie die erweiterte Langfassung (ca. 89:54 Minuten). Letztere ​basiert auf der Hardcore Version. Die Hardcore-Szenen wurden aber rausgeschnitten. Immerhin kann man froh sein, dass ein so seltener Film überhaupt in Deutschland irgendwie legal erscheint.
 
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – limitiert auf 1000 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dracula sucks; USA 1978

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Sex, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK18 (geschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase mit Schuber

Extras: Originaltrailer, Langfassung, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCases: 15. April 2022

 
 

Liebling, du beißt so gut – Draculas heiße Nächte [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Vampyres (1974)
 
Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula (1971)
 
Lips of Blood (1975)
 

Filmkritik: „Return of the Living Dead – Virus Bloodbath“ (2014)

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RETURN OF THE LIVING DEAD – VIRUS BLOODBATH

(BOMBSHELL BLOODBATH)

Story

 
 
 
Um seine verstorbene Frau ins Reich der Lebenden zurück zu holen, experimentiert ein Wissenschaftler mit Leichen herum, was schreckliche Konsequenzen nach sich zieht.

 
 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Kritik

 
 
In den 80ern gab es die herrliche Zombie-Komödie „The Return of the Living Dead“, welche noch zwei gelungene Fortsetzungen nach sich zog, bevor man 2005 zwei billige Pseudo-Fortsetzungen produzierte. Was das jetzt mit „Bombshell Bloodbath“ aus dem Jahre 2014 zu tun hat? Nun, sieben Jahre nach Erscheinen des Low-Budget-Zombiefilms wurde er einfach noch mal auf den Markt geschmissen, aber dieses Mal unter dem Titel „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“. Na wenn das mal nicht nach Etikettenschwindel riecht. Leider ist diese Information auch schon die interessanteste, die man über den Film berichten kann, denn der Rest verpufft im reinen Durchschnitt.
 
 
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Doktor Carter hat seine Frau verloren und will sich damit nicht abfinden. Mit einem eigens entwickelten Serum will er seine Frau wieder lebendig machen, doch zuvor muss er seine Chemikalie testen und das macht er mit Leichen vom Friedhof. Tatsächlich funktioniert sein Serum, nur dummerweise werden alle Test-Objekte zu aggressiven, fleischfressenden Zombies. Als sich dann auch noch Carters Tochter mit dem Zeug infiziert, wird die Lage gefährlich. Die Story bedient sich ganz klar an „Re-Animator“ und hat leider überhaupt nichts Neues zu erzählen. Das Drehbuch ist definitiv der Schwachpunkt von „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“, denn man kennt das Szenario in- und auswendig und Ideen, um das Ganze etwas eigenständiger zu gestalten, hatte man keine. Und weil die Geschichte sowieso schon enorm simpel ist, wird sie noch mit ein paar Nebenhandlungen angereichert, die belangloser nicht sein könnten und für den Verlauf der Story überhaupt nicht wichtig sind.
 
 
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Trotzdem besitzt der Film auch eine große Stärke und diese betrifft die Optik. „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ soll wie ein alter Film aussehen und die Filter, die hier benutzt wurden, erreichen dieses Ziel vollkommen. Man fühlt sich sofort wie in einem Werk der 70er oder 80er Jahre und optisch macht das deshalb auch echt etwas her. Sowieso hat Regisseur Brett Mullen, der hiermit sein Debüt gab, seine Sache nicht verkehrt gemacht. Gerade bei den recht langweiligen Schauplätzen erkennt man zwar, dass er nicht gerade viel Budget zur Verfügung hatte, doch in Sachen Zombie-Einsatz hat Mullen seine Hausaufgaben gemacht und hier geht es schon relativ effektiv zur Sache. In manchen Szenen fühlt man sich an alte Größen wie Lucio Fulci erinnert und das darf man natürlich als Kompliment verstehen. Sobald die Zombies auftauchen, besitzt das Werk seine atmosphärischen Momente.
 
 
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Nur leider ist dies eben nur dann der Fall und es gibt auch recht viele Szenen, die mit Zombies nichts zu tun haben. Dieses Füllmaterial ist langweilig ausgefallen und sowieso lässt die platte Story keinerlei Spannung zu. Da hört man lange Zeit austauschbaren Figuren bei belanglosen Dialogen zu. Die bescheidene, deutsche Synchronisation macht es nicht gerade besser. Die Charaktere sind viel zu eindimensional gezeichnet und interessieren den Zuschauer wohl kaum. Die Darsteller passen sich dem an und agieren überwiegend gelangweilt. Namen braucht man hier keine zu erwähnen, denn mit seiner Leistung bleibt sowieso niemand in Erinnerung, weder im Positiven, noch im Negativen, denn unerträglich schlecht, ist das nun auch nicht gespielt.
 
 
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Zum Glück wurde die Laufzeit mit knapp 80 Minuten recht kurz gehalten, so dass sich die Längen verkraften lassen. Unterhaltsam wird „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ eigentlich immer nur dann, wenn die Zombies auftauchen und für Splatter sorgen. Immerhin ist dies manchmal der Fall und dann geht es auch gar nicht mal so harmlos zur Sache. Zwar gibt es im Gore-Bereich nichts Besonderes zu betrachten, doch blutig genug ist das auf jeden Fall und die von handgemachten Effekte sehen gelungen aus. Auch die Zombie-Masken können sich sehen lassen. Positiv abgerundet wird das Treiben von einem guten Score, der wohl nicht nur zufällig etwas an Großtaten der Gruppe Goblin erinnert.
 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ besitzt eine echt schicke Grindhouse-Optik, die einen in die 70er/80er Jahre zurückversetzt. Die Zombies sehen klasse aus, der Splatter-Gehalt stimmt und zusammen mit dem Score ergeben sich durchaus atmosphärische Momente. Schade ist hingegen, dass die Geschichte maßlos ausgelutscht erscheint und für keinerlei Spannung sorgen kann. Die Figuren sind völlig austauschbar und es gibt zu viel belangloses Material, so dass ab und zu Langeweile entsteht. Wenn man allerdings gerne Low-Budget-Zombiefilme schaut, bekommt man einen handwerklich gut gemachten Streifen serviert, der jetzt zwar frech mit falschem Titel lockt und im Endeffekt höchst durchschnittlich ist, dafür aber in den wichtigen Dingen einigermaßen punkten kann!
 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Zensur

 
 
 
„Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ erschien in Deutschland bereits 2015 unter dem Titel „Bombshell Bloodbath“ ungeschnitten auf DVD und Blu-ray. Das hat sich trotz Titel-Umbenennung auch jetzt nicht geändert. Die Fassung ist ebenso komplett, wie es bereits 2015 der Fall war. Auf dem Cover befindet sich demnach auch wieder ein roter FSK-Flatschen, der mitteilt, dass „Return of the Living Dead: Virus Bloodbath“ erst für Zuschauer ab 18 Jahren geeignet ist.
 
