Filmkritik: „Make Me Shudder“ (2013)

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MAKE ME SHUDDER

(MO 6/5 PAK MA THA PHI)

Story

 
 
 
Eine Mutprobe mit Folgen: Einige Buben frönen ein besonderes Hobby. Sie schleichen sich des Nachts in verlassene Gebäude, um sich darin Gruselgeschichten zu erzählen und zu Tode zu erschrecken. Als man beliebtes Spiel in einer verlassenen Schule mit schrecklicher Vergangenheit veranstaltet, wird es für die Angsthasen ernst. Dort treiben nämlich zu Abwechslung wirklich Geister ihr Unwesen.
 
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Kritik

 
 
 
Neben Japan und Südkorea gehört Thailand zu jenen Ländern auf der Erde, in denen man am unermüdlichen Drehen von Geiserfilmen festhält. Die werden dort regelmäßig in die Multiplexe gebracht und schwemmen Jahre nach asiatischen Gruselerfolgen wie RING, JU-ON & Konsorten unaufhaltsam große Summen in die Kinokassen von denen manch amerikanisches Filmstudio nur träumen kann. Auch wenn hierzulande nur noch ein kleines Publikum bleich geschminkte Geister-Asiaten sehen möchten, sind diese Filme in Fernost ein Hit. Wie unbeliebt asiatische Geisterfilme jedoch in Deutschland sind, zeigt die beschränkte Auswahl an Streifen dieser Art, die in unseren Gefilden von mutigen Labels herausgebracht werden. Nur wenige von ihnen erreichen den deutschen Markt – meist lieblos ausgewertet und halbherzig synchronisiert. Bedauerlich, hat gerade der asiatische Horrormarkt manch Geheimtipp zu bieten von dem europäische Zuschauer erst dann erfahren, wenn amerikanische Remakes die Filmlandschaft verseuchen.
 
 
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MAKE ME SHUDDER (Originaltitel: MO 6/5 PAK MA THA PHI) macht’s auf gewohnt asiatische Weise und will in erster Linie subtile Schauer einjagen – freilich ohne Blutvergießen. Hinter dem Genre-Beitrag steckt POJ ARNON (พจน์ อานนท์), der in Thailand unter Horrorfans kein Unbekannter ist. Der war an manch thailändischem Horror-Erfolg beteiligt und zeichnete für Filme wie PHOBIA 2 (Regie), MEAT GRINDER (Produzent) oder STILL 2 (Regie) verantwortlich. Während mit genannten Schockern erwachsene Zuschauer angesprochen werden sollen, zielt es der bekannte Angstmacher mit MAKE ME SHUDDER auf ein eher jugendliches Publikum ab. Dem wird atmosphärische Gruselware geboten, die sich selbstironisch auf die Schippe nimmt. Leider wurde der Horroranteil zugunsten jugendkonformer Inszenierung herabgeschraubt, damit die Kids am Abend auch beruhigt einschlafen können. Dem volljährigen Filmfreund dürfte das gar nicht schmecken, quält der sich durch einen zu lang geratenen Kiddi-Grusler, in dem sich pubertierenden Buben verhalten wie verängstigte Mädchen.
 
 
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Andere Länder, andere Sitten. Das Sprichwort lässt sich natürlich auch auf die asiatische Filmindustrie übertragen, die sich auf Erzählmechanismen konzentriert, die dem europäischen Zuschauer nicht selten befremdlich erscheinen. MAKE ME SHUDDER macht da keine Ausnahme und dürfte wohl auch nur denen zusagen, die eine unbeschreibliche Leidenschaft für fernöstliche Geisterfilme besitzen. Zu sehen gibt es albern wirkendes Overacting, einen kaum vorhandenen Spannungsbogen, viel naives Kindergeschrei und ein kitschiges Finale. Immerhin sprechen plakative 3D-Effekte und eine Unheil verkündende Kulisse an, die zumindest weibliche Filmfans unter 14 Jahren Gänsehaut bescheren dürften. Letztere werden schnell Gefallen am knuddeligen Kindercast finden, der sich im Film vor Angst in die Unterhosen macht.
 
 
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MAKE ME SHUDDER ist kein gelungenes Spukstück. Trotz netter Optik bleibt nicht verborgen, dass inhaltlich auf Sparflamme geköchelt wird. Die knappe Geschichte bietet gerade einmal Stoff für einen Kurzfilm, was Regisseur POJ ARNON aber nicht davon abgehalten hat aus MAKE ME SHUDDER einen ganzen Film zu machen. Dem mussten zwei obligatorische Fortsetzungen folgen, die in der Machart gleichen Weg wie der Erstling gehen.
 
 
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MAKE ME SHUDDER – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
MAKE ME SHUDDER ist nett gefilmte Gruselware für Horrorfans unter 14 Jahren. Nach schockintensiver Erwachsenenunterhaltung konzentriert sich Regisseur POJ ARNON auf eine jüngere Zielgruppe und bannt viel Teenagergeschrei auf Zelluloid für das man gute Nerven benötigt. MAKE ME SHUDDER ist asiatisches Genrekino, das man entweder liebt oder hasst, denn auf westliche Konventionen wird gepfiffen. Vermutlich ist auch hier der Grund zu suchen, weshalb vielen Zuschauern MAKE ME SHUDDER nicht zusagen dürfte. Die Geschichte bewegt sich kaum vom Fleck und die Protagonisten bringen ihre Angst ziemlich aufdringlich zum Ausdruck. Das grenzt oftmals an Slapstick und wirkt unfeiwillig komisch – ist aber in vielen ernst gemeinten, asiatischen Filmproduktionen gang und gäbe. Auch wenn MAKE ME SHUDDER als Horrorkomödie konzipiert wurde, bleiben die richtig guten Lacher aus. Das sind keine guten Voraussetzungen!
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Zensur

 
 
 
MAKE ME HUDDER ist sehr handzahmes Gruselkino. Neben diversen Scheckmomenten gibt es ein paar blutig geschminkte Geister zu sehen. Die einzigen Gewalteffekte beschränken sich auf zwei Morde mit einem Dolch. MAKE ME HUDDER ist für jugendliche Kinogänger gemacht, die sich auch gern gruseln möchten. Insofern der Streifen je in Deutschland ausgewertet werden sollte, dürfte er ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Long Weekend – Thongsook 13 (2013)
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
As the Gods Will (2014)

Filmkritik: „Greatful Dead“ (2013)

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GREATFUL DEAD

(GUREITOFURU DEDDO)

Story

 
 
 
Die attraktive Nami (Kumi Takiuchi) hat ein ungewöhnliches Hobby: sie beobachtet gern heimlich einsame Menschen, weil sie sich als Kind oft selbst allein gefühlt hat. Als ihr ein besonders einsames Exemplar vor’s Fernglas kommt, passiert das, womit niemand gerechnet hat. Nami verwandelt sich zur unberechenbaren Stalkerin, die jeden Schritt ihres Beobachtungsobjektes überwachen muss …
 
 
 


 
 
 

GREATFUL DEAD – Kritik

 
 
 
Die kleine Nami möchte nicht mehr von allen ignoriert und alleingelassen werden. Die Mutter hat sich aus dem Staub gemacht, um den Kindern in der Dritten Welt helfen zu können. Der Vater zerbricht am Verlust und verkriecht sich in seine Kammer, um im Selbstmitleid zu verfließen. Für die große Schwester eine kaum ertragbare Situation, mit der sie sich nicht auseinandersetzen möchte. Sie zieht zu ihrem Freund und erhofft dort ein geregeltes Leben in Familie. Zurück bleibt einsam Nesthäkchen Nami, die in der Schule Mitschüler verprügeln und im Shoppingkanal wahllos Elektrogeräte bestellen muss, um von den Eltern endlich wahrgenommen zu werden. Zehn Jahre später ist Nami zu einer attraktiven Frau herangewachsen – fühlt sich aber immer noch unbeachtet. Statt sich mit Gleichaltrigen zu verabreden, bespitzelt sie lieber einsame Menschen mit dem Fernglas, um deren Tagesabläufe zu studieren. Als ihr der verbitterte Herr Shiomi vor das Fernrohr kommt, sieht sie in ihm einen Seelenverwandten und beginnt den Rentner zu überwachen. Weil GREATFUL DEAD nun mal in Horror-Genre verwurzelt ist, dürfte klar sein, dass die Geschehnisse bald eine unerwartete Wendung nehmen werden. Der gebrechliche Alte bekommt Besuch von einer charmanten Haustürpredigerin, schöpft neuen Lebensmut und verbringt plötzlich viel Zeit mit Familie und Kirche. Für Nami eine nicht hinnehmbare Situation. Sie heuert einen Killer an, der dafür sorgen soll, dass sich der Greis endlich wieder einsam fühlt.
 
