Filmkritik: „Satanic Panic“ (2019)

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SATANIC PANIC

Story

 
 
 

Verdammt, die Satanisten kommen: Pizza-Lieferantin gerät versehentlich in eine Sitzung versnobter Satanisten und muss neben ihrer Jungfräulichkeit auch noch ums eigene Leben bangen.

 
 
 


 
 
 

SATANIC PANIC – Kritik

 
 
 
Dass sich hinter Türen vermeintlich gut gesitteter Menschen gern mal abscheuliche Dinge abspielen, ist im Horror-Genre schon lange nichts Ungewöhnliches mehr. Da verwandeln sich brave Familienväter wie in THE STEPFATHER gern mal in Psychopathen oder unschuldig dreinschauende Kinder werden als Handlanger des Bösen entlarvt – THE PRODIGY oder DAS OMEN lassen grüßen. Irgendwo zwischen genannten Streifen reiht sich SATANIC PANIC ein. Auch hier passieren Dinge in Häusern wohlhabender Bürger, von denen man nie ahnen würde, dass diese Leute Bündnisse mit dem Teufel schließen. Das ist Horror made in America, der den Mut wagt sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Ein gewagtes Unterfangen haben doch seit den Erfolgen der SCARY MOVIE-Streifen mehrfach Filmemacher versucht, Subgenres des Horrorfilms zu persiflieren. Viele derer sind damit gescheitert. Nur eine handvoll Filme sind in Erinnerung geblieben, über die man auch heute noch redet. Da kann man nur hoffen, dass SATANIC PANIC zündende Ideen mitbringt, um bleibenden Eindruck hinterlassen zu können. Mit platten Späßen und Fäkalhumor gewinnt man nämlich schon lange keinen Blumentopf mehr.
 
 
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Shit happens! Eigentlich wollte sich Sam (HAYLEY GRIFFITH) nur etwas Geld dazuverdienen. Die nimmt einen Job als Pizza-Lieferantin an, der sie sprichwörtlich in Teufels Küche bringen wird. Nicht nur, dass die Kunden knauserig sind und kaum Trinkgeld für ausgelieferte Pizzen geben. Auch mit Moral, Respekt und Anstand nehmen es die Bürger einer amerikanischen Kleinstadt nicht sonderlich ernst. Da kommt Sam ganz unfreiwillig einer großen Verschwörung auf die Schliche. In einem noblen Villenviertel werden mysteriöse Rituale abgehalten. Dort bereitet sich ein unheimlicher Okkultisten-Zirkel auf die Niederkunft Baphomets vor. Um das Ritual erfolgreich zu beenden braucht man aber eine Jungfrau. Da erweist sich die naive Sam als ideales Opfer, die nichtsahnend in eine der geheimen Zeremonien genannten Zirkels platzt und die Aufmerksamkeit von Anführerin Danica Ross (REBECCA ROMIJN) auf sich lenkt. Da ist guter Rat teuer, denn das Oberhaupt der Satanisten-Gemeinschaft ist mit allen Wassern gewaschen. Das lässt nichts unprobiert, um das jungfräuliche Objekt der Begierde zu opfern.
 
 
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Abgedrehter Okkultismus-Spaß mit hohem Unterhaltungswert, der überraschenderweise von einer Frau inszeniert wurde. CHELSEA STARDUST zeichnet als Regisseurin verantwortlich und bezeichnet sich selbst als großer Fan des Genres. Die wurde bereits als Kind mit dem Horrorfilm-Virus infiziert, nachdem ihr der Vater im Alter von zehn (!) Jahren Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD und Tod Browning’s DRACULA gezeigt hatte. Mittlerweile hat sie das Hobby zum Beruf gemacht. So konnten erste Erfahrungen im Horrorfilm-Business bei niemand geringerem als JASON BLUM gesammelt werden. Der ist mit seinem BLUMHOUSE PRODUCTIONS in Hollywood erste Anlaufstelle für Horrorfilme und hat wohl beinahe jeden bekannten Mainstream-Schocker mitproduziert, der in den letzten Jahren entweder im Kino oder fürs Heimkino ausgewertet wurde. Für Regie-Neuling CHELSEA STARDUST optimale Lehrjahre. Die Filmemacherin war an der Arbeit von so konventionellen Blumhouse-Filmen wie THE DARKNESS, INCARNATE oder auch JESSABELLE mitbeteiligt. Ein großer Vorteil, der SATANIC PANIC zugutekommt.
 
 
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Die Horrorkomödie ist derart souverän inszeniert und auf den Punkt gebracht, dass man meinen könnte, hier würde ein schon viele Jahre erfahrener Kenner auf dem Regiestuhl sitzen. Die Witze passen, die Handlung wird zügig abgespult und obendrein gibt es auch noch zig Schauwerte für Horrorfilmfans zu bestaunen, die es in sich haben. SATANIC PANIC hält einen Mix aus Körperflüssigkeiten und Blut parat, der natürlich derart übertrieben über die Mattscheibe flimmert, dass man das alles hier nicht ernst nehmen kann. Da bleibt kein Auge trocken zumal Situationskomik und Wortwitz so genau pointiert wurden, dass man diesen Horror-Spaß einfach liebhaben muss. SATANIC PANIC ist eine freche Verbeugung vor dem Genrekino der Achtzigerjahre, die sich zu keiner Minute ernst nimmt. Hier werden diverse Klischees durch den Kakao gezogen, die man in den vielen Okkult-Horrorfilmen der letzten Jahrzehnte zu sehen bekommen hat. Da dürfen Jungfrauen-Witze ebenso wenig fehlen, wie Dämonenspäße und Ritual-Albernheiten. Wer jetzt aber Bedenken hat, dass SATANIC PANIC in typisch amerikanischen Humor abdriftet, wird positiv überrascht sein. Auf pubertären Fäkalhumor und Gags unter der Gürtellinie wird verzichtet. Dafür gibt es ein Bienchen ins Muttiheft.
 
 
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SATANIC PANIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Satanischer Spaß, der gute Laune verbreitet. SATANIC PANIC ist selbstironischer Old-School-Horror mit Charme, Blut und sympathischen Helden. CHELSEA STARDUST schlägt sich wacker als Regisseurin. Die war bereits Assistentin von Hollywoods Meister des Horrors JASON BLUM und bekommt für den zweiten Spielfilm auch gleich noch Verstärkung von der beliebten Horrorzeitschrift FANGORIA. Letztere hat SATANIC PANIC mitproduziert und weiß schließlich, was Horrorfilmfans wollen. Alles gute Voraussetzungen, die ein Fest für Genre-Fans garantieren. SATANIC PANIC macht einfach Spaß, weil er sich niemals zu ernst nimmt und doch Respekt vorm Horror-Genre zollt. Die Gags sitzen, die Handlung ist herrlich überdreht und an blutigen Schabernack hat man auch noch gedacht. So muss eine Horrorkomödie neueren Datums aussehen.
 
 
 


 
 
 

SATANIC PANIC – Zensur

 
 
 
SATANIC PANIC hat schon einige abgefahrene Splatter-Späße zu bieten. Es wird Blut gekotzt und Hälse durchgeschnitten. In einer Szene sehen wir sogar, wie jemand seinen Arm in ein Einschussloch bohrt und im Körper des Opfers nach etwas sucht. Ziemlich grotesk – aber auch sehr lustig. Weil der SATANIC PANIC alles halb so ernst nimmt, dürfte der Film hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

SATANIC PANIC – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tucker & Dale vs Evil (2010)
 
Deathgasm (2015)
 
Zombieland (2009)
 

Filmkritik: „In Fabric“ (2018)

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IN FABRIC

Story

 
 
 

Wenn Mode plötzlich mörderisch wird: In IN FABRIC verwandelt sich ein Kleid zum Killer.

 
 
 


 
 
 

IN FABRIC – Kritik

 
 
 
Es mag ja Filmemacher geben, die eine Leidenschaft für Filme jenseits des Massengeschmacks hegen. Die pfeifen auf Konventionen und drehen eben das, auf was sie Lust haben ohne sich von großen Studios hineinreden zu lassen. PETER STRICKLAND ist einer dieser Kreativlinge. Der macht keine gewöhnlichen Filme und verbucht damit großen Erfolg. Entstanden sind so skurrile Ausnahmefilme wie die Giallo-Hommage BERBERIAN SOUND STUDIO und das Rache-Drama KATALIN VARGA – Filme in denen das Grauen langsam über die Leinwand kriecht und sich in einen Mantel aus ästhetischen Bildern und Tönen hüllt. IN FABRIC schließt genau an die sonderbaren Werke des britischen Regisseurs an. Wieder einmal verstört Strickland mit sonderbarem Filmkonzept und zieht mit hypnotischer Atmosphäre in den Bann. Das Ergebnis ist abermals andersartiger Horror für jene, die gern mal über den Tellerrand schauen wollen.
 