 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover A / auf 500 Stück limitiert)

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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover B / auf 500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bombshell Bloodbath; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 76 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Trailer (4:23 Min.) englisch

Release-Termin: KeepCases: 14.05.2021

 
 

Return of the Living Dead – Virus Bloodbath [DVD – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Return of the Living Dead – Virus Bloodbath [DVD – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RETURN OF THE LIVING DEAD: VIRUS BLOODBATH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Re-Animator (1985)
 
Planet Terror (2007)
 

Filmkritik: „Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ (1999)

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PHANTOM TOWN – SPUKSTADT DES SCHRECKENS

(PHANTOM TOWN)

Story

 
 
 
Auf der Suche nach ihren Eltern geraten drei Geschwister in eine Geisterstadt, die von einer geheimnisvollen Bedrohung beherrscht wird.

 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Kritik

 
 
Der Titel wird schleimgrün eingeblendet und auch sonst dominiert die Farbe grün, wenn es um Effekte geht. Zudem spielen Kinder die Hauptrolle. Nein, die Rede ist nicht von der Fernsehserie „Gänsehaut – Die Stunde der Geister“, selbst wenn man das bei „Phantom Town“ sofort denken könnte. Tatsächlich wirkt dieser kostengünstig produzierte Horrorfilm wie eine überlange Folge der früher erfolgreichen Gruselserie für Kinder. Doch obwohl selbst diese sich auf TV-Niveau befand und sicher keine Meisterleistung handwerklicher Arbeit darstellte, besaß sie eine deutlich höhere Qualität als dieser Murks hier.
 
 
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Die Eltern der Geschwister Reeves waren unterwegs, weshalb die drei Teenager auch gleich mal eine schicke Party geschmissen haben. Doch als ihre Eltern anrufen und die Verbindung unterbrochen wird, machen sich die Kids Sorgen. Die Polizei will nicht behilflich sein, also müssen es die jungen Leute selbst in die Hand nehmen. Dabei geraten sie in eine Geisterstadt, die man nur im Schlaf betreten kann. Werden sie hier ihre Eltern finden? Die Story taugt nichts, aber wirklich so gar nicht. Auf dem Papier klingt das Szenario um eine Geisterstadt, die ihre Besucher verschlingt noch einigermaßen reizvoll, aber was man daraus gemacht hat, gleicht einer Schande. Das gesamte Szenario wird total wirr und unlogisch dargeboten. Absolut nichts ergibt hier einen tieferen Sinn und auch die Ideen, die verwurstet werden, kennt man bereits aus etlichen anderen Filmen. „Phantom Town“ mischt sich aus allen Ecken etwas zusammen, braut daraus jedoch überhaupt nichts Brauchbares. Nein, da hatten selbst die simplen Geschichten aus „Gänsehaut“ deutlich mehr Reiz.
 
 
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Diese filmische Katastrophen-Kuriosität wird noch dadurch skurriler, dass sie in Deutschland früher tatsächlich mal erst ab 18 Jahren freigegeben war. Das ist schon nicht mehr lächerlich, das ist einfach nur noch traurig. Mittlerweile hat „Phantom Town“ eine angemessene Freigabe ab 12 Jahren. Wenn die Rückseite der DVD dann aber mit einem Spruch wie „…einen gruseligen, spannenden und harten Schocker…“ wirbt und einen nebenbei der grüne Sticker anlacht, dann kann man nur noch lachen oder eben weinen. Man hat es hier eindeutig mit einem Film zu tun, der sich an Kinder und nicht an Erwachsene richtet. Das sieht man schon sehr klar daran, dass zwei Hauptdarsteller selbst Kinder sind. Blut wird hier überhaupt nicht vergossen. Stattdessen gibt es ab und zu grünen Schleim zu sehen. Die Effekte sind unter aller Sau und sehen maßlos billig aus. Davon profitiert aber immerhin der Trash-Faktor und wenn man „Phantom Town“ nicht mit Humor nimmt, hat man sowieso echt schlechte Karten.
 
 
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Das gesamte Szenario ist nämlich so unsinnig, plump, hölzern und blöd, dass hier stets eine unfreiwillige Komik herrscht. Manchmal will der Film aber selbst auch noch komisch sein und wenn es albern wird, ist die Peinlichkeit kaum noch auszuhalten. Von einem Horrorfilm kann übrigens einfach keine Rede sein. Vielleicht gruselt man sich hier von sechs bis zehn Jahren, doch selbst zwölfjährige dürften für diesen Quatsch bereits zu abgeklärt sein. Die versprochene Western-Stimmung kommt auch nur ganz selten mal durch. Es ist wirklich kaum zu fassen, dass sich Jeff Burr für „Phantom Town“ verantwortlich zeigte. Sicherlich ist der Mann nicht gerade für die höchste Qualität bekannt, aber mit den Fortsetzungen zu „Stepfather“, „Texas Chainsaw Massacre“, „Puppet Master“ und „Pumpkinhead“ hat der Mann doch noch etwas mehr Qualität geboten. Die Inszenierung ist wirklich miserabel, weil der gesamte Film miserabel ist. Hier will nichts zusammenpassen, die Kulissen sind billig und optisch bekommt man fast gar nichts geboten.
 
 
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Und als wäre das alles noch nicht genug, gibt es auch noch sehr untalentierte Darsteller zu betrachten, für die das Wort „belanglos“ erfunden geworden zu sein scheint. Mit Kindern in solchen Werken ist das immer so eine Sache. Manchmal geht die Rechnung auf, hier stören sie einfach. Die Erwachsenen machen ihre Sache jedoch mitnichten besser und wirken allesamt gelangweilt. Ebenso langweilig ist die Figurenzeichnung ausgefallen und in „Phantom Town“ kommen null Sympathien auf. Stattdessen verhalten sich die Personen unlogisch und doof. Das Ganze muss man dann über 90 Minuten durchhalten, was für den simplen Plot viel zu lange ist. Wäre es doch nur eine Episode von „Gänsehaut“ gewesen, dann hätte der Spuk nach einer knappen halben Stunde ein Ende gehabt. Dafür wäre diese dumme Geschichte auch noch ausreichend gewesen. So zieht sich das Treiben quälend in die Länge. Keine Spannung, kaum Action, dummer Humor. Nicht mal der Score stimmt versöhnlich. Und wenn für das Finale dann noch die alte Puppenkiste durchstöbert wurde, resigniert man entweder schon, ist total betrunken, eingeschlafen oder lacht müde darüber.
 