 
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GREATFUL DEAD ist äußerst morbide Unterhaltung, die sich ausgefuchste Köpfe in Japan einfallen lassen haben. Dort beweist man in bescheidener Regelmäßigkeit, dass man ein Händchen für sonderbare Filmstoffe besitzt, die immerhin westlichen Filmschaffenden ein gutes Beispiel sein sollten, wie man sehenswerte Horrorfilme macht. In diesem skurrilen Filmerlebnis darf der Zuschauer einem bitterbösen Schlagabtausch der Generation beiwohnen, der – wie sollte es auch anders sein – in viel Geschrei und deftigen Kills mündet. Was der Zuschauer anfangs noch nicht weiß: hinter dem unschuldigen Gesicht der Antiheldin verbirgt sich das unberechenbare Böse. Protagonistin Nami ist nämlich kein Engel, sondern eine traumatisierte Stalkerin, die nach Jahren der Abweisung gelernt hat mit Einsamkeit umzugehen. Schnell wird klar, dass die jahrelange Ignoranz von Mutter und Vater Spuren hinterlassen hat. In ihrer eigenen Welt fühlt sie sich verstanden, lebt und handelt nach ganz eigenen Regeln. Doch was für die Heldin normal zu sein scheint, wirkt auf das Publikum befremdlich, schließlich hat Nami über die Jahre eine äußerst fragwürdige Methode entwickelt Liebe und Zuneigung zum Ausdruck zu bringen.
 
 
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Makaber und rabenschwarz: GREATFUL DEAD ist ein schrulliges Kinoerlebnis, das diverse Genres miteinander vereint. Der japanische Regisseur EIJI UCHIDA mixt auf erfrischende Weise Elemente aus Horrorfilmen, Thriller, Komödien und Dramen zu einem unterhaltsamen Cocktail, der mit einem gewissen Augenzwinkern genossen werden sollte. Auch wenn GREATFUL DEAD ernste Themen, wie Anonymität und Einsamkeit der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft erforscht, hat Macher EIJI UCHIDA seinen sehenswerten Stalker-Streifen mit reichlich Selbstironie ausgestattet, damit es auch etwas zu Schmunzeln gibt. Wenn sich Alt und Jung die Augen auskratzen, unerwartete Wendungen ihren Lauf nehmen und Sympathiepunkte neu verteilt werden, kann man UCHIDA für diesen unterhaltsamen und dennoch ungewöhnlichen Terror-Flick nur beglückwünschen. Hauptdarstellerin KUMI TAKIUCHI erweist sich übrigens als Glücksgriff. Sie konnte sich gegen 500 andere Bewerberinnen behaupten und erhielt die Rolle der traumatisierten und bemitleidenswerten Antiheldin. Dass die junge Japanerin zuvor noch nie vor der Kamera gestanden haben soll, mag man gar nicht glauben, scheint ihr doch die Rolle der Psychopathin wie auf dem Leib geschneidert zu sein.
 
 
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GREATFUL DEAD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Da sind sie wieder: die seltenen acht Filmklappen, die dieser Film zu recht verdient hat. GREATFUL DEAD ist großartiges, rabenschwarzes Horrorkino aus Fernost, in dem weder die Geschichte noch ihre Figuren zu kurz kommen. Japan beweist mal wieder, dass man in puncto Einfallsreichtum westlichen Filmschaffenden haushoch überlegen ist. Abermals traut man sich das Unkonventionelle und trifft damit den Nerv der Horrorfans. Auch wenn es in GREATFUL DEAD äußerst makaber und bitterböse zugeht, gibt es auch reichlich zu Schmunzeln, denn Regisseur EIJI UCHIDA achtet darauf, dass sich die eigentlich ernste Thematik nicht zu sehr auf das Gemüt des Zuschauers legt. GREATFUL DEAD besitzt eine brisante soziale Botschaft und erforscht die Folgen einer rasch alternden Bevölkerung, die in einer schnelllebigen und anonymen Gesellschaft immer häufiger mit Einsamkeit zu kämpfen hat. Dass jedoch die Einsamkeit schon längst nicht mehr ausschließlich ein Problem der Alten ist, wird anhand der zermürbenden Charakterstudie von Antiheldin Nami deutlich. Die ist als traumatisierte Psychopathin in ihrem Vorgehen zwar abgebrüht, aber dann doch wieder zu menschlich, dass man ihr das abnormale Verhalten nicht übel nehmen möchte. Dass Schauspielerin KUMI TAKIUCHI bisher noch nie vor der Kamera gestanden hat, ist ein Segen. Die spielt trotz Unerfahrenheit so natürlich, dass man Regisseur EIJI UCHIDA für diese Besetzung nur beglückwünschen kann. Bei so morbid-kreativem Horrorstoff dürfte es wohl niemanden überraschen, wenn Hollywood Interesse an einem amerikanischen Remake bekunden würde, schließlich ist GREATFUL DEAD ein sehenswertes Thriller-Erlebnis, das wir auch jenen Filmfans empfehlen können, die sonst so ihre Probleme mit Horrorware aus Fernost besitzen.
 
 
 


 
 
 

GREATFUL DEAD – Zensur

 
 
 
Auch wenn es im Film des Öfteren was zu Lachen gibt, kommen auch Gewaltfreunde auf Ihre Kosten. Es gibt einen Fall kopfüber in Reißzwecken zu sehen, Protagonisten werden erschlagen oder mit einem Besen durchbohrt. Insofern der Film hierzulande ausgewertet werden sollte, wird der blaue FSK16-Flatschen auf das Heimkinocover gedruckt.
 
 


 
 
 

GREATFUL DEAD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil May Call (2013)

Come Back to Me (2014)

Crush – Gefährliches Verlangen (2013)

Stalker (2011)

Misery (1990)

One Hour Foto (2002)

Swimfan (2002)

Obsessed (2009)

The Roommate (2011)

Captivity (2007)

Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Eine verhängnisvolle Affäre (1987)

Filmreview: „Gingerclown“ (2013)

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GINGERCLOWN

Story

 
 
 
Los Angeles im Jahr 1983. Nerd Sam (Ashley Lloyd) hat es nicht leicht sich in der Schule zu behaupten. Er ist beliebtes Mobbingopfer von Schulhof-Proll Biff (Michael Cannell-Griffiths), der gern Außenseiter in Gegenwart seiner liebreizenden Freundin Jenny (Erin Hayes) demütigt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Um zu beweisen, dass auch Außenseiter mutig und furchtlos sind, unterzieht sich Comicfan Sam einer Mutprobe und geht auf Erkundungsstreifzug in einen verlassenen Vergnügungspark. Was ihn jedoch dort erwartet, wird er sein Lebtag nicht wieder vergessen …
 
 
 


 
 
 

GINGERCLOWN – Kritik

 
 
 
Ordnet man Horrorfilme in der IMDB nach den schlechtesten Userbewertungen verblüfft, welche Streifen sich da auf den vorderen Plätzen tummeln. Geht es nämlich nach der umfangreichen Filmdatenbank, ringen einige trashige ASYLUM-Gurken um die wohlverdienten Spitzenplätze und das nicht ohne Grund. Leider bekommt der bekannte Gurkenzüchter demnächst starke Konkurrenz, denn der bis dato noch unbekannte Ungar BALÁZS HATVANI hat mit seinem Erstling namens GINGERCLOWN den wohl enttäuschendsten Horrorfilm des aktuellen Filmjahres gedreht. Man mag es gar nicht in Worte fassen wollen, was dem Zuschauer hier zugemutet wird und was an vielversprechendem Potenzial gar sprichwörtlich die Toilette hinabgespült wurde. Ein verlassener Vergnügungspark soll im Film für unheimlichen Schauer sorgen und dient einigen neunmalkluge Kids als Mutprobe, um sich behaupten zu können. Leider hat man nicht mit der Anwesenheit obskurer Kreaturen gerechnet, die es sich in den Räumen der leerstehenden Attraktionen gemütlich gemacht haben. Weil die so gar nicht erfreut über das unangemeldete Erscheinen der holzköpfigen Gäste sind, werden die neugierigen Teenager wenig später erbarmungslos durch den Freizeitpark gejagt – ohne roten Faden versteht sich. GINGERCLOW besteht aus einer Aneinanderreihung stimmungsvoller Filmsets die, und das muss man Macher HATVANI zugestehen, wirklich beeindruckend atmosphärisch in Szene gesetzt wurden. Der Zuschauer begleitet die schablonenhaft skizzierten Protagonisten durch surreal anmutende Gruselbauten, die durch Liebe zum Detail glänzen, jedoch mit einer nahezu kaum vorhandenen Geschichte umwebt wurden. Leider macht das eigens von HATVANI geschriebene Drehbuch jegliche Gruselstimmung zunichte, gehören doch die niedergeschriebenen Dialoge zum wohl Peinlichsten, was die Filmwelt in letzter Zeit erlebt hat. Passend zum Dialogdebakel konnten ironischerweise auch noch untalentierte Laiendarsteller engagiert werden, die selbst zu unfähig zum Overacten sind.
 
