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Filmkritik: „Stephen Kings Stark“ (1993)


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK

(THE DARK HALF)

Story

 
 
 

Schöngeist Thad Beaumont verfasst Horror-Romane, deren blutrünstigste niedergeschriebene Aussetzer er unter dem Nome de plume George Stark veröffentlicht. Als ein schmieriger Neider Beaumont erpressen will, es geht um die Enttarnung des Pseudonyms, werfen wir einen Blick in die sonderbare medizinische Vergangenheit des ach so harmlosen Autoren und werden Zeugen einer gänzlich andersartigen Manifestation des Unholds Mr. Stark.

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Kritik

 
 
 
Als erstes ist STARK, das sieht der sprichwörtliche Blinde mit dem Krückstock, Stephen Kings Variation einer der bekanntesten Horrorliteratur-Ideen überhaupt: Der böse Zwilling, der Doppelgänger, das andere Ich. Populärstes Exempel R.L. Stevensons Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Direkter Einfluss der Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Erfolgsgeschichte der Psychoanalyse Siegmund Freuds auf das Genre des Schauerromans. Unter dieser ersten, inhaltlichen Oberfläche bekommt es der Leser, hier besser gesagt und fortgesetzt: der Zuschauer, mit dem möglicherweise am stärksten autobiographisch gefärbten Stoff des Meisters aus Maine zu tun. Schreiben, Saufen, Schreiben, Saufen, Ohnmacht, Saufen, Schreiben. Heute weiß man, wie heftig die Todeskämpfe mit König Alkohol getobt haben müssen, der besonders in der ersten Lebenshälfte Kings mehr und mehr Kontrolle über seine Person und sein kreatives Ich gewinnen sollte. Mit ein paar Jahrzehnten Distanz spricht der im Zweifel wichtigste Horror-Romancier nicht nur der Gegenwart offen, ehrlich und sogar ironisch von jenen Jahren, in denen zwar unbestrittene Meisterwerke des Horrors wie CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER entstanden, über die er jedoch vom herbeigesoffenen Filmriss bedingt keinerlei Erinnerung besitzt. Man kann sagen, Stephen King sind die misslichen Abenteuer seines Buchhelden Beaumont mit dem hemmungslosen Herrn Stark nur all zu bekannt. So lohnt sich mehrfaches Beschäftigen mit STARK ungemein, möchte man nicht nur hervorragend unterhalten werden, sondern auch noch intime Einblicke ins Unterbewusstsein seines Schöpfers gewinnen. Hier können jetzt Beaumont und King gemeint sein. Viele Häute hat die Zwiebel.
 
 
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Der erst jüngst – das wisst Ihr natürlich – abgetretene George A. Romero war nicht nur selbst langjähriger guter Freund der Whiskeyflasche, er teilte den Rausch auch regelmäßig mit seinem Bruder im Geiste King. Bei den Dreharbeiten zu CREEPSHOW etwa, waren beide nur mit vier Promille an Bord. Trotzdem oder gerade deswegen brachte die hochprozentige Zusammenarbeit der beiden Ostküsten-Spritmeister immer wieder schöne Ergebnisse mit sich. STARK ist ein Höhepunkt. Er funktioniert als Horror-Reißer und unterhält wirklich ganz prächtig. Dazu ist er einer der stärksten Filme, die Kings real life diabolischer Zwilling George abseits seiner ersten „…OF THE DEAD“- Zombie-Kultwerke hinbekommen würde, machen wir uns da mal nichts vor. Bei aller Verbundenheit zu Einkaufszentren in Pittsburgh.
 
 
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STEPHEN KINGS STARK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Stephen Kings sehr persönlicher Stoff, verständnisvoll und doch effektiv von seinem echten Freund George A. Romero auf die Leinwand gebracht. Hier wurde tatsächlich mal alles richtig gemacht.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Zensur

 
 
 
STEPHEN KINGS STARK hatte es bisher in Deutschland nicht leicht. Wenige Monate nach der Veröffentlichung landete der Gruselstreifen im Jahr 1994 auf dem Index. Die Indizierung besteht bis heute. Neben der ungeschnittenen, indizierten Fassung wurde eine FSK-geprüfte Filmversion auf VHS veröffentlicht. Diese musste knapp sechs Minuten geschnitten werden, um eine Freigabe erhalten zu können. Im Jahr 2017 feierte der King-Klassiker seine HD-Premiere. OFDB FILMWORKS erwarb die Rechte und warf den Streifen in einer limitierten Sonderausgabe auf den Markt. Diese Filmversion ist ungeschnitten, ist aber wegen der Indizierung nur in einschlägigen Onlineshops erhältlich und darf nur an volljährige Filmfans verkauft werden. Weil sich Sehgewohnheiten geändert haben, ist die Indizierung jedoch ungerechtfertigt. Für heutige Verhältnisse befinden sich die Gewaltakte im Film aus FSK16-Niveau. Sollte die Indizierung irgendwann aufgehoben und STARK neu geprüft werden, ist eine Jugendfreigabe nicht unwahrscheinlich.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks (Digipack – Front)

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(c) OFDB Filmworks (Digipack – Rückseite)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dark Half; USA 1993

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch (Linear PCM 2.0), Englisch (Linear PCM 2.0)

Untertitel: Film: Deutsch, Englisch | Extras: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Ungeprüfte Fassung – indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack – limitiert auf 2000 Stück

Extras: Audiokommentar mit Regisseur George A. Romero (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Directors: George A. Romero – Dokumentation über den Regisseur, The Sparrows Are Flying Again – The Making of „The Dark Half“, Deleted Scenes, Behind The Scenes Footage: Special Effects, Behind The Scenes Footage: On The Set, Vintage Making of Featurette, Vintage Interviews, deutscher und englischer Kino-Trailer, TV-Spot, Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch

Veröffentlichung: Digipack: 07.07.2017

 
 
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Stephen Kings Stark [3-Disc Digipak mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Schwestern des Bösen (1973)
 

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Filmkritik: „In den Krallen des Hexenjägers“ (1971)

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IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS

(THE BLOOD ON SATAN’S CLAW)

Story

 
 
 

Oh Handlung, kleine Handlung. Im England des frühen 18. Jahrhunderts buddelt ein Farmer den unirdischen, noch nicht in Gänze verwesten Schädel eines vorzeitlichen Monstrums aus. Die örtliche Elite, angeführt vom Richter, sieht sich bald den Einflüssen des Dämons ausgeliefert, der sich der Kinder und Jugendlichen bemächtigt. Die mutieren zu pelzigen Höllen-Bälgern und revoltieren gegen ihre Altvorderen.


 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Kritik

 
 
 
Sehen wir hier ein perverses Märchen? Einen betont europäischen Monsterfilm? Oder soll das gar eine Sozial-Metapher (die Alten gegen die Jung-Generation) sein? Wurscht. Was hier auf uns hereinbricht ist all das und mehr. Ein – in Ermangelung eines schöneren Wortes – Horrorfilm, wie er nur zu genau dieser Zeit und in genau jenem Landstrich entstehen konnte. So britisch, so exzentrisch, so selbstbewusst unverwechselbar in jeder Einstellung. BLOOD ON SATAN´S CLAW, wie Piers Haggards Meisterwerk des ländlich-psychedelischen Verrücktmacher-Horrors in seiner Heimat heißt, genießt dort nicht umsonst einen Ruf, der nur noch vom sagenhaften THE WICKER MAN in den Schatten gestellt wird. Ja, ländlicher Horror („rural horror“, „folk horror°), ein kleines Subgenre, eher fast schon eine filmgewordene Empfindung, besonders im englischen Genrekino, die in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde und in den ersten, noch independent produzierten Filmen des genialen Wahnsinnigen Ben Wheatley ein kleines Revival feiern konnte. Etwa KILL LIST oder A FIELD IN ENGLAND. Empfehlung an dieser Stelle!
 
 
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Die hübsche Linda Hayden, in der Rolle der vom Ungetüm verführten Unschuld mit Namen Angel, spielt hier schon früh die ikonengleiche Rolle ihres Lebens und spornt die restliche Ensemble-Besetzung zu unglaublichen Leistungen an. Persönlich denke ich bei ihr oft an die Titelfigur meines Lieblingsfilms VALERIE – EINE WOCHE VOLLER WUNDER, kurz vorher in der damaligen Tschechoslowakei gedreht. Viel ist über IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS geschrieben worden, meist zu Hause freilich. Die Betrachtung dieses Druidenfelsen von Film kann aber der schönste und aufrichtigste Beweihräucherungs-Text nicht ersetzen. Tony Tenser, der Sparfuchs am Ruder bei Tigon, der produzierenden Firma, konnte seinerzeit nicht viel anfangen mit Haggards Film. Zu abseitig und in einer eigenen Welt stattfindend kam ihm vor, was er eigentlich als günstiges Rip-Off der damals kassenträchtigen Hexen- und Hexenjäger-Filme aus England und Kontinentaleuropa in Auftrag gegeben hatte. Man kann seine Sicht auch nachvollziehen. IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS ist ein Film ohne Vergleichsmöglichkeit in direkter Nachbarschaft. Nur so: Der stimmige Soundtrack ist vor rund zehn Jahren auf Trunk-Records erschienen und kostet inzwischen auch schon die meine oder andere Münze.
 