 
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PHANTOM TOWN – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Phantom Town“ ist ein billiger, unkreativer und sinnfreier Film, der sich ganz klar nur als Horror bezeichnen lässt, wenn man die 12 Jahre noch nicht überschritten hat. Doch während Filme für die ganze Familie selbst dem Erwachsenen Freude bereiten können, bekommt man hier lediglich Unvermögen zu betrachten. So viel, dass es selbst dem Trash-Fan zu viel werden könnte, da die permanente unfreiwillige Komik anstrengend wird. Nun, lächerliche Momente gibt es so immerhin genügend zu sehen und alleine die „Effekte“ sind eine Frechheit. Ein schwaches Drehbuch, schlechte Darsteller und eine komplett nichtssagende Inszenierung runden das passend ab. Dann doch lieber noch mal die 90er Fernsehserie „Gänsehaut“ anschauen, denn die war wenigstens noch ansatzweise gruselig und bot mehr Kreativität!
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Zensur

 
 
 
„Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ feierte in Deutschland seine Premiere im TV und wurde dort ungeschitten gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und FSK12.
 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Phantom Town; Kanada | USA | Rumänien 1999

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Grusel

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 11.06.2021

 
 

Phantom Town – Spukstadt des Schreckens [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gänsehaut (2015)
 
R.L. Stine – Geisterstadt: Kabinett des Schreckens (2015)
 
Gänsehaut – Die Stunde der Geister (1995)

Filmkritik: „Rock’n’Roll Nightmare“ (1987)

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ROCK’N’ROLL NIGHTMARE

(IM ANGESICHT DER HÖLLE | THE EDGE OF HELL)

Story

 
 
 
Wenn eine Heavy-Metal-Band den Kampf mit dem Teufel höchstpersönlich antreten muss, dann ist großes Trash-Kino nahezu vorprogrammiert.

 
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Kritik

 
 
Ja, der ewige Kampf gegen das Böse wird nicht einfach nur von Normalos ausgetragen. Gerade der Metal eignet sich doch perfekt dem Teufel den Kampf anzusagen, selbst wenn dieser von gewissen Spielarten ja eher verehrt wird. Das macht aber nichts, denn „Rock’n’Roll Nightmare“ ergibt sowieso überhaupt keinen Sinn. Der Film ist ein Fest des schlechten Geschmacks und bietet ein Finale, welches man schlichtweg nie mehr vergessen wird. Davor herrscht jedoch viel zu lange Leerlauf und leider verhindert diese Tatsache das Trash-Highlight.
 
 
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Eine Heavy-Metal-Band zieht für ein paar Tage aufs Land in ein abgelegenes Haus, um Material für eine neue Platte zu sammeln. Hier draußen ohne Ablenkung erhofft man sich, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Aus dem Plan wird jedoch nichts, denn dämonische Mächte herrschen im Haus und überfallen die Band-Mitglieder mit ihren Freundinnen. Nur Triton selbst, der Frontmann der Gruppe, scheint dagegen gewappnet zu sein. Das Drehbuch ist großer Blödsinn und kommt ohne Sinn und Verstand daher. Fühlt man sich anfangs noch wie in einer weitaus billigeren Variante von „Evil Dead“, schießt spätestens der finale Twist den Vogel vollends ab. An sich ist die Idee alleine ja ganz nett, in ihrer Umsetzung jedoch haarsträubend und dermaßen unlogisch, dass eine Flasche Whiskey auf Ex nicht mehr Hirnschäden anrichten könnte.
 
 
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Jon Mikl Thor zeigte sich für die dämliche Geschichte selbst verantwortlich, scheint aber sowieso auf einem Ego-Trip gewesen zu sein, als „Rock’n’Roll Nightmare“ entstand. Der Mann war mal erfolgreicher Bodybuilder und ist zudem auch im wahren Leben Frontmann einer Heavy-Metal-Band namens „Thor“. Also muss man doch auch als Darsteller wahrgenommen werden. Als solcher ist Thor an unfreiwilliger Komik kaum zu überbieten. Gibt er sich lange Zeit noch relativ normal und fällt damit wenig auf, zieht er im Finale dermaßen übertriebene Grimassen, dass man geneigt ist dem Mann Hilfe zu wünschen. Die anderen „Darsteller“ machen es allerdings keinen Deut besser. Hier sind fast alle Laien, die danach kaum noch etwas mit dem Film-Business zu tun hatten. Dementsprechend darf man sich ihre Leistungen vorstellen, die plump und hölzern geraten sind. Von einer Figurenzeichnung braucht man gar nicht erst anfangen. Thor stellt sich selbst als grandios dar, alle anderen Charaktere könnten belangloser gar nicht sein.
 
 
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Für die Musik sorgte Thor natürlich ebenfalls selbst. Das ist simpler Heavy Metal mit Glam-Ansätzen, wie man ihn in den 80er Jahren haufenweise serviert bekam. Etwas Besonderes stellt diese Musik nicht dar, wenn man solcher jedoch nicht abgeneigt ist, kann man sie sich schon anhören. Recht präsent ist sie jedenfalls. Wenn die „Darsteller“ dann allerdings live performen, sieht das so künstlich aus, dass jede Darbietung einer Luft-Gitarre echteres Feeling aufkommen lässt. Sowieso muss man auf eine ansprechende Atmosphäre zu lange warten. Regisseur John Fasano, der im selben Jahr den schlechten „Zombie Nightmare“ realisierte, fällt da in der Inszenierung einfach nicht viel ein. Die handwerkliche Arbeit ist jedenfalls wenig zu gebrauchen und die Kulissen sehen sehr einfallslos aus.
 
 
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Sowieso bieten die 80 Minuten Laufzeit ungefähr eine Stunde Leerlauf. Ist man bei der Hütte angekommen, gibt es belanglose und überhaupt nicht passende Sex-Szenen zu sehen. Für nackte Haut ist somit zwar gesorgt, unterhaltsam ist das jedoch nicht. Die Dialoge sind dumm und es geschieht einfach viel zu wenig. Ab und zu schaut mal eine Handpuppe mit Peniskopf vorbei, doch solch skurrile Momente sind sehr rar gesät, weshalb Langeweile aufkommt. Der Trash-Fan muss für die volle Dröhnung schon auf das Finale mit seinem unsagbar dämlichen Twist warten. Wenn dieses erreicht ist, macht „Rock’n’Roll Nightmare“ plötzlich allerdings so viel Spaß, dass es schon schade ist, dass er dies zuvor nicht getan hat. Es ist einfach der pure Wahnsinn, wie schlecht der Showdown gemacht wurde und wie unfreiwillig komisch das Ganze wirkt. Von den „Effekten“ will ich gar nicht erst anfangen. Alleine dafür lohnt sich die Sichtung dann eben doch.