Eigentlich wurde GINGERCLOWN als Horrorkomödie konzipiert. Ein Ziel, das der Film Dank der Unfähigkeit seines Regisseurs rasch aus den Augen verliert. GINGERCLOWN ist zu keiner Minute witzig oder erheiternd, sieht man mal von der teils unfreiwilligen Komik ab, die sich aufgrund der Talentlosigkeit aller Schauspieler durch den gesamten Film zieht. Gleiches gilt selbstverständlich für den nicht vorhandenen Gruselfaktor, der trotz der unheimlichen Kulisse mit der Lupe gesucht werden muss. Mit seinen gerade mal 30 Lenzen will Regisseur BALÁZS HATVANI das Horrorkino der 80er Jahre aufleben lassen. Die notdürftige Handlung seines Debüts spielt zwar im Jahre 1983; die für diese Dekade bekannte Atmosphäre will sich jedoch partout nicht einstellen. Fatal, wenn ein Film vom rechten Weg abkommt, weil der Regisseur das Ruder nicht mehr unter Kontrolle hat. Immerhin dürften Genre-Größen wie TIM CURRY (aus ES), LANCE HENRIKSEN und BRAD DOURIF (die Stimme von CHUCKY) dafür sorgen, dass der Filmemacher auch etwas Geld mit seinem Wirrwarr verdienen kann. Mit deren Namen wird nicht unauffällig auf dem Filmplakat geworben und lässt Fans genannten Filmjahrzehnts aufhorchen. Zu sehen bekommt man die Horror-Helden der 80er zwar leider nicht – dafür aber zu hören, denn genannte Filmgrößen haben dem charmant entworfenem Puppentheater in GINGERCLOWN die Stimmen geliehen. Der Zuschauer bekommt dämonische Teekannen, fies lachende Clowns und grotesk anmutende Riesenspinnen zu sehen. Wie es in den 80ern üblich war entstanden die Filmmonster in liebevoller Handarbeit und erinnern in ihrer einfachen Art nicht selten an Werke eines gewissen CHARLES BAND, aus dessen Hirn so trashiger Puppentrick wie DOLLMAN VS. DEMONIC TOYS oder PUPPET MASTER entsprungen ist.
 
Die Puppen im Film besitzen trotz ihrer Einfachheit zweifelsohne Charme und sind neben der hervorragenden Optik des Streifens auch das einzige, was GINGERCLOWN Daseinsberechtigung verschafft. Der träge Mix aus SPOOKIES und KABINETT DES SCHECKENS zieht sich wie Kaugummi und bereitet dem Zuschauer eher Frust statt Laune. Kurioserweise wird GINGERCLOWN in 3D angepriesen. Eine ernüchternde Prämisse, wäre das Geld wohl besser in gute Schauspieler investiert gewesen. Die sprechen teilweise sogar mit ungarischem Akzent, obwohl der Streifen auf den Hügeln von Los Angeles spielt. Der Grund hierfür ist jedoch schnell gefunden: GINGERCLOWN wurde komplett in Ungarn gedreht, wo rasch kamerageile Statisten von der Straße gelesen und aufs Filmset gekarrt wurden. Ob die nach Sichtung des Pseudo-Gruselquatschs stolz auf die dargebotene Leistung sein dürfen, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
 


 
 
 

GINGERCLOWN – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Eine visuell beeindruckende Verbeugung vor dem Horror-Kino der 80er. Leider ist in GINGERCLOWN die Optik auch das einzige, was Erwähnung finden sollte. Zwar feiert sich Regisseur BALÁZS HATVANI im Vorspann offensichtlich selbst, scheint aber auf dem Heimkinocover vergessen haben zu erwähnen, dass er sein ungarisches Grusel-Irrlicht gegen die Wand gefahren hat. Der Zuschauer bekommt unterirdisches Schauspiel geboten und eine groß angepriesene Horrorkomödie, die weder gruselig noch witzig ist. Vermutlich dürfte dieses Machwerk legendären Genre-Größen wie TIM CURRY, LANCE HENRIKSEN und BRAD DOURIF nach Fertigstellen reichlich Magenschmerzen bereitet haben, schließlich wirbt man mit deren Namen nicht unauffällig auf dem Cover. Neben MICHAEL WINSLOW und SEAN YOUN haben die nämlich einigen Monsterpuppen im Film das Sprechen beigebracht und wahrscheinlich nicht geahnt, dass GINGERCLOWN das wohl unbefriedigendste Horrorfilmchen des aktuellen Filmjahres wird. Wer bedeutungslose Filme ohne roten Storyfaden bevorzugt, die den Zuschauer mit nervigen Laiendarstellern an den Rand des Wahnsinns treiben wollen, darf gern einen Blick riskieren. Der Rest sollte stattdessen lieber einen THE ASYLUM-Marathon einlegen – das scheint uns minimal sinnvoller, als sich mit diesem Käse den Tag verderben zu lassen. Wir bitten ausdrücklich um KEINE Fortsetzung!
 
 
 


 
 
 

GINGERCLOWN – Zensur

 
 
 
Regisseur BALÁZS HATVANI scheint GINGERCLOWN zwecks besserer Vermarktung für ein eher jugendliches Publikum konzipiert zu haben. Das Gezeigte ist nicht brutal. Demnach wäre GINGERCLOWN eigentlich auch ein FSK12-Kandidat. Da die Atmosphäre jeder ziemlich düster ist, hat die FSK den Streifen erst auf 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

GINGERCLOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gingerclown; Ungarn/USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) – Aufgrund der DVD/BD-Trailer ist die Heimkinofassung ab 18

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 18.11.2014

 

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GINGERCLOWN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)
 
Killer Holiday (2013)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)
 
Dark Ride (2006)
 

Filmreview: „Discopath“ (2013)

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DISCOPATH

Story

 
 
 
New York City im Jahre 1976. Immer dann, wenn Teenager Duane Lewis (Jeremie Earp-Lavergne) Disco hört, wird er zum Tier. Dann hat er sich nicht mehr unter Kontrolle und bringt Frauen bestialisch um die Ecke. Bald wittert die Polizei die Spur des unberechenbaren Killers, der nach Montreal flieht, um dort seine kleine Leidenschaft ungestört ausleben zu können …
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Kritik

 
 
 
Schon einmal einen Film über einen Killer gesehen, der auf Disco-Gedudel steht und seine Opfer auf der Tanzfläche ins Jenseits befördert, ohne dass es jemand bemerkt? Von der filmischen Umsetzung einer derart makabren Szenerie hatte Nachwuchstalent RENAUD GAUTHIER schon immer geträumt, so dass er flink an einem Drehbuch zu einem Horrorfilm pinselte und das Projekt mit dem trashigen Namen DISCOPATH auf der französische Crowdfunding-Website TOUSCOPROD bewarb, wo es von anderen Filmbegeisterten mitfinanziert werden konnte. Das Geld schien bei Nutzern des Portals recht locker gesessen zu haben, so dass die knapp 200 000 Dollar Produktionskosten überraschend schnell zusammenkamen und sich GAUTHIER nach einer eigenen Web-Serie, Kurzfilmen und Musikvideos endlich den Traum vom ersten Langfilm erfüllen konnte. Retro geht es in DISCOPATH zu, denn der Film spielt nicht nur in den 70ern, er verbeugt sich auch ehrfürchtig vor den Horrorstreifen jener Zeit. Die Liebeserklärung richtet sich an die deftigen italienischen Giallo-Filme der späten 70er und das austauschbare Slasher-Kino der frühen 80er, als Horror-Streifen wie Argentos TENEBRE, Fulcis NEW YORK RIPPER und Lustigs MANIAC den Jugendschutzbeauftragten der FSK schlaflose Nächte bereitet haben.
 
Macher RENAUD GAUTHIER erzählt in DISCOPATH eine Geschichte, die so bescheuert ist, dass sich das schon wieder zum Kult deklarieren lässt, was sich da auf der Kinoleinwand abspielt. Hier geht es um den Teenager Duane Lewis (JEREMIE EARP-LAVERGNE), der als Kind miterleben musste, wie der Vater beim Musizieren an einem Stromschlag qualvoll verendet ist. Der Junge ist seitdem schwer traumatisiert und permanent dem Wahnsinn nahe, wenn Disco-Musik aus den Lautsprechern der Radios schallt. Bald hat Duane sich selbst nicht mehr unter Kontrolle und ermordet ein adrettes Mädchen, das ihn eigentlich nur zum Tanz in einen lokalen Club einladen wollte. Weil die Polizei recht zügig die Ermittlungen aufnimmt, flüchtet der Nachwuchskiller von New York City nach Montreal und findet dort eine Anstellung in einem Mädcheninternat, wo er getarnt als taubstummer Hausmeister Reparaturarbeiten erledigt. Doch auch in den 80ern scheint Disco nach wie vor zum Tanzen zu animieren, so dass Duance bald wieder in altes Schema verfällt und wahllos Frauen zu meucheln beginnt, sobald Disco-Klänge ertönen. Schnell mehren sich auch in Montreal die Mordfälle und die Polizei kommt dem introvertierten Psychopathen auf die Schliche. Doch der ist den Beamten stets einen Schritt voraus und scheint allmählich Freude an seinem neuen Hobby zu finden.
 
