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Beiträge mit Schlagwort “Horrorkomödie

Filmkritik: „You Might Be the Killer“ (2018)

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YOU MIGHT BE THE KILLER

Story

 
 
 

A little bit FRIDAY THE 13TH: In einem Sommercamp wütet ein maskierter Killer und tötet alle Campbetreuer auf grausame Weise.

 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint bekannten Horror-Subgenres nichts Neues mehr hinzufügen zu können, kommt ein ambitionierter Filmemacher daher und belehrt den Zuschauer eines Besseren. Seit Jahren fristet der Slasher ein jämmerliches Dasein im Heimkino. Alteingesessenen Filmkenner spricht man da aus der Seele. Seit Wes Cravens SCREAM will sich diese Unterart des Horrorfilms einfach nicht mehr weiterentwickeln und spult immer wieder gleiche Verläufe ab, die bereits in den Anfängen des Slasher-Kinos Programm gewesen waren. Das verursachtet verständlicherweise bei jenen Zuschauern Langeweile, denen es nach Unterhaltung dürstet. Die wollen nicht immer wieder gleiche Geschichten auf der Mattscheibe sehen, die sich einzig durch ausgetauschte Besetzung voneinander unterscheiden. Stattdessen will man überrascht werden und Wege fernab bekannter Pfade gehen. Frische Ideen sind demnach fällig.
 
 
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Gleiche Gedanken hatte offenbar auch Regisseur BRETT SIMMONS. Dem dürfte die Ideen-Stagnation im Slasher-Bereich auch ein Dorn im Auge gesesen sein. Wohl ein Grund warum er mit YOU MIGHT BE THE KILLER einen Film dieser Gattung inszeniert hat, der sich von den üblichen Verdächtigen unterscheidet. Darin beginnt eigentlich alles ganz vertraut. Ein Überlebender befindet sich auf der Flucht vor einem maskierten Mörder. Sam (FRAN KRANZ auf BLOODSUCKING BASTARDS) nennt sich das verwirrte Opfer, das sich in der Hütte eines Sommercamps verstecken kann und direkt zum Telefon greift. Doch statt die Polizei zu rufen, wählt der Camp-Leiter lieber die Nummer von Freundin Chuck (ALYSON HANNIGAN aus der AMERICAN PIE-Reihe). Die arbeitet in einem Comic-Laden und kennt sich mit Horrorfilmen und deren Verläufen auf. Statt schnell zur Hilfe zu eilen oder den Notruf zu alamieren, versucht sie ihrem Freund am Telefon zu helfen. Was der aber zu erzählen hat, drängt YOU MIGHT BE THE KILLER in eine unerwartet erfrischende Richtung.
 
 
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Verkehrte Welt. YOU MIGHT BE THE KILLER ist Meta-Horror, der mal was anderes versucht. Statt die bekannte Horror-Geschichte aus der Sicht der Opfer zu erzählen, die in einem Sommercamp vor einem maskierten Killer flüchten müssen, geht die als Hommage an die Freitag-Filme der 1980er getarnte Horrorkomödie kreativere Wege. In diesem Film folgt der Zuschauer dem Killer auf Schritt und Tritt. Der schaut dem Bösen quasi beim Töten über die Schulter und kann sich so mal ein Bild dessen machen, was ein Killer alles erlebt, wenn der im Horrorfilm auf Beutefang geht. Dass das natürlich alles andere als ernst gemeint ist, wird schnell klar. YOU MIGHT BE THE KILLER ist ein Film, der sich zu keiner Minute ernst nimmt. Regisseur BRETT SIMMONS hat eine Menge Spaß daran mit Slasher-Klischees zu spielen und selbige auch noch durch den Kakao zu ziehen. Das sorgt für so manch urkomischen Moment und selbst eingefleischte Fans können noch etwas lernen. So wird im Film erklärt, wie Antiheld Sam zur Maskierung kommt und durch welch unglückliche Umstände die Camp-Kollegen das Zeitliche segnen müssen. Als wäre das nicht alles schon tragisch genug, muss er auch noch einen Weg finden, wie er das „Final Girl“ aufhalten kann, das am Ende eines jeden Meuchelthrillers dem Bösen die Leviten lesen muss. Weil YOU MIGHT BE THE KILLER auch noch ganz unverfroren aus bekannten Klassikern wie FREITAG DER 13. oder SLEEPAWAY CAMP zitiert und konventionellen Erzählmechanismen mittels Flashbacks den Stinkefinger zeigt, ist YOU MIGHT BE THE KILLER schon jetzt Pflichtprogramm für Slasher-Fans und solche, die es noch werden wollen.
 
 
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YOU MIGHT BE THE KILLER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Clever, witzig und vollkommen anders. YOU MIGHT BE THE KILLER ist der beste Beweis dafür, dass auch der in die Jahre gekommene Slasher unterhalten kann – wenn sich nur ambitionierte Filmleute trauen angestaubte Regeln zu brechen. Das ist im Falle von YOU MIGHT BE THE KILLER geschehen. Der Film ist quasi eine vollkommen andere Sicht auf das Slasher-Genre der 1980er und das lässt den Streifen aus der grauen Masse an billig und lieblos produzierten Meuchelfilmen hervorstechen. Interessant ist hierbei, wie es zum Film überhaupt kam. Die Grundlage zum Meta-Horror lieferten nämlich die Autoren SAM SYKES und CHUCK WENDIG. Die waren kreativ und ersponnen sich eine absurde Horrorgeschichte, die auf Twitter 11.000 Leser unterhielt. Als wäre das nicht schon sonderbar genug, machten sie sich in selbigem Twitter-Thread auch noch über die Klischees und Verläufe von Horror-Slashern lustig. Die cleveren Gedankengänge kamen nicht nur bei den Lesern des Threads gut an. Auch die beiden Initiatoren sahen in den eigenen Gedankengängen Potenzial für einen Langfilm. So kam, was kommen musste. SAM SYKES und CHUCK WENDIG nahmen Geld in die Hand und beauftragten Regisseur BRETT SIMMONS für den Regieposten. Letzterer kennt sich mit Horrorfilmen aus. Der inszenierte bereits Genre-Ware, wie ANIMAL, HUSK und eine Episode im Anthologie-Horrorfilm CHILLING VISIONS: 5 STATES OF FEAR. Jede Menge Erfahrungen, die YOU MIGHT BE THE KILLER zu einem sehenswerten Filmerlebnis machen.
 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Zensur

 
 
 
YOU MIGHT BE THE KILLER hat ein paar blutige Gore-Effekte zu bieten. Da werden Hälse mit der Machete aufgeschnitten oder ein Schädel in zwei Hälften geschlagen. Wegen des humoristischen Untertons dürfte die Meta-Horrorkomödie eine FSK16 erhalten. Hierzulande hat sich die Rechte das Label INDEED FILM gesichert und wird den Streifen voraussichtlich im Frühjahr 2019 veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Screen Media Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Behind the Mask (2006)
 
Final Girls (2015)
 
Scream – Schrei (1996)
 

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Filmkritik: „Cannibals and Carpet Fitters“ (2017)

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CANNIBALS AND CARPET FITTERS

Story

 
 
 

Die Angestellten einer Teppich-Firma geraten im britischen Hinterland an eine Sippe Menschenfresser.

 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Kritik

 
 
 
Horrorfilme aus England sind immer so ein Ding. Entweder wird es richtig schaurig oder rabenschwarz. Im Falle des folgenden Films mit dem ungewöhnlichen Titel CANNIBALS AND CARPET FITTERS will man den Zuschauer mit typisch britischen Humor erheitern und zieht damit gleich mal mit das Subgenre der Backwood-Slasher durch den Kakao. Damit macht man es so Spaßgranaten wie SHAUN OF THE DEAD, SCARY MOVIE oder TUCKER AND DALE VS. EVIL gleich. Auch die nahmen sich beliebte Horror-Sugenres vor und machten sich über deren Klischees, Stereotypen und Verläufe lustig. Was dabei entstand, ist mittlerweile den meisten Horror-Fans ein Begriff. Ob das auch dem britischen CANNIBALS AND CARPET FITTERS gelingen kann?
 
 
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Darin laufen die Geschäfte für einen Teppichverleger nicht sonderlich gut. Die Firma von Nigel hat mit einer niedrigen Auftragslage zu kämpfen. Deshalb beschließt man eben auch Anfragen von Kunden anzunehmen, die auf den ersten Blick wenig lukrativ erscheinen. So auch dieses Mal, als die Besitzerin eines abgelegenen Landhauses zum Verlegen von Teppichen ruft. Schnell sind die besten Mitarbeiter vor Ort, um die Böden zu vermessen. Doch die Auftraggeberin hat anderes im Sinn. Die pfeift auf schicke Bodenbeläge und ist in erster Linie am Fleisch der Handwerker interessiert. Guten Appetit.
 
