Filmkritik: „Sharknado – Genug gesagt!“ (2013)

sharknado-2013-poster
 
 
 

SHARKNADO – GENUG GESAGT!

(SHARKNADO | DARK SKIES)

Story

 
 
 
Im berüchtigten „Sharknado“ geraten Haie ins Landesinnere und bemerken, dass sie dort viel leichter an Menschenfleisch gelangen, als im Meer.

 
 
 


 
 
 

SHARKNADO – Kritik

 
 
Es war wohl der Filmhype des Jahres 2013: „Sharknado“! Mit Sprüchen wie „schlechtester Film aller Zeiten“ wurde um sich geworfen und die Produktionsfirma aus der Gruft „The Asylum“ konnte sich freuen. Der amerikanische Fernsehsender Syfy sicher auch, denn der gab den Film in Auftrag. Als bei Wiederholungen die Einschaltquote sogar noch stieg, brachte es „Sharknado“ tatsächlich noch ins Kino. Doch woher kommt dieser Erfolg? Trashige Haifilme gab es auch zuvor schon und es scheint so, als wollten die Macher sich gegenseitig immer weiter toppen mit bescheuerten Ideen. Weil die Grundprämisse so absurd klingt, war das Interesse wohl einfach enorm hoch. Dabei bekommt man es aber keineswegs mit einem der schlechtesten Filme aller Zeiten zu tun. Nein, „Sharknado“ besitzt sogar einige Qualitäten, ist nebenbei aber gar nicht mal so abgefahren, wie der Titel es verspricht, weshalb mehr als ein durchschnittliches Trash-Vergnügen nicht drin ist.
 
 
sharknado-2013-bild-4
 
 
Ein Tornado zieht auf und er befindet sich auf dem Weg nach Los Angeles. Unterwegs nimmt er mal eben einen russischen Fischkutter mit, in dem sich viele Haie befunden haben. Die befinden sich jetzt alle im Tornado und als dieser in Los Angeles ankommt, wimmelt es im Landesinneren schon bald nur so von diesen Haien. Für eine Gruppe von Menschen, angeführt vom Barbesitzer Fin, beginnt der Kampf ums Überleben. Der Titel erklärt eigentlich schon worum es geht und die Grundidee, eine Naturkatastrophe mit Tierhorror zu verbinden, klingt erst mal gar nicht so verkehrt. Natürlich bietet „Sharknado“ dann völligen Mumpitz. Lustig ist jedoch, dass es 2017 einen Fall in Australien gab, wo ein Hai wirklich durch einen Zyklon an Land gelangte. Das nutzten die Macher natürlich für sich, aber trotzdem bietet einem das Drehbuch absoluten Käse, den man nicht mit Logik betrachten sollte. Leider halten sich die wirklich absurden Ideen dabei aber sogar in Grenzen. Abgesehen vom abgefahrenen Finale, bietet die Story lange Zeit nur die skurrile Grundidee. Ein paar mehr Einfälle dieser Klasse wären jedoch nicht verkehrt gewesen.
 
 
sharknado-2013-bild-1
 
 
Wenn man an „The Asylum“ denkt, kommt einem sofort eine katastrophale Qualität in den Sinn. „Sharknado“ ist aber gar nicht mal so schlecht gemacht. Dass die Haie, sowie die meisten Effekte, allesamt aus dem Computer stammen, ist selbstverständlich, aber die CGI-Effekte sehen manchmal sogar halbwegs brauchbar aus. Manche sind natürlich auch peinlich. Dass man ständig einen Farbfilter verwendet hat, um das Unwetter authentischer zu gestalten, war allerdings keine gute Idee, denn dadurch erhält der Film einen sehr künstlichen Touch. Da man sowieso oft vor Green-Screens drehte, passt das hingegen fast schon wieder. Die Inszenierung ist an manchen Stellen gar nicht mal verkehrt. Besonders anfangs und im Finale machen die Szenen etwas her und allgemein hätte man hier mit einer handwerklich viel mieseren Arbeit rechnen dürfen. Überraschend ist auch der Unterhaltungswert, der zuweilen sogar richtig gut sein kann. Das erste Drittel lebt von einem sehr hohen Tempo und es ist immer etwas los. Lediglich im mittleren Teil kommen ein paar unnötige Längen auf, doch das actionreiche Finale entschädigt dafür wieder.
 
