Filmkritik: „Night of the Living Dead“ (1990)

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NIGHT OF THE LIVING DEAD

(DIE RÜCKKEHR DER UNTOTEN)

Story

 
 
 
In der Neuauflage von Romeros Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“ muss eine kleine Gruppe von Menschen sich erneut gegen eine Schar von Zombies zur Wehr setzen.

 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Kritik

 
 
1968 erschuf George A. Romero mit seinem Debütfilm „Die Nacht der lebenden Toten“ mal gleich einen der prägendsten Horrorfilme überhaupt. Seitdem ist der Zombie massentauglich geworden und aus dem Horrorbereich nicht mehr weg zu denken. 1990 meinte Tom Savini dann, dass es an der Zeit für ein Remake dieses Klassikers wäre. Savini, der ja eher für seine Geniestreiche als Maskenbildner und Spezialeffektekünstler bekannt ist, hatte ein vielfaches an Budget zur Verfügung, war mit dem Resultat aber wohl nicht so richtig zufrieden, weil zu viel geändert werden musste. Ähnlich ging es scheinbar auch Romero selbst, der sogar mit am neuen Drehbuch arbeitete. Schlecht gelungen, ist „Night of the Living Dead“, in Deutschland auch unter dem Titel „Die Rückkehr der Untoten“ bekannt, allerdings nicht. Wer sich gerne altmodische Zombiefilme anschaut, wird hier nämlich ordentlich bedient.
 
 
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Barbara besucht mit ihrem Bruder den Friedhof, wo sich das Grab der Mutter befindet. Kurze Zeit später werden die Beiden von Untoten angegriffen und nur Barbara gelingt es sich in ein altes Farmhaus zu flüchten. Hier begegnet sie Ben, der sehr hilfsbereit ist und sich ebenfalls auf der Flucht vor der Bedrohung befindet. Doch im Keller hat sich noch eine kleine Gruppe von Menschen verscharrt. Jedoch gelingt es den Leuten nicht, sich gegenseitig zu helfen und die Gefahr draußen wächst stetig an. Kann es ein Entkommen geben?
 
 
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Tom Savini und George A. Romero schrieben das Drehbuch gemeinsam und es ist zum Glück keine stumpfe Kopie dabei entstanden. Obwohl das Szenario im Kern sehr gleich bleibt, gibt es genügend Unterschiede zu betrachten, was sich besonders in der Figurenzeichnung bemerkbar macht. Außerdem ist das Ende gänzlich anders geraten. Dies ist allerdings nicht unbedingt positiv zu vermerken, denn „Night of the Living Dead“ fehlt es komplett an der Gesellschaftskritik, welche das Original hatte. Ansonsten ist die Geschichte ähnlich simpel. Das heißt: Nichts wird weiter erklärt und Hintergründe sind egal. Bei einem solch schlichten Zombiefilm sei das erlaubt, aber den Anspruch, den das Werk von 1968 hatte, sucht man im Remake leider vergebens.
 
 
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Tom Savini kann man als Regisseur jedoch kaum Vorwürfe machen, denn er macht seine Sache schon ziemlich gut, baut die Szenen gekonnt auf und versteht etwas, von dem, was er da tut. Aus rein handwerklicher Sicht ist „Night of the Living Dead“ gut geworden und wenn Savini schon selbst einen Zombiefilm dreht, darf man sich sicher sein, dass es in diesem nicht gerade zimperlich zur Sache gehen wird. Der Splatter-Gehalt ist ordentlich und sollte jeden Gorehound befriedigen. Dass der Film in Deutschland aber so lange beschlagnahmt war, ist unverständlich, denn grenzwertig brutal ist das Ergebnis nun ebenfalls nicht. Dafür gibt es jedoch sehr schöne Effekte zu bestaunen, die herrlich altmodisch aussehen. Die Zombies können sich ebenfalls sehen lassen.
 
 
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Schön ist zudem, dass sie sich noch richtig altmodisch verhalten. Das heißt: Sie sind dumm und langsam, stellen alleine eigentlich keine Gefahr dar, kommen aber in so großen Massen vor, dass sie die Überhand gewinnen. Wenn man auf diese altmodische Herangehensweise abfährt, wird man in „Night of the Living Dead“ vollkommen bedient. Das Farmhaus ist als Schauplatz manchmal etwas unspektakulär und der Score klingt nun auch nicht so richtig einprägsam, aber insgesamt kann man mit dem Resultat schon zufrieden sein. Dies liegt auch am ordentlichen Unterhaltungswert. Gerade am Anfang ist das Tempo rasend hoch. Da vergehen keine fünf Minuten und schon ist viel los. Im Haus angekommen, nimmt Savini die Geschwindigkeit etwas heraus. Dann spielen vorerst die Spannungen in der Gruppe die Hauptrolle, doch in der letzten halben Stunde steht wieder reine Zombie-Action auf dem Programm und mit seinen 88 Minuten Laufzeit ist das schon ziemlich kurzweilig geraten.
 
 
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Lobenswert sind zudem noch die Darstellerleistungen. Sehr schön ist, dass Tony Todd eine große Hauptrolle spielt, was er charismatisch macht. Patricia Tallman gibt die kämpferische Frau ebenfalls überzeugend und Tom Towles spielt das Arschloch so richtig hassenswert. Der Horrorfan wird zudem mit ein paar Kleinigkeiten bedient, wie z.B. der kurze Auftritt von Bill Moseley am Anfang. Die Figurenzeichnung erfüllt insgesamt ihren Zweck und, wie bereits erwähnt, gibt es hier einige Abweichnungen zum Original. Ein paar Charaktere sind schon ziemlich nervig, doch man kann erkennen, dass dies so gewollt war und es macht die Spannungen in der Gruppe durchaus höher. Lange wird einem das sicher nicht in Erinnerungen bleiben, doch brauchbar kreiert wurden diese Figuren schon.
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Night of the Living Dead“ macht als Remake schon eine ganze Menge richtig, wenngleich er dem Original natürlich niemals das Wasser reichen kann. Die Story ist zwar gleich geblieben, wirkt aber nie stumpf kopiert, die Charaktere sind ganz anders gezeichnet und es gibt selbstverständlich deutlich mehr Splatter zu sehen, als im Original. Das neue Ende ist allerdings schade, denn Gesellschaftskritik oder Anspruch findet man somit gar nicht mehr vor. Trotzdem ist die Atmosphäre schön düster und da man sich zu den richtigen Momenten völlig auf die Zombies fokussiert, kann man sich über einen zu niedrigen Unterhaltungswert niemals beklagen. Savini macht seine Sache als Regisseur absolut nicht schlecht, die Darsteller taugen etwas, die Effekte sehen klasse aus und das Ergebnis macht schon Spaß. Ob es „Night of the Living Dead“ nun unbedingt gebraucht hätte, sei mal dahingestellt, aber als Fan von altmodischer Zombie-Unterhaltung macht man damit durchaus nichts verkehrt!
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Night of the Living Dead“ war schon immer ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Im Jahr 1992 wurde der Streifen indiziert. Vier Jahre später wurde der Zombiefilm beschlagnahmt. Die Beschlagnahmen vom AG Tiergarten wurden im Februar 2020 aufgehoben. Im Juni 2020 gab die BPjM auch die Listenstreichung nach über 28 Jahren bekannt. Ende Juni 2021 folgte die FSK-Prüfung. Das Prüf-Gremium vergab die Einstufung: „Keine Jugendfreigabe“. Seit August 2021 kann „Die Rückkehr der Untoten“ (so der deutsche Videotheken-Titel) von allen erwachsenen Zuschauern legal, ungeschnitten und ohne Umwege über das deutschsprachige Ausland im hiesigen Handel gekauft werden.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im Steelbook)

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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (DVD / Blu-ray im Mediabook + Büste)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Night of the Living Dead; USA 1990

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase | Steelbook | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Regisseur Tom Savini, US-Kinotrailer (1:05 Min.), Making Of – The Dead Walk (24:54 Min.) | zusätzlich in der Büsten-Edition: Film auf DVD, Büste, Booklet

Release-Termin: KeepCase | Steelbook | Büste: 05.08.2021

 

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NIGHT OF THE LIVING DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der lebenden Toten (1968)
 
Zombie – Dawn of the Dead (1978)
 
Verdammt, die Zombies kommen (1985)
 

Filmkritik: „Die Insel der Ungeheuer“ (1976)

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DIE INSEL DER UNGEHEUER

(THE FOOD OF THE GODS AND HOW IT CAME TO EARTH | THE FOOD OF THE GODS)

Story

 
 
 
Chemikalien blubbern aus dem Boden einer Insel vor Kanadas Küste und werden vom gottesfürchtigen alten Farmerehepaar Skinner mit einem Geschenk von ganz oben verwechselt. Sie verfüttern den üblen Stoff an ihr Nutzvieh, Hühner bevorzugt, und werden hernach Zeugen von deren Riesenwachstum. Hallelujah! Footballspieler Morgan (Marjoe Gortner) nebst Mannschaftskollegen, ein schwangeres Pärchen (Tom Stovall und Belinda Balaski, sie aus PIRANHA, also erfahren mit Tierhorror), ein Hundefutterfabrikant (Ralph Meeker) und eine Wissenschaftlerin bereisen die Insel mit den unterschiedlichen Absichten auf den Seelen. Die kommerzielle des Pressfleischherstellers ist davon die offensichtlichste und abstoßendste. Nun haben in der Zwischenzeit mannshohe Nagetiere das Regiment übers Eiland unternommen. Die ungleichen Leidensgenossen verschanzen sich im Haus der Skinners und stehen mitten im Krieg gegen die Riesenratten.