 
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IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Was ganz Feines! Die aufgemotzte Edition eines sturmerprobten Klassikers, gleichzeitig ewigen Geheimtipps des Brit-Horrors abseits der großen Genrefilm-Lieferanten. Gehört sowas von in jede Sammlung. Bastapasta.
 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Zensur

 
 
 
IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS lief im Kino geschnitten und erschien auf VHS nicht ganz komplett. Erst Koch Media veröffentlichte 2004 eine ungekürzte Fassung auf DVD. Auch die nun erhältliche Blu-ray ist bereits für Jugendliche geeignet und natürlich ungeschnitten: FSK16.
 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Blood on Satan’s Claw; Großbritannien 1971

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Deutsche Video-Synchronisation von 1982, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Deutsche Kino-Synchronisation von 1972

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Daniel Peree und Marco Erdmann vom Wicked Vision Magazin, Audiokommentar von Piers Haggard und Linda Hayden und Robert Wynne-Simmons, Alternative deutsche Synchronisation, Originaltrailer, Interview mit dem Regisseur, Interview mit Linda Hayden, Making of, Filmographien, Bildergalerien | zusätzlich im Mediabook: ein Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 24.02.2017 | KeepCase: 27.10.2017

 
 
NSM hat drei limitierten Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2017 kann man IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS auch in Deutschland als Blu-ray im KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Hexenjäger (1968)
 
Hexen bis aufs Blut gequält (1970)
 
Hexen – Geschändet und zu Tode gequält (1973)
 


Filmkritik: „Herrscherin des Bösen“ (1974)

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HERRSCHERIN DES BÖSEN

(SEIZURE)

Story

 
 
 
Ein exzentrischer Horror-Autor genießt den unheimlichen Ruf, regelmäßig die mit Abstand realistischsten Bösewichter-Charaktere in seinen Büchern lebendig werden zu lassen. Als er einen Empfang in seinem Haus gibt, werden allerdings tatsächlich ein paar seiner Monstren lebendig, also lebendig lebendig, und beginnen, die angekommenen Gäste einen nach dem anderen zu dezimieren.
 
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Kritik

 
 
 
Figuren der Schauerliteratur und vom schreibenden Menschen erschaffene Welten erwachen zum Leben und begehen Bluttaten in der Realität. Eine originäre Idee der Phantastik, die es schon zu fast vergessenen Weimarer Stummfilmzeiten gab und die später, aus verschiedenen Richtungen betrachtet, in Filmen von Granden wie HG Lewis oder John Carpenter aufgegriffen werden sollte. Zutiefst Freudianische Sache, das. Im Falle von DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN bedient man sich obendrein des Schnittmusters des Slasher-Films. Mit aller seinem Hang zur Nummernrevue. Nicht, dass das nicht unterhaltsam wäre. Ganz im Gegentum! Spätestens wenn Satansgnom Herve Villechaize als „Spider, der Zwerg“ anrückt und meuchelt, brechen die Dämme der geistigen Unversehrtheit.
 
 
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Eine gewisse, leider mit erstickender Ironie versehene Bekanntheit erlangt der Film, einige Jahre nach seiner Erscheinung wegen eines nicht unbedeutenden Details. Das ansonsten mehr an eine Folge von Gruselserien oder ein Anthologien-Segment erinnernde Filmchen darf sich rühmen, das Spielfilmdebüt des großen Oliver Stone zu sein. Sicher, die kanadische Auftragsarbeit ist nichts Persönliches und trägt somit auch nicht die Handschrift des New Yorkers, der bis heute der wohl politischste Filmemacher seiner Gewichtsklasse ist. Dazu noch als überzeugter Linker. DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN vereint die eigentümlich hübsche Hammer-Films-Darstellerin Martine Beswick (in der Titelrolle) mit Trash-Kultfiguren wie der großen Mary Woronov oder eben dem überliefertermaßen sexsüchtigen Wicht Herve Villechaize. Man könnte also eine Connection von klassischen Horrorfilmen der Alten Welt mit der Kunst-Traumwelt von Andy Warhols Factory herstellen. Diese Art der Überinterpretation überlassen wir bei FILMCHECKER aber lieber wichtigeren Leuten oder grässlichen Audiokommentar-Onanisten und erfreuen uns lieber an einem interessanten, unabhängig vom etablierten Studiosystem entstandenen Relikt aus unschuldigeren Horrorfilm-Zeiten.
 
 
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HERRSCHERIN DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer Old-School-Grusler, der zu Unrecht nur als obskure Fußnote bekannt ist, da es sich um das Debüt Oliver Stones handelt. Tatsächlich muss man DIE HERRSCHERIN DES BÖSEN aber 0als Verwandten der Sechziger/Siebziger-Horrorfilme Roger Cormans sehen, deren Regisseure ja auch gerne mal zukünftige Größen in Hollywood wurden.
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
Auf der erhältlichen deutschen Blu-ray sind zwei Filmfassungen enthalten. Bei der Hauptfassung in HD handelt es sich um die restaurierte US-Fassung (PG Rating). Diese ist an Gewaltszenen – im Gegensatz zur deutschen VHS – ungekürzt. Ebenfalls auf der Blu-ray enthalten ist eine rekonstruierte Langfassung. Diese basiert auf der restaurierten US-Fassung und wurde zusätzlich mit fehlenden und alternativen Szenen der deutschen VHS ergänzt. Die damalige deutsche VHS war in zwei Gewaltszenen gekürzt, enthielt aber viele alternative Szenen, die in der US-Fassung nicht enthalten waren.
 
 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seizure; Kanada | USA 1974

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und im Schuber

Extras: Rekonstruierte Langfassung (SD, ca. 98 Min.), Bildergalerie, Trailer

Release-Termin: 06.07.2017

 

Herrscherin des Bösen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HERRSCHERIN DES BÖSEN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Reise zurück in die Zeit (1988)
 
Waxwork II: Lost in Time (1992)
 


Filmkritik: „Thirst – Blutdurst“ (1979)

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THIRST – BLUTDURST

Story

 
 
 
Yuppie-Lady Kate wird eines Tages Opfer einer Entführung. Hinter dem brutalen Akt steht „Die Brüderschaft“, ein steinalter Orden von Vampiren, der es über Generationen zu Macht und Reichtum gebracht hat und ganz verschwörungstheoretisch manchen gesellschaftlichen Faden zieht. In Kate haben die Finsterlinge eine Nachfahrin der grässlichen ungarischen Blut-Gräfin Bathory erkannt, die sie jetzt mit ihrer inneren Vampirin in Einklang bringen wollen. Notfalls mit Druck und Rauschmitteln. Auf nächtliche Halsjagden muss man hier übrigens nicht mehr gehen, stattdessen hat man seine Ressourcen in das wissenschaftlich überwachte und versteckte Züchten und „Melken“ gefangener und hypnotisierter Menschen gesteckt. Innerhalb der Sekte bilden sich Fraktionen heraus, die über das Zwangsrekrutieren vampirisch vorbelasteter Menschen unterschiedlicher Meinung sind.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Kritik

 
 
 
Ende der sechziger Jahre hatte die Bewegung des New Hollywood eine großartige, neue Filmwelt arbeitswütiger Regie-Autoren geschaffen. Ursprünglich von den Franzosen der Nouvelle Vague beeinflusst, boten die Filme dieser jungen Wilden in der Traumfabrik ihrerseits auch wieder große Inspiration für die Filmwirtschaften weniger potenter Kino-Nationen. Deutschland, Italien, Japan, Skandinavien – ein Film war jetzt im Idealfall seinem Macher zuzuordnen. Das im Umsatzvergleich kleine Australien wurde Mitte der Siebziger vom wilden Autorenkäfer gebissen. Heiß geliebte Filme entstanden in bewundernswerter Häufigkeit. Tristesse dann viele Jahre später: Diese kreative Taustimmung der „Australian New Wave“ hat außerhalb von Festivals, akademischen Zirkeln und den Kinos der Heimat Down Under bis heute relativ wenig breiter gefasste Würdigung erfahren. Sicher, die noch zu Hause entstandenen Frühwerke großer Hollywood-Filmschaffender wie Peter Weir, Fred Schepisi oder Bruce Beresford, um nur drei von vielen zu nennen, sind in guten Cineasten-Kreisen für ihre Eigensinnigkeit geachtet, Mainstream aber sieht anders aus.
 
