Filmkritik: „Night Eyes“ (1982)

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NIGHT EYES

(DEADLY EYES)

Story

 
 
 
Ein verehrter Basketballcoach und eine bissige Gesundheitsinspektorin sehen sich mit ignoranten Vorgesetzten und hundsgroßen Ratten konfrontiert.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Kritik

 
 
Als der britische Horrorautor James Herbert 1974 sein drastisches, man könnte schon sagen Proto-Splatterpunk-Romandebüt „The Rats“ auf die Menschheit losließ, war der Skandal groß: Blutige Verstümmelungen durch hundsgroße Ratten, die sich hemmungslos über die finanziell schwächer gestellte Population Londons hermachen, eine Regierung die viel zu wenig unternimmt, es kommt zum Debakel. Trotz sozialkritischer Note wurde der Roman vorallem beim jüngeren Publikum durch seine reißerischen Gewaltszenen zum Hit, acht Jahre später dann folgte die in Kanada produzierte, in Toronto gedrehte Filmadaption unter der Fittiche von „Game of Death“ bzw. später „Gymkata“-Regisseur Robert Clouse, der einige Jahre vorher bereits den Hunde-Horrorfilm „The Pack“ gedreht hatte. Durch die Deterritorialisierung der Geschichte in die unbekannte, – da nie im Film verortete oder angesprochene – Großstadt, ein schwaches Script bar jeder Sozialkritik, entschärfte Gewaltszenen und wenig beeindruckende Ratten war Herbert selber seinerzeit nicht gerade angetan von diesen 87 Minuten Tierhorror – doch wie sieht es 40 Jahre später als Genrefan aus?
 
 
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Zuerst einmal sei die technische Auswertung des neuen Mediabooks aufgeführt, die auf der einen Seite zwar mit meist scharfen Bildern und satten Farben punkten kann, dafür aber erhebliche Soundprobleme mit schwankenden Lautstärken oder schlichtweg unverständlichen Dialogfetzen aufweist, im Originalton zumindest. Das Booklet ist höchst informativ und lesenswert ausgefallen, auch die umrandenden Stills gefallen, dafür ist das Menü wieder absolut lieblos und erinnert an Red Edition-DVD-Zeiten. So lobenswert die generelle Verfügbarkeit solcher alten B-Movies also auch ist, dieses Vollpreis-Mediabook ohne Untertitel ist mal wieder eine gemischte Tüte. Der Film selber beginnt mit herrlicher 80s-Studentenmode und einem Univortrag über Ratten, in denen natürlich auf ihre Funktion als Spiegel für den Menschen hingewiesen wird, da ihr Vorkommen Hand in Hand mit verdreckten Umgebungen und Müllhaufen einhergeht. Derlei an Ökohorror erinnernde Ansätze gehen im weiteren Script allerdings ziemlich sang- und klanglos unter, da der Film diese Ambitionen überhaupt nicht hat. Nachdem eine junge Blondine etwas mit ihrem Dozenten flirtet, geht es auch schon direkt um eine abgelaufene Maislieferung, die als „health hazard“ eingestuft wird und vernichtet gehört – zu spät ist es da allerdings schon für die lokale Hafenrattenpopulation, die sich an Steroiden, genmanipulierten Maiskörnern oder sonstwas kräftig gefuttert hat, und sich nun direkt zu Beginn als recht peinliche Gummipuppenarmee entblößt, die – mit unangenehm laut und schrill abgemischten Sounds – einer Katze auflauert.
 
 
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Die eine hübsche Einstellung des Films ist dann die eines Tunnels mit Gegenlicht, durch den ein Jeep fährt – erzählt nichts, sieht aber gut aus. Im Scheinwerferlicht des dunklen Tunnels schreit eine auffallend hässliche Rattenpuppe, ernst zu nehmen ist das nicht, aber die Hoffnung auf ein charmant-trashiges Creature-Feature stirbt zuletzt. Der Soundtrack trägt jedenfalls zur Unterhaltung und Verwirrung bei, mischt er doch nach wenigen Minuten bereits erhebende, mystische und quietschende Sounds, Trompeten, Klaviere, Geigen und Synthesizer wild durcheinander. Derweil schwärmt unsere unsympathische junge Dame ihrer Freundin davon vor, wie viel besser ihr Dozent Paul Harris – gespielt von Sam Groom, den man allenfalls aus „Deadly Games“ kennen könnte – doch wäre, als ihr Freund Matt; stößt dabei allerdings auf sehr wenig Verständnis: „You got your own car, you’re cheerleader, what more do you want?“.
 
 
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Ähnlich (un)freiwillig komisch wird es, wenn zur Abwechslung mal ein paar echte Ratten gezeigt werden, wie sie einfach nur rumsitzen, aber schrille Synthies blanken Horror implizieren sollen – die machen doch gar nichts, lass sie doch rumquietschen. Die junge Liz passt auf Baby Caroline auf, weshalb sie die befreundete Gruppe hungriger Studenten alleine losziehen lässt, um aufzupassen. Zu einem entspannten Hintergrundsong wird noch gelacht und sich verabschiedet, dann setzt auch schon ein wildes Klavier ein, blutige Tatzen werden gefunden, ein grelles Schreien, Reißzoom, Feierabend. „One of these days you’re gonna get that sweet ass of yours nailed to the wall, hehe!“, lacht der sexistische Vorgesetzte unserer zweiten Protagonistin, der Gesundheitsinspektorin Kelly Leonard, gespielt von Sara Botsford – die man in „Tremors 4“ oder dem Whoopi Goldberg-Vehikel „Jumpin‘ Jack Flash“ schonmal gesehen haben könnte. Für die richtige und wichtige Anweisung zur Zerstörung der abgelaufenen oder kontaminierten Ware soll sie sich nun tatsächlich beim Bürgermeister entschuldigen, was sie aber natürlich nicht einsieht.
 
 
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Die letzte storytechnische Hürde bzw. ausstehende Exposition vor dem regelmäßigen Auftreten der Nager, so sollte man meinen, ist nun noch der ganze Untreue/Dozentenplot – nachdem sie die verzweifelten Klärungsversuche ihres Freundes nämlich abblockt, macht sich die junge Frau direkt schamlos an ihren Dozenten ran, wird aber selber zurückgewiesen. Paul, der seine Moral quasi bewiesen hat, wandelt sich in diesem Moment vom Love Interest zum Hauptprotagonisten, während Kelly derweil einem Pest Control-Mitarbeiter – gespielt von niemand geringerem als Schauspiellegende Scatman Crothers (The Shining, One flew over the cuckoo’s nest etc.) – die undankbare Aufgabe erteilt, alleine nach Ratten in den Abwasserkanälen der Stadt zu suchen. Und die Ratten selber? Nun, nachdem man bisher in erster Linie Gummipuppen und einzelne Shots echter Ratten begutachten durfte, offenbart sich die Hauptinszenierung der felligen Viecher nun tatsächlich als ziemlich originell und possierlich, da man sich hier dazu entschieden hat die Ratten, die im Roman ja so groß werden wie Hunde, einfach von Hunden in Rattenkostümens spielen zu lassen. Das sieht natürlich unnatürlich aus, nimmt jede Chance auf Nahaufnehmen oder realistische Bewegungen und fliegt bei jeder etwas zu langen Aufnahme auch spätestens auf, lieber als CGI-Rattenschwärme wie bei „Junkyard Rat Train“ ist mir das allerdings schon. Und so rennen also zahlreiche Dackel und Terrier durch die teils unterbelichteten Gänge und einzig das omnipräsente Quieken vom Band sowie die Umgebung erinnern daran, dass es sich hier noch um Ratten handeln soll.
 
 
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Doch so spaßig und kauzig der fluchende Scatman Crothers auch ist, so witzig-unbedarft und trashig teilweise das Schauspiel von Sam Groom oder einigen Nebendarstellern, so süß die Hunde im Rattenanzug teils auch sind, nach rund 50 Minuten verringert sich das breite Grinsen dann doch in ein müdes Lächeln. Sympathisch und interessant erzählt finde ich es auch, dass unser Protagonistengespann erst nach knapp einer Stunde zusammen findet, den Fall ernst nimmt und versucht etwas zu unternehmen, während wir vorher noch beiden unabhängig gefolgt sind, als Teil von mehreren möglicherweise wichtigen Charakteren. Auch wenn ich nicht die Art Fan bin, die vor Ungeduld an die Decke steigt wenn nur noch 30 Minuten Film fehlen und die Zeit gerade verliebt, händchenhaltend, sich im Park küssend und mit kitschiger Musik verbracht wird, so könnten inzwischen wirklich mal die titelgebenden Ratten aus der Dunkelheit das Ruder übernehmen. Zumal die Einstellungen von u.a. „Rabid“, „Death Ship“ und „Visiting Hours“-Cinematograph René Verzier zu selten in Erinnerung bleiben, als dass man sich auf ihnen ausruhen könnte.
 
 
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Hässliche Innenausstattung, eine gruselige Puppensammlung im Hintergrund, eine zu zähe Sexszene mit Nippelleck-Einstellungen in bester Softporno-Manier und ein immer wieder rauschendes Mikro – man muss sich seinen Unterhaltungsfaktor in diesen Momenten schon selber zusammensuchen, aber aktiv nervig wird es immerhin auch nicht. Nachdem die Theorie mit den großgewachsenen Riesenratten auch endlich mal angekommen ist und eine absolute Blitzbirne von Rattenprofi erst meint, dass man eine Rattenpopulation immer nur kontrollieren, nie aber zerstören könnte; gefolgt von der Aussage dass die beiden kein Problem damit haben sollten, die Viecher auszulöschen, näheren wir uns dann auch endlich in großen Schritten dem letzten Akt. Dass unsere notgeile Studentin sich wirklich noch ungefragt und gegen Pauls Willen in sein Bett legen muss, um seine mögliche Beziehung maximal zu sabotieren ist noch ein weiteres trauriges Highlight dieses Nebenplots, wobei sämtliches Mitleid für diese missliche Lage dann verschwindet, wenn er selber nichts bis auf „I didn’t know you were here“ entgegen zu setzen hat, was der Situation überhaupt nicht dienlich ist. Nichtsdestotrotz juckt mich dieser ganze Eifersuchts/Untreue-Plot rund um Paul als Dozent, Vater und Liebhaber deutlich mehr, als der um die Ratten.
 