 
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Kritik

 
 
Mr. BIG. Initialen des Bert Ira Gordon, die sich ihr Besitzer zum Markenzeichen machen sollte. Größer, monströser, wilder. Eine haarige Spinne (DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE, 1958), die durch in der Highschool-Turnhalle gespielte Rock ’n’ Roll Musik wächst und wächst, mutierte Zyklopen mit nicht zu leugnendem Aggressionsproblem (DER KOLOSS, 1957) oder eben die Kreaturen aus Wald und Flur im heute behandelten Schlockbomber DIE INSEL DER UNGEHEUER, Gordons sehr freier und verknappter Interpretation einer Geschichte von Fantasy- und Sci-Fi-Urvater H.G. Wells. Für Adaptionen des klassischsten aller Science-Fiction-Autoren war der Amerikaner ein Spezialist. Das erkannte man auch bei der Kult-Autokino-Filmschmiede American International Pictures und erteilte Mr. Big den Auftrag, seine preisgünstigen und trotzdem überzeugenden Fähigkeiten doch in eine etwas zeitgemäßere Verpackung zu wickeln. Der Film wurde zu AIPs erfolgreichstem Produkt der Saison und sein Regisseur wird, so Gott will, zur Belohnung für seinen Output hundert Jahre alt werden. Lang ist das nicht mehr hin.
 
 
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Hauptdarsteller Marjoe Gortner ist geschlagen mit einer Optik zwischen David Hasselhoff, Mike Krüger UND Thomas Gottschalk, also gleich beiden Supernasen. Auch sonst ist er ein außergewöhnlicher Mensch. Kein Eintrag seiner Filmographie kann guten Gewissens mit dem – wie wir Psychologen wissen – problematischen Wörtchen „normal“ gekennzeichnet werden. Da gab es Riesenvieh-Horror wie den Film, über den Sie gerade lesen, einen fiesen Auftritt im Seventies-Mainstream-Katastrophen-Reißer ERDBEBEN oder einen ebenso geisteskranken wie budgetschwachen KRIEG DER STERNE-Raubfilm namens STAR CRASH. Der natürlich aus Italien kommen musste. In dem spielt sogar der junge Hasselhoff selbst mit. Schwer auseinander zu halten, diese beiden permanent brünstigen Afro-Elche. Seinen größten Auftritt hat der charismatische Knallkopf aber in einer legendären Dokumentation. In MARJOE führt Gortner vor, wie er als Kinderprediger jahrelang frenetisch-gläubige Kirchengemeinden in den amerikanischen Südstaaten um ihr Erspartes brachte. Als junger Kerl, vom eigenen Vater um die Beute aus der evangelikalen Gläubigenmelkung gebracht, lebte er halbjährlich als Hippie in Kalifornien und zog das andere halbe Jahr zurück in den Süden, wo er den Hinterwäldlern gegen bare Münze das Seelenheil aufbesserte.
 
 
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Der „Golden Turkey Award“ der Gebrüder Medved – ging in ihrem Buch (also der ersten Sekundärliteratur zum Phänomen Trash-Kino) auch an „Die Insel der Ungeheuer“. Ausgezeichnet wurde er als der mieseste Rattenfilm. Kann man das so unterschreiben? Bedingt. Rattenfilm ist das Kleisterwerk sowieso erst in seiner zweiten Hälfte, der sparsamen und leider merklich entschleunigten Belagerungssequenz. Entschleunigt aber nur dann, wenn Marjoe nicht brüllend durchs verranzte Gehöft rennt und unintelligent Getier aufscheucht. Vorher ist der Film ein brillanter Lehrfilm für angehende Tricktechniker. Behandelt wird die Frage, wie man analoge Spezialeffekte besser nicht zur Schlussmontage in den Schneideraum gibt. Wir sehen den kernigen Star im Kampf gegen einen riesenhaften Gockel. Damit ist ausnahmsweise wirklich das Vogelmännchen gemeint. CGI gab’s noch lange nicht. Was es aber auch 1976 schon gegeben hätte, heißt Sorgfalt. Die hat man aber im Auto gelassen und so ist der Kampfhahn ein Konstrukt aus Pappe und Federn, dessen sich der lockige Landpfarrer erwehren muss. Es ist wundervoll. Ratten durfte der FX-Pappdeckelrührer auch basteln – aber nur für die Nahaufnahmen und die Angriffe der fiesen Beißer. Man stelle sich die armen Produktionshelfer vor. Dunkelheit, nasses Matschwetter auf einer versprengten Insel vor British Columbia. Endloses Knien, dann zottige Riesenrattenköpfe in das Auto eines gleich totgebissenen Landwirts schieben. Liebe Leser, diese Production Assistants sind für Ihre Unterhaltung durch den Morast gekrochen. Die Methode der Rückprojektion wird ebenfalls ausgiebig genutzt. Killerwespen, natürlich auch per Videoschnitt aufgeblasen, und weitere Ratten werden an die Wand gestrahlt. Die tapferen Humanoiden bekämpfen dann diese Wände. Das sieht so beknackt aus, wie es klingt. So fünfzehn Dollar mehr hat dann das nachträgliche Reinkopieren der Bestien in das fertige Filmmaterial gekostet. Mehr definitiv nicht. Woran nicht gespart wurde, war Kunstblut. Man tobt sich regelrecht aus. Stellenweise erinnert das Geschäume an den US-Frühsplatter von Herschell Gordon Lewis. Warnung: Eine American Humane Association gab es in ihrer heutigen Form noch nicht und so werden leider auch echte Ratten in den Tierhimmel befördert. Also nix für Halter von Haustiernagern, der Film. .
 
 
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DIE INSEL DER UNGEHEUER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
DIE INSEL DER UNGEHEUER versucht den Brückenschlag zwischen einem klassischen Genre für Trashliebhaber, dem Fifties-Monsterfilm nämlich und der härteren Horrorshow der Siebziger. Das Experiment gelingt in Ansätzen sogar so, wie es sich die Macher gedacht haben dürften, unterhält aber noch mehr durch seinen Nostalgiewert. Der setzt sich, wenn heute unter die Lupe genommen, aus den gebündelten Geschmacklosigkeiten beider Jahrzehnte zusammen und trifft ins Schwarze. Dazu die Besetzung. Neben Prediger-Unikum Gortner schlafwandelt Film-Noir-Idol Ralph Meeker als derber Kapitalist durch das Skript und die fromme Mrs. Skinner wird von Ida Lupino gegeben. Die gilt als eine der ersten unabhängigen Regisseurinnen Hollywoods und dürfte sich in jungen Jahren auch nicht dabei gesehen haben, irgendwann als Chemikalie verkauften Pudding an Hühner zu verfüttern.
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Zensur

 
 
 
DIE INSEL DER UNGEHEUER erschien zur Veröffentlichung auf VHS-Kassette mit einer Freigabe ab 16 Jahren und war ungeschnitten. Auf DVD wurde der Tier-Horrorfilm in Deutschland nie veröffentlicht. Das hat sich aber im HD-Zeitalter geändert. Das österreichische Label NSM hat sich dem Klassiker angenommen und ihm eine würdige Blu-ray-Veröffentlichung spendiert. Die nun erhältliche Blu-ray Disc aus dem Hause NSM RECORDS ist ebenfalls ab 16 und absolut ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover F)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover G)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Food of the Gods; USA 1976

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann, Super-8-Fassung, deutscher Trailer (Recut), Originaltrailer (Recut) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 24-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook (Cover A-G): 08.05.2020 | BD-KeepCase: 25.06.2021

 

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DIE INSEL DER UNGEHEUER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Village of the Giants (1965)
 
Die Stunde der Ratte (1989)
 
In der Gewalt der Riesenameisen (1977)
 

Filmkritik: „Gothic“ (1986)

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GOTHIC

Story

 
 
 
In einer stürmischen Sommernacht im Juni 1816 lädt der Dichter Lord Byron die zukünftigen Eheleute Percy und Mary (noch mit dem Mädchennamen Godwin) Shelley, Marys Stiefschwester Claire und seinen Arzt Polidori in sein herrschaftliches Anwesen am Genfer See ein. Die Gruppe gebildeter Oberschichtler verbringt eine intensive Zeit tiefschürfender Gespräche über Unheimliches aus Geschichte und Medizin und Psychologisches, okkultistischer Spielereien und schließlich auch körperlicher Annäherungen zueinander. Am Ende ihrer Zusammenkunft ist in Mary Shelley die Saat zum Verfassen ihres Romans „Frankenstein“ gelegt.