 
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CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist die Spielfilmversion eines gleichnamigen Kurzfilms, den Regisseur JAMES BUSHE bereits 2014 gedreht hatte. Für die besetzte er gleich noch einmal einige Schauspieler, die auch im Kurzfilm zu sehen waren. Soweit so gut. Leider ist CANNIBALS AND CARPET FITTERS keine hitverdächtige Horrorkomödie, wie die zu Beginn erwähnten Schenkelklopfer. Zwar besitzt der mittels Crowdfundig finanzierte Streifen all das, was eine Horrorfilmparodie mitbringen sollte; sonderlich wohlschmeckend sind die Kredenzen aber nicht, mit welchen man hier den Zuschauer zum Lachen bringen möchte. Ein paar blutige Raffinessen hier, etwas Wortwitz da und reichlich Blödelei gibt auch noch dazu. Letztere ist etwas zu viel des Guten, weil die wenigen Figuren aufgrund des aufdringlichen Typenhumors und deren Overactings dann doch schon ziemlich schnell zu nerven beginnen und dazu auch noch wenig sympathisch erscheinen. So ist der Sprung zum Slapstick nicht weit, was zur Folge hat, dass CANNIBALS AND CARPET FITTERS eher bescheuert, statt lustig ist. Immerhin: Mit viel Alkohol im Blut lässt’s sich ertragen.
 
 
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CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Überraschend blutiger Horror-Spaß aus England im Stile von SHAUN OF THE DEAD. Die Horrorkomödie CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist Hommage und Veräppelung zugleich. Regisseur JAMES BUSHE nimmt die Klischees, Figuren und Verläufe von Backwood-Slashern auf die Schippe und macht das handwerklich ganz souverän. Was aber ziemlich nervt, sind die Figuren dieser Horrorkomödie. Oft hat man den Eindruck, als habe der Kasper höchstpersönlich von ihnen Besitz ergriffen. Das ist mit der Zeit dann doch ziemlich anstrengend. So bleiben nicht Witze und Spaß in Erinnerung, als vielmehr die teils professionellen Spezialeffekte. Zugegeben, hier schöpft man aus dem Vollen – zumal einige der Gewaltakte ganz unvorbereitet auf den Zuschauer einfallen. Da knallt plötzlich eine Machete durch einen Kopf und man hat’s nicht kommen sehen. Im Sessel zuckt man da berechtigterweise zusammen. Vielleicht wäre das ernste Milieu für Regisseur JAMES BUSHE besser geeignet. Trotz Horrorkomödie sitzen nämlich einige Schreckmomente in CANNIBALS AND CARPET FITTERS tief.
 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Zensur

 
 
 
CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist überraschend blutig. Einige Gewaltmomente passieren so abrupt, dass man sich dann doch schon mal dabei erwischt, wie man vor der Glotze zusammenzuckt. Da werden Gegenstände durch Köpfe geschossen oder der Schädel gleich ganz gespalten. Mit etwas Glück gibt es wegen der augenzwinkernden Inszenierung eine FSK16. Hierzulande hat sich das Label I-ON NEW MEDIA die Rechte gesichert.
 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pretty Dead Pictures )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
Shaun of the Dead (2004)

Blood Fest (2018)

Tragedy Girls (2017)

Bloody Knuckles (2014)

Die Killerhand (1999)


Filmkritik: „Secret Santa“ (2017)

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SECRET SANTA

Story

 
 
 

Eine dysfunktionale Familie rechnet an Weihnachten miteinander ab.

 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Kritik

 
 
 
Weihnachten in Familie. Das ist für die einen der Höhepunkt des Jahres, für andere aber auch der Horror auf Erden. Nicht selten trifft man da auf nervige Verwandte, denen man nicht unbegründet den Rest des Jahres aus dem Weg gegangen ist. Da muss man an der Festtafel Geschichten lauschen, die man eigentlich gar nicht hören will oder Geschenke auspacken, die man besser gleich in der Mülltonne entsorgen möchte. Man kann sich die eigene Familie eben nicht immer aussuchen. Genau jene weisen Worte sind nun auch in der Horrorkomödie SECRET SANTA Programm, die übrigens nichts mit dem gleichnamigen Slasher zu tun hat, der bereits 2015 auf die Genre-Gemeinde losgelassen wurde. Statt maskiertem Killer ist es im folgenden Horror-Spaß das Weihnachtsfest selbst, dass einer dysfunktionalen Familie zum tödlichen Verhängnis wird. Regisseur ADAM MARCUS hat hier die Horror-Version der Weihnachtskomödie SCHÖNE BESCHERUNG inszeniert und sich selbst übertroffen. Selten hat man einen böseren Weihnachtsfilm als diesen hier gesehen. Freunde makabrer Späße und blutiger Raffinessen kommen da auf ihre Kosten.
 
 
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SECRET SANTA erzählt die Geschichte der Familie Pope, die sich einander alles andere als gern hat. Trotzdem findet man sich zum alljährlichen Weihnachtsschmaus zusammen, um das Fest miteinander zu feiern, weil es eben an Weihnachten dazugehört. Doch diesmal soll es nicht nur bei verbalen Anfeindungen bleiben. Dieser Heiligabend wird blutig und grausam. Die Familienmitglieder gehen sich nämlich plötzlich an die Gurgel und fallen übereinander her. Der Grund dafür ist ziemlich makaber: jemand hat Drogen in den Punsch gemischt. Diese bewirken nicht nur, dass der Konsument die Wahrheit sagt. Das gefährliche Getränkt sorgt zudem dafür, dass sich die Angehörigen in aggressive Furien verwandeln und sich gegenseitig abschlachten. Autsch, das wird ganz schön blutig.
 
 
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Das hat man nicht kommen sehen. SECRET SANTA hat es ganz schön in sich. Was sich hier auf der Mattscheibe abspielt, hat man definitiv nicht erwartet. Regisseur ADAM MARCUS will mit diesem Weihnachtshorror offensichtlich an alte Horrorfilm-Erfolge anknüpfen. Der übernahm vor einer Ewigkeit die Regie zum neunten Freitag-Film und verpasst mit JASON GOES TO HELL genannter Slasher-Reihe seinen ganz eigenen Stempel. Doch der Filmemacher war seither nicht untätig. Ihm sind die Drehbücher zu Filmen wie TEXAS CHAINSAW 3D und MOMENTUM zu verdanken, die er zusammen mit Gattin DEBRA SULLIVAN verfasst. Letztere hat es sich nicht nehmen lassen, auch als Drehbuchautorin bei SECRET SANTA wieder mit an Bord zu sein.
 
 
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Eine gute Entscheidung, wie sich im Falle von SECRET SANTA herausstellt. Der Film ist nämlich durchaus sehenswert, da er die teils in Hollywood-Filmen vorgelebte „Heile Welt“ an Weihnachten auf die Schippe nimmt und sie in sattes Blutrot taucht. Statt Herzenswärme, Besinnlichkeit und Nächstenliebe regieren in diesem Film Ignoranz, Hass und Oberflächlichkeit. Das alles entlädt sich in einem absurden Gewaltrausch, der vor allem Splatterfans Freude bereiten dürfte. Im Film geht es nämlich alles andere als zimperlich zu. Hier wird in abgeschnittene Köpfe penetriert, Weihnachtsbaumspitzen zweckentfremdet und Tafelbesteck zum Mordwerkzeug umfunktioniert. Dabei allgegenwärtig: rabenschwarzer Humor. Der besitzt teils derart zynischen Tenor, dass einem nicht nur einmal das Lachen im Halse stecken bleiben kann. Regisseur ADAM MARCUS ist mit dem Low-Budget-Splatter SECRET SANTA ein Glücksgriff gelungen. Der Film entpuppt sich als etwas anderer Weihnachtsfilm, der sich ganz ungeniert von so leichten Familienkomödien wie KEVIN ALLEIN ZU HAUS oder GREMLINS – KLEINE MONSTER abzuheben versucht. Ein hervorragendes Weihnachtskontrastprogramm, aber auch nicht unbedingt massentauglich. Für diesen Film benötigt man schon ein dickes Fell, denn der teils derbe Humor ist nicht für jedermann geeignet. SECRET SANTA ist alles andere als besinnlich und jugendkonform und wird definitiv nicht ungeschnitten an Heiligabend im TV laufen. Damit dürfte SECRET SANTA ein erwähnenswertes Alleinstellungsmerkmal besitzen.
 
 
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SECRET SANTA – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der wohl bitterböseste Weihnachtsfilm, der je gedreht wurde. Dieses Familienzusammentreffen an Heiligabend ist garantiert kein heiterer Kinderspaß. Ganz im Gegenteil. SECRET SANTA ist eine rabenschwarze Horrorkomödie nur für Erwachsene, bei der dem Zuschauer das Lachen im Halse stecken bleiben wird. Die Quintessenz: Spaß und Blut. Die hervorragenden Darsteller wurden in ihren Rollen perfekt besetzt. Auch die bemerkenswert blutigen Spezialeffekte haben es in sich, die ab der zweiten Filmhälfte erstaunlich oft über die Mattscheibe flimmern und SECRET SANTA das Prädikat „ultimativer Weihnachtssplatterfilm“ aufdrücken. Dass SECRET SANTA ziemlich blutig werden würde, war abzusehen. Als Effektekünstler zeichnet kein anderer als ROBERT KURTZMAN verantwortlich. Der hat mit seinen Spezialeffekten schon vielen Horrorfilmen zu blutigem Erfolg verholfen. Darunter so Kultstreifen wie TANZ DER TEUFEL 2, SCREAM oder WISHMASTER.
 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Zensur

 
 
 
SECRET SANTA ist trotz Horrorkomödie sehr blutig. Hier gibt es ab Filmmitte abwechslungsreiche Tötungsarten zu sehen, die dem Streifen eine Erwachsenenfreigabe bescheren werden. Eine Szene könnte hierbei große Probleme bereiten. Darin penetriert ein tollwütiger Protagonist in einen abgetrennten Kopf und äußert dabei zynische Sprüche. Holt man den Film FOUND – MEIN BRUDER IST EIN SERIENKILLER zurück ins Gedächtnis, dürfte schnell klar werden, dass die hiesige FSK mit sowas gar keinen Spaß versteht.
 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Distilled Media | Skeleton Crew)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Krampus (2015)
 
Better Watch Out (2016)
 
Mercy Christmas (2016)
 


Filmkritik: „Leprechaun Returns“ (2018)

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LEPRECHAUN RETURNS

Story

 
 
 

Nach 25 Jahren wird ein boshafter Zwerg aus seinem Gefängnis befreit und beginnt eine Gruppe von Studenten zu terrorisieren.