 
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Alle paar Jahre mal so scheint es, immer, wenn ein alter Aussie-Held wie George Miller zuletzt sich mal wieder ein Herz fasst und einen filmischen Treffer wie MAD MAX: FURY ROAD landet, oder wenn junge Landsmänner und -frauen sich ihrer heimisch gewachsenen Kino-Kultur erinnern, kommt die Sprache wieder auf die Neue Welle Australiens – eine Filmbewegung, in der die Grenzen zwischen Arthouse und Exploitation gerne einmal so gar nicht mehr klar auszumachen sind und in der man sich scheinbar mühelos schönster Versatzstücke unterschiedlichster Genres bedient, um sperrige und immer ganz klar australische Filmklassiker zu erschaffen. Beim leider sehr austauschbar betitelten „THIRST“ ist die Sachlage nicht anders. Man mag beim fabrikmäßigen Ausblutenlassen der Nahrungsmenschen an David Cronenberg denken. Auch an die gesellschaftlich getarnten Schlachthäuser von SOYLENT GREEN oder gar an die von Maschinen geschaffenen, furchterregenden Human-Kokon-Landschaften der MATRIX. Dann schlägt THIRST – BLUTDURST jedoch wieder einen Haken und führt sein Publikum wie den Bullen am Nasenring zurück in eine obskure Vampir-Story mit doppeltem Boden, wie sie, in dieser Modernisierung des klassischen Genrethemas des Blutsaugers, amerikanischen Horror-Serien entliehen sein könnte.
 
 
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Mit THIRST – BLUTDURST liefert Rod Hardy Ende der Siebziger ein regelrechtes Statement von Genrefilm ab, das trotzdem schwerer zu greifen ist, als ein geöltes Ferkel. Nicht gänzlich Horror-, nicht ausreichend Sci-Fi, um klare Kante erkennen zu lassen; nicht ernst genug, um als Stück phantastischer Gesellschaftskritik durchzugehen, aber auch wieder nicht schmierig genug, um ein reiner Drive-In-Schlocker zu sein. Diese Weigerung des Films, sich festnageln zu lassen, ist vermutlich der Hauptgrund für seine relative Obskurität. Geistesverwandt, auch was die sehr eigene und eigentümliche Stimmung angeht, ist hier vielleicht noch Jean Rollin mit seinem ungewöhnlichen LA NUIT DES TRAQUÉES (1980), in dem sich Horror-Atmosphäre und Gesellschafts- /Zukunftskritik ähnlich traumartig abwechseln wie bei Hardys vergessenem Vampirfilm-Update. Die Auftritte der einstigen Mod-Ikone David Hemmings aus Antonionis BLOW UP, damals noch nicht ganz so aus dem Leim gegangen und mit Karikaturen-Augenbrauen geschlagen, und des mächtigen Henry Silva sind dann wieder ein Zugeständnis, typisch australisch, an eine bewusste Exploitationhaftigkeit.
 
 
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THIRST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Um an dieser schönen Stelle gerade mal ganz laut auf die Pauke zu hauen: THIRST – BLUTDURST ist der vielleicht unbekannteste Super-Horrorfilm der späten Siebziger. Endlich aus dem Limbo vergessener Genreperlen befreit, wartet diese einzigartige Aussie-Melange aus Sci-Fi, Späthippie-Spott und Vampirhorror auf ihre Erst- und Wiederentdeckung.
 
 


 
 
 

THIRST – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorklassiker hatte es auch der australische Vampirklassiker THIRST nicht leicht. Zu VHS-Zeiten wurde der Streifen indiziert und erst nach Ablauf der 25-Jahrefrist wieder vom Index gestrichen. Vor einigen Jahren erschien bereits eine ungeschnittene DVD. Diese kann jetzt gegen die Blu-ray aus dem Hause SCHRÖDER MEDIA ersetzt werden. Die HD-Fassung hat ein tolles Bild und ist zudem ungeschnitten. Ebenfalls erfreulich: Die Blu-ray kann man nun problemlos im Handel erstehen und muss keinen teurer Import aus dem deutschen Ausland vornehmen, um den Film sein Eigen nennen zu können. So macht das Sammeln von Horrorklassikern Spaß.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Thirst; Australien 1979

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Rod Hardy und Antony I. Ginnane (Englisch, ohne Untertitel), Trailer & TV-Spots (SD, 2:55 Min., Englisch, ohne Untertitel), Deutscher Kino-Trailer zu Stadt der Toten (SD, 1:49 Min., Deutsch, ohne Untertitel)

Release-Termin: 02.02.2017

 

Thirst – Blutdurst [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THIRST – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Begierde (1983)
 
The Lost Boys (1987)
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
Kiss of the Damned (2012)


Filmkritik: „Das Grauen aus der Tiefe“ (1980)

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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE

(The HUMANOIDS FROM THE DEEP)

Story

 
 
 
Ein verpenntes Nestchen in amerikanischen Küstenregionen hat eines Tages seltsame Fälle von Vandalen-Kriminalität zu beklagen. Irgendwelche noch nicht identifizierten Unholde erlegen die Hunde der Bürgerlein und die weibliche Bevölkerung wird in beunruhigendem Maße von schattigen Figuren bedrängt, die es so eigentlich nicht geben sollte. Ja, mutierte Fischmenschen plagen den Landstrich, ihre äh maritimen Geschlechtsorgane bereit zur Paarung mit nichts Böses witternden Flachland-Pomeranzen all´Americana!. Die Herren der Schöpfung verweigern sich allzu blumigen Erklärungen. Nur ein amerikanischer Ureinwohner scheint zu wittern, was die Natur mit den frechen Menschen vor hat. Niemand glaubt ihm – natürlich. Als man die Meinungen zum alten Indianer ändert, ist der Käse allerdings längst in den Brunnen gefallen und das Kind gelutscht. Beim groß vorbereiteten Stadtfest nämlich ist Land unter. Die Fischkopf-Admiräle, also Stuntmänner in Taucheranzügen und Algen obendrauf, kommen ans Ufer und verstehen die Kleinstädter als warmes Büffet. Surf And Turf.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Kritik

 
 
 
Tja, Experimente mit kleinhirnigen Meeresbewohnern und ihrem Wohnort. Blubb und Autsch! Das war damals so. Wichtige Zutat eines jedes Katastrophen-Films. Großes Genre zwischen 1970 und 1983 etwa. Ob nun mit Naturereignissen, die dem Menschen den Arsch versohlen oder durchgedrehten Expeditionen ins Tierreich. Wenn die Natur zurückschlägt, dann geht es finster aus. Für die Vergewaltigungs-Landgänge scharfer Unterwasser-Lumpen bedarf es allerdings eher eines Roger Corman als eines Stephen Spielberg. Als kein Weißer Hai hier. Manchmal, so beim fassungslosen Wegdriften in die Realität von DAS GRAUEN AUS DER TIEFE greift man verdattert zur Hülle und schaut lieber noch mal nach, ob der Film nicht doch aus Italien stammt. Vor der Kamera mit Doug McClure (der immerhin zu einer eigenen SIMPSONS-Figur mutieren durfte, mit dem Vornamen „Troy“) und dem nur wenige Jahre später am Set von einem Helikopter enthaupteten Vic Morrow Schlachtrösser des Trash- und Sudelfilms, zu denen man eigentlich Sir sagen müsste. Und hinter den Kulissen? Meine Herren, es pocht im Hause FischMac!
 
 
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Okay, selbst der einfallsloseste Drittgrad-Schreiblackel weiß es inzwischen und pupst es von den Dächern: Roger Corman war als Produzent sein Leben lang ein wahrer Mäzen, der jungen Regisseuren, Drehbuchautoren oder anderen Handwerkern des Filmbetriebs in seinen unterschiedlichen Kino-Firmen die Möglichkeit bot, unter realistischen und finanziell äußerst knappen Bedingungen ihr Metier zu erlernen. So etwa wie eine Hochdampf-Filmhochschule ohne Seil und doppelten Boden. Coppola, Bogdanovich, Demme, Nicholson – nur vier Namen von vielen, die beim Drive-In-Gott mit der sonoren Stimme durch die Lehre gegangen sind. Was nun noch kein Binsenweisheitszahn von Journalistico ausgeschlachtet hat: Sir Rogers Funktion als Pate quasi feministischen Filmemachens! Barbara Peeters, über längere Zeit als Regisseurin bei Cormans tätig, zählt zu den ersten Damen im geldscheffelnden Exploitation-Universum, die sich nicht á la Roberta Findlay oder Doris Wishman in die Niederungen der Pornographie begeben musste, um von ihrem obersten Studiochef ernstgenommen zu werden. Roger wusste, was er an der Frau hat. Zweiter Regisseur war der 2014 verstorbene Nippon-Amerikaner Jimmy T. Murakami, der bei Corman noch den irrwitzigen Ranz-Tanz SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM dirigieren durfte aber als Fachmann für Animation unter anderem am Kultfilm HEAVY METAL beteiligt war und Mitte der achtziger Jahre den todtraurigen Atomschlags-Trickfilm WENN DER WIND WEHT verantwortete. Sowas musste sich meine Generation von Sowjet-Fürchtern in der Schule ansehen. Anschließend tagelanges Verbarrikadieren untern Bett, meine Damen und Herren! In den Neunzigern gab es unglaublicherweise für DAS GRAUEN AUS DER TIEFE sogar ein wildes US-Fernsehremake mit ausrangierten Gesichtern aus Edel-TV wie DALLAS oder FALCON CREST. Hossa. Da rasselt´s beim alten Corman in der Kasse.
 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gemächlich startender, dann aber in die Vollen bretternder Fischmann-Vergewaltiigungs-Trash mit gelegentlichen Ausflügen zum Splatter. Als wenn Roger Corman sich eine Story aus den Fifties geborgt und als Grindhouse-Schlammpackung zur Wiedergeburt gebracht hätte. Genossen, der kursierende Bootleg, jetzt auch schon mit zehn Jährchen auf dem illegalen Buckel, war ganz gut, landet jetzt aber bitte im Spendentopf fürs Weihnachtswichteln. Hier liegt jetzt eine offizielle Veröffentlichung von ordentlichem Karat vor!
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Zensur