GAUTHIERS Erstling sollte man mit einem Augenzwinkern genießen. In einem Interview verriet der Regie-Neuling, dass der teils ironische Unterton von DISCOPATH anfänglich gar nicht so gewollt gewesen ist. DISCOPATH sollte eigentlich ein furchteinflößender und ernster Film werden. Die oftmals unfreiwillige Komik wurde jedoch erst am Schnittpult erkannt und in der Nachbearbeitung hervorgehoben, steht DISCOPATH aber dennoch ganz gut. Wenn Killer Duane nämlich Frauenköpfe auf Plattentellern spießt und rotieren lässt und wenn eine wilde Verfolgungsjagd vom Kiss-Hit I WAS MADE FOR LOVIN’ YOU begleitet wird, wirkt das so überzogen, dass man meinen könnte gerade eine Persiflage auf das schlitzfreudige 70/80er Horrorkino zu sehen. Schlecht ist das freilich nicht und macht vor allem deshalb Laune, weil GAUTHIER ein talentiertes Händchen für Trash auf hohem Niveau besitzt. Die vielen Gore-Effekte sind abwechslungsreich und werden vollkommen übertrieben zelebriert (da wird Vinyl in Frauenkörper gespießt); die technische Komponente überzeugt durch hervorragende Kameraarbeit und einige Farbspielereien, die man auch schon in Argentos früheren Werken zu sehen bekam, machen sogar Giallo-Fans glücklich. Die eigentliche Quintessenz des Films ist jedoch der Sound, der hier von BRUCE CAMERON mit viel Liebe zum Detail komponiert wurde und an all die großen Tanz-Hits jener Dekade erinnert. Neben neu geschriebenen Stücken wurden auch bekannte Melodien der Disco-Ära (wie KC AND THE SUNSHINE BAND – I’M YOUR BOOGIE MAN) für DISCOPATH wiederverwurstet, die vermutlich bei einigen Horrorfans älteren Semesters Erinnerungen an die eigene Jugend wecken dürften. Leider bleibt bei soviel Liebe zum Retro und übertriebenem Blutgematsche wie so oft inhaltlich einiges auf der Strecke. Eine Charakterisierung der Protagonisten gibt es nämlich nicht und die psychologische Erklärung für Duanes traumatische Reaktion ist mit das schwachsinnigste was der Filmfan bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Das weibliche Kanonenfutter stolpert mal wieder vollkommen unbedacht durchs Bild, um in der nächsten Szene irgendwie um die Ecke gebracht zu werden und stümperhaftes Overacting gehört in DISCOPATH zur Tagesordnung. Die genannte Fehlschläge kann man GAUTHIER jedoch nicht verübeln, waren Overacting, mangelnde Charakterisierung und sinnbefreites Morden in den unzähligen Slasher-Gurken der 70er und 80er ohnehin gang und gäbe und haben das Slasher-Genre zu dem gemacht, was es heute ist: Gruselunterhaltung, auf die der Horrorfan nicht mehr verzichten möchte.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SATURDAY NIGHT FEVER war gestern, jetzt kommt der SATURDAY NIGHT KILLER. Weil dem Regie-Neuling RENAUD GAUTHIER als Kind so einige Disco-Klänge Gänsehaut bereitet haben, verarbeitet er jetzt mit DISCOPATH Kindheitserlebnisse. Antiheld und Killer Duane Lewis hat ähnliches erlebt und meuchelt sich ganz ungeniert und kreativ durch weibliches Fleisch. Gematscht wird reichlich und das nicht immer bierernst, denn DISCOPATH erheitert immer mal wieder mit subtiler Komik, die eigentlich von Macher RENAUD GAUTHIER anfangs gar nicht so gewollt gewesen ist. Der Streifen schöpft Unterhaltungswert aus der trashigen Art, wie er sich vor italienischen Giallo-Filmen und den trivialen Slasher-Schockern der 70er und 80er verbeugt. Da werden Morde blutig und überzogen zelebriert und das weibliche Kanonenfutter spielt auch gern mal mit den Reizen, bevor es in der nächsten Szene den Tod findet. Für Indie-Horror schaut GAUTHIERS Erstwerk einfach nur fantastisch aus und der nostalgische Disco-Soundtrack überzeugt durch Liebe zum Detail. Das FILMCHECKER-Team war angetan, denn DISCOPATH ist charmanter Retro-Trash bei dem Giallo- und Slasherfans ganz warm ums Herz werden dürfte.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Zensur

 
 
 
In DISCOPATH werden Frauen enthauptet, Köpfe auf Plattenteller gespießt und Körperteile mit Schallplatten verschönert. Außerdem wird ein Sprung von einem Hochhaus inklusive Resultat gezeigt, sowie diverse Einstichwunden und Starkstromschläge. Das hat in Deutschland für eine KJ-Freigabe ausgereicht. Der Streifen ist hierzulande ungeschnitten erscheinen.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Discopathe; Kanada 2013

Genre: Horror, Drama, Krimi, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 31.10.2014

 

Discopath (Uncut) (Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Maniac (1980)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Der New York Ripper (1982)

Filmreview: „Stalled“ (2013)

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STALLED

Story

 
 
 
Hausmeister W.C. (Dan Palmer) sitzt in einer Damentoilette fest und wird unfreiwilliger Zeuge, wie sich eine vermeintlich harmlose Betriebsfeier zur blutigen Zombieapokalypse entwickelt …
 
 
 


 
 
 

STALLED – Kritik

 
 
 
Ein lautes Schnaufen macht in der Horrorszene die Runde, wenn die frohe Botschaft verkündet wird, dass es wieder ein Zombiefilm auf Blaustrahl geschafft hat. In letzter Zeit sind es vor allem die kleinen Indie-Label in Deutschland, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, jeden erdenklich miesen Zombieheuler auf Heimkinomedium pressen zu müssen. Unbeantwortet bleibt da oft die Frage nach dem „Warum“, gleichen sich die Streifen meist in Handlung und Blutgehalt und bieten in den wenigsten Fällen wirklich Neues. Anbieter MAD DIMENSION geht da andere Wege. Der wühlt sich nämlich durch das riesige Horrorangebot und schnappt sich nur die Perlen unter den Indie-Genreschockern. So überrascht es nicht, dass das Label sich langsam zum kleinen Geheimtipp unter Anhänger des Phantastischen Films mausert und wirklich sehenswerte Filme veröffentlicht, die da international für Aufsehen erregen. So auch im Fall von STALLED, bei dem es sich zwar ebenso um Zombiehorror handelt, der aber endlich mal wieder wirklich unterhaltsam ist und sich zur Abwechslung von üblichen Filmen dieser Art abzuheben versteht. Da wird auf dem Cover frech und werbewirksam mit SHAUN OF THE DEAD (2004) geworben, einer britischen Zombiekomödie, die unter Fans des düsteren Genres Kultstatus genießt. Oft versucht ein derartiges Marketing von den unzulänglichen Qualitäten des Hauptfilms abzulenken. Wir geben aber Entwarnung, denn im Falle von STALLED darf sich der Horrorfan endlich mal wieder auf einen kleinen Zombiekracher freuen, dem es gegönnt sei sich mit den ganz Großen des Zombiefilms zu vergleichen.
 
Im Film geht es um Hausmeister W.C. (nette Wortkreation), der die Spendengelder einer Betriebsfeier stibitzt und sich in eine Kabine der Damentoilette verzogen hat, um dort seine Beute zählen zu können. Leider wird der Kleinkriminelle bei seinem Vorhaben gestört, denn zwei heiße Damen betreten das Klo und verwandeln sich nach innigen Küssen in blutdürstige Zombies. Hausmeister W.C. gerät in Panik, erfährt aber sogleich, dass er nicht allein in Gefahr schwebt. Eine Kabine weiter fürchtet auch Heather (ANTONIA BERNATH) um ihr Leben. Die hatte Stress mit ihren Kollegen und wollte sich eigentlich auf der Damentoilette ausweinen. Nach kurzem „Beschnuppern“ plant man die Flucht. Leider taumeln jedoch immer mehr Zombies Richtung Damenklo, was ein Entkommen schier unmöglich macht.
 
STALLED bringt all das mit, was man in letzter Zeit im Horrorfilm vermisst. Wir erleben ein zaghaftes Kennenlernen zweier Außenseiter, die so rein gar nicht dem bekannten Heldenideal entsprechen wollen und die in ein Abenteuer geraten, das nicht mit blutigen Raffinessen und jeder Menge Situationskomik geizt. Hier werden Büstenhalter zweckentfremdet und zusammen mit menschlichen Fingern als Schleuder umfunktioniert. Der Zuschauer wird unfreiwilliger Gast einer abgefahrene Toilettenparty zu der jede Menge treudoof glotzender Zombies in total bescheuerten Kostümen geladen sind. Die grummeln sich herrlich schwarzhumorig durch die kleine Geschichte, in der es sich Hauptprotagonist W.C. (DAN PALMER) nicht nehmen lässt, bei wohlklingender Popmusik über blutbesudelte Gestalten zu crowdsurfen. Bei so viel dummen aber durchweg sympathischen Schabernack bleibt kein Auge trocken, schafft es doch Regisseur CHRISTIAN JAMES stets den Spagat zwischen platten Albernheiten und doch überraschend witzigen Situationen zu finden. STALLED scheut nicht davor, die ganz Großen des Actionfilms durch den Kakao zu ziehen. In einer haarsträubenden Toilettenkletterei wird gleich einmal die berüchtigte Laserszene (natürlich in abgeänderter Form) aus MISSION IMPOSSIBLE (1996) auf die Schippe genommen und selbst klaustrophobische Kino-Flicks, wie der Schumacher-Thriller NICHT AUFLEGEN (2002) bekommen auf ganz charmant ironische Weise ihr Fett ab. STALLED ist typisch britischer Humor, so wie man ihn in der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie (SHAUN OF THE DEAD, HOT FUZZ, THE WORLD’S END) lieben gelernt hat. Die Wortspiele sind bissig, trocken und nicht selten unverblümt direkt, so dass STALLED einen wohltuenden und fast schon intellektuellen Kontrast zu den sonst so peinlich beschämenden Komödie aus Amerika darstellt, die eigentlich stets nur vom Feiern, Saufen und Sex haben handeln.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STALLED hat all das, was einen guten Film ausmachen sollte: Eine Menge Lacher, dezentes Gekröse, eine schmalzige Lovestory, geile Party-Mukke und schweißtreibende Action wie in MISSION IMPOSSIBLE. Natürlich ist das alles rein gar nicht ernst zu nehmen und auch noch vollkommen bescheuert. Aber gerade der Hang zur Absurdität und das Persiflieren schrottiger Zombiegurken ist in STALLED Programm. Insofern man zuvor mit Freunden ein Sixpack Bier hinter die Binde gekippt und es sich vor der Glotze gemütlich gemacht hat, dürfte dieser Horrorspaß doppelt Freude bereiten. Das FILMCHECKER-Team wünscht sich zumindest mehr von diesen kleinen Indie-Filmen mutiger Horrormacher, die wissen wie man ewig gleichen Brei anders würzt, damit er wieder allen mundet.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Zensur