 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Rock’n’Roll Nightmare“ ist wirklich so schlecht, dass er fast schon wieder gut ist und Trash-Fans sollten das nicht verpasst haben. Leider ist in der ersten Hälfte zu wenig los und hier kommen deutlich zu viele Längen auf. Viel nackte Haut ändert daran nichts. Auf seine Kosten kommt man erst im Finale, dann aber richtig. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben! Die Story ist dämlich und die Wendung am Ende könnte unlogischer kaum sein. Dazu gibt es Laiendarsteller zu sehen und eine handwerklich unterdurchschnittliche Arbeit. Die Atmosphäre ist lächerlich und bietet gerade am Ende viel unfreiwillige Komik, weil sich „Rock’n’Roll Nightmare“ scheinbar selbst auch noch ganz schön ernst nimmt. Immerhin gibt es passable Musik zu hören und die „Effekte“ sollten ein Lächeln auf das Gesicht eines jeden Trash-Fans zaubern. Wäre die Party des schlechten Geschmacks schon mal früher in die Gänge gekommen, hätte das hier das Zeug für den ultimativen Trash-Tip gehabt, so bleiben leider nur 20 phänomenale Minuten!
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Zensur

 
 
 
„Rock’n’Roll Nightmare“ erschien in Deutschland ungeschnitten auf VHS. Kurze Zeit später wurde der Streifen von der BPjS indiziert. Die Indizierung hielt 25 Jahre an. 2013 erfolgte die Listenstreichung. Seitdem wurde „Rock’n’Roll Nightmare“ bereits mehrfach auf DVD veröffentlicht. Auch die beiden im Jahr 2022 veröffentlichten KeepCase-Auflagen des Streifens aus dem Hause „Mr. Banker Films“ sind uncut und FSK18. Bleibt abzuwarten, wenn endliche eine HD-Auswertung erfolgt.
 
 
 


 
 
 

ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover A / auf 500 Stück limitiert)

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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – Cover B / auf 500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rock ’n‘ Roll Nightmare; Kanada 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: keine

Bild: 1,78:1

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Alter deutscher Videotrailer ca. 3 Minuten

Release-Termin: KeepCases: 28.01.2022

 
 

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ROCK’N’ROLL NIGHTMARE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freakshow (1988)
 
Studio 666 (2022)
 
Evil Dead (2013)
 
Deathgasm (2015)
 

Filmkritik: „Night Eyes“ (1982)

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NIGHT EYES

(DEADLY EYES)

Story

 
 
 
Ein verehrter Basketballcoach und eine bissige Gesundheitsinspektorin sehen sich mit ignoranten Vorgesetzten und hundsgroßen Ratten konfrontiert.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Kritik

 
 
Als der britische Horrorautor James Herbert 1974 sein drastisches, man könnte schon sagen Proto-Splatterpunk-Romandebüt „The Rats“ auf die Menschheit losließ, war der Skandal groß: Blutige Verstümmelungen durch hundsgroße Ratten, die sich hemmungslos über die finanziell schwächer gestellte Population Londons hermachen, eine Regierung die viel zu wenig unternimmt, es kommt zum Debakel. Trotz sozialkritischer Note wurde der Roman vorallem beim jüngeren Publikum durch seine reißerischen Gewaltszenen zum Hit, acht Jahre später dann folgte die in Kanada produzierte, in Toronto gedrehte Filmadaption unter der Fittiche von „Game of Death“ bzw. später „Gymkata“-Regisseur Robert Clouse, der einige Jahre vorher bereits den Hunde-Horrorfilm „The Pack“ gedreht hatte. Durch die Deterritorialisierung der Geschichte in die unbekannte, – da nie im Film verortete oder angesprochene – Großstadt, ein schwaches Script bar jeder Sozialkritik, entschärfte Gewaltszenen und wenig beeindruckende Ratten war Herbert selber seinerzeit nicht gerade angetan von diesen 87 Minuten Tierhorror – doch wie sieht es 40 Jahre später als Genrefan aus?
 
 
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Zuerst einmal sei die technische Auswertung des neuen Mediabooks aufgeführt, die auf der einen Seite zwar mit meist scharfen Bildern und satten Farben punkten kann, dafür aber erhebliche Soundprobleme mit schwankenden Lautstärken oder schlichtweg unverständlichen Dialogfetzen aufweist, im Originalton zumindest. Das Booklet ist höchst informativ und lesenswert ausgefallen, auch die umrandenden Stills gefallen, dafür ist das Menü wieder absolut lieblos und erinnert an Red Edition-DVD-Zeiten. So lobenswert die generelle Verfügbarkeit solcher alten B-Movies also auch ist, dieses Vollpreis-Mediabook ohne Untertitel ist mal wieder eine gemischte Tüte. Der Film selber beginnt mit herrlicher 80s-Studentenmode und einem Univortrag über Ratten, in denen natürlich auf ihre Funktion als Spiegel für den Menschen hingewiesen wird, da ihr Vorkommen Hand in Hand mit verdreckten Umgebungen und Müllhaufen einhergeht. Derlei an Ökohorror erinnernde Ansätze gehen im weiteren Script allerdings ziemlich sang- und klanglos unter, da der Film diese Ambitionen überhaupt nicht hat. Nachdem eine junge Blondine etwas mit ihrem Dozenten flirtet, geht es auch schon direkt um eine abgelaufene Maislieferung, die als „health hazard“ eingestuft wird und vernichtet gehört – zu spät ist es da allerdings schon für die lokale Hafenrattenpopulation, die sich an Steroiden, genmanipulierten Maiskörnern oder sonstwas kräftig gefuttert hat, und sich nun direkt zu Beginn als recht peinliche Gummipuppenarmee entblößt, die – mit unangenehm laut und schrill abgemischten Sounds – einer Katze auflauert.
 
 
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Die eine hübsche Einstellung des Films ist dann die eines Tunnels mit Gegenlicht, durch den ein Jeep fährt – erzählt nichts, sieht aber gut aus. Im Scheinwerferlicht des dunklen Tunnels schreit eine auffallend hässliche Rattenpuppe, ernst zu nehmen ist das nicht, aber die Hoffnung auf ein charmant-trashiges Creature-Feature stirbt zuletzt. Der Soundtrack trägt jedenfalls zur Unterhaltung und Verwirrung bei, mischt er doch nach wenigen Minuten bereits erhebende, mystische und quietschende Sounds, Trompeten, Klaviere, Geigen und Synthesizer wild durcheinander. Derweil schwärmt unsere unsympathische junge Dame ihrer Freundin davon vor, wie viel besser ihr Dozent Paul Harris – gespielt von Sam Groom, den man allenfalls aus „Deadly Games“ kennen könnte – doch wäre, als ihr Freund Matt; stößt dabei allerdings auf sehr wenig Verständnis: „You got your own car, you’re cheerleader, what more do you want?“.
 