 
 
 
DAS GRAUEN AUS DER TIEFE wurde im Jahr 1980 ungeschnitten und für Erwachsene ins Kino gebracht. Seither erschien der Film nie legal auf DVD, VHS oder Blu-ray. Filmfans mussten demzufolge immer mit miserablen Bootlegs oder den ungeschnittenen TV-Ausstrahlungen Vorlieb nehmen. Dank dem Label OFDb FILMWORKS ändert sich das jetzt. Der Rechteinhaber bringt das GRAUEN AUS DER TIEFE erstmals ungeschnitten und offiziell auf Blu-ray und DVD in die Wohnzimmer. Die Fassung ist ungeprüft, wäre aber ein definitiver FSK16-Kandidat, sollte der Streifen der FSK zur Prüfung vorgelegt werden.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Humanoids from the Deep; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack limitiert auf 3000 Exemplare

Extras: Audiokommentar mit Cutter Mark Goldblatt (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Making of Humanoids from the Deep (22:42 Min.), The Deep End mit Creature Effects Artist Steve Johnson (21:46 Min.), The Corman Sounds mit Sound Designer David Lewis Yewdall (14:39 Min.), Deleted Scenes (07:11 Min.), Deutscher Trailer (02:00 Min.), Englischer Trailer (01:47 Min.), TV-Spot (00:32 Min), Radio-Spot (00:29 Min.), Fotogalerie, The Directors: Roger Corman – Dokumentation über den Produzenten (58:33 Min.), Leonard Maltin interviewt Roger Corman über die Entstehung des Films (03:26 Min.), 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch, Limitierungszertifikat mit kurzem Geleitwort zum Film, Deckblatt-Karte mit dem „gewissen Extra“

Release-Termin: 25. November 2016

 

Das Grauen aus der Tiefe [Collector’s Edition im Dipipack – BD & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Digipack

 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Came from Beneath the Sea (1955)
 
Humanoids from the Deep (1996)
 
Octaman – Die Bestie aus der Tiefe (1971)
 


Filmkritik: „Trapped – Die tödliche Falle“ (1982)

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TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE

Story

 
 
 

In den Hügeln von Tennessee, das wissen wir Jünger der organisierten Lebenszeit-Vernichtung durch Filmkonsum natürlich schon lange, sollte man sich nicht so unbedarft blicken lassen. Vor allem nicht, wenn man Teil eines Rudels blöder City-Teenager ist, die einfach mal ohne Sinn und Verstand campen gehen. Jetzt ist genau das aber passiert. Mancher Film jener Jahre würde jetzt einen irren Schlitzer oder gar verwilderten Inzucht-Sasquatch auf die Buben und Madeln loslassen, der stalkt und hackt und vielleicht sogar Einmachgläser mit Knaben-Nierchen befüllt. Nicht so TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Da ist die Sache schlimmer. Gewaltmensch Chatwill (Henry Silva) ist aus nicht näher erklärten Gründen der unbestrittene Regierende über ein abgelegenes Kaff, ganz in der Nähe der Wanderroute unserer, naja, Helden. Im Dauerhass bumst es sich nicht gut und so hat seine vernachlässigte Redneck-Flittchen-Frau dem Unhold gerade mit einem anderen Hinterwäldler die Hörner aufgesetzt. Das entgeht Chatwill nicht und er tritt dem Ehebrecher entschlossen gegenüber. Als Richter und Henker. Die Städter sehen das durch einen Drehbuchzufall und haben jetzt den groben Klotz und seine schießwütigen Unterlinge im Kreuz.


 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Kritik

 
 
 
Hat man in dieser Konstellation auch nicht oft. Der kanadische Filmemacher William Fruet wird in seriöseren Kreisen als denen, die wir nie verlassen werden, als Drehbuchautor und Bühnenstück-Dramatiker geschätzt. Freunde des ruppigeren Kinos verbinden seinen schwierigen Namen mit schmieriger Grindhouse-Ware wie AVANAIDA – TODESBISS DER SATASVIPER, dem superduper-knochigen DER MANN, DER AUS DEM DSCHUNGEL KAM oder eben TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Dieser jenige welche, jetzt auf fürwahr netter und limitierter BluRay eingetrudelte Exploiter von Herrn Fruet wildert in den zumeist lebensgefährlichen Mischwäldern des Backwoods-Films. Oh, und er unterhält den Fan, dort unten am Bahnhof, am schmuddeligen Ende des Kino-Spektrums, geradlinig und direkt. Eine, wie – Friede sei mit ihm – Frank Zappa mal (nicht über TRAPPED!) gesagt hat, „titties-and-beer“-Version von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Bang Bang!
 
 
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Heiliger Hodenteufel, entfährt es dem oft missverstandenen Rezensenten, dem das Vergnügen, TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE zu schauen, anno dazumal schon auf VHS vergönnt war, auch nach tagesaktueller Eigentherapie mit der fließbandfrisch glänzenden BluRay erneut. Und Heiliger Hodenteufel, ist das verstörend, Henry Silva – Hank, motherfucking Silva! – in einem ländlichen Film spielen zu sehen. Geht das überhaupt? Damals gab es doch noch gar kein CGI! Ich war der festen Überzeugung, der Mann zerfiele zu betongrauem Staub, sobald er die Häuserschluchten von New York oder meinetwegen noch die engen und vermüllten Pflasterstein-Gassen von Palermo verlässt. Der Mafiaboss, nein, Boss der Bosse, kaltherzig gespielte Trumpfkarte des Syndikats und granitgesichtiger Drahtleib sizilianischer New Yorkigkeit ! Da thront er, verpackt in das schlecht sitzende Karohemd der verarmten Landbevölkerung und Schwarzbrenner-Jeans und bedroht die blöden Teenies, die sich in die Tennessee-Hills gewagt haben. Dort hat er genau so das Regiment wie in der Bronx. Sein Chatwill ist ein jähzorniger Hassbock selbstherrlicher Un-Rechtsprechung. Jahrzehnte des Method Acting ergießen sich brüllend und brutal über die verdutzte und zu Statisten degradierte Restbesetzung. Henry, trag´ uns diesen Film!
 
 
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TRAPPED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Damals in den Fluten von Video-Veröffentlichungen untergegangener Hinterwäldler-Thriller mit Hang zum Schmierigen, der auf dem neuen Medium darauf wartet, entdeckt zu werden. Eine Grinsen machende Henry-Silva-One-Man-Show und ein Brutalinski-Grindhouse-Rupfer für Kenner und solche die es werden wollen.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Zensur

 
 
 
TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE wurde 1983 indiziert. Nach 25 Jahren erfolgte eine Listenstreichung. Nun ist der Streifen frei ab 18 Jahren und darf sogar im Handel ausgelegt werden. Die nun in Deutschland erhältliche Blu-ray ist trotz Aufhebung des Index-Status ungekürzt und kann von allen Käufern gekauft werden, die volljährig sind.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media Handels GmbH (Blu-ray KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trapped; Kanada | USA 1982

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover im Schuber. Darauf aufgedruckte Limitierungsnummer (auf 2000 Stück limitiert).