 
 
 
In STALLED gibt es schon die ein oder ander blutige Szene zu bewundern. Hierzulande hat es der Zombiefilm ungeschnitten durch die FSK geschafft. Der Streifen ist frei ab 18 Jahren (KEINE JUGENDFREIGABE) und ab sofort im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
stalled-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stalled; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 07.02.2014

 
 
 

Stalled [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

STALLED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Ghost Team One (2013)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Fido (2006)
 

Filmreview: „Buck Wild“ (2013)

buck-wild-2013
 
 
 

BUCK WILD

Story

 
 
 
Vier Amateurjäger im Jagdrausch. Sie quartieren für ein Wochenende auf der Buck Wild-Ranch, um ein paar Hirsche zu erledigen. Leider kommen ihnen ein paar gefräßige Zombies und eine Gruppe einheimischer Hillbillies in die Quere, die ihnen den Jagdausflug natürlich gehörig vermasseln …
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Kritik

 
 
 
Och nö, schon wieder bricht ein Zombie-Virus aus, im Horrorfilm ist das nichts Ungewöhnliches mehr. Doch diesmal wird die Gefahr nicht von Menschenhand verursacht. Das Grauen erscheint in Form eines tollwütigen Hundes (im Film auch als Chupacabra bezeichnet), der sich sogleich über einen schrulligen Ranch-Betreiber hermacht und zubeißt. Was folgt ist das Übliche: Der Gebissene besitzt bald die Symptome einer nicht näher beschriebene Zombieseuche, taumelt in ein Dorf voller Hinterwäldler und infiziert dort in null Komma nichts jeden, der einfach zu faul ist zum arbeiten. Der Splatter-Klassiker BRAINDEAD lässt grüßen, denn der dürfte beim vorliegenden BUCK WILD Pate gestanden haben. Dort passierte Ähnliches: Eine neue Spezies halb Affe, halb Ratte war schuld, dass am Ende ein göttliches Zombie-Gemetzel auf der Mattscheibe gefeiert werden konnte.
 
Es mag ja immer noch Horrorfans geben, die in Zeiten von MARTYRS, HOSTEL und SAW nicht wissen, dass es „krasse“ Horrorfilme auch schon viel früher gab. Zu einem dieser ganz „bösen“ Streifen gehörte jene von PETER JACKSON inszenierte Splatter-Persiflage auf das blutrünstige Zombie-Genre mit dem Titel BRAINDEAD. Die genießt heute Kultstatus und hat in den 90ern der FSK ne Menge Kopfzerbrechen bereitet. Nach viel Splatter-Klamauk (darunter auch BAD TASTE) hat sich Jackson viele Jahre später mit der Buchverfilmung zu Tolkiens DER HERR DER RINGE ein Denkmal gesetzt. Dennoch ist vielen Filmfans heute nicht bewusst, dass der neuseeländische Filmemacher in den Anfangsjahren viel Horror gemacht hat und damit auch noch erfolgreich war.
 
Was Jackson mit viel Herz- und Kunstblut 1992 auf Zelluloid festgehalten hat, will TYLER GLODT nun auch mal ausprobieren. Der ist zwar noch recht unbekannt im Filmbusiness, hat aber bereits beim Kassenhit POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR in der Postproduktion mitarbeiten dürften. Nun versucht er auch mit einer Horrorkomödie was Eigenes auf die Beine zu stellen. Damit sein Schaffen auch die nötige Aufmerksamkeit bei Horrorfans findet, wird gleich erstmal ausgiebig kopiert und bei anderen Filmen Inspiration geholt. So bildet der Plot aus BRAINDEAD das Fundament und die aus Spoof-Komödien wie SCARY MOVIE bekannten Albernheiten das Gerüst für diesen Film.
 
Die Geschichte dreht sich um vier Freunde, die den gängigen Klischees entsprechen und ein chilliges Jagdwochenende in ländlicher Natur verbringen möchten. Der naive Craig (Matthew Albrecht) hat die Sause geplant und will partout nicht wahrhaben, dass ihn die Verlobte nach Strich und Faden betrügt. Immer wieder versucht er die Freundin auf dem Telefon zu erreichen. Die hat Besseres im Sinn und vergnügt sich viel lieber mit knackigen Kerlen auf trinkfreudigen Partys und hatte auch schon ein Techtelmechtel mit Kumpel und Bunny-Checker Lance (Isaac Harrison), der als Großstadtcasanova eine Schwäche für paarungsbereite Frauen hegt, die für ihn wichtiger sind, als die Luft zum atmen. Als Reiseführer fungiert Cousin Jerry (Jarrod Pistilli). Selbiger kennt sich bestens in der dörflichen Tristesse aus und ist dazu noch ein Hillbilly wie er im Buche steht. Er hat nicht nur eine Leidenschaft für schnelle Schusswaffen, sondern auch noch einen riesigen Sprung in der Schüssel. Jerry liebt nämlich nicht nur allmorgendliches Karate ohne Klamotten, er besitzt auch noch einen sehr speziellen Humor, der den Freunden nicht nur einmal aus der Patsche hilft. Letzter im Bunde ist Tom (Dru Lockwood), ein gar nerdiger Clark Kent-Verschnitt. Der gerät im späteren Verlauf des Streifens an den exzentrischen Gangster Billy Ray, der ihm zusammen mit seiner Hinterwäldler-Bande (kein Scherz) den blanken Hintern versohlt.
 
Natürlich dürfen in einer Zombiekomödie nicht die Zombies fehlen, die im Horrorfilm grundsätzlich damit beschäftigt sind, sich die Mägen mit Menschenfleisch zu füllen. Doch bevor die Untoten über noch lebendes Buffet herfallen dürfen muss der Horrorfan etwas Geduld aufbringen, schließlich braucht der tollwutartige Virus etwas Zeit um sich in der südtexikanischen Einöde verbreiten zu können. Bis dahin bekommen die Freunde erst einmal Stress mit den eigenbrötlerischen Bewohnern des Kaffs. Die mögen es nämlich gar nicht, wenn verzogene Großstadtkids ungefragt ihr Revier erkunden und zu viele Fragen stellen. In BUCK WILD gibt es ne Menge abgedrehtes Zeug zu sehen. Hier drehen dumme Hinterwäldler triviales Trash-TV, das sogar noch im regionalen Fernsehen gezeigt wird. Zudem kommt die legendäre PATE-Trilogie von FRANCIS FORD COPPOLA ganz ungefragt in die Gunst einer mehr als lächerlichen Hommage. Und als wäre das alles nicht schon dämlich genug, finden Haschisch-Brownies in BUCK RANCH auch noch einen neuen Verwendungszweck. Der Kuchen wird versehentlich an einen Zombie verfüttert, der sich wenig später zurück in zivilisierte Wesen verwandelt. Wenn da mal nicht Schleichwerbung für den Konsum von Drogen betrieben wird.
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES hätte die wilde Mischung auch heißen können, die uns TYLER GLODT mit seinem BUCK WILD auf schlabbrigen Papptellern serviert. Für gutes Porzellan hat es nämlich nicht mehr gereicht, denn die Zombie- und Hinterwädler-Parodie kränkelt an billigen und flachen Witzen, die zudem nicht gerade vor Originalität strotzen. Viele der etwas sehr hanebüchenen Wortspielchen zünden nur selten und wiederholen sich auch noch ständig. Für eine Komödie kein gutes Omen, wenn den Lachern die Puste ausgeht. Immerhin wuseln durch BUCK WILD ne Menge bescheuerter Typen, deren stereotypen Rollen bei Weitem erheiternder sind, als deren krampfhaft auf cool getrimmten Dialoggefechte. Da verblassen selbst die Zombies, deren obligatorische Fress-Exzesse in BUCK RANCH leider arg kurz kommen. Der Splatter-Faktor ist erstaunlich gering, was angesichts der Thematik bei Horrorfans nicht gerade Freudensprünge verursachen dürfte. So bleibt unwichtiger Light-Spass, der erfolgreichen Horrorparodien nachzueifern versucht, aber dem irgendwie die wirklich guten Gags fehlen, damit er länger in Erinnerung bleibt. BUCK WILD ist zwar mit Sicherheit kein Zeiträuber, enttäuscht aber durch mageren Splatter-Gehalt und erreicht nicht einmal annähernd die Qualitäten jener Filme, mit denen Regisseur TYLER GLODT des Öfteren liebäugelt. Von daher Anspruch drosseln und Bier zur Hand, denn nur mit gut gekühltem Alkohol kann man sich diesen Murks schöntrinken und darüber auch noch lachen.
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES – BUCK WILD ist ein abgedrehter Zombie-Spaß mit gut platzierten Schenkelklopfern und ner Menge skurriler Typen, die den lieben langen Tag nur abstruses Zeug von sich geben. Das ist nicht negativ zu verstehen, sondern ein Grund warum BUCK WILD lohnt gesehen zu werden. Leiden gehen dem Film ganz schnell die guten Sprüche aus, denn die meisten der lustig gemeinten Gags wollen einfach nicht zünden. Zudem kommen die Untoten für eine Zombieparodie etwas sehr kurz, was vor allem Fans solcher Filme bitter aufstoßen dürfte. Im Vergleich zu erfolgreichen Spoof-Komödien mit ähnlichem Inhalt zieht BUCK WILD nämlich den Kürzeren, denn der Streifen erreicht nicht einmal annähernd die Genialität von Horrorkomödien wie BRAINDEAD, ZOMBIELAND oder SHAUN OF THE DEAD. Denen wollte Regisseur TYLER GLODT mit seinem selbstironischen Machwerk nacheifern. Um seine Geschichte abheben zu können wirft er zusätzlich noch allerlei Hinterwäldlerklischees in die Handlung und verdirbt damit den Brei. Vielleicht wäre es besser gewesen der Regisseur hätte sich nur auf eine Zutat konzentriert, denn der Mix aus Hillbilly- und Zombiefilm verliert sich des Öfteren in der Unentschlossenheit seines Machers. Der wollte vermutlich besonders kreativ sein und mit seiner schwarzhumorigen Hinterwädler-Untoten-Verarsche etwas ganz Neues machen, hat aber schon bald keine Kontrolle mehr über seinen Flick. Die handvoll inhaltsloser Gags können da leider auch nix mehr retten – schade!
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Zensur