 
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Etwas Quietsch, etwas Klavier und finalement wird die neue U-Bahn eröffnet, natürlich mit Kelly, Sohnemann, dem Bürgermeister, etlichen Zivilisten und einer Horde hungriger Ratten am Start. Während einer Kinovorstellung von „Enter the Dragon“ (Ha-Ha) gibt es den ersten Angriff zu bewundern, hier noch mit vielen Kreischerei und schleimigen Bluteffekten, aber ohne wirklichen Splatter, fürs eigentliche Finale im U-Bahn-Schacht allerdings hat man sich nicht lumpen lassen und spendiert einige nette Fressszenen, zerstochene Ratten oder leicht splattrige Einstellungen, die in der Tat den gesuchten, trashigen-charmanten Spaßfaktor verbreiten. Vor einem Baby wurde keinen Halt gemacht, die Eigenschaften der Charaktere sind den Ratten egal, weshalb es keine Moral oder ausgleichende Gerechtigkeit für irgendjemanden gibt – ein paar zynische Spitzen oder leicht ruppige Momente sind hier schon zu finden. Doch so aussichtslos, fies und das Original noch übertreffend wie ganz am Ende, ging es in „Night Eyes“ dann doch nie zu und immerhin dafür gilt es kurz vor den Credits noch einmal etwas Respekt zu zollen.
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Zäher, gemächlicher und nie wirklich bedrohlicher Tierhorror-Film ohne den Mehrwert der Vorlage, der sich dafür aber recht interessant und unüblich erzählt. Als Genrefan kann man bedenkenlos einen Blick wagen, sollte aber keinen Hit erwarten.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Zensur

 
 
 
„Night Eyes“ ertschien in Deutschland nur geschnitten ab 16 Jahren im Kino, auf VHS sowie im TV. Ob die damalige DVD-Auflage geschnitten war, ist unbekannt. Die aktuell auf Blu-ray und DVD erhältliche Fassung im Mediabook und im KeepCase ist komplett. Die drei Mediabooks und die KeepCase-Auflage sind auf jeweils 500 Stück limitiert. Auf dem Cover ist noch der alte FSK18-Stempel zu sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deadly Eyes; Kanada 1982

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase

Extras: Trailer, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: Mediabook Cover A + B: 03.12.2021 | Mediabook Cover C: 18.02.2022 | KeepCase: 10.03.2022

 

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NIGHT EYES – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Insel der Ungeheuer (1976)
 
Die Stunde der Ratte (1989)
 
Ratten 2 – Sie kommen wieder! (2004)
 

Filmkritik: „Spasmo“ (1974)

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SPASMO

Story

 
 
 
Nachdem Christian einen scheinbaren Killer in Notwehr erschossen hat und dessen Leiche spurlos verschwunden ist, fühlt er sich konstant verunsichert. Als eine mysteriöse, am Strand liegende Frau ihm eine Karte hinterlässt, geht er seiner Vermutung auf den Grund…

 
 
 


 
 
 

SPASMO – Kritik

 
 
Nach längerer Zeit mal wieder einen authentischen, italienischen Giallo aus den Siebzigern zu sichten ist jedes Mal aufs Neue eine hoch ästhetische und lohnenswerte Erfahrung, denn was Farben, Settings, Mode und Kameraarbeit angeht, macht den Italienern der Dekade so schnell einfach niemand etwas vor – doch ob Umberto Lenzis „Spasmo“ auch inhaltlich etwas zu bieten hat, das wusste ich vor der Sichtung absolut nicht. Wie viele italienische Genreregisseure scheint Lenzi am bekanntesten für seine Kannibalenfilme geworden zu sein, obwohl er auch etliche Western, Monumentalfilme, Thriller und andere Horrorfilme gedreht hat – mein erster Berührpunkt mit seinem Oeuvre aber war nun tatsächlich dieser stilsichere Psychothriller und ich muss sagen: Gerne mehr davon!
 
 

„Das ist alles so absurd, so absurd und gefährlich!“

 
 
Ein lederjackentragender Jüngling fährt mit der Honda seine Freundin durch die pittoreske Berglandschaft, einzig das folgende Rummachen auf der Autorückbank wird jäh von der Entdeckung einer gruseligen, am Waldrand aufgehangenen, menschengroßen Puppe unterbrochen. Zu betörenden Klängen der traumhaften Morricone-Score starten die stimmungsvollen Credits zu weiteren halbnackten Frauenpuppen, anschließend stößt ein Pärchen, bestehend aus Xenia (Suzy Kendall) & Christian (Robert Hoffman), am Strand auf eine Frau namens Barbara, die im ersten Moment tot erscheint. Statt – wie üblich – den von dieser mysteriösen Begegnung ausgehenden, erst mit seinen Andeutungen und Fragezeichen lange Zeit Spaß machenden, dann aber etwas zu repetitiv oder langsam verlaufenden Plot weiter nach zu erzählen, werde ich aus Spoilergründen stattdessen nur einen groben Abriss der folgenden ~90 Minuten wiedergeben, da man diesen, leicht noirigen, leicht mysteriösen, nicht auf die üblichen Tropen zurückgreifenden Film am besten möglichst unvorbereitet guckt.
 
 
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Erwartungsgemäß gilt es durchgängig die Farben, Bilder, Perspektiven, Tapeten, Lampen, Leinwände, Vorhänge, sprich, Setdesigns sowie Landschaftsaufnahmen zu würdigen, die der vielbeschäftigte Cinematograph Guglielmo Mancori, der unter anderem auch für Fulci gearbeitet, oder die Bilder in Franco Prosperi’s „Wild Beasts“ gezaubert hat, versiert zu verewigen wusste. Sowohl die nächtlichen Hafenimpressionen und Küstenumgebungen, als auch das nach den 70ern schreiende Hotel- und Badezimmer; die mit ausgestopften Raubvögeln vollgestellte Wohnung samt knallroten Türen, oder die POV-Aufnahmen des Killers, alles davon wurde stillvoll und durchdacht aufgenommen, was auch bei durchhängender Dramaturgie einen Eigenwert bietet. Doch statt einen allzu generischen oder unspektakulären Fall durch audiovisuelle Schmankerl zu veredeln, dürfte jegliche kurzzeitig aufkommende Langeweile oder Ödnis eher aus der zugrundeliegenden Struktur des twistreichen und nicht gerade gewöhnlichen Scripts stammen, denn aus einer fehlgeleiteten Inszenierung. So gibt es trotz eines kleinen Casts mit nur elf Charakteren mehrere zu verfolgende Fährten, glaubt man dann, die Story durchschaut zu haben, entpuppt sie sich als noch düsterer und unerwarteter, als vielleicht gedacht.
 
 
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Zwischen Eifersuchtsgeschichten mit überraschend wenig Erotik für die Zeit und das Genre, paranoider Alptraumstimmung, psychedelischen bis synthielastigen Musikeinlagen vom Meister, verschwindenden Leichen, Verfolgungsszenen mit komplett geschrotteten Autos und klassischen Giallo-Trademarks wie dem erinnerten, wichtigen Detail, Kindheitstraumata oder sexuell aufgeladener Puppenverstümmelung dürften gerade Genrefans also mehr als glücklich werden. Im zweiten Akt wird ziemlich viel erfolglos rumgefahren, man könnte sogar sagen Zeit geschunden, doch das irrwitzige Finale, die Auflösung und das komplett aus seiner Zeit stammende Ende wissen dies absolut zu vertrösten.
 
 


 
 
 

SPASMO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Stilsicherer, überraschender, etwas gemächlicher Giallo mit hübschen Sets, ungewöhnlicher Fokussetzung, starker Score und gut aufgelegtem Starcast.
 
 


 
 
 

SPASMO – Zensur

 
 
 
„Spasmo“ erschien schon mehrere Male im deutschsprachigen Ausland auf DVD und Blu-ray. Diese Fassungen waren zwar ungeschnitten aber auch FSK-ungeprüft. Das hat sich nun geändert, denn der Anbieter CMV Laservision hat den Giallo im August 2021 von der FSK prüfen lassen und erhielt in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SPASMO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV Laservision (Blu-ray im KeepCase)

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(c) CMV Laservision (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spasmo; Italien 1974

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Italienisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Marcus Stiglegger, Interview mit Umberto Lenzi, Werbematerial & Poster (Slideshow), Isolierter Titeltrack | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 12.11.2021 (Neuauflage) | KeepCase: 10.12.2021

 

Spasmo [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Spasmo [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SPASMO – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei CMV Laservision)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet for Honeymoon (1970)
 
Das Geheimnis der blutigen Lilie (1972)
 
Das Haus im Nebel (1972)
 
Das Parfüm der Dame in Schwarz (1974)
 

Filmkritik: „Berserker“ (1987)

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BERSERKER

Story

 
 
 
Sechs Teenager brechen auf, ein idyllisches Wochenende in Rainbow Valley zu verbringen, doch eine nordische, bluttriefende Mythengestalt macht ihnen einen Strich durch die Rechnung…

 
 
 


 
 
 

BERSERKER – Kritik

 
 
Jefferson Richards dritte und letzte Regie-Arbeit nach dem Familiendrama „In Search of a Golden Sky“ und dem Crime-Thriller „Rigged“ kann in seinen besten Momenten den relativ „hohen“ Erwartungshaltungen von käsiger 80s-Unterhaltung mit bekloppter Story, dicker Atmosphäre und schrillen Synthesizern gerecht werden, scheitert dann aber doch an der Bewältigung zu oft gesehener Genre-Krankheiten. Ob das Gesamtwerk dabei immer noch sehenswert bleibt, oder aber zurecht in Vergessenheit geraten ist, klären meine folgenden Eindrücke.
 
 
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In der, im 10. Jahrhundert spielenden, Eröffnungsszene zwischen unaufhörlich blasendem Wind und dicken Nebelschwaden legt ein Ruderboot an, bevor ein muskelbepackter, oberkörperfreier, blutiger Typ mit Wolfsgebiss in die Nacht knurrt, böse brüllt und die Titlecard heraufbeschwört: „Berserker – The Nordic Curse“. Ein (echter!) Bär ist von der Seite zu sehen, wie er gutmütig durchs Bild läuft, dann ein zerkratzter Rücken, haarige Beine, dann ein allzu offensichtliches Latex-Prop. Die gequälten Synthesizer setzen wie erwartet ein, Nahaufnahmen des blutigen, aufgerissenen Mauls folgen, Blut tropft von (oder aus?!) den Reißzähnen, bei allem Trash-Gehalt verfehlen diese Szenen ihre Wirkung jedoch nicht.
 