 
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IN FABRIC erzählt die ungewöhnliche Geschichte der Bankangestellten Sheila (MARIANNE JEAN-BAPTISTE), die sich erst vor einiger Zeit von ihrem Mann getrennt hat. Der hat längst eine neue Freundin und bringt Sheila in Zugzwang. Um ihren Marktwert zu testen, antwortet sie auf Anzeigen in der Tageszeitung und will sich mit fremden Männern verabreden. Ein neues Kleid soll da für Eindruck sorgen und die Männer in den Bann ziehen. Gut, dass ausgerechnet jetzt für einen Schlussverkauf Reklame im Fernsehen gemacht wird. Ein Londoner Kaufkauf lockt mit satten Rabatten, die sich unsere Filmheldin nicht entgehen lassen möchte. Doch der Kauf wird bald zum Albtraum. Das von eigensinnigen Verkäuferinnen angepriesene Kleid in Rot scheint ein mörderisches Eigenleben zu führen. Wer es trägt, zieht den Tod an. Eine Erkenntnis die Sheila bald am eigenen Leibe zu spüren bekommt.
 
 
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Zwei Geschichten in einer. IN FABRIC war eigentlich als Anthologie geplant und sollte sechs Kurzgeschichten umfassen. Leider macht das Budget einen Strich durch die Rechnung und Regisseur PETER STRICKLAND musste sich auf zwei Geschichten beschränken. Alles halb so wild, denn sehenswert ist IN FABRIC natürlich trotzdem. Einmal mehr zelebriert Strickland das Grauen als langsames Geschehen in dem sich der Horror allmählich seinen Weg durch den Film bannt. Dabei lässt er sich – wie schon bei BERBERIAN SOUND STUDIO – erneut vom italienischen Horrorkino der 1970er inspirieren, wo Kollegen wie DARIO ARGENTO ultra-stilisierte Filme inszenierten, die Kunstwerk und Schocker zugleich waren. Wer IN FABRIC gesehen hat, wird schnell Parallelen zu SUSPIRIA ziehen. Während im genannten Klassiker Leiterinnen einer Tanzschule das Tor zur Hölle bewachen und ahnungslose Schülerinnen für ihre dunklen Machenschaften über die Klinge springen lassen, sind es in IN FABRIC eigensinnige Verkäuferinnen eines Kaufhauses, die mit beinahe schon hypnotischen Verkaufsfloskeln versuchen, ahnungslose Kunden in ihren Bann zu ziehen. Mit aggressiv eingeblendeten Werbeeinblendungen wird schnell eine mysteriöse Aura geschaffen, der sich kaum ein Konsument entziehen kann. Dass Strickland wohl damit versucht subtile Konsumkritik an den Zuschauer zu bringen, dürfte so sicher sein das Amen in der Kirche.
 
 
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Leider ist IN FABRIC nicht die gesamte Laufzeit über so plausibel und gradlinig. Nach knapp 70 Minuten wird die erste Geschichte rund um Single Sheila abgeschlossen und das mörderische Textil wandert in den Besitz von Reg Speaks (LEO BILL). Der erwirbt das Kleid für einen Junggesellenabschied und ist dem roten Fummel zusammen mit seiner Verlobten Babs ausgeliefert. Während der Film auch in diesem Segment durch grellen Look, überzeichnete Figuren und Humor auffällt, dürfte der Hang zum Surrealen so einige Zuschauer überfordern. So sind es vor allem die vielen offenen Fragen, die unbeantwortet bleiben und die Geschehnisse beinahe schon abstrus erscheinen lassen. Strickland erklärt nie, warum das Textil mordet oder was es mit den ominösen Verkäuferinnen des Einkaufszentrums auf sich hat, die durch Sirenengesänge versuchen Käufer in den Laden zu locken. Die kleiden sich nicht nur eigensinnig und hegen eine seltsame Beziehung zu ihren Schaufensterpuppen, sondern reden auch verschlüsselt in Rätseln. Das ist freilich nichts wie Zuschauer, die Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommen möchten. Vielmehr richtet sich IN FABRIC eher an ein Publikum, das die Fantasie spielen lassen möchte und gern mal in Welten taucht, in denen Rationalität zweitrangig ist. Die werden sich in diesem ungewöhnlichen Arthaus-Horror wohlfühlen.
 
 
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IN FABRIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Surreales Horror-Kunstwerk ganz im Stile von SUSPIRIA. IN FABRIC ist ein typischer Strickland-Film. Der Regisseur zeichnet sich nur durch sonderbare Filmideen aus, sondern ist auch für seine virtuose Verknüpfung von ästhetischen Bildern und Tönen bekannt. Genau das bekommt man auch im nächsten Streich des Filmemachers zu sehen. IN FABRIC ist kein gewöhnlicher Film und definitiv nicht für Jedermann geeignet. Für diesen unkonventionellen Genre-Beitrag über ein mordendes Kleid benötigt man schon reichlich Fantasie und Interpretationsfähigkeit. Viele Antworten gibt Strickland dem Zuschauer nämlich nicht mit auf dem Weg, der sich mal wieder in seinem Schaffen vor den Giallo-Filmen der 1970er verbeugt. Das dürft Generation NETFLIX so gar nicht schmecken – aufgeschlossenen Horrorfilmfans umso mehr.
 
 
 


 
 
 

IN FABRIC – Zensur

 
 
 
IN FABRIC hat kaum Schauwerte zu bieten. Eine Figur verletzt sich an einer defekten Waschmaschine und einen Verkehrsunfall mit einigen Verletzungen gibt es auch zu sehen. Weiterhin stirbt ein Kanarienvogel – über mehr Gewalt verfügt der Film nicht. Hierzulande dürfte IN FABRIC ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

IN FABRIC – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei A24)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rubber (2010)
 
Der Kühlschrank (1991)
 
Bed of the Dead (2016)
 
Suspiria (1977)
 

Filmkritik: „Tone-Deaf“ (2019)

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TONE-DEAF

Story

 
 
 

ROBERT PATRICK als Witwer, der es noch mal wissen will. Er will vor seinem Ableben unbedingt noch das Gefühl erleben, wie es ist, wenn man einen Menschen tötet. Leider hat er sich im Falle der attraktiven Olive das falsche Opfer ausgesucht.

 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm eine Frau übers Wochenende in einem abgelegenen Landhaus nach Ruhe sucht, wissen erfahrene Horrorfilmkenner, was ihr blühen wird. In der Regel wird sie von skrupellosen Gesellen überfallen und missbraucht, damit sie sich anschließend an den Peinigern rächen kann – blutig und grausam. Dass alles doch eine andere Wendung einschlagen kann, zeigt TONE-DEAF aus der Mache von Regisseur RICHARD BATES JR. Der Filmemacher dürfte alteingesessenen Experten des Genres nicht unbekannt sein. Vor einigen Jahren brachte er die abgedrehte Horror-Komödie EXCISION in die Kinos, welche von Kritikern wie Publikum eine Menge Lob erhielt. Danach folgten nicht minder skurrile Genre-Filme wie TRASH FIRE und SUBURBAN GOTHIC, die ganz klar Bates’ Leidenschaft für kontroverse Themen an den Tag legten, mit welchen sich der Regisseur in seinen Filmen in humoristischer Weise auseinandersetzt. Da werden gern mal dysfunktionale Familien in den Mittelpunkt gerückt und über aktuelle politische Themen debattiert – schwarzhumorig wohlgemerkt! Genau das ist auch im aktuellen Werk TONE-DEAF Programm für das man mit ROBERT PATRICK einen Altstar gewinnen konnte, der sich mit seiner Rolle als Schurke in TERMINATOR 2 ins Gedächtnis vieler Kinder der 80er brennen konnte. Der Schauspieler kennt sich mit Genre-Filmen aus und war schon in Horrorstreifen wie KINDER AUS DER HÖLLE, THE FACULTY und LOST AFTER DARK zu sehen. Ob das TONE-DEAF von Vorteil ist?
 
 
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Die kesse Olive (AMANDA CREW aus ISABELLE) hat zurzeit gar kein Glück. Erst verliert sie ganz unerwartet den Job und auch in der Liebe besitzt sie kein gutes Händchen. Da nimmt sie sich den Rat der Mutter zu Herzen und mietet übers Wochenende ein Haus irgendwo auf dem Land. Dort will die attraktive Mittdreißigerin einen klaren Kopf bekommen und Kraft für neue Taten tanken. Leider tappt Olive auch hier ins Fettnäpfchen. Der seltsame Eigentümer des Anwesens (ROBERT PATRICK) ist nämlich nicht nur schräg drauf; er hat mit der Mieterin besondere Pläne. Bevor der eigensinnige Witwer von dieser Welt geht, will er Dinge tun, von denen er bis dato nur geträumt hat. Dazu gehört auch Mord. Leider hat er sich im Objekt seiner Begierde das falsche Opfer ausgesucht. Olive ist nicht nur zäh und schlagfertig; sie steht auch unter dem Schutz des Sensenmannes. Eine anstrengende Angelegenheit für Amateur-Killer Harvey. Der beißt sich an Olive die Zähne aus und hinterlässt eine Spur der Verwüstung.
 