 
sharknado-2013-bild-3
 
 
Die vorhandenen Längen entstehen am ehesten, weil man sich zeitweise zu sehr auf die Figuren konzentriert, die nun mal nicht die größten Sympathien entstehen lassen. Zwar ist hier niemand als reines Kanonenfutter bzw. Haifutter konzipiert, aber wenn da von irgendeinem Trauma bezüglich Haie gequatscht wird, ist das trotzdem nicht sonderlich interessant. Von den Darstellern darf man in diesem Bereich sicher weniger erwarten, doch selbst hier übertrifft „Sharknado“ die Erwartungen. Ian Ziering funktioniert als Hauptfigur und er wirkt ganz sympathisch. Die Sache mit der gescheiterten Ehe bringt selbstverständlich nur weitere Klischees mit ins Geschehen, sorgt zwischenzeitlich aber für eine gewisse Dynamik. Tara Reid hat in dieser Reihe ja ihr neues zu Hause gefunden gehabt. Man kann von ihr halten, was man will, aber so schlecht macht sie ihre Sache nicht. Hinzu gesellt sich noch ein John Heard, den man wohl am ehesten aus „Kevin allein zu Haus“ kennt und die restlichen Darsteller fallen kaum auf – Weder im positiven, noch im negativen Sinne.
 
 
sharknado-2013-bild-2
 
 


 
 
 

SHARKNADO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Sharknado“ ist weder so schlecht, noch so durchgeknallt wie sein Ruf. Lediglich die Grundprämisse ist völlig bescheuert, aber wer ein Trash-Gewitter erwartet, wird erst im gelungenen Finale fündig. Die billigen Computereffekte sind Hauptattraktion, sehen manchmal aber sogar ganz okay aus und die handwerkliche Arbeit kann man nicht verreißen. Auch die Darsteller gehen soweit in Ordnung. Nebenbei wird auch manchmal ganz gut gesplattert. Abgesehen von einem lahmen Mittelteil kann man sich sogar ganz solide unterhalten lassen, was an einem anfangs sehr hohen Tempo liegt. Wenn dann am Ende auch noch die Kettensäge herausgekramt wird, wird sich der Trashfan freuen. Am ehesten ist der Film auch für eben diesen zu empfehlen, denn wer einen richtig guten, ernsthaften Film erwartet, wird hier natürlich nicht fündig. Das Ganze ist aber eben auch niemals so grauenvoll, wie viele behaupten. Das berechtigt nicht unbedingt den Hype von damals, sorgt aber für einen durchschnittlichen Film, den man sich als No-Brainer durchaus mal ansehen kann!
 
 


 
 
 

SHARKNADO – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado – Genug gesagt!“ ist mit ihrer FSK16-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SHARKNADO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
sharknado-1-steelbook

(c) White Pearl Movies (Steelbook Blu-ray – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado; USA 2013

Genre: Horror, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: HD-Bonusfilm: 2-Headed Shark Attack, Original Trailer, Making of, Gag-Reel, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 20.11.2020

 

Sharknado [Blu-ray + DVD im limitierten Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKNADO – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado 2 (2014)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 
3-Headed Shark Attack – Mehr Köpfe = mehr Tote! (2015)
 

Filmkritik: „Make Me Shudder“ (2013)

make-me-shudder-2013
 
 
 

MAKE ME SHUDDER

(MO 6/5 PAK MA THA PHI)

Story

 
 
 
Eine Mutprobe mit Folgen: Einige Buben frönen ein besonderes Hobby. Sie schleichen sich des Nachts in verlassene Gebäude, um sich darin Gruselgeschichten zu erzählen und zu Tode zu erschrecken. Als man beliebtes Spiel in einer verlassenen Schule mit schrecklicher Vergangenheit veranstaltet, wird es für die Angsthasen ernst. Dort treiben nämlich zu Abwechslung wirklich Geister ihr Unwesen.
 
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Kritik

 
 
 
Neben Japan und Südkorea gehört Thailand zu jenen Ländern auf der Erde, in denen man am unermüdlichen Drehen von Geiserfilmen festhält. Die werden dort regelmäßig in die Multiplexe gebracht und schwemmen Jahre nach asiatischen Gruselerfolgen wie RING, JU-ON & Konsorten unaufhaltsam große Summen in die Kinokassen von denen manch amerikanisches Filmstudio nur träumen kann. Auch wenn hierzulande nur noch ein kleines Publikum bleich geschminkte Geister-Asiaten sehen möchten, sind diese Filme in Fernost ein Hit. Wie unbeliebt asiatische Geisterfilme jedoch in Deutschland sind, zeigt die beschränkte Auswahl an Streifen dieser Art, die in unseren Gefilden von mutigen Labels herausgebracht werden. Nur wenige von ihnen erreichen den deutschen Markt – meist lieblos ausgewertet und halbherzig synchronisiert. Bedauerlich, hat gerade der asiatische Horrormarkt manch Geheimtipp zu bieten von dem europäische Zuschauer erst dann erfahren, wenn amerikanische Remakes die Filmlandschaft verseuchen.
 