 
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Nach diesen drei Minuten martialischen Openers wird zu einem alten Paar geschnitten, das beim Camping/Angelausflug herzerwärmend Händchen haltend spazieren geht, dabei jedoch scheinbar die Zeit vergisst oder sich massiv verläuft, da es auf einmal Mitternacht ist und die armen Leute, aus Sicht des Berserkers gefilmt, Blut ins Gesicht gespritzt bekommen, was wohl ihr Ableben symbolisieren soll. Dazu gesellen sich erneut Aufnahmen des süßen und echten Grizzlybären, der offensichtlich unbeschwert seines Weges läuft und keine Ahnung hat, in was für eine Produktion er hier geraten ist.
Nachdem die Etablierung des Antagonisten samt Opening Kills also zackig in den ersten fünf Minuten abgehandelt wurde, startet „Berseker“ nun gut gelaunt mit 80s-Rock, breit grinsenden Protagonisten, ausgelassener Ferienstimmung und idyllischer Landschaft, da es natürlich eine Gruppe junger Erwachsener in des Berserkers Wälder verschlägt, um dort zu Campen. Der unter anderem aus „Alligator“, John Carpenter Filmen oder „Maniac Cop“ bekannte John F. Goff kommt als Officer vorbei, ignoriert aber die offensichtlichen Anzeichen von Trunkenheit am Steuer und Drogenbesitz, konzentriert sich stattdessen nur auf die Vermüllung der Umwelt, die die Truppe fleißig betreibt. Eine Szene später und angekommen am Campground von „Rainbow Valley“ trifft die Gruppe nun auf Schauspiellegende George Buck Flower, auch ein Carpenter-Liebling, als „Papi Nyquist“, ein kauziger Charakter mit dicken Akzent, der erneut auf die Umwelt hinweist und den Verdacht eines „Long Weekend“-mäßigen Ökohorrors aufkommen lässt.
 
 
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Doch abseits der ersten 5 Minuten ist von Horror jetzt erst einmal weit und breit nichts zu sehen, was auch gut so ist, da die folgenden Minuten ein reiner Genuss für jeden Freund von 80s-Käse sind: Schmissige Rockmusik, herumalbernde Darsteller in Rollen, die 5 Jahre jünger geschrieben wurden, dabei wie sie gefährlich Quadfahren, sich homoerotisch oberkörperfrei mit Bier vollspritzen, oder gar den Zuschauer teasen – eine der Schönheiten der Gruppe tut so, als würde sie vor der Kamera ihr Top ausziehen, tut es dann aber entschieden doch nicht. Eine spaßige und kurzweilige Montagesequenz, auch ein letztes leichtherziges und kurzweiliges Durchatmen, bevor der Film langsam aber sicher ruhiger und ernster wird. Das beginnt mit der obligatorischen Lagerfeuer-Horrogeschichtenszene, in der der Mythos um den titelgebenden Berserker etwas beleuchtet wird, geht dann aber unerwartet ruhig, langsam und ernst weiter mit einer fast schon dramatischen, lakonischen, nächtlichen Szene, in der Papi und Officer Hill Schach spielen und sich über ihre verstorbene Verwandschaft, ihre Rückenschmerzen und den Alkoholismus austauschen.
 
 
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Die gesamte erste halbe Stunde, der gesamte erste Akt dieser recht kurzen 85 Minuten sind also stimmig, kurzweilig, sehenswert und als gelungen zu erachten, doch wo bleibt nun die eigentliche Horror- oder zumindest Creature-Komponente? Und was hat der Bär, im Abspann sogar credited als „Bart the Bear“ mit all dem zu tun? Nun, vor sechs Jahren, so erzählt ein Mitglied unserer sechsköpfigen Gruppe, gab es einen Vorfall, bei dem ein kleines Mädchen von einem „Bären“ angegriffen wurde, dazu blendet der Film Aufnahmen von Bart ein, wie er scheinbar den Mond anbrüllt. Ist der Berserker also vielleicht völlig woanders unterwegs und ein riesiger red herring?
 
 
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Jugendliche Streiche und Rummacherei, unbehagliches Toilettensuchen im kalten Wald und laute 80s-Musik in der Holzhütte füllen die nächsten zehn Minuten, bevor kurz vor der Halbzeit die erste Sex-Szene sowie natürlich, damit einhergehend, die ersten Kills zu begutachten sind. Und während die Synthies wie erwartet gellend schreien dürfen und dank der erneuten POV-Variante auch keine billige Kreatur auffällt, so enttäuschen die Tötungen selber effekttechnisch leider doch sehr, da hier einfach nur ein paar Krallen blutige Striemen hinterlassen, welche dann scheinbar tödlich sind.
Da die Atmosphäre in den düsteren, nebligen Wäldern immer wieder stimmt, man mit einem süßen Bären, guter Musik und etwas Nacktheit vertröstet wird, echte Charakterdarsteller in den Nebenrollen gecastet wurden und die Erwartungshaltung nie sonderlich hoch war, kann man sich als Genrefan definitiv auch durch die nächste halbe Stunde retten – doch leider ist hier, in der Mitte des Films, definitiv der meiste Leerlauf und repetitivste, langweiligste Abschnitt zu finden. Dialoglos wird durch die wenig spannend eingefangenen Außensets gelaufen, allzu zäh gestaltet sich das verletzte Rumstolpern und Veräußern halbgarer Dialoge.
 
 
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Aber aber, kurz bevor mein Interesse ganz abgebaut hatte und ich mich nur noch durch den dritten Akt quälen wollte, folgt noch ein unerwartetes Highlight: Nach einer überraschend ehrlichen und gut geschriebenen Dialogszene nämlich bricht plötzlich ein Kampf aus, in dem sich ganz offensichtlich ein echter Mensch mehrere Minuten und Einstellungen lang mit einem echten Bären geprügelt hat, bzw. mit ihm rangelte. Und das ist nicht nur meist überzeugend verschnitten, auch wenn sichtlich und munter zwischen zwei verschiedenen Bären, nämlich einem Grizzly und einem Braunbären, sowie einem Fake-Gebiss, gewechselt wird, sondern vorallem verdammt beeindruckend bis beunruhigend zu sehen, wie dieses riesige Tier mit seinen potentiell tödlichen Pranken hier „spielt“ und es wirklich aussehen lässt, als könnte man schon mal den Sarg bestellen.
 
 
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Ein funkiger, grooviger Song mit Saxophon darf nicht fehlen, ein erst herrlich unpointiertes, dann natürlich noch per Twist einen draufsetzendes Ende auch nicht, die Ruhe nach dem Sturm, das böse Grinsen am Ende, Feierabend. Was bleibt zu sagen? „Berserker“ leidet an seiner Mitte und dem Weg zum Finale, diese „Kampf“-Szene zwischen Mensch und Tier allein macht den Film aber fast schon sehenswert. Ob man der ersten halben Stunde – und somit dem gesamten Film – was abgewinnen kann, das liegt wohl in erster Linie an der 80s-Affinität was Musik, Mode, unbedarftes Schauspiel und unbeschwerte Atmosphäre angeht. Ich war hier deutlich zufriedener, als in vielen Konkurrenzwerken.
 
 


 
 
 

BERSERKER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
30 Minuten feinster Achtziger-Käse, 30 Minuten unspektakuläres bis langweiliges durch den Wald laufen, dazu ein einmalig dressierter Kampf, ein süßer Bär, etwas Camp-Slasher-Stimmung, starke Schauspiel-Urgesteine am Rand und ein schmissiger, die Stimmung hoch haltender Soundtrack. Stellenweise trashig, dann wieder durchaus atmosphärisch und ansprechend inszeniert.
 
 


 
 
 

BERSERKER – Zensur

 
 
 
„Berserker“ erschien auf Videokassette in Deutschland ungeschnitten. Dennoch stand der Streifen von 1990 bis 2015 auf dem Index. 2019 folgte die erste deutsche DVD-Veröffentlichung durch Great Movies. Die Fassung auf der Scheibe bot die unzensierte Fassung. Genau ein Jahr später wurde „Berserker“ zum ersten Mal auf Blu-ray veröffentlicht. Mittlerweile ist der Backwood-Slasher nicht mehr indiziert und kann ungeschnitten mit rotem FSK-Stempel im Handel gekauft werden. Der Sammler hat die Wahl zwischen der DVD und der Blu-ray.
 
 
 


 
 
 

BERSERKER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics / daredo (Soulfood) (Blu-ray im KeepCase)

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(c) White Pearl Classics / daredo (Soulfood) (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Berserker; USA 1987

Genre: Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Originaltrailer, Artworkgalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Fotos und weiteren interessanten Zusatzinformationen

Release-Termin: Mediabook: 21.02.2020 | KeepCase: 08.10.2021

 

Berserker [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Berserker [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BERSERKER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies / daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maneater – Tod aus der Kälte (2015)
 
Bear (2010)
 
Backcountry – Gnadenlose Wildnis (2014)
 

Filmkritik: „Die Insel der Ungeheuer“ (1976)

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DIE INSEL DER UNGEHEUER

(THE FOOD OF THE GODS AND HOW IT CAME TO EARTH | THE FOOD OF THE GODS)

Story

 
 
 
Chemikalien blubbern aus dem Boden einer Insel vor Kanadas Küste und werden vom gottesfürchtigen alten Farmerehepaar Skinner mit einem Geschenk von ganz oben verwechselt. Sie verfüttern den üblen Stoff an ihr Nutzvieh, Hühner bevorzugt, und werden hernach Zeugen von deren Riesenwachstum. Hallelujah! Footballspieler Morgan (Marjoe Gortner) nebst Mannschaftskollegen, ein schwangeres Pärchen (Tom Stovall und Belinda Balaski, sie aus PIRANHA, also erfahren mit Tierhorror), ein Hundefutterfabrikant (Ralph Meeker) und eine Wissenschaftlerin bereisen die Insel mit den unterschiedlichen Absichten auf den Seelen. Die kommerzielle des Pressfleischherstellers ist davon die offensichtlichste und abstoßendste. Nun haben in der Zwischenzeit mannshohe Nagetiere das Regiment übers Eiland unternommen. Die ungleichen Leidensgenossen verschanzen sich im Haus der Skinners und stehen mitten im Krieg gegen die Riesenratten.