 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Kritik

 
 
 
Manche Monster sind einfach nicht tot zu kriegen – vor allem, wenn man mit ihnen Geld verdienen kann. So hat es sich Hollywood seit den 2000ern zur Aufgabe gemacht jeder noch so kultverdächtigen Horror-Kreatur durch ein glattgebügeltes Remake neues Leben einzuverleiben. Viel zu oft scheiterte das Vorhaben – in wenigen Fällen war die Neuauflage dennoch besser als das Original. Da mittlerweile alle bekannten Genre-Bösewichte der 70er/80er durch eine Neuverfilmung den Weg ins neue Jahrtausend gefunden haben und es kaum noch etwas zu remaken gibt, setzt man eben fort, was bei Horror-Nerds von Begriff sein könnte. So gelang es einem irischen Kobold sich in den 1990ern Dank Video-Ära einen Namen zu machen. LEPRECHAUN hies der Horrorspaß, der zwar in den unteren Regalen der Videotheken sein Dasein fristete, es aber bis heute auf sechs mehr oder weniger brauchbare Filme und ein überflüssiges Reboot brachte. Offenbar waren die Rechte in Zeiten günstig, in denen sich kaum noch jemand an den Killergnom erinnern kann. Die letzte, richtige Fortsetzung liegt schon einige Jahre zurück. Grund für die eher für Trash-Filme bekannte Filmbude SYFY genannte Filmreihe 15 Jahre nach dem letzten Sequel fortzuführen. Unter dem Titel LEPRECHAUN RETURN geht es daher nun in Runde 7. Wer die bisherigen Produktionen von SYFY gesehen hat, dürfte mit Grausen erahnen können, was das bedeutet.
 
 
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LEPRECHAUN RETURNS ignoriert alle bisherigen Streifen und Ereignisse. Stattdessen knüpft der Film an das Original von 1993 an und erzählt die Geschichte von College-Studentin Lila (TAYLOR SPREITLER). Die ist die Tochter der Heldin aus dem Original-Leprechaun, welche dort von JENNIFER ANISTON verkörpert wurde. Mittlerweile ist die aber an Krebs verstorben. Dennoch verschlägt es Lila zurück an den Ort, an dem die Mutter einst gelebt hat. Dort will die junge Frau mit ihren Kommilitonen ein Haus auf Vordermann bringen, das als neues Verbindungsheim dienen soll. Leider befreit man bei den Renovierungsarbeiten genau jenen Leprechaun, den einst die Mutter vor 25 Jahren in die Knie gezwungen hat. Der macht genau dort weiter, wo er in den 1990ern aufgehört hat und begibt sich auf die Suche nach seinem Gold, das ihm vor 25 Jahren von seinen Gegenspielern weggenommen wurde. Das ist für die jungen Helden in LEPRECHAUN RETURNS nicht sonderlich erfreulich. Die wissen anfangs nicht, wie ihnen geschieht und was der Kobold will. Doch Heldin Lila bietet dem raffgierigen Gnom die Stirn.
 
 
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Ach nee, das hätte nun nicht wirklich sein müssen. Was aus den SYFY-Studios kommt, ist berechtigterweise für die Tonne. Gleiches kann man auch über LEPRECHAUN RETURNS sagen, der genau das widerspiegelt, für das Produktionen aus genannter Resterampe stehen. Die zeichnen sich durch mindere Qualität aus, mit der man möglichst viel Geld verdienen möchte. Demzufolge macht LEPRECHAUN RETURNS dem Namen SYFY alle Ehre und kurbelt eine überraschungsarme Geschichte ab, die nach den bekannten Formeln abgehandelt wird, welche sich das Studio SYFY seit Bestehen auf die Stirn geschrieben hat. Für all jene, die nicht wissen, was gemeint ist: LEPRECHAUN RETURNS ist seichte Horrorunterhaltung auf TV-Niveau, die schnell abgedreht wurde, kaum Substanz besitzt und auch sonst eher leichte Gemüter ansprechen möchte.
 
 
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Wie in den meisten SYFY-Gurken kämpfen auch in LEPRECHAUN RETURNS nicht sonderlich helle Jungdarsteller gegen ein Monster, das irgendwie in die Knie gezwungen werden muss. Diesmal sind es aber keine Zombies, CGI-Kreaturen oder Geister. Dieser SYFY-Film rückt einen Kobold in den Mittelpunkt, der zynische Sprüche von sich gibt, über die man mit fortschreitender Laufzeit gar nicht mehr lachen kann. Zwergen-Darsteller LINDEN PORCO tritt ein großes Erbe an. Dem wurde die ungnädige Ehre zuteil, in die Fußstapfen von WARWICK DAVIS zu treten, der in allen bisherigen LEPRECHAUN-Streifen den Kultkobold verkörpert hat. Ein Unterfangen, das bereits vor Drehbeginn zum Scheitern verurteilt war. Horrorfans sind so ziemlich eigen, wenn es um Horrorfilm-Ikonen geht, die das Genre maßgeblich mitgeprägt haben. Genau das wird auch in LEPRECHAUN RETURNS zum großen Problem. Zwar sieht der Kobold aus, wie der Leprechaun aus genannter Film-Reihe. Dennoch bleibt für eingefleischte Fans unübersehbar, dass die Rolle des goldgierigen Gnoms von einem anderen Darsteller verkörpert wird. Somit macht es LEPRECHAUN RETURNS dem Remake von A NIGHTMARE ON ELM STREET gleich. Auch dort tauschte man den beliebten Hauptdarsteller gegen einen neuen aus. Weil ROBERT ENGLUND nicht mehr als zynische FREDDY KRUEGER zu sehen war, erhielt die Neuverfilmung von Genre-Anhängern kaum Zuspruch.
 
 
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Gleiches Schicksal dürfte nun auch LEPRECHAUN RETURNS ereilen, der kaum der Rede wert ist und irgendwie überflüssig wirkt. Die Handlung wurde aufs Wesentliche beschränkt und besteht einzig darin eindimensionale Darsteller nacheinander in den Filmhimmel zu jagen. Immerhin versucht SYFY das beste aus dem rudimentären Filmkonzept zu machen. Der Film nimmt sich nicht immer bierernst und zieht die trashige Inszenierung bewusst ins Lächerliche. Das wird vor allem bei den diversen Morden deutlich. Die sind zwar blutig aber derart überzeichnet, dass ein comicgleicher Unterton nicht von der Hand zu weisen ist. Leider mangelt es dem Streifen an Neuerungen. LEPRECHAUN RETURNS spult die gleichen Verläufe ab, die bereits in den Filmen zuvor Programm gewesen waren. Man erfährt nichts Neues über den mordenden Kobold und auch sonst fehlen diesem Ableger frische Ideen. Das mag für all jene nicht schlimm sein, die bisher noch keinen Streifen dieser Reihe gesehen haben. Wer jedoch alle sechs LEPRECHAUN-Filme (das doofe Reboot mal ausgenommen) kennt, dürfte sich bei diesem Ausflug ins irische Kobold-Universum schnell gelangweilt fühlen.
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wo SYFY draufsteht, ist auch SYFY drin. LEPRECHAUN RETURNS ist dreiste Resteverwertung und fühlt sich an, als habe das Studio SYFY einen ihrer bisherigen Kreaturen-Filme genommen und einfach nur das Filmmonster gegen einen mordenden Kobold ausgetauscht. Das Filmkonzept ist rudimentär. Das bedeutet: eindimensionale Jungdarsteller werden nacheinander durch einen Killergnom ermordet – Spannungsfreiheit inklusive. Das ist ziemlich langweilig, auch wenn sich der Streifen nicht immer bierernst nimmt. Immerhin erwähnenswert: LEPRECHAUN RETURNS ist der bisher blutigste Teil der Reihe. Ob das einen guten Horrorfilm auszeichnet, möchten wir bezweifeln.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Zensur

 
 
 
LEPRECHAUN RETURNS ist der blutigste Teil der Reihe und auch ziemlich zeigefreudig. Ein Auto fährt über einen Kopf, der Leprechaun wühlt sich durch Gedärm und ein Protagonist wird von einer herabfallenden Solaranlage in zwei Hälften geteilt. Aber das ist noch längst nicht alles. Für die Rückkehr des Killerkobolds hat man sich noch weitere zynische Morde einfallen lassen, was dafür sorgen dürfte, dass LEPRECHAUN RETURNS hierzulande wohl eher mit rotem FSK-Flatschen in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Syfy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Leprechaun’s Revenge (2012)
 
Leprechaun (1993)
 
Leprechaun 2 (1994)
 
Leprechaun – Tödliches Spiel in Vegas (1995)
 
Space Platoon (1997)
 
Leprechaun 5 – In the Hood (2000)
 
Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)
 


Filmkritik: „Killer Kate!“ (2018)

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KILLER KATE

Story

 
 
 

Die Gäste eines Junggesellinnenabschieds bekommen Besuch, den sie aber nicht eingeladen haben. Da stellt sich schnell die Frage, wie man den wieder losbekommt. Offenbar nur mit Baseballschläger, Axt und Gewehr.