 
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Ähnlich (un)freiwillig komisch wird es, wenn zur Abwechslung mal ein paar echte Ratten gezeigt werden, wie sie einfach nur rumsitzen, aber schrille Synthies blanken Horror implizieren sollen – die machen doch gar nichts, lass sie doch rumquietschen. Die junge Liz passt auf Baby Caroline auf, weshalb sie die befreundete Gruppe hungriger Studenten alleine losziehen lässt, um aufzupassen. Zu einem entspannten Hintergrundsong wird noch gelacht und sich verabschiedet, dann setzt auch schon ein wildes Klavier ein, blutige Tatzen werden gefunden, ein grelles Schreien, Reißzoom, Feierabend. „One of these days you’re gonna get that sweet ass of yours nailed to the wall, hehe!“, lacht der sexistische Vorgesetzte unserer zweiten Protagonistin, der Gesundheitsinspektorin Kelly Leonard, gespielt von Sara Botsford – die man in „Tremors 4“ oder dem Whoopi Goldberg-Vehikel „Jumpin‘ Jack Flash“ schonmal gesehen haben könnte. Für die richtige und wichtige Anweisung zur Zerstörung der abgelaufenen oder kontaminierten Ware soll sie sich nun tatsächlich beim Bürgermeister entschuldigen, was sie aber natürlich nicht einsieht.
 
 
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Die letzte storytechnische Hürde bzw. ausstehende Exposition vor dem regelmäßigen Auftreten der Nager, so sollte man meinen, ist nun noch der ganze Untreue/Dozentenplot – nachdem sie die verzweifelten Klärungsversuche ihres Freundes nämlich abblockt, macht sich die junge Frau direkt schamlos an ihren Dozenten ran, wird aber selber zurückgewiesen. Paul, der seine Moral quasi bewiesen hat, wandelt sich in diesem Moment vom Love Interest zum Hauptprotagonisten, während Kelly derweil einem Pest Control-Mitarbeiter – gespielt von niemand geringerem als Schauspiellegende Scatman Crothers (The Shining, One flew over the cuckoo’s nest etc.) – die undankbare Aufgabe erteilt, alleine nach Ratten in den Abwasserkanälen der Stadt zu suchen. Und die Ratten selber? Nun, nachdem man bisher in erster Linie Gummipuppen und einzelne Shots echter Ratten begutachten durfte, offenbart sich die Hauptinszenierung der felligen Viecher nun tatsächlich als ziemlich originell und possierlich, da man sich hier dazu entschieden hat die Ratten, die im Roman ja so groß werden wie Hunde, einfach von Hunden in Rattenkostümens spielen zu lassen. Das sieht natürlich unnatürlich aus, nimmt jede Chance auf Nahaufnehmen oder realistische Bewegungen und fliegt bei jeder etwas zu langen Aufnahme auch spätestens auf, lieber als CGI-Rattenschwärme wie bei „Junkyard Rat Train“ ist mir das allerdings schon. Und so rennen also zahlreiche Dackel und Terrier durch die teils unterbelichteten Gänge und einzig das omnipräsente Quieken vom Band sowie die Umgebung erinnern daran, dass es sich hier noch um Ratten handeln soll.
 
 
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Doch so spaßig und kauzig der fluchende Scatman Crothers auch ist, so witzig-unbedarft und trashig teilweise das Schauspiel von Sam Groom oder einigen Nebendarstellern, so süß die Hunde im Rattenanzug teils auch sind, nach rund 50 Minuten verringert sich das breite Grinsen dann doch in ein müdes Lächeln. Sympathisch und interessant erzählt finde ich es auch, dass unser Protagonistengespann erst nach knapp einer Stunde zusammen findet, den Fall ernst nimmt und versucht etwas zu unternehmen, während wir vorher noch beiden unabhängig gefolgt sind, als Teil von mehreren möglicherweise wichtigen Charakteren. Auch wenn ich nicht die Art Fan bin, die vor Ungeduld an die Decke steigt wenn nur noch 30 Minuten Film fehlen und die Zeit gerade verliebt, händchenhaltend, sich im Park küssend und mit kitschiger Musik verbracht wird, so könnten inzwischen wirklich mal die titelgebenden Ratten aus der Dunkelheit das Ruder übernehmen. Zumal die Einstellungen von u.a. „Rabid“, „Death Ship“ und „Visiting Hours“-Cinematograph René Verzier zu selten in Erinnerung bleiben, als dass man sich auf ihnen ausruhen könnte.
 
 
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Hässliche Innenausstattung, eine gruselige Puppensammlung im Hintergrund, eine zu zähe Sexszene mit Nippelleck-Einstellungen in bester Softporno-Manier und ein immer wieder rauschendes Mikro – man muss sich seinen Unterhaltungsfaktor in diesen Momenten schon selber zusammensuchen, aber aktiv nervig wird es immerhin auch nicht. Nachdem die Theorie mit den großgewachsenen Riesenratten auch endlich mal angekommen ist und eine absolute Blitzbirne von Rattenprofi erst meint, dass man eine Rattenpopulation immer nur kontrollieren, nie aber zerstören könnte; gefolgt von der Aussage dass die beiden kein Problem damit haben sollten, die Viecher auszulöschen, näheren wir uns dann auch endlich in großen Schritten dem letzten Akt. Dass unsere notgeile Studentin sich wirklich noch ungefragt und gegen Pauls Willen in sein Bett legen muss, um seine mögliche Beziehung maximal zu sabotieren ist noch ein weiteres trauriges Highlight dieses Nebenplots, wobei sämtliches Mitleid für diese missliche Lage dann verschwindet, wenn er selber nichts bis auf „I didn’t know you were here“ entgegen zu setzen hat, was der Situation überhaupt nicht dienlich ist. Nichtsdestotrotz juckt mich dieser ganze Eifersuchts/Untreue-Plot rund um Paul als Dozent, Vater und Liebhaber deutlich mehr, als der um die Ratten.
 