 
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Kritik

 
 
Mr. BIG. Initialen des Bert Ira Gordon, die sich ihr Besitzer zum Markenzeichen machen sollte. Größer, monströser, wilder. Eine haarige Spinne (DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE, 1958), die durch in der Highschool-Turnhalle gespielte Rock ’n’ Roll Musik wächst und wächst, mutierte Zyklopen mit nicht zu leugnendem Aggressionsproblem (DER KOLOSS, 1957) oder eben die Kreaturen aus Wald und Flur im heute behandelten Schlockbomber DIE INSEL DER UNGEHEUER, Gordons sehr freier und verknappter Interpretation einer Geschichte von Fantasy- und Sci-Fi-Urvater H.G. Wells. Für Adaptionen des klassischsten aller Science-Fiction-Autoren war der Amerikaner ein Spezialist. Das erkannte man auch bei der Kult-Autokino-Filmschmiede American International Pictures und erteilte Mr. Big den Auftrag, seine preisgünstigen und trotzdem überzeugenden Fähigkeiten doch in eine etwas zeitgemäßere Verpackung zu wickeln. Der Film wurde zu AIPs erfolgreichstem Produkt der Saison und sein Regisseur wird, so Gott will, zur Belohnung für seinen Output hundert Jahre alt werden. Lang ist das nicht mehr hin.
 
 
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Hauptdarsteller Marjoe Gortner ist geschlagen mit einer Optik zwischen David Hasselhoff, Mike Krüger UND Thomas Gottschalk, also gleich beiden Supernasen. Auch sonst ist er ein außergewöhnlicher Mensch. Kein Eintrag seiner Filmographie kann guten Gewissens mit dem – wie wir Psychologen wissen – problematischen Wörtchen „normal“ gekennzeichnet werden. Da gab es Riesenvieh-Horror wie den Film, über den Sie gerade lesen, einen fiesen Auftritt im Seventies-Mainstream-Katastrophen-Reißer ERDBEBEN oder einen ebenso geisteskranken wie budgetschwachen KRIEG DER STERNE-Raubfilm namens STAR CRASH. Der natürlich aus Italien kommen musste. In dem spielt sogar der junge Hasselhoff selbst mit. Schwer auseinander zu halten, diese beiden permanent brünstigen Afro-Elche. Seinen größten Auftritt hat der charismatische Knallkopf aber in einer legendären Dokumentation. In MARJOE führt Gortner vor, wie er als Kinderprediger jahrelang frenetisch-gläubige Kirchengemeinden in den amerikanischen Südstaaten um ihr Erspartes brachte. Als junger Kerl, vom eigenen Vater um die Beute aus der evangelikalen Gläubigenmelkung gebracht, lebte er halbjährlich als Hippie in Kalifornien und zog das andere halbe Jahr zurück in den Süden, wo er den Hinterwäldlern gegen bare Münze das Seelenheil aufbesserte.
 
 
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Der „Golden Turkey Award“ der Gebrüder Medved – ging in ihrem Buch (also der ersten Sekundärliteratur zum Phänomen Trash-Kino) auch an „Die Insel der Ungeheuer“. Ausgezeichnet wurde er als der mieseste Rattenfilm. Kann man das so unterschreiben? Bedingt. Rattenfilm ist das Kleisterwerk sowieso erst in seiner zweiten Hälfte, der sparsamen und leider merklich entschleunigten Belagerungssequenz. Entschleunigt aber nur dann, wenn Marjoe nicht brüllend durchs verranzte Gehöft rennt und unintelligent Getier aufscheucht. Vorher ist der Film ein brillanter Lehrfilm für angehende Tricktechniker. Behandelt wird die Frage, wie man analoge Spezialeffekte besser nicht zur Schlussmontage in den Schneideraum gibt. Wir sehen den kernigen Star im Kampf gegen einen riesenhaften Gockel. Damit ist ausnahmsweise wirklich das Vogelmännchen gemeint. CGI gab’s noch lange nicht. Was es aber auch 1976 schon gegeben hätte, heißt Sorgfalt. Die hat man aber im Auto gelassen und so ist der Kampfhahn ein Konstrukt aus Pappe und Federn, dessen sich der lockige Landpfarrer erwehren muss. Es ist wundervoll. Ratten durfte der FX-Pappdeckelrührer auch basteln – aber nur für die Nahaufnahmen und die Angriffe der fiesen Beißer. Man stelle sich die armen Produktionshelfer vor. Dunkelheit, nasses Matschwetter auf einer versprengten Insel vor British Columbia. Endloses Knien, dann zottige Riesenrattenköpfe in das Auto eines gleich totgebissenen Landwirts schieben. Liebe Leser, diese Production Assistants sind für Ihre Unterhaltung durch den Morast gekrochen. Die Methode der Rückprojektion wird ebenfalls ausgiebig genutzt. Killerwespen, natürlich auch per Videoschnitt aufgeblasen, und weitere Ratten werden an die Wand gestrahlt. Die tapferen Humanoiden bekämpfen dann diese Wände. Das sieht so beknackt aus, wie es klingt. So fünfzehn Dollar mehr hat dann das nachträgliche Reinkopieren der Bestien in das fertige Filmmaterial gekostet. Mehr definitiv nicht. Woran nicht gespart wurde, war Kunstblut. Man tobt sich regelrecht aus. Stellenweise erinnert das Geschäume an den US-Frühsplatter von Herschell Gordon Lewis. Warnung: Eine American Humane Association gab es in ihrer heutigen Form noch nicht und so werden leider auch echte Ratten in den Tierhimmel befördert. Also nix für Halter von Haustiernagern, der Film. .
 
 
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DIE INSEL DER UNGEHEUER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
DIE INSEL DER UNGEHEUER versucht den Brückenschlag zwischen einem klassischen Genre für Trashliebhaber, dem Fifties-Monsterfilm nämlich und der härteren Horrorshow der Siebziger. Das Experiment gelingt in Ansätzen sogar so, wie es sich die Macher gedacht haben dürften, unterhält aber noch mehr durch seinen Nostalgiewert. Der setzt sich, wenn heute unter die Lupe genommen, aus den gebündelten Geschmacklosigkeiten beider Jahrzehnte zusammen und trifft ins Schwarze. Dazu die Besetzung. Neben Prediger-Unikum Gortner schlafwandelt Film-Noir-Idol Ralph Meeker als derber Kapitalist durch das Skript und die fromme Mrs. Skinner wird von Ida Lupino gegeben. Die gilt als eine der ersten unabhängigen Regisseurinnen Hollywoods und dürfte sich in jungen Jahren auch nicht dabei gesehen haben, irgendwann als Chemikalie verkauften Pudding an Hühner zu verfüttern.
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Zensur

 
 
 
DIE INSEL DER UNGEHEUER erschien zur Veröffentlichung auf VHS-Kassette mit einer Freigabe ab 16 Jahren und war ungeschnitten. Auf DVD wurde der Tier-Horrorfilm in Deutschland nie veröffentlicht. Das hat sich aber im HD-Zeitalter geändert. Das österreichische Label NSM hat sich dem Klassiker angenommen und ihm eine würdige Blu-ray-Veröffentlichung spendiert. Die nun erhältliche Blu-ray Disc aus dem Hause NSM RECORDS ist ebenfalls ab 16 und absolut ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover F)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover G)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Food of the Gods; USA 1976

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann, Super-8-Fassung, deutscher Trailer (Recut), Originaltrailer (Recut) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 24-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook (Cover A-G): 08.05.2020 | BD-KeepCase: 25.06.2021

 

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Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DIE INSEL DER UNGEHEUER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Village of the Giants (1965)
 
Die Stunde der Ratte (1989)
 
In der Gewalt der Riesenameisen (1977)
 

Filmkritik: „Gothic“ (1986)

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GOTHIC

Story

 
 
 
In einer stürmischen Sommernacht im Juni 1816 lädt der Dichter Lord Byron die zukünftigen Eheleute Percy und Mary (noch mit dem Mädchennamen Godwin) Shelley, Marys Stiefschwester Claire und seinen Arzt Polidori in sein herrschaftliches Anwesen am Genfer See ein. Die Gruppe gebildeter Oberschichtler verbringt eine intensive Zeit tiefschürfender Gespräche über Unheimliches aus Geschichte und Medizin und Psychologisches, okkultistischer Spielereien und schließlich auch körperlicher Annäherungen zueinander. Am Ende ihrer Zusammenkunft ist in Mary Shelley die Saat zum Verfassen ihres Romans „Frankenstein“ gelegt.

 
 
 


 
 
 

GOTHIC – Kritik

 
 
GOTHIC, ein Film, den man in jenen lange vergangenen Tagen von Fernsehaufnahmen und VHS-Kassetten, nachdem man aus englischsprachiger Filmliteratur gerade den Begriff des, ja, „Gothic Horror“ für die Hammer Studios etc. gelernt hatte, fieberhaft von seinem tristen Suchlistenfilm-Schicksal erlösen wollte. Mancher geifernde Horror-Geek war dann allerdings ein wenig angefressen oder sollten wir lieber sagen überfordert vom raumgreifenden, wuchtigen Stil Ken Russells. Andere lieben Film und Regisseur. Der Engländer ist im November nun auch schon zehn Jahre fort und man könnte glauben, die Horror-Bubble reduziert diesen wirklich phänomenalen Regisseur auf seinen meisterlichen Kirchenquälereien-Schocker DIE TEUFEL, erschienen 1971. Dessen gesuchte Langfassung und die darin vermutlich enthaltenen Grausamkeiten vernebeln so manchem die Sicht auf ein umfangreiches Oeuvre großartiger, bildgewaltiger und mit unterbewussten Traum-Ängsten spielender Filme, das zu jeder Zeit eine Heimkino-Retrospektive verdient.
 
 
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Auch GOTHIC, oberflächlich mit ordentlichem Budget versehenes Ausstattungskino mit Gruselkante, in dem Exzentriker Russell mit Julian Sands und Gabriel Byrne gleich zwei der übelsten Schmierlappen inseleuropäischen Schauspielhandwerks auf einmal aufs Publikum loslässt, wirft eben diesem Publikum die gleichen Fragen zur Existenz selbst, überwindungsbereiter Gesellschaftspolitik und der Instabilität psychischer Schutzmechanismen an die Birne. Sogar die in der Gegenwart heißer denn je diskutierten Geschlechterklischees und Erwartungen daran werden mittels der Figur des schwulen und von Selbstzweifeln zerfressenen Doktor Polidori eingeflochten. Aus dessen Feder stammt der Roman „Die Vampire“, in dem der Mediziner auch die Erkenntnisse aus den Tagen am Genfer See zu verwerten weiß.
 
