Filmreview: „Stalled“ (2013)

Stalled-2013
 
 
 

STALLED

Story

 
 
 
Hausmeister W.C. (Dan Palmer) sitzt in einer Damentoilette fest und wird unfreiwilliger Zeuge, wie sich eine vermeintlich harmlose Betriebsfeier zur blutigen Zombieapokalypse entwickelt …
 
 
 


 
 
 

STALLED – Kritik

 
 
 
Ein lautes Schnaufen macht in der Horrorszene die Runde, wenn die frohe Botschaft verkündet wird, dass es wieder ein Zombiefilm auf Blaustrahl geschafft hat. In letzter Zeit sind es vor allem die kleinen Indie-Label in Deutschland, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, jeden erdenklich miesen Zombieheuler auf Heimkinomedium pressen zu müssen. Unbeantwortet bleibt da oft die Frage nach dem „Warum“, gleichen sich die Streifen meist in Handlung und Blutgehalt und bieten in den wenigsten Fällen wirklich Neues. Anbieter MAD DIMENSION geht da andere Wege. Der wühlt sich nämlich durch das riesige Horrorangebot und schnappt sich nur die Perlen unter den Indie-Genreschockern. So überrascht es nicht, dass das Label sich langsam zum kleinen Geheimtipp unter Anhänger des Phantastischen Films mausert und wirklich sehenswerte Filme veröffentlicht, die da international für Aufsehen erregen. So auch im Fall von STALLED, bei dem es sich zwar ebenso um Zombiehorror handelt, der aber endlich mal wieder wirklich unterhaltsam ist und sich zur Abwechslung von üblichen Filmen dieser Art abzuheben versteht. Da wird auf dem Cover frech und werbewirksam mit SHAUN OF THE DEAD (2004) geworben, einer britischen Zombiekomödie, die unter Fans des düsteren Genres Kultstatus genießt. Oft versucht ein derartiges Marketing von den unzulänglichen Qualitäten des Hauptfilms abzulenken. Wir geben aber Entwarnung, denn im Falle von STALLED darf sich der Horrorfan endlich mal wieder auf einen kleinen Zombiekracher freuen, dem es gegönnt sei sich mit den ganz Großen des Zombiefilms zu vergleichen.
 
Im Film geht es um Hausmeister W.C. (nette Wortkreation), der die Spendengelder einer Betriebsfeier stibitzt und sich in eine Kabine der Damentoilette verzogen hat, um dort seine Beute zählen zu können. Leider wird der Kleinkriminelle bei seinem Vorhaben gestört, denn zwei heiße Damen betreten das Klo und verwandeln sich nach innigen Küssen in blutdürstige Zombies. Hausmeister W.C. gerät in Panik, erfährt aber sogleich, dass er nicht allein in Gefahr schwebt. Eine Kabine weiter fürchtet auch Heather (ANTONIA BERNATH) um ihr Leben. Die hatte Stress mit ihren Kollegen und wollte sich eigentlich auf der Damentoilette ausweinen. Nach kurzem „Beschnuppern“ plant man die Flucht. Leider taumeln jedoch immer mehr Zombies Richtung Damenklo, was ein Entkommen schier unmöglich macht.
 