 
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Auch zuvor gefeierte Regie-Newcomer haben mal ein Tief. TONE-DEAF ist nicht unbedingt das, was man sich nach den bisherigen Werken des kreativen und ambitionierten Filmemachers erhofft hätte. Die Horror-Satire hat nämlich ein Problem: Sie kann sich nicht entscheiden, was sie denn nun eigentlich sein will. Wir pendeln abwechselnd zwischen Ernsthaftigkeit und Situationskomik, zwischen rabenschwarzer Komödie und düsteren Thriller-Momenten. Mag alles schön und gut sein, aber irgendwie fehlt Homogenität. TONE-DEAF fühlt sich nicht rund an und erweckt den Eindruck, als habe Regisseur RICHARD BATES JR. versucht seinen bisherigen Erfolgen krampfhaft hinterher zu eifern. Das Ergebnis wirkt weniger durchdacht – vor allem auch deshalb, weil die Figuren diesmal weniger überzeichnet wirken, als in den vorherigen Arbeiten des Regisseurs. Statt Persönlichkeiten und Freaks, nun Stereotypen aus der Horror-Mottenkiste. Da ist bei jenen schnell die Enttäuschung groß, die sich nach den grandiosen Anfangswerken des Kreativlings einen weiteren schwarzhumorigen Lachanfall erhofft haben. Der dunkle Humor hält sich diesmal in Grenzen, die bissigen Momente muss man suchen. Dafür gibt es hin und wieder Leerlauf. Für eine Horror-Satire, die den Zeigefinger heben will, zu wenig.
 
 
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Generationskonflikt: Probleme und Missverständnisse zwischen Alt und Jung. In Interviews verriet Regisseur RICHARD BATES JR. interessante Hintergrundinformationen zum Film. So kam die Idee zur Horror-Satire nach der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016. Die Ergebnisse machten der Frau des Filmemachers Angst. Während sich vor allem junge Wähler für die Politik von Hillary Clinton entschieden, wählten die Alten Donald Trump. Der Ausgang der Wahl dürfte bekannt sein. Trump gewann und beschmutzte durch Skandale und political incorrectness das Ansehen der Vereinigten Staaten in der Welt. Genau jene Tatsache beunruhigte und inspirierten Bates zum Schreiben des Drehbuchs, in dem er genau jenen Generationskonflikt zum Thema macht, bei dem sich Generationen mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen nicht verstehen wollen und können.
 
 
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TONE-DEAF – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Schwarzer Mix aus Coming-of-Age-Drama, Slasher und Satire, der sich aber nicht entscheiden kann, was er denn nun eigentlich sein will. TONE-DEAF ist ein durchwachsener Horror-Spaß, der Fans von Regisseur RICHARD BATES JR. enttäuschen wird. Der Film wirkt weniger durchdacht, wie die bisherigen Werke des Filmemachers. Mal wird es düster, mal wieder zynisch. Aber irgendwie wollen beide Handlungselemente zu keinem homogenen Ganzen finden. Immer wieder wird der Zuschauer aus der Handlung gerissen, wenn diese überhaupt mal an Fahrt zulegt. Sind grade mal ein paar Lacher am Start wechselt urplötzlich der Ton und das Publikum wird mit dunklen Thriller-Elementen konfrontiert. Das gleiche auch anders herum. Findet TONE-DEAF endlich mal einen Spannungsbogen, um der Bezeichnung „Horror“ gerecht werden zu können, wird der Spannungsfluss unterbrochen, weil der Film sich auf einmal doch nicht mehr ernst nehmen möchte. Ein verwirrendes Horror-Spektakel, dass sich mit seiner Unentschlossenheit so gar keine Freunde machen wird. Immerhin hat der Film zwei herausragende Darsteller zu bieten, die in nahezu jedes Fettnäpfchen treten, was man ihnen vor die Füße stellt. Zumindest die können TONE-DEAF noch gerade so vor der Belanglosigkeit retten. Da hat man sich mehr erhofft.
 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Zensur

 
 
 
TONE-DEAF ist nicht sehr brutal. Es gibt aber einige kurze Gewaltspitzen, die aber zum großen Tail auch schon im Trailer zum Film gezeigt werden. Hierzulande dürfte TONE-DEAF ohne Probleme eine FSK16 in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lightning Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Trash Fire (2016)
 
Psycho (1998)
 
13 Cameras (2015)
 
14 Cameras (2018)
 

Filmkritik: „Little Monsters“ (2019)

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LITTLE MONSTERS

Story

 
 
 

Ein Kindergartenausflug in einen Freizeitpark wird zum Horrortrip, weil plötzlich überall Zombies erscheinen. Nun müssen sich Straßenmusiker Dave und Erzieherin Miss Caroline zusammentun, um die Kinder sicher durch die Apokalypse zu bringen.

 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder erstaunlich, wie hartnäckig sich das Zombie-Genre doch hält. In zig Varianten durften verwesende Leichen sich nun durch die Filmlandschaft fressen, ob in einer harmlosen Rom-Com oder sogar in einer Art Musical. Den kreativen Ideen sind keine Grenzen gesetzt, also warum nicht auch mal eine Variante mit Kindern drehen? „Little Monsters“ klingt auf dem Papier wirklich fulminant, kann das, was er auch nach den Trailern verspricht, jedoch nicht ganz halten. Im Grunde genommen hat man es mit einer derben Komödie zu tun, die zusätzlich ein paar Zombies beinhaltet. Wer sich daran nicht stört, könnte auf seine Kosten kommen.
 
 
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Der erfolglose Straßenmusiker Dave hat sich gerade frisch von seiner Freundin getrennt und kommt bei seiner Schwester unter, die einen kleinen Sohn namens Felix hat. Um sich nützlich zu machen bringt er seinen Neffen zum Kindergarten und macht dort die Entdeckung seines Lebens: Die wunderhübsche Erzieherin Miss Caroline. Um Eindruck bei ihr zu schinden, meldet Dave sich auch gleich freiwillig als Aufpasser für einen Ausflug in einen kleinen Freizeitpark. Doch im militärischen Gebiet nebenan sind leider scheinbar ein paar Versuche schiefgegangen und so wimmelt es im Park bald nur noch so vor Zombies. Die Idee ein Zombie-Szenario mit Kindern zu entwickeln, mag nicht unbedingt die originellste überhaupt sein, aber vielversprechend ist sie dennoch. Daraus hätte man schon reichlich viel machen können. Teilweise nutzt „Little Monsters“ dieses Potenzial auch und besonders das Spiel, dass die Kinder nicht erfahren sollen, dass sie in einem echten Albtraum stecken, ist recht gelungen. Im Endeffekt mangelt es aber über die Dauer von rund 90 Minuten Laufzeit schlichtweg an kreativen Einfällen, um das Szenario interessant zu halten.
 
 
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Viel mehr Aufmerksamkeit als die Zombies, bekommt da tatsächlich die Rom-Com spendiert. Denn sobald die Lage ausweglos erscheint und man sich in einer Hütte verbarrikadiert hat, nähern sich Dave und Miss Caroline immer mehr an. Das ist genauso vorhersehbar, wie die Entwicklung der Charaktere. Dave ist anfangs nicht unbedingt der Sympathieträger, ein typischer Taugenichts und wandelt sich dann hinterher selbstverständlich zum verantwortungsvollen Helden. So vorhersehbar dies auch geschieht, es stört eigentlich nicht. Die anderen Figuren sind allerdings noch eindimensionaler. Von der reinen, guten Erzieherin bis hin zum bösen TV-Star. Hier wird Schwarz-Weiss-Malerei betrieben, die weder störend, noch anziehend ist. Es gibt dann ja aber auch noch Kinder zu sehen – immer ein schweres Thema bei Filmen, die sich eher an ein erwachsenes Publikum richten. Positiv zu vermerken ist, dass kein Kind nervt und alle Kinderdarsteller ganz angemessen schauspielern. Negativ ist hingegen, dass alle völlig belanglos bleiben und ihr Fehlen kaum auffallen würde, wäre es nicht Teil der Prämisse.
 
 
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Regisseur Abe Forsythe, der bisher eher an kleinen Filmen oder Serien beteiligt war, macht seine Sache in der Inszenierung solide, mehr jedoch nicht. „Little Monsters“ sieht gut aus, besitzt allerdings nicht den größten Aufwand. Die Schauplätze sind begrenzt und hätten besonders im späteren Verlauf ruhig etwas ausgedehnt werden dürfen. Wer Horror erwartet, wird sowieso enttäuscht sein, denn die Zombies sind viel eher Mittel zum Zweck. Sie kommen selten zum Einsatz und müssen meistens vor Fenstern stehen. Damit soll zwar eine Bedrohung angedeutet werden, doch den Zuschauer erreicht diese zu selten. Also muss man sich eher auf die Komödie verlassen. In diesem Punkt ist der Film etwas besser. Es gibt ein paar nette Schmunzler und ab und zu lässt sich schon lachen. Die meisten Gags sind eher Schenkelklopfer, doch glücklicherweise ist der Humor fast niemals peinlich. Jedoch sollte man eine etwas derbere Form des Spaßes mögen, denn hier macht der Film seiner Freigabe ab 16 Jahren immerhin alle Ehre. Was man vom Splatter-Gehalt nicht unbedingt behaupten kann. Ab und zu wird etwas Blut vergossen, doch wenn man schon auf eine höhere Freigabe schielt und nebenbei Zombies vorkommen lässt, hätte etwas mehr Gore mit Sicherheit nicht geschadet. Zumindest sind die Effekte aber gut gelungen und die Zombies, wenn sie denn mal zu sehen sind, sehen von der Maske her auch gelungen aus.
 