 
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Ja, das kann der berufswahnsinnige Maestro gut. Sind es Drogen, mentale Überspanntheit oder doch aus dem Dunkel von Unterbewusstsein oder den Tiefen der Schattenwelt angreifende Dämonen, die dem Freundeskreis experimentierfreudiger britischer Jungmenschen diese Tage so in wahrsten Sinne des Wortes unvergesslich machen? So ganz eindeutig wird die Frage nicht beantwortet. Ist aber doch eine schöne Idee, die Wurzel für einen der Genrestartschüsse des Horrors in einer vernebelten Sause von Sex und Opium und spiritistischen Sitzungen verorten zu dürfen, oder?
 
 
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Diese auf wahren Ereignissen beruhende Story, zweifelsohne doch eine veritable Wegmarke der Horrorliteratur-Geschichte, beschäftigt auch nach GOTHIC noch weitere Filmemacher. 1988 erscheint der elegische SCHWARZER SOMMER, gedreht vom subversiven Tschechen Ivan Passer und 2017 die eher seichte Romanze MARY SHELLEY unter der Regie von Haifaa al-Mansour, Saudi-Arabiens erster anerkannter Filmerin, international bekannt geworden durch DAS MÄDCHEN WADJDA.
 
 

 
 


 
 
 

GOTHIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Auch nach über dreißig Jahren noch faszinierendes Portrait einer opiumgeschwängerten Gründerstunde des Horror-Genres. GOTHIC, nicht bloß aufgrund Thomas Dolbys Soundtrack jederzeit als Produkt der aalglatten Achtziger zu erkennen, ist sicherlich nicht der beste Film des wunderbar verrückten Ken Russell, lohnt aber, in einer schönen Fassung wie der vorliegenden ins Regal eingereiht zu werden. Gilt natürlich auch für Fans, die nicht nur Gothic Horror schauen.
 
 


 
 
 

GOTHIC – Zensur

 
 
 
GOTHIC erschien zur Veröffentlichung auf VHS-Kassette noch mit einer Freigabe ab 18 Jahren. Das galt auch für die erhältliche DVD. Alle bis dato herausgebrachten Veröffentlichungen waren aber ungeschnitten. Im Jahr 2013 legte 20TH CENTURY FOX den Film neu der FSK vor und erhielt für den Klassiker eine FSK 16-Freigabe. Das hat sich auch mit der nun erhältlichen Blu-ray aus dem Hause NSM RECORDS nicht geändert. Der Streifen ist trotz Jugendfreigabe ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

GOTHIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 444 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Gothic; Großbritannien 1986

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0, Instrumental DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0 = Deutsche Kinosynchronisation

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Lisi Rusell und Filmhistoriker Matthew Melia (Englisch DTS-HD MA 2.0, Ohne Untertitel), Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann (Englisch DTS-HD MA 2.0, Ohne Untertitel), Isolierte Musik & Audio-Interview mit Komponist Thomas Dolby, Fear Itself – Interview mit Drehbuchautor Stephen Volk (17:26 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), One Rainy Night – Interview mit Kamermann Mike Southon (23:09 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), The Soul of Shelley – Interview mit Schauspieler Julian Sands (17:53 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), Deutscher Trailer (2:41 Min.), Originaltrailer (2:17 Min.), TV-Spot (0:34 Min.), Bildergalerie (4:08 Min. | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit einem Text von Jonas Hoppe

Release-Termin: Mediabook (Cover A-E): 27.09.2019 | BD-KeepCase: 30.04.2021

 

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Gothic [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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Gothic [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover E] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GOTHIC – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mary Shelley’s Frankenstein (1994)
 
Begierde (1983)
 
Crimson Peak (2015)
 

Filmkritik: „Skinner …lebend gehäutet“ (1991)

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SKINNER … LEBEND GEHÄUTET

(POPCORN)

Story

 
 
 
Ein Gesichter wechselnder Killer lässt auf unübliche Weise die Besucher eines William Castle-Marathons über die Klinge springen.

 
 
 


 
 
 

SKINNER – Kritik

 
 
Sphärisch spukende Klänge addieren sich mit beunruhigendem Uhrenticken und eingelegten Gesichtern zu verzerrt surrealen Schreckensbildern, als eine junge Frau, Maggie, wiederholt von Explosionen, dem Tod und einem mysteriösen Mann träumt. Eine Szene später, zum schmissigen Soundtrack, geht’s dann zu Pony und wahnsinnige Hemden tragenden Kommilitonen aus dem Film Department der University of California, die an einem Horrorfilm-Allnighterprogramm arbeiten, in dem den William Castle-Gimmickstreifen, 50er-Jahre Monsterfilmen und allgemein älterer B-Moviekost Tribut gezahlt werden soll. Die Studentengruppe ist dabei realistisch eingefangen, charismatisch gespielt und erlaubt es dem Zuschauer bestens, sich mit den Charakteren zusammen auf das Event zu freuen und Identifikationspotential zu finden.
 
 
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„Dr. M’s movie memorabilia shop“ stellt die nächste Station der Exposition dar und liefert sehr spaßiges Schauspiel von Ray Walston, einen groovigen Reggae-Soundtrack, weitere waghalsige Hemden sowie geschickt und unterhaltsam montierte Vorbereitungsimpressionen später ist nach gerade einmal 13 Minuten Film bereits alles soweit eingerichtet und das Event kurz davor, gestartet zu werden. Der Fund einer scheinbaren Horror-Filmrolle samt blutiger 60s acid-Massenmord-Vorgeschichte triggert Maggies Trauma, scheinbar hat ein gewisser Lennard Gates damals live vor den Zuschauern seine Familie ermordet und dann das Kino niedergebrannt…
 
 
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Mit dieser Vorgeschichte, einem Haufen absolut liebevoll, kreativ, originalgetreu und witzig inszenierter Fake-Horrorfilme aus den früheren Jahrzehnten, Meta-Spielereien, Slasher-Whodunnit-Einschlag und ziemlich einzigartigen Morden versehen, rotiert „Popcorn“ ziemlich schnell einen ganzen Haufen voll Teller, übernimmt sich dabei aber nie. Rätsel- sowie Verlaufsspannung kommen gleichermaßen auf und dank Nebelschwaden, Synthesizern und eines nachvollziehbaren Settings auch stellenweise leicht gruselige Atmosphäre, in erster Linie bleibt dieser Titel aber hängen, weil er einfach eine gute Stunde lang einfach nur Spaß macht. Für Retrohorrorfans gibt es zahlreiche Referenzen, Anspielungen, Zitate und Merchandise-Produkte zu entdecken, Giallo-Fans dürften an den Spielen mit Licht & Schatten, den Silhouetten und Puppen und dem Whodunnit ihren Spaß haben und wenn Tarantino in einem seiner Interviews über Jackie Brown vorschlägt, den Film einfach zum Chillen zu Gucken wenn man keine Freunde da hat, aber was Trinken und Viben will, dann kann ich „Popcorn“ in dem Sinne absolut empfehlen wenn man Lust auf ein Filmfestival, auf eine Nerd-Orgie von Fans für Fans, auf eine gesellige Filmguckrunde hat: Denn anstrengend intelektuell werden die Reflektionen über Zuschauer und die vierte Wand nie, was bietet sich also besser an als sich ohne falschen Scham mit in die Reihen zu drängen die aus johlenden, gackernden, trinkenden, singenden, kostümierten Fans besteht und sich das Horrorspecial zur reinen Belustigung anschaut, ohne sich dem umgebenden Grauen gewahr zu sein.
 
 
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Es gibt einen Pseudo-Jumpscare der tatsächlich witzig ist, einen funktionierenden Running Gag, einige Minuten Reggae-Konzert mit gut abgemischten Tracks und Partystimmung pur, irrwirtzige Szenen im handgemachten Mosquito-Horror-Film-im-Film und inmitten dieser charmanten Liebeserklärung wird dann noch ein mysteriöser, sein Gesicht regelmäßig wechselnder oder gut handgetrickst abziehender Killer aktiv, der, bei allem Humor, ziemlich erbarmungslos vorgeht. Nach etwa 50 der 90 Minuten Laufzeit bemerken auch die Protagonisten, dass etwas im Kino nicht mit rechten Dingen zugeht und nach dem Stromausfall macht die Reggaebang wieder Party, dazu kommen die psychdelischen Traumsequenzen zurück und eine dicke, twistende Offenbarung wird entdeckt – was für ein absolut feierbares Midnight-Movie doch!
 
 
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Eine Kick-Ass Szene mit starken Frauen in der Kinolobby, ein Horror-Insert mit gruseligem Gesicht und ein fieser Kill bestätigen diesen, überwältigend positiven Eindruck des Films noch, doch in den letzten 20 Minuten geht dieser rabiaten, mit Fanservice gespickten Horror- und Kino-Hommage mit spielfreudigem Cast und schierer Kurzweil als Hauptattraktion dann leider doch etwas die Luft aus: Der Killer kriegt zu lange, zu peinliche, zu entmystifizierende Szenen mit kindischem Overacting und macht sich lächerlich, die schlechten Wortwitze zu den jeweiligen Kills haben es zwar schon angedeutet, nie aber war es bisher so drüber. Das Finale ist konstruiert bis zum geht nicht mehr und passt somit bestens in die Kino/Filmset-Kulisse, doch nach so kreativen und teils überraschenden 80 Minuten hätte ich schon etwas Wilderes erwartet als das zu standartisierte, wenig selbstreferenzielle Happy End, in dem selbst der gute alte „Gürtel als Seilbahn nutzen“-Trick nicht fehlen darf. Für diese leichten Ausbremser und Probleme im letzten Akt gibt es Punktabzug – trotzdem noch ein höchst unterhaltsamer Horrorspaß und Genremix, der als Filmfan nur zu empfehlen ist.

 
 


 
 
 

SKINNER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Das Regiedebüt des Porky’s-Darstellers Mark Herrier ist überraschend amitioniert, aufwendig produziert, witzig, gut getrickst, voller Referenzen an eine vergessene Kino-Ära und höchst kurzweilig – eine leicht blutige, leicht witzige, dauerhaft kreative Kinobesuch-Simulator-Wundertüte zum Rudelgucken, die aber auch gut genug ist um alleine genossen werden zu können.
 