STALLED bringt all das mit, was man in letzter Zeit im Horrorfilm vermisst. Wir erleben ein zaghaftes Kennenlernen zweier Außenseiter, die so rein gar nicht dem bekannten Heldenideal entsprechen wollen und die in ein Abenteuer geraten, das nicht mit blutigen Raffinessen und jeder Menge Situationskomik geizt. Hier werden Büstenhalter zweckentfremdet und zusammen mit menschlichen Fingern als Schleuder umfunktioniert. Der Zuschauer wird unfreiwilliger Gast einer abgefahrene Toilettenparty zu der jede Menge treudoof glotzender Zombies in total bescheuerten Kostümen geladen sind. Die grummeln sich herrlich schwarzhumorig durch die kleine Geschichte, in der es sich Hauptprotagonist W.C. (DAN PALMER) nicht nehmen lässt, bei wohlklingender Popmusik über blutbesudelte Gestalten zu crowdsurfen. Bei so viel dummen aber durchweg sympathischen Schabernack bleibt kein Auge trocken, schafft es doch Regisseur CHRISTIAN JAMES stets den Spagat zwischen platten Albernheiten und doch überraschend witzigen Situationen zu finden. STALLED scheut nicht davor, die ganz Großen des Actionfilms durch den Kakao zu ziehen. In einer haarsträubenden Toilettenkletterei wird gleich einmal die berüchtigte Laserszene (natürlich in abgeänderter Form) aus MISSION IMPOSSIBLE (1996) auf die Schippe genommen und selbst klaustrophobische Kino-Flicks, wie der Schumacher-Thriller NICHT AUFLEGEN (2002) bekommen auf ganz charmant ironische Weise ihr Fett ab. STALLED ist typisch britischer Humor, so wie man ihn in der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie (SHAUN OF THE DEAD, HOT FUZZ, THE WORLD’S END) lieben gelernt hat. Die Wortspiele sind bissig, trocken und nicht selten unverblümt direkt, so dass STALLED einen wohltuenden und fast schon intellektuellen Kontrast zu den sonst so peinlich beschämenden Komödie aus Amerika darstellt, die eigentlich stets nur vom Feiern, Saufen und Sex haben handeln.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STALLED hat all das, was einen guten Film ausmachen sollte: Eine Menge Lacher, dezentes Gekröse, eine schmalzige Lovestory, geile Party-Mukke und schweißtreibende Action wie in MISSION IMPOSSIBLE. Natürlich ist das alles rein gar nicht ernst zu nehmen und auch noch vollkommen bescheuert. Aber gerade der Hang zur Absurdität und das Persiflieren schrottiger Zombiegurken ist in STALLED Programm. Insofern man zuvor mit Freunden ein Sixpack Bier hinter die Binde gekippt und es sich vor der Glotze gemütlich gemacht hat, dürfte dieser Horrorspaß doppelt Freude bereiten. Das FILMCHECKER-Team wünscht sich zumindest mehr von diesen kleinen Indie-Filmen mutiger Horrormacher, die wissen wie man ewig gleichen Brei anders würzt, damit er wieder allen mundet.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Zensur

 
 
 
In STALLED gibt es schon die ein oder ander blutige Szene zu bewundern. Hierzulande hat es der Zombiefilm ungeschnitten durch die FSK geschafft. Der Streifen ist frei ab 18 Jahren (KEINE JUGENDFREIGABE) und ab sofort im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
stalled-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stalled; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 07.02.2014

 
 
 

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STALLED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Ghost Team One (2013)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Fido (2006)
 

Filmreview: „Buck Wild“ (2013)

buck-wild-2013
 
 
 

BUCK WILD

Story

 
 
 
Vier Amateurjäger im Jagdrausch. Sie quartieren für ein Wochenende auf der Buck Wild-Ranch, um ein paar Hirsche zu erledigen. Leider kommen ihnen ein paar gefräßige Zombies und eine Gruppe einheimischer Hillbillies in die Quere, die ihnen den Jagdausflug natürlich gehörig vermasseln …
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Kritik

 
 
 
Och nö, schon wieder bricht ein Zombie-Virus aus, im Horrorfilm ist das nichts Ungewöhnliches mehr. Doch diesmal wird die Gefahr nicht von Menschenhand verursacht. Das Grauen erscheint in Form eines tollwütigen Hundes (im Film auch als Chupacabra bezeichnet), der sich sogleich über einen schrulligen Ranch-Betreiber hermacht und zubeißt. Was folgt ist das Übliche: Der Gebissene besitzt bald die Symptome einer nicht näher beschriebene Zombieseuche, taumelt in ein Dorf voller Hinterwäldler und infiziert dort in null Komma nichts jeden, der einfach zu faul ist zum arbeiten. Der Splatter-Klassiker BRAINDEAD lässt grüßen, denn der dürfte beim vorliegenden BUCK WILD Pate gestanden haben. Dort passierte Ähnliches: Eine neue Spezies halb Affe, halb Ratte war schuld, dass am Ende ein göttliches Zombie-Gemetzel auf der Mattscheibe gefeiert werden konnte.
 