 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Kritik

 
 
 
Wenn Frauen in Horrorfilmen die Hutschnur reißt, wird es in der Regel blutig und kompromisslos. Seit einigen Jahren sind Rachefilme wieder hoch im Kurs. In der Regel erleben in diesen Filmen ahnungslose Menschen Grausames, die wenig später über sich hinauswachsen und zu Schrotgewehr, Motorsäge oder Axt greifen, um den Peinigern die Leviten zu lesen. Was vor allem in den 1980ern männlichen Helden vorbehalten war, ist seit dem Erfolg der Neuverfilmung von I SPIT ON YOUR GRAVE schon längst nicht mehr allein Männersache. Die Frauenwelt rächt mindestens genauso unberechenbar, wie zuletzt im französischen REVENGE geschehen. Auch dort ließ sich eine attraktive Femme fatale nichts von Herren sagen, griff zum Mordwerkzeug und veranstaltete kurzen Prozess – etwas, das nun auch Kate im Horrorfilm KILLER KATE übernimmt. In dieser amerikanischen Indie-Produktion hat sich mal wieder ein Newcomer ausprobiert. ELLIOT FIELD zeichnet für Regie und Drehbuch verantwortlich und hat auch gleich noch die Gattin als Darstellerin gepachtet. Viel Engagement, das aber kaum der Rede wert ist. KILLER KATE ist kein nennenswerter Horror-Beitrag. Von einem Film mit so reißerischem Titel hat man doch etwas mehr erhofft.
 
 
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Eigentlich freut sich Kate grade über ein Date mit dem Arbeitskollegen, in den sie schon seit einiger Zeit verschossen ist. Doch die Freude über die Verabredung wird durch einen Anruf vom schwerkranken Vater gedämpft. Der möchte unbedingt, dass die junge Frau an der Hochzeit der Schwester teilnimmt. Mit der hat Kate nämlich schon seit längerem keinen Kontakt mehr. Als die zu einer Junggesellinnenparty einlädt, gibt sich die taffe Einzelgängerin einen Ruck. In einer gemieteten Ferienwohnung soll die Sause stattfinden. Doch irgendwie hat man hier ein mulmiges Gefühl. Das ist auch berechtigt. Es dauert nämlich nicht lang bis die Gäste von Fremden überfallen werden. Nur was wollen die? Das Finale von KILLER KATE gibt Erleuchtung – auch wenn die Auflösung zu dem Schwachsinnigsten gehört, was die Horrorfilmwelt seit langem zu bieten hatte.
 
 
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Kein Brüller. KILLER KATE macht handwerklich eine gute Figur und auch die Schauspieler agieren ordentlich. Was den Sehgenuss trübt, ist die Tatsache, dass dem Zuschauer nicht wirklich einleuchten will, was das alles hier eigentlich soll? KILLER KATE ist kein ernstzunehmender Horrorthriller. Die Killer verhalten sich merkwürdig, die Opfer sind alles andere als schlau und auch die Auflösung des Films ist an Blödheit nicht zu überbieten. KILLER KATE nimmt sich bewusst nicht immer ernst und wurde wohl eher als schwarze Komödie konzipiert. Leider zündet kein einziger Gag und auch die Ereignisse kommen nur schleppend in Fahrt. So nimmt man sich anfangs zu viel Zeit, um die Opfer einzuführen. Die schnattern knapp 45 Minuten über längst vergangene Zeiten, bevor sie davon Wind bekommen, dass offenbar Einbrecher im Haus umhergehen. Was folgt, ist Rache-Horror light, der zwar einige blutige Szenen zu bieten hat, die aber wegen unlustiger Humoreinlagen nicht sonderlich hart anzuschauen sind. KILLER KATE gehört wohl zu den unsinnigsten Horrorkomödien, die jemals gedreht wurden. Da sollte man sich nicht vom vielversprechenden Titel verführen lassen, der handfeste Brutalo-Action suggeriert. Wer auf die wartet, wird sich schwarz ärgern.
 
 
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KILLER KATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Aller Anfang ist schwer. Das Regiedebüt von ELLIOT FELD ist kein großer Wurf. Der als Home-Invasion-Thriller getarnte Horror-Spaß hat ein großes Problem. Der Film verfehlt sein Ziel. Eigentlich sollten solide Gags das Genre der Home-Invasion-Filme auf die Schippe nehmen. Doch die Miene des Zuschauers wird im Falle von KILLER KATE ernst bleiben. Hier verfehlen gut gemeinte Lacher ihre Wirkung. Ein paar nervige Ulk-Floskeln hier, dumme Sprüche unter der Gürtellinie da – das allein macht noch lange keine gute Horrorkomödie. KILLER KATE ist weit weg von den Qualitäten ähnlich gelagerter Filme wie TUCKER & DALE VS EVIL DEAD oder COTTAGE COUNTRY. Die Witze sind flach, die Handlung quälend langweilig und sonderlich blutig wird es auch nie. Demzufolge ist es besser, wenn man diesen Home-Invasion-Flop und Rache-Quatsch besser im Regal stehen lässt. So entgeht man einer Enttäuschung.
 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Zensur

 
 
 
Es gibt ein paar Morde zu sehen. Ein mit Stacheldraht umwickelter Baseballschläger kommt zum Einsatz und Körper werden auch mit Stich- und Hiebwaffen bearbeitet oder durchbohrt. Wegen des komödiantischen Einschlags ist das nicht alles sonderlich hart anzuschauen. Hierzulande könnte es eine FSK16 für KILLER KATE geben. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

KILLER KATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tina Thorpe – Feld Films LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Fest (2018)

Tragedy Girls (2017)

Mercy Christmas (2017)

68 Kill (2017)

Peelers (2016)

Bloody Knuckles (2014)


Filmkritik: „Blood Fest“ (2018)

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BLOOD FEST

Story

 
 
 

Auf einer Horror-Convention ist die Hölle los. Kreaturen aus Horrorfilmen werden lebendig und fallen über die Gäste her.

 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Kritik

 
 
 
Wenn es nach Horror-Fans geht, dürfte es wohl nichts Schöneres geben, als einmal im Leben die Stars zu treffen, die das Gruselfilmfach groß gemacht haben. Diese Träume werden seit einigen Jahren wahrgemacht. Auf sogenannten Conventions können sich Filmliebhaber treffen und die Liebe zum Genre miteinander teilen. Hin und wieder werden die sogar von Genre-Größen besucht. Eine der wenigen Möglichkeiten für Fans ein Foto mit dem Lieblingsschauspieler zu knipsen ohne dafür um die halbe Welt reisen zu müssen. Horror-Conventions haben sich längst zum Mekka fürs horrorbegeisterte Publikum gemausert. Hier werden Kontakte geknüpft, Autogramme besorgt und Horrorfilme uraufgeführt, die man vermutlich sonst nie wieder vor die Linse bekommt. Umso interessanter, wenn genau eine dieser Pilgerstätten zum Thema eines Horrorstreifens gemacht wird, der sich auch noch als unterhaltsamer Fun-Splatter entpuppt.
 
 
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Dax (ROBBIE KAY) ist ein großer Fan blutiger Horrorfilm. Ein Grund, warum er sich Karten für das BLOOD FEST besorgt hat. Hierbei handelt es sich um ein riesiges Festival, dass sich ganz dem Genre verschrieben hat. Leider ist Vater Dr. Conway (TATE DONOVAN) gar nicht erfreut über die Teilnahme des Sohnemanns. Weil der mit Horrorfilmen auf Kriegsfuß steht, zerschneidet er die Eintrittskarte für die Convention und zerstört Träume binnen weniger Sekunden. Doch Dax lässt sich nicht unterkriegen. Der nutzt Vitamin B und erhält über Umwege Eintritt zur Horror-Fete. Vielleicht hätte er das lieber bleiben sollen, denn das Schicksal meint es nicht gut mit dem Genre-Liebhaber. Kaum die Veranstaltung betreten, passieren furchtbare Dinge. Nachdem Festivalorganisator Anthony Walsh (OWEN EGERTON) die Eröffnungsrede gehalten hat, erscheinen Killer auf der Bühne und arbeiten sich mit Kettensäge und Messern durchs Publikum. Da bricht Panik aus, denn das Eintrittstor ist plötzlich verschlossen und ein Entkommen ist unmöglich. Da bleibt nur noch die Konfrontation. Leider wird hier unfair gekämpft. Offenbar hat jemand Kreaturen der Horrorfilmwelt zum Leben erweckt, die nun über die Gäste der Convention herfallen. Da hilft nur Augen zu und durch. Waschechte Horrorfilmkenner wissen aber was zu tun ist. Gott sei Dank ist Dax einer derer. Der hat schon so viele Schocker gesehen, dass er Horrorfilmregeln beherrscht. In einer Situation wie dieser ist dieses Wissen pures Gold wert.
 