 


 
 
 

SKINNER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Skinner …lebend gehäutet“ kam ungekürzt auf Videokassette heraus, landete aber 1992 auf dem Index. Erst Ende 2016 wurde der Film von dort gestrichen. Nun wurde der Film neu geprüft und erhielt in ungeschnittener Form eine Freigabe ab 18 Jahren. Alle Blu-ray-Veröffentlichungen sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SKINNER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV Laservision (Blu-ray KeepCase – Erstauflage)

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(c) CMV Laservision (Blu-ray KeepCase – Zweitauflage)

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(c) CMV Laservision (Blu-ray Mediabook Cover A)

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(c) CMV Laservision (Blu-ray Mediabook Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Popcorn; USA 1991

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabooks

Extras: Original Trailer und TV-Spots, Umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet + Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook 24.11.2017 + 08.12.2017 | KeepCase Erstauflage:
24.11.2017 | KeepCase Zweitauflage: 30.10.2020

 

Skinner [Blu-ray – Erstauflage] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Skinner [Blu-ray – Zweitauflage] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Skinner – Mediabook [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Skinner – Mediabook [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SKINNER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei CMV Laservision)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Behind the Mask (2006)
 
Im Augenblick der Angst (1987)
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Reise zurück in der Zeit (1988)
 
Dämonen 2 (1985)
 

Filmkritik: „Amityville III“ (1982)

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AMITYVILLE III

(AMITYVILLE 3-D | AMITYVILLE 3: THE DEMON)

Story

 
 
 

Journalist John Baxter geht der durch die Vorfälle in Häusern wie dem Spuktempel von Amityville, Long Island ausgelöste Trend, wieder an Besessenheit und Dämonen zu glauben, ganz gewaltig auf die Nüsse. Er macht es sich zur Aufgabe, die zunehmend dreist grassierende Scharlatanerie im Umfeld dieser Phänomene aufzudecken. Über einen Makler bekommt er die Gelegenheit, den Kasten in Amityville käuflich zu erwerben. Nach und nach passieren auch John und den Menschen um ihn herum Dinge, die ihn an seinem unerschütterlichen Glauben an Logik und die aufgeklärte Moderne zweifeln lassen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Kritik

 
 
 
tatsächlichen Familie am Hacken. Da wollen die Macher des dritten Teils nicht in den lauernden Fettnapf treten und bringen eine Geschichte ins Kino, die weniger mit den direkten Erlebnissen ihrer unbedarften Figuren mit einem Haunted House, als an modernen Paranormal-Investigator-Hits wie den INSIDIOUS- oder CONJURING-Reihen verwandt ist. Wobei der skeptische Journalist Baxter nicht, wie etwa die Eheleute Warren, die Monetarisierung des Übersinnlichen im Hinterkopf hat. Er glaubt schlicht nicht dran oder will das zumindest nicht. Als er mit seinem Latein der Vernunft am Ende ist, lässt er seinen Freund Dr. West ins Haus, der sich tatsächlich als Erforscher des Okkulten und Übersinnlichkeits-Ermittler im Sinne der berühmten Warrens sieht.
 
 
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AMITYVILLE III haucht der Story um den Gruselschuppen im Bundesstaat neues Leben ein. Man spart sich, einfach nochmal nur leidende Durchschnittsmenschen gegen die Wand donnern zu lassen und verlagert den Fokus auf den zweifelnd beobachtenden Protagonisten. Sein Kampf gegen die Erschütterungen seiner Einstellungen macht ihn zum Leidensgenossen etwa der diversen innerlich und äußerlich gequälten Priester aus dem Orbit des DER-EXORZIST-Franchise. Eine Ebene, die dem Film sehr guttut. Der Unique Selling Point, wie wir topbezahlten Marketingprofis sagen, liegt bei Erscheinen in den 3D-Tricks, mit denen der Film seinen Zuschauern im Kino die horrortypischen Brocken um die Ohren fliegen lässt. Ja, Anfang der Achtziger ist’s mal wieder soweit und die Industrie entdeckt das Gimmick des plastischen Filmkonsums für sich.
 
 
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Damals lacht man eher über dieses Aufwärmen eines retrofuturistischen Gags aus den Fünfzigern. Keiner ahnt, dass sich im nächsten Jahrtausend mit der 3D-Verwurstung jedes noch so miesen Kinofilms dumm und dämlich verdient wird. Jedenfalls stützen sich die Produzenten des zweiten AMITYVILLE-Sequels so sehr auf ihre Idee, dass die es sogar in den amerikanischen Originaltitel – AMITYVILLE 3-D lautet der nämlich ganz plump – schafft. In kleinen Rollen sehen wir die später zur Prominenz aufsteigenden Neunziger-Schnecken Meg Ryan und Lori Loughlin. Frau Ryan immerhin lange Zeit Garantin für den Erfolg biederer Romantic Comedies, während die letztgenannte Schönheit jetzt im Knast schmort, was aber nix mit dem Film hier zu tun hat. Hier eiern die Mädels auf dem Dachboden mit einem Ouija-Brett herum. Das gibt natürlich Ärger.
 
 
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Regisseur Richard Fleischer, vierzig Jahre lang einer der grundsolidesten Handwerker der Hollywood-Geschichte, dessen Filmographie eine wahre Schatztruhe amerikanischen Unterhaltungskinos darstellt, erlaubt sich auch bei einem vergleichsweise weniger prestigestarken Projekt wie AMITYVILLE III keine groben Fehler. Der Rhythmus stimmt, Atmosphäre hat er auch, die Schocks sitzen wie angegossen und das Extra der Dreidimensionalität trägt zumindest im Kinosaal – zu einem gelungenen Gruselabend bei. Doch auch ohne die krampfhafte Konzentration auf die optischen Späße, mit denen seinerzeit sogar ein Teil von FREITAG DER 13. den ungeschlachten Eishockeyfreund Jason Vorhees seine Machete aufs Publikum niedersausen lässt, ist AMITYVILLE III ein ordentlicher Horrorfilm.

 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zweites Sequel des überraschend erfolgreichen Spukhaus-Hits von 1979, der sich vom Rezept der von Dämonen geknechteten Spießerfamilien wegbewegt und einen zweifelnden Journalisten in den Mittelpunkt rückt. So wirkt AMITYVILLE III gelegentlich wie ein Vorfahr von CONJURING und Co. Gute Entscheidung – guter Film.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Zensur

 
 
 
Offenbar kam AMITYVILLE III nur geschnitten in die deutschen Kinos. Das änderte sich auch auf VHS und DVD nicht, obwohl der Spukklassiker frei ab 16 Jahren war. Erst 2009 brachte Anbieter EPIX den Horrorfilm uncut in Deutschland auf DVD heraus. Nun erschien der Streifen zum ersten Mal in Deutschland in HD. Die veröffentlichte Blu-ray-Fassung im Mediabook und KeepCase ist vollkommen ungeschnitten und ebenfalls frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover A – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover B – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover C – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover D – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover E – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover F – limitiert auf 111 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville III: The Demon; USA 1983

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Anaglyphe 3D-Version, Audiokommentar mit Stephen Jones & Kim Newman, Original Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 30.10.2020

 
 
NSM hat 2019 sechs limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2020 kann man AMITYVILLE III auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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AMITYVILLE III – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Amityville Horror – Wie alles begann (2018)
 
Amityville II – Der Besessene (1982)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 

Filmkritik: „Alien Prey“ (1977)

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ALIEN PREY

(PREY | THE DESTRUCTOR)

Story

 
 
 
Ein Alien in Menschenform bezirzt eine junge Frau, die mit ihrer Freundin auf einem abgelegenen Bauernhof lebt…

 
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Kritik

 
 
Synthies, fette, dreckige Synthesizer spucken frühe, teils quälende Melodien und Quietschgeräusche vor die minimalistischen Credits, ein mysteriöses „I’m now in orbit“ vor schwarzer Leinwand, dann wird der Zuschauer mit der jungen Jessica synchronisiert, da sich beide mit bunten Lichtern aus dem Wald konfrontiert sehen, die in das Schlaf- bzw. Wohnzimmer der erschrockenen Dame, bzw. des amüsierten Zuschauers gelangen. Jessica ist dabei gespielt von Glory Annen, deren größter bzw. einziger Hit wohl „Felicity“ gewesen sein durfte, vor dem sie hier aber ihr Spielfilmdebüt in einer Rolle geben durfte, die sich durch Schönheit und lautes Schreien auszeichnet.
 
 
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Jessica erzählt ihrer Freundin, Josephine, von einem Alptraum über eine Kreatur sowie den sehr realen Lichtern vor dem Haus, per POV-Aufnahme erfahren wir kurz danach auch schon, dass scheinbar etwas im Gebüsch wartet. Furchtbar nachsynchronisierte Stöhner beim lesbischen Rummachen sowie den eher belanglosen Dialogen, kurz darauf wird bei Nacht ein Unbekannter unblutig umgebracht, Vampirzähne blitzen auf, mehr buntes Licht und wir befinden uns gerade einmal 5 Minuten im Film. Soll „Alien Prey“ tatsächlich die skurrile, britische, ideenreiche und kurzweilige 70s-Lesben-Alien-Unterhaltung sein, als die sie beworben wird?
 
 
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Schnitt und der nächste Szenenblock lebt in erster Linie von Jessicas unfassbar intensiv blumiger Bluse, der idyllischen Umgebung, nur mit Vogelgezwitscher unterlegt, und hin und wieder unfreiwillig komischer, verhalten trashiger Unterhaltung, da im langsamen Tempo ein komplett in grau gekleideter Mann, der sich zögerlich stotternd und wenig menschlich als „Anderson“ vorstellt, auf die beiden trifft. Die naive Jessica nimmt den Fremden gerne auf der abgelegenen Farm des Paares auf, Joe lässt sich zögerlich überreden, kurz vorher noch wird lautes Knacken im Wald mit Eichhörnchen erklärt und die toten, unangefressenen Tiere in der Umgebung natürlich mit Füchsen. Auf unbedarfte, trashige Weise weiß dieser Anfangsabschnitt zu unterhalten, wenn „Anders Anderson“ roboterhaft durch die teils hübsch eingefangenen Szenen chargiert, per halbsekündiger Zwischenschnitte immer wieder sein amüsantes Alien-Gesicht samt Reißzähnen eingeblendet wird und sogar eine kurze Jagdsequenz mit einem Polizisten entsteht. Doch was anfangs noch zu unterhalten weiß, ist mit der Zeit dann leider immer ermüdender, denn da es offensichtlich kaum ein Budget gab, nur wenige Darsteller und als „Effekt“ Kindergarten-Makeup mit dunklen Kontaktlinsen und billigen Reißzähnen herhalten muss, wird die Zeit liebend gerne mit allem anderen gefüllt. Das könnte sich durch eine motivierte Regie, wildes Editing oder ein tightes Script mit starken Dialogen bestens retten, doch leider bleibt es seht steif, sehr langsam und sehr belanglos, wenn unser Dreiergespann fortan Kleider anzieht und Sekt trinkt, oder eine zu lange lesbische Softsex-Szene folgt, während Anderson wenig spannend durchs Haus streift.
 