Extras: Originaltrailer (1:36 Min.) in englischer Sprache mit festen deutschen Untertiteln

Veröffentlichung: KeepCase: 08.09.2016

 
 

Trapped – Die tödliche Falle [Blu-ray im limitierten Schuber] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 

 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Schröder Media Handels GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Open Season (1974)
 
Eden Lake (2008)
 
Straw Dogs (1971)


Filmkritik: „Candyman’s Fluch“ (1992)

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CANDYMAN’S FLUCH

(CANDYMAN)

Story

 
 
 
Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg Mitte der neunzehnten Jahrhunderts hat ein junger schwarzer Maler eine glückliche Beziehung zur Tochter des Landherrn. Der schickt seine Untergebenen, die in gehorsamem Rassenhass dem jungen Künstler die Hand absägen und ihn mit Honig übergossen von Bienen totstechen lassen. Stellt man sich jetzt vor einen Spiegel und äußert fünf Mal den Namen, so soll der Candyman plötzlich aus dem Schattenreich erscheinen und den Sprecher töten. Diese „urban legend“ liest Studentin Helen und stellt schockiert fest, dass ein nicht gefasster Serienkiller in Wirklichkeit der Candyman sein könnte. Sie recherchiert in armen Schwarzenvierteln Chicagos und bei der Polizei. Natürlich kann die eigentlich akademisch gebildete Frau irgendwann ihren Schnabel nicht mehr halten und beschwört das Monstrum in die Gegenwart herbei. Von jetzt an gilt es, die Mordserie des Candyman zu beenden und nicht selbst am Ende seines zum Handersatz genommenen Hakens zu landen.

 
 
 


 
 
 

CANDYMAN’S FLUCH – Kritik

 
 
 
Während der heute doch oft verklärten Neunziger sah das allgemeine Kinogeschehen für Horrorfreunde nicht wirklich rosig aus. Mit deutscher Gründlichkeit hatte der Zensor die heimischen Videofirmen zu folgsamen Zerschnipplern ihrer Veröffentlichungen erzogen. Wenn mal ein Horrorfilm in den Videotheken landete, war er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bis zur Zusammenhanglosigkeit am Schneidetisch bearbeitet worden. Fangoria, die amerikanische Hochglanz-Postille für den Fan saftiger Splattereffekte in Beinahe-Postergröße, war seinerzeit das rettende Festland in diesem Ozean puritanisch gespieenen Geifers um etwas an sich sinnlos-harmlosem wie Unterhaltungskinoprogramm, Unterrubrik Horror. Da warf man doch gerne umgerechnet zehn Euro in den Klingelbeutel des Bahnhofsbuchhandels. Auf den Seiten des langlebigen Gore-Magazins war der Name Clive Barkers spätestens mit seinen HELLRAISER-Filmen absolutes Qualitätsmerkmal. Der britische Autor extremer Horrorliteratur war längst zum legitimen Nachfolger des schwächelnden Stephen King erklärt worden und lieferte beständig knochenharte Romane und Anthologien ab, die er im Bedarfsfall auch am liebsten selbst auf die Leinwand brachte.
 
 
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CANDYMAN’S FLUCH ist verfilmt ein ganz schönes Stück von der Vorlage weg. Die kannte weder die historische Vorgeschichte des Charakters, noch seine Interpretation als Slasher-tauglicher Killer. Im Buch ist der Candyman eher ein sich im Zerfall befindlicher, todkranker Mann, der Helen am Ende eines von Selbstzweifeln und Angst zerfressenen Monologes erscheint. Typisch für Barkers Stil manifestieren sich die negativen Gefühle des Protagonisten in einer – absolut horrorkonformen – Figur. Diese intelligente und natürlich wirkungsvolle Art der Konstruktion spiegelt sich bis heute im Horror wieder. Denken wir hierzu kurz an THE BABADOOK, schlicht einer der besten Horrorfilme unseres noch jungen Jahrhunderts, dessen Ende auch eine Interpretation des Monsters als gestaltgewordene Summe von Trauer, Wut und Existenzangst der Mutter zulässt. Im Film werden andere Sachen auf die Pizza geworfen. Der Candyman ist zum lupenreinen Boogieman geworden, der zwar nicht all jene um die Ecke bringt, die unehelichen Verkehr haben oder andere Blödheiten des Slasher-Opfers begehen, dafür aber genau wissen, dass man den Namen nicht fünfmal sagen sollte. Also doch blöd. Tragik liegt hier eher im Schicksal des ehemaligen Sklaven, den der Südstaatenrassismus das Leben kostete. Wird leider nicht wirklich betont. Dafür knallt’s ansonsten stets heftig. Temporeich, unterhaltsam und splatter-affin nimmt CANDYMAN’S FLUCH keine Gefangenen, achtet aber nichtsdestotrotz auf eine Atmosphäre, die eines Horrorfilms würdig ist. Zwei Fortsetzungen zog der Film nach sich, die aber dem alten, meist gültigen Gesetz der sinkenden Qualität folgen. Ein Wehmutströpfchen liegt darin, dass man nicht in New Orleans gedreht hat. Die Metropole im Süden wäre idealer Schauplatz für diese Story mit dem Hintergrund der Sklavenmisshandlung in den Jahren um den Sezessionskrieg gewesen. DER VERBOTENE SCHLÜSSEL (2005) oder AMERICAN HORROR STORY: COVEN (2013), die dritte Staffel dieser phantastischen Serie, bedienen sich bei Louisianas Folklore und Schauplätzen und profitieren prächtig davon.
 
 
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Tony Todd, durch seine Verkörperung des Candyman zu einer DER Horrorfilm-Kultfiguren der neunziger Jahre geworden, ist eigentlich ein gebildeter und versierter Schauspieler, dem es trotz seiner Popularität in der Genre-Szene immer gelingen sollte, auch außerhalb der Mauern des Grusels Arbeit zu finden. Von gelegentlichen Cameo-Auftritten, etwa in den ersten beiden HATCHET-Filmen, hält das den schwarzen Hünen trotzdem nicht ab. Virginia Madsen, Schwester von Tarantino-Maskottchen Michael, kann heute auf eine beachtliche Vita von Teilnahmen an Genre-Filmen zurückblicken. Mancher kommerziell erfolgreiche Titel dabei. Trotzdem sollte der herben Virginia der Platz auf Hollywoods „A-Liste“ verwehrt bleiben. Heute spielt sie in Fernsehserien, wo anerkanntermaßen oft bessere Scripts zur Verfilmung kommen als im – eigentlich an Achtjährige gerichteten – Superhelden-Geknalle im Kino. Wie so oft tummelt sich unter den bekannten und weniger bekannten Gesichtern der Besetzung auch Ted Raimi. Damals entfuhr dem Konsumenten maximal ein „er nun wieder“ – heute freut man sich über einen Auftritt des schon qua Geburt Kult-Stars.
 
 
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CANDYMAN’S FLUCH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
In einer Zeit der Horror-Dürre im Kino berühmt gewordene Verfilmung des großen Clive Barker. CANDYMAN’S FLUCH ist in seiner Kinoform flüssiger, actionreicher, ja im besten Sinne trivialer als die tiefgründige Kurzgeschichtenvorlage. Der Film ist sehr angenehm gealtert und macht auch 2016 noch Spaß!
 
 
 


 
 
 

CANDYMAN’S FLUCH – Zensur

 
 
 
Wie bereits auf VHS und DVD ist CANDYMAN’S FLUCH auch auf Blu-ray in der ungeschnittenen, amerikanischen Kinofassung erhältlich. Anbieter METEOR FILM hat den Streifen unter dem Originaltitel CANDYMAN veröffentlicht. Leider ist auf der erhältlichen Blu-ray nur die R-Rated-Fassung enthalten. Schenkt man dem Internet Glauben soll auch eine Unrated-Fassung existieren. Diese beinhaltet alternatives Bildmaterial. Bereits die damals auf VHS erhältliche FSK18-Fassung von CANDYMAN’S FLUCH besass andere Bildeinstellungen als die R-Rated-Version. Leider hat man die der deutschen Blu-ray nicht als Bonus beigefügt. Das ist schade.
 
 
 


 
 
 

CANDYMAN’S FLUCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Meteor Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Candyman; USA 1992

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0, Deutsch Dolby 2.0 Surround, Englisch Dolby 2.0 Surround

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe | FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover

Extras: Sweets to the sweet: The Candyman mythos, Clive Barker: Raising Hell, Audiokommentar mit Cast & Crew, Originaltrailer | zusätzlich nur im Mediabook: Bernard Rose Storyboards Booklet mit Original-Presseheft, Pressefotos, Werberatschlag und Kino-Aushangsatz

Release-Termin: 27.05.2016

 

Candyman [Blu-ray] im KeepCase ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Candyman [limitiertes Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

CANDYMAN’S FLUCH – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder | Packshots liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Candyman 2 – Die Blutrache (1995)

Candyman 3 – Der Tag der Toten (1999)

Bloody Mary (2006)

Queen of Spades – The Dark Ride (2015)

The Legend Of Bloody Mary (2008)


Filmkritik: „The Resurrected“ (1991)

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THE RESURRECTED

(EVIL DEAD – DIE SAAT DES BÖSEN)

Story

 
 
 
John March (John Terry) ist ein klassischer amerikanischer Privatermittler. Zwar nicht so weltmüde und abgerissen wie die Helden von Hollywoods „Schwarzer Serie“ aber doch ein ungut daherkommender Schnüffler. Genau das ist es aber, was die besorgte Clare Ward (Jane Sibbett) jetzt braucht. Ihr Mann, Charles Dexter (Chris Sarandon, Susans Ex aus grauer Vorzeit und uns Horror Hounds aus DIE RABENSCHWARZE NACHT, 1985 bekannt) ist unter bisher noch nicht ganz geklärten Umständen darauf gekommen, sich mit der dunkelschwarzen Okkultismus-Vergangenheit seiner Vorfahren aus vergangenen Jahrhunderten zu beschäftigen. Nach ein paar unheimlichen Persönlichkeitsveränderungen ist Charles mittlerweile verschwunden und seine Frau befürchtet das schlimmste. Tatsächlich übertreffen die Aktivitäten des einstigen Durchschnittsehemannes die Ängste um sein Wohlergehen noch. Marchs Ermittlungen führen zu Ergebnissen, die den hartgesottenen Kriminalisten an sich und der Welt zweifeln und sogar verzweifeln lassen.