 
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Ein unterhaltsamer Mix aus HATCHET, CABIN IN THE WOODS und 2001 MANIACS. Passender lässt sich nicht beschreiben, was dem Zuschauer mit BLOOD FEST aufgetischt wird, bei dem vor allem eines im Vordergrund steht: Spaß. Mit letzterem machte sich die Produktionsfirma ROOSTER TEETH PRODUCTIONS einen Namen. Die Unternehmensgründer begannen vor über 15 Jahren damit mehr oder weniger gehaltvolle Videoclips zu drehen, die sie anschließend auf Youtube stellten. Offenbar kam der Quatsch gut an, den man regelmäßig für Nutzer der bekannten Videoplattform produzierte. Der gedrehte Irrsinn fand viele Zuschauer und spülte genug Geld in die Gründerkassen, um damit expandieren zu können. Diverse Web-Serien, Let’s Play-Videos, Podcasts und allerhand Youtube-Nonsens später, stieg man ins Spielfilmbusiness ein. Auch hier ging man nicht minder abgefahren zur Sache. Der Horror-Spaß BLOOD FEST zeigt’s eindrucksvoll.
 
 
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Viel Gehalt hat BLOOD FEST demnach nicht. Den erwartet man natürlich von einer Splatter-Komödie auch nicht. Dafür unterhält der Horror-Ulk. So schöpft man gleich zu Beginn aus den Vollen. Schweinemaskentragenden Killer packen ihre Kettensägen aus und sägen sich durch dutzende Horror-Fans, die plötzlich einen Kopf kürzer gemacht werden. Da werden Körper zerteilt und Hälse aufgeschlitzt. Endlich mal wieder Hausmannskost, die in gut dosierten Abständen eine Wiederholung findet. Regisseur und Drehbuchautor OWEN EGERTON hat mit BLOOD FEST einen waschechten Fan-Film gemacht. Der gibt gleich zu Beginn seines Fun-Splatters zu verstehen, was er von den Horrorfilmen neueren Datums hält. So erklärt Festivalorganisator Anthony Walsh während der Eröffnungsansprache im Film, dass Horrorfilme schon längst nicht mehr das sind, was sie mal waren. Gruselig oder furchteinflößend sind die schon lange nicht mehr. Da spricht er dem Zuschauer wohl aus der Seele. In Zeiten des inflationären Filmmarktes muss man Schocker mit der Lupe suchen, die den Schlaf rauben.
 
 
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Leider spuckt BLOOD FEST große Töne. Zwar wird das fehlende Schockpotenzial von Horrorfilmen kritisiert; BLOOD FEST selbst steigt aber in die gleichen Fußstapfen der Filme, die an den Pranger gestellt werden. Das bedeutet: Herzklopfen und Nervenkitzel haben Sendepause. Stattdessen wird viel gealbert und in der Klischee-Kiste für Horrorfilme gekramt. Nicht unbedingt die feine Art, zumal sich der Streifen oft durch zu lange Dialoge selbst ausbremst, aber Genre-Kenner immerhin versucht mit Anspielungen auf das Horror-Genre aus der Reserve zu locken. Zugegebenermaßen funktionieren einige Zitate auf bekannte Horrorfilme ganz gut. Mehr Gore und Schocks wäre den meisten Zuschauern aber wohl lieber gewesen. Kommen wir daher zurück zu den eigentlichen Stärken von BLOOD FEST. Die liegen nun mal im Unterhaltungswert. Der ist zweifelsohne vorhanden. Taffe Sprüche, nett getrickste Spezialeffekte und unverbrauchte Thematik sorgen für Kurzweil. Langweilig wird’s daher nicht, denn verschiedene Bösewichte bringen Abwechslung auf die Mattscheibe. So hat man vermutlich wegen fehlender Rechtslage – ähnlich wie in CABIN IN THE WOODS – kurzerhand eigene Filmmonster erschaffen, die regelmäßig vor der Linse ihr Unwesen treiben. Neben Seitenhiebe auf SAW und die unzähligen Slasher-Gurken, fehlen natürlich Zombies genauso wenig wie altbekannte Vampire. Dabei verirren sich unsere Filmhelden gern mal in verzwickte Situationen, vergessen aber trotz misslicher Lage ihren Humor nicht. Lustig wird’s allemal, auch wenn weder das Nervenkostüm noch die grauen Zellen gefördert werden. BLOOD FEST ist Fast-Food-Horror mit Spaß-Garantie und kleinen Schwächen. Für verregnete Herbsttage zweifelsohne eine Empfehlung.
 
 
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BLOOD FEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer Splatter-Spaß mit zynischen Seitenhieben auf das Horror-Genre. BLOOD FEST ist kurzweiliger Meta-Horror, der aus Versatzstücken des Horrorfilms besteht und die bekannten Klischees des Genres auf die Schippe nimmt. Das wird zwar nicht immer sonderlich clever umgesetzt und wirkt mancherorts etwas flach. Spaß macht der Streifen aber dennoch, weil er keinen Hehl daraus macht, dass er einfach nur unterhalten will. Zu flachen Humor und netten Zitaten gesellen sich Blut und Gewalt. Letztere hätte gern etwas intensiver zelebriert werden können. Dann hätte BLOOD FEST in einer Linie mit so Splatter-Komödien wie BAD TASTE, BRAINDEAD oder CABIN IN THE WOODS stehen können. Demzufolge einfach das Hirn abschalten und berieseln lassen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Zensur

 
 
 
Zu Beginn wird mächtig gesplattert. Es werden Körper gespalten und Kehlen aufgeschlitzt. Da schlägt das Herz eines jeden Splatterfilmfans schneller. Leider hält sich BLOOD FEST nach dem fulminanten Auftakt mit Schauwerten zurück. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht vorhanden wären. Sie werden nur wohldosiert eingesetzt. Man darf von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Rooster Teeth Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin in the Woods (2011)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night (1997)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 
2001 Maniacs (2005)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Scream – Schrei! (1996)
 


Filmkritik: „Skin Creepers“ (2018)

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SKIN CREEPERS

Story

 
 
 

Zwei Nachwuchsregisseure, ein besessenes Erotik-Model und ein chaotischer Exorzismus – das sind Gruselzutaten, die aus Deutschland kommen und unsere Lachmuskeln strapazieren wollen.

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Kritik

 
 
 
Dämonen-Horror und Teufelsaustreibung made in Germany. Das klingt nach einem eigenartigen Experiment bei dem man nicht zu Unrecht das Schlimmste erwartet. Deutschland hat sich in Sachen Horrorfilm nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viel Horror hat man hier nämlich nicht gedreht, was vermutlich auch daran liegt, dass diese Filme in der Regel nur selten von der deutschen Filmförderung unterstützt werden und daher aus minimalen Mitteln selbst gestemmt werden müssen. Ein schweres Unterfangen, das sich meist auch an der Qualität dieser Streifen bemerkbar macht. Wohl auch ein Grund, warum der deutsche Horrorfilm unter Zuschauern einen negativen Ruf genießt. Die meisten Filmjunkies bringen deutschen Horror nämlich gern mal mit amateurhaften Underground-Produktionen wie NEKROMANTIK oder Ittenbach-Splatter in Verbindung. Doch die Zeiten semiprofessioneller Splatter-Orgien und minderwertigen Amateur-Ware sind schon längst vorbei. Wer genauer hinschaut, hat unlängst erkannt, dass sich im deutschen Horror-Genre was tut. Kurze Lichtblicke, wie der Geisterstreifen ZIMMER 205, der Teen-Slasher ANATOMIE oder der Endzeitstreifen HELL haben eindringlich gezeigt, dass deutscher Horror funktioniert, wenn man nur will. Mit genau dieser Botschaft geht nun auch SKIN CREEPERS an den Start. Der wurde aus privaten Geldern finanziert und überrascht durch professionelle Machart. Hier riecht nichts nach Amateurfilmerei. Doch, ob der Streifen auch was kann? Wir haben uns die Horrorkomödie mal genauer angeschaut.
 
 
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Eigentlich wollten die beiden Brüder Ben und Daniel nur ihren ersten Horrorfilm drehen. Aber es kommt alles anders. Der amerikanische Erotik-Star Sasha Blue wird für die Hauptrolle engagiert und extra nach Deutschland geflogen. Eine kostspielige Angelegenheit, die beinahe das Aus für die Produktion bedeutet. Das Model hat nämlich hohe Ansprüche und verschlingt das Meiste an Budget. Grund genug für Nebenrollen günstige Darsteller aus zweifelhaften Kreisen zu besetzen, damit der Dreh fortgesetzt werden kann. Doch die Arbeiten enden anders als erwartet. Die Hauptdarstellerin verhält sich bald äußerst seltsam. Offenbar schlummert in ihr das Böse. Zeit einen Prediger zu rufen, der sich das Problem mal genauer anschauen soll. Wer Friedkins DER EXORZIST gesehen hat, dürfte in etwa erahnen, wohin die Reise gehen wird.
 