 
make-me-shudder-bild-2
 
 
MAKE ME SHUDDER (Originaltitel: MO 6/5 PAK MA THA PHI) macht’s auf gewohnt asiatische Weise und will in erster Linie subtile Schauer einjagen – freilich ohne Blutvergießen. Hinter dem Genre-Beitrag steckt POJ ARNON (พจน์ อานนท์), der in Thailand unter Horrorfans kein Unbekannter ist. Der war an manch thailändischem Horror-Erfolg beteiligt und zeichnete für Filme wie PHOBIA 2 (Regie), MEAT GRINDER (Produzent) oder STILL 2 (Regie) verantwortlich. Während mit genannten Schockern erwachsene Zuschauer angesprochen werden sollen, zielt es der bekannte Angstmacher mit MAKE ME SHUDDER auf ein eher jugendliches Publikum ab. Dem wird atmosphärische Gruselware geboten, die sich selbstironisch auf die Schippe nimmt. Leider wurde der Horroranteil zugunsten jugendkonformer Inszenierung herabgeschraubt, damit die Kids am Abend auch beruhigt einschlafen können. Dem volljährigen Filmfreund dürfte das gar nicht schmecken, quält der sich durch einen zu lang geratenen Kiddi-Grusler, in dem sich pubertierenden Buben verhalten wie verängstigte Mädchen.
 
 
make-me-shudder-bild-4
 
 
Andere Länder, andere Sitten. Das Sprichwort lässt sich natürlich auch auf die asiatische Filmindustrie übertragen, die sich auf Erzählmechanismen konzentriert, die dem europäischen Zuschauer nicht selten befremdlich erscheinen. MAKE ME SHUDDER macht da keine Ausnahme und dürfte wohl auch nur denen zusagen, die eine unbeschreibliche Leidenschaft für fernöstliche Geisterfilme besitzen. Zu sehen gibt es albern wirkendes Overacting, einen kaum vorhandenen Spannungsbogen, viel naives Kindergeschrei und ein kitschiges Finale. Immerhin sprechen plakative 3D-Effekte und eine Unheil verkündende Kulisse an, die zumindest weibliche Filmfans unter 14 Jahren Gänsehaut bescheren dürften. Letztere werden schnell Gefallen am knuddeligen Kindercast finden, der sich im Film vor Angst in die Unterhosen macht.
 
 
make-me-shudder-bild-1
 
 
MAKE ME SHUDDER ist kein gelungenes Spukstück. Trotz netter Optik bleibt nicht verborgen, dass inhaltlich auf Sparflamme geköchelt wird. Die knappe Geschichte bietet gerade einmal Stoff für einen Kurzfilm, was Regisseur POJ ARNON aber nicht davon abgehalten hat aus MAKE ME SHUDDER einen ganzen Film zu machen. Dem mussten zwei obligatorische Fortsetzungen folgen, die in der Machart gleichen Weg wie der Erstling gehen.
 
 
make-me-shudder-bild-3
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
MAKE ME SHUDDER ist nett gefilmte Gruselware für Horrorfans unter 14 Jahren. Nach schockintensiver Erwachsenenunterhaltung konzentriert sich Regisseur POJ ARNON auf eine jüngere Zielgruppe und bannt viel Teenagergeschrei auf Zelluloid für das man gute Nerven benötigt. MAKE ME SHUDDER ist asiatisches Genrekino, das man entweder liebt oder hasst, denn auf westliche Konventionen wird gepfiffen. Vermutlich ist auch hier der Grund zu suchen, weshalb vielen Zuschauern MAKE ME SHUDDER nicht zusagen dürfte. Die Geschichte bewegt sich kaum vom Fleck und die Protagonisten bringen ihre Angst ziemlich aufdringlich zum Ausdruck. Das grenzt oftmals an Slapstick und wirkt unfeiwillig komisch – ist aber in vielen ernst gemeinten, asiatischen Filmproduktionen gang und gäbe. Auch wenn MAKE ME SHUDDER als Horrorkomödie konzipiert wurde, bleiben die richtig guten Lacher aus. Das sind keine guten Voraussetzungen!
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Zensur

 
 
 
MAKE ME HUDDER ist sehr handzahmes Gruselkino. Neben diversen Scheckmomenten gibt es ein paar blutig geschminkte Geister zu sehen. Die einzigen Gewalteffekte beschränken sich auf zwei Morde mit einem Dolch. MAKE ME HUDDER ist für jugendliche Kinogänger gemacht, die sich auch gern gruseln möchten. Insofern der Streifen je in Deutschland ausgewertet werden sollte, dürfte er ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Long Weekend – Thongsook 13 (2013)
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
As the Gods Will (2014)