 
 
 


 
 
 

GOTHIC – Kritik

 
 
GOTHIC, ein Film, den man in jenen lange vergangenen Tagen von Fernsehaufnahmen und VHS-Kassetten, nachdem man aus englischsprachiger Filmliteratur gerade den Begriff des, ja, „Gothic Horror“ für die Hammer Studios etc. gelernt hatte, fieberhaft von seinem tristen Suchlistenfilm-Schicksal erlösen wollte. Mancher geifernde Horror-Geek war dann allerdings ein wenig angefressen oder sollten wir lieber sagen überfordert vom raumgreifenden, wuchtigen Stil Ken Russells. Andere lieben Film und Regisseur. Der Engländer ist im November nun auch schon zehn Jahre fort und man könnte glauben, die Horror-Bubble reduziert diesen wirklich phänomenalen Regisseur auf seinen meisterlichen Kirchenquälereien-Schocker DIE TEUFEL, erschienen 1971. Dessen gesuchte Langfassung und die darin vermutlich enthaltenen Grausamkeiten vernebeln so manchem die Sicht auf ein umfangreiches Oeuvre großartiger, bildgewaltiger und mit unterbewussten Traum-Ängsten spielender Filme, das zu jeder Zeit eine Heimkino-Retrospektive verdient.
 
 
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Auch GOTHIC, oberflächlich mit ordentlichem Budget versehenes Ausstattungskino mit Gruselkante, in dem Exzentriker Russell mit Julian Sands und Gabriel Byrne gleich zwei der übelsten Schmierlappen inseleuropäischen Schauspielhandwerks auf einmal aufs Publikum loslässt, wirft eben diesem Publikum die gleichen Fragen zur Existenz selbst, überwindungsbereiter Gesellschaftspolitik und der Instabilität psychischer Schutzmechanismen an die Birne. Sogar die in der Gegenwart heißer denn je diskutierten Geschlechterklischees und Erwartungen daran werden mittels der Figur des schwulen und von Selbstzweifeln zerfressenen Doktor Polidori eingeflochten. Aus dessen Feder stammt der Roman „Die Vampire“, in dem der Mediziner auch die Erkenntnisse aus den Tagen am Genfer See zu verwerten weiß.
 
 
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Ja, das kann der berufswahnsinnige Maestro gut. Sind es Drogen, mentale Überspanntheit oder doch aus dem Dunkel von Unterbewusstsein oder den Tiefen der Schattenwelt angreifende Dämonen, die dem Freundeskreis experimentierfreudiger britischer Jungmenschen diese Tage so in wahrsten Sinne des Wortes unvergesslich machen? So ganz eindeutig wird die Frage nicht beantwortet. Ist aber doch eine schöne Idee, die Wurzel für einen der Genrestartschüsse des Horrors in einer vernebelten Sause von Sex und Opium und spiritistischen Sitzungen verorten zu dürfen, oder?
 
 
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Diese auf wahren Ereignissen beruhende Story, zweifelsohne doch eine veritable Wegmarke der Horrorliteratur-Geschichte, beschäftigt auch nach GOTHIC noch weitere Filmemacher. 1988 erscheint der elegische SCHWARZER SOMMER, gedreht vom subversiven Tschechen Ivan Passer und 2017 die eher seichte Romanze MARY SHELLEY unter der Regie von Haifaa al-Mansour, Saudi-Arabiens erster anerkannter Filmerin, international bekannt geworden durch DAS MÄDCHEN WADJDA.
 
 

 
 


 
 
 

GOTHIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Auch nach über dreißig Jahren noch faszinierendes Portrait einer opiumgeschwängerten Gründerstunde des Horror-Genres. GOTHIC, nicht bloß aufgrund Thomas Dolbys Soundtrack jederzeit als Produkt der aalglatten Achtziger zu erkennen, ist sicherlich nicht der beste Film des wunderbar verrückten Ken Russell, lohnt aber, in einer schönen Fassung wie der vorliegenden ins Regal eingereiht zu werden. Gilt natürlich auch für Fans, die nicht nur Gothic Horror schauen.
 
 


 
 
 

GOTHIC – Zensur

 
 
 
GOTHIC erschien zur Veröffentlichung auf VHS-Kassette noch mit einer Freigabe ab 18 Jahren. Das galt auch für die erhältliche DVD. Alle bis dato herausgebrachten Veröffentlichungen waren aber ungeschnitten. Im Jahr 2013 legte 20TH CENTURY FOX den Film neu der FSK vor und erhielt für den Klassiker eine FSK 16-Freigabe. Das hat sich auch mit der nun erhältlichen Blu-ray aus dem Hause NSM RECORDS nicht geändert. Der Streifen ist trotz Jugendfreigabe ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

GOTHIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 444 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Gothic; Großbritannien 1986

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0, Instrumental DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0 = Deutsche Kinosynchronisation

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Lisi Rusell und Filmhistoriker Matthew Melia (Englisch DTS-HD MA 2.0, Ohne Untertitel), Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann (Englisch DTS-HD MA 2.0, Ohne Untertitel), Isolierte Musik & Audio-Interview mit Komponist Thomas Dolby, Fear Itself – Interview mit Drehbuchautor Stephen Volk (17:26 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), One Rainy Night – Interview mit Kamermann Mike Southon (23:09 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), The Soul of Shelley – Interview mit Schauspieler Julian Sands (17:53 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), Deutscher Trailer (2:41 Min.), Originaltrailer (2:17 Min.), TV-Spot (0:34 Min.), Bildergalerie (4:08 Min. | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit einem Text von Jonas Hoppe

Release-Termin: Mediabook (Cover A-E): 27.09.2019 | BD-KeepCase: 30.04.2021

 

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GOTHIC – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mary Shelley’s Frankenstein (1994)
 
Begierde (1983)
 
Crimson Peak (2015)
 

Filmkritik: „Amityville III“ (1982)

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AMITYVILLE III

(AMITYVILLE 3-D | AMITYVILLE 3: THE DEMON)

Story

 
 
 

Journalist John Baxter geht der durch die Vorfälle in Häusern wie dem Spuktempel von Amityville, Long Island ausgelöste Trend, wieder an Besessenheit und Dämonen zu glauben, ganz gewaltig auf die Nüsse. Er macht es sich zur Aufgabe, die zunehmend dreist grassierende Scharlatanerie im Umfeld dieser Phänomene aufzudecken. Über einen Makler bekommt er die Gelegenheit, den Kasten in Amityville käuflich zu erwerben. Nach und nach passieren auch John und den Menschen um ihn herum Dinge, die ihn an seinem unerschütterlichen Glauben an Logik und die aufgeklärte Moderne zweifeln lassen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Kritik

 
 
 
tatsächlichen Familie am Hacken. Da wollen die Macher des dritten Teils nicht in den lauernden Fettnapf treten und bringen eine Geschichte ins Kino, die weniger mit den direkten Erlebnissen ihrer unbedarften Figuren mit einem Haunted House, als an modernen Paranormal-Investigator-Hits wie den INSIDIOUS- oder CONJURING-Reihen verwandt ist. Wobei der skeptische Journalist Baxter nicht, wie etwa die Eheleute Warren, die Monetarisierung des Übersinnlichen im Hinterkopf hat. Er glaubt schlicht nicht dran oder will das zumindest nicht. Als er mit seinem Latein der Vernunft am Ende ist, lässt er seinen Freund Dr. West ins Haus, der sich tatsächlich als Erforscher des Okkulten und Übersinnlichkeits-Ermittler im Sinne der berühmten Warrens sieht.
 
 
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AMITYVILLE III haucht der Story um den Gruselschuppen im Bundesstaat neues Leben ein. Man spart sich, einfach nochmal nur leidende Durchschnittsmenschen gegen die Wand donnern zu lassen und verlagert den Fokus auf den zweifelnd beobachtenden Protagonisten. Sein Kampf gegen die Erschütterungen seiner Einstellungen macht ihn zum Leidensgenossen etwa der diversen innerlich und äußerlich gequälten Priester aus dem Orbit des DER-EXORZIST-Franchise. Eine Ebene, die dem Film sehr guttut. Der Unique Selling Point, wie wir topbezahlten Marketingprofis sagen, liegt bei Erscheinen in den 3D-Tricks, mit denen der Film seinen Zuschauern im Kino die horrortypischen Brocken um die Ohren fliegen lässt. Ja, Anfang der Achtziger ist’s mal wieder soweit und die Industrie entdeckt das Gimmick des plastischen Filmkonsums für sich.
 
 
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Damals lacht man eher über dieses Aufwärmen eines retrofuturistischen Gags aus den Fünfzigern. Keiner ahnt, dass sich im nächsten Jahrtausend mit der 3D-Verwurstung jedes noch so miesen Kinofilms dumm und dämlich verdient wird. Jedenfalls stützen sich die Produzenten des zweiten AMITYVILLE-Sequels so sehr auf ihre Idee, dass die es sogar in den amerikanischen Originaltitel – AMITYVILLE 3-D lautet der nämlich ganz plump – schafft. In kleinen Rollen sehen wir die später zur Prominenz aufsteigenden Neunziger-Schnecken Meg Ryan und Lori Loughlin. Frau Ryan immerhin lange Zeit Garantin für den Erfolg biederer Romantic Comedies, während die letztgenannte Schönheit jetzt im Knast schmort, was aber nix mit dem Film hier zu tun hat. Hier eiern die Mädels auf dem Dachboden mit einem Ouija-Brett herum. Das gibt natürlich Ärger.
 