 
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Hinter SKIN CREEPERS steckt ein uns nicht Unbekannter. Vor einiger Zeit hatten wir Kontakt mit dem sympathischen Regisseur EZRA TSEGAYE. Der stellte uns im Jahr 2016 einen von ihm gedrehten Kurzfilm vor, welcher auf einschlägigen Filmveranstaltungen Preise erhielt. Auch wir hatten über CASTING DES TODES nur lobende Worte parat und waren umso neugieriger, als wir nun mit SKIN CREEPERS den ersten Langfilm des Regisseurs aus dem Briefkasten gefischt haben. Mit gerade einmal 50.000 Euro hat man hier einiges auf die Beine gestellt, das durchaus internationalen Produktionen die Stirn bieten kann. Gemeint sind damit die gut getricksten Spezialeffekte – mal handgemacht, mal am Computer erstellt – die in knapp elf Monaten Postproduktion entstanden sein sollen. Aber auch gute Hauptdarsteller, die mal eine Schauspielschule von Innen gesehen haben, runden das positive Gesamtbild ab. Bei soviel Qualitätsarbeit stellt sich dann doch die Frage, wo denn eigentlich der Haken ist? Es ist das Drehbuch, was SKIN CREEPERS ein wenig ins Stolpern bringt. So ist die Handlung mancherorts zäh und drosselt das Tempo, weil doch etwas zu viel gequasselt wird. Auch fehlen mehr zündende Pointen, die bei einer Horrorkomödie das Salz in der Suppe sind. Dennoch will man nicht zu hart ins Gericht gehen. Für ein Langfilmdebüt ist SKIN CREEPERS ganz solide. Anfängerkollegen aus Amerika liefern da regelmäßig weitaus schlechtere Videoware ab.
 
 
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In einem Interview mit EZRA TSEGAYE erhielten wir interessante Hintergründe zur Produktion. So verriet der Regisseur, dass SKIN CREEPERS bereits vor der Umsetzung des Kurzfilms CASTING DES TODES geplant gewesen war. Um das Geld für den Film zusammenzubekommen startete man ein Crowdfunding-Projekt, das aber wenig Erfolg verbuchen konnte. Deshalb blieb nichts anderes übrig, als das Produktionsbudget aus der eigenen Tasche zu zahlen. Produzent SEBASTIAN WOLF ging dabei soweit, dass er dafür ein kleines Grundstück verkaufen musste, damit die Dreharbeiten gestartet werden konnten. Acht Wochen drehte man in einer leeren Lagerhalle, die man extra in Berlin Charlottenburg angemietet hatte, um dort 60 Prozent des Filmes fertigen zu können. Dafür wurde sogar Produzent SEBASTIAN WOLF zum Bühnenbauer und werkelte vier Wochen lang mit Freunden am Hotel-Set in dem sich ein großer Teil der Geschehnisse des Films ereignet. Nach vier Wochen Drehzeit war SKIN CREEPERS im Kasten und alle Beteiligten waren erleichtert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. SKIN CREEPERS schaut für eine deutsche Indie-Produktion Bombe aus und man sieht allen Anwesenden an, dass sie trotz großen Herausforderungen enormen Spaß bei der Arbeit hatten. Da ist man doch gespannt, was Regisseur EZRA TSEGAYE als nächstes aus dem Ärmel schütteln wird. Schenkt man seiner Aussage Glauben, soll eine Dokumentation über die besten Kampfsportler Deutschlands in Planung sein.
 
 
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SKIN CREEPERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ambitionierter Exorzismus-Spaß aus Deutschland, der sich vor internationaler Konkurrenz nicht verstecken braucht. Regisseur EZRA TSEGAYE ist ein großer Fan von Filmemacher JOHN LANDIS, wobei ihm ganz besonders dessen Kulthit AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON am Herzen liegt. Was ihm daran gefiel? Die Mischung aus Komödie und extremen Horror. Genau jene Kombination kommt auch im ersten Spielfilm des Berliner Regisseurs zum Tragen. SKIN CREEPERS besitzt schrägen Humor und handwerklich gekonnt in Szene gesetzte Splattermomente. Dafür konnte man sogar bekannte B-Prominenz gewinnen. Keine geringere als Nackedei MICAELA SCHÄFER ist im Film zu sehen. Die macht das, was sie am besten kann: sich nackig machen. Auch wenn von ihr nicht sonderlich viel abverlangt wird, muss man sich auch als gestandener Antifan eingestehen, dass die Schäfer trotz kontroverser TV-Auftritte irgendwie sympathisch erscheint. Die war bereits in einem der Kurzfilme von Regisseur EZRA TSEGAYE zu sehen und ist natürlich auch in SKIN CREEPERS eine Augenweide. Leider hat SKIN CREEPERS so seine Schwächen beim Erzählen seiner Handlung. Mancherorts kommt die nämlich nicht in die Gänge und bremst den Spaßfaktor. Vielleicht wäre es hier gut gewesen, wenn man noch einmal gründlicher nachgearbeitet hätte. Ein paar mehr Schnitte hätten der oftmals sehr dialoglastigen Geschichte den letzten Schliff gegeben. So ist SKIN CREEPERS ein immerhin solider Vertreter der Gattung Exorzismus- und Dämonen-Horror mit kleinen Schwächen.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Zensur

 
 
 
SKIN CREEPERS ist eine Horrorkomödie, die wenig Gewalt zu bieten hat. Fließt dann doch etwas Lebenssaft sind die Splatterszenen reichlich überzogen. So explodieren – ähnliche wie in Cronenbergs SCANNERS – Köpfe und färben die Leinwand rot. Überraschenderweise hat SKIN CREEPERS von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die Heimkinofassung besitzt einen roten Freigabesticker – ist aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Skin Creepers; Deutschland 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: SFX Makeup, Visual Effects, Building a Set, Behind the Scenes, On Set with Mica, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 09.11.2018

 

Skin Creeper [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle (2012)
 
Scary Movie 2 (2001)
 
Von allen Geistern besessen! (1990)
 


Filmkritik: „Cabin of the Damned“ (2017)

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CABIN OF THE DAMNED – DIE DÄMONEN SIND LOS

(TARNATION)

Story

 
 
 

Vier junge Leute fahren zu einer abgelegenen Waldhütte. Dort ist bald im wahrsten Sinne die Hölle los.

 
 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Wenn junge Leute in ein klappriges Haus fahren, das irgendwo tief versteckt in den Wäldern steht, wissen die meisten Zuschauer wie der Hase laufen wird. Vor knapp 40 Jahren hat SAM RAIMI klargestellt, dass sich Dämonenwesen bevorzugt dort aufhalten, wo es andere hinzieht, um nach Ruhe zu suchen. Der damals noch unbekannte Regisseur drehte mit überschaubaren Mitteln einen wegweisenden Dämonentanz, der selbst Jahrzehnte nach Entstehung Filmschaffende beeinflusst. Mittlerweile gehört EVIL DEAD zu einem Meilenstein modernen Horrorkinos, der von vielen Filmemachern zitiert und kopiert wird. Auch dem Australier DANIEL ROBERT ARMSTRONG dürfte genannter Kult-Horrors schlaflose Nächte bereitet haben. Der war zur Veröffentlichung des Splatterklassikers gerade einmal elf Jahre alt und hat sich wahrscheinlich nach Sichtung nicht unbegründet in die Hosen gemacht. Offenbar ein Grund, warum wir nun CABIN OF THE DAMNED besprechen. Bei genauerer Betrachtung ist der Horror-Trash eine etwas trashige Reminiszenz an genannten Horrorklassiker. Der wird im Entstehungsland als TARNATION vertrieben, erhielt aber der besseren Vermarktung wegen hierzulande einen weitaus reißerischen Titel. Da stellt sich die Frage, ob die verheißungsvolle Umbenennung auch halten kann, was sie verspricht. Fans der Indie-Schmiede TROMA zumindest werden zufriedengestellt.
 
 
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Alles etwas „gaga“ und abgefahren trashig. In der Horror-Komödie CABIN OF THE DAMNED hat Rockerin Oscar (DAISY MASTERMAN) nicht sonderlich viel Glück im Leben. Die wird gleich mal aus der eigenen Band gekickt und ist dazu auch noch unfreiwillig Single, weil der Liebste unerwartet die Reißleine gezogen hat. Da kommen ihr die Freunde gerade recht, die die Verlassene zu einem Trip in die Wälder überreden wollen, damit das Mädel auf andere Gedanken kommt. Weil auch noch ein attraktiver Schönling an Bord ist, gibt sich die deprimierte Oscar einen Ruck und düst mit den Kumpels zu einer Hütte in die Wälder. Dort ist es eigentlich ganz schön. Doch die entspannte Stimmung schlägt schnell in Chaos um, weil ein Einhornkopf-Dämon hier sein Unwesen treibt. Der funktioniert die Freunde in aggressive Bestien um, die sich gegenseitig abschlachten. Ob sich die taffe Oscar aus dieser verzwickten Situation befreien kann? Ernst nehmen kann man CABIN OF THE DAMNED bei Gott nicht.
 