 
 
 
Aufgrund des humoristischen Untertons, dürfte es BUCK WILD hierzulande mit blauen FSK16-Flatschen in den Handel schaffen. Der Gewaltpegel ist so in etwa mit dem von SHAUN OF THE DEAD zu vergleichen, erreicht aber nie die übertrieben splattrige Intensität eines BRAINDEAD.
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Juan of the Dead (2011)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Braindead (1992)
 
Dead Snow (2009)
 

Filmreview: „Ghost Team One“ (2013)

ghost-team-one-2013
 
 
 

GHOST TEAM ONE

Story

 
 
 
Einige Hobbygeisterjäger sind vom PARANORMAL ACTIVITY-Virus infiziert. In deren Haus spukt es, so dass man Kameras hervorkramt, um eine Doku zu drehen. Was die Freunde aber noch nicht wissen ist, dass sie es hier mit einem äußerst nymphomanisch veranlagten Geist zu tun haben, der es ab und an auch mal bevorzugt, die Lebenden zu vernaschen …
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Kritik

 
 
 
Was nur stimmt mit den Regisseuren BEN PEYSER und SCOTT RUTHERFORD nicht? Die beiden haben vermutlich unter permanenten Samenstau zu leiden, denn anders lässt sich der Schwachsinn nicht erklären, den sie hier mit GHOST TEAM ONE mehr schlecht als recht verzapft haben. Herr lass Hirn vom Himmel regnen, denn das Niveau in ihrem Comedy-Fehlzünder ist derart tief im Keller, dass dagegen selbst Randgruppen-TV im Privatfernsehen eines Qualitätspreises würdig ist. So was kann eindeutig nur aus dem sonst so prüden Amerika kommen, dort wo in der Vergangenheit schamlos-platte Spoof-Filmchen wie GHOST MOVIE oder die SCARY MOVIE-Reihe das Licht des Zelluloid-Himmels erblickt haben und wo man sich selbst des dümmsten Sexwitzchens wegen lauthals lachend auf dem Boden rollt. GHOST TEAM ONE ist das, was man wohl in Filmkreisen eine beschämende Jugendsünde nennt, denn die teils unwissenden Jungdarsteller dürften sich für diesen peinlichen Fehltritt ein Leben lang schämen. Hier gibt es nahezu keinen Dialog, der nicht irgendeine schlüpfrige Anzüglichkeit beinhaltet und über welche sich vermutlich nur pubertäre Heranwachsende auf dem Schulhof erheitern können.
 
Alles beginnt auf einer ausufernden Party im Haus der dauergeilen Freunde Brad (JR VILLARREAL), Sergio ( CARLOS SANTOS) und Chuck (TONY CAVALERO) bei der man auf die Witterung eines Geistes aufnimmt, der sich später als vietnamesische Bordellbetreiberin entpuppt, die viele Jahre zuvor an gleicher Stelle einige Männer um die Ecke gebracht hat. Gut, dass sich unter den trinkfreudigen Partygästen auch eine Geisterexpertin (FERNANDA ROMERO) gemischt hat, die die Idee einfach großartig findet, aus den mysteriösen Vorfällen einen Dokumentarfilm zu drehen. So werden überall im Haus Kameras montiert, damit das Treiben des Geistes auf Film gebannt werden kann. Doch der macht sich rar und scheint nur dann aktiv zu werden, wenn sich im Haus sexuelle Energien sammeln.
 
Wie lang nur funktioniert das Found Footage-Prinzip denn noch? Kaum ein Filmthema existiert, dass nicht bereits in den Genuss einer Wackelcam-Vergewaltigung gekommen ist. So langsam scheint sich aber ein Verschleiß zu verzeichnen, denn selbst eingefleischte Allesseher erkennen allmählich, dass sich hinter dieser Art von Filmen meist nur laue Lüftchen verbergen und hier oft Filmschaffende am Werkeln sind, die mit wenig Aufwand viel Asche machen wollen. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich nicht selten seiner kostbaren Lebenszeit beraubt sieht, weil ihm erneut sich ständig wiederholender und ideenloser Filmabfall untergejubelt wird. GHOST TEAM ONE macht da sicherlich keine Ausnahme. Die Macher haben sich der PARANORMAL ACTIVITY-Erfolgsplage angenommen und versucht, die seichte Kindergeisterbahn mit Hilfe von unreifer Aufklärungsarbeit leidlich unterhaltsam zu parodieren. Hier wird auf Papptellern gekackt, beim Stuhlgang beigewohnt, reichlich masturbiert und sich ausgiebig über möglichen Beischlaf unterhalten, so dass einer der Anwesenden gleich mal vor Erregung versehentlich in seinen Slip ejakuliert. Niveau erhält in GHOST TEAM ONE eine gänzlich neue Bedeutung, denn wer meint Horror-Parodien wie SCARY MOVIE hätten schon längst die Grenzen des guten Geschmacks erreicht, dürfte mit diesem unterirdischen Sexklamöttchen eines Besseren belehrt werden. Leider ist jene Parodie nicht einmal ansatzweise lustig, insofern man sich darüber ergötzen kann, wenn ein Besessener in Frauenmode gekleidet breitbeinig auf einem Bett liegt und verlangt, dass er „geleckt“ wird. Hier wird alles fast schon alibimäßig als Selbstironie getarnt durch den Kakao gezogen, was im Geistergenre zuletzt Kasse gemacht hat. Da gibts was aus PARANORMAL ACTIVITY und THE RING zu sehen, aber auch FRIEDKINS Kultfilm DER EXORZIST und Regans legendäre Kopfdrehszene kommen auf recht unterirdische Weise in die Gunst einer Hommage. Immerhin agieren die wenigen Knallscharchen halbwegs vernünftig vor der Kamera. Allen voran TONY CAVALERO, der als stets aggressiver Mitbewohner Chuck stets „fucking“ genervt (hier kann man sich den Spaß machen und das von ihm geäußerte „Fuck“ im Film zählen) durch die Kulisse rennt und am Ende in einer äußerst grenzwertigen Dämonenaustreibungs-Farce lächerlich und demütigend bloßgestellt wird. Bei soviel unreifer Sauerei will mit Sicherheit keiner der Schauspieler in zwei Jahrzehnten überhaupt noch mit GHOST TEAM ONE irgendwie in Verbindung gebracht werden. Wer dieses schwachsinnige Machwerk gesehen hat, weiß vermutlich aber dann auch warum.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
PARANORMAL ACTIVITY trifft auf AMERICAN PIE. Übersinnlicher Klamauk in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe, der aber das Niveau noch einmal zusätzlich mit den Füßen tritt, damit es auch ja im Keller bleibt. Man kann gar nicht soviel Alkohol kaufen, um sich GHOST TEAM ONE gut oder gar lustig zu trinken. Hier werden dumme Sexwitze am laufenden Band geboten, so dass man spätestens nach 30 Minuten vollkommen genervt ist, die ständig wiederholenden Anzüglichkeiten nur in abgeänderter Variation ertragen zu müssen. Liebe GHOST TEAM ONE-Macher: Niveau ist keine Creme und Sexwitzchen sind nur dann lustig, wenn man sie so ähnlich nicht schon in hundert anderen Spoof-Komödien bis zum Abwinken erdulden musste.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in GHOST TEAM ONE bis auf einen abgerissenen Kopf nicht zu sehen. Demnach ist eine FSK 16 drin.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby (2013)
 
Paranornmal Activity 3 (2011)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie (2001)
 

Filmreview: „Chastity Bites“ (2013)

chastity-bites-2013
 
 
 

CHASTITY BITES

Story

 
 
 
Vampirgräfin Elizabeth Bathory hat es sich im Amerika des 21. Jahrhunderts gemütlich gemacht und sucht an einer High School keusche Jungfrauen, um sich für ewige Jugend in deren Blut zu wälzen. Leah, die Reporterin der Schülerzeitung, kommt der Brut auf die Schliche und fordert zum Duell …
 
 
 


 
 
 

CHASTITY BITES – Kritik

 
 