 
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Atmosphäre oder Anspannung wollen nie aufkommen, punktuelle skurrile Ereignisse helfen allenfalls vor dem völligen Abschalten des Zuschauers – so ist das Paar vegetarisch, weshalb unser fleischfressender Alien nach einem Bissen bereits ungeniert auf den Tisch erbricht und sich dafür später die Hühner des Hofes vornimmt. Jegliches blutiges Treiben bleibt aber passiv präsentiert und geschieht offscreen, weshalb die wohlig dröhnenden Retro-Synthesizer und die Nacktheit noch die größten Vertröster bzw. Qualitäten sind, die dieser Film besitzt. „Hand of a Stranger“ und ein weiterer, gelungen gewählter Song veredeln die Score um ein vielfaches, die Kostüme sind positiv hervorzuheben und ja, auch auf der Trash-Skala kann der turbulente, folgende Verlauf des Films einschlagen – doch dass auch nur 10 Minuten ununterbrochen ein Unterhaltungsfaktor aufkommt, ist eine Seltenheit. In einer furchtbar penetrant lauten und anstrengenden Manier wird nur noch hart übersteuert geschrien, statt geschauspielert, eine unnötig ewig gestreckte Szene zeigt Anderson mit dem Paar in Zeitlupe am panischen Herumplanschen im bräunlichen Dreckswasser, eine Fuchsjagdszene endet, ohne je einen Fuchs gezeigt zu haben und jegliche Konfrontationen oder Tode sind stumpf, unpointiert und vorhersehbar. Auf dem Papier ist das Ende überzeugend konsequent, auf dem Papier hätte sich diese großartige Prämisse aber auch für einen stilvollen Mysterythriller mit nebelverhangenem Bauernhof im britischen Hinterland, oder aber einen sleazigen Partyfilm mit schleimigen Effekten, Nacktheiten und ausgiebigen Splattereinlagen angeboten. Leider ist beides nicht geschehen.
 
 
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ALIEN PREY – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Minimalistische Schlaftablette, die ihre reizvolle Prämisse auch innerhalb ihres geringen Budgets noch gegen die Wand fährt. Vereinzelt trashige Kuriositäten, ein solider Synthesizer-Soundtrack, zeigefreudige Darstellerinnen sowie eine handvoll ästhetisch ansprechender Bilder reichen hier leider nicht.
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Zensur

 
 
 
„Alien Prey“ war in Deutschland auf DVD und VHS nur in gekürzter Fassung zu haben. Mit der Blu-ray hat sich das geändert. Alle in Deutschland erhältlichen Blu-ray-Fassung sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Mediabook | auf 1000 Stück limitiert)

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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prey; Großbritannien 1977

Genre: Horror, Science Fiction, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar, Interviews, Original Trailer, Artworkgalerie | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 08.02.2019 | KeepCase: 11.09.2020

 
 

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ALIEN PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | DAREDO)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Des Teufels Saat (1977)
 
Xtro – Nicht alle Außerirdischen sind freundlich (1982)
 
Samen des Bösen (1981)
 

Filmkritik: „Der Hexentöter von Blackmoor“ (1970)

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DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR

(IL TRONO DI FUOCO | THE BLOODY JUDGE)

Story

 
 
 
Der sadistische und machtgeile Richter George Jeffreys verteidigt mit erbarmungslosen Urteilen gegen die Bevölkerung seinen Stand sowie das Amt des neuen Königs, doch als der Sohn eines einflussreichen Earls eine Verurteilte Hexe befreit, verkomplizieren sich Dinge…

 
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Kritik

 
 
Das Jahrzehnte überspannende, mehrere Genres und hunderte Produktionen abdeckende Schaffen des umtriebigen Regisseurs Jesus Franco in Genrekreisen vorzustellen wäre in etwa so nötig, wie in Hollywoodkreisen Größen wie Christopher Nolan neu zu etablieren. Franco hat sich mit erotischen wie atmosphärischen, europäischen und oftmals übernatürlich angehauchten Filmen einen Namen gemacht, bei über 200 Werken selber Regie geführt und war vom Ende der 50er Jahre bis hin zu seinem Tod 2013 für Klassiker wie „Vampyros Lesbos“, „Bloody Moon“, „Venus in Furs“, „Exorcism“ oder „Sie tötete in Ekstase“ verantwortlich, die spielfreudig zwischen Arthousefilm und Bahnhofskino Karrieren starten und beenden, Fanherzen beglücken und enttäuschen sollten. Der Beginn von Francos Schaffensphase in den Siebzigern ist dabei mit einem Historiendrama gekennzeichnet, das nicht zu Unrecht mit Christopher Lee auf dem Cover glänzt und deutlich seriöser vermarktet wird, als viele der allzu trashigen Auswürfe des Exploitationmeisters. Denn „Night of the Blood Monster“, bei uns ähnlich griffig und weniger übernatürlich in die Irre führend „Der Hexentöter von Blackmoor“ getauft, ist kein billiger Schnellschuss, der zwischen drei anderen Produktionen mit Restsets gedreht wurde, um sex- und blutgeilen Allesguckern das Gehalt aus den Taschen zu ziehen, oder fühlt sich zumindest nicht so an.
 
 
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Ein kurzes Intro informiert uns über das historische Setting, England anno 1685, sepiafarbene Schlachten verschneiden sich im Hintergrund zu Bruno Nicolais erhebender, schriller Score. Die folgenden 100 Minuten Kulturcrash dürfen sich dann zwei ganz und gar unterschiedliche Komponenten teilen, die für einen überraschend kurzweiligen und unterhaltsamen Film sorgen. Einerseits wäre da das überzeugende technische Niveau des Films, das mit farbenfrohen Sets und realistisch anmutenden Kostümen eben so punkten kann, wie mit malerisch eingefangenen Landschaftsaufnahmen, versierten Zooms und gialloesque verträumten Einzelsequenzen. Ein Film der Kutschen und Fahnen, der Waffen und Helme und Käfige, der durch seinen schieren Aufwand und sein gelungenes Design glänzen kann, fast schon unabhängig vom Plot. Kerzen und Fackeln werfen spannende natürliche Schatten im dreckigen Kerker, im Kontrast dazu stolziert Christopher Lee im feinsten Garn durch seine königlichen Gemäuer. Apropos, Christopher Lee: Was für eine Naturgewalt dieser Mann doch war! Die Rolle des sadistischen, machtgeilen Judge Jeffries steht seiner ausdrucksstarken Ausstrahlung in die Stimmbänder geschrieben und wann immer er hier Drohungen ausspricht oder Urteile verhängt, seine Mitmenschen mit Ignoranz straft oder gar an seinen Überzeugungen zweifelt, weiß Lee durch Details und Aussprache, Körperhaltung und Mimik eine Wucht in seine Performance zu bringen, die den Restcast mühelos an die Wand spielt. Auffallend trashig schlecht oder unpassend gespielt ist hier zwar niemand, einige Rollen jedoch bleiben blasser als es nötig gewesen wäre.
 
 
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Was die überraschenden Qualitäten des Films abrundet, ist neben der immer wieder mal positiv auffallenden Score und Ernsthaftigkeit des Geschehens zudem noch der Dialog selber, der gefühlt nie versucht, eine authentische und echte Repräsentation der englischen Sprache zur Zeit zu imitieren, aber doch durch bewusste Wortwahl und Intonationen voll und ganz in die Filmwelt zieht, statt durch Anachronismen oder fehlende Requisiten und Details die Immersion zu zerstören. Was dem Vorhaben, ein durchgängig seriöser und packender Film zu bleiben, nur leider im Weg steht, sind einzelne Szenen oder Charaktere, die ungewollt komisch wirken oder schlichtweg zu selbstzweckhaft das Pacing stören. So gibt es einen Henker mit einem allzu merkwürdigen Gang, Statisten, die in die Kamera blicken, Schauspielerinnen die offensichtlich mit Puppen ausgetauscht wurden und natürlich Zitate wie „Witches hate iron!“ oder „A witch can make a dead man bleed.“, die durch ihre Delivery und schlußendlich doch leicht dilletantische Darstellung innerhalb der Szene schwerlich für Gänsehaut sorgen.
 
 
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Meine größte Überraschung aber war die, dass die Folterszenen zwar allesamt erbarmungslos und blutig sind, aber nie explizit gesplattert oder mit fiesen Wunden etc. gearbeitet wird, auch hält die Nacktheit des Films sich gute 80 Minuten lang in einem recht realistischen und nicht allzu voyeuristischen Rahmen, bevor dann aber eine merkwürdig entspannende Erotikszene mit ruhiger Musik und massiver Überlänge folgt, bevor es nahezu nahtlos mit einer – wenn auch sehr harmlosen – Softsexszene weitergeht, die inhaltlich leider so gar keinen Sinn ergibt.Was mit einer Puppe voller Nadeln, Tänzen ums Feuer und Wickerman-Vibes begonnen hat, bleibt auch in diesen Szenen dabei ästhetisch ansprechend gefilmt und fernab billiger Fleischbeschau-Produktionen ohne eigenen Esprit, man wird weder die aufwendige und lange Sequenz mit gut 20 Stuntpferden in der Kavallerie gegen die Kanonen des Königs vergessen, noch den eigentlichen Entführungs- und Befreiungsplot, doch Franco gibt in diesen Momenten sein Bestes, dass der Zuschauer in erster Linie über die bezaubernde Maria Rohm sinniert. Das Happy End wirkt ein wenig aufgesetzt und scheint wenig realistisch oder auch nur „verdient“, dafür ist Christopher Lees letzte Szene sehr atmosphärisch geschrieben und beendet den Pfad seines Charakters auf unerwartete Weise.
 