 
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Ein Vorteil von „Little Monsters“ ist dann sicherlich noch Lupita Nyong’o, denn sie besitzt von allen Darstellern am ehesten schauspielerische Klasse. Diese benötigt der Film eigentlich nicht zwangsläufig, doch angenehm ist es dennoch. Alexander England muss als Trottel vom Dienst nicht gerade viel Leistung bringen, stört aber ebenfalls nicht und Josh Gad darf in seiner Nebenrolle reichlich viel Overacting betreiben. Das mag für manchen lustig und für den anderen eher nervig sein. Die restlichen Darsteller haben wenig zu tun und das betrifft auch die Kinder, denn bis auf Diesel La Torraca steht hier absolut niemand im Fokus.
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Little Monsters“ ist ein gänzlich leicht zu konsumierender Film, der eher die Komödie, als den Horror bedient und die Zombies letztendlich nur als Mittel zum Zweck einsetzt. Ist man sich darüber bewusst, bekommt man eine unbeschwerte, teilweise relativ amüsante Komödie geboten, die zwar nicht mit den größten Sympathieträgern aufwartet, dafür aber ganz gut von den Darstellern gespielt wird und zudem eine solide Inszenierung aufzuweisen hat. Ein paar Lacher sind vorhanden, ganz charmant ist das Treiben eigentlich auch, aber Dinge wie Spannung oder Splatter fehlen leider komplett. Für kurzweilige Unterhaltung reicht das definitiv aus, um nachhaltig in Erinnerung zu bleiben aber wohl eher nicht.
 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Zensur

 
 
 
„Little Monsters“ ist keine Splatter- oder Gewaltgranate. Zwar handelt es sich hier um einen Zombiefilm. Die Gewaltmomente werden aber ironisch zelebriert. Wohl ein Grund, warum „Little Monsters“ eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat.
 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cooties (2014)
 
Scouts vs. Zombies (2015)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Freaks of Nature (2015)
 

Filmkritik: „Hausu“ (1977)

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HAUSU

(HOUSE)

Story

 
 
 

Im verschrobenen Kultklassiker „Hausu“ sucht ein sechzehnjähriges Mädchen das Haus ihrer Tante auf, ohne zu wissen, dass dort Dämonen auf sie warten.

 
 
 


 
 
 

HAUSU – Kritik

 
 
 
Das japanische Kino wartet schon mit so manch kuriosen Beiträgen auf. Gerade im Horrorbereich weichen die Sehgewohnheiten zu einem westlichen Publikum doch enorm ab. Wenn man es dann noch mit einem skurrilen Film aus dem Jahre 1977 zu tun bekommt, darf man schon gespannt sein. „Hausu“ ist nicht nur als Endprodukt seltsam, schon alleine die Entstehungsgeschichte ist merkwürdig. Ursprünglich kam die Tōhō-Filmgesellschaft auf den Experimental-Filmer Nobuhiko Ōbayashi zu, um eine Art „Der weiße Hai“ zu drehen. Es entstand ein Drehbuch, bei welchem Ōbayashi Ängste seiner Tochter einfließen ließ. Am Ende war eine Geisterhorrorfilmstory entstanden, die nur scheinbar niemand verfilmen wollte. So vergingen zwei Jahre und letztendlich durfte Ōbayashi, der zuvor noch keinen Langfilm gedreht hatte, Regie führen. Dabei ist ein äußerst eigenwilliger, verspielter Film entstanden, der nicht ganz zu unrecht einen gewissen Kultstatus gewinnen konnte, denn was man hier sieht, ist schon echt ziemlich abgefahren.
 
 
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Die Story steht dabei völlig im Hintergrund. Die sechzehnjährige Oshare ist Jahre nach dem Tod ihrer Mutter absolut nicht begeistert davon, dass ihr Vater eine neue Frau gefunden hat. Also verzieht sie sich in den Sommerferien mit ein paar Schulfreundinnen zu ihrer Tante, die abgeschieden auf dem Land lebt. Erst mal dort angekommen, müssen die Mädels schon bald feststellen, dass hier etwas nicht stimmt. Die Tante ist nicht das, was sie vorgibt und mit der Katze hängt das Ganze auch noch zusammen. Streng genommen, wird hier ganz normaler Spuk erzählt, der zwar zusätzlich minimal mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden wird, aber dadurch trotzdem kaum an Substanz dazu gewinnt. Diese Handlung bietet simplen Geisterhorror, der allerdings durch die Machart dermaßen konfus wirkt, dass man als Zuschauer schon mal leicht vergessen kann, worum es denn eigentlich geht.
 
 
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Tōhō ließ Ōbayashi letztendlich freie Hand. Die Mitarbeiter empfanden das, was da gedreht wurde, als schwachsinnig und scheinbar wollte das Studio genau so etwas haben. Mit einem Erfolg hatte niemand gerechnet und selbst wenn die Kritiken damals schlecht ausfielen, spielte „Hausu“ in Japan überraschend viel Geld an den Kinokassen ein. Ob das an dieser verspielten Machart gelegen hat, kann man nur mutmaßen, aber Fakt ist, dass „Hausu“ schon sehr speziell ist. Das große Geld wird hinter diesem Werk mit Sicherheit nicht gesteckt haben und trotzdem ist der Film selbst so manch billigem Teil von heute einiges voraus. Ōbayashi lässt auf jeden Fall die Sau heraus und inszeniert wild drauf los. Teilweise ist das alles bodenständig gefilmt und dann kommen wilde Schnitt-Techniken zustande. Hier und da werden Bilder in andere Hintergründe eingefügt, es kommt sogar mal zu kleinen Zeichentrick-Einlagen und im Endeffekt wurden manche Effekte auch mit Zeichentrick realisiert. Das ist alles ziemlich simpel gemacht, aber zeitgleich dermaßen experimentell, dass man als normaler Zuschauer nicht schlecht staunt. Nebenbei wurde das aber mit einer gewissen Stilsicherheit realisiert und wenn dann im Finale alles immer hektischer und wilder wird, kann man nicht anders, als irgendwie fasziniert zu sein.
 
 
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Der eigentlichen Handlung kann man dabei schon bald nicht mehr folgen, aber sie spielt auch eigentlich gar keine echte Rolle. Es gibt zwar eine kleine Schlusspointe, doch am ehesten ist das Drehbuch hier Mittel zum Zweck. Der Zweck besteht darin möglichst abgefahren zu agieren und dabei entsteht dann eine gewisse surreale Atmosphäre. Nichts daran kann der Zuschauer so richtig ernst nehmen und trotzdem stellt „Hausu“ nicht unbedingt eine Horrorkomödie dar. Gruselig oder unheimlich ist das allerdings auch überhaupt nicht. Brutal wird es ebenfalls nicht, doch das ist hier nicht wichtig. Die höchst schrullig gestalteten Effekte alleine sind eine Sichtung wert. Man kann diese nicht zwangsläufig als gut bezeichnen, doch sie sind so liebevoll von Hand gemacht, dass man sie gar nicht als schlecht beurteilen mag. Es entsteht auf jeden Fall eine sehr eigenwillige Stimmung, die fernab von Spannung besteht. Dazu gewinnt man gar nicht genug Draht zu den Charakteren. Diese sind alle einfach so da, bekommen so gut wie keinerlei Hintergrund, wirken weder sympathisch noch unsympathisch. In „Hausu“ spielen solche Dinge keine Rolle. Das Geschehen funktioniert auch so.
 
 
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Dementsprechend gibt es hier eigentlich auch keine Darstellerleistungen, die man ansprechen müsste/könnte. Die meisten Schauspieler kamen sowieso nicht aus der Filmbranche, doch selbst bei billigeren Werken können die Japaner meist mit soliden Leistungen dienen. Dem ist auch in „Hausu“ so. Alles zweckdienlich gespielt, niemals nervig, immer brauchbar, ohne in Erinnerung bleiben zu können. Die skurrile Machart ist hier der Star und teilweise fühlt man sich schon fast etwas mehr an einen Anime, als an einen Horrorfilm erinnert. Technisch ist das aber alles sauber umgesetzt worden und der Score ist zudem ebenfalls nicht schlecht. Nur schade, dass man ständig lesen muss, denn ohne Untertitel geht es für nicht Japanisch-Könner nicht. Scheinbar wurde „Hausu“ bis heute niemals ins Deutsche übersetzt.
 
 
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HAUSU – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Hausu“ lässt sich schon als abgefahren bezeichnen. Regisseur Ōbayashi liefert hier ein Feuerwerk an inszenatorischen Ideen und skurrilen Effekten ab. Dass die Story dabei so gut wie keine Rolle spielt, die Charaktere gänzlich austauschbar bleiben und von den Darstellern nicht sonderlich viel verlangt wird, verzeiht man als Zuschauer gerne, denn die knapp 90 Minuten Laufzeit vergehen dank der vielen Einfälle echt kurzweilig und nebenbei wurde das Ganze doch recht hochwertig inszeniert. Die Atmosphäre ist zwar niemals richtig unheimlich, dafür aber relativ amüsant und in manchen Szenen kommt eine surreale, fast schon psychedelische Stimmung auf, die begeistern kann. Das fängt noch halbwegs bodenständig an, wird aber spätestens im Finale zu einem echten Trip. Von daher hat sich „Hausu“ seinen Kultstatus schon irgendwie verdient und wer es gerne experimentell, unkonventionell und speziell hat, sollte sich dieses eigenwillige Werk nicht entgehen lassen. Seltsam, aber gut!
 