 
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Regisseur Richard Fleischer, vierzig Jahre lang einer der grundsolidesten Handwerker der Hollywood-Geschichte, dessen Filmographie eine wahre Schatztruhe amerikanischen Unterhaltungskinos darstellt, erlaubt sich auch bei einem vergleichsweise weniger prestigestarken Projekt wie AMITYVILLE III keine groben Fehler. Der Rhythmus stimmt, Atmosphäre hat er auch, die Schocks sitzen wie angegossen und das Extra der Dreidimensionalität trägt zumindest im Kinosaal – zu einem gelungenen Gruselabend bei. Doch auch ohne die krampfhafte Konzentration auf die optischen Späße, mit denen seinerzeit sogar ein Teil von FREITAG DER 13. den ungeschlachten Eishockeyfreund Jason Vorhees seine Machete aufs Publikum niedersausen lässt, ist AMITYVILLE III ein ordentlicher Horrorfilm.

 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zweites Sequel des überraschend erfolgreichen Spukhaus-Hits von 1979, der sich vom Rezept der von Dämonen geknechteten Spießerfamilien wegbewegt und einen zweifelnden Journalisten in den Mittelpunkt rückt. So wirkt AMITYVILLE III gelegentlich wie ein Vorfahr von CONJURING und Co. Gute Entscheidung – guter Film.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Zensur

 
 
 
Offenbar kam AMITYVILLE III nur geschnitten in die deutschen Kinos. Das änderte sich auch auf VHS und DVD nicht, obwohl der Spukklassiker frei ab 16 Jahren war. Erst 2009 brachte Anbieter EPIX den Horrorfilm uncut in Deutschland auf DVD heraus. Nun erschien der Streifen zum ersten Mal in Deutschland in HD. Die veröffentlichte Blu-ray-Fassung im Mediabook und KeepCase ist vollkommen ungeschnitten und ebenfalls frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover A – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover B – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover C – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover D – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover E – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover F – limitiert auf 111 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville III: The Demon; USA 1983

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Anaglyphe 3D-Version, Audiokommentar mit Stephen Jones & Kim Newman, Original Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 30.10.2020

 
 
NSM hat 2019 sechs limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2020 kann man AMITYVILLE III auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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AMITYVILLE III – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Amityville Horror – Wie alles begann (2018)
 
Amityville II – Der Besessene (1982)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 

Filmkritik: „Alien Prey“ (1977)

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ALIEN PREY

(PREY | THE DESTRUCTOR)

Story

 
 
 
Ein Alien in Menschenform bezirzt eine junge Frau, die mit ihrer Freundin auf einem abgelegenen Bauernhof lebt…

 
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Kritik

 
 
Synthies, fette, dreckige Synthesizer spucken frühe, teils quälende Melodien und Quietschgeräusche vor die minimalistischen Credits, ein mysteriöses „I’m now in orbit“ vor schwarzer Leinwand, dann wird der Zuschauer mit der jungen Jessica synchronisiert, da sich beide mit bunten Lichtern aus dem Wald konfrontiert sehen, die in das Schlaf- bzw. Wohnzimmer der erschrockenen Dame, bzw. des amüsierten Zuschauers gelangen. Jessica ist dabei gespielt von Glory Annen, deren größter bzw. einziger Hit wohl „Felicity“ gewesen sein durfte, vor dem sie hier aber ihr Spielfilmdebüt in einer Rolle geben durfte, die sich durch Schönheit und lautes Schreien auszeichnet.
 
 
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Jessica erzählt ihrer Freundin, Josephine, von einem Alptraum über eine Kreatur sowie den sehr realen Lichtern vor dem Haus, per POV-Aufnahme erfahren wir kurz danach auch schon, dass scheinbar etwas im Gebüsch wartet. Furchtbar nachsynchronisierte Stöhner beim lesbischen Rummachen sowie den eher belanglosen Dialogen, kurz darauf wird bei Nacht ein Unbekannter unblutig umgebracht, Vampirzähne blitzen auf, mehr buntes Licht und wir befinden uns gerade einmal 5 Minuten im Film. Soll „Alien Prey“ tatsächlich die skurrile, britische, ideenreiche und kurzweilige 70s-Lesben-Alien-Unterhaltung sein, als die sie beworben wird?
 
 
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Schnitt und der nächste Szenenblock lebt in erster Linie von Jessicas unfassbar intensiv blumiger Bluse, der idyllischen Umgebung, nur mit Vogelgezwitscher unterlegt, und hin und wieder unfreiwillig komischer, verhalten trashiger Unterhaltung, da im langsamen Tempo ein komplett in grau gekleideter Mann, der sich zögerlich stotternd und wenig menschlich als „Anderson“ vorstellt, auf die beiden trifft. Die naive Jessica nimmt den Fremden gerne auf der abgelegenen Farm des Paares auf, Joe lässt sich zögerlich überreden, kurz vorher noch wird lautes Knacken im Wald mit Eichhörnchen erklärt und die toten, unangefressenen Tiere in der Umgebung natürlich mit Füchsen. Auf unbedarfte, trashige Weise weiß dieser Anfangsabschnitt zu unterhalten, wenn „Anders Anderson“ roboterhaft durch die teils hübsch eingefangenen Szenen chargiert, per halbsekündiger Zwischenschnitte immer wieder sein amüsantes Alien-Gesicht samt Reißzähnen eingeblendet wird und sogar eine kurze Jagdsequenz mit einem Polizisten entsteht. Doch was anfangs noch zu unterhalten weiß, ist mit der Zeit dann leider immer ermüdender, denn da es offensichtlich kaum ein Budget gab, nur wenige Darsteller und als „Effekt“ Kindergarten-Makeup mit dunklen Kontaktlinsen und billigen Reißzähnen herhalten muss, wird die Zeit liebend gerne mit allem anderen gefüllt. Das könnte sich durch eine motivierte Regie, wildes Editing oder ein tightes Script mit starken Dialogen bestens retten, doch leider bleibt es seht steif, sehr langsam und sehr belanglos, wenn unser Dreiergespann fortan Kleider anzieht und Sekt trinkt, oder eine zu lange lesbische Softsex-Szene folgt, während Anderson wenig spannend durchs Haus streift.
 
 
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Atmosphäre oder Anspannung wollen nie aufkommen, punktuelle skurrile Ereignisse helfen allenfalls vor dem völligen Abschalten des Zuschauers – so ist das Paar vegetarisch, weshalb unser fleischfressender Alien nach einem Bissen bereits ungeniert auf den Tisch erbricht und sich dafür später die Hühner des Hofes vornimmt. Jegliches blutiges Treiben bleibt aber passiv präsentiert und geschieht offscreen, weshalb die wohlig dröhnenden Retro-Synthesizer und die Nacktheit noch die größten Vertröster bzw. Qualitäten sind, die dieser Film besitzt. „Hand of a Stranger“ und ein weiterer, gelungen gewählter Song veredeln die Score um ein vielfaches, die Kostüme sind positiv hervorzuheben und ja, auch auf der Trash-Skala kann der turbulente, folgende Verlauf des Films einschlagen – doch dass auch nur 10 Minuten ununterbrochen ein Unterhaltungsfaktor aufkommt, ist eine Seltenheit. In einer furchtbar penetrant lauten und anstrengenden Manier wird nur noch hart übersteuert geschrien, statt geschauspielert, eine unnötig ewig gestreckte Szene zeigt Anderson mit dem Paar in Zeitlupe am panischen Herumplanschen im bräunlichen Dreckswasser, eine Fuchsjagdszene endet, ohne je einen Fuchs gezeigt zu haben und jegliche Konfrontationen oder Tode sind stumpf, unpointiert und vorhersehbar. Auf dem Papier ist das Ende überzeugend konsequent, auf dem Papier hätte sich diese großartige Prämisse aber auch für einen stilvollen Mysterythriller mit nebelverhangenem Bauernhof im britischen Hinterland, oder aber einen sleazigen Partyfilm mit schleimigen Effekten, Nacktheiten und ausgiebigen Splattereinlagen angeboten. Leider ist beides nicht geschehen.
 