 
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Von Einhorn-Latexmasken und laufenden Mensch-Hühner-Köpfen. Man muss schon ein Faible für trashige Horror-Unterhaltung besitzen, um mit CABIN OF THE DAMNED etwas anfangen zu können. Der Streifen nimmt sich, seine Figuren und sogar den Zuschauer zu keiner Minute ernst. Zu sehen gibt es viel Blödelei, reichlich Overacting und jede Menge Slapstick. Die Handlung selbst tritt dabei schnell in den Hintergrund, um dem Rausch der Dummheiten vollen Raum geben zu können. So macht der quirlige Cocktail an Albernheiten nur selten Sinn, was vermutlich nicht sonderlich schlimm wäre, würde der Streifen so etwas wie einen roten Faden besitzen. Leider war man aber eher darum bestrebt absurde Szenen mit platten Humor aneinanderzureihen und hat auf einen Erzählfluss verzichtet. Der fühlt sich teils sehr zäh an. So hat man sich schnell am Mix der Absurditäten sattgesehen und quält sich bis zur Zielgraden durch eine groteske Geschichte, die keinerlei Spannung aber dafür genug Leerlauf und Durchhänger besitzt. CABIN OF THE DAMNED ist kein Film für Jedermann. An diesem semiprofessionellen Quatsch werden sich wohl nur hartgesottene Trash-Liebhaber erfreuen können. Dennoch hat man selbst hier schon besseres aufgetischt bekommen.
 
 
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CABIN OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Dieser quirlige Cocktail an Albernheiten lässt sich nur mit genug Alkohol ertragen. CABIN OF THE DAMNED ist zweifelsohne eine Hommage an den Kultfilm EVIL DEAD. Übertrieben viel Blut fließt hier freilich und auch die diversen Spezialeffekte machen es in ihrer Semiprofessionalität genanntem Splatter-Klassiker gleich. Trotz Gemeinsamkeiten sind beide Film aber dann so ziemlich unterschiedlich. Während EVIL DEAD noch eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legt und mit Atmosphäre und Schockmomente Gruselfeeling heraufbeschwört, fehlt das alles in CABIN OF THE DAMNED gänzlich. Die Handlung ist rudimentär und besteht eigentlich nur aus einer Aneinanderreihung von skurrilen Szenen mit teils peinlichem Humor. Wer schon einmal einen Film aus den legendären TROMA-Studios gesehen hat, dürfte sich in etwa vorstellen können, was ihn in CABIN OF THE DAMNED erwartet. Der Film macht nämlich von gleicher Erfolgsformel Gebrauch, mit der sich genannte Trash-Bude vor allem in den 1980ern einen international bekannten Namen machen konnte. Das bedeutet unterm Strich: Humor weit unter der Gürtellinie, der vor allem durch seine platten Albernheiten und ausufernden Blödeleien in Erinnerung bleibt. CABIN OF THE DAMNED ist nur etwas für Fans schlechten Geschmacks. Im nüchternen Zustand zündet der zelebrierte Humor leider keineswegs.
 
 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
CABIN OF THE DAMNED (OT: TARNATION) ist eine Komödie, die Splattermomente sehr übertrieben und bewusst trashig inszeniert. Hart schaut die Gewalt demnach keineswegs aus. Ein Grund warum der Film hierzulande eine FSK16 erhalten hat.
 
 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tarnation; Australien 2017

Genre: Horror, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making Of Featurette, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 29.06.2017

 

Cabin of the Damned – Die Dämonen sind los [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Knuckles (2014)
 
Hell Baby (2013)
 
Atomic Hero (1984)
 
Class of Nuke ‚Em High (1986)
 
Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt (1987)
 


Filmkritik: „The Cleanse“ (2016)

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THE CLEANSE

(THE MASTER CLEANSE)

Story

 
 
 

Neustart mit Hindernissen: Ein seltsames Programm soll Menschen von ihren Sorgen befreien und ein neues, besseres Leben ermöglichen. Doch dieser Kurs hat auch seine Tücken, wie der desorientierte Mittdreißiger Paul herausfinden muss.

 
 
 


 
 
 

THE CLEANSE – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder überraschend, wen man so alles in Indie-Horrorfilmen wiedertrifft. Nicht selten geben sich nämlich namhafte Schauspieler die Ehre und tauchen in Filmen auf, die sich eher auf einen kleinen, nischigen Publikumskreis konzentrieren. Zuletzt geschehen in der Romanverfilmung I AM NOT A SERIAL KILLER. Darin gab es ein Wiedersehen mit Zurück-in-die-Zukunft-Star CHRISTOPHER LLOYD, der sich offenbar nicht zu schade war, auch mal in einem Horrorfilm mitzuwirken, welcher nicht unbedingt für den Massenmarkt gemacht wurde. Gleiches trifft nun auch auf den vorliegenden THE CLEANSE (Arbeitstitel: THE MASTER CLEANSE) zu. Dabei handelt es sich ebenfalls um unabhängig produzierte Genre-Ware, die gleich zwei bekannte Gesichter zu bieten hat. Zum einen wäre da JOHNNY GALECKI, der sich vor allem durch Rollen in Erfolgsserien wie ROSEANNE und THE BIG BANG THEORY in die Hirne der Zuschauer brennen konnte. Zum anderen lässt sich Oscar-Preisträgerin ANJELICA HUSTON blicken. Die war während der 1990er und 2000er in einigen sehr erfolgreichen Kinostreifen zu sehen. So verwandelte sie in HEXEN HEXEN als Oberhexe Kinder in Mäuse und übernahm in der Kinoadaption zur beliebten TV-Serie ADDAMS FAMILY die Rolle der Morticia Addams. Auch in THE CLEANSE hinterlässt sie einen nicht minder prägnanten Eindruck. Hier spielt sie die Leiterin eines ominösen Programms, das Menschen wieder zurück auf die rechte Bahn bringen soll. Kleiner Film – große Stars. Da kann eigentlich nichts schiefgehen. Oder etwa doch?
 
 
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Ein ungewöhnlicher Neubeginn. Der Mittdreißiger Paul weiß nicht mehr weiter. Offenbar hat er einen Punkt in seinem Leben erreicht, an dem er nicht mehr weiterkommt. Er hat den Job verloren und auch das Beziehungsleben sieht alles andere als rosig aus. Da kommt ihm eine Werbung geradezu recht, die im Nachtprogramm über den TV-Bildschirm flimmert. Ein kostenloser Kurs verspricht den Start in eines neues Leben durch Befreiung innerer Dämonen. Eine Chance, die der desorientierte Paul nutzen will. Er trägt sich für das vielversprechende Programm ein und wird zusammen mit drei anderen Teilnehmern in ein mysteriöses Camp gebracht. Dort müssen die Probanden seltsame Flüssigkeiten konsumieren, um sich von innen selbst zu reinigen. Leider nimmt der Reinigungsprozess bald seltsame Ausmaße an. Nach mehreren Gläsern Reinigungsgebräu erbrechen die Anwesenden seltsame Kreaturen, die quasi den fleischgewordenen Ballast symbolisieren sollen, den die Leidtragenden seit Jahren mit sich tragen. Doch so putzig die Wesen auf den ersten Blick auch sind, THE CLEANSE ist immer noch im Horror-Genre beheimatet und wartet mit einer Wendung auf, die den Film dann doch erst für Erwachsene interessant macht.
 
 
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Vertraue niemals großen Kulleraugen im Horrorfilm, denn dahinter verbirgt sich gern mal das Böse. Niedlichkeit im Gruselgenre ist trügerisch. So lehrte uns die Gruselkomödie GREMLINS – KLEINE MONSTER, dass kleine Knuddelgnome nicht unbedingt nett sein müssen. Regisseur JACOB VAUGHAN bestätigte jene These in BAD MILO. Dort machte ein knuffiger Dämon einem Mann das Leben zur Hölle, der sich im Hintern seines Opfers eingenistet hatte. Das Spiel mit dem trügerischen Kindchenschema ist auch im Horrorspaß THE CLEANSE Programm. Auch hier blinzeln herzallerliebste Kreaturen in die Kamera, die von ahnungslosen Menschen erbrochen werden und danach im Eiltempo zu wachsen beginnen. Was sich aber liest wie ein vielversprechendes Creature-Feature mit hohem Fun-Faktor, ist trotz bekannter Gesichter dann doch eine enttäuschende Angelegenheit. Das Problem: dem Film fehlt ein Wendung, das Treiben gestaltet sich als relativ „brav“ und auf ein richtiges Finale hat man gleich ganz verzichtet. Filmemacher BOBBY MILLER fokussiert sich zu verkrampft auf seine Helden. Die begeben sich in die Obhut einer ominösen Organisation und müssen sich anschließend mit ihrem seelischen Ballast auseinandersetzen, der als fleischgewordener Minidämon durchs Bild saust. Wer jetzt aber meint, dass die Kreaturen noch etwas anderes können, als niedlich zu sein, wird enttäuscht werden. Wo in GREMLINS plötzlich alles aus dem Ruder läuft, weil man die Gefährlichkeit der Kobolde unterschätzt, plätschert das Treiben in THE CLEANSE relativ familienfreundlich über die Leinwand. Kein Kobold-Schabernack, keine Kills. Stattdessen entwickeln die Charaktere emotionale Beziehungen zu ihren Dämonen und können sich am Ende nur schwer von ihrem fleischgewordenen Ballast lösen. Fans gut getrickster Monster-Filme werden da zu Recht dumm aus der Wäsche schauen, denn THE CLEANSE verschenkt Potenzial in allen Belangen.
 