Es mag ja immer noch Horrorfans geben, die in Zeiten von MARTYRS, HOSTEL und SAW nicht wissen, dass es „krasse“ Horrorfilme auch schon viel früher gab. Zu einem dieser ganz „bösen“ Streifen gehörte jene von PETER JACKSON inszenierte Splatter-Persiflage auf das blutrünstige Zombie-Genre mit dem Titel BRAINDEAD. Die genießt heute Kultstatus und hat in den 90ern der FSK ne Menge Kopfzerbrechen bereitet. Nach viel Splatter-Klamauk (darunter auch BAD TASTE) hat sich Jackson viele Jahre später mit der Buchverfilmung zu Tolkiens DER HERR DER RINGE ein Denkmal gesetzt. Dennoch ist vielen Filmfans heute nicht bewusst, dass der neuseeländische Filmemacher in den Anfangsjahren viel Horror gemacht hat und damit auch noch erfolgreich war.
 
Was Jackson mit viel Herz- und Kunstblut 1992 auf Zelluloid festgehalten hat, will TYLER GLODT nun auch mal ausprobieren. Der ist zwar noch recht unbekannt im Filmbusiness, hat aber bereits beim Kassenhit POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR in der Postproduktion mitarbeiten dürften. Nun versucht er auch mit einer Horrorkomödie was Eigenes auf die Beine zu stellen. Damit sein Schaffen auch die nötige Aufmerksamkeit bei Horrorfans findet, wird gleich erstmal ausgiebig kopiert und bei anderen Filmen Inspiration geholt. So bildet der Plot aus BRAINDEAD das Fundament und die aus Spoof-Komödien wie SCARY MOVIE bekannten Albernheiten das Gerüst für diesen Film.
 
Die Geschichte dreht sich um vier Freunde, die den gängigen Klischees entsprechen und ein chilliges Jagdwochenende in ländlicher Natur verbringen möchten. Der naive Craig (Matthew Albrecht) hat die Sause geplant und will partout nicht wahrhaben, dass ihn die Verlobte nach Strich und Faden betrügt. Immer wieder versucht er die Freundin auf dem Telefon zu erreichen. Die hat Besseres im Sinn und vergnügt sich viel lieber mit knackigen Kerlen auf trinkfreudigen Partys und hatte auch schon ein Techtelmechtel mit Kumpel und Bunny-Checker Lance (Isaac Harrison), der als Großstadtcasanova eine Schwäche für paarungsbereite Frauen hegt, die für ihn wichtiger sind, als die Luft zum atmen. Als Reiseführer fungiert Cousin Jerry (Jarrod Pistilli). Selbiger kennt sich bestens in der dörflichen Tristesse aus und ist dazu noch ein Hillbilly wie er im Buche steht. Er hat nicht nur eine Leidenschaft für schnelle Schusswaffen, sondern auch noch einen riesigen Sprung in der Schüssel. Jerry liebt nämlich nicht nur allmorgendliches Karate ohne Klamotten, er besitzt auch noch einen sehr speziellen Humor, der den Freunden nicht nur einmal aus der Patsche hilft. Letzter im Bunde ist Tom (Dru Lockwood), ein gar nerdiger Clark Kent-Verschnitt. Der gerät im späteren Verlauf des Streifens an den exzentrischen Gangster Billy Ray, der ihm zusammen mit seiner Hinterwäldler-Bande (kein Scherz) den blanken Hintern versohlt.
 