 
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ALIEN PREY – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Minimalistische Schlaftablette, die ihre reizvolle Prämisse auch innerhalb ihres geringen Budgets noch gegen die Wand fährt. Vereinzelt trashige Kuriositäten, ein solider Synthesizer-Soundtrack, zeigefreudige Darstellerinnen sowie eine handvoll ästhetisch ansprechender Bilder reichen hier leider nicht.
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Zensur

 
 
 
„Alien Prey“ war in Deutschland auf DVD und VHS nur in gekürzter Fassung zu haben. Mit der Blu-ray hat sich das geändert. Alle in Deutschland erhältlichen Blu-ray-Fassung sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Mediabook | auf 1000 Stück limitiert)

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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prey; Großbritannien 1977

Genre: Horror, Science Fiction, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar, Interviews, Original Trailer, Artworkgalerie | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 08.02.2019 | KeepCase: 11.09.2020

 
 

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ALIEN PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | DAREDO)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Des Teufels Saat (1977)
 
Xtro – Nicht alle Außerirdischen sind freundlich (1982)
 
Samen des Bösen (1981)
 

Filmkritik: „Der Hexentöter von Blackmoor“ (1970)

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DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR

(IL TRONO DI FUOCO | THE BLOODY JUDGE)

Story

 
 
 
Der sadistische und machtgeile Richter George Jeffreys verteidigt mit erbarmungslosen Urteilen gegen die Bevölkerung seinen Stand sowie das Amt des neuen Königs, doch als der Sohn eines einflussreichen Earls eine Verurteilte Hexe befreit, verkomplizieren sich Dinge…

 
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Kritik

 
 
Das Jahrzehnte überspannende, mehrere Genres und hunderte Produktionen abdeckende Schaffen des umtriebigen Regisseurs Jesus Franco in Genrekreisen vorzustellen wäre in etwa so nötig, wie in Hollywoodkreisen Größen wie Christopher Nolan neu zu etablieren. Franco hat sich mit erotischen wie atmosphärischen, europäischen und oftmals übernatürlich angehauchten Filmen einen Namen gemacht, bei über 200 Werken selber Regie geführt und war vom Ende der 50er Jahre bis hin zu seinem Tod 2013 für Klassiker wie „Vampyros Lesbos“, „Bloody Moon“, „Venus in Furs“, „Exorcism“ oder „Sie tötete in Ekstase“ verantwortlich, die spielfreudig zwischen Arthousefilm und Bahnhofskino Karrieren starten und beenden, Fanherzen beglücken und enttäuschen sollten. Der Beginn von Francos Schaffensphase in den Siebzigern ist dabei mit einem Historiendrama gekennzeichnet, das nicht zu Unrecht mit Christopher Lee auf dem Cover glänzt und deutlich seriöser vermarktet wird, als viele der allzu trashigen Auswürfe des Exploitationmeisters. Denn „Night of the Blood Monster“, bei uns ähnlich griffig und weniger übernatürlich in die Irre führend „Der Hexentöter von Blackmoor“ getauft, ist kein billiger Schnellschuss, der zwischen drei anderen Produktionen mit Restsets gedreht wurde, um sex- und blutgeilen Allesguckern das Gehalt aus den Taschen zu ziehen, oder fühlt sich zumindest nicht so an.
 
 
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Ein kurzes Intro informiert uns über das historische Setting, England anno 1685, sepiafarbene Schlachten verschneiden sich im Hintergrund zu Bruno Nicolais erhebender, schriller Score. Die folgenden 100 Minuten Kulturcrash dürfen sich dann zwei ganz und gar unterschiedliche Komponenten teilen, die für einen überraschend kurzweiligen und unterhaltsamen Film sorgen. Einerseits wäre da das überzeugende technische Niveau des Films, das mit farbenfrohen Sets und realistisch anmutenden Kostümen eben so punkten kann, wie mit malerisch eingefangenen Landschaftsaufnahmen, versierten Zooms und gialloesque verträumten Einzelsequenzen. Ein Film der Kutschen und Fahnen, der Waffen und Helme und Käfige, der durch seinen schieren Aufwand und sein gelungenes Design glänzen kann, fast schon unabhängig vom Plot. Kerzen und Fackeln werfen spannende natürliche Schatten im dreckigen Kerker, im Kontrast dazu stolziert Christopher Lee im feinsten Garn durch seine königlichen Gemäuer. Apropos, Christopher Lee: Was für eine Naturgewalt dieser Mann doch war! Die Rolle des sadistischen, machtgeilen Judge Jeffries steht seiner ausdrucksstarken Ausstrahlung in die Stimmbänder geschrieben und wann immer er hier Drohungen ausspricht oder Urteile verhängt, seine Mitmenschen mit Ignoranz straft oder gar an seinen Überzeugungen zweifelt, weiß Lee durch Details und Aussprache, Körperhaltung und Mimik eine Wucht in seine Performance zu bringen, die den Restcast mühelos an die Wand spielt. Auffallend trashig schlecht oder unpassend gespielt ist hier zwar niemand, einige Rollen jedoch bleiben blasser als es nötig gewesen wäre.
 
 
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Was die überraschenden Qualitäten des Films abrundet, ist neben der immer wieder mal positiv auffallenden Score und Ernsthaftigkeit des Geschehens zudem noch der Dialog selber, der gefühlt nie versucht, eine authentische und echte Repräsentation der englischen Sprache zur Zeit zu imitieren, aber doch durch bewusste Wortwahl und Intonationen voll und ganz in die Filmwelt zieht, statt durch Anachronismen oder fehlende Requisiten und Details die Immersion zu zerstören. Was dem Vorhaben, ein durchgängig seriöser und packender Film zu bleiben, nur leider im Weg steht, sind einzelne Szenen oder Charaktere, die ungewollt komisch wirken oder schlichtweg zu selbstzweckhaft das Pacing stören. So gibt es einen Henker mit einem allzu merkwürdigen Gang, Statisten, die in die Kamera blicken, Schauspielerinnen die offensichtlich mit Puppen ausgetauscht wurden und natürlich Zitate wie „Witches hate iron!“ oder „A witch can make a dead man bleed.“, die durch ihre Delivery und schlußendlich doch leicht dilletantische Darstellung innerhalb der Szene schwerlich für Gänsehaut sorgen.
 
 
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Meine größte Überraschung aber war die, dass die Folterszenen zwar allesamt erbarmungslos und blutig sind, aber nie explizit gesplattert oder mit fiesen Wunden etc. gearbeitet wird, auch hält die Nacktheit des Films sich gute 80 Minuten lang in einem recht realistischen und nicht allzu voyeuristischen Rahmen, bevor dann aber eine merkwürdig entspannende Erotikszene mit ruhiger Musik und massiver Überlänge folgt, bevor es nahezu nahtlos mit einer – wenn auch sehr harmlosen – Softsexszene weitergeht, die inhaltlich leider so gar keinen Sinn ergibt.Was mit einer Puppe voller Nadeln, Tänzen ums Feuer und Wickerman-Vibes begonnen hat, bleibt auch in diesen Szenen dabei ästhetisch ansprechend gefilmt und fernab billiger Fleischbeschau-Produktionen ohne eigenen Esprit, man wird weder die aufwendige und lange Sequenz mit gut 20 Stuntpferden in der Kavallerie gegen die Kanonen des Königs vergessen, noch den eigentlichen Entführungs- und Befreiungsplot, doch Franco gibt in diesen Momenten sein Bestes, dass der Zuschauer in erster Linie über die bezaubernde Maria Rohm sinniert. Das Happy End wirkt ein wenig aufgesetzt und scheint wenig realistisch oder auch nur „verdient“, dafür ist Christopher Lees letzte Szene sehr atmosphärisch geschrieben und beendet den Pfad seines Charakters auf unerwartete Weise.
 
 
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Der Hexentöter von Blackmoor lebt von seiner Zeit, seinen Kostümen und seinen Settings, ebenfalls aber von der durchaus reizvollen Mischung aus exploitativen Elementen blutüberströmter nackter Frauen und seriöser, spannender Dialogszenen im alten England, mit einer Meisterklasseperformance eines Meisterklasseschauspielers. Die Geschichte ist wendungsreicher und komplexer als gedacht und alles andere als ein Vorwand für sleazige Szenarien und auch wenn die Dramaturgie mal durchhängen sollte, kann man sich an den Bildern so schnell nicht satt sehen. Ein qualitativ hochwertige Produktion mit vereinzelt naiv-unbedarften Momenten, die aus einer konzeptuell wilden (italienische Exploitation – Christopher Lee – Historienfilm) Idee ein klappendes Ganzes macht, das mit etwas besserem Pacing und eindeutigerer Direktion sogar 8 Punkte abgesahnt hätte.
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Punktuell exploitativ, größtenteils aber überraschend professionell und seriös erzähltes Stück Zeitgeschichte vor und hinter der Kamera – allein für Lee und die Ausstattung einen Blick wert, zudem eine gute Annäherung an die Riege weniger selbstzweckhafter Francofilme.
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Zensur

 
 
 
„Der Hexentöter von Blackmoor“ lief im Kino nur gekürzt. Auch auf VHS erschien der Film nur gekürzt. Erst im DVD-Zeitalter wurde eine Langfassung veröffentlicht in der zusätzliches Filmmaterial aus verschiedenen internationalen Filmfassungen zusammengeschnitten wurde. Die nun auf Blu-ray veröffentlichte Fassung beinhaltet neben der kürzeren Kinofassung auch die ungeschnittene internationale Filmfassung des Streifens sowie die bereits auf DVD veröffentlichte Langfassung. Alle Fassungen wurden von der FSK im Jahr 2020 neu geprüft und erhielten eine Freigabe ab 16 Jahren. Übrigens war „Der Hexentöter von Blackmoor“ von 1982 (VHS-Fassung) bis 2007 indiziert. Erst 2007 wurde die Indizierung aufgehoben.
 