 
 


 
 
 

HAUSU – Zensur

 
 
 
Auf dem Cover des Digipacks von „Hausu“ prankt ein FSK16-Logo. Die enthaltene Fassung ist ungeschnitten. Fans asiatischer Genreware können bedenkenlos zugreifen. Aber Achtung: Auf der Scheibe befindet sich der Originalfilm mit deutschen Untertiteln. Eine deutsche Synchronisation wurde „Hausu“ vorenthalten.
 
 
 


 
 
 

HAUSU – Deutsche Blu-ray

 
 
 

(c) Rapid Eye Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hausu; Japan 1977

Genre: Horror, Fantasy, Komödien

Ton: Japanisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.33:1

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack im Schuber

Extras: Interviews (ca. 18 Min.), Trailer

Release-Termin: 16.08.2019

 

Hausu (Special Edition) [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HAUSU – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von Rapid Eye Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schreckenshaus des Dr. Rasanoff (1960)
 
Montana Sacra – Der heilige Berg (1973)
 
Der phantastische Planet (1973)
 

Filmkritik: „Shed of the Dead“ (2019)

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SHED OF THE DEAD

Story

 
 
 

Ein fauler und unsympathischer Möchtegerngärtner verschläft beinahe eine Zombie-Invasion und wird am Ende als Held gefeiert. Sowas kann es eigentlich nur im Film geben.

 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Vor einiger Zeit hatten wir so etwas schon einmal auf dem Schirm. Da wollte man es dem Actionkracher THE EXPENDABLES gleich machen und möglichst viele bekannte Horrorfilmstars in einen Splatterstreifen pressen, um dem Genre-Fan feuchte Höschen bescheren zu können. Leider war DEATH HOUSE – trotz stattlicher Anzahl an bekannten Gesichtern – alles andere als gut. Kein Hals- und Beinbruch dachte sich Filmemacher DREW CULLINGHAM. Der wagt einen weiteren Versuch in eine ähnliche Richtung. Für den konnte er ebenso Ikonen des Horrorfilms gewinnen, die nun ein weiteres Mal vereint das Genre unsicher machen wollen. SHED OF THE DEAD nennt sich das Resultat, das trotz verheißungsvoller Sprüche auf dem DVD- und Blu-ray-Cover auch wieder nicht das geworden ist, das man von einem derartigen Vorhaben erwarten würde. Hier versuchen namhafte Schlitz- und Splattergrößen wie KANE HODDER, MICHAEL BERRYMAN und BILL MOSELEY einen miserablen Film zu tragen, der schon nach wenigen Minuten langweilt, weil er einfach nichts Neues zeigt und all das mit Füßen tritt, was gute Horrorkomödien auszeichnet. Keine sympathischen Figuren, keine zündenden Gags und eine Story, die das Dümmste ist, was man zuletzt im Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Wenigstens hatten alle Beteiligten Spaß. Schade nur, dass sich Letzterer überhaupt nicht auf den Zuschauer übertragen will. Sowas nennt man normalerweise Bruchlandung. Setzen, 6!
 
 
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Der gefühlt tausendste Film über ein Zombie-Invsion, die aus heiterem Himmel ausbricht. Genau jenes Szenario muss auch Verlierer Trever durchleben, der aber davon kaum etwas mitbekommt, weil er mit sich selbst und seinem vermasselten Leben beschäftigt ist. Privat läuft es nämlich nicht so gut. Um der nervigen Ehegattin aus dem Weg zu gehen, hat sich der arbeitslose Trevor einen Schrebergarten gemietet, wo er heimlich Wodka aus gestohlenen Kartoffeln braut und mit Kumpel Graham Tabletop-Figuren bemalt. Eigentlich ein entspannter Rückzugsort vom Alltagsstress. Würde da nicht der spießige Gartenbesitzer Mr. Parsons Probleme bereiten. Der hat nämlich bereits Wind davon bekommen, dass Trevor ein fauler Schmarotzer ist. Deshalb will er ihn aus der Gartenidylle vertreiben. Er startet eine Petition und findet unter den übrigen Schrebergärtnern Verbündete, die ebenso den Abgang des Störenfrieds wünschen. Da kommt es zur Konfrontation und plötzlich ist Mr. Parsons tot. Was nun? Eine gute Frage, die unser Antiheld mit der Säge löst. Er zerteilt den Körper der Leiche in kleine Teile und staunt nicht schlecht, als der eigentlich tote Schrebergärtner plötzlich wieder von den Toten aufersteht. Willkommen zu einer weiteren Episode: Zombie gegen Menschen und umgekehrt.
 
 
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SHED OF THE DEAD hat mal wieder die of the Dead-Kreation im Titel. Erfahrene Zuschauer wissen mittlerweile, dass eine an die Kult-Klassiker des verstorbenen GEORGE A. ROMERO angelehnte Titelbezeichnung in der Regel den regelmäßigen Zombie-Wahnsinn einleitet. Im Falle von SHED OF THE DEAD ist aber so langsam das Maß aller Dinge erreicht. Der Film will nämlich in die Fußstapfen des britischen Horrorspaßes SHAUN OF THE DEAD treten. Leider befindet sich die Produktion weit weg von den Qualitäten jener Horrorkomödie, die unter Fans des Genres seit Jahren Kult genießt. Dafür verantwortlich sind infantile Witze, Fäkal-Humor und Späße weit unter der Gürtellinie. Wirklich clever oder gar einfallsreich ist hier nichts. SHED OF THE DEAD ist plump, quält mit nervigen Hauptdarstellern und zieht ermüdend Zombie-Klischees durch den Kakao, bereits so oft persifliert wurden, dass man darüber schon lange nicht mehr lachen kann. Regisseur und Drehbuchautor DREW CULLINGHAM füllt seine belanglose Geschichte mit pubertären Zoten, die wohl ein Teenager besser zu Papier gebracht hätte. Hinzukommt, dass der Zombie-Ulk zu keiner Minute witzig ist. Für eine Komödie fatal, die das Publikum eigentlich zum Lachen bringen möchte.
 
 
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SHED OF THE DEAD erweckt den Eindruck, als habe man das Budget falsch investiert. Offenbar floss das meiste Geld in die Auftritte der bekannten Schauspieler, um damit zugkräftige Verkaufsargumente für die Fanbase zu besitzen. Deshalb musste anderenorts gespart werden. So kommen die für Zombiefilme essenziellen Splatter-Szenen größtenteils aus dem Computer. Die wenigen Schauplätze zeichnen sich durch Minimalismus aus und über das fertige Drehbuch konnte man offenbar nicht noch einmal einen Profi lesen lassen, weil der wohl zu viel Kapital verschlungen hätte. Nein, SHED OF THE DEAD ist keine Sternstunde des Zombiefilms und dürfte wohl nur deshalb etwas Aufmerksamkeit erhalten, weil man drei bekannte Ikonen des modernen Horrorkinos engagieren konnte, denen offenbar mittlerweile vollkommen egal ist, für was man seinen bekannten Namen hergibt, solange es dafür Geld gibt. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes BAD TASTE geboten – wenngleich auch im negativen Sinne.
 
 
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SHED OF THE DEAD – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
BAD TASTE meets SHAUN OF THE DEAD. Auch wenn wir zwei ganz große Streifen des Horror-Genres in einem Atemzug nennen, um damit in etwa ausdrücken zu können, wohin die Reise in SHED OF THE DEAD gehen soll, hält man hier alles andere als nennenswerte Zombie-Unterhaltung in den Händen. Regisseur und Drehbuchautor DREW CULLINGHAM klaut von überall etwas zusammen. Ob ein paar Ideen aus Jacksons Kult-Titel BRAINDEAD oder dem rabenschwarzen SHAUN OF THE DEAD – an Zitaten mangelt es freilich nicht. Die Huldigungen hätte man diesem Zombiefilm auch gerne gegönnt, wenn SHED OF THE DEAD nicht undankbar witzfrei wäre. Der Streifen entpuppt sich als Sammelsurium infantiler Späße, die wohl nicht mal pubertäre Teenager witzig finden werden. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, kommt auch die Geschichte nur selten in Schwung. Da kann man es vielen Horrorfilmfans nicht vergönnen, wenn die behaupten, dass das Zombie-Genre so langsam die besseren Tage hinter sich hat. Ein ideenloser Film wie SHED OF THE DEAD unterstreicht diese These geradewegs.
 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
SHED OF THE DEAD hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Das ist für eine Zombiekomödie etwas ungewöhnlich. Zwar fließt etwas Blut und ein paar Splatter-Momente gibt es auch zu sehen. Diese sind aber so überzogen, dass die Erwachsenenfreigabe verwundert. SHED OF THE DEAD wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shed of the Dead; Großbritannien 2019

Genre: Horror, Splatter, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 / (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, B-Roll, Bildergalerie

Release-Termin: 31.05.2019

 

Shed of the Dead [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stalled (2013)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Braindead (1992)
 
Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)
 
Cooties (2014)
 

Filmkritik: „Double Date“ (2017)

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DOUBLE DATE

Story

 
 
 

Jim ist eine männliche Jungfrau will vor dem 30. Geburtstag seine Unschuld verlieren. Leider gerät sie da an zwei Frauen, die aber ganz andere Intensionen haben, als Geschlechtsverkehr.