 
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THE CLEANSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Dieses Dämonen-Movie ist mehr kuschelig als schrecklich. THE CLEANSE ist für einen Horrorfilm schlichtweg zu brav inszeniert, um ernst genommen zu werden. Für Kinder ist das Treiben zu düster ausgefallen, allen erwachsenen Genre-Fans mutet Gebotenes zu lapidar und belanglos an. Da fragt man sich doch glatt, für welches Publikum Regisseur BOBBY MILLER seine Horrorkomödie gemacht hat. Der hat namhafte Schauspieler für THE CLEANSE gewonnen, die den Streifen nach mehr aussehen lassen, als er wohl gekostet hat. Die Dämonen-Kreaturen, welche hier von Menschen erbrochen werden, sind handgemacht und Situationskomik zündet in der ersten Filmhälfte. Leider geht es danach bergab, denn offenbar schien Regisseur BOBBY MILLER beim Schreiben des Drehbuchs nicht klar zu sein, in welche Richtung er seinen Monster-Spaß lenken sollte. So gipfeln die Geschehnisse in einem zwar konsequenten Ende, das aber die Frage in den Raum wirft, was denn das alles hier soll. Die Monster verhalten sich weitestgehend friedlich und bis auf einige Entwicklungsstadien der Kreaturen hat man gänzlich auf Höhepunkte verzichtet. Demzufolge sollte man THE CLEANSE mit Vorsicht genießen.
 
 
 


 
 
 

THE CLEANSE – Zensur

 
 
 
THE CLEANSE ist relativ harmlos. Der Fokus liegt auf Humor. Ein Mann wird von einem Monster ermordet. Der Zuschauer bekommt nur das Ergebnis zu sehen. Weiterhin stirbt eine Protagonistin. Man sieht nur ihren toten Körper. Sollte THE CLEANSE hierzulande ausgewertet werden, gibt es eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE CLEANSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gremlins – Kleine Monster (1984)
 
Gremlins II – Die Rückkehr der kleinen Monster (1990)
 
Bad Milo (2013)
 
Spookies – Die Killermonster (1986)
 
Ghoulies (1985)


Filmkritik: „Dead Shack“ (2017)

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DEAD SHACK

Story

 
 
 

Mein Nachbar das unbekannte Wesen. Im Film DEAD SHACK entpuppt der sich als unberechenbare Killermaschine.

 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Kritik

 
 
 
Wenn in Horrorfilmen Zombies ihr Unwesen treiben, dürften bei den meisten Horrorfilmfans die Alarmglocken läuten. Die Skepsis ist nicht grundlos. In den letzten Jahren haben nämlich die meisten Zombiefilme das immer wieder gleiche Szenario abgespult, in denen sich Überlebende durch eine postapokalyptische Welt kämpfen müssen, in der es nur so von Untoten wimmelt. Das hat müde gemacht, weshalb die Zuschauer mittlerweile dankend abwinken, wenn ein neuer Zombiestreifen das Licht der Kinowelt erblickt. Der kanadische Regisseur PETER RICQ will das ändern und spricht damit Fans aus der Seele. Ihm sind die dystopischen Zombieszenarien gehörig auf dem Magen geschlagen, weshalb er mit seinem ersten Langfilm versucht frischen Wind ins festgefahrene Zombie-Genre zu bringen. DEAD SHACK nennt sich sein mittels Crowdfunding teilfinanzierter Horror-Spaß, der müde Fun-Splatter-Fans muntermachen soll. Hier gibt es jede Menge blutige Raffinessen zu bestaunen, die mit einer Prise Ironie verfeinert wurden. Damit erfüllt sich der eingefleischte Horrorfan einen Traum und huldigt zeitgleich wegweisende Horror-Klassiker, die in dem Filmfan die Leidenschaft zum Genre geweckt haben. So prägten Horrorkomödien wie EVIL DEAD 2, FRIGHT NIGHT und AN AMERICAN WERWOLF IN LONDON nachhaltig, wie Filmemacher PETER RICQ in Interviews zu verstehen gab. Der Verfechter des 80er-Jahre-Horrors wollte einen Film in gleichem Schlage drehen, in dem sich Horror und Witz die Waage geben. Entstanden ist durchaus kurzweiliger Splatter-Nonsens. Handwerklich solide und nicht ungeschickt.
 
 
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Camping, gute Laune und Eltern. Für die Teenager in DEAD SHACK ein Albtraum. Die begeben sich mit den Eltern in die kanadischen Wälder, um dort übers Wochenende in einer Waldhütte zu nächtigen. Doch zum Schlafen und Relaxen kommt man erst gar nicht. Die grünschnäbeligen Heranwachsenden müssen nämlich ihre Nase in Dinge stecken, die sich nichts angehen. Da streunt man übers Grundstück der Wochenendbehausung und macht einen Abstecher zur Nachbarin, die gerade Männerbesuch empfängt. Für die Jugendlichen ein gefundenes Fressen, um zu spannen. Doch natürlich kommt alles anders. Die Dame betäubt ihre triebgesteuerten Gäste und verfüttert sie an entstellte Kreaturen. Für die jungen Helden unserer Geschichte ein Schock. Die stürmen aus ihrem Versteck und verhalten sich auf ihrer Flucht so unachtsam, dass sie das Interesse der Beobachteten wecken. Die will natürlich Zeugen ausradieren und beginnt eine gnadenlose Hetzjagd auf die Schüler. Neugierde muss eben bestraft werden.
 
 
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Die Horror-Version des 80er Kultfilms THE GOONIES. DEAD SHACK ist nicht sonderlich ausführlich. Als Entschädigung für rudimentäres Horror-Einerlei gibt es aber schwarzen Humor und handgemachte Splatter-Leckerbissen, die offenbar die 1980er zurück ins Wohnzimmer bringen sollen. Mal wieder macht man von eingespielten Retro-Sounds Gebrauch, die dafür sorgen sollen, dass man sich in jene Zeit zurückversetzt fühlt, vor der man sich verbeugen möchte. Hin und wieder gelingt das sogar – vor allem dann, wenn das Böse durch die Dunkelheit schleicht und aggressive Synthesizer-Klänge den Puls schneller schlagen lassen. Doch am Spannungsbau ist man nicht sonderlich interessiert. Der wird bald vernachlässigt. Originell, durchdacht oder tiefgründig will DEAD SHACK nämlich gar nicht sein. Der Film entpuppt sich als hirnfreier Party-Snack für Zwischendurch, der erst dann seine volle Wirkung entfalten kann, wenn man ihn zusammen mit Freunden bei möglichst hohem Alkoholpegel genießt. So sind schnell Wege zum eigentlichen Höhepunkt geebnet – und der nennt sich: Mord- und Totschlag. Eine Kannibalensippe kämpft gegen Camper und Camper kämpfen gegen Menschenfresser. Da fließt eine Menge Blut und Fans härterer Gangart kommen auf ihre Kosten. Leider schleicht sich aber partout das Gefühl ein, dass Gebotenes für die Laufzeit von knapp 80 Minuten zu wenig ist. Zwar hat man an überzeichnete Figuren und coole Sprüche gedacht, die die Horrorkomödie in einen blutigen Comic-Strip für Erwachsene verwandeln. Trotzdem erweckt DEAD SHACK den Anschein, als wäre das hier alles eigentlich als Kurzfilm angedacht gewesen, bei dem man sich aber kurzfristig dann doch dazu entschieden hat, was fürs Kino zu machen. So sollte man trotz Bluteinlagen Erwartungen herunterschrauben. Dann kann man nicht enttäuscht werden. Besser als das, was man sonst so im Horrorbereich mittlerweile geboten bekommt, ist der kanadische DEAD SHACK jedoch allemal.
 
 
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DEAD SHACK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der perfekte Horrorfilm für einen Abend mit Freunden und einer Kiste Bier. DEAD SHACK ist ein schwarzhumoriger Party-Horror-Slasher bei dem der Fokus auf handgemachtem Blutgemansche liegt. Der unabhängig produzierte Slasher-Kannibalen-Zombie-Mix kommt schnell zum Punkt und will das feiern, was Horrorfilmfans nun mal von modernen Horrorfilmen erwarten. Da werden Köpfe eingeschlagen, an Körpern geknabbert und mit Äxten hantiert. Der kanadische Horrorbeitrag geizt nicht mit Blut und Schauwerten. Dafür aber mit Köpfchen und Handlung. Viel dergleichen bekommt man nämlich nicht zu sehen. Die Protagonisten nerven in ihrer Einfältigkeit schnell und sind leider weit weg von sympathisch. Auch viele der Proleten-Sprüche im Film sind Gift für Feingeister. Dafür hat man aber aus wenig viel gemacht und lässt DEAD SHACK nach mehr aussehen, als er vermutlich gekostet hat. Wer daher simpel gestrickte Horrorfilme mit 80er-Retro-Charme bevorzugt in denen ausschließlich die Blutkeule geschwungen wird und so dem Film seine Daseinsberechtigung gibt, wird sich an DEAD SHACK einen Ast freuen.
 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Zensur

 
 
 
Es gibt einige grafische Gemeinheiten im Film zu sehen. Munition eines Schrotgewehrs bohrt sich durch Körper und Köpfe, ein Kopf wird mit einem Vorschlaghammer zermatscht, eine Axt wird in eine Schulter geschlagen und Menschenfleisch wird auch noch gefressen. DEAD SHACK ist ein witziger Genre-Mix und dürfte hierzulande mit einem roten FSK-Sticker in den Handel kommen. Wir vermuten: Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten. Der Film feiert übrigens im April 2018 seine Deutschlandpremiere auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL.
 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Raven Banner)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eat Locals (2016)
 
Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)
 
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Peelers (2016)
 
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