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Digipack mit 2 Blu-rays + 2 DVDs + 1 CD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Il trono di fuoco; Deutschland | Italien | Liechtenstein | Spanien 1970

Genre: Horror, Historienfilm, Drama

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack

Extras: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Oliver Nöding, Neu abgetastet Deutsches Filmnegativ, Neu abgetastet Englisches Filmnegativ, Disc 1: Blu-ray Deutsche Kinofassung (HD, 79:04 Min.), Einleitung von Filmpapst Christian Kessler (4:37 Min., Deutsch, Ohne Untertitel), Geschnittene Szenen (6:17 Min., Italienisch, Optionale Deutsche Untertitel), Trailer, TV-Spot (0:32 Min.), Bildergalerie (HD, 71 Bilder), Disc 2: Blu-ray Internationale Fassung (HD, 102:40 Min.), Disc 3: Dokumentation „Franco-Phibes“ über Jess Franco (65:19 Min. mit deutschen UT), Deutsche Super-8-Fassung (31:40 Min., Deutsche, Ohne Untertitel), Disc 4: Integral Fassung mit zusätzlichen Szenen (Langfassung, Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono, Englisch Dolby Digital 2.0 Mono, Deutsche Untertitel, Englische Untertitel – ca. 104:08 Min.), Geschnittene/ Alternative Szenen (2:14 Min., – Spanisch / italienisch, Optionale Deutsche Untertitel), Disc 5: Soundtrack-CD mit der Filmmuisk von Bruno Nicolai

Release-Termin: Digipack: 09.07.2020

 


 

Der Hexentöter von Blackmoor [Digipack mit 2 Blu-rays + 2 DVDs + 1 Soundtrack-CD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hexen bis aufs Blut gequält (1970)
 
Castigata – Die Gezüchtigte (1974)
 
Der Hexenjäger (1968)
 
Das Pendel des Todes (1961)
 

Filmkritik: „Das Grauen auf Schloss Witley“ (1965)

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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY

(DIE, MONSTER, DIE!)

Story

 
 
 
Arkham, in England, anstatt, wie üblich Massachusetts. Das Herrenhaus (meinetwegen auch Schloß) der Familie Witley ist bei der Landbevölkerung nicht gerade wohlgelitten. Grausige, übernatürliche Dinge sollen hinter den Mauern vorgehen, der alte Nahum Witley (Boris Karloff, zeitypisch leider im Rollstuhl) mit widernatürlicher Wissenschaft experimentieren. Susan, Nahums Tochter, ist mit dem Amerikanier Stephen liiert. Als der auf Inselbesuch kommt, wird der Alte stinkig, will nicht, dass der Schwiegersohn in spe hier übernachtet. Am liebsten wäre ihm gar ein promptes Ende der Beziehung. Warum? In seinem Gewächshaus erforscht Nahum die Wirkung eines auf seinem Grund niedergegangenen Komenten auf die örtliche Pflanzenwelt. Der gleiche Himmelskörper, der für das Verdorren der gesamten Fauna im Umland verantwortlich ist.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Kritik

 
 
American International Pictures (AIP) nimmt gewohnheitsmäßig keine Gefangenen, wenn’s um’s Verballern äußerst sparsam angesetzter Budgets unter der Maßgabe maximaler Effektivität und Kassenklingelei geht. Da ist’s fast verzeihlich, wenn AIPs hart arbeitende Drehbuchteufel sich beim Adaptieren populärer Horrorliteratur dermaßen viele künstlerische Freiheiten gönnen, dass die Vorlagen zum Schluss gerne mal nur noch an den Namen der Figuren zu erkennen sind. So geschehen auch bei „Das Grauen auf Schloß Witley“. Die Geschichte könnte so auch dem Edgar-Allan-Poe-as-imagined-by-Roger-Corman-Filmzyklus entstammen. Spuk-Gemäuer, Horror-Altstar, langezogener Plot, herausragende Leistungen von Licht, Kamera und Soundtrack, die über das fehlende Produktionsgeld hinwegtäuschen – alles da. Verfilmt wird H.P. Lovecrafts berühmte Geschichte „Die Farbe aus dem All“, etstanden im Jahr 1927. Die Figurennamen sind zusammengebastelt aus denen von Charakteren dieser Story und der ein Jahr später verfassten Geschichte „Das Grauen von Dunwich“, wo die Protagonisten ja die Redneck-Voodoohexer der Familie Wateley (hier zu „Witley“ verknappt) sind.
 
 
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Boris Karloff als verrückter Wissenschaftler, der mit der Strahlung aus einem Kometen Mutationsexperimente an Pflanzen macht, ist auch so eine Sache, die deutlich mehr „AIP“ als HPL“ ruft. Will sagen, so eine eher bodenständige Mad-Scientist-Schote mit strahlenden Helden gegen den greisen Finsterling im Laborkittel entspricht nicht der Arbeitsweise des Schöpfers von außerirdischen Grauensgottheiten wie dem Großen Cthulhu, Shub-Niggurath und des ihnen gewidmeten Subgenres des „Cosmic-Horror“. Nein, das früher häufige, mit der Qualitätssteigerung der Möglichkeiten von Computereffekten inzwischen weniger oft fallende Attribut „unverfilmbar“ trifft auf die Welten H.P. Lovecrafts noch immer zu und lässt seine Fans weiter auf adäquate Adaptionen seiner Geschichten und ihrer Atmosphäre warten. Richard Stanley geht mit „Die Farbe aus dem All“ schonmal in die richtige Richtung, tappt aber in die Falle, Nicolas Cage einen Nicolas-Cage-Film machen zu lassen.
 
 
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„Das Grauen auf Schloß Witley“ sieht – wie erwähnt AIP-typisch – klasse aus. Das liegt auch an Regisseur Daniel Haller, der wirklich bei Dutzenden Filmen – inklusive des kompletten Horrorkataloges – seines „Heimatstudios“ gelernt hat, mit wenig Mitteln große und beeindruckende Optik zu zaubern. Unter anderem findet sich Hallers Set-Design bei 1963 in Roger Cormans „Die Folterkammer des Hexenjägers“, einer großen Vincent-Price-Show, deren Plot auch ein bunter Lovecraft-Eintopf ist aber als Poe-Verfilmung vermarktet wird. Großer Cthulhu, steh uns bei, ist das kompliziert! 1969 kehrt er zu Lovecraft zurück und arbeitet als Regisseur am psychedelischen „Voodoo Child„. Hinter diesem sicherlich von einem Jimi-Hendrix-Fan ausgesuchten Filmtitel steckt dann tatsächlich eine fantasievolle, wenn auch nicht sonderlich originalgetreue Adaption von „The Dunwich Horror“.
 
 
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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Als frühe Verfilmung der Ideen H.P. Lovecrafts, gebührt „Das Grauen auf Schloss Witley“ ein besonderer Platz in den Annalen des Horror-Genres. Die Gang bei American International Pictures verwurstet gleich mehrere Stories des Meisters aus Providence für das Drehbuch. Das Endergebnis ist okay – wirklich vom Hocker reißt einen der Film leider nicht. Ein Schicksal das er sich mit einem Großteil der HPL-Filme teilt. Boris Karloff ein weiteres Mal als gebrechlichen Senior im Rollstuhl zu sehen, tut im Herzen weh.
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Zensur

 
 
 
„Das Grauen auf Schloss Witley“ lief 1968 in den westdeutschen Kinos und wurde dort in der ungeschnittenen Fassung mit einer Freigabe ab 16 Jahren gezeigt. Die folgenden VHS- und DVD-Veröffentlichungen waren ebenfalls ab 16 und ungeschnitten. Das hat sich auch bei der Blu-ray-Auswertung nicht geändert. Diese ist nach wie vor für Sechzehnjährige geeignet und uncut.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover A – limitiert auf 444 Stück)

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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover B – limitiert auf 444 Stück)

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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover C – limitiert auf 333 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Die, Monster, Die!; Großbritannien | USA 1965

Genre: Horror, Mystery, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 44-seitiges Booklet mit einem Text von Dr. Rolf Giesen & dem Original Comic zum Film, Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen & Dr. Gerd Naumann, Deutsche Nostalgie-Fassung (4:3), Deutsche Titelsequenz, Umfangreiche Bildergalerie, Trailer, Film zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 14.09.2018

 

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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Curse (1987)
 
Saat des Bösen (2008)
 
Die Farbe (2010)
 
Die Farbe aus dem All (2019)
 

Filmkritik: „Party des Grauens“ (1976)

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PARTY DES GRAUENS

(DEATH WEEKEND | INFERNO IM MOOR | THE HOUSE BY THE LAKE)

Story

 
 
 

Der schmierige Zahnarzt Harry bumst gerne und lädt sich in diesem Sinne das ehemalige Model Diane in seine Ferienhütte ein. Er erzählt ihr zwar, dort würde eine Party steigen, sagt aber nicht, dass außer ihr und ihm (und seinem Aal) eigentlich keine weiteren Gäste eingeplant sind. Auf dem Weg ins ländliche Kanada legen sich die beiden mit dem angesoffenen Sportwagenfahrer Lep und seinen räudigen Kumpels an, als der die Power seiner Karre präsentieren will. Es kommt wie’s kommen muss und die Unholde lauern dem Pärchen, das keins ist, auf und veranstalten eine Menschenschinderei nach alter Väter Sitte.