 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Kritik

 
 
 
Was tut man nicht alles, um einen Partner zu finden. Mittlerweile ist es nämlich gar nicht mehr so einfach dem im wahren Leben über den Weg zu laufen. Umso mehr Menschen versuchen ihr Glück im Internet. Da tummeln sich in Dating-Portalen tausende Männer und Frauen, die nur ein Ziel haben: die Liebe des Lebens kennenzulernen. Dauer-Single Jim (DANNY MORGAN) aus der folgenden Filmvorstellung sucht jedoch noch ganz altmodisch. Der hofft auf das passende Gegenstück auf freier Wildbahn zu stoßen. Die Sache hat nur einen Haken. Jim hatte noch nie etwas mit einer Frau und ist dazu auch noch unberührt. Das findet Kumpel Alex (MICHAEL SOCHA) gar nicht sexy. Der will unbedingt, dass der beste Freund noch vor dem 30. Geburtstag zum Mann gemacht wird. Ein Barbesuch soll das Problem lösen. In der Tat beißen bald zwei Fische an. Kitty (KELLY WENHAM) und Lulu (GEORGIA GROOME) sind interessiert und lassen sich auf die beiden Kerle ein. Die begleiten das Frischfleisch durch eine haarsträubende Nacht voller absurder Wendungen. Ob Jim bei so viel Trubel am Ende zum Zug kommen wird?
 
 
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Vielversprechender Prolog, zäher Mittelteil, starkes Finale. DOUBLE DATE ist ein durchwachsener Horror-Spaß, der sich – wie beinahe jede Horrorkomödie neueren Datums – nicht unbedingt ernst nehmen möchte. Hier wird tief in der Gag-Schublade gekramt, um den Zuschauer irgendwie bei Laune halten zu können. Da wird schon mal von rabenschwarzer Situationskomik Gebrauch gemacht. Aber auch infantile Albernheiten und platte Späße jenseits des guten Geschmacks müssen herhalten, um eine Geschichte zu füllen, die gerade einmal auf einen Bierdeckel passt. Ja, DOUBLE DATE ist einer dieser Filme der Horrorfilm-Fans spaltet. Hier zündet nicht jeder Witz, was Regisseur BENJAMIN BARFOOT zu einem ganz eigenen Vorgehen getrieben hat, mit solcher Art von Filmen umzugehen. Alkohol nennt sich der Freund und Helfer. Den sollte man sich in hinter die Binde kippen, um das ertragen zu können, was man auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Gleiches empfiehlt auch Macher BENJAMIN BARFOOT für seinen Horror-Spaß. Der äußerte in Interviews, dass man seinen Debütfilm besser erst nach dem Genuss von zwei Flaschen Bier schauen solle. Erst dann entfalte er den vollen Spaßfaktor. Leider hat der Filmemacher im Suff aber jene vergessen, die mit Alkohol nicht viel anfangen können. Denen nützt der Tipp vom Schönsaufen wenig.
 
 
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Dabei hätte alles auch ohne Alkohol schön werden können. DOUBLE DATE ist eine schwarze Komödie, die ganz brauchbar beginnt. Da wird ein Mann von einer mysteriösen Schönheit mit einem Messer abgeschlachtet. Fans härterer Gangart werden da hellhörig. Leider wird es danach züchtiger und der Streifen steuert eine ganz andere Richtung an. Aus Ernst wird Spaß. So sehen wir plötzlich, wie ein Fastdreißiger unter Anleitung seines taffen Kumpels seine Jungfräulichkeit verlieren soll. Erstgenannter startet krampfhafte Annäherungsversuche in einer Kneipe und tritt dabei in jedes Fettnäpfchen, das man ihm vor die Füße stellt. Als er auf zwei attraktive Frauen trifft, die es eigentlich gar nicht gut mit dem Unberührten meinen, fällt auch das Interesse an der Handlung. Diese hält sich zu lang damit auf, den jungfräulichen Filmhelden in peinliche Situation zu bringen, um dem aufgezwungenen Stempel „Horrorkomödie“ gerecht werden zu können. Anerkannte Fachgazetten ziehen da Vergleiche mit ähnlich gelagerten Filmchen aus der Mache britischer Landsleute, wie EDGAR WRIGHT oder GUY RITCHIE. Wir meinen: überzogen! Offenbar waren die Kritiker der Genre-Presse noch vom Alkohol benebelt, den man vor der Sichtung des Rezensionsmusters eingenommen hatte. Wirklich unterhaltsam wird es im Mittelteil nur selten.
 
 
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Immerhin findet DOUBLE DATE im Finale zu eigentlicher Größe zurück. Dann nämlich rücken die beiden Frauen mit der Sprache heraus. Die wollen unseren jungfräulichen Protagonisten gar nicht zum Mann machen. Stattdessen sind die jungen Damen am Blut des ahnungslosen Entjungverungsopfers interessiert. Was folgt, ist endlich mal Horror. Da hauen sich die Protagonisten blutig die Köpfe ein und sattes Rot rückt DOUBLE DATE endlich in Richtung Horror. Der temporeiche Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern macht DOUBLE DATE aber auch nicht mehr unbedingt zu Vorzeigeunterhaltung. Der Grund: der Gewaltexzess kommt einfach zu spät. DOUBLE DATE verspielt zu viel Potenzial im Hauptteil, in dem er ein Kennenlernen durch haarsträubende Wendungen ins Absurdum treibt, die leider aber zu keiner Minute witzig oder unterhaltsam sind. Muss man nicht unbedingt gesehen haben.
 
 
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DOUBLE DATE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Alkohol-Gegner. Geht es nach Regisseur BENJAMIN BARFOOT solle man DOUBLE DATE nicht nüchtern sehen. Vorheriger Alkoholkonsum macht das Gezeigte ertragbarer. Ganz Unrecht hat der Macher mit seinen Tipps nicht. DOUBLE DATE ist voll von abgegriffenen Witzen über Jungfrauen, Autokorrektur-Jokes und weiteren infantilen Späßen. Das alles ist teils derart platt und abgedroschen, dass man schnell den Spaß verliert. Weil sich auch die Horror-Elemente zum großen Teil auf Prolog und Finale reduzieren, dürfte es DOUBLE DATE ziemlich schwer haben nachhaltigen Eindruck bei Hardcore-Horror-Fans zu hinterlassen. DOUBLE DATE feierte seine Deutschlandpremiere auf dem alljährlichen FANTASY FILMFEST. Das war aber auch schon im Jahr 2017. Mit knapp zweijähriger Verspätung erscheint der Streifen nun auch für den Heimkinomarkt. Immerhin ungeschnitten und in passabler Synchronisierung. Ein netter Trost.
 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Zensur

 
 
 
Die Heimkinoveröffentlichung von DOUBLE DATE hat in Deutschland eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Die Freigabe ist aber ein Blender. Der Streifen bekam nämlich von der FSK eine FSK16 in ungeschnittener Form. Weil sich offenbar auch höher eingestufte Trailer auf der Blu-ray und DVD befinden, ziert die Heimkinofassung ein roter 18er-Flatschen. DOUBLE DATE hat nicht viele Gewaltszenen zu bieten. Gleich zu Beginn wird ein Mann von einer Frau mit einem Messer angegriffen. Diese rammt es mehrere Male in den Körper des ahnungslosen Opfers. Weiterhin bekommt man einen Kehlenschnitt zu sehen. Am Ende hauen sich zwei der Hauptfiguren in allen erdenklichen Weisen die Köpfe gegenseitig ein. Splatter-Fans kommen daher nicht unbedingt auf ihre Kosten.
 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Double Date; Großbritannien 2017

Genre: Horror, Komödien, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonus ist die Blu-ray: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 12.04.2019

 

Double Date [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Todes-Date (2004)
 
You Might Be the Killer (2018)
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 

Filmkritik: „Book of Monsters“ (2018)

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BOOK OF MONSTERS

Story

 
 
 

Auf der Geburtstagsparty einer Außenseiterin geht es plötzlich blutig zu, weil böse Kreaturen aus einem Buch befreit werden.

 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Kritik

 
 
 
Böse Bücher gehören im Horrorfilm mindestens genauso zum Standard wie teuflische Kinder, maskierte Psychopathen oder verfluchte Häuser. In den meisten Fällen schlummert auch in diesen Schriftstücken das abgrundtief Böse, das nur ein Ziel kennt: das Ende der Menschheit. Voraussetzung hierfür ist, dass die richtigen Passagen aus genau diesen Büchern gelesen werden. Wurden die ausgesprochen, öffnet man die Tore für Dämonen, Geister und andere Höllen-Kreaturen. Mit denen ist alles andere, als zu spaßen, wie auch die folgende Splatterkomödie beweist. Hier ist bereits der Titel Programm. BOOK OF MONSTERS lässt die Monster frei und geizt zweifelsohne nicht mit Schauwerten. Für die ist STEWART SPARKE verantwortlich, der offenbar ein großer Verfechter von Horror-Autor H.P. LOVECRAFT ist. Von dessen Cthulhu-Mythos hat sich der Regisseur für seinen Film inspirieren lassen. Das aber nicht zum ersten Mal. Bereits im Erstlingswerk THE DARK BELOW waren die Einflüsse des Schriftstellers nicht zu übersehen. Darin machte eine Meeresbiologin Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus der Tiefe, das alles andere als friedlich gesinnt war. Gleiches trifft natürlich auch auf die Kreaturen im zweiten Streich des ambitionierten Filmemachers zu. Die treiben es bunt auf der Mattscheibe und zetteln auch noch eine Splatterorgie an. Sowas hört man als Horrorfilmfan gern.
 