Natürlich dürfen in einer Zombiekomödie nicht die Zombies fehlen, die im Horrorfilm grundsätzlich damit beschäftigt sind, sich die Mägen mit Menschenfleisch zu füllen. Doch bevor die Untoten über noch lebendes Buffet herfallen dürfen muss der Horrorfan etwas Geduld aufbringen, schließlich braucht der tollwutartige Virus etwas Zeit um sich in der südtexikanischen Einöde verbreiten zu können. Bis dahin bekommen die Freunde erst einmal Stress mit den eigenbrötlerischen Bewohnern des Kaffs. Die mögen es nämlich gar nicht, wenn verzogene Großstadtkids ungefragt ihr Revier erkunden und zu viele Fragen stellen. In BUCK WILD gibt es ne Menge abgedrehtes Zeug zu sehen. Hier drehen dumme Hinterwäldler triviales Trash-TV, das sogar noch im regionalen Fernsehen gezeigt wird. Zudem kommt die legendäre PATE-Trilogie von FRANCIS FORD COPPOLA ganz ungefragt in die Gunst einer mehr als lächerlichen Hommage. Und als wäre das alles nicht schon dämlich genug, finden Haschisch-Brownies in BUCK RANCH auch noch einen neuen Verwendungszweck. Der Kuchen wird versehentlich an einen Zombie verfüttert, der sich wenig später zurück in zivilisierte Wesen verwandelt. Wenn da mal nicht Schleichwerbung für den Konsum von Drogen betrieben wird.
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES hätte die wilde Mischung auch heißen können, die uns TYLER GLODT mit seinem BUCK WILD auf schlabbrigen Papptellern serviert. Für gutes Porzellan hat es nämlich nicht mehr gereicht, denn die Zombie- und Hinterwädler-Parodie kränkelt an billigen und flachen Witzen, die zudem nicht gerade vor Originalität strotzen. Viele der etwas sehr hanebüchenen Wortspielchen zünden nur selten und wiederholen sich auch noch ständig. Für eine Komödie kein gutes Omen, wenn den Lachern die Puste ausgeht. Immerhin wuseln durch BUCK WILD ne Menge bescheuerter Typen, deren stereotypen Rollen bei Weitem erheiternder sind, als deren krampfhaft auf cool getrimmten Dialoggefechte. Da verblassen selbst die Zombies, deren obligatorische Fress-Exzesse in BUCK RANCH leider arg kurz kommen. Der Splatter-Faktor ist erstaunlich gering, was angesichts der Thematik bei Horrorfans nicht gerade Freudensprünge verursachen dürfte. So bleibt unwichtiger Light-Spass, der erfolgreichen Horrorparodien nachzueifern versucht, aber dem irgendwie die wirklich guten Gags fehlen, damit er länger in Erinnerung bleibt. BUCK WILD ist zwar mit Sicherheit kein Zeiträuber, enttäuscht aber durch mageren Splatter-Gehalt und erreicht nicht einmal annähernd die Qualitäten jener Filme, mit denen Regisseur TYLER GLODT des Öfteren liebäugelt. Von daher Anspruch drosseln und Bier zur Hand, denn nur mit gut gekühltem Alkohol kann man sich diesen Murks schöntrinken und darüber auch noch lachen.
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES – BUCK WILD ist ein abgedrehter Zombie-Spaß mit gut platzierten Schenkelklopfern und ner Menge skurriler Typen, die den lieben langen Tag nur abstruses Zeug von sich geben. Das ist nicht negativ zu verstehen, sondern ein Grund warum BUCK WILD lohnt gesehen zu werden. Leiden gehen dem Film ganz schnell die guten Sprüche aus, denn die meisten der lustig gemeinten Gags wollen einfach nicht zünden. Zudem kommen die Untoten für eine Zombieparodie etwas sehr kurz, was vor allem Fans solcher Filme bitter aufstoßen dürfte. Im Vergleich zu erfolgreichen Spoof-Komödien mit ähnlichem Inhalt zieht BUCK WILD nämlich den Kürzeren, denn der Streifen erreicht nicht einmal annähernd die Genialität von Horrorkomödien wie BRAINDEAD, ZOMBIELAND oder SHAUN OF THE DEAD. Denen wollte Regisseur TYLER GLODT mit seinem selbstironischen Machwerk nacheifern. Um seine Geschichte abheben zu können wirft er zusätzlich noch allerlei Hinterwäldlerklischees in die Handlung und verdirbt damit den Brei. Vielleicht wäre es besser gewesen der Regisseur hätte sich nur auf eine Zutat konzentriert, denn der Mix aus Hillbilly- und Zombiefilm verliert sich des Öfteren in der Unentschlossenheit seines Machers. Der wollte vermutlich besonders kreativ sein und mit seiner schwarzhumorigen Hinterwädler-Untoten-Verarsche etwas ganz Neues machen, hat aber schon bald keine Kontrolle mehr über seinen Flick. Die handvoll inhaltsloser Gags können da leider auch nix mehr retten – schade!
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Zensur