 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Kritik

 
 
 
William Fruet, mit strammen 87 noch immer unter den Lebenden, kann auf eine ungemein fruchtbare Karriere als Regisseur und Drehbuchdoktor zurückblicken. Neben zahllosen Episoden von Fernsehserien aller erdenklicher Genres fertigt der Kanadier in den Siebzigern und Achtzigern ein paar sichtlich kostengünstige aber sehr unterhaltsame Horror- und Exploitationfilme an, von denen der äußerst asoziale Backwoods-Schänder TRAPPED (1982) besonders erwähnenswert ist. 1976 entsteht, als Fruets zweiter Film, PARTY DES GRAUENS. Der ist nicht minder derb.
 
 
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In der wichtigsten Rolle des Films, als Drecksacks Lep nämlich, sehen wir Don Stroud, einen echten Beach Boy und Surfer erster Generation aus Hawaii, den es über die Arbeit als Stuntman irgendwann vor die Kamera geführt hat. Aus Interviews geht hervor, dass der Mann in Wirklichkeit ein ziemlich relaxter und dufter Typ ist. Das hält ihn aber nicht davon ab, in neun von zehn Rollen Lumpenhunde und Galgenstricke liederlichster Garnitur zu verkörpern. PARTY DES GRAUENS lässt ihn ein weiteres Mal alle Register seines schurkischen Könnens ziehen. Lep ist ein Baddie-Charakter, den man als Zuschauer vom ersten Auftritt an mit dem Schritt voran in eine Kreissäge werfen möchte. Das treue Gartengerät Häcksler wäre auch okay. Zusammen mit seinen debilen Kumpanen frönt der Saubock Schnaps und Marihuana in ungesundem Maß, was der Enthemmung im Quälen der Gefangenen ordentlich die Sporen gibt. Meine Herren!
 
 
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Vorbild der Produktion könnte durchaus Sam Peckinpahs STRAW DOGS – WER GEWALT SÄT sein. Der gilt in seiner Schonungslosigkeit schließlich als Klassiker unter den Filmen, in denen unbescholtene Protagonisten von Mordbrennern besucht und terrorisiert werden. Dort wie hier muss der belästigte Bürger das innere Wildschwein befreien, um den Spieß irgendwann in rächender Absicht herumzureißen. Diese Aufgabe fällt maßgeblich der armen Diane zu, was PARTY DES GRAUENS sogar noch eine als feministisch zu lesende Nuance verleiht.
 
 
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Angesiedelt zwischen der guten alten Menschenjagd, den Regeln des Rachefilms und dem, was man heutzutage Home Invasion nennt, nimmt der vom späteren GHOSTBUSTERS-Regisseur Ivan Reitman produzierte Fiesefilm hier – im Gegensatz zu Lep und seinen Teufeln – keine Gefangenen. Das wussten zu seligen Videozeiten auch die Zensurteufel verschiedener Länder und so landet der Film im panischen England zum Beispiel auf der ebenso berühmten wie paranoiden Liste der Video Nasties. Auch hierzulande hat Fruets grober Kino-Keil seinerzeit keinen leichten Stand. Das wird jetzt vielleicht anders.
 
 
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PARTY DES GRAUENS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Komischer Titel, ist doch der Auslöser der ganzen Misere im Wald, dass die Party gar nicht stattfindet. Nichtsdestotrotz ist William Fruets Film ein Mosaikstein im großen Bild der Seventies-Exploitation, den der Schweinefilmliebhaber von Rang mit Vergnügen seiner Videothek einverleiben wird.
 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Zensur

 
 
 
PARTY DES GRAUENS lief im Kino ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Im Jahr 1983 wurde der Film indiziert und wurde nach Ablauf der 25 Jahre auf Liste A folgeindiziert. Das ist bis heute so. Doch NSM RECORDS interessiert das nicht. Das Filmlabel aus Österreich hat sich die Rechte geschnappt und den indizierten Streifen ungeschnitten zum ersten mal im deutschsprachigen Ausland auf Blu-ray veröffentlicht. Der Filmfan hat die Wahl zwischen diversen Mediabooks und einer Blu-ray KeepCase. Die auf den Scheibe gepresste Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover E – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover F – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover G – auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Death Weekend | Kanada 1976

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS HD 2.0, Englisch DTS HD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: KeepCase: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Marco Erdmann vom Wicked Vision Magazin,
Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 12.07.2019 | KeepCase: 28.08.2020

 
 
NSM hat 2019 sieben limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit August 2020 kann man PARTY DES GRAUENS auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und – wie die Mediabooks – von deutschen Zensurbehörden ungeprüft. Interessant: PARTY DES GRAUENS besitzt noch keine weltweite Blu-ray-Auswertung. NSM RECORDS hat einige Jahre nach verwertbarem HD-Material gesucht, weil das vom Lizensgeber gelieferte Material nicht brauchbar gewesen war. Nach langer Suche hat man zwei mehr oder weniger gute Filmrollen gefunden und das 35mm-Material-Material neu abtasten lassen. Auf dieser Grundlage besteht nun die erste weltweite Blu-ray. Diese ist natürlich keineswegs referenzwürdig, wie der teils sehr übertriebene Kontrast zeigt. Dennoch kann man froh sein den seltenen Rachefilm endlich in einer Qualität zu sehen, die immer noch besser ist, als jede DVD und VHS des Klassikers.
 
 

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PARTY DES GRAUENS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wer Gewalt sät (1971)
 
Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)
 
Funny Games (1997)
 
Ich spuck auf dein Grab (1978)
 
Trespass (2011)
 

Filmkritik: „Amityville II – Der Besessene“ (1982)

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AMITYVILLE II – THE POSSESSION

Story

 
 
 

Familie Montelli zieht in das aus AMITYVILLE HORROR bekannte schlimme Haus im Staate New York. Im Keller des Anwesens wohnt ein unfreundlicher Untermieter – ein Dämon. Der kommt des nächtens aus dem Versteck und poltergeistert durch die Räumlichkeiten. Sonny, der 17jährige Filius des Hauses, hat eine besondere Antenne fürs Okkulte und wird zum unfreiwilligen Erfüllungsgehilfen des Bösen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Kritik

 
 
 
Im Feld der befremdlichen Fortsetzungen der größten Horrorfilmhits der Siebziger gilt gemeinhin John Boormans EXORZIST II – DER KETZER als der Rettich mit der Silberkrone. Dessen Ruf ist – teils gar nicht unverdient – so verheerend gaga in seiner heuschreckenschwärmenden Pazuzu-Wahnwitzigkeit, dass andere Klassiker-Sequels mit Hang zum Überschnapp dadurch in Vergessenheit geraten. Womit wir bei „Amityville II – Der Besessene“ wären.
 
 
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Ronald DiFeo und seine bedauernswerte Familie waren – man liest es bereits aus dem Namem heraus – Italoamerikaner. Mit den Montellis des Films hier verbindet sie neben der ethnischen Zugehörigkeit auch das persönliche Glaubenssystem: knackigster Katholizismus natürlich. Mit all seinen Störungen und Schuldzuweisungen ans Individuum. Anzunehmen, dass hier das Interesse exakt derer geweckt wurde, die sich schließlich der Fortsetzung des ersten AMITYVILLE HORROR von 1979 annehmen sollten. Die „echte Backstory“ wird aufgegriffen: Ein Teenager hört Stimmen nachdem seine Familie in eine schicke kleine Holzvilla auf Long Island gezogen ist. Diesen Stimmen folgend greift er zum groben Werkzeug und schlachtet die Verwandschaft ab. In AMITYVILLE HORROR gehen die dämonischen Wesensheiten James Brolin und seiner nach den Bluttaten eingezogenen Familie auf die Nerven.
 
 
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Die Produktion ist zwar US-amerikanisch in Handlung und Drehort, verströmt jedoch aus allen Ritzen das tomatige Oregano-Aroma all der artverwandter Genre-Programme aus Italien. Finanziert vom römischen Filmindustriegiganten Dino De Laurentiis entsteht das Drehbuch unter dem sich im Horror mehr und mehr festigenden Amerikaner Tommy Lee Wallace und dem großen Dardano Sacchetti, der seit Anfang der siebziger Jahre Scripts für jeden von Dario Argento über Lucio Fulci bis hin zu Enzo G. Castellari verfasst hat. Ziel dürfte gewesen sein, die True-Crime-Vorlage ordentlich durch den Italo-Fleischwolf zu jagen und mit Zutaten aus allen artverwandten Werken zu würzen, die so auf dem Plan standen. So kennt und liebt man sie, die schamlosen Kino-Raubknechte der Cinecittà. AMITYVILLE II – DER BESESSENE ist unter deren Ägide folglich nicht bloß das Film-Prequel oder die Origin-Story des berühmten Spukhauses an der amerikanischen Ostküste. Ein kompletter Nebenhandlungsstrang über die Arbeit eines waschechten Exorzisten kommt zum Einsatz. Und taktlose Sleazemomente werden obendrein auch noch serviert, als es zwischen dem jungen Bekloppten und seiner Schwester zu inzestuösen Zärtlichkeiten kommt. Ja, da möchte der Zuseher sogleich Duschen gehen.
 