 
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Wenn fantasiebegabte Kinder nicht ernst genommen werden. Genauso ergeht es der kleinen Sophie. Die musste mit ansehen, wie die eigene Mutter von Kreaturen aus ihrem Märchenbuch in Stücke gerissen wurde. Doch leider wollte ihr niemand Glauben schenken. Viele Jahre später feiert Sophie ihren 18. Geburtstag und staunt nicht schlecht, als ihr genau jene Geschichten-Fibel vom Vater in die Hände gedrückt wird. Da werden Erinnerung an das furchtbare Ereignis von damals wach. Doch der Teenager hat anderes im Sinn. Die will lieber eine Geburtstagsfeier veranstalten und lädt hierzu Freunde und Klassenkameraden ein. Leider verläuft die Party schnell in ungeahnte Bahnen. Monster fallen über die Gäste her und richten an Blutbad an. Da ist guter Rat teuer. Doch Sophie kennt sich aus. Die erlebt ein Déjà-vu und weiß die Höllenwesen kommen. Es ist das vom Vater geschenkte Buch, welches die Tore für Monster öffnet. Ein Kampf gegen das Böse wird demzufolge unausweichlich. Kein Problem für die wackere Sophie. In der Schule Außenseiterin verwandelt sie sich in BOOK OF MONSTERS zur tapferen Kampfamazone. Nicht schlecht!
 
 
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Hurra, die 1980er sind zurück. Nun ja, nicht ganz. BOOK OF MONSTERS ist mal wieder einer dieser Horrorfilme, der auf Retro macht und versucht die Atmosphäre jener Ära auf Zelluloid zu bannen. Das haben in den letzten Jahren viele Filmemacher auf ähnliche Weise versucht, sind damit aber kläglich gescheitert. Da verwundert es dann doch schon sehr, dass es ausgerechnet einem No-Budget-Streifen gelingt genau jenes Gefühl auf Film festzuhalten, welches vor allem in Video-Produktionen genannten Jahrzehnts transportiert wurde. BOOK OF MONSTERS tritt in Fußstapfen von so Horror-Ware wie NIGHT OF THE DEMONS, SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER, BAD TASTE oder Troma-Quatsch wie ATOMIC HERO. Die zeichneten sich vor allem durch eines aus: handgemachte Spezialeffekte, Splatter-Irsinn und jede Menge Spaß. Genau diese Zutaten verhelfen BOOK OF MONSTERS zum Ziel. Hier wurde mit minimalem Budget maximaler Aufwand betrieben. Im Minutentakt werden Körper ausgeweidet, Köpfe abgetrennt und literweise Kunstblut vor der Kamera verschüttet. Die Spezialeffekte sind einfach, dafür aber kreativ. So sehen wir dämonische Gartenzwerge, die an Hälsen knabbern, riesige Monster unter deren Kostümen wahrscheinlich mehrere Schauspieler gesteckt haben und natürlich: Blut, Blut, Blut. Da wird es garantiert nicht langweilig, zumal sich BOOK OF MONSTERS zu keiner Minute ernst nimmt und eine so unschuldige Naivität versprüht, dass man den Streifen nur gernhaben muss.
 
 
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Dabei ist BOOK OF MONSTERS eigentlich nichts Großes. Der Streifen wurde zum großen Teil mittels KICKSTARTER gestemmt – einer Webseite auf der sich seit Jahren Filmemacher tummeln, um sich dort das Geld für ihre Horrorstreifen von spendablen Genre-Fans zu holen. Ein Geben und Nehmen also, was sich im Falle von BOOK OF MONSTERS als gelungen und erfolgreich herausgestellt hat. Horrorkenner bekommen hier das, was sie von Horrorfilmen erwarten und Regisseur STEWART SPARKE konnte sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten richtig kreativ austoben. Das Resultat ist schwer unterhaltsam, zumal keine Minute vergeht in der nicht irgendetwas passiert. Da vergehen die knapp 80 Minuten wie im Fluge und der Zuschauer ist zufrieden. BOOK OF MONSTERS ist klein – keine Frage. Was aber mit wenigem Budget auf die Beine gestellt wurde, ist mehr als beachtlich. Da merkt man mal wieder, dass Hervorragendes inszeniert werden kann, wenn Fanboys auf dem Regiestuhl sitzen. Dass Regisseur STEWART SPARKE einer derer ist, lässt sich nicht bestreiten. Der weiß, was Genre-Liebhaber wollen und gibt ihnen das auch. Das freut den Horrorfilmfan.
 
 
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BOOK OF MONSTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Klein aber oho. BOOK OF MONSTERS ist liebenswerter Old-School-Horror, der nicht nur reichlich Blut, sondern auch jede Menge Spaß versprüht. Knapp 150.000 £ hat die britische Splatterkomödie gekostet – davon kamen knapp 45.000 £ durch Crowdfunding in die Kasse. Das knappe Budget kann die Produktion zwar nicht verbergen. Dennoch hat man sich nicht unterjochen lassen. Das Ergebnis schaut nach mehr aus, als es letztendlich gekostet hat, was vermutlich auch daran liegt, dass Regisseur STEWART SPARKE keinen Leerlauf zulässt. Der feiert sein Fun-Splatter-Feuerwerk in einem beachtlichen Tempo ab, dass erst gar nicht auffällt, dass einige Spezialeffekte (Stichwort: dämonische Gartenzwerge) etwas sehr improvisiert anmuten. BOOK OF MONSTERS verbeugt sich vor dem Schaffen des Schriftstellers H.P. LOVECRAFT, ist aber auch gleichzeitig Hommage an das Monster-Horror-Kino der 1980er, wo man noch kreativ mit Kleister, Gips und Elektronik Spezialeffekten Leben einhauchte. Wer handgemachte Manschereien bevorzugt und ein Faible für taffe Frauen hat, die sich gegen Dämonen zur Wehr setzen, ist mit dem charmanten BOOK OF MONSTERS gut beraten.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Zensur

 
 
 
Wegen diverser Splatter-Szenen in denen Körper zerissen und geteilt werden, dürfte BOOK OF MONSTERS hierzulande wohl eine Freigabe mit rotem FSK-Sticker erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Rift Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
The Demon’s Rook (2013)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons (1988)
 

Filmkritik: „You Might Be the Killer“ (2018)

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YOU MIGHT BE THE KILLER

Story

 
 
 

A little bit FRIDAY THE 13TH: In einem Sommercamp wütet ein maskierter Killer und tötet alle Campbetreuer auf grausame Weise.

 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint bekannten Horror-Subgenres nichts Neues mehr hinzufügen zu können, kommt ein ambitionierter Filmemacher daher und belehrt den Zuschauer eines Besseren. Seit Jahren fristet der Slasher ein jämmerliches Dasein im Heimkino. Alteingesessenen Filmkenner spricht man da aus der Seele. Seit Wes Cravens SCREAM will sich diese Unterart des Horrorfilms einfach nicht mehr weiterentwickeln und spult immer wieder gleiche Verläufe ab, die bereits in den Anfängen des Slasher-Kinos Programm gewesen waren. Das verursachtet verständlicherweise bei jenen Zuschauern Langeweile, denen es nach Unterhaltung dürstet. Die wollen nicht immer wieder gleiche Geschichten auf der Mattscheibe sehen, die sich einzig durch ausgetauschte Besetzung voneinander unterscheiden. Stattdessen will man überrascht werden und Wege fernab bekannter Pfade gehen. Frische Ideen sind demnach fällig.
 
 
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Gleiche Gedanken hatte offenbar auch Regisseur BRETT SIMMONS. Dem dürfte die Ideen-Stagnation im Slasher-Bereich auch ein Dorn im Auge gesesen sein. Wohl ein Grund warum er mit YOU MIGHT BE THE KILLER einen Film dieser Gattung inszeniert hat, der sich von den üblichen Verdächtigen unterscheidet. Darin beginnt eigentlich alles ganz vertraut. Ein Überlebender befindet sich auf der Flucht vor einem maskierten Mörder. Sam (FRAN KRANZ auf BLOODSUCKING BASTARDS) nennt sich das verwirrte Opfer, das sich in der Hütte eines Sommercamps verstecken kann und direkt zum Telefon greift. Doch statt die Polizei zu rufen, wählt der Camp-Leiter lieber die Nummer von Freundin Chuck (ALYSON HANNIGAN aus der AMERICAN PIE-Reihe). Die arbeitet in einem Comic-Laden und kennt sich mit Horrorfilmen und deren Verläufen auf. Statt schnell zur Hilfe zu eilen oder den Notruf zu alamieren, versucht sie ihrem Freund am Telefon zu helfen. Was der aber zu erzählen hat, drängt YOU MIGHT BE THE KILLER in eine unerwartet erfrischende Richtung.
 