 
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Etwas Quietsch, etwas Klavier und finalement wird die neue U-Bahn eröffnet, natürlich mit Kelly, Sohnemann, dem Bürgermeister, etlichen Zivilisten und einer Horde hungriger Ratten am Start. Während einer Kinovorstellung von „Enter the Dragon“ (Ha-Ha) gibt es den ersten Angriff zu bewundern, hier noch mit vielen Kreischerei und schleimigen Bluteffekten, aber ohne wirklichen Splatter, fürs eigentliche Finale im U-Bahn-Schacht allerdings hat man sich nicht lumpen lassen und spendiert einige nette Fressszenen, zerstochene Ratten oder leicht splattrige Einstellungen, die in der Tat den gesuchten, trashigen-charmanten Spaßfaktor verbreiten. Vor einem Baby wurde keinen Halt gemacht, die Eigenschaften der Charaktere sind den Ratten egal, weshalb es keine Moral oder ausgleichende Gerechtigkeit für irgendjemanden gibt – ein paar zynische Spitzen oder leicht ruppige Momente sind hier schon zu finden. Doch so aussichtslos, fies und das Original noch übertreffend wie ganz am Ende, ging es in „Night Eyes“ dann doch nie zu und immerhin dafür gilt es kurz vor den Credits noch einmal etwas Respekt zu zollen.
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Zäher, gemächlicher und nie wirklich bedrohlicher Tierhorror-Film ohne den Mehrwert der Vorlage, der sich dafür aber recht interessant und unüblich erzählt. Als Genrefan kann man bedenkenlos einen Blick wagen, sollte aber keinen Hit erwarten.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Zensur

 
 
 
„Night Eyes“ ertschien in Deutschland nur geschnitten ab 16 Jahren im Kino, auf VHS sowie im TV. Ob die damalige DVD-Auflage geschnitten war, ist unbekannt. Die aktuell auf Blu-ray und DVD erhältliche Fassung im Mediabook und im KeepCase ist komplett. Die drei Mediabooks und die KeepCase-Auflage sind auf jeweils 500 Stück limitiert. Auf dem Cover ist noch der alte FSK18-Stempel zu sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deadly Eyes; Kanada 1982

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase

Extras: Trailer, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: Mediabook Cover A + B: 03.12.2021 | Mediabook Cover C: 18.02.2022 | KeepCase: 10.03.2022

 

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NIGHT EYES – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Insel der Ungeheuer (1976)
 
Die Stunde der Ratte (1989)
 
Ratten 2 – Sie kommen wieder! (2004)
 

Filmkritik: „Hellbender – Growing Up Is Hell“ (2021)

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HELLBENDER – GROWING UP IS HELL

(HELLBENDER)

Story

 
 
 
Teenagerin Izzy lebt mit ihrer Mutter zurückgezogen in den Wäldern, da sie angeblich todkrank und ansteckend ist. Als sie eines Tages das erste Mal auf eine andere junge Frau trifft, häufen sich die merkwürdigen Vorfälle und dunklen Vorahnungen…
 
 
 


 
 
 

HELLBENDER – Kritik

 
 
„Wonder Wheel Productions“ ist der Name der US-amerikanischen Produktionsfirma der Familie Adams, bestehend aus Toby Poser, Ehemann John Adams und ihren Töchtern Zelda und Lulu. Zusammen drehen die vier seit mittlerweile einer Dekade unabhängige Spielfilme, die von Titel zu Titel wohl größer und bekannter geworden sind und stets auch im Script Themen wie Familiendrama oder -zusammenhalt behandeln. Nach „Rumblestrips“, „Halfway to Zen“, „The Shoot“, „Knuckle Jack“ und dem sogar von Arrow Video releasten „The Deeper You Dig“ wurde mit „Hellbender“ nun auch endlich ein Titel der von Indiefans hoch gelobten Familienschmiede in Deutschland veröffentlicht.
 
 
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Stöhnende, rasselnde Geräusche zu rot schimmernden Leichenresten auf einem Waldboden, danach sehen wir eine ältere Dame mit blutverschmiertem Mund. Eine Gruppe verkutteter Frauen inszeniert die rituelle Hängung einer vermummten Person, diese fliegt nach ihrem Ableben mittels mediokrer CGI-Effekten brennend in die Luft – unerwartet, aber auch leicht trashig. „HELLBENDER“ prankt es auf der Titlecard und „Women!“ ist jetzt erst einmal der einzige Songext, den das Mutter-und-Tochter-Gespann zu krachenden E-Gitarren als Band performen. Im eigenen Wohnzimmer spielend, auf Deutsch die Takte anzählend und mit an Metalbands erinnernder Gesichtsbemalung kostümiert, schafft der Film es in seinem fast schon hyperrealistisch hochaufgelöstem Look innerhalb weniger Minuten einiges an Charakter und Flair zu verbreiten, wodurch man die liebende, aber isolierte Existenz von Izzy (Zelda Adams) und ihrer Mutter (Toby Poser) schnell abkauft.
 
 

„I’m on my way to hunt you down.“

 
 
Ein mystischer, langsamer, atmosphärischer Folk-Song läuft während Izzy erfährt, dass sie nicht mit in die weit entfernte Stadt fahren darf, aus Sicherheitsgründen natürlich; vom Einkauf mitgebracht wird eine mysteriöse schwarze Krone, mit der auch gleich lachend posiert wird. Doch dass wir es hier nicht mit einer „Verfluchtes Objekt zerstört Familienidyll“-Geschichte zu tun haben, stellt diese kurzweilige Genreproduktion alsbald in einer verheißungsvollen Szene klar, in der Izzys Mutter zu kreischenden Sirenen aus Stöcken, Spucke und zerkauten Beeren ein okkultes Symbol bastelt, welches daraufhin zu schweren Seufzern in den Himmel zu steigen scheint. Durch exzellentes Framing, unter die Haut gehendes Sounddesign und eine posterreife Cinematographie werden solche, inhaltlich aber auch nie zu ausgelutschten Szenen, massiv aufgewertet.
 
 
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Die nächsten Bröckchen Information über unsere Protagonistinnen sind die, dass Izzy natürlich ausschließlich daheim Unterricht von ihrer Mutter erhält und somit keine Schule besucht oder je soziale Kontakte knüpfen durfte, sowie die, dass zu Hause wohl nur Beeren, Tannenzapfen, Wurzeln und dergleichen auf dem Speiseplan stehen. Und wenn Izzys Mutter nicht gerade flüsternd ominöse, geisterhafte Rituale auf der Treppe vollführt, achtet sie mit wachem Auge darauf, dass auch kein im Wald verlorener Wanderer zufällig auf ihre Tochter trifft. Den entscheidenden Schritt raus aus der Überwachung und Isolation, hinein in die Unabhängigkeit und das soziale Leben ist es nun, den Izzy, mit einem Fernglas bewaffnet und heimlich im Wald unterwegs, wagen will – und ich bin nach knapp 20 Minuten schon absolut hooked.
 