 
 
 


 
 
 

THE RESURRECTED – Kritik

 
 
 
Sie müssen Sich das so vorstellen. Als ich noch ein kleiner Filmfreund war, wurde ungefähr jede zweite Blockbuster-Steckrübe mit „der Stoff galt lange als unverfilmbar“ an den Mann gebracht. Später zeigte der Kommerz seine echte Fratze und „unverfilmbar“ hieß lediglich, dass man nicht genug Kohle würde aufbringen können, die Production Values, besonders die Effekte natürlich, halbwegs überzeugend aussehen zu lassen. Die Jahre gingen ins Land, der Siegeszug der CGI-Effektmaschinen hatte eine Schneise verbrannter Latex- und Holzwerkstätten in Hollywood and beyond hinterlassen. Alles konnte verfilmt werden. Die Studios waren unbarmherzig. Nachdem eine Reihe dünner Piratengeschichten, basierend auf einer Achterbahn in Disney World, verlässlich zum Dukatenscheißer geworden war und sich die Gelder des Publikumsviehs nur mit den Verfilmungen von an Achtjährige gerichteten Superheldencomics teilen musste, geriet man als Fan ins Fantasieren darüber, was jetzt möglich sein würde.
 
 
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Warum jetzt das ganze kulturpessimistische Gebrabbel, fragt sich der Leser gerade. Zurecht, mes amis, zurecht. Aber, hier kommen wir zum Punkt, dem Punkt der letzten Unverfilmbarkeit nämlich. Howard Phillips Lovecraft, Neu-Engländer durch und durch, 1890 bis 1937 dort gelebt und gestorben, war, diese Deutlichkeit muss hier zum Einsatz kommen, der wichtigste Horror-Autor der Entertainment-Geschichte. Seine Vorläufer Poe und Bierce in den USA, Gogol oder Hoffmann in Europa, um nur ein paar zu nennen, sollen hier nicht geschmälert werden. Keinesfalls. Trotzdem war es der „Einsiedler von Providence“, dessen Ideen, eine Serie von Geschichten mit einer eigenen Mythologie zu unterfüttern, die im Endeffekt nur dazu dient, den Menschlein ihre Popeligkeit in der Unendlichkeit des Kosmos vor Augen zu halten, unschätzbaren Einfluss auf die Grundsätze dessen, was wir „Horror“ nennen, hatten und bis heute haben. Stephen King definiert Lovecrafts Standardsituation der Protagonisten, die sich Aug´in Aug´mit einer außer-dimensionalen Bedrohung sehen, die sie schlicht nicht begreifen können und darüber auch mal wahnsinnig werden, schlicht als Definition von Horror. Aus dem Eindringen von etwas in die Lebenswirklichkeit, das dort nicht hingehört (so hatte Hollywoods erster Horrorfilmstar Lon Chaney vor inzwischen bald hundert Jahren sein Genre definiert und das Bild vom Clown im fahlen Mondschein beschrieben) wird bei H.P. Lovecraft eine Veränderung dieser Wirklichkeit auf groteske, allumfassende Weise. Den Figuren wird buchstäblich die Welt unter den Füßen weggezogen.
 
 
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Dieses „kosmische Grauen“, von Lovecraft in dröhnende Kaskaden beängstigender Adjektive verpackt, mit seinen von menschlichen Zungen nicht aussprechbaren vorzeitlichen Gottheiten, die ganze Welten schlucken wie Smarties, beschränkt sich auf der Leinwand auf ein paar Zitate. Zahlreiche Versuche, etwa HPLs bekannteste Figur, die Tentakelgottheit Cthulhu, abzubilden, endeten in mittelprächtigen Godzilla-Monsterfilmen. Das abstrakte Moment, wie er es nannte „Unaussprechliche“ konnte bisher nur von Filmemachern getroffen werden, die sich avantgardistischer Darstellungsweisen bedienten. Hier seien die Scherenschnitt-Effekte aus THE DUNWICH HORROR (1970) oder der 2005 erschienene Neo-Stummfilm THE CALL OF CTHULHU genannt. Perverserweise ist auch die vielgescholtene Comicverfilmung HOWARD – EIN TIERISCHER HELD (1986) nah dran am Ton. JJ Abrams Ausflug zur Found Footage, CLOVERFIELD ist, 2008 entstanden, nicht nur der einzige ernsthafte Godzilla-Film, sondern auch eine gelungene Momentaufnahme paranoider Lovecraftiana. Gerüchte über Verfilmungen, die in der kalifornischen „development hell“ feststecken, gibt es fast in jeder Saison. Man darf annehmen, dass die Sache erst funktioniert, wenn Heavyweight Champions wie Peter Jackson oder Guillermo del Toro ihre Hüte in den Ring werfen. Ersterer musste lange kämpfen, bis ihm New Line Cinema grünes Licht für seinen DER HERR DER RINGE, ein weiteres Paradebeispiel des unverfilmbaren Buchs, erteilte. Del Toro, absoluter Geistesverwandter Jacksons, der, genau wie der Neuseeländer den Leidensweg des kleinen Genrefilmers absolviert hat, gab in seinem ersten HELLBOY-Film, schon ein paar Andeutungen zum besten, wie er sich den Cosmic Horror H.P. Lovecrafts vorstellt. Bis da aber zusammengewachsen ist, was zusammengehört, müssen wir uns daran erfreuen, was die Community der Horror-Schaffenden, reich oder sparsam, aus jenen Geschichten des Neu-Engländers macht, die nicht dem übermächtigen Cthulhu-Zyklus angehören. Dan O´Bannons Frühneunziger-Grusler THE RESURRECTED steht auf dieser erlauchten Liste ganz oben.
 
 
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H.P. Lovecrafts Short Story DER FALL DES CHARLES DEXTER WARD ist eine dicht erzählte Detektivgeschichte mit Falltür ins Übernatürliche, wie sie auch dem alten Edgar Allan Poe gefallen hätte. „Private Eye“ March wühlt sich durch Anzeichen für die Existenz einer Welt, die er rein rational nicht verstehen kann und muss nach und nach anerkennen, dass es da draußen mehr gibt, als ein Menschengeist zu verarbeiten in der Lage ist. Das Ganze in unglaublich stimmigen Aufnahmen desolater Landschaften, wie man sie etwa kürzlich in TRUE DETECTIVE zum elementaren Part der Atmosphäre erhoben beobachten konnte. Nur eben vom grauen Nordosten und nicht dem Louisiana dieser sagenhaften Serie. Ständig dräut im Hintergrund die Bedrohung, die Realität könne hinter der nächsten Tür nur noch eine Möglichkeit unter vielen sein – unterstrichen vom manchmal etwas plastikhaften Bombast-Score des alten Haudegen Richard Band. Das ist der Bruder des unverwüstlichen Puppenhorror-Produzenten Charles. Mit Dan O´Bannon (1946-2009) war hier jemand am Ruder, der sich der Achtung von Fans und Kollegen immer sicher sein konnte. Wäre der Mann uns nicht derart unverschämt früh von einer Dreckskrankheit wie Morbus Crohn genommen worden, würde er heute den Säulenheiligenstatus via Internet genießen, der den John Carpenters und Wes Cravens der Kinowelt vorbehalten ist. Da bin ich mir sehr sicher. Sein Resumee liest sich wie ein Best Of aus dem Filmlexikon. Da ist THE RESURRECTED eher eine kleine Nummer. Andererseits hat der Mann diesen Film mit der gleichen Sorgfalt, Liebe und enger Verbundenheit zum Genre in die Tat umgesetzt die er in ein Millionenprojekt investiert hätte. Dass man sich auf Seiten der deutschen Videoverleih-Bestien einfach mal den grinsenden Schädel aus TANZ DER TEUFEL fürs Cover schnappte und (damals wusste der Fan wenig bis nüscht von Originaltiteln) und das Ding tatsächlich kackendreist EVIL DEAD nannte, ist eine dieser Geschichten aus den Barbaren-Jahren prä-Internet, die einem heute kaum jemand glauben will. Immerhin ein kleiner Zufallstreffer, bedient sich Sam Raimis stilbildender Eighties-Horror doch auch der Ideen HPLs: Das Necronomicon war einst auf neu-englischem Mist gewachsen.
 