 
 
 
Aufgrund des humoristischen Untertons, dürfte es BUCK WILD hierzulande mit blauen FSK16-Flatschen in den Handel schaffen. Der Gewaltpegel ist so in etwa mit dem von SHAUN OF THE DEAD zu vergleichen, erreicht aber nie die übertrieben splattrige Intensität eines BRAINDEAD.
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Juan of the Dead (2011)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Braindead (1992)
 
Dead Snow (2009)
 

Filmreview: „Ghost Team One“ (2013)

ghost-team-one-2013
 
 
 

GHOST TEAM ONE

Story

 
 
 
Einige Hobbygeisterjäger sind vom PARANORMAL ACTIVITY-Virus infiziert. In deren Haus spukt es, so dass man Kameras hervorkramt, um eine Doku zu drehen. Was die Freunde aber noch nicht wissen ist, dass sie es hier mit einem äußerst nymphomanisch veranlagten Geist zu tun haben, der es ab und an auch mal bevorzugt, die Lebenden zu vernaschen …
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Kritik

 
 
 
Was nur stimmt mit den Regisseuren BEN PEYSER und SCOTT RUTHERFORD nicht? Die beiden haben vermutlich unter permanenten Samenstau zu leiden, denn anders lässt sich der Schwachsinn nicht erklären, den sie hier mit GHOST TEAM ONE mehr schlecht als recht verzapft haben. Herr lass Hirn vom Himmel regnen, denn das Niveau in ihrem Comedy-Fehlzünder ist derart tief im Keller, dass dagegen selbst Randgruppen-TV im Privatfernsehen eines Qualitätspreises würdig ist. So was kann eindeutig nur aus dem sonst so prüden Amerika kommen, dort wo in der Vergangenheit schamlos-platte Spoof-Filmchen wie GHOST MOVIE oder die SCARY MOVIE-Reihe das Licht des Zelluloid-Himmels erblickt haben und wo man sich selbst des dümmsten Sexwitzchens wegen lauthals lachend auf dem Boden rollt. GHOST TEAM ONE ist das, was man wohl in Filmkreisen eine beschämende Jugendsünde nennt, denn die teils unwissenden Jungdarsteller dürften sich für diesen peinlichen Fehltritt ein Leben lang schämen. Hier gibt es nahezu keinen Dialog, der nicht irgendeine schlüpfrige Anzüglichkeit beinhaltet und über welche sich vermutlich nur pubertäre Heranwachsende auf dem Schulhof erheitern können.
 
Alles beginnt auf einer ausufernden Party im Haus der dauergeilen Freunde Brad (JR VILLARREAL), Sergio ( CARLOS SANTOS) und Chuck (TONY CAVALERO) bei der man auf die Witterung eines Geistes aufnimmt, der sich später als vietnamesische Bordellbetreiberin entpuppt, die viele Jahre zuvor an gleicher Stelle einige Männer um die Ecke gebracht hat. Gut, dass sich unter den trinkfreudigen Partygästen auch eine Geisterexpertin (FERNANDA ROMERO) gemischt hat, die die Idee einfach großartig findet, aus den mysteriösen Vorfällen einen Dokumentarfilm zu drehen. So werden überall im Haus Kameras montiert, damit das Treiben des Geistes auf Film gebannt werden kann. Doch der macht sich rar und scheint nur dann aktiv zu werden, wenn sich im Haus sexuelle Energien sammeln.
 