 
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Verkehrte Welt. YOU MIGHT BE THE KILLER ist Meta-Horror, der mal was anderes versucht. Statt die bekannte Horror-Geschichte aus der Sicht der Opfer zu erzählen, die in einem Sommercamp vor einem maskierten Killer flüchten müssen, geht die als Hommage an die Freitag-Filme der 1980er getarnte Horrorkomödie kreativere Wege. In diesem Film folgt der Zuschauer dem Killer auf Schritt und Tritt. Der schaut dem Bösen quasi beim Töten über die Schulter und kann sich so mal ein Bild dessen machen, was ein Killer alles erlebt, wenn der im Horrorfilm auf Beutefang geht. Dass das natürlich alles andere als ernst gemeint ist, wird schnell klar. YOU MIGHT BE THE KILLER ist ein Film, der sich zu keiner Minute ernst nimmt. Regisseur BRETT SIMMONS hat eine Menge Spaß daran mit Slasher-Klischees zu spielen und selbige auch noch durch den Kakao zu ziehen. Das sorgt für so manch urkomischen Moment und selbst eingefleischte Fans können noch etwas lernen. So wird im Film erklärt, wie Antiheld Sam zur Maskierung kommt und durch welch unglückliche Umstände die Camp-Kollegen das Zeitliche segnen müssen. Als wäre das nicht alles schon tragisch genug, muss er auch noch einen Weg finden, wie er das „Final Girl“ aufhalten kann, das am Ende eines jeden Meuchelthrillers dem Bösen die Leviten lesen muss. Weil YOU MIGHT BE THE KILLER auch noch ganz unverfroren aus bekannten Klassikern wie FREITAG DER 13. oder SLEEPAWAY CAMP zitiert und konventionellen Erzählmechanismen mittels Flashbacks den Stinkefinger zeigt, ist YOU MIGHT BE THE KILLER schon jetzt Pflichtprogramm für Slasher-Fans und solche, die es noch werden wollen.
 
 
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YOU MIGHT BE THE KILLER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Clever, witzig und vollkommen anders. YOU MIGHT BE THE KILLER ist der beste Beweis dafür, dass auch der in die Jahre gekommene Slasher unterhalten kann – wenn sich nur ambitionierte Filmleute trauen angestaubte Regeln zu brechen. Das ist im Falle von YOU MIGHT BE THE KILLER geschehen. Der Film ist quasi eine vollkommen andere Sicht auf das Slasher-Genre der 1980er und das lässt den Streifen aus der grauen Masse an billig und lieblos produzierten Meuchelfilmen hervorstechen. Interessant ist hierbei, wie es zum Film überhaupt kam. Die Grundlage zum Meta-Horror lieferten nämlich die Autoren SAM SYKES und CHUCK WENDIG. Die waren kreativ und ersponnen sich eine absurde Horrorgeschichte, die auf Twitter 11.000 Leser unterhielt. Als wäre das nicht schon sonderbar genug, machten sie sich in selbigem Twitter-Thread auch noch über die Klischees und Verläufe von Horror-Slashern lustig. Die cleveren Gedankengänge kamen nicht nur bei den Lesern des Threads gut an. Auch die beiden Initiatoren sahen in den eigenen Gedankengängen Potenzial für einen Langfilm. So kam, was kommen musste. SAM SYKES und CHUCK WENDIG nahmen Geld in die Hand und beauftragten Regisseur BRETT SIMMONS für den Regieposten. Letzterer kennt sich mit Horrorfilmen aus. Der inszenierte bereits Genre-Ware, wie ANIMAL, HUSK und eine Episode im Anthologie-Horrorfilm CHILLING VISIONS: 5 STATES OF FEAR. Jede Menge Erfahrungen, die YOU MIGHT BE THE KILLER zu einem sehenswerten Filmerlebnis machen.
 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Zensur

 
 
 
YOU MIGHT BE THE KILLER hat ein paar blutige Gore-Effekte zu bieten. Da werden Hälse mit der Machete aufgeschnitten oder ein Schädel in zwei Hälften geschlagen. Wegen des humoristischen Untertons dürfte die Meta-Horrorkomödie eine FSK16 erhalten. Hierzulande hat sich die Rechte das Label INDEED FILM gesichert und wird den Streifen voraussichtlich im Frühjahr 2019 veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Screen Media Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Behind the Mask (2006)
 
Final Girls (2015)
 
Scream – Schrei (1996)
 

Filmkritik: „Cannibals and Carpet Fitters“ (2017)

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CANNIBALS AND CARPET FITTERS

Story

 
 
 

Die Angestellten einer Teppich-Firma geraten im britischen Hinterland an eine Sippe Menschenfresser.

 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Kritik

 
 
 
Horrorfilme aus England sind immer so ein Ding. Entweder wird es richtig schaurig oder rabenschwarz. Im Falle des folgenden Films mit dem ungewöhnlichen Titel CANNIBALS AND CARPET FITTERS will man den Zuschauer mit typisch britischen Humor erheitern und zieht damit gleich mal mit das Subgenre der Backwood-Slasher durch den Kakao. Damit macht man es so Spaßgranaten wie SHAUN OF THE DEAD, SCARY MOVIE oder TUCKER AND DALE VS. EVIL gleich. Auch die nahmen sich beliebte Horror-Sugenres vor und machten sich über deren Klischees, Stereotypen und Verläufe lustig. Was dabei entstand, ist mittlerweile den meisten Horror-Fans ein Begriff. Ob das auch dem britischen CANNIBALS AND CARPET FITTERS gelingen kann?
 
 
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Darin laufen die Geschäfte für einen Teppichverleger nicht sonderlich gut. Die Firma von Nigel hat mit einer niedrigen Auftragslage zu kämpfen. Deshalb beschließt man eben auch Anfragen von Kunden anzunehmen, die auf den ersten Blick wenig lukrativ erscheinen. So auch dieses Mal, als die Besitzerin eines abgelegenen Landhauses zum Verlegen von Teppichen ruft. Schnell sind die besten Mitarbeiter vor Ort, um die Böden zu vermessen. Doch die Auftraggeberin hat anderes im Sinn. Die pfeift auf schicke Bodenbeläge und ist in erster Linie am Fleisch der Handwerker interessiert. Guten Appetit.
 
 
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CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist die Spielfilmversion eines gleichnamigen Kurzfilms, den Regisseur JAMES BUSHE bereits 2014 gedreht hatte. Für die besetzte er gleich noch einmal einige Schauspieler, die auch im Kurzfilm zu sehen waren. Soweit so gut. Leider ist CANNIBALS AND CARPET FITTERS keine hitverdächtige Horrorkomödie, wie die zu Beginn erwähnten Schenkelklopfer. Zwar besitzt der mittels Crowdfundig finanzierte Streifen all das, was eine Horrorfilmparodie mitbringen sollte; sonderlich wohlschmeckend sind die Kredenzen aber nicht, mit welchen man hier den Zuschauer zum Lachen bringen möchte. Ein paar blutige Raffinessen hier, etwas Wortwitz da und reichlich Blödelei gibt auch noch dazu. Letztere ist etwas zu viel des Guten, weil die wenigen Figuren aufgrund des aufdringlichen Typenhumors und deren Overactings dann doch schon ziemlich schnell zu nerven beginnen und dazu auch noch wenig sympathisch erscheinen. So ist der Sprung zum Slapstick nicht weit, was zur Folge hat, dass CANNIBALS AND CARPET FITTERS eher bescheuert, statt lustig ist. Immerhin: Mit viel Alkohol im Blut lässt’s sich ertragen.
 
 
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CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Überraschend blutiger Horror-Spaß aus England im Stile von SHAUN OF THE DEAD. Die Horrorkomödie CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist Hommage und Veräppelung zugleich. Regisseur JAMES BUSHE nimmt die Klischees, Figuren und Verläufe von Backwood-Slashern auf die Schippe und macht das handwerklich ganz souverän. Was aber ziemlich nervt, sind die Figuren dieser Horrorkomödie. Oft hat man den Eindruck, als habe der Kasper höchstpersönlich von ihnen Besitz ergriffen. Das ist mit der Zeit dann doch ziemlich anstrengend. So bleiben nicht Witze und Spaß in Erinnerung, als vielmehr die teils professionellen Spezialeffekte. Zugegeben, hier schöpft man aus dem Vollen – zumal einige der Gewaltakte ganz unvorbereitet auf den Zuschauer einfallen. Da knallt plötzlich eine Machete durch einen Kopf und man hat’s nicht kommen sehen. Im Sessel zuckt man da berechtigterweise zusammen. Vielleicht wäre das ernste Milieu für Regisseur JAMES BUSHE besser geeignet. Trotz Horrorkomödie sitzen nämlich einige Schreckmomente in CANNIBALS AND CARPET FITTERS tief.
 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Zensur

 
 
 
CANNIBALS AND CARPET FITTERS ist überraschend blutig. Einige Gewaltmomente passieren so abrupt, dass man sich dann doch schon mal dabei erwischt, wie man vor der Glotze zusammenzuckt. Da werden Gegenstände durch Köpfe geschossen oder der Schädel gleich ganz gespalten. Hierzulande hat sich das Label I-ON NEW MEDIA die Rechte gesichert und die FSK hat dem Film eine Freigabe ab 18 Jahren attestiert.
 
 
 


 
 
 

CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cannibals and Carpet Fitters; Großbritannien 2017

Genre: Horror, Komödien, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.06.2019

 

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CANNIBALS AND CARPET FITTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pretty Dead Pictures | I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
Shaun of the Dead (2004)

Blood Fest (2018)

Tragedy Girls (2017)

Bloody Knuckles (2014)

Die Killerhand (1999)