 

„You wanna beer, neighbor?“

 
 
Nach kurzer Zeit ist ihr Unterfangen von Erfolg gekrönt und sie trifft auf die ähnlich junge Amber, mit der das Eis trotz aller Ungewohntheit der Situation recht schnell gebrochen wird – doch der augenscheinlichen Normalität werden sogleich Einstellungen der Mutter entgegengesetzt, die einen Schlüssel aus ihrer rechten Hand zieht und dann ein schwarzes Buch berührt. Und somit werden das harmlose Planschen und Kichern des Nachwuchs also mit psychdelisch bunten Horrortripvisionen konterkariert, das unschuldige Trinken des ersten Biers mit sich alptraumhaft verformenden Gesichtern, das kathartische Kennenlernen einer anderen Person mit gruselig-dämonischen Lachern – und ich fühle mich verstanden, an dekadealten Horror erinnert, grinse breit.
 
 
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Ein herrlich drückender Track mit räudiger Bassgitarre läuft, nach dem gelungenen Nachmittag wird Izzy auch zugleich eingeladen, am nächsten Tag zu einer kleinen Party wieder zu kommen. Und da die „tödliche, ansteckende Krankheit“, die Izzy laut ihrer Mutter angeblich hat, beim letzten Treffen ja auch nichts gemacht hat, wieso nicht die Chance zur Sozialisierung nutzen? Eine knappe halbe Stunde dieses knackigen 80-Minüters ist schon vergangen, ein Großteil der Exposition durch und zack kommt auch schon das auslösende Moment, der storytriggernde Vorfall, der kleine Haken an der Geschichte. Denn gerade als unsere Protagonistin mit ihren Schlagzeugskills die Gruppe begeistern und Anschluß finden konnte, fällt auf dass das edle Anwesen keinesfalls Amber oder ihrer Familie gehört – und, mehr noch, dass sie den letzten Kurzen vielleicht doch nicht hätte trinken sollen. Bald schon sehen sich Izzy sowie der Zuschauer mit einem omnipräsenten Flüstern in fremden Sprachen konfrontiert, während der Genrefan sich auf weitere unheilvolle Visionen freuen darf.
 
 

„Magic comes from the fear, the fear of death…“

 
 
War man in den letzten Jahren im Horrorgenre unterwegs, könnte man schon fast sagen dass selbst so eine spezifisch klingende Unterkategorie wie „Feministisch angehauchter Coming-of-Age-Horror“ sein eigenes Genre geworden ist, haben sich doch etliche Regisseure/innen mit diesem, oder einem sehr ähnlichen Thema beschäftigt, spezifisch mit der Verquickung von Body Horror, Unsicherheitsängsten des Erwachsenwerdens und anti-patriarchischer Weltsicht. Mit einem überschaubaren Budget ausgestattet, dem Titel nach recht generisch und durch sein wäldliches Setting jetzt auch nicht sonderlich hervorstechend, sollte „Hellbender“ demnach also auch wirklich nicht der Rede wert sein, eine achselzuckende, vielleicht einmalig sehenswerte, durchschnittliche Genreerfahrung darstellen. Doch über jegliches rein technisches Lob hinaus wurde hier mit viel Herzblut, Charme, Mut und Kreativität ein ziemlich ambitioniertes, teils bemerkenswert aussehendes, authentisch gespieltes, kurzweiliges Stück Horrorkino geschaffen, das man als Fan definitiv mal auschecken sollte.
 
 
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Steht das semioriginelle, dafür aber wunderbar griffig inszenierte Hauptkonzept nach etwa der Hälfte des Films nämlich, zieht es sich um die 50-Minuten-Marke herum zwar erstmalig ganz leicht, dafür hat man hier aber auch seinen Tritt gefunden: Fortan wird nämlich ganz bewusst die Balance gehalten zwischen leicht trashigen, merkwürdigen Ideen der Marke „Hasenmasketragender Mönch vor CGI-Feuer“ und bemerkenswert ästhetisch eingefangenen, leicht schwarzhumorigen und absolut ernst zu nehmenden Mutter-Tochter-Szenen. Und als sei das auch noch nicht genug, gibt es eine logisch erscheinende, überzeugend inszenierte und befriedigende Idee zum Okkultismus noch dazu, inklusive verdammt cooler Hintergrundgeschichte und sympathischer Drogentripszene. Dass selbst das ruppige, erstmalig richtig drastisch-brutale Finale mit seinen flirrenden Störfrequenzen, bunt flickernden Visionen, fleischigen Gedärmgängen und immer wieder verdammt überzeugenden Jungdarstellerinnenperformances nicht enttäuscht, ist da wirklich nur die Kirsche obendrauf.
 
 


 
 
 

HELLBENDER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Überraschend professionell inszenierter, betörend gedrehter, trotzdem punkrockigen Indie-Flair verbreitender Coming-of-Age-Horrorfilm mit einer großartigen Hauptdarstellerin und atmosphärischen Klängen, dessen teils sehr durchwachsenes CGI sich nur leider selbst im Weg steht. Sympathisch, kurzweilig, teils gar originell und sehenswert, trotz kleiner Schwächen.
 
 
 


 
 
 

HELLBENDER – Zensur

 
 
 
„Hellbender – Growing Up Is Hell“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen einiger von der FSK höher eingestufter Trailer auf der Heimkinoscheibe ist selbige aber erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

HELLBENDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hellbender; USA 2021

Genre: Drama, Mystery, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film: FSK16 | Blu-ray wegen höher eingestuftem Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 29.04.2022

 

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HELLBENDER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raw (2016)
 
The Devil’s Candy (2015)
 
Deathgasm (2015)
 

Filmkritik: „The Retaliators“ (2021)

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THE RETALIATORS

Story

 
 
 
Als die Tochter eines Pastors brutal ermordet wird, dürstet es dem Mann Gottes nach Rache und diese führt noch in viel finstere Gefilde, als er sich vorstellen kann.
 
 
 


 
 
 

THE RETALIATORS – Kritik

 
 
 
Metal bzw. Hard Rock und Horrorfilme gehen schon gerne mal Hand in Hand, haben aber vor allen Dingen in jüngster Vergangenheit immer mal wieder eine schöne Symbiose erfahren dürfen. Bei „The Retaliators“ geht es zwar thematisch überhaupt nicht um Musik, doch da der Film von Better Noise Films produziert wurde, die auch das Label Better Noise Music führen, bekommt man hier einen umfangreichen Soundtrack zu hören und zudem treten einige Herrschaften des Alternative Metals oder auch des Hard Rocks auf. Ob das alleine jedoch für einen guten Film ausreicht?
 