Wie lang nur funktioniert das Found Footage-Prinzip denn noch? Kaum ein Filmthema existiert, dass nicht bereits in den Genuss einer Wackelcam-Vergewaltigung gekommen ist. So langsam scheint sich aber ein Verschleiß zu verzeichnen, denn selbst eingefleischte Allesseher erkennen allmählich, dass sich hinter dieser Art von Filmen meist nur laue Lüftchen verbergen und hier oft Filmschaffende am Werkeln sind, die mit wenig Aufwand viel Asche machen wollen. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich nicht selten seiner kostbaren Lebenszeit beraubt sieht, weil ihm erneut sich ständig wiederholender und ideenloser Filmabfall untergejubelt wird. GHOST TEAM ONE macht da sicherlich keine Ausnahme. Die Macher haben sich der PARANORMAL ACTIVITY-Erfolgsplage angenommen und versucht, die seichte Kindergeisterbahn mit Hilfe von unreifer Aufklärungsarbeit leidlich unterhaltsam zu parodieren. Hier wird auf Papptellern gekackt, beim Stuhlgang beigewohnt, reichlich masturbiert und sich ausgiebig über möglichen Beischlaf unterhalten, so dass einer der Anwesenden gleich mal vor Erregung versehentlich in seinen Slip ejakuliert. Niveau erhält in GHOST TEAM ONE eine gänzlich neue Bedeutung, denn wer meint Horror-Parodien wie SCARY MOVIE hätten schon längst die Grenzen des guten Geschmacks erreicht, dürfte mit diesem unterirdischen Sexklamöttchen eines Besseren belehrt werden. Leider ist jene Parodie nicht einmal ansatzweise lustig, insofern man sich darüber ergötzen kann, wenn ein Besessener in Frauenmode gekleidet breitbeinig auf einem Bett liegt und verlangt, dass er „geleckt“ wird. Hier wird alles fast schon alibimäßig als Selbstironie getarnt durch den Kakao gezogen, was im Geistergenre zuletzt Kasse gemacht hat. Da gibts was aus PARANORMAL ACTIVITY und THE RING zu sehen, aber auch FRIEDKINS Kultfilm DER EXORZIST und Regans legendäre Kopfdrehszene kommen auf recht unterirdische Weise in die Gunst einer Hommage. Immerhin agieren die wenigen Knallscharchen halbwegs vernünftig vor der Kamera. Allen voran TONY CAVALERO, der als stets aggressiver Mitbewohner Chuck stets „fucking“ genervt (hier kann man sich den Spaß machen und das von ihm geäußerte „Fuck“ im Film zählen) durch die Kulisse rennt und am Ende in einer äußerst grenzwertigen Dämonenaustreibungs-Farce lächerlich und demütigend bloßgestellt wird. Bei soviel unreifer Sauerei will mit Sicherheit keiner der Schauspieler in zwei Jahrzehnten überhaupt noch mit GHOST TEAM ONE irgendwie in Verbindung gebracht werden. Wer dieses schwachsinnige Machwerk gesehen hat, weiß vermutlich aber dann auch warum.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
PARANORMAL ACTIVITY trifft auf AMERICAN PIE. Übersinnlicher Klamauk in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe, der aber das Niveau noch einmal zusätzlich mit den Füßen tritt, damit es auch ja im Keller bleibt. Man kann gar nicht soviel Alkohol kaufen, um sich GHOST TEAM ONE gut oder gar lustig zu trinken. Hier werden dumme Sexwitze am laufenden Band geboten, so dass man spätestens nach 30 Minuten vollkommen genervt ist, die ständig wiederholenden Anzüglichkeiten nur in abgeänderter Variation ertragen zu müssen. Liebe GHOST TEAM ONE-Macher: Niveau ist keine Creme und Sexwitzchen sind nur dann lustig, wenn man sie so ähnlich nicht schon in hundert anderen Spoof-Komödien bis zum Abwinken erdulden musste.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in GHOST TEAM ONE bis auf einen abgerissenen Kopf nicht zu sehen. Demnach ist eine FSK 16 drin.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby (2013)
 
Paranornmal Activity 3 (2011)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie (2001)