 
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Der Hexentöter von Blackmoor lebt von seiner Zeit, seinen Kostümen und seinen Settings, ebenfalls aber von der durchaus reizvollen Mischung aus exploitativen Elementen blutüberströmter nackter Frauen und seriöser, spannender Dialogszenen im alten England, mit einer Meisterklasseperformance eines Meisterklasseschauspielers. Die Geschichte ist wendungsreicher und komplexer als gedacht und alles andere als ein Vorwand für sleazige Szenarien und auch wenn die Dramaturgie mal durchhängen sollte, kann man sich an den Bildern so schnell nicht satt sehen. Ein qualitativ hochwertige Produktion mit vereinzelt naiv-unbedarften Momenten, die aus einer konzeptuell wilden (italienische Exploitation – Christopher Lee – Historienfilm) Idee ein klappendes Ganzes macht, das mit etwas besserem Pacing und eindeutigerer Direktion sogar 8 Punkte abgesahnt hätte.
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Punktuell exploitativ, größtenteils aber überraschend professionell und seriös erzähltes Stück Zeitgeschichte vor und hinter der Kamera – allein für Lee und die Ausstattung einen Blick wert, zudem eine gute Annäherung an die Riege weniger selbstzweckhafter Francofilme.
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Zensur

 
 
 
„Der Hexentöter von Blackmoor“ lief im Kino nur gekürzt. Auch auf VHS erschien der Film nur gekürzt. Erst im DVD-Zeitalter wurde eine Langfassung veröffentlicht in der zusätzliches Filmmaterial aus verschiedenen internationalen Filmfassungen zusammengeschnitten wurde. Die nun auf Blu-ray veröffentlichte Fassung beinhaltet neben der kürzeren Kinofassung auch die ungeschnittene internationale Filmfassung des Streifens sowie die bereits auf DVD veröffentlichte Langfassung. Alle Fassungen wurden von der FSK im Jahr 2020 neu geprüft und erhielten eine Freigabe ab 16 Jahren. Übrigens war „Der Hexentöter von Blackmoor“ von 1982 (VHS-Fassung) bis 2007 indiziert. Erst 2007 wurde die Indizierung aufgehoben.
 
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Digipack mit 2 Blu-rays + 2 DVDs + 1 CD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Il trono di fuoco; Deutschland | Italien | Liechtenstein | Spanien 1970

Genre: Horror, Historienfilm, Drama

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack

Extras: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Oliver Nöding, Neu abgetastet Deutsches Filmnegativ, Neu abgetastet Englisches Filmnegativ, Disc 1: Blu-ray Deutsche Kinofassung (HD, 79:04 Min.), Einleitung von Filmpapst Christian Kessler (4:37 Min., Deutsch, Ohne Untertitel), Geschnittene Szenen (6:17 Min., Italienisch, Optionale Deutsche Untertitel), Trailer, TV-Spot (0:32 Min.), Bildergalerie (HD, 71 Bilder), Disc 2: Blu-ray Internationale Fassung (HD, 102:40 Min.), Disc 3: Dokumentation „Franco-Phibes“ über Jess Franco (65:19 Min. mit deutschen UT), Deutsche Super-8-Fassung (31:40 Min., Deutsche, Ohne Untertitel), Disc 4: Integral Fassung mit zusätzlichen Szenen (Langfassung, Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono, Englisch Dolby Digital 2.0 Mono, Deutsche Untertitel, Englische Untertitel – ca. 104:08 Min.), Geschnittene/ Alternative Szenen (2:14 Min., – Spanisch / italienisch, Optionale Deutsche Untertitel), Disc 5: Soundtrack-CD mit der Filmmuisk von Bruno Nicolai

Release-Termin: Digipack: 09.07.2020

 


 

Der Hexentöter von Blackmoor [Digipack mit 2 Blu-rays + 2 DVDs + 1 Soundtrack-CD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hexen bis aufs Blut gequält (1970)
 
Castigata – Die Gezüchtigte (1974)
 
Der Hexenjäger (1968)
 
Das Pendel des Todes (1961)
 

Filmkritik: „Party des Grauens“ (1976)

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PARTY DES GRAUENS

(DEATH WEEKEND | INFERNO IM MOOR | THE HOUSE BY THE LAKE)

Story

 
 
 

Der schmierige Zahnarzt Harry bumst gerne und lädt sich in diesem Sinne das ehemalige Model Diane in seine Ferienhütte ein. Er erzählt ihr zwar, dort würde eine Party steigen, sagt aber nicht, dass außer ihr und ihm (und seinem Aal) eigentlich keine weiteren Gäste eingeplant sind. Auf dem Weg ins ländliche Kanada legen sich die beiden mit dem angesoffenen Sportwagenfahrer Lep und seinen räudigen Kumpels an, als der die Power seiner Karre präsentieren will. Es kommt wie’s kommen muss und die Unholde lauern dem Pärchen, das keins ist, auf und veranstalten eine Menschenschinderei nach alter Väter Sitte.

 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Kritik

 
 
 
William Fruet, mit strammen 87 noch immer unter den Lebenden, kann auf eine ungemein fruchtbare Karriere als Regisseur und Drehbuchdoktor zurückblicken. Neben zahllosen Episoden von Fernsehserien aller erdenklicher Genres fertigt der Kanadier in den Siebzigern und Achtzigern ein paar sichtlich kostengünstige aber sehr unterhaltsame Horror- und Exploitationfilme an, von denen der äußerst asoziale Backwoods-Schänder TRAPPED (1982) besonders erwähnenswert ist. 1976 entsteht, als Fruets zweiter Film, PARTY DES GRAUENS. Der ist nicht minder derb.
 
 
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In der wichtigsten Rolle des Films, als Drecksacks Lep nämlich, sehen wir Don Stroud, einen echten Beach Boy und Surfer erster Generation aus Hawaii, den es über die Arbeit als Stuntman irgendwann vor die Kamera geführt hat. Aus Interviews geht hervor, dass der Mann in Wirklichkeit ein ziemlich relaxter und dufter Typ ist. Das hält ihn aber nicht davon ab, in neun von zehn Rollen Lumpenhunde und Galgenstricke liederlichster Garnitur zu verkörpern. PARTY DES GRAUENS lässt ihn ein weiteres Mal alle Register seines schurkischen Könnens ziehen. Lep ist ein Baddie-Charakter, den man als Zuschauer vom ersten Auftritt an mit dem Schritt voran in eine Kreissäge werfen möchte. Das treue Gartengerät Häcksler wäre auch okay. Zusammen mit seinen debilen Kumpanen frönt der Saubock Schnaps und Marihuana in ungesundem Maß, was der Enthemmung im Quälen der Gefangenen ordentlich die Sporen gibt. Meine Herren!
 
 
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Vorbild der Produktion könnte durchaus Sam Peckinpahs STRAW DOGS – WER GEWALT SÄT sein. Der gilt in seiner Schonungslosigkeit schließlich als Klassiker unter den Filmen, in denen unbescholtene Protagonisten von Mordbrennern besucht und terrorisiert werden. Dort wie hier muss der belästigte Bürger das innere Wildschwein befreien, um den Spieß irgendwann in rächender Absicht herumzureißen. Diese Aufgabe fällt maßgeblich der armen Diane zu, was PARTY DES GRAUENS sogar noch eine als feministisch zu lesende Nuance verleiht.
 
 
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Angesiedelt zwischen der guten alten Menschenjagd, den Regeln des Rachefilms und dem, was man heutzutage Home Invasion nennt, nimmt der vom späteren GHOSTBUSTERS-Regisseur Ivan Reitman produzierte Fiesefilm hier – im Gegensatz zu Lep und seinen Teufeln – keine Gefangenen. Das wussten zu seligen Videozeiten auch die Zensurteufel verschiedener Länder und so landet der Film im panischen England zum Beispiel auf der ebenso berühmten wie paranoiden Liste der Video Nasties. Auch hierzulande hat Fruets grober Kino-Keil seinerzeit keinen leichten Stand. Das wird jetzt vielleicht anders.
 
 
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PARTY DES GRAUENS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Komischer Titel, ist doch der Auslöser der ganzen Misere im Wald, dass die Party gar nicht stattfindet. Nichtsdestotrotz ist William Fruets Film ein Mosaikstein im großen Bild der Seventies-Exploitation, den der Schweinefilmliebhaber von Rang mit Vergnügen seiner Videothek einverleiben wird.
 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Zensur

 
 
 
PARTY DES GRAUENS lief im Kino ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Im Jahr 1983 wurde der Film indiziert und wurde nach Ablauf der 25 Jahre auf Liste A folgeindiziert. Das ist bis heute so. Doch NSM RECORDS interessiert das nicht. Das Filmlabel aus Österreich hat sich die Rechte geschnappt und den indizierten Streifen ungeschnitten zum ersten mal im deutschsprachigen Ausland auf Blu-ray veröffentlicht. Der Filmfan hat die Wahl zwischen diversen Mediabooks und einer Blu-ray KeepCase. Die auf den Scheibe gepresste Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover E – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover F – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover G – auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Death Weekend | Kanada 1976

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS HD 2.0, Englisch DTS HD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: KeepCase: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Marco Erdmann vom Wicked Vision Magazin,
Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 12.07.2019 | KeepCase: 28.08.2020

 
 
NSM hat 2019 sieben limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit August 2020 kann man PARTY DES GRAUENS auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und – wie die Mediabooks – von deutschen Zensurbehörden ungeprüft. Interessant: PARTY DES GRAUENS besitzt noch keine weltweite Blu-ray-Auswertung. NSM RECORDS hat einige Jahre nach verwertbarem HD-Material gesucht, weil das vom Lizensgeber gelieferte Material nicht brauchbar gewesen war. Nach langer Suche hat man zwei mehr oder weniger gute Filmrollen gefunden und das 35mm-Material-Material neu abtasten lassen. Auf dieser Grundlage besteht nun die erste weltweite Blu-ray. Diese ist natürlich keineswegs referenzwürdig, wie der teils sehr übertriebene Kontrast zeigt. Dennoch kann man froh sein den seltenen Rachefilm endlich in einer Qualität zu sehen, die immer noch besser ist, als jede DVD und VHS des Klassikers.
 
 

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PARTY DES GRAUENS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
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