 
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Mitnichten! Schon beim Drehbuch fangen die Probleme an, denn „The Retaliators“ wurde ganz schön durchwachsen geschrieben. So ist bereits der Einstieg holprig geraten. Nachdem einem kurz klar gemacht wurde, dass da eine große Gefahr lauert, beginnt die Einleitung mit Vater und Töchtern. Hier verschwendet man allerdings seine Zeit, denn eine echte Beziehung ist für den Zuschauer niemals greifbar und die Szenen besitzen keine Wirkung. Auch der lange Dialog bei einem Drogendealer wirkt gänzlich austauschbar. In der ersten Hälfte häuft sich die Frage, was das Ganze denn eigentlich soll und es dauert wirklich zu lange, bis die ziemlich simple Story mal auf den Punkt kommt. Sobald sich das Geheimnis jedoch lüftet und man das erzählerische Experimentieren hinter sich lässt, kann „The Retaliators“ deutlich mehr punkten. In der zweiten Hälfte wirkt das wie eine Mischung aus „7 Days“ und „Haus der Vergessenen“. Glaubwürdig ist das alles nicht, reichlich übertrieben dafür allemal und so richtig originell will der Mix leider nicht wirken. Dafür muss man der Geschichte jedoch lassen, dass sie anfangs nicht zu vorhersehbar ist.
 
 
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Darstellerische Höchstleistungen sollte nun ebenfalls niemand erwarten, wobei der Film trotzdem ganz solide gespielt wird und mit einigen bekannten Namen aufwartet. Bekannt natürlich nur dann, wenn man gerne moderne Metal-Acts wie „Five Finger Death Punch“ oder „Papa Roach“ hört. So sind z.B. Ivan Moody, Zoltan Bathory und Jacoby Shaddix zu sehen. Aber auch Tommy Lee (Mötley Crüe) schaut mal vorbei. Das sind alles eher kleinere Rollen in denen nicht viel geschauspielert werden muss, die aber auch keineswegs fehlplatziert wirken. Die Arbeit der „echten“ Darsteller übernehmen dann Michael Lombardi (etwas fehlbesetzt), Marc Menchaca (reichlich düster) und Joseph Gatt (was für ein Tier!). Dies machen sie insgesamt brauchbar und dass die ganzen Typen nicht markant wären, kann man nun wirklich nicht behaupten. In einer winzig kleinen Rolle ist sogar Robert Knepper zu sehen. Die Figurenzeichnung bleibt allerdings höchst platt und legt es nicht gerade darauf an glaubwürdig zu wirken. Hier ist alles konstruiert und künstlich.
 
 
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Diese Tatsache stellt der Machart ab und zu ein Bein, denn lange Zeit kann sich „The Retaliators“ nicht so richtig entscheiden, was er eigentlich darstellen möchte. So wirkt er anfangs wie ein langweiliges Drama und mutiert dann zu einer Art düsterem Thriller. Gerade in diesem mittleren Teil wäre es wichtig gewesen, dass die Charaktere organisch wirken, was eben leider nicht der Fall ist. So verpufft hier auch die wohl gewünschte Wirkung. Sobald sich der Film dann aber auf das besinnt, was er im Endeffekt wohl am ehesten sein möchte, nämlich knallharter Horror, wird es schlagartig besser. Die letzte halbe Stunde ist schon ein Highlight. Hier gibt es viel Action und brachialen Splatter zu betrachten. Harmlos ist das nun echt nicht und die Effekte stammen überwiegend von Hand, was schön anzusehen ist. Dass der Soundtrack aus viel härterem Rock besteht, passt bei der Besetzung und dem Label natürlich und war zu erwarten.
 
 
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Hier besitzt „The Retaliators“ auch immer ein wenig Videoclip-Ästhetik, was nicht verwunderlich ist, denn das Regie-Duo Samuel Gonzalez Jr. und Bridget Smith haben auch beide schon Musikvideos gedreht. Aber neben einigen Kurzfilmen auch bereits ein paar Filme. Eine gewisse Erfahrung sieht man dem Resultat durchaus an. Optisch ist das alles schon ansprechend gestaltet. Wenn die harten Rocker sich in Nacht-Clubs aufhalten, die Musik dazu laut dröhnt, ist das zwar nichts, was man optisch nicht bereits kennt, seine Wirkung erzielt das aber dennoch. Sowieso kann man der Inszenierung kaum Vorwürfe machen. Am ehesten den, dass man hier etwas unentschlossen war, ob man es nun ruhig und nachdenklich oder doch möglichst laut und hektisch gestalten will. So ist jedoch immerhin für Abwechslung gesorgt, die sich auch durch die gesamte Atmosphäre zieht. Was in einem Moment nämlich noch düster und leise erscheint, ist im nächsten schon total chaotisch und schrill.

 
 


 
 
 

THE RETALIATORS – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Retaliators“ besitzt genauso viel Licht, wie auch Schatten. Zu den Schattenseiten gehört auf jeden Fall das durchwachsene Drehbuch, welches gerade die Einleitung ganz schön versemmelt und viel zu lange nicht richtig auf den Punkt kommen will. Dafür kann sich die handwerkliche Arbeit sehen lassen und die Inszenierung bereitet einige hübsche Szenen auf. Die Darsteller werden nicht unbedingt gefordert, machen ihre Sache jedoch brauchbar und es macht schon Spaß, dass der Film stark in der Metal/Hard-Rock-Welt verankert ist. Leider ist die Figurenzeichnung ziemlich schwach geraten und man kauft hier niemanden seine Rolle so richtig ab. Entschädigung gibt es dafür vor allen Dingen im starken Finale, in dem es richtig krachen darf. Hier löst sich „The Retaliators“ von seiner Unentschlossenheit und bietet ein schönes Splatter-Fest. Ist die etwas wirre und unnötige erste Hälfte also erst mal überstanden, macht der Film letztendlich doch noch Spaß
 
 
 


 
 
 

THE RETALIATORS – Zensur

 
 
 
„The Retaliators“ ist alles andere als harmlos. Zwar wird nicht jede Gewalt-Szene explizit gezeigt, doch gerade im Finale splattert es gewaltig. Außerdem bekommen Filme mit Selbstjustiz-Thematik in Deutschland sowieso gerne höhere Freigaben. WSollte es „The Retaliators“ ungekürzt nach Deutschland schaffen, wird der Streifen einen roten Sticker erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE RETALIATORS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Better Noise Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Haus der Vergessenen (1991)
 
7 Days (2010)