 
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Der größte Kopfkratzer ist natürlich der Einsatz von Damiano Damiani auf dem Regisseurs-Hocker. Der Filmemacher gilt als ein wahrer Großmeister des politisch ambitionierten Thrillerkinos in Europa und hat einige ganz herausragende Western- und moderne Justizfilme mit gesellschaftskritischer Note in seinem Werksverzeichnis. Was immer den von Haus aus serlösen Mann bewogen hat, die Herstellung eines Gruselschlockers wie AMITYVILLE II – DER BESESSENE zu dirigieren, weiß nur der liebe Gott oder die Mafia. Oh ja, und Burt Young nicht zu vergessen! In der Rolle des Familienvaters sehen wir tatsächlich den glatzköpfigen Taugenichts, der in den ROCKY-Filmen Sylvester Stallones versoffenen Versager-Schwager spielt. Wahrscheinlich einer der Lieblingsdarsteller von Produzent Di Laurentiis.
 
 
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AMITYVILLE II – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Verrückte, effektbetonte Geisterbahnfahrt von Horror-Kleinklassiker-Sequel/Prequel, das es in sich hat. Gedreht von einem waschechten Euro-Autorenfilmer im Auftrag eines bedeutenden Filmproduzenten, nimmt AMITYVILLE II – DER BESESSENE die Merkmale seines Vorgängers, überdreht sie und fügt italienische Exploitation-Schlagseite hinzu. Verwandelt Euer Wohnzimer in ein New Yorker Grindhousekino. Jetzt!
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Zensur

 
 
 
AMITYVILLE II – DER BESESSENE wurde in Deutschland nur in einer um sechs Minuten gekürzten Fassung veröffentlicht. Diese lief im Kino und wurde auch auf VHS und DVD herausgebracht. Nun hat sich NSM RECORDS die Rechte gesichert und brachte die erste Blu-ray mit der kompletten Filmfassung auf den Markt. Erst ungeprüft über das deutschsprachige Ausland im Mediabook. Danach neu geprüft und ab 16 Jahren im KeepCase für die deutschen Kaufhäuser. Die neu geprüfte FSK16-Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE II – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville II: The Possession; Mexiko | USA 1982

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Stephen Jones und Kim Newman, Erweiterte Lost Souls Szene, Filmographien, Bildergalerie, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 30.04.2018 | KeepCase: 28.08.2020

 
 
NSM hat 2018 vier limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit August 2020 kann man AMITYVILLE II – DER BESESSENE auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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AMITYVILLE II – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Amityville Horror – Wie alles begann (2018)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
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Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 

Filmkritik: „World Gone Wild – Die letzte Kolonie“ (1987)

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WORLD GONE WILD – DIE LETZTE KOLONIE

(LOST WORLD – DIE LETZTE KOLONIE | WORLD GONE WILD)

Story

 
 
Anno 2087. Die Welt ist mal wieder ein postapokalyptisches Jammertal. Nach dem letzten Knall ist Wasser in der globalen Wüstenei zum wertvollsten Gut geworden. Die Überlebenden des nukleraren Feuers gründen kleine friedliche Siedlungen, die den kriminellen Elementen unter der Restmenschheit natürlich ein Dorn im Auge sind. Unter der moralischen Führung der Moses-Figur Ethan gedeiht das Nest Lost Wells halbwegs vor sich hin und steht im Fadenkreuz der Post-Nuke-Unholde des irren Derek. Abhilfe gegen die Attacken der abgerissenen Schurken soll das Anheuern eines schlagkräftigen Söldnertrupps schaffen.

 
 
 


 
 
 

WORLD GONE WILD – Kritik

 
 
Passt alles. Die Welt nach dem dumpfen Schlag, staubtrockene Wüstenaction, Brutalität und blöden Humor gibt’s als Bonus. Lee H. Katzins WORLD GONE WILD, in die stramm bestückten Reihen der Endzeit-Science-Fiction am hinteren Ende der Welle eingerückt, weiß durch einige charmante Eigenheiten zu überzeugen. Da hätten wir an erster Stelle die Handlung. Verzweifelt Gut gegen verzweifelt Böse am Abend aller Tage gibt es ja tatsächlich in einer endlosen Genre-Litanei. Hier bedienen sich die Macher zusätzlich beim Grundplot eines der beliebtesten Abenteuerfilme der Kinogeschichte.
 
 
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Die Rede ist natürlich von Akira Kurosawas DIE SIEBEN SAMURAI von 1954, dessen Prämisse seit dem Erscheinen des Films gefühlt tausend mal imitiert, persifliert oder schlichtweg übernommen wurde. Am Bekanntesten in diesem Zusammenhang sicher der legendäre All-Star-Western DIE GLORREICHEN SIEBEN, bereits sechs Jahre nach dem Japaner entstanden. WORLD GONE WILD jedenfalls lässt eine Gang brutaler Söldner gegen die Bösewichter ins Feld ziehen, die sich sehen lassen kann. Angeführt vom büffeligen Herrenfilm-Macker Michael Paré sehen wir unter anderem den erst kürzlich ins ewige Bahnhofskino abberufenen Anthony James bei der harten Arbeit. Einen Charakterdarsteller aus der Hölle, dessen genuine Superkraft war, in jeder Rolle zu wirken wie ein pervers schwitzender Sexualstraftäter. Kann auch nicht jeder. Eigenheit numero due ist die Besetzung von Derek Abernathy, dem wahnsinnigen Prediger. Dieser Gegenspieler des von Bruce Dern gegebenen Quasi-Heiligen Ethan (übrigens der letzte Schullehrer der Welt, behauptet man) wird von der leicht überforderten Schauspielkunst des britischen Sängers Adam Ant zum Leben erweckt.
 
 
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Adam war im sogenannten echten Leben ein echter Popstar, seine Band Adam & The Ants trat in Piratenkostümen auf und spielte eine entsetzliche Version an sich bereits auch schon entsetzlicher weil unterkühlt herzloser und klapprig abgemischter New-Wave-Kackmusik, die von der zeitgenössischen Presse als „New Romantic“ verkauft wurde. Weniger romantisch hingegen seine Idee eines übergeschnappten Endzeitpredigers, dessen Ersatz-Bibel aus den Schriften des Hippiegurus Charles Manson besteht. Ants Auftritt an der Schauspielfront ist der Musikpresse Ende der Achtziger beachtlich genug, WORLD GONE WILD für einen Young Artist Award zu nominieren und – unter anderem in der LA Times – in veritable Lobpreisungen über diese „lebendige Mixtur vom MAD MAX und DIE GLORREICHEN SIEBEN“ auszubrechen. Wir haben zwar mit Sonderpunkten wegen der Mitwirkung verblasster Pop-Idole von einst nix zu tun, mögen Katzins Endzeitvision aber trotzdem.
 
 
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WORLD GONE WILD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
WORLD GONE WILD ist ein stets unterhaltsamer, zackiger Endzeitfilm aus amerikanischer Produktion. Die derbe Schmierigkeit der Genre-Counterparts aus Länder wie Italien oder gar den Philippinen weicht hier einer gewissen Hollywood-Poliertheit, was den Spaß an der „Sieben gegen die Nachzehrer Charles Mansons“ nicht schmälert. Die VHS-Kassette war nicht wirklich verbreitet und so ist die Wiedergeburt des Films in digitalen Zeiten hochwillkommen.
 
 


 
 
 

WORLD GONE WILD – Zensur

 
 
 
WORLD GONE WILD erschien in Deutschland direkt auf VHS, aber nur in einer entschärften Fassung. Diese gekürzte FSK18-Fassung wurde aber trotzdem indiziert. Erst 2014 wurde der Film wieder von der Index-Liste gestrichen. Leider erschien der Film bisher nicht auf DVD. Das ändert sich jetzt. Im Zug der ersten deutschen Blu-ray-Auswertung erscheint der Streifen nun zeitgleich auf DVD. Beide Medien (Blu-ray und DVD) befinden sich hierbei in einem limitierten Mediabook. Die wegen den damaligen Zensuren nicht synchronisierten Szenen wurden nicht übersetzt, sondern nur mit deutschen Untertiteln versehen. Immerhin liegt der Film in diesem Mediabook ungeschnitten vor. Sammler können zugreifen.
 
 
 


 
 
 

WORLD GONE WILD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: World Gone Wild; USA 1987

Genre: Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern (kein Autor benannt), Originaltrailer, Artworkgalerie, DVD-Fassung des Films

Veröffentlichung: Mediabook: 21.08.2020

 
 

World Gone Wild – Die letzte Kolonie [Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

WORLD GONE WILD – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
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