 
Seit im Jahr 2000 der Spoof-Erfolg SCARY MOVIE in die Kinos kam und das Niveau in Horrorkomödien sprichwörtlich neu definiert wurde, kann man die wahrlich cleveren unter ihnen an einer Hand abzählen. Platte Sexwitzchen in Kombination mit pubertärem Fäkalhumor scheinen selbst im Jahr 2013 immer noch als Grundlage für Horror-Comedy zu dienen, damit man an den Kinokassen Gewinne erzielen kann. Immerhin hat man in den letzten Jahren auch mal Gutes auf der Leinwand gehabt. Die spaßige Hommage an berüchtigte Hinterwäldlerstreifen TUCKER & TALE VS EVIL (2010) oder die gelungene Verbeugung vorm Grindhouse-Kino der 70er und 80er Jahre in CHILLERAMA (2011) dürften vermutlich zu den wenigen sehenswerten Genrelachern gehören. Es muss jedoch nicht immer der Horror-Mainstream sein. Von der Masse vollkommen unbemerkt und ohne werbewirksames Brimborium erscheinen in Amiland ab und an auch mal kleine Horrorkomödien aus dem Indie-Sektor, die den ganz großen unter den Spoof-Komödien vollkommen souverän den Stinkefinger zeigen. CHASTITY BITES ist so ein unabhängiger Beitrag, der von einem absolut unbekannten Neuling auf dem Gebiet des Regieführens inszeniert wurde und dem Horrorfan Freudentränen bescheren dürfte. Regisseur und kreatives Genie hinter dem Spaß ist JOHN V. KNOWLES, den vermutlich ohnehin (noch) niemand kennen dürfte. Bisher hat der Regiedebütant zwar in diversen Bereichen des Filmemachens hineinschnuppern können; die große Karriere ist ihm jedoch verwehrt geblieben. Immerhin hat es für ein paar unbedeutende Kurzfilme und einen glanzvollen Schauspielauftritt in SHOWGIRLS 2 (ja, davon scheint es eine Fortsetzung zu geben) gereicht, für den sich KNOWLES mit Sicherheit bis ans Karriereende schämen dürfte. CHASTITY BITES ist auf dem Mist von KNOWLES Ehefrau gewachsen. Die ist selbst bekennende Anhängerin des düsteren Genres, hat kurzum das Drehbuch zum Film geschrieben und auch gleich produziert. Geschadet hat es dem Familienprojekt nicht, denn CHASTITY BITES erweist sich als unterhaltsamer Mix aus DIE FRAUEN VON STEPFORD (1975), GIRLS CLUB (2004) und FRIGHT NIGHT 2 (die miserable Fortsetzung des Remakes aus dem Jahre 2013 ist gemeint).
 
Liz Batho (LOUISE GRIFFITHS), eine geheimnisvolle, dominante und wunderschöne Frau ist neu in San Griento, USA. Sie kommt aus Europa und ist um die Jungfräulichkeit der heutigen Teenager besorgt. An der städtischen High School ruft sie ein Programm ins Leben, dem sich die Schülerinnen anschließen und auf Abstinenz bis vor dem Ehegelübde schwören sollen. Unterstützt wird ihr Vorhaben von einigen besorgten Eltern, denen die charismatische Fremde aus dem Herzen spricht. Schnell sind einige ahnungslose Mitglieder für jene Gruppe gefunden, welche die frohe Botschaft in der gesamten Schule verbreiten. Auch die von Akne geplagte Außenseiterin Katharine (FRANCIA RAISA) schließt sich dem Club der Jungfrauen an, fühlt sie sich doch von Gruppengründerin Liz auf mysteriöse Weise angezogen. Ihrer besten Freundin Leah (ALLISON SCAGLIOTTI) gefällt das aber alles gar nicht. Die findet nach einiger Recherche heraus, dass es sich bei der seltsamen Neuen um Gräfin Elizabeth Bathory handelt, einer Adligen die vor über 450 Jahren in Ungarn gehaust haben und zugunsten ewiger Jugend im Blut von Jungfrauen gebadet und es sogar getrunken haben soll. Für die angehende Journalistin und Hobby-Detektivin Grund genug, ihre fundierten Vampirjäger-Kenntnisse aufzufrischen und die BUFFY in sich zu entfachen.
 
Subtile Gesellschaftskritik ist zwischen all den punktgenauen Lachern Programm. Denn trotz grandios bescheuertem Nonsens wird in CHASTITY BITE auch hin und wieder der Zeigefinger erhoben. Vor allem der, in unserer Gesellschaft vordiktierte Schönheits- und Jugendwahn bekommt hier auf bissige Weise seinen Dreck weg. Wie weit würde man für ein adrettes Aussehen gehen? Eine Frage, die vor allem für die erwachsenen Protagonisten in CHASTITY BITE leicht zu beantworten ist. Denn während sich einige egozentrisch veranlagte Hilton-Prinzessinnen an der Schule eine mehr als zweifelhaften Ruf erzickt haben, sind es deren spießbürgerliche Eltern, die für ewige Schönheit die Seelen ihrer Kinder dem Teufel überlassen haben. Die Erkenntnis ist zwar für den Zuschauer bitter, wie sie jedoch über den Bildschirm flimmert dafür umso erheiternder. In CHASTITY BITE werden die gängigen Stereotypen des Horrorfilms in eine Box geworfen, durchgeschüttelt und wunderbar schräg persifliert. Familie KNOWLES scheint zu wissen, wie man an durchgeknallter Horror-Comedys werkelt, ohne dass sich der Zuschauer peinlich berührt fühlen muss. Die selbstironische Kombination aus Vampir-Horror und diversen amerikanischen Teenager-Komödien nimmt sich zu keiner Zeit ernst und witzelt sich ungekünstelt und ungezwungen durch den gesamten Film. Platte Dummheiten oder Scherze jenseits der Gürtellinie bleiben dem Filmliebhaber erspart. Der Zuschauer spürt förmlich, welchen Spaß das gesamte Team am Set gehabt haben muss, denn CHASTITY BITE wirkt derart sympathisch, dass man dann doch schon etwas erstaunt ist, wie schnell der Abspann über den Schirm flimmert. Großer Pluspunkt geht an ALLISON SCAGLIOTTI, die sich als taff durchschlagende Leah die Hauptrolle ergattern konnte und glatt als jüngere Zwillingsschwester von Horrorliebling DANIELLE HARRIS durchgehen könnte. Die hat immer einen trockenen Spruch auf den Lippen und entpuppt sich am Ende sogar noch als schmucker Hingucker für den männlichen Horrorfan. Bei soviel filmischem Ehrgeiz und Spaß am Drehen sollte an dieser Stelle der Gastauftritt von Regielegende STUART GORDON nicht unerwähnt bleiben. Der war sich nicht für einen kurzen Cameo als Schulleiter zu schade und dürfte bei einigen Filmfreunden noch einmal Filme wie DOLLS (1987), RE-ANIMATOR (1985) und FROM BEYOND (1986) Revue passieren lassen.
 
Am Ende bleibt ein schwer unterhaltsamer Horrorquatsch, dem man nur wünschen kann, das er ganz schnell nach Deutschland kommt, um die hiesige Horrorgemeinde zum Schmunzeln zu bringen. Das in Sachen Sex streng konservative Amerika (als Beispiel hierfür, wäre die oftmals strenge Altersfreigabe der MPAA bei „Sexangelegenheiten“ zu nennen) wird hier herrlich selbstironisch auf die Schippe genommen und der vollkommen übertriebenen Schönheitswahn der heutigen Gesellschaft gleich nebenbei mit angeprangert. In einem Interview verriet Drehbuchschreiberin LOTTI PHARRISS KNOWLES, dass das Script des Films noch während der Amtszeit GEORGE W. BUSHS entstanden ist und dessen Konservatismus zur Inspiration gedient haben soll. Umso zynischer, dass Bösewicht Liz Batho im Film immer wieder bemängelt, dass es im Amerika des 21. Jahrhundert immer schwerer wird an Jungfrauen zu kommen und sich Heldin Leah kurzfristig in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschließt, sich ihre Unschuld nehmen zu lassen, damit die Vampirgräfin sie von ihrer Beuteliste streichen kann.
 
 
 


 
 
 

CHASTITY BITES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„…Der einzig wirklich sichere Sex ist, gar keinen Sex zu haben …“. Trotz, dass in CHASTITY BITE viel über Sex gesprochen wird, gibt es erstaunlich wenige Schlüpfrigkeiten zu sehen. Dafür eine Menge Jokes, die sich Gott sei Dank nicht an den gängigen Konventionen derzeit beliebter Spoof-Komödien orientieren. CHASTITY BITE ist eine herrlich abgedrehte Mischung aus GIRLS CLUB, FRIGHT NIGHT und DIE FRAUEN VON STEPORD, die jeder Horrorfan unbedingt sehen sollte gerade weil sie eine Menge Laune verbreitet.
 
 
 


 
 
 

CHASTITY BITES – Zensur

 
 
 
CHASTITY BITES ist so ein Film, bei dem man nicht einschätzen kann, für welches Alter der Film geeignet ist. Für eine FSK16 sind die diversen Kehlenschnitte etwas sehr hart anzusehen. Für eine KJ-Freigabe ist das Geschehen zu überdreht und selten ernstzunehmen, was die Kills schon wieder milder erscheinen lässt. Man darf sich überraschen lassen – ungeschnitten kommt CHASTITY BITES auf jeden Fall nach Deutschland.
 