 
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THE RESURRECTED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zu Unrecht in Vergessenheit geratener Horrorfilm aus der fürs Genre interessanten Transitionszeit der frühen Neunziger. Hier wird das Spannungsfeld des „inspired by H.P. Lovecraft“ angezapft. Zum Glück ist seine Story DER FALL DES CHARLES DEXTER WARD eine der geerdeteren Gedankengebilde des Autors. Dan O´Bannons Film leidet nicht an der Unerfüllbarkeit irgendwelcher Cthulhu-Vorgaben. THE RESURRECTED ist eine doppelt nostalgische Buttercremetorte. Man denkt gleichzeitig an Roger Cormans Poe-Adaptionen aus den frühen Sechzigern und das amerikanische Horrorkino, das sich während der Achtziger so selbstbewusst geben konnte wie nie zuvor. Nicht zuletzt macht ein „labor of love“ wie THE RESURRECTED einmal mehr deutlich, wie sehr der gegenwärtig grassierende Genre-Boom mal ein bis zwei Jahre Pause machen sollte – und wie sehr uns Dan O´Bannon fehlt.
 
 
 


 
 
 

THE RESURRECTED – Zensur

 
 
 
Wie schon auf VHS, ist die nun erhältlich Blu-ray und DVD ungeschnitten. Leider ist die veröffentlichte Fassung von THE RESURRECTED die bisher erste, legale digitale Auswertung des Horrorklassikers in Deutschland. Bisher lag nur ein Bootleg auf Filmsammlerbörsen aus. Demzufolge freut es, dass der Horrorstreifen nun in einer wunderbaren Sonderedition auf den Markt gebracht wurde. Großes Lob an Rechteinhaber OFDB FILMWORKS.
 
 
 


 
 
 

THE RESURRECTED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Resurrected; USA 1991

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction, Klassiker

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Auf 3000 Stück imitiertes Digipack

Extras: 84-seitiges Booklet „Lovecraft Resurrected – Die kosmische Katakomben-Kunst des Dan O’Bannon“ von Jörg Kopetz, Audiokommentar von Kai Naumann und Dr. Marcus Stiglegger, Audiokommentar von Jörg Kopetz und Daniel Perée vom Wicked Vision Magazin, Audiokommentar von den Produzenten Mark Borde und Kenneth Raich, Drehbuchautor Brent V. Friedman, Special Effects Creator Todd Masters und Schauspieler Robert Romanus, The Man Inside – Ein Interview mit Hauptdarsteller Chris Sarandon, Adapting Lovecraft – Ein Interview mit Drehbuchautor Brent V. Friedman, Grotesque Melodies – Ein Interview mit Komponist Richard Band, Lovecraftian Landscapes – Ein Interview mit Produktionsdesigner Brent Thomas, Human Experiments – Ein Interview mit Special Effects Creator Todd Masters, Entfallene Szenen, Dan O’Bannon’s Dankesrede bei der Verleihung des „Fangoria Chainsaw Awards for Best Independent/ Direct-to-Video Feature“ im Jahre 1992, US-Trailer, Japanischer Trailer, H. P. Lovecraft – Der Fall Charles Dexter Ward (Teil 1 und 2) – die komplette Hörspielumsetzung der Lovecraft-Geschichte in der Reihe „Gruselkabinett“ von Titania Medien

Release-Termin: 31.07.2015

 

The Resurrected [limitiertes Blu-ray | DVD Digipack] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE RESURRECTED – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Folterkammer des Hexenjägers (1963)
 
Hexenjagd in L.A. (1991)
 
Die Mächte des Wahnsinns (1995)
 


Kritik: „Die Teuflischen von Mykonos“ (1976)

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DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS

(TA PEDHIA TOU DHIAVOLOU)

Story

 
 
 
Mykonos. Sonnig-schläfriger Inseltraum in strahlendem blau und weiß. Hier hat es ein englisches Touristenpärchen hinverschlagen. Typische Seventies-Jungleute. Dürr, schlecht frisiert und pervers bekleidet. Man ist ohne Unterlass geil aufeinander, knattert auch mal in der Telefonzelle, während mit Frau Mama telefoniert wird. Allerdings ist man nicht im Urlaub. Man befindet sich auf einer Mission. Die Welt (Mykonos zuallererst) soll vom fortschreitenden Schmutz und Moralverfall befreit werden. Ja, von genau diesen beiden. Wir stellen fest: Der Wahnsinn schwingt das Zepter. Ein Maler wird verführt und bestialisch gemeuchelt, der örtliche Homosexuelle ist fällig, eine reiche Dame mit gesunder Libido hat sich auch die falschen Orgienpartner gewählt. Nur drei der Opfer des messerwetzenden Mordgespanns. Zwischendurch immer wieder fröhliches Knöchleinverstecken. Oh, die Polizei wird der Sache irgendwann gewahr – kein Wunder bei diesem Bevölkerungsschwund – und beim schönsten Rammeln wird fallengelassen, dass die Turteltäubchen eigentlich mehr sind als nur Lovers. Lassen Sie Sich überraschen. Danach allerdings Duschen. Dieser Film macht den Zuschauer schmutzig.

 
 
 


 
 
 

DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Kritik

 
 
 
Liebe Kinder, was Ihr hier vor Euch habt, ist eine der größten Perverso-Film-Obszönitäten, die das international, abseits vom zivilisierten Hafen Hollywoods operierende Schmier-Kino hervorbringen konnte. Selbstverständlich aus den Siebziger Jahren. Wenn ein Exploitationfilm aus einem recht ungewöhnlichen Kinoland wie Hellas kommt, trotzdem in so mancher Top-10 der wahnwitzigsten Sex&Violence-Heuler auftaucht und sich dazu noch der Hauptdarsteller umgebracht hat, indem er sich eine Propangasflasche in den Mund gesteckt hat, dann, ja dann ist Weihnachten im Drecksploitationfilm-Regal.
 
 
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Unter diversen Titelvariationen hatte es „Die Teuflischen von Mykonos“ immer wieder in die schwitzigen Flossen derer geschafft, die scharf auf ihn waren. Da gab es „Island Of Death“, „The Devils Of Mykonos“, „Die Teuflischen der Insel“. Immer so weiter. An den unterschiedlich fokussierten unterschiedlichen Herangehensweisen der Zensur ließ sich immer schön ablesen, wo im jeweiligen Land die Schmerzgrenze lag. Waren es im Ausland eher die sexuellen Fiesigkeiten, die man dem Publikum ersparen wollte, blieb in Deutschland zum Beispiel die grobe Szene, in der die ältliche Lebedame vor ihrer brutalen Ermordung noch angepinkelt wird, drinne. Dafür fehlten auf der deutschen Videokassette ein paar ruppige Gewaltmomente. Ich persönlich wurde mehrfach Zeuge der gruseligen Episode, sozial ausgegrenzte Splatterfilm-Selbstbefriediger zu sehen, die mit heiserer Stimme fragten, ob die Hardcore-Sexszene mit der Ziege denn enthalten sei. Diese Szene gibt es selbstredend nicht und die Fragesteller dufteten ganz exquisit nach dem, was der Macher dieser Seite hier so treffend als „Butterschweiß“ bezeichnet, wenn er des Sommers die Torheit einer Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln begeht.
 
 
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Nichtsdestoweniger haut Regisseur Niko Mastorakis, der noch ein paar andere, weitaus weniger fetzige Genrebeiträge auf dem Kerbholz hat, ungebremst auf die Kacke. Was als Idee, dem Schockwert des „Texas Chainsaw Massacre“ mit einem eigens gefertigten Exploiter auch ein paar Kino-Drachmen abzutrotzen begann, wandelte sich in einen Ferkelringkampf, bei dem kein Hieb verboten verboten war. Egal, wie tief unter die Gürtellinie er auf gehen mochte.Die inzestuösen Bonnie und Clyde ziehen zu melancholischer Easy Listening Mucke durch die Film gewordenen Postkarten der ägaischen Insel und wechseln Sex und Tod ab wie die gewählten Waffen eines Kriegseinsatzes. All das als Kampf wider die Perversion. Sie merken, werte Schweinefilmgucker, bei den beiden sind nicht alle Latten am Zaun. Das Schiff fährt auf Volldampf, der Kapitän hat aber die Brücke verlassen. Irrsinn, Gaga. Mord und Tod. Eigentlich fehlt nur ein Granatenangriff auf ein Kinderheim. Von der Idee des kranken Christophers, den Mordfeldzug als moralische Säuberungsaktion zu begreifen, auf den Regisseur zu schließen, wäre zu einfach. Es böte sich, im Angesicht der typisch mediterranen Homophobie etwa, aber an. Am besten fragt ihr ihn mal selbst. In einer Videothek in Athen hängt der alte Knochen gerne rum und hält Hof für hereinschneiende Sleaze-Fans aus aller Herren Länder.
 