 
 
 


 
 
 

CHASTITY BITES – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Fright Night 2 (2013)

Die Frauen von Stepford (1975)

Girls Club (2004)

Filmreview: „You Can’t Kill Stephen King“ (2012)

You-Cant-Kill-Stephen-King
 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING

Story

 
 
 
Sechs Freunde begeben sich in die Heimatstadt des berühmten Schriftstellers STEPHEN KING, in der Hoffnung, ihn ein einziges Mal zu Gesicht zu bekommen. Natürlich lässt er sich nicht blicken – stattdessen bekommen es die neugierigen Großstädter mit einem schlitzfreudigen Killer zu tun, der über die Schnüffelei der Fremden so gar nicht erfreut ist …
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Kritik

 
 
 
Ist das jetzt genial oder einfach nur grottig daneben? Diese Frage dürften sich Interessierte vermutlich stellen, die sich den Trailer zu YOU CAN´T KILL STEPHEN KING zu Gemüte geführt haben. Es soll ja immer noch Menschen da draußen geben, die nichts mit dem berühmtesten aller Horrorautoren anfangen können. Der hat mit Romanen wie SHINING, ES oder FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE nicht nur Literaturgeschichte geschrieben, sondern mit seinen Werken auch Millionen begeisterter Leser viele schlaflose Nächte bereitet. Auch die drei Regisseure RONNIE KHALIL, MONROE MANN und JORGE VALIÉS-IGA müssen große Fans der Bücher und Filme des Schriftstellers sein, denn anders lässt sich nicht erklären, wie sie auf die bedepperte Idee gekommen sind, eine Ikone der neuzeitlichen Bellestrik zum Thema einer Slasher-Parodie zu machen. STEPHEN KING selbst soll sich angeblich während der 19 Tage Drehzeit im westlichen Maine zwei Mal blicken lassen haben, hat aber einen Cameo-Auftritt im fertigen Werk rigoros abgelehnt. So ganz unverständlich ist seine Entscheidung nicht, denn YOU CAN´T KILL STEPHEN KING ist weder Fisch noch Fleisch. Während der Trailer vielversprechend vor Augen führt, in welche Richtung der Film hätte gehen sollen, ist das fertige Werk von der im Trailer charmant überzogenen Inszenierung meilenweit entfernt. Wortwitzelei mag zwar in den ersten Filmminuten vorhanden sein, wird aber im weiteren Verlauf der Geschichte mehr oder weniger aus den Augen verloren und verpufft als dummer Slasher-Schnellschuss ohne nennenswerte Höhepunkte.
 
In YOU CAN´T KILL STEPHEN KING folgen sechs Mittzwanziger den Spuren des berühmten Schreibers STEPHEN KING. Einer der Freunde ist in Besitz einer Hütte, die angeblich nicht weit von der von KINGS stehen soll. Auf ihrem Erkundungstrip stoßen die Ortsfremden immer wieder auf die Bewohner des Städtchens, die gar nicht gern über den erfolgreichen Schriftsteller plaudern möchten, was der Suche natürlich nicht förderlich ist. So kommt es, dass die Schnitzeljagd kurzerhand auf Eis gelegt wird und man sich den schöneren Dingen des Lebens widmet. Als dann einer der Freunde auf unerklärliche Weise verschwindet und wenig später in Stücken an einer Tankstelle wiedergefunden wird, bricht Entsetzen aus. Alles deutet darauf hin, dass ein irrer Killer die Morde aus den KING-Romanen nachstellen möchte (SCREAM lässt grüßen) und die Fremden für sein Vorhaben auserkoren hat. Die lassen sich natürlich von einem perfiden Killer nicht den Urlaub vermiesen und machen es sich in ihrer vermeintlich sicheren Behausung hübsch gemütlich.
 
Dass jegliches Agieren mit einem Augenzwinkern genossen werden sollte, liegt auf der Hand. In YOU CAN´T KILL STEPHEN KING wird natürlich vollkommen bewusst dumm gehandelt, die stereotypen Rollen anfänglich ideenreich durch die Kakao gezogen. So bekommt der Zuschauer neben dem farbigen Sprücheklopfer auch drei hohlbirnrigen Tusneldas (eine derer ist Partygirl PARIS HILTON nicht unähnlich) vor die Linse, die im Verlauf der belanglosen Handlung zur Freude der männlichen Zuschauer reichlich textilfrei durch die Szenerie hopsen dürfen. Während die unverbrauchten Schauspieler mit ihrem überzogenem Overacting gar keine so miese Figur machen, erfreut, dass das Regie-Trio vor allzu derben Blödelklamauk und plumpen Gags jenseits der Gürtellinie zurückgeschreckt hat. So sind einige schräge Lacher garantiert – zumindest in der ersten halben Stunde. Dann leider gehen dem Film die guten Ideen aus und die selbstironische Slasher-Verarsche tritt unlustig auf der Stelle. Die rar gesäten Gags wollen kaum noch zünden und machen YOU CAN´T KILL STEPHEN KING zu einer arg einschläfernden und vor allem unlustigen Angelegenheit. Immerhin schreitet der Killer häufig zur Tat und beginnt, die Freunde halbwegs innovativ in den Filmhimmel zu befördern. Seine Taten werden dabei ansprechend akustisch untermalt, wobei das Thema an die beliebte FREITAG DER 13.-Reihe erinnert. Außerdem findet der Filmfreund mehr oder weniger subtile Verweise zu KINGS Werken im Film, die zwar recht gekonnt in Szene gesetzt werden, aber den Film nicht wirklich besser machen. Ohnehin wird es in der zweiten Hälfte erstaunlich ernst, wobei irgendwie nicht mehr wirklich schlüssig sein möchte, ob es sich hier denn nun um eine Parodie oder einen ernstzunehmenden Horrorfilm handeln soll. Was bleibt ist ein etwas zwiespältiger Genrefilm, der das anfänglich erfrischende Niveau der recht gelungenen Gags nicht einmal bis zur Hälfte halten kann und der irgendwie gar nicht so witzig ist, wie es eigentlich der selbstironische Trailer versprach.
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Gagreicher Horrorspaß in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe. Leider werden die guten Ideen bereits in den ersten Filmminuten verbraten, so dass YOU CAN´T KILL STEPHEN KING in der zweiten Filmhälfte kaum noch der Rede Wert ist. Immerhin gibt es eine ganz nette Auflösung, die STEPHEN KING-Fans ganz schön griesgrämig aus der Wäsche schauen lassen dürfte. Für all die: IT´S ONLY A MOVIE!
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Zensur

 
 
 
Es gibt einen deftigen Kehlenschnitt zu sehen, einige abgetrennte Körperteile aber sonst nichts wirklich Nennenswertes, was den Gorehound vor Freude jauzen lassen dürfte. Daher ist die deutsche Fassung problemlos mit blauen FSK16-Flatschen im Handel zu finden – ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: You Can’t Kill Stephen King; USA 2012

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray Wendecover

Extras: Deutscher Trailer zum Film (ca. 2 Minuten), Bildergalerie (ca. 2 Minuten), Trailershow mit fünf weiteren Titeln aus dem Programm des Anbieters

 
 
 
Nach dem Einlegen gibt es erst einmal zwei weitere Trailer kommender Komödien aus dem Fundus des Anbieters NEW KSM. Danach geht’s in ein animiertes Menü, das aus Szenen des Filmes besteht. Schön gestaltet ist es zwar nicht, erfüllt aber seinen Zweck. Das Bild ist erstaunlich gut; der HD-Effekt ist vor allem in den hellen Szenen erstaunlich positiv ausgefallen und offenbart viele kleine Details und eine angenehme Schärfe. Ansonsten ist die Synchronisation für einen unbedeutenden Low-Budget-Film ziemlich gut geworden. Die Dialoge sind gut verständlich, wobei sich das Geschehen vorwiegend im Frontbereich abspielt und man keine Soundkulisse der Extraklasse erwarten sollte. Hinter dem Menüpunkt „Extras“ versteckt sich eine ca. zweiminütige Slideshow, wobei irgendwie nicht wirklich schlüssig ist, ob es sich hier um Setimpressionen handelt oder um Screenshots aus dem Film. Wirklich brauchbar ist diese Bildergalerie nicht wirklich, wobei das Gimmick vermutlich einzig deshalb auf der Scheibe vorzufinden ist, um den Bonusbereich als solchen überhaupt rechtfertigen zu können. Neben der Bildergalerie gibt es noch den Originaltrailer (Deutsch, ca. zwei Minuten) auf der Blu-ray zu YOU CAN´T KILL STEPHEN KING und fünf Trailer weiterer Veröffentlichungen aus dem Hause NEW KSM. Wer mehr Infos zum Film sucht, schaut leider doof aus der Wäsche. Immerhin spendiert NEW KSM das obligatorische Wechselcover ohne FSK-Flatschen. Zudem ist die Veröffentlichung für erstaunlich kleines Geld zu haben. Wer leichte Horrorkomödien mag, macht mit diesem Film auf jeden Fall nichts falsch!
 
 
 

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YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
100 Bloody Acres (2012)

Mega Monster Movie (2009)

A Little Bit Zombie (2012)

Chillerama (2011)

Hell Baby (2013)

Tucker and Dale vs. Evil (2010)

Scary Movie (2000)

Scary Movie 2 (2001)

Shaun of the Dead (2004)

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