 
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DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein in seiner barbarischen Schamlosigkeit einzigartiger Film und absoluter Höllenritt des amoralischen Bahnhofskinos. Somit natürlich unbedingt empfohlen. Aber bitte Propangasflasche für eventuellen Suizid beim Anschauen bereithalten. „Die, die Ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.“
 
 
 


 
 
 

DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Zensur

 
 
 
Lange Zeit war DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS in Deutschland auf dem Index für jugendgefährdende Medien. Nach 25 Jahren wurde er schließlich 2010 vom Index gestrichen. Die nun erhältliche Fassung auf Blaustrahl (von OFBD Filmworks veröffentlicht) ist SPIO/JK geprüft. Ergebnis: keine schwere Jugendgefährdung – und das sogar in der ungeschnittenen Form.
 
 
 


 
 
 

DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Blu-ray im KeepCase

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(c) OFDB FILMWORKS – Mediabook Cover A (auf 750 Stück limitiert)

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(c) OFDB FILMWORKS – Mediabook Cover B (auf 750 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ta paidia tou Diavolou; Griechenland 1976

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.33:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger, Exploring Island of Death – Filmhistoriker Stephen Thrower über die Entstehung eines Kult-Klassikers, Return to Island of Death – Nico Mastorakis kehrt an die Originalschauplätze auf Mykonos zurück, Alternative Eröffnungssequenzen, Island Sounds – fünf Tracks aus dem Soundtrack von Island of Death, Original Kinotrailer, Deutscher Trailer, Einführung von Nico Mastorakis zur deutschen Blu-ray-Premiere, Aushangfotos und Plakat der deutschen Kino-Erstaufführung | zusätzlich im Mediabook: Die Filme von Nico Mastorakis, Interview mit Nico Mastorakis, Mastorakis Trailer Reel, 16-seitiges Booklet (Texte von Thorsten Hanisch & Vrasidas Karalis)

Release-Termin: 27.11.2015

 

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DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei OFDB FILMWORKS

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last House on the Left (1972)
 
Ausbruch zur Hölle (1977)
 
Schwer erziehbare Mädchen (1975)


Filmkritik: „Das Haus der langen Schatten“ (1983)

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DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN

Story

 
 
 
Kenneth (Desi Arnaz, jr.) ist Krimischriftsteller mit Blockade und großem Maul. Er wettet, binnen Tagesfrist einen klassischen Schauerroman schreiben zu können, der es zu Veröffentlichung und Erfolg bringt. Zur Inspiration begibt er sich auf einen leerstehenden walisischen Landsitz. Ordnungsgemäß pfeift der Wind durchs Gemäuer und die Schreibmaschine ist geölt, da knarrt es in den Balken. Das Haus ist gar nicht verlassen! Lord Grisbane (John Carradine) und seine Tochter (Sheila Keith, Stammschauspielerin Pete Walkers) haben sich heimlich um den Kasten gekümmert. Im Laufe der Nacht treffen auch die beiden Söhne seiner Lordschaft (Vincent Price und Peter Cushing ein, gefolgt von einer Sekretärin und Christopher Lee als Kaufinteressenten des Grundstücks. Nachfolgend kommt es zu kleinen Unfällen unter der Besetzung und der Zuschauer weiß nicht, wohin die Reise geht. Wer hat Interesse am horrorfilmkonformen Ableben der Schlossgäste?
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Kritik

 
 
 
Zwar mit dem Gespür für ordentliche Horror-Klischees gedreht und doch manchmal ein wenig albern, erinnert der Film in seinem Aufbau hie und da an die gute alte Agatha Christie oder aber ganz, ganz zahme Einer-nach-dem-anderen-Filme aus der Welt des Giallos. Also bitte weder komplettes Nervenzerfetzen, noch Kellertreppen voller Kunstblut erwarten, liebe Kinder. Was als Horrorfilm oder auch Parodie des Genres vielleicht nicht immer zu hundert Prozentchen ins Schwarze ballert, kann immerhin von sich behaupten, als Zeitdokument der goldenen Genrezeit in jeden Schrank ernsthafter Filmologen zu gehören. DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN ist – Sie ahnen es – der einzige Spielfilm, in dem sich dieses Quartett von Horror-Charakterköpfen der alten Schule zusammengetan hat, dem Zuschauer das Schauervergnügen des Abends zu bereiten. In verschiedenen Konstellationen stand man immer mal vor der Kamera, geballt tatsächlich nur hier. Christopher Lee und Peter Cushing haben hier ihren letzten gemeinsamen Auftritt, Cushing verstarb wenig später. Interessant, dass dieses späte Beispiel britischen Horrors von den israelischen Cousins Golan und Globus und ihren Cannon-Studios produziert wurde, die derzeit ja auch späte Anerkennung erfahren.
 
 
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Pete Walkers Platz im Pantheon britischer und europäischer Exploitationfilmer ist unbestritten. Trotzdem ist der 1939 geborene Regisseur kein „household name“ wie die Männer hinter den Filmen der großen Studiozeit auf der Insel. Die großen Zeiten dieser Produktionshäuser, allen voran natürlich Hammer, aber auch Amicus, waren vorbei. Man drehte noch, sicher. Hammer wärmte immer wieder die alten Universal-Lizenzen auf und schickte Dracula und Kollegen in immer absurderen Drehbuchwildheiten auf die Leinwand und Amicus versuchte sich in Abenteuerfilmen und anderen eigentlich fremde Genres. Trotzdem umwehte die Veröffentlichungen der alten Haudegen eine gewisse Altmodischkeit. Fatal, befand man sich schließlich noch lange nicht in der Zeit der Nostalgie. Von diesem Verblassen der großen britischen Horrortradition profitierte eine B-Filmwirtschaft im Schatten der Industrie-Riesen. Wie in jedem Land lag es in der Hand findiger Exploitationeers, den Genrefilm in neue, publikumswirksame Ferkeltiefen zu befördern. Auf dem Kontinent waren das Sex- und Gewaltschmutzfinken wie der Spanier Jess Franco und in Amerika die Gang der „Forty Thieves“, legendäre Schlockfilm-Fabrikanten, von denen heute Namen wie David F. Friedman dem Kenner abseitiger Unterhaltung ein bescheuertes Lächeln auf die Schnute zaubern. Großbritannien hatte ein paar Produzenten, die ihre Firmen, auch aufgrund der debilen britischen Pornographiegesetze, die dort bis heute noch keiner so richtig verstanden hat, mit Softsex sanierten, hier und da aber auch den Hunger des jungen Trashpublikums nach Zelluloidbrutalität stillten. Die willfährigen Erfüllungsgehilfen dieser Produzenten waren Magier miesen Minibudgets, Zauberkünstler zotigen Z-Zelluloids wie Norman J. Warren und eben der heute hier zu lobende Pete Walker. Letzterer, der nach DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN sein Geld außerhalb der Filmindustrie machen wollte, steht hinter einer ganzen Reihe der klangvollsten bösen Filme made in Britain. Da gibt es Nackedeischrott wie ROSEMARIES LIEBESREPORT IN DREI DIMENSIONEN (1972) Sado-Exploitation wie den berühmten HAUS DER PEITSCHEN (1974) aber eben auch einige der bei Liebhabern höchstgeschätzten Horror-Reißern aus England nach Hammer.Titel wie IM RAMPENLICHT DES BÖSEN (1972), FRIGHTMARE (1974) oder AMOK (1976) – den einen oder anderen Blick lohnt fast jeder von Walkers Filmen.
 
 
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Das Drehbuch stammt von Michael Armstrong, selbst einem zumindest in jungen Jahren innerhalb des Eurotrash sehr aktiv gewesenen Filmschaffenden. Von ihm stammen Adrian Hovens wahnwitzige Inquisitions-Exploiter HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT (1973) und die Fortsetzung. Später ist er dann seriös geworden.
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Schöne Horror-Persiflage endlich mal wieder verfügbar. Der letzte Film des wiederentdeckenswerten UK-Ein-Mann-Exploitation-Unternehmens Pete Walker kann sich rühmen, die einzige gemeinsame Arbeit des Kult-Quartetts Carradine/Price/Lee/Cushing zu sein und ist schon deswegen ein geschichtsträchtiges Stückchen Plastik.
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Zensur

 
 
 
Die erschienene Blu-ray ist absolut ungeschnitten. Fans altmodischer Gruselei können bedenkenlos zugreifen. Die Gänsehaut wird in diesem Film auf subtile Weise heraufbeschworen. Für Splatterfans gibt es keine Schauwerte zubestaunen. DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN ist ungeschnitten frei für Zuschauer ab 16 Jahre.
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Black Hill Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The House of the Long Shadows; Großbritannien 1983

Genre: Klassiker, Horror, Komödien, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: 101 Minuten

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 23.06.2015

 
 

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DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Black Hill Pictures

 
 
 
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